hung. 3, nahm. 3½ fé& bel eine mlung vereins Gießen ftat and alle Freunde de st sich eine Abschiedi Dr. Kranzbühler a 1905. stand des zirksvereins Gieße eidert. ung: nterschule. le. ffer Dr. Gifebius übe jung. dim deutschen Meide ur Ausführung derselben einer größeren Anzah und fordern daher die es unentgeltlich, fet e en, auf, fich bis mber 1. Js. -1 Uhr auf unser Zimmer 6, zu melde 1905. mt Gießen. dung. ormittage 10% h die in den Forstwartein wie in der Forstwat n Bicken Besenreise Wellen, meistbietend ba r 1905. Berei Gießen. 7. ion. che und nervös tan toffeln, eläpfeln, istrant newege bergeben werde en liegen an den Wochen auf dem Verwaltung bon Mufterproben f der Aufschrift versehen b Oftober 1905 12 Uhr au abzugeben. zum 27. Oftober 1905. 1905. tion der Klinik nervöse Krankheiten. nmer. ation Pfau Nr. 55 her Veränderunge weiteres lossen. T anzung: Zwetfchenbäume e der Vorrat reicht. 2 diefes Blattes. Nr. 248 Zweites Blatt. usertionspreis: Die einfpaltige Petitzeile für ganz Obertessen, die Streise Wezlar und Marburg 10 fg. sonft 15 Bfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gteßen, Seltersweg 88. Ferusprechanschluß Nr. 362. Samstag, den 21. Oftober 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Platt erscheint an allen Werttagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Irrwege. [ Politische Wochenschaut.] Nicht jeder Weg, auf dem man nicht zum Ziele fommit, ist deswegen schon ein Frrweg. Die Ursachen, die auf halber Bahn scheitern lassen, können auch auf richtigem Wege liegen. Der preußische Eisenbahnminister Herr von Budde soll, wie es scheint, jetzt diese Erfahrung machen. Er hat die Herstellung einer Betriebsmittelgemeinschaft für alle Bahnen Deutschlands gewünscht. Es kann feinem Zweifel unterliegen, daß solche Betriebsmittelgemeinschaft allen Beteiligten ohne Ausnahme Vorteil bringen würde. Es ist barer Gewinn, wenn Eisenbahnwagen nicht Teer zu fahren brauchen, wenn Lokomotiven nicht als Beförderungsobjekte, sondern als Beförderungsmittel dienen, wenn innerhalb einer großen Gemeinschaft der ganze Eisenbahnpark zu gegenseitiger Nuzung bereit ist, soweit der Sonderbedarf des einzelnen Partners das gestattet. Es ist Daher unbedingt richtig, was Herr von Budde gewünscht hat. Ob es auch richtig ist, wie er es gewünscht hat, das ist eine andere Frage. Er ist der Meinung gewesen, daß es thm zieme, mit soldatischer Offenheit vorzugehen und einfach die verschiedenen deutschen Eisenbahnverwaltungen, die Staatseisenbahn- Verwaltungen sind, zu gemeinsamer Verabredung einzuladen. Er hat dabei nicht beachtet, daß die Einzelstaaten mit einer gewissen mißtrauischen Eifersucht über die Selbständigkeit ihrer Eisenbahnhoheit wachen und niemals ganz von der Besorgnis frei sind, sie möchten bei einem Zusammengehen mit der großen preußischen Eisenbahnübermacht ihre volle Bewegungsfreiheit verlieren und überdies in eine Art Abhängigkeitsverhältnis geraten. Diese mißtrauische Eifersucht ist eine Tatsache, die man dadurch nicht aus der Welt schafft, daß man sie für unbegründet erklärt. Man muß mit ihr rechnen und daran denken, daß man unter Umständen das vorhandene Mißtrauen nährt und stärkt, gerade indem man sich bemüht, den Mangel an einer Rechtfertigung nachzuweisen. Es gibt Gefühle, deren man nur durch geduldiges Abwarten und beharrliches Schweigen, nicht durch Drängen und noch so aufrichtige Versicherungen Herr werden kann. Für eine deutsche Eisenbahn- Betriebsmittel gemeinschaft ist die Zeit vielleicht erst gekommen, wenn der Vorschlag dazu von Bayern ausgeht. Das kann freilich noch lange dauern; doch die Frist wird dadurch nicht abgekürzt, daß man Bayern zur Ablehnung eines preußischen Vorschlages Gelegenheit gibt. Herr von Budde ist nicht auf einem Frrweg gewesen mit dem, was er gewollt hat; aber die Art, wie er eine gute Absicht verwirklichen wollte, hat ihn auf einen Frrweg geführt. Es ist nicht wahrscheinlich, daß er jetzt zu dem Ziele kommt, das er sich gesteckt hat. Die Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern haben sich in bedauerlichem und beinahe bedrohlichem Maße über weite Gebiete des Reichs ausgedehnt. Streifs hier und Aussperrungen dort, und überall Not und Beschwernis. Kaum ist in die Berliner Elektrizitätswerkstätten der Friede zurückgekehrt, so haben viele Tausende Berliner Wäschearbeiter den Ausstand begonnen. In Sachsen und Thüringen sind in der Textilindustrie Streik und Aussperrung einander begegnet, und unter den Bergarbeitern des Ruhrbezirks regt es sich von neuem im bösen Sinne. Es ist fast, als ob die rauhe Jahreszeit eine Streitund Streikluft ausströmte, dem erhöhten Bedarf und der geringeren Widerstandskraft der Arbeiter zum Trozz. Auf beiden Seiten fehlt es an der wünschenswerten Ueberlegung, auf beiden Seiten an der notwendigen Verträglichkeit und versöhnlichen Gesinnung. Diese kehrt in der Regel erst ein, wenn unwiderbringlicher Schaden angerichtet ist, der schlimme Zukunftssaat birgt. Und diese Saat findet immer Gedeihen, auf jedem Boden. Hüben wie drüben verharrt man auf Frrwegen, obwohl man gar nicht umhin kann, sie als solche zu erkennen. Unsere afrikanischen Besitzungen machen die Kolonial- Kinderkrankheiten durch, die unvermeidlich scheinen, da noch jede Kolonialmacht von ihnen heimgesucht wor den ist. In Deutsch- Ostafrika dehnt sich der Aufstand noch aus, in Deutsch- Südwestafrika ist er wohl im Absterben begriffen. Dort gestatten Klima und Ortsverhältnisse ener Jisches und rasches Zugreifen; hier zwingt der Wassermangel zu schleppendem Bandenkrieg, der keine entscheidenden Siege fennt, nur ein langsames Aufhören durch vollständige Erinattung. Es ist vergebliches Mühen, die Ursachen der Aufstände ergründen zu wollen. Sie kommen wie eine Seuche, fordern Opfer und verschwinden. Man schafft nur neue Wirrsal, wenn man sagt, der Aufstand schreibe sich von dieser oder jener vielleicht verfehlten Maßregel der Verwaltung for. Mon überschäßt damit den Einfluß, den eine Verwal. 1 ing ausüben kann, zu deren Schaden, und man ist aus cinem rrweg, wenn man glaubt, man könne durch irgend cin Sujiem, es sei das der größeren Milde oder das der größere Strenge, Aufstände verhüten. Die milde Verwal tung und die strenge, beide haben Aufstände gesehen, die in 1: nzibilisierten Landen eine Art von Naturereignissen sind. König Eduard von England hat Ursache, mit Jedauern der Freundschaft zu gedenken, durch die er den früheren französischen Minister Delcassé ausgezeichnet hat. Der abgedankte Minister hat aus seinem königlichen Gönner eine Schutzwehr für sich machen wollen, dazu bestimmt, die Pfeile aufzufangen, die gegen Delcassés eigene diplomatische Ungeschicklichkeit und staatsmännische Unzulänglichkeit gerichtet wurden. König Eduard ist in der Wahl seines Freundes nicht sehr glücklich gewesen, auch nicht in dem Versuch, den unverantwortlichen Ratgeber eines fremdländischen Ministers zu machen. Er war unter allen Umständen auf einem rrweg, selbst wenn man der Wahrscheinlichfeit gemäß annimmt, daß Delcassé in seinen Enthüllungen die eigenen Unterstellungen für Anerbietungen des Königs ausgegeben hat. Es scheint, daß die schiefe Stellung, in die König Eduard geraten ist, auch auf seine Regierung und i eren Saltung zurückgewirkt hat. Sie ist mit Marokko, ruf das sie doch zu Frankreichs gunsten verzichtet hatte, und maleich mit Amerika wegen einiger Fischereigerechtfamen Färberei und chemische Wasch- Anstalt Braubach& Fischer, Giessen Neuenweg 4, am Kreuz. Frankfurt a. M., Bibergasse 5 und Oederweg 38. Friedberg i. H. Kaiserstrasse 63. Darmstadt Ernst Ludwigstrasse 17. Mainz Ludwigstrasse 8. GROS ERNST ESS NASS INDUSTRIE GEWERBE PREIS MEDAILEE BUTZBACH 1898 • NSTELLUNG Coblenz Firmungsstrasse 4-6. Offenbach a. M. Frankfurterstrasse 36. Butzbach i. H. Fabrik gegründet 1848. Höchste Auszeichnung zuerkannt für vorzügliche Arbeiten. 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Ob es ihm diesmal glücken wird, aus den Irrgängen der ungarischen Politik einen Ausweg zu finden, steht dahin. Das sonstige Mißlingen darf nicht ihm angerechnet werden, denn jeder energische Schritt war ihm verboten. Er ist nur dafür verantwortlich, daß er das Verbot annahm und gleichwohl das Amt behielt, das ihm den Schein der Macht berlieh. Jugend von heute. ( Eig. Bericht.) Braunschweig, 19. Oktober. Es hat stets Zeiten gegeben in der menschlichen Ent. wickelung, in denen das menschliche Leben geringer be wertet wurde. Wir brauchen dabei gar nicht an Zeitläufte zu denken, die durch schwere Katastrophen, wie gewaltige Kriege, verheerende Pestilenz oder schlimme Elementar Ereignisse gekennzeichnet sind. Als die Pest durch die Mensch heit ihren traurigen Zug hielt, als 30 Jahre hindurch das mittlere Europa unter der lähmenden Kriegsfurie seufzte, fragte man naturgemäß wenig nach dem Leben, dem eigenen wie dem fremden, das heute schon verloren sein konnte, ehe man es gedacht. Je nervöser die verfeinerte, aber auch immer haftiger sich gebende Zeit sich gestaltete, desto näher liegt eine krankhafte Sucht, mit dem Tode zu spielen. Sie hat gegenwärtig vor allem die Jugend ergriffen. Aus dem Spiel wird oft grimmer Ernst. Ein typisches Beispiel für diese neueste Zeitkrankheit bietet der in seinen Einzelheiten psychologisch noch nicht ganz aufgeklärte blutige Vorfall, der sich in dem Hause eines angesehenen Braunschweiger Kaufmanns ab gespielt hat und dessen Akteure zwei blühende Mädchen und ein ganz grüner Junge bilden. Die beiden Töchter des Kaufmanns Haars, Alma und Martha, im Alter von 22 und 20 Jahren, zwei hübsche, stattliche Mädchen, suchen einen Klavierlehrer. Die Wahl fällt auf den achtzehnjährigen Kaufmannslehrling Karl Brunke. Schon das gibt zu einer Frage Anlaß. Einem solchen Knaben, der doch kein Fachmann ist, übertragen die Eltern den Unterricht bei ihren Töchtern. Freilich er selber hält sich für einen berufenen Jünger der Kunst. Er hat schon mehrere Theaterstücke verfaßt, und wenn auch das Lessing. theater und das Deutsche Theater in Verlin sie dankend ab. STOLLWERCH 0 Bügelkursus! Glanzbügel fann man binnen 4 Wochen gründlich erlernen. Auf Wunsch nachmittags. Walltorftraße 10, II. Gießen. Eingang durch den Laden, Rübenschneider, Munk: Imühlen, Jauchenpumpen Futterschneidmaschinen, empfiehlt billigst Jakob Häuser, Eisenhandlung. Neustadt 56 Gießen Neustadt 56. Alle Sorten Gemüse ftets frisch, sowie gute Speisekartoffel billigst zu haben bei Frau Hammel Gießen, Gr. Mühlgaffe 6-8. nelehnt haben, so konnte das sein Selbstgefühl nicht mindern, Las Gefühl der Enttäuschung aber förderte eine andere Empfindung, die Weltverachtung, die leberhebung über das Leben, das ihn vermeintlich nicht zu verstehen vermochte. In dieser gefährlichen Stimmung traten die beiden Mädchen auf seinen Weg. Ein unglücklicher, von der Weli nicht verstandener Tichier ist schon als solcher dazu angetan Mitg juhl zu erwear. Martha, die jüngste der Schwestern schenkte ihm ihr Herz. Sie leidet mit ihm unter dem an geblichen Uebelwollen der Menschen. Da will das Unglück, daß auch die ältere Schwester Alma trübe Erfahrungen in der Liebe erdulden muß. Ihr Verlobter schreibt ihr aus Rußland, daß er keine Aussicht habe, sie zu heiraten. So. fort ist der Plan gefaßt, dieses Leben, das Kämpfe und Widrigkeiten bietet, statt einen ebenen Weg und goldigen Sonnenschein, einfach von sich zu werfen. Gemeinsam in den Tod! Der Gedanke erwacht, er ist da, er wird immer gewaltiger, er wird zur Gewohnheit, und die Ausführung soll geschehen. Aber vorher will man doch noch einmal die Freuder bes Lebens genießen. Skrupellos greift der von der Wel: verkannte Bursche in die Kasse seines Lehrherrn. Mit den Schwestern speist er opulent im Chambre separé eines vor nehmen Restaurants, und zu Dritt begiebt man sich- mil den Todesahnungen in der Brust in das Variété. Dod por dem lustigen Leben schwinden die Gedanken des sofor tigen Abschiedes. Heut' nicht, aber übermorgen ganz ge viß. So lautet das Scheidewort beim Nachhausegehen, uni darauf geben sich die drei jungen Menschen ihr Ehrenwort Das war an einem schönen Sonntag abend. Am Diens lag erscheinen die Mädchen in der Wohnung des Jünglings Seine alte Mutter hat er mit einem Theaterbillet entfernt Mit seinen Begleiterinnen fährt er in deren Elternhaus. Dort kleiden sich die Mädchen festlich an, weißseidene Blusen Schwarze Röcke, das Korsett lassen sie aus. Man schreibi Abschiedsbriefe. Man trinkt mit mehreren Flaschen Cham pagner sich Mut. Dann zieht Brunke den Revolver und muß ein richtiges Schießeramen vor den Todeskandidatin nen ablegen. Nun ist es Zeit. Die Schwestern legen sich auf zwei nebeneinander gerückte Sessel. Dann schießt der sunge erst seine Geliebte dann die ältere Schwester tot. Und nun kommt das Bezeichnendste. Während die beiden Mäd Hen sich bei der Katastrophe doch immerhin als willensstart erwiesen hatten, verflog dem, der das Unheil angerichtet, por der Tat der Mut. Er läuft zur Polizei und stellt sich bem Richter. In diesem trüben Bilde spiegelt sich ein Teil dessen, was die Jugend von heute im Inneren bewegt. Es ist leine berechtigte Weltverachtung, wie sie die große Stunde jeitigt, die vom Einzelnen Aufopferung für höhere Ziele ordert; es ist das Kleinliche im Menschenherzen, das eine mgesunde, unheilvolle Weltverachtung erzeugt, Hygiene in der Küche. ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) Die deutsche Hausfrau liebt es nicht, daß der Herr„, seine Nase" in den Kochtopf, ja nicht einmal in die Küche steckt. Der Mediziner aber muß hier ungalant sein und in die Räume dringen, die anderen Mitgliedern seines Geschlechts verboten sind. Und so wird denn auch das Spülen der Küchengeschirre von der Hygiene unter eine genauere Aufsicht genommen. Das ist ganz gewiß recht notwendia. denn eine unzulängliche Reinigung hat in dieser Hinsicht ganz besondere Bedenken nicht nur ästhetischer, sondern auch ganz allgemeiner gesundheitlicher Art. Einer gründlichen einwandfreien Säuberung der Eß- und Trinkgeschirre und Bestecke muß vornehmlich dort die größte Aufmerksamkeit gewidmet werden, wo es sich um Massenspeisung handelt, also in Restaurationen, Krankenhäusern usw. Martius und E. v. Esmarch haben schon vor einigen Jahren darauf hingewiesen, daß durch schlecht gereinigtes Geschirr sehr wohl ansteckende Krankheiten verbreitet werden können, vorzugsweise Tuberkulose und Diphtheritis. Sehr dankenswert ist besonders der Hinweis von Esmarchs auf die ungenügende Spülung von Biergläsern oder Krügen, wozu gewöhnlich nur faltes Wasser genommen wird, das man nachher wieder ablaufen läßt. Wenn man zuverlässig erfährt, daß auf diesem Wege der an den Trinkgefäßen haftende Speichel, namentlich, wenn er schon angetrocknet ist, niemals entfernt wird, so möchte mancher geneigt sein, auf den Genuß eines Glases Bier außer dem Hause lieber ganz zu verzichten. Eine Sterilisation von Gläsern, Geschirren oder Messern und Gabeln kann erst erzielt werden, wenn man sie zehn Minuten lang in heißem Wasser von wenigstens 50 Grad liegen läßt. Wenn die Gefäße ungenügend gereinigt sind, so macht das Abtrocknen mit einem Tuch die Sache nur noch schlimmer, indem dann der Schmuß von einem Gefäß auf das nächste übertragen werden kann. Die Anwendung von kochendem Wasser wäre für eine schnelle Reinigung zwar das Vorteilhafteste, ist aber bei Glas und Porzellan, auch bei Bestecken mit Holzgriff nicht angängig. Vielleicht kann nun die Chemie aushelfen, indem sie Mittel liefert, die eine völlige Reinigung auch bei Benutzung von mäßig warmem Wasser gewährleistet. Am besten geeignet erscheint ein Zusatz von Soda, weil sie geruchlos ist, das Spülwasser nicht trübt und das Geschirr wenig angreift. Eine einprozentige Sodalösung bewirkt die Abtötung der am häufigsten im Speichel enthaltenen Krankheitsfeime bei einer Wassertemperatur von 50 Grad in fünf Minuten, eine zweiprozentige Lösung schon in einer Minute. Eine besondere Gefahr für die Gesundheit wird in manchen Küchen auch durch die Verwendung von schlechtem Emaillegeschirr herbeigeführt. Kleinste Teilchen der Emaille lösen sich beim Kochen und der Zubereitung der Speisen ab, gelangen mit dieser in den Magen und können unter Umständen starke Beschwerden, ja sogar lebensgefährliche Erkrankungen zur Folge haben. Wer Emaillegeschirre berwenden will, lasse sich nicht auf Schundware ein, die Kleine Mehrausgabe beim Einkauf macht sich doppelt bezahlt nicht allein durch die längere Gebrauchsfähigkeit der Gegenstände, sondern auch durch die verstärkte Sicherung bor gesundheitlichen Schäden. Vermischtes. = Zwanzig Jahre ohne Obdach. Im Süden Berlins wurde ein Gelegenheitsarbeiter mit dem Namen Lastermann in der Nacht halb erfroren aufgefunden und von Bolizisten nach dem Krankenhause gebracht. Wie sich heraus. stellte, ist der Mann, eine in seinem Bezirk wohlbekannte Bersönlichkeit, zwanzig Jahre lang ohne Obdach in Berlin herumgelaufen. - -Wieviel Berliner gibt es in Berlin? Man wird leicht geneigt sein, diese Frage kurz zu beantworten, indem man die durch das Statistische Amt festaestellte Einwohner. zahl der Reichshauptstadt nennt. Das wäre ein Irrtum; in der Tat wohnen die wenigsten„ Berliner" in Berlin. Zu Beginn dieses Jahres befanden sich unter den mehr als zwei Millionen Einwohnern nur etwa 815 000 Berliner, während der größere Teil nicht mit Spreewasser getauft" ist. Diese sezen sich aus Angehörigen aller deutschen Staaten, zum Teil auch( 52 000) aus Fremdbürtigen zusammen. Der Geldschein in der Gans. Eine Bäuerin hatte auf dem Kirchweih- Sonntag in Regensburg eine feiste geschlachtete Gans verkauft. Zu spät erinnerte sie sich, daß sie dahein einen Hundertmarkschein im Bauch der Gans verborgen hatte. Als sie jammernd nach dem glücklichen Käu ser suchte, war er längst vom Markt verschwunden. - Der Kaiser der Sahara", Jacques Lebaudy, beschäf tigte gestern das Pariser Zivilgericht. Seine Brüder haben cinen Prozeß gewonnen, den sie gegen ihn angestrengt hat. ten, weil dieser sich bisher geweigert hatte, auf Grund mit seinen Brüdern abgeschlossener Kontrakte diejenigen Dokumente zu unterzeichnen, worin er nicht als Kaiser der Sa hara anerkannt war.- Mit einem seiner Vettern machte er kurzen Prozeß. Er verweigerte nämlich die Annahme einer Sendung von 40 000 Pfd. Sterl. aus den ihm zustehenden Einnahmen der Anconaer Zuckerfabrik, weil der Fabrikleiter, sein Vetter, nicht adressierte: Majestät Jacques I., Empereur." Ein amerikanischer Millionen- Prozeß. In Milwaukee wird zurzeit ein Prozeß verhandelt, der auch nach Deutschland hinüberspielt. Eine Frau Lisette Schandein hatte im Jahre 1903 den größten Teil ihres auf 28 Millionen Mart geschätzten Vermögens ihrem Schwiegersohne Jakob Hcyl, ihrer Tochter Klara Heyl und den Kindern des Chepaores Heyl vermacht. Das Testament wird von den beiden anderen Kindern der Verstorbenen angefochten; diese Kinder, Herr Emil Schandein und die in Berlin lebende Frau Ella Frank, behaupten, daß ihre Mutter bei der Abfassung des Testaments nicht ganz zurechnungsfähig gewesen und von ihrem Schwiegersohn ungebührlich beeinflußt worden sei. § Troftlose Eheverhältnisse. Vor dem Schwurgeria in Potsdam hatte sich die Villenbesitzerin Kohl wegen versu. ter Tötung ihres Chemannes zu verantworten. Sie war Jon Hause aus ein armes Dienstmädchen, hatte, nachdem sie viermal verheiratet gewesen, einen reichen Witwer ghelicht und von diesem ein bedeutendes Vermögen geerbt, mit dem sie sich, wie der Staatsanwalt es ausdrückte, cien neuen Mann, einen stattlichen, weit jüngeren Gardeduce psTrompeter, kaufte. Diesen war es nur um das Gel zu tun, und es kam bald zu heftigen Streitigkeiten und zu ätlichkeiten zwischen Mann und Frau. Als der Mann sie wieder einmal mißhandelte, schoß sie mit einem Rev. ver auf ihn; er wurde aber nur durch Pulverkörner am Auge getroffen und fiel halb betäubt um. Später hat die Frau noch mehrfach Drohungen ausgestoßen. Die Geschworenen bejahten nur die Frage wegen Bedrohung mit einem Verbrechen, und die Frau wurde daraufhin zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. - = 20 000 Mark im Ofen. In Caternberg wurde bei ciner Versteigerung auch ein alter Ofen ausgeboten und von einem Arbeiter erstanden. Bei der Reinigung fand der Käufer eine Anzahl Sparkassenbücher im Betrage von 20 000 Mart in dem Ofen versteckt. Der ehrliche Finder gab sie dem Eigentümer zurück. Zunächst erntete er nichts dafür, als einen höflichen Dank. Ob er sich dabei beruhigen muß, steht wohl dahin. Casseler Schirm fabrik Th, Budde& Co. Gießen, Seltersweg 9 empfehlen ihre bewährten Qualitäten in Regenschirmen für Damen, Herren und Kinder zu bekannt billigen Preisen. Stets das Neueste! Keine Trunksucht mehr. Eine Probe von dem wunderbaren Cozapulver wird gratis geschickt. Kann in Kaffee, Thee, Essen oder Spirituosen gegeben werden, ohne dass der Trinker es zu wissen braucht. COZAPULVER ist mehr wert wie alle Reden der Welt über Enthaltsamkeit, denn es erzielt die wunderbare Wirkung, dass die Spirituosen dem Trinker widrig vorkommen. COZA wirkt so still und sicher, dass Frau, Schwester oder Tochter ihm dasselbe ohne sein Mitwissen geben kann und ohne dass er zu wissen braucht, was seine Besserung verursacht hat. 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