d Profa. Bahnhofe nehmen einander rühren ( dem scheidenden die hand reichend, venn dann endlich So bleibt doch die tief ergriffen): erst Du Dich viels I, daß ich Dir vor faig Mark geliehen * leuchtet. Ich geben Sie mit ie. Ich hab das Lang studiert und Lösung der einnden: Zu welchem Die Frage ist auch chwer zu beant die. ht einen Freund Order Staffelei Dreierbrötchen ceu auf die Leins Quart malen?" iert, es geht mir effen habe. So 3 Brötchen." d. nrichtung oder eine erde mich ja doch gewiß eine größere loß all die Hundchen erauf?" Redaktion der Neuen Berliner Nr. 195. Safestionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberben, bie Kreise Wehlar und Marburg 10 Pfg. fenft 15 ẞfg. Reklamen bie Betitzeile 30 rep. 40 Big. Nebattion u. Saupterpebition: Gießen, Gettersweg 88. Sernsprechenschink Str. 388. Montaa. den 21. August 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Sickener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die neue ruffifche Staatsverfaffung. Nach der voraufgegangenen Ankündigung ist am 19 d. Mts. der Entwurf der Verfassung veröffentlicht worden die der Zar dem russischen Volk verliehen hat. Die Ver fassung beschränkt sich eigentlich auf die Einsetzung einer Staatsduma, das ist einer Volksvertretung, der eine be stimmte Machtvollkommenheit gegeben ist. Rechte und Pflichten der Staats- Duma. Aufgabe der Staats- Duma ist es, Gesezentwürfe auszu arbeiten, die ihr vom Reichsrat zugestellt worden sind uni die danach der Genehmigung des Kaisers bedürfen. Die Wahlen zur Duma finden in regelmäßigen Zwischenräumen von fünf zu fünf Jahren statt, doch steht es dem Zaren zu, die Duma auch außer der Reihe aufzulösen und gleichzeitig Neuwahlen anzuberaumen. Ebenso bestimmt der Befeh des Zaren die Dauer der jährlichen Sizungsperioden und der Ferien. Die Beratungen der Duma sind zum Tel Benarberatungen, zum Teil Beratungen in Ausschüssen. Solcher Ausschüsse wählt die Duma selbst mindestens vier, höchstens acht, und jeder Ausschuß zählt mindestens 20 Mitglieder. Hierüber trifft die Duma selbst die erforderlichen Bestimmungen. Beschlüsse der Duma bedürfen, um Gesetzes. fraft zu erlangen, die Anwesenheit eines Drittels aller Mitglieder im Plenum, der Hälfte aller Mitglieder in den Ausschüssen. Rechte und Pflichten der Abgeordneten. Duma einen Gesezentwurf beraten, so geht er an den Reichsrat und wird dann mit den Voten der beiden Körperschaften dem Kaiser unterbreitet. Hat die Duma mit Zweidrittelmehrheit sich gegen einen Entwurf erklärt, so muß er an das betreffende Ressort- Ministerium zu erneuter Bearbeitung zurückgelangen. Stimmt der Reichsrat einem Beschluß der Duma nicht zu, so wird eine Kommission eingesegt, die aus einer gleichen Anzahl Mitglieder der Duma und des Reichsrats besteht. Aufgabe dieser Kommission ist es, eine übereinstimmende Ansicht der beiden Körperschaften zu erzielen. Findet der Kaiser, daß die Beratungen der Duma zu langsam sind, so bestimmt der Reichsrat, bis zu welchem Tage die Duma ihre Beschlüsse formuliert haber. muß. Gibt die Duma dem nicht Folge, so liegt die Entscheidung über den Gegenstand bei dem Reichsrat allein. Die Kosten der Duma werden aus dem Staatsschatz gedeckt. Die Duma wählt ihren Präsidenten und ihren Vizepräsidenten aus ihrer Mitte alljährlich. Wiederwahl ist gestattet. Ueber die Arbeiten der Duma berichtet deren Präsident an den Zaren. Die Geschäftsordnung wird von einer Kommission beraten, die aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der Duma, ihrem Sekretär und den Präsidenten der Ausschüsse besteht. Alle Duma- Mitglieder leisten einen feierlichen Eid nach vorgeschriebener Formel. In allen ihrer Machtvollkommenheiten unterworfenen Fragen genießen sie unumschränkte Meinungs- und Redefreiheit. Tie Duma- Mitglieder können nur durch richterlichen Beschluß ihre Freiheit verlieren und dürfen nicht wegen Schulden verhaftet werden. Die Mitglieder der Duma können durch schriftliche Mitteilung an den Präsidenten ihr Amt niederIegen; ihres Mandats gehen sie verlustig, wenn ihnen die bürgerlichen Rechte aberkannt werden, wenn sie in den aktiven Militärdienst oder in ein besoldetes Staatsamt eintreten und wenn sie mit dem Zensus das aktive Wahlrecht verlieren. Für Amtsvergehen ist das Duma- Mitglied in derselben Weise verantwortlich wie ein Staatsratsmitglied. Die Mitglieder der Duma erhalten außer den jährlich zweimaligen Reisekosten( 5 Sopeken pro Werst) täglid) 10 Rubel Diäten für die Dauer der Session. Minister und Ressortchefs fönnen nicht Mitglieder der Duma sein, dürfen aber ihren Beratungen beiwohnen und Erklärungen abgeben. Zu diesen Erklärungen sind sie verpflichtet, wenn die Duma oder einer ihrer Ausschüsse es für nötig erachtet. Worüber die Duma beraten darf. Das sind die wesentlichsten Bestimmungen des Verfassungs- Entwurfs. An demselben Tage ist ein Reglement für die Wahlen zur Staats- Duma erlassen worden, das manche Abweichungen von Wahlbestimmungen enthält, die sonst irgendwo in der Welt bei politischen Wahlen üblich sind. Zu den Befugnissen der Duma gehören: die Vorlage neuer Gesetze, die Abänderung, Erweiterung, zeitweise Aufhebung oder völlige Abschaffung bestehender Gesetze, Einsegung, Einschränkung oder Abschaffung von Behörden und ihren Budgets, die Budgets von Ministerien und ihrer Ressorts, des Kaiserreichs und aller im Budget nicht vorgesehenen Zahlungsanweisungen, der Bericht der Kontrolle über das Staatsbudget, alle etwaigen Veräußerungen von Staatseigentum, die Staatsgüter, der Bau von Staatsbahnen, die Gründung privilegierter Aktiengesellschaften und endlich alle Fragen, die auf Spezialbefehl des Kaisers der Duma vorgelegt werden. ntwegt? Denn das t var es wirklich Opferwilligkeit meine Spaziergänge mehr und mehr auf mehr Schwäche, Unnatur,- Fahnenes mich immer wieder ins Freie hinaus. niger wird mein Leben, immer friedloser. t?- Hätte ich nicht bei dir stehen müssen Du hattest mich erwählt, mird mir immer gewesen? nfen. und teilnahmslos gegen alles, was in ihrer Nähe vorging. Brust zu schlagen aufhören müßte. Mit geschlossenen Augen Elfe war es, als ob sie erstiden und ihr das Sera in der gefunden. faß sie da. Thr schöner Liebestraum baite ein jähes Ende „ Geehrter Herr! Ein Bufall hat mich gestern abend Chrem eigenen Wunde das erfahren lassen, was Sie Tags darauf erhielt err Langsfeldner folgenden Brief: forgfältig verborgen batten. Ich mache Das Wahl- Reglement. Die Wahlen zur Reichs- Duma finden statt in den Städten Petersburg, Moskau, Baku, Astrachan, Warschau, Wilna, Woronesch, Jekatarinoslaw, Irkutsk, Kasan, Kiew, Kischinew, Kurst, Lodz, Nishninowgorod, Odessa, Orel, Riga, Rostow am Don, Samara, Saratow, Taschkent, Tiflis, Tula, Charkow und Jaroslaw. In Polen, Sibirien, Kaufasien, Turkestan werden die Wahlen auf Grund besonderer Roglements stattfinden. Die Zahl der Duma- Miglieder ist in einer besonderen Tabelle bezüglich ihrer Verteilung auf die Gouvernements, Provinzen und Städte verzeichnet. Die Gesamtzahl beträgt 412, von denen 28 auf die Städ'e entfallen. In den Provinzen und Territorien wird die Provinzial- Wähler- Versammlung zusammengesetzt aus den Grundeigentümern, den städtischen Wählern und den Bevollmächtigten der Amtsbezirke. Das Recht der Duma, neue Geseze zu erlassen und alte Gesetze aufzuheben, ist dahin begrenzt, daß die Grundlagen der Staatsordnung nicht verlegt werden dürfen, wie solche durch die bestehenden Staatsgrundgeseze festgelegt sind. Die Duma ist befugt, von den Ministern und Ressortchefs Ausfünfte über Amtshandlungen zu fordern, von denen die Duma glaubt, daß sie die bestehenden Geseze verlegt haben. Unter- und Oberhaus. Die Frau und das Wahlrecht. Vom Wahlrecht ausgeschlossen sind Frauen und Männer unter 25 Jahren, Hecresangehörige, Nomaden ur fremde Untertanen. Die Frauen dürfen im Auftrage ihrer Gatten ad Söhne wählen? Väter können ihr Wahlrecht an die Söhne abtreten. An den städtischen WähLerversammlungen nehmen die Personen teil, die städtisch Immobilien im Werte von 1500 Rubeln besitzen, sowie die Industriellen der ersten Gilde. In Petersburg und Mofau muß der Wert des städtischen Immobilbesißes 3000 Rubel mindestens betragen. Die Vorlagen, die an die Duma gehen, sind erst in den Ausschüssen und dann im Plenum zu beraten. Darüber, ob die Verhandlungen öffentlich sein sollen, entscheiden im Plenum wie in den Ausschüssen die Präsidenten. Zu den öffentlichen Plenarsizungen der Duma fann deren Präsident je einem Vertreter einer Zeitung Zutritt gewähren. Berichte über die Plenarsizungen werden durch vereidigte Stenographen aufgenommen und können mit Genehmigung des Präsidenten in den Zeitungen veröffentlicht werden. Ein Bericht über die Sizungen, die unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattgefunden haben, ist nicht gestattet, es sei denn, daß der Dumapräsident selbst oder der Minister oder Ressortchef, von dem der Ausschluß der Deffentlichkeit veranlaßt worden ist, die Berichterstattung erlaubt. Hat die Bischof Spies und jemne untergevenen wurden vielmehr auf einer Reise zwischen Kilwa und Liwale erschlagen. Der Bischof soll durch das Bezirksamt Kilwa zurückgerufen und mehrmals vor der Reise gewarnt worden sein. Er hatte cber erklärt, auf eigene Verantwortung reisen zu wollen. Sein Vertrauen in die Bevölkerung ist ihm zum Verderben geworden. Er wirfte schon seit einem Jahrzehnt in den Kolonien und wurde bei seiner letzten Anwesenheit in Deutschland vom Kaiser empfangen. Die Namen der übri gen Getöteten sind: Bruder Gabriel Sonntag, Bruder Andreas Scholzen, Schwester Felicitas Hiltner und Schwester Kordula Ebert. Welche Bedeutung die Duma nach ihrem Wahl- Reglement haben kann, wird man erst zu beurteilen vermöge menn man die Tragweite der einzelnen Bestimmungen des Wahlrechts genau zu übersehen vermag. Die Reichs- Dum foll nur eine beratende Stimine haben, sie soll an dem selbstherrscherlichen Charakter der russischen Regierungsform nichts ändern. Die Wahlen zur ersten Reichs- Duma sollen mit größter Beschleunigung vorbereitet werden, so daß die Duma sich spätestens Mitte Januar 1906 zum erstenma: bersammeln kann. Bemerkenswert ist, daß der Zar sich h sondere Maßnahmen vorbehält, um die Teilnahme der Abgeordneten des Großfürstentums Finnland an den Arbeiten der Reichs- Duma zu regeln. Die Katastrophe in Deutfch- Oftafrika. ( Eig. Bericht.) Berlin, 20. August. Die in Frage kommenden Bezirke Donda und Liwale, in denen sich das blutige Drama abspielte, unterstehen den Bezirksamte Kilwa, das nach der legten Zählung im Jahre 1902 eine Einwohnerzahl von 91 000 Seelen umfaßte. Der schwache Bevölkerungsstand erklärt sich aus den lange Jahre fortgesetten Raubzügen der Wangoni oder Mafiti, durch welche der eingeborene Stamm der Wagindo dezimiert wurde. Die Wagindo beschäftigen sich hauptsächlich mit der Gummigewinnung. Die Entfernung von dem Hauptorte Kilwa bis zum Aufstandsgebiet beträgt sieben Tagemärsche. In den Matumbibergen, wo der Aufstand zunächst ausbrach. cperiert Major Johannes mit zwei Kolonnen gegen die Aufständischen, doch scheint hier keine besondere Gefahr vor handen zu sein, obwohl im Kampfe nach unbestätigten Ge rüchten eine Anzahl sudanesischer Soldaten und zwei deutsche Offiziere gefallen sein sollen. Mehrere gefangene Rädelsführer der Rebellen sind gehängt worden. In dem Gebiet der neuen Insurrektion bei Kilwa stehen augenblicklich nur wenige Truppenkräfte zur Verfügung. Gelingt es mit den an Land zu setzenden Mannschaften des ..Bussard" nicht, der Bewegung Herr zu werden und die Schuldigen zu bestrafen, so wird die Einschiffung eines Seebataillons nach Ostafrika nicht zu vermeiden sein. Dieses fönnte allerdings erst nach langen Wochen eintreffen. Jedenfalls muß dem sich entwickelnden Unheil möglichst bald Halt geboten werden, ehe sich ein allgemeiner Brand entwickeln kann. * Politifche Rundschau. Deutsches Reich. Eine Bekanntmachung des Bundesrats trifft Borkeyrungen zum Schutz der Arbeiter gegen Bleivergiftung. Für alle Arbeiter im Maler-, Anstreicher-, Tüncher-, Weißbinder- und Ladiergewerbe werden besondere Maßnahmen angeordnet, um die gefährlichen Folgen der Vergiftung mir Bleiweiß fernzuhalten. Besonders ist die Einnahme von Speisen und Getränken und das Rauchen von Zigarren und Zigaretten während der Arbeit verboten, und es sind bei der Arbeit entsprechende Kleidungsstücke zu benuten. Arbeiter, die trotz Warnung den erlassenen Vorschriften zuwider handeln, können ohne Kündigung entlassen werden. Beigegeben sind der Bekanntmachung längere Ausführungen über die Art eines wirksamen Schußes vor Bleivergiftungen und die Folgen der Vergiftung. Die Ermordung des Bischofs Spies und der vier im Missionsdienste tätigen katholischen Ordenspersonen in Teutsch- Ostafrika bedeutet eine schmerzliche Enttäuschung für alle diejenigen, die nach den kürzlich erfolgten Be schwichtigungsmeldungen die Unruhen im Süden der Kolonie für unwesentliche hielten. Der Aufstand in Deutsch)= Südwest afrika ist trotz aller Anstrengungen unserer braven Truppen noch nicht niedergeworfen, und es ist gar nicht abzusehen, wann endlich die Einkehr geordneter Zu stände erwartet werden darf. Die Widerstandskraft der Herero und der übrigen in der Rebellion befindlichen Hotten totten ist durchaus nicht gebrochen, wie das neuerliche Auf tauchen Hendrik Witbois in dem bereits als gesäubert an gesehenen Gebiet beweist. Nun kommt aus Ostafrika, dem vielleicht schönsten und besten Teil unseres Koloniebesizes. die Trauerkunde von der Abschlachtung der Missionäre. Das bedeutet eine überaus ernsthafte Verschlimmerung der Lage und erfordert energische Maßregeln. Der Gouver neur Graf Gößen hat die sofortige Ver stärkung seiner Machtmittel beantragt Jedoch sollen vorläufig Neuformationen nicht beabsichtig! sein, dagegen haben die in der Nähe von Ostafrika in See befindlichen Kriegsfahrzeuge Befehl erhalten, nach dem Aufruhrgebiet zu gehen. Der kleine Kreuzer Bussard" ist be reits von Dar- es- Salam nach Lindi abgegangen. Der Ueberfall und die Ermordung der Missionäre ereignete sic nämlich nicht etwa in den Matumbibergen, aus denen vor einigen Wochen die ersten Zeichen der Erregung gemeldet wurden. Vielmehr soll in diesem Gebiet nach der Verhaf tung einiger Rädelsführer Beruhigung eingetreten sein. k In der Absicht der preußischen Staatsregierung soll es licgen, dem Handwerk Siz und Stimme im Herrenhause zu gewähren. Man führt als Grund für diese neue Einrichtung an, daß durch das Handelskammergesetz der Handel im Herrenhause entsprechend vertreten ist und daß nunmehr das Handwerk die gleiche Berücksichtigung erfahren soll. Die Regierung hat allerdings bisher noch nichts von dem angeblichen Plane verlauten lassen, so daß die Bestätigung abgewartet werden muß. Russland. ** Ganz Rußland steht unter dem Eindrucke des neuesten Ereignisses. Die Folgen des Verfassungs- Manifestes machen sich schon jetzt geltend. In Moskau erklärte der Generalgouverneur den Vertretern der Semstwo, er könne von jetzt ab keinerlei private Konferenzen des SemstwoKongresses gestatten, da die Frage der Staatsreform gelöst sei. Ein kaiserlicher Erlaß ordnet eine unter dem Vorjiy des Grafen Solski abzuhaltende Konferenz zur Beratung der Wahlen für die Reichsduma in Polen, im Ural- und Turgaigebiet, in Sibirien, Turfestan, im Kaukasus und ini Steppengebiet sowie die Ordnung und Durchsicht des Butgets der Ministerien und der Staatsbudgets an.- Dcr finnländische Senat ist um Einberufung eines außerordentlichen Landtags vorstellig geworden. Türkei. ** Der Aufstand in Yemen scheint sich seinem Ende zu nähern. Marschall Schakir Pascha rieb ungefähr dreitausend Aufständische auf und nahm das Fort und die Festung Beitel- Djahili ein. Infolge der Niederlage baten die Einwohner von ca. 20 Dörfern um Gnade. Afien. ** Gegen den Boykoti der amerikanischen Waren in China richtet sich ein Erlaß des Vizekönigs in Shanghai. Eine chinesische Zeitung in Tientsin ist verboten worden, weil sie in besonderer Weise für den Boykott eintrat Ffrika. ** Die in letzter Zeit mehrfach verbreiteten Nachrichten über eine fremdenfeindliche Bewegung in Marokko werden von unterrichteter Seite in Tanger als durchaus unzutreffend bezeichnet. Der Sultan und der Maghzen sind teformfreundlich und vernünftigen Vorschlägen sehr zugänglich. Die finanzielle, verwaltungsmäßige Grundlage für die Reform sollen die Seezölle bilden, die durch europäische Beamte des Sultans zu verwalten wären; aus diesen Zöllen wäre die Tilgung der französischen Anleihe und die Kosten der Militärreform aufzubringen.- Die Unsicherheit in der Umgebung von Tanger ist noch immer ziemlich groß. Zwei französische Touristen wurden in der Nähe der Stadt von Banditen überfallen getötet und ausgeraubt. Ferner geht das Gerücht, infolge der Schwierigkeiten, für die Ermordung des englischen Vizekonsuls in Mazaghan Sühne zu berlangen, habe der englische Gesandte um Entsendung von zwei Kreuzern nach Tanger ersucht. Heer und flotte. Flottenmanöver. Der Kaiser wird nach den bisher getroffenen Bestimmungen an den im September d. J. stattfindenen Flottenmanövern nicht teilnehmen. Am 23. September soll der auf der kaiserlichen Werft in Danzig im Bau befindliche Kreuzer„ Ersatz Alexandria" vom Stapel laufen. Eine nene kaiserliche Jacht. Aus Marinekreisen stammt die Nachricht, daß für die jetzige Kaijerjacht.Hohenzollern" ein Ersagschiff gebaut werden soll. Es soll größer sein als die„ Hohenzollern" und weniger umfangreiche Deckbauten erhalten. Mehrere Modelle sind dem Kaiser bereits vor gelegt. Da die jezige Kaiserjacht 1892 als Aviso gebaut nurde, die aktive Dienstzeit der Avisoklasse aber 15 Jahre beträgt, würde die„ Hohenzollern" 1907 ausrangiert und dann dem Vernehmen nach als Lazarettschiff verwandt nerden. Soziales Leben. Beendeter Streit. Die Differenzen im Baugewerbe zu München sind durch Vereinbarung eines neuen Lohntarifes vor dem Gewerbegericht beendigt worden. Die Arbeiter erhalten Durchschnitts- und Mindestlöhne, welche am 1. April 1906 und 1907 erhöht werden sollen. Der bereits zwei Monate dauernde Streif ist damit beendet. Unterbrechung der friedenskonferenz. ( Von unserem Mitarbeiter.) = In Portsmouth können die javanischen und russischer Delegierten sich eine Pause gönnen. Die vorläufige Be ratung der japanischen Forderungen ist beendet und am Dienstag, 22. August, soil erst die letzte und entscheidendi Sigung stattfinden. Möglich auch, daß die Entscheidung noch länger hinausgeschoben wird. Eine Einigung über all Artikel ist nicht gelungen, konnte auch wohl schwerlich er zielt werden, da selbstverständlich von beiden Seiten di Zustimmung der heimischen Regierung nachgeholt werder muß. In Rußland hofft man, wahrscheinlich aber ver gebens, daß die Großmächte eine Pression auf Japan aus. üben, um es in seinen Ansprüchen bescheidener zu machen, Die Japaner selbst halten ihre Forderungen nicht für über trieben, behaupten vielmehr, sie seien zu Konzessionen be reit, die der Welt vielleicht gering, dem siegreichen japani schen Volke aber groß erschienen. Troydem werde mar weitere Zugeständnisse machen, wenn auch die Russen Ent gegenkommen befundeten. Eine neue Zuversicht für da Zustandekommen des Friedens schöpft man aus der zuver sichtlichen Haltung der Finanzleute in Torie. Die Ban fiers sind geneigt, die normalen Beziehungen zu ihren Kunden wieder aufzunehmen. Der Fondsmarkt steigt beständig Auch Präsident Roosevelt will anscheinend weiter zur Ver ständigung beitragen, da er den russischen Bevollmächtigter Baron Rosen ersucht hat, baldigit nach Oysterbay zu kom men, da er ihm vertrauliche Mitteilungen zu machen habe So muß man also zunächst bis Dienstag warten. Witte und Somura sind offenbar am Ende ihrer Vollmachten an gelangt und haben neue Instruktionen erbeten. Die japa nischen Friedensdelegierten sandten dem Vernehmen nad eine lange Teneiche nach Tofio, in der sie anraten, den Russen einige Zugeständnisse zu machen. Bis Dienstag wird man sich hier und dort entscheiden, in der zusammentretenden Sigung werden zunächst die Protokolle der bisherigen Verhandlungen verlesen und dann entweder weiter beraten auf Grund der eingelaufenen Anweisungen oder- die Konferenz abgebrochen. Die Fortsetzung des Krieges durch diesen scimmsten Ausgang zieht man in Portsmouth nicht in t auch in den europäischen Diplomatenfreisen neigt er Ansicht zu, daß der Frieden zustande fommt. Wer wollte diese Hoffnung nicht freudig teilen? Nah und fern. † Bom Spremberger Eisenbahnunglück. Die Staatsan waltschaft hat neuerdings gegen sechs Angestellte der Sta tion Spremberg und gegen mehrere Streckenwärter ein Gr mittelungsverfahren eingeleitet. Die Untersuchung geht au fahrlässige Tötung durch Außerachtlassung der Berufspflich.. Es handelt sich um die Frage, ob die Beamten die Signale nicht gegeben resp. nicht beachtet haben. Auch von seiten des preußischen Eisenbahnministers ist gegen das gesamte Eisenbahnpersonal, das an dem Unglückstage auf der Strecke tätig war, eine Untersuchung angeordnet. † Verhängnisvolle Schießaffäre. In Gladbeck gerieter eine Anzahl Arbeiter in eine schwere Schlägerei, bei der schließlich der Revolver eine Rolle spielte. Es kam zu eine: allgemeinen Schießerei, bei dem nicht nur der Haupträdels führer lebensgefährlich verlegt, sondern auch ein Gendar arschossen wurde. Eine ganze Anzahl der Beteiligten wur verhaftet. † Das Ende eines Liebesdramas. In Ilversgehol bei Erfurt erschoß ein Kutscher die Frau eines Lehrers a. der Umgegend von Verlin und nahm sich dann selber da Leben. Es handelt sich um den Abschluß einer Liebes geschichte. † Schredenstat eines Familienvaters. Ein Modell tischler in Berlin, der während des letzten Tischler- Ausstand: jeine Stellung verloren hatte und wegen seines erzentrischen Wesens keine Arbeit finden konnte, nahm sich die Sorge um seine Eristenz derartig zu Herzen, das sich bei ihm all mählich eine geistige Stöcima berausbildete. In diesen: Zustande gab er auf seine Frau und sein dreijähriges Söhn chen mehrere Schüsse aus einem Revolver ab und jagte sich dann selber eine Kugel in den Mund, die den sofortigen Tod herbeiführte. Die Frau ist leicht, der kleine Sohn schwerer verletzt. † Selbstmord eines Anarchisten. In Bozen wurde ein gewisser Aloys Joris verhaftet, der ein Quantum Dynamit und zwei Revolver bei sich trug und von dem man annimmt. daß er ein Attentat auf den Kaiser von Oesterreich plante. Joris erhängte sich im Gefängnis. † Unwetter- Schader in Vaden. Das Unwetter, das vor furzem in Süddeutschland so verheerend gehaust hat, steilt sich in seinen Folgen als immer böser heraus. Namentlich in Baden ist der durch Sturm und Hagel angerichtete Scha den weit größer, als man anfänglich angenommen hatte. Im Markgräfler Lande sind die Rebstöcke derart zerschlagen, daß die Ernte von zwei weiteren Jahrgängen fraglich ist; man schätzt diesen Schaden allein auf 1,5 Millionen Mart. In der badischen Pfalz stehen auf den Tabakfeldern nur noc die Strünke der Pflanzen, deren Blätter so zerfetzt sind, dar sich die Ernte nicht lohnt. † Unerbetene Vermittlerin. In Wien geriet ein Mark: helfer in der Trunkenheit mit seiner Frau in Streit. Eine in der Wohnung anwesende zwanzigjährige Verkäuferin wollte zwischen den zankenden Eheleuten vermitteln. Tadurch geriet der Mann in eine so maßlose Aufregung, daß er aus einem Revolver einen Schuß auf das Mädchen abgas, und es schwer verlette. Im Schreck über seine Tat schoß er dann zweimal auf sich selber und brachte sich ebenfalls schwere Verwundungen bei. † Höllenmaschinenanschläge auf amerikanische Bankiers. Mehrere große Banfiersfirmen in Newyork erhielten in den Icyten Tagen Sendungen mit der Post, die ihres verdäch tigen Aussehens halber vorsichtig geöffnet wurden. Wie sich herausstellte, ist dadurch großes Unheil verhütet. Eine Sen. dung an Kuhn, Loeb u. Co. enthielt eine Höllenmaschine mit zwei icharien Patronen und eine Anzahl Körner bed)- gradines Schießpulver. Eine ganz ähnliche Höllenmaschine et die befannte Metallfirma Guggenheim. Bei der Unterindung erfolgte eine leichte Explosion. † Im Manöverquartier erstochen. Auf einem Gute im Kreise Schubin gerieten Husaren vom 2. Leibregiment, die dort in Quartier lagen, in Streit. Als einer der Husaren von einem Kameraden einen Schlag ins Gesicht erhielt, ergriff er seine Lanze und durchbohrte den Gegner, so daß dessen Tod auf der Stelle eintrat. † Verdorbene Wurst. In der Berliner Zentralmarkthalle wurden bei einem Händler 257 Kilo und bei einem anderen 650 Kilo Salamiwurst beschlagnahmt und, weil sie verdorben war, vernichtet. Beide Lieferanten haben sich noch wegen Vergehens gegen das Gesetz zu verantworten. † Attentat auf einen Eisenbahnzug. Auf der Strecke Schoppiniz- Myslowitz wurde von verbrecherischer Hand versucht, die Eisenbahnbrücke in die Luft zu sprengen. Gerade als ein Zug die Stelle passierte, war im Mauerwerk eines Pfeilers eine Dynamitpatrone entzündet. Zum Glück war die Patrone nicht tief genug in das Mauerwerk eingebohrt, so daß die Sprengladung nicht zu voller Wirkung gelangte. † Eine große Unterschlagung. In einer Molkerei in der Nähe von Wolffenbüttel wurde eine erhebliche Unterschlagung aufgedeckt. Es handelt sich um eine Summe von 10 000 Mark in achtzig Fällen. † Ein Bischof verunglückt. Der Bischof von Malaga in Spanien nahm in einem Hotel in Gent Wohnung. Durch eigene unvorsichtigkeit des Bischofs konnte Gas in dem Schlafzimmer ausströmen, und am nächsten Morgen fand man ihn tot liegen. † Wer ist der Schwindler? In Paris wird die Gesellschaft wieder durch eine großartige Schwindelaffäre in Atem gehalten. Ein angeblicher russischer Fürst Gedroit verklagte eine nicht minder abenteuerliche russische Gräfin Horn, die, um nicht ausgewiesen zu werden, ihren Diener geheiratet hat und seitdem Frau Gros heißt, weil sie ihm statt angeblicher Wertpapiere im Betrage von 360 000 Francs, für die er 28 000 Francs bezahlt haben will, ein Bafet alte Zeitungen gegeben habe. Der Graf will nach Paris gekommen sein, um für die russische Regierung den Ankauf von Schiffen und Torpedos von Venezuela zu vermitteln. Dazu habe ihm die Gräfin ihren Einfluß geliehen, um ihn zu be trügen. Die Gräfin dagegen behauptet, der Graf sei der Schwindler, und wenn die russische Regierung ihr das Geschäft übertragen hätte, so wäre es längst zur Perfektion ockommen. - Der Walfifch als Milchkub. Eine Hundstagsgeschichte aus Amerika. Im Hochsommer kommen die abenteuerlichsten Geschic ten zur Geltung. Jetzt tischen amerikanische Blätter, bei denen sich gerade feine Seeschlange zur rechten Zeit eingeſtelit hat, ihren Lesern mit scheinbar tiefem Ernst den Vorschlag auf, den Riesen des Meeres den Walfisch, zu zähmen und ihn so für häusliche Zwecke nußbar zu machen. Ein betriebsamer Amerikaner, der auf den seltenen Namen Müller hört, soll, wie da versichert wird, den Versuch; gemacht haben, den Walfisch als Milchtier zu verwenden, und dieser Versuch soll in überraschender Weise geglückt sem. Ein ausgewachsenes Walfischweibchen in der Blüte der Jahre," sagt Müller, gibt täglich 5 bis 7 Faß Milch. E ist eine dicke, rahmreiche Milch von ganz besonders feinem Geschmack; sie enthält wertvolle Fettbestandteile und ncc; wertvollere Albuminoiden." Der Walfisch ist aber nicht nur ein gutes Milchtier, sondern auch ein kostbares Fleischtier, dessen Fleisch dem besten Ochsenfleisch Konkurrenz machen könnte. Müller will aus diesem Fleisch Konserven machen ind schon in nächster Zeit seine Büchsen mit Walfischfle, ch auf den Markt werfen. Daß der Walfisch auch sonst noch Verwertung in Fülle bietet, ist bekannt. Da sind z. B. die Därme; Biolinsaiten kann man daraus allerdings nicht machen, nicht einmal Cello- oder Kontrabaßsaiten, aber 3: 1 Leder kann man sie verarbeiten. Es ist ein außerordentlich feines und zugleich festes Leder länger hält als irgend ein anderes, und Müller sieht die Zeit gekommen, wo die Transmissionsriemen- ustrie sich Lederriemen von 90 Meter Länge und 1 Meter Breite wird verschaffen können. Was die Knochen des Walfisches betrifft, so werden sie zu Mehl zerrieben und als Kunstdünger verwertet; aus den Knorpeln macht man Leim. Müllers höchster Triumph aber ist psychologischer Natur: der große Mann hat den Walfrich, für das Menschengeschlecht erobert und gezähmt, genau so, wie man aus wilden Pferden und unden zahme Pferde und Hunde gemacht hat. Es gehört natürlich eine Engelsgeduld dazu, aber der Walfisch ist se intelligent, wie ein Seehund. Zuerst mußte man mit dem niedlichen Tiere Fühlung gewinnen. Müller entdeckte eine kleine Bucht, die durch einen Kanal von etwa 15 Meter Breite mit dem Meere in Verbindung steht; diesen Kanal ließ er durch große gußeiserne Tore absperren, und als eines Tages eine Schar junger Walfische auf dem Meere spielte, ließ er sie von Schiffen unisingeln und zehn Weibchen in die kleine Bucht treiben, worauf die Tore geschlossen wurden. Nach vielen Versuden entdeckte man, daß die Walfische eine besondere Vorliebe für eine gewisse Algenart hatten, und da diese Algen auf den Felsen jener Gegend wachsen, konnte die Fütterung der Tiere regelmäßig von statten gehen. Müller fütterte die Wale zweimal täglich, immer an derselben Stelle. Nach einem Monat kannten sie die Stunde und den Ort der Fütterung und famen immer zur richtigen Zeit an. Das war der Beginn der persönlichen Beziehungen. Nach vier Wochen, und jeder Walfisch hatte einen Namen, den er genau fannte; Müller konnte jezt jeden einzelnen seiner Walfische zu sich heranrufen. Nun begann der zweite Teil der großen Aufgabe: die Walfische sollten sich melken lassen. In der Prsten Zeit betrieb man das Melfen mit einem besonderen Apparat, einer Art Saug- und Druckpumpe; diese gesie! aber den Tieren so wenig, daß sie mit einigen Schwanzschlägen die ganze Maschine in die Luft sprengten. Müller brachte heraus, daß die alte Melkmethode immer noch die beste sei. Die Walfische wurden jeden Tag auf eine schiefe Ebene am Meeresstrande getrieben und dort gemolfen. Biffer aber ist gefunten das Umgelebrte der diefe Beobachtungen b Frauen dazu beftimmt der industriellen Welt = Gin wertvoller unter alten Familienp auf das Eigentum vo der Stadt Newyork b von einem Walijer n 1772 nad Newport durch eine von Stoni laffen wurde. Dieje Finanzleute haben Eigentumsrechte geb Recht felber ausnu - Neues Landi Bereinigten Staaten bare Landftreden ful Territorien find dara durch Verkauf ftaatlid bereits 20 Millionen bon 200 Ingenieuren i gründet. Nady dem Ur Sings vier Fünftel de aus Mangel an Waffer ein erheblider Zeil vie fonnte. 15-20 Broz eingenommen, deren friedlichen Eroberung nur 2-3 Proz., die fönnten, aber selbst da reich und ertragsfäh Bevölkerung zu ernä einigten Staaten. nehmungen im Wer bom höchsten der gro gespeist wird, im St ift im vorigen Jahr und bezweckt eine A durch ein See von 4 Flädje bon 80 000 Jetzt hat Müller einen Stall von 60 Walfischweibchen; das tägliche Melken dieser Herde besorgen 60 Männer. Vor furzem hat der merkwürdige Walmann seine Tiere auf Aktien gesetzt und eine Gesellschaft gegründet; wenn ge= wisse Versuche über die Butter- und Käsebereitung aus Walfischmilch beendet sein werden, soll die ganze Walfischherde in eine größere Bucht an der Küste von Maine getrieben werden. Dort will man dann eine Walkutterfabrik auf Afiien errichten. Inzwischen beobachtet Müller seine Walfische mit wissenschaftlichem Ernste immer gründlich. hat wiederholt einzelne Tiere aus der Bucht herausgelassen und konnte mit Befriedigung fonstatieren, daß sie von selbst zurückkehrten; das ruhige Familienleben gefällt ihnen jezt offenbar besser, als die ungebundene Freiheit. Zwei Walfischdamen, die allein hinausgezogen waren, kehrten zu Müllers Verwunderung und Freude mit zwei männlichen Walfischen zurück. Er Hoffentlich bleiben die ebenso interessanten wie ergiebigen Walfische auch nach der Beendigung der Hundstagszeit ihrem Herrn und Meister ergeben und erweisen sich nicht etwa als Enten aus der hochsommerlichen Brutanstalt. Hus der Gerichtsfaal. § Der Koburger Ehescheidungs- Prozeß. In dem Chescheidungs- Prozeß des Prinzen Philipp von Sachsen- Koburg gegen seine Gemahlin, Prinzessin Luise, findet Termin am 16. Oftober vor dem Landgericht in Gotha ſtatt = Vermischtes. Helgolands Schutz. Die zum Schuße gegen Abbröckelungen an der Insel Helgoland vom Marineamt aufgeführten Schußbauten sind jetzt an der nördlichen Seite vollendet. Zuerst wurden drei Schutzmauern von 63, 60 und 24 Meter Länge errichtet. Jetzt ist die vierte, im März d. I. begonnene Schußmauer fertig geworden; sie erstreckt sich nördlich vom Lummenfelsen, ist 85 Meter lang und am Grunde 7,50 Meter, an der Krone 2 Meter breit. Man ist nun noch damit beschäftigt, einzelne weit ausgewaschene Höhlungen im Felsen mit festem Gestein zu plombieren. = Hungersnot in Spanien. Immer schrecklichere Folgen zeitigt die in der spanischen Provinz Andalusien ausgebrochene Hungersnot. Das sonst so fruchtbare Land entbehrt seit dem Mai des Regens, und so sind die Sommerund Herbsternten ganz zugrunde gegangen. Die Lage der Bevölkerung ist verzweifelt. Die Kinder leben von Tannenzapfen und den Früchten wilder Kakteen, die Eltern erwarten den Tod in ihren elenden Hütten, n denen sich kein Krümchen Nahrung findet und seit Wochen kein Herdfeuer gebrannt hat. Die Erregung über diese Zustände ist im Wachsen. Mit Diebstählen und Plünderungen sing es an, und schon ist es zu offenen Revolten gekommen. = Sonderbare Geseze in Amerika. In einzelnen Bundes staaten der nordamerikanischen Union haben die legislativen Versammlungen Gesetze mit absonderlichem Inhalt erlassen. So gibt es in Indiana ein gegen das Rauchen von Zigg retten bestimmtes Gesetz, das auch den schon mit Strafe bedroht, der Zigarettenpapier oder Tabak bei sich trägt. In Nebraska ist für die Affen, die von Drehorgelmännern gehalten werden, ein achtstündiger Maximalarbeitstag gesetzlich dekretiert worden. In Illinois werden Mütter, die ihre Kinder vernachlässigen oder sie Mietlingen überlassen, während sie selber zerstreuungen nachgehen, von Staats wegen hart bestraft. In Missouri sieht jedes weibliche Wesen harter Strafe entgegen, das Federn von Singvögeln auf dem Hute trägt, und ebenso jeder Ladenbesitzer, der solche Ware verkauft. In Wisconsin will man jedem Manne, der 30 Jahre zählt und nicht bemeibt ist, eine tüchtige Ertrastener auflegen, es sei denn, er könne den Nachweis erbringen, das er binnen einem Jahre wenigstens einen Heiratsantrag ge stellt und einen Korb bekommen habe. = Tollwnt durch Mäusebiß. Ein französischer Gelehrter hat in Konstantinopel die Beobachtung machen können, daß ein von einer Maus in den Finger gebissenes Mädchen sechs Monate später an Tollwut starb. Da es ausgeschlossen ist, daß das Mädchen mit einem tollwütigen Hunde oder von der Wut befallenen Kaze in Berührung gekommen war, so kann nur der Mäusebiß die tödliche Krankheit verursach haben. Auch der lange Zeitraum bis zum Erscheinen der Krankheit und deren langwieriger Verlauf deuteten auf die Einimpfung einer nur sehr kleinen Menge von Gift, wie sie eben durch den Biß eines Mäusezahns geschehen sein fonnte. - Die Ueberlegenheit des weiblichen Geschlechts. In der Jahressitung der internationalen Gesellschaft der Fabrik inspektion in Detroit in Amerika wurde an der Hand der Statistik festgestellt, daß in zehn Jahren die Zahl der in bezahlten industriellen Stellen befindlichen Frauen von nicht ganz 4 Millionen auf fast 5½ Millionen angewachsen sei. Auch hat sich nach den gemachten Beobachtungen der Geburtensatz des weiblichen Geschlechtes erhöht, die Ste: be Die Biome läßt der Deutsche Ruhe. Sie meint, da heimsche Spende von allen" Seiten Um den Fall denn and fchiedene Schreiben a Universität: Reftorat der Ludwigs Univerfilat Jn Nr. 60 der findet sich eine falsche Da rat Heichelheim an der ficht auf den gleichzeitig b Beteiligung eine Zurüd von mir verlangt. 1. Die Gießener St eine finanzielle Unterstü Kommerzienrat Heidelbein willigen Beitrag zu bem 2. Die Herren S finanzielle Unterfügung Bismardturm ware a Herrn Heichelheim aus bon Dozenten der Land 3. Der felige Bism drehen", wenn er den fönnte, denn die Bebe Denkmal der Gießener freiwilligen Beitrag b feiner Weise herabgewü Ich ersuche Sie a diefer Mitteilung in die wollen und bitte um Zu Wir haben diei den Absender Rau wacht" in einem Nad gefez gemäß wären Auch fönnen wir, be nicht umbin, zu bezwe was der felige Bism Das Rettorat 6 Deutite Bollewacy Der Rebaft teile ich den Empi mit Dant mit. Die Belehrun weik was der deplaciert, da fich Worte der Volte weiß es jetzt jet jene Bemerkung Dann bring Artikel, der u. a. . In man sich irgend e feit langer Zeit ga etwas besonderes lo Herr Heichelheim d dafür gesorgt, daß finde. Wie sehr m bei der Polemik, bi 8. Auguft gegen die gang treuberzig befen jum Bismardturm ga Die größten Gießener Neue noch ein ganz spezi Durch die sprachliche das deutsch nationale offenbart. Ec lautet: brochen: ble Steigerung Die Gießener tannt. D. Reb.) tonne Anftreichers nicht schlafe zahmie Berde und eine Engelsgeduld , wie ein Seehund. Tiere Fühlung ge icht, die durch einen m Meere in Verbin oße gubeijerne Lore Schar junger Wale von Schiffen umine Bucht treiben, adh vielen Versuden fendere Vorliebe für Diese Algen auf den die Fütterung der Müller fütterte die elben Stelle. Nady und den Ort der igen Zeit an. Das hungen. Nach vier tamen, den er genau men seiner Walfijche ite Teil der großen en lassen. In der einem besonderen impe; diese geste einigen Schwanzprengten. Müller e immer noch die ag auf eine schiefe dort gemolken. 0 Walfischweibchen, 160 Männer. Vor n seine Tiere auf gründet; wenn ge ebereitung aus Wal ganze Walfischherde Con Maine getrieben Walfutterfabrik auf t Müller seine Walimer gründlich. Er Bucht herausgelassen en, daß sie von selbi en gefällt ihnen jest Freiheit. Zwei Wal waren, fehrten zu nit zwei männlichen reffanten wie ergieg der Hundstagszeit erweisen sich nicht ichen Brutanstalt. faal. ze. In dem Thevon Sachsen- Koburg e, findet Termin am tha statt uge gegen Abbröde arineamt aufgeführ chen Seite vollendet. 53, 60 und 24 Meter im März d. J. besie erstreckt sich nördang und am Grunde it. Man ist nun noch ewaschene Höhlungen ieren. -schrecklichere Folgen Andalusien ausge ruchtbare Land ento sind die Sommergen. Die Lage der rleben von Tannen, die Eltern erwarten en sich fein Krümchen Herdfeuer gebrannt inde ist im Wadjen. ng es an, und schon ist In einzelnen Bundes haben die legislativen chem Inhalt erlassen. Frauchen von Big en schon mit Girafe baf bei fid trägt. 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Ein Viehzüchter in Teras hat unter alten Familienpapieren Dokumente gefunden, die sich; auf das Eigentum von 64 Hektar Boden im Mittelpunkt der Stadt Newyork beziehen. Der glückliche Finder stamnit von einem Waliser namens Hartsfelder ab, der im Jahre 1772 nach Newyork kam und dort Besiz erwarb, der ihm durch eine von König Georg III. bestätigte Urkunde überTassen wurde. Diese Urkunde ist niemals entfräftet worden. Finanzleute haben schon 20 Millionen Dollars für die Eigentumsrechte geboten, indessen der Texaner will sein Recht selber ausnuten. = Neues Land in Amerika. Im nördlichen Teile der Vereinigten Staaten werden jetzt weite, bislang unbenußbare Landstrecken kultiviert. Dreizehn Staaten und drei Territorien sind daran beteiligt. Die Geldmittel sollten durch Verkauf staatlicher Ländereien beschafft werden, die bereits 20 millionen Dollar ergeben haben. Ein Trupp von 200 Ingenieuren ist zur Ausführung der Arbeiten gegründet. Nach dem Urteil des Leiters Newell werden allerdings vier Fünftel des Westens der Vereinigten Staaten aus Mangel an Wasser niemals acerbaufähig sein, obgleich ein erheblicher Teil vielleicht als Weideland benutzt werden fönnte. 15-20 Proz. des Gebiets werden von Wäldern eingenommen, deren Vorhandensein für die Pioniere jener friedlichen Eroberung äußerst wichtig ist. Es bleiben also nur 2-3 Proz., die für den Ackerbau erschlossen werden könnten, aber selbst dann würde das Neuland noch umfangreich und ertragsfähig genug sein, um eine ebenso große Bevölkerung zu ernähren, wie jetzt die Osthälfte der Vereinigten Staaten. Bisher sind zwei ausgedehnte Unternehmungen im Werk; ein Kanal vom Fluẞ Truckee, der vom höchsten der großen amerikanischen Seen, dem Tahoesee, gespeist wird, in Staat Newada. Das zweite große Werk ist im vorigen Jahr im Staat Arizona begonnen worden und bezweckt eine Absperrung des großen Salzflusses, wodurch ein See von 40 Kilometer Länge gebildet und eine Fläche von 80 000 Hektar bewässert werden soll. Die Bismarcksäule auf der Hardt läßt der Deutschen Volswacht" noch immer teine Ruhe. Sie meint, daß sie mit ihrer Notiz über die Heichelheimsche Spende in ein Wespennest gegriffen hat, da ihr von allen" Seiten Zuschriften pro und contra zugehen. Um den Fall denn auch genügend zu belegen, druckt sie verschiedene Schreiben ab. Den Vortritt gestattet sie der Universität: " Rektorat der Ludwigs Universität. Gießen, 12. August 1905. In Nr. 60 der Deutschen Volkswacht" vom 5. August d. J. findet sich eine falsche Darstellung der Art, wie sich Herr Kommerzienrat Heichelheim an der Bismardsäule beteiligt hat, die mit Rüdficht auf den gleichzeitig vorgenommenen groben Ausfall gegen seine Beteiligung eine Zurückweisung und Aufklärung des Sachverhalts von mir verlangt. 1. Die Gießener Studentenschaft ist nicht zu den Juden um eine finanzielle Unterstützung betteln gegangen", sondern Herr Kommerzienrat Heichelheim hat mir aus freiem Antriebe einen freiwilligen Beitrag zu dem Bismarckturm übergeben. 2. Die Herren Studenten waren diesmal nicht auf die finanzielle Unterstüßung nichtstudentischer Kreise angewiesen"; der Bismarckturm wäre auch ohne den freiwilligen Beitrag des Herrn Heichelheim aus eigenen Beiträgen der Studentenschaft und von Dozenten der Landes- Universität errichtet worden. 3. Der selige Bismarck würde sich dreimal im Grabe herumdrehen", wenn er den groben Ausfall in Ihrem Blatte noch hören fönnte, denn die Bedeutung des Bismarckturmes als nationales Denkmal der Gießener Studentenschaft wird durch den generösen freiwilligen Beitrag des Herrn Kommerzienrats Heichelheim in feiner Weise herabgewürdigt. Ich ersuche Sie auf Grund des Preßgefeßes, die Aufnahme dieser Mitteilung in die Deutsche Volkswacht" gefl. veranlassen zu wollen und bitte um Zusendung eines Beleges. gez. Vossius. Wir haben dieser Berichtigung aus Höflichkeit gegen den Absender Raum gestattet, glaubt die„ Deutsche Volkswacht" in einem Nachsah hinzufügen zu müssen, dem Preßgesetz gemäß wären wir dazu nicht gezwungen gewesen. Auch fönnen wir, bei allem Respekt vor der Wissenschaft, nicht umhin, zu bezweifeln, ob das Reftorat wirklich weiß, was der selige Bismarck im Grabe tun würde". ค Das Rektorat hat darauf folgende Antwort an die Deutsche Volkswacht" abgesandt: Gießen, 19. August 1905. Der Redaktion der Deutschen Volkswacht zu Friedberg teile ich den Empfang der 3 Exemplare von Nr. 64 den 19. Aug. mit Dant mit. Die Belehrung über den Zweifel, ob das Rektorat wirklich weik was der selige Bismard im Grabe tun würde" ist ganz deplaciert, da sich das Rektorat darauf beschränkt hat, die eigenen Worte der Volkswacht wiederzugeben. Die geehrte Redaktion weiß es jetzt jedenfalls selbst ebensowenig wie damals, als sie jene Bemerkung zum ersten Male zum Ausdrud brachte. ( gez.) Vossius. Dann bringt die Deutsche Volkswacht" einen anderen Artikel, der u. a. folgende Blüten treibt: " In der Gießener Bürgerschaft aber fann man sich irgend eine Festlichkeit ohne Sigmund Heichelheim schon seit langer Zeit gar nicht mehr vorstellen. Wo hier irgend etwas besonderes los ist in der Oeffentlichkeit, da ist sicher auch der Herr Heichelheim dabei und prompt wird dann von allen Seiten dafür gesorgt, daß die Kunde seiner Spende die weiteste Verbreitung finde. Wie sehr man hier daran gewohnt ist, das zeigt sich auch bei der Polemit, die die Gießener Neuesten Nachrichten" vom 8. August gegen die Deusche Volts wacht" führten, und worin sie ganz treuberzig bekennen, daß sie bei der Heichelheim'schen Spende zum Bismarckturm gar keine Hintergedanken gehabt hätten. Die größten U- beltäter sind aber zweifellos die „ Gießener Neuesten Nachrichten", denn ihnen wird noch ein ganz spezieller Artikel gewidmet, der namentlich durch die sprachliche Reinheit, Korrektheit und Vernehmheit das deutsch nationale Empfinden des geschäßten Einsenders offenbart. Ec lautet: Die Gießener Allerneuesten"( Mit Bescheidenheit unterbrochen: die Steigerung aller neuesten" war uns bislang nicht befannt. D. Red.) tönnen über den Rahm des Wallaublattes und Anstreichers nicht schlafen und so läßt Herr Albin Klein, der Verleger dieser Zeitung, ein gewaltiges Gefeires los, weil die Deutsche Volkswacht" die paar hundert Melochem des Gießener Oberb arjes: rool Heichelbach als geschmackvolle" Gabe zu einem Bismard: turme bezeichneten. Ist in das Redaktionsbajes des Herrn Klein noch kein Strahl der Erkenntnis gedrungen, so sei ihm mitgeteilt. daß es eine Schmach ist und bleibt, wenn ein deutsches Säulenheiligtum nur mit Zinsheimergeld erbaut werden konnte. Es war allerdings in Lahnjericho nichts anderes zu erwarten. Und es ist ebenso arm, wenn ein Sprecher der Studentenschaft seine Bismarckrede begann mit einem Vers des daitschen" Dichters Heine, den dieser, krant in der Ferne weilend" geschrieben habe. Das paßt zu Heichelbach. Heine, der im Wintermärchen" sagte, Deutschlands Bukunft( also die Kaiseridee, ein einiges Reich, Bismarcks Werk!) stänke wie der Mist aus 36 Gruben! " - Der Artikel spricht für sich selbst und wir wollen dem Einsender hier nur noch unseren Dant abstatten für die paar heiteren Augenblicke, die er uns mit seinen Zeilen bereitet hat. Im übrigen glauben wir, da die„ Deutsche Volks. wacht" ja selbst behauptet, in ein Wespenneft" gegriffen zu haben, sich mit dem deutschen Wahrwort:" Die schlechtesten Früchte( in diesem Falle die Gießener Bismardsäule, die Gießener Studentenschaft, das Rektorat der LandesUniversität, die Gießener Bürgerschaft und zuletzt auch die Allerneuesten") sind es nicht, woran noch Wespen nagen." Die„ Deutsche" Volkswacht, für uns inhaltlich sehr schwach, hat eben abermals den Beweis geliefert, daß fie gern eine Sache ins Persönliche überleitet. Wäre sie im vorliegenden Falle bei den Tatsachen geblieben, so hätte sie nicht schimpfen können und diese für einen wahren Deutschen unmögliche Eigenschaft kann das Blättchen eben nicht lassen. Nur aus Höflich feit"(!!!!) gegen den Einsender wurde die Berichtigung der Landesuniversität aufgenommen; anstatt sich zu entschuldigen für das Unrecht, das sie der gesamten Studentenschaft, unter denen sich ja auch sehr viele Söhne unserer oberhessischen Landwirte befinden, zugefügt( Kommerzienrat Heichelheim hat den Betrag ja freiwillig gestiftet, da er als ehmaliger Soldat auch ein guter Patriot ist), sucht diese Zeitung ihre Buflucht zu gemeinen grundlosen Auslassungen, die wir hiermit sehr tief hängen. Im Uebrigen fann uns die Volfswacht gar nicht imponieren, wir lachen über die uns speziell gewidmeten Anzapfungen, welche einen gewissen Ronkurrenzneid durchblicken lassen und glauben die Polemik über die Heichelheimsche Spende für uns gleich nach dieser ersten Rückantwort schließen zu können. Sollten Hirschel und Genossen vielleicht gar mit Neid auf Gießen und seine demnächst fertig werdende, schöne Bismarcksäule herüberblicken, so raten wir ihnen, ebenfalls in Friedberg eine solche Säule erstehen zu lassen. Lokales. 12. August 1905. ** Die 7 Gießener Hassia: Vereine haben gestern, altem Brauch gemäß, wieder gemeinsam den Tag von Gravelotte und St. Privat in recht würdiger Weise gefeiert. Geschlossen, mit fliegenden Fahnen boran, gingen alte wie junge Krieger zunächst in die Johannesfirche, um dort dem Lenter aller Schlachten zu danken für die glückliche Wendung der großen Beit 1870/71; Pfarrer Euler wußte die ganze Gemeinde sehr zu feffeln und seine Bredigt verfehlte ihre Wirkung nicht. Auf dem alten Friedhof hielt er dann nochmals eine fürzere Ansprache, die einen vollen patriotischen Charakter trug und ebenfalls von den dort noch viel zahlreicheren Zuhörern mit Ernst aufgenommen wurde. Zum Schlusse legte der Vorsitzende des Gardevereins Baurevisor Grünig an beiden Denkmälern, an dem unserer gefallenen und gestorbenen deutschen Kameraden wie auch an dem der gefallenen und hier geftorbenen Franzose je einen Kranz nieder. Der dritte Aft spielte sich wieder wie auch in früheren Jahren am Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz ab. Auch dort legte nach einer fürzeren Ansprache Kamerad Grünig einen Kranz nieder in Erinnerung an das wieder erftandene einige deutsche Reich. Nach dem Liede:„ Deutschland, Deutschland über alles", blieben die Teilnehmer noch ca. 1/ 2-1 Stunde im Garten des Café Ebel recht gemütlich beisammen. ** Manöver. Die 25. Feldartillerie: Brigade ( Großh. Hess.), die von den Regimentern Nr. 25 und 26 gebildet wird, hielt in den letzten Tagen zwischen Idstein und Langenschwalbach ein gefechtsmäßiges Frerzieren ab. Heute werden die Regimenter durch den fommandierenden General, Generalleutnant v. Eichhorn besichtigt. " *** Huddes Hinrichtung und der große Unbekannte. In den letzten Tagen felportierten auswärtige Blätter das Gerücht, daß der von Hudde angezogene Willi" gefunden und der Vollzug des Todesurteils infolgedessen verschoben worden sei. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, hat dieser Zwischenfall die Dispositionen der Staatsanwaltschaft in feiner Weise beeinträchtigt, sodaß die Mitteilungen hinfällig werden. L. Ein Burenkämpfer, Feldkornet, der in englische Gefangenschaft geriet und 2 Jahre und 4/2 Monate auf St. Helena zubringen mußte, unterzieht sich gegenwärtig in der Gießener Klinit einer Operation. * " Gleiches mit Gleichem. In einer hessischen Stadt wurde die Brotlieferung für die Armenverwaltung ausgeschrieben. Einer der Bewerber, erzählt die„ Kl. Presse", wurde zum Bürgermeister gerufen, der ihm mitteilte, ein Bewerber vom Lande fordere fünf Prozent weniger als er. Was man auf dem Lande fönne, müsse er doch auch leisten. Schlagfertig aber entgegnete der Wäcker:„ Mein lieber Herr, der Bürgermeister von W. tut's auch billiger, als Sie in der Stadt." Und er bekam die Lieferung zum angebotenen Preis. Man Gießener Pferdemarkt- Lotterie. schreibt uns: Die Lose des am 6. September stattfindenden Herbst- Pferdemarktes finden guten Absaz. Als Haupttreffer find vorgesehen: ein vierfißiger Viktoriawagen nebst Pferd und silberplattiertem Geschirr, ein eleganter Schlitten mit Plüschpolsterung und Belzbecke nebst Pferd und vernickeltem Bruftblattg shirr, in Lauterbacher Wagen mit Kutschierbock nebst Pferd und Rummetgeschirr, sowie 7 Pferde und Fohlen, landwirtschaftliche Maschinen, Fahrräder, Nähmaschinen, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenstände. Der Wagen und Schlitten sind von A. Kilbinger, das silberplattierte Geschirr, von Sattlermeister Groß, das Brustblattgeschirr von Sattlermeister Spies, der Lauterbacher Wagen von Wagnermeister Führer, das Kummetgeschirr von der Firma Müller& Diebel zu Bießen geliefert. Die Pferde werden auf dem Markt gekauft. Ter Preis de Loses beträgt 1 Mart. Die Biehung findet am 7. September, nachmittags 2 Uhr, in der Turn halle der Stadtfnaberschule statt. Der Vertrieb der Lose ift dem Kaufmann Richard Buchacker zu Gießen übertragen. Lose fönnen von diesem direkt oder von den von dem Genannten eingerichteten Verkaufsstellen bezogen werden. * - Ansichtspostkarten im Berkehr. Wie das Reichspostamt in der neuesten Nummer seines Amtsblatts bekannt gibt, werden vom 1. September ab im Verkehr mit den europäischen Ländern mit Ausnahme von Großbritannien und Irland briefliche Mitteilungen auf der Vorderseite der Ansichte poftfarten versuchsweise zugelassen. Der für die Mitteilungen bestimmte, durch einen senkrechten Strich abzugrenzende Raum darf, wie inneren deutschen Verkehr, feinesfalls die linke Hälfte der Karte überschreiten. ** Obstprämiierungen. Bisher trat das Obst auf den Ausstellungen ohne Berücksichtigung des Klimas und des Produktionsortes in Konkurrenz, maßgebend waren einzig die Güte, das Aussehen und die Form der Früchte. Daß liegt für den Kenner klar auf der Hand. Deshalb ist es bei diesem Verfahren manche Unzulänglichkeiten unterlaufen, dankbar zu begrüßen, daß bei der Obftprämiierung auf der Jubiläums- Ausstellung in Mainz drei auf Grundlage einer für das Großherzogtum angefertigten Karte abgegrenzte Zonen angenommen werden. Nur das Obst aus der gleichen Zone tritt unter sich in bestimmten Klassen in Wettbewerb. Dieses Verfahren wird zum ersten Male angewandt. Der Kartoffelernte im Kreise Gießen sehen die Landleute mit frcher Hoffnung entgegen. Der Ertrag ist sowohl an Quantität wie Qualität als recht gut zu bezeichnen. Las Wiesengras hat durch den zeitweiligen Regen einen guten Stand und verspricht eine gute Ernte. -t Klein- Linden, 21. Augst. Gravelottefeier. Der Kriegerverein in Klein- Linden beging gestern eine Gravelottefeier mit Kirchenparade. Die Feier wurde durch Mitwirkung des Klein Lindener Posaunenchor& verschönt. Am Nachmittag fand in der Wirtschaft Zur Burg" ein Zusammensein der Mitglieder und ihrer Familien statt. + Krofdorf, 20. Auguft. Ein Beteran des Lehramts, der 1846 hier geborene Lehrer Philipp Bender, ist Freitag nach wochenlanger Krankheit in Wetzlar verschieden. Der Verstorbene wirkte dort saft 40 Jahre an der Volksschule und gehörte außerdem aud noch den Lehrkörpern der Bergvor- und Steigerschule, der gewerblichen Fortbildungsschule und der landwirtschaftlichen Winterschule an. XBusenborn, 20. Auguft. Arbeitsniederlegung. Die fremden Arbeiter haben die Arbeit an der neuen Sie stießen auf den blauen, Wasserleitung niedergelegt. harten Felsen und erklären, da sie auf Afford gestellt sind, ieht nicht mehr auf ihren Tageslohn zu fommen. § Nieder- Ohmen. Ludwig Langohr 2. zu NiederOhmen beabsichtigt auf der hiesigen Flur ein Schlachthaus zu errichten Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang auf dem Bureau der Großh. Bürgermeistere Nieder Dhmen zur Einsicht der Interessenten offen. ] Weglar, 20. August. Mit dem am 23. Auguft hier abzuhaltenden Viehmarkte wird eine Stierkörung und Prämiierung verbunden werden. ? Darmstadt, 20. Auguft. Die Allgemeine Gartenbau- Ausstellung ist gestern Morgen vom Großherzog in feierlicher Weise eröffnet worden. ? Darmstadt, 20. August. Ein Kammliebhaber denn er entwendete der Kammfabrit Schlage& Beft, Darmmuß der 18jährige Handlungslehrling Kern von hier sein, stadt, wo er beschäftigt, in der Zeit vom September 1904 bis april 1905 für rund 5600 Mt. Kämme. Die gestohlenen Kämme sette seine Mutter an Friseure ab. Die hiesige Straffammer verurteilte den Handlungslehrling zu 1 Jahr Gefängnis und seine Mutter, die bereits vorbestrafte Maria Kern, zu 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus. Brief- und Fragekaften der Redaktion. Obst. Mit Ihrem Pseudonym sind wir einverstanden. Im übrigen behalten wir uns alle Entscheidungen vor. 1 Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es können eingestellt werden: 6 Bau- und 1 Kunstschlosser, 1 Schmied, 1 Heizer, Strickerin, 13 Schreiner, 1 Stüfer, 2 Brötchenträgerinnen, 1 Friseur, Schneider, Erdarbeiter, Taglöhrer und jüngera Arbeiter( auswärts), 1 jüngere Hausbursche, 1 tüchtiger Fuhrmann, 1 Köchin( auswärts), Dienst- und Hausmädchen, Lauffrauen oder Mädchen, 1 Fuhrknecht. Lehrlinge: 2 Schlosser, 2 Schreiner, 2 Bäder, 1 Friseur, 1 Schuhmacher. Es suchen Arbeit: 1 Schmied, 2 Spengler, 1 Maschinenschlosser, Maschinist oder Heizer, 1 Buchbinder, 2 Wäscherinnen, 1 Schneider, 1 Installateur, 1 Lauffrau, Haus- oder Bureaudiener, 2 Bureaugehilfen, Kassierer. den Gießen wirtschaftlicher Wetterdiens Borenstliche Bitterung in Hessen für Dienstag, 22. August. Kühler, wollig, stellenweise Regenfälle. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenter: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Gießener Turnerschaft Sonntag, den 27. August d. Js. findet das diesjährige Dünsberg- Wetturnen statt. Das Wetturnen beginnt vormittags 10 hr. ( Extrazug ab Gießen 8.15 Uhr.) Alle Turner und Turnfreunde werden hiermit freund lichst eingeladen. Eintrittepe is für Nicht Wetturner 20 Pig. Der Ausschuss. ist die Stahlwaren- Fabrik Anerkannt sehr leistungsfähig und Versandhaus I. Ranges Gebrüder Raub, Grafrath Versand unterNachnahme od. geg. Vorauszahlung des Betrages. bei Solingen 30 Tage zur Probe! China- Nickermesser Gesetzlich geschützt. Hochfeines und dauerhaft gearbeitetes Taschenmesser mit besten Stahlklingen. No. 5458 China- Nickermesser mit 2 aus prima Stahl geschmiedeten Klingen und Korkzieher, echtes Hirschhornheft mit Neusilberbeschlägen unter Ga- M. 1.60 franko. 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In der Zeit bom 12.- 19 August wurden in Zur Erbauung der veterinärmedizinischen Institute, und zwar des Auditoriumsgebäudes, der hiefiger Stadt gefunden: 1 Buch Tapetenmuster, 1 Spannkette, 1 Lehrschmiede und des chirurgischen Hundestalles, werden grauer Herrenumhang und 1 Damenregenschirm; die folgenden Arbeiten unter Zugrundelegung des verloren: 1 Portemonnaie mit 19 Mark Inhalt, 1 Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 hiermit öffentlich Bündel verschiedener Zeitungen und Wochenblätter ausgeschrieben: und 1 Kalender vom evgl. Bund für 1906, 1 Stück Los I von einer goldn. Brosche und 1 schwarzes Jaquett mit schwarz und weißem Futter. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 19. August 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg Ii " " III " Streinerarbeiten: 22 Türen, 92 qm Riemenböden 2c. Glaserarbeiten: 25,50 qm Holzfenster. Tüncherarbeiten: 920 qm Wand. u. Deckenpuz. 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