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Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberbeffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lofalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Attentat auf Pobjedonoszew. Der mächtigste Mann in Rußland, der Oberprofurator des Heiligen Synods, hat nun auch die Wirkungen seines Systems am eigenen Leibe erfahren müssen, wenn nicht etwa bestellte Arbeit vorlag. Als Pobjedonoszew Mittwoch auf dem Bahnhof in Warschau eintraf, trat ein junger Mensch auf ihn zu und versuchte einen Revolverschuß gegen ihn abzufeuern. Der Prokurator blieb unverletzt, der junge Mann wurde verhaftet. Der eigentümliche Angriff erregt ziemliches Aufsehen. Man liebt Pobjedonoszew in Rußland ebensowenig wie im Auslande und beurteilt das Attentat recht eigentümlich. Ein in den Winkelzügen der russischen Politik wohlbekannter Publizist schreibt über Pobjedonoszews schwere Stunde und andere Vorgänge der letzten Tage: St. Petersburg, 19. Juli. Der Oberprofurator des heilig dirigierenden Synod" Pobjedonos zem gehört zu den meistgehaßten Männern Rußlands, weil er für den Träger und Vertreter der Gewaltherrschaft gilt, mit welcher Annahme man ihm wohl kein Unrecht tut. Es ist begreiflich, daß dieser bejahrte Großwürdenträger in erregten Zeiten einige Besorgnis für seine Person hegt, und man darf es ihm nicht übel nehmen, daß er den ,, toten Mann" spielt, wenn die Bomben plazen. So oft ein Attentat gegen eine Hochstehende Person verübt wird, legt sich Herr Pobjedonoszew zu Bett und läßt verbreiten, daß er dem Tode nahe sei, daß er nur noch Stunden zu leben habe. Von seiner Genesung macht er dann kein Aufhebens. Das geschah nach der Ermordung Plehwes, das geschah nach der Ermordung des Großfürsten Sergius. Beide Male hieß es, der Oberprofurator liege im Sterben. Nachdem er sich beruhigt und seine Furcht gedämpft hatte, ging er wieder aus. Denn auf die Dauer fann er nicht im Belt und nicht im Haus bleiben, er muß sich bei dem Zaren seben lassen, damit sein Einfluß nicht einschlafe. Auch heute war er in Barskoje Sselo gewesen. Als er auf dem hiesigen Bahnhof wieder eintraf, machte ein junger Mensch von etwa 28 Jahren den Versuch, einen Revolverschuß gegen ihn abzufeuern. Ein Reisender, der mit Bobjedonoszew gekommen war, verhinderte das Attentat, übergab den jungen Mann der Polizei, die diesem den geladenen Revolver abnahm, und blieb unbekannt. Weder die Bolizei noch der Gerettete fragten nach ihm. Der Oberprokurator aber fuhr zum Gebäude des Synods und dann ohne jede Begleitung nach Barskoje Cielo zurück. Der Semftwo- Rongrefs. Die derzeitigen Verhältnisse Rußlands erinnern in vielen Einzelheiten an die Zustände, die im Jahre 1789 nach der Erstürmung der Bastille in Frankreich geherrscht haben: die Regierung ist kraftlos und ohne Einfluß, zu schwach, selbst zur Nachgiebigkeit, und die neuen Gewalten sind noch nicht gestaltet, haben noch keine rechte Form und kein volles Selbstvertrauen gewonnen. Der Semstwo- Kongreß in Moskau, der am Mittwoch im Hause des Fürsten Dolgorufi unter Vorsitz des Grafen Leyden eröffnet wurde und von 250 Delegierten besucht war, begann seine Verhandlungen mit der Erklärung, daß er nicht beabsichtige, sich zu einer konstituierenden, d. h. Verfassung gebenden Ver: sammlung zu machen, die sich selbst als Regierung einsetzt. Der Kongreß fügte sich aber der von dem Polizeimeister ausgesprochenen Forderung nicht, die Versammlung, die ungesetzlich sei, zu schließen Dem Polizeimeister gelang e nur mit Mühe, ein Protokoll zustande zu bringen, das sein Schließungsaufforderung und die Weigerung des Gehorsams feststellte.„ Notieren Sie ganz Rußland!" rief man ihm auf die Frage nach den Namen der Teilnehmer zu. Nad dieser Einleitung wurde der Entwurf des Ministers des Jilnern Bulygin, betreffend die Berufung, Zusammensetzung, Wahl und Befugnisse einer Baren- Duma( Gossudowſtwennaja Duma), beraten. Allseitig wurde der Entwurf als unzulänglich und unannehmbar bezeichnet, doch wollte man nichtsdestoweniger darauf bedacht sein, möglichst viele geeignete Abgeordnete hineinzuschicken, falls sich eine bessere Volksvertretung nicht erreichen lasse. Die Bulyginsche Zaren- Duma habe nicht die nötigen Befugnisse, habe keinen bollen Einfluß auf die Gesetzgebung und die Kontrolle der Verwaltung; nur eine beratende Stimme sei ihr eingeräumt, und als ganz besonders störend sei neben der Nichtöffentlichkeit der Verhandlungen anzusehen, daß zwischen den Zaren und die Baren- Duma der Neistat sich einschiebe. Aus dieser Darstellung des seitherigen Verlaufs des Semstwofongresses ergibt sich, daß die Intelligenz" größere Erwartungen von dem Vorgehen der Semstwo- Vertreter erwartet hat. Es ist aber durchaus nicht ausgeschlossen, daß der Kongreß durch die Logik der Tatsachen über die Grenzen hinausgedrängt wird, die er einstweilen innezuhalten für gut gefunden hat. Man wird diese Meldung überall mit großer Verwunde rung lesen. Der Oberprofurator, der nicht bewacht wird; der junge Mann, der mit dem geladenen Revolver in der Hand von einem barndosen Reisenden sich fassen und der Bolizei übergeben läßt; die Polizei, die sich um den Retter Pobjedonoszews so toenig fümniert, wie dieser selbst, und nicht einmal nach seinem Namen fragt das ist recht viel Wunderbares auf einmal! Man hat bei uns wahrlich keinen Anlaß, irgend ein Attentat für unglaublich zu halten; hier aber drängt sich die Vermutung einer wohlangelegten Komödie auf. n Finnland sind die Revolutionäre jedenfalls weniger leicht abzufassen und auch nicht abzuschrecken. Eben hat das Polizeigericht in Helsingfors den jungen Hohenthal, der am 6. Februar das Attentat gegen den Staatsprofurator Johnson verübte, zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt die Todesstrase kann von einem ordentlichen Gericht nur wegen Angriffs auf den Zaren verhängt werden- und schon ist ebendort der Gehilfe des Generalgouverneurs Geheimrat Dentrich, als er nachmittags 3 Uhr das Senatsgebäude verließ, durch eine Bembe am Rücken, an den Beinen und an der Hand verletzt worden. Der Bombenwerfer entfam den verfolgenden russischen Seefadetten. In diesem Fall hat es sich nicht um eine Komödie gehandelt, auch nicht um ein Mißverständnis", wie es gestern dem„ Regierungsboten" begegnet ist, als er meldete, in den Eisenbahnwerkstätten von Tiflis seien 20 Arbeiter mit Arsenik, das dem Tee beigemischt war, vergiftet worden, der Massenmord rühre von aufständischen Arbeitern her. Heute teilt der Polizeichef des Kaukasus, Generalmajor Schirinfin, mit: es sei kein Wort wahr, es habe keine Toten und keine Vergiftung und fein Arsenik gegeben. Neun Arbeiter seien am Teegenuß erkrankt, aber schon wiederhergestellt. Das Teewasser sei ganz rein, nur in den Kannen eine Spur von Sublimat gewesen. Das Ganze beruhe auf einem Mißverständnis, das durch die schlechte Fassung des ersten Telegramms" hervorgerufen worden. Das Telegramm muß in der Tat merkwürdig schlecht abge= fogt gewesen sein. Ein ernsthaftes Attentat ereignete sich asch auf der Station Praga- Primislinskaja. Vom durchfahrenden Schnellzug aus wurde der Gendarmerieoffizier Salbefow erschossen. Den Mörder konnte man nicht fassen. In Riew wurde gegen den Kommandeur des 7. Sappeur- Baaillons Nemilow im Truppenlager eine Bombe geworfen, die ihn am Hinterkopfe verletzte. Ob man die jetzt bekannt werdende Ueberlistung von 15 Matrosen des Potemĭin" durch russische Polizeiagenten auf rumänischem Boden und die Verschleppung nach Rußland auch als Attentat ansieht, maa dahingestellt bleiben. Was Herr von Witte erzählt. Der Präsident des russischen Ministerkomitees Herr bott Witte hat vor seiner Abreise aus Petersburg einem Vertreter der„ Associated Preß" sein Herz ausgeschüttet, seine geheimsten Gedanken gesagt, die verschwiegensten Dinge anbertraut. Das ist so die Gewohnheit der Diplomaten. Den Kummer, der sie drückt, müssen sie an dem Busen eines Fremden ausweinen; denn für sie gibt es kein tröstlicheres Bewußtsein, als daß sie mit ihrem Herzeleid einem anderen eine reine Freude bereitet haben. Es finden sich wirklich naive Gemüter, die aufrichtig glauben, einmal daß buchstäbliche Wahrheit ist, was ein Staatsmann einem dritten zu sagen für gut findet, sodann daß ein Staatsmann sich von dem Interviewer die Würmer aus der Nase ziehen läßt und dem Besucher etwas mitteilt, was eigentlich verschwiegen bleiben sollte. Danach ist die Aufnahme gewesen, der die Witteschen Eröffnungen hier und da begegnet sind. Das eine oder andere Blatt ist sogar soweit gegangen, Herrn von Witte nachzuweisen, daß er noch weit mehr verraten habe, als was offen in seinen Worten lag, daß er gegen seinen Willen auch noch manches andere hat durchscheinen lassen. Was hat nun Herr von Witte eigentlich gefagt? Erstens, daß er den jezigen russisch- japanischen Krieg nicht gewünscht hat und er den Friedensschluß nach dem Wunsch des Zaren herbeizuführen bemüht sein will. Herrn von Witte, der einer der geriebensten Diplomaten unserer Zeit ist, wird kaum etwas übrig bleiben, als sein Lehrgeld zurückzufordern und bei den eben erwähnten Beitungen neu in die Schule zu gehen. Auf der Stelle aber wird er das noch nicht tun. Zunächst muß er nach dem Befehl des Zaren sich nach Newyork begeben und dort mit dem japanischen Bevollmächtigten über den Frieden unterhandeln. Ist das erst geschehen, so wird er sicher darcuf bedacht sein, die ihm nachgewiesenen Lücken in seiner diplomatisch- stcatsmännischen Bildung zu beseitigen. Zweitens, daß er nicht gesonnen ist, all und jede Frie densbedingung ohne weiteres anzunehmen. Daß Herr von Witte den Krieg mit Japan nicht gewollt hat, ist jedem bekannt, der mit den Vorgängen in Rußland auch nur oberflächlich vertraut ist. Seine Gegner, die ihn auch vom Finanzministerposten verdrängt haben, sind die Anstifter des Arièges gewesen. Besobrasoff, Alerejem, Plehme und wie die Werkzeuge der Großfürstenpartei sonsi hießen, haben seit Jahren gegen Herrn v. Witte intriguiert, das Vertrauen des Zaren zu ihm untergraben, weil Witte den Krieg mit Japan nicht wollte, und schließlich den nach seinen ganzen persönlichen Neigungen friedfertigen Zaren zum Kriege gezwungen. Daß die Wiederherstellung des Friedens nach dem unglücklichen Feldzug und nach dem Untergang der Flotte erst recht wünschen muß, wer ihn schon borher gewünscht hat, ist selbstverständlich. Indem Herr von Witte an seine frühere Haltung erinnert, charakterisiert er sich als zur Friedensverhandlung ganz besonders ge. eignet. Ebenso selbstverständlich ist, daß es feiner Unterhandlung und feines Unterhändlers bedarf, wenn der siegreiche Teil die Friedensbedingungen einfach diftieren kann. In dieser Situation ist Japan nicht. Rußland hat unter den General Lenewitsch eine große Armee im Felde, und seine Hilfsquellen sind durchaus nicht erschöpft, vielleicht nicht einmal in dem Maße, wie Japans Hilfsquellen. Was eine Fortsetzung des Feldzugs etwa bringen mag, das weiß kein Mensch. Jedenfalls ist es nicht Sache des russischen Vertreters, von vornherein jede Hcffnung aufzugeben. Der erste Napoleon hatte Mosfaut genommen und mußte fliehen die Japaner haben noch nicht einmal Wladiwostok, und jedes weitere Vordringen bringt sie den Gefahren näher, denen Napoleon unterlegen ist. Das ist es, was Herr von Witte dem Vertreter der„ ,, Associated Preß" erzählt hat, nicht um die amerikanische oder um die sonstige Presse aufzuklären, sondern um den Japanon sein Programm darzutun, damit sie nicht mit unannehmbaren Forderungen an ihn kommen. Er wollte vor aller Welt feststellen, daß er den Frieden wünscht, aber nicht den Frieden um jeden Preis. * Politifche Rundschau. Deutfches Reich. Zur Durchführung der Betriebsmittelgemeinschaft bei den deutschen Eisenbahnen ist man jetzt mit der Aufteilung der Einnahmen unter den verschiedenen Staatsbahnen beschäftigt, nachdem die Vorarbeiten beendigt sind. Die nächste Konferenz ist auf den 14. Oktober festgesetzt. * Der vielbesprochene Ankauf englischer Grubenfelder durch deutsches Kapital erhält jetzt nähere Aufklärungen, nach denen die in England hervorgerufene Aufregung wegen des Ueberganges der Kohlenzechen in deutsche Hände durchaus unbegründet tvar. Der Ankauf des Whitworther Kohlenfeldes in Glanmorganshire in Südwales ist allerdings zustande gekommen, aber nicht durch ein rein deutsches Konsortium. An dem Konsortium ist die Hamburger Firma A. C. de Freitas u. Co. beteiligt. Das Gesamtareal der Felder umfaßt 26 Geviertkilometer. Der größere Teil des Besizes ist zugleich Grundeigentum der Gesellschaft. Diese soll als englische Limited- Gesellschaft in das Leben treten. Das Rapital wird auf etwa 500 000 Pfund Sterling beziffert. Die abzubauenden mittleren und unteren Flöße enthalten nach fachmännischer Schäßung etwa 400 Millionen Tonnen. In die Verwaltung tritt außer Deutschen auch der Vorbesizer IT. A. Henderson. lieber den Stand der Unruhen in Südwestafrika werden offiziöse Mitteilungen veröffentlicht, die besagen, daß im Dunraralande der eigentliche Hererokrieg erledigt ist. Die Engländer üben eine scharfe Beaufsichtigung der auf englisches Gebiet geflüchteten Hereros aus. Nur die WitboiHottentotten bilden eine weitere Gefahr und dürften beim Ende der Wassermelonenzeit den Deutschen viel zu schaffen machen. Jedenfalls genügen diese sowie die verstreuten Fleineren Hererobanden, um ein Bewohnen der Farmen ohne militärischen Schutz unmöglich zu machen. Dieser sowie weitere Verstärkungen, um gegen Witboi vorzugehen, sind dringend erforderlich. Allem Anschein nach ist die Entsendung weiterer Verstärkungen nach den Aufstandsgebieten geplant, sodaß an eine gänzliche Beruhigung des Landes einstweilen noch nicht zu denken ist. In England zeigt sich übrigens das Bestreben, sich dagegen zu verwahren, daß die Aufständischen in den englischen Gebietsteilen Unterstützung fänden. So schreiben die" Times", in amtlichen Kapstädter Kreisen seien Erhebungen angestellt worden, bezüglich der in deutschen Blättern enthaltenen Angaben, daß die Bevölkerung der Kapkolonie die Eingeborenen gegen die Deutschen unterstüße, und bemerken dazu: Abgesehen von der Tatsache, daß hier keine allgemeine deutschfeindliche Stimmung herrscht, ist die Lieferung von Waffen und Munition an die Eingeborenen unmöglich. Besonders seit dem südafrikanischen Krieg sind die Bestimmungen über das Waffentragen außerFür diejenigen aber, die der Meinung sind, daß Herr bon Witte doch nicht der Tor ist, zu dem ihn einzelne Redaktionen stempeln wollen, ist es offenbar, daß der Präsi dent des russischen Ministerkoinitees sich nur den Sitten des Landes anbequemt hat, in das er sich jetzt begibt, als er einen Vertreter der„ Associated Preß" empfing und diesem ar.bertraute, was er, Herr von Witte, veröffentlicht wissen wollte. Solche Anpassung an den amerikanischen Brauch war am Er.de sogar recht klug. In der Verschwiegenheit fann man die Japaner nicht übertreffen, und mit Verschriegenheit kann man das Herz der amerikanischen Presse, d. i. die öffentliche Meinung Amerikas, nicht gewinnen. Man erinnert sich, daß Kaiser Wilhelm während des Aufenthalts des Prinzen Heinrich in Amerika die Chefredak teure der dcrtigen großen Blätter mit kommandierenden Generalen verglich. Diese kommandierenden Generale 311 seinen Freunden zu machen, hat Herr von Witte sich angeTegen sein lassen, indem er ihrem Abgesandten sein Programm offer: barte- someit das im russischen Interesse war. ordentlich streng. Für jede Waffe, die jemand im Besitz hat, ist ein Erlaubnisschein erforderlich. Solche Erlaubnisscheine werden nur an zuverlässige Personen verabfolgt. Es gibt infolgedessen keine Niederlagen, aus welchen die Eingeborenen sich mit Waffen versorgen könnten. Italien. ** Die Italiener bemühen sich fortgesetzt, ihre Interessen an der afrikanischen Küste nicht in Vergessenheit geraten zu Lassen. Zum Zweck der Erbauung eines Hafens in Tripolis hat sich in Rom ein italienisches Syndikat gebildet. England, Das lang umstrittene Gesetz gegen die unerwünschte Einwanderung ist unter Dach und Fach gebracht worden. Das Unterhaus hat in dritter Lesung die Fremdenbill mit 214 gegen 136 Stimmen angenommen. Balkan- Staaten. ** In Belgrad sind die Verhandlungen über den Abschluß eines serbisch- bulgarischen Handelsvertrages beendet worden. In dem neuen Vertrag ist das Prinzip der Zollgemeinschaft beider Staaten enthalten, die beiderseitigen Ursprungserzeugnisse werden gegenseitig Zollfreiheit genießen. Türkei. ** Die zweite Kollektivnote der Mächte wegen der internationalen mazedonischen Finanzkontrolle soll in Kürze der Pforte überreicht werden. Die Mächte wollen sich durch die ablehnende Haltung der türkischen Regierung nicht beein flussen lassen, sondern beabsichtigen, energisch auf der Rege. lung der Verhältnisse zu bestehen. Alien. ** Bei der Entscheidung über das Schicksal der Mandschurei will China nicht ungehört bleiben. Eine der Aufgaben der chinesischen Abordnungen, welche nach allen Teilen der Welt gesandt werden, um die verschiedenen konstitutionellen Regierungssysteme zu studieren, soll darauf gerichtet sein, die Mächte zu veranlassen, eine internationale Konferenz einzuberufen, die sich mit den Angelegenheiten des fernen Ostens befassen soll. frankreich. Die Regierung beabsichtigt die Entsendung eines Marinegeschwaders nach Amerika. Rouvier und Marineminister Thomson haben den Plan gefaßt, den vom amerikanischen Geschwader anläßlich der Ueberführung der Leiche des Admirals Paul Jones abgestatteten Besuch durch Entsendung eines französischen Geschwaders nach Newyork zu erwidern. Amerika. ** Der Skandal im statistischen Bureau der Vereinigten Staaten zeitigt weitere Folgen. Einzelne Beamte sollen bekanntlich ihre Stellung zur persönlichen Bereicherung mißbraucht haben. Infolge des Drucks der öffentlichen Meinung und des energischen Vorgehens Roosevelts hat das Haupt des statistischen Bureaus, Hyde, dem Staatssekretär Wilson aus Gesundheitsrücksichten" sein Entlassungsgesuch eingereicht, das dieser sofort annahm, nicht ohne sein persönliches Vertrauen in die Amtsführung des scheidenden Beamten auszudrücken. Heer und flotte: Eine neue Art des Infanterie- Angriffs. Die neue Feld. dienstordnung, die auf dem Truppenübungsplatz Friedrichsfeld bei Wesel praktisch erprobt worden ist, soll sich als sehr brauchbar erwiesen haben. Die bei einem Infanterieangriff bisher üblich gewesenen großen Sprünge fallen beinahe ganz fort. Die Infanteriekolonnen bewegen sich auf der Erde friechend vorwärts, das Gewehr wird über die Schultern gehängt oder am Gewehrriemen zwischen die Zähne genommen. Durch diese Art der Vorwärtsbewegung bot sich den Gegner ein geringes Ziel, das in bezug auf Entfernung schiver abzuschäßen ist. Die Artillerie postierte sich hinter Deckungen, so daß man ihre Stellung nur an dem Aufblizen der Schüsse erkennen konnte. Hof und Gesellschaft. *** Der deutsche Kronprinz hat mit seiner Gemahlin den Besuch bei seinem Schwager, dem Prinzen Christian von Dänemark, beendet und ist von Aarhus an Bord der Jacht Iduna" in See gegangen. Soziales Leben. Resultate des Submissionswesens. Einen besonders interessanten Beitrag zur Frage des Verdingungswesens gab das Ergebnis einer Ausschreibung von Erdarbeiten für den Bahnhofsumbau in Dortmund. Es liefen 38 Angebote ein. Die höchste Forderung bezifferte sich auf 303 000, die niedrigste auf 92 000 Mart. Die Erklärung für diesen unglaublichen Unterschied liegt wohl einzig und allein in der mehr wie fragwürdigen Ausartung des heutigen Submissionswesens. Krisis im sächsisch- thüringischen Färbereigewerbe. Die sächsisch- thüringische Färbereikonvention, der 26 Firmen an. gehören, hat wegen des Ausstandes der Färbereiarbeiter bei den Firmen J. H. Bornemann und C. Batky beschlossen, ab Montag ihre Betriebe zu schließen, wenn die Weiterarbeit bei den beiden Firmen vor Sonntag nicht ermöglicht ist. Das Nachgeben der Ausständischen erscheint unwahrschein lich, da ihre Zahl sich weiter vermehrte. Auch in Glauchau sind weitere 40 Mann in den Ausstand getreten. In Gera wurden 100 Mann entlassen, weil sie die Ueberstunden der. weigerten. Nab und Fern. † Fischsterben infolge der Site. Eine sonderbare Folge hat die große Hitze der letzten Zeit in Niederbayern gezeitigt. Im Flusse Schwarzer Regen machte sich ein massenhaftes Sterben der Fische geltend. Die Anwohner sammeln die Fische korbweise, und das Bezirksamt hat alle Mühe, die Leute vor dem gesundheitsschädlichen Genuß des Fundes zu Zur Fleischteuerung. In Köln fanden sechs große zahlreich besucht: Volksversammlungen statt, in welchen die gegenwärtige Fleischteuerung und die Mittel zur Herbeiführung normaler Verhältnisse besprochen wurde. Man beschloß, das Stadtverordnetenkollegium zu ersuchen, durch den Oberbürgermeister die Initiative zum Vorgehen der Stadt zur Herbeiführung der Aufhebung der Grenzsperre zu ergreifen. Außerdem wurde das Stadtverordnetenfollegium ersucht, eine Fleischversorgung der Stadt durch die städtische Verwaltung zu organisieren. Wohltätige Stiftungen. Der Fabrikant Schulz in Krefeld vermachte 67 000 Mark für gemeinnüßige Zwecke, darunter 42 000 Mark für eine Volkslesehalle und 11 000 Mark für Museumskäufe. warnen. † Mann und Frau in den Tod gegangen. In Magdeburg wurden vor ein paar Tagen der Maler Hesse und seine Frau tot aufgefunden. Der Ehemann, der den Revolver noch in der Hand hielt, hatte sich in die rechte Schläfe geschossen, während die Frau einen Schuß in die Schläfe und einen zweiten in die Brust erhalten hatte. Der Grund zu dem Doppelselbstmord war nach einem in der Wohnung vorgefundenen Zettel ein unheilbares Leiden des Ehemannes. † Gefaßte Räuber. Der Polizei in Preetz ist es jetzt gelungen, die Rowdies, die kürzlich den Oberleutnant 3. S. Arnoldi überfielen, verwundeten und beraubten, zu ermitteln und zur Haft zu bringen. Die drei Straßenräuber wurden gefaßt, als sie einen neuen Ueberfall auf einen fechszigjährigen Mann verübten. In ihrem Besitz wurde dann das Zigarren- Etui Arnoldis gefunden. † Von Rindern zertreten. In Christinenfelde in Pommern wurde dieser Tage eine Rinderherde scheu und rannte in eine Schar Schulkinder hinein. Sechs Kinder wurden tot getreten, viele wurden schwer verletzt. † Ein ungetreuer Spielmann. Seit einigen Tagen ist der Hoboist verschwunden, der als Vertrauensmann der Militärkapelle des vierten Garderegiments 3. F. fungiert und als solcher die Anteile der Mitglieder auf Sparkassenbücher anzulegen hatte. Die Untersuchung ergab, daß er die Sparbeträge in Höhe von 15 000 Mark unterschlagen und im eigenen Interesse verwendet hat. Namentlich in Rennwetten soll er große Summen verloren haben. † Die Hive in Amerika. Den durch die Hitze schwer leidenden Bewohnern von Newyork wurde durch ein Unwetter, das in der vorlegten Nacht niederging und das die Temperatur herunterdrückte, einige Erleichterung gebracht. Es war aber auch höchste Zeit, denn während des vorhergehenden Tages waren allein in den Städten der östlichen Staaten 96 Todesfälle infolge der Hitze zu verzeichnen. † Blutige Abrechnung. In Budapest rechneten dieser Tage zwei Maschinenarbeiter mit einander ab. Darob kam es zum Streit, der bald zu Tätlichkeiten führte. Der eine griff zum Revolver und schoß auf seinen Kameraden, der ihn mit einem Eisenstück tödlich verletzte. Bevor er den Geist aufgab, jagte er dem Gegner noch eine Kugel in den Leib, die auch diesem das Leben raubte. Verstärkung des Expeditionskorps in Südwesta*~ Vom Truppenübungsplatz in Münster wird am 28. Juli e.. neue Feldzugskompagnie in Stärke von 300 Mann nebsi Pferden zur Einreihung in das Expeditionskorps in Südwestafrika abgehen. Inbiläums- Münze. Aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums des Fürsten Karl Günther von Schwarzburg- Sondershausen ist eine Jubiläums- Münze geprägt worden. † Der Mord an dem Postpraktikanten Hehde. Unter dem Verdacht, den im Harz tot aufgefundenen Postpraktikanten Hehde ermordet zu haben, war vor einigen Tagen ein Kellner verhaftet. Er ist aber wieder auf freien Fuß gesetzt, da der Verdacht sich nicht bestätigte. Die Staatsanwaltschaft zu Halberstadt fordert nun drei junge Leute auf, sich bei ihr zu melden, die am Mordtage furz vor Auffindung der Leiche einen jungen Menschen gesehen haben, der sich auf einem Stein ausruhte, und die über ihn einem Herrn, den sie am Schneeloche trafen, auf seine Frage Auskunft gaben. Der junge Mensch sollte der Sohn des Fragenden, der von ihm abgekommen war, sein. † Sturm an der Ostseeküste. In der vorletzter Nacht tobte auf der Ostsee ein heftiger Sturm, der vielen Schaden in den Badeorten angerichtet hat. So wurden in Heringsdorf die Treppen am Damenbade abgerissen, und die am Steg verankerten Motorboote sind gesunken. † Grubenbrand. Auf der Zeche„ Lothringen" bei Essen steht ein Flöß in Brand. Man vermutet, daß es sich um Brandstiftung handelt. Sihung der Stadtverordneten Gießens. - - überzugt, b Beit night im und Graftbeit liche Boftamt flände erfuch c) Dem Großh Erfachen ei weberei i ausgeführt yugniffen j tommerzielle burch den n weiter gefcha d) Bon derfelb gefordert wo nennung einton und Oberb fammer war Berfonlighte baugebieten möglicht mabe einer Berfönlic e) Der Hande Beileid ber Ra 1.6geurer die Teil tage fheibens feines rat Frenzel oidmete bem einen warmen dienfte hinwie Förderung be Berlehr erwo erheben fich d 2. Wagenf tage. Die Han eine Aufhebung Feiertagen eingetr nidt ent- oder bel ?? Gießen, 20. Juli 1905. Die Sigung wurde 1/45 Uhr von Oberbürgermeister Mecum eröffnet, es fehlen nur wenige Stadtverordnete mit Entschuldigung. Zunächst wird die Einladung des Rektors der Landesuniversität an die Stadtverordnetenversammlung zur Grundsteinlegung der Bismarcksäule auf der Hardt zur Kenntnis gebracht. Punft 2: Baugesuch des W. Valentin für die Vergrößerung seines am Fuße des Hardtberges stehenden Hauses wird genehmigt. Abgelehnt wurde das folgende Baugesuch von Konrad Rübsamen. Derselbe will seine abgebrannte Feldscheuer wieder aufbauen gleichzeitig damit aber auch ein Wohnhaus errichten. Die Versammlung ist der Ansicht, daß es zur Beit nicht passend Bunft 4: ist, an jener Stelle ein solches Haus zu bauen. Baugesuch des Philipp Horn für die Große Mühlgasse, wird genehmigt. Horn hat vom Körberschen Garten einen Bauplaz gekauft nnd will an dem dort zu errichtenden Neubau Ecker anbringen lassen, die 85 cm hervorragen, wozu befanntlich besonderer Dispens erforderlich ist. Das nächste Baugesuch, von A. Geisse für Ecke Seltersweg und Kaplansgasse, wurde bedingungsweise genehmigt. Geisse will das Baterre umbauen, breite Schaufenster, auch solche nach der Kaplansgasse zu, einfügen lassen. Für die Kaplansgasse ist aber schon eine neue Baufluchtlinie bestimmt, welche vor schreibt, daß das Geisse'sche Eckhaus zurück muß. Würde die Genehmigung zum Neubau nicht gegeben, tönnte Geisse verlangen, daß die Stadt sein Haus antauft.- Längere Debatte brachte das Baugesuch der Frau Rothenberger, deren alte Hofraite am Neuenweg baufällig ist und sie ihren Neubau vor an die Baufluchtlinie rücken will, also soweit vor, wo jezt der Brunnen steht.( Der Brunnen muß wohl fallen. Wie wird's denn mit dem Wasserbedürfnis der Bewohner aus den nächstgelegenen alten Häusern, in welchen keine Wasserleitung ist? D. Red.) Das Gesuch wird genehmigt mit der Bedingung, daß im Neubau teine Knochen und Lumpen gelagert werden und ferner, daß sie die im alten Hintergebäude untergebrachten Knochen täglich und die Lumpen wöchentlich einmal in ihren außerFür halb der Stadt gelegenen Speicher verbringen läßt. das von der Stadt zu kaufende Gelände( 41 qm) muß sie Dem katholischen 100 Mt. pro Quadratmeter zahlen. Kirchenvorstand wurde genehmigt, daß die neue katholische Kirche mit Lattenzaun 5 Jahre lang eingezäumt werden fann. Gegen die von der Firma Georg Phil. Gail nachgesuchte Aufstellung mehrerer Telephonstangen am Wismarerweg gegen eine jährliche Anerkennungsgebühr von 1 Mt. wurde nichts erinnert.- Ebenfalls genehmigt wurde die Anlage eines weiteren Fußweges von Dswalds- Garten nach der Nordanlage. Die notwendigen Dachdeckerarbeiten am Forsthaus Hochwart wurde den Herren Kröck und Müller Gegen die Errichtung einer für 81 Mt. übertragen. Telephonverbindung von der Kläranlage nach dem Elektrizitätswert wurde nichts eingewendet. Das in der Plockstraße zwischen dem Bachschen Geschäftshaus und dem Neubau gelegene fleine noch freiliegende Grundstück hat die Stadt vor Jahren gekauft. Die Uebergabe sollte am 1. Juni erfolgen. Kaufmann Bach ist aber eingekommen, man möge ihm den Blaz noch ein weiteres Jahr zur Verfügung lassen. Das Gesuch fand Buftimmung. Die Verträge über den Verkauf des durch die Ueberwölbung des Klingelbaches von der Stephanstraße bis zur Löberstraße gewonnenen Geländes wurden genehmigt. Der Verkauf hat bereits früher stattgefunden. Der letzte Punkt der T.-D. betr. die Abgabe von Waldparzellen zur Bergrößerung des Exerzierplazes an den Militärfistus wurde einstimmig abgelehnt. Es dreht sich um den schmalen Waldstreifen, welcher vom Philosophenwald nach dem da hinter liegenden großen Stadtwald führt und unseren Spazier gängern und Eholungsbedürftigen die einzige Möglichkeit gibt, im Schatten dort von einem zum anderen Wald spazieren gehen zu fönnen. Stadtv. Wimmenauer bringt hier zur Sprache, daß ihm ein früherer Regimentskommandeuer gesagt habe, der Platz sei sogar zu groß und er habe gefunden, daß auch der hintere Teil sehr wenig zum Ererzieren be nugt werde. † Durch eigene Unvorsichtigkeit verwundet. In Minden wurde dieser Tage bei einer Schießübung ein Gefreiter des Infanterieregiments Nr. 15 durch einen Schuß schwer verlegt. Er hatte das Zeichen zum Beginn des Schießens nicht beachtet und war nochmals vorgetreten. Da fiel ein Schuß, der ihn in die Brust traf und schwer verletzte. † Vorsicht beim Genuß von Petersilie! In Lichtenberg hat dieser Tage wieedr die Verwechselung von Schierling mit Petersilie schweres Unheil über eine Familie gebracht. Nach der Mahlzeit erkrankte die aus sechs Köpfen bestehende Familie unter Vergiftungserscheinungen. Der Arzt stellte fest, daß statt Petersilie Gartenschierling zum Essen verwendet war. Der Ehemann, ein Arbeiter, liegt auf den Tod darnieder. † Drei Personen erschossen. In Folschweiler bei St. Avold wurde ein Dieb durch den Gastwirt Umenhover überrascht. Der Dieb zog einen Revolver und erschoß den Gaſtwirt, ein zweiter Schuß traf dessen Frau tödlich, ein dritter Schuß verwundete einen der Verfolger. Der Mörder ist entkommen. Umenhover hinterläßt fünf Kinder. † Hinrichtung eines Brandstifters. In Koblenz wurde vorgestern der Schlosser Stoffel aus Windesheim enthauptet, der vor einem Jahre das Haus in Brand gesetzt hatte, in dem sich sein schwachsinniger Schwager befand. Er hatte sein Opfer mit Stricken an die Bettstelle gefesselt. † Absturz aus dem Luftballon. In Santa Clara in Kalifornien stürzte vor kurzem der Luftschiffer Maloney aus seinem Luftballon 3000 Fuß hoch ab. Der Körper war zu einer unförmigen Masse verwandelt. † Unglücksfall auf einem Kriegsschiff. Als das österreichische Linienschiff„ Habsburg" dieser Tage vor Pola Schießübungen mit scharfer Munition vornahm, wurden beim Abfeuern eines 15 Zentimeter- Geschüßes durch ausströmende Gase ein Mann getötet und einer verletzt. † Ein neues Kabel im Orient. In der türkischen Hauptstadt hat vorgestern die feierliche Eröffnung des Kabels von Küstendsche nachy Konstantinopel stattgefunden. Mit den türkischen Delegierten wohnte der deutsche Geschäftsträger Freiherr v. Bodmann und ein Vertreter des Reichspostamts der Eröffnungsfeier bei. - - - - - 5. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Gießen, 19. Juli 1905. ( Protokoll Auszug.) Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsigender, Kommerzienrat Heichelheim, stellvertr. Vorsitzender, Dürbeck, Friedberger, Grünewald, Hoos, Thring, Klingspor, Rinn, Röhr, Kommerzienrat Schirmer, Schmall, Stammler, Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Knipper. Vor Eintritt in die Beratung der Tagesordnung begrüßt der Herr Vorsitzende die beiden durch eine Ersazwahl als Mitglieder der Handelskammer gewählten Herren Mor Friedberger und A. Klingspor aus Gießen und gibt der Erwartung Ausdruck, daß ihre Mitarbeit von reichen Erfolgen für Handel und Industrie des Kammerbezirkes begleitet sein möge. 1) Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mitzuteilen. a) Der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. wurde der erbetene Bericht über die wirtschaftliche Lage des Eisenerzbergbaues im Handelskammerbezirk während des zweiten Vierteljahres erstattet und hierbei namentlich auf die Nachteile hingewiesen, die den oberhessischen Erzbergbau durch die weite Entfernung von den Hüttenstationen und die hohen Frachtkosten treffen. b) Von mehreren Gießener Firmen wurden bei der Handelskammer Beschwerden über häufige Verzögerungen der Gespräch vermittelungen bei dem Fern sprechant Gießen geführt. Die Kammer hat sich durch Erfundigungen bei einer Anzahl von Geschäfte firmen Gifenbahngüterber gänzlich tuht Da find, so ift in neu Wagenfandgeld fü Unrednung zu b fchon am Lage bo ift. Wenn die Ha Ansicht ist, daß di an Sonn- und Fe fertigt ist, so befal gehenden Vorschlag 3. Ginführ 250 km für Fer stimmungen der F Ferngesprächen au 500 km eine Gebü dem Berkehre wir 1 M. für Gespräch 100 km bielfach ale und es ist deshalb berechnung eine 3 und bei Entfernun Gebühr 75 Pfg. dem Staatsjette Sinne borftellig und Handelszweig nadh einer solchen Beeinträchtigung berlehr ist nach regel nicht au be Cages für Entfer ausichtlich zu ein wird, den anfang gleiden dürfte 4. Ginführ branntweinfä Gichungs- Kommis Auskunft darüber führung der Gich llege und welche F Madheidung feitzu fich entsprechend Munichen der In Einführung der eidung innerhal 5. Defte fprechend einer Ses Innern bebungen über bet den Handl bezirts, angef gehilfenberban geteilt worde eine entsprech des unlautere manchen Gefd jebigen geje genügend entge *** Das 7 Uhr 57 Mi Bahnhof ein un ** Hudd worfen. Unfe Der Ferienjenat Sigung( 20. Ju Schwurgerichts Lobe und 12 Jab als unbegründet iekens. Fuli 1905. bürgermeister adtverordnete mladung des verordneten äule auf der aug fuch bes m Fuße des -Abgelehnt Rübfamen. mer aufbauen ichten. Die icht paffend -Bunft 4: blgaffe, wird einen Bau ben Neubau , wozu be Das nächste no Raplans e will das e nach der ansgaffe ift welche vor 8. Würde onnte Geiffe Längere berger, deren d sie ihren will, also Der Brunnen m Wafferbe enen alten D. Reb.) g, daß im und ferner, en Knochen hren außer Bt.- Für m) muß fie fatholischen Le tatholische umt werden Phil. Gail en am Wis gebühr von ehmigt wurde valds- Garten dederarbeiten und Müller ichtung einer Elektrizitäts er Blodstraße Neubau ge Die Stadt vor Juni erfolgen. öge ihm den Das Gesuch lauf des durch Stephanstraße en genehmigt. Der lette parzellen zur rfistus wurde den schmalen ach dem da feren Spazier öglichkeit gibt, Balo spazieren gt hier zur mandeuer ge abe gefunden, Terzieren be ammer feld und uli 1905. Roch, Bor Borfigender, Rlingipor, Stammler, dnung be Ersazwahl erren Mor ießen und arbeit von 28 Rammerlgenbes mit a. M. wurde tlige Lage anbelstammer erstattet und wiefen, die ben ite Entfernung en Frachttoften arben bei der Berzögerungen bei dem Fern er hat fich burd Gefäfte firmen überzeugt, daß der hiesige Sprechverkehr in der letzten Beit nicht immer mit der wünschenswerten Schnelligkeit und Exaktheit funktioniert und hat deshalb das Kaiserliche Postamt um möglichste Beseitigung dieser Miß stände ersucht. c) Dem Großh. Ministerium des Innern wurde auf sein Ersuchen ein ausführlicher Bericht über die Handweberei in Oberhessen erstattet, in dem u. a. ausgeführt wurde, daß die Handweberei, sowohl in Ec zeugnissen jeder den häuslichen Bedarf, wie auch für tommerzielle Zwecke, seit Jahren zurückgegangen sei und durch den neuen Handelsvertrag mit der Schweiz noch weiter geschädigt werde. d) Von derselben Behörde war die Handelskammer aufgefordert worden, ihre etwaigen Wünsche für die Ernennung eines Sachverständigen für Weinkontrolle für die Provinzen Starkenburg und Oberhessen zukommen zu lassen. Die Handelsfammer war der Ansicht, daß für dieses Amt nur eine Persönlichkeit in Betracht kommen könnte, die den Weinbaugebieten und den Handelspläßen des Weinhandels möglichst nahe ist; sie hat deshalb von dem Vorschlage einer Persönlichkeit aus dem Kammerbezirk abgesehen. e) Der Handelskammer zu Kolmar wurde das Beileid der Kammer zu dem Ableben ihres Präsidenten A. Scheurer, desgl. dem Deutschen Handelstage die Teilnahme der Kammer anläßlich des Hinscheidens seines Präsidenten, des Herrn Geh. Kommerzienrat Frenzel, ausgesprochen. Der Herr Vorsitzende oidmete dem Bräsidenten des Deutschen Handelstages einen warmen Nachruf, indem er auf die großen Berdienste hinwies, die der Verstorbene sich um die Förderung der Interessen von Handel, Industrie und Berkehr erworben hat." Bu Ehren des Dahingeschiedenen erheben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. 2. Wagenstandgeld für Sonn- und Feter tage. Die Handelskammer ist schon vor Jahren für eine Aufhebung des Wagenstandgeldes an Sonn- und Feiertagen eingetreten, da die Wagen an Sonntagen ntat ent- oder beladen werden können, andererseits der Eisenbahngüterverkehr an Sonn- und Feiertagen faft gänzlich zuht. Da diese Anträge stets abgelehnt worden find, so ist in neuerer Zeit vorgeschlagen worden, das Wagenstandgeld für Sonn- und Feiertage nur dann in Anrechnung zu bringen, wenn der Ent- oder Belader schon am Tage vor Sonn- und Feiertagen im Verzuge ist. Wenn die Handelskammer auch nach wie vor der Ansicht ist, daß die Erhebung eines Wagenstandgeldes an Sonn- und Feiertagen in keinem Falle gerechtfertigt ist, so beschloß sie doch, auch diesen weniger weit gehenden Vorschlag zu unterstützen. 3. Einführung einer Zwischenstufe von 250 km für Fernsprech gebühren. Nach den Bestimmungen der Fernsprechgebührenordnung fommt bei Ferngesprächen auf Entfernungen von über 100 bis 500 km eine Gebühr von 1 Mf. zur Erhebung. Von dem Verkehre wird die Erhebung einer Gebühr von 1 Mt. für Gespräche auf Entfernungen von wenig über 100 km bielfach als eine zu hohe Belastung empfunden, und es ist deshalb angeregt worden, in der Gebühren berechnung eine Zwischenstufe von 250 km einzuführen und bei Entfernungen von über 100-250 km nur eine Gebühr 75 Pfg. zu erheben. Die Kammer beschloß, bet dem Staatssekretär des Reichspostamts in gleichem Sinne vorstellig zu werden, da bei vielen Industrieund Handelszweigen des Kammerbezirks das Bedürfnis nach einer solchen Zwischenstufe vorliegt. Eine dauernde Beeinträchtigung der Einnahmen aus dem Fernsprechverkehr ist nach ihrer Ansicht von einer solchen Maßregel nicht zu befürchten, da eine Verbilligung des Sazes für Entfernungen von über 100-250 km boraussichtlich zu einer Steigerung des Verkehrs führen wird, den anfänglichen Einnahme- Ausfall bald ausgleichen dürfte. 4. Ginführung der Eichpflicht für Trink branntweinfässer. Die Kaiserliche Normal Gichungs- Kommission hat die Handelskammer um eine Auskunft darüber ersucht, ob ein Bedürfnis zur Einführung der Eichpflicht für Trinkbranntweinfässer borItege und welche Frist in diesem Falle für die periodische Nacheichung festzusetzen wäre. Die Kammer erklärte fich entsprechend ihrem früheren Beschlusse und den Wünschen der Interessenten des Kammerbezirks für die Einführung der Eichpflicht und die periodische Nacheichung innerhalb 5 Jahren. Ent5. Bestechung von Angestellten. sprechend einer Verfügung des Großh. Ministeriums des Innern hat die Handelskammer nochmals Erbebungen über die Bestechung von Angestellten, namentlich bet den Handlungsgehilfenorganisationen des Kammerbezirks, angestellt. Wenn auch von den Handlungsgehilfenberbänden Fälle von Bestechungen nicht mitgeteilt worden sind, so beschloß die Kammer doch für eine entsprechende Ergänzung des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs einzutreten, da diese Unfitte in manchen Geschäftszweigen sehr verbreitet ist und ihr mit den jazigen gefeßlichen Bestimmungen durch Selbsthilfe nicht genügend entgegengetreten werden kann. ( Forts folgt.) Lokales. ** Das Großherzogliche Paar traf heute Morgen 7 Uhr 57 Min. von Kassel fommend auf dem Gießener Bahnhof ein und fuhr 8 Uhr 02 nach Frankfurt weiter. *** Huddes Revision vom Reichsgericht verworfen. Unser Reichsgerichts- Korrespondent schreibt uns: Der Feriensenat des Reichsgerichts hat in seiner heutigen Sigung( 20. Juli) die von Hudde gegen das Urteil des Shwurgerichts Gießen, das ihn wegen Raubmordes zum Tiode und 12 Jahren Buchthaus verurteilte, eingelegte Revision al: unbegründet angesehen und verworfen. ** Wechsel im Präsidium des Oberlandes Gerichts. Der bisherige Präsident des Großh. Ober. landesgerichts, Wirkl. Geheimerat Conradi- Darmstadt, ist in den Ruhestand getreten und zu ſeinem Nachfolger Landgerichtspräsident Lippold- Mainz ernannt worden. Die Ziehung ** 45. Gothaer Geldlotterie. dieser Lotterie, welche auf dem 20. und 21. Jult stattfinden sollte, wurde auf den 17. und 18. Auguft verschoben. *** Befreundete und bekannte Gießener, welche in Frankfurt beſchäftigt ſind, haben sich dort zu einem Stammtisch vereinigt. *** Vichmarkt zu Gießen. Bei dem am 18. und 19. Juli stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1533 Stück Rinbvieh, 852 Schweine. Der nächste Markt findet am 1. und 2. August statt. Am letteren Tage auch Krämermarkt. * Gleislose Züge. Wie das„ Intelligenzblatt" mit teilt, sollen beim Kaiſermanöver praktische Versuche mit der Einführung gleisloser Züge unter Anwendung der Delfeuerung angestellt werden. Es seien bei der Aktien- Gesellschaft Arthur Koppel in Berlin für diesen Zweck drei Büge mit je sechs Wagen bereits in Auftrag gegeben. ** Die deutsche Musterriege auf dem ameris kanischen Bundesturnfeft in Indianapolis hat über Erwarten ihre Mission erfüllt; ihre Turner haben nicht weniger wie 8 Preise, darunter 5 erfte, errungen. Es ist das erste Mal, daß die deutsche Turnerschaft eine solche Vertretung nach der neuen Welt entsandte. Außer je einer Musterriege an Reck, Barren, Pferd ohne Pauschen( lang gestellt) und Pferd mit Pauschen führt die Riege sehr schwierige Stabübungen aus. Die Handhabung des Wettkampfes drüben gleicht dem in der deutschen Turnerschaft, nur werden an Reck, Barren und Pferd statt 3 nur 2 llebungen verlangt. ?? Grünberg, 20. Juli. Wir erhalten von zuständiger Seite die Mitteilung, daß bezüglich der landwirtschaftlichen Winterschule die Chancen Grünbergs nicht zurückgegangen sind, sondern noch dieselbe günstige Aussicht wie früher besteht. Damit fallen die von anderer Seite ausgegebenen Nachrichten von der Ausscheidung Grünbergs in dieser Frage in sich selbst zusammen. Fl. Heuchelheim, 20. Juli. Hier ist eine Ortsgruppe des deutschen Flottenvereins gegründet worden. § Lich, 20. Juli. Bei der Landtagswahl im fommenden Herbst wird voraussichtlich ein Licher für den Wahlkreis Lich- Hungen aufgestellt werden. * Viernheim, 20. Juli. Der Großherzog hat sein Erscheinen zu der am 13. August stattfindenden Enthüllung des Kriegerdenkmals zugesagt. der mit der Kassenführung beir. war, und fehrte nicht mehr zurück. Da die Revision einen Fehlbetrag von 400 Mt. ergab, wurde ein aftbefehl hinter D. erlassen. Die Nachforschungen blieben zunächst erfolglos, bis die Polizei heute Mittag seine Wohnung öffnen ließ und Diehl entseelt vorRevolver zwei Schüsse in die Schläfen gejagt hat. Diehl, fand. Er hatte sich erhängt, nachdem er sich zuvor mit einem der eine starke Familie hat und die Unterschlagung offenbar Nieder- Ohmen und stand im 40. Lebensjahre. aus momentaner Geldverlegenheit beging, stammt aus Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 20. Juli 1905. Die Verhandlung in der am letzten Dienstag außgefeßten Sache gegen den Steinbrucharbeiter Peter Dörr von Nieder- Ofleiden führte zur Verurteilung des Angeflagten zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten. Dörr wurde schuldig befunden, daß er es unternommen habe, den Dienstknecht Wilhelm Haupt von Ober- Dfleiden, in einem gegen ihn bei dem Amtsgericht Homberg anhängigen Alimentationsprozesse zu unwahren Aussagen unter Eid zu seinen Gunsten zu verleiten. Haupt wurde zugemutet, den Verkehr mit einem klagenden Mädchen zu beschwören, das er überhaupt nicht kannte. Das Gericht zog die Jugend und seitherige gute Führung des Angeklagten strafmindernd in Betracht; doch wurde auch straferschwerend in Berück fichtigung gezogen, daß in einem derartigen Vergehen eine große Gefahr für die Beteiligten und die Rechtsordnung liegt. Dem Zeugen, dessen Glaubwürdigkeit in der Verhandlung angezweifelt wurde, schenkte das Gericht vollen Glauben, da seine Aussagen auch noch durch andere Momente unterstügt wurden. Nach dem Eindruck, den er in der Berhandlung gemacht hat, hielt man es für ausgeschlossen, daß er fähig sei, eine solche Sache zu erfinden. Literarisches. Eduard Mörikes Leben und Schaffen nebst Krauß( Stuttgart). Leipzig, Mox Hesses Verlag. Preis einer Auswahl seiner Briefe. Von Archivrat Dr. Rudolf 1,50 Mt., eleq. gebunden 2 Mt. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 5. Sonntag nach Trinitatis, den 23. Juli. In der Stadtkirche. Vormittags 8.00 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Bugleich Chriftenlehre für die Neufonfirmierten der Matthäusgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Schulz. Vormittags 11 Uhr: Rinderkirche für die Markusgemeinde. Bfarrasstent Schulz. Nächsten Sonntag, den 30. Juli, findet im Hauptgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Marfusgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johannesfirche. Vormittags 8 Uhr: Bfarrassistent Sattler. Bugleich Christenlehre für die Neufonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer ieder Gemeinde erbeten. * Braunfels, 20. Juli. Das turnfreundliche Braunfels feiert in den Tagen vom 22.- 24. Juli ds. Js. das 23. Turnfest des Lahn- Dill- Gaues auf einem schönen Fleck Erde, dem Herrschaftlichen Tiergarten, der unter dichtem, schattigen Blätterdach bei den längen einer Regimentskapelle und vorzüglicher Bewirtung angenehmen Aufenthalt verspricht. Im Laufe des Sonntag Nachmittag führen alle Gaubereine39 an der Zahl gemeinsam Freiübungen auf, um dann in Riegen zu turnen. Während dieser Zeit zeigen Braunfelser Turnerinnen, Zöglinge und die Jugendabteilung gefällige Reigen. Der Turnverein wird auch mehrere wenig bekannte Spiele vorführen, da er dant der Unterstützung seiner Gönner über vielerlei Spielgeräte verfügt. Auch dem Keulenschwingen nach dem Tafte der Musik wird eine halbe Stunde gewidmet werden. Die Beleuchtung des Schlosses am Abend wird einen Anblick von großartiger Schönheit bieten. Der Montag bringt das Einzel- Wetturnen und Frühkonzert auf dem Festplate, am Nachmittage das Turnen der Jugendabteilung. Der rührige festgebende Verein unseres vielbesuchten Städtchens( er zählt schon seit Jahren nahe an 200 Mitgliedern bet 1600 Einwohnern) hofft dank der Unterstüßung der Bürgerschaft mit gleichem Erfolge das erste ihm übertragene Gaufest durchzuführen, wie er es verstanden hat, in den 11 Jahren seines Bestehens aus fleinen Anfängen sich zu einem der größten und angesehensten Vereine des Lahn- Dill- Gaues Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit emporzuarbeiten. Für die Mitglieder des Gaues Hessen dürfte es von Interesse sein, daß die Gründer des Vereins frühere Mitglieder der Turnvereine Hungen, Lauterbach und ich waren. ( Turnzeitung für den Gau Hessen.) Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johannesfirche. Text: 1 Betr. 8-15. Nächfifünftigen Sonntag, den 30. Juli, wird nach allen Gottesdiensten die alljährliche Kollekte für Innere Mission erhoben. Batholische Gemeinde. Samstag, den 22. Juli. zur hl. Beichte. Sonntag, den 23. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion. ต " 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vorm. von 9.30 Uhr an: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2% Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Katholischer Gottesdienst in Grünberg findet ſtatt: Sonntag, den 23. Juli vormittags 9½½ Uhr. § Griedel, 20. Juli. Großfener. Heute Morgen gegen 42 Uhr fam in einer Scheune ein Schadenfeuer zum Ausbruch, dessen Bekämpfung unsere Feuerwehr sofort in angriff nahm. Als die Gefahr schon beseitigt schien, flammte eine benachbarte Scheune auf. Das Feuer sprang jetzt von Haus zu Haus und bald standen 3 Scheunen und 4 Ställe in Flammen. Kurz nach Ausbruch des Brandes erschienen auch die Feuerwehren von Butzbach und Gambach und leisteten wirksame Löschhülfe, bis es gegen 10 Uhr gelang, das Feuer den 22. Juli. Zeitweise wolf g, stellenweise Gewitter, ziem. zu lokalisieren. Leider sind bei dem Brande zwei Rinder umgekommen. Die Besiger der abgebrannten Gebäude sind stehungsursache ist noch nicht festgestellt, man vermutet indes die Landwirte Bentheim, Treut und Wagner. Die EntBrandstiftung. ][ Weglar, 20. Juli. Die Jubiläumsfeierlichkeiten des gültig auf den 29. und 30. Juli festges zt worden. 25jährigen Bestehens des Weglarer Ruderklubs sind entRegatta geht am Sonntag, den 30. Juli vor sich. Die Erda, 20. Juli. Die Kaiserin hat unserer Gemeinde zu den durch die Typhusepidemie verursachten Kosten uud zur Gründung einer evangelischen Frauenhülfe einen Beitrag von 500 mt überwiesen. ?? Frankfurt, 20. Juli. Unterschlagung im Amte und Selbstmord. Am 18. Jult wurde die Kasse des Gewerbe- und Kaufmannsgerichts einer Revision unterzogen. Während der zuständige Beamte mit ihrer Prüfung be schäftigt war, entfernte sich der Assistent des Gerichts, Diehl, Gießener landwirts@ aftlicher Wetterdient. Voraussichtliche Bitterung in Heffen für Samstag, lich warm. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Verantwortli: für die Politik und den Inseratenter: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beib in Glegen. A C Verlangen Sie Muster unsersr neuesten Stoffe und Foulards für StrassenToiletten und Blousen. Seidenstoff- Fabrik- Union Adolf Grieder& Cie, Zürich N G Zum neuen Saalban Giessen. ( früher Steins Garten.) Montag, den 24. Juli: Grosses Extra- Konzert zum Besten des Invalidendank ausgeführt von der Kapelie d. Inf.- Reg. Kaiser Wilhelm( 2. Grossh. Hess.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung Grossh. Musikdirektors Herrn C. KRAUSSE. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pfg. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. Braunfels 23. Turnfest des Lahn- Dill- Gaues am 22.- 24. Juli 1905. Fest- Ordnung: Sonntag 2 Uhr: Festzug. - Samstag abend: Kommers mit Gesangs- Vorträgen und turnerischen Aufführungen. Auf dem Festplatz im ,, Kleinen Tiergarten": Turnen der Vereine, Wettspiele, Keulenübungen, Waffenreigen der Jugendabteilung, Reifen- und Fahnenreigen der Turnerinnen, Stabreigen der Zöglinge. Montag 7 Uhr: Einzel- Wetturnen. 10% Uhr: Frühkonzert auf dem Festplatz. Nachmittags: Turnen der Jugendabteilung. Die Musik wird von der Kapelle des Inf.- Rgts. No. 87 von Mainz ausgeführt. An beiden Tagen: Tanz- und Volksbelustigung. Eintrittsgeld 30 Pfg. Der Fest- Ausschuss. Dalli Seifenpulver das Allerbeste für die Wäsche Praktiziere jetzt im Neubau Plockstrasse 7 Nähe Seltersweg Schwalm, Zahnarzt. Turn- Verein Giessen. Sonntag, den 23. Juli: Frühgaug mit Damen auf den Schiffenberg. Abmarsch 6 Uhr vom Ludwigsplay. Der Vorstand. Freibant. Heute von 5-8 Uhr, Schweinefleisch 45 Pfg. Der Verkauf findet in der Großbieh- Schlachthalle statt. Feinste Fahrräder, erstklassig, direkt Private und Händler von von der Fabrik an Mk. 65. an. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend mit Samstag, den 1. Juli, im Impflokale Schulgebäude, Neustadt 61- für die nächsten 5-6 Wochen, jeden Samstag, nachmittags von 5-6 Uhr, abgehalten werden. Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfbflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benußen will, muß die Impfung feines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschluffe auf seine Kosten be werkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Straf= androhung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften. Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschan nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kräntlichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Impfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Jmpflinge müssen mit reiner Wäsche und reingewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten Herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 27. Juni 1905. Sroßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf unsere früheren Bekanntmachungen, die Bedienung der Rückstauverschlüsse betreffend, machen wir diejenigen Hausbesizer, welche Prima ihre Grundstücke an die Neukanalisation bereits ange= Zubehörteile, Mantel von ca. schlossen haben, darauf aufmerksam, daß von Mk. 4., Luftschläuche von Mk. 2.80 an. Donnerstag, den 20. Juli ds. Js. bis einschließlich auch an frem- Samstag, den 22. Juli ds. Js. wiederum eine Spülung sämtlicher städtischer Straßenkanäle vorprompt und billigst. genommen wird. Reparaturen dem Fabrikat Katalog gratis und franko. Duisburger Fahrradfabrik ,, Schwalbe", Akt.- Ges. Duisburg- Wanheimerort. Gegründet 1896. Jede Dame erhält dauernde Arbeit nach Hause Gießen, den 13. Juli 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisatio sarbeiten wird die Süd. anlage zwischen Bismarck- und Goethestraße von heute an bis auf 00000000 Speise: Salat- überallhin. Auskunft gratis durch weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Postkarten- Centrale Sonnenstraße 5 Gießen am Kanzleiberg empfiehlt: Stadt- Ansichten, Blumen-, Serien-, Witzkarten, Künstlerkarten. Das eigene Porträt auf der Postkarte à Stück 15 Pig. Fahrzeugwerke, Wilhelmshöhe" bei Cassel empfehlen ihre vorzüglichen, unübertroffenen Erzeugnisse in Fahrrädern mit neu pat. 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