Renntnis, da nicht meh int Stathan Sen. nden Winte ldungen en bis 3 er Nr. 15 Der Prei und bei de gen. ichte und und Ge zwar bo Stag, de Ginficht gegen die riftlich oder ben werden. Bor Cand ief, ſidy an Ces Lige Ente der der ein eine eAn echt en, t!" djt Nr. 221. đer, iter anz mig rise affe und iſt. nit ind eln, ten ält, org ehr his en it It, mer und ann Cend isch, ge= tat nem der Sitt' Slei cr Sie Lidi to. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernſprechauschluß Nr. 362. Mittwoch, den 20. September 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Pfa.. in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießeuer Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Ein Empfehlungsbureau. Geschäftsmäßiger Vertrieb von Referenzen. - ( te allen denen Dant, die sich um den diesjährigen Kongreß verdient gemacht hätten, und gedachte einer Anzahl Don Mitarbeitern an der sozialen Aufgabe des Kongresses, die an der diesjährigen Tagung nicht teilzunehmen ver1..chten. Der Redner schloß seine Ansprache mit dem Hinweise darauf, daß es nötig sei, unermüdlich zu verbessern und zu vervollkommnen. Der Minister des Innern Graf von Bylandt- Rheydt begrüßte im Namen der Regierung den Kongreß. Der Minister betonte: Daß der Ausbau des sozialen Versicherungs. w.jens ein unabweisliches Postulat ist, steht für sich fest. Den Geboten der Sittlichkeit zur Geltung zu verhelfen, bleibt immer der höchste Zweck jeder staatlichen Betätigung. Einer si.tlichen Forderung aber entspricht es. denjenigen, die auf den Ertrag ihrer Hände anaeweien sind, eine menschen. n ürdige Lebensführung zu sichern. Vorwärts schreitend dü:- fen wir den Blick nicht abwenden von diesem hohen Ziele, das der Staatskunst künftiger Generationen gesteckt ist, der Verwirklichung des Rechtes auf die Existenz. Indessen müssen wir uns jedoch bescheiden, des Tages Arbeit auf dasjenige zu richten, was unter den gegenwärtigen Verhältnissen zunächst für jene geleistet werden kann, die durch ihr Alter oder durch widriges Geschick ihrer Arbeitsfähigkeit beraubt sind. Bürgermeister Lueger begrüßte den Kongreß im Namen der Stadt Wien und verwies darauf, daß nicht nur Arbeiter, sondern auch der Kleinbürger und der Bauernstand des Schutes für das Alter bedürfen. Im Namen der deutschen Delegierten dankte Oberregierungsrat Werner: Der Herrscher Desterreichs und sein treuer Bundesgenosse, unser Kaiser, fühlen sich eins in dem Gedanken, daß den Arbeiterstand heben nichts anderes heißt, als die Wohlfahrt des Landes steigern. Der ehemalige französische Minister Millerand sprach den Dank der Franzosen für den Empfang aus. Millerand gab eine Darstellung der Ziele des Kongresses, welcher dazu führen müsse, die Menschheit vorwärts zu bringen auf dem Wege der Humanität und Gerechtigkeit. Wenn der Mensch zu einem bestimmten Zwecke des empfehlenden Wortes eines angesehenen Mannes bedarf und dieser angesehene Mann mit dem guten Willen ist für den Suchenden nicht zu haben, so gerät er gar leicht in eine üble Lage. Dem ehrlichen Gesicht glaubt man wenig in dieser Welt des Scheines und des Betruges. Um dem oft empfundenen Mangel der Referenzenlosigkeit abzuhelfen, hat ein findiger Engländer nun einfach den Weg der geschäftlichen Organisation eingeschlagen. Eine englische Zeitschrift erzählt von einem Herrn in London, der aus vornehmer Familie stammt und Marineoffizier a. D. ist, der sich ein schönes Stück Geld damit verdient, daß er Empfehlungen gibt. Wenn jemand in fremde Länder reisen und Empfehlungen haben möchte, um sich in der Fremde bald heimisch fühlen zu können, so wendet er sich an diesen Herrn, der ihn gegen ein angemessenes Honorar mit den besten Empfehlungen versieht, so daß er überall in der Welt Freunde und Gastfreundschaft findet. Ehe er aber als Kunde angenommen wird, muß er selbst gesellschaftliche und geschästliche Referenzen aufgeben, und erst wenn diese befriedigen, wird der freundliche Herr seinen Wünschen nachkommen. Der ehemalige Marineoffizier mußte den Dienſt aufgeben, nachdem er bei einem Angriff auf ein arabisches Sklavenschiff eine schwere Wunde davongetragen hatte. Da er außer seiner kleinen Bension nur geringe Mittel hatte, versuchte er, zunächst ohne Erfolg, auf verschiedene Weise einen fleinen Zuschuß zu verdienen. Eines Tages bat ihn ein Freund, der nach Labrador zur Karibu Jagd ging, um Empfehlungen an Leute in jener Gegend, da er wußte, daß der Offizier mehrere Jahre dort zugebracht hatte. Dieser kam gern der Bitte nach. Bei näherem Ueberlegen fam er nun auf den Gedanken, daß er während seiner Dienstzeit mit ,, den besten Leuten" in allen Teilen der Welt in Berührung gekommen wäre und sich diese Beziehungen doch nutzbar machen könnte. Er unternahm zunächst noch eine Reise um die Welt, um die Zahl seiner Bekannten zu vergrößern, und nach seiner Rückkehr ließ er sich in einem vornehmen WestendViertel zur Ausübung seines eigenartigen Berufes nieder. Ueber seine Erfahrungen erzählt er selbst:„ Ich verschicke nie Zirkulare und suche nie jemand anzulocken, und doch habe ich reichliche Gelegenheit, solche Empfehlungen mitzugeben. Die meisten Leute, die da draußen in den Kolonien festsigen, heißen sehr gern neue Bekannte willkommen, wenn sie nur angenehme Leute sind. Oft genug schreiben mir meine Freunde in der Fremde, ich möchte ihnen doch wieder Befannte empfehlen, aber ich bin auch sehr sorgfältig bei der Aufnahme meiner Kunden und empfehle sie nur, wenn ich sicher bin, daß sie bei meinen Freunden in Melbourne oder Montreal willkommen sind. Ich achte auch darauf, nicht etwa Leute mit entgegengesetztem Temperament und Geschmack zusammenzubringen. Ich beschränke mich jedoch nicht auf eine Gesellschaftsklasse. Kommt ein Geschäftsmann zu mir, so empfehle ich ihn an Geschäftsleute, Sportsleute, die jagen wollen, weise ich an cifrige Jäger, ja, durch meine Empfehlungen sind auch bereits mehrere glückliche Ehen zustande gekommen. Manchmal gerate ich etwas in Verlegenheit, und einmal ist mir ein schlimmer Fehler passiert, der schwere Unannehmlichkeiten zur Folge hatte. Ein Anwalt fam zu mir und bat mich um passende Einführungen an Leute der Gesellschaft in Auckland und Dunedin, da er überarbeitet wäre und zu seiner Erholung eine Fahrt nach NeuSeeland machen wollte. Ich tat es, aber nach einiger Zeit erfuhr ich zu meinem Schrecken, daß er wegen Unterschlagung verfolgt wurde. Ich kabelte sofort an meine Freunde, aber es war schon zu spät, der Mann hatte bereits auf Grund meiner Empfehlungen von drei Leuten, an die ich ihn gewiesen hatte, 14 000 Marf geborgt. Natürlich zahlte ich das Geld zurück, da der Betrüger durch meinen. Irrtumi Zutritt zu ihnen erlangt hatte. Sonst aber haben mir meine Kunden immer nur Ehre gemacht. Mein Honorar richtet fich natürlich nach der gesellschaftlichen Stellung meiner Kunden und nach ihren finanziellen Verhältnissen. Aber ich fann sagen, daß mein Jahreseinkommen au diesem Beruj schon seit längerer Zeit über 40 000 Mark beträgt." Man sieht, daß ein derartiges Empfehlungsbureau seinen Mann nährt. Der neue Berufszweig hat außerdem jedenfalls Anspruch auf Originalität. Arbeiterverficherungs- Kongrefs. ( Eig. Bericht.) Wien, 19. September. Zu dem 7. internationalen Songreß für Arbeiterversicherung haben sich ungefähr 1500 Teilnehmer aus allen Ländern eingefunden. An dem Kongreß nehmen auch teil der deutsche und der italienische Botschafter, die österreichischen Minister Graf Bylandt- Rheydt und v. Randa, Vertreter staatlicher und städtischer Behörden, sowie Reichsratsund Landtags- Abgeordnete. Die Begrüßungsansprache hielt der frühere Ministerpräsident Dr. von Koerber. Der Ehrentäsident des Komitees. Geheimrat Dr. Bödiker- Berlin, Eine neue Friedenskomödie. gezogen haben werden und der Friede sich über den Feldern der Mandschurei lagert, ist es doch nur ein Friede des Kirchhefs, der eine nur zu beredte Sprache spricht... Die zweite Haager Konferenz mag kommen, und die Delegierten der Mächte mögen fluge Worte tauschen, den ewigen Völkerfrieden wird man nicht im Haag und nicht in Petersburg defretieren. Und darum wird auch diese vom Zaren und Roosevelt so start propagierte Konferenz nur eine Komödie sein, die man als solche betrachten muß. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. Aus Deutsch- Südwestafrika meldet Generalleutnant von Trotha über das siegreiche Gefecht vom 13. September noch, daß der Feind etwa 300 Köpfe stark war, darunter 200 Mann mit Gewehren, Hottentotten und auch Hereros unter Andreas. Der siegreiche Ausgang des Gefechts in der völlig unbekannten Gegend wurde nur durch die von langer Hand berbereiteten persönlichen Erkundungen des Majors Maercer ermöglicht. Der Feind floh unter Zurücklassung bon 60 Toten und 50 gesattelten Pferden in kleinen Trupps in nordöstlicher Richtung. Die unmittelbare Verfolgung wird durch Major Meister fortgesetzt. Der Korrespondent der„ Times" in Johannesburg erklärt in Widerlegung der Behauptungen wegen der auf britisches Gebiet geflüchteten Hereros und des Waffenhandels, daß der einzige Trupp bon Flüchtlingen, der sich im Betschuana- Protektorat bcfindet, aus 840 Hereros, Männern, Frauen und Kinderir bestehe, die entwaffnet und in beträchtlicher Entfernung von der Grenze in der Niederlassung Batowana untergebracht worden seien. Die Befürchtungen, daß große Mengen Flüchtiger sich des Protektorats bedienen, um den Aufständischen zu helfen, seien unbegründet. Der Zar und Präsident Roosevelt sollen sich lebhaft für die Einberufung einer neuen Friedenskonferenz nach dem Haag interessieren. Beide streiten natürlich friedlichüber die Priorität dieser gesegneten dee; es heißt aber neuerdings, daß Roosevelt zugunsten Nikolaus' II. von der Initiative zurückgetreten wäre... Eine abermalige Friedenskomödie im gegenwärtigen Augenblick wäre weder tragisch, noch komisch; sie wäre vielmehr tragikomisch. Der weiße Zar, der der Welt den Frieden verheißen und das neuc Evangelium der Völkereintracht weihevoll verkündet hat, fann mit seiner Idee nicht gerade glücklich genannt werden. Noch hatte er seinerzeit die Pose des Heilsverkünders nicht wieder abgelegt, da begann, zweifellos doch durch die Mitschuld von Petersburg, das männermordende Ringen im fernen Osten, und seitdem ist kein Tag vergangen, der nicht bon neuen Kämpfen, neuen blutigen Greueln Kunde brachte. Die Wigblätter Europas hatten Verständnis für den ebenso unfreiwilligen, wie grandiosen Treppenwit, den hier der seltsame Widerspruch zwischen Taten und Worten bot, und etwas wie Weltenhumor stieg lächelnd herauf. Und nun soll diese Komödie ihre Wiederholung finden, soll abermals das Unzulängliche menschlichen Könnens seinen deutlichen Ausdruck finden. Schaden kann ja eine zweite Friedensfonferenz gewiß nichts; aber nüßen fann sie ebensowenig. So lange der Wettkampf der Völker in wirtschaftlicher Beziehung besteht, so lange werden wahrscheinlich auch die letzten Konsequenzen mit dem Schwert in der Hand gezogen, und noch immer sprechen die Kanonen das letzte Wort. Man sagt, durch das starke Interesse Roosevelts an dem Zustandekommen der neuen Konferenz sei einigermaßen die Gewähr geboten, daß Positives geleistet werden würde. Man hält also den ehemaligen Nauhreiter im Augenblick für einen der stärksten Realpolitiker der Welt und meint, schon seine Teilnahme verbürge unbedingten Erfolg. Solange man sich im Haag nur mit einer Revision der Genfer Konvention beschäftigt, mag das zutreffen; an diesen Bestimmungen läßt sich noch manches ändern, und gewiß werden die Lehren des ostasiatischen Krieges besonders in bezug auf den Seekampf auch in den internationalen Artikeln ihren Ausdruck finden müssen, die bestimmt sind, die Barbarei aus dem Kriege zu bannen. Der Krieg selbst aber läßt sich weder aus der Welt reden, noch aus der Welt schreiben. Daran haben Bertha von Suttner und der weiße Zar nichts ändern können, wie der letztere ja am eigenen Leibe erfahren mußte In Deutsch- Oftafrika greift der Aufstand weiter um sich. Stabsarzt Zupiga berichtet aus Iringa, daß das ganze Mahenge- Gebiet bis auf den Bereich des Sultans von Kiwanga aufständisch ist. Die Verbindung zwischen Wiedhafen am Nyassa- See und Siongea ist abgeschnitten. Den Missionaren der Benediktiner- Mission Kigonsera im Bezirk Ssongea gelungen, sich nach Wiedhafen zu retten. Der Stamm der Wahehe sowie der Sultan Kiwanga im Bezirk Mahenge sind treu geblieben. Die Mohammedaner halten überall zu der deutschen Herrschaft. daran wird auch der brave Theddy nichts ändern, so friedfert ein Wille sein mag. Die augenblickliche Konstellati er europäischen Mächte ist nichts weniger als garantiebietend für die Zukunft. Der neue Zweibund, der im Westen sein Haupt erhob, zeigt Frankreich und England in Fechterstellung. Oben in Skandinavien rüsten zwei Brudervölker unaufhörlich, um durch Waffengerassel ihrer Stimme mehr Nachdruck zu verleihen. In Afrika aber fämpfen weiße Männer gegen treulose Eingeborenenstämme, und Ströme deutschen Blutes färben die öde Wüstenei. Selbst wenn Rußland und sapan ihre Heerhaufen zurück* Ueber die Ergebnisse der parlamentarischen Studienfahrt nach Afrika äußerte sich der wegen Erkrankung vorzeitig in Hamburg wieder eingetrofiene Abgeordnete Günter sehr befriedigt. Die Besichtigung der Station Lome machte einen vorzüglichen Eindruck. Breite, saubere Straßen durchziehen den Ort, die Baulichkeiten haben ein harmonisches Gepräge, und auch die sanitären Einrich tungen ließen eine umsichtige Verwaltung erkennen. Nach den Eindrücken, die Lome auf die Parlamentarier machte, kann dieser Ort den Vergleich mit den vorher angelaufenen englischen Stationen an der Westküste unbedingt aushalten. Auch Dr. Arendt war erfranft, er hatte sich aber, als man in Lome ankam, wieder erholt, so daß er an der Weiterfahrt. teilnehmen konnte. Abg. Günter ist übrigens wieder vollständig hergestellt. * Der in Paris weilende deutsche Gesandte Dr. Rosen hatte bisher keine neue Besprechung in der MarokkoAngelegenheit mit dem französischen Vertreter Revoil, sollte aber gestern mit ihm zusammenkommen. Trotzdem in den letten Tagen eine Stockung in den Verhandlungen eingetreten ist, bleibt man in den diplomatischen Kreisen sehr hoffnungsvoll und hofft auf baldige Erledigung aller Einzelheiten. Anläßlich eines Festmahles zu Ehren des von Berlin nach Paris berufenen amerikanischen Generalkonsuls Mason wurden auch die Handelsbeziehungen zwischen Amerika und Deutschland erwähnt. Generalkonsul Mason betonte die Schwierinfeiten, welche sich der Erhaltung harmonischer Handelsbeziehungen zwischen Amerika und Deutschland entgegen. stellen, wodurch ein Problem geschaffen werde, dessen Lösung beiderseitige Konzessionen verlange. Man hoffe aber drüben wie hier, daß es zu zufriedenstellenden Vereinbarungen femmen werde, da zwischen zwei Nationen, deren Berührungspunkte sich stetig vermehren, gespannte handelspolitische Beziehungen undenkbar seien. * Die Lübecker Bürgerschaft faßte zur Bekämpfung der Fleischteuerung einen Beschluß, nach dem der Senat der Stadt im Bundesrat für Deffnung der Grenzen und für die Vieheinfuhr eintreten soll. Die Handelskammer zu G[ berfeld äußerte sich in ähnlichem Sinne. Die angebliche Deffnung der russischen Grenze für die Einfuhr des erhöhten Schweinefontingents ist nicht zutreffend. Das Gerücht ist darauf zurückzuführen, daß ein Beamter des preußischen Landwirtschafts- Ministeriums in den letzten Tagen auf den russischen Viehmärkten weilte. * Vielfach wird in Industrie- und Handelskreisen von dem bevorstehenden Rücktritt des preußischen Handelsministers Moeller gesprochen. Ob sich die Gerüchte bewahrheiten oder wieder einmal auf müßige Erfindung zurückzuführen sind, muß einstweilen abgewartet werden. * Der russische Minister Witte fehrte auf dem Schnell. dampfer Kaiser Wilhelm der Große" aus Portsmouth heim. Anläßlich eines Konzertes an Bord hob er die Verdienste des deutschen Kaisers um den Frieden hervor. Witte jagte in seiner Ansprache, er habe nicht nötig, daran zu er innern, daß Kaiser Wilhelm ein warmer Freund des Zaren und des Präsidenten Roosevelt sei. Es sei ein Gebot der Ehrfurcht, des deutschen Kaisers zu gedenken.- Der Mi nister ist mittlerweile in Cherbourg gelandet. * * Der stedbrieflich verfolgte polnische Reichstagsabgeord nete Victor Rulerski ist nach Deutschland zurückgekehrt und hat die gegen ihn früher erkannte zweimonatliche Gefängnis. strafe in Plößensee bei Berlin angetreten. Der Termin in der Anklage wegen Aufreizung verschiedener Bevölkerungs. klassen findet heute in Graudenz statt. * Der in Jena tagende sozialdemokratische Parteitag verwies die Streitigkeiten zwischen einzelnen Parteiblättern auf Antrag Singer einer Kommission. Dem Vorschlage, den Vorwärts" zu einem Berliner Lokalorgan zu machen, statt ihn als Zentralorgan beizubehalten, trat Bebel entschieden entgegen. Abg. Molkenbuhr erstattete den Geschäftsbericht des Parteivorstandes. Als er auf die Zeitungs. Streitigkeiten eingehen wollte, wurde er vom Vorsitzenden Singer mit Hinweis auf die Kommission daran verhindert. Uebrigens war Dr. Franz Mehring, der Chefredakteur der ,, Leipziger Volkszeitung", im Saale erschienen. Den Seas senbericht erstattete Abg. Gerisch; danach sind die Einnahmen im letzten Jahre um 102 000 Mark, die Ausgaben um 136 000 Mark gewachsen. Abg. Meister gab den Bericht ber Kontrollkommission. In der Debatte empfahl Abg. Dr. Südekum die Kommunalisierung der Fleischversorgung. Es sind wieder eine Reihe Resolutionen eingegangen, so cine wegen des Generalftreifs und eine my der Autonenie für Elsaß- Lothringen. Schweiz. ** In Luzern wurde der 14. Internationale Friedensfongreß eröfnet. Bundesrat Komtesse begrüßte die Verjammlung namens der schweizerischen Regierung. Für Deutschland erstattet den ersten Bericht der Historiker Professor Dr. Quidde, für Desterreich spricht Baronin Suttner in französischer und englischer Spache; für Dänemark der Politifer Baier; für China Tsang Tsai Fou aus Schanghai und für Frankreich der Friedensapostel Passy. Dänemark. ** Ein Schiedsgerichtsvertrag zwischen Frankreich und Dänemark ist in Kopenhagen unterzeichnet worden. Niederlande. Die bei der Eröffnung der Generalstaaten verlesene Thronrede kündigte eine Vorlage über den militärischen Vorbereitungsdienst der Jugend, durch den das ganze Volf borbereitet werden soll, die Waffen zu tragen, sodann eine Vorlage betreffend zwangsmäßige Kranten-, Alters- und Invalidenversicherung an. Außerdem ist eine Revision der Verfassung zwecks Abänderung des Wahlrechts beabsichtigt. Russland. ** Ueber den Friedensvertrag mit Japan hat sich der mittlerweile in Paris eingetroffene Minister Witte nochmals geäußert. Er erklärte das Gerücht, daß der Friedens. bertrag eine geheime Klausel enthalte, für falsch und äußerte sein Bedauern, daß ihm Petersburger Einflüsse die Ab. tretung des südlichen Teils von Sachalin aufnötigten. Er habe protokollieren lassen, daß diese Abtretung im beson. deren Auftrage Petersburgs erfolgte. Wichtig für Japane Verzicht auf eine Kriegsentschädigung waren nach Wittes Mitteilung zwei Briefe Roosevelts an Kaneko, den offiziösen Delegierten Japans. In einem dieser Schreiben hieß es: " Japan hat auch Pflichten gegen die Welt, diese Pflichten müssen respektiert werden." ** Das Morden, Brennen und Plündern im Kaukasus. Gebiet nimmt kein Ende. In Baku, das tatsächlich der Zer störung entgegengeht, sind zahlreiche Läden noch immer ge schlossen trotz des Verbots, das eine hohe Strafe für jeden geschlossenen Laden festsetzt. Die Einwohner bewegen sich auf den Straßen wie Gefangene. Sie werden von bewaff neten Soldaten esfortiert. Die Fabriken und anderen Be triebe sind untätig. Eine Menge von Arbeitern reiste mit Freibilletten, die sie von dem Gouverneur erhalten, ab. Die Perser werden in ihre Heimat zurückgeschafft. Von den Häusern haben besonders die von den Armeniern gelitten, weit weniger die der Tataren. Die Zahl der Truppen ist zu gering, um die Sicherheit des Betriebes dort zu gewähr. leisten, wo Tataren und Gesindel die Plünderungen und Gewalttaten fortseßen. So wurden fünf Omnibusse, die mit armenischen Flüchtlingen aus Schuscha gefüllt waren, in der Nacht von Tataren angegriffen, die die Mehrzahl der Män ner ermordeten und die Frauen in die Gefangenschaft schleppten. Auch die Direktion der großen Gießerei von Siemens in Kedab in Kaukasien bat um die Entsendung von Rosaken, da ihre Gegend von bewaffneten tatarischen Banden umringt sei, die damit drohten, daß sie den Angestellten das Leben nehmen wollten. In der Station Aschaban griff eine Voltsmenge während der Nacht einen Waggon mit Gefangenen an. Zahlreiche Angreifer wurden getöte und verwundet während eines heftigen Feuergefechts, das auch unter der Bedeckung des Zuges Opfer forderte. Alien. ** Die japanischen Kriegsschiffe Idzumi" und„ Suma" unternahmen am 12. September eine Beschießung des russischen Hafens Petropawlowsk auf Stamtschatka. Der Leuchtturm und andere Gebäude wurden zerstört, die Pulvermagazine und Waffendepots geplündert, ebenso das im Hafen liegende amerikanische Schiff Australia" genommen. Ferner wurden die Häfen Ajan und Ochotst zerstört. Man nimmt an, daß der kommandierende japanische Admiral noch keine Kenntnis von dem Friedensschluß hatte.- Baron Komura, der in Portsmouth erkrankte, befindet sich besser und gedenkt am 2. Oftober nach Japan abzureisen. ** In Japan dauert die Agitation gegen das jetzige Ministerium wegen des Friedensschlusses an. Heute findet in Tokio cine große Protestversammlung statt, in der die Haltung des Kabinetts in der Friedensfrage und gegenüber den Unruhen in Tokio kritisiert und der sofortige Rücktritt des Kabinetts gefordert werden sollen. Es stehen neue große Volkskundgebungen zu erwarten. Hof und Gesellschaft. Die Kaiserin begab sich mit den Prinzen Eitel Friedrich, Oskar und Joachim in das Manövergelände bei Eutin, um dem Füsilier- Regiment„ Königin"( SchleswigHolstein) Nr. 86, dessen Chef sie ist, einen Besuch abzustatsen, und reiste dann nach Berlin zurück. Nab und fern. Von der Cholera. Der in Breslau unter verdächtigen Erscheinungen erkrankte Arbeiter ist gestorben, die Untersuchung hat Cholera ergeben. Auch in Güstow bei Stettin sind zwei Personen unter choleraverdächtigen Erscheinungen gestorben. Infolgedessen sind die in Güstow einquartierten Mannschaften vom Dragoner- Regiment Nr. 12 sofort aus dem Truppenverbande ausgeschieden und in den Krefower Baracken isoliert worden. Im infizierten Gebiet wurden einige neue Fälle festgestellt, die auf den Genuß von verseuchtem Weichsel- und Neze- Wasser zurückzuführen sind. † Bromberg will Großstadt werden. Der Bromberger Magistrat steht in Unterhandlung wegen der Eingemeindung sämtlicher Vororte. Diese haben 25 000 Einwohner. Dadurch würde die Einwohnerzahl Brombergs zunächst einmal auf 78 000 anwachsen. † Drei Personen ertrunken. Auf der Dahme an der Einmündung zum Seddinsee fand eine Segelregatta statt. Ein sogenanntes wildes Segelboot, das keine Namensbezeichnung trug, versuchte, mit den Sportsbooten um die Wette zu fahren. Bei einem Windstoß kenterte das Boot, und seine Insassen, zwei Herren und eine Dame, fielen ins Wasser. Die tiefgehenden Sportboote konnten nicht gleich an die Unglücksstelle kommen, da eine seichte Stelle dazwischen lag. Als man hingelangte, waren die drei Verunglückten in den Fluten verschwunden. † Eine schreckliche Untat. In Schnee bei Witten a. d. Ruhr überfielen vier Burschen einen verheirateten Bergmann, würgten ihn und brachten ihm mehrere Stiche im Rücken und Kopf bei. Dann schleppten sie den tödlich Verlegten abseits der Straße in ein Gebüsch und stürzten ihn in einen dort befindlichen verlassenen Steinbruch 15 Meter tief hinab. Die Täter sind verhaftet worden. † Mord aus Eifersucht. In Stammheim bei Mülheim a. Rh. bewarben sich ein Fuhrknecht und ein Arbeiter um die Hand einer Witwe. Als diese sich für den Fuhrknecht entschied, geriet sein Rival derartig in Wut, daß er ihn mit der Art niederschlug, so daß der Tod sofort eintrat. † Diebstahl von Schmucksachen. In Paris wurden der Marquise Angulo, der Mutter des dortigen spanischen Gesandtschafts- Attachees, in einem Hotel Schmucksachen im Werte von einer Viertelmillion Francs gestohlen. † Kai- Senkungen in Antwerpen. Am Südhafen in Antwerpen stürzten die Erdmassen des Kais, nachdem sich das Gemäuer vorgeschoben hatte, in die Tiefe. Die Deckplatten der Mauern sind geborsten, die Wasserleitungen sind geplatt, Bahngeleise und Kräne sind verschüttet und Lagerschuppen eingestürzt. Der ganze Kai mußte geräumt werden, die Waren sind fortgeschafft. Menschen sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen. + Selbstmord eines Ehepaares. In der Forst am Spon dauer so wurde in in einem Berliner Warenhause al Wärter angestellter Mann mit seiner Frau tot resp. sterbeni aufgefunden. Sie hatten Lysol genommen, da sie des Tieb stals bezichtigt waren. † Ein Mädchenmord. In Gelsenkirchen fanden spielendi Kinder auf einem Speicher die noch warme Leiche der acht jährigen Tochter eines Bergmannes. Die Kleine war bard einen unbekannten Mann durch Versprechu. Jen auf Sen Speicher gelockt und dort später erdr.selt. † Strandung cines Getreidedampfers. Im Jem rn- elt ist der große englische Dampfer Quega" gestrandet. Er tam mit einer vollen Ladung Getreide v Petersburg ind war nach Rotterdam bestimmt. † Neues Erdbeben in Italien. Im südlichen Italien nehmen die Erdstöße kein Ende. In Cosenza stürzte das Telegraphenbureau ein; den Beamten gelang es, sich durch die Flucht zu retten. In vielen Ortschaften stürzten wieder Häuser ein, und der erschreckten Bewohner bemächtigte sich eine neue Banif. In Martirano stürzte ein ganzer erg in das Tal hinab und zerstörte eine Anzahl Gebäude. Auch wunderbare Rettungen kommen vor. So wurde im Bezirk Monteleone ein Bauer, der neun Tage verschüttet gewesen, lebend ans Tageslicht gezogen. † Entgleisung auf der Stadtbahn. In Newyork entgleiste ein Zug der großen Zentralbahn infolge falscher Weichenstellung. Eine Person fand ihren Tod, sieben wurden verletzt. Tages- Chronik. In den bayerischen Bergen ist nach längerem Regenwetter Schneefall eingetreten. In der Nähe von Kassel wurde der vor den Augen seines Vaters spielende Sohn eines Bahnwärters vom Zuge überfahren und zermalmt. In Leipzig stürzte die Frau eines Rechtsanwalts beim Fensterreinigen auf die Straße und erlitt lebensgefährliche Verlegungen. Aus dem Gerichtsfaa!. den Besitz des Korrekturbogens gelangt ist. Nach eingehender Verhandlung verfiel der Termin der Vertagung, weil der als Schreibsachverständiger geladene Dr. Meyer ein abschließendes Gutachten auf der Stelle nicht abzugeben vermochte. frifur und Dutmode. ( Von unserer ständigen Korrespondentin.) Der erste Toilettengegenstand, der beim Wechsel der Jahreszeit angeschafft werden muß, ist der Hut. Es wird von künstlerisch empfindenden Frauen den Mitschwestern der Rat erteilt, eine Dame sollte eigentlich niemals ihre Hutform wechseln. Sie sollte herausfinden, welche Fasson am vorteilhaftesten ihr Gesicht zeigt, und bei der einmal gefundenen sollte sie zeitlebens verharren. Der Rat hat seine Berechtigung. Er wird sich aber schwer durchführen lassen. Oftmals wechselt das Aussehen einer Frau sehr schnell, so daß ein Hut, der im Sommer als kleidsam bezeichnet wurde, sehr bald sich als nicht mehr passend erweist. Außerdem erfordert die leichte Sommerkleidung gewöhnlich eine andere Hutform als die schwerere Wintertracht, und endlich kann man den Winterſtürmen nicht die Formen aussehen, die im Sommer ihr gutes Aussehen bewahren. Wenn aber selbst alle diese Schwierigkeiten überwunden würden, so müßte es einer Frau doch sehr viel Mühe bereiten, jahrein, jahraus in den Geschäften die gleiche Hutform ausfindig zu machen. Denn nichts ändert sich schneller als die Hutmode. Sie hängt eng mit der Haartracht zusammen. In allen Zeiten war das falsche Haar im Toilettenzimmer der Frau heimisch. Bis vor nicht allzu langer Frist verfuhr man jedoch bei seiner Anwendung ziemlich planlos. Eine Dame mit ganz dünnem Scheitel trug eine schwere Flechtenkrone. Umgekehrt sah man volles Vorderhaar und einen winzig fleinen Haar knoten im Nacken. Jetzt hat man sich darauf besonnen, daß auch bei der Anordnung des Haares eine gewisse Ueberein stimmung, eine Harmonie, beobachtet werden muß. Wer dünnes Vorderhaar hat, verdeckt es durch Aufstecken von künstlichem Vorderhaar, das auf einer Feder toupiert ist. Weil man das Vorderhaar tief in die Stirne hineinzieht, fann man mit geschickten Händen es vermeiden, daß man den fremden Besitz auf dem Haupte wahrnimmt. § Die abgewiesene Klage des deutschen Kronprinzen. Der Kreisausschuß des Kreises Dels hatte den deutschen S.-nprinzen wegen seiner dortigen Besißung zu einer Kreissteuer von 5000 Mart veranlagt. Der Kronprinz hatte Einspruch dagegen erhoben und beantragte Freistellung von der Steuer als Mitglied des regierenden Hauses. Der Kreisausschuß hatte diesen Einspruch abgewiesen, und, das Oberverivaltungsgericht hat sich jetzt dieser Entscheidung angesch offen. § Der Trakehner Prozeß. In dem Wiederaufnahmeverfahren gegen den Lehrer Nickel wurde vor der 7. Straffammer in Berlin verhandelt. In der Beratung handelte es sich im wesentlichen um einen bei dem Angeklagten beschlagnahmten Fahnenabzug, der sich als Korrekturbogen eines Artikels darstellte. Es fragte sich, von wessen Hand die Korrekturen herrührten und auf welche Weise Nickel in Neuerdings zieht man die hochgestellte Frisur des Hinterhaares, die auf dem Scheitel türmt, der Nackenord. nung vor. Wer Zöpse hat oder geneigt ist, sich solche auf. zulegen, drückt sie flach an. Anstelle der Zöpfe windet man biele einzelne Haarsträhnen und schlingt sie zu einem großen, flachen Knoten. Das Vorderhaar brennt man wellenartig. Verschieden gestaltete Kämme, Nadeln und Spangen aus Schildpatt befestigt man in dem Haar. Nun auf einem derartig frisierten Kopfe können die kleinen dreieckigen Hochaufgeschlagenen Hütchen, die unter dem Namen Marquisferm im Handel erschienen sind, einen festen Halt finden. Auf einen sehr großen niedrig gesteckten Haarknoten können sich diese Hüte auch aufbauen, aber dann muß der Knoten ivirklich groß sein. Die Hüte sind nicht in ihrer fertigen Ferm zu haben, sondern sie werden immer erst nach dem Gesicht und Geschmack der Trägerin gebogen. Die hintere Krämpe eines solchen Hutes ist sehr hoch hinaufgeschlagen, in tiefe Falten gelegt und mit einer schleifenartigen Untergarnierung aus Panne, einem Seidenstoff von sammetartigen Aussehen, geichmückt. Der Kopf des Hutes bedarf auch nur geringen Ausputes. Scheinbar dringende Notwendigkeit ist der große seitliche Siuz oder Vogel, der troz aller Anstrengungen und Ermahnungen der Tierschutzvereine, die Vögel zu schonen, die Mode beherrscht. Welche Farbe modern ist, kann man gegenwärtig noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Wahrscheinlich werden Grün, Blau und Braun in ihren verschiedensten Abschattierungen sich um den Rang streiten. Einer großen Beliebtheit werden sich aller Wahrscheinlichkeit nad hellblaue Filzhüte für Erwachsene erfreuen. Sobald die Saison ein wenig vorgerückt sein wird, tauchen sicherlich neben diesen kleinen Uebergangshüten die großen Reynoldshüte auf. Die Malerei und namentlich die alte englische macht in dieser Hinsicht ihren Einfluß auf unsere Mode geltend. Emma Neichen. Vermischtes. - Der König nien unternahm Bayonne. Auf d lizeibeamten we Haben Sie ein haupt einen fr amte im strengi liche Chauffeur. Der Schuhman und begann zu Alfonso von B San Sebastian den des bestürz grüßend an die Man muß genenlager bon japanisches Bl deat, und die rauschende Gef faffende Ertun heraus, daß me Drahtlose Telegraphie im Seeverkehr. Die mit Apsaraten für drahtlose Telegraphie ausgerüsteten Ozeandampfer sind auf Reisen zwischen Europa und Amerika ununterbrochen mit dem Festlande in Verbindunt. Der Dampfer Campania" hat sogar am dritten Tage nach seiner Abfahrt von England auf eine Entfernung von 2880 Kilometer von der Station Cap- Cost an der amerikanischen Küste Telegramme aufgenommen, während er auch noch mit der englischen Station Poldhu in Verbindung stand. Noch zwei Tage vor der Ankunft in Newyork bestand eine völlig einwandfreie Verbindung mit England, obgleich die Entfernung nicht weniger als 3300 Kilometer betrug. - Das Auto in der Wüste. Jetzt soll das Automobil seinen Einzug in die Wüste halten. Der Vertreter Eng lands in Aegypten, Sir Francis Wingete, hat einen besonders konstruierten Kraftwagen bestellt, der schwere Lasten durch die Wüste ziehen kann. Die Maschine hat bereits in Ergland auf einem Sandfelde die Probe bestanden. So wird denn das Kamel, das„ Schiff der Wüste", durch das WüstenAuto abgelöst werden. - Eine wunderliche alte Sitte. In der Stadt Tiverton in Devonshire hat sich 700 Jahre lang ein eigentümlicher Gebrauch erhalten. Die Stadt litt früher an großer Wassernot. Im Jahre 1205 wurde in ihrer Nähe eine Quelle angeschlagen, die so start ist, daß sie einen kleinen Fluß speist. Alle sieben Jahre nun zieht die Bürgerschaft von Tiverton mit dem Bürgermeister an der Spitze zur Quelle und geht den Fluß entlang, wobei die Bürger der Stadt das Recht haben, den Bürgermeister und die Spigen der Stadt in das Wasser zu stoßen. So geschah es auch jüngst wieder. Auch der Polizeiinspektor und der Polizeirichter mußten sich ein unfreiwilliges Bad gefallen lassen. = Mondkrater auf Erden. Ein amerikanischer Gelehrter von der Hawarden- Universität teilte in einem Vortrage mit, daß er bei seinen Studienfahrten auf den Hawaii- Inseln in den dortigen Vulkanen bekannte Formationen gefunden habe. Sie seien nämlich genau dieselben, die er durch das Teleskop ostmals in den erloschenen Mondkratern beobachtete. errichtet hatten ihnen gelieferter lang angejamme berlohnte. Der Rebaf anders eriffiert, Staate Indiana geber hat fich bon jungen Löwen gef nugen. Wenn ein gelnd über einen der Löwe und ze Auch der geladen eigenartigen Sted = Anstedung fchaftlich festgest fungen leiden lich find. Die tulofen Entzün durchaus nicht Buderſtüdden follte bei defen ficht nicht außer Vich und lingen macht d fannt: Am 2 Mengen. Die deren Perf farten freigestel = 6. Sigung Gießen für Anwefend d ftellvertr. Borfizend Alingspor, Rowad, allach, fowie der 1. Gejgaf a) Für den hat die San zwischen 8 morgens) Lollar in beantragt. ab 1.20 Beglar- Lo bes legteren nach Frankfur Abendsternb) Der inte von der Ha großen Teil Gießen- Ful Frübzuges 7 Uhr morgens eingelegt, be 8.40 Uhr in mittag ein to Fulda nach Gießen an Benderunge Gießen8 Minute Schnellzug zu erreich c) Ben der die Hand ob fich Fracht Säße d ftoffe einftimmu Bezirkes befürwortet für einige noch weitere frachtfäße für Stationen Steine ausg Nordsee zu be und Badlege ermäßigen. d) Ebenfalls von& war die Han erfucht worden Benderung bauftoffe e ch eingehen. agung, weil eher ein abugeben berdentin.) Wechsel der C. Es wird Citfchwestern emals ihre dhe Fajion einmal ge at hat seine hren lassen. jdmell, so hnet wurde Berdem er eine andere ndlich kann ben, die im aber selbs so müßte n, jahrau u machen. ode. Sie Ten Seiten au heimijd ch bei seiner ganz dün Umgekehri nen Haar Onnen, daß e Ueberein muß. Wer fsteden von Coupiert ist. hineinzieht ß man den Frisur des Nadenord folche auf vindet ma em große vellenar angen au auf einem Figen hoch Marquis It finden. ten fönnen Der Snoten er fertigen nach dem Die hintere fgeschlagen, gen Unter famme es bedarf nde Notder trop erschutzber 1. Welche ht mit BeBlau und ich um den sich aller Erwachsene erüdt sein ebergangs erei und idit iFren Echen. nit ApsaOzeanAmerika nt. Der age nad on 2880 fanischen noch mit d. Noch Eine völlig die Ent g. Automobil treter Eng einen be were Laften t bereits in n. So wird Das Wüsten dt Liberton genhimlider Ber Waffer ine Duelle nen Fluß haft von r Quelle er Stadt Digen der uch jüngst Lizeiridhter Gelehrter trage mit vaii- njeln n gefunden durch das tern beob - Der König als Chauffeur. König Alfonso von Spanien unternahm dieser Tage eine Automobilfahrt durch Bayonne. Auf dem Rathausplage wurde er von einem Po angehalten. lizeibeamten wegen zu schnellen Fahrens Haben Sie eine polizeiliche Bescheinigung, daß Sie überhaupt einen Kraftwagen lenken können?" fragte der Beamte im strengsten Tone. ,, Nein," erwiderte der königliche Chauffeur." Dann muß ich Sie aufschreiben.. Der Schußmann nahm ein dickes Notizbuch aus der Tasche und begann zu fragen:„ Name, Stand, Wohnung?" - ,, Alfonso von Bourbon, König von Spanien, gegenwärtig in San Sebastian wohnhaft." Der Bleistift entfiel den Händen des bestürzten Beamten; der König legte die Hand grüßend an die Müße und fuhr unangefochten weiter. = Man muß sich zu helfen wissen. Im russischen Gefangenenlager von Nagoya( Japan) wurden jüngst, wie ein japanisches Blatt berichtet, einige Trunkenheitsfälle entdeckt, und die Behörden stellten in der Annahme, daß berauschende Getränke eingeschmuggelt worden wären, umfassende Erkundigungen an. Es stellte sich dabei jedoch heraus, daß mehrere der Gefangenen eine Miniaturbrauerei errichtet hatten. Sie hatten sich Hopfen verschafft und die ihnen gelieferten Mehl- und Kartoffelportionen eine Woche Lang angesammelt, bis daß sich die Zubereitung von Bier verlohnte. - Der Redaktions- Löwe. Etwas, was faum irgendwo anders eristiert, kann die Zeitung einer kleinen Stadt im Staate Indiana in Nordamerika aufweisen. Der Herausgeber hat sich von einem Menagerie- Besizer einen kräftigen fungen Löwen gekauft, um ihn als Herausschmeißer zu benuten. Wenn ein Leser oder Abonnent polternd und nör gelnd über einen Artikel in die Redaktion stürmt, erscheint der Löwe und zeigt dem ungebetenen Gaste die Zähne. Auch der geladenste Bolterer verschwindet bald vor dem eigenartigen Redaktions- Hausknecht. = Ansteckungsgefahr durch Papageien. Es ist wissenschaftlich festgestellt, daß die Papageien an Darm- Erkranfungen leiden und auch für die Tuberkulose sehr empfänglich sind. Die Bisse von Papageien haben oft zu tuberFulösen Entzündungen der Sehnenscheiden geführt. Es ist durchaus nicht ungefährlich, von Jacob" oder„ Laura" sich Buckerstückchen aus dem Munde nehmen zu lassen. Man Sollte bei diesen gefiederten Haustieren die gebotene VorSicht nicht außer acht lassen. Vich und andere Personen. Auf der Station Herrlingen macht die königliche Bahnbehörde das folgende beTannt: Am Mittwoch verkehrt Viehsonderzug von Ulm. Mengen. Die Benutzung des Sonderzuges ist auch anderen Personen gegen Lösung gewöhnlicher FahrFarten freigestellt." 6. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Gießen, 13. September 1905. ( Protokoll Auszug.) Anwesend die Herren: Kommerzienrat Heichelheim, fellvertr. Vorsitzender, Friedberger, Grünewald, Hoos, Thring, Klingspor, Nowad, Ramspeck, Röhr, Kommerzienrat Schirmer, Wallach, sowie der Syndikus Knipper. 1. Geschäftsbericht. a) Für den Winterfahrplan der Biebertalbahn hat die Handelstammer die Herstellung eines Anschlusses zwischen Zug 4 der Kleinbahn( Gießen ab 8 Uhr morgens) und Zug 1108 der Staatsbahn WeglarLollar in der Richtung Gießen- Abendstern- Wezlar beantragt. Zwischen Bug 8 der Kleinbahn( Gießen ab 1.20 Uhr mittags) und Staatsbahnzug 1111 Weglar- Lollar fonnte mit Rücksicht auf den Anschluß des letteren Zuges in Lollar an den Personenzug 776 nach Frankfurt ein Uebergang in der Richtung GießenAbendstern- Lollar nicht hergestellt werden. b) Der Winterfahrplan 1905/06 wird den früher von der Handelstammer präzizierten Wünschen zum großen Teil Rechnung tragen. Auf der Linie Gießen- Fulda wird anstelle des seitherigen gemischten Frühzuges 7523 Gießen- Salzschlirf( Gießen ab 4.50 Uhr morgens) ein Personenzug 521 Gießen- Fulda eingelegt, ber 5.50 Uhr von Gießen abfährt und 8.40 Uhr in Fulda eintrifft. Ferner wird am Nach mittag ein weiterer beschleunigter Personenzug 538 von Fulda nach Gießen gefahren( Fulda ab 5.30 Uhr, Gießen an 7.43 Uhr). Abgesehen von einigen weiteren Henderuugen wird der Schnellzug 81 FrankfurtGießen- Cöln( Gießen an 8.14 Uhr morgens) 8 Minuten früher gelegt, um den Anschluß an den Schnellzug 122 Gießen- Coblenz( Gießen ab 8.10 Uhr) zu erreichen. c) Ben der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. war die Handelskammer um eine Auskunft ersucht worden, ob sich eine allgemeine Tarifierung der Fracht für Reihenpflastersteine auf die Säße des Ausnahmetarifs für Wegebau ftoffe empfehle. Die Kammer hat in Uebereinstimmung mit den meisten Steinbruchbesizern ihres Bezirkes diese Frage verneint. Sie hat dagegen befürwortet, in die schon vorhandenen Ausnahmefäße für einige Statione verbindungen des Direktionsbezirkes noch weitere Absatzpläße einzubeziehen, ferner Ausnahmefrachtfäße für Reihenpflastersteine von einigen oberhessischen Stationen nach den dem Wettbewerb ausländischer Steine ausgefeßten Plägen am Rhein und an der Nordsee zu bewilligen und endlich die Fracht für Bruchund Backlegesteine für Fundamentierungszwecke zu ermäßigen. d) Ebenfalls von der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. war die Handelskammer um ein Gutachten darüber ersucht worden, ob und in welcher Weise sich eine Aenderung des Ausnahmetarifs für Wegebaustoffe empfehle. Die Kammer hat hierzu die Aufnahme von Packlegefteinen in diesen Ausnahmetarif| schlug vor, in Rücksicht auf die Jubiläumsfeierlichkeiten der vorgeschlagen. Ferner hat sie die Ausdehnung des Landes Universität im Jahre 1907 die Ausstellung auf 1908 Wegebaustofftarifs auf Baumaterialien für Privatwege zu verschieben, doch wurde diesem Vorschlage nicht beigetreten, und die Beseitigung der Verwendungsbescheinigung sondern als Ausstellungsjahr definitiv 1907 bestimmt. befürwortet. Ministerialrat Braun, der die Verhandlungen leitete, eröffnete der Versammlung, daß die Finanz- Ausschüsse beider Kammern auf Antrag der Regierung 60 000 Mt. bereits für die Ausstellung bewilligt hätten. Das Projekt der Ausstellung ist auf Anregungen des Großherzogs zurückzuführen. e) Von der Kgl. Eisenbahndirektion Berlin ist bei der ständigen Tariftommission beantragt worden, die Pofition Holzessig( Holzsäure) usw." im Spezialtarif 1 zu streichen und Holzesfig, ebenso wie Speise- Essig zu den Säßen der Allgemeinen Wagenladungsklasse zu verfrachten. Zur Begründung des Antrages wurde darauf hingewiesen, daß nach dem Urteile von Sachverständigen die i zigen Tarifvorschriften tein sicheres Mittel zur verschiedenen Tarifierung der zu gewerblichen und der zu Speisezwecken bestimmten Effigfabrikate gewähre, der Holzessig nach geeigneter Behandlung auch zu Speisezwecken verwendbar gemacht werden fönne. Im Interesse der Gährungsessigindustrie ihces Bezirkes, die sich durch die jeßige tarifarische Bewegung des Holzessiges benachteiligt fühlt, hat die Handelskammer den Antrag der Kgl. Eisenbahndirektion Berlin unterstützt. f) Da die seitherigen Bestrebungen zur Beseitigung der differentiellen Behandlung des Siegerlandes einerseits und des Lahn- und Dillgebietes andererseits in dem Ausnahmet arif vom 15. Januar ds. Js. für den Brennmaterialverbrauch der Hütten- und ähnlichen Werke nicht den erhofften Erfolg hatten, so hat die Handelskammer im Verein mit den benachbarten Kammern des Lahn- und Dillgebietes und des Berg- und Hüttenmännischen Vereins in Wetzlar nochmals den preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten dringend gebeten, alsbald dem Dill und Lahngebiet dieselbe Frachtvergünstigung zu gewähren, wie dem Siegerlande. g) Dem deutschen Handelstage wurden zu den bevorstehenden Handelvertragsverhandlungen mit Bortugal die Wünsche der hiesigen Werkzeugmaschinenindustrie zu weiteren Veranlassung übermittelt. h) Der Entwurf eines neuen Statistischen Warenverzeichnisses hat den früher geäußerten Wünschen der Handelskammer, namentlich bezüglich der Spezialisierung von Korsetten und Möbeln und Möbelteilen aus massiv gebogenem, hartem Holze Rechnung getragen. Zu dem vorliegenden Entwurf hat die Handelstammer eine weitgehende Spezialisierung für Werkzeugmaschinen befürwortet. i) Nachdem die Heberegister für die Handelskammerbeiträge für 1905 vom Großh. Ministerium des Innern für vollziehbar erklärt worden sind, ist mit der Erhebung der Beiträge begonnen worden. ( Schluß folgt.) Lokales. * Landtagswahl. In Höchst beschloß eine nationalliberale Vertrauensmännerversammlung einstimmig, für eine Wiederwahl des seitherigen Abgeordneten Häusel einzutreten. - - - ** Die erste Stadtverordneten- Sigung nach den Ferien findet kommenden Freitag, den 22. September, nachmittags 4 Uhr mit folgender Tagesordnung ftatt: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen: a. des Anlehens von 1893, b. des Anlehens von 1894 und c. des Anlehens bon 1895. 2. Mitteilungen. 3. Die Teuerung der Lebensmittel. 4. Dispensgesuche: a. von Philipp Horn für die große Mühlgasse; b. von Konrad Schmidt für den Seltersweg; c. von Louis Becker für den alten Steinbacher Weg; d. von Louis Hellmold für die Schwarzlach; e. von der Aktienbrauerei Gießen für Raplangasse 10; f. bon Ronrad Häuser für Riegelpfad 22; g. von Frau Dr. Jett für Grünbergerstraße 23 und h. für die Jrrenanstalt an der Licherstraße. 5. Fluchtlinienplan für die WilhelmStraße zwischen Ludwig- und Ebelstraße; hier: Einsprüche von Bischoff und Appel. 6. Verwertung von Bauplägen 6. Verwertung von Bauplägen an der Licherstraße. 7. Geländeaustausch bei der Universitätsbibliothek.- 8. Gesuch von Heinrich Binn um Erlaubnis zur Ueberbrückung des Stadtbachs im Zuge der großen Mühlgasse.- 9. Herstellung eines schienenfreien Uebergangs im Zuge der Frankfurterstraße.- 10. Ber gebung von Kanalarbeiten. 11. Vergebung von Arbeiten für die Straße neben der Veterinärtlinit.- 12. Verpachtung der Gemeindejagd; hier: Eintritt des Fabrikanten Throm in das Bachtverhältnis. 13. Gewährung freier Lehrmittel an den Volksschulen. 14. Wirtschaftsfonzessionsgesuche: a. von Heinrich Busch für Kanzleiberg 5; b. von Jatob Wörner für Weftanlage 64; c. von Karl Leven für Afterweg 7; d. von Heinrich Blum 3. für Licherstraße 57; e. von Friedrich W. Schmidt für Bahnhofstraße 77; f. von Hermann Schrödel für Wolkengasse 27 und g. von Friedrich Kahle für Beglarerweg. - - - - - - * Prämiierung auf der Jubiläumsausstellung in Mainz. Bei der Prämtirung erhielten u. a. folgende Aussteller Ehrenpreise und erfte Preise für Pferde: H. Brückmann- Nonnenhof. Für Schweine: K. Steuernagel- Windhausen, Joh. Henrich- Lang- Göns, Schweinezuchtverein- Windhausen. Für Bienen: H. Schmidt- Großen Buset. Für Ackerbau: Freih. Riedeselsche Gutsverwaltung- Stockhausen, H. Jacobi Hofgut Utphe. Für Butter: Moltereigenossenschaft Echenrod, H. K. ZimmerGrünberg. Für Käse: Gebr. Frey- Lang- Göns( Mainzer Handkäse), Molkereigenossenschaft Büdingen( Romandur, Brie- und Camembert), Moltereigenossenschaft Ostheim bei Bußbach( sonstige Käse). Das Ergebnis über die Wertung des Rindviehes usw. liegt noch nicht vor. ch Kinzenbach, 19. September. Die reiche Zwetschenernte, die uns in diesem Jahre die Gunst des Wetters schenkte und einigermaßen das Fehlen der Aepfel verschmerzen läßt, wird seit gestern mit regem Eifer betrieben. Während bei dem vorwöchigen Versandt 3 Mt. für den Zentner gezahlt wurden, erhalten die Produzenten heute schon 4 Mt. Viele fleißige Hände sind von früh morgens bis spät abends mit Zwetschenpflücken beschäftigt und die Verkäufer schlagen los, was sie nur abbringen können. Die Früchte werden per Bahn in die großen rheinischen Städte versandt. ? Laubach, 19. September. Feuer. Gestern Morgen in aller Frühe ging das Gewese des Händlers Braun, in dem große Stroh, Heu- und Futtervorräte lagerten, total in Flammen auf und nur dem energischen Eingreifen der Feuerwehren ist es zu danken, daß unser Ort von einem Großfeuer verschont geblieben ist. § Weglar, 19. September. Wahnsinn und Selbstmord. Heute Morgen ertränkte sich die Witwe Hönig in der Lahn in einem Anfalle von Geistesstörung. -ch Wetzlar, 19. September. Die letzte Stadtverordnetenversammlung beschloß, dem seitens der hiesigen Handelskammer an den Staatssekretär des Reichspostamts eingereichten Antrag zweds Errichtung eines Zweigpostamta in der Nähe des Bahnhofs, beizutreten. K Frankfurt, a. M.( Heu- und Strohmarkt.) Man notierte: Heu 3.60-3.80 Mt., Stroh 2.25-2.60 mt. Alles per 50 kilo. meisterwahl. Der gestrigen Meldung, daß Ministerialrat > Mainz, 19. September. Zur Oberbürger Braun bei der Besetzung des Oberbürgermeister- Boften unserer Stadt in Frage käme, ist heute nachzutragen, daß Ministerialrat Braun einer berufenen Persönlichkeit gegenüber erklärte, er wäre, falls es allseitig gewünscht würde, bereit, das Amt eines Oberbürgermeisters von Mainz anzunehmen. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 19. September 1905. Die Firma Brüder Schmidt zu Gießen hatte in Bad Nauheim im März 1. J. in einem von ihr gemieteten Laden eine Mustertollektion von Waren ihres Geschäfts aufgestellt, wo auch von dem Firmeninhaber sowohl, als auch von seinem Geschäftsreisenden Heinrich Schmall Wie Waren Bestellungen entgegengenommen wurden. wurden von Gießen aus effeftuiert; von den dort befindlichen Mufiern wurde nichts verkauft. Die Steuerbehörde war der Ansicht, daß hierfür eine Wandergewerbesteuer zu entrichten sei und da dies nicht geschehen, ließ sie den Beteiligten, Franz Schmidt und Heinrich Schmall je einen Strafbescheid in Höhe von 80 mt. zugehen; die vorenthaltene Steuer mit 40 mt. sollte außerdem noch nachbezahlt werden. Hiergegen trugen beide gerichtliche Entscheidungen an und das Schöffengericht fam zur Freisprechung, da von einem Wanderlager nicht die Rede sein konnte. Das Erkenntnis wurde von der Staatsanwaltschaft angefochten und zwar auf Anregung der Steuerbehörde, die eine Höchstrichterliche Entscheidung wünschte. Die Straffammer schloß sich den Ausführungen des Untergerichts an und bestätigte bas Urteil. Es wird sich nunmehr auch noch das Oberlandesgericht mit der Sache befassen müssen. Der Reisende Jakob Heid von Schmitten war bei der Firma Zurbuch in Gießen tätig und verließ ohne Kündigung seine Stelle. Er trat bei der Frankfurter Farbenfabrit ein und besuchte eine Anzahl der Kunden Burbuchs, die ihm in dem Glauben er sei noch bei 8., Aufträge gaben. Zum Teil gab er auch an, die Firma 8. sei an die Frankfurter Farbenfabrik übergegangen, da deren Inhaber trant sei. Er wurde des Betrugs von 9 unter Anklage gestellten Fällen in 3 für schuldig befunden und durch das Schöffengericht zu 3 × 20 Mart Geldstrafe verurteilt. Auf Berufung fand Verhandlung statt, deren Ergebnis am 26. September verkündigt werden soll. Gießener Landwirt/ Saftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 21. September. Meift trüb, fühl, geringer Regen, später wieder Aufheiterung. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbr in Gießen. Gegründet 1883. Jean Dern& Co. Girken Priephen Dr. 21 Inh: Oscar Gutmann Weftanlage 31. Ton- und Mosaik- Fußbodenplatten, glaßterte Wandplatten. 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Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bismarckstraße zwischen Ludwig- und Stephanstraße bon heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 19. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Obstversteigerung. Samstag, den 23. September, nachmittags 3 Uhr wird im Bürgermeistereigebäude eine Partie Obst( Aepfel und Birnen) etwa 20 bis 25 Störbe, Auftreiben und Wichsen der öffentlich meistbietend versteigert. Fußböden bei Emil Fischbach Gießen. Prima Belehrung ü. Ankauf u. Bucht Speisekartoffeln 340 Seiten stark Preis 2 Mk. - sowie Probeerempl. g. Mt. 1.20 fr. Feinste Salatkartoffeln Buchhandlg. C. Hundt, Bad Wildungen. Kirchenplatz 18 ist eine Wohnung, bestehend aus zwei Zimmern und Küche zu verm. Näheres bei der Bürgermeisterei Gießen Zimmer Nr. 15. liefert billigst J. Hankel, Gießen, Schloßaasse. Ein noch gut erhaltener billig Kochherd abzugeben. Gießen, Seltersweg 62. 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