ftsjahr M. 60 000 272 463 20 52 618 28 2 738 76 7000 10 500 7 081 63 12 401 87 Mo. 579 41 27 894 35 t, die allein. und Weber mmer beiter fition ehung enlied En hat. Verwen en. Sie enaueren der berrium des worden. ernungen ertragung Da die nes Wor Bwed eine den worer an der Den fann. für einige g foll in benugt n Pariser Escopette" uf diesem der Norgeregelt Sefunde Hauses Nachdem dat wir Sen. Hier t's, aber aber verder verrerpolier Birt, Sie blutige HI! Ich Terbieren bliothek): ge Buch." Lige Buch." " 1 Desmal wiedes Schrift Ga, was wird bon ihm geen Zeitungen nicht mehr." e noch einmal ur!" oder an einem Schnur einen iche Frucht auf 7. Letztere ber Frucht bei einem em gehört fie als N. 168. Jwsertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz OberBeen, bie Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg. Reklamen ble Petitzeile 30 refp. 40 fg. Sebaftion u. Haupterpebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanfchluk Nr. 862. Donnerstag, den 20. Juli 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Vfa., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährt. Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle omtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Kinderarbeit und Kinderschutz. - Zum Ausbau der sozialen Gesetzgebung.- Die soziale Gesetzgebung des Deutschen Reichs, die zum Mister für alle Welt geworden, hat den Schutz der Schwachen" zum vornehmlichen Zweck. Wer schwach geworden durch Alter, durch Krankheit oder durch Unfall, dem will die soziale Gesetzgebung Hilfe bringen, und sie tut es. in Veranstaltungen von großartigem Umfang und ausgezeichnet durchdachter Organisation. Doch mit den oben ern ähnten Kategorien ist die Klasse der Schwachen, denen Hilfe und Schutz werden muß, noch nicht erschöpft. Die genannten Kategorien fallen der Schwäche erst im Verlauf der Zeit oder durch besondere Umstände anheim, während Kirder und Frauen unter allen Umständen schußbedürftig erscheinen. Frauen empfehlen sich durch ihr Geschlecht, Kinder durch ihre natürliche Zartheit besonderer Rücksicht und besonderem Schutz. Die deutsche Sozialgesetzgebung hat das nicht übersehen. Zahlreiche Vorschriften sind erlassen worden, die der Frau vor und nach der Niederkunft Ruhe sichern, die ihr die nächtliche Fabrifarbeit verbieten, ihre Arbeitszeit überhaupt in bestimmten Grenzen halten. Man hat sich da= bei vor jeder Uebertreibung gehütet, weil man recht gut weiß, daß die Medaille auch ihre Kehrseite hot, daß der Schuß der Fiau gegen übermäßige, die Gesundheit namentlich des fon: menden Geschlechts zerstörende oder mindestens gefährdende Arbeitsleistung immer dicht an die Grenze der Arbeitshinderung führt, während die harte wirtschaftliche Not den Mitern erb der Frau für den Unterhalt der Familie und die Erhaltung des Hausstandes fordert. Das gilt von der ganzen Sezialgeseggebung. So mancher hat am Sonntag gearbeitet, ist am Sonntag dem Geschäft nachgegangen, nicht weil ihm die Heiligheltung des Sonntags nicht am Herzen lag, nicht weil er sich nicht von Herzen gern selbst einen Ruhetag gegönnt hätte, sondern weil er den Ertrag der Sonntagsarbeit nicht entbehren konnte. Es war nicht ohne weiteres voraus zusetzen, daß nach dem staatlichen Gebot der Sonntagsruhe die sechstägige Wochenarbeit den gleichen Ertrag bringen würde, wie vorher die siebentägige, und eine Kürzung war infach wirtschaftlich nicht zu ertragen. Man hat die lebhaftesten Besorgnisse gehegt und ging mit aller Vorsicht aus dem eingeschlagenen Wege weiter, ließ allerhand Ausnahmen zu, die man allmählich einschränkte. Erst in allerneueſter Zeit hat die Stadt Frankfurt a. M. sich entschlossen, jede sonntägliche Tätigkeit im Handelsgewerbe ohne Ausnahme zu verbieten. Es ging eben über Erwarten gut. Der Bedarf erzwang sich auch in der gekürzten Arbeitszeit, und es steht zu erwarten, daß noch bessere Ergebnisse sich werden erzielen lassen. Selbstverständlich ist die soziale Gesetzgebung den Kindern ebenso wie den Frauen zu Hilfe gekommen. Man hatte hier wie dort die gleichen ethischen und gesundheitlichen Beweggründe; man wollte dahin wirken, tunlichst jede Störung fernzuhalten, daß aus dem Kinde ein gesunder Mann, eine gesunde Frau werde. Gar so einfach lagen die Dinge hier nicht. Mit einem bloßen Verbot der gewerblichen Kinderarbeit war es nicht getan, ganz abgesehen davon, daß auch der Kindererwerb für das Haus zuweilen gar nicht zu entbehren war. Di wirtschaftliche Not findet jeden Ausweg, der irgend vorhanden ist. An Stelle der verbotenen gewerblichen Arbeit der Kinder tritt die Hausarbeit der Kinder, und dann ist nur der Schauplatz der gesundheitlichen Schädigung verlegt, nicht die Schädigung verhütet. Die Hausarbeit aber läßt sich nur schwer verbieten, schon weil kaum eine Kontrolle möglich ist, und mehr noch, weil damit ein arger Eingriff in das natürliche Elternrecht verbunden wäre. Freilich haben Eltern fein Recht, ihre Kinder an der Gesundheit zu schädigen. Aber der Hunger, die unzureichende Ernährung ist vielleicht der schlimmste Schädiger; und wenn die Eltern gehindert werden, die Arbeitskraft der Kinder mit heranzuziehen, so können sie in eine Vage kommen, die ihnen unmöglich macht, die Kinder ausreichend zu ernähren. Man darf übrigens nicht übertreiben. Gewiß wäre es wünschenswert, brauchte man kein Kind zum Erwerb tätig sein zu lassen. Eine mäßige Tätigkeit aber schadet dem Kinde nichts. Man denke an die landwirtschaftliche Tätigteit, zu der es sehr früh herangezogen wird und die seiner Gesundheit nicht abträglich ist. Aehnliches gilt von der Hausarbeit, die die Kräfte nicht erschöpft und zeitlich nicht übermäßig ausgedehnt wird. Immerhin wird und soll die Joziale Gefeßgebung nicht nachlassen, den Kinderschutz ausudehnen, die gewerbliche Kinderarbeit in vernünftigen und gesundheitlich ratsamen Grenzen zu halten. Doch die tatlächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse wollen dabei berückFichtigt sein, schon weil sie sich sonst Berücksichtigung erwingen. Der Krieg in Oftanın In aller Stille hat sich eine bemerkenswert: Aktion auf dem Kriegsschauplatze in der Mandschurei vollzogen. Aus Sapan kommt die Nachricht, daß eine japanische Armee nördlich von Wladiwostok gelandet ist. Die Tatsache ist bisher geheim gehalten worden. Damit wäre die befestigte Stellung der Russen am Tjumen nicht allein im Rücken bedroht, sondern auch gegenstandslos geworden. Die vollständige Einschließung von Wladiwostok wird, wenn sich der Anmarsch der Japaner von Norden her bestätigt, nur noch eine Frage von furzer Zeit sein. Wichtig ist dabei auch besonders, daß die Japaner in diesem Falle russisches Festland betreten haben und somit der Offnpation von Sachalin einen zweiten Fall von Eindringen in russisches Gebiet an die Seite stellen. Die russische Besagung von Sachalin steht vor der Frage der Kapitulation und dürfte der Besitz der Insel für die Japaner lange vor Beginn der Friedensverhandlungen eine Tatsache sein. Auch in Korea entfalten die Sapaner neue Tätigkeit. Admiral Kamimura meldet, daß eine japanische Torpedobootszerstörer- Flottille wiederholt die russischen Patrouillen und Posten an der Nordostküste Koreas beschossen hat. Russische Artillerie beschoß die Flottille bei Yufiwan, wurde aber von den Torpedobootszerstörern zum Schweigen gebracht und vertrieben. Die Hebung der russischen Schiffe vor Port Arthur macht bemerkenswerte Fortschritte. Ein von Port Arthur in Tokio eingetroffener Offiziel berichtet, daß die Beschädigungen der gesunkenen russischen Schiffe geringeren Umjangs sind, als man angenommen hatte. Man habe gewußt, daß die Russen im Innern der Schiffe Sprengstoffe zur Erplosion brachten und habe daher schwere Beschädigungen erwartet, doch seien die wichtigsten Teile der Schiffe auffälligerweise unverlegt gefunden worden. Am schwersten beschädigt sei der„ Bajan", welcher in den Hafen geschleppt wurde. Der Percsmjet sei imstande mit seinen eigenen Maschinen zu fahren. Beide Schiffe würden demnächst zur vollen Repa= ratur nach Japan gebracht. Man hoffe sogar, die sehr schwer beschädigte Pallada" Mitte August und vorher noch„ Retwisan" und„ Pobjeda" flottzumachen. " Damit erhält die japanische Seemacht weitere Verstärfungen durch die eroberten Schiffe der Russen, so daß die russische Abneignng gegen den Friedensschluß, von der neuerdings wieder die Rede ist, wohl auf schwachen Füßen stehen dürfte. Der auf der Reise befindliche Friedensimterhändler Witte soll erklärt haben, der Zar habe sich dahin geäußert, er halte einen endgültigen Sieg Rußlands in der Mandschurei nicht für unmöglich, sondern für wahrscheinlich. Supland könne also nicht für besiegt erachtet werden und dürfte daher nur einen ehrenvollen Frieden annehmen. Witte sagte ferner wörtlich:„ Der Kaiser wünscht den Frieden, aber ich fürchte sehr, daß die japanischen Bedingun gen solche sind, daß wir nicht zu einem Vertragsabschluß kommen können. Rußland ist nicht vernichtet. Die Unruhen im Innern sind sehr ernst, doch wird die wirkliche Bedantung dessen, was vorgeht, im Auslande nicht erkannt. Die Spaltungen werden verschwinden, falls das Volk die Integrität des Landes und seine Zukunft in der Geschichte als gefährdet erkennen sollte." Daß Witte von vornherein nicht seine Trümpfe aus der Hand geben wird, ist selbstverständlich, ob er aber in seinem Innern nicht vor der Gewalt der Ereignisse als fluger Polififer schon heute kapituliert, ist eine andere Frage. Daran würde auch der Optimismus des Zaren nichts ändern, und was die Berufung auf das Volk anbelangt, so reden die erschütternden Katastrophen im Innern und der stürmische Schrei nach Frieden eine beredte Sprache. Politische Rundschau. Deutsches Reich. Nach der Schägung des kaiserlichen statistischen Amts Hat die Bevölkerung des Deutschen Reiches im laufenden Jahre 60 Millionen überschritten. Die 50. Million überschritt die Einn ohnerzahl Deutschlands im Jahre 1892; 1870 betrug die Bevölkerung des heutigen Deutschen Reiches 40,8 Mill., 1855 36,1, 1816 24,8 Millionen. Man kann ungefähr berechnen, das sich die Bevölkerung des Reichs seit 72 Jahren verdoppelt hat. Die am nächsten 1. Dezember stattfindende allgemeine Volkszählung wird das genaue rechnerische Ergebnis bringen. * Die Bewegung unter den Eingeborenen auf Samoa hat den Gouverneur veranlaßt, die Eingeborenenregierung aufzulösen. Mataafa gewährt dem Gouverneur die größte Unterstügung, die Steuern gehen prompt ein, und es wird angenommen, daß die Mißstimmung der Eingeborenen vorbei ist. * Mit der Rückzahlung der Schuld des Staates Venezuela an Deutschland wird jetzt Ernst gemacht. Die venezolanische Regierung bezahlte der deutschen und der englischen Gesandtschaft je 2 797 959 Bolivares als erste Sechsmonatsrate gemäß dem Vertrage über die Konversion der auswärtigen Schuld. * Zu der Maroffo- Konferenz haben die diplomatischen Vertreter Deutschlands und Frankreichs im Auslande die Weisung erhalten, den Regierungen, bei denen sie beglaubigt find, Mitteiluna von dem zwischen den Kabinetten von Baris und Berlin erzielten Uebereinkommen betreffend die Marokko Konferenz zu machen. Ort, sowie die Zeit des Zusam mentritts werden baldigst festgestellt werden, voraussichtlich tritt die Konferenz in Tanger zusammen. * Von dem Ankauf englischer Kohlenbergwerke durch deutsche Kapitalisten ist in letzter Zeit viel die Rede. Sogar das englische Parlament beschäftigte sich schon mit der Sache. Von deutscher unterrichteter Seite wurde bestätigt, daß Verhandlungen schweben, jedoch sei der Kauf noch nicht abgeschlossen. Das englische Blatt Daily Mail" will wissen, daß der deutsche Ankauf der Walliser Kohlenbergwerke eine bindende, nicht mehr anzuzweifelnde Tatsache sei. Fachleute schätzen die daselbst anstehenden Kohlenmengen auf 400 Millionen Tonnen, von denen die Hälfte in tieferen Schichten liege. * Die preußische Regierung will gegen das Spiel- Unwesen borgehen. Die Vorgänge im Klub 1900" zu Berlin werden den Ausgangspunkt eines einheitlichen behördlichen Verfahrens gegen sämtliche sogenannte Spielklubs bilden. Das Ministerium des Innern hat von der einschlägigen Behörde Bericht über die Spielklubs im allgemeinen und über die Vorgänge im Klub 1900" insbesondere eingefordert. * Die Presse beschäftigte sich wiederholt mit einer angeblich neuerdings abgeschlossenen Interessengemeinschaft zwischen der Preußischen Zentral- Genossenschaftskasse und der Landwirtschaftlichen Zentral- Darlehnskasse in Neuwied. Wie jetzt offiziell durch das preußische Ministerium festgestellt wird, haben die Institute, mit denen die Preußische ZentralGenossenschaftskasse in Geschäftsverkehr treten darf, das Recht, sich bei ihr mit Vermögenseinlagen zu beteiligen. Die Provinzial- Genossenschaftstasse zu Breslau, die Landwirtschaftliche Reichsgenossenschaftsbank zu Darmstadt, die Genossenschaftsbank zu Halle, die Landesgenossenschaftskasse zu Hannover, die Landwirtschaftliche Zentral- Darlehnskasse zu Neuwied, die Provinzial- Genossenschaftsfasse zu Posen, die Nessauische Hauptgenossenschaftskasse zu Wiesbaden und die Ländliche Zentralfasse zu Wormditt haben von dieser Befugnis Gebrauch gemacht und um Zulassung zur Kapitalbeteiligung gebeten. Der Finanzminister hat diese Genehmigung erteilt. Auf diese Tatsache sind die zum Teil irrigen Erörterungen über die Fusion zurückzuführen. Oefterreich- Ungarn ** In Ungarn nimmt das Auftreten der Opposition gegen die Regierung immer schärfere Formen an. Der leitende Ausschuß hat eine Erklärung gegen die Regierung erlassen, in der das Kabinett Fejervary als verfassungswidrig bezeichnet wird, weil es nach dem Mißtrauensvotum des Abgeordnetenhauses im Amte verblieben sei und erklärt habe, daß dieses Votum seine Stellung nicht berühre. Die Verweigerung der Steuerzahlung sowie der Rekrutenstellung für die unparlementcrische Regierung sei Pflicht jedes Bürgers und jedes Beamten, und wenn die Regierung die Beschlüsse der Kommunen anruiere, so gehe sie ungeseßlich vor. Die Verordnung enthalte nichts, was die Nation an der Ausübung des passiven Widerstandes hindern könnte. Der Dank der Nation gebühre denjenigen, welche sie im Kampfe unterstützen. Je größer der Widerstand sei, desto kürzer werde die Zeit der Leiden sein. Wenn die Regierung mit Maßregelungen vorgehen sollte, werde sie zur Rechenschaft gezogen werden. Türkei. ** Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mächten und der Pforte über die mazedonische Frage spizen sich zu. Im englischen Oberhause erklärte Lord Lansdowne, England habe mit Desterreich und Rußland Besprechungen gepflogen. Man sei zu dem Resultat gelangt, auf den Reformforderungen zu bestehen. Es solle der Plan einer finanziellen Regelung unter internationaler Kontrolle durchgeführt werden. Der Sultan werde seine ablehnende Haltung aufgeben müssen. Rufeland. ** Der Kongreß der Semstwos ist gestern bereits in Mos kau in der Wohnung des Fürsten Dolgoruci zusammengetreten. Zur Erörterung sollen gelangen der Entwurf Bulygins, die Stellungnahme der öffentlich wirkenden Männer zu dem erwarteten Volksvertretungsgesetz und Maßnahmen zur Verwirklichung der von den Vertretern der Semstwos und der Städte ausgearbeiteten Vorschläge. Allgemein werden von diesem Kongreß der Vertreter der russischen Gemeir.den entscheidende Beschlüsse erwartet, und man ist besonders gespannt darauf, wie sich die Regierung zu der Versammlung stellen wird. Einem ebenfalls in Moskau tagenden Kongreß der Börsenvertreter und Industriellen haben die Behörden verboten, die Verfassungsfrage zu besprechen, und als es dennoch geschah, wurde die Versammlung aufgefordert, ihre Arbeiten einzustellen. Sie tagte aber trotz des Verbots weiter. In Sosnowice sind zahlreiche Arbeiterführer verhaftet. In D miest tam es im Gefängnis zu einer Meuterei, wobei die Gefangenen mit eingeschmuggelten Revolvern quf die Wärter schossen. In Kronstadt gärt es bedenklich auf der Flotte; eine Anzahl Kriegsschiffe werden unter den Kanonen der Forts gehalten. Hof und Gefellschaft. Der Kaiser ist an Bord der Jacht„ Hohenzollern" von Hernösand nach Nyland in See gegangen. Für die durch eine Flut zerstörte Stadt Guanajuato in Meriko hat der Kaiser die Summe von 1000 Mark gespendet. In feierlicher Weise hat gestern die Uebernahme der Regierung über die Herzogtümer Sachsen- Koburg und Gotha seitens des Herzogs Karl Eduard stattgefunden, der gestern sein 21. Lebensjahr und damit seine Großjährigkeit erreichte. Auf dem Schlosse Friedenstein unterzeichnete der Herzog in Gegenwart zahlreicher Fürstlichkeiten die Eidesurkunde. Im Thronsaal hielt der Regent, Erbprinz von Hohenlohe- Langenburg, eine Ansprache, worauf der Herzog die Thronrede verlas, die mit der Verheißung schließt, daß der Herzog stets mit unerschütterlicher Treue zum Reich und seinem erhabenen Oberhaupte stehen werde. Darauf fand ein Festgottesdienst statt. Im Landage wurde bekannt gegeben, daß Oberregierungsrat Richter- Berlin zum Staatsminister ernannt ist.- Der junge Herzog Karl Eduard ist der Sohn des Herzogs von Albany, des jüngsten Sohnes der Königin Viktoria von England. Er ist seit seiner Anwartschaft auf den koburg- gothaer Thron in Deutschland erzogen, hat in der Kadettenanstalt zu Groß- Lichterfelde das Fähnrichs- Examen bestanden, in Bonn studiert und tat als Leutnant im 1. Garde- Regiment 3. F. in Potsdam Dienst. Er ist mit der Prinzessin Viktoria Adelheid von SchleswigHolstein, einer Nichte der Kaiserin, verlobt und mit dem Kronprinzen, sowie dem Prinzen Eitel- Friedrich eng befreundet. Soziales Leben. machten Meyer gehandelt habe. Sehr scharf wird der Poliacikommissar Böning- Bremen von der Verteidigung angefaßt, der die Behandlung der Meyerschen Sache nach dessen Verhaftung in die Hand genommen hatte. Böning soll gegenüber anderen Zeugen, wie diese behaupten, sich so geäußert haben, als ob er von der Unschuld des Meyer überzeugt sei. Er bestreitet es entschieden und bleibt dabei, obwohl der Verteidiger Dr. Sprenger ihn auf die beschworenen Beugen- Aussagen verweist und ihm den Rat gibt, doch lieber jeine Aussagen mit dem Bemerken zu machen:„ Meiner Erinnerung nach." nung in der Form von ungünstigen Nachwahl- Ausfällen erhalten. Zwar seine Mehrheit ist noch groß genug; aber gerade weil sie noch groß ist, liegt ihm der Gedanke nahe, den Gegner herauszufordern und in schnellen Neuwahlen sich eine neue volle Regierungsfrist zu verschaffen. Es ist deshalb beinahe selbstverständlich, daß an die Nachricht von der Berufung einer Versammlung der konservativen Partei Großbritanniens durch den Premierminister Balfour sich das Gerücht knüpfte, das Kabinett wolle das Unterhaus auflösen. Das Gerücht wurde schnell demontiert. Beinahe in amtlicher Form wurde versichert, daß eine Barlamentsauflösung nicht beabsichtigt sei, nicht einmal eine Herbstfession des Unterhauses. Doch die Versicherung ist wenig glaubhaft, namentlich, da hinzugefügt wird, die Panteiversammlung bezwecke nur die Besprechung über die Geschäftsordnung für den Rest der Session und über die Neueins teilung der Wahlkreise. Es wäre mehr als seltsam, wenn bierfür der große Apparat einer Landesparteiversammlung in Bewegung gesetzt würde. Viel wahrscheinlicher ist, daß die Auflösung überraschend kommen soll, damit die Gegenpartei möglichst wenig Zeit zu Wahlvorbereitungen und Wahlagitationen habe. Ein Umstand allerdings spricht für die Aufrichtigkeit der Versicherung: Herr Balfour ist nicht der Mann rasche Entscheidungen und entschlossener Handlungen. Ein zögerndes Abwarten entspricht seinem Naturell weit mehr, als festes und wagendes Zugreifen. Uebrigens hat er jetzt eine unzweifelhaft: Niederlage erlitten, da er die Regierungsvorschläge über die Neueinteilung der Wahlkreise zurückziehen mußte. Chamberlain ist anders geartet, aber Chamberlain ist eben nicht Premierminister und hat mit seiner waghalsigen Draufgängerei nicht genug Erfolge erzielt, um seine Parteigenossen gegen den Willen des leitenden Mannes fortreißen zu können. Man schiebt im Gegenteil ihm den Hauptteil an der Schuld der mehrfachen Nachwahl- Niederlagen zu. So ist Minister Balfour in schweren Nöten. An der Seite der drängende Kollege mit dem kaum zu bändigenden Eifer, vor sich eine Opposition, für die dieser Eifer wachsenden Anhang geworben hat - er wird seinen Entschluß am Ende„ ausknobeln" müssen. Die Anssperrung in Essen. Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe hat sich durch die Stellungnahme des Oberbürgermeisters Zweigert nicht von seinen Entschlüssen abbringen lassen. Er hat vielmehr jetzt sämtliche Bauarbeiter ausgesperrt und sich verpflichtet, Unternehmer, die in Verlegenheit und finanzielle Schwierigkeiten kommen sollten, zu unterſtützen. Dies lettere geschah in Beantwortung des Vorgehens des- Oberbürgermeisters Zweigert, der für die Unterstützung der Bauarbeiter eine Zuwendung von 20 000 Mark beantragt hat. Straßenbahnerstreik in Basel. Das Personal der Baselar Straßenbahnen hat in einer von etwa 400 Mann besuchten Versammlung fast einstimmig beschlossen, sofort in den Ausstand zu treten, und hat den Streik gestern früh begonnen. Der Schritt wird damit begründet, daß die Regierung die Beschwerden des Personals zu wenig berücksichtigt habe. Minifter Balfour in Nöten. Nab und Fer † Schiffszusammenstoß. Bei der Ausfuhr aus dem Hafen von Saßnitz stieß am Dienstag Abend das Torpedoboot ,, S 65" mit dem von einer Abendfahrt zurückkehrenden Dampfer Darß" zusammen. Menschen wurden nicht verletzt, dagegen erlitten beide Schiffe schwere Havarien. Der Dampfer Darß" mußte auf Grund setzen und seine Passagier ausbooten. Vermischtes. = Chinesen als amerikanische Soldaten. Neger- Regimenter hat es in Amerika seit der Emanzipation der Sklavei: schon gegeben. Neuerdings ist auch ein Regiment von Söhnen des himmlischen Reiches dazugekommen. Bei der starken chinesischen Einwanderung nach den Vereinigten Steaten farn das nicht so sehr Wunder nehmen. Unter allgemeinem Interesse marschierte in strammer Haltung vor furzem das erste Chinesen- Regiment über den Broadway nach Long Island, um dort militärische Uebungen vorzunehmen. Diese werden ganz nach dem Reglement des amerikanischen Militärs ausgeführt, und die chinesischen Soldaten haben auch ihren Zopf dem Schermesser zum Opfer bringen müssen. Das Regiment steht unter Befehl des Majors George Mac Vicker, und die Haltung der Truppen wird sehr gelobt. + Unglück im Seebade. In Rügenwaldermünde sind vorgestern beim Baden in der See zwei Töchter eines dortigen Fuhrherren ertrunken. Um die Mädchen zu retten, stürzte sich der Versicherungsagent Selchow aus Berlin in die See, ging aber selber unter. Der Lehrer Rosper, der Leiter der Chai lottenburger Ferienkolonie, der sodann das Rettungswerf versuchte, konnte das eine Mädchen lebend an Land bringen, wo es jedoch bald den Geist aufgab. † Der ungetreue Prokurist. In einer ersten Hamburger Firma sollte dieser Tage der Prokurist nach Ablauf seines Sommerurlaubs seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Als er ausblieb, wurde die Kasse revidiert, und man entdeckte einen Fehlbetrag von 120 000 Marf. Der ungetreue Beante hatte sich also sehr reichlich mit Reisegeld versehen. - Eine geriebene Betrügerin. Durch einen außerordentlich komplizierten Gaunertrick hat eine junge Pariserin sich eine beträchtliche Geldsumme verschafft. Sie ließ eine Anzahl wertvoller Schmucksachen, die sie besaß, von einem Goldschmied in London mit falschen Diamanten und Perlen † In den Flammen umgekommen. In Eisenstein brach in einer der letzten Nächte in dem Anwesen eines Schuhmachers Feuer aus. Die Flammen griffen so schnell um sich, daß die auf dem Dachboden schlafenden Personen sich nicht mehr zu retten vermochten. So fanden die fünfzehnjährige Tochter des Besizers und eine Magd ihren Tod im Feuer. Dieser selber erlitt bei dem Versuche, sein Kind zu retten, so schrivere Brandwunden, daß er nach dreistündigen, gräßlichen Leiden verschied. † Große Hike in Amerika. In Nordamerika liegt über dem Gebiet von den Rocky Mountains bis zum Atlantischen Ozean zurzeit wieder eine Higwelle. Die hohe Temperatur hat wieder viele Unglücksfälle im Gefolge gehabt. So waren an einem Tage in den Hauptstädten fünfzig Todesfälle zu verzeichnen, darunter allein in Newyork dreiundzwanzig. In den heißen Nächten schlafen die Bewohner vielfach auf den Dächern und auf der Straße. † Fund einer Kindesleiche. Auf der Gemarkung des Rittergutes Mylau in Böhmen wurde vor einigen Tagen in einem Waldesdickicht der Leichnam eines Kindes gefunden. Moncherlei Anzeichen deuten darauf hin, daß es sich un einen Lustmord handelt. Der kleine Leichnam ist wahrscheinlich ein seit Ende vorigen Monats vermißtes Kind aus der Nadbarschaft. Sieben Jahre dauert in England eine Legislaturperiode, d. h. die Mitglieder des Hauses der Gemeinen erhalten ein Mandat, das sieben Jahre Geltung behält- wenn nicht bor Ablauf dieser Frist eine Auflösung des Unterhauses erfolgt. Ein englisches Ministerium, das aus der Mehrheit des Unterhauses gebildet wird, hat somit in der Regel eine fiebenjährige oder doch fast siebenjährige Regierungszeit vor sich, was natürlich nicht ausschließt, daß es darauf bedacht ist, seine Herrschaft um weitere sieben Jahre und dann wieder um sieben Jahre zu verlängern. Das gelingt freilich nur in Ausnahmefällen; ein Beweis dafür, daß auch in England die Popularität der Abnüßung unterworfen ist. Die Volksstimmung ist wandelbar, und diese Wandelbarkeit wird durch die nie aussehende laute Kritik der oppositionellen Minderheit kräftigst unterstüßt. Zeigt sich ein neues Gesez in der Handhabung als verfehlt, den Bedürfnissen und Wünschen der Bevölkerung widersprechend, so verliert die Regierung alsbald einen Teil ihres Anhangs, nicht sowohl im Unterhaus, als in der Wählerschaft, und das tritt bei den Nachwahlen, die im Verlauf von sieben Jahren naturgemäß nicht selten notwendig werden, mit greifbarer Deutlichkeit zu Tage. Wird für einen ausgeschiedenen Torn( Konservativen) ein Tory, für einen ausgeschiedenen Whig( Liberalen) ein Whig gewählt, so hat sich nichts geändert, und die regierende Partei darf ohne Sorgen sein. Wird aber das Mandat, das bis dahin einem Tory gehörte, einem Whig übertragen oder umgekehrt, so deutet das auf einen Umschwung in den Anschauungen der Wählerschaft. Natürlich hat ein solches Zeichen nicht immer die gleiche beweisende Kraft. Es gibt Wahlbezirke, in denen die Parteien einander ungefähr die Wage halten und beinahe nur ein Zufall die Entscheidung durch wenige Stimmen hierhin oder dorthin lenkt. Dergleichen Wahlen besagen nichts, sind als politische Stimmungs- Barometer nicht zu verwerten. Wenn aber eine stattliche Mehrheit zur Minderheit wird, und wenn diese Erscheinung an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten sich wiederholt, so ist der Meinungsumschwung auf dem Wege, hat er sich teilweise bereits vollzogen. Haben die Führer der regierenden Partei, die Minister, solche Zeichen wahigenemmen und sie können gar nicht umhin, sie zu bemerken, so haben sie zu erwägen und sich darüber zu entscheiden, ob sie den Kampf aufnehmen und den Versuch machen sollen, dem weiteren stillen Wachstum der Gegner entgegenzutreten, indem sie das Parlament auflösen, allgemeine Neuwahlen anordnen und durch ihre vielleicht noch borhandene Mehrheit sich ein neues siebenjähriges Mandat zu sichern suchen; oder ob sie das Abbröckeln ihrer Mehrheit als eine unausweichliche Schicksalsfügung hinnehmen und wenigstens ihre gesetzliche Zeit ausregieren wollen. Beide Experimente sind wiederholt gemacht worden, und bei beiden hat es nicht an leberraschungen gefehlt. Es hat englische Minister gegeben, denen eine einzige Stimme Mehrheit genügte, und wieder Minister, die ihren Ehrgeiz darein setzten, von dem Vertrauen einer großen Mehrheit der Volksvertretung getragen zu sein. Die Volksstimmung ist in EngIand vielleicht noch schwerer zu berechnen als anderwärts. Im Jahre 1878 brachte Benj. Disraeli vom Berliner Kongreẞ für England, das sich bis dahin mit einer„ Splendid Isolation", einer glänzenden Vereinsamung trösten mußte, Peace with Honour", Frieden und Ehre heim, und bei der nächsten Wahl war er gestürzt, lag er am Boden und konnte nicht mehr aufstehen. Eine gewisse Aehnlichkeit zeigte das Schickjal Gladstones, der nach Bismarcs Ausspruch unermeßliche Schande auf sein Vaterland gehäuft, den aber ein großer Teil des englischen Volkes mit Begeisterung verehrte und als Greis noc) zur Regierung rief, um ihn dann plößlich 311 berlassen, als er den Iren Home- Rule, eigene Verwaltung, gewähren wollte. - Das jetzige englische Ministerium Balfour hat schon wiederholt und erst in den iiinasten Tagen wieder eine Verwar† Singerichtete Giftmörderin. Pelogia Pawlak, die wegen Gistmordes an ihren Ehemann zum Tode verurteilt ist, wurde vorgestern in Posen hingerichtet. † Brandstiftung in den Newyorker Forts. In den beiden, den Hafeneingang von Newyork schüßenden Forts brach an einem der letzten Abende Feuer aus, das augenscheinlich bon ruchloser Hand angelegt war. In Fort Hamilton verbrannte die Kaserne, in Fort Wedsworth wurde das Pulvermagazin vernichtet. * Belanntli israelitischen Rechten der B arbeitung eines betraut worden. direttor Dr. Bre A Beftern Beterinar Anftalt Profeffor Dr. B baube für Anato Bollendung entg noch im Robbou * Brämie ftellung. Der bant hat befol Landes- und Jub bon 300 † Explosion infolge der Hitze. Dienstag fand in einer Drogerie in Chemnitz eine fürchterliche Explosion von Feuerwerkskörpern statt, die sich in der ungewöhnlich hohen Tenperatur von selbst entzündet hatten. Mit ungeheurer Detonation flogen die Explosivstoffe über die Straße und setzten zwei gegenüberliegende Häuser in Brand. Mehrere Birsenen wurden durch umherfliegende Glassplitter und Explosivkörper verletzt. † Ein Schiff in die Luft geflogen. Zwischen Port Arthur und den Elliot- Inseln ist, wie jetzt bekannt wird, vor einiger Zeit ein amerikanisches Schiff auf eine der daselbst noch vorhandenen schwiinrienden Minen geraten. Es erfolgte eine heftige Explosion, und binnen fünf Minuten ging das Schiff mit Mann und Maus unter. Die ganze, aus 28 Mann be= stehende Vejagung hat ihren Tod gefunden. Eine riesige † Brand des Pariser Schlachthauses. Feuersbrunft vermchtete dieser Tage die großen Schlachthausanlagen von La Villette bei Paris. Ein heftiger Wind verhin= derte die Rettungsarbeiten, zu denen die gesamte Pariser Feuerwehr ausgerückt war. Indessen gelang es, das Vieh in Sicherheit zu bringen. Man vermutet Brandstiftung. Zwanzig verdächtige Gestalten wurden auf der Brandstelle crtapet und berhaftet. ju ftellen. Bu Bun weiteren Ehrenpreif Groß- Umftabt, We Beppenheim, Selig und Geflügelzucht aufgefepten Breife Provinzialverein fü fidh nach der Beid und bis zu 300 † Gestohlen oder verloren? Einen großen Verlust erlitt eine Dame, die Montag von Frankfurt a. M. nach Homburg in einem Coupee erster Klasse reiste. Während der Fahrt fam ihr eine Handtasche aus Krokodilleder abhanden. Die Tasche enthielt in einem grauen Bezug Schmucksachen, Halsfetten, Brochen usw., alles mit Diamanten und wertvollen Perlen besetzt, alles in allem im Gesamtwert von 50 000 Mk. † Herzlose Eltern. Aus einem Eisenbahnwagen, der mit russischen Auswanderern besetzt war, wurde während der Fahrt zwischen den Stationen Ascherbude und Filehne ein etwa zweijähriges Kind auf den Bahnkörper geschleudert. Das unglückliche Wesen, das schwere Kopfverletzungen davontrug, wurde von einem Bahnwärter unmittelbar nach der Tat in seinem Blute schwimmend aufgefunden. Der Beamte telephonierte den Vorfall sofort an die Station Filehne, wo die Rabeneltern beim Eintreffen des Zuges ermittelt und berhaftet wurden. † Ertrunkene Sommergäste. Auf der Loire fenterte vor einigen Tagen infolge eines Wirbelsturmes ein Fischerboot, in dem eine Anzahl der zur Kur in St. Brevin weilenden Pariser Familien eine Wasserfahrt unternommen hatten. Alie Insassen, zehn an der Zahl, darunter drei Frauen und cin Kind, fanden ihren Tod in den Fluten. Aus dem Gerichtsfaal. § Revision im Prozeß Tschirner. Der wegen Ermordung der Witwe Sinnig in Berlin zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilte Tschirner hat gegen dieses Urteil durch seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, das Rechtsmittel der Revision anmelden lassen. Tschirner behauptet nach wie vor, nicht der Täter zu sein, und beabsichtigt, falls die Revisionsinstanz nicht den erhofften Erfolg der Aufhebung des Urteils hat, die Wiederaufnahme des Verfahrens zu betreiben. † Ein neues japanisches Kriegsschiff. Montag lief auf der Werft von Barrow in London der Panzer„ Katori", das größte der bisher erbauten japanischen Schlachtschiffe in Gegenwart der Prinzessin Arisugawa von Stapel. § Meincidsprozeß gegen den Kellner Meyer. Vor dem Schwurgericht in Bückeburg gibt es fortgesetzt erregte Szenen. Dem Angeklagten Meyer wird durchweg von allen Seiten ein gutes Leumundszeugnis ausgestellt. Von einer Reihe von Zeugen wird die Meinung vertreten, daß es sich um Verwechselungen des durch das schroffe Auftreten des Vorsitzenden im Oldenburaer Ruhstrat- Prozeß verwirrt ae- * зи Der Vi dem foeben zur Au fammer Gießen f Befchäftsgang wa lebhaft, Schwächte der Dürre und des für Rindviet war igten aber währe Tendenz und erholt Gewinne des Bie Preise für Bucht u faft ebenso hoch fla Die Nachfrage nac Gegend stetig zu. den Bezug von K Provinzen Breußen Fleischpersorgung b auffchlage nur bu Defterreich Ungarn polizeilichen Anord = Der Hund als Lebensretter. Kapitän Fork vom Dambfer Harparenda", der in einem Hafen des Finnischen Meerbusens lag, fuhr vor furzem in einem Boot, nur von seinem Hunde begleitet, auf die Entenjagd. Durch Zufall ging die Flinte los und der Schrotschuß verletzte den Kapitän so schwer am linken Bein, daß er ohnmächtig zusammensank. Der kluge Hund sprang über Bord, schwamm zu einem Fischerboot und wurde dort aufgenommen. Aber er sprang sofort unter Heulen und Winseln wieder ins Wasser und veranlaßte so die Fischer, ihm zu folgen. Sie fanden den Kapitän am Verbluten, brachten ihn aber rechtzeitig ins Krankenhaus, so daß er dank der Treue und Klugheit seines Hundes am Leben erhalten werden konnte. - Japanische Höflichkeit. Bei dem ostasiatischen Insel volk gilt eine übertriebene Bescheidenheit als Zeichen besonderer Höflichkeit. So wies ein aus Japan zurückgekehrter Landsmann jüngsthin eine Einladung vor, die er in eine Familie, in der er sich sehr wohl fühlte, und zu einem köstlichen Diner von 15 Gängen erhalten hatte, und die folgendermaßen lautete:" Ich bitte um Verzeihung, wenn ich Ihnen die Beleidigung antue, Sie aufzufordern, bei uns zu Mittag zu essen. Unser Haus ist sehr klein und sehr schmutzig. Unsere Manieren sind sehr schlecht, und vielleicht werden Sie nicht einmal etwas zu essen bekommen, was man als eßbar bezeichnen könnte, aber nichtsdestoweniger gebe ich der Hoffnung Ausdruck, daß Sie bereit sein werden, um 6 Uhr zu uns zum Essen zu kommen." - auf dem Lande im abschlüffe erfolgen Gießener Biebmär über das Ausmelle janitären Beftimm Preußen sehr empf Martte in Kirchhai erfahren. Selbst de berjorgt in neuerer zum Rheine hin mi Händler die Sieger rigorosen janitäten = Der Riesenhummer. Pünktlich, wie stets um diese Jahreszeit, ist auf die große Seeschlange ihr Vetter, der riesig große Hummer, gefolgt. Diesmal ist es gelungen, im Stillen Ozean des herkömmlichen Hochsommer- Gremplares Herr zu werden. 36 Pfund wiegt das liebliche Tierchen, 45 Zoll ist es lang, und seine Scheren sind so furchtbar groß, daß er den Leib eines ausgewachsenen Mannes damit umfassen kann. Der Korb, in dem seine Brüder und Schwestern sich fangen ließen, genügte nicht für den Riesenleib dieses Ueker- Hummers, und nur dem glücklichen Umstande, daß er sich von außen in den Korb verstrickt hatte, verdankt man den seltenen Fang. Im Boot begann er einen gewaltigen Kampf mit den Insassen, die alle sich an der Aufgabe, die Bestie zu bändigen, beteiligen mußten und von Glück sagen konnten, als sie ohne Wunden aus der Hummerschlacht hervorgingen. oder einzelne Krei nicht minder auch teil, weil zwischen d Gebietsteilen und ftattfindet. * Gelegentlich folgenden Mitglied Breise zuerfannt: 3ie Gemeinde Karl Gei B Job. S Bt. Sch Rarl Di Rarl Aug. Juft. Raspar M erhielten eine lo Jobs Ron Bete Sat D Le Jo Karl S Groß Felda e tobe Rep. Dtto Beter Hrch Ron Start Dieb Groß- Felba. er der Poli ung ange nach dessen ning foll fich so ge= Leher überdabei, obschworenen doch lieber Meiner Gr Regimen er Silaver ment bon 1. Bei der Vereinigten Unter allaltung vor adway nach zunehmen. rikanischen ten haben en müssen. orge Mac gelobt. ßerordent arijerin fid zB eine Anvon einem und Perlen liegt über Atlantischen Temperatur So waren desfälle zu ndzwanzig. ielfach auf In den beiForts brach genscheinlich milton ber Das Pulver id in einer losion von nlich hohen ungeheurer Straße und 5. Mehrere plitter und Berlust erlitt ch Homburg der Fahrt anden. Die achen, Hals 5 wertvollen 50 000 ME gen, der mit vährend der Filehne ein geschleudert. igen davon r nach der Der Beamte ilehne, wo mittelt und ief auf der tori", das htschiffe in el. bom Dam. Finnischen t, nur von urch Zufall den KapizusammenCokales. 20. Jult 1905. * Bekanntlich plant das Großh. Minifterum, die israelitischen Religionslehrer definitiv mit gleichen Rechten der Volksschullehrer anzustellen. Mit der Ausarbeitung eines Gefeßentwurfs ist bereits eine Kommission betraut worden. In Oberhessen hat sich besonders Provinzialdirektor Dr. Breidert- Gießen dieser Sache sehr angenommen. A Gestern Vormittag wurde ein Teil der neuen Veterinär- Anstalt und zwar die chirurgische Klinik durch Professor Dr. Pfeiffer in Benutzung genommen. Die Gebäude für Anatomie und Pathologie gehen ebenfalls ihrer Vollendung entgegen, während das Verwaltungsgebäude noch im Rohbau begriffen ist 3 egenschau zu Nieder- Gemünden. A. 8iegenböcke: Gemeinde Elpenrod 1. Preis Ndr. Gemünden 2. J. Schlosser 3., Elpenrod 2. B. Biegen: " " F. Philipp, Ndr.- Gemünden 1. Preis K. Schlosser Btwe., Elpenrod 2. Heinrich Karl, Elpenrob Ludw. Bernhard, Elpenrod Heinrich Karl, Elpenrod J. Schlosser 3., Elpenrod derselbe " 2. " 2. 3. 11 3. 3. " Jäger Wtwe., N.- Gemünden, Albert Schlosser, Ebenrod und J. Gonter, N.- Gemünden erhielten eine lobende Anerkennung. C. Lämmer: L. Weiß, Nor.- Gemünden derselbe Georg Nau, Elpenrod 1. Preis 2. 2. 17 * Prämienzuwendungen an die landw. Ansftellung. Der Aufsichtsrat der Hessischen Landeshypothekenbant hat beschlossen, der Ausstellungsleitung der landw. Landes- und Jubiläumsausstellung zu Mainz den Betrag von 300 Mt. zu Prämiierungszwecken zur Verfügung zu stellen. Zu Gunsten der Gruppe Geflügel wurden des weiteren Ehrenpreise von den Geflügelzuchtvereinen zu Langen,* Die lilienweiße Unschuld vom Lande. Die Groß- Umstadt, Weiterstadt, Klein- Auheim, Klein- Steinheim, junge, hübsche Tochter eines reichen Gutsbesizers aus der Seppenheim, Seligenstadt, sowie vom dem Verein für Vogel- Wetterau war fürzlich bei einer Familie in der Großstadt und Geflügelzucht- Mainz gestiftet. Zur Verstärkung der zur Tafel. Ihr Tischnachbar, ein Leutnant, beginnt eine ausgesetzten Preise für die Gruppe Biegen stiftete der landw. ,, anregende Unterhaltung". Er sagt:„ Wirklich fabelhaft, Provinzialverein für Starkenburg einen Betrag, dessen Höhe gnädiges Fräulein, bewundere die Bartheit Ihrer berückenden sich nach der Beschickung der Ausstellung mit Ziegen richtet weißen Lilienhände." Die Antwort der Dorfschönen und bis zu 300 f. betragen fann. lautet: So bin ich am ganzen Kerper." *** Der Vichhandel in Oberhessen erscheint in dem soeben zur Ausgabe gelangten Jahresbericht der Handesfammer Gießen für das Jahr 1904 folgendermaßen: Der Geschäftsgang war zu Beginn des Berichtsjahres ziemlich lebhaft, schwächte sich aber schon im Juli hauptsächlich wegen der Dürre und des Mangels an Grünfutter ab. Die Preise für Rindvieh waren in der ersten Zeit anhaltend hoch, zeigten aber während der Sommermonate eine abweichende Tendenz und erholten sich erst bei eintretendem Regen. Die Gewinne des Viehhandels waren nicht lohnend, da die Preise für Bucht- und Schlachtvieh in Ost- und Westpreußen fast ebenso hoch standen wie in Süd- und Westdeutschland. Die Nachfrage nach guten Milchfühen nimmt in hiesiger Gegend ftetig zu. Der wachsende Bedarf konnte nur durch den Bezug von Kühen aus den nördlichen und östlichen Provinzen Preußens gedeckt werden. Ebenso konnte die Fleischversorgung von Gießen ohne Vermeidung eines Preisaufschlags nur durch den Import von Schlachtvieh aus Desterreich- Ungarn ermöglicht werden. Infolge der vielen polizeilichen Anordnungen nimmt der Kleinhandel mit Bieh auf dem Lande immer mehr ab, und die meisten Geschäftsabschlüsse erfolgen jetzt auf den Märkten. Leider hatten die Gießener Viehmärkte unter den polizeilichen Vorschriften über das Ausmelten der Kühe vor dem Auftrieb und den sanitären Bestimmungen über die Einfuhr von Vieh aus Breußen sehr empfindlich zu leiden. Hierdurch haben die Märkte in Kirchhain, Hanau und Herborn eine Bunahme erfahren. Selbst der seither unbedeutende Markt in Herborn versorgt in neuerer Zeit die Gegenden des Westerwaldes bis zum Rheine hin mit Bugvieh, während früher die dortigen Händler die Gießener Märkte regelmäßig besuchten. Die oft rigorosen sanitären Vorschriften für die Provinz Oberhessen oder einzelne Kreise sind für den hessischen Viehhandel und nicht minder auch für die Landwirtschaft von größtem Nachteil, weil zwischen den unsere Provinz umschließenden preußischen Gebietsteilen und der Provinz Oberhessen ein reger Verkehr stattfindet. * Gelegentlich der diesjährigen Ziegenschanen wurden folgenden Mitgliedern des Kreisziegenzuchtvereins Alsfeld Breise zuerkannt: Ziegenschau zu Groß- Felda. A. 8iegenböde: Gemeinde Bindhausen " " Groß- Felda Zeilbach Karl Geiß, Klein- Felda 1. Preis 2. " 3. H 4. " B. jüngere 8iegen: m zu einem er sprang Baffer und Fanden den tzeitig ins heit feines Johs. Rausch, Zeilbach Pt. Scharmann Gr.- Felda 1. Breis 2. Karl Diegel, Groß- Felda H 2. Aug. Wagener Klein- Felda Karl Geiß, Klein- Felda Just. Schuchmann, Kestrich " 3. " 3. " 3. " Schen Infel ichen besonüdgefehrier er in eine einem föjt. die folgenwenn ich bei uns und sehr vielleicht -, was man ger gebe ich werden, um ets um diefe Vetter, der es gelungen, ommer- Eremliebliche Tier d so furchtbar Rannes damit er und Schwe Den Riefenleib hen Umftande hatte, verdankt er einen gewal an der Aufgabe und von Glüd der Summer " " * Vater Jahn mit Borsten. Die Franfurter Kleine Presse" schreibt: Ein lieber Druckfehler ist einem kleinen Blatte der Umgegend unterlaufen. Es heißt da in einem Festbericht, dem Enrnverein sei von dem Bürgermeister eine wunderschöne Bahnbürste" überreicht worden. Es war aber eine Jahnbüste. tann, ist ein Tannenzapfen, den man an einen Faden frei * Ein billiger Wetterprophet, den sich jeder leisten vor das Fenster hängt. Wird das Wetter schön, so öffnet der Tannenzapfen seine Schuppen, so daß diese von der inneren Hülle abstehen, ist Regen in Sicht, so schließen sich die Schuppen und legen sich glatt aufeinander. Man prüfe das Mittel. berg- Beleuchtung. Die Grundsteinlegung der BismarckVon der Lahn, 19. Juli. Bengalische Gleis säule, die die Gießener Studentenschaft zu errichten gedenkt, auf dem herrlich gelegenen Hardtberge findet Samstag, den in seiner Generalversammlung am legten Samstag, aus 29. Juli abends 6 Uhr statt. Der Gleibergverein beschloß diesem Anlaß an jenem Abend die Burg bengalisch zu beleuchten. ? Grünberg, 19. Juli. Die landwirtschaftliche Winterschule erhält voraussichtlich Lich oder Hungen. Wie verlautet, soll Grünberg teine Aussicht mehr haben. Unsere Einwohnerschaft frägt sich aber, warum die Chancen Grünbergs so plößlich zurückgegangen sind. § Hungen, 19. Juli. Berlosung. Die Großherzl. Regierung erteilte die nachgesuchte Genehmigung, mit dem am 25. September in Hungen stattfindenden Prämiierungsbis zu 4000 Lose à 1 Mt. ausgegeben und im ganzen Großmarkte( Faselschau) eine Verlosung zu verbinden. Es dürfen herzogtum vertrieben werden. * Wezlar, 19. Juli. Die Straftammer verhandelte angeklagt ist, am 29. Mai bei dem Bigarrenarbeiter Georg u. a. gegen den Maurer Wilhelm H. von Kinzenbach, der angeflagt ist, am 29. Mai bei dem Bigarrenarbeiter Georg Mandler in Kinzenbach einen Diebstahl verübt zu haben. H. ist an hellem Tage in das Wohnhaus des M. eingedrungen und hat Geldbeträge von 15 Mt. und 1,70 M., ferner Brot und Wurst aus verschlossenen Schränken entwendet. Angeklagter ist geständig und erhält eine Gefängnisftrafe von 6 Monaten. ( Weßl. Anz.) Aus dem Kreise Wetzlar, 19. Juli. Wirtschaftliche Zusammenlegung der Grundstücke. Durch Beschluß des Provinzialausschusses der Rheinproving vom 9. Mai de. Js. und durch Beschluß des Ministers für Landwirtschaft sind für das Etatsjahr 1905 aus dem Fonds zur Förderung in der Landwirtschaft an Beihülfen bes willigt zur Unterstüßung und Förderung der wirtschaftlichen Busammenlegung der Grundstücke des Kreises Weßlar für die z. Zt. beteiligten 18 Gemeinden insgesamt 45 600 Mt. Durch Ministerialerlaß vom 28. Juni 1898 ſind den Gemeinden tes Kreises, die zuerst mit der Zusammenlegung borgingen, über das übliche Maß hinausgehende Zuschüsse in Aussicht gestellt. Leider sind aber für die Folge solche noch die Quote von 6/10 der Zusammenlegungsfoften gewährt, sodaß von den beteiligten Grundbesißern die Rest quote von 10 der Kosten aufzubringen verbleibt. Erwägt man, daß die Summen der Beihilfen, die durch die betr. Gemeinden fließen, von den Ortseingesessenen zum größten Teile selbst durch Arbeitsleistungen bei Ausführung der Zusammenlegung verdient werden, so ist dies ein erneuter Beweis, daß die Vorteile der Zusammenlegung gerade im Kreise Beglar sehr groß sind. Kaspar Merz Wtwe., Windhausen und Friedrich Schäfer hohe Zuschüsse nicht mehr zu erwarten. Es wird 3 erhielten eine lobende Anerkennung. C. ältere Biegen: Johs. Demuth, Gr.- Felda Konrad Orth, Groß- Felda Peter Seim, Windhausen Jat. Steuernagel 5., Windhausen 1. Preis 2. " 2. 3. H 3. и 3. " Lehrer Neeb, Groß- Felda 3. " Johs. Semmler 1., Gr..Felda 4. " Otto Völzing, Groß- Felda Bürgermeister Steuernagel Windhausen ? Weylar, 19. Juli. Der hiesige Radfahrerverein errang auf dem 22. Bundesfest des deutschen RadfahrerBundes in Erfurt den 1. Preis. A Friedberg, 19. Juli Der Maintalsängerbund Karl Hrch. Rühl, Groß- Felda und Karl Diehl 2., hat beschlossen 1906 sein Bundesfeft hier abzuhalten. Groß Felda erhielten eine lobende Anerkennung. D. Biegenlämmer: Johs. Hrch. Scharch 3., Windhausen 1. Preis Rep. Ruppert 2., Ermenrod 1. Otto Völzing, Groß- Felda " 2. " Peter Seim, Windhausen 2. " Hrch. Geiß 2., 3. " Konrad Drth, Groß- Felda 3. " Karl Diehl 2., Rudolf Hofmann, Heinrich Diehl 1. zu Broß- Felda. erhielten eine lobende Anerkennung. = Heldenbergen, 19. Juli. Die katholische Pfarr#telle dahier, deren letter Verweser Pfarrer Thöbes, ja auf so graufige Weise aus dem Leben scheiden mußte, ift jest wieder besetzt worden. Nach dem am 14. Juli aus. gegebenen Regierungsblatt wurde ste dem Pfarrer Lorenz Schreiber zu Alzey übertragen. A Vom Vogelsberg, 19. Juli. Ein neues Bahnprojekt zur Erschließung des füdlichen Vogelsbergs ist gegenwärtig im Entstehen begriffen. Es haben bereits und der Gemeinden mehrere Versammlungen Interessenten stattgefunden. Soweit man sich bis jetzt einigte, soll die Strecke von Fulda ausgehen und in südwestlicher Richtung durch den Mooser Grund und über Freiensteinau, Radmühl und Fischborn führen, um bei Bierstein in die Strecke Wächtersbach- Bierstein einzumünden. Dieser Tage fand in Freiensteinau eine Versammlung statt, die sich mit dem Projekt befaßte. + Ostheim, 19. Juli. Der Gemeinderat beabsichtigt, in Ostheim elektrische Straßenbeleuchtung einzuführen. + Frankfurt, 19. Juli. Sonntagsruhe. Gegen die völlige Die Fleischerinnung hat ihn ihrer zweiten Quartalsversammlung gegen den Beschluß der Stadtverordneten, die völlige Sonntagsruhe einzuführen Stellung genommen. Produkte. Der Kornschnitt hat in hiesiger Gegend be-csh Vom Lande, 19. Juli. Landwirtschaftliche gonnen. Nach Aussage der Schnitter tragen die kräftig herausgewachsenen Halme vollbefeßte Wehren. Da die Blütezeit des Weizens, des Hafers und der Gerste günstig verlief werden auch diese Halmfrüchte bei der seither herrschenden Size rasch nachreifen. Ja, der Weizen verspricht diesmal eine überaus günstige Ernte, die Sommerfrucht hingegen ist infolge der Trockenheit etwas furz geblieben, scheint aber trobem einen reichen Körnerertrag zu liefern. Die Gartengewächse haben einen sehr befriedigenden Staud besonders die Bohnen, welche üppig grün sind und sehr reich blühen. Die Kartoffeln sind auch vielversprechend, jedoch zeigen sie vielfach einen lückenhaften Stand. Die Bienenvölker hatten in diesem Sommer wieder eine reiche Tracht an den Wiesengräsern und zuletzt an der Linde. Die Imter konnten daher recht fleißig die Honigschleuder benußen und die reichen Honigvorräte einheimsen. Die bemerkbaren Baumfrüchte entwickeln sich vollkommen und versprechen ganz befonders Zwetschen und Birnen eine reiche, epfel hingegen eine geringe Ernte. Die ausgefeßten Dickwurz- und Gemüsepflanzen haben sich nach dem niedergegangenen Gewitterregen früchte schädigen, darf der Landmann auch in diesem Jahre gut entwickelt. Falls feine elementaren Ereignisse die Feldfutter ist durchaus kein Mangel. mit den Erträgnissen derselben zufrieden sein. Auch an GrünLiterarisches. Soeben erscheint im Verlage von H. A. Ludwig Degener, Leipzig eine stattliche, sehr gut ausgestattete Broschüre von 200 Seiten und zum Preise von 2 Mt. unter dem Titel: Der Hochschulstreit", akademische Freiheit und konfessionelle Verbindungen. Darstellung und Kritik. Anhang: Urkunden, Verfügungen und Resolutionen. Die hochschulen in Hanover und Charlottenburg und bietet dann Schrift behandelt den Verlauf des Streites, zunächst auf den eine unparteiische Kritik aller an dem Streite beteiligten Faktoren. Der Autor verfährt dabei streng sachlich und läßt jeoem vollständige Gerechtigkeit widerfahren. Brief- und Fragetaften der Redaktion. Wir ersuchen den Verfasser des uns heute Morgen zustellten Eingesandts uns seinen vollständigen Namen anzugeben. Marktberigte. fg. Gießes, 20. Juli. Suf dem heutigen Wochenmarkt kosteten Butter per Bfb. 1 10-1.20., Hübnereler per Stüd 6-7 Pfg., Enteneter St. 6-7 Pfa., Käse per St. 6-8 Pig., Käsematte 2 St. 5-6 Erbien per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Baar mr. 0.80-1.00, Hühner per Stüd M. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Pfd. 00-00 fg., Ochsenfleisch per Pfd. 70-80 Bf., Rindfletsch per fb. 70-72 Pig. per Pfb. Schweinefleisch 70-80 Big. Schweine fleisch gesalzen per Pfund 0.84 Bfg., Kalbfleisch per fb. 70-80 800 W., Zwiebeln per 3t. Mr. 8.00-10.00, Wetstraut 10-15 Pf. per Pfg. Hammelfleisch per Pfd. 50-76 Bfg., Kartoffeln pro 100 kilo 7.50 b. Stüd, Zentner 3-4 Mt. Aepfel per Zentner 6-10 Mr. Zwetschen per Sentner 0,00.-- 0.00, Kirschen per Pfd. 20-25 Pfg. Milch per Liter 20. Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen bor drei Stunden der Marktzeit im Umberziehen feilgeboten werden. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: Hobler, Fräser und Maschinenarbeiter( auswärts), 2 Schloffer, 2 Spengler, Schleifer oder Polierer, 1 Schmied, 2 Wagner, 3 Schreiner, 1 Küfer, Maler und Lackierer, 1 Brötchen2 landw. Anechte, eine große Anzahl Eisendreher, trägerin, 2 Installateure, 1 Weißbinder, Erðarbeiter, jüngere Fabritarbeiter und Arbeiterinnen, 1 jüngerer Hausbursche, 1 Fahr- und Stallbursche, 1 Restaurationsföchin( auswärts), Dienstmädchen, Lauffrauen und Mädchen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Spengler, Schleifer händler, 1 Sellner. oder Polierer, 1 Wagner, 1 Bäcker, 1 Schuhm her, 1 BuchEs suchen Arbeit: 1 Strickerin, 1 Buchbinder, 1 Wäscherin, 1 Fabrikarbeiter, 1 Haus- oder Bureaudiener, 1 Kassier 1 ältere Lauffrau. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentet: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbs in Gießen. A Wenn Sie ZÜRICH oder LUZERN besuchen, vergessen Sie nicht die Seidenmagazine der Seidenstoff- Fabrik- Union ADOLF GRIEDER& CE, zu besichtigen. C Beste Bezugsquelle. Muster umgehend. G N Biergrosshandlung Emil Schmall Tel. 83. Gießen, Frankfurterstraße 7 empfiehlt ächt Culmbacher Bier Tel. 83. Münchener Bürgerbräu- Bier|| Dortmunder Union Pilsener" 99 sowie Frankfurter und hiesiges Bier in Flaschen, Gebinden, Selbstschänker( Syphon à 5 Liter). Reelle Preise. Aecht Pilsener Urquell nnr in Syphens á 5 Liter. Beinlichfte Reinlichkeit der Abfüllung. Für alle Lieferungen Garantie der Originalität. 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Js, vor- innen, Buchhalterinnen, Kassierer- Jede Dame mittags 10 Uhr im Amtszimmer des Unterzeichneten innen; an den Hausbeamtinnen( Regierungsgebäude Zimmer Nr. 20) abzugeben, wo Verein: Stüßen, Kinderfräulein, erhält dauernde Arbeit nach Hause Gesellschafter- überallhin. Auskunft gratis durch auch Voranschlag, Pläne und Bedingungen eingesehen innen gegen vorschriftsmäßige GeJ. Felkl, Königgräß i. B. Nr. 214. werden können. Gießen, 17. Juli 1905. Der Großherzogl. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Diehm. Verdingung. Die zur Ausführung der für die Feldbereinigung in Gemarkung Rodheim bei Hungen im Herbste ds. Js. vorgesehenen Drainagen erforderlichen Drainröhren und Verbindungsstücke, Gesamtlänge 33300 m, sollen im Wege schriftlichen Angebotes bergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einsicht auf, woselbst auch die Angebotsvordrucke und Bedingungen gegen Erstattung von 1,00 Mt. erhältlich sind. Die Angebote sind verschlossen, poftfrei und mit ent sprechender Aufschrift versehen bis Samstag, den 22. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. wordie Strömungen und Bestrebungen unseres modernen Kunst- u. Geisteslebens in einem humoristisch- satirischen Zeitspiegel betrachten und verfolger will, der lese jeden Montag die neueste Nummer der Münchner JUGEND Postkarten- Centrale Sonnenstraße 5 Gießen empfiehlt: am Kanzleiberg Stadt- Ansichten, Blumen-, Serien-, Witzkarten, Künstlerkarten. Das eigene Porträt auf der Postkarte Samper 12 Mung- Bifes Boonukamp à Stück 15 Pfg. Underberg Undenk- Arrecht Unentbehrlich für jede Familie! Anerkannt bester Bitterlikör! Gegr. 1846. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm D. 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Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benußen will, muß die Impfung feines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschluffe auf seine Kosten be werkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. bes. in d. Hirsch- Apotheke und in der Universitäts- Apotheke. Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an. Rotwein ( echter Ingelheimer) Liter oder Flasche von 100 Pfg. an versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten von 12 Flaschen an P.Chr. Saalwächter Weingutsbesitzer. Nieder- Ingelheim a. Rhein. Es wird gebeten Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschan nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränk lichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Impfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Jmpflinge müssen mit reiner Wäsche und reingewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 27. Juni 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf unsere früheren Bekanntmachungen, die Bedienung der Rückstauverschlüsse betreffend, machen wir diejenigen Hausbefizer, welche thre Grundstücke an die Neukanalisation bereits ange= schlossen haben, darauf aufmerksam, daß von Donnerstag, den 20. Juli ds. Js. bis einſchließlich Samstag, den 22. Juli ds. Js. wiederum eine Spülung sämtlicher städtischer Straßenkanäle vor genommen wird. Gießen, den 13. Juli 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Weserftraße zwischen Nordanlage und Steinstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 15. Juli 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Steinftrake zwischen Weser- und Ederstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 15. Juli 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. DRUCKSACHEN wie Rechnungen Briefbogen Briefumschläge Mitteilungen Quittungen Glückwunsch- Karten Menu- Karten usw. empfiehlt in solider Ausführung die Buchdruckerei Albin Klein Giessen, Seltersweg 83. Ingenieurschule zu Mannheim Städt. subv. höhere technische Fachschule. Programme kostenlos. bei Einkäufen die in unserer Zeitung inserierenden Firmen gefl. zu berücksichtigen! 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