ne freund Der Pfeffer sein, denn erschienenen en füchen Da heißt's: dimitterent Bären doch sie uns in ch des proirftin von I fie gern genannt nit fam fie sien, nahm wurde bon wieder in ann einem Wagen?" hl, fönigCadeln. -Rächen n göttlich. Dürf Armiel' ger , geliehen Verzeih ob gut? rieg. taufend mem Autoan zuerst Hausierer r wieder ne, und Tscheche Beche für meinheit. ann jeder fennigstüd mmer.) -Kebun Cas Kommand nnschaften haben pin ollzählig zu erfchein Feinste # 1. Salat rtoffeln Hankel, Gießen, Schloßgaffe 6. tiger, fräftiger folde Finleger an Dreschmaschine Seinbeffen gefu n und Koft und Logi eres in der Expeditio ner Neuefte Nachrichten MAGGIS Appen marke Stern STEN! 10% chte auf den Namen MAGGI Nr. 142. Jnsertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz OberGeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Dienstag, den 20. Juni 1905. Gießener 14. Jahrgang. Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Kriegslauf und Kriegskurs. Fast anderthalb Jahre dauert der russisch- japanische Krieg bereits, und noch kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, wann er zu Ende gehen wird. Der nahe Friedensschluß ist vorläufig bloß eine Hoffnung, die jetzt allerdings eine außerordentliche Kräftigung erfahren hat, da General Kuropatkin sich für die Fortsetzung des Krieges erklärt hat. Dieser Organisator der russischen Niederlagen, von dem man bisher nur Rückzugsbefehle hören konnte, hat den bei ihm besonders merkwürdigen Mut gefunden, sich für den Krieg um jeden Preis zu erklären und den sicheren Sieg zu prophezeien. General Kuropatkins Ankündigungen und Versprechungen sind noch immer von den Tatsachen Lügen gestraft worden es fehlt jeder Anlaß zu der Vorausfegung, daß das Verhältnis des unglücklichen Generals zur Wahrheit sich plößlich geändert haben möchte. - Dank den Bemühungen des Präsidenten Roosevelt, die von anderer Seite stille, aber darum nicht weniger wirksame Unterstüßung gefunden haben, wird es wahrscheinlich nicht mehr lange auf sich warten lassen, daß Bevollmächtigte Rußlands und Japans in Washington zusammentreten werden. Ihre erste Aufgabe wird sein, festzustellen, ob das Bild, das man sich auf der einen Seite von den zu vereinbarenden Friedensbedingungen gemacht hat, eine, wenn auch nur entfernte Aehnlichkeit mit dem Bilde zeigt, das der andern Seite vorschwebt. Im bejahenden Fall können die eigentlichen Verhandlungen beginnen, denen vermutlich die Verabredung eines einstweiligen Waffenstillstands vorausgeht- in anderen Fall ist jedes weitere Wort verloren, bis die beiden Parteien durch die fernere Gestaltung der Kriegslage zu einer gleichmäßigeren Beurteilung der Konsequenzen dieser Lage gekommen sein werden. Wir nehmen an, daß die Vorverständigung allzu große Schwierigkeiten nicht haben wird, da veide Parteien wohl darin einig sein werden, daß der Besiegte zwar eine Kriegsentschädigung zahlen, aber nicht in eine Gebietsabtretung willigen soll. Das erleichtert die Sache ganz außerordentlich. Sobald Rußland keine Gebietseinbuße zugemutet wird, bleibt sein Prestige nach innen und außen so unberührt, wie es nach einem unglücklichen Krieg nur irgend sein kann. Ob Japan den Einfluß auf Korea, den es tatsächlich bereits besitzt, in Zukunft auch mit Rußlands Bustimmung ausüben soll, kann keine Seele im weiten Rußland erregen. Auch daß die Mandschurei vertragsmäßig unter chinesische Verwaltung zurückkehrt, wird kein noch so empfindsames rusisches Gemüt kränken. Bleibt eigentlich nur die Frage der Kriegskosten Entschädigung, die nicht flein, doch auch nicht so bedeutsam ist, daß an ihr. der Friedensschluß scheitern sollte. Selbstverständlich wird Japan so viel als möglich nehmen wollen; aber ebenso selbstverständlich ist, daß die Japaner, an deren Klugheit zu zweifeln man feine Ursache hat, ihre Forderungen nicht überspannen werden. Der Entschluß zum Frieden ist nicht zum Kleinsten Teil durch die Rücksicht auf wachsende finanzielle Schwierigkeiten bedingt; es heißt daher von diesem Entschluß gewaltsam abbringen, wenn man den Frieden mit Bedingungen belastet, die seine finanziellen Schwierigkeiten denen der Kriegsfortsetzung gleichstellen. Der bisherige Kriegslauf ist bekannt. Rußland hat nicht das Glück gehabt, an irgend einer Stelle, wenn auch nur vorübergehenden Erfolg zu erringen, weder zu Lande, noch zu Wasser. Es hat Port Arthur nicht behaupten können, feine Flotte verloren, seine Heere zurückziehen müssen. Andererseits hat Japan bei seinem Vordringen die empfindlichsten Einbußen erlitten, unter denen es darum nicht weniger leidet, weil es sie heroisch erträgt, Die Abschätzung der errungenen Vorteile und der erlittenen Einbußen im Kriegslauf zeigt sich in den Kriegskursen. Diese machen offenbar, wie der Kredit eines kriegführenden Landes fich hebt oder sinkt, zu welchen Bedingungen man ihm wohl weitere Anlehen abnehmen würde. Aus den Kriegskursen ist zu erkennen, ob ein Land überhaupt darauf rechnen darf, zur Fortsetzung des Krieges neue Mittel zu erhalten. Ein Blick auf den Kurszettel, ein Vergleich der heutigen Kurse mit denen zu Beginn und vor Beginn des Krieges ist deshalb recht interessant und belehrend. Am Tage der Kriegserfiärung, 9. Februar 1904, standen die vierprozentigen russischen Papiere 94% der Kriegsausbruch hatte sie binnen 8 Tagen um 3% geworfen die vierprozentigen japanischen Papiere 64%; den Japanern hatte der Kriegsausbruch innerhalb 8 Tagen einen Kursrückgang von 11% gebracht. Jetzt stehen die japanischen Papiere ebenso wie die russischen gleichmäßig 89,50%. Die russischen Werte sind also seit Kriegsausbruch 4,50% gefallen, die japanischen 25,50% gestiegen. Das sagt noch mehr, als die Zahl selbst schon ausdrückt. Denn die Zahl der zum Teil sehr finanzkräftigen Personen, die ein lebhaftes Interesse daran haben, den Kurs der russischen Werte möglichst hoch zu halten, ist Legion, während auf japanischer Seite solche Interessenten kaum borhanden sind. Daher könnte es kommen, daß bei einer Fortsegung des Krieges Rußland neuen Kredit, freilich zu erschwerten Bedingungen, Japan aber gar keinen Kredit findet. Dieses Verhältnis stärkt die Friedenshoffnung, denn es läßt erwarten, daß die Japaner ihre Bedingungen mit fluger Bescheidenheit bemessen werden. Ihre Ausgaben werden sie natürlich wieder haben wollen, die unmittelbaren und die mittelbaren( Invaliden- Pensionen usw.) Jene werden auf 1600-1800 Millionen Mark geschäßt, diese dürften kaum hinter 1500 Millionen zurückbleiben, so daß auf eine japanische Kostenentschädigung von etwa 3500 Willionen Mark zu rechnen ist. Der Krieg in Oftalien. Während die Diplomaten weiter ihre Ansichten über die Friedenskonferenz austauschen, bisher mit dem einzigen greifbaren Resultat, daß diese in Washington stattfinden soll, beginnen die Ereignisse auf dem Kriegsschauplatz von neuem ein recht ernstes Gesicht zu zeigen. Aus den Vorpostenkämpfen, die bereits seit längerer Zeit im Gange waren, scheint sich die japanische Offenfivbewegung, die man nach mehreren Anzeichen für bevorstehend hielt, lat sächlich in großem Maßstabe zu entwickeln. Aus Tofio wird gemeldet: Eine Abteilung des japanischen Zentrums schlug am 16. Juni die russischen Vorposten bei Lenchiaupeng, sec)- zehn Meilen nordöstlich von Hangping, zurück und verfolgte sie. Die Abteilung griff sodann die russische Ste!- lung bei Liaoyangwopin an und nahm sie nach heftigem Gefechte ein. Die russische Kavallerie, die sich nach Norden zurückzog, wurde von dem linken Flügel der japanischen Abteilung heftig beschossen. Schließlich wurden die Russen mit schweren Verlusteu und in großer Verwirrung zurüdgeworfen. Nach Aussagen von Gefangenen war Liaoyangwopin von 5000 Mann russischer Kavallerie und zwanzig Geschüßen, cinent Teile des Heeres General Mitschenkos, besetzt gewesen. Die Russen, die anscheinend von einer Panit ergriffen wurden, ließen Vorräte und Kleidungsstücke im Stich. Die japanischen Verluste betragen 30 Zote und 135 Verwundete, die der Russen sind nicht bekannt, scheinen jedoch groß zu sein. Wie weiter gemeldet wird, sind aus zurückliegenden Stellungen ständig neue russische Reserven vorgeschoben worden, um die Frontstellungen zu verstärken. Kurofis Vorposten standen am 18. Juni nur etwa 7 Meilen von den russischen entfernt, so daß jeden Augenblick ein größeres Engagement entbrennen konnte. Ja, es wird sogar behaup. tet, daß Linewitsch bereits in einen Kampf verwickelt worden sei und die erste Verteidigungslinie nach großen Verlusten habe räumen müssen. Günstiger für die Russen lauten folgende Nachrichten, die am 18. Juni beim Stabe Linemusas misgegeben wurden: Von unserer linken Flanke wird gemeldet, daß der Ort Liaoyangwopin von der russischen. Kavallerie wieder genommen worden ist. Ein Gerücht besagt: Am 16. d. Mts. vormittags 10 Uhr befekte japanische Kavallerie das Dorf Symiatschen an der Hauptstraße von Chantafou nach Mamakai, konnte sich aber der Uebergangsstelle über den Fluß nicht bemächtigen. Um 3 Uhr nachmittags war Symiatschen durch die russische Schwadron wieder genommen. Die Japaner gingen nach Südwesten. Verheerende Krankheiten in Charbin. Aus Jingkau kommen Meldungen, die neuen Schrecken in Petersburg verbreiten. In Charbin sind gefährliche Gäste eingezogen, die noch schlimmer unter dem russischen Heere aufräumen, als die japanischen Granaten. Cholera und Dysenterie forderten täglich an hundert Opfer. Außerhalb der Stadt seien 18 Isolierbaracken erbaut worden. 56 000 Mann in Charbin seien frank oder verwundet. Die Politik. O Die Frage der Reichstagsdiäten wird jetzt, nach Abschluß der Session, zwar nicht von den Verbündeten Regierungen, aber von unberufenen Ratgebern erörtert. Täten sie das auf eigene Rechnung, so wäre das weiter nicht schlimm. Aergerlich jedoch ist es, wenn sie als Plan der Verbündeten Regierungen ausgeben, was an unverantwortlicher Stelle ersonnen worden. Die neueste Phantasie stellt es als Absicht der Verbündeten Regierungen hin, den Reichsboten Diäten nur für die ersten fünf Monate jeder Session zu gewähren. Es ist kaum nötig, ausdrücklich zu sagen, daß an feiner maßgebenden Stelle ein solcher Plan gefaßt oder vorgeschlagen worden ist, der schon deswegen ganz sachwidrig wäre, weil wir Sessionen von zwei- und dreijähriger Dauer gehabt haben, die nur durch formale Vertagungen unterbrochen waren. Es spricht manches gegen die Gewährung von Tagegeldern an die Reichsboten, manches dafür, aber gar nichts spricht für eine Einrichtung, die die Tagegelder und damit in der Wirkung die Beschlußfähigkeit auf 5 Monate beschränkt. O Ueber die Mißbräuche im Ausverkaufswesen werden zurzeit auf Anordnung des Reichsamts des Innern Erhebungen von den Einzelregierungen angestellt. Diese erstrecken sich 1. auf die hauptsächlichsten Arten der Auswüchse im Ausverkaufswesen und 2. auf die allenfallsigen Abände rungs- oder Ergänzungsvorschläge zum Reichsgesetz betreffend die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes vom 27. Mai 1896. Alles das hätte längst geschehen können. * Eine wichtige Erweiterung der Zuständigkeit des Haager Schiedsgerichts beabsichtigt der Präsident der interparlamentarischen Union Richard Bartholdt herbeizufüh rcn, der zurzeit in Berlin weilt, um sich vom dortigen Aus. wärtigen Amt Material für seine Zwecke zu verschaffen. Aus Grund dessen soll ein Muster- Schiedsgerichtsvertrag ausge arbeitet werden, in dem alle Fälle spezifiziert werden sollen, in denen das Haager Schiedsgericht automatisch wirft, d. h. die eo ipso dem Schiedsspruche unterliegen. Jetzt kann die ser Gerichtshof nur in Tätigkeit treten, wenn die streitenden Parteien ihn anrufen. In Zukunft aber, vorausgesetzt, daß die Mächte zustimmen, soll das Schiedsgericht die Machtbefugnis erhalten, von selbst einzuschreiten. Außerdem strebt Herr Bartholdt- der amerikanischer Bürger, aber geborener Deutscher ist ein allgemeines Weltparlament an, dem die bedeutendsten Männer aller Nationen ständig angehören sollen. Die Verhandlungen über die Eisenbahn- Betriebsmittel. gemeinschaft, die zu Oberhof in Thüringen stattfanden, haben günstige Resultate ergeben. Man ist sich bereits über den Hauptinhalt des zwischen den beteiligten Staaten abzuschließenden Vertrages einig geworden. Besonders hat es sich bei den Verhandlungen um den organisatorischen Aufbau des Gemeinschaftsamtes gehandelt, also um die wichti. geren bei der Gründung des Gemeinschaftsamtes zu lösen. den politischen Fragen. Auch die früher von uns erwähnten, in Süddeutschland hervorgetretenen Bedenken über die Bauart des rollenden Materials, über die Beschaffung von Kohlen, Wagen und Lokomotiven können im wesentlichen als be. seitigt angesehen werden. Nachdem man sich so über den Aufbau und die Wirksamkeit des Gemeinschaftsamtes flar geworden ist, wird die zum 28. d. Mts. anberaumte Ausschußsizung der Regierungsvertreter sich nur noch mit der Regelung der inneren finanziellen Verhältnisse der Betriebsmittelgemeinschaft zu befassen haben. Zur Verwendung in den überseeischen deutschen Besitzungen soll nunmehr zur Ausbildung von besonderen Kolonialbeamten geschritten werden. Junge Leute, die die Abschlußprüfung auf einer höheren, zum Studium berechtigenden Anstalt abgelegt haben und tropendienstfähig sind, werden in zwei Dienstperioden im deutsch- ostafrikanischen Schutzgebiet zu mittleren und je nach ihrer Befähigung auch höhe ren Beamtenposten herangezogen. Ein Protest gegen das lippesche Thronfolgegesetz vom 14 April d. J., den Graf Erich zur Lippe- Biesterfeld- WeiBenfeld erhoben hatte, ist jetzt vom lippeschen Staatsministe rium amtlich als„ rechtsunwirksam" erklärt worden. * * Ein deutsch- spanischer Handelsvertrag soll in die Wege geleitet werden. Schon für die allernächste Zeit wird die Ernennung deutscher Unterhändler für Madrid erwartet. ** A Der weitere Ausbau der bayerischen Wasserwege wurde auf dem Festmahl des bayerischen Kanalvereins von Prinz Ludwig von Bayern in seinem Trinkspruch als notwendig und wünschenswert bezeichnet. Der Kanalverein dürfe seine Tätigkeit nicht auf die Verbindung Bayerns mit dem Rhein beschränken, sondern eine Verbindung des Landes mit der Elbe und Weser erstreben. Oefterreich- Ungarn A Das neue Kabinett Fejervary ist bereidigt worden und hat seine schwierige Aufgabe begonnen, eine Verständigung zwischen den Forderungen der Majorität und der Krone herbeizuführen. Wie König Franz Josef in einem Handschreiben an den Ministerpräsidenten Fejervary nochmals hervorhebt, könne er die Forderungen in bezug auf die Armee nur in den Grenzen annehmen, die unbedingt eingehalten werden müßten, um die Schlagfertigkeit des Heeres ungeschmälert aufrecht zu erhalten. Denn was auf dem Gebiete der inneren Verwaltung und der Volkswirtschaft verlangt würde, könne er dagegen seine Zustimmung geben. Ob es Fejervary gelingen wird, bei dieser Sachlage, die ganz so ist wie vorher, nach dem ausdrücklichen Wunsch des Königs eine Verständigung herbeizuführen, darf stark bezweifelt werden. Skandinavien. Der schwedisch- norwegische Konflikt zieht weitere Kreise. Wie es heißt, wird weder König Oskar noch der Kronprinz von Schweden einwilligen, daß ein Prinz des Hauses Bernadotte König von Norwegen wird, und ferner wird behauptet, daß Deutschland und Rußland es ablehnen, die norwegische Regierung anzuerkennen, bis König Oskar sich mit den von Norwegen getroffenen Maßnahmen einver standen erklärt hat. Der Kronprinz pon Schweden wird versuchen, England zu einer gleichen Haltung zu bewegen. Bemühungen zum selben Zweck sind mit Aussicht auf Erfolg bei den Regierungen anderer Länder, einschließlich Dänemarks, im Gange. Dänemark wird nicht gestatten, daß gegen den Willen König Oskars ein dänischer Prinz König von Norwegen wird. Dem Höflichkeitsaustausch bei der Vermählung des Prinzen Gustav Adolf von Schweden hat das allerdings keinen Abbruch getan. Der Prinz hat auf die Glückwünsche des norwegischen Storthings zu seinem Dagegen Ehrentage in verbindlicher Weise geantwortet. rufen Stockholmer Blätter nach einer Verstärkung der schwedischen Truppenmacht an der norwegischen Grenze und Vornahme von Ueberwachungsfahrten durch die Flotte. An eine Mobilisierung im engeren Sinne denken allerdings auch die größten Norwegerfeinde kaum. Sie wollen ihren früheren Brüdern bloß ihre Stärke zeigen. Rufsland. In Lodz ist es bei öffentlichen Demonstrationen 311 neuen blutigen Zusammenstößen gekommen. Ein von einer Kirchfeier kommender Menschenzug, der rote Fahnen trug, wurde von Kosaten angegriffen. Als sich die Menge zur Wehr setzte, gab das Militär Salven ab, durch die 7 Personen getötet, 9 schwer und 22 leichter verletzt wurden. Afrika. Me marokkanische Frage kommt immer mehr in ein feindliches Fahrwasser. Die französische öffentliche Meinung hat sich bereits zu der Einsicht bekehrt, daß es für Frankreich nicht ersprießlich ist, hierbei in Englands Fahrwasser zu segeln. Ein Teil des englischen Volkes hätte zweifellos Interesse daran, Deutschland in einen Seekrieg zu verwickeln, um es noch vor seiner vollen Entwickelung zu schlagen, und rechne dabei auf die Unterstützung Frankreichs. Dieses aber habe gar keine Veranlassung, sich in Verlegenheiten zu stürzen, um so mehr, als eine englische Allianz feinerlei kontinentale Bürgschaften gewähre. Man könne nicht gestatten, daß England die friedliche Regelung der marokkanischen Angelegenheit erschwere. Das ist ist eine Sprache, die bei der deutschen Regierung auf offene Ohren rechnen darf, wenn sie ernst gemeint ist. Und das wird sie sein, wenn die Franzosen ihr eigenes Interesse verstehen. Huftralien. Die rigorose Handhabung des Gesetzes zur Beschränkung der Einwanderung führt zu geradezu empörenden Härten. Ein Fabrikant aus Glasgow, der als Salonpassagier mit seiner Tochter auf einer Weltreise begriffen ist und bei dieser Gelegenheit auch Australien besuchen wollte, wurde in Hobart von dem Zollbeamten am Landen verhindert, weil er blind ist. Daß der Fabrikant gar nicht die Absicht hatte, einzuwandern, ging daraus hervor, daß er ein durchgehendes Billet über Australien nach Amerika besaß. Die abgewiesenen Reisenden setzten ihre Reise nach Melbourne fort, ohne sich auf weitere Verhandlungen einzulassen. Der Zollbeamte stüßt sich darauf, daß ein Blinder nicht zugelassen werden dürfe ,,, weil er dem Staate zur Last fallen könnte". Hof und Gesellschaft. Bei dem Rennen in Horn verteilte der Kaiser persönlich die Ehrenpreise an den ersten und zweiten Gewinner im Viktoria- Augusta- Rennen, und zwar an Leutnant SchmidtPauli, der auf Freiherrn von Richthofens Meridian als erster das Ziel passierte, und an Herrn M. Lücke, der auf Herrn Suermondts Freilich Zweiter wurde. Elf Pferde liefen, zwei Reiter stürzten. Gegen 4 Uhr verließ der Kaiser die Rennbahn und fuhr unter herzlichen Ovationen des spalierbildenden Publikums nach dem Hafen, wo er sich an Bord der Jacht Hohenzollern" begab. Die beabsichtigte Fahrt nach Helgoland wurde wegen ungünstiger Witterung aufgegeben. Der Kaiser begab sich auf der Hohenzollern" nach Curhafen. Dort besuchte er die Yachten Meteor"," duna"," Hamburg", und die Stationsjacht Alice Roosevelt". Bei der Regatta Dover- Helgoland erhielt den ersten Preis ,, Susanna" ( Besitzer Huldschinsky), den zweiten Preis ,, Therese"( Besitzer Simon) und den dritten Preis ,, Navahoe"( Besizer Waetgens). - Die Meldungen von den Unglücksfällen bei der Kaiserparade über das Hannoversche Ulanen- Regiment werden von der dortigen Militärbehörde für unrichtig erklärt. Bei dem Exerzieren sei nur eine schwere Verlegung( Schädelbruch) borgekommen. * ** Der König von Sachsen ist in Baden- Baden zum Besuch bei dem Großherzog von Baden eingetroffen. * Das Begräbnis Wißmanns findet am 20. Juni in Köln, der Heimat der Frau von Wißmann, statt. Der Kaiser hat durch den Reichskanzler Fürsten Bülow der Witwe sein wärmstes Beileid aussprechen lassen. Deer und flotte. An die Spitze des allgemeinen Marinedepartements soll anstelle des in den Ruhestand tretenden Admirals Diederichsen der Kapitän v. Heeringen berufen werden. b. Heeringen wurde bei der Beratung der Flottennovelle Kapitän seiner Zeit vielfach genannt. Das Eiserne Kreuz findet sich in Preußen nach der neuen Armeerangliste nur noch bei Generalen und Stabsoffizieren. Dagegen ist nach der letzten Dienstaltersliste für das höhere Schulwesen Preußens außer 13 Direktoren und 38 Professoren auch noch ein Oberlehrer im Besitze des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse. Nah und Fern. Beim Exerzieren verunglückt. Bei Uebungen der Chargierten und Gefreiten des 36. Feldartillerieregiments in Danzig entlud sich ein Armeerevolver. Die Kugel durchbohrte den Körper eines Artilleristen, der schwer verletzt nach dem Garnisonlazarett geschafft werden mußte und schwerlich am Leben erhalten werden dürfte. Im Maischbottich ertrunken. In München war der 45jährige Brauereiarbeiter B. mit dem Reinigen eines großen Bottichs beschäftigt. Als der in einem Nebenraum tätige Brauer Huth seinen Kollegen nicht mehr arbeiten hörte, sah er nach ihm und fand ihn zu seinem Schrecken leblos im Wasser liegen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Nach den angestellten Erhebungen scheint B. durch in dem Bottich angesammelte Kohlensäuregase betäubt worden zu sein; darauf ist er zu Boden gesunken und in dem zum Zwecke des Ausscheuerns in dem Bottich befindlichen Wasser ertrunken. Raubmord. In Großmoor, Kreis Harburg, ist an einer Frau Heitmann ein Raubmord begangen worden. Sie wurde erschossen aufgefunden. Der Tat verdächtig ist ein Bahnarbeiter. Eisenbahn- Zusammenstoß. Am Sonntag früh gegen 4 Uhr stießen auf der Strecke Peiskretscham- Batschin zwei Güterzüge aufeinander. Der Materialschaden ist erheblich. Der Zugführer des einen Zuges wurde getötet. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Unter Trümmern begraben. Ein Blitzschlag traf ein Arbeiterhaus in Starsen im Kreise Schlochau. Das Haus brannte ab. Vier Personen wurden unter den Trümmern der einstürzenden Mauern begraben; mehrere von ihnen erhielten tödliche Verlegungen. Schreckliche Bergwerkskatastrophe. Aus dem Gouvernement Jekaterinoslaw in Rußland wird berichtet, daß bei einem Grubenunglück im Schacht van der Russo- DonezGesellschaft gegen 500 Menschen umgekommen sind. + Entdeckter Mörder. Als Mörder der englischen Erzieherin Miß Carry, die man vor einigen Tagen auf freiem Felde bei Nanterre erdrosselt auffand, wurde der in einer Werkstätte von Buteaux beschäftigte 27jährige Schmied Gailhard verhaftet. Er gestand die Tat ein und erklärte, sie in der Trunkenheit verübt zu haben. O 50 000 Mark unterschlagen. In der Stadtkasse von Amöneburg ergab sich ein Defizit von 50 000 Mark. Der Stadtkämmerer Braun wurde verhaftet. A Ein spanischer Prinz verunglückt. Der Infant Alfons von Orleans, ein neunzehnjähriger spanischer Prinz, unternahm mit dem Prinzen Don Carlos einen Spazierritt in die Umgegend von Tardo. Wie berichtet wird, hat sich der Infant Alfons auf einem Nebenwege im Gebirge verirrt. Er wurde tot aufgefunden. Man nimmt an, daß er mit dem Pferde gestürzt und seinen Verlegungen erlegen sei. 23 Menschen getötet. Auf der westlichen Marylandbahn in Amerika stießen bei Westminster ein Personenzug und ein Kohlenzug zusammen. Dadurch kamen 23 Personen, fast sämtlich Bahnbedienstete, ums Leben. Aus dem Gerichtsfaal. § Verurteilter Brudermörder. Das Schwurgericht in Duisburg verurteilte den Schiffer Georg Brenner aus Mülheim a. Ruhr, der am 26. Februar im Streite seinen Bruder erstochen hatte, unter Versagung mildernder Umstände zu sechs Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. § In dem Mordprozeß Murri- Bonmartini, der seit drei Monaten vor dem Geschworenengericht in Turin verhandelt wird, beantragte der Staatsanwalt für alle Angeklagten die Schuldigsprechung. Der Staatsanwalt sagte in seiner Rede: „ Tullio ist geständig, die Bonetta ist geständig, Naldi weiß, welches Los ihn erwartet. Das Geschick Secchis, der das Recht der Gastfreundschaft verletzt hat, ist mit dem der anderen verknüpft. Linda Murri ist der schlechte Keim, die Veranlassung zu allem Unheil, die Macht, die alle anderen zu des die Mördern gemacht hat. Sie ist die Urheberin Verbrechens, die verantwortlich ist, mehr als anderen. Sie, die unter der Maske der Tugend alle Niedrigkeiten ihrer Seele verbirgt, verdient nicht die Nachsicht, die man dem gewöhnlichen Menschen zubilligt. Jene sind im Reichtum geboren, auf ihrem Lebenspfade fehlten die Dornen, sie wurden gut erzogen, und doch trieben sie ihre Leidenschaften ins Unglück, wandelten sie die Straße, die ins Zuchthaus führt. Das Gesetz ist gleich für alle. Es ist kein Grund dafür vorhanden, warum diejenigen, die in Samt und Seide gekleidet gehen, anders behandelt werden! Meine Herren Geschworenen! Milde den Niedrigen, Strenge den Hoffärtigen! Richtet!" Murri hatte auf Anstiften seiner Schwester den Schwager, Grafen Bonmartini, erdolcht. Der Landwirt. gk. Hebung der Geflügelzucht. Deutschlands Einfuhr fremdländischer Geflügelprodukte ist von 165 Millionen Mark im Jahre 1901 auf 184 Millionen Mark gestiegen. Es ist damit der Beweis erbracht, daß der Bedarf ar Geflügelprodukten zunimmt. Die Landwirtschaftskammer schlägt zur Hebung der heimischen Geflügelzucht die Gründung von Eierverkaufsvereinigungen vor. Diese sollen sich mit Verbesserung der Produkte befassen und dadurch auch höhere Preise möglich machen. Die Landwirtschaftskammer will diese Unternehmungen insofern unterstützen, als sie die Eierstempel und die Plombenzangen liefert. Auch übernimmt sie die Vermittlung bei Beschaffung von Packgefäßen und der nötigen Bücher und den Nachweis vo Absatzstelien. Berühmte Spitzbuben. Jimmy Hope Der falsche Polizeipräfekt und seine Genossen Die Einbrecher im Schranke Markariauk, der Juwelenräuber. - - In Amerika ist Jimmy Hope gestorben. Jimmy Hope war das, was man„ König der Diebe" nennen könnte, in einem Lande, wo jedermann König von irgend etwas iſt: der eine Kupferkönig, der andere Stahlkönig, der dritte Bökelfleischkönig, der vierte Druckluftkönig. Jimmy Hope hatte als Einbrecher nicht seinesgleichen. Seine Spezialität waren Einbrüche in Banken. Er hatte die Benevolent Saving's Institution um 7 Millionen erleichtert. Ein ander. mal hatte er die Manhattan Saving's Institution ausge plündert und diese geschäftliche Operation hatte ihm 15 Millionen gebracht. Trotz dieser schönen Einnahmen war er arm wie eine Kirchenmaus, als er als 69 jähriger Räubergreis starb. Jimmy stahl großzügig", und gab das ge stohlene Geld ebenso großzügig wieder aus. Diebeskünstler wie Jimmy Hope bilden aber nicht ein Monopol Amerikas auch andere Länder und Erdteile haben ihre großen Spiz buben und Frankreich besonders darf für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, der größten einige besessen zu haben. In Paris erzählt man sich heute noch mit Staunen. und Be wunderung von dem berühmten Diebstahl, der im Jahre 1893 im Palast Parisse- Passie ausgeführt wurde. Eines schönen Abends erschienen im Palast fünf Herren und wünschten den Marquis zu sprechen. Der eine gab sich für den Polizeipräfekten Lozé aus, der zweite mit seiner drei farbigen Schärpe für den gefürchteten Polizeikommissar Clément und die drei anderen traten als Schußleute auf, einer von ihnen ging auf die Straße, um aufzupassen". Zuerst wurde das Pförtnerpaar gefesselt, woraufman den ganzen Palast zu durchsuchen begann. Der Geldschrank wurde vom fo interviewen, Roo Nunmehr lief die mit der Dame Hand zu hohen - [ Verspätete ersten bis zum letzten Fach geleert. Man nahm die Bilder von Freiheitsheld Go der Wand und die Kunst- und Wertgegenstände aus den Schränken storben. Das ge nische Regierung nies. Die brei berichte über wir delstag in einer wert bezeidmet foweit irgend an Amt hat numme gende Gründe d gefchloffen und wird. Staats Bunft am 27. den Vorsitzend unerwähnt da Veröffentlichun Furcht hegen, Ruben ziehen ** An die bon Wäldern Nach getaner Arbeit verschlossen die Einbrecher alle Türen des Palastes und gingen davon. Erst um 2 Uhr morgens, als es kein Geräusch mehr hörte, entschloß sich das Pförtner paar, seine Fesseln zu lösen, und nun erst erkannte es, daß es Spitzbuben ins Garn gegangen war. Einige Zeit nach diesem fühnen Räuberstreich fand ein nicht minder dreistei Einbruch bei einem Richter statt. Er war, da er Ferien hatte, verreist, als man ihm eines Tages einen großen Schrank ins Haus brachte. Der Pförtner fam mit den Schlüsseln und ließ den Schrank in die Wohnung schaffen In dem Schrank befanden sich aber zwei Einbrecher, die während Ser Nacht die ganze Wohnung ausplünderten. Verühmt ist auch die Diebesgeschichte, die einen gewissen Markariant zum Helden hatte. Er war ein Levantiner. 1864 fam er nach Paris mit einer hübschen Frau, und mit 10000 Francs, die er von einem Onkel geerbt haben wollte. Um der hübschen Frau ein angenehmes Leben zu verschaffen, beschloß er, die 10000 Francs arbeiten zu lassen". Zuerst mietete er eine Wohnung in einem sehr vornehmen Hotel. Dann ging er zu einem Juwelier, um für eine Prinzessin" sehr hübsche Juwelen einzukaufen. Um Vertrauen einzuflößen, zahlte er 6000 Francs an und lies sich dann die Juwelen ins Hotel bringen. Der Angestellte des Juweliers, der die Juwelen brachte, vertraute Markarianz sein erstes Schmuckkästchen an, und der Levantiner trug es zu der im Nebenzimmer befindlichen Prinzessin. Der Schmuck gefiel nicht und wurde zurückgegeben. Ebenso geschah es mit dem zweiten und dritten Schmuckkästchen. Schließlich gab der Angestellte dem Levantiner alles, was er mitgebracht hatte. hörte im Nebenzimmer laut sprechen: die Prinzessin traf ihre Wahl. Dann tiefes Schweigen. Nach einer halben Stunde klopfte der etwas unruhig gewordene Angestellte leise an. Keine Antwort. Er öffnete: das Zimmer war leer. Das Gaunerpaar hatte eine Hintertreppe benutzt und war mit den Juwelen, die 400000 Francs wert waren, entflohen. Weder Markariant noch die Pseudoprinzessin jamt den Juwelen hat man jemals wiedergesehen. Die Genies unter der Langfingerzunft gelten in ihren Kreisen als große“ Männer. Kunft und Cliffenfchaft. Man LM. Der Dichter Hermann v. Lingg ist in München an Herzlähmung gestorben. Er war von Hause aus Mediziner und lebte zuletzt als pensionierter Militärarzt in München. Lingg war am 22. Januar 1820 geboren. Er war ein sehr fruchtbarer Schriftsteller. Von seinen Werken sind die be kanntesten das Trauerspiel„ Catilina" und die große epische Dichtung Die Völkerwanderung". OM. Das Schauspiel ,, Der tote Löwe" freigegeben. Oskar Blumenthals Drama„ Der tote Löwe", dessen Ausführung für Preußen verboten war, ist vom Oberverwaltungsgericht freigegeben worden - Vermischtes. [ Eine zweckmäßige Einrichtung bei der holländischen Post.] In Holland werden in Zukunft die Bostämter Brief marken der verschiedenen Länder des Weltpostvereins feilhalten. Die Maßnahme ist darauf zurückzuführen, daß man cher Briefschreiber bisher schriftlichen Anfragen nach dem Auslande gern eine dort gültige Freimarke für Rückantwort beigefügt hätte, wenn ihm eine solche Marke zur Hand ge wesen wäre. Natürlich kommt die holländische Neuerung auch denen zugute, die Wertbriefen nach dem Auslande Kleine Ausgleichbeträge in Briefmarken beizulegen haben. - =[ Neue Zeitrechnung für Rußland.] Die Frage der Einführung des in den westeuropäischen Ländern üblichen Kalenders in Rußland ist aus dem Gebiet akademischer De batten in die Regierungsinstitutionen übergegangen, und zwar auf Initiative des Finanzministeriums, das eine Kalen derreform für dringend notwendig halte. Gegenwärtig liegt die Frage dem Hl. Synod zur Begutachtung vor. Bisher hat Rußland noch den älteren Julianischen Kalender, der in Westeuropa im Jahre 1582 durch den Gregorianischen ab. gelöst wurde und dreizehn Tage hinter diesem zurückbleibt. - =[ Gin jugendlicher Ministerpräsident.] Dr. Milan Markovics, der zurzeit Finanzminister in Serbien ist und kaum das 30. Lebensjahr überschritten hat, sieht infolge seiner Bartlosigkeit noch viel jünger aus. Nun wurde dieser Tage ein Konzert des Belgrader Frauenvereins abgehalten. Infolge wiederholter Bitten bestimmte der Verein für die Hochschüler einen ermäßigten Eintrittspreis. Das an der Kasse sigende Vereinsmitglied, die Gattin eines Großindustriellen, erhob von allen jüngeren, bartlosen Besuchern den halben Eintrittspreis. Wie groß war aber die Ueberraschung der Kassiererin, als einer dieser jungen Herren die ihm ange botene Studentenkarte entrüstet zurückwies und nicht nur eine ganze Karte löste, sondern diese auch noch überzahlte. Allerdings fand die Dame eine Erklärung für dieses Verhalten, als sie später erfuhr, daß der so noble junge Mann" niemand anders war, als der serbische Finanzminister. =[ Photographen- Rekord.] Die größte direkte Photographie, die je gemacht worden ist, ist in Chicago ausge stellt. Es ist ein Bild des Seftierers John Alerander Dowie, das 2,40 Meter zu 1,30 Meter mißt, und zwar ist es ein direkter Abzug von einer ebenso großen Platte, keine Ver: größerung. Zur Aufnahme war ein besonderer Apparat nötig, das Gestell und die Schalen mit den verschiedenen Bädern waren außergewöhnlich groß und 15 Personen ma ren bei der Entwicklung und dem Abziehen des Bildes tätig. [ Eine interessante Photographie Teddy Roosevelts.] Die amerikanische Regierung ordnet die Einziehung und Vernichtung mehrerer hundert Photographien an, welche an läßlich der Jagdpartie, die der Präsident Roosevelt kürzlich nach Colorado unternahm, aufgenommen wurden. Als der Photograph eben daran war, Roosevelt und seine Jagdge nessen zu photographieren, drängte sich blitzschnell eine be rittene junge, sehr hübsche Dame in den Vordergrund, knapp neben Roosevelt. So kam es, daß die Dame mit auf das Bild gelangte. Sie trug ein kurzgeschürztes Kleid, enge Reitstiefel, einen fühnen Kalabreser auf dem Kopf und ein rctes Halstuch. Angeblich ist sie Korrespondentin eines Blattes in Denver und hatte die Absicht, den Präsidenten zu = Papierfeben, Bidnids bere große Mühe, Lafche zu ber Die schlimmite ift aber die G die Flaschen, de oder auf dem wenigsten Leut damit begehen, und Splitter aus dem B bermodert id die Splitter Daß die 5 tommen, fön biele arme S Springen oder fich ihre nad eine leider fe faum am no finder, denen gönnen ist, meijten zu fum auf das und empfindl ** Der Brofeffor d München zu Fakultät der das Fach der aus Darmst Ulridftei Beder aus Homberg * ** Ue Baares in Erwartung legten Tager Drt in ein Baar zu emp private Fefti die Straßen, ben preuzijd lebhafteres gemeldet, daß Großherzogin Bürgermeister Freunde der erwähnte, daß folms ihren mal in den H mit einem Ho Großherzog ba Empfang und er nun wohl tommen. Si meifters und eines fleinen Alsdann begr fhaften nam brachte ein dr Darauf fuhren bölferung auf Drt nach dem ftattfand, über 30gin ein pro erfchienen der Kirchweih Kurzweil der ** Am Univerfität * ** Die Staatslotter Finanzminifteri Sgritte eingelei huldigungen ge betr. Artikel bef einem Offenbacher Laufende Suite vo 140 Stild erhalte Suite nicht mehr damit zufrieden, wa folgter Bichung au auf feine 140 Lofe während die 88 9 bridlich verwei interviewen. Roosevelt indes lehnte das Interview ab Nunmehr ließ die Regierung die erwähnten Photographien mit der Dame konfiszieren. Die Bilder sollen unter der Hand zu hohen Preisen verkauft werden. Bolizeifommif ls Schußleute a unt, aufzupassen raufman den ganzen Schraut wurde vom ahm die Bilder bor brecher alle Lüre - [ Verspätete Anerkennung.] Der 69jährige kubanische Freiheitsheld Gomez ist nach einer Operation an Brand ge eaus den Schränke torben. Das geschah am selben Tage, an dem ihm die kuba 12 Uhr morgens B fich das Pförtne it erfannte es, d Einige Zeit na ht minder dreift var, da er Ferie nges einen große her fam mit de Wohnung schaffer recher, die währen n. Berühmt ist au fariant zum Helde ach Paris mit eine ie er von einer übschen Frau ei of er, die 1000 mietete er ein 1. Dann ging sin" sehr hübsa zuflößen, zahlte Suwelen ins Hot der die Juvele es Schmudtäitchen im Nebenzimmer gefiel nicht und mit dem zweiten b der Angestellt cht hatte. Ma eBrinzessin tra lach einer halber wordene Angestellt Das Zimmer wa reppe benutzt un ncs wert waren e Pseudoprinzessi Dergesehen.- Die in ihren Kreisen baft. st in München at ise aus Medizine arzt in München Er war ein sehi rken sind die be die große episc Freigegeben. Osta Dessen Ausführung verwaltungsgerich der holländische Postämter Brie eltpostvereins feil führen, daß man fragen nach den e für Rüdantwor rke zur Hand ge Indische Neuerung m Auslande klein en haben. Die Frage der Ein dern üblichen Ko akademischer De bergegangen, und s, das eine Kalen Gegenwärtig lieg ung vor. Bishe en Kalender, de Bregorianischen ab Tem zurückbleibt. Dr. Milan Mar ien ist und it infolge j urde dieser T abgehalten. J erein für die Sodh Das an der Kaffe Großindustriellen chern den halben leberraschung der en die ihm ange es und nicht nur noch überzahlte für dieses Ver ole junge Mann ste dirette Photo anzminister. in Chicago ausge Alerander Dowie nd zwar ist es ein Blatte, keine Ver efonderer Apparal den verschiedenen 15 Personen wa ndes Bildes tätig Teddy Roosevelts.] Te Einziehung und jien an, welche an Roosevelt türzlid wurden. Als der and feine Sagoge libfchmell eine be rdergrund, knapp ame mit auf das rztes leid, enge em Kopf und ein efpondentin eines en Präsidenten zu nische Regierung ein Ehrengeschenk von 100 000 Dollars an wies. Die breiteste Oeffentlichkeit für deutsche Konsularberichte über wirtschaftliche Fragen war vom Deutschen Handelstag in einer Eingabe an den Reichskanzler als wünschenswert bezeichnet worden. Man solle der Presse die Berichte, soweit irgend angängig, zugänglich machen. Das Auswärtige Amt hat nunmehr auch zugesagt, daß nur in Fällen, wo zwingende Gründe dafür vorliegen, der Abdruck in der Presse ausgeschlossen und die vertrauliche Behandlung vorgeschrieben wird. Staatssekretär Graf Posadowsky wird über diesen Bunft am 27. Juni noch eine eingehende Besprechung mit den Vorsitzenden des Deutschen Handelstages haben. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß einzelne Handelskammern den Veröffentlichungen nicht besonders geneigt sind, da sie die Furcht hegen, daß ausländische Konkurrenten daraus für sich Nußen ziehen könnten. ** An die Spaziergänger. Eine häßliche Verunstaltung bon Wäldern und Ausflugsorten ist die Ausstaffierung mit Papierfezen, die von beschaulich genossenen Frühstücken und Picnics beredtes Zeugnis ablegen. Ist es denn eine so große Mühe, die Hülle des Freiluftmahles wieder in seine Tasche zu versenken, statt sie allen Winden preiszugeben? Die schlimmste Angewohnheit, vielleicht sogar Liebhaberei, ist aber die Gepflogenheit vieler sonderbarer Schwärmer, die Flaschen, deren Inhalt sie erquickt hat, an den Bäumen oder auf dem Boden zu zerschellen! Gewiß sind sich die wenigsten Leute bewußt, was für eine nichtsnukige Tat sie damit begehen, sonst könnten nicht überall die scharfen Scherben und Splitter des grünen Flaschenglases wie Giftzähne aus dem Boden unserer Wälder lugen. Das Papier bermodert schließlich und fügt niemandem Böses zu, aber die Splitter häufen sich an und drohen geradezu Unheil. Daß die Stiefelsohlen harmloser Wanderer zu Schaden Eommen, tönnte noch als Unterstügung gelten, daß aber biele arme Kinder, die vergnügt barfuß im Walde herumSpringen oder zu kargem Verdienst Beeren und Pilze suchen, sich ihre nackten Füße oft an den Scherben zerschneiden, ist eine leider selten gerügte Tatsache. Gerade die dem Wald. faum am nächsten Wohnenden, die Vorstadt- und Vororts. finder, denen der Wald als Spiel- und Tummelplatz zu gönnen ist, haben durch die herumliegenden Scherben am meisten zu leiden. Anschläge im Walde sollten das Publi fum auf das Gefährliche dieses Treibens aufmerksam machen und empfindliche Strafen den Ertappten androhen. ** Cokales. 20. Junt 1905. Der Großherzog hat den außerordentlichen Professor der Physiologie Dr. med. Otto Frank zu München zum ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Landes- Universität, insbesondere für das Fach der Physiologie, den Gerichtsassessor Karl Dölp aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ulrichstein und den Gerichtsassessor Dr. Willy von Becker aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Homberg ernannt. ** Üeber den Besuch des Großherzogli sen Baares in Hohensolms wird noch geschrieben: Frohe Erwartung beherrschte die Bevölkerung Hohensomls in den legten Tagen und ließ sie in freudigfter Stimmung den Drt in ein Fefitagsgewand fleiden, das Großherzogliche Baar zu empfangen. Ueberall legten die Häuser, öffentliche wie private Fests mud an und überall wanden sich Girlanden durch Die Straßen, deren Bild durch die wehenden Fahnen in ben preußischen, hessischen und solmsischen Farben noch ein lebhafteres Aussehen bekamen. Kurz vor 1/23 Uhr wurde gemeldet, daß das Automobil mit dem Großherzog und der Großherzogin nahe und wenige Minnten später hielt es hier. Bürgermeister Huttel begrüßte das hohe Paar und gab der Freunde der Bevölkerung über den Besuch Ausdruck. Er erwähnte, daß die Großherzogin mehrere Jahre in Hohenfolme ihren Wohnsiz gehabt und sich ein dauerndes Dent. mal in den Herzen der Bevölkerung gesetzt habe. Er schloß Der mit einem Hoch auf das Großherzogliche Baar. Großherzog banfte dem Bürgermeister für den herzlichen Empfang und indem er ihm die Hand reichte, sagte er, daß er nun wohl öfters Gelegenheit nehmen werde, hierher zu tommen. Hierauf überreichten die Töchterchen des Bürger. meisters und des Pfarrers Schröder, jedes unter Vortrag eines fleinen Gedichtes, dem fürstlichen Besuch Blumensträuße. Alsdann begrüßte Forstassessor Kühbacher die hohen Herrschaften namens des Hohensolmser Kriegervereins und brachte ein dreimaliges Hurra auf die Angekommenen aus. Darauf fuhren die hohen Herrschaften, überall von der Bevölkerung auf das lebhaftefte begrüßt, langsam durch den Drt nach dem Schloß. Auf dem Diener, das später dort stattfand, überreichte Landrat Dr. Satorius der Großher3ogin ein prachtvolles Blumenarrangement. Am Sonntag erschienen der Fürst und seiner hoher Besuch auf dem Kirchweihplay, wo die hohen Herrschaften für allerlei Kurzweil der Jugend Sorge tragen ließen. - *** Am Vormittag des 1. Juli begeht die LandesUniversität ihr Jahresfest durch ein Konzert. *** Die Verdächtigung der hessisch- thüringschen Staatslotterie. Wir berichteten fürzlich, daß das Finanzminifterium gegen die Frankf. Neusten Nachr." Schritte eingeleitet hätte, weil sie ganz ungeheuerliche Beschuldigungen gegen die Lauterkeit der Lotterie erhoben. Der betr. Artikel besagt furz folgendes: Ein Herr wollte bei einem Offenbacher Rollefteur für die 6. Ziehung eine fortlaufende Suite von 228 Losen faufen. Er fonnte aber nur 140 Stück erhalten, da der Kollefteur erklärte, 88 Lose jener Suite nicht mehr liefern zu fönnen. Der Mann gab sich damit zufrieden, war aber nicht wenig empört, als er nach erfolgter Bichung aus der Ziehungslifte ersehen mußte, daß auf seine 140 Lose nicht ein einziger Gewinn gefallen war, während die 88 Nummern, deren Herausgabe ber Kollekteur ausdrücklich verweigert hatte, sämtlich mit Gewinnen und zwar zum teil recht namhaften, gezogen worden waren. Wenn es auch nicht sonderlich wunderbar erscheint, daß jemand auf 140 Lose nichts gewinnt, so liegt doch in der Behauptung, daß die fehlenden 88 Lose sämtlich mit Gewinnen herausfamen, zweifellos die Beschuldigung des raffiniertesten Betrugs. Und eine derartige Beschuldigung spricht der Verfassea des Artikels auch noch dadurch aus, daß er sagt, er habe die Sache der Frankfurter Kriminals polizei übermittelt. Die Beschuldigungen sind aber ganz haltlos, denn solche umfangreiche Betrügereien zu inszenieren müßte ein ganzes Betrugsystem zu Sunde liegen. Zur Beunruhigung des Publikums ist desha 6 tein Grund vorhanden. - * Zum Biebricher Raubmord erfährt der„ Rhein. Kur." aus Griesheim: die hiesige Polizei hat sichere Anhaltspunkte bezüglich des Biebricher Mordes gewonnen, sowohl hinsichtlich der Person des Ermordeten als der des Mörders. Sie immt an, daß der Ermordete identisch ist mit einem Ende Mai aus Griesheim verschwundenen italienischen Arbeiter, nach dessen Fortgang auch sein Freund plötzlich verschwunden war. Man vermutet in diesen beiden Italienern den Ermordeten und den Mörder. * Nach dem Bericht der Zentralstelle für Obstverwertung war das Geschäft in der Woche vom 12.- 17. Juni etwas besser. Es liefen einige bedeutende Angebote ein; größere Abschlüsse wurden jedoch nicht gemeldet. Die Nachfrage ist befriedigend. Die Durchschnittspreise betrugen per Zentner: Kirschen 20-25 Mt., Erdbeeren 40-70 t., grüne Stachelbeeren 12 Mt. * Edle Rache. Vor etwa Jahresfrist trat ein wohlhabender Defonom des Dörfchens Sch. am nordwestlichen Teile Oberhessens auf Veranlassung des Lehrers als inaftives Mitglied in den dortigen Kriegerverein ein. Vor wenigen Tagen erklärte er nun seinen Austritt mit der naiven Begründung: Ich trete aus dem Kriegerverein aus, weil mein Kind vom Schullehrer geschlagen worden ist. Hoffentlich nimmt sich der Lehree diesen Racheaft(!) nicht allzusehr zu Herzen. * Hessischer Humor. Als das 2. Regiment jetzt Nr. 116 Kaiser Wilhelm II. bei Gravelotte ins Feuer fam, da rief der Regimentstambour Frank dem Hauptmann der Leibtompagnie Namstetter zu: Herr Hauptmann, jegt blüht unser Geschäft! Braunfels, 20. Juni. Gestern trafen der Großherzog und die Großherzogin in Begleitung des Fürstlich Lichschen Paares zur Besichtigung des Schlosses hier ein. ?? Frankenberg, 19. Juni. Liebe und Verbrechen. Eine unfelige Tat vollbrachte der unverheiratete Lehrer Mengel- Wiesenfeld in Roda, indem er die Tochter des Lano wirts Kinkel- Wiesenfeld niederstach. Troßdem das Mädchen, das eine schöne, frische Erscheinung war, erst Ostern aus der Schule entlassen worden, verfehrte der Lehrer schon damit. Am dritten Pfingsttage brachte er das Mädchen ohne Wissen der Eltern nach Marburg in Stellung, mußte es jedoch, da die ersteren es verlangten, wieder zurückholen. Freitag Abend gegen 11 Uhr fam er mit dem Mädchen in Roda an. Sein Vater und Bruder erklärten sich sofort bereit, das Mädchen noch in der Nacht nach Wiesenfeld zurückzubringen, während er( der Lehrer) da bleiben sollte. Anscheinend damit zufrieden, wollte er nur dem Mädchen die Hand zum Abschied reichen. In diesem Augenblick stach er ihm einen Dolch ins Herz, sodaß das Mädchen leblos zusammenbrach. In der Frühe des Samstags wurde zusammenbrach. Mengel verhaftet. ** Nieder- Ofleiden, 19. Jani. Unsere Hochdruckwasserleitung ist nahezu vollendet. 40 Haushaltungen verfügen bereits über fertige Leitungen. * Alsfeld, 19. Juni. Zum Kreiskasserechner ist Otto Etling gewählt worden. XMainz, 19. Juni. Sonntag wurde hier der Schüßentag des Mittelrheinischen Schützenbundes abgehalten, auf dem 29 Vereine durch 60 Delegierte vertreten waren. Der Bund zählt gegenwärtig 56 Vereine mit 3197 Mitgliedern. § Neckargartach, 19. Juni. Ein schrecklicher Mord ist hier an der Familie Bulldinger begangen worden. Der Tat verdächtig ist ein gewisser Mogler. Auf die Ergreifung des Mörders ist eine Belohnung von 500 mt. gesetzt. Der Verband der Vereine Kreditreform Der Verband der Vereine Kreditreform zu Leipzig hat seinen Jahresbericht auf das Geschäftsjahr 1904/05 foeben herausgegeben. In seinem ollgemeinen Teil äußert er sich über die Geschäftslage, die als befriedigend geschildert wird. Weiter behandelt der Bericht die wichtigsten das Kreditund Zusammenhang damit das Auskunftswesen betreffenden Fragen. Besondere Beachtung verdient auch das Kapitel„ Mittelstand", worin ausgeführt wird, daß ge rade dieser besonders hart von Verlusten aus der Kreditgewährung getroffen wird. Diese auffallende Erscheinung wird darauf zurückgeführt, daß in diesen Kreisen bei den Ausgaben für die Sicherung des Kredits vielfach noch nach dem Grundsaße verfahren wird: Je billiger, desto besser! während der Mittelstand beispielsweise inbezug auf das Submissionswesen die verständige Anschauung vertritt, daß Leistung und Gegenleistung in einem richtigen Verhältnis zu einander stehen müssen. Von Interesse ist auch der Ver gleich unseres Auskunftswesens mit dem im Auslande, insbesondere in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Der Bericht weist darauf hin, daß manche Kategorie von Personen oder Firmen bei uns Kredite beansprucht und erhält, bei der im Auslande weder das eine, noch das andere der Fall sei. Es wird bemängelt, daß gegenüber dem Recht auf Kredit, welches jedermann bei uns zu haben glaube, nicht auch überall das Bewußtsein der Pflicht vorhanden sei, über seine Verhältnisse genügenden Aufschluß zu geben. Nach dem statistischen Teil des Berichtes gehören dem Verbande 367 Vereine und 377 Filialen und Vertretungen im In- und Auslande an, in denen ca. 1700 Personen be schäftigt werden. Wie bekannt, erstrebt der Verband eine größere Nußbarmachung behördlicher Aufzeichnungen für die Zwecke der Auch für eine Veröffentlichung der Krediterfundigung. Konfursablehnung wegen Mangel an Masse ist der Verband beim Reichstag, leider bis jetzt ohne Erfolg, eingetreten. Gegenüber den von der Regierung gegen den Antrag des Verbandes angeführten Gründen weist der Bericht darauf hin, daß sich aus der Statistik ein fortgesettes Zurückgehen der Zahl der eröffneten Konkurse und ein Steigen der Ronfursanträge, die wegen mangelnder Masse abgewiesen werden, ergibt. Der Bericht glaubt, diese Eischeinung zum großen Teil darauf zurückführen zu dürfen, daß die Schuldner, über deren Vermögen mangels Masse das Konkursverfahren nicht er eröffnet wird, in der Weise einseitig begünstigt werden, daß die Abweisung des Konkursantrages nicht öffentlich bekanntgegeben wird. Dieser Zustand bildet gewisser maßen einen Anreiz für diejenigen Schuldner, deren Masse zwar gering, aber immerhin noch so groß ist, daß sie zur Eröffnung des Konkursverfahrens ausreichen würde, alles aufzubieten, um ihre Aftiven so zu vermindern, daß der etwaige Antrag auf Konkurseröffnung wegen mangelnder Die hierzu berufenen Masse abgewiesen werden muß. Organe werden gut tun, der hier besprochenen Erscheinung ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden. Literariscbes. Landeskunde des Großherzogtums Hessen, von Kreisschulinspektor Pfaff in Alzey, ist in 3. verbesserter Auflage erschienen. Preis 60 Pfg. Für Schüler ist dieses Buch von großem Nußen. Siegener landwirtschaftlicher Wetterbiens. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 21. Juni. Heiter, später zunehmende Bewölkung, wärmer. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Batholische Gemeinde. Mittwoch, den 21. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. 17 Donnerstag, den 22. Juni. Fronleichnamsfest. Borm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion. 19 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. Borm. von 9.30 Uhr an: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 22 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Marktberichte. lekes, 20. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarit tosteten Butter par fb. 0.90-1.00 Mt., Sühnereie: per Stüd 5-6 Bfg., Enteneter St. 6-7 Bf., Käse per St. 6-8 Bfg., Käsematte 2 St. 5-6 fg. Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Pfs., Tauben per Paar Dt. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stück 1.80-2.20, Gänse per Pfd. 00-00 fg., Ochsenfleisch per Pfb. 70-72 fa, Rindfletsch per fb. 62-68 Pfg. per fe. Schweinefleisch 70-80 ig. Schweine fleisch gesalzen per fund 0.84 Bfg., albfleisch per fb. 70-74 Pfg. Hammelfleisch) per fb. 50-76 Pfg., Kartoffeln pro 100 kilo 7.50 6. 800 Mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 8.00-10.00, Weistraut 10-15 f. per Stüd, Zentner 3-4 Mr. Aepfel per Zentner 6-10 Mr. Zwetschen per Bentner 0,00.- 0.00, Kirschen per Pfd. 30-35 Pfg. Milch per Liter 20. Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Martizeit überhaupt nicht, und während der ersten dret Stunden der Marktzeit im Umberziehen feilgeboten werden. Frankfurt a. M., 19. Juni. Fruchtmarkt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer mr 18.65-18.85, furhessischer Mr. 18.65-18.85 Roggen, hiesiger mr. 15 80-16.00, russischer mr. 15.57-16.00 Gerste, hiesige Mr. 17.80 bis 18 00, Pfälzer Mt. 18.25 bis 18.50, fränkischer Mt. 17.80.- 18.25, Riedgerste Mt. 18.25 bis 18.50 Hafer, htestger und Wetterauer Mt. 15.00-15.50, furhessischer Mr. 00.00-00.00, bayerischer Mr. 15.00-15.50, Mais, Mixed Mr. 11.90-12.25. Alles pro 100 Kilo ab hier. Mehl wesentlich höher. Es notierten nach Qualität: Weizenmehl hiesiges 0, Mr. 26.75-27.75, feinere Marken mr. 29.00-29.25, hiesiges, Nr. 1, Mr. 24.75 bis 25.25, feinere Marken Mr. 26.00-26.50 hiesiges Nr. 2, Mt. 23.75-24.25, feinere Marken Mr. 24.75-25.25, hiesiges Nr. 4, Mt. 19.00-19.50 feinere Marten Mr. 20-20.50, Roggenmehl, hiesiges, 0, Mr. 22. bis Weizenschalen Mt. 5.25-5.50, Weizenkleie Mt. 5.25--5.50, Roggenfleie mr. 5.80-6.00, Weizenfuttermehl Mr. 6.75-7.50. 23.23, do. 1 Mr. 20.25–20.75, bo. 2 Mr. 16-17.00. Die - Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisaj und Brotpreise am 19. Juni 1905. Ochsen Kälber Schweine Höchste Schlachtviehpreise in Frank urt a. M. Fleischpreise in Gießen 50 kg Schlachtgewicht 74-75 M./ kg 70-80 Pf. Getreidepreise in Mannheim 1/3 H " do. 87-90 Pf. .69-70 " " 18.70 m. 16.35 " do. 70-74 do. 70-80 Brotpreise in Gießen Weißbr ot 2 kg 52 Pf. Schwarzbr. do. 48 " " " Weizen 100 kg Roggen do. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentell: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, betde in Gießen. A C Wenn Sie ZÜRICH oder LUZERN besuchen, vergessen Sie nicht die Seidenmagazine der Seidenstoff- Fabrik- Union ADOLF GRIEDER& CE, zu besichtigen. Beste Bezugsquelle. Muster umgehend. G N Bekanntmachung. Die erledigte Stelle eines Kreisstraßenwarte mit dem Siz in Annerod soll demnächst mieder besetzt werden. Bewerber haben ihre Meldungen bei Kreisstraßenmeister Rohrer in Gießen bis zum 1. Juli 1. Js. einzureichen, wobei Alter und seitherige Beschäftigung unter Beifügung etwaiger Zeugnisse anzugeben find. Gießen, 15. Juni 1905. Der Kreis- Ausschuß des Kreises Gießen. J. V: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Löberftrake zwischen Bismard und Gartenstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 19. Juni 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 16. Mai I. J. angeordnete Sperre der Ludwigstraße zwischen Bleich- und Bismarckstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 15. Juni 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg Bekanntmachung. In der Zeit vom 10. bis 17. Juni wurden in hiesiger Stadt gefunden: 2 Talons der 4% Anleihe des Deutschen Reiches Nr. 126 und 141, 1 Spazierstock mit Nickelgriff und 1 Bortemonnaie mit Inhalt. verloren: 1 gold. Manschettenknopf( beide Teile mit einem Rettchen verbunden), 1 gold. Halskette, 1 Goldstück, 1 Aftenmappe mit Aften auf den Namen des Geometers Leonhard Schäfer aus Darmstadt lautend, 1 silberne Damenuhr, 1 Portemonnaie mit 1 Damenuhr Inhalt, 1 gold. Damenuhr mit Kette mit Monograrm M. K. und ein schwarzer, mit gelber Seide unterlegter Arbeitsbeutel, 1 Portemonnaie mit Inhalt, Brief. marken und 1 Taschentuch. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 17. Juni 1905. Großh Bolizeiamt Gießen. Herberg. Versteigerung. Mittwoch, den 21. Juni 1. J. nachmittag8 2 Uhr werden im Bieker'schen Saale ver= fteigert: Sophas, Kommoden, Kleiderschränke, 1 Vertikow, 1 Ausziehtisch, 6 Stühle, 1 Regulator, 1 Schreibtisch, 1 Spiegel, 2 Seffel, 1 ovaler Tisch, 10 Mille Zigarren, 1 Metalldrehbank, 4 Säulenwaagen, 1 geschl. Granatcollier, 1 Armband, 1 Medaillon u. a. Geißler, Gerichtsvollzieher, Gießen. Versteigerung. Mittwoch, den 21. Juni 1905, vormittags 11 Uhr bersteigere ich im Hofe Walltorstraße 67 gegen Barzahlung: 10 geschnittene Eichenftämme, 300 Meter Rahmenleisten und 1 Rifte Glas 4. Die Versteigerung findet bebestimmt statt. Geißler, Gerichtsvollzieher, Gießen. Joh. Seibel GIESSEN, Ludwigsplatz ff. empfiehlt stets Südfrüchte frische sowie sämtl. Delikatessen. MIT IEDER NUMMER BEGINNT Vergebung von Erdarbeiten. Die Erdarbeiten für den Ausbau der Straße entlang der neuen Veterinäranstalt zwischen Frankfurterstraße und dem Bahnhof sollen Montag, den 26. Jani d. J., vorm. 11 thr Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienstöffentlich vergeben werden. stunden bei uns zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 19. Juni 1905. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Aufforderung. Betr. Reinigung der Straßen. Elektromonteur- Gesuch. Die Stelle eines Elektromonteurs beim städt. Elektri zitätswerk Gießen ist baldmöglichst zu besetzen. Rr. 143. Infertionspreis Weffen, ble Streife We Retlamen Derselbe muß mit allen einschlägigen Arbeiten voll fommen vertraut sein, und insbesondere die erforderlichen Reparaturen und Prüfungen der Elektrizitätszähler vornehmen fönnen. Einige Kenntnisse in der Schwachstrombranche sind erwünscht. Bei zufriedenstellenden Leiftungen ist die Stellung eine dauernde. Gießen, den 16. Juni 1905. Städt. Elektrizitäts- Wert Gießen. Nolte. Arbeitsvergebung. Die für die bauliche Unterhaltung des Forsthauses auf Bei der gegenwärtig heißen Witterung fordern wir hiermit auf Grund des§ 3 des Lokalreglements rubr. betreffs vom 10. November 1879 alle Hausbesizer, bezw. deren Stellvertreter auf, morgens zwischen 6-8 Uhr und nachmittags zwischen 12 und 2 Uhr das vor der Hochwarte erforderlichen threm Hause belegene Bankett nebst Flußrinne mit reinem Wasser begießen zu lassen. sollen Wer es unterläßt, dieser Aufforderung nachzukommen, hat die gefeßliche Strafe zu gewärtigen. Gießen, den 16. Juni 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Sambor 12831 Maag- Bitter Boonekamp Underberg Unentbehrlich für jede Familie! am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm D. HUNDERBERG- ALBRECHT Semper idem, Fabrikation alleiniges Geheimniss der Firma: Underberg Boonekamp 1846. Man: Underberg- Boonekamp. Anerkannt bester Bitterlikör! Gegr. ausdrücklich: 24 Preis- Medaillen! 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