id gedrückt emir ent ta- nun Dir, Alter, Wort bes ng." Hauptsache 0 Minuten J. Adieu." ndlich durch ajcht". lange nicht ner Stunde idh an den lich bist Du uldig. Die auch so beB! Da läßt nur fröhlich adje ist, daß Du eine Lie hlen. Mein urt ihm ere fein Wort end. Er hut Mühe, einen Dus glaub wirklich, der bes einem Hut!" Den Sie sich doch ch herunter!" Nr. 67. Baſertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Wehlar unb Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg. Reklamen bie Petitzeile 30 refp. 40 Bfg. Redaktion u. Haupterpedition: teßen, Selters weg 83. Fernsprechanschluk Nr. 862. Montag, den 20. März 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50- Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Grattebeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Deutfch- Südweftafrika. Im deutschen Reichstag wird über unsere Kolonien verhandelt. Vor allem ist es natürlich Südwestafrika, das das Interesse in Anspruch nimmt. Die Größe der Entfernung und die Mangelhaftigkeit der Verbindungen, von der der berwöhnte Mitteleuropäer sich nur mit Mühe eine rechte Borstellung machen kann, bringen es mit sich, daß wir bloß in weiten Intervallen und gewissermaßen ruckweise knappe Nachrichten aus Deutsch- Südwestafrika erhalten. Namen flingen dabei an unser Ohr, die uns nichts sagen, über die wir manchmal selbst in guten Kartenwerfen vergeblich Ausfunft suchen. Die Ortschaften, von denen die Rede ist, mögen jünger sein, als der jüngste Atlas, oder zu unbedeutend auch für eine genaue geographische Zeichnung, zu vorübergehender Wichtigkeit einzig dadurch gelangt, daß sie Zielpunkt eines Marsches oder Schauplatz eines Scharmügels gewesen. Mit vorbildlicher Aufrichtigkeit, die jede Beschönigung verschmäht, berichtet die Truppenleitung über die Peripetien des Kampfes mit den Aufständischen. Doch ein klares Bild bermag nur die kleine Schar der Eingeweihten zu gewinnen. ion der Neuen Berliner Bremsen Es ist selbstverständlich, daß deutsche Truppen mit Tapferfeit ihre Pflicht tun, daß sie ungewöhnliche Strapazen mit Ausdauer überwinden, daß sie den an Zabi meit überlegenen Gegner besiegen, obwohl dessen Mindemegteit durch seine genaue Terrainkenntnis nahezu ausgegligen ist. Aber erst auf dem Wege der Reflexion gelangen wir zu der Erkenntnis, nicht daß Tapferkeit nicht vor Verlusten schützt- denn das ist selbstverständlich sondern daß Bodenschwierigkeiten, Wassermangel und Verpflegungsrücksichten eine schnelle Verfolgung hemmen, daß Buschwert und Wüstentrockenheit dem Fliehenden einen Vorsprung sichern, daß das Kampfgebiet eine größere Ausdehnung hat als das Keich, und daß die Auflösung des Feindes in kleine Gruppen und Trupps zu einer Vereinzelung auch in der Verfolgung zwingt. für den südafrikanischen Krieg 150 Millionen Pfund, d. 1. über drei Milliarden Mark, aufgewendet; wir werden viel. leicht mit dem dreißigsten, im schlimmen Fall mit dem zwanzigsten Teil der Kosten fortkommen. Man muß an den dreijährigen Burenkrieg denken, um eine Analogie zu finden. Es liegt uns weltenfern, das tapfere Kulturvolk der Buren mit den Herero oder anderen afrikanischen Eingeborenenstämmen in Parallele zu stellen. Wissen wir doch, daß die Buren die eingeborenen Afrikaner in musterhafter Weise niederzuhalten verstanden, daß drei Buren ausreichten, hundert Schwarze zu scheuem Gehorsam zu bringen. Wir wissen aber auch, daß England 150 000 Soldaten nach Transvaal schicken mußte, um des kleinen Burenboltes Herr zu werden. Wir haben etwa den fünfzehnten Teil nach Deutsch- Südwestafrika gebracht und können nicht daran denken, Nachschübe in englischem Maßstab vor zunehmen. Gerade deshalb aber müssen wir darauf gefaßt sein, die Operationen nicht im europäischen, sondern in dem langsamen afrikanischen Tempo sich vollziehen zu sehen. Wir dürfen hoffen, nicht drei Jahre bis zum Abschluß zu ge= branchen; wir müssen aber darauf vorbereitet sein, daß zwei Jahre bis dahin vergeben werden. Die Engländer haben Die Art des Krieges oder vielmehr der schließlichen Bazifizierung in Deutsch- Südwestafrika wird sich von der nicht wesentlich unterscheiden können, die Lord Kitchener in Transbaal anwendete: Anlegung von Stationen, einer Kette befestigter Blockhäuser mit Wasser-, Munitions- und Leben? mittel- Vorräten. Der Heliograph oder die Funkentelegraphie können für die Verständigung der Blockhaus- Stationen mit. einander ausreichend sorgen. Dadurch wird es ermöglich, den Feind aufzurollen, ihn nicht zur Ruhe kommer zu lassen. ihn zusammenzudrängen und schließlich unschädlich zu machen oder zu vernichten. Das ist keine Arbeit, die merklich fördert. Sie geht nur langsam von statten. Sie kostet Zeit und Geld. Der Eselsmüller und die Falschmünzer. 12) Von Gustav Rohleder, Grünberg i. H. Alle Rechte vorbehalten. Bleibt die Frage, ob die Anstrengungen sich endlich auch lohnen werden. Die Frage ist insofern müßig, als wir zu den Anstrengungen und Aufwendungen unter allen Umständen gezwungen wären. Die nationale Ehre erfordert das, und da gibt es kein Mäkeln und kein Zeilschen. In einem anderen Sinne aber ist die Frage noch nicht spruchreif. Man hat in Deutsch- Südwestafrika blaue Erde von der Art gefunden, die Diamanten zu bergen pflegt. Trifft die Regel auch hier zu, so ist kein Geld verloren, das diese Kolonie geFostet hat. Auch Kupfer verspricht man sich, und das wäre gleichfalls im Fall der Bewahrheitung die Rechtfertigung und Sicherung sehr großer Aufwendungen. Das sind freilich nur Hoffnungen, mit denen sich sichere Rechnungen nicht machen lassen. Immerhin zeigen sie unsere Kolonial. politik selbst unter den gegenwärtigen kritischen Umständen in freundlicherem Licht. Wir tun unsere Schuldigkeit, wie bie Rücksicht auf die nationale Ehre es gebietet; werden mi: außerdem noch durch Funde von materiellem Wert belohnt um so besser. ( Nachdruck verboten.) ,, Sorgen soll er für dich, sein Töchterlein möge dir eine liebe Schwester sein. Du aber folge ihm als ein treuer Sohn, dann mein Junge, geht es dir gut." Der Bursche,( Mäzel hieß er), nach seiner Mutter, bensprach alles zu tun, um den Meister zufrieden zu stellen. Er sehnte sich nach Arbeit und Nuhe, suchte aunch- Liebe. So ein Findelfind fühlt mehr als amdere Kinder, Heimweh nach dem Vaterherzen, welches ihm nicht gegeben wurde. Lody einmal le, dann folle eder, wegern, Dromdorfi" rief hrkartenverfäufer, Gepadabfertiger on Arenstein blidte tenabmlos auf die wellals Warteraum diente, auf den Beamten, der der Zug hielt sicht haffner, die ung - dann kletterte er auf urzen Dauer der Fahrt schi in einer Bahnsteig hinunter. ein JahrAch bed. Dame, daß die vor Schret teinen Protest über dieje verzeihen Sie," ſtam endlich der Blonde und die Witwe, Tuche und Budstins." ob Das gab ihm Mut: Meyer," mit dem weichen ,, ey", Vertreter der Firma Sommer selige Dame von seiner S hervorzubringen vermochte. ich selbst hätte natürlich nie gewagt war starf errötet, fab aber sonst nicht aus, als ,, da hat nur die Lokomotive untröstlich wäre fie über den unglücklichen Zwis stellte er sich vor, Meyer - Der Krieg in Oftalien. Während Kuropatkin auf dem Schienenwege von Charbin aus der Heimat zueilt, um sich vor dem Zaren wegen seiner Kriegführung und seiner Niederlagen zu verantworten, fluten die zersprengten Reste der russischen Armee weiter dem rettenden Norden zu, immer noch hart bedrängt von den Japanern, die entschlossen sind, dem Feind nicht Rast noch Ruh zu gönnen. Nach Meldungen aus Tokio artet der russische Rückzug immer mehr in regellose Flucht aus, doch wird andererseits behauptet, daß General Kaulbars sich energisch den Japanern entgegengestellt und sie mit Erfolg aufgehalten hat. Schwere Rückzugsgefechte, die für die Russen naturgemäß sehr verlustreich sind, finden täglich statt. Marschall Oyama meldet über ein solches vom 16. März: du dann übrig haft, kann dir Meister Schlierbach Du den. Grennt die„ Brabanter". Nun, mein Junge, wechseln. Er Unsere Truppen zerstreuten heute rechts von Liaoho acht russische, mit Artillerie versehene Eskadrons, worauf sie eine nördlich von Ticlin und auf der rechten Seite des, Liavho gelegene Anhöhe besetzten und den im Rückzug begriffenen Feind, der aus einer Infanterie- Division und mehreren Eskadrons bestand, beschossen. Wie immer nach einer Niederlage, machen auch jetzt wieder die Tschuntschusen, die roten Räuber der mandschurischen Steppen, den Russen empfindlich auf dem Rückzuge zu schaffen. Besonders die Bahnlinie wird von ihnen belästigt und gefährdet. lebe wohl", so sprechend nahm er den Burschen in seine Arme und füßte ihn. Tränen traten in die Augen des rauhen und schlauen Eselsmüller. Ach, was ist doch ein Mensch? Bald kam das föstliche nordische Essen, Suppe mit Fleisch, Schweinebraten mit Kartoffeln usw., einfach, aber in Menge. Dazu den köstlichen Wein. Der arme Junge wurde faft betäubt über all dem Guten. Sr etwas hatte er noch nie gegessen. Was mußte doch der Better Eselsmüller für ein reicher Mann sein. Nachdem beide sich am Essen und trinken gelabt hatten, trieb der Eselsmüller zum Aufbruch.„ Komm Funge", so sprach er, ich zeige dir den Weg, den gehst du ruhig fort. Hier die Adresse, vergiß nicht, was ich gesagt. Und hier, so sprach er weiter, indem er in seinen„ Wambs" griff, hast du Reisegeld". ,, Mein Gott," rief der Bursche, das ist zu viel", so viel hatte er noch nie zusammen gesehen. Es war eine ganze Rolle„ Brabanter"" Ich darf es nicht annehmen", so sprach der ehrliche Junge weiter. selsmüller habt schon so viel heute an mir, Euch ganz unbekannten Jungen getan". Mägel dankte gerührt für solche Liebe, dann eilte er auf Brilon zu. - Ueberfall auf einen russischen Eisenbahnzug. Der Kriegsberichterstatter des„ Matin" telegraphiert aus Charbin, daß er sich am 8. März von Charbin aus nach Mufden begeben wollte. In der Nähe der Station Sinpinghi sei der Zug von Tschuntschusen überfallen worden. In dem Zuge hätten sich zahlreiche Offiziere und Soldaten befunden; ein Offizier sei durch mehrere Schüsse getötet, zwei Soldaten seien verwundet worden. Der Zug sei übrigens nur bis Tielin gelangt und habe dann umkehren müssen. Kuropatkin und der Zar. In Petersburg vollzieht sich jezt, nachdem Kuropatkin endgültig vom Oberbefehl abberufen worden ist, ein Umschwung in der Stimmung der öffentlichen Meinung gegen ihn. Man erzählt, daß der Zar in dem Kriegsrat, in dessen Verlauf Kuropatkins Enthebung vom Kommando beschlossen wurde, mit warmen Worten für diesen eingetreten sei. Er habe gesagt:„ Meine Herren! Kuropatkins Armee ist moralisch zerrüttet, aber augenblicklich gewinnt sein Ansehen doppelt, denn erst jetzt erkenne ich die großen Dienste, die er mir bisher in diesem Stampfe geleistet hat. Er bietet mir seine Demission an. Vergessen Sie bei seinem Unglück nicht seine hohen Tugenden. Ich gestatte Ihnen, unverzüglich über die Belassung Kuropatkins in der Leitung der Armee die Beratung zu beginnen." Alle Generäle waren äußerst bewegt und vielen standen die Tränen in den Augen. General Dragomirow errgiff als erster das Wort und kritisierte die legten Operationen Kuropatkins. Er beantragte schließlich, ihn zurückzuberufen. Die Mehrzahl der Mitglieder des Kriegsrates schlossen sich diesem Antrage an, worauf die Rick= berufung mit allen gegen 3 Stimmen beschlossen wurde. Das Telegramm des Zaren an Kuropatkin lautete lakonisch: ,, Erwarten Sie meine weiteren Befehle in Irkutsk." Der Eselsmüller ging in den Wald und sah dem Jungen nach. Er weinte. Er, der Eselsmüller, der nie Tränen gekannt, er weinte gewiß und wahrhaftig. Hier konnte er es, es sah ihn ja niemand. Ja, MäzelBine hätte ich dir gefolgt, dann war ich glücklich. Dann, ja dann, war der, welchen er eben fortgeschickt hatte, sein Junge, sein Nachfolger in der Mühle und nicht Vaterlos. Nun dann denn wär er nicht der geworden, der er jetzt war. Wie hatte ihn vor kurzem der elende Pfarrer von R... hausen doch genannt? Jett,- was tat er? er führte diesen unschuldigen jungen Menschen, wegen dem er soeben geweint hatte, selbst in die Falschmünzerhöhle des mit ihm eng verbundenen Schlierbach. Also ins ZuchtDenn so würde doch noch alles enden. Dann lachte er selbst laut über seine düsteren Gedanken. Der Eselsmüller und ins Zuchthaus?„ Herrgott, wo bin ich hingeraten?" so rief er sich selbst zu. „ Auf' n alten Weibermarkt", so sprach in diesem Augenblicke Kernein, welcher ihm gefolgt war, um ihn vor den drei Grenzjägern zu warnen. " Still, nicht weiter", sprach der Eselsmüller.„ Du nimmst, was ich dir gebe. Es sind zwanzig neue Brabanter". In jedem Dorfe oder Stadt, wo du auf der Reise einfehrst, fannst du einen wechseln. Was *) Infolge eines technischen Fehlers in der Seßerei ift in der letzten Fortseßung eine arge Verstümmelung des Romans unterlaufen. Wir lassen sie deshalb zum be: fferen Verständnis noch einmal berichtigt folgen. haus. Kuropatkins Abschied von seinen Truppen war von ergreifender Tragif. Der General, leichenblaß im Gesicht, stand auf der Plattform seines zur Abfahrt bereiten Zuges und ließ die Abteilungen vorbeidefilieren, mit vor Aufregung zitternder Stimme ihnen Worte des Trostes Stelle. Ste waren dienstuntauglich. Neumeyer hatte ganz besondere Gaben, wie er sagte. Er hatte besondere - - nur Anlagen zum„ Geheimen", deshalb war er durch Fürsprache einer Nichte zum Grenzaufseher befördert, um die Falschmünzer zu fangen. Alle lachten, als die neue Stellung des„ Luisenmüllers", wie Neumeyer im Regiment hieß, bekannt wurde. Der soll uns fangen?" sagte Nüsseler, er hatte mit ihm gedient, nun, da falschmünzern wir bis zum Weltuntergang". Neumeyer war einer der dümmsten Gänsejungen gewesen, die es gab. Barfaß hatte er bis zu Konfirmation für die reichen Bauern an der Diemel die Gänse gehütet. Als er später Subjunge war, fühlte er sich schon erhaben. Zum Pferdefnecht hatte er es Er wurde mit zwanzig aber nicht bringen können. Jahren gemustert, kapitulierte und als sein Schnurrbart anfing zu wachsen erhielt er die Tressen. Sein alter Sergeant, wie er gewöhnlich genannt war, blieb sein Vorgesezter. Von oben her" faßte ihn derselbe oft. Der Feldwebel ein Marquis von Toledo, nannte ihn nie anders als das gest tegelte Eichhörnchen. jegt hatte er als Invalide Stellung, wie er es nannte. Jst nicht nötig," so sprach der Eselsmüller. Gr fand sogleich seine Festigkeit wieder. Eilig ging er zur Wirtschaft zurück und setzte sich ruhig an den Tisch der Herren Grenzjäger. Heiner ist uns schon genügend bekannt, nicht so die anderen. Knackwurst hatte dreizehn Dienstjahre, zwölf im„ Glied", eins im„ Loch", so sagte er selbst. Also ziemlich viel Strafe. Von Natur mehr als gutmütig. Der Neumeyer ein eitler Geck, zwölf Dienstjahre, davon zwei im Pflasterkasten". Beide erhielten - Nun Neumeyer saß bei seinen beiden älteren Kollegen und gab ihnen Unterricht über den Fang der Falschmünzer. Er wollte Leib und Seele an den Teufel ausliefern, wenn er nicht die ganze Bande fangen und ins Zuchthaus bringen würde. Hören Sie auf, junger Sollege", so unterbrach ihn Heiner, kennen Sie den Eselsmüller? Wenn dieser Satansterl Sie in seine Finger kriegt, dann gute Nacht, Herr Kollege". Die Bauern waren der Unterredung gefolgt, denn eine ganze Anzahl war im Wirtszimmer. Bei Heiners Worten brachen sie in ein faum endenwollendes Gelächter aus. Der ihnen allen nur zu gut bekannte Eselsmüller saß ja bei den dret Beamten, ohne daß er bemerkt worden war. Heiner fannte thn, wenn auch die beiden anderen noch nicht. und der Ermunterung zurufend. In Petersburg kursiert daß Gerücht, daß Kuropatkin nach dieser letzten Revue seinen Säbel abgeschnallt und ihn seinem Ordonnanzoffizier mit Worten übergeben habe, die dieser nicht wiederholen wollte. Daß seine Abberufung den General verstimmt hat, ist wohl erklärlich. Daß er sich aber zu einer Handlung habe hinreißen lassen, die man nur als Achtungsverlegung gegen seinen obersten Kriegsherrn auslegen könnte, ist bei Kuropatkins streng militärischem Sinne faum anzunehmen. Seine letzte Aktion als Armeechef war nach seinen eigenen Worten die Verteilung seines ganzen Vorrates von Georgskreuzen an die Bravsten der Braven in den Verwundetenzügen." Das Glend unter den russische:: Verwundeten soll nach Beschreibungen, die Seuropatkins Begleiter russischen Journalisten in Charbin gaben, herzzerreißend sein. Die überfüllten Ambulanzen in Tielin mußten viclen Hunderten von Verwundeten die Unterkunft verweigern. In zerfetzten, blutbesudelten Kleidern lagen die Aermsten längs des Bahngleises, um jeden leeren Kohlensack, der als Unterlage oder Decke dienen konnte, entbrannten erbitterte Fauſtkämpfe. Troß der letzten schrecklichen Katastrophen soll man aber in Petersburg fest entschlossen sein, den Krieg bis zum letzten Ende durchzuführen. Man hofft schließlich doch noch aus Erfolg, da die japanischen Kräfte allmählich versiegen müßten. Die Dolitik. A Wie verlautet, will der Chef des Geheimen Zivilkabi. netts des Kaisers, Herr von Lucanus, den Abschied nehmen, Herr von Lucanus vollendet in diesem Frühjahr das 75. Le bensjahr, so daß er zur Amtsmüdigkeit vollauf berechtigt er scheint. Herr von Lucanus war, bevor er sein jetziges Ami übernahm, Unterstaatssekretär im Kultusministerium, an dessen Spitze damals Herr v. Goßler stand, der mittlerweile als Oberpräsident von Westpreußen gestorben ist. Als Chef des Zivilkabinetts war Herr von Lucanus nicht all zu selten in der Lage, Ministern die Botschaft von dem Ende ihrer Aktivität zu bringen. Er wurde deshalb in Erinnerung an die Todkündende„ Weiße Frau" im Hohenzollernschloß der Schwarze Mann" genannt. Herr von Lucanus hatte Ministerrang. * Die am 1. Dezember d. J. im Deutschen Reich stattfindende Volkszählung beginnt bereits die amtlichen Stellen zu beschäftigen. Der Bundesrat hat in seiner lezten Sizung den Bestimmungen zugestimmt, nach denen die Zählung diesmal erfolgen soll. * Dem Reichstag wird in allernächster Zeit eine Vorlage wegen der Kamerunbahn zugehen. Das Reich soll eine Teilgarantie für die Verzinsung des 16 Millionen Mark betragenden Kapitals übernehmen, das die Firma Rang u. Co. aufbringen will. Die projektierte Bahn ist 160 Kilometer lang. Der Bischof von Speyer Dr. Josef Ehrler ist gestorben. Dr. Ehrler hat fast 27 Jahre an der Spitze der Diözese gesonden und ein Alter von nicht ganz 72 Jahren erreicht. Als er sein 25jähriges Bischofsjubiläum feierte, nahm das ganze Rheinland freudigsten Anteil. Die Universität Würzburg verlieh ihm im Jahre 1889 den Titel eines Doktors der Theologie honoris canEngland. Die ganze Welt ist eine Stadt. Wie vor einem Jahr die Polen in den Ostmarken sich den Scherz machten, in Massen bei Adressierung ihrer Korrespondenz polnische Ausdrücke und Ortsbezeichnungen zu gebrauchen, so bringen jetzt die Fren in Irland die Post durch ein analoges Mittel in Verlegenheit. Sie schreiben die Adresse gälisch Ratürlich verlangsamt sich die Briefbestellung, wird oft auch unmöglich. Ein irischer Abgeordneter will im Parlament unter Vorlegung der Adressen den Generalpostmeister fragen, was er an diesen auszusetzen habe. Wahrscheinlich wird die Antwort lauten, daß er sie nicht lesen könne. Eine englische Berggeseknovelle, die im Unterhaus mit 190 gegen 132 Stimmen angenommen worden ist, bestimmt für die in Kohlenbergwerken beschäftigien Personen unter 18 Jahren eine Marimalarbeitszeit von 8 Stunden täglich. Russland. In den Gouvernements Tambow, Kursk, Orel, Witabit, so wird uns aus Petersburg vom 18. März geschrieben, nehmen die Bauernunruden in erschreckender Weise zut. Die Ursache liegt in der sich ausbreitenden Hungersnot. In Bessarabien rückte eine Menge Bauern vor das Schloß des Gouverneurs und schrie nach Brot. Der Gouberneur gab gute Worte, drohte im Fall von Ausschreitungen mit Niederschießen und schickt die Bauern fort. Wie verlautet, ist das bekannte Manifest des Priesters Gapon in der Bauern Hände gelangt. Die Bauern hätten in Versammlungen sich einmütig zu diesem Manifest bekannt, das sie auch ausführen wollten. In Moskau ist die Gründung einer Miliz zum Schutz von Leben und Eigentum im Werke. Die Stadtverwaltung begünstigt den Plan und befürwortet ihn. Aus Petersburg wird berichtet, daß die Auflösung des Ministerkomitees durch dessen Präsidenten Witte und andere liberale Mitglieder in Anregung gebracht worden sei. Witte und die anderen möchten gern in aller Stille zu-, rücktreten, um für die Politik der Reaktion die Verantwortung nicht mit zu tragen. Die Meldung, daß 900 wegen Religionsvergehen gefangen gehaltene Personen aus Kloster=" gefängnissen entlassen worden seien, wird amtlich dementiert. Nur 7 Personen seien entlassen, und mehr befänden sich in den Klostergefängnissen nicht. In Libau haben auf belebtester Straße 6 Personen 2 Schußleute überfallen, entwaffnet und schwer verwundet. In Warschau hat die Direktion der Weichselbahn militärischen Schutz für ihre Brücken erbeten, weil sie Drohbriefe hinsichtlich dieser Brücken erhalten hat. Türkei. Die Pforte beabsichtigt, in Mazedonien eine erstaunliche Reform einzuführen: Sie will von dem jezt beginnenden Finanzjahr an allen Zivil- und Militärfunktionären ihre Bezüge regelmäßig und baar auszahlen lassen. Zahlstelle soll die Ottomanbank mit ihren Filialen sein. Afrika. Frankreich richtet sich allmählich auf ein Protektorat über Marokko ein. Der französische Gesandte in Fez hat dem Sultan Vorschläge für die Umgestaltung des Heerwesens, die Münzverhältnisse, die Hafen- und Zollverwaltung usw. vorgelegt. Wahrscheinlich sind die Vorschläge gut, und die Marokkaner werden sich ihnen fügen. Amerika. Die Regierung der Vereinigten Staaten ist von der französischen Regierung angefragt worden, welche Politik Präsident Roosevelt Venezuela gegenüber einschlagen wolle, da Frankreich sich dieser Politik anzuschließen gedenke. Die Willkürakte des Präsidenten von Venezuela erforderten eneraisches Einschreiten. ** Hof und Gesellschaft. Der bevorstehende Aufenthalt unseres Kaisers in Portugal beschäftigt bereits lebhaft die dortigen Zeitungen, die lange Artikel über Wilhelm II. bringen. Der Kaiser wird am 26. in Lissabon eintreffen, im Palast in Belem absteigen und am Abend der Festvorstellung im Opernhause von S. Carlos beiwohnen. Am nächsten Tage, den 27. ds., wird er das 5. Jäger- und 4. Reiterregiment besichtigen, im Schlosse Necessidades mit der königlichen Familie frühstücken, der geographischen Gesellschaft einen Besuch abstatten und sich ein wenig in Lissabon umsehen; am Abend ist Festessen und Musikvortrag im Schlosse von Ajuda. Am 28. ds. wird der Kaiser nach Cintra fahren, das berühmte Schloß Pena besehen und auf Einladung der Königin- Mutter D. Maria Pia im Rathaussaale zu Cintra frühstücken. Für den Nachmittag und Abend ist Empfang der deutschen Kolonie und Festessen in der deutschen Gesandtschaft vorgesehen. Der deutsche Konsul in Oporto hat die Kolonie in der Zeitung zu gemeinschaftlicher Jahrt nach Lissabon aufgefordert. Am 29. ds., vor der Abfahrt, ist noch ein Besuch im Rathaus in Lissabon vorgesehen mit Ansprachen, und wenn möglich, soll noch eine Jagd in den Wäldern von Mafra oder Villa Vicosa stattfinden. * ** Bei der Vermählung des deutschen Kronprinzen wird die Braut- Mutter fehlen. Die verwitwete Großherzogin Anastasia von Mecklenburg- Schwerin sieht sich ihres angegriffenen Gesundheitszustandes wegen genöist mit dem Teufel im Bunde, daran tigt, ihren Aufenthalt in Cannes bis in den Sommer hinein auszudehnen und kann deshalb am 6. Jimi nicht an den Hochzeitsfeierlichkeiten ihrer Tochter mit dem deutschen Kronprinzen teilnehmen. #Gin myfteriof Sardy Gift das Leb Berlins haben fi Sort Quartier gend miiffeln fönnen m such am Lissaboner Hofe eingetroffen. Die Königin wurde giftet. Nach ** Die Königin von England ist zu einem Be- tot in ihrem portugiesischen Königsfamilie empfangen. In Begleitung Gelbstmord gewe der englischen Königin befinden sich Prinzessin Maud, Prin- eme Liebesgeschich an Bord ihrer Jacht Victoria and Albert" von der gesamter zessin Viktoria und Prinz Karl von Dänemark. Im Opernhause von S. Carlos fand große Festvorstellung statt. Deutfcher Reichstag. ( 167. Sigung.) CB Berlin, 18. März. Die zweite Beratung des Kolonialetats vollzog sich heute unter großer Teilnahmlosigkeit des Hauses, obwohl die Debatten manche bemerkenswerten Gesichtspunkte zutage förderten. Die Regelung des Münz- und Bankwesens in Ostafrika, über die der Reichstag durch Denkschriften In den Fla piig- Holstein bra rend diefer mit wurde derartig mehr zu retter toon fünfzehn Pokers Poter- Spielern dings scharf au Anhänger des ein neues Glü unterrichtet worden ist, gab dem Zentrumsabgeordneten fcheidet sich n Erzberger Anlaß, Beschwerde darüber zu führen, daß schiede besteher die Volksvertretung bei der Kolonialgesetzgebung nicht mitzuwirken habe; der Reichstag sei für die Kolonieen eigentlich nur eine Geldbewilligungsmaschine. Ferner bemängelto der Redner, daß die Frachten der subventionierten DeutschOstafrika- Linie nach deutschen Häfen teurer seien als nach portugiesischen. Kolonialdirektor Dr. Stübel verteidigt die Haltung der Kolonialverwaltung im allgemeinen, wäh rend die Geheimen Legationsräte Helfferich und Dr. Seit die Vorwürfe des Abg. Erzberger im einzelnen zurüc wiesen, ohne diesen freilich für ihre Anschauung gewinnen zu können. Aus der weiteren Diskussion ist hervorzuheben, daß der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Südek um der Befürchtung Ausdruck gab, es könnte auch in Ostafrika ein Eingeborenenaufstand ausbrechen. Der freifonservative Abgeordnete Dr. Arendt bestritt die Berechtigung dieser Besorgnis, die Regierung aber äußerte sich bemerkenswerterweise dazu nicht. Hingegen kündigte Dr. Stübe I einen Nachtragsetat für Kamerun an mit Forderungen für die Vermehrung der Schußtruppe um zwei Kompagnien. Zwar sei in dieser Kolonie alles ruhig, der Gouverneur sei aber der Meinung, daß es in Zukunft in einzelnen Gegenden zu Unruhen kommen könnte, zu deren Unterdrückung man rechtzeitig gerüstet sein müsse. Beim Etat für To go nahm der Zentrumsabgeordnete Roeren die Missionare gegen die Breßangriffe in Schutz und fällte ein ungünstiges Urteil über die Moral einiger Beamten. Der Kolonialdirektor anerkannte den Wert der Missionare für die Kolonieen, gab zu, daß in einzelnen Fällen Verfehlungen vorgekommen seien, versicherte aber, daß die Beamten für die Schutzgebiete mit großer Sorgfalt ausgewählt würden. Nab und fern. Die Internationale Kochkunst- und Gastwirtsgewerbe. ausstellung zu Leipzig wurde im dortigen Krystallpalast feierlich eröffnet. König Friedrich August von Sachsen war in Begleitung der Staatsminister v. Metzsch und v. Seydewiz zur Teilnahme an der Festlichkeit in Leipzig eingetroffen. Zur Affäre Montignoso. Die von den Anhängern der Gräfin Montignoso in Umlauf gesezte Liste für Zeichnungen zugunsten der Gräfin hat eine nicht unbeträchtliche Summe ergeben. Indessen ist dieses Eintreten für die Gräfin doch wohl mindestens sehr verfrüht. Wie der italienische Anwalt des sächsischen Hofes, Graf Mattaroli, einem Interviewer erklärt hat, lassen die nunmehr begonnenen Verhandlungen einen günstigen Ausgang erwarten, so daß es kaum nötig werde dürfte, die Gerichte anzurufen. Der König Friedrich August möchte um jeden Preis weitere Verwicklungen, der heiflen Angelegenheit vermieden sehen. Die Sperrung der Rente soll nicht etwa eine Strafmaßregel bedeuten, sondern die lediglich deshalb geschehen wäre, weil die schwebenden Verhandlungen es bedingten. Inzwischen ist einer der wärmsten Anhäger der Gräfin Montignoso durch den Tod abberufen. Der Polizeichefarzt Garnier in Paris, der sich für die geistige Zurechnungsfähigkeit der Gräfin auf Grund seiner Untersuchungen ausgesprochen hatte, ſtarb plötzlich an Schlaganfall, nachdem er kurz vorher das letzte Aftenstück dieser Angelegenheit unterzeidmet hatte. Der Eselsmüller und die Falschmünzerveifle ich alter Bursche nicht, wenn auch mein Ernst den Eſelsmüller aufforderte, und zwar zum letzten 13) Von Gustav Rohleder, Grünberg i. H. Alle Rechte vorbehalten. ( Nachdruck verboten.) Hohnlachend rief, als endlich die Winterberger Bauern zu Ruhe kamen, der Neumeyer dem alten Heiner zu: Kollege, Sie müssen überhaupt nicht wissen, wer ich bin und wo ich gedient habe". The Neumeyer seinen Redeschwall beendet hatte, fiel ihm der Gſelsmüller ins Wort und sprach:" Wir sind hier in Küftelberg, und ein ehemaliger Gänsejunge, nachmaliger Kuhjunge und jetziger Unteroffizier im X. Bataillon, ist für uns wenig genug." Diese, mit eisiger Ruhe gesprochenen Worte des Eselsmüllers wirften so verblüffend, daß alle sprachlos ihn anstarrten. Dann auf einmal brach ein tosender Beifallssturm los. Neumeyer sah aus wie eine Leiche. Endlich raffte sich derselbe auf, schritt auf den jetzt ruhig dasigenden Eselsmüller zu und frug mit mutberzerrtem Gesicht: Mensch, wer sind Sie, wissen Sie, wer ich bin?" „ Gewiß", entgegnete in Ruhe der Eselsmüller, Ste wollen der neue Grenzjäger sein, Sie haben ja soeben es selber gesagt. Ich aber bin der Eselsmüller". Jezt erst sah Heiner, den in anderer als ihm betannten Kleidung vor ihm sitzenden Eselsmüller an. Gewiß und wahrhaftig, es war der Teufelsferl, der Eselsmüller. Gute Reise, neuer Kollege". Dieses sagend, stand Heiner auf und sprach zu Knackwurst:„ Herr Kollege, nur einen Augenblick, bitte". Draußen aber fonnte Heiner vor Lachen kaum reden. Endlich sprach er: „ Kollege, der Hochmuts- und Einfaltspinsel von Neumeyer erhält eben eine gründliche Abkühlung, ächt Küftelberger Art. Wir werden jetzt einen Spaß erleben, der nur wenigen im Leben passiert. Dieser mia auslacht. Uns Kollegen soll dieser Kerl vom Halse bleiben. Aber diesen neugebackenen hochmütigen Grenzjäger Neumeyer mag er mal ordentlich anteufeln." Dann gingen sie zurück in das Wirtszimmer, um noch ein wenig den Dingen zuzusehen. Neumeyer hatte schon seine Fragen an den Eselsmüller gestellt, derselbe aber gab recht dumme Antworten. Gerade als die beiden wieder eintraten, frug Neumeyer den Eselsmüller:" Noch einmal frage ich Sie, wie Sie heißen?" " Habs schon gesagt, obgleich ich es nicht nötig hatte:„ Hans von der Dachshöhle", so erwiderte der Eselsmüller. ,, Kerl, glauben Sie mich uzen zu können, dann zeige ich Ihnen wer ich bin." " Das sehe ich ja mit diesen meinen Augen, Sie sird ein Mensch, wie wir, haben einen gewichsten" Schnurrbart und grüne Uniform." Sterl, jetzt ist es aber genug", schrie Neumeyer, ,, ich bin föniglicher Grenzbeamter, wiffen Sie es nun." hinaus und zum Marktplaze. Währenddessen ging Heiner und Knackwurst wieder „ Nun", erwiderte der Eselsmüller, wäre dieses wahr, dann hätte es schon im Amtsblatt bekannt gemacht werden müssen. Sie scheinen weiter nichts als ein ächter Windbeutel zu sein, wie der Kappenschneider". Neumeyer hatte sich endlich so weit gefaßt, daß er Male, seinen Namen zu nennen, sonst würde er ihn verhaften. " Nun, grüner Junge", sprach der Eselsmüller, ,, meinen Namen nenne ich dir nicht und zum Verhaften gehören zwei. Dann aber auch ein Haftbefehl." Wer den nicht hat, der verhaftet mich nicht." „ Sterl", schrie jetzt Neumayer, wollen Sie Ihr freches Satansmaul jezt halten, oder ich lasse Sie geschlossen nach Medebach abführen." Elender Linsenmüller", spottete der Eselsmüller, wer hat dich Gänsejungen denn zum Grenzjäger gemacht? Hast Du nicht gesehen, daß Heiner und sein Kollege verschwunden sind. Grüner Bursche", wärest Du ihresgleichen, dann ließen sie Dich nicht in der Batsche sitzen. Ich rate Dir, halte jezt Dein ungewaschenes Maul, sonst gebe ich Dir ein paar Eselstrümpfe, welche Dir fizen sollen." ,, Herr Wirt," schrie in wahnsinniger Wut jetzt Neumeyer, Ihr Hausbursche soll sofort die beiden Herren Grenzjäger herbeiholen, ich befehle es". " Mein Herr", erwiderte der Wirt ganz gemütlich, ,, ich bin der Gastwirt Fingerling," Zum falten Harth" bursche bin ich hier selber, aber nicht einem jeden Gaste und befehle in demselben Gasthause nur allein. Haussein Hanswurst. Wollen Sie die Herren haben, holen Sie sich gefälligst dieselben selbst herbei". " Ich als Beamter," widersprach Neumeyer ,,, habe hier von Amtswegen zu befehlen, verstehen Sie mich Wütend, vor Zorn konnte Neumeyer kein Wort Herr Gastwirt". herausbringen. Heiner und sein Kollege hatten, vor ,,, nur zu gut, gab derselbe zur Antwort, zeigen dem Fenster stehend, die Worte des Eselsmüllers noch gehört. Beide sahen sich über diesen Mut des Eselsmüllers starr in die Augen. Dann sprach Heiner: „ Fort" Kollege, Sie sehen, der Kerl fennt feine Furcht", fort, auf den Markt". Mit schnellen schritten eilten sie demselben zu. Sie doch erst mal ihre Papiere, ob sie tatsächlich ein königlicher Beamter sind. Das genügt schon, obgleich The angebliche Ernennung noch nicht veröffentlicht worden ist." Fortsetzung folgt. Bufauf" Spi Da der Zut Glüdsspiele ft gierde damit Lofalinhaber dulden, in es ** Erlebi ** zu befegende Lehr Mit ber Stelle Dem Herrn Gr Brafentationsred * Bah Budgetfommis willigte für 800 000 daß die Ve Nebenbahn H tt Stad auf die morgi gewiefen, die Szene geht. Idem Frl. Ru bieler Theater ** Sa * Gesangb reicher Betei Nachdem S in längerer des Vereins Wigner fegten die g 80 Sängern Chorlied D Beifall folat Kompofition legte Zeugn fich eine sch schließenden hübsche Da Anerkennun druck. Abe das reichha mehr durch t lung gesorgt Der Liebes gesellen", d Dritte Thea Preußen" m ftändig im ftellern wirt Stellen, wo toller die M waren es di Don Bault un borgetragen midt berfehlte Dom Damen Der Lang tr Anwejenden If Gießen fein erfreute da durch ein einen Regu einen Rohr n We anftalt pro find bereits in Aussicht * We für den we Beihilfe 10 Frie flügelzücht Saalbau ihre unter dem Pr ift von allen& reich beschickt. Intereffe. D Die Eröffnung im Beisein des Betreters ber Biegen, der B Bilbel, Kaifer B Friedberg. Die mittag statt. D befte Gesamtlei Den Sommer Hine Jimi nicht an de mit dem deutsch nd ist zu einem Ein mysteriöser Selbstmord. In einem Hotel im Westen Berlins haben sich zwei Krankenpflegerinnen gemeinjant urch Gift das Leben genommen. Sie hatten in der Nacht bort Quartier genommen, und am nächsten Tage fand man He tot in ihrem Zimmer. Mit Morphiur: hatten sie sich Die Königin wure pergiftet. Nach den bei den Leichen vorgefundenen Geldrt" von der gesamten mitteln können materielle Sorgen nicht die Ursache zu dem en. In Begleitung elbstmord gewesen sein. Möglicherweise hat es sich um inzessin Maud, Prin eine Liebesgeschichte gehandelt. nemarf. Im Oper In den Flammen umgekommen. In Fleien in Schlesorstellung statt. stag Berlin, 18. März. onialetats boll wig- Holstein brannte das Haus eines Schiffers nieder, während dieser mit seinem Fahrzeug auf See war. Die Frau murde derartig von dem Feuer überrascht, daß sie sich nicht mehr zu retten vermochte und mit ihren beiden Kindern bon fünfzehn und zwölf Jahren elend verbrennen mußte. Pokers Nachfolger. Auch in Berlin, wo man den losigkeit des Hauses Boter- Spielern so lange durch die Finger sah, wird neuerwerten Gesichtspuntte dings scharf aufgepaßt, um das Spiel zu hindern. Aber die ünz- und Bankwesens Anhänger des Poferns wußter sich zu helfen. Sie ersannen g durch Dentschriften ein neues Glücksspiel, das sie Bufauf" nannten. Es unter. entrumsabgeordneten scheidet sich nur unwesentlich vom Pokern, und die Unterüber zu führen, de schiede bestehen darin, daß die Neulinge von den erfahrenen esetzgebung nicht mi3ufauf"-Spielern noch gründlicher gerupft werden können. Kolonieen eigentli Da der Zukauf" auch nichi auf der Liste der verbotenen Ferner bemängel Glücksspiele steht, konnten seine Anhänger bislang ihrer Beentionierten Deut gierde damit Genüge leiſten. Neuerdings sind aber die teurer jeien als nat Stübel verteidi n allgemeinen, m fferich und im einzelnen zuri auung gewinne hervorzuhebe Südekur uch in Ostafrit freifonservative echtigung dieser ich bemerkenswe Dr. Stübeln Lofalinhaber bereits gewarnt worden, das neue Spiel zu dulden, En es sich unzweifelhaft um ein Glücksspiel handele. Lokales. 20. März 1905. ** Erledigt: die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hemmen. Mit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden. Dem Herrn Grafen zu Schlitz gen. von Görg steht das Präsentationsrecht zu ihr zu. ** Bahnprojekt Leinefeld- Treysa. Die Forderungen für Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses beBudgetfommission des preußischen Abgeordnetenhauses be. Gompagnien. As will igte für den Ausbau der Strede Deinefeldreyfa Igelten our fit the 800 000 Wt., nach bem der Gisenbahnminifter erflärt hatte, Enzelnen Gegenden erdrückung man red: Nevenbahn Hersfeld- Alsfeld nicht beeinflusſſe. daß die Verbesserung dieser Strecke den Bau einer für Togo nahm de Missionare gegen die -Kolonialdirektor tt Stadttheater in Gießen. Es sei nochmals tt Stadttheater in Gießen. Es sei nochmals nungünſtiges Urteil auf die morgige Aufführung von" Altheidelberg" hingewiesen, die als Benefiz für Frl. Marga Ruf in Szene geht. Mit der Aufführung dieses Stückes sowie mit bem Frl. Ruf bewilligten Benefizes dürfte den Wünschen bieler Theaterfreunde entsprochen wordeu sein. ant die Kolonieen, gab zu, borgekommen seien, die Schubgebiete mit Gastwirtsgewerbe Krystallpalast feier on Sachsen war i und b. Seyden zig eingetroffen. den Anhängern iste für Zeichnung beträchtliche Sur für die Gräfin er italienische An , einem Intervi nenen Verhandlun o daß es kaum n Der König Fried re Verwicklungen Die Sperrung Bregel bedeuten, n wäre, weil gten. Inzwischen i fin Montignoso d rzt Garnier in Par higkeit der Gräfin o prochen hatte, f furz vorher das le zeidmet hatte. weit gefaßt, baf zwar zum let onft würde er in der Gielsmile und zum Baaften St." Haftbefehle wollen Sie ich laffe te der Gelmille zum Brengige ge aß einer und fein ner Bursche, wäreft Dig night in our lte jet Dein unge Dir ein paar Efele • Knaup Klein- Karben, den 2. Ehrenpreis des Grafen SolmsRödelheim für beste Leistung im Wassergeflügel Lehrer Presser Hofheim, den 3. des Grafen Oriola für beste Leistung in Hühnern Forstwart Simon- Ehrings. hausen, den 4. des Freiherrn von Leonhardi- Gr. Karben für beste Leistung in Nughühnern Ph. Södler- NiederGemünden, den Ehrenpreis der Stadt Friedberg für die beste Leistung in Tauben H. Keller- Assenheim. Außerdem wurden noch verteilt: 33 Ehrenpreise, 20 erste, 46 zweite, 58 dritte Preise und 74 lobende Anerkennungen. Weitere Preise bezw. Ehrenpreise erhielten: Söbler- Nieder- Gemünden, Högg- Klein- Eichen, H. Maus- Ruppertenrod, Radetzky- Lich, Burg- Ruppertenrod, Rohn- Ruppertenrod, Müller- Henriettenhof, Schäfer- Gießen, Engel- Birklar, Kemmer- Zeilbach, Forstwart Simon- Ehringshausen, Thießen- Nieder- Gemünden, Wilhelm Mayer- Gießen, Fr. Becker- Gießen, L. Hanau Gießen, Hoffmann- Dorfgül, Kömpf- Elpenrod, Theodor Stein- Grünberg, Johannes H. cker- Gießen, K. Seller Lich, Friedrich Jockel 1.- Günberg, Dr. med. Binto- Sirtorf, Lehrer Dörr- Lehnheim, Lehrer Seipp- Beltershain, NaumannLaubach, Otonomierat Hofmann- Hof- Güll, Rudolf- RitterGrünberg, L. Chrift- Neumühle bei Grünberg, Bürgermeister Heller- Lich, Möll- Laubach, Stoll- Rindmühle bei Hungen; für Tauben: Bürgermeister Heller- Lich, K. Albach- Lich, Big Laubach, Schwieder- Gießen, Södler- Nieder- Gemünden, Rich. Franz- Queckborn, K. Appel II.. Ulrichstein; für Eier: C. Luh Leihgestern; für Vögel: Aug. Felsing- Gießen; für Kaninchen: Schmidt- Friedberg. Am gestrigen Nachmittag fand bei Gastwirt Bieger eine Generalbersammlung des Verbands oberhessischer Geflügelzüchtervereine unter dem Vorsitz des Lehrers Anaup Klein Karben statt, an der die Vertreter der 9 Verbandsvereine teilnahmen. Der Verband beschloß die Beteiligung an der landw. Landes- und Jubiläumsausstellung zu Mainz. Der Geflügelzuchtverein ausstellung zu Mainz. Gießen 1903 hatte sich zur Aufnahme in den Berband angemeldet. Er wurde bebeutet, fich an einen anderen Berbandsverein anzuschließen, daß ſchon der Verein Gießen 1897 *** Samstag Abend hielt der MaschinenbauerGesangverein Gießen in der Turnhalle unter zahlreicher Beteiligung sein 21jähriges Stiftungsfest ab. Nachdem Herr Kreis amts- Bureauvorsteher Schiffnie in längerer Ausführung die Entstehung und Entwicklung des Vereins dargelegt hatte, sprach Fräulein Helene Wißner einen schwungvollen Prolog. Und dann setzten die gesanglichen Vorträge mit dem von etwa 80 Sängern unter Orchesterbegleitung vorgetragenen Chorlied, Das deutsche Lied" ein, dem ein donnernder Betfall folgte, rin Beweis, daß diese Gernhardt'sche Komposition immer wieder vollen Anklang findet und leg te Zeugnis von der Liebe ab, mit dem das Lied sich eine schnelle Bahn geschaffen. Die sich daran anschließenden Lieder, unter denen sich auch mehrere recht hübsche Damenchöre befanden, erzielten gleichfalls volle Amerkennung und vervollständigten noch den guten Gindruck. Aber nicht nur gesangliche Darbietungen hatte das reichhaltige Programm vorgesehen, sondern vielmehr durch theatralische Aufführungen für weitere Abwechslung gesorgt. Besonders geftel unter diesen das Singspiel Der Liebestrant" und das Duett„ Die beiden MüllerDie gefellen", das stürmische Heiterkeit hervorrief. britte Theater- Nummer, das Genrebild„ Sachsen in Breußen" war nicht minder berufen, das Auditorium ständig im Lachen zu behalten. Man muß den Darstellern wirklich vollen Beifall spenden, da an den Stellen, wo der Text nicht so ganz ziehen wollte, umso toller die Mimik war. Im dritten Teil des Programms waren es die beiden Männerchöre Zwet Blümlein" von Bault und Im Buseckertal" von Gernhardt, welche vorgetragen vom festgebenden Verein, ihre Wirkung nicht verfehlten. Das Mozart'sche Wiegenlied, gesungen bom Damenchor, bildete den Schluß der Aufführungen. Der Tanz trat nachdem sofort in Aktion und hielt die Anwesenden bis zur Morgenstunde fröhlich beisammen. ] Gestern feierte der Stadtverordnete Carl Orbig Gießen seinen 60. Geburtstag. Der Gesangverein ,, Eintracht" er freute das Geburtstagsfind am Vorabend des Geburtstages durch ein Ständchen, der Verein der Gastwirte überreichte einen Regulator und die Filiale des Metallarbeiter- Verbandes einen Rohrsessel. n Wetzlar. Hier ist die Errichtung einer Volksbadeanstalt projektiert. Von einem großen industriellen Werke find bereits 20000 Mt. dazu gezeichnet und weitere 10000 mt. in Aussicht gestellt, wenn sie zur Ausführung kommt. * Wetzlar. Der rheinische Provinziallandtag bewilligte für den weiteren Ausbau des Weglarer Doms als weitere Beihilfe 100 000 f., zahlbar in 5 gleichen Jahresraten. nfinniger Wut ja ort die beiden Herr eg". Wirt ganz gemüt Bum falten Ha e nur allein. Sau hit einem jeden Ga Herren haben, hol erbei". Neumeper, berftehen Sie mid zur Antwort, zeige ob fie tatfaglige nügt fchon, obgleid nicht veröffentli Friedberg, 19. März. Die Oberhessischen GeHügelzüchtervereine halten gegenwärtig in dem geräumigen Saalbau ihre 5. Verbands- Geflügel- Ausstellung unter dem Protektorat des Großherzogs ab. Die Ausstellung ift von allen Geflügelrassen, Vögeln, Maschinen, Geräten usw. reich beschickt. Ein zahmer Storch erregt besonderes Interesse. Der Ausstellungs- Katalog enthält 378 Nrn. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte durch Kreisrat Fey im Beisein des Landes ökonomierats Müller- Darmstadt, des Bertreters der Provinzialdirektion Kreisamtmann Hechler Gießen, der Bürgermeister Stahl- Friedberg, Mühlschwein Vilbel, Kaiser- Bad Nauheim und des Dekonomierats SchlenkeFriedberg. Die Prämiierung fand bereits Freitag Nach. mittag statt. Den 1. Ehrenpreis des Großherzogs für die beste Gesamtleistung in allen Abteilungen erhielt Lehrer dem Verband angehört. Ferner fand Beratung über die Berteilung der Mittel statt, die der landwirtschaftl. Provinwilligt hat. Zum Schlusse sprach der Vorsitzende der fürzlich zialverein zur Hebung der Geflügelzucht in Oberhessen behier gegründeten oberhessischen Geflügel- Mast= und Verwertungs- Genossenschaft, Otonomierat Schlente. Der Verband steht der Genossenschaft ſehr ſympatisch gegenüber, und die Vorsißenden des Verbands werden ersucht, in Sachen der Genossenschaft Mitglieder zu werben. -bd Herborn, 16. März. Auf dem heute abgehaltenen 2. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 400 Stück Rindvieh und 410 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen I. Qual. 71 bis 73 Mt. II. Qual. 68 bis 70 Mt. Kühe und Rinder I. Qual. 65 bis 66 Mt., II. Qual. 58 bis 60 mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt fosteten Ferkel 60 bis 70 Mt., Läufer 75 bis 85 Mt. und Einlegschweine 90 bis 120 Mr. das Paar. K Frankfurt a. M., 19. März. Ein 93jähriger Angeklagter wurde dieser Tage wegen Untreue von der hiesigen Straffammer zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Großherzogliches Oberkonsistorium um Aufhebung des Oberkonsistorial Ausschreibens vom 12. Mai 1874, die Ausführung des Gesetzes über das Volksschulwesen im Großherzogtum Hessen(§ 19 der Dienstpragmatik) betreffend, zu ersuchen und damit die Geistlichen von der Verpflichtung, den Vorsiz im Schulvorstand zu übernehmen, bezw. weiter zu führen, zu entbinden. Hierauf tritt Vertagung auf Montag Vormittag 10 Uhr ein. Aus dem Gerichts[ aal. Strafkammer. Gießen, den 17. März 1905. Wegen Urkundenfälschung und Betrug hatte sich der Kaufmann Wuhelm Simon von Vilbel zu verantworten. Er hat im Verlaufe eines Jahres 25 Wechsel in Gesamthöhe von 6000 f. gefälscht. Seine schlechte Vermögenslage gab ihm Veranlassung zu seinen Straftaten. Im Laufe der Untersuchung fand man bei ihm eine Anzahl Wechselformulare, auf die er bereits falsche Namen gesezt hatte, sodaß er bei Bedarf nur den Betrag beizufügen brauchte. Der Angeklagte ist in vollen Umfang geständig, weshalb bas Gericht ihm mildernde Umstände zubilligte, was ihn vor dem Zuchthaus bewahrte Eine hohe Strafe wurde jedoch für angezeigt erachtet, die mit 2 Jahren Gefängnis bemessen wurde. Ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft wurde auf die Strafe angerechnet. Weiter wurde gegen den Brennereileiter Konrad Seip von Stammheimwegen Vergehens gegen das Branntweinsteuergesetz verhandelt. Bereits im veiflossenen Jahre wurde der Angeklagte zu 1258,80 f. und 128,47 Mt. wegen Defraudation bezw. Kontravention verurteilt. Damals wurde mit ihm ein Brenngehilfe abgeurteilt, bezüglich dessen das Erkenntnis die Rechtsfraft beschritten hat. Seip verfolgte Revision und das Reichsgericht hob das Urreil wegen eines Formfehlers auf. Einen Grund Freisprechung eintreten zu lassen, lag für das Reichsgericht nicht vor. Nach den heutigen Beweisaufnahmen scheinen die Dinge noch genau so zu liegen wie früher, sodaß eine Verurteilung eintreten dürfte. Die Beratung des Urteils wurde ausgesetzt und Termin zur Entscheidungsverkündung auf nächsten Freitag Vormittag 8 Uhr anberaumt. Stadttheater in Gießen. Hans Huckebein. Schwant in 3 Aften von Ostar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Unsere berühmte deutsche Schwant. Compagnie- Firma Blumenthal& Kadelburg macht" in ihren Erzeugnissen in dem„ Hans Huckebein" wieder einmal ganz ausgezeichnet. In toastem Wirbel tollen und fliegen die Situationen und Berwicklungen durcheinander. Das Schicksal hört auf zu sein an seine Stelle tritt die schrankenloseste Willkür des Zufalls und die Dichter vermögen nur dadurch das Stück vor förmlicher Anarchie zu retten, daß sie alles über den Leiften der Schablone schlagen und so ein gewisses gleichmäßiges Licht über das Ganze tonzentrieren, das nur ab und zu zur Erhöhung des Effekts von dem bengalischen Schein eines aufflackernden Bizchen unterbrochen wird. Hauptakteur ist der böse Kinematograph, der die böse Laune hat, im übrigen durchaus tugendhafte Chemänner auf ihren tlemen Abstechern festzuhalten. Der Reihe nach müssen sie daran denten: Herr Martin Hallerstädt( Hans Huckebein), Fürst Boris Mensly und Herr Waldemar Knauer. Daneben handelt das Stück natürlich auch von Ehescheidungen, bösen Schwiegermüttern und guten Freunden, sodaß die Signatur des deutschen Schwantes vollkommen flar gezeichnet ist. Der reiche Beifall, den das gut besetzte Haus gestern Abend der Herrn de Giorgi zum Benefiz gegebenen Aufführung vorgespendete, galt deshalb auch mehr der guten Darstellung als dem Schwanke an sich. K Mainz, 19. März. Wie es heißt, werden uns am 1. Juli d. J. unsere hellblauen furhessischen Husaren ( Regt. Nr. 13) verlassen Sie siedeln nach Diedenhofen über, während das jetzt dort in Garnison liegende Magdeburgische Dragonerregiment Nr. 6 hierher verlegt wird. § Mainz, 19. März. Als Ausstellungsplatz für die im Herbst dahier abzuhaltende landwirtschaftliche andes- und Jubiläums- Ausstellung ist jetzt endgültig ein durch den Rhein getrenntes Terrain bestimmt worden, da alle anderen schlagenen Pläße zu weit von der Stadt abliegen. Die Erzeugnisabteilung, die wissenschaftliche Abteilung, die Bienen-, Geflügel-, Fisch- und Forstabteilung, ferner die landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte werden in die Stadthalle und auf den anschließeuden Meßplaz und Brückenplaß mit Anlage und einem Teil der Rheinpromenade und des Rheinquai gelegt werden. Die Ausstellung von Kindern, Pferden, Schweinen, Schafen und Ziegen mit der Festtribüne und dem großen Vorführungsring samt Rennbahn tommt auf die am andern Rheinufer gegenüber gelegene Mainau zu liegen. Die beiden Ausstellungsplätze werden mit Restaurants ausreichend versehen und durch einen eigenen flotten Schiffsverkehr verbunden werden, so daß sie eine einheitliche Ausstellung bilden und mit einer Eintrittskarte zusammen besucht werden können. ** Darmstadt 18. März. Die 7. Sigung der VII. ordentlichen evangelischen Landessynode wurde, nach der„ Darmstädter Zeitung", heute Morgen 91 Uhr, durch den Präsidenten D. Stamm eröffnet. Die Vorlagen Großh. Oberkonsistoriums, betreffend Abänderung der Kirchengefeße, die Versehung der evangelischen Geistlichen in den Ruhestand und die Festsetzung der Ruhegehalte betreffend, die allgemeine geistliche Witwenfasse betreffend und die Auszahlung der Pfarrgehalte betreffend, finden in 2. Lesung ohne erhebliche Debatte Annahme. Das Gesuch der Dekanatssynode Rodheim, Diäten der Dekanatssynodalmitglieder betreffend, findet nach Debatte Annahme.( Es handelt sich dabei um Gewährung von 4 Mt. Diäten an die am Ort der Abhaltung der Dekanatssynode wohnenden Mitglieder). Der Vorstellung des Pfarrers i. P. L. Hofmann zu Gießen, anderweite Regelung seines Ruhegehaltes betreffend, wird keine Folge gegeben. Eine längere Debatte entsteht über die Eingabe des Dekanatsausschusses Reinheim wegen Einschränkung der Feldarbeiten an Sonntagen, während der Erntezeit. Schließlich findet ein von Syn. Dr. MeliorAlsfeld beantragtes Ersuchen an Großh. Oberkonsistorium Annahme, bei den zuständigen Stellen mit Nachdruck auf eine strenge Beobachtung der bestehenden Bestimmungen hinzuwirken. Ein bei der Synode eingegangener Antrag der Synodalabgeordneten Stamm( Stockstadt), Bernbeck, Schmidt und Dr. Lucius, den Vorsiz im Schulvorstand betreffend, lautet: Herr de Giorgi gab den Fürsten Boris Mensly in lebensvollem Spiel, den feudalen Beigeschmack in reizender Weise dabei betonend und den Weltmann, der die Lücken seines Wissens mit der Manschette auszufüllen versteht, vorsichtig andeutend. Die von ihm im ersten Att gesungene Einlage Lob der Frauen" verdient ebenfalls Erwähnung, besonders hinsichtlich der flaren deutlichen Aussprache, die sogar manchem Opernsänger zu empfehlen ist. Herr de Giorgi erntete mehrere recht hübsche Blumenarrangements. Mit der Titelrolle war Herr Andreas beschäftigt, der den unglücklichen Martin Hallerstädt, gegen den sich alle Umstände stets verschworen haben, mit feiner Schattierung durchzuführen wußte. Frau Gartner hatte ihrer Frau Hildegard all' die kleinen Züge verliehen, die eine getränkte, eifersüchtige und etwas verzogene, junge Frau auf sich zu vereinigen vermag, während Frl. Ruf sich in ihrer Martha Wendel wieder durch recht frisches Spiel auszeichnete. Sehr sauber hatte auch das Ehepaar Knauer, das von Herrn Conradi und Fri. Jenny dargestellt wurde, seine Rollen ausgearbeitet, Herrn Linzens Kraftmensch dagegen war vielfach nicht martig genug, wenn schon seiner Handschuhnummer man es glauben mußte, daß sie für fein Sammeipfötchen bestimmt. Recht gut dem Leben abgesehen hatte aber Frl. Se esemann ihr Hausmädchen und gleichfalls taten Herr Eckhardt( Schausteller Lindmüller) und Herr Ellen ( Buchhalter Diet) ihr möglichstes, wenn letterer seine Rolle auch etwas weniger jugendlich hätte auffassen können. G. H. Steßener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 21. März. Zunächst noch trocken, und heiter, später windig, Trübung und stellenweise bereits geringer Regen ( besonders in Rheinhessen), wärmer. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Berantwortlia: für die Politik und den Inseratenteti Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, betde in Gießen. Ueber den Bezug von Serien- Losen findet der Leser in heutiger Nummer einen Prospekt, welcher Liebhabern über Näheres Auskunft giebt. Bekanntmachung. Versteigerung. Stadt- Cheater] Das VI. Ziel Gemeindestener tann noch bis Ende Mittwoch, d. 22. März 1905, dieses Monats ohne Kosten bezahlt werden. nachmittags 2 Uhr versteigere ich gegen bar, Walltor= 8ahltage: Jeden Wochentag von vorm. 8-12 Uhr; ftraße 6( Darmstädter Haus): ausgenommen der 27. und 31. 1. M. Gießen, den 18. März 1905. Die Stadtkasse. Doepfer. Bekanntmachung. Die am 9. und 10. März d. I. Hierselbst in der Wirtschaft von Schmidt stattgefundenen Nuthholz Vers steigerungen find sämtlich genehmigt. Groß Rechtenbach, 18. März 1905. : ( Kreis Wezlar) Das Bürgermeisteramt. Arbeitsvergebung. Die Erd- und Maurerarbeiten für die Herstellung der Wasserleitung in Hungen Rohrgräben, Maschinenhaus und Schächte- find an leistungsfähige Unternehmer zu vergeben und werden Interessenten gebeten, die Bedingungen bei uns einzuholen. Bopp& Reuther, Mannheim- Waldhof. Turnverein Gießen ( gegr. 1846.) Turnhalle: Steinstraße 3( Oswaldsgarten). Turnplan: Miegenturnen: Dienstag und Freitag Kürturnen: Mittwoch Turnen der Männerabteilung: Dienstag Turnen der Damenabteilung: Donnerstag abends bon 8-10 Uhr. Anmeldungen werden in der Turnhalle, sowie von dem 1. Sprecher Herrn Althoff Walltorstraße 16, entgegengenommen. Wir empfehlen in größter Auswahl: Herren- u. Knaben- Anzüge Joppen Hosen Arbeiter Kleider zu bekannt billigen Preisen. Eine Partie Herren- u. Knaben- Anzüge bedeutend unter Selbstkostenpreis. M. Hartmann Nachf. Grünberg i. H. Original Man beachte SINGER die Fabrikmarke. THE SINGE TRADE MANFG.CO MARK Nähmaschinen 1) 4 Verschläge Fioritplatten, 2) 2 Faß Cylinderöl, 3) 1 Faß Flockengraphit, 4) ca. 300 kg Asbestplatten, 250, Albalin, 5) 6) 1 Partie Armschüßer, 7) 8) 1 〃 Wasserstandsgläser, Gasschlauch, 9) 2 Sterilisterapparate, 10) 1 große Holzriemenscheibe, 11) 1 Dampfschlauch von cirka 5 Meter Länge und verschiedenes andere. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Seipel, Gerichtsvollzieher, Gießen. Prima alten deutschen Cognak per Literflasche Mk. 1.80 empfiehlt Joh. Seibel, GIESSEN Ludwigsplatz. UnionWichse ( vormals Krauss- Clinz) ist und bleibt die beste! In Schachteln u. Dosen überall vorrätig Fabrik: Union Augsburg. Für Metzger! Eine gebrauchte Fleischwiege mit 4 Messern zu kaufen gesucht. Off. a. d. pedition d. Bl. erbeten. Novität! Bekanntmachung. Die Natten in den städtischen Kanälen und Wasser Giessen. läufen sollen in den nächsten 8 Tagen vergiftet werde Direktion: Steingoetter. Um eine durchgreifende Wirkung zu erzielen, ist es et Montag, den 20. März: forderlich, daß alle Befiger der im Stadtgebiet liegende Novität! Hausgrundstücke für gleichzeitige Vertilgung der Natte Zum letzten Male! in ihren Kanälen, Sintfasten und Höfen 2c. sorgen. D Befizer von Haustieren, Geflügel 2c. werden hierbo unter der Aufforderung in Kenntnis gesetzt, solche Tier von den gefährdeten Stellen fern zu halten, da seiten der Stadt etwaige Schadenersatzansprüche abgelehr werden. Familientag. Lustspiel in 3 Aften von Gustav Kadelburg. Dienstag, den 21. März Benefiz für Marga Ruf. Außer Abonnement! Alt- Heidelberg Schauspiel in 5 Aufzügen Gießen, den 18. März 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Lieferung der für die Stadt Gießen im Ned nungsjahr 1905 erforderlichen Drudsachen soll im Wege des Angebots vergeben werden. Bedingungen und Angebotsformulare sind auf unserem Sekretariat erhältlich. Angebote mit Papiermuster sind bis spätestens bon Wilhelm Meyer- Förster. 31. d. Mts. einzureichen. Daubringen! Gießen, den 17. März 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Betr: Droschtenfuhrwesen in der Provinzialhauptftabt Gießen. Bekanntmachung. Unserer Spinnstuben- Kollegin Katharine Braun zu ihrem morgigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch, daß es in der Kleinengasse schallt und in der Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß in Spinnstube bei der Anegireths Eller widerhallt. Dieses Späßchen Uebereinstimmung mit der Stadtverordneten- Versammlung der foftet dich ein Fäßchen, aber ein unterm 28. August 1900 erlassene Tarif für das Droften Fäßchen nicht allein, dean so'n fuhrwesen in der Provinzialhauptstadt Gießen dahin ergänzt bischen Worschtebrot darf auch worden ist, daß für eine direkte Fahrt vom Bahnhof oder dabei sein. einem anderen Punkte der Stadt nach dem Bergwerk Unter hof mit einem Einspänner für 1-2 Personenen 1 M für 3-4 Personen 1,50 Mt., mit einem Zweispänner für 1-2 Personen 1,50 Mt., für 3-4 Personen 2 Mt., nach dem Bergwerk Oberhof mit einem Einspänner fü 1-2 Personen 1,50 Mt., für 3--4 Personen 2 Mt., m einem Zweispänner für 1-2 Personen 2 Mt., für 3- Personen 2,50 Mt., zu entrichten ist. Die durftige Spinnstube Wagenbach und Kleines. 6-8 tüchtige Zementarbeiter ( Rohrstampfer) finden fofort dauernde Stellung bei Jean Dern& Co., 3ementwarenfabrit, West- Anlage 31. Gießen. Junger Mann militärfrei, Geschäftsleiter eine Filtale( Colonialware) sucht ander weitig Stellung per 1. April 1905. Off. u. W. 100 a. d. Erv. d. 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