7 Nr. 43. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberheffen, die eie Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15. Reftamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Hauptei edition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschink Nr. 362. Montag, den 20. Februar 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Jünger Bakunins. ( Mahnwort eines Deutsch- Russen zum Moskauer Attentat.) Die Ermordung des Großfürsten Sergei von Rußland bat die Welt erschreckt überrascht hat sie sie nicht. Man wußte, daß der Nihilismus in Rußland wieder aufgelebt ist; man weiß, daß gerade Großfürst Sergei durch seine intranfigente, jede Vermittelung ausschließende Repressionspolitik zu dieser Wiederbelebung wesentlich beigetragen hat; es ist feit Monaten offen davon gesprochen worden, daß nach dem Minister v. Plehre der Großfürst Sergei, nach dem Handlanger der Meister das nächste Opfer des Nihilismus sein würde. Die Ermordung des Großfürsten Sergei steht mit der jüngsten Bewegung, die das russische Riesenreich durajzitterte. in feinem unmittelbaren Zusammenhang. Jene Bewegung hatte in vorderster Reihe wirtschaftliche Ursachen, und die Ziele der Bewegung wurden erst allmählich zu politischen Zielen. Die Arbeiter, die in fast allen Zentren Westrußlands ausständig wurden, waren der Mehrzahl nach keine Sozialisten und ganz gewiß keine Nihilisten, wie denn überhaupt der Nihilismus seiner ganzen Natur nach wesentlich auf die Kreise der Intellektuellen beschränkt bleiben muß. Die Arbeiter waren mit ihrem und ihrer Frauen Lohn unzufrieden, sie klagten über Härten in den Arbeitsbedingungen und wußten für ihre Beschwerden keinen anderen Ausdruck zu finden, als den Streik und Umzüge unter Führung von Brieftern. Die Arbeiter, an deren Spize Gapon schritt, waren keine Revolutionäre. Sie wurden dazu bloß durch die unselige russische Gesetzgebung gestempelt, die in der Befun dung auch der rein wirtschaftlichen Unzufriedenheit einen Friedensbruch sieht und eine Auflehnung gegen das„ gottgewollte selbstherrscherliche Regiment". Diese Arbeiter wollten Bitten vortragen. Knieend hätten sie es getan, demutsvoll gegenüber dem Zaren, auch wenn er ihre Bitten abschlug. Man hat die Arbeiter nicht vor den Zaren gelassen, man hat die Waffenlosen niedergeknallt. Die Urheberschaft des Rates zu solchem Vorgehen hat man bei dem Großfürsten Sergei gesucht. Dieses Vorgehen war es, das den Nihilismus neu auf den Plan rief, ihm die Mordwaffe in die Hand drückte. Die politischen Forderungen der Reformer, von denen vorher so viel die Nede gewesen, waren ungefährlich ungefährlich, wie die deutsche Revolutionsbewegung des Jahres 1848, mit der die neueste rusfische Reformbewegung überhaupt sehr viel Aehnlichkeit hat. Hätte die russische Regierung von heute die Klugheit der damaligen preußischen Regierung gehabt, auf die Stimme der Zeit gehört und dem Bolk einen Anteil an der Staatsverwaltung zugestanden, die angeblich revolutionäre Bewegung wäre in helle Loyalitätsbegeisterung für den Zaren umgeschlagen. Schon die Ermordung Plehwes war ein deutliches Zeichen dafür gewesen, daß der Nihilismus wieder da und bereit sei, dem Terrorismus eines barbarischen Beamtentums mit dem barbarischen Terror des Meuchelmords entgegenzutreten. Gegen die Grausamkeit Plehwes hatte sich die Mordwaffe gerichtet. Als der reform- und menschenfreundliche Fürst Swiatopolk- Mirski Minister des Innern an Plehwes Stelle geworden war, zeigte sich vom Nihilismus keine Spur mehr. Sobald aber die Brutalität aufs neue zum Regierungsprinzip gemacht worden war, stellte sich auch der Nihilismus wieder ein und wandte sich diesmal nicht gegen das Werkzeug, nicht gegen den mit bestimmten Aufträgen verfebenen Beamten, sondern gegen den Auftraggeber selbst, den man im Großfürften Sergei vermutete. Es ist zum erstenmal, daß der Nihilismus seine Mordwaffe gegen einen Großfürsten gerichtet hat. Vermutlich, beil früher Großfürsten nicht in gleichem Maße politisch bestimmend hervorgetreten waren. Geschah dies in vergangenen Tagen, so wurde entweder der Großfürst vom Zaren oder der Zar vom Großfürst umgebracht. Für beides gibt es mehrfache Beispiele. Der Nihilismus aber, von Bakunin unter der russischen Jugend verbreitet, behandelte ursprünglich nur die Beamten, die in der Anwendung der russischen Gesetze oder ihrer diskretionären Macht besondere Härte an den Tag gelegt hatten, als Feinde, gleichsam als Gemeinsamteitsfeinde. Die Bakuninsche Saat war Ende der sechziger Sahre aufgegangen. Gouverneure, Polizeigewaltige, Minister fielen ihr zum Opfer. Der damalige Zar Alexander II. war schon willens, freiheitliche Reformen einzuführen. The er seine Absicht ausführen konnte, war er ermordet. Sein Nachfolger Alexander III. hat Reformabsichten nie gehegt. Während seiner vierzehnjährigen Regierung hat es, ganz wie in den letzten Jahren seines Vaters, Attentate auf Attentate gegeben. Alexander III. fiel nicht unmittelbar unter Mörderhand, er durfte im Bett sterben. Doch die Todesfrankheit hat auch ihm ein nihilistisches Attentat gebracht. Seit zehn Jahren herrschte eine Art Gottesfriede. Der Nihilismus schien vom Zar Nikolai II. einen Wandel der Berhältnisse und Zustände zu erhoffen. Die Hoffnung hat sich nicht verwirklicht. Das selbstherrscherliche Regiment des Baren wurde im Sergeischen Sinn geführt und nun ist Großfürst Sergei ermordet. Jünger Bakunins haben die Lat getan. Der Nihilismus hat seine Schredensherrschaft mus neue begonnen. 71. Nach dem Moskauer Attentat. Das furchtbare Ende des Großfürsten Sergius hat in ganz Rußland einen tiefen Eindruck gemacht. In den liberalen Kreisen lehnt man jeden Anteil an dem vergossenen But mit Entrüstung ab, weist aber mahnend darauf hin, daß die Moskauer Freveltat ein Menetekel für die Regierung sei, den Bogen der Reaktion nicht zu straff zu ſpannen. In den Regierungs- und Hoffreisen ist auf die anfängliche lähmende Bestürzung eine Phase fieberhafter Tätigkeit gefolgt. Doch dürfte es noch zu vorzeitig sein, bestimmte Voraussagen zu machen, ob die Nadel des Staatskompasses nach der Seite der Reformen oder verschärften Gewaltherrschaft ausschlagen wird. Nachfolgend ein Stimmungsbild aus der ruffifchen Dauptftadt. Petersburg, 18. Februar. Wie bei Bombenattentaten die Regel, ist auch diesmal der Urheber des Mordanschlags durch seinen eigenen Anschlag verwundet und ergriffen worden. Ebenso ist es beinahe programmmäßig, daß der Täter seinen Namen verhehlt, was nicht hindert, daß man ihn über kurz oder lang ausfindig macht. Der Name des Attentäters vom Freitag ist noch nicht ermittelt. Dem Herkommen, möchte man sagen, entspricht es auch, daß der Mörder um sein eigenes Schicksal, das übrigens faum zweifelhaft ist, sich unbekümmert zeigt und einen beinahe fanatischen Stolz auf seine Tat an den Tag legt, die er als eine Notwendigkeit und als eine Pflicht bezeichnet. Aus welchen Kreisen die nihilistischen Meuchelmörder sich vorwiegend rekrutieren, ist schon oft dargelegt worden. Ihre Jünger findet die nihilistische Lehre in der gebildeten, zu einer gewissen Ueberspanntheit neigenden russischen Jugend, die durch eigene Hoffnungslosigkeit und durch die Wahrnehmung grausamer Zustände in verzweifelte Stimmung geraten ist, und Aussicht auf Besserung sich nur von der Wirkung der Furcht und des Entsetzens sich verspricht. Die Studentenschaft wird von vornherein als nihilistisch durchseucht, zum mindesten als nihilistisch angetränkelt betrachtet. Daraus erklärt sich, daß in Moskau die Erregung über das Attentat in der Verprügelung zufällig sich anfindender Studenten durch die Menge ihren ersten Ausdruck erhielt. Es ist nicht erwiesen, aber in hohem Maße wahrscheinlich, daß in gewissen studentischen Kreisen, die zu einem höheren Ehrgefühl gelangt find, gerade durch Beleidigungen des Ehrgefühls ein Rachebedürfnis, ein Racheverlangen angestachelt wird. Dieses Rachebedürfnis wendet sich gegen die Personen, die als Anstifter oder Begünstiger von Brutalitäten bekannt sind oder dafür gelten. Der Jugend des Durchschnittsnihilisten ist auch eine gewisse Neigung zur Verschwörer- Pose zuzuschreiben. Droh. briefe, die doch unter allen Umständen den Absichten der Nihilisten zuwider laufen, indem sie zur Vorsicht mahnen, werden verschickt, Proklamationen bombastischen Stils werden berteilt. Alles das ist im vorliegenden Fall wahrzunehmen. Großfürst Sergei, der für den Kopf der ertremsten Reaktion, für den Urheber der schärfsten Maßregeln gehalten wurde, erhielt aus den nihilistischen Kreisen, die ihn persönlich haßten, Drohbriefe in Menge. Uebrigens nicht Großfürst Sergei allein. Auch die anderen Großfürsten sind mit solchen Zusendungen bedacht worden, mit förmlichen, Todesurteilen" im Auftrag eines natürlich anonymen Volksgerichts. General Trepot und Minister des Innern Bulygin haben gleichfalls Todesurteile erhalten. Großfürst Sergei, sagt man, hat das ihm übermittelte Todesurteil sehr ernſt aufgenommen und soll zu seiner Umgebung geäußert haben, daß er nicht auf langes Leben rechne. Es ist begreiflich, daß die Großfürsten alle jegt unter dem Druck einer lebhaften Besorgnis stehen, daß in ihrer Nähe die Ueberwachung besonders sorgsam geworden ist. Derartige Sorgfalt hat freilich in Rußland niemals lange Dauer. In der Regel tritt nach kurzer Zeit der alte Schlendrian wieder ein. Hoffentlich hält die Sorgfalt wenigstens bis über die Beifegungsfeierlichkeiten vor, denen der Zar und alle Großfürsten beiwohnen wollen. Der Zar, der an den Mitgliedern seines Hauses mit großer Zärtlichkeit hängt und namentlich seinen Oheimen schöne Pietät zollt, ist von dem tragischen Ende des Großfürsten Sergei aufs schmerzlichste ergriffen worden. Die erste Nachricht warf ihn in tiefe Ohnmacht, die die Kaiserin fast ebensosehr wie die Ursache der Ohnmacht erschreckte. Von einer Abreise der kaiserlichen Familie ins Ausland ist zwar die Rede, aber wahrscheinlich ist die Ausführung eines solchen Planes nicht, aus der man entnehmen müßte, daß für den Zaren und seine Familie Sicherheit nirgend mehr erzielt werden könnte. Das wäre doch ein schlimmes Zeugnis, das man nicht für berechtigt zu halten braucht, selbst wenn man General Trepows Versicherung, er werde„ die Verschwörung ersticken", für eine bramarbasierende Redensart hält. Der Aufenthalt des Prinzen Friedrich Leopold von Breuken in Rarsfoie Selo hat nach dem freundlichsten Empfang durch das Unglück vom Freitag ein plötzliches Ende gefunden. Daß der Prinz zunächst nach Berlin zurückkehrt, war früher schon geplant. Der Prinz hat es aufgegeben, den Landweg nach dem Kriegsschauplatz im Osten zu nehmen. Er fährt von Berlin nach Gemua, von dort aus zu Schiff nach China. Bei allem Abscheu vor dem Verbrechen, dem Großfürft Sergei zum Opfer gefallen ist, bleibt in den gebildeten Schichten der Bevölkerung der dringende Wunsch nach freiheitlichen Reformen lebendig und ringt fortgesezt nach Ausdruck. So hielt im„ Literarischen Theater" der Rechtsanwalt Bychowsky eine donnernde Philippita gegen das selbstherrscherliche Regiment. Natürlich wurde der Redner und ein Teil der Zuhörerschaft verhaftet und nach der Peter PaulsFestung gebracht, wo übrigens Gorki noch immer sitt. Man sagt, er sei an Typhus schwer erkrankt. In Petersburg hat der Vorfall vom Freitag wieder einmal Extrablätter auf die Straße gerufen, die laut ausgeschrieen wurden. Der Reichsrat vereinigte sich alsbald zu einer außerordentlichen Sigung, deren Ergebnis vermutlich cine Beileidsfundgebung an den Zaren sein wird. Das kaiserliche Manifest, in dem der Zar von dem Tod seines Dheims Mitteilung macht und die von dem Verstorbenen dem Staat geleisteten Dienste rühmend anerkennt, spricht sehr für das gute Herz des Zaren. * Ueber den Verlauf des Attentats fursierten in Moskau am Abend darauf und in den folgenden Tagen recht widerspruchsvolle Versionen. Wenn man sie von dem wie immer in solchen Fällen hinzugefügten Beiwerk befreit, so ergibt sich das folgende Bild des furchtbaren Ereignisses. Der Schauplak des Attentats liegt im nördlichen Teil des Kreml, der mit dem Arsenal im Westen und dem Justizpalast im Osten in einen spiken Winfel ausläuft. Zwischen dem Arsenal und dem Justizpalast befindet sich der Senatsplag, der nach Norden hin in dem Nikolaitor einen Ausgang nach dem Roten Plaz( Krassnaja Ploschtschad) außerhalb des Kremls hat. Großfürst Sergius hat, seitdem er den Posten als Generalgouverneur niedergelegt hatte, das Nikolauspalais im Kreml bezogen, das an dem großen Zarenplate gegenüber dem berühmten Glockenturme Jwan Weliki liegt. Da er nur in das Historische Museum wollte, das dicht an die Nordecke des Kreml grenzt, hatte er unter Benutzung des Nikolaitores nur einige Hunderte von Schritten zu fahren. Aber ehe er noch das Tor erreichte, hatte ihn die Bombe des Meuchelmörders niedergestreckt. Die Katastrophe hätte bei der furchtbaren Expansionsgewalt des angewendeten Handgeschosses in anderen Gegenden des Kreml sicher weit mehr Opfer gefordert. Namentlich der Verkehr durch das Haupttor( Spasstaja- Tor) ist in der Regel sehr lebhaft. Aber der Teil, den sich der Mörder zu seiner graufigen Tat ausersehen hatte, ist gewöhnlich verödet und war es auch in dem verhängnisvollen Augenblick, als Großfürst Sergius zu Wagen vom Nikolausplatz kommend sich dem Justizpalast näherte. Plötzlich eilte ein Mann, der, wie man meint, den Großfürsten in einem Wagen oder Schlitten erwartet hatte, auf die Hofequipage zu, und ehe noch der am Nikolaustor stationierte Polizist es verhindern konnte, warf er mit träftigem Schwung eine Bombe unter die Räder des Wagens. Eine furchtbare Explosion erfolgte, durch die alle Fensterscheiben im Justizpalast zersplitterten. Den Hinzueilenden bot sich ein furchtbares Bild. Der Wagen des Großfürsten war in unzählige Trümmer zersplittert, an denen Feher seiner Uniform und Teile seines Körpers kleben. Der Kopf Tag abgetrennt vom Rumpfe, der eine ganz unfenntliche Maste bildete, ein Bein war abgerissen, ein Arm zur Seite geschleudert. Eine Frau wickelte die frei umherliegenden Stücke des Gehirns in ein Tuch und überreichte es dem Bezirksaufseher. Von der gewaltigen Kraft der Bombe zeugt es, daß auch in den Boden drei tiefe Löcher gerissen waren. Sie war mit Nägeln gefüllt. Der Kutscher des Großfürſten war am Kopfe schiver verwundet worden und starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Die Gemahlin des Großfürsten war eine der ersten, die auf den Tatort geeilt waren. Sie batte sich gar nicht die Zeit genommen, einen Hut aufzuseßen, sondern hatte den Kopf mit einem Shawl umwunden. So war sie, während ihre Dienerinnen hände ringend hinter ihr her liefen, die Treppe hinuntergestürzt und in die nächste Droschte gesprungen. Sie sank auf der blutüberströmten Erde neben den traurigen Ueberresten des Großfürsten in die Knie und sah tränenden Auges zu, wie man von den Trümmern des Wagens Muskelstücke und Knochensplitter loslöfte. Ein Militärfordon hatte das entsetzliche Schauspiel den Augen der Umstehenden entzogen. Die Gattin des Getöteten aber harrte trotz aller ehrerbietigen Vorstellungen des Hauptmanns der Kremlwache, der die Nufräumungsarbeiten leitete, standhaft bis zum letzten Moment aus. Als alles, was die Bombe des Mörders von dent oor wenigen Augenblicken noch kräftigen, lebensfrischen Brokfürsten übria aelaffen hatte, in eine Truhe gelegt woreine gefährliche Stofette. war vielleicht teine vollkommene Schönheit, ganz sicher aber Sefunden die weißesten Bähne frei werden ließ! Miß Maggie her bewegte, und welches silberhelle Lachen es war, das für die fleinen weißen Finger im Lampenschein zierlich hin und fehr geeignet, ihre Reize in das beste Licht zu setzen, wie sie eine oder andere Lage zu bringen wußte, eine jede aber gleich braune Haar fahrend. Der möglich füllte sich allmählich, den beinahe täglichen Wechsel des Aufenthaltsortes einge. den Händen wie in Verzweiflung durch das furz gelockte und begann ruhelos auf und ab zu schreiten, ab und zu mi bequem für den häufigen Transport, Klappstühle, richte alle besetzt, und auf de die eisernen Ward ein ewiges Gebot: Reine Menschlichkeit zu üben Allem Bolk ins Herz geschrieben Und zu lieben Gott in uns, im Bruder Goff Spitze dernder des der Villa zu aber heute nicht an da lachender Reiter wappenschildtragenden Löwen, die itter vorüber, fondern hindurch durch das große Derrn Tangments, sondern in Gesellschaft einiger plauund heute gings auch nicht Tor desfelben mit dem geschmiedeten Monogramm, bei an an dem ben bor flantierten. Sen war, folgte ihr die Großfürstin nach der Kapelle der Iberischen Mutter Gottes, wo der Großfürst noch am Morgen eine Andacht verrichtet hatte. Ins Palais zurückgekehrt, hielt die heroische Standhaftigkeit der Großfürstin nicht mehr an. Der so lange gewaltsam zurückgedrängte Schmerz machte gebieterisch sein Recht geltend: Die Großfürstin fiel in eine tiefe, lange Ohnmacht. Der Mörder war inzwischen durch den am Nikolaustor postierten Schutzmann Leontiew verhaftet worden. Leontiew sah ihn fliehen und verlegte ihm den Weg. Der Mörder zog, als er sich entdeckt sah, einen Revolver. Doch ehe er noch schießen konnte, hatte Leontien seinen rechten Arm gepackt und hielt ihn mit eiserner Kraft fest. Inzwischen war auch schon ein zweiter Polizist zu Leontiews Beistand herangekommen, und den vereinten Anstrengungen beider gelang es, den sich heftig sträubenden Attentäter zu überwältigen. Als ihm Handschellen angelegt wurden, lachte er bitter auf und rief:„ Ich gratuliere auch zum Avancement, den aber macht ihr nicht wieder lebendig! Meine Arbeit habe ich redlich getan." Seinen Namen und Stand anzugeben, weigerte er sich, ebensowenig konnte man aus ihm herausbekommen, ob er Komplizen habe. Wie es heißt, kennt die Petersburger Polizei jetzt seinen Namen. Man glaubt, daß die Bombe über Finnland ihren Weg nach dem Tatort gefunden habe. Gine Proffriptionsliste. In Paris will man wissen, daß der Polizei eine Prostriptionsliste in die Hände gefallen ist, auf der nicht weniger als 14 Opfer figurieren. Als erster Name ist der des jetzt getöteten Großfürsten Sergius aufgeführt. Dann folgt die Kaiserin- Mutter. Man versichert, daß der Mörder der Bolievana- Organisation angehörte, welche seit Plehwes Tode den Plan verfolgte, in den Kreml einzudringen und dort die Kommune zu proklamieren. In den letzten Tagen hatten mehrere Verhaftungen in der Nähe des Kreml stattgefunden, weil verschiedene Personen an die Häusermauern rote Kreuze malten mit der Unterschrift„ Sühnendes Blut des Tyrannen Sergius", Die Leichenfeier für den ermordeten Großfürsten findet in der Kirche der Peter Pauls- Festung, der Begräbnisstätte der Zarenfamilie aus dem Hause Romanow, statt. Der Tag für die Feier ist bisher nicht festgesetzt, ebenso ist noch nicht bekannt gegeben, wann die Ueberführung der sterblichen Reste nach Petersburg stattfinden wird. In der Petersburger saafskathedrale hat ebenso wie in allen russischen Kirchen des In- und Auslandes eine feierliche Seelenmesse bereits stattgefunden. Die Politik. Die Einbringung des Gesezentwurfs über den Versicherungsvertrag, durch den die Rechte der Versicherungsnehmer und die der Versicherungsgesellschaften reichsgesetzlich geregelt werden sollten, ist wieder ins Ungewisse gerückt. Der Reichstag ist überlastet, so daß neue Vorlagen werig Aussicht auf Durchberatung haben. ** Hof und Gefellschaft. Gleich nach Empfang der Nachricht von der Ermordung des Großfürsten Sergius von Rußland begab sich der Kaiser Wilhelm in die russische Botschaft zu Berlin und verweilte fast eine Stunde lang bei dem russischen Botschafter Grafen Osten- Sacken. *** Der deutsche Kronprinz hat seine Reise nach Italien beendet und kehrt von Florenz nach Potsdam zurük. Seine Braut, die Herzogin Cäcilie, reiste nach Cannes ab, wo ihre Mutter, die Großherzogin Anastasia, erkrankt ist. Deutfcher Reichstag. ( 142. Sigung.) CB. Berlin, 18. Februar. Die heutige Fortsetzung der ersten Beratung des ToIeranzantrages brachte zunächst eine mehr als anderthalbstündige Rede des nationalliberalen Abg. Dr. Hieber, der sich auf einen strikt ablehnenden Standpunkt stellte. Er erkannte an, daß in einzelnen Bundesstaaten die katholische Kirche von behördlicher Willkür abhängig sei, bestritt aber, daß der in dem Antrage vorgeschlagene Weg der rechte sei, um die Mißstände zu beseitigen. Unter lebhaftem Beifall seiner Parteifreunde und nicht minder lebhaftem Widerspruch des Zentrums schloß er mit der Bitte, den Antrag zu verwerfen im Interesse des konfessionellen Friedens. Der sächsische Bevollmächtigte Graf Hohenthal polemisierte gegen einige im Laufe der Debatte gemachte Bemerkungen über Vorkommnisse in Sachsen und fügte hinzu, daß der Bundesrat, wie früher, den Antrag als nicht zur Kompetenz des Reiches gehörig betrachte. Der Pole v. Jaz dzewski befürwortete den Antrag, der Sozialdemokrat Stolle fand, daß er nicht weit genug gehe, um wirklich Religions- und Glaubensfreiheit herbeizuführen. An der weiteren Debatte beteiligten sich die Abgeordneten Groeber, Hausmann und Bachem, der das Schlußwort erhielt. Nach einer langen Geschäftsordnungs- Debatte fand eine namentliche Abstimmung über den Antrag auf Kommissionsberatung statt, die die Beschlußunfähigkeit des Hauses ergab. Es waren nur 161 Abgeordnete anwesend. Am Montag findet die zweite Beratung der Handelsverträge ſtatt. Die auf den Dampfern„ Cap Blanco" und„ Cap Brtega" der Hamburg- Südamerika- Linie bereits im Vorjahr eingerichteten Stationen für Funkentelegraphie nach dem System„ Telefunken" sind von der Reichspost als offizieller Verkehrsfaktor anerkannt und unter entsprechende Kontrolle gestellt. Die für die Hamburg- Amerika- Linie inbetracht kommenden Küstenstationen sind für Deutschland: Brunsbüttelkoog, Curhaven, Feuerschiff Elbe 1, Helgoland; für Holland: Scheveningen, Amsterdam; für Frankreich: Fle d'Ouessant( Brest); für Brasilien: Ilha Grande, Santa Cruz, Ilha das Corbas; für Argentinien: Montevideo, Reclada Feuerschiff, Rio de Santiago, Buenos Ayres( Boca). Weitere Stationen sind vorgesehen. Die Gebühren für die Benuzung der Schiffsstationen betragen 50 Pfg. pro Wort, die vom Absender zu erlegen sind. Telegramme innerhalb Deutschlands werden unter Nachnahme befördert vom Empfänger werden 80 Pfg.( Gebühr der Küstenstation) pro Telegramm plus 5 Pfg. pro Wort( Gebühr der Landtare) erhoben. * Die internationale Konferenz der an der Nordseeund Ostseeschiffahrt beteiligten Reedereien, die sich hauptsächlich mit der Regelung der Frachtsäße für nicht regelmäßige Fahrten beschäftigen will, hat in Kopenhagen getagt und ihre Teilnehmer verpflichtet, nicht unter die von ihr festgesetzten Frachten hinabzugehen. Auf der Konferenz waren etwa hundert Vertreter aus Tänemark, Schweden. Norwegen, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Holland und Rußland erschienen. Oefterreich- Ungarn. Da das neugewählte ungarische Abgeordnetenhaus zufammentreten mußte, ehe das neue Ministerium gebildet war, hat Kaiser Franz Josef auf persönliche Eröffnung des Reichstags verzichtet und durch königliches Handschreiben das bisherige Präsidium des Magnatenhauses wieder ernannt. Russland. Preufsifcher Landtag. ( 142. Sizung.) Haus der Abgeordneten. RK. Berlin, 18. Februar. gezogen. Sie erhob dagegen Klage gegen den Magistrat mit der Behauptung, daß sie eine Wissenschaft auf religiöser Grundlage ausübe, und erläuterte diese Darstellung dahin, daß die Patienten zunächst belehrt würden; erst wenn sie die neue Weltanschauung gewonnen hätten, beginne die darauf beruhende Heilung, die nicht ein Gesundbeten, sondern ein Gesunddenken sei. Der Bezirksausschuß wies die Klägerin fostenpflichtig ab mit der Begründung, daß die Klägerin die Heilkunde gegen Entgelt betreibe, wobei es gleichgültig sei, auf welcher Grundlage das geschehe. § Zum Ruhstrat- Prozeß. Der Redakteur Schweynert hatte den oldenburgischen Justizminister Ruhstrat des von diesem im Landtage über Schwehnert gebrauchten Ausdrucks ,, 24jähriger Bengel" verklagt. Das Amtsgericht zu Oldenburg hat die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt. Gegen diesen Beschluß hat der Verteidiger Schweynerts, Rechtsanwalt Dr. Herz- Altona, Beschwerde eingelegt. In einer sehr schwach besuchten Sizung wurde heute der Etat des Ministeriums des Innern zu Ende beraten und bewilligt. Das Interesse aller Parteien nahm die Stellung des Gendarmen in Anspruch, so daß dem freifonservativen Abgeordneten Baensch- Schmidtlein, der sich mit herzlicher Wärme für die Gehaltsaufbesserung der Gendarmen aussprach, noch acht Redner aus dem Hause anschlossen. Minister v. Hammerstein sprach seinen Dank für die allgemeine Anerkennung aus, die das Gendarmenforps hier gefunden hatte, und lobte besonders das Verhalten der Gendarmen und Polizei während des Streifs im Ruhrrevier. Die erhebliche Erhöhung der Wohnungsgeldzuschüsse, die den Unterbeamten im nächsten Etat zuerkannt werden soll, werde auch den Gendarmen wesentliche Vorteile bringen. Als nun dieser Gegenstand glücklich erledigt war, nahm die Leere im Saale erschreckend zu. Während Einzelheiten aus dem Fürsorgeerziehungswesen und der Verwaltung der Strafanstalten erörtert wurden, saßen höchstens 25 bis 30 Herren verstreut in dem großen Raum. Der Rest des Etats wurde anstandslos genehmigt und die nächste Sigung auf Montag angesetzt; der Etat der Finanzverwaltung wird nunmehr zur Beratung kommen. Die Arbeitseinstellungen in Warschau, Lodz, Tomaschow, Noworadomsk und Zaminica haben etwas abgenommen, doch kommen noch fast täglich Zusammenstöße mit dem Militär vor. In Woronosch haben die Verwaltungsbeamten der Südwestbahnen, die Bahnhofstelegra= phenbeamten und 3000 Werkstättenarbeiter die Arbeit ver. Tassen und fürzere Arbeitszeit bei erhöhtem Gehalt und Lohn verlangt. Die Telegraphisten der Bahnlinie MoskauRjäsom fordern bei achtstündigem Arbeitstag ein Mindest= gehalt von 40 Rubel monatlich. Aehnliches hat sich bei der Bahn Moskau- Rybinsk- Windau ereignet. Alien. A Vom russisch- japanischen Kriegsschauplatz wird gemeldet, daß man eine entscheidende Schlacht für bevorstehend hält. Die Nussen haben Teile von Oyamas Zentrum und die Stellungen auf seiner linken Flanke beschossen. Die russische Kavallerie hat sich nach dem letzten Angriff auf Oyamas linke Flanke zurückgezogen und bei Liuchiengfang Posto gefaßt. Die Linie der feindlichen Stellungen beträgt etwa 60 Kilometer. Besonders hält man in Tokio das russische Zentrum gefährdet, gegen das die schweren japanischen Belagerungsgeschüße wirken, die aus Port Arthur herbeigeschafft sind. Nah und fern. ichen Beziel Bifferblatter Reihe von die mittlere des Tierkre fchiedene D Sonnen- un rifche und a [ Die paner höfli Logo inmi wegen findet, Gef bildet wob Gymnasia Admiral legenheit Sammlu hielt er eine ause = sich der haben. Gegensta wohl ma anderen Tein fend [ G § Prozeß Borkemeyer. Von der Straffammer in Kiel wurde der frühere Vorsteher des Geheimbureaus, Borkemeher, wegen unlauteren Wettbewerbs und Diebstahls von Plänen zu einem Jahr Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt und wegen Fluchtverdachts sofort in Haft Zur Frauenbewegung. In Freiburg i. B. hat die Stadtverwaltung beschlossen, in den Aufsichtsrat der höheren Mädchenschule eine für dieses Amt sich eignende Frau zu berufen. genommen. § 3um Tode verurteilt. Vor dem Schwurgericht in Hildesheim stand der 26 Jahre alte Dienstknecht Schürrmann, genannt Feldmann aus Grabenstein bei Hofgeismar, unter der Anklage, die Dienstmagd Johanna Huhs auf dem Felde ermordet zu haben. Der Mörder war geständig und wurde zum Tode verurteilt. Vom sächsischen Hofzuge überfahren. Der König von Sachsen weilte dieser Tage in Leipzig. Als er von dort nach Altenburg fuhr, warf sich ein in den mittleren Jahren stehender Mann unmittelbar vor dem Hofzuge auf die Schienen. Die Lokomotive schnitt den Körper glatt in zwei Teile. Der Tod trat auf der Stelle ein. Aus dem Gerichtsfaal. § Das Nachspiel zum Kwilecki- Prozeß. Die Werchenstellerehefrau Cäcilie Meyer in Freihermersdorf in Cesterreichisch- Schlesien hat jetzt den Grafen Zbigniew WasterskiKwilecki und dessen Ehefrau auf Herausgabe des Kindes und Anerkennung, daß es ihr Kind sei, verklagt. Der Prozeß gelangt am 8. März vor dem Landgericht in Bosen zur Verhandlung. Zur Affäre Montignoso. Die Sendung des Justizrats Körner wird in Dresden als ergebnislos angesehen. Dagegen verlautet, daß die Gräfin bereit sei, einem anderen Abgesandten des sächsischen Hofes die kleine Prinzessin Monica Pia zu übergeben, nachdem der Gräfin die Zusicherung gemacht sei, daß sie ihre Kinder zweimal im Jahre sehen solle. Es ist schon davon die Rede, daß im August dieses Jahres ein Zusammentreffen von Mutter und Kindern in Salzburg stattfinden werde. Der Graf Guicciardini beröffentlicht eine Erklärung, daß er die Gräfin Montignoso nur in Salons befreundeter Familien gesprochen und sie nie in ihrer Villa besucht habe, und daß niemand vom Dienstpersonal, auch nicht Fräulein Muth, den nach Dresden berichteten Klatsch aufrecht erhalten habe. § Ein Rekrut als Zielscheibe. Das Kriegsgericht der 27. Division verurteilte den Unteroffizier Mary von der 4. Eskadron des Ulmer Ulanen- Regiments zu 45 Tagen Gefäng nis, weil er dem Rekruten Birnbaum befohlen hatte, auf den Ulanen Gabler der 1. Eskadron zu schießen. Birnbaum gehorchte dem Befehl und verlegte seinen Kameraden schwer an der Schulter. Gegen Birnbaum, der ebenfalls unter Anflage gestellt war, hatte der Vertreter der Anklage zwei Mo nate Gefängnis beantragt; indessen sprach das Gericht den Birnbaum frei. Vom französischen Kolonial- Skandal. Immer schrecklichere Einzelheiten werden von den Grausamkeiten bekannt, die der verhaftete Kolonialbeamte Toquet mit seinen Genossen an den unglücklichen Eingeborenen in Französisch Kongo begangen habe. Drei Eingeborene sind mittelst Dynamit- Patronen in die Luft gesprengt. Ein Administrator Marsaut soll eine eingeborene Frau bei lebendigem Leibe berbrannt haben. § Lenbachs Kind. Im Streit um das Kind des Professors v. Lenbach hat das Landgericht I in München entschieden, daß die Witwe Lenbach dessen Töchterchen Marion an die frühere Gattin Lenbachs, die jetzige Frau Professor Schweniger, auszuliefern habe. § Der Kaiser der Sahara und sein Generalfeldmarschall. In London begann der Prozeß eines Obersten Graves gegen den ,, Kaiser der Sahara" Lebaudy auf Zahlung von 166 Pfund Sterling Gehalt für einen Monat. Graves war im Januar letzten Jahres in London von Lebaudy als„ Oberstkommandierender der saharischen Truppen" mit 2000 Pfund Jahresgehalt engagiert worden. Lebaudys Anwalt machte geltend, das Gericht sei nicht zuständig, da Lebaudy regierender Fürst sei. Der Richter ließ sich hiervon nicht überzeugen, worauf der Anwalt den Einwand machte, es bestehe kein Kontrakt zwischen beiden. Der Anwalt des Klägers führte aus, Graves sei englischer Artillerist gewesen, habe dann bei den berittenen Schüßen der Kapkolonie gedient, zuletzt sei er Oberstkommandierender der Truppen der Königin von Madagaskar geworden. Der Obersttitel sei madagassisch. Lebaudy habe ihn, als er im Londoner Savoy- Hotel als Kaiser der Sahara" residierte, sofort engagiert, nach einem Monate aber sich mit ihm und dem Generalgouverneur der Sahara" überworfen und beide entlassen. Gold in deutschen Kolonien. In Hamburg hat sich eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung unter der Firma„ Zentral- Afrikanische Bergwerksgesellschaft" gebildet, um die als abbaufähig befundenen Goldfelder in Deutschostafrika zu bearbeiten. Die Felder befinden sich bei koma und Ussongo südöstlich vom Viktoria- See. Das Kapital beträgt 500 000 Mark. Die Erze sollen an Ort und Stelle verpocht, und das gewonnene Gold soll mittelst der englischen Dampfer auf dem Viktoria- See nach der Uganda- Bahn geschafft werden. § Gesundbeten ist stenerpflichtig. Daß das Gesundbeter ein Gewerbe und als solches steuerpflichtig sei, hat der Bezirksausschuß in Hannover entschieden. Die Frau GüntherPetersen war wegen Ausübung ihrer metaphysischen Heilmethode" mit 60 Mark zur Kommunal- Gewerbesteuer heranDer Landwirt. trat im D famfeit Stammfne lichen Bert 6 Uhr zur pflichten mu zubefördern mittag an Aber die e die Frau begann un Sperrte. als sich f [ 90 anläglich werden, epigramm rigen un Menzel f junge Da Ihnen no Subilar: [ Eir Bergen. worden, d einer Näh weite geste Quadratm als die al Erfindung tigung fei dg. Die Bedeutung des Kartoffelbaus für die deutsche Landwirtschaft bildete das Thema eines interessanten Vortrags, den auf der Hauptversammlung des deutschen Landwirtschaftsrats zu Berlin der Rittergutsbesitzer Kammerherr Gans Edler Herr zu Puttlig- Groß- Pankow hielt. Seine Ausführungen begannen mit einer Schilderung der Ausdehnung des deutschen Kartoffelbaus. Die Anbaufläche betrug im Jahre 1893 3 033 867 Hektar und erreichte 190! ihre größte Ausdehnung mit 3 318 832 Heftar. Im Vorjahre wurden nur 3 387 752 Hektar mit Kartoffeln bestellt. Das Erträgnis war mit am allerschlechtesten im Vorjahre. Eine von dem Redner aufgestellte Berechnung über den Verbleib der deutschen Kartoffelernte ergab, daß 3 Prozent in den Stärke- u. s. w. Fabriken verarbeitet werden, ca. 10 Prozent verfaulen, 7 Prozent gelangen in den Brennereien zur Verwertung und 44 Prozent werden zur Fütterung be nutzt. Die letztere Zahl sollte man kaum für möglich halten. Von diesen 44 Prozent entfalle der Hauptteil auf die Schweinefütterung, somit bleiben nur 46 Prozent für die Bevölkerung übrig. Im letzten Jahre betrug die Produftion 36% Millionen Tonnen. Davon entfielen auf den Kopf der Bevölkerung ungefähr ein halbes Kilogramm täglich. Im Osten wurden die meisten Kartoffeln gegessen, im Westen am wenigsten, in den Städten weniger, auf dem Lande mehr, und in den Städten umsoweniger, je größer die Stadt war. Im allgemeinen lasse sich sagen, daß da, wo die Kartoffel nicht dominiere, die Lebenshaltung der arbeitenden Bevölkerung eine bessere sei. Trotzdem werde die Kartoffel überall gegessen und sie nehme überall den ersten Rang ein und spiele bei uns eine größere Rolle, als in allen anderen Ländern, dagegen lasse sich im öffentlichen Leben eine Konsumverminderung an Kartoffeln feststellen. Der Kartoffelbau sei das Rückgrat des ganzen Ackerbaus. Vermischtes. [ Die astronomische Rathausuhr in Ulm,] die zu den kompliziertesten und schönsten Uhrwerken der Erde gehöri und im Jahre 1580 von dem berühmten Straßburger Meister Isaak Habrecht verfertigt worden war, ist wieder hergestellt worden. Die Restaurierung ist ein Werk des Ulmer Turmuhrfabrikanten Hörz, der die mächtige Uhr in ihrem äußerlichen Gange wieder erstehen ließ und zugleich das Gangwerk mit seinen staunenswert reichen astronomi= schen Netz Netwerk fchereipäch Wege gele der Ditjee bom aller MP D die Han den borg eine Da Beigefing Preis b laffung e lebenden und die S die dabon dings eher der Finge den Patien einen feite Bräfid Die Ep Bei R Lieben langio werb wün Ben Schul 54 für Rapi Ram bei 7 Abg. Land Dr. willig ohne Pferde gefragt. D 21. Febri Ordonnan Beije Rosta Ludwig fich dem in Mos den Magistrat auf religiofer Stellung dahin, erft wenn fie beginne die da undbeten, jon Schuß wies die dung, daß die eibe, wobei es geschehe. r Scheynert bftrat megen ert gebrauchter as Amtsgericht berfahrens ab eidiger Schwen Beschwerde ein ammer in Kiel reaus, Borte Diebstahls von Jahren Ehrver fofort in Haf rgericht in hi t Schürrmann fgeismar, unte auf dem Feld dig und wurd Die Wetchen Dorf in Defter niew Basiersti abe des Kind Flagt. Der Br gericht in Boje sgericht der 27 bon der 4. G 5 Tagen Gefän en hatte, auf de Birnbaum ge ameraden schwe nfalls unter An flage zwei Mo Das Gericht der d des Professor n entschieden, da on an die frühen Schweniger, aus eral feldmarschal ten Grabes gegen ahlung von 166 Grabes war in udy als„ Oberf nit 2000 fun Anwalt mad baudy regieren nicht überzeugen, es bestebe tein Alägers führte n, habe dann bei ient, zulegt sei er Rönigin von Ma madagajfija. 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Ferner werden der Umlauf des Tierkreisringes, die Bewegung der Sonne, die verschiedene Dauer der Monate, Sonnenauf- und-Untergang, Sonnen- und Mondsinsternisse und zahlreiche andere siderische und astronomische Erscheinungen angezeigt. =[ Die Höflichkeit des Admirals Togo.] Daß die Ja paner höfliche Leute sind, ist bekannt. Daß aber Admiral Togo inmitten seiner kriegerischen Operationen noch Zeit findet, Gesuche um japanische Briefmarken zu erfüllen, bildet wohl den Gipfel der Zuvorkommenheit. Ein Wiener Gymnasiast hatte nach dem Falle von Port Arthur an den Admiral Togo ein Glückwunschschreiben gesandt und die GeTegenheit benutzt, um japanische Briefmarken für seine Sammlung zu bitten. Zu seiner eigenen Ueberraschung erhielt er in einem freundlichen Dankesbrief des Admirals Da kann eine auserlesene Sammlung japanischer Marken. sich der berühmte Admiral etwas Besonderes eingerührt haben. Denn der Empfänger der Togo- Marken ist der Gegenstand des Neides aller seiner Kameraden, und es ist wohl manchem zuzutrauen, daß auch er ganz heimlich vor den anderen an den höflichen japanischen Kriegshelden ein BriefTein sendet. = [ Eine Frauenverschwörung gegen das späte Kneipen] trat im Dorfe Alsleben in Unterfranken mit Erfolg in Wirksamfeit. Eine Anzahl Frauen schlossen mit der Wirtin der Stammfneipe, in der ihre Männer verkehrten, einen förmlichen Vertrag. Danach wollten sie ihre Männer schon um 6 Uhr zur Kneipe schicken, wogegen die Frau Wirtin sich verpflichten mußte, um 11 Uhr die Gäste aus dem Lokal hinauszubefördern. Hocherfreut zog das Mannsvolk schon am Nachmittag an den Stammtisch, und die Situng wurde sehr lustig. Aber die Stimmung wurde eine andere, als Punkt 11 Uhr die Frau Wirtin ein großes Reinemachen in der Gaststube begann und dazu bei 16 Grad Kälte Türen und Fenster aufsperrte. Da blieb auch den seßhaftesten Mannen nichts übrig, als sich schon um 11 Uhr nach Hause zu verfügen. - [ Menzels Dank.] Unter den vielen Anekdoten, die anläßlich des Todes des Malers Adolf v. Menzel aufgefrischt werden, verdient eine hervorgehoben zu werden, die in epigrammatischer Kürze ein treffendes Bild von dem knurrigen und schlagfertigen Wesen des Meisters gibt. Als Menzel seinen 70. Geburtstag feierte, gratulierte ihm eine junge Dame mit den Worten:„ Herr Professor, ich wünsche hnen noch 10 Jahre zu leben!" Brummig erwiderte der Jubilar:„ Ich Ihnen auch!" - [ Eine Freudenbotschaft für arme Fischer] kommt aus Bergen. Dort ist eine neue Nepknüpfmaschine erfunden worden, die in Größe und Gestalt, also auch im Preise einer Nähmaschine gleicht. Sie kann auf jede Maschenweite gestellt werden, und liefert in der Stunde etwa 23 Quadratmeter Netz. Auch soll sie bedeutend weniger Garn als die alten Maschinen verbrauchen. Die Bedeutung der Erfindung liegt darin, daß sie dem Fischer die Selbstanfertigung seiner Neze gestattet. Bekanntlich haben die deutschen Netfabriken einen Ring geschlossen und die Preise für Netwerk sind bereits so hoch, daß die ostpreußischen Hischereipächter die Gründung einer eigenen Fabrik in die Wege geleitet haben. Für die arme Fischerbevölkerung an der Ostsee und den Haffen könnte also die neue Maschine bom allergrößten Segen sein. Kunft und Wiffenfchaft. MP Die Verpflanzung eines Fingers von einer Person auf die Hand einer anderen hat ein Newyorker Chirurg Dr. Velden borgenommen. Vor einigen Tagen wurde berichtet, daß eine Dame, der durch einen Unfall vor sechs Jahren der Zeigefinger der linken Hand abgeschossen worden war, einen Preis von 2000 Mark aussetze für die Ueberlassung eines gesunden, schönen Ersagfingers von einer lebenden Person. Der gesuchte Finger hat sich gefunden, und die Operation ist vollzogen worden. Die Beschreibung, die davon in englischen Blättern gegeben wird, läßt allerdings eher darauf schließen, daß es sich nur um Verpflanzung der Fingerhaut, nicht des ganzen Fingers handelt. Die beiden Batientinnen sind auf drei Wochen mit den Händen durch einen festen Verband aneinandergefesselt. Hessischer Landtag. Darmstadt, den 17. Februar. Bräsident Dr. Schmitt eröffnet die Sigung um 10 Uhr. Die Epzialberatung des Staatsvoranschlages wird fortgefegt. Ohne Debatte werden bewilligt Kapitel 42-47. Bei Kapitel 48, 48, Denkmalspflege, wird von berschiedenen Abgeordneten gewünscht, daß auf diesem Gebiete langsamer vorgegangen werde. Die folgenden Kapitel werden zumeist ohne Debatte genehmigt. Bei Kapitel 51 wünscht Abg. Cramer eine Besserstellung der bei der Zentralstelle für Landesstatistik beschäftigten Leute. Oberschulrat Nodnagel stellt dies in Aussicht. Bei Kapitel 54 wünscht Abg. Korell Beseitigung der Impfgebühren für die Kreisärzte. Abg. Schönberger wünscht bei Kapitel 59 Uebernahme der Epileptischen- Anstalt NiederSamſtadt auf der Staat. Eine größere Debatte entsteht bei 74, Titel 2, Feldbereinigungswesen. Es sprechen hierzu sprechen hierzu Abg. Köhler, Geheimerat Braun, Abg. Korell, Landeskulturrat Klaas, Abgg. Wolf, Bähr, Reh, Dr. Heidenrich und Häusel. Das Kapitel wird bewilligt. Ebenso werden die weiteren Kapitel bis 87 zumeist oyne Debatte genehmigt. Die Position Förderung der Pferdezucht, sowie Kapitel 81, Gewerbeaufsicht, werden ab: gefeßt. Darauf vertagt sich das Haus bis Dienstag. Lokales. 20. Februar 1905 s Der Großherzog wird morgen Dienstag, den 21. Februar, vormittags mit seinem Generaladjutanten und Ordonnanzoffizier Oberleutnant von Massenbach zu den Beise zungsfeierlichkeiten feines Schwagers nach Mostau abreisen. Auch seine Schwester, die Prinzessin Ludwig von Battenberg, wird bis dahin hier eintreffen und fich dem Großherzog anschließen, um die Trauerfeierlichkeiten in Moskau mitzumachen und der Schwester in ihrem Herben Geschick beizustehen. Gestern Nachmittag fand in der| Russischen Kapelle auf der Mathildenhöhe zu Ehren des verblichenen Großfürsten ein Trauergottesdienst statt, an welchem der Großherzog nebst Gefolge, der Russische Gesandte Fürst Kudaschew, Legationssekretär von Dubensfy, Attaché Naranowitsch u. a. teilnahmen. - Wie ferner verlautet, wird die Großherzogin den Großherzog auf seiner Reise nach Rußland begleiten. Auch eine Deputation des Inf.- Regts. 115 begiebt sich zu den Beiseßungsfeierlichkeiten nach Rußland. ** Parlamentarisches. Der Erste Ausschuß der 8weiten Kammer beantragte bei dem Kapitel Landesuniversität Gießen, 72000 Mt. als erste Baurate für die Vergrößerung der Aula in den diesjährigen Etat einzustellen. Die Gesamtkosten dieses Projekts werden ohne die Mobiliarausstattung auf 93 000 Mt. veranschlagt. ** Am Mittwoch, den 22. d. Mts., vormittags 1/29 Uhr beginnend, findet eine Sihung des Propinzialausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Hilfsbedürftigfeit des Taglöhners Michael Höfler von Michelbach, hier Anspruch der Ortskrankenkasse Nieder- Wöllstadt und Umgegend gegen die Ortskrankenkasse Vilbel wegen irrtümlich geleisteter Unterstügung. 2. Anspruch des Armenverbandes Immichenhain gegen die Gemeindefrankenkasse Eudorf wegen Ersatz von Transportkosten für den Johannes Kuhn von Immichenhain. Darauf folgt eine nichtöffentliche Sihung. * Wie die, Darmst. 8tg." hört, ist ein Telegramm der Raiserin von Rußland am Großh. Hofe eingetroffen, wonach das hessische Hospital in Mufden eingetroffen ist und dem II. Armeekorps zugeteilt wurde. ** Die evangelische Landessynode wird am 14. März zu einer Beratung zusmmentreten. *** Meisterprüfungen in Oberheffen. Wie uns mitgeteilt wird, soll bei genügender Beteiligung auch in diesem Jahre durch den Ortsgewerbeverein- Gießen in der Beit vom 3. bis 19. April ein Vorbereitungskursus für die Meisterprüfungen abgehalten werden, um den jungen Handwerkern in der Uebergangszeit die nötige Gelegenheit zu geben, sich in den vorgeschriebenen Prüfungsfächern hinreichend vorzubilden. Zum Besuche des hiesigen Kursus haben Interessenten sich spätestens bis zum 20. März d. J. schriftlich zu melden. tt Stadttheater Gießen. Als 14. DienstagsAbonnements- Vorstellung gelangen 3 Einafter zur Aufführung. Als Einleitung des Abends findet eine Wiederholung von Ostar Blumentals stimmungsvollem Einafter, Wann wir altern" statt, der bei der Premiere so großen Beifall gefunden hat. Daran schließt sich die poetische und ergreifende Möllersche Aschersmittwochsdichtung, Totentanz", in der Frl. Frieda Christophersen vom Neuen Theater Berlin als Königin und Herr Sandorff als Domino die Hauptrollen inne haben. Den Schluß des Abends bildet die Pariser einaftige Komödie Der Dieb" von Octave Mirbeau, ein feiner, graziöser Scherz, in dem Herr Andreas und Herr de Giorgi als Darfteller im Vordergrund stehen. " * ** Die gestern Abend stattgefundene partielle Mondberfinsterung war bei größtenteils flarem Himmel sehr gut zu beobachten. sb Der Deutsche Schinken- Wettbewerb in Berlin 1905 hatte ein so günstiges Resultat zu verzeichnen, daß der Landwirtschaftsminister, der die Ausstellung besuchte, den Wunsch aussprach, den Wettbewerb im nächsten Jahre zu wiederholen. Der Wettbewerb hat zweifelsfrei ergeben, daß die deutsche Schinkenfabrikation auf der Höhe sich befindet und mit dem Schinken jeder anderen Herkunft erfolgreich die Konfurrenz aufnehmen kann. Wie uns aus Berlin gemeldet wird, erhielt Herr Meggermeister Chr. Heßler aus Gießen für sein ausgezeichnetes Erzeugnis die Silberne Medaille. r Grünberg. Gemeinderatsfihung vom 18. Febr. Anwesend der gesamte Stadtvorstand. Der Bürgermeister eröffnete die Sitzung wie gewöhnlich. Dann würden die einzelnen Punkte der Tagesordnung ziemlich rasch erledigt. Das Gesuch des Herm. Schäfer um Befürwortung der Wirtschaftskonzession für den„ Rappen" wird genehmigt. Die Gewerbesteuer- Kommission wird wiedergewählt. Dem Gesuch des Karl Möller, Disp ns von§ 5 des Ortsbaustatute, wird willfahrtet. Die Errichtung einer gemein samen Fleischbank für Grünberg- Stangen rod- Göbelnrod wird abgelehnt. Die Errichtung einer Baufluchtlinie für die Heeg wird zurückgestellt, weil nicht sicher ist, ob die Idiotenanstalt dort hinaus gebaut wird. Ueber eine anderweite Negulierung der Einquartierung wird debattiert, jedoch dürfte eine anderweitige Listenaufstellung auf allerlei Schwierigteiten stoßen. Zu dem Gesuch des Polizeidieners Bügelmeier wird beschlossen, dessen Gehalt auf 1000 park zu erhöhen unter der Bedingung, sein Amt als Diener der Borschußtasse aufzugeben./ r Münster, 19. Februar. Die bische Zigeuner. In einer der letzten Nächte wurde hier aus verschiedenen Gärten die Wäsche, die zum Trocknen aufgehängt war, gestohlen. Man vermutet, daß der Diebstahl durch eine bon Ettingshausen kommende Zigeunerbande begangen worden ist. -ch Aus dem Biebertal, 20. Febr. Trotz der reichen Wasserfülle des Bieberbaches, welcher am Fuße des Dünsberges hervorquillt und auf seinem furzen Laufe 11 Mühlen treibt, mangelt es dennoch den Bewohnern unsers Tales an gutem Trinkwasser. Die Gemeinde Rodheim besitzt schon aus alter Beit eine fleine Wasserleitung, welche drei große Röhrbrunnen speist, allein letztere sind nicht fähig für das Röhrbrunnen speist, allein letztere sind nicht fähig für das nunmehr weit ausgebaute Dorf hinreichend Wasser zu bieten. Dazu sollen die sonstigen Wasserverhältnisse daselbst in sanitärer Hinsicht nicht besonders günstig sein. Um diesem Uebelftande abzuhelfen, wurden in diesen Tagen zwecks Anlage einer großen Wasserleitung Bohrversuche durch einen Ingenieur des Tiefbauamtes unternommen. Dabei hat man im oberen Biebertal in unmittelbarer Nähe der Obermühle eine vorzügliche Bohr- Quelle gefunden, deren Wassermenge vollständig hinreicht, um mehrere Gemeinden ausgiebig mit gutem Trinkwasser zu versorgen. In der dieserhalb zu Rodheim einberufenen Gemeinderatssigung wurden bereits unter Darlegungen des berufenen Ingenieurs die Kosten und Pläne der neuen Anlage ausführlich erörtert. Die Fabrikanten sowie viele Geschäftsleute interessieren sich lebhaft für das neue Unternehmen und so steht zu erwarten, daß für diese so gemeinnützige Sache auch aus andern Kreisen Freunde gewonnen werden, dann gilt die Woff rleitung als gesichert. ch. Aus dem Hüttenberg, 19. Febr. In der abgelaufenen Woche ist auch zu Hörnsheim der 7wöchige Haushaltungskursus zu Ende gegangen. Mehr als gewöhnlich waren Anmeldungen zu demselben ergangen, es fonnten aber nur 24 Teilnehmerinnen( 17 aus Hörnsheim und 7 aus Hochelheim) berücksichtigt werden. An der Abschlußprüfung beteiligten sich die Kreis-, Bürgermeisterei-, Gemeinde- und die Schulaufsichtsbehörden. Herr Dr. PlazGroßen Linden und die Kursusleiterin Fräulein Müller hielten die Prüfung ab, über deren Ausfall man nur allseitig Worte der Anerkennung hören konnte. So wird auch dieser Kursus gute Früchte tragen, zumal fich seine praktische Wirksamkeit auch auf das angrenzende Großherzogtum Hessen fortpflanzen wird. K Schlig. Der Kaiser verlieh gelegentlich der Enthüllung des Bronzebildes des französischen Admirals Coligny vor dem Königlichen Schloß in Berlin, dem Grafen Emil Friedrich von Schlik gen. von Gör den höchften preußischen Orden, den vom Schwarzen Adler. § Frankfurt. Mitten im heißen Kampfe um ihr Sein oder Nichtsein hat die von den hiesigen Meggern gegründete Viehmarktsbank mit Beginn dieses Monats ihre Tätigkeit aufgenommen und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln suchen die Aktionäre ihren Bestand zu sichern. Bekanntlich haben die Händler am hiesigen Viehmarkte sich wegen Gründung der Viehmarktsbank bei hoher Konventionalstrafe verpflichtet, jede Gewährleistung beim Handel abzulehner. Die Mitglieder der Bant haben diese Maßnahmen nunmehr durch Erweiterung ihrer Versicherungsbestimmungen beantwortet. In einer üblen Lage befinden sich aber die außer halb des Fleischer verbandes stehenden Meggermeister, die sich an jedem Markttage der Gefahr größerer Verluste ausgesezt sehen. Hoffentlich wird dieser Konflikt recht bald in einer beide Teile befriedigenden Weise beigelegt. Die Häute K Frankfurt a. M., 20. Febr. Auktion in letzter Woche war gut besucht. Geschäft lebhaft, sodaß das gesamte Angebot glatt verkauft wurde. Kühhäute sehr begehrt. Ausgeboten waren: 1155 rote Dchsenhäute, 19 bunte Ochsenhäute, 448 Kuhhäute, 78 Stierhäute, 75 Rindhäute, 3791 Kalbfelle und 2000 Schaffelle. Man notierte: Rote Dchsenhäute über 120 Pfd. wiegend45 fg., 111-120 fb.- 47 Pfg., 101-110 Pfd.= 48 Pfg., unter 100 Pfd.=- 47 Pfg., beschädigte= 441/ 2 fg, Bunte Ochsenhäute unter 100 Pfd. wiegend 431/2 fg, beschädigte 42/2 Pfg, Ruhhäute rote, süddeutsche über 100 Pfd. wiegend 48 Pfg., über 91-100 Pfd.= 48 Pfg über 81-90 Pfd.= 48 Pfg., über 71-80 pfd= 48/ Pfg", unter 70 Pfd. 48 Pfa, beschädigte- 46 Pfg. Stierhäute über 100 Pfd. wiegend= 341/ 2 Pfg., unter 100 Pfd.= 351/ 2 Pfg., beschädigte 32 Pfg. Rindhäute über 80 Pfd. wiegend 50% fg., über 71-80 Pfd.- 50 Pfg. Kalbfelle über 11 Pfd. wiegend per Pfo. per St. mit Kopf= 9,29 M, 6-7 Pfd.= 5,90 Mt., unter 6 Pfd.= 4,55 Rt. Ueber 11 Bfd. wiegend, per Pfd. per St. ohne Kopf= 9,90 mt, 6-7 Pfd.= 6,90 Mt., unter 6 Pfd.= 5,75 Mr. Hammelfelle, Wolfelle I. Qualität pro Stüd= 5,55 M., II. Qualität 3,50 Mt. Nächste Auftion findet am 22. März statt. K Mainz. Die Stadtverordneten bewilligten einstimmig 5000 Mark für die notleidenden Bergleute im Ruhrgebiet. s Darmstadt, 20. Febr. Der Staatsminister Rothe ist infolge einer starfen Erkältung seit einigen Tagen nicht in der Lage, das Zimmer zu verlassen, kann deshalb seinen Dienstgeschäften nicht nachgehen und hat daher auch den Kammerverhandlungen in letzter Woche noch nicht beiwohnen können. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 21. Februar. Zeitweise heiter, etwas fälter, nur stellenweise geringer Schnee, windig. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, betde in Gießen. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 Gärtner für Privatarbeit, 1 Bauschlosser, 1 Wagner, 1 Holzdreher, 1 WagenLackierer, 3 Schreiner, 1 Bäcker( auswärts), 1 jüngerer Schneider, 2 Glaser, 1 Stanalarbeiter, 1 jüngerer Hausbursche, 1 Küchenmädchen, 1 Stubenmädchen, 10 Dienstmädchen, 1 Putzfrau, 2 Laufmädchen, 1 Bauffrau. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Buchbinder, 1 Lackierer, 2 Bäcker, 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 2 Glaser, 1 Graveur. Es suchen Arbeit: 2 landw. Arbeiter, 1 Tapezier- oder Polsterer, 2 Schreiner, 1 Bäcker, 2 Puzfrauen, 1 Schriftsetzer, 1 Kaufmann, 1 Verkäuferin, Hausburschen, Hausdiener, 1 Portier, 2 Kutscher, 1 Fahrbursche, 1 Kellner( hier und auswärts) 1 Kellnerlehrling, 1 Kinderfräulein oder Stütze der. Hausfrau, 2 Hausmädchen, 3 Lauffrauen, 1 Bureaugehilfe. Friedberger Frühjahrs- Pferdemarkt findet Dienstag, den 7, und Mittwoch, den 8. März 1905 statt. Bekanntmachung. Mittwoch den 8. März: Rindvich-, Schweine- u. Krämer- Markt. Bimmer Nr. 15, zur öffentlichen Einsicht aus Zur Benuzung unserer Pferdeställe wolle man sich rechtzeitig an das unterzeichnete Komitee wenden. Futter und Streu wird zu ermäßigten Preisen abgegeben. Am 8. März, abends 5 Uhr: Verlosung von 6 schönen Arbeitspferden ( auf dem Markte angekauft) sowie von sonstigen Haus- und landwirtschaftlichen Gegenständen, im Ganzen 200 Gewinne. Lose à 1 Mk. J. Hirsch und Wilh. Trapp in Friedberg. find zu beziehen durch die Herren Bürgerverein Giessen Donnerstag, den 23. Februar, abends 8½ Uhr, im Gießener Festsaal( Café Leib): Erste Vereinsversammlung. Tages- Ordnung: Wie stellt sich die Gießener Bürgerschaft zu dem Theaterbau bezw. Saalbau- und Theaterbauprojekt? Zu der Versammlung sind nicht nur unsere Mitglieder, sondern alle Bürger Gießens freundlichst eingeladen. Gießener Der Vorstand. Lesehalle- Verein. Freitag, den 24. Februar 1905, abends 8 Uhr: ordentliche Das Pferdemarkt- Komitee. Karneval 1905 Mitglieder- Versammlung Drucksachen im Café Ebel. Zages- Ordnung: 1. Geschäftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Boritand. Sonntagsverein für Mädchen. Die Vereinigung der Mädchen findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saale der Kleinkinderschule; die Mädchen kennen zu jeder Zeit kommen und gehen; von 4 Uhr bis 5 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen. Gute unterhaltende Bücher und Spiele find in großer Zahl vorhanden. Für den Vorstand: Dr. Naumann, Kirchenrat. XXX Holz- 2 aller Art werden schnell und billig angefertigt bei Albin Klein Buchdruckerei Giessen, Seltersweg 83. Wohlriechender Bersteigerung Ofenlack im Stadt- Cheater Gießener Stadtwald. Giessen. Direktion: Steingoetter. Dienstag, den 21. Februar 14. Dienstag- AbonnementsVorstellung. Wann wir altern Dramatische Plauderei in 1 Aft bon Oskar Blumenthal. Hierauf: Totentanz. Donnerstag, den 28. Februar vormittags 9 Uhr beginnend, werden im Gießener Stadtwald in ben Distrikten Hochwarte und Zollstockswäldchen versteigert; 9 Eichen- Derbftangen mit 0,81 stm. 36 Rm. Eichen- Scheitholz, 102 Eichen- Knüppelholz, Buchen" 2 Linden: " 30 D 27 Buchen" 28 " 23 11 H Eichen- Stockholz, Buchen- Stockholz 940 Wellen Eichen- Reisig, 1200 BuchenE บ Die Zusammenkunft ist auf der Eine Aschermittwochsdichtung in Grünbergerstraße an der Happel1 Aft von Mary Moeller. Zum Schluß: Der Dieb. Romödie in 1 ft von Octave Mirbeau. Wascht mit Schwan wiefe. Gießen, den 18. Februar 1905. Gr. Bürgermeisteret Gießen. J V.: Curschmann. Joh. Seibel Giessen, Ludwigspl. empfiehlt prima Rheinund Mosel- Weine. p. Fl. v. 50 Pfg. an bis zu den feinsten Marken. Bügelkursus Auf Dafelbft Glanzbügeln fann man binnen 4 Wochen gründlich erlernen. Wunsch nachmittags. wird auch wäsche zum Bügeln an= genommen. bei Emil Fischbach Gießen, Seltersweg. 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Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Schloßgaffe von Montag, den 20. d. Mts. ab bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 18. Februar 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. In der Zeit vom 11. bis 18. Februar 1905 wurden in hiefiger Stadt gefunden: 1 Kahn und 1 Nachen; berloren: 1 Gebund Schlüssel, 2 gold. Broschen und 1 Arbeitsbeutel mit 1 Paar weißen Damen Handschuhen, 1 Taschentuch, gez. A. C., 1 Portemonnaie, 1 filb. Scheere und Fingerhut und 1 Handarbeit Inhalt. Entlaufen ist: 1 schwarzer langhaariger Spig ohne jegliches Abzeichen, 45 Ctm. hoch. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uus geltend zu machen. Gießen, den 18. Februar 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Ausschreiben. Zum 1. März 1905 wird für die ProvinzialSiechen- Anstalt zu Gießen 1 Gärtner für Gemüse und Obstbau gesucht. Jahreslohn 900 Mt. und freien Mittagstisch ohne Abzug zu den Beiträgen für die Invaliden- pp. Versicherung. Anmeldungen unter Vorlage von Zeugnissen auf dem Verwaltungsbureau erbeten. Holzversteigerung in der Fürstl. Oberförsterei Lich. Montag, den 27. Februar, von vorm. 10 Uhr an im Diftrift Langeberg: Knüppel: 7 Rm. Buchen, 2 Nm. Eichen, 18 Rm. Nadelholz; Stöde: 1 Rm. Buchen, 51 Rm. Nadelholz; Wellen: 160 Buchen, 2200 Weichholz( Forft wellen), 1080 Nadelholz. Zusammenkunft auf der neuen Kreisstraße beim Eingang in den Wald von Mühlsachsen her. Biergrosshandlung Emil Schmall Tel. 83. Gieken, Frankfurterstraße 7 empfiehlt ächt Münchener Bürgerbräu- Bier, Culmbacher Bier 99 Löwenbräu99 Tel. 83. Dortmunder Union Pilsenerfowie Frankfurter und hiesiges Bier in Flaschen, Gebinden, Selbstschänker( Syphon à 5 Liter). Reelle Preise. Aecht Pilsener Urquell nur in Syphons& 5 Liter. Beinlichfte Reinlichkeit der Abfüllung. Für alle Lieferungen Garantie der Originalität. 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