Te): rum, Sic full der rum Id)= hier der agen t 46f7 LC h wette, ugen!" Neuen Bertiner It: eine große Puterfeule. Bastetchen, Rehraffte er die Seferbin en und einen halben Summer über ihn aus. zuinder für Adiges nein, ich Donnerwetter mich Biu bei Verstande? Du bist ia eben erst fonfirmiert! Papa ich habe verlobt." Mit dem kleinen Leutnant Schneckenberg hundert Mark du hast dich verlobt? Mit went denn? etwa, der außer seiner Gage faum Bu Nr. 219. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Weßlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Bfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Montag, den 18. September 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Pi.. in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich) Tas Flatt and eint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheisen. Das Auskunftei- Wesen. Die Institute, welche sich mit der geschäftlichen und perjönlichen Auskunftserteilung befassen, haben allmählich eine ganz bedeutende Stellung im wirtschaftlichen Leben errungen. Die Geschäftswelt ist in Deutschland direkt gezwungen, sich der berufsmäßigen Auskunfteien zu bedienen, will sie sich anders vor Schaden bewahren. Leider gibt es neben der Majorität der soliden Geschäftsleute in Deutschland auch eine recht ins Gewicht fallende Minorität, die es mit der Ehrlichkeit in Handel und Wandel nicht eben genau nimmt, die ohne genügenden Hinterhalt und ohne den ernstlichen Willen zur Erfüllung ihrer Pflichten auf Kosten anderer für sich Vorteile zu erreichen sucht. Wird ein solches unreclles Gebaren auch schließlich von der gesetzlichen Strase getroffen, so ist dem hereingefallenen Kreditgeber damit wenig gedient sein Verlust ist in den meisten Fällen nicht mehr einzubringen. Wie viele ernst und arbeitsam vorwärts strebende Kaufleute sind durch unvorsichtiges Kreditgeben schon auf Jahre lang zurückgeworfen oder gar ruiniert worden. Die früher vielfach übliche und heute noch hier und da angewandte Auskunftserteilung durch Geschäftsfreunde langt bei weitem nicht mehr zu bei deni fich infolge des Aufblühens von Handel und Verkehr immer mehr verzweigenden Kreditverkehr. Deshalb sind die geverbsmäßigen Auskunfteien eine Notwendigkeit geworden, deren der Kaufmann nicht mehr entraten kann. Aber wie bei allen menschlichen Einrichtungen haben sich auch auf diesem Gebiete der kaufmännischen Tätigkeit Unvollkommenheiten gezeigt. Neben soliden und vertrauenswürdigen Firmen haben sich unsichere Eristenzen der Sache bemächtigt. Ausfünfte, die leichtfertig erteilt wurden, nur der Provision halber und ohne Bedenken auf Richtigkeit und Sicherheit, stifteten in vielen Fällen Unheil und zogen ein Mißtrauen groß, das sich manchmal gegen Die ganze Einrichtung wandte. Das geht jedenfalls viel zu weit, ist sogar direkt verwerflich. Denn um einiger räudiger Schafe willen fann man ein im übrigen nüßlich wirkendes Hilfsmittel des kaufmännischen Verkehrs nicht verdammen. Es braucht aber nicht Wunder zu nehmen, wenn die Frage nach Reformen im Auskunftswesen auftauchten. Da ist vorgeschlagen worden, die Auskunftserteilung staatlich zu organisieren oder aber eine Haftbarkeit zu konstruieren, bei der im Verlustfalle die Auskunftei selbst für den entstandenen Schaden aufzukommen hätte. Beide Forderungengehen in ihrer starren Konsequenz wohl über das wünschensverte Maß hinaus. Der Ruf nach direkter Staatshilfe ist in neuerer Zeit oft und vielfältig erflungen. Trotzdem fann man ihm die Berechtigung faum zuerkennen. Die freie Betätigung hat unserem Wirtschaftsleben unendlich mehr Vorteile gebracht, als engherzige veraltete Buchstabengerechtigkeit, die jeden aus den gewohnten Bahnen hinausstrebenden Aufschwung in den Zirkel ihrer Zwangsbestimmingen bannt. Gewiß hat der Staat das Recht und auch die Pflicht, den einzelnen Berufsschichten die Wege zur Entaltung zu bahnen, sie vor Schwindel, und unverdienter Eristenzuntergrabung zu schützen. Das kann und darf aber nicht soweit gehen, daß das gemeine Wesen jedesmal für die Fehler und Schwächen des einzelnen eintreten soll. Die Spannkraft und Elastizität, die im geschäftlichen Leben ebenso notwendig sind, wie bei jeder anderen Betätigung, würden einer dumpfen Erschlaffung, einem blinden Vertrauen auf Hilfe von außen Blat machen, die dem Emporblühen eines gesunden und starten, auf eigene Kraft vertrauenden Volkstums nichts weniger wie förderlich wäre. Deshalb kann der Staat selbst die Haftbarkeit nicht übernehmen. Selbstverständlich wird dadurch nicht der Erlaß geeigneter Vorschriften zur Bekämpfung von bewußter Spefulation auf Benachteiligung des rechtlichen Bürgers ausgeschlossen. Hier wäre also einzusetzen und die Haftbarkeit der Auskunfteien, falls diese nachgewiesenermaßen leichtfertig oder betrügerisch verfahren, fann getrost einer ernsthaften Diskussion unterzogen werden. Die Auskunfteien aber selbst absolut haftbar zu machen, dürfte ebensowenig angehen. Sie würden dadurch einfach zu Kreditversicherungen, deren Prämien so weit in die Höhe schnellen müßten, daß ihre Dienste entweder gänzlich unbrauchbar oder doch nur in einzelnen Fällen anwendbar blieben. Die Un rteilichkeit der Auskunfterteilungen würde wahrscheinlich benfalls schlimme Einbuße erleiden. Denn der mit einer hohen Prämie Versicherte wäre unbedingt einer anderen Behandlung gewiß wie der Fernftehende oder gering versicherte Kaufmann. Genaue Auswahl der auskunfterteilenden Stelle, also Benutzung einer angesehenen und leistungsfähigen Firma ist der Geschäftswelt deshalb anzuraten, wenn auch die Gebühr von dieser etwas höher bemessen wird, als bei zweifelhaften und unfundigen Unternehmungen, die lediglich auf den Geldbeutel ihrer Klienten spekulieren. Tritt zu dieser Vorsicht dann vielleicht noch ein erhöhter Schutz gegen direkte Betrügereien, dann können die Auskunfteien auch unter den bisherigen Verhältnissen Nüßliches und Gutes wirken. Kaifermanöver 1905. - Die ( Von unserem Spezialberichterstatter.) Der letzte Tag. Die Zeitungen als Verräter. Unentschieden. Das Treffen. Schlachtordnung. Verpflegung. Schluß und Kritik.- Heimkehr. ( Nachdr. verb.) Limburg a. d. Lahn, 16. Sept. - - - Der letzte Tag des Kaisermanövers brachte den kämpfenden Truppen in den frühen Morgenstunden wieder starken, die Aufklärung sehr beeinträchtigenden Nebel im ganzen Lahntal. Die Bestimmungen über die gestrige„ besondere Kriegslage" wurden erst morgens befannt gegeben. Der Grund für die späte Bekanntgabe lag in der Besorgnis, daß aus den Tageszeitungen die gegnerischen Armeen über ihre Verhältnisse Nachricht erhalten könnten, wie dies früher bei Nichtbeobachtung dieser Vorsicht vorgekommen sein soll. Die Entsendung der 25. Inf.- Division des 18. Armeekorps nach Hadamar fand vorgestern nur in der Annahme statt, in der Tat fand man sie gestern als Verstärkung beim blauen Korps. Die Rücksichten auf den Abtransport der Truppen am letzten Manövertage machen oft derartige Truppenverschiebungen nötig. Die noch am Vorabend von Rot eingenommene Stellung war folgende: 49. Brigade um Holzheim, 28. Inf.- Division um Linter, 21. Inf. Division um Lindenholzhausen, Kavallerie- Division B auf dem vorgebogenen linken Flügel um Oberbrechen, Sicherungen weit südlich vorgeschoben. Blau stand in Linie Camberg, Panred, Dörsdorf mit den Sicherungen, Kavallerie- Division A bei Wellrabenstein, 16. Inf.- Division bei Limbach, 15. Inf.Division südlich Panrod, die 47. Inf.- Division bei Kettenbach, die 25. Inf.- Division( neu zu Blau hinzugetreten) bei Reckenrot. Es waren folgende Absichten gestern maßgebend: Blan ( S. Armeekorps) will aus der Linie Bechtheim- BanrodRettenbach- Eisighofen gegen die Bahnübergänge zwischen Runfel und Diez vorgehen. Rot( 18. Armeekorps) will einem Angriff zwischen der Aar und dem Wörsbach entgegentreten. Rot bereitete während der Nacht mittels trefflich angelegter Schüßengräben eine Stellung vor, die es gestern am frühen Morgen besetzte. Die Artillerie- Linie belegte den Mensfelder Kopf, Nauheimer Kopf und Sensenkopf, drei an der Straße Limburg- Wiesbaden gelegene formitable Höhen. Unter ihr und im begrünten Gelände kaum zu er Secken von feindlicher Seite verlief die lange Schüßengrabentrace. Die vielen toten Winkel, zu denen das Gelände neigte, waren durch Schüßengrabenstücke sehr geschickt vermieden. Gegen diese Stellung setzte nun Blau, im Vormarsch bis 9% Uhr durch Nebel begünstigt, an. Der Kontmandierende General wollte den roten linken Flügel umfessen, deshalb ließ er die 16. Inf.- Division von Kirbach auf Tauborn ausbiegen und auf Niederbrechen vorgehen. Hier trat dem Angriff die rote 21. Division bei Werschau entgegen und errang über die 16. Division den Sieg. Die Leiden Kavallerie- Divisionen) gerieten zwischen WerschauOberbrechen in einer Attacke aneinander, die für die( blaue) Division A verderblich werden mußte, weil sie in ein rasendes Feuer des zur 21. Division gehörenden 87. Inf.- Regts. geriet. Als die 15., 41. und 25. Division, in der angeführten Weise vorgehend, vor die Mensfelden- NauheimWerschauer rote Feuerstellung fam, geschah die( blaue) Entwickelung in voller zeitiger und räumlich lückenloser Uebereinstimmung. Es wäre fraglich gewesen, ob die bedeutende Ueberlegenheit von Blau um 1½ Divisionen zur Einnahme der roten Stellung geführt hätte, die geradezu beherrschend war. Da es aber auch weniger auf den Austrag des Kampfes als auf die Entschlüsse und die hieran sich knüpfende Entwickelung ankam, so brach der Kaiser gegen 12 Uhr das Gefecht ab und gab mit dem Signalballon das Schlußzeichen für das ganze Manöver. Die Kaiserin war zu Pferde im Manövergelände und ritt im Galopp die ganze blaue Stellung ab. Der Kaiser hielt die Kritik auf dem Nauheimer Kopf und sprach beiden Armeekorps uneingeschränkt seine Anerkennung für Führung und Truppenleistung aus. Schließlich verabschiedete er sich von seinen Manövergästen und fuhr nach Limburg, um den Limburger Dom zu besichtigen und sodann den Hofzug zu besteigen, der ihn mit der Kaiserin nach Homburg führte. Die Verpflegung fand während der Manöver aus Magazinen statt, die in Freiendiez, Limburg, Kemel, Dornmühlen, Runkel, Idstein errichtet waren. Bei jeder Division befand sich eine militärische Proviantfolonne und eine militärisch organisierte Kolonne aus crmieteten Privatgeschirren. Die Kavallerie- Divisionen hatten 2 militärisch organisierte Verpflegungsfolonnen und 2 Biwaksfolormen. Mann und Pferd trug täglich eine volle Mundportion nebst Kochholz bezw. eine Safertagesration. Im ganzen waren nach Schluß der Manöver 1050 Offi ziere, 50 000 Mann, 2400 Pferde in Sonderz gc. heimzu befördern. Der Transport wickelte sich in zufriedenstellender Weise ab, so daß auch er wie der ganze Verlauf der heißen Tage ein glänzendes Bild von der Sriegsbereitschaft des deutschen Heeres bot. Die Krifis in Südrufsland. ( Eig. Bericht.) Petersburg, 16. September. Wie gefährlich die Lage im südlichen Teile des europäischen Rußland sich gestaltet hat, ist aus einem Aufruf zu ersehen, den der faiserliche Statthalter in Tiflis an die Bevölkerung des Kaukasus- Gebiets soeben erlassen hat. Der Aufruf macht auf die verderblichen Folgen der Propaganda der revolutionären Organisationen aufmerksam, die zu agitatorischen Zwecken die Bedürfnisse der Arbeiter und Bauern ausbeuteten und diese, wie es sich gezeigt habe, dem Ruin entgegenführten. So sei Baku, das, vor kurzem noch in Blüte, tausenden von Arbeitern durch seinen gewaltigen Handel und seine Fabriken die Mittel zum Lebensunterhalt gewährt habe, in Untätigkeit verfallen. Die Fabriken hätten zu arbeiten aufgehört, die Bauern, durch die Agitation verleitet, schickten sich an, die Grundeigentümer zu berauben, deren wirtschaftlicher Untergang sie selbst um ihre Einkünfte bringe. Der Aufruf weist ferner die Bauern auf die Verpflichtung hin, die durch die Plünderungen hervorgerufenen Verluste zu ersetzen, und setzt den wohltuenden Einfluß der Einführung der Reichsduma auf die Interessen der Bevölkerung auseinander; sie werde den geheimen Organisationen den Boden zur Ausübung ihrer Tätigkeit entziehen. Der Statthalter fordert zum Schlusse Bevölkerung, Presse. und die öffentlichen Körperschaften auf, ihnr bei der Beruhigung des Landes zu unterstützen. So nimmt sich die Lage in amtlicher Darstellung aus. Die wahre Ursache für die gefährliche Entwickelung aber wird hier verschwiegen. Seit die Russen im Besitz des Kaukasus und des Küstengebietes am Schwarzen Meer gelangt sind, haben sie ihre Politik darauf angelegt, die verschiedenen dort wohnenden Völkerschaften widereinander auszuspielen. Die tiefer stehenda tatarische Bevölkerung wurde auf die der russischen Herrschaft widerstrebenden Armenier gehezt. Da waren die beute- und blutlüsternen Tataren in ihrem rechten Element. Das alte Räuberblut regte sich, und nun ist es schwer, die Geister zu bannen, die man gerufen hat. Die entfesselte Leidenschaft macht nicht bei der Ausrottung der Armenier Halt, sie wendet sich naturgemäß gegen alle höhere Kultur. Mord, Totschlag und Brandstiftung bedroht alles, was da ist, und mit Entsetzen muß der Russe sehen, daß auch er als Fremdling und Eindringling betrachtet wird, wider den sich die entflammte Gier der Tataren wendet. Kaum ist der Krieg im fernen Osten beendet, so muß die Mobilisierung ganzer Bezirke wieder aufgenommen wer= den. Aus dem inneren Rußland werden Regimenter und Batterien aufgeboten, um am Kaukasus die Angehörigen des eigenen Reiches zu befämpfen. Tort aber steht ein Gegner bereit, der eine Kampfesweise anwendet, wie sie die Japaner nicht mehr fannten. Es wird schwere Sämpie fosten, um am Kaukasus die Ruhe herzustellen. Dann aber wird sich zeigen, wie bedeuttame Werke der Kultur dort zu Grunde gerichtet sind. Das ünd die Folgen einer Politik, die von vornherein die schwerste Gefahr in sich trug. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. * Man erwartet in beteiligten Kreisen, daß der Gesetzentwurf wegen Sicherung der Bauhandwerker- Forderungen dem Bundesrat alsbald nach Beendigung der Sommerferien vorgelegt werde. Die Ausschüsse des Bundesrats be ginnen ihre Arbeiten schon Ende September, der Bundesrat selbst tritt Anfang Oktober zusammen. Die Reichstagsabgeordneten, welche sich an der Studien. fahrt nach Kamerun beteiligten, befinden sich jetzt auf Rückfahrt. Der Postdampfer„ Eleonore Woermann" i Sekondi an der englischen Goldküste an und erledigte da mit den legten Punkt des Programms. Er wird voraussichtlich am 30. September wieder in Hamburg eintreffen. * Abermals wird eine grobe Grenzverlegung durch einen russischen Soldaten aus Deutsch- Piekar gemeldet. Ein Grenzwächter lockte einen deutschen Arbeiter über die Grenze, um Schnaps von ihm zu erbitten. Er erhielt das Gewünschte auch, dann schoß er auf den Mann und verlette ihn ichwer. Es wurde sofort Anzeige bei der preußischen Behörde erstattet. * Selbst landwirtschaftliche Kreise erkennen jetzt das Besteben einer Fleischuot an. Die Landesversammlung der Landwirte Württembergs beschloß eine Resolution, worin sich die Bersammlung der Protestbewegung gegen die Fleischteuerung anschließt. Gefordert wird die Deffnung der Grenzen. * Der deutsche Gesandte Dr. Rosen hatte eine lange Unterredung mit dem französischen Ministerpräsidenten Nouvier in der Maroffo- ngelegenheit. Es wird angenommen, daß ein bedeutender Schritt vorwärts getan worden sei. Das vollständige Einvernehmen ist für die nächste Zeit zu erwarten. Die Frage des Konferenzortes und der Polizeiorganisation gelten als geregelt. Der endgültige Abschluß ist bisher nur durch die Zehn- Millionenanleihe und die Hasenarbeiten in Tanger verzögert worden. Aus Marolfo selbst kommt die Nachricht, daß die deutschen, eng. lischen und französischen Kuriere auf dem Wege nach Fez am 8. d. Mts. in der Nähe von Burian beraubt worden sind. Zwischen Raisuli und dem Stamm der Angera isi übrigens der Friede verkündet worden, so daß wieder ziem liche Beruhigung im Lande eingetreten ist. * Einen beachtenswerten Erfolg haben die deutschen Truppen in Südwestafrika errungen. Major Meister schlug om 13. September den Feind weitlich Haruchas. Nach sechs. silindigem Ausstieg in dem ſtetlen Gebirge und hestigem fünfstündigem Gefecht, bet dem es zum Stampfe Mann gegen Mann fam, wurden die Hottentotten aus ihren Stellungen geworfen. Einen Teil gelang es, in nordwestlicher Richtung in Gebirgsschluchten zu entkommen. Die Verfolgung wird fortgesetzt. Der Feind ließ 60 Tote auf dem Gefechtsfelde liegen. Auf unserer Seite fielen zwei Reiter, verwundet wurden Major Maercer, Schuß in die linke Schulter, Oberarzt Korsch schwer, und 10 Reiter. * In Berlin ist der frühere französische Handelsminister Millerand eingetroffen, um die sozialpolitischen Einrichtungen kennen zu lernen. Der in Begleitung seiner Frau reisende Minister erfreut sich der lebhaftesten Förderung der staatlichen Kreise, namentlich des Geheimrats Dr. Bödicker, und hat diese Tatsache unverhohlen anerkannt. * In Sachen de: Gisenbahn- Tacifreform wurde eine Deputation des Verbandes reisender Kaufleute vom preuzi. ichen Eisenbahnminister von Budde empfangen Der Minister äußerte sich dahin; daß in der Frage der Aufhe. bung des Freigepäcks ein Kompromiß vorliege. Süddeutschland habe so viel Opfer bringen müssen, daß er ihm habe auch ein Entgegenkommen zeigen müssen. Als Aequivalent dafür habe der reisende Kaufmann die größere Dispositionsfreiheit durch die Abschaffung der Rückfahrfarte und die Einführung der einfachen Fahrkarte zum Preise des Retourbillets, die Abschaffung des filometrischen Schnellzugs- Zuschlags und den Gepäckfrachtrückgang bei den höheren Gewichtssätzen. Der Minister sagte die aufmerk. samste Prüfung der Wünsche des Kaufmannsstandes zu. an den Handwerkerschulen, ein weiteres Drittel zu Stipendien für Schüler an den beiden Handwerkerschulen und das letzte Drittel zu Anschaffungen für diese Schulen verwandt wird. Nab und fern. † Eine Liebes- Tragödie. In der Mühle zu Zobberig im Braunschweigischen erschoß der neunzehnjährige Sohn des Müllers seine achtzehn Jahre alte Geliebte und verletzt sich durch einen zweiten Schuß schwer. Bald darauf brachte der junge Mensch in einem unbewachten Augenblick sich selber durch einen weiteren Schuß ums Leben. † Zwei Millionen Mark verloren. Die Vermögens- Verwaltungsstelle für Offiziere und Beamte in Berlin hat einen Verlust von zwei Millionen Mark zu verzeichnen. Durch die Verwaltung der Gesellschaft sind die Gelder meistens in faulen Gründungen angelegt. Es ist die Frage, ob die In. stitution überhaupt wird weiter bestehen können. In Jena ist gestern der diesjährige sozialdemokratische Parteitag zusammengetreten. Zahlreiche Delegierte sind eingetroffen, darunter Singer, Bebel, Stadthagen, Molkenbuhr, Zubeil, Ledebour, v. Vollmar, Bernstein, Heine, Richard Fischer, Südekum, Klara Zetkin, Lily Braun, Rosa Luxemburg, Kautsky, Franz Mehring. Mit dem Partei. tag ist diesmal eine antialkoholische Ausstellung verbunden, die in zahlreichen Bildern die schädlichen Wirkungen des Alkoholismus zeigt. Die Ausstellung ist jedoch nicht von der Partei, sondern nur von einer Anzahl abstinenter Geitoffen veranstaltet. Von den vorliegenden Anträgen sind vor allen diejenigen, die sich mit der Erziehung der sozial Semokratischen Jugend, mit der Umwandlung des Vorwarts" in ein Berliner Lokalblatt und mit dem Aufstande in Südafrika befassen, von allgemeinem Interesse. Oefterreich- Ungarn " † Kindesmord aus Rache. Bei Schönheide im Voigt lande war vor längerer Zeit die elfjährige Ella Müller im Walde erschossen aufgefunden. Der Mörder ist jetzt entdeckt und hat aus Gewissensbissen ein Geständnis abgelegt. Es ist ein rbeiter, der mit der Mutter der ermordeten Kleinen ein Liebesverhältnis hatte. Das Kind hat sich mißliebig über den Liebhaber der Mutter ausgesprochen. Es ist ein Arbeiter, der mit der Mutter der ermordeten süchtigen Menschen meuchlings erschossen. ** Die Situation in Ungarn ist sehr gespannt. Die Bewegung zugunsten des allgemeinen Wahlrechts nimmt große Dimensionen an. Die Vertreter der sozialistischen Arbeiter haben einen Gefeßentwurf eingereicht zur Einführung des Wahlrechts. Der Verein weiblicher Beamten sandte eine Petition um die Einbeziehung des Frauenstimmrechts ein. Falls in der Wahlrechtfrage den Wünschen des Volkes nicht entsprochen wird, ist ein Generalstreik in Aussicht genommen. Schweden. † Vom Zuchthaus in die Irrenanstalt. Der im Jahre 1902 vom Schwurgericht zu Potsdam zu langjähriger Zuchthausstrafe verurteilte Bankier Mertens, der unter dem Namen„ Blechbankier" allgemein bekannt war, ist jetzt als geistestrank in die Irrenheilanstalt zu Neu- Ruppin übergeführt worden. Bei der Verhandlung vor Gericht hatte der Verteidiger die zurechnungsfähigkeit seines Klienten bestritten, die Gerichtsärzte hatten diese Annahme indessen zurückgewiesen. Es wird jetzt voraussichtlich zu einem Wiederaufnahmeverfahren kommen. Kattea entstanden, auf dem Bauch in die Erdhöhlen hineinzufriechen, die ihnen als Wohnungen dienen. Sie hausen in dem Steppengebiet des nördlichen Transvaal bis zum Limpopo. Durch ihr fast pechschwarzes Gesicht und ihre nur 1,22 Meter hohe Figur unterscheiden sie sich von ihren hochgewachsenen Bantunachbarn ebenso, wie von den gelblichen Buschmännern. Die Zulus nennen sie Hunde oder Geier. Sie sind das tiefststehende Volk Afrikas, wenn nicht der ganzen lebenden Menschheit; sie fressen Menschenfleisch; und bereiten sich sogar ihr Mahl aus den Alten und Schwachen unter ihren eigenen Genossen und Vertoandten. Sie besitzen nicht einmal Waffen außer denen, die sie gegen Straußenfedern, Felle oder Elfenbein eintauschen können. Ob sie irgendwelche religiöse Vorstellungen haben, läßt sich nicht sagen, da man bisher nur durch eine Gebärdensprache mit ihnen hat verkehren können. Man weiß von dieser Sprache nur, daß sie sowohl von der Buschmann- wie von der Bantu Sprache verschieden ist. Die Kattea leben nicht in Stämmen, sondern nur in kleinen Familiengruppen von 30-50 Stöpfen. An der Spitze jeder Gruppe steht ein Häuptling. Vielleicht sind sie verwandt mit den Zwergen, die Anderson am Nosop- Fluß antraf. Die Buschmänner lehnen die Mutmaßung, sie fönnten mit den Kattea vermandt sein, mit Entrüstung ab und mit dem Hinweis, jene seien Affen und nicht Menschen. † Freche Diebe. In Elberfeld brach eine aus drei Kerlen bestehende Diebesbande in das Haus des auf der Urlaubsreise befindlichen Amtsgerichtsrats Metzger ein. Sie zertrümmerten die Türen zu Schränken und anderen Möbeln und packten alles Wertvolle in Pakete, sprachen den Weinverräten zu und schliefen in den Betten der Familie. Am Morgen trugen sie ihre Beute fort, fehrten abends in die Villa zurück, hausten dort wie die Vandalen und betranken sich bis zur Bewußtlosigkeit. Als sie eine Geldkassette fortschleppen wollten, wurden sie bemerkt und festgenommen. ** Trotz aller Dementis hält man in Schweden an der Auffassung fest, daß eine norwegische Mobilisierung im Gange sei. Aus diesem Grunde seien auch bereits einige schwedische Regimenter an die Grenze abmarschiert. In Norwegen leugnet man friegerische Absichten, obwohl man gewisse Truppen- Dislofationen zugibt. Die Verhandlungen zwischen den Beauftragten beider Reiche in Karlstad haben noch fein Resultat ergeben. Neuerdings ist wieder die Rede von der Anrufung eines Schiedsrichters, als welchen man den Präsidenten Roosevelt nennt. Niederlande. † Feuer im Manöverquartier. Auf der Domäne Nischwit im Vosenschen waren 200 Soldaten vom 21. Infanterie. Regiment und vom 4. Ulanen- Regiment in einer Scheune cinquartiert. Durch die Fahrlässigkeit eines Soldaten brad Feuer aus, und um Mitternacht stand die mit Erntevorräten Gefüllte Scheune plötzlich in hellen Flammen. Die Soldaten fonnten mit Mühe das nackte Leben retten. Tornister, Mäntel, Helme und Sattelzeug verbrannnten. ** In, den niederländischen Kolonien dauert die Bewegung gegen die holländische Herrschaft an. Der Präjident Sonnebait auf Timor( Sunda- Inseln) machte einen Einfall in das holländische Gebiet, tötete 32 Personen und nahm 62 gefangen. Aus Batavia wird gemeldet, daß die Post von Kokos nach Fat Fat an der Küste von NeuGuinea von Alfuren überfallen wurde, wobei fünf Personen getötet wurden. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser hat für die durch das Erdbeben in Italien Heimgesuchten die Summe von 10 000 Lire gespendet. * † Fleisch- Vergiftung. Von der Besatzung des deutschen Minenschiffes„ Pelikan" sind 22 Mann unter Vergiftungs erscheinungen erkrankt. Die Krankheit ist auf den Genuß verdorbenen Büchsenfleisches zurückzuführen. *** Der bisherige Konsistorialpräsident Dr. Stod= mann in Münster ist zum Regierungspräsidenten in Gumbinnen ernannt worden. Heer und flotte. † Von der Glocke erschlagen. In Unterpindhardt in Oberbayern löste sich beim Glockenläuten, das aus Anlaß einer Prozession stattfand, ein Stück Eisen von einer Glocke. Es flog herab und schlug eine Bäuerin sofort tot. Eine daneben stehende Frau wurde schwer verletzt. alle bequem miteinand des Hausmeisters, fo Im Parterre t das mit einer Breite angeführt ift. Sein Bedacht, 9 Ausgänge gelangt man in ben und dessen Tiefe Abmessungen von erhalten und die Wandelgange find Länge von 14,50 m logen und 175 pe Theater 807 Pä bemerkenswert und Mebt und eine Ma einige Grofchen für berfeibe Anspruch a Wohlhabenden, der einige Taler für ei wir aber auch, daß aufweifen; mit dem fehr viel gutes fifter unmöglich fann ber finder, wenn er einge eifright darauf bedacht ober mit den Bliedern Aber wir zweifeln nicht geloft werden wird, be Mnbeftung der Blaze lefen besteht, wird her von innen nach au noch durch die re bois auf die Neben Nebenräume im Rang eine folche bom 3,45 m. aber nicht aus de ausgänge an ben Türen, doch ein Ausgang für groß bas nötige getan oben angedeutet, heben, ein flares winnen, wenn er t nämlich die Umgeb geführt wird, zuvie Ueber das wäre folgendes zu Nächst den Kattea müssen die San oder Buschmänner als die am meisten rückständigen Bewohner Südafrikas bezeichnet werden. Sie zeichnen sich durch eine gelbe Hautfarbe aus und sehr kurzes, schwarzes, wolliges Haar, das zu kleinen Knoten aufgerollt wird. Auch sie sind sehr klein, stehen aber mit einer durchschnittlichen Körperlänge von 153 Zentimeter über der Grenze des Zwergenwuchses, der bis zu 145 Zentimeter gerechnet wird. An dem Gesicht ällt besonders die ganz ungewöhnlich breite Nase auf, die Jei keiner anderen Nasse ihresgleichen hat. Auch die Ohren haben eine ungewöhnliche Form, sie besitzen keine Läppchen. † Beim Bootsfahren ertrunken. Bei Neumühlen schlug auf der Elbe ein Boot um, in dem ein soeben von der Reise zurückgekehrter Hamburger Seemann mit zweien seiner Freunde eine Fahrt machte. Die beiden letzteren ertranfen. der Seemann wurde geborgen, und die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche waren erfolgreich). Kaiserliches Geschenk. Gelegentlich der Kaiserparade in Homburg hat der Kaiser dem Fußartillerie- Regiment General- Feldzeugmeister( Brandenb.) Nr. 3 eine Büste des verstorbenen General- Feldzeugmeisters Prinzen Karl von Preußen zum Geschenk gemacht, nach dem das Regiment seinen Namen führt. Soziales Leben. Die Negrillos der äquatorialen Wälder, die gewöhnlich als afrikanische Pygmäen bezeichneten Stämme, stehen vermutlich in feiner näheren Beziehung zu den Buschmännern und unterscheiden sich von diesen durch die großen, vortretenden Augen und die platte Nase mit übertrieben erweiterten Flügeln, die lange Oberlippe, die reichliche Behaarung auf dem Kopf und am Körper. Auch in bezug auf die Negrillos bleibt der Forschung noch viel zu tun. † Eine Wirtshaus- Schlacht. In dem Orte Geisenhausen in der Hollderou verübte eine Rotte fremder Hopfenarbeite: große Standalizenen. Als man die Erzedenten an die Quit sette und die Wirtschaft schloß, machte das Gesindel ein it förmlichen Sturmangriff auf das Haus und demolierte Fenster und Türen mit Steinen, Knippeln und Bierfässern. In der höchsten Not gab der Wirt einen Schuß auf die Angreifer ab, der einen so unglücklich in den Hals traf, daß er tot zu Boden sant. Stiftung für Handwerker. Eine Stiftung von 300 000 Mark hat der verstorbene Ratsmaurermeister Mappes dem Berliner Magistrat hinterlassen mit der Bestimmung, daß ein Drittel des Zinsertrages zu Studienzwecken der Lehrer Das berühmteste Volf von Südafrika sind die Hottentotten oder, wie sie sich selbst nennen, die Choichoi, von Graungelber nur manchmal ins Grau, manchmal ins Rot spielenden Hautfarbe. Ihre Statur ist erheblich größer ils die der Buschleute. Es scheint nach den neuesten Forchungen, daß sie nach der Schädelbildung weder von den Buschmännern noch von den Negerrassen getrennt werden önnen. Sie gruppieren sich in Stämme, deren jeder seinen rblichen Häuptling von beschränkter Machtvollkommenheit esitzt. Ihr Hauptvermögen besteht in Hornvieh und Schaen. Ihre Wohnungen sind tragbare, kuppelartige, mit Natten bedeate Sütten. Als Waffe dient ihnen ein hwacher Bogen mit vergifteten Pfeilen, daneben brauchen e Wursspieße( Assegais) und Wurffeulen. Sie verstehen Töpferei von grober Art. Ihr Charakter wird als mild und freundlich beschrieben. Ihre Einwanderung nach ihren jetigen. Wohnplätzen erfolgte erheblich später, als die der Buschmänr und wahrscheinlich unter dem Druck der sie bedrängenden Bantu- Völker. † Der falsche Maschinen- Inspektor. Auf der Nordwest. Eisenbahngesellschaft in England trieb ein Schwindler längere Zeit sein Wesen. Er gab sich bei den Lokomotivführern als Maschinen- Inspektor aus, fuhr als solcher auf den Lokomotiven mit und trat gegen die Beamten sehr bestimmt auf; so bedrohte er jeden, der seine Maschine nicht ordentlich instand hatte, mit Entlassung. Auf diese Weise verstand er auch Gelder von ihnen zu erpressen. Endlich wurde der freche Schwindler von einem wirklichen Maschinen- Inspektor entlarvt und dem Gericht übergeben † Eisenbahn- Unglücksfälle. Auf dem Bahnhof ClermontFerrand in Fankreich fuhr ein Güterzug, dessen Bremsen nicht funktionierten, während der Nacht auf einen leerer Rangierzug. Ein Lokomotivführer, ein Heizer und ein Arbeiter wurden getötet, und mehrere Wagen wurden zerstört In Aschaffenburg liefen drei beladene Wagen auf einen Güterzug. Ein in diesem befindlicher, mit Offizieren und Soldaten besetzter Personenwagen und zwei Pferdewagen wurden beschädigt, doch wurde niemand verletzt. Die echten Neger gehören gleichfalls noch zu den primitivsten Bestandteilen der afrikanischen Bevölkerung. Heute sind sie hauptsächlich auf den Sudan und die Guinea- Küste bese ränkt. Sie haben sich mit den verschiedensten anderen Volfselementen in Afrika vermischt und vor etwa drei Jahrtausenden eine Sprache besessen, die als Ursprung der BantuSprache betrachtet werden muß. Die Völker Süd- Afrikas. ( Von unserem CT- Mitarbeiter.) Bei dem großen Interesse, das der schwarze Erdteil zurzeit beansprucht, sind die Mitteilungen beachtenswert, die ein englischer Forscher von den einzelnen Bestandteilen des Völkergemisches gibt, die den südlichen Teil des afrikanischen Kontinents bewohnen. Die Die Bantu- Stämme beherrschen das ganze Afrika südlich vom Aequator mit Ausnahme der dem Untergang geweihten Buschmänner und Hottentotten. Die einzelnen Bantu- Stämme sind sehr mannigfach entwickelt. Sie stellen vielleicht Mischungen aus allen afrikanischen Rassen dar. Die Erforschung der Bantu- Völker ist die wichtigste Aufgabe, die der Völkerkunde in Afrika noch zu lösen bleibt. Hautfarbe geht bei ihnen von einem gelblichen Braun bis zu einem dunkeln Schwarzbraun, eine Art von Schokoladenfarbe. Sehr wichtig für die Erkennung der Rassenmischung bleibt die Beschaffenheit der Nase, aber gerade diese ist bei den afrikanischen Völkern noch zu wenig studiert worden. Namentlich; die Beimischung von hamitischem oder semitischem Blut würde daraus am ersten zu erkennen sein. Man kann bei den eingeborenen Völkern des Gebiets drei Hauptgruppen unterscheiden, nämlich Buschmänner, Hottentotten und die Bantu- Stämme. Dazu kommen in den nördlichen Teilen Südafrikas die Negrillos, die eigentlichen Neger und hamitische Völker, endlich noch arabische und semitische Elemente. Eine besondere Stellung nimmt ein noch ganz rätselhaftes Volk ein, das möglicherweise den Rest der eigentlichen Urbevölkerung von Afrika südlich des Sambesi- Stroms darstellt. Es sind dies die Kattea oder. wie sie von den Buren genannt werden, die Vaalpens ( Wölfe). Dieser Spottname ist aus der Gewohnheit der bor. Die Theaterpläne. Das Projekt des Gießener Theaternenbaues rückt stetig Izt sind auch die in den Ateliers von Fellner& Hellmer Wien und Meyer- Gießen angefertigten Pläne zu dem Neubau eingetroffen, die gegenwärtig im Sigungssaale der Stadtverordneten dem Publikum zur Besichtigung offen stehen. Unterziehen wir also einmal die ausgestellten Blätter einer kurzen Betrachtung. 94 Die Faffad Hezt mehr die Form ttrok der manigfal zum Ausdrud gebr Modernen dringt c Meiht fo dem Ganze Besonders wi bau entgegen; die über den Hauptein Aufstrebendes und hinterliegenden Ro Dieser Mittelbau welche zwei herme somit diese Gru borteilhaft herau Detailbearbeitung gehalten, damit ragt wird, wie peftive den Anfd Die Seite besondere Ruhe u der Hauptfront a faffungen der Fen geschoß durch plast belebt, während Gesamtbild wirkli Rüdseite an Mahmen des Gan höft erscheint uns di Sier ift durchweg worteilhaftes Hert hon abgestuft und gegliedert. Selb baujes past hub brudten Mittelbo Hauptrijalit der ein Tritt man ein, so gewahrt man zunächst den Lageplan, der uns anzeigt, daß der Theater- Neubau mit der Hauptfront nach der Südanlage zu stehen tommt und die Bühne demgemäß nach der Johannisstraße zu ihre Lage erhält. Die An ordnungen des Ganzen find so getroffen, daß unsere Anlagen mit ihren großen schönen Bäumen tunlichst erhalten bleiben. Vor dem Haup portal ist ein freier Blaz gedacht den harmonisch dem Ganzen einzufügen dem Anschein nach bleibt. Se Das der Gartenarchitektur vorbehalten bäude selbst ist im antifen Stil gehalten, ein durch Gruppen getrönter und belebter Monumentalban, Spiegelbild unserer kulturellen Entwicklung, die nach dem Schönen und Gefälligen, nach dem Buchtigen und Weit hinaustragenden strebt. Einen ganz guten Begriff von dem Aussehen unseres zukünftigen Theaters läßt namentlich eine Federzeichnung zu. Vornehm, ernst, dem Tempel Thaltens Das Dach trägt würdig, heben sich die Mauern empor. fünf Gruppen, in der Mitte, über dem Portal, eine löwenbespannte Quadriga, deren Photographie in einer Border und Seitenansicht ausgelegt ist.- Werfen wir nun einen Blid ing Innere. Im Souterrain befinden sich in der Mitte die Heizkammer und der Luftmischraum. Beiter gewahrt man das Orchester und die Unterbühne, rechts davon sin den Musikern zwei besondere Räume reserviert wird. Hoffentlic führung der G echtem Steinm glatten ruhiger in möglichst b ganze Bau chönen Anlage bild abgeben. Die In Tiegenden Schni anfügen. Sow bei den getroffe Samtbild ein schr Erauliche spricht bollendet sein, so folz auf das gan Wie uns mitg baurat Helmer, führung des Theate Hellmer in Wier De geftrigen Gröff theaters in Darmit und ein weiterer steht dem Kapellmeister zur Verfügung, das Ritterkreuz L. S Broßmütigen b n hinein e hausen bis zum und ihre Don ihren den gelb nde oder Denn nicht chenfleijd ten und toandten. fie gegen 1 fönnen. läßt sid ensprache On diefer wie bm eben nich ippen von steht ein Zwergen fchmänner attea ber veis, jene schmänner frikas be be Hautaar, das ehr flein, änge bon djies, der Gesicht auf, di ie Ohren Räppchen. wöhnlic Lehen ver hmännern Ben, vor Crieben er chliche Be in bezug su tun. ie Hotten Dichoi, bon I ins Not ich größer mesten For rbon den nt werden der seinen Ommenheit und Scha rtige, mit hnen ein n brauchen e verstehen als mild nach ihren Is die der ud der sie en primi J. Heute inea- Rüste en anderen drei Jahr der Bantu Afrika süd Hergang ge einzelnen Sie stellen Raffen dar. te Aufgabe, leibt. Die Braun bis Schokoladen jenmischung Diese ist bei ert worden. der semiti sein. Tüdt ftetig ellner& gefertigten wärtig im Bublifum also emmal ng. Lageplan, ber Sne bemgemäß alt. Die An alle bequem miteinander verbunden. Links ist die Wohrurg des Hausmeisters, sowie weitere Nebenräume. Im Parterre treten wir zunächst in das Vestibül, das mit einer Breite von 14,50 und einer Tiefe von 6 m angeführt ist. Seine ganze Anlage scheint sehr zweckmäßig gedacht, 9 Ausgänge führen ins Freie. Von dem Vestibül gelangt man in den Zuschauerraum, dessen Breite 14,50 m und dessen Tiefe 17,95 m beträgt. Die Bühne hat die Abmessungen von 19X11 m bei einer Höhe von 8 m erhalten und die Hinterbühne erscheint mit 5 × 6 m Die Wandelgänge sind 8 m breit. Der erste Rang hat eine Länge von 14,50 m und eine Breite von 7,14 m. 70 Profzeniumslogen und 175 perifiße sind vorgesehen. Insgesamt weist das Theater 807 Päße und zwar nur Sigpläge auf. Das ist bemerkenswert und erfreulich, denn der Stehplatz ist überlebt und eine Marter. Dem wenig Bemittelten, der nur einige Groschen für einen Plaz erübrigen kann, steht aber derseibe Anspruch auf den vollen Kunstgenuß zu wie dem Bohlhabenden, der in der glücklichen Lage sich befindet, einige Taler für einen Platz ausgeben zu fönnen. Hoffen wir aber auch, daß die Size die tunlichste Bequemlichkeit aufweisen; mit dem Plaz im Theater fann man nämlich sehr viel gutes stiften, aber auch sehr viel sündigen. Denn unmöglich fann der Theaterbesucher einen Kunstgenuß empfinder, wenn er eingepreßt zwischen Leidesgefährten sißt und eifrigft darauf bedacht sein muß, nicht vom Stuhle zu gleiten oder mit den Gliedern des empfindlichen Nachbars zu kollidieren. Aber wir zweifeln nicht, daß auch diese Aufgabe zufriedenstellend gelöst werden wird, denn das geschärfte Auge, daß zwischen der Anheftung der Pläge" man verzeihe die Wendung зи lesen vesteht, wird herausgefunden haben, daß die Konstruktion von innen nach außen geschieht. Belegt wird dies auch - - noch durch die reichlichen Höhenabmessungen, die überall bis auf die Nebenräume vorgesehen sind. So erhalten die Nebenräume im Parterre eine Höhe von 3,75 m, im ersten Rang eine solche von 3,80 m und im zweiten eine solche bom 3,45 m. Soweit ist alles ganz gut und schön, was wir aber nicht aus den Plänen ersehen konnten, sind die Notausgänge an den Seiten. Allerdings gewahrt man dort Türen, doch scheinen sie für das Personal und nicht als Doch wird auch hier Ausgang für große Massen bestimmt. Doch wird auch hier das nötige getan sein. Der Bau wird sich, wie schon oben angedeutet, in sehr gefälligen, wuchtigen Formen erheben, ein flares Bild kann man natürlich erst gewinnen, wenn er vollendet dasteht, zu der Wirkung trägt nämlich die Umgebung und das Material, aus dem er aufgeführt wird, zuviel bei. Ueber das Aeußere des ganzen Theater- Neubaues wäre folgendes zu sagen: Die Fassaden zeigen, wie schon oben bemerkt, jezt mehr die Formen der Antike, deren ruhige Sprache, trotz der manigfaltigen Gliederung, recht vorteilhaft zum Ausdruck gebracht wird. Der leichte Anflug des Modernen dringt an einzelnen Stellen durch und verleiht so dem Ganzen einen interessanten Reiz. Besonders wirkungsvoll tritt uns der Mittelbau entgegen; die gruppenweise Anordnung der Fenster über den Haupteingängen verleiht dem Ganzen etwas Aufstrebendes und Mächtiges und bezeichnet den dahinterliegenden Raum, das Foyer, in richtiger Weise. Dieser Mittelbau wird von einer Trigagruppe bekrönt, welche zwet hermenartige Figuren seitlich flankieren und somit diese Gruppe besonders stimmungsvoll und borteilhaft herausheben. Vielleicht werden bet der Detailbearbeitung diese Figuren noch etwas niedriger gehalten, damit die Mittelgruppe nicht zu stark überragt wird, wie es jetzt in der flott gezeichneten Perspektive den Anschein hat. Die Seiten Fassaden erfreuen uns durch besondere Ruhe und fügen sich in harmonischer Weise der Hauptfront an. Die sonst glatt gehaltenen Ein fassungen der Fenster und Türen werden nur im Obergeschoß durch plastischen Schmuck zwischen den Pfeilern belebt, während die beiden schlichten Siebelfelder, das Gesamtbild wirklich vorteilhaft abschließen. Auch die Rückseite an der Johannesstraße wird sich dem Rahmen des Ganzen würdig anpassen. Interessant gelöst erscheint uns die Anordnung der Dach aufbauten. Hier ist durchweg Gleiches erstrebt. Nirgends ein unborteilhaftes Herbordringen einzelner Gruppen, alles schön abgestuft und zu einem großen Ganzen aneinander gegliedert. Selbst der mächtige Ueberbau des Bühnenbauses paßt hübsch zu dem anschließenden breit gedrückten Mittelbau, der von den Seitengiebeln und dem Hauptrisalit der Vorderfront überaus geschickt gruppiert wird. Cokales. ** Der Dank des Kaisers. Die Darmst. Zeitung" veröffentlicht untenstehendes Handschreiben des Kaisers: Durchlauchtigster Fürst, freundlich geliebter Better und Bruder! Am Schluß der vor Mir abgehaltenen Manöver empfinde Jch es als eine angenehme Pflicht, Euerer Königlichen Hoheit Meine hohe Befriedigung über die vortreffliche Haltung und den ausgezeichneten Zustand aller Truppenteile der Hessischen Division zum Ausdruck zu bringen. Auch war es Mir eine ganz besondere Freude, bei der Parade am 8. September die zahlreichen Bertreter der Kriegervereine des Großherzogtums Hessen begrüßen zu fönnen. Euerer Königlichen Hoheit würde Ich zu besonderem Dante verpflichtet sein, wenn Dieselben allen Beteiligten von Meiner lebhaften Genugtuung über dieses Beweis treuer patriotischer Gesinnung Kenntnis geben möchten. Empfangen Euere Königliche Hoheit die Versicherung der wahren Hochachtung und Freundschaft, womit Ich verbleibe Euerer Königlichen Hoheit freundwilliger Better und Bruder gez. Wilhelm. Coblenz, den 15. September 1905. An des Großherzogs von Hessen und bei Rhein Königliche Hoheit. Den Dank für dieses Schreiben hat der Großherzog dem Kaiser und König auf dem Manöverfelde mündlich ausgesprochen. ** Anläßlich des Geburtstages der Großherzogin hatten gestern die öffentlichen und verschiedene Privatgebäude Flaggenschmuck angelegt. Das Militär tug den Tag über Helm. = Militärtransport. An die Bahnverwaltung zu Gießen, wurden in diesen Tagen wegen der großen Truppentransporte die höchsten Anforderungen gestellt. Das Personal mußte um 200 Mann von auswärts verstärkt werden; aus allen Teilen Deutschlands waren Lokomotiven am hiesigen Bahnhof eingestellt, um den gewaltigen Verkehr zu bewältigen. *** Fremdsprachlicher Kursus. Freitag, den 22. d. M., soll eine Filiale der Berlitzschool in unserer Stadt, Ludwigstraße 30, eröffnet werden. Die Berlitzschools ſind Institute, in denen Erwachsene einzeln oder in Birkeln neusprachlicher Unterricht erteilt wird. Jeder Lehrer lehrt nur seine Muttersprache, wodurch dem Schüler die Garantie für einen guten Unterricht geboten ist, da außerdem nur Lehrer von wissenschaftlicher Bildung und reiner dialektfreier Aussprache angestellt werden. In diesen Schulen wird nur nach der Berlißmethode unterrichtet. Diese Methode, die schon seit 1878 in Amerika und in Europa, besonders in Deutschland, die weiteste Verbreitung gefunden hat, ist eine Nachahmung des Prozesses, vermittelst dess n ein Kind naturgemäß die Muttersprache lernt. Von der ersten Lektion an hört der Schüler während der Unterrichtsstunden ausschießlich die Sprache, die er erlernen will, und niemals nimmt ein Lehrer der ,, Berlitzschool of Languages" die Muttersprache des Schülers als Mittel der Verständigung in Anspruch. Die Berligmethode ist die systematische Form der Erlernung einer fremden Sprache im fremden Lande nach dem wirklichen Gebrauch. ** Gernhardtscher Zither und MandolinenChor von 1905. Wie nicht anders zu erwarten war, hatte die gestern Abend im Hotel Zum Einhorn" von dem Gernhardtschen Zither- und Mandolinenchor gegebene Abend- Unterhaltung einen sehr guten Besuch gefunden, da die Zahl der großen Freunde der Saitenmufit eine recht bedeutende ist. Die Erschienenen sahen fich denn in ihren Erwartungen auch nicht getäuscht, unter der umsichtigen Leitung des Dirigenten Gernhardt wickelte sich das Programm in der besten Weise ab. Eingeleitet wurde der Abend durch eine vom GesamtChor vorgetragene und vom Publikum betfällig auf genommene Konzert- Ouverture. Ueberhaupt hatte der Gesamt Chor sich der Gunst des Publikums zu erfreuen, denn der Beifall des Saales steigerte fich von Piece zu Piece. Sehr gut gelangen: Waldesrauschen"," Guten Abend, gute Nacht"," Wiegenlied"( Strei terchor) und „ Märzrosen- Walzer". Mit den Gesamtchören wetteiferten die Einzelchöre, die unter ebenfalls startanhaltendem Beifall fich ihrer Aufgabe entledigten. So berlief der Abend in bester Weise und Darbietende und Genießende famen boll auf ihre Rechnung. == Abschiedsfeier. Das Personal der Gießener E senbahnwerkstätte beabsichtigt, den nach Bebra versezten Werkmeister Larbig nächsten Samstag auf dem" Felsenkeller" findet gemeinsamer Ausflug nach dem Windhof statt. Der Scheidende erfreut sich wegen seiner umsichtigen Leitung und der gerechten Behandlung seines Personals allgemeiner Hoffentlich reichen die Mittel dazu aus, die Aus: auptfront nad führung der Gefſimſe und Giebelaufbauten in möglichst echtem Steinmaterial zu gestalten, dann wird mit den glatten ruhigen Butteilen der Fassadenflächen, die wohl in möglichst helleren Farbtönen zu halten wären, der ganze Bau zwischen dem herrlichen Grün unserer Blah gebach hönen Anlagen gewiß ein gutes vorteilhaftes Städte- Beliebtheit. bild abgeben. Bunfere n licht erhalte Anfhein no Das G 7, eta burd ntalban, bie nach bea en und Belt egriff von namentlic bem eine empel Chaltens Dach träg eine löwen einer Border Die Innenarchitektur soll nach den bor liegenden Schnitten sich dem Charakter des Aeußeren anfügen. Soweit sich dies jetzt schon ersehen läßt, wird bei den getroffenen Anordnungen auch hier das Ge samtbild ein sehr wirkungsvolles werden. Das Intime, Trauliche spricht aus seinen Räumen und wird es erst vollendet sein, so sind wir sicher, daß wir Gießener auch stolz auf das ganze We k sein werden. Geflügelzüchter Berband. Gelegentlich der in Mainz staufindenden Landwirtschafts- und JubiläumsAusstellung findet Sonntag, den 17. September, nachmittags 3 Uhr, im oberen Saale des Restaurants zum Heiligen Beift, eine Laudesversammlung hessischer Geflügelzüchter statt. Angestrebt wird die Bildung eines LandesVerbandes und die Veranstaltung regelmäßig flattfindender Landesausstellungen. An sämtliche Hessische Gflügelzuchtvereine sind Einladungen ergangen. Es scheint großes Interesse für die Sache vorhanden zu sein. Aber nicht nur Vereinsmitglieder, sondern alle Freunde und Interessenten der Geflügelzucht sind zu dieser Versammlung * Wochenbericht der Zentralstelle für Obsiver. wertung in Frankfurt a. M. Die Durchschnittspre se betrugen: Pfisiche 20-00 Mt., Mirabellen 11-14 Mt., Zwetschen 6-10 Mt., Preißelbeeren 15-00 t., Aepfel und Birnen je nach Eorte 6-15 t., Faläpfel 5 wt., alles per Zentner. nun einen Blbaurat Helmer, dem Mitarbeiter unser mit der Aus- eingeladen. fich in ber Comm. Weiter erbühne, recht äume refervient gur Berfügung Wie uns mitgeteilt wird, wurde Herrn K. K. Oberführung des Theaterbaues betrauten Architekten Fellner u. Hellmer in Wien und Hans Meyer in Gießen bei der gestrigen Eröffnung des nun fertig gestellten Hoftheaters in Darmstadt von Sr. K. H. dem Großherzon das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipp des Großmütigen berlichen. ** Krofdorf, 17. September. Die über das Gehöst blattern verhängte Sperre ist wieder aufgehoben. des Insassen Karl Feiling, Dorfar, infolge Backstein= Hausen, 18 September. Schulhauseinweihung. Das hiesige, zweiklassige Schulhaus wurde am Sonntag unter entsprechenden Feierlichkeiten eingeweiht und seiner Bestimung übergeben. Als Regierungsvertreter war der Provinzialdirektor G.h. Rat Dr. Breidert onwesend, die Weiherede hielt Pfarrer paafe von Steinbach. X Grüningen, 17. September. Der ZigeunerMörder verhaftet. Hier ist der Zigeuner Klein als der Mörder des Zigeuners Ebender, den er auf dem Frißlarer Pferdemarkt durch einen Schuß in die Blase tödlich verwundete, verhaftet worden. § Heldenbergen, 17. Sptember. Veteran des Lehramts. Der langjährige Vorsitzende des israelitischen Lehrervereins des Großherzogtums Hessens, Lehrer Wertheimer, feiert Montag, den 18. d. M. seinen 70. Geburtstag. ? Ulfa, 17. September. Unser neues Pfarrhaus, das nach den Plänen des Baurats Diehm Gießen ausgeführt wird, ist im Rohbau soweit fertiggestellt, das es im nächsten Sommer seiner B.stimmung übergeben werden fann. an. Reserve hat Ruh! Aljährlich, wenn die alten Mannschaften entlassen sind, die Zeitrechnung, dann avanziert er, dann wird er der beginnt für den Refruten eine neue Beitrechnung oder richtiger, " alte" Mann. Dann fäuft er selbstbewußt sich einen Reserve Kalender und rechnet die Tage aus, die noch ins Land gehen müssen, bis auch er seine Ruhe hat, und wenn dann das lautlos, aber unaushaltsam schwingende Beitenrad den 150. Tag abseßt, ersteht der alte Mann sogar ein Anderthalbund wie er's für wenige Pfennige im ersten besten Warenmetermaß, wie's seine Käthe, die schneideri, auch gebraucht, haus haben tann. Am genannten Tage schneidet er die 3iffer 150 ab, am folgenden 149, am dritten 148 und so fort, bis auch die 8iffer eins in irgend eine Windrichtung hinaus flattert. Dann hat Reserve Ruh! Aber das dauert noch lange, entsetzlich lange fogar. Da muß man unbedingt etwas Farbe in das tägliche Einerlei bringen. Also nagelt der neugebackene alte Mann zunächst den Reserve- Kalender Das ist nun feineswegs ein so prosaischer Aft wie im Bibilleben, wo der geplagte Geschäftsmann oder noch plagtere Familienvater seufzend zur Jahreswende den alten Kalender durch den neuen ersetzt und resigniert in den Bart murmelt: Wieder ein Jahr hin, man fann von Glück noch reden, daß man auf dem alten Fleck steht." Auf dem alten Fled!- den gibt es für den alten Mann nun schon einmal garnicht, ihn bringt jeder Tag dem Biele näher zu, ergo ift das Militärleben fortschrittlicher als das Zivilleben!„ Achtung, präsentiert das Gewehr!" tönt das Kommando. Mit einem Rud wird der Befehl ausgeführt und während die Kapelle den Präsentiermarsch spielt, wird der Reserve- Kalender feierlichst angenageit. Also der Kalender ist da und wenige Wochen später blickt der alte Mann mit Selbstbewußtsein und einer gehörigen Dosis Geringschäzung auf die neuen frummbeinigen Hammelherden, die sozusagen erst gehen lernen müssen. Der alte Mann ist jetzt aber auch ein großer Mann, der nach außen eine Stellung zu repräsentieren hat, wie's sich namentlich am Sonntag Nachmittag zeigt, wenn er mit der Käthe, die er inzwischen großmütig zu der Charge eines „ Bahlmeisters" hat avanzieren lassen, Urm in Um über die Straße geht oder in wiegendem Walzerschritt über den Tanzboden gleitet. Weiß der Himmel- die Mädel haben keine Instruktionsstunde- aber einen alten Mann unterscheiden sie sofort von einem Rekruten. Einem echten Soldaten ist aber eine Liebe eins der unentbehrlichsten Ausrüstungsstücke. Denn wenn das Essen in der Kaserne einmal nicht ganz nach Wunsch ausgefallen oder der Gaumen Ezentrische Unwandlungen bekommt, weiß man immerhin wo eine friegsstarte eiserne Portion zu holen ist. Das ist physiologisch leicht zu erklären: wenn im Magen wenig gefüllt ist, zieht er sich zusammen und dann hat das Herz Blaz, sich recht weit auszudehnen. Allgemach aber kommen auch die Tage heran, wo die Regiments- und die Kompagnie- Nummern ganz barbarisch ver- soffen werden. Der nächste merkwürdige Tag bringt den Reserve- Barademarsch, bei dem die kleinen Schwächen und Angewohnheiten der Vorgeseßten ausgiebig perfifliert werden, die Begrabung der Löffel und die Berbrennung des aus Holz und Stroh geformten Reservemannes, die Reservemänner sind nun eben samt und sonders Krematinen. Endlich ist aber der große Tag der Entlassung erschienen! Der alte Mann, der jßt Reservemann geworden ist, hat seine Sachen abgeliefert und seine Militärpapiere in Empfang genommen. Schon bei Morgengrauen treten die Reſerveleute an und werden unter klingendem Spiel auf herum, noch ein letzter Händedruck, ein letztes Wort und die Mannschaften eilen auf die Koupees zu. Ein furzer, schriller Pfiff der Lokomotive und der Zug rollt in den rosigen, taufrischen Morgen hinaus. G. H. Heute Morgen herrschte in den Straßen von Gießen ein reges Leben: in aller Frühe wurden die zur Entlaffung gekommenen Reserv.mannschaften unter Borantritt der Musik zur Bahn geleitet. Die Mannschaften, die die üblichen Reserveabzeichen trugen, befanden sich bei bester Stimmung. Gegen Mitte Ditober werden die diesjährigen Rekruten eingestellt. Sirsense landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 19. September. Heiter und trocken, später zunehmende Bewölkung etwas wärmer. ( Räheres durch die Gießener Betterfarte.) Berantwortlich: für die Politik und den Inseratentell: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. The Berlitz School of Languages 4 goldn. und 2 silb. Medaillen. Weltaustellung St. Louis: Grand Prix. Oberleiter: Professor M. D. BERLITZ Chevalier de la Légion d'honneur. Unterrichtslokal in Giessen: Ludwigstrasse 30 part. Englisch. Französisch. Italienisch. Literatur Grammatik Handelskorrespondenz. - - ( Konversation nur von National- Lehrkräften.) Bekanntmachung. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß Diejenigen, welche für den bevorstehenden Winter fich die Bureauräume des Standesamts nicht mehr Fichten- Dedreiser aus den städtischen Waldungen zu im Bürgermeistereigebäude, sondern im Rathause beziehen wünschen, wollen ihre Anmeldungen bis zum am Marktplatz befinden. 1. Oftober auf der Bürgermeisterei- Zimmer Nr. 15erstatten. Gießen, am 15. September 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Betr. Abhaltung der Viehmärkte. Bekanntmachung. Vom 19. September Ifd. Js. ab bis auf weiteres beginnt der Auftrieb von Vieh auf dem Viehmarktplatz Am Freitag, den 22. d. Mts., abends 8% Uhr, wird am jeweiligen ersten Viehmarkttage um 7 Uhr vormittags, im ,, Hotel zum Einkorn", Lindenplatz 1, eine Probestunde gratis und ohne Verbindlichkeit erteilt. Damen und Herren, welche sich für fremde Sprachen interessieren und die Anwendung der Berlitzmethode kennen lernen wollen, sind hierdurch zu dieser Probestunde eingeladen. Direktor V. Carpentier. Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an. Rotwein ( echter Ingelheimer) Liter oder Flasche von 100 Pfg. an versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten von 12 Flaschen an P.Chr. Saalwächter Weingutsbesitzer. Nieder- Ingelheim a. Rhein. Darmstädter Pferde- Lotterie. Ziehung am 13. Oktober. 1 Los uur 1 Mark. ( Ziehungsliste und Porto 20 Pfg.) 1 eleganter Wagen, Zweispänner mit 2 Pferden und komplettem Geschirr im Werte von ca. t. 600. 1 Reitpferd mit Sattel und Zaum im Werte v. ca. Mt. 2000. ME. 10 300. 1 Stuhlwagen mit 1 Pferd und Geschirr i. W. v. ca. Mk. 1700. 17 Pferde oder Fohlen im Gesamtwerte vo 535 andere Gewinne im Gesamtwerte von Lose sind zu beziehen durch: Mr. 5000. L.F.Ohnacker, Darmstadt und alle Loseverkaufsstellen. Versteigerung. Freitag, den 22. Septbr. 1. J. nachmittags 3 Uhr sollen im städtischen Vran dlokale. Selters meg 11, dahler die wegen rüdständiger Ortsfrankenkassebet träge pro Monat Mai 19 5 ge= pfändeten Gegenstände, Möbel aller Art, 2 Pferde und 2 Kassenschränke versteigert werden. Semmecker, Psandmeister Gießen. Städt. Wohnungsnachweis Gießen. Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 14 Geschäftsstunden von 8-1 und bon 3-6 Uhr Es find zu vermieten: 2 Wohnung von 7 Zimmern 2232212 f " " " " 1 " " 11 H " 2 3 " " 2 2 Zimmer und 2 Kabinette 1 Kleiner Laden. UnionWichse ( vormals Krauss- Clinz) ist und bleibt die beste! In Schachteln u.Dosen überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Die Lieferung erfolgt frei vor's Haus. Der Preis ist auf 16 Pfennig für die Welle festgesetzt und bei der Anmeldung zu entrichten. Gießen, den 18. September 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. am i weiligen zweiten Viehmarkttage um 8 Uhr vorm. Betreffend: Die Bildung der Schöffengerichte und Gießen, den 16. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Roonstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Die Zufahrt zu den Häusern fann durch den Großen Steinweg erfolgen. Gießen, den 16. September 1905. Großh. Bolizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Obstversteigerung. Schwurgerichte. Die Urliste für die Schöffen und Ge= schworenen liegt eine Woche lang und zwar von Dienstag, den 19. bis einschließlich Dienstag, den 26. September d. Js. auf dem Bürgermeisterei- Bureau zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb der Offenlegungsfrist fann gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Urliste schriftlich oder zu Protokoll des Bürgermeisters Einsprache erhoben werden. Gießen, am 15. August 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. In der Zeit vom 9. bis 15. September wurden in Dienstag, den 19. September, nachm. 2½ Uhr beginnend wird an Ort und Stelle das Obst von den städtischen Bäumen am Krofdorferweg. Leihgesternerweg, hiesiger Stadt auf den von der Stadt erworbenen Grundstücken der Afttenbraueret, an der Licherstraße, am alten Anneröderweg, am alten Steinbacherweg und am Wieseckerweg öffentlich meistbietend zur Aberntung versteigert. Um etwa 4 Uhr werden die Kastanien an der Licher und Grünbergerstraße mitversteigert. Die Zusammenkunft ist auf der Rodheimerstraße am Schlachthaus. Gießen, den 16. September 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V. Curschmann. Bedingungen. der gefunden: 1 Kneifer, 1 Granatbrosche und 1 Porte monnaie mit Inhalt; zu machen. verloren: 1 Taschenuhr, innen der Namen Heinrich Schmidt und der des Uhrmachers Hause. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend Gießen, den 16. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Die unterm 14. Auguft 1905 angeordnete Sperre Heffischen Landes- Hypothekenbank in Darmstadt des Schiffenbergerweges zwischen Gutenberg- und für ihre vom 16. September 1905 an bis auf weiteres zu erteilenden Zusagen: Bei Hypothek- Darlehen an Private beträgt der Zinsfuß während der ganzen Darlehensdauer unverändert: 334%. Licherstraße wird hiermit aufgehoben. Bet Kommunal- Darlehen beträgt der Zins. fuz nach Wahl der Anleiher entweder 3,70% des für die ganze Dauer des Darlehensverhältnisses wird oder 3,75% für die ersten zehn Jahre und 3.625% vom elften Jahre an. Gießen, den 15. September 1905. Großh. Polizeiamt Sießen. J. V. Roth. Bekanntmachung. Die unterm 12. August 1905 angeordnete Sperre Afterweges zwischen Schillerstraße und Nordanlage hiermit aufgehoben. Gießen, den 13. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Die der Bank durch die Aufbringung des Darlebensfapitals erwachsenden Kosten find vom Anleiher in der Weise zu ersetzen, daß bei 1/2% Tilgungsbeitrag ( Jahresleistung 44%) die Tilgungsdauer auf 62 Jahre erstreckt wird. Die Tilgungsbeiträge der ersten 4 Jahre werden in diesem Falle zur Deckung der Kosten heran- die Oftanlage zwischen Landgrafen- und Wiesenstraße gezogen. Damit würden die Geldbeschaffungskosten voll- bon heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverfehr gesperrt. ständig beglichen und eine weitere Vergütung vom Gießen, den 16. September 1905. Anleiher nicht zu leisten sein; auch findet kein BarGroßh. Polizeiamt Sießen. abzug statt. J. V.: Roth. Bet höherer Tilgung ist die Hinausschiebung der Tilgungsdauer entsprechend geringer( bet 3/4%% steйt sich letztere auf: 50% Jahre, bei 1% auf: 44 Jahre u. f. f Vergebung von Bauarbeiten. Die bei dem Umbau des physiologischen Institute Weißbinderarbeiten Es werden nur Tilgungsdarlehen gewährt, welche von der Bank nicht gekündigt werden können. Ebensowenig fann der Zinsfuß gesteigert werden. Dem An zu Gießen erforderlichen Für einen Hosenschneider leiher wird dagegen ein Kündigungsrecht eingeräumt. wird für 1. Oftober 1905 Stell Aufschlüsse sind jederzeit kostenlos von der Bank, werden hiermit unter Zugrundlegung des Ministerialerlaffes un gesucht. Näheres auf dem ebenso wie von den Großh. Bürgermeistereien und vom 16. Juni 1893 öffentlich ausgeschrieben. Angebots Armenamt Gießen, Neuenbäue 25, Großh. Ortsgerichten zu erhalten. unterlagen fönnen in unserem Amtslokal eingesehen, Zimmer Nr. 2. Angebotsformulare daher gegen Selbstfostenpreis bezogen Ein Hausbursche 2 unmöbl. u. 1 möblierte Zimmer. gesucht. 1 Werkstätte. Zu mieten gesucht: 22 Wohnungen von 1-7 Zimmern. 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