abe iner wirl que ingi da aus 3, dei 1 be: Erfor er sehi Ver: deine legter arte is en Teil hat. genfall durd Wasser Danad vährend Im Ja weil in Regens ert der Bt nur itig die Baffers die an odenen nad fron eine nem 2011 fer Jer aris zwei zeit dort djad er im ge= und bie nden, glamm rreicht. en auch t. Das berhaupt 25 Stilo er Ort Afrita Jett liegt bon ber ngen, die itabe bez fich weite bern mur b, befto e, die am virffamer fein, bas ein ben urchfchnitt ben wird ftändiges Geträffer aftens nad Nr. 15. Insertionspreis: Die einspaltige Betitzelle für ganz OberBeffen, ble Kretse Weglar umb Marburg 10 Bfg. fonft 15 Bfg. Reklamen ble Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanfchluß Nr. 362. Mittwoch, den 18. Januar 1905. Gießener 14 Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Ptg., in's Haus gebracht 60 fg., burch die Poft bezogen vierteljährl. Mt. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Gründe und folgen des Bergarbeiterftreiks. Die Ankündigung des Generalstreiks der Bergarbeiter im Ruhrgebiet durch den Arbeiterausschuß ist ein Schritt, der weit über lokale und provinzielle Interessen hinausgeht und den Lebensnerv der deutschen Industrie aufs empfindlichste berührt. Unser Berliner CB- Mitarbeiter hat es angesichts der großen Bedeutung der vorliegenden Streif- und Streitfragen für seine publizistische Pflicht gehalten, an unterrichteter Stelle Erkundigungen einzuziehen, wie man die Gründe und Aussichten des Generalausstandes beurteilt, und welche Stellung die preußische Regierung in diesem gewaltigen neuen Lohnkampf zu nehmen gedenkt. Ihm wurde folgendes eröffnet: Der Ausbruch des Generalstreiks im Ruhrgebiet war in dem Augenblick zu erwarten, als der Bergbauliche Verein es ablehnte, mit den Vertretern der Arbeiterschaft in direkte Verhandlung zu treten. Der ablehnende Bescheid ist formell nicht in schroffem Ton gehalten, enthält aber sachlich eine so präzise Absage, daß einstweilen jeder Versuch zu einer gütlichen Vermittelung auch für die Staatsbehörden völlig aussichtslos ist. Die ablehnende Haltung der Zechenbefizer stützt fich auf die Tatsache, daß die Grubenarbeiter in einer Anzahl von Betrieben schon in den Ausstand getreten sind, ehe fie noch ihre Forderungen geltend gemacht hatten. Bei der Zeche Bruchstraße liegen aber die Verhältnisse bekanntlich an. ders. Dort war durch die Verlängerung der Seilfahrt seitens der Zechenverwaltung eine Kündigung des alten Vertrags eingetreten, so daß also die dortigen Arbeiter der Vormurf eines Kontraktbruches nach streng juristischen Grundsägen nicht treffen kann Indem sie die Aufnahme der Arbeiten verweigerten, bekundeten sie, daß sie unter den neuen Vertragsbedingungen nicht mehr auf eine Beschäftigung in dieser Zeche reflektierten. Hier liegen also absolut flare Verhältnisse vor, während das Ueberspringen des elektrischen Funkens auf andere Zechen lediglich mit psychologischen Gründen zu erklären ist. Es besteht hier offenbar seit langen Jahren ein Mißverhältnis zwischen der Arbeiterschaft und den Unternehmern. Aber immerhin ist auch jetzt die Sachlage nicht troftlos, wenn nicht der ganze Streif künstlich zu einer Machtfrage ausgestaltet wird. Die Zechenbesitzer lehnen, wie im preuBischen Landtage auch bereits mitgeteilt wurde, zwar eine unmittelbare Verhandlung mit den Vertretern der Arbeiterschaft ab, bitten aber zugleich den Staat, Erhebungen darüber anzustellen, ob wirklich Mißverhältnisse vorliegen. Auch in den Forderungen der Arbeiterschaft, wie sie von dem Verbandssekretär der christlichen Arbeitervereine Efferts forIgnaz von Tzargos, der Schäfer. 27) Von Gustav Rohleber, Grünberg i. H. Alle Rechte vorbehalen. Nachdruckverboten. Wie von Raubtieren wurde er überfallen, gefnebelt und auf einer schnell hergerichteten Tragbahre durch den ganzen Forst bis zur Hermannsburg getragen. Dort angekommen wollten die Ziegeuner die Tortur an ihn, nach damaliger Sitte anwenden. Doch Urban hatte ein Menschenherz. Er verbot es ganz eutschieden Seine Bande wußte ein solch Verbot durfte nicht übertreten werden. Man ließ ihn gefesselt bis zur Nacht liegen. Dann trat Urban als Haupt und Richter der Bande zu ihm, cedete ihm in sein Gewissen, und frug, ob er noch etwas gut machen, oder zu bestellen habe. Jetzt set es noch Zeit. In einer Stunde stehe er vor Gottes Richterstuhle. Der Graf wußte, daß sein Stündlein geschlagen hatte. Rettung, dessen war er überzeugt, gab es teine. Ja, wenn Egmont von Eppe es wiffe, der würde ihn noch retten. Doch der saß ja noch frank im Lehnstuhle am großen Kamine. Erbarmuug von seinen Todfeinden. war nicht zu erwarten. Er hatte ja auch nie Erbarm= ung gehabt mit allen seinen Opfern. Er bat nur man möge dem Ignaz von Tzargos, wie er früher genannt set, und den er vor seiner Krankheit als Schäfer gesehen habe, sagen: Die LoreMine, in Saffenburg, des Ignaz Fcau, sei seine des Grafen Tochter. Er sei der Graf, welcher in Wien die Eleonore von der Havel betrogen. Gut fönne er nichts mehr machen. Als Ausgestoßener aus seiner Familie habe er kein Vermögen, um wenigstens im Jrdischen gut zu machen, sei weit es möglich. Graf Egmont von Eppe habe sich seiner erbarmt, sonst hätte er, der stets im Ueberfluffe gelebt, elendig muliert worden sind, findet sich die Position, daß die Oberbergamtsbehörde als Schiedsgericht fungieren soll. Die Anrufung der staatlichen Vermittelung ist also der Schnittpunkt, auf dem sich die Zechenbesizer und die Grubenarbeiter zusam. menfinden. Nachdem der Streik einmal ausgebrochen ist, hat der Staat selbst das größte Interesse daran, die sozialen Verhältnisse im Grubengebiet genau zu untersuchen und auf den Abschluß eines Generalfriedens auf lange Frist hinaus hinzuwirken. Wenn es auch nach wie vor Grundsatz der Staatsregierung bleiben muß, daß sie sich in die eigentlichen Arbeits- und Lohnfragen nicht einmischen darf, so muß sie umsomehr die Aufmerksamkeit auf die sozialen Forderungen richten, unter denen in erster Linie zu nennen sind: die Forderung einer Schaffung von Arbeiterausschüssen, die als Puffer zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer stehen, ferner die Forderung einer Reform des Knappschaftswesens und schließlich die Forderung einer Ernennung von Grubeninspektoren, die zum Teil aus der Wahl der Arbeiterschaft hervorgehen. In englischen Kohlenwerken ist dieses Institut bereits geschaffen und es steht solchen Grubeninspektoren das Recht zu, etwa alle 14 Tage die Gruben zu befahren. Die Wirkung dieses Ausstandes ist einstweilen unberechenbar. Etwa eine Viertel Million Arbeiter ist vollständig beschäftigungslos, die Arbeitslosenunterstützungen verschlingen wöchentlich viele Millionen und die Produktionsverluste sind noch erheblich größer. Das ganze Geschäftsleben im Ruhrgebiet wird zur Inanspruchnahme eines großen Kvedits gezwungen, die Gemeindebrtriebe für Beleuchtungs- und Verkehrszwecke werden ebenso wie großindustrielle Anlagen zu einer Betrieb einschränkung oder gar zu einer Betriebseinstellung gezwungen und selbst der staatliche Eisenbahnbetrieb wird bedroht, denn es kommen jetzt durch den Gesamtausstand etwa 10 000 bis 12 000 Doppelwaggon Kohlen täg. lich nicht zur Ablieferung. So liegen die Verhältnisse derart ungünstig, daß ein langer Kampf ohne schwere Schädigung unseres nationalen Wohistandes und unserer natio. nalen Wohlfahrt nicht möglich ist. Hoffentlich werden beide streitende Parteien dies wohl beherzigen. Die Lage und Stimmung im Streikgebiet. Effen, 17. Januar. Es ist nicht das erstemal, daß das Ruhrkohlenrevier die allgemeine Aufmerksamkeit für sich in Anspruch nimmt. Der große Ausstand vor 15 Jahren ist noch in aller Erinnerung. Aber was jetzt sich ereignet, geht weit über das Maß der damaligen Bewegung hinaus. Denn der Kohlenbergbau im Ruhrrevier hat sich in ganz außerordentlicher Weise vergrößert, und entsprechend hat sich die Zahl der Bergarbeiter vermehrt. Man hat nach der Proklamierung des General. streits mit der riesigen Armee von mindestens einer Viertelmillion Ausständiger zu rechnen. berhungern müssen. Ja er, Ja er, der stolze Graf er lag gebrochen nach diesem kurzen Bekenntnisse. Sein Sündenregister all zu erzählen war auch nicht möglich. Kaum hatte der Graf mit seinem Bekenntnisse geendet, so schien, der bis dahin ruhig gebliebene Urban die Fassung zu verlieren. Mit wutverzerrtem Gesicht sprach der Ziegeuner: " Ja, Glender, ich richte deine letzte Bitte aus, aber dafür stirbst du auch jetzt und zwar sollst du mit der Hermannsburg verbrannt werden." tot. Ein Aufschret des Schreckens und der Graf war Ein Schlag hatte ihn lebendig verbrannt zu werden erlöst. In diesem Augenblicke trat Tzargos herein. Er hatte das Recht der„ Koppelhüte" auf Biermunder Gebiet mit seiner Herde benutzt. Er sah schon seit Stunden die Ziegeuner auf der Hermannsburg ein- und ausgehen. Es mußte etwas besonders vorgehen. Vielleicht hatten sie den Graf gefunden. Er wollte dann versuchen ihn zu retten, wenn er auch wenig Hoffnung hatte. Er kam gerade dieses Bekenntniß des Grafen mit anzuhören. Er taumelte, wie er es hörte. Ein alter Ziegeuner fing ihn auf. Als er aus seiner Ohnmacht erwachte, sah er wirr um sich. Urban war hinzugetreten und war bemüht ihn zu trösten. Doch er wehrte alles ab. Ohne seine Schuld hatte er Fluch auf sich geladen, er wollte es seiner kranken Frau schonend beibringen und dann schweigen wie das Grab. Er wollte dann sein Weib, Kind und Heim meiden, nur noch seiner Herde leben, diese und andere törichte Gedanken rasten durch sein Hirn. Er trieb seine Herde weiter, ohne Abschied von den Ziegeunern zu nehmen. Kaum waren die Schafe am Abend in die Hürden gebracht, so sah er Feuerschein. Die abziehenden Ziegeuuer hatten den roten Hahn" auf der Hermannsburg aufgesteckt. Als die Glut erlöscht Genugsam haben die Führer gewarnt: Nicht für Wochen, sondern für Monate müßt ihr sehen, wie ihr, ohne Lohn zu erhalten, euch mit euren Familien durchschlagt; und ihr sollt wissen, daß ihr einen einigermaßen ausreichenden Ersatz durch Unterstützungen nicht zu erwarten habt. So riefen die Führer den Arbeitern zu. Indessen alle Hinweise auf die Zeit der Not, die der Ausstand bringen müsse, hat nichts gefruchtet. Der Generalstreif wurde erklärt. Er stellt sich als eine Folge unglaublicher Erbitterung dar, die mit unwiderstehlicher Wucht zum Aeußersten drängte, die schließlich alles Bremsen" der Führer( wie der Ausdruck im Kohlenrevier lautet) vergeblich und die Führer zu Geführten machte. Es handelt sich diesmal gar nicht so sehr um große Gesichtspunkte, um höhere Löhne, un einen Kampf der sozialen Gegensätze. Was zum Vosbruch orangte, waren vielmehr die kleinen Vorkommnisse im gegenseitigen Verkehr, so manche als Mißstände empfundenen Verhältnisse. Aber gerade sie sind, wenn sie sich häufen, dazu geeignet, die Leidenschaften in einer Weise zu entfesseln, daß davor die bernünftige Ueberlegung zurücktritt. Diese Tatsache trat in dem legten entscheidenden Stadium zutage, der dem Ausbruch des Kampfes voranging. Nichts hat die Erbitterung mehr geschürt und schließlich den Stein ins Rollen gebracht, als der Umstand, daß der Bergbauliche Verein den eingeschriebenen Brief, der seine Antwort auf die Forderungen der Bergarbeiter enthielt, so adressiert hatte, daß sein Inhalt, der jede Verhandlung ablehnt, erst dann der Versammlung der Vertrauensleute befannt gegeben werden konnte, als schon durch Ertrablätter der Zeitungen der volle Wortlaut veröffentlicht war. In diesem Augenblick gab es kein Halten mehr. Selbst die Führer traten nunmehr für den Ausstand ein, und ihre Sorge geht jept in erster Linie dahin, Ausschreitungen fernzuhalten, die eine Wendung zum Schlimmsten herbeiführen, wohl gar den Ausstand zum offenen Aufstand sich wenden lassen müßte. Wir wollen Ordnung halten, wenn wir auch den Volkswillen nicht mehr unterdrücken konnten." So rief der Reichstagsabgeordnete Sachse, der Vorsigende des alten sozialdemokratischen Verbandes, am Schlusse der entscheidenden Versammlung seinen Kameraden zu. In einer Versammlung zu Carnap wurde denen geradezu mit Ausschluß gedroht, die Ausschreitungen begehen sollten. Besonders wird fortgesezt vor Belästigung der Arbeitswilligen gewarnt. Vielfach ist man geneigt, das belgische System des Zusammenarbeitens von Arbeitern und Polizei zur Aufrechterhaltung der Ruhe zur Anwendung zu bringen. So haben sich in Obernhausen die Führer des alten Verbandes der Polizei direkt zur Verfügung gestellt, und diese hat 40 Bergleute als Ordner verpflichtet. Uunötig find derartige Vorkehrungen nicht. Denn die Erbitterung ist besonders zwischen den unteren Beamten und den Arbeitern eine große. So sind auf der Zeche Matthias Stinnes" bereits Schüsse gewechselt worden. Wie es dabei zugegangen, darüber stehen fich die Aussagen schroff gegenüber. Von der war, fand man die verbrannten Knochenceste des Grafen von V... Dieselben wurden gesammelt und neben das Grab der alten Monika begraben. Der Geistliche von Viermunden predigte bei dieser Beerdigung nicht, sondern las nur den Text Abs 6,8. Was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben, ernten. Den Feuerschein von der Hermannsburg hatten auch die Sassenburger gesehen. Ein törichter Mann schreit gerade vor dem Hirtenhäuschen: Feuer auf der Hermannsburg". Die franke Tzargos Mine hört aber nur das erste Wort: Feuer! Der Schrecken war so groß, daß schon eine Stunde später ihr Leben beschlossen hatte. Ihr kleiner Junge fommt wild ins ärmliche Stübchen gesprungen, der Mutter die Nachricht bom Brande zu bringen. Er ruft dem franken Mütterlein, doch keine Antwort. Auch auf sein ungestümes Fragen bleibt's Mütterlein stumm. Da fängt er an mit seinen Liebfosungen, doch auf einmal schreit er laut auf. Nachbarn hören es, kommen in's Stübchen und finden, daß die Tzargos- Mine es überstanden hat. Schnell läuft einer hinaus in das Feld zum Schäfer die Nachricht vom Tode seiner Frau ihm zu überbringen. Der alte Clemens geht langsam nach. Er kann bald nicht mehr. Doch diese Nacht will er bei dem Tzargos seiner Herde bleiben, zum letzten Male. Der Bote hat dem Tzargos die Botschaft überbracht. Weinen fann er nicht, er steht da wie eine gebrochene Giche. Da sieht er langsam den Clemens kommen. Da bricht es mit einem Male hervor. Diesem Mann muß und kann er alles sagen. Er tut es, das Herz wird ihm leicht. Er erzählt, was er heute erlebt, verschweigt nichts. ( Fortsetzung folgt.) einen Scite wird behauptet, der Knappschaftsälteste Unverwerth habe auf den Betriebsführer Papst den Schuß abgegeben, während ersterer erklärt, auf ihn sei geschossen wor= den. Ihr Augenmerk richten die Führer auch besonders darauf, daß nicht im Rausche Ausschreitungen vorkommen. In den Versammlungen werden vielfach keine alkoholischen Getränke verabreicht, und den Wirten wird eine Entschädigung von 10 Pfennig für jeden Teilnehmer gewährt. Wie lange die Führer nun noch die Massen in der Hand behalten, bleibt abzuwarten. Die Art, wie ihnen die Zügel bei Umsichgreifen des Streiffiebers entschlüpft sind, ist kein gutes Vorzeichen, und je mehr die Zahl der Streifenden anwächst, desto schwerer wird es werden, die Leidenschaften einzudämmen. Ob gern oder ungern, überall treten die Belegschaften in den Streik ein; wie die Hergänge in den Versammlungen erkennen lassen, gehen Tausende von BergTenten sehr gegen ihren Willen in die Bewegung und dem Elend entgegen, da sie so gut wie gar feine Forderungen haben, auf deren Erfüllung sie drängen. Aber sie sind machtlos, sie müssen mit. Nur auf den Zechen wird nach Beschluß der Versammlungen gearbeitet, deren gänzliche Stilllegung oder Ersäufung im Falle des Aufhörens mit der Förderung zu befürchten stände. * Die Politik. Die an General v. Trotha ergangene Weisung wegen Schonung der Herero bezieht sich natürlich nur auf die Mitglieder des aufständischen Volksstammes, die vom Kampfe, ob freiwillig oder notgedrungen, Abstand nehmen. Es soll jezt der Versuch gemacht werden, durch Ermöglichung der Unterwerfung der Aufständischen den Boden für die Rückkehr zu geordneten Verhältnissen in der Kolonie zu bereiten. Für eine Beendigung des Hottentottenfrieges auf ähnlicher Grundlage liegen die Bedingungen insofern günstiger, als die Hottentotten, mit Ausnahme der Witboi, keine Mordtaten verüben. Auch der viel genannte Räuber Morenga hält sich mit seiner Schar davon frei, er läßt sogar den von ihm Ausgeraubten das nötigste zum Leben. Inzwischen ist wieder ein Truppentransport in Stärke von 1104 Mann mit 528 Pferden von Hamburg nach Deutschsüdwestafrika abgegangen. * Die bevorstehende Einführung der Reichsarzneitage wird eine weitere Vereinheitlichung der Arzneimittelpreise zur Folge haben. Auch für die in den amtlichen Arzneitaren nicht vermerkten Mittel sollen einheitliche Preise eingeführt werden. Diese werden in einer sogen. Reichsergänzungstare zusammengestellt werden, deren Beratung der Apothekenbesizer Stein in Durlach übernommen hat. Noch besteht ein Fünfchen von Hoffnung, daß es gelinge, die unheildrohende Bewegung in absehbarer Zeit zu beenden. Auf diesen Hoffnungsschimmer sind sicherlich im stillen sehr viel mehr Augen gerichtet, wie öffentlich zugegeben wird. Das ist der angekündigte Vermittelungsversuch der Regierung. Schon in der ganzen Bewegung, die zum Ausbruch des Streikes führte, trat stets die Hoffnung auf die Regierung zutage. So in höchst bezeichnender Weise in einer Versammlung in Essen, in der Bergmann Berker eine historische Ausführung über das Recht der Gewinnung bon Erzen gab. Schon 476 hatten die Kommunen dieses Recht inne, das 1500 nach dem französischen Bergrecht auf die Fürsten überging, bis 1848 auch das Großkapital an der Gewinnung teilnehmen konnte. Das heutige Bergrecht bestehe seit 1865. Die Regierung habe an diesem Rechte großes Interesse. Sie würde also auch im äußersten Falle die Ausständigen zu schützen wissen. So flang es überall. So denkt man noch heute; und mit Spannung blickt man auf die ins Streifgebiet entsandte Ministerialfommission, die heute nachmittag ihre Tätigkeit aufnimmt. Die Arbeiterdelegierten sind telegraphisch ersucht, Vertreter nach dem Oberbergamt in Dortmund zu entsenden, um dort ihre Beschwerden der Kommission vorzubringen. Die Regierung würde fich den Dank von Tausenden erwerben, wenn es ihr gelänge, den wirtschaftlichen Krieg abzuwenden. Der Krieg in Oftalien. Frankreich. Preussifcher Landtag. ( 119. Sizung.) Haus der Abgeordneten. RK Berlin, 17. Januar. erhalten. 3b Raftchen über ftändig ausri erfolgte eine Deffnung de Ichauten, fdm befand sich e Der Absender [ Gin 1 wigichen D Tage ein des allein find. Die großvater, Diert durd Jahre und liches Lebe = [ Fin Böhmen besonders Schneejhirm haben die = Schorniteine Menfchen in jedem Verteb badurch zuein fich Stollen u [ Vor K rifer Blättern Loire) ein M alt ist. Rou Jahre 1887 lich feine Sp einem Landg auf freiem zu erfrieren. Die heutige Etatdebatte stand fast ausschließlich unter dem Zeichen des Bergarbeiterstreits. Sehr ausführlich legte der Zentrumsabgeordnete und frühere Bergarbeiter Brust die Beschwerden der Arbeiter dar, doch hatte er schwer mit der Unruhe des mäßig besezten Hauses zu kämpfen. In seiner Entgegnung suchte Minister Möller wiederum möglichst den Standpunkt des Unparteiischen festzuhalten, mußte aber einige unrichtige Behauptungen zurückweisen. Lebhafte Befriedigung im Hause rief die Mitteilung hervor, daß die Regierungskommission heute nachmittag die Arbeitervertreter zu einer Besprechung eingeladen habe. Wie der erste Redner für die Arbeiter, so trat Dr. Hirsch( natl.) für die Arbeitgeber energisch ein. Er schob die Schuld am Streit besonders auf die Hezarbeit der Sozialdemokraten. Minister Möller stimmte ihm darin bei, daß der Kontraktbruch der Arbeiter in diesem Falle wie stets zu mißbilligen sei. Zugleich teilte er mit, daß heute nach einem eben eingelaufenen Telegramm der Generalstreik noch nicht völlig durchgeführt ist, ja daß in manchen Zechen noch alle Arbeiter eingefahren sind. Der Minister des Innern Frhr. b. Hammerstein erntete den Beifall des Hauses, als er entschiedenen Schutz der Arbeitswilligen versprach, ebenso das Militär im Streifgebiet vorläufig nicht verwendet werden soll, dagegen wider Willen stürmische Heiterfeit bei der Bemer. fung, er hoffe mit der„, ordinären" Polizei auszukommen. Nun folgten endlich wieder einige Etatsreden, und zwar hintereinander zwei, die große Aufmerksamkeit erregten. Der fonservative Abgeordnete Windler proklamierte ausdrücklich das Recht des Landtages, über Reichsangelegenheiten zu sprechen, und knüpfte daran eine sehr scharfe Kritik der Mittelstandsrede des Grafen Posadowsky vom 13. Dezem ber. Mit der Aufforderung, gegen Polen und Sozialdemo fraten gleich scharf vorzugehen, schloß der Redner, um dem greisen Herrn v. Kardorff Platz zu machen. Mit einem Heuer, dem man seine 77 Jahre nicht anmerkte, forderte cr cine gründliche Reichsfinanzreform und eine Ausdehnung der Selbstverwaltung. Es wird zu viel regiert bei uns" wor sein Schlußwort. Nachdem dann der nationalliberale Abg. Schmieding noch einmal auf den Streit zurückgekommen war und den Standpunkt der Arbeitgeber verteidigt hatte, wurde der Schluß der Debatte beschlossen. Morgen wird das Ausführungsgesetz zun Reichsfeuchen. gesetz beraten werden. Es darf jetzt als feststehend angesehen werden, daß das Rücktrittsgesuch des Ministerpräsidenten Combes beschlossene Sache ist. Er wird gemeinsam mit den Mitgliedern seines Ministeriums dem Präsidenten Loubet heute( Mittwoch) ein Schreiben überreichen, in dem die Gründe für seine Demission auseinandergesetzt werden Auf Aufforderung mehrerer Deputierter gedenkt Combes sodann in einer Anzahl größerer Provinzstädte Volksversammlungen zu veranstalten, um sein Programm zu verteidigen. Nach den letzten Meldungen, die Londoner Blätter von ihren Korrespondenten am Schaho erhielten, scheinen sich bei Mukden große Dinge vorzubereiten. Es wurden auf beiden Seiten große Truppenverschiebungen vorgenommen. Besonders die russische Offensive wird von Tag zu Tag energischer und gestaltet sich langsam zu einem allgemeinen Vormarsch. Aus London liegt dazu folgendes Telegramm vor: Infolge der Affäre Syveton ist der Schrank der Patriotenliga, der seiner Zeit auf der Bank von Antwerpen deponiert war, von belgischen Gerichtsbeamten und Vertretern der Liga geöffnet worden. Er enthielt eine große Menge Schriftstücke politischen Inhalts, doch keine G beträge, u. a. aber genaue Quittungen über die von der Vaterlandsliga an Zeitungen, und Volksredner gezahlten Geldunterstützungen, sowie Abschnitte von Empfangsbestätigung über anonyme Spenden im Betrage von 1 200 000 Francs. Der Antwerpener Untersuchungsrichter belegte den gesamten Inhalt des Schrankes vorläufig mit Beschlag. Die Vertreter der Liga erhoben gegen etwaige Auslieferung der Papiere an die französische Gerichtsbehörde Einspruch, da die Schriftstücke in keiner Weise die Angelegenheit Syveton beträfen. Rufsland. Die Gährung unter den Arbeitern ist in einem Ansstand in den Putilow- Werken in Petersburg zum Ausdruck gelangt. Die Arbeiter der Werke haben eine Reihe von Forderungen aufgestellt und gedroht, falls diese nicht in drei Tagen bewilligt wurden, bewaffnet vorzugehen. Der Rufsische Arbeiter- Klub, der 7000 Mitglieder umfaßt, steht an der Spitze der Bewegung. Die Persönlichkeit des jungen Menschen, der in Moskau das Attentat gegen den Polizeichef Trepow verübte, ist jetzt festgestellt. Er ist Handelsschüler und heißt Poltogrodski. Der Anschlag steht mit den Dezemberunruhen in Zusammenhang. Wie es heißt, soll die Kugel, die Poltogrodski abfeuerte, vergiftet gewesen sein. Balkan- Staaten. Die Spannung zwischen Serben und Bulgaren ist im Zunehmen begriffen. Es wird wieder von bulgarischen Morttaten berichtet, der u. a. der serbische Geistliche Taschko und dessen Diener in Sumanowo zum Opfer fiel. Die Russen rücken um Mukden allmählich vor. Sie legten Forts und Schanzen bei Schufangtao und Schalingtao am Hunho an. Ein Teil der Rosaken Wischtschenkos ist nach Norden zurückgegangen. Ueber den Verbleib des anderen Teils it man noch im Ungewissen. Von russischer Seite wird dagegen behauptet, daß es dem ganzen Detachement des Generals Mischtschenko gelungen sei, sich der drohenden Abschne: bung durch die Japaner nach dem fühnen Ritt gegen Inkau zu entziehen. Die Petersburger Telegraphen- Agentur läßt sich aus Saschetun melden: Das Kavalleriedetachement ist von seiner Streifzug gegen den Rücken der Japaner glücklich zurückgefehrt. Die russischen Verluste betragen 300 Mann an Toten und Verwundeten. Die Verwundeten wurden zurückgebracht. Der Streifzug hat auf die Japaner großen Eindruck gemacht. Diese letzte Redewendung, schreibt unser Mitarbeiter, ist etwas stark bramabarsierend. Sie klingt, als ob die Japaner von einer Panik ergriffen worden seien. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Im Gegenteil. Nach dem eigenen Bericht Kuropatkins an den Kaiser über den Streifzug Mischtschenkos haben die Japaner, trotzdem ihnen der russische Vorstoß ganz überraschend kam, überall völlige Ruhe bewahrt. Namentlich zeigte sich das bei dem russischen Angriff auf den Bahnhof von Inkau. Die Japaner eröffneten, nachdem sie in aller Eile Reserven herangezogen hatten, ein so wirksames Gewehr- und Magazingeschützfeuer auf die Angreifenden, daß diese sich Hals über Kopf zurückziehen mußten. Die einzige nachhaltige Wirkung des Mischtschenfoschen Unternehmens auf die Japaner ist, daß sie ihre von den russischen Kavallerieschwärmen bedrohten Verbindungslinien schleunigst möglichst gesichert haben. Das kann ihnen aber kein Mensch als Furcht, sondern nur als weise Fürsorge für fünftige Fälle auslegen. Wie weit die Russen die chinesische Neutralität bei diesem Kosakenritt verTezt haben, steht noch immer nicht fest. Ueber den Hus den Parlamenten. Hof und Gesellschaft. *** In Weimar ist, im jugendlichen Alter von kaum 21% Jahren, Großherzogin Karoline von SachsenWeimar verstorben. Eine heftige Lungenentzündung hat ihrem hoffnungsvollen Leben ein schnelles Ziel gefeßt. Großherzogin Karoline war ein Sproß des Hauses Reuß ä. L. und hatte sich im April des letzten Jahres mit dem jungen Großherzog Ernst von Sachsen- Weimar vermählt. Den Keim zu ihrer tötlichen Erkrankung holte sich die junge Fürstin auf einer Spazierfahrt, fast dem einzigen Vergnügen, an dem sie, die sehr zurückgezogen lebte, Freude empfand. Die Fürstin hatte auf ihrem Krankenlager recht schwer zu leiden. Besonders quälte sie beängstigende Atemnot. Die letzte Nacht lag sie völlig bewußtlos und schlummerte endlich in der Morgenfrühe ruhig in ein besseres Jenseits hinüber. Um 8 Uhr läuteten die Glocken sämtlicher Kirchen Weimars. Alle öffentlichen und sehr viele Privatgebäude haben halbmast geflaggt. Die Schulen haben den Unterricht ausgesetzt. Die Theater sind bis auf weiteres geschlossen. Hoftrauer auf sechs Monate ist angeordnet. Bis heute( Mittwoch) abend wird die Leiche im Weißen Saale des Großherzoglichen Residenzschlosses in einem offenen Sarge aufgebahrt. Dann findet ihre Ueberführung nach der Hofkirche statt, wo sie in geschlossenem Sarge bis zu der am 21. d. Mts. mittags stattfindenden Beisetung berbleibt. In der Budgetkommission des Reich 3- tags führte die Erörterung des Nachtragsetats für Deutschsüdwestafrika zu einer Debatte über die Art der für die Truppen bestimmten Lieferungen. Der Abg. Arendt ( Reichsp.) wünschte, daß die Lieferungen für den gegenwärtigen Kolonialfrieg von dem Kolonialamt an das Kriegsministerium und die Admiralität übertragen werde. Für die Lieferungen sei das Handwerk und nicht nur die Firma Tippelskirch u. Co. Heranzuziehen. Der Antrag Arendt wegen der Neuorganisation der Kriegsversorgung wurde schließlich abgelehnt. Einmarsch der Japaner in Port Arthur werden noch weitere interessante Einzelheiten mitgeteilt. Der Einmarsch dauerte drei Stunden; die Heeressäule war drei englische Meilen lang. In der Ebene im Norden des Dorfes Schischi ist später ein Gedächtnisgottesdienst für die Geister der gefallenem Japaner abgehalten worden. waren Truppenabteilungen zugegen, die eine Vertretung des ganzen japanischen Heeres darstellten. Nachdem die Japaner in der neuen Stadt eine Parade abgehalten hatten, ritten die japanischen Generale durch die Stadt, velche verhältnismäßig wenige Spuren vom Bombardement zeigte. Neue Rüstungen zur See Deutfcher Reichstag. zu Puh, wo gehört hatte den„ intere Sprache inj fenen nerbö bensystems worden, eine wirkung der worden ist! 43 Die Ne einmal eine gunsten des König Friedrich August von Sachsen ist gestern Nachmittag von Berlin wieder abgereist, nachdem er vormittags eine Parade über die in Berlin stehenden sächsischen Truppen, nämlich die sächsischen Eisenbahn- und Telegraphentrupen, die 7. und 8. Kompagnie des Eisenbahnregiments Nr 2 und die halbe 3. Kompagnie des Tele graphenbataillons Nr. 1, abgehalten hatte. Bei dem Fest mahle, das zu Ehren des Königs im Schlosse stattgefunden hatte, waren sehr herzliche Trinksprüche zwischen dem Kaiser und König Friedrich August gewechselt worden. Nab und Fern. Sie hat feine wejen. Vom brot, das di Geltung brin physiologijde den weniger Weißbrot. eingeleitet we Reinheit und Unglücksbotschaften von der englischen Küste laufen noch ständig ein. Während heftigen Schneesturms sanfen mehrere große Schiffe, man befürchtet viele Verluste an Menschenleben. Vor der Insel Wight sank ein fleiner französischer Segler; seine Mannschaft ist vor den Augen der Zuschauer ertrunken. Ein ganze Reihe weiterer kleinerer Schiffe ift schwer beschädigt. Jezt ist, nachdem am 16, d. Mts. England den kältesten Tag seit Jahren hatte, plötzlich ein völliger Witterungsumschwung eingetreten. Es herrscht jetzt ein warmes Regenwetter. ( 120. Sigung.) CB. Berlin, 17. Januar. Nach dem Justizetat beschäftigte heute der Etat des Reichsschaamtes in zweiter Beratung den Reichstag. Die Debatte trug einen im Ton ruhigen, in der Sache sprunghaften Charakter. Es wurden verschiedene Fragen berührt, zu denen der Staatssekretär Frhr. v. Stengel alsbald Stellung nahm. So erklärte er mit Bezug auf die vom freisinnigen Abg. Hermes befürwortete Milderung von Härten des Süßstoffgesetzes, daß an eine nachträgliche Erhöhung der Entschädigungen nicht zu denken sei; hingegen sollen den Besizern von Saccharin ihre Vorräte vom Reich abgekauft werden, aber nur zu dem niedrigsten Preise, der vor Erlaß des Gesetzes bestanden habe. Ferner kündigte der Schatzsekretär für die nächsten Wochen eine neue Münznovelle an, nach der ½ Mark- Stücke ausgeprägt werden sollen. Eine Neuregelung des Wohnungsgeldzuschusses ist nach seinen weiteren Mitteilungen mit Wirkung vom 1. April 1906 beabsichtigt; doch müßte dazu die Haltung des Reichstags und des preußischen Abgeordnetenhauses in Einklang stehen. Auf diesen Punkt kamen die meisten Redner zurück, da dazu eine Resolution des Zentrums vorliegt, bei der Neuregelung auf die Zahl der Familienangehörigen der Beamten Rücksicht zu nehmen. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt bei der Diskussion auch die Anregung zur Prägung einer Schillerdenkmünze, die vom Zentrum gegeben wurde. Der Staatssekretär stand dem Gedanken nicht unsympathisch gegenüber. Des weiteren wurde noch über die Veteranenbeihilfen debattiert. Die oppositionellen Parteien behaupteten, daß bei deren Vergebung politische Rücksichten maßgebend seien, was von der Regierung und den Konservativen energisch in Abrede gestellt wurde. werden auf beiden Seiten mit großem Eifer betrieben. In Libau wird Tag und Nacht fieberhaft an der Instandsetzung des dritten baltischen Geschwaders gearbeitet. Jedoch; wverden jezt schon Einzelheiten laut, die es in Frage stellen, ob das Geschwader zur rechten Zeit wird auslaufen können. Bei dem Torjedojäger Gronjaschtschy" und dem Transport. dampfer" Don" ist es bereits zur Gewißheit geworden, daß sie zur beabsichtigten Zeit nicht feetüchtig sein werden. Auf japanischer Seite ist man inzwischen dabei, eine Unterseebootsflottille zu schaffen. Wie aus Schanghai berlautet, soll diese sogar bereits fertiggestellt worden sein. muß das Ur reiner und pielen Haus auf seinen N werden. Nu Eine Herero- Schlacht in Berlin. Seit Jahren lebt in Berlin ein Angehöriger des Herero- Stammes. Er ist ge. wohnt, daß man ihn ob seiner„ Kaffern- Abstammung" Hänselt, und kann in dieser Beziehung viel vertragen. man ihm kürzlich in einer Wirtschaft auch mit dem Aufstande seiner Landsleute kam, wurde ihm die Sache zu bunt, und er schlug auf seinen Gegner mit dem Bierseidel ein. Nun teilten sich die Gäste in zwei Parteien, und es entstand eine förmliche Schlacht um den Herero, in der zwei der Beteiligten nicht unbedeutende Verlegungen erlitten. Körner wi das Mehl fondern vie lige Maschi werden dabe noch Körner lere Farbe g berboten wer + Ein schwerer Eisenbahnunfall ereignete sich nachts auf der Strecke Brünn- Wien. Zwischen Bernhardthal und Hohenau entgleiste infolge Schienenbruchs ein Eilzug. Dabei wurden 6 Reisende schwer und 17 leicht verlegt. wichtigsten reicht werde denen sich ein aufgeklärt w mäßige Verf altmodische tes Mebl we Ein großer Eisenbahn- Postraub wurde zwischen Paris und Brest mit Geschick und Verwegenheit ausgeführt. Der Dieb entwendete, während im Nebenraum ein Beamter arbeitete, sämtliche für Alençon, Mons, Angers und Rennes bestimmten Postsäcke, die einen enormen Wert besiten, aus dem Postwagen. In einem Zeitraum von drei Monaten ist dies der dritte Postraub auf der Strecke. Mehl bereit natürliche f Benutzung b Ein gefährliches Geschenk hat zum russischen Neujahrstage die bekannte Sängerin E. J. Tarasowa in Moskau den Stahlro - [ Engl durch den wohnern G dächtnis ger hnlichen gr table find Den Bon de Thren 52. Stin See zur Ruinen weiht, un men der verschwa größer u tur- Hani noch als Legtenma Name be in gleidhe nennt al on- the- N biel Lan allein an England fung des Randitaten ** zur Ausbil besucht: 2 * O fann der f für Bolts Das Ab licherwerfe Januar. Blich unter ausführlich ergarbeiter er fajmer mpfen. In wiederum tzubalter, rüdfweisen. ng hervor, die Ar habe. Wie ich( natl.) Schuld am Demofrater. Kontraftmißbilligen 1 eben einnicht völlig Halle Arern Frhr. es, als er benso da et werden der Bemer. mmen. Nun var hinter. gten. Der Ferte aus. Tegenheiten Kritik der 13. Dezem Sozialdemo er, unt dem Mit einem forderte cr Tusdehnung t bei uns" onalliberale reif zurüd tgeber ber befchloffen. ichsienden faum 21% Sachsen genentzün nelles Bid des Hauses Jahres mit Beimar ber g holte si em einzigen bte, Freude nlager red gende Atem und schlum ein beffere En sämtlige iele Privat haben da uf weiter angeordne im Weije einem offe eberführun Sarge b 1 Beifebur Safe gereift, no in stehende enbahn- un Des Gifen ie des Tel ei dem Fe tattgefunde dem Kaij ufen nod fen meb enfchen zöſiſcher uschauer chiffe if Ms. Eng ein tol richt jet lebt in rist ge mmun gen. dem Au Je zu bunt rfeidel cin es entitan vei der en. nadits au rothal und Filzug. Do legt. ifden Bari führt. D Beamter o und Renne befiten, a Monaten en Neujahr in Mosta erhalten. Ihr wurde durch einen Dienstmann ein zierliches Kästchen überbracht. Als sie auf den Verschlußknopf drückte, erfolgte eine furchtbare Explosion, die ihr ein Auge vollständig ausriß und ihre Wirtin und deren Tochter, die der Deffnung des geheimnisvollen Kästchens neugierig zuschauten, schwer im Gesicht verwundete. In dem Kitchen befand sich eine Höllenmaschine mit elektrischer Zündung. Der Absender des Danaergeschenkes ist noch nicht ermittelt. Vermischtes. =[ Ein Urgroßvater von 57 Jahren] lebt in dem schleswigschen Dorfe Ofa bei Eckernförde. Dort wurde dieser Tage ein Kindlein geboren, dessen Vorfahren, einschließlich des allein verwittweten Ururgroßvaters, alle noch am Leben sind. Dieser ist erst 87 Jahre alt und sein Sohn, der Urgroßvater, hat fürzlich das 57. Lebensjahr erreicht. Dividiert durch 5 und 4, kommen für den Ururgroßvater 17 Jahre und für den Urgroßvater 14½ Jahre als durchschnittliches Lebensalter heraus, in dem sie bereits Kinder hatten. =[ Eine Ortschaft unter dem Schnee.]. Im südlichen Böhmen liegt die Ortschaft Reiterschlag, die unter einem besonders rauhen Klima zu leiden hat. Die letzten großen Schneestürme hausten dort mit besonderer Vehemenz und haben die Ortschaft völlig im Schnee begraben. Nur die Schornsteine ragen noch hervor und zeigen an, daß dort Menschen in der Tiefe wohnen. Der Ort ist zur Zeit von jedem Verkehr abgeschnitten. Die Einwohner können nur dadurch zueinander gelangen, daß sie, wie in einem Bergwerk, sich Stollen und Tunnels durch die Schneemassen graben. - [ Vor Kälte die Sprache wiedererlangt] hat nach Pariser Blättern in Puy( im französischen Departement HauteLoire) ein Mann namens Jean Rougier, der jeẞt 54 Jahre alt ist. Rougier war früher Schullehrer, verlor aber im Jahre 1887 infolge eines heftigen Nervenfiebers ganz plötzlich seine Sprache und arbeitete seitdem als Tagelöhner auf einem Landgute bei Puy. Als er sich während starker Kälte auf freiem Felde befand, erkrankte er und geriet in Gefahr, zu erfrieren. Mitleidige Leute brachten ihn in das Hospital zu Puy, wo er ebenso plötzlich, wie er einst zu sprechen aufgehört hatte, wieder zu sprechen anfing. Die Aerzte nollen den interessanten Fall" so erklären: Rougier hatte„ die Sprache infolge einer durch Typhus- Infektion hervorgerufenen nervösen Störung" verloren; diese Störung des Merbensystems ist jetzt durch eine andere Alteration gehoben worden, eine Alteration, die wahrscheinlich durch die Einwirkung der Kälte auf die inneren Drgane herbeigeführt worden ist! ** Die Reinheit des Brotes. Vor einigen Jahren war einmal eine Bewegung im Gange, die das Weißbrot zu gunsten des Schwarz- oder Vollbrots unterdrücken wollte. Sie hat keinen Erfolg gehabt, und das ist auch ganz gut gewesen. Vom chemischen Standpunkt betrachtet, ist das Vollbrot, das die Gesamtheit der Nährstoffe im Weizen zur Geltung bringt, allerdings im Vorzug. Dagegen haben physiologische Versuche bewiesen, daß das Vollbrot entschieden weniger vorteilhaft im Körper verarbeitet wird als das Weißbrot. Wenn wirklich eine Reform auf diesem Gebiet eingeleitet werden sollte, so müßte sie sich darauf richten, die Reinheit und Qualität des Weißbrots zu sichern. Zunächst muß das Urteil zerstört werden, daß das Brot inimer umso reiner und gesünder ist, je weißer es ist. Da das Brot in vielen Haushaltungen die Hauptnahrung bildet, so müßte auf seinen Nährwert die allergrößte Aufmerksamkeit gerichtet werden. Nun wird aber nicht nur durch das Zermalen der Körner zwischen Stahlrollen im modernen Mühlenbetrieb das Mehl bereits eines Teils seiner Nährstoffe beraubt, sondern viele Müller wenden noch besondere und kostspielige Maschinen an, um das Mehl zit bleichen. Namentlich werden dabei Ozon und salpetrige Säure benutzt, die auch noch Körner nußbar machen, die sonst dem Mehl eine dunklere Farbe geben würden. Eine solche Behandlung unseres wichtigsten Nahrungsmittels sollte unter allen Umständen verboten werden. Am wirksamsten könnte das dadurch erreicht werden, daß das Volk über die Eigenschaften, an denen sich ein gesundes gutes Brot erkennen läßt, zuverlässig aufgeklärt würde. Wenn erst alle wüßten, daß ein gebleichtes Mehl weit weniger nahrhaft ist, so würde das unzweckmäßige Verfahren seitens der Mühlen bald aufhören. Das altmodische Brot, das aus zwischen Steinen gemahlenem Mehl bereitet wird, ist weit besser als das moderne un natürliche schneeweiße Brot, das sein Aussehen teils der Benutzung von Chemikalien, teils der Zermahlung zwischen den Stahlrollen der Dampfmühle verdankt. - [ Englands allmähliches Versinken ins Meer] wird durch den neulichen riesigen Felssturz bei Dover den Bewohnern Großbritanniens wieder einmal drohend ins Gedächtnis gerufen. Die Geschichte weist eine ganze Reihe von ähnlichen großen Abstürzen auf. Viele blühende englische Städte sind bereits vom nagenden Meer verschlungen wor den. Von der alten Hauptstadt Ost- Angliens, Dunwich, mit ihren 52 Kirchen sind auf der steilen und immer mehr der See zur Beute fallenden Küste von Suffolk nur wenige Ruinen übrig geblieben, auch sie sind dem Untergange geweiht, und nur wenige Gehöfte und Häuser führen den Namen der alten Stadt fort. Auf dieselbe Weise wie Dunwich verschwand der ehemals blühende Seehafen Ravensburgh, der größer und wichtiger war, als heute Hull. In einer Miniatur- Handschrift aus dem 15. Jahrhundert wird diese Stadt noch als prächtig geschildert, im Jahre 1538 ist sie zum legtenmal erwähnt, seitdem sind alle ihre Neste und auch ihr Name verschwunden. Andere englische Küstenstädte schweben in gleicher Gefahr, vom Meere verschlungen zu werden: man nennt als Beispiele Lowestoft, Clacton, Aldeburgh, Waltonon- the- Naze und Beachy Head. Jährlich geht England so biel Land verloren, wie Gibraltar an Voden umfaßt, und allein an der Ostküste bröckelt jährlich so viel Land von England ab, wie die Insel Helgoland enthält. Lokales. 18. Januar 1905 *** Der gegenwärtig in Darmstadt stattfindenden Prüfung des Finanzfaches II Kategorie unterzogen sich 233 Kanditaten, darunter 166 Militäranwärter. *** Der zur Zeit in Darmstadt stattfindende Kursus zur Ausbildung der Zeichenlehrer wird von 6 Teilnehmern besucht: 2 Oberhessen, 3 Starkenburger und 1 Rheinhesse. *** Jafolge Ertranfung des Herrn Prof. D. Drews fann der für morgen Abend von der hessischen Vereinigung für Volkskunde Ortsgruppe Gießen angefeßte Vortrag: Das Abendmahl und die Dämonen" bedauerlicherweise nicht stattfinden. " ** Der Bezirksverein Süd- West zu Gießen beruft auf heute 1 Abend sämtliche Interessenten seines Bezirks behufs Besprechung einer wichtigen Angelegenheit zu einer öffentlichen Versammlung nach der Restauration Otto. ) Die Mathildenstiftung für die Provinz Oberhessen hat eine Stiftung von 1500 Mt. für Kleinkinderschulen gespendet. *** Wie der Vorstand des Oberhessischen Viehhändlervereins bekannt gibt, haben sämtliche Kreisämter Hessens den Handel mit Klauenvieh im Umherziehen, sowie das Abhalten aller Vi hmärkte verbot: n. Gleichzeitig wurden sämtliche Bürgermeistereien in den Kreisblättern angewiesen, mit Rücksicht auf die vermeintliche Seuchengefahr den Landwirten wiederholt einzuschärfen, daß sie den Viehhändlern und Mezgern das Betreten ihrer Stallungen nicht mehr gestatten. Hierdurch wird das Viehhändler- und das Metzgereigewerbe in Hessen vollständig lahmgelegt und der große diese Gewerbe betreibende Teil der Bevölkerung vor einen nahen Ruin gestellt. Es wird deshalb vom OberHessischen Viehhändlerverein am Mittwoch, 18. Januar, abends 7 Uhr, in Fulda gelegentlich des dort stattfindenden Viehmarktes im Hotel „ Deutsches Haus" eine Versammlung abgehalten, in der zu den Maßregeln der Behörden Stellung genommen werden soll. - □ Grünberg.( Eingesand t.) Wie wir soeben hören wird Sonnabend den 4. Februar der EisenbahnVerein Grünberg. Mücke und Umgegend seine diesjährige Kaisersgeburtstagsfeier im Saale Bum Rappen" in Grünberg in außergewöhnlich festlicher Weise feiern. Wenn schon die vorjährige Feier jedem Besucher die Ueber zeugung gab, daß der noch so junge Verein Kräfte aufzur weisen hatte, die alle Erwartungen übertrafen; so soll boch das diesjährige Programm noch ein viel reichhaltigeres und ausgewähltes sein und die schon seit längerer Zeit in Probe genommenen Nummern lassen auf einen genußreichen Abend schließen. Es muß nur allgemein bedauert werden, daß ein Verein, der so Vorzügliches leistet, Eintrittskarten in beschränkter Zahl zum Preise von 30 Pfg. ausgibt. " 7 r Nieder Ohmen. Am Sonntage veranstaltete der hiesige Gesangverein Eintracht" einen Familien- Abend. Alle Mitwirkenden erfreuten sich eines reichen Beifalls. Ein größeres Publikum war nicht geladen. Man wollte einmal so recht gemütlich unter sich sein. Dieses ist vollkommen gelungen. * ** Friedberg, 16. Januar. Eines der ältesten Gebäude unserer Stadt, das ehemalige Rentamtegebäude in der Kaiserstraße, ist jetzt wieder geschmackvoll und stilgerecht renoviert worden. Der jezige Besitzer, der Großkausmann Fertsch, hatte voriges Jahr den geräumigen Bau dom hessischen Staat erworben, nachdem dieser in der Leonhardtstraße ein neues Steuerfommissariatsgebäude errichtet hat. Schon im Anfang des 14. Jahrhunderts stand das Gebäude, das ursprünglich in frühgotischem Stil erbaut war. Später kam das Haus an den Deutschherren Orden in Marburg. Um 1650 diente es als Kloster des Albans- Stifts in Mainz. Anfang des vorigen Jahrhunderts faufte es der hessische Staat, nachdem die freie Reichsstadt Friedberg hessisch wurde. Dem Staate hat es nun 100 Jahre zu verschiedenen Zwecken gedient. Das ehrwürdige Gebäude ist infolge der Wiederherstellung durch Regierungsbaumeister Jost zu einer Zierde Friedbergs geworden. Stadttheater in Gießen. Das Stiftungsfest. Schwant in 3 Atten von G. v. Moser. | Moser ist ein liebenswürdiger Schwankdichter, der stets den richtigen Knalleffekt in die Scnen zu bringen weiß und wenn's auch nur ein Sturm im Wasserglase ist, wie„ Das Stiftungsfest". Warum denn auch fein Stiftungsfest auf die Bühne bringen? Unsere jubiläenfrohe 8 it feiert so viele Stiftungsfeste, daß es eine Unterschlagung wäre, wenn sie auf der Bühne um diesen föstlichen Zug gebracht würde! Und Moser entledigt sich seiner Aufgabe mit Glanz. Er sucht teine schwierigen Sentenzen in die Handlung zu flechten, weil es solche dabei garnicht gibt, er schwingt nicht einmal die Geißel des Satirifers darüber, sondern er hat nur das herzliche Lachen des Humoristen für die Steckenpferdchen, die die Leute so ernsthaft im Schweiße ihres Angesichts tummeln. Der Schwant ging in recht vorteilhafter Gestalt über die Bühne. Das Zusammenspiel war ein gelungenes und auch die Einzelda: steller boten beachtene werte Leistungen. Ein unheimlicher Schwäßer war Herr Andreas as Hartwig, der aber nichtsdestoweniger seinen Partner, Herrn Lippe, der als Vereine diener Schnate ihm in dieser Tugend nichts nachgab, persisierte. Herr Conradi stellte im Kommerzienrat Boizau einen gelungenen Materialisten auf die Bühne, seine diplomatische bessere Hälfte wurde durch Frau Fischer würdig verkörpert, wenn sie auch an einigen Stellen ihre Energie hätte etwas mehr heraustreiben können. Frl. Dülfer wußte als junge Frau Bertha ihrem Gatten, dem Advokaten Dr. Schiffler, ganz reizend eine„ Scene" zu machen und Fl. Ruf führte ihre verliebte Ludmilla vorteilhaft durch. Originell war Herr Lüd decke, der als Festorbner Brimborius steis auf dem Sprung war und ebenfalls fanden sich Herr Sandorff as Advokat Dr. Schiffler und Herr Lütt johann als Dr Steinfirch mit ihren Rollen gut ab. Die Regie des Herrn Conradi ha te ihr möglichstes zu dem Eindruck beigetragen und das Publikum amüsierte sich denn auch föstlich über das luftige Kirren, Irren und Wirren. G. H. Oskar Hudde. Huddes Vernehmung hat am Montag begonnen. Um 10 Uhr wurde er dem Öberstaatsanwalt Theobold und dem Staatsanwalt Hoos vorgeführt. Er trug Anstaltskleidung und war auf tem Wege nach dem Vernehmungszimmer gefesselt. Die Vernehmung, die drei Stunden dauerte, wurde streng geheim geführt. Hudde leugnete alle Schuld an dem Heldenberger Mord und versuchte sein Alibi zu erbringen, doch war man in der Lage, ihm durch Zeugen nachzuweisen, daß er sich am Tage vor der Mordnacht auf dem Weg von Frankfurt nach Hanau befand. Bei dieser Nachweisung wurde Hudde merklich bleicher und war bei seiner Abführung missar Daniel- Darmstadt. sehr kleinlaut. Als Protokollführer fungierte Kriminalfom * * * Neben dem verhafteten Weggergesellen Walter wird der Meßgergeselle Abele als Hauptbelastungszeuge gegen Hudde auftreten. Abele ist gleichsfalls seit einigen Wochen in Huft zu verantworten haben. Ursprünglich wurde bele der Mitgenommen. Er wird sich wegen schwerer Körperverlegung täterschaft an dem Heldenberger Morde bezichtigt, doch vermochte er sich von diesem V rdachte zu reinigen. Trotzdem bleibt er aber durch seinen Verkehr mit Hudde ein wichtiger Beuge. Abele war zwei Tage vor dem Heldenberger Morde Andeutungen über seinen Heidenberger Mordplan und suchte in Frankfurt mit Hudde zusammen. Dort machte Hudde Abele dafür zu gewinnen. Abele hat aber dem Plane nicht zugeftimmt, da ihm die Sache zu gefährlich erschien. Darauf trennten sich die beiden, und Hudde ist wahrscheinlich sofort dort aus zu Fuß nach Heldenbergen begeben. Er wurde vom Ostbahnhof nach Hanau gefahren und hat sich von am Tage vor der Tat in Kaichen und Heldenbergen gesehen. * * Wie uns die Staatsanwaltschaft mitteilt, gab Hubbe die ihm zur Laft gelegten schweren Einbrüche mit seinem Komplizen Walter zu, leugnet aber nach wie vor seine Schuld an dem Heldenberger Morde. Gestern wurden wichtige Zeugen aus Heldenbergen vernommen. Die weitere Untersuchung wird von dem Landgerichtsrat Wehner geführt. Hudde trägt Anstaltskleider und benimmt sich durchaus ruhig in der Zelle. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 17. Januar 1905. Vor dem Schöffingericht Homberg hatten sich die Taglöhner Adolf Muhi und Ernst Stöhr von Kirtorf wegen Rörperverlegung und der Wirt Hermann Siegfried wegen Anstistung dazu zu verantworten. Muhl und Stör wurden zu je 15 Mt. und Siegfried zu 10 Mt. Geldstrafe verurteilt. Gegen dieses Elfenntnis wurde seitens des Siegfried Berufung eingelegt. Siegfried soll einem Gaft, der sich mit den übrigen Verurteilten in seiner Wirtschaft befand, zugemutet haben, einen Taler zum Besten zu geben. Als dieser sich weigerte, rief er den Gästen zu:„ Wenn er keinen Taler gibt, dann schmeißt ihn tot, mehr ist er nicht wert." Dieser Aufforderung famen Siör und Muhl nach und traktierten den Verletzten mit Fauftschlägen und Fußtritten. Siegfried bestreitet die Aeußerung getan zu haben, weshalb das Gericht angesichts der Tatsache, daß sich die Verurteilung nur auf die Aussage des Verlegten, der übrigens bei dem Vorfall angetrunken war, gründete, nicht in der Lage war Verurteilung eintreten zu lassen. Es erfolgte dieserhalb bezüglich des Siegfried Freisprechung. Die Händlerin Friedrite Müller aus Großen lüder wurde zu Rixfeld ohne hessischen Wandergewerbeschein hausierend betroffen. Als sie zur Anzeige gebracht werden sollte, bot sie dem Gendarmen eine Schüssel an, damit er die Anzeige unterlassen solle. Sie wurde wegen Bestechung zur Anzeige gebracht, was ihr eine Geldstrafe von 10 Mt. eintrug. Der Schweinehändler Heinrich Flach von Holzmühl benugte die Angetrunkenheit eines Taglöhners um ihm die Taschenuhr abzukaufen. Als dessen Tochter res anderen Tags die Uhr zurückverlangte, behauptete Flach fälschlicherweise, er habe 2 Mit. darauf bezahlt, worauf ihn 2 Mt. behändigt wurden. Wegen Betrugs erkannte das Gericht auf 4 Wochen Gefängnis. Die Witwe Anna Marie Fenner von Wallenrod ist angeklagt, daß sie von dem Vorhaben ihres Mannes, der den Landwirt Zinn dortselbst erschießen wollte, der Behörde oder dem Bedrohten feine Anzeige gemacht hat. Es erfolgte Freisprechung, da nicht nachgewiesen ist, daß die Angeklagte mit Sicherheit hat annehmen können, daß ihr Mann die ernstliche Absicht hatte den Zinn zu ermorden.- Drei 17-18jährige Burschen Georg Heinrich Landvogt, Eduard Ludwig Birgenheimer und Valentin Lerch von Seulberg haben auf dem Heimwege von der Rodheimer Kirchweihe etwa 12 Obstbäume beschädigt, Gartenspaliere abgerissen, mit Revolver gesch ssen und geschrien. Sie erhielten dafür ganz exemplarische Strafen, wegen Sachbeschädigung wurden ersterer und und letzterer zu je 7 Monaten Gefängnis und 2 Wochen Haft verurteilt. Die Haftstrafen sind durch erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten. Zum Schlusse zog der Siebmacher Paul Baumbach von Weicheln au seine gegen zwei Erkenntnisse des Schöffengerichts Nidda gerichtete Berufung, wonach er wegen Ruhestörung zu 6 und 8 Tagen Haft verurteilt worten mar zurück. Brief- und Fragekasten der Redaktion. Wir teilen allen Weidmännern mit, daß die Liste des Arbeits- Ausschusses zur Vorbereitung der Dankadresse deutscher Wardmänner an den Kasser bis zum 24. Januar zur Einzeichnung in unseren Geschäftsräumen aufliegt Stepes: landwirtiseftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 18. Januar. Trüb, etwas milder, Schneefällen. Depeschenmaterial verstümmelt. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg. Horn, beide zu Gießen. Hessische Vereinigung für Volkskunde Ortsgruppe Gießen. Der für Donnerstag, d. 19. Januar angekündigte Vortrag muß wegen Erkrankung des Herrn Vortragenden verschoben werden. Bekanntmachung. Um einem allzugroßen Andrange auf unserem Bureau gegen Ende dieses Monats zu begegnen, machen wir schon jetzt darauf aufmerksam, daß das 5. Ziel Gemeindesteuer bis anfangs Februar noch ohne Kosten bezahlt werden kann. Zahlstunden täglich Vormittags mit Ausnahme des 26. und 31. d. Mrs. Gießen, den 17. Januar 1905. Stadtkasse Gießen. Doepfer. Gesellenprüfung. Total- Ausverkauf! Total- Ausverkauf! Um mein Lager bis 1. April vollständig zu räumen, verkaufe meine sämtlichen Buxkins in Winter- und Sommerware sowie meine echt Steyrischen Herren- und Damen- Loden, Herrenwäsche, Trikotagen, Kravatten und Regenschirme zu enorm billigen Preisen aus. Anzüge nach Maass zu Mk. 35, 37, 42, 48. Julius Fischer, Giessen, Schulstrasse 6. Total- Ausverkauf! Total- Ausverkauf! Holzversteigerung in der fürstl.| Versteigerung. Oberförsterei Lich. - - Montas, den 23. Januar, von vorm. 9% Uhr an, im Distrikt Meilvach: Scheitholz: 585 Rm. Buchen; Knüppel: 165 Rm. Buchen, 27 Rm. Eichen, 3 Rm. ElzDie diesjährigen Gesellenprüfungen finden in den beer, 10 Rm Birken; Stöcke: 177 Rm. Buchen, 12 Rm. Monaten März und April statt. Eichen, 2 Nm. Nadelholz; Wellen: 6240 Buchen( daAn derselben können alle jungen Handwerfer aus runter 1600 Forstwellen, 280 Eichen, 60 Nadelholz Heuchelheim, Wieseck, Altenbuseck, Beuern, Großenbuſed, 2 Eichen- Schnittholz= 2,01 Fftm., 4 BuchenschnittBurkhardsfelden, Haufen, Wagenborn- Steinberg, Leih- bols= 3,86 Fitm., 8 Elzbeer- Werkholz= 2,00 Fitm. gestern, Langgöns, Großen- Linden, Klein- Linden, Garben- Die Zusammenkunft ist am Kreuzpunkt der Wege teich, Annerod, Rödgen, Trohe teilnehmen, deren Lehrzeit Lich- Hattenrod und Burkhardsfelden- Nieder- Bessingen. spätestens am Schluß der Prüfungen beendet ist. Dienstag, dea 24. Januar, von vorm. 9% ar Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung an, im Distrikt Konzebühl: Scheitholz: 214 Rm Buchen, des vorgeschriebenen Formulars( bei dem Unterzeichneten 12 Rm. Eichen; Snüppel: 74 Rm. Buchen, 27 Rm. erhältlich) bis zum 20. Februar an den unterzeichneten Eichen, 4 Rm. Linden; Stöde: 116 Rm. Buchen, 108 Rm. Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mr. Eichen, 2 Rm. Linden; Wellen: 2540 Buchen, 710 Eichen, und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten ein- 100 Weichholz, 2 Rm. Buchen-, 4 Ra. Eichens, zusenden. 2 Rm. Liaden- Wertholz. 6 Rm. Buchen, 14 Rm Eichen Sch itorocken; 11 Eichenschnittholz= 14 69 Fitm., 7 Eichen- Grubenholz( Wagnerholz, Pfostenholz u. f. w.) 1,83 Fitm., 9 Buchenschnittholz= 10,21 Fstm. 1 Eschen- Werkholz= 0,08 Fftm. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee Gießen beim untersten Teichdamm. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellenprüfung u. A. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nachteile im Gefolge hat. Gießen, den 18. Januar 1905. Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins Gießen. Traber, Vorsitzender. Jagdverpachtung. Montag, den 6. Februar d. 3. nachmittags 3 Uhr soll die Feld- und Waldjagd der Gemeinde Wagenborn- Steinberg auf hiesigem Rathause auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Wagenborn, am 17. Januar 1905. Gr. Bürgermeisterei Wagenborn- Steinberg. Hirz. Grünberg. Städtische Kommissionen nach Festsetzung vom 2. Jan. 1905 und auf Grund des Art. 50 d. L.-G.-O. a) Militär: Sehrt, Ranft, Kaiser, Möller. b) Beleuchtung: Sehrt, Frank, Trinkaus. c) Straßen u. Feldwege: Ranft, H. K. Zimmer, Frant, Spamer. Beigeordneter Keil ist als Vorsitzender der Kommission und zur Ueberwachung der Ausführung der Arbeiten speziell betraut. d) Gelände: Steil, Sehrt, Ranft, Spamer. e) Unterzeichnung von Kauffontrakte: Sehrt Ranft. Spamer, f) Schäferei: Frank, Spamer, Trinkaus, Möller. g) Märkte: Kaiser, Trinkaus, Moll. h) Faselvieh: Keil, Frank, Spamer. i) Verpflegungsstation: Ranft, Frank, Moll, H. K. Zimmer. k) Holzverkauf: Keil, Frank, Ranft, Moll. 1) Bauten: Kaiser, Spamer, Frank, Keil. m) Aeußere Angelegenheiten: Kaiser, Keil, Moll, Ranft. n) Finanzen: Sehrt, Trinkaus, Frank, Kaiser. o) Obstbau: Sehrt, Trinkaus, Frant, Spamer. p) Steinbrüche: H. K. Zimmer, Moll, Trinkaus, Kaiser. q) Obstbaumschädlinge: Sehrt, Trinkaus, Frank, Spamer, H. K. Zimmer, beide Flurschützen und Obstbaumwart Schenk. r) Krankenkassenvorstand: H. 2. Gehringer, Keil, Moll, Spamer, Heinrich Schmidt I und Rechner Schäfer. s) Wiesenborstand: Johannes Giller, Georg Keil, Georg Von- Eiff, Christian Frank, Christoph Trinkaus III und Theodor Stein. 0000000000 Für Bäder! = - - Holzversteigerung. Holz- Bersteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, 23. Januar 1905, vormittags 92 Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald in den Distrikten Grubenkopf, Brunftacker, Faulerboden, Oberförsterswiese und Tiefenbach versteigert werden: 364 Fichtenstangen mit 14,56 fm 31,54 2 Rmtr. Eichen Nutzschei holz, 4895 " Buchen- Scheitholz, Eihen- Scheitholz, Buchen- Knüppelholz, " Hainbuchen- Knüppelh. Eichen- Knüppelholz, Aspen Knüppelholz, 17 " " Hainbuchen Scheitholz 53 " 18 " 10 " 93 " 3 " " " 8 " 1 4 41 " Eichen- Stockholz, 13 Fichten- Stockholz, Eichen- Reifig, Fichten- Knüppeltolz, Erlen- Knüpvelholz Erlen- Knüppelh 18, Buchen- Stockholz, 2100 Wellen Buchen- Reisig, 2580 " 1320 " 790 " 600 210 " Fichten- Reisig, Aspen Reifig, Erlen- Reisig, Lärchen- Reisia, größtenteils Durchforstungswellen. Die Zusammenkunft ist auf der Licher Straße am Forsthaus. Gießen, den 16. Januar 1905. Gr. Bürgermeisteret Gießen. Mecum. Zahnklinik Gießen, Bahnhofstraße 63. Wochentags 1-3 Uhr Hasenfelle Freitag, den 20. de. Mts. nachmittags 1½ Uhr versteigere ich im Frankfurter Hof" Lindengasse 2 dahier: 4 vollst. 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Januar 1905, von vormittags 9 Uhr an, soll in dem Anneröder Gemeindewald in den Abteilungen 4 Pfingstweide, 10 Kleingebeeg und 14b Neurod nachverzeichnetes Holz versteigert werden. Brennholz: 19 Rm. Buchen Scheit und Knüppel 13 194,6 65 " " Birken- Knüppel Eichen- Knüppel Kiefern- Knüppel 280 Buchen- Wellen 3120 Eichen- Wellen 1620 Fichten- und Kiefern- Wellen 40 Rm. Eichen- Stöcke 53 Kiefern- und Fichten- Stöcke. " Bemerkt wird, daß die 2 Meter langen Eichen. Knüppel nicht zum Ausgebot kommen. Die Zusammenkunft ist am Oppenröder Weg, Kreuz ungspunkt Altenberg- Pfingstweide. Annerod, den 11. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Horn. Original Man beachte SINGER die Fabrikmarke. SINGER TRADE MANFG.CO MARK Nähmaschinen Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. 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