J. Je. neife rechte ng. erzeichneten B halt von 1320 gehalt von 1800 rend ihrer a er deutschen M wesen sind, Besuche, denen beizuschließen ormittags ken. fen teilen, fendern wo Natur nicht allein aus. nung und macht ihn fern wir die andern das nd der Zeil vermindert, Le Frommen 000 Sahne, dar deln, mischi Schnee bon lade, einen nun schichte Speiseform, n Auflauf in ihn auf die auch ringsum bt, denselben Set diefelben gewoonlidjes einas breil ffer. Man ich ist cine welche ge nitten und argerichteten Startoffeln Ihnen, zu „ Na, riegt." Serr Major, ein Feind wohl nur nder Affe. Tochter: dig, heuer jammen!" Ihre Bil lerin sein. 7es toeiter e richtigen Stelle zu Nr. 140. Erstes Blatt. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberheffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Rebaktion u. Sauptexpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Samstag, den 17. Juni 1905. Gießener 14. Jahrgang. Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Hermann v. Wissmann. Liezen( Steiermarf), 16. Juni. Gouverneur a. D. Dr. H. v. Wissmann hat sich bei einer Jagd auf seiner Besizung Weißenbach durch eigene Unvorsichtigkeit erschossen. Ein an Arbeit und Erfolgen reiches Leben hat durch einen füctischen Zufall ein jähes Ende gefunden. Der deutsche Bionier, der ganz Afrika durch.uert hatte und dem Tode, der ihn in hundertfältiger Gestalt dort umlauerte, stets glückhidh entgangen war, mußte auf seinem„ Altenteil", wohin er fidh aus den Strapazen und Stürmen des Lebens in friedlichen Hafen gerettet hatte, sich selbst ein blutiges Grab bereiten. In fröhlicher Gesellschaft war er von seinem Landgut Weißenbach zur Rehpürsche ausgezogen; ein blindes Ungefähr, wahrscheinlich ein Straucheln, löste den Schuß aus seiner Büchse, deren Kugel ihm den Kopf zerschmetterte, so daß sofortiger Tod eintrat. An Wissmanns Bahre steht trauernd die gesamte wissenfchaftliche Welt, in vorderster Reihe aber das junge deutsche Rolonialwesen, um dessen Hebung er sich die größten Verdienste erworben hat. Als blutjunger Offizier schon zog Wissmann die Abenteuer- und Entdeckerlust nach dem schwarzen Erdteil. Am 4. September 1853 zu Frankfurt a. D. geboren, trat er nach Absolvierung des Gymnasiums in das mecklenburgische Infanterieregiment Nr. 90 ein und wurde 1874 zum Sefondeleutnant befördert. Das Garnisonleben fagte ihm wenig zu. In Rostock waren der„ tolle" Wissmann und seine Streiche bald bekannt. Sein unruhiges, nach Taten dürstendes Blut ließ ihn 1880 mit Freuden einen Antrag der Afrikanischen Gesellschaft annehmen, den Forscher Bogge auf einer Reise von Loanda nach Mussumba zu begleiten. Schon hier zeigte Wissmann die große Kühnheit und Umficht, die aus ihm eine Koryphäe der praktischen Afrikaforschung machen sollte. Während Pogge im April 1882 zurückkehrte, fette Wissmann allein die Reise nach der Ostfüiste fort, die er im November glücklich erreichte. Nun war sein Ruf begründet. 1883 übertrug ihm König Leopold von Belgien eine neue Erpedition ins Kongogebiet, auf der Wissmann dem Handel neue mächtige Schiffahrtsstraßen erschloß. Und nun folgte in furzen Zwischenräumen, die durch Krankheit verursacht waren, Forschungsreise auf Forschungsreise, bei denen er manchmal den schwersten Gefahren im ständigen Kampfe mit den Eingeborenen und Hunger und Entbehrungen ausgesetzt war. Eine der glänzendsten Epochen in Wissmanns Afrikanerlcufbahn ist die Niederwerfung des arabischen Aufstandes in der deutschostafrikanischen Kolonie, wozu der inzwischen zum Hauptmann beförderte Krieger und Forscher vom Deutschen Reich 1889 berufen wurde. In einer Reihe von mit glänzender Bravour und Umsicht durchgeführten Gefechten wurde Buschiri, der Führer des Aufstandes, geschlagen, schließlich gefangen genommen und in Pangani gehenkt. Dann wurde Banaheri, der den Widerstand fortgesetzt hatte, niedergeworfen und nach schneller Einnahme von Kilwa, Lindi und Mifindami konnte Wissmann schon Mitte Mai 1890 melden, daß die gefährliche Bewegung völlig zu Ende sei. Nun übernahm das Reich die bisher von der Deutschostafrikanischen Gesellschaft geleitete Kolonie. Es wurde ein Gouverneur Herr v. Soden eingesetzt, dem Wissmann, Peters und Emin Pascha als Reichskommissare beigegeben wurden. Ebenso wurde die bisherige„ Wissmanntruppe" in die„ Deutfche Schußtruppe" verwandelt. Wissmann führte sein segensreiches Wirken zur Aufschließung der neuen deutschen Besizung unverdrossen fort. Als Gouverneur hatte er GeTegenheit, vom 1. Mai 1895 bis Dezember 1896 auch seine Verwaltungstalente in das beste Licht zu setzen. Seine friedliche Tätigkeit wurde allerdings durch einen erneuten Araberaufstand gestört, den er aber in furzer Zeit mit starfer Hand niederwarf. Krankheit zwang den Unermüdlichen, sein Amt niederzulegen und nach Europa zurückzukehren. Auf der von ihm erworbenen Besizung Weißenbach bei Liezen in Steiermark lebte er fortan der wissenschaftlichen Verwertung seiner afrikanischen Reisen. Sein Name wird in der deutschen Kolonialgeschichte unvergänglich fortleben. # Die Beisetzung Wissmanns wird in Köln, der Heimat seiner Frau, einer Tochter des dortigen Kommerzienrats Langen, stattfinden. Der Verstorbene hinterläßt außer der trauernden Witwe vier Kinder in jugendlichem Alter. Der Krieg in Oftalien. Daß Washingto zum Ort für Friedensunterhandlungen bestimmt ist, steht nunmehr fest. Wann die Verhandlungen aber beginnen werden, ist noch sehr ung Vor Ende Juli oder Anjang August erwartet an ihr Gröffnung auf feinen all. An ihren guten Aussichten besteht der Birajel fort. Japanische Offensive. Die Japaner lassen sich jedenfalls durch die süße Hoff nung auf Frieden nicht in Sicherheit lullen, sondern fahren energisch fort, ihre günstige strategische Position in der Mandschurei auszunußen. Aus Gundschulin wird gemeldet: Die Japaner sind in stetigem Vorrücken begriffen und haben im Zentrum wichtige strategische Stellungen besetzt. Die Ereignisse beginnen sich für die Russen ungünstig zu entwickeln. Die japanische Heeresleitung ist nach wie vor überzeugt, daß es ihr im Notfalle nicht nur gelingen wird, die Russen aus der Mandschurei zu vertreiben, sondern auch den Kricg mit Erfolg über die sibirischen Grenzen zu tragen. Marschall Oyama soll dringend vom Friedensschluß abgeraten haben. Sein Wunsch sei es, den mandschurischen Feldzug durch vollständige Vertreibung der Russen aus der Mandschurei zu Ende zu bringen. Sollten die Russen, sobald Oyama an der Schwelle Sibiriens steht, sich weigern, die japanischen Bedingungen anzunehmen, so würde der Feldmarschall in Ostsibirien einfallen und in der Richtung auf den Baikalsee marschieren. Der Zusammenbruch der russischen Flotte hat seine Folgen bis in die höchsten Regionen ausgeübt und den Rücktritt des Großfürsten Aleris beranlaßt. Der Groß; ürst Aleris Alexandrowitsch stand an der Spitze der russischen Marine. Nach einem Tagesbefehl des Zaren an das Marine- Ressort ist der Großfürst auf sein Gesuch in Gnaden von den Funktionen als oberster Chef der Marine und des Marine- Departements enthoben, dagegen sind ihm seine Würden als Großadmiral und Generaladzutant und seine übrigen Würden belassen worden. Dazu hat der Zar ihm auch noch in einem Handschreiben seinen Dank für seine Verdienste um die Entwickelung der russischen Seestreitkräfte ausgesprochen. Das sind natürlich nur Höflichkeitsbezeugungen, wie sie einem Großfürsten beim Scheiden aus dem Amte zuteil werden. In Wirklichkeit liegt die Sache so, daß die letzten Erfahrungen das Ende des jezigen Systems in der Verwaltung der russischen Flotte mit Notwendigkeit nach sich führen mußten. Man ist in Petersburg geneigt, den Rücktritt des Großfürsten mit den Enthüllungen des Kapitäns Klado über großartige Unterschleife in der russischen Marineverwaltung in Zusammenhang zu bringen. Nach der unglücklichen Seeschlacht in der Straße von Korea waren diese Beschuldigungen wieder aufgetaucht, und Großfürst Aleris war direkt der Mitschuld an den ungeheuerlichen Vorgängen bezichtigt worden. Es war unter anderm behauptet, die Panzerschiffe seien aus minderwertigem Material hergestellt, anstatt Dynamit sei Sand in den betreffenden Säcken gewesen u. s. f. Schließlich, war die Stellung des Großadmirals völlig unhaltbar geworden. Sein Rücktritt wird auch den des Admirals Avellan, des bisherigen Verwesers des Marine- Ressorts, zur Folge haben. Warum bat Japan gefiegt? ( Eig. Bericht.) London, 16. Juni. Warnm hat Japan gesiegt?- Unter diesem Titel ver öffentlicht die hiesige Zeitschrift" Nature" eine lesenswerte Abhandlung, die sich hauptsächlich mit der Bedeutung der europäischen Wissenschaft für die Entwicklung Japans be schäftigt. Seit vor zehn Jahren nach Beendigung des Kriegs zwischen Japan und China die Großmachtstellung des bis dahin verhältnismäßig wenig beachteten Inselreich aller Welt bewiesen worden war, hat sich die Erkenntnis immer mehr Bahn gebrochen, daß der wichtigste Hebel in der Schaffung des„ neuen Japan" die Anwendung der modernen Wissenschaft auf die Künste des Friedens und des Kriegs gewesen ist. Mit einem richtigen Vergleich wird gesagt, daß ohne diese wissenschaftliche Arbeit der Todesmut der Samurai, der japanischen Kriegestaste, im Kampf gegen europäische Mächte ebenso hoffnungslos gewesen sein würde wie der Kampf der Derwische gegen die modernen Waffen in der Schlacht von Omdurman, einer Schlacht, in der sich sogar die siegreichen englischen Soldaten eines Mitleids mit den tapfern Gegnern, die so rettungslos der europäischen Kriegstechnik zum Opfer fielen, nicht er wehren konnten. Man stelle sich vor, daß die Japaner mit ihren früheren primitiven Waffen mit einer oder mehreren europäischen Mächten den Kampf hätten aufnehmen sollen. Es wäre zu einem einfachen Abschlachten aller kampffähiger Japaner gekommen, die ihrem Charakter gemäß den Tod der Unterwerfung vorgezogen hätten. Das Bewunderungswürdigste und gleichzeitig geheimnisvollste an dem Erfolg der Japaner in jetzigen Krieg liegt eben darin, daß sie nicht versäumt zu haben scheinen, um die Lehren der modernsten Wissenschaft bis ins Kleinste für die Praxis der Kriegsführung auszunußen. Aber auch dann wäre der Erfolg noch nicht gewährleistet worden, wenn sich dieser wunderbar planmäßige Aufschwung nicht gleichzeitig auf die gesamte Erziehung ausgedehut hätte, in deren Vervollkommnung die Japaner mit Recht eine unerläßliche Bedingung zur Verwirklichung ihrer nationalen Ideale erblickt haben. Aus jedem Zweig ihres Wissens und Leistens mußten Männer hervorgehen, die zur Führung der Nation in dem angebrochenen modernen Zeitalter berufen waren. Deshalb wurde die Volfserziehung im ganzen Lande organisiert, der höhere Unterricht in den zentralen Bezirken und der technische Unterricht, wo es immer notwendig schien. Ueberdies wurden die beiden Landes. universitäten in einer Weise ausgestattet, daß sie es in jeder Hinsicht mit ähnlichen Anstalten in irgend einem Land der Welt aufnehmen können. Man kann sagen, daß jeder Teil des nationalen Lebens in vernünftiger Weise, also aus wissenschaftlicher Grundlage neu organisiert wurde. Das Unterrichtswesen wurde bewußt mit Rücksicht auf große nationale Zwecke geleitet. Der wissenschaftliche Geist in jeder nationalen Betätigung der Japaner hat sich im jezigen Krieg überall bewährt. Die Eisenbahnen und die Schiffe haben sich als vollkommen leistungsfähig erwiesen, die Mittel der Telegraphie haben vollendet gearbeitet, die Schiffswerften haben jede notwendige Reparatur aufs schnellste vorgenommen, die Arsenale und Maschinenwerkstätten waren mit jeder Art von Kriegsmaterial und anderen Hilfsmitteln zur Unterstübung der Operationen im Felde rechtzeitig zur Stelle, leichte Eisenbahnen sind dem Heere nachgefolgt, drahtlose Telegraphie und Telephone haben Befehle übermittelt kurz alle neuesten Anwendungen der mechanischen, elektrischen und chemischen Wissenschaft sind mit höchster Intelligenz berwertet worden. Außerdem aber haben die Japaner manchen Fortschritt auf eigene Hand gemacht, was am besten durch die Erfolge ihres Schiffsbaues veranschaulicht wird, bei dem sie die Lehren europäischer Erfahrungen be nutzt, aber durch ihre eigenen Erfahrungen vervollständigt haben. Europäische Erfindungen sind in vielen Fällen in Japan weiter verbessert worden, so daß die neuesten japanischen Schiffe eine Vollkommenheit aufweisen, die die Bewunderung der Welt erregt hat. Die Politik. Die Erkenntnis, daß ein friedlicher Wettbewerb zwischen England und Deutschland sehr wohl möglich ist trotz allem, was getvisse Londoner Hezblätter an Gehässigkeit über uns ergießen, bricht sich allmählich auch in England immer weiter Bahn. Die beiden Länder können sehr gut nebeneinander auf dem Weltmarkt erscheinen, ohne daß eines vitale Interessen des anderen verlegt. Eine Anzahl von Mitgliedern englischer Stadtvertretungen, die auf einer Rundreise durch Deutschland begriffen sind, um die Einrichtungen großer deutscher Kommunen kennen zu lernen, haben mehrfach GeIegenheit genommen, diesem Gedanken Ausdruck zu geben. Bei ihrem bevorstehenden Besuch in Berlin, der vom 19. bis 23. d. Mts. dauert, werden die englischen Herren es sind ihrer 60- auch vom Kaiser empfangen werden, der sich für das Zustandekommen ihrer Fahrt sehr interessiert hat. Die getrinnreichen Anregungen, die die englischen Gäste von hier nach ihrer Heimat mitnehmen, werden das Verständnis für deutsches Wesen und deutsche Kultur dort sicherlich weiter berbreiten und befestigen. Wo aber Verständnis ist, da kann und wird auch Verständigung allmählich Wurzel fassen stati der künstlich genährten Eifersucht auf jeden deutschen Hort. schritt. ** Die seither geübte Handhabung der Invalidenversiche rung hat im Laufe der Zeit in einzelnen Bezirken recht er: hebliche finanzielle Schwierigkeiten der Landesversicherungs. anstalten hervorgerufen. Man hat teilweise aus sozialem Wohlwollen zu oft und zu tief in die Tasche gegriffen, in Fällen, auf die das Gesetz nicht zugeschnitten war und fü die seine Grundlage nicht eingerichtet ist. Zu diesem Zwed finden in Bezirken, die ein unverhältnismäßig starkes An wachsen von Invalidenrenten aufweisen, neuerdings ein gchende Revisionen statt, die auch an mehreren Stellen schon die Sanierung der finanziellen Verhältnisse zur Frucht ge habt haben. frankreich. Die Frage der Nachfolgerschaft Delcassés ist jetzt da durch entschieden worden, daß Ministerpräsident Rouvier sich entschlossen hat, das Portefeuille des Ausmärtigen zu be halten. Das Finanzministerium wird in diesen Tagen anderweitig besetzt werden. Rufeland. $ Die Wünsche des Volkes follen jetzt dem Zaren durch eine Deputation von fünf Mitgliedern der Moskauer Senistivo übermittelt werden Der Zar hat eingewilligt, sie in einer Audienz zu empfangen, die einen rein privaten Charakter tragen soll. Allem, was darin zur Sprache komme, wolle er ein williges Ohr leihen.- Inzwische: 1 revolutionären dauern in Russisch- Polen die Demonstrationen weiter an. Im Dorfe Lagiewniki bei Lodz wurde ein Gendarm durch Demonstranten getötet. Außerdem kommen sehr ernste Nachrichten über die Unruhen in Transkaukasien. 5000 Räuber haben bei Guman die armenische Grenze überschritten und plündern und brennen alles nieder. Türkei. Kein Tag vergeht fast ohne neue blutige Bandenkämpfe. Im Vilajet Petralica wurde bei Petralica eine aus etwa 60 Mann bestehende, angeblich bulgarische Bande, gänzlich vernichtet. Der Verlust der türkischen Truppen beträgt 11 Tote, darunter 2 Offiziere und ebensoviele Verwundete. Afrika. Ob eine internationale Marokkokonferenz zustande kommen wird. läßt sich bisher nicht absehen. Unbedingt hat bis jetzt nur England abgesagt. Dagegen soll von Ameriko bereits eine feite Zusage eingegangen sein. Wenn es ge lingen sollte, die französische Regierung zur Beschichung der Konferenz zu bewegen, was noch immer nicht als aus. geschlossen gilt, so würde England wieder einmal in einer " glänzenden Isolierung" dastehen, da panien, das bisher noch zögert, sich sicherlich Frankreich anschließen wird. Das dann England sich weiter grollend beiseite halten würde, dari bezweifelt werden. Hof und Gesellschaft. *** Der Kaiser gedenkt seine Ostseefahrt, die in diesem Jahre an die Stelle der Nordlandfahrt treten soll, am 10. Juli von Swinemünde aus anzutreten. Die Fahrt soll sich bis an die schwedische Küste erstrecken. *** Die feierliche Beisetzung des verstorbenen Fürsten Leopold von Hohenzollern hat in der Erlöserfirche in Hechingen in Anwesenheit des Kaisers und einer großen Reihe von Fürstlichkeiten stattgefunden. Heer und Flotte. In der Besetzung des Schuhgebietes Kiautschon sind wichtige Aenderungen eingetreten. Aus den Stammkompagnien des 3. Seebataillons und der Stammbatterie der Marinefeldbatterie wird unter Aufhebung ihrer Zuteilung zu dem in Wilhelmshaven liegenden 2. Seebataillon ein selbständiges Bataillon mit der Bezeichnung als 3. Stammseebataillon gebildet, dessen Uniform die Abzeichen des 3. Seebataillons erhält. Gleichzeitig wird an Stelle der Stammkompagnie der Matrosenartillerie 5. Abteilung Kiautschou unter Aufhebung der Zuteilung zur 3. Matrosenartillerie 5. Abteilung mit dem 1. Oktober 1905 eine Stammabteilung der Matrosenartillerie Riautschou zu zwei Kompagnien gebildet, so daß eine Kompagnie neu aufzustellen ist. Ein völliger Umschwung im englischen Küstenverteidigungssystem wird durch eine Verfügung der Admiralität angebahnt. Die Verwendung von festgelegten Minen soll bon jetzt an aufgehoben werden. Diese nahmen aber in dem bisher geltenden System mit den bedeutendsten Platz ein. Was an ihre Stelle treten wird, ist bisher nicht bekannt. Soziales Leben. [] Weitere Lohnkämpfe im Baugewerbe sind zu verzeich nen. Die Aussperrung von 30 000 Bauarbeitern im rheinisch- westfälischen Industriebezirk hat eine Streifbewegung der Bauschreiner nach sich gezogen. In Hofstede und Gelsenfirchen sind schon partielle Ausstände der Schreiner ausgebrochen. In München ist eine ganze Anzahl von Baustellen und Werkstätten infolge von Lohndifferenzen mit den organisierten Arbeitern geschlossen worden. Jedoch erklärten die Unternehmer, daß Leute, die die Arbeit unter der bestehenden Arbeitsordnung fortsetzen wollen und schriftlich erklären, daß sie„ den das Gewerbe so unzeitgemäß beunruhigenden Organisationen" nicht angehören, sie auch aus ihren Ver diensten nicht unterstützen wollen, auch weiter nach Möglich. feit Arbeitsgelegenheit erhalten sollen. [] Tenerungszulagen für die Bediensteten der bayerischen Staatsbahnen werden in Massenpetitionen vom Verkehrs minister erbeten. Die Lebensmittelpreise haben eine ganz abnorme Höhe erlangt, namentlich für Fleisch, Fleischwaren und Gemüse. Verunglückte mußte mit Seilen über die Klipper heraufgezogen werden, da man sonst keine Möglichkeit des Transportes hatte. Man hofft, sie am Leben zu erhalten. A Die Best. In Manchester( England) ist ein Bestfall vorgekommen, der tödlich verlaufen ist. Der Erfranfte war Hilfskoch an Bord eines von Buenos Aires über Hamburg am 8. Juni in Middlesborough angekommenen Dampfers. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen, so daß eine Weiterverbreitung der Seuche nicht zu erwarten steht. A Unheil in der Artilleriekaserne. Zu Pampelona in Spanien warf ein Soldat eine brennende Zigarette auf einen Haufen fertiger Granaten. Die Geschosse erplodierten teilweise und verwundeten sieben Personen, darunter eine lebensgefährlich. Der Mörder des griechischen Ministerpräsidenten Delyannis. Als der Attentäter dem Untersuchungsrichter zugeführt werden sollte, machte er einen Selbstmordversuch. Er beabsichtigte, sich durch einen Sturz aus dem Fenster zu töten, wurde jedoch von den Wächtern noch im legten Augenblid rücfgerissen. Vermischtes. =[ Der Bierverbrauch in Bayern.] Im Jahre 1904 hat München erheblich weniger Bier gebraut, als im Vorjahr, denn es verbrauchte dazu 35 000 HI. Malz weniger. Wäre die Ausfuhr nicht etwas gestiegen, würde der Ausfall noch wesentlich größer sein, denn München vertrank weniger als im Vorjahr, nämlich rund 100 000 HI. Bier weniger als 1903, obwohl in diesem Jahr es doch auch wieder um 9000 Menschen zugenommen hat. Diese stetige, nun seit etwa 20 Jahren mit großer Regelmäßigkeit unausgesetzt sich vollziehende Abnahme des Jahresverbrauches traf also auch im Vorjahre zu. 1903 brauten 26 Brauereien aus 1 335 088 SI. Malz 3 270 966 HI. Bier, von denen in München 1 745 495 HI. verzapft wurden, während 1 545 450 HI. ausgeführt wurden. 1904 brauten 25 Brauereien aus 1 300 324 SI. Malz 3 185 794 HI. Bier, von denen in München 1 648 510 I. verbraucht wurden, während 1554 182 HI. ausgeführt wurden. Mitte der 80er Jahre kam auf den Kopf der Bevölkerung Münchens noch ein Jahresverbrauch von über 500 Liter Bier. Im letzten Jahr ist der Verbrauch gegen das Vorjahr von 339 Litern auf den Kopf um 24 Liter auf 315, also um volle 7 Prozent, gesunken. Was soll das werden? =[ Der Retter von hundert Menschen durch Selbstmord geendet.] Allgemeines Erstaunen verursacht der Selbstmord des Fährmanns Gustav Leonhard, der auf der Insel Valentinswerder bei Tegel seit vier Jahrzehnten ansässig war. Leonhard hatte mehr als hundert Menschen das Leben gerettet. Im Sommer wie im Winter war er unermüdlich auf dem Posten, um Personen, die mit dem Boote gekentert oder im Eis eingebrochen waren, Hilse zu bringen, was ihm häufig nur mit großer eigener Gefahr gelang. Jetzt wurde Leonhard, der ein Alter von 63 Jahren erreicht hat, in seiner Laube auf Valentinswerder erhängt aufgefunden. Die Motive zu dem freimillinen Tode find unbekannt. Hessischer Landtag. Darmstadt, 15. Juni. Nachdem die Kammer zunächst einige kleine Vorlagen erledigt hatte, ging sie zur Beratung des Gesezentwurfs über die Gemeindeftenerreform über. Staatsminister Rothe erklärte, durch den Entwurf solle das Gemeindesteuerwesen in ein einfaches und gerechtes System gekleidet werden. Der Entwurf stelle die Besteuerung auf die Grundlage der Leistungsfähigkeit, wolle aber auch die Leistungen der Gemeinden an die Steuerzahler durch die Heranziehung des Bruttovermögens entsprechend berückA Am Grabe der Mutter getötet. Ein Schlossergeselle in fichtigen. Staatsminister Rothe spricht dem Ausschuß und Kiel hatte eine Freiheitsstrafe zu verbüßen gehabt. Bei seiner Rückkehr aus dem Gefängnis erfuhr er, daß seine Mut ter inzwischen gestorben war. Der Unglüdliche nahm sich das Nah und Fern. ſehr zu Herzen. Er begab sich nach dem Grabe der Mutter und erschoß sich auf dem Hügel. Gasexplosion. In der Gasanstalt des Zentralbahnhofes in Mainz richtete eine Explosion große Verwüstungen an. Zwei Arbeiter wurden schwer verletzt. Das entstandene Feuer konnte bald bewältigt werden. Mord an einer Greisin. In dem Dorfe Viraach bei Hohenheim wurde eine seit zwei Tagen vermißte 70jährige Frau mit eingeschlagenem Schädel tot aufgefunden. Der Mörder, dessen Motive bei der Untat nicht klar sind, ist be reits verhaftet. Zugentgleisung. Auf der Strecke Magdeburg- Debis. felde fuhr gestern ein Güterzug im Bahnhof Debisfelde auf eine Reihe leerer Wagen und entgleiste. Die Lokomotive und 14 Waggons sind schwer beschädigt. Mehrere Wagen sind vollständig zertrümmert. Der Lokomotivführer, der Zugführer und zwei Schaffner des Zuges sind leicht verletzt. Attentat gegen einen Professor. Ein Student der Me dizin namens Donici machte einen Mordangriff auf den Universitätsprofessor Manolescu in Bukarest im Krankensaale. Der Professor bemerkte, daß ein junger Mann einen Stevolver gegen ihn richte. Im selben Augenblick erdröhnte auch schon ein Schuß, der aber sein Ziel verfehlte. Der Attentäter wollte noch einen zweiten Schuß abgeben, konnte aber noch rechtzeitig von den anwesenden jungen Leuten daran gehindert werden. Donici gab an, daß er sich an Professor Manolescu rächen wollte, weil ihn dieser beim Rigorosum habe durchfallen lassen. Dreifacher Mörder. In Berditschew( Rußland) ermordete der Gendarmerieunteroffizier Leleko den Rittmeister Markowski und die Gendarmeriewachtmeister Zukanow und Palei durch Revolverschüsse. Lelefo war wegen Trunkenheit aus dem Dienste entlassen worden, und sein Verbrechen war eine Tat der Rache. Ein heldenmütiger Knabe. Bei einem gemeinsamen Ausflug auf das Stockhorn im Berner Oberland glitt ein vierzehnjähriges Mädchen aus und stürzte den felsigen Ab. hang hinunter. Die älteren Burschen, welche die jüngeren Bersonen der Gesellschaft zu dem gefährlichen Aufstieg verleitet hatten, machten sich auf und davon. Der aus demsel ben Orte wie das Mädchen, aus Höfen, stammende zwölf. jährige Knabe Eduard Tanner handelte anders. Er kletterte der Abgestürzten mit Lebensgefahr nach, fand sie verletzt, aber lebend auf und verband so gut wie es ging die bluten den Wunden. Mit letzter Kraft flomm er dann abermals durch die Felsen zu einer Sennhütte und holte Hilfe. Die besonders dem Berichterstatter Abg. Dr. Gutfleisch namens der Großh. Regierung für die gründliche, fleißige objektive Arbeit den Dank aus. Abg. Ülrich weist darauf hin, daß die Besteuerung des Bruttovermögens den wirtschaftlich Schwächeren mehr als den kapitalfräftigen belaste. Er will eben nicht, wie es der Entwurf vorsieht, das im Grundbesitz, Gewerbebetrieb und Rapital angelegte Bruttovermögen als Quelle der Steuer in Anspruch genommen sehen, vielmehr, daß das Einkommen aus diesen Bermögensteilen von der Steuer getroffen werde. Freiherr von Heyl habe jüngst in der ersten Kammer bereits im Voraus Kritik an dem Entwurf geübt, um gegen den Finanzminister scharf zu machen. Ulrich ist die Auffassung des Finanzministers, daß die unteren Klassen gegenüber den oberen entlastet werden müssen, weit sympathischer als die des Herrn von Hey, der stets über den auf den Wohlhabenden lastenden Steuerdruck flage. Die Scharfmacherei des Herrn v. Heyl habe ja bereits die offizielle Abfuhr ererhalten in jenem Erlaß, in dem der Großherzog seine Uebereinstimmung mit der Steuerpolitik des Finanzministers deutlich erklärte. Hierauf tritt Vertagung auf Freitag, Vormittag 9 Uhr ein. 16. Juni. Die Sigung wird durch Präsident Haas 9 Uhr eröffnet. Das Haus setzt die Generaldebatte über die Gemindesteuerreform fort. Abg. Molthan erklärt namens des Zentrums dessen Einverständnis mit dem Entwurf, da er die Berechnung der Grundsteuer nach dem gemeinen Wert vorsieht. Bedenken äußert er hinsichtlich des Verbots des Schuldenabzuges bei Rap talvermögen und stellt ferner einen Antrag auf Besteuerung der Komsumbereine in Aussicht. Abg. Windecker spricht sich im wesentlichen für die Regierungsvorlage aus und polemistert gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Ulrich, namentlich auch, soweit sich sich gegen Freiherrn v. Hyl gerichtet haben. Sollte man bei der Kapitalsteuer, die ja ohnedies den Kapitalisteu nur zur Hälfte heranzieht, auch noch den Schuldabzug geftatten, so würde das eine ungerechte und durch nichts gerechtfertigte Bevorzugung der Kapitalisten gegenüber den Gewerbetreibenden und dem Grundbesiz bedeuten. Finanzminister na uth legt nochmals die Stellung der Regierung dar und befämpft die Ausführungen des Abg. Ulrich und des von Abg. Schönberger erstatteten Minoritätsberichts. Abg. Dr. Sutfleisch erstattet BeBeamtenfategorien, die vor dem Infrafttreten der jebigen Herren: Theodor richt über die Vorstellungen von Pensionären verschiedener War Frant, Dres Pensionsgefeße pensioniert wurden. Er beantragt im nächst Induftrie in B jährigen Budget Mittel zur Aufbesserung dieser Pestonsbeiniglicher Rommerzie züge einzustellen. Abg. Schönberger legt in längeren in Dresden, ftell Ausführungen seinen ablehnenden Standpunft zu der Be Frankfurt a. M meindesteuer- Vorlage dar. Hierauf tritt Bertagung auf bieae, Banfier, in Dienstag Vormittag 10 Uhr ein. Lokales. 17. Jnut 1905. Berlin; Georg Liebel, Friedrich Reinhardt, Georg Schreiber, G Blaut in Leipzig; Deutschland) in Berl Bant in München; Defterreichischen Ba bber Widüler- Küpper Das Großherzogliche Paar ist heute per Automobil über Gießen nach oben solms zu längerem Aufenthalt gereift. Wie uns telephonisch mitgeteilt wird, passierten die Herrschaften 2.10 Uhr Abendstern. * ** Handelskammer- Wahlen. Am 27. Juni finden Wahlen zur Handeskammer Gießen statt.( 5. Inserat.) ** Immer mehr Bahnen entstehen um Gießen, denn jetzt hat auch der Bezirksausschuß in Kassel die Ge nehmigung zur Vornahme allgemeiner Vorarbeiten für eine N benbahn Niederaula- Alsfeld mit einer Abzweigung nach Schliß erteilt. Der Kriegerverein Gießen veranstaltet morgen Sonntag im Licher Wald ein Wald fest. P. Gestern Nachmittag verunglückte ein Gießener Arbeiter am Oswaldsgarten dadurch, daß er auf einen in Fahrt befindlichen, beladenen Kohlenwagen steigen wollte und dabei stürzte. Die Räder gingen über seinen Fuß hinweg und fügten ihm schwere Verlegungen bei, sodaß die Verbringung des Arbeiters in die Klinik nötig wurde. ? Reiskirchen. Ein recht wertvolles Spielzeng wußte sich hier am dritten Pfingstfeiertage ein 7jähriger Knabe zu verschaffen. Er entwendete in einem Hause nahe der Bahnstation eine Taschenuhr und zertrümmerte sie durch Spielen gänzlich §§ Bobenhausen, 16. Juni. Auf unserem gestrigen Pfingstmarkte wurde das Paar Ferkel 1. Qualität mit 70-75 Mt. bezahlt, geringere im sechswöchigen Alter galien 50 Mt., bessere 50-60 mt. Der Handel war flott. §§ Ober- Ohmen, 16. Juni. Rowdy. In der vergangenen Nacht wurde hier ein 17jähriger Bursche in die Untersuchungshaft abgeführt, der am zweiten Rirchweihtage ein hiesiges junges Mädchen auf dem Heimwege überfallen und mißhandelt, wenn nicht gar vergewaltigt hat. § Schotten, 15. Juni. Unser Pingst- Prämierungsmartt am Dienstag war mit 500 Ferkeln befahren, für die außerordentlich hohe Preise gezahlt wurden, je nach Alter 55--80 mt. pro Paar. * Wetzlar, Die letzte Nummer der Korrespondenz der Landwirtschaftskammer und des Landw. Vereins besagt über die Obsternte- Aussichten im Kreise Wezlar: Beeren Obst: mittel, Kirschen: gut, Zwetschen: mittel, Mirabellen sehr gut, Aepfel: mittel, Birnen: sehr gut. Eine X Wetzlar, 16. Juni.( Schöffengericht.) Geldstrafe von 10 Mart erhielt ein Gastwirt von & rofdorf, weil er am 24. April anf dem Tanzboden bei einer öffentlichen Tanzbeluftigung, jugendliche Personen männlichen Geschlechts unter 17 Jahren duldete. Gegen dieses Urteil legte M. Berufung ein, welche aber heute erfolglos bleibt. Dieselbe Uebertretung wird dem Gastwirt Gerhard K. von Launsbach zur Last gelegt. R. erhielt deswegen auch eine Strafe ron 10 Mt., legte aber hiergegen Berufung ein. Auch in diesem Falle bleibt die eingelegte Berufung erfolglos. ( W- l. Anz.) - ** Höchst, 16 Juni. Ein granfiger Fund. Die Höchster Polizei gibt bekannt: Am 14. Juni, nachmittags gegen 3 Uhr wurden an einem Abhange der sog. Frosch. fuhle an der Sodener Bahn in Höchst die Leichenteile eines 6jährigen Knaben gefunden. Vermutlich wurde die Leiche, die fast völlig verwest ist und deren Gesichtszüge infolge dessen nicht mehr erkennbar sind, verborgen gehalten und erst in den letzten Tagen heimlich an diesen Ort gebracht. Augenscheinlich liegt ein Verbrechen vor. Die Kleidung ist noch erkennbar und besteht aus dunkelgrauem Joppen- Anzug mit gleichfarbigem 3 uggurt. Die Polizei ersucht um Mitteilungen, wo das Verschwinden eines Kindes befannt geworden ist. Da in der Offenbacher Gegend nichts von dem Verschwinden eines Knaben verlautet, andererseits der Mord aber, falls es sich um einen solchen handelt, weiter zurückliegt, so neigt die Polizei der Ansicht zu, daß der ge fundene Knabe der 6jährige Franz Bürkel aus Mannheim ist, der im Oktober v. J. von seinen Eltern einem Manne, der sich Friedrich Hartley aus Hannover nannte, übergeben wurde, der das Rind adoptieren wollte. Seit der Beit fehlte jede Nachricht über den Verbleib des Kindes. Der Mann wird folgendermaßen beschrieben: 38 bis 40 Jahre alt, mittel groß, fräftig, dunkelbraune Haare, dunkle Augen, gesundes Gesicht, dunkelbrauner, ziemlich starker Schnurr- und Kinnbart, trägt goldenen Zwicker. § Mühlheim, 16. Juni. Ein tollwütiger Hund biß hier 3 Personen und 5 Hunde, ehe es gelang, seiner habhaft zu werden. Geschäftliches. 7 000 000 mt. Aktien der Bank für Bran Industrie in Berlin. Wie aus der in unserer heutigen Nummer veröffentlichten Bekanntmachung ersichtlich ist, sind obige Aftien zum Handel an der Berliner Börse zugelassen worden und werden Mittwoch, den 21. d. M., daselbst zur Einführung gebracht. Als Einführungsfurs ist ein Rurs bon 106-108% gedacht. Die Bant hat in dem am 31. März abgelaufenen Geschäftsjahr 6% Dividende verteilt, wobei sie ihren Vortrag von ca. 41000 Mt. auf etwa 116 000 Mt. erhöhte, was also noch ca. 1% des Aftientapitals ausmacht. Die Gesellschaft ist im Jahre 1899 mit dem Sig in Berlin und einer Zweigniederlassung in Dresden errichtet worden. Der Vorstand besteht aus den Herren: Regierungsrat a. D. Richard Chrzcicinski, Berlin Kirgliche Am Sonn 11. vormittags: De Text: J 22. nachmittags: B Text: Rö Gottesdienst vorm. 10 Uhr. Slescaer lam Borausfichtlich Joen 18. Juni. Bei behr schwül ( Näheres dur A Die nachsteh waltungsgebä Arbeiten de Grund des M Wege des öffen 1. Glaferar 2. Rolladen 3. Weißbind Angebotsu ( Banderstraße) beschreibungen Der Zuschl getrennt oder Die Angel fprechender Au hörde bis spä einzusenden, erschienener Be Zuschlags Bad Nau Großh. Baube Adria Hand- u Schleif fowie alle in M Fernsprecher Reparat werden in meiner fommenden G berfchieben Der jig agt im näch fer fionsb t in längern t zu der B unb Max Frank, Dresden. Den Aufsichtsrat bilden die Herren: Theodor Winkler, Direktor der Bank für Handel und Industrie in Berlin, Vorsitzender; Georg Arnhold, Piniglicher Kommerzienrat, Banfier, in Firma Gebr. Arnhold in Dresden, stellvertretender Versißender; Georg Ebert in Frankfurt a. M., stellvertretender Vorsitzender; Grizz Bertagung andreae, Bantier, in Firma Hardy& Co. G. m. b. H. in Berlin; Georg Liebel, Röniglicher Kommerzienrat in München; Friedrich Reinhardt, Königlicher Kommerzienrat in Leipzig; Marktberigte. Sieber, 17. Juni. Auf dem beutigen Wochenmarkt fofteten Butter per fb. 0.90-1.00 R., Hübnerele per Stüd 5-6 Bfg., Entenets St. 6-7 fo., Käse per St. 6-8 Pfg., Kasematte 2 St. 5-6 Bfg Erbsen per Liter 21 Bfg., Linien ver Liter 52 Pfg.. Tauben per Paar 02. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mr. 1.00-1.60, Hahnen, ber Stud C.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Pfb 00-00 Pfg., Ochsenfleisch per fb. 70-72 f., Rindfleisc per fb. 62-68 Pfg. pet Bfb. Schweinefleisch 70-80 Big. Schweine fleisch gesalzen per Pfund 0.84 Bfg., Kalbfleisch per Vfb. 70-74 Bfg. Sammelfleisch per Pfd. 50-76 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 7.506 800 Mr., Zwiebeln per 3t. Mr. 8.00-10.00, Wetstraut 10-15 f. pet Snut 1905, laut in Leipzig; Curt Sobernheim( Nationalbank für Stüd, Zentner 3-4 Mt. Repfel per Zentner 6-10 Mr. Zwetschen ve ist heute Deutschland) in Berlin; Paul Stern, Direktor der Bayerischen be 831 längern Bant in München; Louis Todek co, Generalrat der Angloitgeteilt mit Defterreichischen Bant in Wien, Franz W cüler, Direktor n. 27. Juni finde Inferat.) um Gießen Raffel die beiten für ein mer Abzweigun Haltet morge ein Gießene auf einen in gen wollte und Fuf hinweg daß die Ber rde. Spielzen der Wicküler- Küpper- Brauerei, Attiengesellschaft in Elberfeld. Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Am Sonntag Trinitatis( 18. Juni) predigt: 1. vormittags: Defan Wagner. 2. Text: Johs. 3, 1-15. Lied Nr. 123. nachmittags: Pfarrer Schmidt. Text: Röm. 11, 33-36. Lied Nr. 138. Katechismuslehre. Gottesdienst mit Ratechismuslehre in Stangenrod vorm. 1/210 Uhr. Siescaer landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Bitterung in Seffen für Sonntag, den 18. Juni. Zeitweise wolfig und Gewitter, anhaltend sehr schwül ( Näheres durch die Gießener Betterfarte.) Arbeitsvergebung. Rentner 0,00.- 0.00, Kirschen per Pfd. 30-35 Pfg. Milch per Liter 20 Pfg. Dauer der Marktjeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten diet Stunden der Marktjeit im Umberziehen feilgeboten werden. Berantwortlich: für die Politik und den Inseratenteti: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, betb in Siegen. Gegründet 1883. Jean Dern& Co. Gießen Triephen Nr. 21 Inh: Oscar Gutmann Wrftanlage 31. Ton- und Mosaik- Fußbodenplatten, glaßerte Wandplatten. Blleinverkauf der echten Mettlacher Platten. Brichtig. ual. Ausftrilengeräumir u Musterküche gern gestattet. Gräht. Lager am Plane in Baumaterialien f. Hoch- u. Tirfbau. Aufforderung. Betr. Reinigung der Straßen. Dalli Seifenpulver das Allerbeste für die Wäsche Kaiser- Parade 18.As.- Cp.8. Sept. b. Homburg v. d. H. Auf Anordnung des Kgl. Gen.-Kommandos wird unmittelbar der Aufstellung der Majestäten und der Fürstlichen Gäste eine an offizielle Zuschauer- Tribüne erbaut. Auf derselben befinden sich nur nummerierte Sitzplätze. Vordertribüne( mit Rücklehne u. Sitzkissen) Mitte à 15 Mk. Seite à 10 Mk., Platz à 6 Mk., II. Platz 5, und 4 Mk. nach Sitzplan J. Schottenfels& Co. Kartenverkauf Franklart a. M., Bethmannstr. 54( F. 3385). Versand nur gegen Nachnahme. schon heute Bügel- Kursus! Beginn des Unterrichts in der jeßigen Saison für ein 7jabrig em Hause na Die nachstehenden bei der Erbauung zweier VerBei der gegenwärtig heißen Witterung fordern wir hiermit auf merte sie dur walltungsgebäude zu Bad Nauheim vorkommenden Grund des§ 3 des Lokalreglements rubr. betreffs vom 10. NoArbeiten des Inneren Ausbaues" sollen aufvember 1879 alle Hausbefizer, beam, beren etellbettreter mag wiſchen 6-8 Uhr und nachmittags zwischen 12 und 2 Uhr das vor Wasch- Kleider und Glanzbügeln ihrem Hause belegene Bankett nebst Flußrinne mit reinem Wasser ist am 21. Juni bei begießen zu lassen. erem geftige Grund des Miniſterialerlaffes vom 16. Juni 1893 im Wege des öffentlichen Wettbewerbes vergeben werden. Qualität en Alter galia var flott. In der be Bursche in di Rirchweihtag ege überfallen hat. imierungs befahren, für ben, je nad espondenz de 8 besagt über : Beeren Dbft: bellen sehr gut, riát.) Eine a ft wirt bon Tanzboden bei iche Berfonen uldete. Gegen aber heute er dem Gastwirt gt. R. erhielt gte aber hier bleibt die ein W- Bl. Anz.) Fund. Di i, nachmittags er sog. Froid eichenteile eines de die Leiche, tezüge infolge gehalten und Dit gebracht. e Aleidung ift Joppen- Anzug ucht um Mit 3 befannt ge nd nichts bon undererfeits der handelt, wei u, daß der g aus Mannheim einem Manne, ante, übergeben Der Beit fehlte Der Mann hre alt, mittel urr- und Rinn 1. Glaserarbeiten: 2 Lose zu je ca. 19,00 qm Fenster im Kellergeschoß und je ca. 150,00 qm Fenster im Erd-, Ober- und Dachgeschoß. 2. Rolladenlieferung 2 Lose zu je ca. 150,00 qm Rolladen für Erd-, Ober- und Dachgeschoß. Wer es unterläßt, dieser Aufforderung nachzukommen, hat die gefeßliche Strafe zu gewärtigen. Gießen, den 16. Juni 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Feier des 20 jährigen Bestehens des Giessener Radiahrvereins 1885. 3. Beißbinderarbeit im Innern: 2 Loſe zu je ca. des 770,00 qm glattere Wand- und Deckenput, ca. 280 qm Rappus im Kellergeschoß und je ca. 2660,00 qm Wand- und Deckenputz im Erd-, Ober- und Dachgeschoß u. s. w. Angebotsunterlagen sind in unseren Amtsräumen ( Zanderstraße) einzusehen. Bedingungen und Arbeitsbeschreibungen werden znm Selbstkostenpreis abgegeben. Der Zuschlag fann bei jeder der Arbeiten nach Bosen getrennt oder für mehrere Lose gemeinsam erteilt werden. Die Angebote sind verschlossen und portofret mit entsprechender Aufschrift versehen an die unterzeichnete Behörde bis spätestens 28. Juni vormittags 10 Uhr ein zusenden, worauf deren Eröffnung im Beisein etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Bad Nauheim, den 8. Juni 1905. M Der Vertrieb der offiziellen Festpostkarten ift zu vergeben und wollen Bewerber bis zum 20. da. Mts. bet dem Vorsitzenden des Musik und Vergnügungs- Ausschusses M. Jaskowsky Angebote abgeben. Unterzeichneter empfiehlt seine garantiert reinen, unverfälschten Weine nur eigenes Wachstum und sichert streng reelle Bedienung zu. 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Ein tüchtiger, fräftiger sol Einleger an Dampf- Dreschmaschine nach Rheinhessen gefud Hoher Lohn und kost und Logi fiet. Näheres in der Expedition der ,, Gießener Neueste Nachrichten. Gießen, Seltersweg 83. Feier des 20jährigen Bestehens des Giessener Radfahrer- Vereins 1885 am 1, 2. und 3. Juli 1905 bestehend in Vereinsdauerfahrt, Corso, Schul- und Kunstreigen- sowie Gruppenfahren, Radballspiele und Motorrennen, verbunden mit Volks- Fest. Der geschäftsführende Ausschuss C. Löttgen, Vorsitzender. Bekanntmachung betreffend Handelskammerwahlen. Entsprechend einer Verfügun des Großh. Ministeriums des Innern vom 25. at 1905 hat an Stelle der verstorbenen Handelskammermitglieder A. Katz und Ernst Balser aus Gießen gemäß Artikel 19 Abs. 5 des Handelsfammergesezes für den Wahlbezirk Gießen Stadt eine Ersazwahl für den Rest der Wahlperioden stattzufinden. Die Wahlperiode des Herrn A. Kaz endigt am 31. Dezember 1906, diejenige des Herrn E. Balser am 31. Dezember 1908. Die Ersatzwahlen für die beiden verstorbenen Mitglieder haben unter Zugrundelegung der bei der letzten Ergänzungswahl festgestellten Wählerlisten des Wahlbezirtes Gießen- Stadt zu erfolgen. Zur Vornahme der Wahlen wird Termin bestimmt auf Dienstag, den 27. Juni d. Js., nachmittage 2 bis 6 Uhr in Bureau der Handelskammer, Nordanlage 15. Als Wahlkommissar wird Herr C. W. Now ad aus Gießen fungieren. Die Wahlberechtigten werden zu der Wahl mit dem Anfügen geladen, daß derjenige als für die längste Amtsdauer gewählt gilt, auf den die meisten Stimmen entfallen. Gießen, den 17. Juni 1905. Die Großherzogl. Handelskammer. Der Vorsitzende: Koch. Der Syndikus: Dr. Knipper. Ingenieurschule zu Mannheim Städt. subv. höhere technische Fachschule. Programme kostenlos. Submission. Für unsere Klinik soll die Lieferung von Der Fest- Ausschuss Curschmann, Beigeordneter, Vorsitzender. - Die Weißzeng und Kleidungsstücken auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden Bedingungen und der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1903 liegen nachmittags von 3-5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau off n. Angebote, versiegelt und mit der Aufschrift:„ Angebot auf Weißzeuglieferung" versehen, sind mit den Mustern bis zum 7. Jult 1. J., vormittags 12 Uhr, zu welchem Zeitpunkte die Eröffnung der Angebote stattfinden wird, auf dem Verwaltungsbureau abzugeben. Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. Gießen, den 13. Juni 1905. Großh. Berwaltungs- Direktion der chirurgischen Universitäts- Klinit. Poppert. QGXQQOGGOOOOOOOG DOOG Geschäfts- Eröffnung. Dem verehrl. Publikum von Gießen, insbesondere meiner werten Nachbarschaft die ergebene Mitteilung, daß ich in meinem Hause Eichweg 7( Ecke des großen Steinwegs) ein Kolonialwaren- Geschäft eröffnet habe. Durch Führung von nur guten Waren bei reellen Preisen werde ich bemüht sein, meine werten Abnehmer in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen. Mit der Bitte um geneigten Zuspruch empfehle ich mein neues Unternehmen. Hochachtungsvoll Eduard Kohlermann, Gießen. Vergebung von Schieferdeckerarbeit. Die zur Umdeckung eines Telles des Daches auf dem Gerichtsgebäude zu Gießen nötigen Schieferdecker- Arbeiter nebft Materiallieferung werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Sub missionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen Itegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen und können lettere, mi Vordruck zu dem bezüglichen Angebots- Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum Eröffnungstermine, Dienstag, den 20. Juni 1905, vorm. 10 Uhr bersiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abju geben. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 8. Juni 1905. - Großh. Hochbauamt Gießen. Reuling. Heugras- Versteigerung. Montag, den 19. d. Mts., vorm. 8 Uhr soll bei Wirt K. Schepp 3. dahier, das diesjährige Heugras bon den früheren fiskalischen Wiesen der Gemeinde Lindenstruth gehörig; um 10 Uhr auf der Weide an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteige werden. Wegen vorheriger Einsichtnahme der Loose woll man sich an den Gemeindewiesenwärter K. Menz 2 wenden. Lindenstruth, 9. Juni 1905. Großh. Bürgermeisterei Lindenstruth. Scheld. NAUMANNIA- SEIFE OGOO mit dem Beste Seifenah undforn! 140 Balertionspreis: D Weffen, ble Kretfe Web Retlamen Rebattion u. Haupte für Fern Man hat die liber die Mensche zufammentommer fie ohnehin wisse Ruhe, sogar mi Denn neues w tragen. vielmeh den Fachschrifte worden. Kom bor, daß in werde, so on der ersten deb nämlich, daß Frrtum erwief wie auf den S Schwarm der mit Niebsche z Hauptsache da als„ Kollege" chaft zu genie billig wie und Spott und Schattenfeiten mag fogar feir noch vertieft h sache, daß die werden, die z Staltungen fei durch minder trächtigt, aber Es ist wahr, tünfte von M und sonstigen eine neue Ein nicht, und nie Einrichtung i lebendige, ge geschriebene, unendlich hin bloße Beieina ihren Bestrebu ihnen die auf einzelt fein ti Kreis sich aus gelvinnen. D wenn die Ein sehen, daß sie frische Spannt das Tagewerk Darum fol beren Zeit jetz und werden n gern gegönnt Dienste der De der Kolonialge jozialen Stongre ethische Stultur, f Wodje in De abelegt, wie r Besten angej sich selbstlos willig widme Tätigkeit in Ganzen leben zum Guten fi Wege geht. Carl Stückrath Giessen, Asterweg 47. Möbel Möbelfabrik G Einfachste wie Dekorationen reiche 8 Ederstrasse 8. CEWEAR PREISMEDAILLE 1879 Geschäftsgründung 1868. 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Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Bfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluß Nr. 862. Samstag, den 17. Juni 1905. Gießener 14. Jahrgang. Abonnementspreis: abgebolt monatuch 50 Pig., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Obethessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werttagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle omtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Kongrefs- Zeiten. [ Politische Wochenschau.] Man hat die Kongreßwut oft verspottet und sich weidlich liber die Menschen lustig gemacht, die in großen Scharen zufammenkommen, um nichts anderes zu hören, als was fie ohnehin wissen oder mit größerer Bequemlichkeit und Ruhe, fogar mit besserem Nutzen daheim lesen können. Denn neues werde auf den Kongressen doch nicht vorgetragen. vielmehr im besten Falle nur wiederholt, was in den Fachschriften bereits niedergelegt und durchgesprochen morden. Romme es, in weiten Zwischenräumen, einmal bor, daß ein Kongreß durch eine Neuigkeit überrascht merde, so könne man mit Sicherheit darauf rechnen, daß der ersten Ueberraschung eine zweite folge, die Feststellung nämlich, daß die überraschende Neuigkeit sich als ein Irrtum erwiesen habe. Ebenso hat man tadelnd betont, wie auf den Kongressen sich mehr und mehr der breite Schwarm der Unbedeutenden der Vielzuvielen", um mit Nietzsche zu sprechen sich vordränge, denen es in der Hauptsache darum zu tun sei, sich im Lichte der Koryphäen als Kollege" zu sonnen, öffentliche und private Gastfreund schaft zu genießen und an großen Festveranstaltungen so billig wie unverdient teilzunehmen. - Spott und Tadel sind gewiß nicht ganz unberechtigt; die Schattenseiten der Kongresse liegen offen zutage, und es mag sogar sein, daß diese Schatten sich im Lauf der Zeit noch vertieft haben. Gleichwohl muß aus der bloßen Tatsache, daß die Zahl der Kongresse stetig zunimmt, geschlossen werden, die zeitraubenden und kostspieligen Kongreßveran staltungen seien doch nicht wertlos, ihre Wichtigkeit könne durch minder erfreuliche Begleiterscheinungen wohl beeinträchtigt, aber nicht aufgehoben oder gar überboten werden. Es ist wahr, daß wissenschaftliche Kongresse und Zusammenfünfte von Männern, die sich gleichgerichteten Wohlfahrtsund sonstigen gemeinnüßigen Vestrebungen widmen, fast nie eine neue Einsicht schaffen. Das ist aber auch ihr Zwed wicht, und niemals haben sie ähnliches versprochen. Ihre Einrichtung ist aus der Erkenntnis hervorgegangen, daß das bebendige, gesprochene Wort weit größere Straft hat als das geschriebene, daß seine fruchtbringende und anregende Wirkung mnendlich hinaus agt über die des gedruckten Wortes. Das bloßze Beieinandersein gleichgestimmter Männer bestärkt sie in Ihren Bestrebungen, verleiht diesen neuen Schwung, verschafft ihnen die aufrichtende Ueberzeugung, daß wohl sie selbst vereinzelt sein können, ihre Bemühungen aber über einen weiten Kreis sich ausdehnen und daraus die Gewähr des Erfolges gelvinnen. Der Wille des Einzelnen kann erlahmen; doch wenn die Einzelnen einander Auge in Auge blicken und sehen, daß sie viele sind, so erwächst ihnen neuer Wut und i der Gemein ble Spannkraft, und nach den Festtagen nehmen ſie getrost Beide tetend bersteig der Loose wo er A. Meng Lindenstruth SEIFE ah undern 1868. ngen erung. das Tagewerk wieder auf. Darum soll man mit Achtung auf die Kongresse schen, beren Zeit jetzt gekommen ist. Sie feiern nicht bloß Feste und werden nicht bloß gefeiert- obwohl ihnen auch das gern gegönnt sein mag sondern sie arbeiten redlich im Dienste der Oeffentlichkeit, des Gemeinwesens. Die Tagungen der Kolonialgesellschaft, des Bergarbeiter, des evangelischozialen Kongresses, der Berufsgenossenschaften, der Vereine für ethische Kultur, für Schulhygiene haben während der vergangenen Woche in Deutschland stattgefunden und Zeugnis dafür abelegt, wie mannigfach die Ziele sind, die zum allgemeinen Besten angestrebt werden, und wie zahlreich die Kräfte, die sich selbstlos der Erreichung dieser gemeinnützigen Ziele freiwillig widmen. Mag unter dem Weizen Spreu sein, manche Tätigkeit in den Mitteln fehlgreifen man sieht doch im Ganzen lebendiges Regen, zielbewußtes Wollen, das zuletzt zum Guten führen muß, wenn es auch manchmal über Umwege geht. Bekanntmachung. Selbst die Politik scheint dem Zug der Zeit in der Hinneigung zu Kongressen sich anschließen zu wollen. Marokko hat zu einem internationalen Kongreß eingeladen, zu dessen Beratungsgegenstand es sich selbst darbietet. Das ist in der Form wenigstens neu. Deutschland und Italien haben die Einladung bedingungslos, Oesterreich- Ungarn hat sie mit dem Vorbehalt angenommen, daß auch die übrigen Mächte ihr folgen. Bei der grundsätzlichen Ablehnung des habsbur gischen Hauses gegen jede überseeische Politik ist diese Haltung vollkommen verständlich. Auch das läßt sich begreifcu, das Spanien keinen selbst indigen Schritt wagt, sondern sich darauf beschränkt, im Schatten Frankreichs zu bleiben. Spanien ist zur Resignation in der marokkanischen Frage gezwungen und muß sich dem mächtigen Nachbar fügen, von dem es überdies finanziell abhängig ist. Ebenso ist es von England korrekt, daß es die Kongreßteilnahme mit dem Bemerken abgelehnt hat, daß für Großbritannien die Marokkofrage durch sein Abkommen mit Frankreich erledigt sei. Für Frankreich selbst ist damit freilich nichts gewonnen, ihm entgeht unter Umständen nur die englische Unterstüßung auf dem Kongreß, dessen Zustandekommen übrigens noch nicht unbedingt gesichert ist, Frankreichs Antwort auf die Einladung steht aus. Sie soll des größeren Eindrucks wegen" erst an letzter Stelle erfolgen. Sie wird nicht ablehnend lauten, denn sie kann es nicht. Der französische Ministerpräsident und Minister des Auswärtigen Rouvier würde sonst den ganzen Erfolg seiner seitherigen Bemühungen in Frage stellen, die darauf gerichtet waren, die von Herrn Delcasse begangenen Fehler wieder gut zu machen und die Politik im Sinne der Wünsche Deutschlands in friedlichen Bahnen und von abenteuerlichen Versuchen fernzuhalten. Außerdem würde das Scheitern des Marrokko- Kongresses Frankreich nicht fördern, vielmehr eine Art Anerkennung der Selbständigkeit Marroffos in sich; schließen. Noch ein anderer Kongreß steht in Sicht, dessen baldiges Zustandekommen und völliges Gelingen auch die nicht unmittelbar Beteiligten sehnlichst wünschen: der russisch. japanische Friedenskongreß. Den Erfolg kann niemand voraussagen. Jedenfalls sind ihm die Sympathien der ganzen gesitteten Welt gemik. ferienkarten. Eisenbahnminister von Bubde hat den Schulkindern und ihren Eltern eine freundliche Ferienüberraschung bereitet: er hat angeordnet, daß für die Dauer der großen Sommerferien auf allen Stationen der Staatsbahnen sobald sich ein Bedürfnis dafür zeigt- besondere Fernverkehr- Ferientarten zur Ausgabe gelangen sollen, deren Preis sich nach dem der Monatskarten im Vorortsverkehr bemißt. Mit der Ausgabe der Karten soll acht Tage vor Anfang der Ferien begonnen werden. Damit wird den Schulkindern, die von ihren Eltern maht auf Reisen geschickt werden können, namentlich in den größeren Städten, die Möglichkeit geboten, um billiges Geld alltäglich ins Freie hinauszufahren, während der Ferien alltäglich frische Land- und Waldluft zu genießen, während sie nachts im Elternhause sind. Das ist eine überaus dankenswerte Ergänzung der in der Hauptsache für kleinere Kinder bestimmten Ferienkolonien. Eltern und Lehrer werden überall leicht Verabredungen treffen können, die für eine gemeinsame Beaufsichtigung während der täglichen Ausflüge sorgen, auch die Beköstigung regeln. Es ist dringend zu wünschen, daß von der neuen Einrichtung aus. giebigster Gebrauch gemacht werde. Die Schulhygiene oder vielmehr die Hygiene für das Schulkind findet dadurch größere Förderung, als irgend eine Erleichterung des Unterrichtsplans oder eine sonstige Veranstaltung innerhalb des Schulgebäudes zu bieten vermag. Das von Herrn von Budde gegebene Beispiel wird sicher bei den anderen deutschen Eisenbahnverwaltungen Nachahmung finden. Die unterm 16. Mai 1. J. angeordnete Sperre der Ludwigstraße zwischen Bleich- und Bismarckstraße wird wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 15. Juni 1905. Großh. Polizeiamt Gießen, Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Stephanstrake zwischen Bismard und Gartenstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 17. Juni 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 13. Mai 1905 angeordnete Sperre der Johannes: trafte zwischen Neuenweg und Blockstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 16. Juni 1905. Großh. Polizeiamt Sieken. Herberg. Bekanntmachung Die unterm 13. Mai 1995 angeordnete Sperre der Plockstraße hiermit aufgehoben. Gießen, den 16. Juni 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Heugras- Versteigerung der Stadt Gießen. Montag, den 19. und Dienstag, den 20. Juni 1904, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, soll das Heu. gras von den städt. Wiesen meistbietend versteigert werden und zwar: Montag, den 19. Juni: a. an Ort und Stelle von den Wiesen in Neustädterfeld und bei der Margaretenhütte, b. vormittaas 11 Uhr in der Restauration von Melchior Schäfer Ww., Grünbergerstraße Nr. 6, von den Wiesen im Heegstrauch und im Rußland, c. nachmittags 2 Uhr im Philosophenwald von den Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal von den Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geborene. Am 7. Juni. Dem Fabrifarbeiter Philipp Weigel ein Sohn, Ludwig; Schneider Beter Jakob Nolte eine Tochter, Marie Elise; 8. Lokomotivheizer Ernst Karl eine Tochter, Lina Annie; Universitätsprofessor Dr. Franz Wagner, Ritter von Kreinsthal eine Tochter, Ilse Helene Roberte Alfrede; 10. Dfenseßer Wilhelm Gottlieb Söß eine Tochter; Taglöhner Hermann Vogel ein Sohn, Hermann; 11. Taglöhner Johannes Peter Hahn zwei Töchter, Henriette und Katharine; Schreibwarenhändler Ernst Jung ein Sohn, Ecnft... Aufgebote. Am 9. Juni. Ludwig Johann Rehm, Fabritarbeiter in Bezlar mit Rosine Wilhelmine Wiegand dahter. 10. Karl Beauty, Floßmeister in Kastel mit Johanna Wormsbächer dahier. 11. Karl Strzef, Schriftseßer dahier mit Elisabeth Schneider hierfelbst. 12. Dr. August Stoß, praft. Arzt in Lauterbach mit Emma Elizabeth Wißner dahier. 13. Karl Ziegler, Kaufmann in Höchst a. M. mit Amalie Mecke dahier. Max Grünebaum, Kaufmann dahier mit Mathilde Weil in Neustadt a. d. H. 14. Heinrich Jenzen, Kaufmann dahier mit Rathrine Klein hierselbst. Karl Schneider, Musiker dahier mit Katharine Schneider hierselbst. Wilhelm Ulrich, Bäcker dahier mit Luise Friederike Appel in Londorf. 15. Julius Dreifus, Kaufmann in Frantfurt a. M. mit Anna Kaan dahier. Eheschließungen. Am 10. Juni. Ernst Ludwig Theoder Otto Eger, Gerichtsassessor dahier mit Margarete Elisabeth Karoline Zöppriz hierselbst. Emil Braun, Bautechniker dahier mit Margarete Keßler hierselbst. Emil Möllenberg, Revisor dahier mit Wilhelmine Bastert hierselbst. August Bogler, Monteur dahier mit Katharine Stieglit hierselbst. Wilhelm Michel, Polsterer und Tapezier in Oberlahnstein mit Marie Elisabethe Reh dahier. Karl Franz, Schlosser dahier mit Margarete Eise hierselbst. Rudolf Frenzel, Sattler dahier mit Amalie Schweißer hierselbst. Dr. Ludwig Krieg, praft. Arzt in Stockheim mit Emilie von Münchow dahier. 13. Heinrich Prescher, Schuhmacher dahier mit Anna Marie Schöß hierselbst. 14. Heymann Süskind, Kaufmann in Fürstenau mit Frieda Kepler dahier. Christian Johannes Wallenfels, Färbereibes. dahier mit Christine Schmidt hierselbst. Gestorbene. Am 10. Juni. Minna Todt, geb. Vogt, 24 Jahre alt, Ehefrau des Kaufmanns Georg Todt dahier. 11. Karl Albert Schramm, 52 Jahre alt, Ober- Bahlmeister dahier. Martin Scheel, 57 Jahre alt, Rentner dahier. 15 Heinrich Amand Sack, 63 Jahre alt, Bahnwärter i. P. dahier. 16. Charlotte Luckhardt, geb. Boedicker, 54 Jahre alt, Witwe des Postmeisters Theodor Luckhardt bahter. M Königlich Preussische Staats- Medaille) Seidenstoffe in unvergleichlich reicher Auswahl. schwarze weisse farbige Jmmer die neuesten und schönften.- Solide und sehr billig. 4 Ausstellungs- Medaillen, 6 Hoflieferanten- Diplome. Deutschlands grösstes Spezial- Seidengeschäft Mech. Seidenstoff- Weberei Michels& Co. Berlin SW. 19 Ecke Markgrafen- Strasse. 43 Leipziger Strasse 43 Proben portofrei Hospitalwiesen in der Gemarkung Wieseck und von etwa 25 Morgen Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, den 20. Juni: d. von den Ochsenwiesen, einer Hospital und Pfarrwiesen von den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunnen und Altentisch, e. nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen, f. nachmittags 21/2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Alten- Buseck, g. nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großen- Busick. Die Zusammenkunft ist am 19. Juni am Neustädtertor, am 20. Juni in den Ochsenwiesen. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, vorstehendes in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 9. Juni. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Curschmarn. Nen! Achtung! Neu! Fahrrad- Versand- Geschäft Joh. Fr. Schaaf, Wetzsteinstr. 44 GIESSEN Wetzsteinstr. 44. Compl. Fahrräder mit Garantieschein à Mk. 71, 78, 86, 96 etc. Pneumatik- Fahrrädermäntel m. Garantie à. Mk. 4., 5.- etc. 9 Pneumatik- Luftschläuche m. Garantieschein à Mk 3.-, 4.-, 5.Für kleine Kaufleute und Handwerker! 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