hoto Tebte, An einem zu machen, chen. Auf gegenüber Besten nad 3 Lenozan Plan ge alb er den ofd begeg Blane init nitrengung, erst auf der und Lenden e standen ja eide Städte , das Rück betrachten anstrengung ten sich auf bon Kiyoto sebe, scheint Den zu sein. nach Hause den Augen abe dagegen nz wie ein anders als ich gegen. igen, ihre Die beiden en; als fie dwärts zu erstadt, war Sie blidten er sie waren Betrachtung crtum. Bugo 24 Preis- 1 under Anerkannt bes Underberg Man verlange ausdrooklet mall Tel. 83. PilsenerNr. 41. Sufertionspreis: Die einfpaltige Betitzeile für ganz OberWen, die Krete Behlar amb Marburg 10fg. fonft 15 fg. Reklamen ble Betitzeile 30 refp. 40 Bfg. Redaktion u. Haaptexpedition: Gießen, Selters weg 88. Fernsprechanschluk Nr. 862. Freitag, den 17. Februar 1905. Gießener 14. Jahrgang bonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Grattebeilagen: Oberheffische Familienzeitung( tg) unb bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Ein englifcher friedensprediger. Sir Thomas Barklay hat bei dem Festbankett des Deutschen Handelstages seine Friedens- und Freundschafts- Agi= tation begonnen, die auf Herstellung guter Verständigung zwischen den Völkern, zunächst Englands und Deutschlands, gerichtet ist. Schwerlich ist irgend jemand imstande, zu gunsten internationaler Verträglichkeit etwas neues zu sagen. Was zu diesem Thema beigebracht werden kann, ist schon unzählige Male vorgetragen worden und ist überdies von so zwingender Ueberzeugungskraft, daß ein Einspruch gar nicht aufzukommen vermag. Niemand wird sich herausnehmen, behaupten zu wollen: es sei nicht gut, daß die Völker einander fennen lernen; es sei nicht wünschenswert, daß Frieden und Berträglichkeit herrschen; es sei nicht gut, wenn Völker einander zu fördern und im Vorteil Fremder den eigenen Vorteil zu finden wissen. Niemand endlich wird sich zu der Ansicht bekennen, daß der Krieg etwa ein wünschenswerter Zustand sei, daß der Krieg nicht Werte zerstöre, materielle und ideelle, und daß er nicht den Sieger selbst empfindlich schädige. T alle Preise. 7. Originalität. Das alles sind selbstverständliche Dinge, die sich dem Verständnis jedes Einzelnen aufdrängen, es sind Binsenwahrheiten", die man eigentlich zu wiederholen nicht nötig haben sollte. Und doch müssen sie wiederholt werden, immer und immer wieder denn die erkannte Wahrheit ist nicht immer auch eine geübte Wahrheit, und auf dem in Rede stehenden Gebiet ist sie es noch lange nicht.„ Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen". Wir sehen ein, daß Frieden und Freundschaft zwischen den Völkern Segen bringen, daß Zwietracht und Mißgunst unter ihnen Schaden stiften und doch lehrt die tägliche Praxis, lehrt ein Blick in die Zeitungen, hört man aus jedem politischen Gespräch, daß die Neigung zum Infrieden vorhanden und darum nicht weniger stark iſt, weil man die Schuld unter allen Umständen dem andern Teil beimißt. Kein Mensch leugnet, daß der Wettbewerb die Quelle wirtschaftlichen Gedeihens und technischen Fortschritts ist. Aber den eigenen Konkurrenten wäre jeder gern los, den im eigenen Lande ebenso wie den im Auslande. Mit jenem muß man sich wohl oder übel vertragen, man muß mit ihm auszukommen wissen; aber diesen nennt man ganz ungeniert einen Feind, gegen den Machtmittel des Staates aufzurufen man gar keinen Anstand nimmt. Es gehört schon eine höher organisierte Natur dazu, das gleiche Recht des fremdländischen Bewerbers ohne Vorbehalt gelten zu lassen. Freilich ist gerade der Gewerbetreibende in erster Reihe berufen, die Tugend der Billigkeit zu üben. Denn gerade der Gewerbetreibende kommit am ersten in die Lage, die Uebung solcher Tugend sich selbst gegenüber zu verlangen; er ist darauf unbedingt angewiesen. Sein Auge ist ins Weite gerichtet, in aller Herren Länder trägt er sein Interesse, das nicht anders als durch Billigkeit geschützt werden kann. Der Handel ist national, im besten Sinne national, da er heimische Kräfte beschäftigt, der heimischen Wohlfahrt dient, den Nationalwohlstand erhöht. Der Handel ist aber zugleic international, im besten Sinne international, indem er die wirtschaftlichen Kräfte verschiedener Völker im allgemeinen Interesse zum Austausch bringt, und die Gaben, die Natur und Kunst irgendwo in der Welt darbieten, für die ganze Welt zugängig und nutzbar macht. Für sein Geschäft will der Kaufmann Frieden, sogar der Lieferant von Kriegsbedarf jeder Art. Er selbst muß Frieden haben, sonst steht es um seine Lieferungsfähigkeit schlimm. Sir Thomas Barklay hat somit den Platz seines ersten Auftretens in Deutschland ausgezeichnet gewählt. Er konnte nirgend besser debutieren, als auf dem Deutschen Handelstag, der eben den Beweis gegeben hatte, wie hoch er Frieden und Verträglichkeit einschätzt. Die Vertreter der Industrie find mit Recht oder Unrecht der Meinung, daß die Kosten der Handelsverträge ihnen aufgebürdet worden sind. Trotzdem empfehlen sie diese Handelsverträge der Annahme, denn der wirtschaftliche Frieden, der ohne Völkerfrieden nicht bestehen kann, ist ihr oberster Wunsch. Natürlich kann es sich dabei nur um einen ehrenvollen Frieden handeln, da der nicht ehrenvolle in der Schädigung des nationalen Handels unbedingt den nächsten Ausdruck finden würde. Handel und Gewerbe sind eben auf Gedeih und Verderb" mit dem Bande verbunden, unlöslich mit ihm verknüpft. Auch Handelsminister Möller, der nach Sir Thomas Barklay sprach, betonte den national- internationalen Charafter des Handels, betonte besonders, daß der heimische Handel nur in guter Weltwirtschaftspolitik Gedeihen finden fönne, die freundschaftliche Verständigung zur unerläßlichen Boraussetzung habe. Der Krieg in Oftalien. Alles scheint darauf hinzudeuten, daß man in affer nächster Zeit von wichtigen Ereignissen zur See hören wird. Die Japaner entwickeln im Geheimen ungemeine Rührigkei und die Russen geben ihnen nichts nach. Die Ausfahrt des dritten russischen Geschwaders bat früher, als man gedacht, stattgefunden. Vor seinem Aus. laufen aus dem Hafen von Libau wurde die gesamte Flotte noch vom Großfürsten Alexis und dem Verweser des Marineministeriums Admiral Birilew besichtigt. Der Kreuzer „ Wladimir Monomach" verließ zuerst mittags den Hafen, abends war die Ausfahrt des ganzen Geschwaders beendet. Der Eisbrecher Jermaf" hielt den Weg durch das Eis offen. Zwei dänische Torpedoboote erwarten das Geschwader bei Gjedser und begleiten es durch die dänischen Gewässer. Bei den Hauptarmeen am Schaho hat eine neue Offensive der russischen Kavallerie eingesetzt. Das Ziel der Bewegung richtet sich anscheinend wieder auf die Umgebung des japanischen linken Flügels. Man schätzt die russischen Truppenmassen auf 9000 Reiter mit Geschützen. Sie standen am 14. Februar etwa dreißig Meilen westlich von Liaojang. Die Bewegung begann westlich von Tschitaitsu. Eine Kavallerieabteilung rückte nach Laohunschi vor; gleichzeitig näherte sich eine andere Abteilung Tacha, das dreizehn Meilen südwestlich von Tschitaitsu und siebenundzwanzig Meilen westlich von Liaojang gelegen ist. Später rückte die gesamte Streitmacht mit Artillerie eine Meile unterhalb Tacha an den Fluß heran und suchte um 6 Uhr abends diesen zu überschreiten. Die Errichtung von Verteidigungswerken bei Heifoutai schreitet fort. Die Russen beschießen noch das Zentrum von Marschall Oyamas Stellung. Russische Anschuldigungen gegen Japan. Die russische Regierung hat wieder einmal einen Protest gegen das Verhalten der Japaner eingelegt. Der russische Gesandte in Peking Lessar telegraphierte nämlich am 11. Jebruar, die Japaner versuchten durch Verfolgungen Privatleute in Port Arthur zum Verlassen der Stadt zu zwingen, um das Eigentum derselben in Besitz nehmen zu können. Auch über die Behandlung der Verwundeten und Kranken durch die Japaner flagen die Russen. Der russische Konsul in Tschifu, dem die Absicht der Japaner befannt wurde, über 2500 in Genesung begriffene Verwundete und Kranke von Port Arthur nach Tschifu transportieren zu lassen, hat Schritte getan, um dieser Absicht entgegenzutreten, weil in Tschifu alles für Kranke Notwendige gänzlich fehlt, und hat darauf hingewiesen, daß die Kranken vielmehr sofort auf eigens zu diesem Zweck eingerichteten Dampfern nach Rußland gebracht werden müßten. Ein eigenartiger Briefwechsel hat zwischen den kriegführenden Parteien stattgefunden. Die Petersburger Telegr.- Agentur meldet aus Huanichan: Während der drei letzten Wochen warfen die Japaner Briefe in unsere Stellungen, in denen sie unter großen Uebertreibungen Mitteilung von den Vorgängen im Innern Rußlands machten, die Zustände in Japan priesen und die Soldaten aufforderten, sich zu ergeben. Auch wurden Ansichtsfarten aus Japan beigefügt, auf denen die Lage der russischen Kriegsgefangenen anschaulich gemacht wird. Um dem Einhalt zu gebieten, wurden russischerseits an die Japaner Briefe geschickt, in denen es heißt: Wir sind erstaunt, daß Ihr unmilitärische Mittel anwendet, wir kennen nur ein Mittel, den Kampf. Was die Gefangenen anlangt, so könnt Ihr beruhigt sein. Sie sind gut aufgehoben, und denken nicht daran, zu Euch zurückzukommen und gehen lieber nach Rußland, während die in Euren Händen befindlichen Gefangenen nicht einen Augenblick zögern würden, nach Rußland zurückzugehen. Wir wollen uns nicht in politische Angelegenheiten mischen, wir haben nur eine Pflicht gegenüber unserm Kaiser und Vaterland zu erfüllen. General Stössel und 537 russische Offiziere und Mannschaften der Besatzung von Port Arthur sind von Port Said an Bord des Dampfers „ St. Nikolaus" nach Odessa abgereist. Prinz Friedrich Leopold von Preußen hat sich gestern nach Petersburg begeben, nachdem er vorher bom Kaiser empfangen worden war, und wird nach einer Audienz beim Zaren über Berlin- Genua die Ausreise zur See nach dem fernen Osten antreten. Zunächst begibt sich der Prinz nach Tientsin, macht dann einen Besuch am Hofe zu Pefing und wird dann zum mandschurischen Kriegsschauplaz abgehen. Die Politik. und bis auf weiteres mit der Fortführung der Geschäfte betraut worden ist. Der schwierigere Teil, die Ernennung eines neuen Ministeriums, steht noch aus. Kaiser Franz Josef empfängt fast täglich andere Staatsmänner, die ihm Bericht über die Lage erstatten und ihre Meinung über die einzuschlagenden Schritte vortragen sollen. Dem Reichstag ist eine Petition des Verbandes deutscher Schuhwarenhändler zugegangen, die um Abänderung des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs bittet. Das Ersuchen geht auf Verbot eines Ausverkaufs, wenn der Geschäftsinhaber nicht mindestens ein Jahr lang Gewerbesteuer gezahlt hat, auf Verbot des Warennachschubs bei Ausberfäufen, auf Aufnahme eines genauen Verzeichnisses der auszuverkaufenden Waren, auf Zulassung von Konkursmassenausverkäufen nur durch den Verwalter der Konkursmasse, auf Festlegung der Höchstdauer des Ausverkaufs und af strafrechtliche Verfolgung der Scheinausverkäufe. Oefterreich- Ungarn. Die ungarische Minstierkrisis ist zu einem ersten, vorläufigen Abschluß gekommen: Das Amtsblatt in Budapest aibt bekannt, daß das Kabinett Tisza seines Amtes enthoben frankreich. * Der französische Kolonialbeamte, von dessen in Paris erfolgter Verhaftung wegen im„ Tropenkoller" begangener Verbrechen wir Meldung gemacht haben, muß ein recht seltsamer„ Kulturträger" gewesen sein und gleichwertige Genossen unter seinen Amtskollegen gehabt haben. Nach der Feier des Nationalfestes am 14. Juli v. J. soll er im Verein mit anderen Beamten in der Nähe von Brazzaville in Französisch- Kongo einem gefesselten Eingeborenen eine Dynamitpatrone in den Mund gesteckt und die Patrone zur Explosion gebracht haben. Ferner wird Toquet, so heißt der barbarische Held, beschuldigt, einen Neger enthauptet, aus dessen Kopf eine Suppe gekocht und diese den Angehörigen des Getöteten borgesezt zu haben. Die Untersuchung ist gegen Toquet und drei Mitschuldige eingeleitet. Amerika. Der Präsident Castro von Venezuela zeigt sich den Vereinigten Staaten gegenüber jetzt genau so widerspenstig, wie früher gegen europäische Mächte. Er hat das Gericht dazu gedrängt, die unbeweglichen Güter der amerikanischen Asphaltgesellschaft unter Sequester zu stellen. Die amerikanische Kolonie in Caracas ist darüber in begreiflicher Erregung. Zu den bestfundierten und mächtigsten Trusts Ameritas gehört die Standard Oil- Company, die fast die gesamte Petroleumproduktion der Neuen Welt kontrolliert". In Kansas hat man den Versuch gemacht, durch Errichtung der staatlichen Betroleumraffinerie in Peru das tatsächliche Monopol der Standard Oil- Company zu brechen. Das Repräsentantenhaus von Kansas hat nun beschlossen, und der Gouverneur ist dem Beschluß beigetreten, den Betrieb der staatlichen Raffinerie durch Sträflingsarbeit zu gestatten. Hof und Gesellschaft. Der Kronprinz des Deutschen Reichs genießt, bont Wetter freilich noch nicht sonderlich begünstigt, die Lage des Zusammenseins mit seiner Braut, der Herzogin Cecilie von Mecklenburg, auf das angenehmste und glücklichste. Nur selten bisher vom Publikum erkannt, bewegt sich das junge fürstliche Baar mit seinem wenig zahlreichen Gefolge ungeniert und nicht durch müßige Neugier behelligt burch die Straßen von Florenz und ist, wenn die Sonne es erlaubt, auch hin und wieder auf einer Spazierfahrt im offenen Wagen in den Cascinen zu erblicken. Das Frühstück wird meist im Grand Hotel, wo die Herzogin Cecilie mit ihrer Ehrendame, Frau von der Schulenburg, und ihrer Gesellschafterin Miß King wohnt, eingenommen, und die Abendstunden werden oft durch gemeinschaftliches Musizieren ausgefüllt, indem der Kronprinz die Geige spielt und seine junge Braut ihn am Klavier begleitet. Die Mutter der Herzogin Cecilie wird in den nächsten Tagen aus Cannes erwartet. k *** Die Verlobung des jungen Herzogs von Sachsen- Koburg und Gotha wird amtlich bekannt gegeben. Die Braut ist Prinzessin Viktoria Adelheid, die älteste Tochter des Herzogs Friedrich Ferdinand zu Schleswig- Holstein- Sonderburg- Glücksburg. Der fürstliche Verlobte ist erst 20 Jahre alt. Er wurde am 19. Juli 1884 als Sohn des am 28. März 1884 verstorbenen Herzogs von Albany, des jüngeren Bruders des Königs von England, und der Prinzessin Helene zu Waldeck und Pyrmont geboren. Infolge des Todes seines Oheims, des Herzogs Alfred von Sachsen- Koburg und Gotha, ehemaligen Herzogs von Edinburg, gelangte er zur Thronfolge. Am 19. Juli d. J., dem Tage seiner Volljährigkeit, wird der junge Herzog die Regierung seines angestammten HerzogDims, dessen Regentschaft bis dahin der Erbprinz von Hohenlohe Langenburg führt, übernehmen. Der junge Herzog hat eine deutsche Erziehung genossen. Zusammen mit dem Prinsen Eitel Friedrich von Preußen hat er die Bonner Universität besucht und war dort, wie der Kaisersohn, ebenfalls ein flotter Korpsstudent. Noch dieser Tage nahm er an studentisch in Karnevalsatifzügen in seiner alten alma mater teil. Tie Braut des Herzogs, Prinzessin Viktoria Adelheid von Schleswig- Holstein- Sonderburg- Glücksburg, wurde am 31. Dezember 1885 als Tochter des Herzogs Friedrich Ferdinand und der Prinzessin Karoline zu Schleswig- Holstein auf Schloß Glücksburg geboren. Herzog Friedrich Ferdinand ist der ersie Anwärter auf den oldenburgischen Thron, nachdem de Kaiser von Rußland zu seinen gunsten auf die russischen Ansprüche auf den Thron verzichtet hat. Der Oldenburger Landtag hat trotz des Protestes des Herzogs Ernst Günther Schleswig- Holstein- Sonderburg- Augustenburg die Thronfolgefrage zu gunsten des Herzogs Friedrich Ferdinand entschieden. Politische Hutofuggeftion. Petersburg, 16. Februar. Ein Bäckermeister in der Prager Altstadt war durch den Lärm, den spielende Knaben vor seinem Haus machten, am Nachmittagsschlaf gehindert. Jungen!" rief er den Störenfrieden zu, habt ihr schon den Lachs gesehen, der in der Leopoldstadt auf der Straße herumläuft?" Die Jungen rannten davon, daß die Pantoffeln flogen, und schrieen die Mär von dem Lachs aus, der in der Leopoldstadt auf der Straße herumspaziere. Das Geschrei rief die Erwachsenen ans Fenster. Sie erkundigten sich nach der Ursache des allgemeinen Rennens und erfuhren sie. Von Haus zu Haus nahm die merkwürdige Kunde ihren Weg. Nach einer Stunde etwa kam sie auch in das Haus unseres Bäckermeisters. Die Meisterin weckte damit den Meister, der sich durch die Erfindung Ruhe verschafft hatte.„ Frau!" rief er, sich erhebend, gib mir Hut und Stock; ich will doch mal in der Leopoldstadt nachsehen, ob dort wirklich ein Lachs auf der Straße herumläuft." Das ist eine alte Geschichte, aber sie bleibt neu, weil sie sich fast täglich in anderer Form wiederholt. Eine sen= sationslustige englische Zeitung hatte vor etwa acht Tagen ihren Lesern die Erfindung aufgetischt, daß Zar Nikolaus in einer dem Sohn des Grafen Leo Tolstoi gewährten Audienz versichert, binnen Wochenfrist werde die Berufung einer Volksvertretung, des„ Semski Sobor", bekannt gegeben werden. Die Woche ist vorübergegangen, die Berufung ist nicht erfolgt, aber gerade die Erfinder der Nachricht greifen nach Hut und Stock und wollen sich überzeugen, ob der Wahrheit entspricht, was sie sich aus den Fingern gefogen haben. Es hat einmal einen„ Semski Sobor" gegeben, zu des Zaren Jwan des Schrecklichen Zeit. Was er gewesen, welche Befugnisse er gehabt und ausgeübt hat, wie er zusammengesetzt war, das ist in sagenhaftes Dunkel gehüllt. Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß er Entstehen und Vergehen einer zarischen Laune zu verdanken hat. Jedenfalls ist von seinen Erdentagen feine erkennbare Spur zurückgeblieben. Der alte, verschollene Name aber hat neuen Kurs bekommen, ist zum Schlagwort frisch aufgeputzt worden, und gerade glauben am festesten an den„ Semski Sobor", die selbst die Bezeichnung ausgegraben haben. Was von der Erneuerung des„ Semski Sobor" erzählt wird, ist citel Fabel und Erfindung, und bleibt es, auch wenn über furz oder lang eine beratenze Landesvertretung bernien wird und die genannte Bezeichnung amtlich erhölt Denn die alte Sustitution kann schon deswegen nicht erneuert werden, weil man nicht weiß, wie sie ausgesehen hat. Und wüßte man es selbst, so haben sich doch in der Zwischenzeit die Verjältnisse so verändert und verschoben, daß es einfach nicht möglich wäre, nach dem Muster Zar Jwans eine Wiederholung zu versuchen. Reformen sind gegenwärtig im Werk. Doch diese Neformen beziehen sich auf Gesetzgebung und Verwaltung, sie haben nicht staatsrechtliche Verhältnisse zum Gegenstand. Es ist möglich, daß es in absehbarer Zeit auch zu solchen staatsrechtlichen Reformen kommt; einstweilen aber ist dazu in den leitenden Kreisen Neigung nicht zu verspüren, und die„ Intelligenz", die westeuropäische Einrichtungen für Rußland wünscht, hat zunächst eine Ausgestaltung der provinziellen Selbstverwaltung in Auge. Das kann auch wohl nicht anders sein, da für eine repräsentative Reichskörperschaft zunächst alle Voraussetzungen fehlen. Nur Delegierte der Selbstverwaltungsorganisationen fönnten eine Art Gesamparlament bilden, ähnlich wie vor etwa sechszig Jahren in Preußen die Schaffung eines Landtags aus Delegierten der Provinziallandtage geplant war. Der„ Semski Sobor" ist nur eine neue Auflage des in den Straßen der Prager Leopoldstadt herumlaufenden Lachſes. Preussifcher Landtag. ( 31. Sigung.) Herrenhaus. RK Berlin, 16. Februar. The man zu dem Hauptthema des heutigen Tages kam, hielt die Vorlage über die Oderregulierung das Haus fast zwei Stunden lang auf. Der Breslauer Oberbürgermeister Bender hatte eine Reihe von petuniären Einwendigen zu machen, die den Finanzminister vom Rheinbaben zu einer recht scharfen Erwiderung veranlaßten. Schließlich wurde die unbequeme Vorlage an die Kommission zurückverwiesen, und nun erschien auch Graf Bülow im Saal, um die Kanalvorlage dem Hause borzulegen und zu empfehlen. In ernsten Worten, denen man eine gewisse innere Erregung anmerfte, legte der Ministerpräsident noch einmal zusammenfassend die wirtschaftlichen Verhältnisse dar, die den Kanalbau erfordern. Er freue sich und rechne es sich zum Verdienst an, daß die politischen Rücksichten jetzt vor den wirtschaftlichen in den Hintergrund getreten seien. Seitdem die Landwirtschaft den verstärkten Zollschutz erhalten habe, solle man nun auch der Industrie des Westens den Kanal bauen. Mit dringlichen Worten, die er durch lebhafte Gesten begleitete, for= derte Graf Bülow die Rechte des Hauses auf, den Kanalstreit begraben sein zu lassen. Und das lebhafte Bravo, das der Rede folgte, sowie die Erklärungen der verschiedenen Herren von rechts und links ließen keinen Zweifel darüber, daß bedeutende Schwierigkeiten der Vorlage in diesem Hause nicht mehr erwachsen werden. Sie wurde einer Kommission von 25 Mitgliedern überwiesen. Haus der Abgeordneten. ( 141, Sigung.) RK, Berlin, 16. Februar. Im Schwesterhause fand unterdessen eine zwar recht Iange, aber im allgemeinen sehr stille Sigung statt. Einzelheiten aus dem Etat des Ministerium des Innern wurden mit Gründlichkeit erörtert; rechte Aufmerksamkeit aber fanden nur die Bemerkungen über das Korpsstudentenwesen, die an die gestrige Rede des Abg. Herold anschlossen. Der fonservative Abg. v. Brandenstein verteidigte begeistert die Korps als erziehliche Einrichtungen, während der Freisinnige Wiemer im Verein mit Herrn Her old diese Auffassung mit lautem Eifer bekämpften. Nachdem noch das Kapitel„ Polizeiverwaltungen" eine eingehende Erörterung gefunden hatte, ohne daß wesentliche neue Gesichtspunkte hervorgetreten wären, wurde der Nest des Etats auf Sonnabend verschoben. Nab und Fern. Gin Aerzte- Kongres auf hoher See. Eine Gruppe von Aerzten, die zum Besuch des Panamerikanischen Medizinischen Kongresses nach Panama unterwegs war, hatte das Mißgeschick, mit ihrem Schiff in Verzug zu kommen, so daß sie ihren Bestimmungsort nicht mehr rechtzeitig erreichen konnten. Da somit ihre Teilnahme an dem Kongreß illusorisch geworden war, entschlossen sie sich dazu, für sich allein einen kleinen Kongreß abzuhalten. Sie erreichten auch ihren Zweck, indem die Leitung des Kongresses darauf einging, ihre Verhandlungen als die einer besonderen Seftion entgegenzunehmen und mit den übrigen zu veröffentlichen. Uebrigens waren die Aerzte zeitig genug ausgefahren, und das Schiff wurde nur durch das Zusammentreffen von schlechtem Wetter, Nebel und Maschinendefekt aufgehalten. + Gine Trauung auf dem Totenbett. In Trier ließ sich ein Angestellter der Eisenbahnwerkstätte zu Karthaus mit einer Witwe, die ihm seit Jahren den Haushalt geführt hatte, im Krankenhauſe trauen. 24 Stunden später war der an Schwindsucht leidende junge Ehemann tot. Der lebende Tote. Einem schlauen Kniff ist die Verwaltung der Spielbank zu Monaco zum Opfer gefallen. Angestellte der Bank fanden in den Anlagen des Kasinos einen anscheinend toten Mann, der, nach den äußeren Umständen zu schließen, Selbstmord durch Gift begangen hatte. Seine Taschen waren ganz leer. In solchen Fällen pflegt man, ehe die Polizei gerufen wird, den Selbstmördern größere Geldsummen in die Tasche zu stecken, damit es nicht heißt, die Bank habe sie ausgeplündert. Diesmal steckte man 3000 Francs in die Taschen des anscheinend Toten. Dann wurde die Polizei gerufen. Als diese kam, hatte sich der Selbstmörder aber mitsamt dem Gelde aus dem Staube gemacht. Die Bank war von einem schlauen Komödianten geprellt worden. Das Coligny- Denkmal ist gestern mittag in Berlin voi der früheren Schloßapotheke in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserin enthüllt worden. Das Denkmal, ein Werk des Bildhauers Grafen Schliß- Gör trägt die Inschrift:„ Caspard de Coligny, Admiral von Frankreich, Urgroßvater der Gemahlin des Großen Kurfürsten Kurfürstin Luise Henriette. Geboren am 16. Februar 1517. Fiel für seinen Glauben in der Bartholomäusnacht am 24. August 1572." Nach der Enthüllung überreichte der Kaiser dem Schöpfer des Standbildes den Schwarzen Adler- Orden. Zur Affäre Montignoso. Die Anwälte der Gräfin wollen sich nunmehr auf keine weiteren Verhandlungen wegen Auslieferung der fleinen Prinzessin einlassen, bis der König von Sachsen der Gräfin in bindender Form das Recht zugestanden hat, ihre Kinder an bestimmten Zeitpunkten zu sehen. Sollte das Protokoll über die Vernehmung der Bonne Muth veröffentlicht werden, gedenkt Graf Guicciardini Verleumdungsklage gegen Justizrat Körner, Fräulein Muth und die beiden Kammerfrauen zu erheben. O Der eifersüchtige Backfisch. Die Urheberin der Attentate auf die Hofschauspielerin Reubke in München ist in einer 14½ Jahre alten Kaufmannstochter entdeckt. Sie hatte eine Neigung zu dem jugendlichen Liebhaber, dem Partner der Reubke, gefaßt und daher dieser die Schachtel mit der Schlange und die Kiste mit den Sprungfedern in die Garderobe geschickt. * Die bestohlene Gendarmerie. In Bottrop wurde eine aus dreizehn Personen bestehende Einbrecherbande verhaftet, die den Industriebezirk lange unsicher gemacht hatte. Besonders während des Streikes hatte sie ihr schändliches Gewerbe ausgeübt. Daß die heitere Note in dem düsteren Sittenbilde nicht fehle, dafür sorgt die Nachricht, daß sogar die wegen des Streifs ins Ruhrgebiet kommandierten Gendarmen von den Dieben ausgeplündert worden sind. † Der Durchschlag des Simplontunnels. Wie aus Einladungen zum Durchschlagsfeste des Simplontunnels zu entnehmen ist, wird, da die trennende Wand nicht mehr beträcht lich ist, der Durchschlag sich jedoch wegen zu befürchtender neuerlicher Heißwassereinbrüche wesentlich verzögern fann, der Durchschlag Ende Februar oder Anfang März bekannt gegeben werden. Die Stollenserhältnisse bringen es aber mit sich, daß es nach dem Zusammentreffen der Stoilen drei bis vier Wochen dauern wird, bis eine Passage von einer Seite zur anderen geschaffen werden kann. Bis zu diesem Zeitpunkte muß daher die Durchschlagsfeier hinausgeschoben werden. Familientragödie. In Düsseldorf erschoß der Besitzer des Hotels Royal seine Frau, seine beiden Kinder und sich selbst. Zerrüttete Vermögensverhältnisse sollen die Veranlassung zu der Tat sein. Explosionsfatastrophe an Bord eines englischen Unterseebootes. Die Versuche der englischen Marine mit unterseebooten sind bisher vom Unstern begleitet gewesen. Das furchtbare Unglück bei Plymouth, dem die ganze Besatzung eines Bootes zum Opfer fiel, ist noch frisch in aller Erinnerung und schon wieder wird eine schavere Katastrophe gemeldet, diesmal aus Queenstown( Irland). An Bord des Unterseebootes A 5 ereigneten sich zwei Explosionen, durch welche vier Mann getötet und zwei verletzt wurden. Ein schweres Eisenbahnunglüd ereignete sich in Velgien. Ein abends von Brüssel nach Gent abgegangener Bersonenzug stick bei Melle mit einem Güterzuge zusammen. Zahlreiche Personen wurden dabei verletzt. A Erdbeben und Lawinenstürze. Wie aus Triest gemeldet wird, fand im südlichen Teil des Adamellogebietes ein heftiges Erdbeben statt, dessen Ausläufer bis Condino reichten. Durch die Erschütterung wurden zahlreiche schwere Lawinenstürze hervorgerufen. Ob Unglücksfälle vorgekommen sind, st noch nicht bekannt. Hus dem Gerichtssaal. § Der Mörder seiner Geliebten. Das Schwirgericht Breslau verurteilte den 22jährigen Arbeiter Franz Thomas aus Friedland, der seine Geliebte Anna Nowotny erschlagen, die Leiche auf den Stallboden geschleppt und diesen in Brand gesetzt hatte, wegen Totschlags und Brandstiftung zu 15 Jahren Zuchthaus. § Der spanische Anarchist Gil wurde in Madrid zu 12 Jahren 6 Monaten Zwangsarbeit verurteilt. Gil war im Laufe des letzten September nach der spanischen Hauptstadt gekommen, um den Ministerpräsidenten Maura zu ermorden. Der Versuch mißglückte. Zugleich mit Gil stand der Herausgeber eines anarchistischen Madrider Blattes vor den Schranfen. Dieser, Apolo mit Namen, hatte den Gil einige Tage beherbergt. Doch erwies sich seine Schuldlosigkeit an dem Mordanschlag und er wurde freigesprochen. Beim Nück transport zum Gefängnis stürzte sich Gil plötzlich mit einem verborgen gehaltenen Dolch auf seinen Gefährten und brachte ihm 5 schwere Wunden bei. Huf den Stufen des Schaffotts. München, 16. Februar. Die Sistierung der schon angeordneten Hinrichtung des Raubmörders Alramseder beschäftigt alle Streise auf das lebhafteste. Ist es doch eine große Seltenheit, daß die vor dem Schafott Versammelten nach Hause gesandt werden durch die Ankündigung, daß der Verurteilte noch in weitere Untersuchung genommen und daher die Hinrichtung aufgehoben werden müsse. Der Schneider Albert Alramseder war dringend verdächtigt, die Witwe Katharina Glass und ihren 15jährigen Enkelsohn Franz Schmid ermordet und ihrer Geldmittel und Schmucksachen beraubt zu haben. Er war auf einen Indizienbeweis hin vom Schwurgericht zum Tode verurteilt, und die Hinrichtung sollte am 15. Februar früh 7 Uhr im Hofe des Gefängnisses Stadelheim vollzogen werden. Während der ganzen Verhandlung hatte Alramseder behauptet, nicht er habe den Mord begangen, sondern ein Gremder, den er Karl Neumann nannte und mit dem er zwecks Verabredung eines Einbruchdiebstahls in der Glass. schen Wirtschaft zusammengekommen sei. Doch war mit dem ominösen Namen„ Karl Neumann" nichts anzufangen, und die bei Alramseder gefundenen Sparkassenbücher ind Schmucksachen der Glasl galten als überführende Anzeichen. Als Alramseder seine letzte Stunde herannahmen sah, entschloß er sich, zu reden. Am Abend vor der Hinrichtung reichte er ein Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens ein. Er nannte jezt einen gewissen Josef Huber als Mörder, den er das Geld, die Schmuckgegenstände und die Sparfassenbücher entwendet habe. Mit diesem Huber sei er in der Militärstrafanstalt bekannt geworden, wo er eine Freiheitsstrafe zu verbüßen hatte. Er habe seinerzeit einen falschen Namen für den Mörder angegeben, da er den Huber um keinen Preis verraten wollte. Die sofort angestellten Nachforschungen ergaben, daß es mit der gemeinsamen Haft Alramseders mit dem Huber feine Richtigkeit habe. Da nun auch die Staatsanwaltschaft von Anfang an der Meinung gewesen, daß zwei Personen bei der Tat beteiligt gewesen seien, so gab der in der Nacht zusammengerufene Gerichtshof dem Wiederaufnahmegesuch statt. Alramseder hatte gleich nach Absendung seiner Eingabe und nachdem ihn der Staatsanwalt eingehend vernommen, neuen Mut geschöpft. Er aß, trank und rauchte mit Appetit und schlief dann bis zum Morgen, obwohl er über sein Schicksal völlig im Unklaren war. Am frühen Morgen ging er mit dem Kapuziner- Pater, der ihm die letzten Tröstungen spendete, zur Messe und trant dann seinen Kaffee. darauf erhielt er die Nachricht, daß seinem Gesuche Folge gegeben und die Hinrichtung verschoben sei. Gleich Währenddessen war auf dem Gefängnishofe alles zum legten Gange bereit gemacht. Die Urkundspersonen aus der Bürgerschaft waren erschienen, der Scharfrichter prüfte das Beil, der Leichenwagen war zur Stelle. Da schlug es 7 Uhr. Aber das Armesünderglöckchen, auf das alles horchte, begann nicht zu läuten, der Verurteilte wurde nicht herausgeführt. Nach 10 Minuten erschien der Staatsanwalt und machte den Anwesenden von der Sistierung der Hinrichtung Mitteilung. Der ungewöhnliche Vorgang findet demnach in den begleitenden Umständen seine volle Erklärung. ===Vermilchtes. [ Der Erfinder des Chassepots,] des französischen Arineegewehrs von 1870, Aphons Chassepot, ist am 13 d. M. auf seiner Besisung im Departement Seine- et- Dise im Alter von 74 Jahren gestorben. Er war in Mußig i. E. geboren und hatte seine Laufbahn als Arbeiter in den staatlichen Waffenfabriken begonnen. Seit 1857 hatte er mehrere Erfindungen für Hinterlader gemacht, die in größerem Maßstabe in der französischen Armee versucht wurden. Seine Haupterfindung, die sich an das preußische Zündnadelgewehr anschloß, hatte er seit 1863 eingereicht. 1866 wurde dann das Gewehr allgemein eingeführt und nach ihm benannt. Das„ Chassepot" war seinem preußischen Vorbild überlegen. Es hatte ein Kaliber von 11 Millimeter, Papierpatrone, Zündpille mit Guttaperchaplatte in einem Kupferhütchen am Patronenboden, eine Ladung von 5,5 Gramm, ein Ge schoß( in gefettetem Papier) von 24,5 Gramm. Chassepot hatte seine Patente an die iFrma Cahen und Lyon abgefreten, in deren Werkstätten er schon vor seinem endgültigen Austritt aus dem Staatsdienst gearbeitet hatte und deren Teilhaber er 1867 wurde. Die Regierung hatte ihn mit der verhältnismäßig geringen Belohnung von 30 000 Francs und dem Kreuz der Ehrenlegion belohnt. Er überwarf sich mit dieser Firma, weil sie ihm angeblich) feinen gebührenden Gewinnanteil überließ, und strengte gegen sie einen Prozek an, den er verlor, und bei dem sich herausstellte, daß er über 200 000 Francs verdient hatte. Bei der Einführung des Grasgewehres schied er aus der Industrie aus und erwarb einen der großen Gasthöfe in Nizza. [ Bei den Kannibalen am Kongo.] Von der Reise der songokommission, die gegen Mitte April zurückerwartet wird, entwirft ein Mitglied, der Luzerner Regierungsrat Schuhmacher, in Privatbriefen interessante Schilderungen. Die Kommission hatte bekanntlich die Aufgabe, die Anschuldigungen gegen die Regierung des Kongostaates wegen Verübung von Grausamkeiten an ihren Untertanen und Schutzbefohlenen auf ihre Wahrheit hin zu prüfen. Die drei Mitglieder mit einer militärischen Eskorte von 1000 Mann machten die Fahrt bis zu den Stanley- Fällen, nahe dem Aequator, gemeinsam. Nachden die Eskorte gleichmäßig verteilt wurde, trennte man sich. Die Kolonne Schuhmacher drang in südwestlicher Richtung ziemlich weit ins Innere Afrikas vor. Die Mühsale waren gewaltig: tagsüber unaus. stehliche Hize, nachts empfindliche Kälte bei sumpfigem Boden. Die Karawane wurde von den meisten Stämmen, nach dem ihre Furcht und das Mißtrauen vor der militärischen Es. forte zerstreut war, freundlich aufgenommen, und die Verhöre wickelten sich ziemlich rasch ab. Die Wilden wurden zutraulich und die Häuptlinge unterließen es nie, den„ Weißen" ihre Weiber vorzustellen; einer von ihnen besaß deren nicht weniger als 200, und er wollte dem„ weißen Häuptling" großmütig zwanzig zum Geschenk machen, was dieser jedoch mit Rücksicht auf seine Gemahlin in Luzern dankend ablehnte. Tie Bewohner jener Gegend sind durchwegs Kannibalen und ihrer Gro als 1 Meter 40 tas andere be dlachtet und Afrikaner ein [ Die Le Frost find sehr mintener Heid richtet sind, fo jüngere oder wurden an d machte es den Hirsche find erlagen der [ Ofta Deutschosta gefchrieben: dort einige für kurze 36 ein auf der Sand nahm auf mich zu adern und Band oder Begriffe bor all au den [ Merf barum benöt macht worden Befteuerung gnädige Frau fiteln Tagt, jäl jede diefer Da und nach ein weiteren Ertr Aranfen- imd Jedeckt werde Schwestern g sine Papage ( 50 Mart), fommen bor 10-15 M nehr zahler Marf Gint gerangezoge () Gin f im Berliner einer Bank fi geplaudert h und mit den schnitt er fich febt Aufschrei = =[ Was fichte der En die blutigen Tangt es die freien Ameri Menschenleber fanden in der in der furzen den gewaltfan 116 nicht zu Menschen. Ve and 1366 nic 1651 Berto ME Die ift auf den richtszweder rung einer ziehen" beg Spezialeisen mitgeteilt, d fonstige Ler dann am H Lehrer hält lehrenden V des jeweilige Gamereien, und fönnen rend desselbe ist die wande beschränkt, de die befiere Gi bedeutendes n Staaten Miji bon Rebrasta Die 38, p 131341 gaben ge mit 76 0 Bräparar fordert dieser Ge Lehrerid wünscht d man dass Dbenwald, wünscht, de damit auch Bolksschule fönnen. W daß für näd Was die U so halte die Die Errichtun Hand zu we plan nach b Ueber die Tegenh it, da Abg. Sl en. Beim Rüd löblich mit einem ihrten und brachte das andere bekriegt. Die Gefangenen werden dann abge nd ihrer Größe nach wahre Zwerge; felten mißt einer mehr als 1 Meter 40. Kein Tag vergeht, ohne daß nicht ein Dorf haffotts. 16. Februar. Hinrichtung des Kreise auf das heit, daß die bor ndt werden durch in weitere Untertung aufgehoben ar dringend ver ihren 15jährigen er Geldmittel und if einen Indizien erurteilt, und die Uhr im Hofe des te Alramfeder be en, sondern ein und mit dem er ls in der Glast Doch war mit dem anzufangen, und isenbücher und rende Anzeichen erannahmen jah der Hinricht des Verfahrens Suber als Möre und die SparSuber sei er in vo er eine Frei seinerzeit einen ben, da er den ergaben, daß es mit dem Huber taatsanwaltschaft B zwei Personen der in der Nacht eraufnahmegejud jeiner Eingabe end vernommen, dte mit Appetit I er über sein n Morgen ging ten Tröstungen Kaffee. Gleid Gesuche Folge hofe alles zum ersonen aus der chter prüfte das schlug es 7 Uhr. horchte, began t herausgeführt und machte de tung Mitteilung nnadh in den be des französische mot, ist am 13 nt Seine- et- Dif r in Muzig i. E iter in den staat 57 hatte er mel die in größeren t wurden. Seine Bündnadelgeweht 866 wurde dam ihm benannt. orbild überlegen. Papierpatrone, Ampferhütchen Bramm, ein Ge mm. Chaffepot nd Lyon abge em endgültigen atte und deren hatte ihn mi 30 000 Franc Cr überwarf fi en gebührenden fie einen Bro usstellte, daß er der Einführung rie aus und er n der Reife der zurüderwartet Regierungsrat e Ehilderingen. Jabe, die Anschul aates wegen Ver Lanen und Sdub 1. Die drei Mit on 1000 Man Fällen, nabe der forte gleichmäßig Onne Schuhmadje weit ins Innere tagsüber unaus ei fumpfigem Bo Stämmen, nad r militärischen E , und die Verhör n wurden zutrau e, den Weißen" befaß deren nicht ißen Häuptling was diefer jedod danfend ablehnte vege Nannibalen schlachtet und verspeist. Ein Menschenbraten sei für jene Afrikaner ein wahrer Leckerbissen. [ Die Leiden des Wildes] unter dem letzten starken Frost sind sehr groß gewesen, wie ein Bericht aus der Nomintener Heide beweist. Obschon zahlreiche Futterstellen er= richtet sind, so sind doch viele Rehe und Hirsche, besonders jüngere oder schwache Tiere, erfroren. Verendete Rehe wurden an den Wegen gefunden. Der festgefrorenz Schnee machte es dem Wilde sehr schwer, sich die Nahrung zu suchen. Hirsche sind besser fortgekommen. Auch viele Wildschweine erlagen der Unbill der Witterung. - [ Ostafrikanische Bildung.] Aus Mrogoro wird der Deutschostafrikanischen Zeitung" folgende heitere Geschichte geschrieben:„ Ich hatte in der Postagentur zu tun und mußte dort einige Zeit warten. Der diensttuende Beamte verließ für kurze Zeit das Postzimmer, weshalb ich zum Zeitvertreib ein auf dem Tische liegendes Buch über Baumwolle zur Hand nahm. Auf einmal kant der schwarze Hilfstelegraphist auf mich zu, sah mich mit stieren Augen an und fragte: Beackern und bepflanzen die Europäer in Europa auch ihr Land oder machen sie nur in Papier?" Der scheint ja schöne Begriffe von uns zu haben. Aber immerhin gibt ein solcher Fall zu denken [ Merkwürdige Vorschläge zu neuen Steuern] sind dem barum benötigten Berliner Magistrat von privater Seite gemacht worden. So lenkt eine Dame das Augenmerk auf die Besteuerung der Eitelkeit und will von jeder Frau, die sich gnädige Frau" oder Frau Geheimrätin" oder ähnlich betiteln läßt, jährlich 20 Mark eingezogen wissen. Dafür soll jede dieser Damen alljährlich ein neues Abzeichen erhalten, und nach einer beigegebenen Berechnung sollen mit dem weiteren Ertrage dieser Steuer noch die ganzen Lasten der Kranken- und Armenverwaltung mit 26 Millionen Mark jedeckt werden können. Die Dame fennt also wohl ihre Schwestern ganz genau! Ein anderer Vorschlag geht auf ine Papageien- Steuer( 20 Mark), eine Rennpferde- Steuer ( 50 Mark), eine Auto- Steuer. Junggesellen mit einem Einommen von 3000 Mark sollen nach einem weiteren Antrage 10-15 Mart, solche mit höherem Einkommen entsprechend nehr zahlen. Mädchen, die nicht heiraten wollen und 2000 Mark Einkommen haben, sollen mit nindestens 10 Mark jerangezogen werden. - (:) Ein furchtbares Schauspiel bereitete ein Selbstmörder im Berliner Friedrichshain einer arglos neben ihm auf einer Bank sitzenden Frau, mit der er längere Zeit vergnügt geplaudert hatte. Plößlich zog er ein Taschenmesser hervor, und mit den Worten: ezt sollen Sie mal etwas sehen", schnitt er sich mit rascher Bewegung, vor den Augen der entsett Aufschreienden, die Kehle durch. =[ Was amerikanische Streifs an Blut kosten.] Angesichts der Entrüstung, mit der die ganze zivilisierte Welt die blutigen Vorgänge in Rußland aufgenommen hat, verlangt es die Billigkeit, darauf hinzuweisen, daß auch im freien Amerifa Streifbewegungen stets viele Opfer an Menschenleben zu fördern pflegen. Nach einer Statistik fanden in den Vereinigten Staaten bei Arbeitseinstellungen in der kurzen Zeit vom 1. Januar 1902 bis 30. Juni 1904 den gewaltsamen Tod 13 Polizisten, 51 zu Verbänden und 116 nicht zu Verbänden gehörige Streifende, zusammen 180 Menschen. Verletzt wurden 134 Polizisten, 151 zu Verbänden and 1366 nicht zu Verbänden gehörige Streifende, zusammen 1651 Bertvundete. Kunft und Wissenschaft. ME Die fahrende Hochschule. Die Universität von Illinois ist auf den Gedanken gekommen, die Wanderrede zu Unterrichtszwecken zu verwenden und hat gleich mit der Etablie rung einer Art landwirtschaftlicher Hochschule im Umber. ziehen" begonnen. Landwirtschaftslehrer fahren in einem Spezialeisenbahnzuge von Ort zu Ort; überall wird vorher mitgeteilt, daß und wann sie ankommen. Die Farmer und sonstige Lernbegierige der betreffenden Gegend können sich dann am Haltepunkt der Bahn versammeln, und einer der Lehrer hält vom Wagen herab rder auch int Wagen einen belehrenden Vortrag. Gegenstände, auf welche das Interesse des jeweiligen Unterrichts sich konzentriert, wie Erdarten, Sämereien, Düngemittel werden auf dem Zuge mitgeführt und können nach Beendigung des Vortrages oder noch während desselben von den Hörern besichtigt werden. Vorläufig, ist die wandernde Hochschule noch auf die Burlington- Bahn beschränkt, deren Verwaltung der richtigen Ansicht ist, daß die bessere Einsicht der Farmer ihres Gebiets für sie auch ein bedeutendes wirtschaftliches Interesse hat. Später sollen die Staaten Missouri, Jowa, Wyoming und der westliche Teil bon Nebraska besucht werden. Hessischer Landtag. Darmstadt, den 16. Februar. Die Sigung wird um 10 Uhr röffnet. Kapitel 38, Gymnasier, Realgymnasien und Realschulen, mird mit 1313413 f. in Einnahmen und 2209834 Mt. in Rusgaben genehmigt. Ebenso Kapitel 39, Höhere Bürgerschulen, mit 76 050 Mt. Zu Kapitel 40, Schullehrerseminarien und Bräparandenanstalten, werden 348 541 f in Ausgabe gefordert und genehmigt. Abg. Dr. David wünscht bei dieser Gelegenheit die Verwendung der besten Elemente der Lehrerschaft als Lehrer in den Seminarten. Abg. Häusel wünscht die Errichtung eines neuen Lehrers minars und daß man dasselbe auf das Land verlege, z. B. in den vorderen Doenwald, etwa nach Höchft oder Neustadt. Abg. Ulrich wünscht, daß man die Bildung zum Gemeingut aller mache, damit auch die bildungsfähigen Kinder der Ärmen aus der Volksschule bis zu den höchsten Stufen hinaufsteigen lönnen. Ministerialrat Eisenhuth ist darauf hir, daß für nächsten Ostern 100 neue Lehrerstellen besetzt werden. Was die Universitätsbildung der Boltsschulleh er betreffe, so halte die Regierung an ihrem früheren Standpunkte fest. Die Errichtung eines dritten Seminars jei nicht mehr von der Hand zu weisen. Es wird sich nur fragen, ob der Lehrplan nach den Wünschen der Lehrerschaft einzurichten sei. Ueber die Platfrage fomme die Regierung nicht in Verlegenh it, da fich bereits neun Städte hierfür gemeldet haben. Abg. Slenger bespricht den Handarbeitsunterricht an den Volksschulen und wünscht, daß auch der Lehrerinen Ges legenheit gegeben werde, die Unterrichtskurse zu besuchen. Abg. Windecker erklärt, daß seine Partei nach wie vor auf dem Boden der Simultanschulg feggebung stehe. Ministerialrat Eisenhuth widerspricht mit aller Entschiedenheit der Ansicht des Dr. David, als trage er Ideale bezüglich der Volksschulen in seinem Herzen, die er der Staatsraison zum Opfer bringe. Empfehlenswert sei es, die jetzt vorhandenen Volksschulen zu erhalten, mit ihrer Beseitigung würde eine Anzahl Städte einen großen Echaden erleiden. Das Kapitel wird mit großer Majorität genehmigt. Zu Kapitel 41, Voltsschulen, wünscht Abg. Sensfelder die Verlegung der Fortbildungsschulen auf die Abendzeit und eine Ueberwachung durch die Schulinspektoren. Abgeordneter Wolf tritt dafür eir, daß im Hochsommer der Nachmittagsunterricht ausfällt. Schließlich wird das Kapitel bewilligt und die Sigung geschlossen. Tie nächste Sigung findet Freitag Vormittag um 9 Uhr statt. - Lokales. 17. Februar 1905. Schraten sehr günstig, bald werden sie ihr Versteck verlassen und den Hochzeite flug antreten, um sich dann tausendfach zu vermehren und zur Plage der Menschen zu werden. In Feld, Wald und Wiesen fann man dann den Schnaten nicht mehr bekommen. Deshalb auf und ans Werk! Da die Schnate nicht wandert, sondern im beschränkten Bezirk ihres Entwicklungsortes lebt, sich vermehrt und den Menschen plagt, so ist erfahrungsgemäß mit Bertilgung der Winterschnaten an ihren Ruhepläßen der wichtigste Schritt Aur Hintanhaltung der Vermehrung und zur Beseitigung der Plage geschehen. Die Bertilgung geschieht am besten durch Fackeln, die man sich aus einer Stange und einem daran befestigten Bausch aus Wolle, Werg 2c. herstellt. Mit dieser Fackeln, welche man mit Petroleum tränkt, brennt man unter Anwendung der nötigen Vorsicht die Wände und Deck n von Kellern, Gruben 2c. ab und man wird bemerken, wie Tausende von Schnafen zu flüchten versuchen, um aber bald versengt zu Boden zufallen. Am sichersten wird ein gemeinsames Vorgehen zum Ziele führen, wenn die Interessenten sich einigten und die Vernichtung der Kellerschnaten durch eine Kolonne vorrehmen ließen, welche entsprechend auszurichten wäre und die nötige Sachkenntnis befißt. *** Bahnbauten. Die Kosten für das Bahnprojekt Wezlar uzbach beziffern sich nach neueren Aufstellungen für die 27,5 km lange Strecke auf 2 Mia. Mt., die Staat, Provinz, Kreis und die ausführende Firma Lenz& Co. zu gleichen Teilen aufzubringen haben.- Für die geplante Linie Weglar- Usingen( Solmsbachtal- Lofale das größte Interesse, jetzt einzugreifen und bahn wird bereits im nächsten Etat eine Rate eingestellt werden. ** ( Besizwechsel.) Esenwarer händler Sappel verkaufte sein zu Gießen in der Neustadt gelegenes Haus mit dem Detailgeschäft für 67 000 Mt. an einen Herrn Häuser aus Garbenteich. Der neue Besizer war früher schon in dem Happel'schen Geschäft tätig. )( Bei den letzten Holzversteigerungen im Gießener Stadtwald, in den Distrikten Unterhacg, Heingesboden, Waldet hute wurden für Tannenschnittholz pro m 7 bis 8 Mt, für Tannenfnüppel pro m 7 bis 8 Mt., für Tannenwellen 100 Stück 8 bis 10 f., für Eichenscheitholz pro m 8 bis 10 f., für Eichenwellen 100 Stück 12 bis 16 Mt., für Eichenfnüppel pro m 6 bis 8 f. und für Stöcke pro m 4 bis 5 f. erzielt. LK Ueber 100 Preisrigter, Landwirte Fleischermeister, Wurstfabitanten und Köche, treten zur Entscheidung des Deutschen Schinten Wettbewerbs Berlin 1905" heute im Hotel Kaiserhof Berlin zusammen. Diese große Zahl von Breisrichtern ist erforderlich geworden durch die über Erwarten große Zahl von 1400 Schinken, die zum Wettbewerb angemeldet worden sind. Wie die Schinken aus allen Teilen des Deutschen Reiches gesandt sind, so gehören auch die Preisrichter den verschiedenen Landesteilen an. Mit großer Spannung blicken die Interessentenkreise auf den Ausgang des Wettbewerbs. Die mit Staatsmedaillen, großen goldenen Medaillen zc. ausgezeichneten Schinken werden ausgeschnitten und verkauft. Lich, 16. Febr. Das Großherzogliche Paar hat heute Nachmittag 2 Uhr bei harlichem Wetter Lich wieder mittels Sonderzuges verlassen. Schon eine halbe Stunde vorher hatte sich viel Bublikum am Bahnhof eingefunden, als Vertreter der Stadt war Bürgermeister Heller anwesend. Kurz vor Abgang des Zuges trafen der Großherzog, die Großherzogin, Fürst Karl und seine Gemahlin ein und wurden von dem Publikum m't lebhaften Hurrah. rufen empfangen. Nach herzlicher Verabschiedung von den hohen Verwandten bestieg das Großherzogliche Paar den Salonwagen, um sich sogleich am geöffneten Fenster zu zeigen. Unter brausenden Hochrufen und lebhaftem Tücher- und Hüteschwenken sßte der Bug sich in Bewegung. Das hohe Baar winkte unablässig dem Volfe zu. Einige Licher Knaben ließen es sich nicht nehmen, noch ein Stück hinter dem Zuge herzulaufen. Bald war der Zug im Walde bei Garbenteich verschwunden, um über Gießen und Frankfurt in Darmstadt einzutreffen. Nun ist das Alltagsleben wieder eingefehrt und all der herrliche Festschmuck der Stadt und des Bahnhofes verschwindet. Die Licher aber blicken mit Stolz auf tie beiden großen Tage zurück, einmal aus Lokalpatriotismus, dann aber auch aus Geschäftsinteresse. Mezger, Wirte, Bäcker und Kaufleute haben enormes abgesetzt. )( Großen Linden, 16 Feb. Unser Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Joh. Leun vollendete heute sein 50. Lebensjahr und ist gleichzeitig 23 Jahre als Drtsoberhaupt unseres Städtchens tätig. Acs diesem Anlaß wurde dem Jubilar seitens des Gemeindeverstands ein Diplom ausgestellt. Hute Abend brachten die hiesigen Vereine dem Bürgermeister einen schönen Fackel- und Lamp'onzug dar. Vor dem Wohnhaus nahmen die Vereine Ausstellung und Lehrer B. hielt eine Ansprache, in der er dem Jubilar die Glückwünsche der Vereine und Bürgerschaft abſtattete. Nach dem Gesang der Vereine bewegte sich der Zug nach der Turnhalle, mo bei Gesang, Vorträgen und Konzert eine schöne Feier stattfand. Herr Leun ist seit Jahren Kreistagsmitglied und Landtagsabgeordneter des 5. Oberhessischen Wahlkreises Gießen Land. Auch bei den übergeordneten Behörden erfreut der Jubilar sich das größten Wohlwollens. K Aus Nassau, 16. Febr. Die Apotheke in Brandoberndorf ist in den Besitz des Apothekers Vöcker über gegangen und gestern wieder geöffnet worden. Der frühere Befizer, Apotheker Bergmann, wurde bekanntlich zu Beginn bieses Monats eines Worgens tot in seiner Wohnung aufgefunden. r Bernsfeld, 15. Febr. Bei der heutigen Ver. pachtung der Jagd wurde für 600 Mt Herrn Baron von Löf in Wesselstein bei Steinfurt der Zuschlag erteilt. Kampf gegen die Schnaken. P.A. Wie uns weiter mitgeteilt wird, verspricht der Kampf gegen die Schnaken nur dann Erfolg, wenn der Bertilgunskrieg gleichzeitig und mit vereinten Kräften aufgenommen wird. Der milde Winter war der Entwicklung der Vor allen anderen haben jedoch die Inhaber der Vergnügungs- und Sommerwirtschaften in unserer näheren Umgebung( Philosophenwald, Liebigshöhe, Schüßenhauz, Schöne Aussicht 2c) und die Wirte der in der Außenstadt liegenden die Bertilgung vorzunehmen. Denn diese haben direkten Schaden, wenn der in ihr Lokal einkehrende Gast alsbalb durch Schnaten angegriffen die ungaftliche Stätte verläßt. Wir fordern deshalb unsere E'nwohner auf, unge, säumt mit der Arbeit zu beginnen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 18 Februar. Zeitweise etwas aufklärend, noch geringe Niederschläge, etwas fälter. Im Vogelsberg und Odenwald Niederschläge in Form von Schdee. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am Sonntag S. ptuagefimae, den 19. Februar. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Repetant Lic. Fuchs. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Bormittags 114 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abents 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Montag, den 20. Februar, abends 8 Uhr: im Matthäusfaal, Vereinigung der fonfirmierten weibl. Jugend der Matthäusgemeinde. Connerstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr im Markussaal, Kirchstraße 9. Bibeistunde. 1. Korinther Cap. 14. Pfarrer Schwabe. In der Johannestirche. Vormittags 9.30 Uhr: Professor D. Ed. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die LukasAbends 5 Uhr: Pfarrassistent Schulz. gemeinde. Pfarrer Euler. Sonntag, abends 8 Uhr: Versammlung und Bibel= besprechung im Konfirmandensaal der Johannesfirche. 1. Timoth. Cap. 4, 4-8. im Montag, den 20. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstunde Konfirmandensaal der Lutasgemeinde Liebigftraße 56. Tirt Ephes. 1. 8 ff. Pfarrer Euler. Batholische Gemeinde. Samstag, den 18. Februar. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 19 Februar. Septuagesima e. Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heilig. Kommunion. " " H 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. Vorm. von 9.30 Uhr an: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5.30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbathfeier am 18. Februar 1905. Samstag vormittags: 8.30 Uhr. Samstag Nachmittag: 3.30 Uhr. Sabbathausgang 6.40 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr. 1. 2. abends 5.30 Uhr. Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Am Sonntag, Septuagefimae( 19. Febr.) predigt vormittags: Pfarrer Schmidt. Text: Kor. 9, 24-27. Lied Nr. 255. nachmittags: Defan Wagner. Text: Matth. 20, 1-16. Lied Nr. 243. Gottesdienst in Lumda nachmittags 1½ Uhr. Altluth. Gemeinde Grünberg. Sonntag, den 19. Februar. Vormittags 9 Uhr: Beichte. Vormittags 10 Uhr: Gottesdienst und heil. Abendmahl. Nachmittags 2 Uhr: Gottesdienst. Pfarrer Lc. Dr. Etier. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentell Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde zu Gießen. Mr. 41. Sonntagsverein für Mädchen. Bekanntmachung. Bau- und Nußholzversterung der Stadt Gießen. Die Vereinigung der Mädchen findet statt an jedem Der durch das Ortsbaustatut vom 6. Jult 1888 Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im für die Katharinengasse genehmigte FluchtlinienSaale der Kleinkinderschule; die Mädchen kännen zu plan soll durch Beschluß der Stadtverordneten- Versamm- Aus den Waldungen der Stadt Gießen, 3-5 km von der jeder Zeit kommen und gehen; von 4 Uhr bis 5 Uhr lung vom 9. Februar d. Js. insofern eine Aenderung Bahnstation entfernt und an chaussierte Abfuhrwege angrenzend, findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, erfahren als die Straße breiter wie früher vorgesehen sollen Ansprache, Vorträgen. zur Durchführung gebracht werden soll. Der neue Flucht Donnerstag, den 2. März 1905, vorm. 10% Uhr Gute unterhaltende Bücher und Spiele find in linienplan liegt vom 17. Februar bis 11. März d. Is. beginnend, im Saale des Lenz'schen Felsenfellers großer Zahl vorhanden. auf unserem Tiefbauamte offen. Ginwendungen gegen zu Gießen in der Nähe des Bahnhofs versteigert Für den Vorstand: denselben sind binnen der gleichen Frist bei Meidung des Ausschlusses bei uns vorzubringen. Dr. Naumann, Kirchenrat. Contentia Gießen. Nächsten Sonntag, den 19. Februar von nachmittags 5 Uhr ab Kappenfikung mit humoristischen Vorträgen in Lonys Bierkeller. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich zu erschein en. Freunde, Gäfte und Bekannte fönnen eingeführt werden. Der Vorftand. Gießener Lesehalle- Verein. Freitag, den 24. Februar 1905, abends 8 Uhr: ordentliche Mitglieder- Versammlung im Café Ebel. Tages- Ordnung: 1. Geschäftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Tafelbutter Der Vorstand. Ia. naturr. tgl. frisch 10 Pfd. Colli Mt. 8.50, Naturbutter IIa. Mt. 8. 04er Ernte, hell u. Hart 10 Pfd. Bienenhonig Colli mt. 5.50 3. Probe', Butter und Honig Mt. 7.25. Tlster Käse bollett, 10 Bfd. Colli Mt. 5.Halbfett Mt. 4.-, Kümmelfäse 3.50, zur Probe 12 Butter u. 12 Tlster Käse Mt. 7. schneeweiß, staub- u. stielfrei DauGänsefedern eich pr. Pfd. Mk. 1.75, dieselben ff. geschlissen per Pfd. Mt. 2.40, Daunen 3 Pfd. genügen z. Oberbett per Pfd. Mk. 4 bis 5.50. 1904er Legehühner fracht- u. zollfrei jeder dt. Bahnstation, garantiert lebend. Ankunft, in beliebiger Farbe, 13 Stck. m. Zuchthahn M. 25.50. Spitzer, Tluste 105, via Oderberg i. Schles GrosseWohltätigkeitsGeldLotteric d. Krankenpflege- Anstalten v. r.Kreuz, Strassb i- E. Ziehung in kurzer Zeit 6052 Baargewinne M. ohne Abzug. 70000 1. Hauptg. M. 20000 2. Hauptg. M. 10000 3. Hauptg. M. 5000 6049 35000 Gew. zus. Los 1 M11 Lose 10 Mk. Port.u.List. 30Pf. versendet das Gen.- Debit Schnett rocknend ussbode Oelfarben nicht nachklebend, La Parketwachs, Parketwachs ohne Glätte. sowie alle sonstigen Artikel zum J. Stürmer, Strassb.E. Anstreichen u. Wichsen Giessen: R. Buchacker, W. Semmler. Ph. Weiler und Gg. Carl Volk. 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Die Bedingungen sind während der Dienststunden in dem Amtszimmer des unterzeichneten Werks einzusehen. Angebote, unter der dortselbst erhältlichen Vordrucke, sind bis zum Dienstag, den 21. Februar d. Is., nachmittags 3 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an genannter Stelle einzureichen. Gießen, den 16. Februar 1905. Städt. Elektrizitäts- Werk Gießen. Molte. Für kleine Kaufleute und Handwerker! Rechnungsformulare ( ohne Firma) 16 Kanzleibogen Kanzleibogen 12 Kanzleibogen 25 Stück 15 Pfg. 25 Stück 20 Pfg. 25 Stück 30 Pfg. hält stets am Lager Albin Klein Buchdruckerei- Giessen, Seltersweg 83. Die beliebten Gießener Pferde- Lose à 1 Mart sind in allen durch Plakate fennt lichen Geschäften zu haben. Biebung 23. März 1.' Js. Sauptgewinne: 3 Einspänner, Schlosser- Lehrling sucht werden. M. Döer, Schlossermeister Gießen, Nord- Anlage 8. Ein Dienstmädchen zum 1. März gesucht. 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Obe Drad und ( 24,0 Melani Stahl fich u Cu m B lägt." anders ein no8 mid mürde wurde auch Gelrent." „ Das ist mich zudem haben, und i fdmad zuget Guido Schwager, laniens& genommen boshaften Streiten f redit flar wenig Au genoffenfd faum berk dazu gedien fich einmal für Lift un Das ab fie fämpfte Wunsch und war ihre W hatte schon Willen und worden. Sie wa reife Jung Wefen gew Montag, den 20. d. Mts. wird in hiesigem Gemeindewald folgendes Kiefernholz versteigert: ist der heutigen Ausgabe unserer Zeitung eine Extrabeilage mit beigegeben, auf die hiermit besonders hingewiesen wird. 7 Stämme 23-30 cm Durchm., 6-8 Mtr. Länge = 2,63 Fftm. 215 Rm. Knüppel. 43 Stöcke. 1600 Wellen Reifig. Ferner: 67 Haufen Kulturabraum. Die Zusammenkunft ist Mittags 1 Uhr an der Jägerschneise bei dem Lindenbaum am Ruhberg. Großen Linden, am 13. Februar 1905. Großh. Bürgermeisterei Großen- Linden. Leun. Holzversteigerung. Donnerstag, den 23. d. Mts. fommen im hiesigen Stadtwalde aus den Distrikten Raubschloß und Bobenhäuserkopf folgendes Holz zur Versteigerung: Scheiter: Buche 228, Giche 49, größtenteils rund, Kiefern 14, Fichte 2 Rm. Kaüppel: Buche 146, Eiche 167, darunter 20 Rm. 2 Mtr. lang, Kiefern 59, Fichte 5 Rm. Reiserknüppel: Buche 12, Kiefern 110. Reiser: Buche 228, Eiche 374, Fichte 6, Lärche 6 Nm. Stöcke: Buche 99, Eiche 110, Kiefern 73, Fichte 12 in. Zusammenkunft bormittags 10 Uhr im Distrikt Naubschloß bei Brennholz Nr. 541. Nur das Holz im Distrikt Raubschloß wird vor gezeigt, alles übrige fommt Mittags beim Feuer zum Ausgebot und wollen Käufer dasselbe vorher einsehen. Grünberg, den 15. Februar 1905. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. 冰冰 Burts Weizen- Schalen, Weizen- u. Roggen- FutterMehl, Weizen und Roggen- Kleie ftets vorrätig. Daniel Carle, Grünberg Brod- und Feinbäckerei. 00000000000000000000000000 Im Erscheinen befindet sich:= Sechste, gänzlich neubearbeitete Meyers 11,000 Abbildungen, 1400 Tafeln und Karten. und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsEin Nachschlagework des allgemeinen Wissens. 148,000 Artikel u. Verweisungen. Lexikon. 30 Bande in Halbleder gebunden su je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung. Verlag des Bibllographischen Instituts in Leipzig und Wien. Augen war worden. 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