ar 1882, wo ihren Grunt wegen ein to Septembe hneiden obe en wiederhol Buwiderhand loftrafgefehe werden. n. arbeiten wi Stephanftra Fuhrberle ete Sperre zur Land rbeiten wird LA & nicht Beſchid, er bor hverer als u früh auchen, sächlich Infang. es gee darin einem per ift Telung aber Söhne nd alle it, en Jalben Be voll in mit infchen , entan die Swert, Mehl foll. e und nfachste zend zu Handen Kell r dienft Lid batte Sie find nete der Giner als ge er war, Jatte er geplati näherte nerfte er gudt ja t, mein Weisheit heit gud! gedenhaft begrüßt den Wor g befanni Fräulein: Nr. 218. Erstes Blatt. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362. Samstag, den 16. September 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Pts.. in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Giekener Seifenblasen( wöchentlich) Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheisen. - Kaifermanöver 1905. - - - bot. Das Vorgehen aus einer Feuerlinie in die neue näher gelegene geschah in der Weise, daß den Schüßen die neu zu erstrebende Linie durch Zuruf gekennzeichnet wurde, dann aber wurden sie nicht durch unser reglementarisches Kommando„ Sprung auf! Marsch! Marsch!" einheitlich in die Linie vorgeworfen, sondern nahmen nach und nach, beliebig einzeln aus diesem oder jenem Teile der Schüßenfette verfriechend oder laufend, die vordere Linie ein. Der immerhin bedenkliche Moment, wo bei gemeinsamem Vorlaufen das Feuer ganz schweigt, und wo sich, wenn auch für kurze Augenblicke, die vorspringenden Schützen als große Siele zeigen, ist dadurch allerdings vermieden. Die vordere Linie wächst in sich allmählich bis zur voller Feuerstärke an und die hintere baut ebenso allmählich ab. Die einzelne Sprungentfernung war auch wesentlich geräumiger, als es sonst üblich ist. Ich glaube dahin urteilen zu dürfen, daß diese Art des Herankommens an den Feind gewiß etwas tir sich hat und, wenn sie einmal in der Gefechtsausbildung Wurzel gefaßt hat, auch die Verluste verringert, möchte aber nicht mit der Auffassung zurückhalten, daß das Vorwerfen einer ganzen Abteilung durch das Kommando zum Sprung auch zaghaftere Elemente mit nach vorn reißt, die sich sonst nur schwer zum Herangehen an den Feind und in die damit nat.rgemäß größer werdende Gefahr entschließen. Der deutsche Soldat ist zweifellos tapfer und hat das auch jederzeit bewiesen. Aber jederzeit hat sich auch gezeigt, daß es zaghafte Elemente gibt, die widerspruchslos sich einer gemeinsamen Handlung anschließen, des Antriebs durch die Gemeinsamkeit aber auch bedürfen. Bei den Japanern, die nach den Berichten hierüber ausnahmslos in der gekennzeichneten Weise verfahren sind, tritt das Moment des Fanatismus hinzu. Die Verwendung des Schanzzeuges während des Feuerns und noch in großer Nähe des Feindes war das Dritte von besonderer Bedeutung. Die Japaner sollen damit allerdings sehr gute Erfolge erzielt haben. Beim Regiment Nr. 56 sah ich heute die Berwendung des Spatens in der schon tätigen Feuerlinie. Während des Schüßenfeuers sette das Kommando„ Spaten heraus! Eingraben!", ohne daß deshalb das Feuer schwieg, die Spaten nach und nach in Tätigkeit und bald sank die feuernde Rinie immer tiefer in den Boden. Ich erinnere mich übrigens, daß dieses Verfahren keineswegs etwas neues für die deutsche Truppe ist, man hat ähnlich hier und da schon immer einmal so gehandelt. Der Grund, weshalb aber nicht durchweg ausgiebiger vom Spaten, auch beim Vorgehen, Gebrauch gemacht wird, ist meines Erachtens in zwei Dingen zu suchen. Erstens läßt man dem Spaten als Bestandteil der Ausrüstungsstücke zu viel Sorgfalt und Behutsamkeit angedeihen und zweitens ist seine umständliche Befestigungsart am Leibriemen für ein rasches Ingebrauchnehmen und Außergebrauchstellen zu ungünstig. Der Spaten bedarf keines Futterals, Leder darf nicht Eisen schützen; nützt er sich ab bei häufigem Gebrauch, dann wird er eben erneuert. Seine Befestigung muß derart sein, daß ein Griff genügt, ihn zur Hand zu nehmen oder an Ort zu bringen. Welchen ungünstigen Einfluß die Unhandlichkeit des Schanzzeugs heute in der Linie der 56cr neben dem günstigen Einfluß der rasch herauswachsenden Deckungen ausgeübt hätte, vermag man bei dem blinden Friedensschuß nicht festzustellen. ( Von unserem Spezialberichterstatter.) Megen- Biwaks. Die Entwickelung des Angriffs.- Die Schlacht". Die neue Uniform im Felde. Japanische Fechtweise. Rückzug der blauen Truppen. Unentschieden. Manöverschluß. Auszeichnungen. ( Nachdr. verb.) Kazenelnbogen, 15. Sept. Bei Kazenelnbogen stand gestern früh das 18.( rote) Armeekorps in einer 5 Kilometer langen Bereitschaftsstellung, die es aus seiner Mittwochs- Stellung zwischen Lahn und Remel heraus etwa 16 Kilometer in den frühesten Morgenstunden nach anscheinend wenig angenehmem Biwak gewählt hatte. Während der Nacht hatte es zwar nicht geregnet. aber es war bitter kalt. Blau( S. Armeekorps) hatte ihm etwas zusammengedrängter gegenübergelegen. Die verTassenen Biwakpläße, an denen man vorübertam und auf benen nur zuweilen ein Holz, Streh oder leere Konservenbüchsen versteigernder Zahlmeister stand, mögen der unschuldige Boden manches erwärmenden Kraftfluchs gewesen sein. Beim 8. Armeekorps bestand die Absicht, die Offenfive des vorherigen Tages fortzusezen. Zunächst wieder unter Nebel und beständigem Regen, der das Marschieren neben den Straßen unendlich erschwerte und den Marsch bei dem bergigen Gelände sehr verlangsamte, trat die KavallerieDivision A um 7 Uhr vormittags von Langschied auf Reckenroth- Berghausen an, die 16. Inf.- Division um 6 Uhr von Nieder- Meilingen auf Laufenfelden, die 15. Inf.- Division um 6,30 von Buch über Holzhausen auf Dörsdorf und die 41. Inf. Division um 6 Uhr von Miehlen über Bettendorf auf Ober- Fischbach. Das 18. Armeekorps( Rot) hatte um 7 Uhr in der Linie Ebertshausen- Klingelbach- DörsdorfSchnepfenkopf( östlich Dörsdorf) eine Bereitschaftsstellung eingenommen, hatte sich also auf eine Linie von 5 Kilometer zusammengezogen, die eine ganze Reihe Uebersicht gewährender Höhen umfaßte. Ich hatte mich dem Vormarsch der ( blauen) 41. Inf.- Division angeschlossen, aus zwei Gründen, wiewohl diese Division den linken Flügel von Blau bildete. Erstens befand sich die dem 8. Armeekorps zugeteilte 25. Inf.- Brigade mit den Regimentern 13 und 56 dabei, zweitens gehörte zu der Division das Königs- Inf.= Regiment Nr. 145. Die 25. Inf.- Brigade war diejenige, welche vor wenigen Wochen auf dem Uebungsplatze Friedrichsfelde die japanische Gefechtsmanier zur Vorführung brachte und zur weiteren Uebertragung derselben in die Manöverpraris zu den Kaisermanövern kommandiert wurde, und das 145. Regiment war mit einem Bataillon in der neuen Felduniform zu den Manövern ausgerückt. Bei der heutigen ausgesprochenen Offensive war nach beiden Gesichtspunkten hin also von der 41. Inf.- Division einiges Interessante zu erwarten. Deshalb verzichtete ich auf die im allgemeinen lohnendere Beteiligung an den Bewegungen des Zentrums. Vorausgreifend soll erwähnt werden, daß Rot in einer vortrefflichen Bereitschaftsstellung stand, längs bordersten Linien unter vorzüglichster Ausnübung des Gefichtsfeldes Schüßengräben für knieende Schüßen ausgehoben hatte und mit seiner Artillerie auf den Höhen östlich Katzenelnbogen wirkungsversprechend postiert war. Die Schüßengräben taten auch ihre Schuldigkeit, die allenthalben die Feuerlinie umfäumenden hohen Kartoffelfelder erhöhten noch ihren Wert. Trotzdem hielten sie die rote Truppe nicht in ihrem Banne, sondern wurden gegen 10% Uhr, als auf der ganzen Front das Gefecht im Gange war und die blaue Artillerie auf der Mittel- Fischbacher Höhe eine der roten Artillerieſtellung fast gleichwertige gefunden hatte, von der roten Infanterie verlassen, um dem vor der überlegenen Feuerwirkung zurückweichenden Gegner soweit zu folgen, bis er sich in den Waldstücken um Fischbach verloren hatte. Zunächst zur neuen Felduniform beim 145. Regiment. Gerade der( wohl auch beabsichtigte) Umstand, daß nur ein Bataillon dieselbe trug und so bei der gemeinsamen Bewegung des Regiments die Unterschiede deutlich in Erscheinung treten fonnten, rechtfertigt ein Urteil über die Feldmäßigkeit, wenigstens was die unerwünschte Abhebung vom Gelände anlangt, dahin, daß auf dem braunen Acker, der grauen Stoppel und im grünen Klee- oder Kartoffelfelde, also auf drei verschiedenen Bodenfarben, die graue Uniform sehr gewinnen mußte im Vergleich zur blauen. Die Truppe erschien als undeutlich umrissenes Etwas, während die blaue Uniform fest abgegrenzte Ziele bot. Also in bezug auf die erwünschte Unsichtlichkeit dürfte das Urteil zugunsten der neuen Felduniform feststehen; eine andere Frage, die ja auch gewissen Wert hat für die Defonomie der Truppe, ist die der Haltbarfeit und sonstigen Anordnung im Schnitt. Hierzu bedarf es selbstverständlich längerer Probezeit. Als die 25. Inf. Brigade mit dem Regiment 13 und 56 sich gegen Not westlich Fischbach entwickelte und im Angriff sich dem Gegner näherte, werer drei Dinge besonders in die Augen springend. Sowie die Teile der Brigade ins Gesichtsfeld des Gegners trat, gab es keine geschlossenen Abteilungen mehr. Unterſtüßungstrupps und weiter zurückliegende Teile waren in eingliedriger Linie formiert, sofern nicht vorübergehend den hinteren Staffeln das Gelände Deckung für geschlossene Formen der Der Kaiser befand sich während des Angriffs von Blau bei Rot östlich Katzenelnbogen, die Kaiserin nebst der Prinzessin von Schaumburg zu Pferde ebenfalls beim 18. Armeeforps. Der Manöver- Sonderzug und der Hofzug führte das Kaiserpaar und die fürstlichen und fremdherrlichen Gäste des Kaisers erst gegen 3 Uhr nachmittags nach Coblenz zurück. Heute früh hatte das 18.( rote) Armeekorps eine Verteidigungsstellung südlich der Lahn auf den Höhen bei Limburg eingenommen. Das verstärkte 8. blaue Korps griff von Süden, Südwesten, Südosten und Osten mit Erfolg an, jedoch behauptete das 18. Korps im Kern seine Stellung, während das 8. Korps sich bei Abbruch der Manöver noch nicht voll entwidfelt hatte. Das Manöver schloß um 11 Uhr 15 Min. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich nach Limburg. Der Kaiser besichtigte den Dom und fuhr dann im Automobil nach Homburg. Damit ist das Kaisermanöver 1905 beendet. Die verschiedenen Auszeichnungen sind bereits bekannt geworden. General von Lindequist wurde à la suite des 1. Garde- Regiments gestellt, der General v. Bock und Polach à la suite des Infanterie- Regiments Graf Bülow v. Tennewitz( 6. westfälisches) Nr. 55. Der Erbprinz von Sachsen- Meiningen und der Erbgroßherzog von Baden wurden zu Generalobersten ernannt. Generalleutnant v. Moltke und Generalleutnant v. Eichhorn erhielten den Roten Adlerorden 1. Klasse, General v. Deines das Großkreuz des Roten Adlerordens. Politifche Rundfchau. Deutfches Reich. * Die deutschen Truppen haben mehrere Erfolge gegen die aufständischen Hereros in Deutsch- Südwestafrika errungen. Im Hakosgebirge, 50 Kilometer nordwestlich Rehoboth, hatten die Hercro in der letzten Zeit zahlreiche Viehdiebstähle berübt. Es gelang deutschen Vatrouillen, sie überraschend anzugreifen. 60 Hereros fielen, 13 wurden gefangen. Ferner schlug eine Unteroffizierspatrouille aus Rehoboth eine Hererobande bei Autabil am Schaap- Revier, 70 Kilometer nordöstlich Rehoboth. 7 Herero fielen, 22 wurden gefangen genommen. Major Meister setzt seinen Vormarsch gegen Witboi fort. ** * Die Petitionen gegen die Fleischteuerung mehren sich andauernd. Die Berliner Fleischerinnung richtete eine Eingabe an den Reichskanzler, in der sie Grenzenöffnung und Aufhebung der Vichzölle erbittet. Die Vre 3- Lauer Stadtverordneten und der Magistrat beschlossen ebenfalls eine Petition an die Regierung in gleichem Sinne. Bei den sächsischen Landtagswahlen haben die Wahlmännerwahlen der dritten Abteilung durchweg den Sieg der Sozialdemokratie gezeitigt. Jr Leipzig fallen alle Sitze der dritten Abteilung an die Sozialdemokraten. 李* Schweiz. * Der in Zürich verhaftete Anarchist, angeblich ein Ingenieur Robanov aus Riga, ist als der 22jährige Schriftsteller Hans Holzmann, bekannt unter dem Namen Senna Hoy aus Berlin, identifiziert worden. Rufsland. ** Die Zustände im Kaufajus Gebiet sind noch immer so schlimm, daß in Tiflis, wo die städtische Verwaltung als Vrotest gegen die blutige Unterdrückung der Kundgebungen ihr Amt niedergelegt hat, Profiamationen mit der Aufforderung zur allgemeinen Empörung verbreitet werden. In Baku überfielen tatarische Brandstifter das Haus eines reichen Ropbtho- Juduftriction. Als er sich mit Revolver. ichüssen acger die Tataren vericidiate. holten diese Stoiafen, die das Hous, aus dei, aus ruhige Büraer" grichollen iei den Tataren zum rernen trescahen Be der Seuersbrunst famen viele Perfonen um in 2 c d z wurden sämtliche Theater- und Konsertaufführunger auf un bestimmte Zeit verboten. Das an der finnchen Küste durch Explosion untergegangene, mit Waffen beladene Schiff ist aus den aufgefundenen Schiffspapieren als der in London beheimatete Dampfer John Grafton" refognosziert. Führer des Dampfers soll ein Bruder des Finnländers Schaumann gewesen sein, der seinerzeit den Generalgouverneur von Finnland ermordete. Der„ John Grafton" soll auch zu der Fahrt an Stelle der englischen eine gemischte ausländische Besatzung erhalten haben. Alien. ** Der langerwartete Waffenstillstand in der Mandschurei ist endlich endgültig vereinbart worden. Die Bevollmächtigten der Japaner und Nussen kamen alsbald in Schahotsu zusammen. Das Protokoll wurde unterzeichnet. Es wurde bestimmt, daß die Kämpfe in der ganzen Mandschurei eingestellt werden sollen, und eine Zone festgesetzt, in welche feine der beiden Armeen kommen darf. Allen Armeekorps soll bekannt gegeben werden, daß der Waffenstillstand spätestens heute, 16. September, mittags in Kraft tritt. In dem Protokoll wird eine etwa acht Kilometer breite neutrale Zone zwischen der Front der beiden Armeen festgesetzt. Sollte eine Entscheidung über neue Fragen notwendig werden, so haben die Parlamentäre für einen solchen Fall einen bestimmten Weg längs des Bahndammes zwischen Schuanmiautji und Schachetsy zu nehmen. Für den Waffenstillstand auf Korea und Sachalin werden andere Bevollmächtigte ernannt werden. Nur Zivilisten dürfen die neutrale Zone betreten; der Verkehr zwischen den Armeen findet auf der Schahotsustraße statt. Des weiteren sollen besondere Marinedelegierie auf dem Wasser in der Nähe von Wladiwostok, von jeder Nation nur ein Schiff, zusammenkommen und für die Zeit des Waffenstillstandes eine neutrale Zone auf See festsetzen. Der Waffenstillstand an der Grenze von Korea wird durch ein Sonderabkommen zwischen den beiden Höchstkommandierenden am Orte auf ähnlicher Grundlage abgeschlossen werden. Das Elend in Calabrien. Grauenvolle Zustände haben die schrecklichen Erdbebenkatastrophen in Calabrien hervorgerufen. Die Menschen sterben tatsächlich vor Hunger. Es fehlt an allem, die Gesunden haben kein Brot, die Kranken und Verwundeten weder Hilfsmittel noch kräftigende Nahrung, selbst das Wasser mangelt. Unter freiem Himmel müssen die Sterbenden ihren legten Atemzug tun. 20 000 Personen ohne Obdach. Ein italienischer Publizist weist nach, daß in und um Monteleone 20 000 Menschen im Freien kampieren, die alles berloren haben. Nicht einmal Behälter sind ihnen geblieben, um Wasser zu schöpfen. Eine schweigende Menge lagert vor den Trümmern ihrer Häuser, wo ihre Lieben gestorben sind. Sie warten auf eine Hilfe, die nicht kommen will. Die erſten Zeichen des Erdbebens entdeckt man auf der halb zerstörten Bahnstation Sant'Eufemia, aber die Zeichen des Schreckens entdeckt man weit früher; die Zone der Furcht ist immer größer als die Zone der Gefahr. Alle Leute sind aus ihren Wohnungen geflohen und lagern am Meeresstrande; man sieht da ganz merkwürdige und bunte Zeltlager. Die Station Monteleone ist unversehrt, aber wie sicht es in der auf einem nackten Felsen erbauten Stadt aus! Die Kirchen wanken, die Häuser liegen in Trümmern, die Dächer sind herabgestürzt. Die Glendsprozession. In Monteleone hört man mitunter dumpfen Trommelwirbel. Ein seltsamer Zug betritt die Stadt: es sind halbverhungerte Bauern; viele von ihnen tragen die malerische calabresische Tracht. Sie schreien nicht, sie sprechen nicht; sie tragen Plakate mit der Inschrift:„ Brot und Obdach! Gebt den Armen Brot!" An der Spiße des Zuges schreiten alte Bauern, die mit wahrer Verzweiflung die Trommel schlagen. „ Das sind die von San Costantino," sagt die Menge, indem sie ihnen einen Weg öffnet. Und sie ziehen vorüber, ohne etwas zu fordern eine Elendsprozession. Das Volf kampiert in den Gärten, auf den Blägen, in improvisierten Zelten. Hinter den Kaktushecken, im Schatten der herrlich blühenden Bäume spielt sich ein echtes Zigeunerleben ab. Eine tote Stadt. Wenn man auf der Ostseite der Stadt den Berg hinabsteigt, bemerkt man an einer Wegbiegung einen formlosen Haufen von Balken und Mauerresten, die sich grauenvoll von dem wunderbaren Hintergrunde, den der blaue Golf von Sant'Eufemia bildet, abheben. Es ist das vollständig zerstörte Triparni. Jedes Haus ist hier eingestürzt. In der toten Stadt stehen die überlebenden Einwohner wie stumpfsinnig und betrachten die Leichen, die aus den Trümmern hervorgeholt werden. Dem Besucher tönt weiter feine Klage entgegen als das dumpfe Wort„ Wir haben fein Brot". Mit den Händen wühlt man den Erdboden auf, um etwas Eßbares zu finden. Schwerverwundete liegen auf dem Rasen, aber man hört feinen Jammerlaut. Dieses Schweigen ist herzzerreißend. Frauen hocken auf dem Boden unbeweglich, wie Statuen des Schmerzes. Viele von ihnen haben ihre Kinder verloren. Ein großes schwarzes Tuch, ein charakteristischer Schmuck der calabresischen Frauen, fällt von ihrem Kopf auf die Schulfern wie ein wahrer Trauermantel. Mitten auf der Wiese steht im Sonnenbrande ein kleiner Altar mit dem Bilde des heiligen Nikolaus, des Schutzpatrons. Das Bild haben die Bauern mit großer Gefahr aus den Trümmern der einstürzenden Kirche hervorgezogen und in feierlichem Zuge dorthin gebracht. Aehnliche Altäre findet man überall unter den Bäumen; es ist, als ob unter diesen obdachlosen Leuten auch der Gottesdienst wieder primitiv geworden wäre. Aus der Erde liegt ein Knabe und schluchzt bitterlich. Die an deren betrachten ihn in wortloser Trauer. Er hat Eltern und Geschwister bei der Katastrophe verloren und ist allein geblieben. In einem Hause fand man eine Mutter mit vier Kindern als Leichen, in einem anderen, unter einem ein gestürzten Dach, ein neuvermähltes Paar, das sich so eng umschlungen hielt, daß die Leichen nur schwer getrennt werden konnten. Das rote Licht. Die verhältnismäßig kleine Zahl der Opfer ist damit zu erklären, daß im Augenblicke der Katastrophe viele Männer sich als Wächter in den Weinbergen befanden, wo jetzt die Traube reif wird. Alle diese Männer haben im Moment der Erschütterung des Bodens ein blendendes rotes Licht am Himmel gesehen. Diese merkwürdige Himmelserscheinung muß wirklich dagewesen sein, denn die Tatsache ist von vielen Leuten und an verschiedenen Orten bestätigt worden. Ein Fuhrmann erzählte: Ich sah eine rote Fackel am Himmel, nach dem Meere zu, und wie eine blißartige Erscheinung über dem Stromboli. In diesem Augenblicke erzitterte die Erde, und ich war wie betäubt." Ein anderer berichtete: sch sah einen feurigen Balfen, der nach dem Meere hinlief und über dem Stromboli einen Kranz bildete, worauf er verschwand." Natürlich wird dieses Licht allgemein für ein göttliches Zeichen gehalten. Nab und Fern. † Der gefangene Prinz. Dem Prinzen Christian von Dänemark, Schwager des deutschen Kronprinzen, Sohn des dänischen Kronprinzen und zukünftigen Dänenkönig, passierte fürzlich im Manöver ein eigenartiges Weißgeschick. Als Führer des von ihm befehligten 28. Bataillons sollte der Prinz von einem Dragoner- Regiment angegriffen werden. Man erwartete den Angriff erst morgens 7 Uhr, die tapferen Reiter aber waren schon um 4 Uhr zur Stelle. Die schnell formierte Infanterie wies den Angriff ab, aber eine Schwadron war abgesessen und hatte einen vom Dorfe abgelegenen Großbauernhof umzingelt, wo der Prinz in tiefem Schlafe lag. Die Bedeckung wurde schnell entwaffnet, und Prinz Christian war ein Gefangener seiner fünftigen Untertanen. † Auf der Lokomotive verunglückt. Der Lokomotivführer eines D- Buges wollte einen Defekt an der Achse der Maschine nachsehen und stieg während der Fahrt auf die Trittstufen hinab. Als der Zug den Bahnhof Uchtspringe passierte, schlug der Unglückliche gegen das zwischen den Geleisen befindliche eiserne Trennungsgitter und wurde sofort getötet. † Ein Gesetzgeber unter Anklage. Mr. Platt aus Newyork, Mitglied des amerikanischen Senats, der sich vor furzem in den Ehestand begeben hat, ist jetzt von einer Mig Mac Wood auf Zahlung einer Summe im Betrage von 100 000 Mart verklagt worden. Ihr Anspruch gründet sich darauf, daß sie ihm angeblich gute Dienste geleistet habe, indem sie ihm Mitteilungen über beabsichtigte Gesetze, die die unter Leitung des Senators Platt stehende United States Expreß Company" angingen, gemacht hätte. In Washington sieht man die Anklage für durchaus nicht unbegründet an, so daß es zu einer Untersuchung durch den Kongrep kommen dürfte. † Senkungen am Hafen- Kai. An dem neuen Hafenkai zu Antwerpen ist das Mauerwerk gesunken. Es entstand ein breiter Riß. Auch das Bahngeleise in der Nähe des Hafens weist Senkungen auf. Billig und schlecht! Die Staatsanwaltschaft in Wien beschäftigt sich zurzeit mit einem Angebot, das ein Wiener Schuhwarenhaus in französischen und schweizerischen Blät tern ergehen ließ. Darin bot ein„ Schuherporthaus" Keßler in Wien für 13 Francs 50 Centimes zwei Baar elegante Sommerschuhe, zwei Baar Winterschuhe und ein Baar Haus. ' schuhe an. Zahlreiche Stäufer fielen auf das Angebot herein und erhielten für ihr Geld folgende Ware: Die„, eleganten Sommerschuhe" bestanden aus Segelleinen und Pappendeckel, die Winterschuhe waren Filzpantoffel und die Hausschuhe von erbärmlicher Qualität. Die Zahnplombe des Elefanten. Im Hippodrom zu Newyork mußte einem Elefanten ein hohler Bahn plombiert werden. Mit Hilfe von sechszehn Personen löste der Zahnarzt seine Aufgabe. Das zu der Plombe verwendete Gold hat einen Wert von 43 Dollars. Von der russischen Bolkszählung, die bereits im Jahre 1897 stattgefunden hat, sind noch nicht sämtliche abschließende Ergebnisse veröffentlicht worden. Dieser Tage erst erschien eine vollständige Uebersicht über die Zusammensetzung der russischen Bevölkerung nach Rassen und Stämmen, und jetzt sind vom Statistischen Bureau in Petersburg weitere end. gültige Zahlen bekannt gegeben worden, die sich namentlich auf Religion und Stand beziehen. Von den 126 586 523 Seelen, die am 10. Mai 1897 in Rußland gezählt wurden, waren 87 123 604 Mitglieder der orthodoxen Kirche, 2 204 596 Altgläubige und verwandter Seften, 13 906 972 Mohammedaner, 11 467 994 römische Katholiken, 5 215 805 Juden und 3572 653 Lutheraner. Und nun folgt die Zahl, die man dreimal unterstreichen müßte, um sie gebührend hervorzuheben, nämlich: 99 070 436 des Lesens und Schreibens unkundige, 79 v. H. der C samten Bevölkerung. § Ein gefährlicher Mensch. Ein Mann namens Frauendorf, der in verschiedenen Städten Schlafstellendiebstähle verübt hatte und der nach seiner Berhaftung den„ wilden Mann" spielte und sich aller möglichen Mordtaten bezichtigte, dem aber vom Gerichtsarzt nur ethische Mängel nachgewiesen werden konnten, erklärte bei der Verhandlung vor Gericht, daß er ständig entschlossen sei, sich an der Menschheit, die ihn ausgestoßen habe, zu rächen. Er wurde zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Auf die Frage, ob er die Strafe antreten wolle, erklärte der rabiate Mensch:„ Wenn ich die Strafe verbüßt habe, kaufe ich mir sofort einen Revolver und schieße irgend jemand über den Haufen, damit ich wieder hineinkomme." + Unschädliches Trinkwasser in Epidemiezeiten. Um den Genuß von ungekochtem Wasser in Cholerazeiten gefahrlos zu machen, wurde früher und wird auch neuerdings von vielen Aerzten ein kleiner Zusatz von Zitronensäure empfohlen. Ta die Cholerafeime gegen Säuren sehr empfindlich sind, so hat seinerzeit Dr. Christmas im Institut Pasteur Versuche darüber angestellt, welcher Säuregrad dem Wasser gegeben werden muß, um darin Cholerakeime zu töten. Er fand, daß 6 Dezigramm Zitronensäure in einem Liter Wasser alle Cholerabazillen innerhalb einer Viertelstunde unschädlich machten, neun Dezigramm derselben Säure vernichteten in derselben Menge alle Typhusbazillen. Eine Beimengung bon cinem Gramm Zitronensäure auf ein Liter würde also genügen, um ein völlig unschädliches Trinkwasser herzustellen. † 20. der Cholera. Im gangene injizierten Gebiet im Osten macht sich jetzt ein deutlicher Rückgang der Krankheit bemerklich. Auch im Regierungsbezirk Marienwerder sind neue Fälle nicht vorgekommen. In Graudenz ist jetzt von der Polizei auch Brechdurchfall für anzeige pflichtig erklärt worden. Die Generalversammlung des Verbandes der polnischen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, die in Belplin abgehalten werden sollte, findet auf Anordnung des Landrats des Kreises Dirschau nicht statt, ebenso ist die Westpreußische Obst- und Gartenbauausstellung die in Elbing stattfinden sollte, aufgehoben. Von russischer Seite sind Wolhynien und Kurland als von Cholera bedroht und beschlossen worden, in Riga die von Deutschland kommenden Schiffe einer Untersuchung zu unterwerfen. † Eine Millionen- Defraudation. In einer Papierfabrik in Olleschau in Mähren wurden große Unterschlagungen entdeft. Sie beziffern sich auf zwei Millionen Kronen. Die Defraudationen sind bereits seit zwanzig Jahren verübt und stets durch falsche Bilanzen verdeckt worden. Der Direktor ist flüchtig, der Kassierer hat sich erschossen. † Große Feuersbrünste. In Czenstochau brach in einer Zelluloidfabrik Feuer aus, das sich so schnell verbreitete, daß von den Arbeitern und Arbeiterinnen neun Personen verbrannten, während andere schwere Brandwunden davontrugen. In dem allen Besuchern der Tatra bekannten Dorfe Groß- Schlagendorf brannten 75 Wohnhäuser und 140 andere Gebäude nieder. † Selbstmord eines Bankiers. In Paris hat sich der Baron Salomon von Günzburg erschossen. Er gehörte zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Finanzwelt, doch galt seine Lage längst als eine schwankende. Die Katastrophe wurde durch den Zusammenbruch des Zuckerspekulanten Crosnier verursacht. Lokales. 16. September 1905. ** Der Großherzogin Geburtstag. Morgen feiert das hessische Bolt zum ersten Male den Geburtstag seiner jungen Großherzogin und es ist fein Zweifel, daß von allen Bergen und Tälern, wo treue Hessenherzen schlagen, der Wunsch aufsteigt, daß der Geburtstag der Landesfürstin noch recht oft in ungetrübtestem Glücke wieder. fehren möge. Von der ersten Nachricht an, daß Großherzog Ernst Ludwig seinem Lande wieder eine Großherzogin zu führen wolle, ging eine freudige Erregung durch das Hessenrolt, die seitdem nur an Stärke und Tiefe gewonnen hat. Bog auch für Tage ein buntler Schatten herauf, als die Runde von dem Unfall der Großherzogin hinausdrang, so ist der Himmel doch jest wieder flar, denn die Großherzogin hat die Krankheit überstanden und das Hessenvolt kann mit seinem Fürstenhause in ungetrübter Freude den Geburtstag seiner jungen Fürstin Eleonore begehen! ** Der Großherzog begab sich mit Gefolge gestern Morgen im Automobil nach Station( altes) Bollhaus zwischen Rirberg und Raßenelnbogen, stieg daselbst zu Pferde und tehrte nach beendigtem Manöver nach Jagdschloß Wolfs. garten zurüd. Morgen Sonntag gedenten der Großherzog und die Großherzogin die Festvorstellung im Großh. Hoftheater zu besuchen. ** Der Großherzog hat am 12. September zum 15. b. Mts. verliehen: das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Präsidenten des landw. Provinzialvereins Oberbeffen, Dekonomierat Karl Schlente zu Friedberg und dem Präsidenten des landw. Provinzialvereins RheinHessen, Dekonomierat Dstar Lichtenstein zu Windhäuser Hof; D das Ritterkreuz 2. Rlasse desselben Ordens mit der Krone: dem Vizepräsidenten des landw. Provinzialvereins Startenburg, Defonomierat Jatob Walter 16. zu Lengfeld; die Silberne Verdienstmedaille für 2andwirtschaft und Gewerbe: dem Generalsekretär des Hessischen Landwirtschaftsrats Defonomierat Dr. Karl Müller zu Darmstadt; bas Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: den Landwirten Heinrich Hamann 4. zu Biebesheim. Wilhelm Seiboldt 1. zur Nieder- Eschbach und Jakob Mann 5. zu Alzey ** Ordenssache. Der König von Preußen hat, laut Staatsanzeiger", dem Prinzen Ludwig zu Solm 8- Hohensolms- Lich die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Großkreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt. * Auszeichnung. Dem Garnifion- VerwaltungsJaspettor Rösinger in Gießen wurde vom Rönig von Preußen der Kronen- Orden 4. Klasse verliehen. ** * Reserve hat noch einen Tag! Gestern zu später Abendstunde rückten unsere 116er unter flingendem Spiel bataillonsweise wieder in Gießen ein. Die Manöver sind zuende und mit ihnen auch die Dienstzeit für die alten Mannschaften. Während die zur Uebung eingezogenen Reservisten schon heute zur Entlassung tommen, müssen sich die alten" Mannschaften noch bis zum Montag gedulden. *** Morgen Abend gibt der Gernhardtsche Zither. und Mandolinen Chor 1905 im Restaurant Bum Einhorn" eine Abend Unterhaltung, zu der ein recht hübsches Programm aufgestellt ist, sodaß allen Freuden der Seitenmusit der Besuch nur empfohlen werden kann. " - P. Die Jagd nach Strafmandaten. Zwei dem Kaufmannstande angehörige junge Leute, welche wegen Ruhestörung in letzter Nacht notiert wurden, scheinen sich mit dem zu erwartenden Strafmandat nicht begnügen zu wollen, da kurz darauf einer der Uebeltäter sich auch noch der Sachbeschädigung schuldig machte, indem er die Glaskugel einer Straßenlaterne zertrümmerte und außerdem noch zwei Laternen in der Wetterngasse in Stücke schlug. Hiervon ist gleichfalls Anzeige erhoben. Aftien und Aufnahme T puntt Mt 30,000 be Unterftigung fettens rein Schlig sein ed nun noch wenige Turnftätte, die für bringen foll. Um Fäften recht frohe gedenkt man eine wir fönnen berfic Shlig noch immer tun wird. Möge unferer Turnhalle Gau erscheinen, u nur für vorwärtsf Bereine schlagen. Wedesheim Braunkohlenberg holl wieder in Betrie Magen und Einrichtun Strede Friedberg Rid Bell, 15. Sp Bell eine Ortsfgan Pelaffen werden nur 2 tereine Bell, zu weld Hillerte haufen, Heimert Weglar, 15. Beglar verhandelte folgende Fälle: Beg förenden Lärms fte vor dem Gerichtshof *** Wer ist der Schwindler? Man schreibt uns: Im April fiel in Würzburg vor einer Villa ein junger Mann in epileptischem Zustande nieder; in die Villa vers bracht, hatte er sich schnell erholt und angegeben, er heiße Wilhelm Herzog, sei Student und wolle nach Nördlingen. Es wurden ihm dann Eprisen, Wäsche, Geld und eine Fahr farte gegeben. Am 2. September fiel derselbe junge Mann vor einer anderen Villa in Würzburg nieder. Auch hier wurde er in die Villa gebracht und ihm, nachdem er sich wieder Student Wilhelm Herzog genannt und angegeben hatte, er wolle nach Trieft zu seiner Mutter, Speise und Trant, Ueberzieher und Geld gegeben. Da sich aber durch einen Arzt herausgestellt hatte, daß diese epileptischen Anfälle fingiert waren, um Mitleid zu erregen, wurde der junge Mann verhaftet. In der Untersuchungshaft nannte sich Herzog erst Gustav Hochstand und dann Pierre Chuhn und will in Esch an der Alzette in Luxemburg geboren sein. Ec trägt Visitenkarten mit" Wilhelm Herzog, Student" bei sich, hat aber auch Papiere, auf denen er als Raufmann, Maler und Kellner bezeichnet ist. Er ist etwa 20 Jahr alt, 1,70 m groß hat schlanken Körperbau, blaugraue Augen, hellblonde geledt, vern gescheitelte Haare, gesunde Gesichtefarbe und ist bartlos, trug dunklen Anzug, weichen dunkelgrünen Filzhut, hinten mit drei Federn, Kordel waren geschlungen, hohen, modernen Stehumlegtragen mit schmalem schwarzen Selbstbinder, weißer Chemisette, goldnen 8wider ant schwarzer Schnur. Früher trug er weißen Strohhut mit grünem Band Da festgestellt ist, daß der Schwindler auch in Bingen dieselben Manöver gemacht hat, so ift anzunehmen, daß er auch noch an anderen Bläßen diesen Schwindel verübt hat. Auskunft hierüber, sowie auch über die Bersönlichkeit erbittet der Stadtmagiftrat Würzburg. > Allendorf a. b. Lahn, 14. September. Gut Heil! Hier ist ein Turnverein ins Leben getreten und dem Gau Hessen angeschlossen worden. * Kirch- Göns, 15. September. Hier ist eine Epar und Darlehnstasse gegründet worden. Der Borstand sest sich wie folgt zusammen: Lehrer Karl Rahn, Direttor, Land, wirt Ludwig Schneider, Rechner, Landwirt Konrad Bepler 3., Kontrolleur, Landwirt Johannes Nern 6, Stellvertreter des Direktors und Landwirt Ludwig Bach. * Schlitz.( Turnhallen- Einweihung.) Der lang. ersehnte Wunsch des Turnvereins Schlig, ein eigenes Heim zu besitzen, ist in Erfüllung gegangen und boraussichtlich am 1. Oktober d. J. soll dasselbe seinem edlen Zwecke übergeben werden. Wenn auch dasselbe feinen Prachtbau darstellt, so ists doch immerhin durch seinen Zwed, eine Zierde seiner Vaterstadt. Der schöne geräumige Saal, die große Bühne, das Vereinszimmer entsprechen boll und ganz ihren Anforderungen und die Anlegung selbst ist nur als praktisch zu bezeichnen.- Durch sparsames Wirtschaften hat obengenanntem Verein, vor der Verwirklichung seines Planes, neben einem schuldenfreien Bauplaze ein Kapital von Mt. 5000 zur Verfügung gestanden. Durch Zeichnen von zinsenfreien Festes dafelbft r Benbarmen beleidig getlagte für schuldig ftrafe von 8 Lagen rurteilt. - Am 11. Gießen und der 00 berndorf in ein treffenden Wirtschaf Mlaffende Wunde an bon H. gereizt wo micht gegen 5. bor Gefängnis hält das * Heidesheim, Bier hiesige Fuhrt cuifition der Inter Strafe verpflichtet nanöver Fahrdien Darmft. 3tg.", im fälle. Der Landwir gewordenen Dragon trug fchwere Berle Wohland wurde im Bagen überfahren u Der Landwirt Josef St. Goarshaufen üb machte Arantenbaus Diehl ging infolge& Tim Wert von über find so marode", d Tönnen. X Friedberg, fabrik Wetterau wieder auf. + Mainz, 1 glich ihres 75jäh Giessen Vereb Resta fäuflich erworb bin daher in langen Jabrer M Zimmer Prima Christian Beferungen frei Ba D das Allerb mber zum ienA. en: ins Dbers Des Attien und Aufnahme einer Hypothek soll der Kosten-| lichen Provinzialvereine les Großherzogtums ihre 11. Julie Wimmenouer, geb. Bick, 55 Jahre alt, Ehefrau punft Mr. 30,000 bestritten werden. Eine tatkräftige nterstützung seitens der Bügerschaft hat dem Turnerein Schliß sein edles Werk bollbringen helfen. Und nun noch wenige Tage zur Einweihung unserer neuen iedberg Lurnstätte, die für den Verein Stunden der Freude Generalversammlung ab, zu der auch die Staats- und Stadtbehörden Vertreter entsandt hatter. Die Verhandlungen wurden von dem Präsidenten des Landwirtschaftsrats Geh. Regierungsrats Haas- Darmstadt geleitet. + Mainz, 15. September. Milch- Aufschlag. Die n8 Rheinbringen soll. Um den eingeladenen Turnbrüdern und biesigen Milchhändler beschlossen, vom 1. Oftober ab den Wind. Bästen recht frohe und angenehme Stunden zu bereiten, Preis für das Liter Vollmilch auf 22 Pfg. zu erhöhen. Ordens ialbereins 16. 3 Land. chaftsrats tordens Biebesheim. nd Jatob gedenkt man eine größere Feier zu veranstalten und wir können versichern, daß die Gastfreundschaft in Schlitz noch immer ihr bestes getan, und auch heute tun wird. Mögen darum am Tage der Einweihung unserer Turnhalle recht viele Turnbrüder aus unserem Gau erscheinen, und dadurch zeigen, daß ihre Herzen nur für vorwärtsstrebende und die Turnsache fördernde Vereine schlagen. Gut Heil! ( Turnzeitung f. d. Gau Hessen.) * Weckesheim. 15. September. Das hier gelegene Braunkohlenbergwert, welches längere Jahre stilstand, soll wieder in Betrieb gesetzt werden, neue maschinelle Anlagen und Einrichtungen und einen Bahnanschluß an die Strecke Friedberg Nidda erhalten. Bell, 15. September. Um 23. September wird in hat, laut Bell eine Ortsschau mit Prämiierung abgehalten. 8ugelassen werden nur Tiere der Mitglieder des Lokalzuchtvereins Bell, zu welchem die Gemeinden Zell, Angenrod, Billertshausen, Heimertshausen und Romrd gehören. Solms. egung des Philipps valtungsönig bon H u. a. über * Wetzlar, 15. September. Das Schöffengericht Bezlar verhandelte nach dem„ Wzl. Anz." folgende Fälle: Wegen Beleidigung und Verübung ruheftörenden Lärms steht der Former Mor G. von Lollar Deftern zu vor dem Gerichtshof. G. hat am 30. Juli gelegentlich eines Mingendem Festes daselbst ruhestörenden Lärm verübt und einen e Manöver Gendarmen beleidigt. In beiden Fällen wird der Anr die alten geklagte für schuldig befunden und in eine Gesamtgefängnisngezogenen ftra fe von 8 Tagen und in die Koften des Verfahrens vermüssen sich urteilt. Am 11. Juli gerieten der Pferdemezger K. von gedulden. Gießen und der Pferdehändler Friedrich H. von Brande Zither oberndorf in einen Disput, worauf K. im Hofe der beant 8um treffenden Wirtschaft dem H. mit einem großen Stein eine cht hübsches laffende Wunde am Kopfe beibrachte. Angeflagter will erst der Seiten von H. gereizt worden sein, doch hätte er in dieser Weise nicht gegen H. vorgehen dürfen. 30 Mt. event. 6 Tage Gefängnis hält das Gericht für angemessen. - . 8wei elche wegen * Heidesheim, 14. September. Manöver- Schäden. heinen fidh Bier hiesige Fuhrwerksbefizer, die auf Grund einer ReSegnügen zu quisition der Intendantur des 8. Armeekorps bei hoher auch noch Strafe verpflichtet waren, während der diesjährigen Kaisere Glaskugel manöver Fahrdienste zu leisten, erlitten, so berichtet die noch zwei Darmst. Btg.", im Gelände der Herbstübungen schwere UnHiervon fälle. Der Landwirt Jean Sänger wurde von einem scheu gewordenen Dragonerpferde an die Brust geschlagen und trug schwere Verletzungen davon. Der Gastwirt Gustav Bohland wurde im Biwat bei Kempel von einem beladenen Wagen überfahren und erlitt einen doppelten Beinbruch. Der Landwirt Josef Geins wurde von einem Fuhrwerke bei St. Goarshausen überfahren und mußte schwerverlet ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Dem Landwirt Adam Diehl ging infolge der breitägigen Anstrengungen ein Pferd im Wert von über 1000 Mt. zu Grunde. Andere Pferde sind so, marode", daß sie mehrere Tage nicht benutzt werden schreibt ein junger en, er heiße Nördlingen. Billa eine Fahr junge Monn Auch hier bem er fich angegeben peile und ber durch n Anfälle der junge nnte fid huhn un sein. E " bei fich nn, Maler Jahr alt aue Augen De Gefight hen dunkel waren ge Schmal n 8wi Cobbut mi ndler auch ift anzu Schwindel Ser die Ber at Geil! dem Bau eine Spar orftand first Steltor, Land ab Bepler 3., bertreter des Der lang ein fönnen. X Friedberg, 14. September. Die Attien Zuckerfabrik Wetterau nimmt ihre Kampagne am 2. Ottober wieder auf. + Mainz, 15. September. Heute hielten hier an läßlich ihres 75jährigen Bestehens die landwirtschaft. " Das ist ein Aufschlag von 2 Pfg. Mit Recht setzt das Mainz. Tgbl." hinzu: wir sind nur begierig, wie lange noch das Publikum fich die fortwährenden Preissteigerungen gefallen läßt. Marktberiete. iebes 16. Sepbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfb. 100-1.10 r., Hühnereler per Stüd 7-8 Pfg., Enteneter St. 6-7 fa.. Käse per St. 6-8 Pfg., Kasematte 2 St. 5-6 Pfg. Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Etter 32 Pfg., Tauben per Baa 1. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stud 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per fb. 70-00 fg., Ossenfleisch per fb. 72-82 Bfq., Rindfleisc per Bfb. 70-72 Pfg. per Pfb. Schweinefleisch 76-86 Bfg. Soweine fleisch gesalzen pez Pfund 0.90 Bfg., Ralbfleisch per Pfd. 70-80 Bfg. Sammelfleisch per Pfd. 50-76 fg., Kartoffeln pro 100 kilo 5.00-600 m., Zwiebeln per St. Mr. 6.00-8.00, Weiskraut 10-15 Bf. pe Stüd, Zentner 3-4 Mr. Nepfel per Zentner 6-10 m.. Zwetschen ver Zentner 4,00.- 600, Kirschen per Pfd. 00-00 fa Milch per Liter 20. Pfg. Dauer der Marttzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktjeit im Umherziehen feilgeboten werden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterblenks. Boraussichtliche Bitterung in Seffen für Sonntag, den 17. September. Temperatur wenig verändert, zunehmende Bewölkung, später Regen. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Seborene. Der Witwe des Am 5. September. Brofuristen Otto Bergen ein Sohn. 7. Schulverwalter Johannes Krug eine Tochter. 8. Eisendreher Julius Fourier zwei Söhne. Oberlokomotivführers Friedrich Thielmann eine eheliche 9. Spenglermeister und Installateur Tochter, Marie. Rudolf Rödiger ein Sohn, Friz. Buchdruckereibesizer Adolf Heppler eine Tochter, Emilie Luise. 10. Raufmann Sebastian Josef Schmitt eine Tochter, Käthe Franziska Rosa. Dachdecker Martin Repp ein Sohn. Ingenieur Siegfried Stamm ein Sohn, Hans Ludwig. Bantbeamten Friedrich Hamburger eine Tochter, Marie Luise Helene Gertrud. 11. Fabritarbeiter Wilhelm Wesensee ein Sohn, Willy. 12. Schloffer Heinrich Simon Günther eine Tochter, Marie. 14. Schriffeßer Karl Strzet eine Tochter, Elisabeth. 15. Buchhalter Wilhelm Karl Feiser ein Sohn, Werner. Aufgebote. Am 9. September. Johann Linsemann, Lagerarbeiter dahier mit Maria Behnke, geb. Waibel, hierselbst. Friedrich Wilhelm Debus, Heizer dahier mit Juliane Wilhelmine Sommer in Eisenroth. Friedrich Schmidt, Vizefeldwebel dahier mit Luise Kallmann in Waldenburg. 11. Wilhelm Jacob, Taglöhner dahier mit Karoline Müller in Lrfeld. Johann Wilhelm Friedrich Hoffmann, Lehrer dahier mit Maria Josepha Seiler in Viernheim. 14. Friedrich Ulm, Schlosser dahier mit Luise Meyer in Weglar. 15. Karl Schwarz, Kaufmann dahier mit Klara Müller hier selbst. Gestorbene. Am 10. September. Katharine Ripp, geb. Klauer, 81 Jahre alt, Witwe des Kaufmanns Friedrich Ripp dahier. Universitätepi ofessors, Sch. Forstrat, Dr. Karl Wimmenauer dahier. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenset!: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beth, in Mishen اوو Blübendes, rotwangiges Kind." Lesen Sie im folgenden Brief die eigenen Worte von Herrn und Frau Harzheim, die für alle Eltern mit schwächlichen Kindern von größtem Interesse sein müssen. Schlebusch, den 23. Januar 1905. Durch Ihre unschätzbare Scotts Emulsion ist mein Töchterchen Gertrudis jetzt ein blühendes, rotwangiges Kind von bester Gesundheit und lebensfrohem Geiste. Von seinem siebenden Monat an hat das Kind an Englischer Krankheit gelitten, die sich dermaken verschlimmerte, daß wir auf eine baldige Erlösung durch den Tod gefaßt waren. Nach allem unseren Leid griffen wir dann zu der uns von Freunden empfohlenen Scotts Emulsion. Sie können sich unsere Freude vorstellen, als schon nach Verbrauch der ersten Flasche eine sichtbare Besserung in dem Befinden des Kindes eintrat. Der Appetit der Kleinen regte sich wieder und bei regelmäßigem Gebrauch hat sie sich von Tag zu Tag gebessert. Sie ist im Laufe der Zeit so fräftig geworden, daß sie beute, mit 28 Moraten, es an Wuchs und Kräften mit einem bedeutend älteren Kinde aufnehmen fönnte. ( gez.) Carl Harzheim und Frau. Der Brief besagt, daß Scotts Emulsion schon mit der ersten Flasche einen regeren Appetit herbeiführte, und der neue Appetit brachte der Kleinen bald mehr und mehr Kräfte, so daß die Befferung raschere FortDer Umstand, daß Scotts schritte machen fonnte. Emulsion die erste Lebertran- Emulsion war, verdient die Beachtung aller Eltern ebenso, wie die Tatsache, daß Scotts Emulsion heute noch die einzige ist, die nach dem eigenartigen Scottschen Verfahren hergestellt wird. Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit unserer Schußmarte( Fischer mit großem Dorsch auf dem Rüden). Scott& Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M. Bestandteile: Feinster Medizinal- Lebertran 150,0, prima Glycerin 50,0, unter phosphorigfaurer Half 4,3, unterphosphorigsaures Natron 2,0, pulv. Tragant 3,0, feinster arab. Gummi pulv. 2,0, destill. Wasser 129,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt, Mandel- und Gaultheria- Del je 2 Tropfen. Gegründet 1883. Jean Dern& Co. Giessen Telephon Fr. 21 Inh: Oscar Gutmann Weftanlage 31. Ia. glasierte Steinzeugröhren - aller Dimensionen nebst allen Facens. Het- u. 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Die Zufahrt zu den Häusern Lokalitäten der neuzeit entsprechend fann durch den Großen Steinweg erfolgen. Neu erbauter Saal, sowie grössere und kleinere separate Zimmer für Vereine, Gesellschaften etc. Wein, Bier, Kaffee, Milch und Speisen in nur vorzüglicher Qualität. Karl Dorfeld. 1000000000000000000000000000000000000 Zahn- Atelier. Künstliche Zähne und ganze Gebisse Kronen- und Stiftzähne, Zahnziehen vollständig schmerzlo 8. Plomben in Silber, Emaille und Zement. Garantiert billige Preise. Reinigen der Zähne ebenfalls billig. Konrad Stroh Bißmar bei Gießen( Kreis Wetzlar. Medizinische Veterinär- Klinik Klinik für innere Tierkrankheiten Frankfurterstrasse 85 im alten Tierspital Fernsprecher wie bisher Nr. 142( Veterinäranstalt). Gießen, den 16. September 1905. Großh. Bolizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß fich die Bureauräume des Standes mts nicht mehr im Bürgermeistereigebäude, sondern im Nathanse am Marktplatz befinden. Gießen, ant 15. September 1905 Großh. Bürgermeißerei Gießen. J. V.: Curschmann. Obstversteigerung. Dienstag, den 19. September. nadm. 2½ Uhr beginnend wird an Ort und Stelle das Obst von den städtischen Bäumen am Krofdorferweg, Leihgesternerweg, auf den von der Stadt erworbenen Grundstücken der Bei Hypothek- Darlehen an Private beträgt der Zinsfuk während der ganzen Darlehensdauer unverändert: 334%. Bei Kommunal- Darlehen beträgt der Zins fuß nach Wahl der Anleiher entweder 3,70% für die ganze Dauer des Darlehensverhältnisses oder 3,75% für die ersten zehn Jahre und 3.625% vom elften Jahre an. Die der Bank durch die Aufbringung des Dar lehenstapitals erwachsenden Kosten sind vom Anleiher in der Weise zu ersetzen, daß bet 1/2% Tilgungsbeitrag ( Jahresleistung 44%) die Tilgungsdauer auf 62 Jahre erstreckt wird. Die Tilgungsbeiträge der ersten 4 Jahre werden in diesem Falle zur Deckung der Kosten herangezogen. Damit würden die Geldbeschaffungskosten vollAnleiher nicht zu leisten sein; auch findet kein Bar ständig beglichen und eine weitere Vergütung vom abzua statt. Bei höherer Tilgung ist die Hinausschiebung der Tilgungsdauer entsprechend geringer( bei 3/4 stelt fich lettere auf: 502/3 Jahre, bet 1% auf: 44 Jahre u. s. f.) Es werden nur Tilgungsdarlehen gewährt, welche von der Bank nicht gekündigt werden können. Ebensowenig fann der Zinsfuß gesteigert werden. Dem Anleiher wird dagegen ein Kündigungsrecht eingeräumt. Aufschlüsse sind jederzeit kostenlos von der Bank, ebenso wie von den Großh. Bürgermeistereien und Großh. Ortsgerichten zu erhalten. Attienbrauerei, an der Licherstraße, am alten Anneröder Vergebung von Bauarbeiten. weg, am alten Steinbacherweg und am Wieseckerweg öffentlich meistbietend zur Aberntung bersteigert. Um etwa 4 Uhr werden die Mastanten an der Licher- und Grünbergerstraße mitversteigert. Gießen, den 16. September 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Vergebung von Bauarbeiten. Die bei dem Umbau des physiologischen Institute zu Gießen erforderlichen Weißbinderarbeiten werden hiermit unter Zugrundlegung des Ministerialerlaffes bom 16. Juni 1893 öffentlich ausgeschrieben. Angebotsunterlagen können in unserem Amtslokal eingesehen, Angebotsformulare daher gegen Selbstkostenpreis bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift find bis zum Eröffnungstermin, Freitag, den 22. September vormittags 11 Uhr einzureichen. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 14. September 1905. Großh. Hochbauamt. Becker. Ein Hausbursche Schreibmaschine für 160 Mt. bei sofortiger Kasse Für die Errichtung einer Maschinenzentrale zu Bad Nauheim werden auf Grund des Ministerialeclasses vom 16. Juni 1893 nachstehend genannte Arbeiten und Lieferungen zum Angebot ausgeschrieben. Betonarbeiten, Los I: ca. 750 qm 3ementboden, 485 qm Unterlagsbeton, 446 qm Rabizdecke. Los II: ca. 965 qm Eisenbetondecke. 3immerarbeiten, ca. 142 cbm Tannenholz, 6 cbm Eichenholz, 8600 lfdm Holzwerf abzubinden. Grobschlosserarbeit, ca. 3000 kg Eiſenzeug zu liefern. Dachdeckerarbeit, ca. 2900 qm Ziegeldach. Spenglerarbeiten, Los I: ca. 290 lfdm Hängefandel, 145 lfdm Abfallrohre, 94 qm Kehleindeckung. Los II: ca. 330 qm Eindeckung mit Kupferblech. Alle Unterlagen liegen von Montag, den 18. Sept. ab auf unserem Bureau, Zanderstraße, zur Einsicht offen; Bedingungen und Arbeitsbeschreibungen werden nur dort zum Selbstkostenpreis abgegeben. Versand nach Auswärts findet nicht statt. Die Angebote sind verschlossen und portofret, mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem Eröffnungstermin, Mittwoch, den 4. Oktober 1905, vorm. 11 Uhr, der unterzeichneten Behörde einzusenden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Für einen Hosenschneider gesucht. Bad Nauheim, den 16. September 1905. Feine Pastorenbirnen wird für 1. 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