glichkeit abhing. Ersi Lagen noch immer auf Scheidung, als wirf war das unberträg turiert und bat um rm, nach den Berich Birksamkeit, um dia erfirche zu Mtenburg tenblätter eingehauen ei bon Strafgeldern, gt worden seien, er tlichen Angaben des bolische Bedeutung: das Schellen- As die eständigkeit bedeuten. ines in solche Bilder erzeugen fonnten, fo Stein 1648 herabge Beukommission be flaffung einreichten, er Stein wieder einarten Rosenbeete soll bei tigt werden. Nach iferen am besten Farben der Rosen Koniferen mildert die blühenden Rosen lis). Sie gehört zu ut im Winter zum ommers im Garten stehenden Pflanzen nd mit beginnendem ie troden hält. Mit egonnen werden; die ns Zimmer gebracht hell, gestellt. Bald flanzen werden nun In dem Zimmer Zimmer und recht besser als im warschöner. Nachdem bis zum Frühjahr Bitterung gestattet, Plätzchen zur Ver Töpfen belassen, en in Sand oder ibirien stammende ilung des Wurzel al. hter: Mensch! e sind jetzt schon straft.- Bettsachte zusammen! ): Sie haben also nzehn Einbruchsnbrecher: Ja, haben mit Milch ielt. Was können -Milchfrau: he jeregnet. flagter, Sie find üren eingedrückt zu eflagter: Herr drücken'. einer bisher nicht gekannta htigkeit und Sicherheit kann je e, jede Schneiderin mit Hilfe de ritschnitte Kleidung von vo chem Sitz und höchster Elega tellen. Ein Versuch führt n Lerndem Gebrauch. 1000e glän Lerkennungen, vielfach prämii de Dame verlange das Favor oden- Album( nur 60 Pf. frank ad das Jugend- Moden- Album( Pf. franko) v. d. Intern. Schnit manufaktur, Dresden- N 8. chreibmaschine neu, mit 2 Schrift- Syftere 160 Mt. bet fofortiger Ra zu verkaufen. Näheres in der Erp. d. Bl. 00000 0000 Nr. 191. Watertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Oberbeffa, bie Kreise Wezlar unb Marburg 10 Pfg. fenft 15 fg. Reklamen bie Betitzelle 30 refp. 40 fg. Rebaftion u. Saupterpebition: teßen, Seltersweg 88. Bernsprechanfchluk Nr. 362. Mittwoch, den 16. August 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Hand gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Herztliches Proletariat. Vor einigen Tagen ist in Charlottenburg ein ärztliches Ehepaar vom Schöffengericht wegen Eigentumsvergehens berurteilt worden. Der Arzt war für überführt erachtet, wiederholt von einem Bauplatz Stücke Bauholz entwendet zu haben. Seine Frau hatte sich des gleichen Vergehens in einem Falle schuldig gemacht. Nach den Aussagen der Zeu gen hatten Mann und Frau einzeln den Bauplatz aufgesucht und, wenn sie sich allein glaubten, ein Stück Holz aufgenommen, unter Ueberzieher oder Mantel versteckt und fortgetragen. Die angestellten Ermittelungen ergaben, daß das Ehepaar in harter materieiler Bedrängnis gewesen, daß ihm oft die unentbehrlichsten Lebensmittel gefehlt hätten, schließ= lich sogar das Feuerungsmaterial ausgegangen war. Das entwendete Bauholz wurde zum Heizen verwendet. Das Urteil gegen die bis dahin unbescholtenen Eheleute lautete hart genug: gegen den Arzt auf mehrere Wochen, gegen seine Frau auf einige Tage Gefängnis. Wir halten es nicht für unsere Aufgabe, Erörterungen über das Urteil und die Anstrengung des Prozesses selbst anzustellen. Die Anzeige wäre vielleicht nicht erstattet worden, wenn der Anzeigende von den Verhältnissen Kenntnis gehabt hätte, die zu dem Vorgehen führten. Auch ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß die Anrufung einer höheren Instanz eine mildere Beurteilung der Tat zur Folge hat. Dem Täter wird damit unter allen Umständen wenig geholfen sein, denn die Entziehung der ärztlichen Approbation, d. i. der Befugnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs, bleibt ihm ungefähr gewiß. Freilich kommt für ihn dabei nur der moralische Schaden in Rechnung; der materielle ist ausgeschlossen, da gerade der völlige Mangel an Praris ihn in die Not gebracht hat, deren Versuchung er unterlegen ist. Auch zur Entschuldigung des unglücklichen Ehepaares möchten wir nichts anführen. Die Sache spricht deutlich genug für sich selbst. Die Entwendung einiger Stücke Holz, um die Wohnung wärmen zu können, ist keine Handlung des Uebermuts, sondern ein Ergebnis der bittersten Not. Was wir erörtern wollen, das ist diese bittere Not selbst, die, wie das angeführte Beispiel zeigt, einen afademisch gebildeten Mann von bis dahin einwandfreier Lebensführung zu einem Tun gedrängt hat, das ihn nach den geltenden Anschauungen deklassiert. Wir sehen auch davon ab, ob etwa in dem in Rede stehenden Einzelfall der Arzt durch besondere Unanstelligkeit nicht dazu gelangt ist, den notdürftigsten Erwerb für sich und seine Angehörigen durch Ausübung seiner ärztlichen Kunst zu gewinnen. Wir gehen vielmehr davon aus, daß der vorliegende Einzelfall nicht typisch, sondern ganz ausnahmsweise fraß ist und sich so leicht nicht wiederholen mag. Die Tatsache aber steht unzweifelhaft fest, daß wir ein sehr zahlreiches ärztliches Proletariat haben. Dieses Proletariat ist selbstverständlich nicht gleichmäßig über das Reich verteilt, so wenig wie die Aerzteschaft gleichmäßig über das Reich verteilt ist. In den Großstädten, wo die Aerzte am dichtesten gedrängt sind, ist es am meisten zu finden. Daß der junge, unverheiratete Arzt nicht erwirbt, was er bei bescheidensten Ansprüchen braucht, ist ohnehin die Regel. Das soll nicht einmal beklagt werden. Es mag als gerechtfertigt gelten, daß der junge Arzt noch als Lernender angesehen wird. Doch diese Lehrzeit dehnt sich für viele ins Unendliche, bis in hohe Lebensjahre. Im vergangenen Jahre erst ist es in Berlin vorgekommen, daß ein Sanitätsrat sich das Leben nahm, meil er nichts zu leben hatte. Ein Sanitätsrat hat in der Regel eine mindestens zwanzigjährige Praris hinter sich und muß ein gewisses berufliches und bürgerliches Ansehen genießen; sonst würde ihm der Titel nicht verliehen. Hier also hat die materielle Not Jahrzehnte gedauert und hat auch durch das berufliche Ansehen nicht verscheucht werden können. Das mag wiederum eine Ausnahme sein. Aber eine genaue und zuverlässige Statistik sagt, daß beispielsweise in Berlin das durchschnittliche Einkommen sämtlicher Aerzte hinter dem der Handarbeiter zurückbleibt. Und dieser Durchschmitt ist so niedrig, obwohl in Berlin auch die Aerzte mit reichstem Einkommen leben, denen die Praris jährlich 100 000 Mark und darüber trägt. Die Einrichtung der Krankenkassen für Arbeiter, junge Kaufleute u. f. w. hat diese Verhältnisse noch verschlechtert. Es ist bekannt, daß die Honorare, die von den Krankenkassen an die Aerzte gezahlt werden, erstaunlich gering sind, so daß die angestrengteste Krankenkassentätigkeit dem Arzt noch nicht zu einem höheren Einkommen verhilft. Möglich, daß die ungleiche Verteilung der vorhandenen ärztlichen Kräfte über das Reich zur Erhöhung des Uebels noch beigetragen hat. Darin eine Aenderung herbeizuführen, wäre Sache der Aerzte selbst, die schwerlich zufrieden wären, wenn man ihnen die Freizügigkeit nehmen wollte. Man darf aber nicht glauben, daß die jungen Aerzte aus Genußsucht oder aus ähnlichen Motiven der Niederlassung in der Großstadt den Vorzug geben. Oft wenden sie sich der Großstadt zu, weil sie dort unbemerkt darben können, während es ihnen an fleinen Pläßen nicht möglich ist, sich der kontrollierenden Aufmerksamkeit zu entziehen. Ueber diese Schwierigkeit müssen sie wohl oder übel hinwegkommen. Auch müssen sie das flache Land mehr als bisher zum Feld ihrer Tätigkeit wählen. Die Hauptsache aber ist: der Zudrang zum Medizinstudium muß nachlassen! Was Herr von Witte fagt! Ueber die Friedensaussichten bei dem Kriege im fernen Osten und die Aeußerungen der russischen Delegierten in Portsmouth hatte unser CB- Berichterstatter in Berlin eine Unterredung mit einem deutschen Staatsmann, bei dem folgende Gesichtspunkte zum Ausdruck kamen: Der russische Bevollmächtigte Herr von Witte ist in Newcastle sehr redselig geworden. Das muß an der amerifanischen Luft liegen, die mitteilsam macht. Der Reporter jenseits des großen Teichs", wie der Yankee den Atlantischen Dzean, zu nennen liebt, kann Schweigsamkeit nicht vertragen und nimmt sie übel. Auch die Chefredakteure der großen Zeitungen im Lande des Sternenbanners haben gegen diese bürgerliche Tugend eine starke Abneigung. Damit muß gerechnet werden, denn nach dem Wort Kaiser Wilhelms haben die Herren die Stellung kommandierender Generale. Herr von Witte hat sich dem Landesbrauch angepaßt und schüttet in kurzen Zwischenräumen die Geheimnisse seines schwer beladenen Herzens in den unverschwiegenen Busen eines Reporters aus. Er wechselt mit den Reportern und er wechselt mit den Geheimnissen. Die Folge davon ist, daß aus den enthüllten Geheimnissen kein Mensch mehr flug wird und alles so ist, als ob Witte den Mund nicht aufgemacht hätte. Sollte das Absicht sein? Sollte der schlaue russische Finanzmann den Kollegen von der zünftigen Diplomatie die Kunst abgelauscht haben, durch Worte seine Gedanken zu verbergen? Fast hat es den Anschein. Doch troß aller seiner Eröffnungen ist eines flar: er will den Frieden. Daß er ihn möglichst billig und unter Schonung des russischen Ehrgefühls haben will, ist selbstverständlich. Russisches Land gibt er nicht her, auch nicht die Insel Sachalin. Das gilt für feststehend, und dahin geht auch die Instruktion, die ihm Zar Nikolaus mitgegeben hat. Es müßte recht seltsam kommen, wenn er die Erlaubnis erhalten sollte, davon abzuweichen. General Lenewitsch müßte schon die in ihn gesetzten Hoffnungen vollständig täuschen. Das zu vermuten liegt noch kein Anlaß vor. Zwar hat General Lenewitsch sich bisher nur abwehrend verhalten, ist er an keinem Punkte je zum Angriff vorgegangen. Deswegen aber ist sein Verdienst feineswegs gering. Er hat die geschlagene, zerstreute desorganisierte Armee zusammengerafft, sie in seine Hand gebracht und keine nennenswerten Verluste erlitten. Das ist immerhin etwas, ist mehr als bisher in diesem Feldzug irgend ein russischer General erreicht hat. Ob er auch auch zu einem Vorstoß und zu dessen energischer Durchführung die Kraft haben wird, muß sich erst zeigen. Aber auch Feldmarschall Oyama muß erst dartun, ob er imstande ist, fern von der alten Operationsbasis dem General Renewitsch gegenüber dasselbe zu leisten, was er Kuropatkin gegenüber geleistet hat. Kehren wir zu Herrn von Witte zurück. Russisches Land will und darf er einstweilen nicht geben. Am liebsten gäbe er auch kein Geld. Ihm würde der Ausweg ge= fallen, daß ein Dritter mit Land oder mit Geld oder mit Land und Geld bezahlend für Rußland eintritt. Kann man es ihm verdenken? Dieser Dritte ist China und Korea dazu. Japan beansprucht das Protektorat über Korea. Herr von Witte hält diese Forderung für zu bescheiden. Nicht das Protektorat, sondern den Besiz Koreas soll Japan haben. Der Unterschied ist allerdings nicht sehr groß. Der chinesische Dritte aber, der in diesem Falle sich gar nicht freut, soll tüchtig bluten. Warum die südliche Mandschurei an China zurückgeben? Mag Japan sie behalten, nachdem Japan die Mandschurei erobert hat! Das wird es doch lieber für sich als für China getan haben. Nimmt Japan die südliche Mandschurei so ist es damit bezahlt. Besteht es aber darauf, daß China die Mandschurei wiedernimmt nun, so mag China die Kosten des Krieges bezahlen, der von Japan zu seinen Gunsten geführt worden! Es kann nichts Einfacheres geben. Dabei hat es noch den Vorteil, aus den bisherigen Feinden gute Nachbarn und gute Freunde zu machen. Das ist sogar notwendig. Denn Rußland und Japan bleiben auf gemeinsame Arbeit in Ostasien angemiesen, und hierfür fann es nichts Förderlicheres geben, als ein gutes freundnachbarliches Verhältnis. Der Plan ist bestechend gut für die Russen. Ob ihn die Japaner ebenso gut finden werden, bleibt abzuwarten. Sie sind nicht ohne Entgegenkommen. Das Wort Kontribution haben sie sorgfältig vermieden, um die Empfindlichfeit der Russen nicht zu reizen. Aber auf die Sache legen sie Wert, großen Wert sogar. Der japanische Idealismus ist einmal nicht ohne praktischen Einschuß. Die Japaner rechnen gut, und damit muß auf der anderen Seite gerechnet werden. Die Hauptsache ist: man will auf beiden Seiten den Frieden. Weder die Russen noch die Japaner haben einen festen Plan nach Newcastle mitgenommen. Das fonnten sie gar nicht, denn der eine Plan war von dem andern abhängig, und der Urheber des einen Planes kannte den Plan des andern nicht. Erst aus den beiden heutigen Vorschlägen wird sich allmählich das entwickeln, was den Namen eines Planes verdient. Der Anfang ist bereits gemacht. Aber gut Ding will Weile haben. 水 Die Verhandlungen in Portsmouth haben nach offiziel len Verlautbarungen bisher zu folgenden Resultaten geführt. Montag morgen wurde der erste Artikel erledigt, der sich mit Korea beschäftigt. Der Artikel ist nicht so gefaßt, wie ihn die Jaapner zuerst vorgelegt haben, sondern ist abgeändert worden, um den Wünschen der Russen entgegenzukommen. Doch ist nicht bekannt, wie weit diese Aenderung geht. In der Nachmittagssigung fanden Artikel zwei und drei Besprechung. Die Verhandlungen darüber wurden ebenfalls beendet. Die Artikel umfassen die Räumung der Mandschurei durch Rußland, sowie dessen Verzicht auf alle Rechte, die es auf dieses Land hat, sowie die Abtretung der sibirischen Bahn von Charbin ab. In der Mandschurei soll tatsächlicher Waffen still. st and herrschen. Es soll unwahrscheinlich sein, daß während der Verhandlungen ein Gefecht stattfinden wird; denn es wurde von beiden Seiten zugegeben, daß, wenn Oyama Lenewitsch zu einem Gefecht zwingen würde, in dem Tausende von Menschen umkommen, Japan unvermeidlicherweise sein Ansehen bei der ganzen Welt verlieren würde. Dieser Grund erscheint wenig stichhaltig und beruht wohl mehr auf russischen Wünschen, als auf tatsächlichen Notwendigkeiten. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Eine Zusammenkunft König Eduards von England mit Kaiser Wilhelm wurde in den letzten Wochen ebenso oft an gekündigt wie dementiert. Wie jetzt definitiv feststeht, wird eine solche Zusammenkunft nicht erfolgen, ist auch von keiner Seite geplant noch verabredet gewesen. * Die herrschende Fleischteuerung scheint ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Altenessen, einem der größten Deutschlands, trat ein merklicher Preisrückgang ein. Faselschweine, die in der Vorwoche noch 45 bis 65 Mark foſteten, wurden mit 40 bis 56 Mark verkauft. * Der preußische Eisenbahnminister von Budde hat sich damit einverstanden erklärt, daß die neuen Speisewagen der Eisenbahnzüge mit dreiachsigen Drehgestellen wie die Schlafwagen gebaut werden. Dadurch soll ein ruhigerer Lauf der Wagen herbeigeführt und die vielfachen Klagen über den schüttelnden Gang abgestellt werden. Der Betrieb der Restaurationswagen ist an die Speisewagengesellschaft" verpachtet. * In Stuttgart tagt die 18. Generalversammlung des Zentralverbandes deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender. Der Verband zählt im ganzen über 17 000 Mitglieder. Bei den Verhandlungen wurde ein Antrag angenommen, nach dem die preußische Regierung eine umfassende Enquete über die Lage des gewerblichen Mittelstandes veranlassen soll. Weitere angenommene Anträge verlangen, daß Konsumbereinslager aus staatlichen Gebäuden entfernt werden und daß Staatsbeamten untersagt wird, Vorstandsämter in Konsumvereinen zu bekleiden. Ferner soll bei der Revision der Einkommen- und Kommunalsteuergesetze in Preußen die Ausdehnung der allgemeinen Steuerpflicht auf Konsum. vereine mit offenen Läden, sowie eine Abänderung des Ge setes über den Verkehr mit Nahrungsmitteln behufs Er. leichterung für den Kaufmann angestrebt werden. England. ** Das für die Uebungen der englischen Flotte in der Ostsee bestimmte Geschwader hat von Spitehead die Ausreise angetreten. Es besteht aus elf Schlachtschiffen und acht Kreuzern. Das Geschwader wird am 1. September auf der Reede von Neufahrwasser eintreffen und bis zum 4. September dort anfern. Vorher wird Swinemünde angelaufen. Skandinavien. ** Die Volksabstimmung über die Trennung von Schweden ergab bis gestern mittag 365 997 Stimmen mit Ja" und 182 mit„ Mein". Nur die Ergebnisse aus 12 Kreisen stehen noch aus. Im ganzen Lande herrscht große Begeisterung. ** Russland. Schon seit Monaten sind, wie jetzt bekannt wird, alle Zahlungen für Heeresausgaben in Ostasien in Papiergeld erfolgt. Die dortige chinesische Bevölkerung nimmt dieses Zahlmittel nur zur Hälfte seines Wertes an, so daß es notwendig erscheint, dort zeitweise wieder einmal Metallgeld in Umlauf zu bringen. Von verschiedenen Stellen wird über antisemitische Ausschreitungen berichtet. So wurden in Kertsch mehrere Tage lang die Läden und Häuser der jüdischen Bevölkerung geplündert; viele israelitische Familien verließen die Stadt. In Nevel im Gouvernement Witebik kam es bei der Beerdigung jüdischer Arbeiter zu Unruhen. Als die Polizei die Ruhestörer vertreiben wollte, wurde aus der Menge eine Bombe geworfen, durch die ein Polizeibeamter schwer, ein anderer, sowie ein Passant leicht verwundet wurden. In Warschau sind eine Anzahl Edelleute in ihren Wohnungen interniert, weil sie den Protest gegen den Beschluß des Ministerrates, betreffend die Reformen in Polen, unterschrieben haben. In Kre= mentschug in Süd- Rußland wütet eine mächtige Feuersbrunst, die von streifenden Arbeitern verursacht ist. Ein ganzes Stadtviertel ist bereits abgebrannt. Auf den Straßen spielten sich furchtbare Szenen ab. In Mo 3= fa u tagte ein von bäuerlichen Vertretern aus 22 Gouver nements beschickter Kongreß des Bauernverbandes, der eine konstituierende Versammlung, allgemeines Stimmrecht, Erweiterung des bäuerlichen Landbesitzes und unentgeltlichen, obligatorischen Elementarunterricht forderte.- In den Ostsee provinzen herrschen anarchische Zustände. In Kurland sind 22 Gemeindeverwaltungen von den Bauern geplündert, die Reservisten Listen vernichtet und die Staatsgelder geraubt. In Livland wurden Güter überfallen, mehrere Gutsbesitzer sind ermordet. Türkei. ** Durch die Geständnisse des verhafteten Belgiers Joris ist jetzt ziemliche Klarheit über das Attentat auf den Sultan verbreitet worden. Joris sagte, daß die in einzelne Teile zerlegte Maschine an die Filiale der Singer- Kompagnie in Konstantinopel eingeschmuggelt wurde, während das Dyna mit in kleinen Paketen mit bulgarischen Dampfern aus Varna kam. Nur dem Umstande, daß der Sultan auf der Rampe durch den Scheit ul Islam, der ihm eine Bitte vor trug, aufgehalten wurde, verdankte er seine Errettung. Das Uhrwerk wurde von einer bulgarischen Armenierin, Roso Vayn, in Bewegung gesetzt. Dem Joris ist als Kronzeuger völlige Straffreiheit und eine Belohnung von 20 000 Pfd zugesichert. Amerika. ** Die Abtretung der dänisch- westindischen Inseln an die Vereinigten Staaten wird nerdings wieder mit größerer Initiative betrieben. Man beabsichtigt, eine Abordnung aus der Bürgerschaft der Inseln nach Kopenhagen zu entsenden, um die dänische Regierung zur Abtretung der Inseln zu bestimmen. Als Hauptgrund soll die wirtschaftliche Verschlechterung der Lebensbedingungen angeführt werden. Hof und Gesellschaft. *** Das Kaiserpaar unternimmt von Wilhelmshöhe häufig Ausflüge zu den umliegenden schönen Punkten, bei denen die kleine Prinzessin die Eltern meistens begleitet. So wurde dem Essigberg ein Besuch abgestattet und dort das Souper im Freien eingenommen. Zur Tafel werden oftmals Herrschaften aus Cassel und der Umgegend geladen. ** Der Kaiser von Oesterreich, der ursprünglich den König Eduard von England auf dem Bahnhof in Ischl erwarten wollte, hat sich, um die Intimität beider Monarchen zu dokumentieren, entschlossen, seinem Gaste bis Gmunden entgegenzufahren. Kunft und Wissenschaft. † Felssturz am St. Bernhard. Infolge eines großen Felssturzes wurde die Straße über den Großen St. Bernhard an fünf Stellen zerstört. Auch eine Brücke stürzte ein, so daß der Verkehr unterbrochen wurde. † Eisenbahnunfall. In Holzkirchen wurden beim Umstellen von Personenwagen durch ein Versehen drei nach Schliersee bestimmte Wagen auf einen gebremsten Waggon aufgestoßen. Dabei wurden sieben Reisende verwundet, zwei trugen anscheinend schwere Verlegungen davon. † Explosion eines Automobils. Zwischen Helmstedt und Süpplingen im Braunschweigischen explodierte der BenzinBehälter eines einem Molkereipächter gehörigen Automobils. Die drei Insassen des Wagens wurden schwer verletzt. † Ueberfall durch) Tunnel- Arbeiter. Vier kroatische Arbeiter, die am Tunnelbau Teterchen- Hargarten im Elsaß beschäftigt waren, überfielen in räuberischer Absicht den Zahlmeister und den Ingenieur des Vaues. Die Ueberfallenen wurden durch Messerstiche und Revolverschüsse tödlich verlegt, und der Zahlmeister starb bald darauf an den erhaltenen Wunden. Den Räubern fiel die Summe von 15 000 Mark in die Hände, mit der sie entkamen. † Das gelbe Fieber. In New- Orleans greift allen be hördlichen Maßnahmen zum Troße das gelbe Fieber fortgesetzt um sich. Es werden immer neue Erkrankungen festgestellt, und die Todsefälle mehren sich. † Blitzschlag in einen Straßenbahnwagen. Bei einem schweren Gewittersturm in Newyork wurde ein von hundert Personen besetter Straßenbahnwagen vom Blitz getroffen. Es entstand eine Panik, und bei dem Hinausdrängen aus dem Wagen wurden neun Personen schwer verletzt. Auch an anderen Stellen hatte das Unwetter Todesfälle und Verlegungen von Menschen im Gefolge. MO Vorsicht bei Haarfärbemitteln. Eine Anzahl von chemischen Produkten aus dem Pflanzenreich sind geeignet, auf der menschlichen Haut Krankheiten hervorzurufen. Zu den organischen Verbindungen dieser Klasse gehört auch ein von den Chemikern mit dem etwas unbequemen Namen falzsaures Paraphenylendiamin bezeichnete und neuerdings viel als Haarfärbemittel benutte, da sie zusammen mit sauerstoffgebenden Stoffen die vorher entfetteten Haare dunkel mit einem Stich ins Violette färbt. Mehrfach sind danach langwierige Hautenzündungen entstanden. Dr. Bohac berichtet jetzt in der„ Prager medizinischen Wochenschrift" über Beobachtungen, die er auf behördliche Anordnung mit einem solchen neuen Haarfärbemittel, Nucin, angestellt hat. Nach der chemischen Untersuchung enthielt es 1 Proz. jenes Paraphenylendiamin, dann 5 Proz. Wasserstoffsuperoxyd und ebensoviel Kalilauge. Es wurde ein Mann in die Klinik gebracht, der sich mit jenem Nucin den Bart und die Augenbrauen hatte dunkel färben wollen. Der erwartete Erfolg war zwar ausgeblieben, dafür aber war ein immer heftiger werdendes Jucken und Brennen an den behandelten Gesichtsstellen aufgetreten. Schon einen Tag darauf zeigte sich ein Ausschlag, ähnlich dem, wie er von Brennesseln hervorgerufen wird. Dieser ging wieder zurück; jedoch blieben die Stellen bedeutend geschvollen. Ohne daß das Mittel nochmals versucht wurde, wiederholte sich der Nesselausschlag noch einmal, steigerte sich dann aber derart, daß das Opfer seiner Eitelkeit den Arzt befragen mußte. Erst nach vierwöchentlicher Behandlung konnte er als geheilt entlassen werden. Noch ein anderer ähnlicher Fall stellte sich in der Klinik ein. Es muß demnach vor dem Gebrauch des Nucin dringend gewarnt werden, wie auch vor den meisten anderen Haarfärbemitteln. Der Landwirt. † Verhängnisvoller Erdrutsch. Bei Spences Bridge an der Canadischen Pacific- Bahn ereignete sich ein umfäng licher Abrutsch von Erdmassen. Gegen dreißig Personen, meistenteils Judianer, kamen ums Leben. Durch die abge stürzten Erdmassen wurde der Thompson- Fluß vollständig gesperrt, so daß die Wasser sich stauten und die Eisenbahn überschwemmten. Folgen des Spremberger Eisenbahnunglücks. Die Han. elskammer für die preußische Oberlausitz zu Görlitz hat eine Eingabe an den preußischen Eisenbahnminister beschlossen, in der beantragt wird, die Bahnstrecke Berlin- GörligRauban m ihrem ganzen Umfang doppelgleisig auszubauen und ferner den Bezirk der Eisenbahndirektion Halle zu teilen und für den östlichen Teil eine eigene Direktion mit dem Sitz in Görlitz einzurichten. † Zwei Kinder bei der Automobilwoche totgefahren. Während des zweiten Tages des Herkomer- Rennens, das die Strecke von Baden- Baden bis Nürnberg betraf, wurden in Herrenalb im Schwarzwalde zwei Kinder von einem an der Tourenfahrt teilnehmenden Automobil totgefahren. Die Schuld daran trägt die Sucht der Automobile, sich einander zu überholen, obwohl es bei dieser Fahrt gar nicht auf Schnelligkeit, sondern nur auf die Leistungsfähigkeit der Wagen ankommt. dg Die Wintersaat. Mit den Vorbereitungen für die Wintersaat ist bei unserem Klima schon im August zu beginnen. Die Saat hat dann schon in der ersten Hälfte des Septembers zu erfolgen. Es können natürlich nur solche Felder im August vorbereitet werden, die frühzeitig genug abgeerntet werden, um schon eine genügende Bearbeitung zu ermöglichen. In erster Linie sind das Kleefelder, die nach dem ersten Schnitt eine Brachbearbeitung erhalten haben, Wicken und Erbsen, für die zwei bis dreimaliges Pflügen genügt, Raps, der nach dem Stürzen noch eine Saatfrucht erhält, Hanf und Lein, denen man bloß die Saat: furche gibt, dagegen ist es verwerflich, noch nach Kartoffeln, Runfeln u. s. w. Wintersaat zu säen, da eine kräftige Be stockung der Pflanzen vor Winter nicht mehr möglich ist In wärmeren Gegenden kann man die Saat bis in den November hinein ausdehnen und sie kann dort auch nock nach Kartoffeln, Runkeln, Zuckerrüben, Tabak ausgeführ werden. Nah und fern. † Die Gräfin Montignoso in Florenz. In ihrem jezigen Wohnsize hat die frühere Kronprinzessin von Sachsen es verstanden, sich eine große Volkstümlichkeit zu erwerben. Die städtische Vertretung von Florenz hatte ihr das Patronat über die städtische Klinik angetragen. Die Gräfin nahm das Amt mit Dant on, erklärte aber, daß sie den Wunsch habe, sich tätig um die Klinik zu bekümmern. Infolgedessen wurde sie zur wirklichen Präsidentin des Instituts ernannt. † Im Bade ertrunken. In Langeoog ertrank beim Baden der Pastor Neumann aus Essen. Es handelt sich dem Anschein nach um einen Schlaganfall. † Typhus in Rheinhessen. In mehreren rheinhessischen Gemeinden ist der Typhus ausgebrochen. Eine Anzahl öffent. licher Brunnen wurden geschlossen. † Konkurs eines Unterstützungsvereins. In Schweinfurt mußte der Bürgerliche Unterſtüßungsverein seinen Konkurs anmelden. Bei dem Ableben des Kassierers, Magistratsrats Gumbert, wurde ein Defizit von 64 000 Mark festgestellt. Der Kasse gehören meist kleinere Geschäftsleute an, die in traurige Lage geraten. = Leidhtere Dien bahnbeamten in Pr eine Bitte um Gin = während der Somm Schaffner und die Sibe unter dem fd gelitten. Die Eife artigen Befuche abg Neue Entwe Poftverwaltung ha burdy Stempelung nehmen. Sowohl das Blatt, auf da mit wird das Da leferlich, und die gebrauchten Mar Die Japane Landsmann erzäb der aufs Schild erhoben, denn man schreibt ihr neuerdings eine sehr bedeutsame Wirkung zu. Unsere Frauen sind unruhiger geworden, und die Handarbeit zwingt sie wieder zur Ruhe. Augenblicklich beschäftigen sich die Damen in ihren Mußestunden mit der Anfertigung englischer Lochstickerei. Kragen, Krawatten, Jacken, ganze Kleider, selbst aus Taffet, werden mit dem Bindlochstecher bearbeitet. Selbstverständlich auch Taschentücher und Decken. Die Handarbeit hat auch einen neuen Reiz dadurch gewonnen, daß man wieder vielfach die Kleider mit selbstgefertigten Stickereien verziert. Die Lochstickerei oder auch Madeirastickerei, wie sie genannt wird, bietet dazu die beste Gelegenheit. Sie ist be sonders empfehlenswert, weil man sie mit ziemlich grobem Garn jetzt fertigt und weil sie die Phantasie Gelegenheit bietet, neue Muster zu entwerfen. Durch diese Eigenschaft zeichnet sich besonders eine Art Handarbeit aus, welcher die jungen Damen in England obliegen. Sie beschäftigen sich damit, Klapper- oder Eisdeckchen zu fertigen. Zu diesem Zwecke benußen sie die verschiedenen Blätter der Bäume ihres Gartens oder Parkes zum Modell. Auf weißem, derbem Batist zeichnen sie ein Blatt auf. Meistens muß es ver größert werden. Den einfachen Stoff besticken die Damen mit farbiger Seide in Spizenstich so dicht und kunstvoll, daß man glaubt, das Deckchen bestehe aus besticktem Seidenstoff. Languettenstich gibt ihm einen festen Abschluß. Die Zahl der verwandten Stiche ist ihrer Art nach Legion. Da sieht man Stopf- und Netzstich, die beliebten Spinnen-, Heren-, Gräterstiche und alle anderen, die eine lebhafte Phantasie ersinnen fann. Eine neuartige Arbeit hat ihren Ursprung in Frankreich. Dort appliziert man Blumen aus Cretonne auf ecrufarbene Leinwand oder auf andere Stoffe. Dazu wählt man einen hübschen Cretonne. dessen Zeichnung weder zu blaß noch zu grell ist. Lilienmuster, Hortensien oder Mohnblumen wirken sehr dekorativ. Man schneidet diese Blüten sehr sorgfältig mit ihren Blätter aus dem Stoff heraus und heftet sie auf die Leinwand. Alsdann stickt man die Konturen in denselben Farben mit starker Cordonnetseide aus. Aus den auf diese Weise getoonnenen Stoffen stellt man allerlei hübsche Kissen her. Die Arbeit hat den Vorzug, daß sie sehr schnell ausgeführt werden fann und den Augen wenig Anstrengung verursacht.- Große Damen besticken Seide oder dichte Gewebe in diesem Sinne und lassen sich Kleider daraus fertigen Für kleine Erscheinungen sind die Musier zu groß- Die Kissen werden neuerdings ohne Volant gearbeitet. + Um einen Wagen in den Tod. In Kornbach im Fichtel. gebirge brannten drei Häuser nieder. Der Besitzer des einen Anwesens wollte einen neuen Wagen retten und kam in den Flammen um. Sein Sohn liegt infolge des Schreckens lebensgefährlich darnieder. † Vandalismus auf dem Kirchhofe. In Brezenheim bei Kreuznach wurde durch rohe Bubenhände der Kirchhof bei nächtlicher Weile arg verwüstet. 67 Grabdenkmäler sind in brutalster Weise zerstört. Auf die Entdeckung der Urheber des Vandalismus ist von den Behörden eine Belohnung ausgesetzt. † Selbstmord aus Examensfurcht. In einem Walde bei Marburg wurde ein Student erhängt aufgefunden. Furcht vor dem Examen hat den jungen Mann in den Tod getrieben. † Vom Zuge überfahren. In Galizien überfuhr ein Lokalzug einen Bauernwagen. Der Bauer wurde getötet, und die Leiche blieb längere Zeit auf der Straße liegen. Dadurch gerieten die Bauern der Umgegend in Erbitterung. Sie stellten sich an der Strecke auf, bewarfen die Maschinisten des Zuges mit Steinen und hielten den Zug auf. Es dauerte lange, bis es gelang, die Bauern zu beruhigen. Tages- Chronik. In Marienburg brachte sich der Seminar- Oberlehrer Dr. Mull mit einem Revolver tödliche Verletzungen bei, weil er bei Besetzung einer Direktorstelle übergangen war. In Braunschweig wurden von Einbrechern aus dem Kontor einer Lederfirma 4000 Mark gestohlen. --In Neusalz a. D. wurde der praktische Arzt Dr. Bork wegen Vergehens gegen§ 218 des Strafgesetzbuchs verhaftet. Moderne Handarbeiten. ( Von unserer ständigen Korrespondentin.) Japaner für alle das Sinnenleben de adlet Landsmann jah m men, als ein ander Tebhaftefter Beile a delte Thema war die draußen Vollmond diefes Faltum von = Leutnant und S herr von Lehen aus Mademoiselle Theod reijte ihr nach Bud Familie unübersteig erichog er sich auf Kunstreiterin in Wagen der elektr gelang es, den Wa so daß die Lebens Mademoiselle Th Vater war ein deu Tochter, die eine 17jähriges Mädde wo sie nad dreijäl Land zurüdfehrte. wollten, und fie fe tourde fie Sunstreit Der Wahnfin den mußte der Wa Shoals in Long wurde plöblich vom rend Hülfe mit all und versuchte dane konnte Hülje den einer stürmischen fahrt yon höchster der Lampe zu zerfd diefer Kampf, und n eine Stunde lang Zeit traf das Ablö In den Sommertagen auf dem Balkon, im Garten, im Wald, am Strand lär es sich so gut handarbeiten. So manche Ueberraschung für Weihnachten kann man hervorzaubern, ohne sich im letzten Augenblick zu übereilen, wie es die Damen so gern tun. Emma Reichen. Vermischtes. = Ein Borgänger des Automobils. Schon um die Mitte des 17. Jahrhunderts hat ein Zirkelschmied in Nürnberg, Hans Hautsch mit Namen, einen Wagen konstruiert, mit dem man ,, auf der Straße von selbst bergauf und bergab fahren konnte". Die Vorderachse war beweglich und durch ein Stangenwert lenkbar. Die hinteren Räder wurden durch ein verborgenes Räderwerk in Bewegung gesetzt. Auch der Signalapparat fehlte nicht; aber statt der Huppe" waren zu beiden Seiten Engelsfiguren angebracht, die Posaunen erschallen ließen. Der Wagen wurde so angestaunt, daß eine Abwehrvorrichtung sich als nötig erwies. Am Vorderteil hatte der Wagen einen Drachenkopf, der durch einen Druck des Fahrers Wasser spie! In diesem Wunderwagen fuhr Hautsch 2000 Schritt die Stunde. Der schwedische Generalissimus Prinz Karl Gustav kaufte das Wunderwerk sür 500 Reichstaler und führte ihn bei seinem Einzuge in Stockholm mit sich. Es gab eine Zeit, da die Handarbeiten bei uns sehr in Ungnade gefallen waren. Unsere Mütter hatten ihr halbes Leben mit Sticheln und Sticken zugebracht. Die Aerzte lehnten sich dagegen auf, sie machten Front gegen die gebückte Haltung beim Sigen. Sie schrieben die zunehmende Kurzsichtigkeit der Frauen der übertriebenen Beschäftigung mit der feinen Handarbeit zu. Und die Töchter freuten sich dieser Abkehr, sie singen an zu radeln, Tennis zu spielen und ihr halbes Leben außerhalb des Hauses verbringen. Wollten früher die Töchter gebildeter an sich einen Nebenverdienst verschaffen, so fertigten e ganz heimlich Stickereien für Geschäfte an. Die neue Generation abe: mar praktischer geartet. Sie wollte nicht mit einem so färglichen Lohn zufrieden sein, sie ergriff mutig einen Beruf, der ihre geistigen Kräfte in Anspruch nahm, weil geistige Arbeit besser bezahlt wird. Nun aber plötzlich kommt eine Neattion. In allen groken Städten wird die Handarbeit wie. - Ein Sträfling als Staatsbeamter. Ein Angestellter beim Gouvernement in Petrifau wurde als ein von der Insel Sachalin entflohener Sträfling erkannt und in Haft genommen. Er heißt eigentlich Michailow. In Petrikau wurde er auf Legitimationspapiere hin angestellt, die auf den Namen Kastelew lauteten. Er verwaltete sein Amt so tüchtig, daß er bald aufrückte. Als er kürzlich in dienstlichen Angelegenheiten nach Warschau geschickt war, wurde er dort erkannt und festgenommen. Die Papiere hat Michailow wahrscheinlich durch ein Verbrechen erlangt. Der richtige Kastelew, ein Beamter in Ljublin, war seit zwei Jahren spurlos verschwunden. Vermutlich hat Michailom ihn ermordet und sich seiner Papiere bemächtigt. - = Der Nobelpreis und der skandinavische Konflikt. Nobel, der Begründer des nach ihm genannten Preises, war Schwede, er bestimmte aber, daß die Verleihung des Friedenspreises vom norwegischen Storthing geschehen solle, damit sich die feindlichen Brüder" näher kämen. Durch die Auflösung der skandinavischen Union macht sich jetzt die Frage geltend, wie es in Zukunft gehalten werden soll, ob der schwedische Storthing die Verleihung des von seinem Landsmann gestifteten Preises nicht von nun ab für sich beanspruchen wird. = Eine Hochstaplerin. In Salzburg ist eine sehr vornehm auftretende Dame als Betrügerin entlarvt worden. Sie nannte sich Berta Freifrau von Schenk und erbat und erhielt in aristokratischen Kreisen Unterstützung, da sie sich auf Empfehlungsschreiben von Aristokraten und hohen geistlichen Würdenträgern stützte, die sie auf betrügerische Weise erlangt hatte. Die Durchsuchung ihres Gepäcks ergab, daß sie auch Diebstähle in Juwelierläden ausgeführt hat. Auch fanden sich Mobilisierungspläne der schweizerischen Kantonsarmee Luzern, sowie Situationspläne von adeligen Landsißen aus der Umgebung von Salzburg. Die Hochstaplerin ist als eine Frau Fahn aus Bunzlau in Böhmen rekognosziert. - Eine unterirdische Schnellpost. In Chicago hat eine erfinderische Gesellschaft unter den Hauptstraßen eine Galerie gebaut, in der die Postsachen befördert werden. Die großen Handelshäuser haben in ihren Souterrains Statio nen eingerichtet, und der Transport der Pakete von einem zum anderen geht sehr schnell vor sich, da die Hindernisse des Straßenverkehrs fortfallen. Auch Briefe und Postkarten werden befördert, und zwar mit Hilfe eines großen Rohrpostnetzes, das in direkter Verbindung mit Briefkästen steht, die ihren Inhalt regelmäßig in die Rohre der unterirdischen Galerie ausleeren. Die Generaldirektion der Post in den Vereinigten Staaten hat einen Vertrag mit der Chicagoer Gesellschaft geschlossen, um überall dieses unterirdische Postsystem zur Anwendung zu bringen, das durch seine Einfachheit und Schnelligkeit gute Dienste zu leisten verspricht. Hülje nicht gegen di nen. Gänzlich eri Trinkgelder i die Gewährung ve Amerika. Ein Ch Restaurant gab ju Tafelgejellichaft ni geldern vereinnah hatte eine Gefelli 135 Marf gemach geld von acht Ma Geldes. Der Harriman, erklär eine Zeche bon m und sich nichts her Diner muß sich na tiefste schämen de ** Raiser beim Raifermand Generalleutnant diefem Rorps die ältesten Generalm wird aus den 41. Infanterie- D der 34. Divifion Dem 8. Urme bom Inspetten brüden Gener während dem dem Komman in Münfter Division befte den badische beffischen D Abteilung de dritten Masch Beide gegene drei Infanter ** Kr Mitgliedern ift für Sin burg v. d. Gefellschafte fa einer geringer Rüdfabritarten berabfolgen, de des Vereins 7. September) gabe des unters den Schnellzuge Gültigkeit. Dienstag- benb Sauptberatungsp Der Sonntag ange Samudung ber hreibt ihr neuerdings sere Frauen sind un eit zwingt sie wieder sich die Damen in gung englischer Lochganze Kleider, felbi lodhstecher bearbeitet. nd Deden. Die Hand dh gewonnen, daß man gefertigten Stidereien Radeirajtiderei, wie sie elegenheit. Sie ist be mit ziemlich grobem Bhantasie Gelegenheit urch diese Eigenschaft rbeit aus, welcher die Sie beidäftigen fid fertigen. Zu diesem Blätter der Bäume ell. Auf weißem, derMeistens muß es ber f bestiden die Damen dicht und kunstvoll, us bestidtem Seidenfesten Abschluß. Die rt nach Legion. Da beliebten Spinnen, die eine lebhafte ige Arbeit hat ihren art man Blumen aus Der auf andere Stoffe. retonne, dessen Zeich Lilienmuster, Sorten. orativ. Man schmeidel en Blätter aus dem Leinwand. Alsdann Farben mit starfer ese Weise getoonnenen sen her. Die Arbeit I ausgeführt werden g verursacht.- Große webe in diesem Sinne Für kleine ErscheiKissen werden neuerIfon. im Garten, im t handarbeiten. So fann man herborzu übereilen, wie es nma Reichen. Schon um die Mitte chmied in Nürnberg, konstruiert, mit dem if und bergab fahren glich und durch ein Räder wurden durch ng gesezt. Auch der der„ Huppe" waren Sracht, die Pojaumen angestaunt, daß eine ies. Am Borderteil er durch einen Drud Wunderwagen jubr Der schwedische Gene das Wunderwerk jur nem Einzuge in Stod ter. Ein Angestellter urde als ein von der erkannt und in Haft chailow. In Petrikau hin angestellt, die auf erwaltete sein Amt so kürzlich in dienstlichen it war, wurde er dort apiere hat Michailow erlangt. Der richtige var seit zwei Jahren at Michailom ihn erhtigt. andinavische Konflikt. nannten Preises, war Verleihung des Frie ng geschehen solle, daer fämen. Durch die macht sich jetzt die chalten werden soll, ob ihung des von seinem t von nun ab für sich zburg ist eine sehr vor igerin entlarbt worden. Schent und erbat und Interftübung, da fie f ofraten und hohen geistauf betrügerische Beije res Gepads ergab, daß ausgeführt hat. Auch schweizerischen Kannspläne von adeligen Salzburg. Die Hod us Bunzlau in Böhmen t. In Chicago hat eine Hauptstraßen eine Ga befördert werden. 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Damit wird das Datum der Aufgabe unter allen Umständen leferlich, und die chemische Beseitigung des Stempels auf gebrauchten Marken wird unmöglich. = Die Japaner und die Natur. Ein in Paris lebender Landsmann erzählt von der außerordentlichen Vorliebe der Japaner für alle Naturerscheinungen und deren Einfluß auf das Sinnenleben des Volkes ein besonderes Stücklein. Unser Landsmann saß mit einem hochgebildeten Japaner zusammen, als ein anderer Japaner hereingestürzt fam und in Tebhaftester Weise auf den ersteren einredete. Das verhandelte Thema war die Feststellung der einfachen Tatsache, daß draußen Vollmond sei. In vollster Ekstase wurde dann dieses Faktum von den Japanern auf dem Balkon beobachtet. - Leutnant und Kunstreiterin. Der Ulanenleutnant Freiherr von Leyen aus Düsseldorf hatte sich in die Zirkusreiterin Mademoiselle Theodora verliebt und wollte sie heiraten. Er reiste ihr nach Budapest nach, als sich aber seitens seiner Familie unübersteigliche Hindernisse gegen die Ehe zeigten, erschoß er sich auf der Jagd. Auf diese Kunde warf sich die Kunstreiterin in der Arenastraße zu Budapest vor einen Wagen der elektrischen Straßenbahn. Dem Motorführer gelang es, den Wagen noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen, so daß die Lebensmüde nur geringfügige Kontusionen erlitt. Mademoiselle Theodora stammt aus guter Familie. Vater war ein deutscher Offizier namens Weißenbach. Seine Tochter, die eine vornehme Erziehung erhielt, flüchtete als 17jähriges Mädchen mit einem Studenten nach Paris, von wo sie nach dreijährigem Aufenthalte wieder nach DeutschIand zurückkehrte. Da ihre Verwandten von ihr nichts wissen wollten, und sie selbst für ihren Unterhalt sorgen mußte, wurde sie Kunstreiterin in einem Zirkus. - nen. Ihr Der Wahnsinnige in Leuchtturm. Furchtbare Stunden mußte der Wärter Hülse im Leuchtturm bei Stradford Shoals in Long Island durchmachen. Sein Kollege Coster wurde plötzlich vom Wahnsinn befallen. Er griff fortwährend Hülse mit allen möglichen gefährlichen Werkzeugen an und versuchte daneben, das Leuchtfeuer auszulöschen; so konnte Hülse den Rasenden nur mit Mühe verhindern, in einer stürmischen Nacht, als das Signallicht für die Schifffahrt von höchster Bedeutung war, die zolldicken Glaswände der Lampe zu zerschmettern. Eine ganze Woche lang dauerte dieser Kampf, und während dieser Zeit kam Hülse nicht dazu, eine Stunde lang ruhig zu schlafen. Gerade zur rechten Zeit traf das Ablösungsboot ein, denn viel länger hätte sich Hülse nicht gegen die Attacken des Wahnsinnigen halten kön Gänzlich erschöpft wurde er an Land gebracht. Trinkgelder in Amerika. Die stärksten Ansprüche an die Gewährung von Trinkgeldern stellen die Kellner in Amerika. Ein Oberfellner in einem feinen amerikanischen Restaurant gab zu, daß er bei Gelegenheit einer größeren Tafelgesellschaft nicht weniger als 500 Dollars an Trinkgeldern vereinnahmt habe. In einem mittleren Restaurant hatte eine Gesellschaft von sieben Personen eine Zeche von 135 Marf gemacht; als der Gastgeber dem Kellner ein Trinkgeld von acht Mark bot, verweigerte dieser die Annahme des Geldes. Der Oberkellner des Holland- House- Hotels, Mr. Harriman, erklärt nur einen solchen Gast für fair, der auf eine Zeche von zwei Mark einen Dollar( 4 MF. 20 Bf.) zahlt und sich nichts herausgeben läßt, und bei einem Fünf- DollarDiner muß sich nach der Ansicht dieser Herren jeder Gast aufs tiefste schämen der nicht einen Dollar Trinkgeld verabfolgt. = Cokales. 16. August 1905. *** Kaisermanöver. Dem 18. Armee Korps wird beim Raisermanöver die 28. Division zugeteilt, die der Generalleutnant von Pfuel befehligt. Außerdem wird bei diesem Korps die 90. Infanterie- Brigade unter Führung des ältesten Generalmajors aufgestellt. Beim 8. Armee- Korps wird aus den zugewiesenen Truppenteilen eine besondere 41. Infanterie- Division unter dem Befehl des Kommandeurs der 34. Division in Mez Generalleutnant v. Uslar formiert. Dem 8. Armee- Korps ist die Kavallerte- Division A, die vom Inspekteur der vierten Kavallerie- Inspektion in Saarbrücken Generalleutnant v. Kazler geführt wird, zugeteilt, während dem 18. Korps die Kavallerie- Division B. unter dem Kommando des Inspekteurs der 3. Kavallerie- Inspektion in Münster Generalleutnant v. Nazmer beigegeben ist. Die n1 u. 2, Division besteht aus den bayerischen Ulanen- Regimentern den badischen Dragoner. Regimentern 20 und 21 und den hessischen Dragoner- Regimentern 23 und 24, der reitenden Abteilung des 10. Felbartillerie- Regiments, der zweiten und dritten Maschinengewehrabteilung und einer Bionier- Abteilung. Beide gegeneinander operierenden Korps bestehen also aus je drei Infanterie- und je einer Kavalleriedivision. ** Kriegerveine und Kaisermanöver. Den Mitgliedern der Kriegervereine, die sich als solche ausweisen, ist für Hin- und Rückfahrt zu der Staiserparade bei Hom burg v. d. H. am 8. September Fahrpreisermäßigung für Gesellschaftsfahrten zu gewähren, auch dann, wenn sie in einer geringeren Anzahl wie 30 Personen sind. Es sind Rückfahrtkarten zum einfachen Personenzugsfahrpreise zu berabfolgen, deren Lösung jeweils durch einen Beauftragten des Vereins son möglichst am Tage vorher( also am 7. September) gegen Zahlung des Gesamtpreises und Abgabe des unterschriebenen Anerkenntnifies erfolgen soll. Bu den Schnellzügen haben die ermäßigten Fahrkarten teine Gültigkeit. ** Der Kriegerverein Gießen hielt gestern Dienstag- Abend eine Monatsversammlung ab. Die Hauptberatungspunkte waren Beteiligung an der für nächsten Sonntag angefesten Gravelottefeier( Kirchgang, Schmückung der Gräber auf dem alten Friedhof und Feier am Kriegerdenkmal) und Beteiligung in corpore mit Fahne na der Kaiserparade bei Homburg v. d. H. Die An wesenden stimmten ohne Ausnahme dafür; Näheres wird darüber noch bekannt gegeben. Ein Kriegsveteran und Mitglied des Vereins, der auch sonst ein großes Interesse für das Militärwesen und patriotische Gesinnung hat, wird den Mitgliedern, die an der Kaiserparade teilnehmen, die Eisenbahnfahrt bezahlen. Es ist der Wunsch und die anerkennens werte Absicht, daß auch Mitglieder sich melden, welche infolge ihrer nicht allzuglänzenden finanziellen Lage sonst nicht mitfahren fönnten, aber doch gern eine solch großartige militärische Revue, zu welcher dieses Mal auch die alten Veteranen mit antreten, gern sehen möchten. ** = Räder Zusammenstoß. Gestern Mittag follidierten am Schiffenbergerweg in Gießen zwei Radfahrer, indem sie mit den Rädern ineinander fuhren. Beide fielen von den Rädern und verlegten sich erheblich; der eine Radler wurde besinnungslos. Wer der schuldige Teil gewesen, fonnte weder von den Gestürzten, noch von Beugen festgestellt werden. ** * Eine beneidenswerte Geistesgegenwart besitzt ein Schaffner, der vor einigen Tagen auf dem Gießener Bahnhof vom Bug auf das Geleis stürzte, als sich dieser in Bewegung seßte. Die Gefahr erkennend, streckte der Schaffner sich blißschnell wagerecht zwischen den Echienen aus und ließ den Bug über sich hinweggeher, ohne beschädigt zu werden. * Das Bienenjahr geht nun für alle Gegenden ohne Herbsttracht zu Ende. Nach den Berichten aus den meisten Junterfreisen Hessens war das abgelaufene Bienen jahr ein reich gefegnetes, und in Fülle haben die fleißigen Immen föstlichen Nektar eingetragen, so daß der Königin zur Eierablage nur wenig Raum blieb. Aus lezterem Grunde fielen auch die Schwärme sehr spärlich, und es bewahrheitete sich dadurch wieder die alte Imterregel:„ Gute Honigjahre, schlechte Schwarmjahre." Leider gingen im Frühjahre viele Völker wegen Mangel an Nahrung ein und die betr. Imker erlitten hierdurch großen Schaden, eine neue Mahnung an die Bienenväter, ihre Völker gut und mit reichlichem Futtervorrat einzuwintern. ** Die Eröffnung der Allgemeinen Gartenbau- Ausstellung zu Darmstadt erfolgt kommenden Samstag vormittage 81 Uhr durch den Landesherrn. Die Ausstellung ist höchst sehenswert. * ** Die Offenbacher Kindesraubmörderin Lot wird von dem am 25. September in Darmstadt zusammentretenden Schwurgericht der Provinz Starkenburg abgeurteilt werden. ** Der deutsche Photographenverein eröffnete gestern in Darmstadt seine mit einer Ausstellung verbundene 34. Wanderversammlung. Der Großherzog hat für die Ausstellung zwei Ehrenpreise gestiftet. ** Am 25.- 29. Juli waren es 25 Jahre, daß zu Frankfurt a. M. das V. Deutsche Turnfest stattfand. Der Festplatz umfaßte 85 Frankfurter Morgen. Der Festzug bestand aus 50 Gruppen, zwischen denen 18 Musikkorps verteilt waren. 9798 Turner waren von auswärts erschienen, darunter von Amerika 155, Frankreich 3, Rußland 5, Holland 15, Schweiz und England je 20, Italien 23 und Belgien 33. Bei dem Wetturnen traf es sich, daß unser bekannter Christ. Meller vom Frankfurter Turnverein( jezt Bockenheim) mit 69,2 Punkten den 1. und sein Bruder, welcher dem Nürnberger Turnverein angehörte, mit 45 Punkten den Leider war der Abschluß des legten Preis errangen. Festes ein unglücklicher; beim Feuerwerk explodierte ein Mörser, wodurch 6 Personen ums Leben famen, 20 schwer und 14 leicht verwundet wurden. ( Turnztg. für den Gau Hessen.) * Im Jahre 1904 betrug die gesamte Weinernte im Großherzogtum Hessen 450 218 Hektoliter im Werte von 11 237 000 Mart, gegen 513 583 Hektoliter im Werte von 12 121 000 Mart im Jahre 1903 und 285 647 Heftoliter im Werte von 8532 000 Mart im Jahre 1902. * Alte Gebräuche bei Berlobung und Hochzeit in Oberhessen. Wenn ein Bursche eine unter den Töchtern des Landes zu seinem Schatz erwählt hat und er nicht mehr mit den anderen Burschen regelmäßig die Spinnstube besucht, sondern auf geheimen Wege zu seinem Mädchen geht", dann muß er sich, so wird der„ Darmstädter Beitung" g schrieben, von seinen Kameraden mancherlei Hänseleien gefallen lassen. Es geschieht nicht selten, daß die Burschen Es geschieht nicht selten, daß die Burschen in der Nacht vom Hause der Braut bis zu dem des Bräutigams einen Pfad mit Häcksel, Eand oder Zwetschenfernen streuen. Zur Verlobungsfeier, oder zur ersten Bräut, auch Handschlag genannt, werden nur die nächsten Verwandten geladen. Im Beisein des Bürgermeisters wird dann der Ehevertrag abgeschloff n. Ist dieser Akt glücklich zu Ende geführt, dann werden die vor dem Hause wartenden Burschen benachrichtigt, das die Bräut gerore seine", und das Peitschenfnallen auf der Straße fann nun beginnen. Nach Beendigung der Verlobungsfeier geht die Braut auf 8 bis 14 Tage zu den Schwiegereltern ins Haus. Kommt der Tag der Hochzeit, dann gibt es im Hochzeitshause riel Arbeit. Die Wohnung wird neu hergerichtet, Tische und Stühle für 60-80 Gäste werden herbeigeschofft, es wird tüchtig geschlachtet und ganze Haufen von Kuchen werden gebacken. Die Hochzeit findet meistens am Donnerstag und Freitag statt. Der Brautschmuck erfordert eine besondere Sorgfalt und wird von einer Frau ausgeführt, die darin durch öftere Uebung ein gewiffe Geschicklichkeit befigt. In der Hüttenberger Gegend( Großen- Linden, Lang- Göns) trägt die Braut auf dem Kopfe das sogenannte Aufgebinde, ein Ecbstück der Familie. Es ist dies eine mit Perlen, Blumen und Metallblättchen aufgeputzte Krone, von der lange, bunte Bänder über den Rücken herunterhängen. Der Bräutigam erscheint in 8ylinder und schwarzem Anzug. An der linken Bruftseite trägt er als Schmuck ein blaues Band, das um ein Rosmarinsträußchen gebunden ist. Das Hemd, das der Bräutigam tägt, ist ein Geschenk der Braut. Dafür schenkt er der Braut ein Paar Schuhe. Als erstes Ausstattunge| ftück bringt die Braut ein neues Bett, zu dem der Bräutigam ein Assen anfertigen läßt, das er am Abend vor der Hochzeit seiner Braut abliefert. Beim Kirchgang, zu dem die Glocken läuten, geht der Bräutigam voraus, die Braut hinterher. Nach der kirchlichen Trauung wird das Brautpaar auf dem Wege bis zum Hochzeitshaus mit vorgespannten Seilen aufgehalten und nicht eher weitergelassen, bis die üblichen Münzen den Beteiligten zugeworfen sind. Je mehr auf dem Wege gehemmt" wird, um so größer die Ehre für das Brautpaar. ?? Grünberg, 15. August. Beleuchtungsfrage. Gemäß einem Gemeinderatsbeschluß begibt sich eine Kommission nach der Ausstellung in Kassel, um sich dort weiter in der Beleuchtungsfrage zu informieren. ?? Grünberg, 15. August. Besitzwechsel. Der Stationsassistent Ewald hat den in der Nähe des Bahnhofs unter der Allendorfschen Wirtschaft gelegenen Bauplaz für 3038 Mt. gekauft. 13. August ſein diesjähriges Schauturnen ab. Nach *** Der Turnverein Grünberg hielt am demselben hatte der Verein für die Damenwelt ein Preis- Walzertanzen veranstaltet. ( Turnztg. für den Gau Hessen.) Amtlich werden 13 Erfranfungsfälle gemeldet. Wetzlar. Hier ist der Typhus ausgebrochen. * + Weilburg, 15. Auguft. Bum Bürgermeister unseres Ortes ist der Bürgermeister von Melsungen, Gustav Karthäuser einstimmig gewählt worden. * Kinde, das der Obhut zweier Schulkinder anvertraut war, § Homberg, 15. August. Unglück. Einem fleinen wurden, als es einen Augenblickt sich selbst überlossen war, von einer Mähmaschine, deren Führer das kleine Wesen nicht bemerkt hatte, ein Bein und eine Hand abgeschnitten. Frankfurt, 15. Auguft. Freiheit, die ich meine. Ein 31jähriger Kaufmann aus Gießen ist hier vor einigen Tagen aus der Untersuchungshaft in Gefängniskleidung entwichen, indem er die Holzborde an einem Fenster abriß. Lange währte die Freiheit aber nicht, da er ein paar Stunden später bereits wieder dingfest gemacht wurde. § Inheiden, 15. Auguft. Auf den Gehöften der hiesigen Insassen Konrad Gerhard und Joh. Arnold ist der Rauschbrand festgestellt und die Sperre verhängt worden. Die deutschen LebensversicherungsGesellschaften im Jahre 1904. Von 46 deutschen Gesellschaften wurden im Jahre 1904 insgesamt 152 091 eigentliche Lebensversicherungen über 712977 960 t. neu abgeschlossen. In Abgang kamen dagegen 77 877 Versicherungen über 323 079 705 r., darunter 25 289 über 100 107 872 Mt. durch den Tod und 6538 über 35 075 967 Mt. durch Zahlbarwerden bei Lebzeiten der Versicherten. Der Gesamtbestand eigentlicher Lebensversicherungen am Schlusse des letzten Jahres erhöhte sich um 74 214 Policen und 389 898 255 Mt. Summe ouf 1753 010 Versicherungen über 7 725 074 387 Mt. Hieran waren die bedeutendsten Anstalten mit folgenden Eummen beteiligt: Gotha gegr. 1827 mit 865 987 975 Mark Stuttgart • Alte Leipziger. Victoria Stettiner Germania Karlsruhe. 1854 " " 692 982177 " 1830 678571550 " " " 1861 654 393 440 " " " 1857 639 271882 " " " 1864 534042161 " " " Summa 4 065 249 185 Mart. - - Auf diese sechs Anstalten entfiel demach die gute Hälfte ( 52,6%) des gesamten Lebene versicherungsbestandes der darunter 46 Gesellschaften. Von letteren betreiben 23 außerdem die besonders Victoria und Friedrich Wilhelm fleine( Volks- und Sterbekasse.) Versicherung mit geringen Summen, zumeist ohne ärztliche Untersuchung und mit wöchentlicher Prämienzahlung: hierin wurde 765 047 Versicherungen über 153 695 028 Mart neu abgeschlossen und am Schlusse des Berichtsjahres bestanden 4812770 Versicherungen über 855 536 153 Mart( durschnittlich 178 r.). Von den 46 Gesellschaften betreiben sodann 42 auch die Versicherung nur auf den Lebensfall( Alters, Aussteuer, Militärdienstversicherung); hierin wurden 37 189 Versicherungen über 66 638 409 Mart abgeschlossen und Ende 1904 be 380976 standen 560 182 Versicherungen über 890 380 976 Mart. Der Gesamtbestand an Kapitalversicherungen bezifferte fich somit bei den 46 deutschen Lebensversicherungen Ende 1904 auf 9 473 996 516 Mt. Summe. Marktberichte. * Wochenbericht der Zentralstelle für Obstver. wertung in Frankfurt a. M. Die Durchschnittspreise betrugen: Heidelbeeren 12 t., prifosen 30 Mt., Pfirsiche 20 Mt., Reinetlauden 9-12 Mt., Mirabellen 10-14 Mr., Birnen 8wetschen 12-17 Mt., Aepfel 10-14 Mt., 10-14 Mt., alles per Zentner. K Frankfurt, a. M.( Heu- und Strohmarkt.) Man notierte: Heu 2.20-2.35 Mt., Stroh 3.00-3.50 Mt. Alles per 50 kilo. Siegener landwirtschaftlicher Wetterdien Boraussichtliche Bitterung in Heffen für Donnerstag, den 17. Auguft. Kühler, wolkig, nur geringe Niederschläge, noch vereinzelt Gewitter. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Berantwort ur die Politik und den Inseratenteil: Albin Klein, für en übrigen Inhalt: Georg Horn, betb in Gießen. Die Ziehung IV. Klasse der 6. Hessisch- Thürin gifchen Staatelosterie findet am 23. August d. J. statt. Auf die Notwendigkeit rechtzeitiger Loserneuerung wird aufmerksam gemacht. Holz- Versteigerung der Stadt Gießen. Mittwoch, den 23. August 1905, vormittags 11 Uhr werden im Bürgermeistereigebäude zu Gießen aus dem Walddistrikt Hangelstein versteigert: 1 Eichen- Stamm( Bauholz) mit 0,33 stm. 1 Eichen- Stamm( Grubenholz) mit 0,23 stm. 31 Fichten- Stämme mit 5,65 stm. 42 Fichten- Derbstangen mit 2,19 Fitm. Restauration „ Karlsruh“ an der Chaussee Giessen- Lollar Schönster Aussichtspunkt um Giessen. Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wende Lokalitäten der Deuzeit entsprechend man sich an Forstwart Lotz in Wieseck. Gießen, den 16. August 1905. Großh. 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