rberei land. en, Grünber meine befteingerichtet ten. mittags 4 Uhr an: $ Nr. 242. Zweites Blatt. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Bfg. sonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Hauptexpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Rr. 362. Samstag, den 14. Oftober 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt ericeint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Eine Prinzen- Braut. ( Eig. Bericht.) Oldenburg, 12. Oftober. nzbeluftigung. Hermann Schäfer. Die Prinzessin ist hier auch in den breiten Schichten der BeDas Tagesgespräch unserer„ kleinen Residenz" bildet, was sich von selbst versteht, die Verlobung der Herzogin Sophie Charlotte mit dem Kaisersohn Prinzen Eitel Friß. erreicht , Daverhaftigkeit, e und Billigkeit sind die maschinen Schaaf, -instrasse 44, keine einfache, besse tungsfähigere Wasd maschine als Itwunder leichte Handhabung, gründ ne und Schonung der Wäst Probe zu Diensten. Mk. 15, Nr. 2: Mk. ider Schmi ssen, Seltersweg s- Lager. ch unsere 83 g10 Giessen. sen, stoffe. völkerung sehr beliebt. Der Gruß, der ihr von Begegnenden auf der Promenade geboten wird, drückt nicht bloß eine stille Huldigung aus, die ihrer eleganten, schönen Erscheinung dargebracht wird, nicht allein die stumme Ehrfurcht, die der Fürstentochter gilt, er birgt auch eine gewisse Vertraulichkeit, die das Volk seinen bevorzugten Lieblingen zu zeigen pflegt. Diese Beliebtheit ist um so bezeichnender, als die Prinzessin für eine falte Schönheit, für vornehm reserviert gehalten wird; vielleicht ist sie auch eine Folge der deren Schicksale, die der Prinzessin bisher auf ihrem furzen Lebenspfad begegnet sind. Die ersten dunklen Schatten gingen von ihrer Mutter aus. Diese, Prinzessin Elisabeth von Preußen, die erste Gattin unseres Großherzogs, war schwer leidend, und selten kam in die starren Mienen dieser fürstlichen Dulderin der Schein eines schmerzlichen Lächelns. In dieser freudlosen Atmosphäre brachte die kleine Prinzessin ihre Kindheit zu. Kurz nach ihrer Konfirmation starb die Mutter, und es fehrten erst frohere Tage im Oldenburger Schloß ein, als der Großherzog die mecklenburgische Prinzessin Elisabeth 1896 heimführte, die ihm eine Reihe von Kindern gebar und eine ganz andere Stimmung schuf. Das tat der kleinen Prinzessin sichtlich wohl und sie blühte auf. Vor etwa Jahresfrist wurde die Herzogin von einer anders gearteten, aber nicht leichteren Prüfung heimgesucht. Infolge eines schweren Magenleidens verfiel die Prinzessin uiebends; der schlanke Körper verlor an Elastizität, das einem phyfiſchen Leiden nichts wiſſen, und suchte die Gründe helle Auge an lebensfroher Wärme. Frau Fama wollte von für die Erkrankung der Prinzessin nicht in deren Magen, sondern in ihrem Herzen. Verliebt sollte Herzogin Lotta sein, unglücklich verliebt in einen ehrenwerten, aber schlichten Offizier. Das Gerücht zog weitere Kreise und fand auch ſeinen Weg in eine obffure Presse. Und es bedurfte einer hochnotpeinlichen Gerichtsverhandlung und der Verurteilung eines Redakteurs zur Gefängnisstrafe, um den Schwäteen, Boftenträgern und Verleumdern den Mund zu schließen. Jeßt, nach der Verlobung der Herzogin mit dem Kaisersohn, ist das letzte Tuscheln der letzten Dunkelmänner verstummt; die Bevölkerung freut sich der nach einer Kissinger Kur völlig genesenen Prinzessin in alter Art und hat mit Jubel die Kunde vernommen von der guten Partie", die der Herzogin beschieden ist. Auch jetzt wird getuschelt und geraunt; es heißt, daß es sich hier um eine echte, rechte Liebesheirat handle. Allein diese Gerüchte wird die Prinzenbraut gern dulden. - Ein genialer Schwindler. Die Welt will betrogen sein.- Ein geriebener Welschtiroler hat die Pariser Behörden und die Gelehrtenwelt in Bewegung gesezt, das öffentliche Interesse auf seine Person zu lenken verstanden durch eine alberne Dupierung. Der Bursche machte sich durch Verstellung von Silben und Buchstaben eine sonderbare Sprache zurecht und brachte es fertig, daß man ihn wochenlang für einen Fremdling aus fernen unbekannten Zonen oder sonst für einen Wundermenschen ansah, dessen Name und Art nicht zu erforschen war. Man nannte ihn nach seinem Idiom bereits den Agrachen", und der komische Betrug hätte noch länger gedauert, wenn nicht eines Tages der bekannte Polizeigelehrte Bertillon erschienen wäre und den„ Agrachen" entlarvt hätte. Der Mann mit der neuen Sprache war einfach ein vorbestrafter Herumtreiber, der eine hohe Beamtenschaft und ein weises Gelehrtentum am Narrenſeil ge= 30gen hatte. Der Vorgang war recht lustig, man lachte nach Herzenskräften. Aber wie alles schon dagewesen ist, Gothaer Lebensversicherungsbank auf Gegenseitigkeit. Größte Auftalt ihrer Art in Europa. Bestand an eigentlichen Lebensversicherungen über 860 Mill. Mark Bisher ausbezahlte Versicherungssummen über.. 440 10 hat auch der„ Agrache" einen weit berühmteren Vorgänger an der Wende des 18. und 19. Jahrhunderts gehabt. Georg Psalmanazar hat die größten Gelehrten der Welt ein ganzes Leben lang und dieses Leben dauerte 83 Jahre gefoppt und starb, umgeben von der Bewunderung und dem Respekt der zahlreichen Opfer seiner Mysti fikationen. Wer war dieser Psalmanazar? Man hat es nie genau ergründen können. Man kennt seine Heimat nicht. Psalmanazar hielt mit Einzelheiten aus seinem Leben zu rück ,, aus Rücksicht auf die Familie", wie er in den letzten Jahren seines Lebens erklärte. Dagegen waren seine Bekenntnisse in allen anderen Punkten ebenso vollständig wie aufrichtig:„ Ich war ein Lügner und ein Schwindler," sagte er, aber ich verstand mit wissenschaftlicher Gründlichkeit und Zähigkeit zu lügen." Er hatte fonstatiert, daß das Mitleid der Menschen mit fremdem Unglück wachse, wenn der Unglückliche sich mit dem Nimbus des Geheimnisvollen zu umgeben wisse und von recht weit her sei.„ Ich beschloß daher," sagte er, als zum Christentum bekehrter Japane von der Insel Formosa aufzutreten. Ich erfand ein neues Alphabet, eine neue Einteilung des Jahres in zwanzig Monate, eine neue Religion und alles, was geeignet war, die Rolle, die ich spielen wollte, glaubwürdiger erscheinen 311 lassen." In London, wo Japaner damals noch unbekannte Größen waren, wurde Psalmanazar mit Ehren, Geschenken und Geld überschüttet; um zu beweisen, daß er wirklich ein halbwildes Menschenkind aus Formosa sei, aß er rohes Fleisc und Baumwurzeln, und korrespondierte in einer Schrift, die kein Mensch kannte Noch besser: er gab Diakonissinnen, die ihm eine Art Jahrespension ausgesetzt hatten, formosanischen Unterricht. Der Spaßvogel trug ihnen Bruchstücke aus epischen Dichtungen der Insel Formosa und Liebeslieder, ,, die sie mit Bewunderung erfüllten," vor. Auf den Rat eines Gelehrten übersetzte er den Katechismus ins Formosa. nische und schenkte die Uebersetzung dem Bischof von London, der sie mit Stolz seiner Bibliothek einverleibte. Psalmanazar veröffentlichte dann in englischer Sprache eine Geschichte und Geographie der Insel Formosa"; in diesem Buche fand man das berühmte formosanische Alphabet, Abbildungen formosanischer Gottheiten usw. Ich war erst zwanzig Jahre alt und täuschte ganz England," schrieb der Schwindler. Wie leicht ist es doch, die Welt und die Gelehrten zu betrügen!" Sein geographischer Roman hatte großen Erfolg; er erlebte mehrere Auflagen und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Bis zuu Jahre 1808 wurde das Buch für ein echt wissenschaftliches Werk gehalten, und die„ Bibliothèque Universelle des voyages" schöpfte daraus ihr ganzes Wissen über Formosa! Psalmanazar war glücklich, brauchte er doch nur alles gehen zu lassen, wie es ging. Der hergelaufene Mensch spielte seine Rolle meisterhaft. Er hatte sich eine besondere Nationaltracht" zurechtgemacht; er besaß einen vollständigen Katalog der formosanischen Dichter und Schriftsteller; er kannte ihre Geschichte und ihre Abenteuer wie seine eigenen; er war der Schöpfer einer ganzen Literatur. So hätte es noch jahrzehntelang weitergehen können, wenn sich Psalmanazar nicht plößlich verliebt hätte; die Liebe war es, die sein Leben vollständig ummodelte. Die Frau, die er liebte, war ehrlich und brav, und er schämte sich, sie zu täuschen, deshalb gestand er ihr alles. Nun erlebte man ein merkwürdiges Schauspiel: die anglikanische Geistlichkeit, die den Formosaner„ lanciert" hatte, bat, um sich nicht lächerlich zu machen, den guten Psalmanazar, als Japaner wider Willen" durchs Leben zu schreiten. Das tat er denn auch, war aber fortan in seinen wissenschaftlichen Aeußerungen sehr vorsichtig und lebte als stiller Stubengelehrter bis an sein seliges Ende. Erst nach seinem Tode erfuhr man die Geschichte dieses merkwürdigen Lebens durch die von der Frau herausgegebenen Memoiren. Kunft und Wiffenfchaft. RB Eine Stiftung für Professor Behrings Entdeckung. Ein reicher Einwohner von Newyork, der vorderhand unge Prima Speisekartoffeln sowie nannt bleiben will, hat sich bereit erklärt, 50 000 Dollars zu einem Fonds beizusteuern, dessen Gründung Professor Behring bewegen soll, sein Heilverfahren gegen die Schwind. jucht sofort bekannt zu geben. Bedingung soll sein, daß ein Ausschuß von Aerzten, darunter ein von dem Geber der erwähnten Summe genannter, das Verfahren als erfolgreich nerfenne. GS Kampf gegen die Schundliteratur. In München wurde Son Schriftstellern, Politikern und Beamten eilimmig die Bründung eines bayerischen Landesverbandes des deutschen Vereins zur Verbreitung guter Volksliteratur beschlossen. Bum Vorstand wurde Fürst Ernst zu Löwenstein- Weit Freudenberg gewählt. BR Ehrung medizinischer Forscher. Die Internationale Tuberkulose- Konferenz in Paris hat in ihrer Schlußsizung die neugestiftete Tuberkulose- Medaille den Professoren Robert Koch und Paul Brouardel in Gold, sowie Bang- Kopenhagen, Biggs- Newyork, Broadlent- London und von Schroetter- Wien in Silber zuerkannt. Vermischtes. = Hohes Alter. In Baltupönen( Kreis Ragnit) lebt eine Frau, die das Alter von 105 Jahren erreicht hat. Die Greisin ist förperlich und geistig völlig munter. Sie hilft in der Wirtschaft und sammelt Pilze und Beeren im Walde. Sie erinnert sich ganz genau der Truppen- Durchzüge aus der Franzosenzeit. Ein viel begehrter Posten. Um die erledigte Bürgermeiſterſtelle in Bad Zoppot haben sich nicht weniger als 109 Personen beworben. Darunter befinden sich 45 Bürgermeister, 17 Staatsanwälte, 14 Stadträte, 14 Gerichts- und Regierungsassessoren, 6 Amts- oder Gemeindevorsteher, 3 Richter, 3 Intendanturräte a. D., 1 Handelskammer- Syndifus, 2 Amtmänner, 1 Referendar und 1 Subalternbeamter. Große Zigarren. Aus Havanna sind in London Zigarren eingetroffen, die als die größten bislang angefertigten zu betrachten sind. Jede Zigarre ist 16% 3oll lang und hat einen Umfang von 6 Zoll. Jede wiegt ½ Pfund und erforderte einen Zoll von 1,50 Mark. Der Herstellungspreis beträgt für tausend Stück 20 000 Mark. Geplante Entführung eines Millionärs. Der amerikanische Petroleum- König Rockefeller wäre jüngsthin fast von Gaunern entführt worden. Ein gewisser Patrick Crowe hatte mit einem Spießgesellen alles vorbereitet, als dieser Angs! bekam und die Entführung deshalb unterbleiben mußte. Der Plan ging dahin, nachts die Wärter zu überwältigen, in das Haus einzudringen, Rockefeller in eine Droschke und in ein Versteck zu schleppen und für seine Freilassung acht Millionen zu fordern. Sonderbares Geschenk. Der amerikanische Konsui in Maracaibo( Venezuela), E. H. Plumacher, ist mit einem eigenartigen Geschenk für den Präsidenten Roosevelt in Washington eingetroffen. Das Geschenk stellt die Fragmente eines Geschosses dar, welches das deutsche Kanonenboot ,, Panther" während der Blokade der Häfen von Venezuela bor drei Jahren abgefeuert hatte. Das Geschoß wurde auf das Fort und Fischerdorf San Carlos abgefeuert, die Ortschaft wurde durch das Feuer des„ Panther" und der„ Vineta" in Brand gesetzt und zerstört. Ein venezolanischer Maler hat die Fragmente des bei San Carlos aufgefundenen Geschosses, dessen Kappe abgeplatzt war, mit Malereien verziert, die das Fort und das brennende Dorf darstellen. Weiter sind die Fragmente mit einer Widmungs- Inschrift bersehen worden. † Sturmschäden. Die Stadt Malmesbury in der Kap folonie wurde durch einen Zyklon in Trümmer gelegt. Bei der Katastrophe kam eine Anzahl Menschen ums Leben. Durch den Taifun, der in Manila wütete, wurde auch das im Hafen liegende Kanonenboot Byte" zum Sinfen ge bracht. Dabei ertranken elf Amerikaner und 24 Eingeborene. In Sorsogan kamen 15 Eingeborene ums Leben. Der in den Hanfplantagen angerichtete Schaden wird auf eine Million Dollars geschätzt. Ein Dampfer mit einem Truppentransport an Bord ist bei Legaspi gestrandet. Färberei und chemische Wasch- Anstalt Feinste Salatkartoffeln Braubach& Fischer, Giessen liefert billigst " " J. Hankel, Die stets hohen Ueberschüsse kommen unverkürzt den Bersicherungsnehmern zugute, bisher wurden ihnen 217 MA. Nark zurückgewährt. Sehr günstige Versicherungsbedingungen: Inverfallbarkeit sofort, Unanfechtbarkeit und Weltpolice nach 2 Jahren. 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Mit einer größeren Anzahl Knaben hat er eine Schulreise um die Welt angetreten. Die Reise geht über die HawaiInseln, Japan, China, Ceylon, Indien, Arabien, Aegypten, Griechenland, Italien, Sizilien, die Riviera, Spanien und Maroffo. Während der Fahrt werden regelmäßige Schulstunden abgehalten, jeder Schüler muß besondere Sorgfalt auf die Führung eines Tagebuches verwenden, und bei den Aufenthalten auf dem Lande erhalten die Knaben Stunden bei eingeborenen Lehrern des jeweiligen Landes. Durch den Aufenthalt in der guten Luft, eine sorgfältig ausgewählte und gesunde Ernährung und durch gymnastische Uebungen will man gegen die allzu große geistige Anstrengung und Belastung des Gehirns mit neuen Eindrücken ein Gegengewicht schaffen. Die Kosten sind allerdings sehr hohe. Jeder Schüler hat 8800 Mart zu zahlen und daneben noch für Wäsche und Bedienung selber zu sorgen. - Weibliche Aerzte in Holland. Als das bevorzugteste Band für weibliche Aerzte ist Holland zu betrachten. Dort wirken sehr viele Aerztinnen nicht nur privat, sondern auch In öffentlichen Stellen. Sie werden gut bezahlt und erreichen in der Privatpraxis ein Einkommen von 12000 bis 15 000 Gulden( 20 000 bis 30 000 Mark). Es gibt Bahnärztinnen, die 25 000 bis 30 000 Gulden Jahreseinkommen besitzen. Sie haben nicht nur Frauenpraris, sondern arbeiten, wie ihre männlichen Kollegen, für die ganze leibende Menschheit. † Gefaßter Räuber. In Berlin war vor einigen Tagen eine Verkäuferin, die eine Summe Geldes auf die Bank tragen sollte, von einem Manne unter dem Vorgehen, ihr erfrankter Vater wolle sie sprechen, in ein Haus gelockt, un dort war ein Raubanfall auf sie gemacht worden, den sie glücklich abwehrte. Der Räuber ist jetzt in der Person des Reisenden Artur Kordes verhaftet worden, der den Ueberfall aus Liebe zu einem Mädchen verübte, mit dem er auswandern wollte. † Der ungetreue Bürgermeister. Die Veruntreuungen des Bürgermeisters Haas in seiner Eigenschaft als Kassierer des Vorschußvereins in Rappelrodeck belaufen sich nach seiner eigenen Angabe auf eine halbe Million Mark. Außerdem bezichtigt er sich der Wechselfälschung über 60 000 Mark. Haas' Vermögen, soweit es zur Deckung mitverwendet werden kann, soll etwa 180 000 Mark betragen. † Tod durch Wurstvergiftung. Auf dem Gute Sängerau erkrankte ein Arbeiter und dessen Frau schwer nach dem Genusse von Blutwurst. Beide starben unter Vergiftungscrscheinungen. † Steuerfreiheit der Veteranen. Der Gemeinderat in Bockwa bei Zwickau beschloß, daß die Kriegsteilnehmer, die nicht über 1100 Mark Einkommen haben, von der Gemeindesteuer befreit sein sollen. - Eine Frau, die sich nicht länger begraben lassen will. Bei der Londoner Polizei erschien eine Frau Barnier und erklärte, daß sie bereits zweimal beerdigt worden sei, c3wohl sie doch lebe und sich bei bester Gesundheit befinde. Frau Barnier lebt nämlich von ihrem Manne getrennt, der an ihrer Stelle eine Geliebte in das Haus nahm. Diese starb, und Herr Barnier ließ die Tote auf den Namen seiner Frau beerdigen. Auch die zweite Geliebte des Mannes starb unlängst, und Barnier ließ zum zweitenmal die Verstorbene auf den Namen seiner Frau bestatten. Als die wirkliche Frau von diesen eigentümlichen Geschichten erfuhr, erstattete sie Anzeige. Sie wollte sich nicht länger unrecht. mäßig begraben lassen. - Die richtige Abkürzung für Mark. Die Kaufmanns schule eines faufmännischen Vereins zu Viersen wandte sich an das Reichsbankdirektorium zu Berlin mit der Frage, wie eigentlich ,, Mark" richtig abzukürzen sei. Hierouf ist die Antwort eingetroffen, daß, einem Beschluß des Bundesrats gemäß, im amtlichen Verkehr als Abkürzung ein großes lateinisches M ohne Punkt zu gebrauchen ist. = - Telegraphisches Mißverständnis. Einen unfreiwilligen Wiz durch falsches Verstehen eines Telegramms hat sich ein Pariser Automobilisten- Blatt geleistet. Es veröffentlichte folgendes Telegramm aus Erfurt:„ Der Große Preis von Thüringen, der gestern hier zum Austrag kam, zeitigte folgende Ergebnisse: 1. Wegen; 2. Regenwetter; 3. Ganz; 4. Ausgefallen." Der Redakteur hielt die in dem Telegramm enthaltenen Worte für die Namen der vier Plazierten. Anerkannt sehr leistungsfähig ist die Stahlwaren- Fabrik und Versandhaus I. Ranges Gebrüder Rauh Grafrath BRILLANT FABRIK- MARKE | b. Solingen. 30 Tage zur Probe! Neu Gesetzlich geschützt. Neu! Vexier- NickerTaschenmesser „ Herold" 99 Noch nie dagewesen! Bei keiner Konkurrenz, in keinem Laden, nur bel uns zu haben. No. 1904. 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Garantieschein: Nichtgefallende Waren tauschen wir bereitwilligst um oder zahlen Betrag zurück. † Vom Zuge überfahren. Der Berlin- Görlizer Schnellzug überfuhr bei Königswusterhausen das Fuhrwerk eines Gastwirts aus Neumühle. Der Kutscher wurde vom Wagen geschleudert und erlag seinen Verlegungen. Die Schuld trägt der Wärter, der die Schranke nicht rechtzeitig geschlossen hatte. Auch ein Gutsbesizer aus Rees in der Rheinprovinz, der eine befreundete Dame mit seinem Fuhrwerk von der Bahn geholt hatte, wurde vom Zuge samt seiner Begleiterin überfahren und getötet. † Aus Gram in den Tod. Die Tochter eines Zimmermanns in Riydorf wurde in einem Eisenbahnzuge tot aufgefunden. Wie sich herausstellt, hatte das junge Mädchen, das in einer Wirtschaft in Berlin bedienstet war, sich den Tod ihres Vaters dermaßen zu Herzen genommen, daß sie sich mit Lysol ums Leben brachte. † Schweres Unglück auf der Donau. Unterhalb der Kettenbrücke, die bei Budapest über die Donau führt, stieß mitten auf dem Strom ein Schleppdampfer mit einem Boot zusammen, in dem sich gegen zwanzig Personen, meistens Obsthändlerinnen, befanden. Elf Frauen sind ums Leben gekommen, die anderen wurden, meist schwer verwundet, gerettet. Der Kapitän des Dampfers und zwei Steuerleut wurden verhaftet. = Binige verliner Wohnung. In der teuersten Gegend Berlins, an der fe der Wilhelm- und Leipziger Straße, steht ein zur großen Godefroyschen Hinterlassenschaft gehöriges Haus erbteilungshalber zum Verkauf. Dort hatte als einziger Mieter Graf Lüttichau noch sechs Jahre Kontrakt, der für die ganze Parterrewohnung des großen Hauses nur 3600 Mark jährlich an Miete zahlte. Für Lösung seines Mietsvertrages erhielt er die Summe von 20 000 Mark, doch konnte er sich des Gewinnes nicht lange Zeit erfreuen, da er am Morgen nach dem Tage starb, an dem er die Zahlung empfangen hatte. = Das Kahen- Testament. In Nondorf in Desterreich starb ein als Sonderling bekannter Lumpenhändler, der in einer halbverfallenen Hütte wohnte. Man fand die Leiche umgeben von zwölf Kazen. Der Verstorbene hinterließ einen letzten Willen, in dem er sein 4000 kronen betragendes Vermögen dazu aussetzt, daß davon seine Lieblinge, seine zwölf Katzen, lebenslänglich zu verpflegen seien. In seiner Lade fand man tatsächlich die 4000 Kronen. Seine Verwandten gedenken, das Kaven- Testament" anzufechten. = Die Damenmode und der Schlaf. Für die nächste Zeit ist von den tonangebenden Verfertigern und Verfertigerinnen der Damen- Kleidung die Parole ausgegeben: Möglichst schlank! Um dahin zu gelangen, wird von den KleiderkinstIerinnen angeraten, nicht auf dem Rücken zu schlafen. Durch die entgegengesetzte Stellung beim Schlafen soll, wie versichert wird, die richtige Figur für die modernen langschößigen Tailormade- Kleider gewonnen werden. = = Eine Deserteur- Jägerin. In Amerika hat man eine junge Dame mit dem Einfangen von Deserteuren der amerikanischen Bundes- Armee betraut. Die Dame, Miß King, macht ihre Sache so vortrefflich, daß sie bereits tausend Ausreißer dingfest gemacht hat. Miß King ist eine reizende Erscheinung. Sie versteht die Deserteure anzulocken, und die Eingefangenen lassen sich für gewöhnlich von der schönen Jägerin ruhig abführen. Die Entwertung der Invaliden- Versicherungsmarken. Vom 1. Oktober d. I. ab tritt eine wichtige Aenderung in der Entwertung der Quittungsmarken in Kraft. Nach den bisher geltenden Vorschriften besteht eine Verpflichtung zur Entwertung der Marken auf den Quittungskarten nur, soweit die Marken für mehr als eine Woche gelten. Hin sichtlich der übrigen Marken sind die Arbeitgeber und Versicherten, welche Marken in die Karten einkleben, zur Entwertung der Marken befugt, aber nicht verpflichtet. Vom 1. Oktober ab sind dagegen alle Arbeitgeber und Versicherten, welche Marken einkleben, zur Entwertung der Marken berpflichtet. Die Entwertung darf wie bisher nur in der Weise geschehen, daß auf den einzelnen Marken handschriftlich oder durch Stempel der Entwertungstag in Ziffern deutlich angegeben wird. Zur Entwertung ist Tinte oder ein ähnlicher festhaltender Farbstoff zu verwenden. Andere Entwertungszeichen sind unzulässig. Bei der Entwertung dürfen die Marken nicht unkenntlich gemacht werden, insbesondere müssen der Geldwert, die Lohnklasse und der Name der Versicherungsanstalt ersichtlich bleiben. Die Entwertung muß alsbald nach der Einklebung der Marke geschehen. Wer diesen Anordnungen zuwiderhandelt, kann bestraft werden De Thompson's Seifenpulver Marke Schwan ist das beste, sparsamste, im Gebrauch billigste Waschmittel. Zu haben in allen besseren Geschäften. Alle Sorten Gemüse stets frisch, sowie gute Speisekartoffel billigst zu haben bei Frau Hammel Gießen, Gr. Mühlgaffe 6-8. 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Es sind mächtige und, wie versichert wird, sehr gelehrige Tiere, die ihre schwarzen Reiter mit großem Ungestüm gegen den Feind tragen und mit ihren gewaltigen Hörnern ebenfalls den Kampf aufnehmen. Ein fonderbarer Eheroman. ( Eig. Bericht.) Newyork, 1. Oktober. Die Weisheit des Wortes:" D'rum prüfe, wer sich ewig bindet," gilt nicht viel im freien Amerika. Eine Eheschließung ist hierzulande ein Kinderspiel im Vergleich mit den Schwierigkeiten, die in anderen Ländern den Liebebedürftigen bereitet werden. Zwischen Mittag- und Abendbrot schwimmt manches junge, sehr oft sogar äußerst jugendliche Paar in den Hafen der Ehe. Kaum dem Kindesalter entwachfene Gatten sind bei Scheidungs- und sonstigen Prozeffen keine Seltenheit in unseren Gerichtssälen. Denn die geringe Mühe, die zu einer Heirat notwendig ist, erniedrigt sich fast noch, wenn die für das ganze Leben Verbundenen" die Neigung zu verspüren, die so schnell auf sich genommenen Fesseln Eymens wieder von sich zu streifen. Heute verheiratet, morgen geschieden so etwas fällt kaum noch auf. Aber nicht immer gibt man sich die Mühe, ein regelrechtes Lichterliches Verfahren abzuwarten, sondern die beiden Gatten entfernen sich in verschiedenen Richtungen vom gemetnjamen häuslichen Herd, lassen vielleicht bei Gelegenheit einmal eine Scheidungsurkunde auswirken und betümmern sich sonst nicht viel um die hinter ihnen liegende schöne Zeif der ersten Liebe". Und weil es so ist, hat ein gewisser Jomes Hurlbutt einen der seltsamsten Eheromane erlebt, die man sich denken kann. Er heiratete nämlich seine eigene Frau zum zweitenmal, ohne daß er es selbst wußte. Die hübsche Ruth Emery war Waise und achtzehn Jahre alt, als sie James Hurlbutt in Quebec kennen lernte und ihn heiratete. Nachdem die Flitterwochen vorüber waren, wollte er sein Glück in den Weststaaten machen und ließ deshalb seine junge Frau vorläufig zurück. Bald gab es Mißverständnisse zwischen den beiden Eheleuten. Gereizte Briefe wurden von ihnen gewechselt. Als sie schließlich den Abbruch des Briefwechsels vorschlug, willigte er ein. Zwei Monate später bat sie ihn schriftlich, er möge ihr vergeben, sie holen oder nachkommen Lassen. sie unverzüglich Doch James erhielt diesen Brief nie, er war mittlerweile aus Chicago verschwunden und nach dem Westen abgereist. Seine Frau hörte jahrelang nichts mehr von ihm. Sie hielt sich für eine Witwe, ließ sich aber in den Vereinigten Staaten der Sicherheit halber eine Scheidungsbescheinigung ausstellen, weil ihr Mann sie böswillig verlassen hatte. Sie fand einen neuen Verehrer, der hoch in Jahren war, namens Rufus Beresford. Dieser heiratete Ruth Emery, starb aber nach zwei Jahren in Neu- Meriko und setzte Ruth zur Universalerbin seines beträchtlichen Vermögens ein. Da ein Teil des Besizes in Mineninteressen in Montana bestand, begab sie sich dorthin. In einem Hotel in Butte sah sie einen Mann mittleren Alters mit grauem Bart, dessen Gesicht ihr merkwürdig bekannt erschien. Ihre Neugier war rege geworden, sie sah in das Fremdenbuch und ihr erster Blick fiel auf den Namen James Hurlbutt. Täglich sahen sie sich im Hotel, aber er erkannte sie nicht wieder, und sie konnte sich nicht dazu bringen, sich ihm zu entdecken. war. Ruth Emery brauchte nun einen Sachverständigen in Minenangelegenheiten. Man wies sie an Hurlbutt. Sie wurde ihm vorgestellt und die geschäftliche Verbindung begann. Sie sagte ihm nur so viel, wie sie für gut befand. Jedenfalls ahnte er nicht, wer sie war. Als Mrs. Beresford dann nach Neu- Meriko zurückgekehrt war, korrespondierte sie mit ihm. Nach einem Jahr ging sie wieder nach Montana. Bald entdeckte sie, daß Hurlbutt in sie verliebt Er zögerte auch nicht länger und gestand ihr seine Liebe. Sie gingen in die Berge, wo ein Friedensrichter sie traute, und erst dann enthüllte sie ihm ihr Geheimnis., Der Bräutigam soll zuerst nicht wenig erstaunt gewesen sein, sich dann aber mit gutem Humor in die Situation gefunden haben. Seine neuerwachte Liebe erlitt nicht den geringsten Abbruch und augenblicklich verlebt er die glücklichsten Flitterochen mit der ihm zum zweitenmal angetrauten Frau. Ben Akiba ist wieder einmal geschlagen. Keine Trunksucht mehr. TEVELE SO Eine Probe von dem wunderbaren Cozapulver wird gratis geschickt. Kann in Kaffee, Thee, Essen oder Spirituosen gegeben werden, ohne dass der Trinker es zu wissen braucht. COZAPULVER ist mehr wert wie alle Reden der Welt über Enthaltsamkeit, denn es erzielt die wunderbare Wirkung, dass die Spirituosen dem Trinker widrig vorkommen. COZA wirkt so still und sicher, dass Frau, Schwester oder Tochter ihm dasselbe ohne sein Mitwissen geben kann und ohne dass er zu wissen braucht, was seine Besserung verursacht hat. 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