3. 1sarbeiten t Nr. 216. Stephanstro asertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberen Fuhrbert beffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. 1. 3. ordnete Spe bis zur Lan Ben. 4. Barbeiten tot und Schüße den Fubre #. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362. Donnerstag, den 14. September 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementsprets: abgeholt monatlich 30 Bfg.. in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Platt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeiſterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Eine erfreuliche Statistik. Es gibt wenige Verbrechen, die so hassenswürdig sind, rbeiten wir wie der Meineid. Auf Treue und Glauben beruht aller der Wiese Verkehr, von Treue und Glauben hängt alle VerkehrsFuhrverket sicherheit ab. Eines der schönsten Bibelworte ist:„ Deine табел Dame ihrer einen Brief Brief ihn väre, cauf fura lten da befam ing der was ekte igen der Ben; und 16 nn Eatmit nan der tan nn oll fie J er ge it er wird Ifte wei und nde die las Ste on 11 11 Lir ne او Der Sit ent O Rede sei: ja ja nein nein- was darüber ist, das ist vom Uebel." Jm Bewußtsein menschlicher Fehlsamkeit und Schwäche ist der Eid als besonders feierliche Beteuerungsform eingeführt worden. Die Anrufung Gottes, des Allmächtigen und Allwissenden, soll die Wahrheit verbürgen. Wenn diese Anrufung zum Truge erfolgt, so ist Gottes Majestät beleidigt, und wir Menschen sind im Mittel selbst betrogen, das uns Wahrheit sichern soll. Die Unwahrheit im Eidesgewande hebt die objektive Gerechtigkeit auf, in deren Schuß wir alle flüchten müssen. Freilich kann der Mensch die Wahrheit nur nach seinem besten Wissen sagen, so daß ein Fehlgehen auch bei redlicher Absicht nicht ausgeschlossen ist. Was aber sein wirkliches bestes Wissen ist, das weiß nußer Gott nur er allein. Darum ist die Ueberführung des Meineidigen schwerer als die Ueberführung fast jedes autderen Verbrechers. Diese Eigentümlichkeit, daß eben dem Schwörenden die Wahrheit gewissermaßen an Händen und Füßen gebunden ausgeliefert ist, trägt mit dazu bei, uns mit Zorn und Abschen über den Meineid zu erfüllen. Deshalb konnte man kaum eine schwerere und betrüblichere Klage erheben als die, daß im gerichtlichen Verkehr die Zahl der Meineide sich mehre und die Bestrafungen wegen Meineids zunehmen. Sittenlehrer haben die Behauptung oft aufgestellt, zu unserer Beschämung und zu unserem Schrecken. Denn für den Rückgang des allgemeinen Sittlichkeitsbewußtseins und Sittlichkeitsstandes konnte es faum ein schlimmeres und deutlicheres Zeichen geben. Selbst die nüchterne Erwägung hätte kaum etwas Tröstliches ge= habt, daß die wachsende Industrialisierung, die Steigerung der Prozeßzahl und ähnliche Umstände mehr die Gelegenheit zum Meineid, damit die Versuchung zum Meineid und endlich den Meineid selbst vervielfältigten. Desto erhebendere Kunde bringt uns die Statistik, daß troß dieser Momente, die eine Zunahme der Meineide innerhalb gewisser Grenzen erklären würden, die Zahl der Meineidsverurteilungen nicht bloß im Verhältnis zur Einwohnerzahl, sondern auch absolut zurückgegangen ist, und daß dieser Rückgang seit vielen Jahren anhält. Daß Meineidsverurteilungen und Meineidsleistungen in einem stetigen Verhältnis zueinander bleiben, ist so lange selbstverständlich, als die Gerichte und die Ueberführungsmittel feine Veränderung erfahren. Sind also die Verurteilungen wegen Meineids zurückgegangen, so kann man mit Bestimmtheit daraus schließen, daß auch die Zahl der geleisteten Meineide sich vermindert hat. Da innerhalb der Vergleichszeit die Schwurgerichte für die Aburteilung der Meineide zuständig geblieben sind, und die Ueberführung des Meineids keine Erschwerung erfahren hat. Wian könnte vielleicht vermuten, daß die Geschworenen jekt eher als früher geneigt wären, eine Verurteilung um Falscheid auszusprechen, wo sie früher auf Meineid erkannten. Diese Vermutung trifft aber nicht zu, weil auch die Zahl der Verurteilungen wegen Falscheid in der Vergleichszeit zurückgegangen ist. Sehen wir uns nun einmal die Zahlen selbst an. glücklicherweise eine Anzahl, wenn auch in verwundetem Zustande, gerettet werden. Admiral Togo war zurzeit des Unglücksfalles nicht an Bord. Im ersten Augenblick hatte man angenommen, daß der berühmte Secheld, der Rußlands Flotte vernichtete, das Schicksal seines Schiffes geteilt hätte. Der Brand entstand am Fuß des Hauptmastes, verbreitete sich mit Schnelligkeit und sprengte das hintere Magazin um 2 Uhr morgens in weniger als einer Stunde nach der Entdeckung des Bran tes in die Lust. Das Schiff sank sehr bald in flachem Wasser: man glaubt, daß es gehoben und repariert werden könne Die Linenschiffe Sbifidjima" und" Asahi", das Torpedobot Tatsuta", die Zerstörer„ Murakumo“ und„ Kasumi" und die Hilfskreuzer Nippon Maru"," Taihoru Maru" und ,, Riojun Maru" batter Rettungsabteilungen auf die„ Mitesa" geschickt. Tese wie die eigenen Mannschaften der ,, Mikasa" erlitten chwere Verluste. Fünf Leichen wurden aufgefunden, 251 Mann werden vermißt, sind also jedenfalls ertrunken, und 343 sind verwundet. Von den Offizieren wurde einer getötet, fünf werden vermißt und elf sind verwundet. Im Deutschen Reich wurden im Jahr 1882 wegen Verlegung der Eidespflicht 1607 Personen verurteilt, oder 5,1 cuf 100 000 der strafmündigen Bevölkerung. Sieben Jahre päter war die absolute Zahl auf 1511, die Verhältniszahl auf 4,5 von 100 000 zurückgegangen. Sechs Jahre später, 1895, hatte die absolute Zahl sich auf 1747, die Verhältnisjahl auf 4,8 bon 100 000 erhöht. In den Jahren 1898 bis 1903 waren die absoluten Zahlen nacheinander 1478, 1306, 1198, 1378, 1292, 1308; die Verhältniszahl betrug 1898 noch 4 von 100 000 der strafmündigen Bevölkerung, danach nur noch 3. Wegen fahrlässigen Falscheides wurden in den Jahren 1885, 1889 und 1895 nacheinander 451, 443, 612 Personen terurteilt, d. i. 0,97, 1,00, 1,02 von 100 000 der strafmündigen Bevölkerung. Von 1896 bis 1900 betrugen die absoluten Zahlen 424, 425, 409, 410, 373; das ergiebt als VerBerhältniszahl 0,81, 0,80, 0,76, 0,75, 0,67 von 100 000 der strafmündigen Bevölkerung. Wir haben keine Ursache zur Ueberhebung, aber nach dieser Statistik auch keine Ursache zum Verzagen. Es bleibt Raum genug, weiter an uns zu arbeiten, daß es noch besser, biel besser werde. Wir brauchen aber weder uns, noch anderen zu verheimlichen, daß es schon besser, viel besser geworden ist. Die Ursachen der Katastrophe sind nicht geklärt. Man spricht von Kurzschluß der elektrischen Leitungen, anderenteils weist man auch auf revolutionäre Umtriebe hin, was aber wenig glaubwürdig erscheint. Der Untergang der„ Mikafa", Durch eine schreckliche Katastrophe hat die japanische Marine ihr stolzestes Schiff verloren. Im Hafen von Sajebo geriet das Flaggschiff Admiral Togos in Brand und jant fast augenblicklich, sechshundert Mannschaften und Offiziere mit sich in die Tiefe ziehend. Von diesen fonnten Die„ Mikasa" war das neueste und stärkste Linienschiff der japanischen Flotte, zugleich eines der größten Kriegsschiffe der Welt. Im Jahre 1900 vom Stapel gelaufen, hatte es 15 400 Tons Deplacement und eine Geschwindigkeit von 18,6 Seemeilen. Die schwere und mittlere Artillerie umfaßte vier Geschütze vom Kaliber 30,5 Ctm. und 14 Schnellfeuerfanonen zu 15 Ctm. Die ordnungsmäßige Besatzung betrug 741 Mann. Die„ Mikaja" war das Flaggschiff des Admirals Togo während aller Hauptphasen des Seekriegs; bei Beginn der entscheidenden Schlacht in der Tsushimastraße erging von ihr am 27. Mai d. I. der signalisierte Befehl an die japanische Flotte:„ Das Schicksal des Reiches hängt von dem heutigen Kampfe ab. Es wird von euch erwartet, daß ihr alle euer Aeußerstes tut." Die Trauer in Japan ist allgemein. zumal sich an die„ Mikasa" alle heroischen Erinnerungen an die Großtaten der japanischen Marine im Kriege mit Rußland knüpfen. Kaifermanöver 1905 ( Von unserem Spezialberichterstatter.) Allgemeine und besondere Kriegslage.- Die Aufgabe der Kavalleric. Aufmarsch der Armeen und Rheinübergang. Die Tafel der Provinz. Der Trinkspruch des Kaisers. Beleuchtung der Rheinufer. ( Nachdr. verb.) Coblenz, 13. September. Bild mußte sich erst entwickeln. Welcher Art die Vorarbeit für die Armee gewesen ist, das zeigt sich erst, wenn die Kavallerie so weit gelangt ist, daß sie sich auf Festhaltung der Fühlung mit dem Feinde beschränken kann. Gestern abend stand die rote Armee auf der Linie Kördorf- MundershausenLaufenfelden, die blaue Armee stüßte sich auf Boppard, St. Goar und Braubach- Dachsenhausen. In der Nacht auf heute waren die Pioniere der blauen Armee mit dem Bau von Bontonbrücken über den Rhein beschäftigt. Zwei Divisionen der blauen Armee überschritten auf diesen Brücken den Rhein und stießen energisch gegen die rote Heeresabteilung vor. Die sich entwickelnden Kämpfe haben bei dem überaus schwierigen Gelände großen informierenden Wert. Zum Kampfe zwischen den beiden gegeneinander operierenden Heeresabteilungen kam es gestern noch nicht. Am Montag war die Kavallerie des 8. Armeekorps auf das rechte Rheinufer gegangen, um gestern in den frühesten Morgenstunden ihre Arbeit zu beginnen, die für sie, sowie für die übrigen Waffen aus der bekannt gegebenen Allgemeinen Kriegslage" sich ergibt. Diese lautet:„ Eine rote Armee ( 18. Armeekorps, Kavallerie- Division 3 und Zuteilungen) hat, von der Pfalz vormarschierend, blaue Truppen bei Mainz über den Rhein gedrängt, die Festung eingeschlossen und oberhalb derselben am 9. September den Fluß überschritten. Eine blaue Armee( 8. Armeekorps, KavallerieDivision A und Zuteilungen) sammelt sich in der Gegend von Marburg. Die große Tafel für die Provinz wurde gestern abend beim Kaiserpaar im Schlosse zu Coblenz abgehalten. Neben anderen hervorragenden Persönlichkeiten nahmen daran Teil der Kronprinz, die Prinzessin Adolf zu Schaumburg- Lippe, die sonstigen Fürstlichkeiten, der Oberpräsident Frhr. v. Schorlemer, Reichskanzler Fürst Bülow, Fürst zu Solins- Hohensolms, Fürst zu Löwenstein- Wertheim, Oberbürgermeister Becker, Kardinal Erzbischof Dr. Fischer, alikatholischer Bischof Dr. Weber, Bischof Dr. Korum von Trier, wirkt. Geheimrat Dr. von Rottenburg. Während der Tafel hielt der Kaiser, eine Rede, die mit einem Hoch der Rheinprovinz schloß. Der Monarch pries den Hochstand von Handel und Wandel, von Wissenschaft und Technik in den Rheinlanden, gedachte seines Großvaters und Vaters als Einiger des Reiches, unter deren Szepter sich das blühende Leben der Provinzen entwickeln fonnte. Das deutsche Haus stehe fest gegründet unter dem Reichsbanner, friedlich nebeneinander könnten darin die Konfessionen, Katholiken und Protestanten, wohnen. Für die katholischen Rheinländer habe erst kürzlich der Erzbischof von Köln ihm in herrlicher Weise das Treuegelöbnis er-neuert. Der Kaiser schloß mit den Worten:„ Wenn so das deutsche Volk in sich gefestet, auf Gott vertrauend in die Welt hinaustritt, dann wird es auch befähigt sein, die großen Kulturaufgaben zu lösen, die ihm die Vorsehung in der Welt bestimmt hat: nach innen geschlossen, nach außen entschlossen". Und daß diese Anschauung in meinem Volke sich verbreite und Verständnis und Würdigung finde, und daß es ihm beschieden sein möge, unter Gottes Schutz in friedlicher Schaffensfreude seine Arbeit zu fördern, dieser Wunsch wird vor allen Dingen in der hiesigen Provinz Verständnis und Würdigung finden. Ich erwarte von meinen Rheinländern, daß sie bei dieser Arbeit mir treu zur Seite stehen, und so erhebe ich mein Glas auf das Wohl und das Gedeihen dieser schönen Provinz. Tie Rheinländer hurra!" Die rote Armee hat also die Festung Mainz eingeschlossen, aber noch nicht in ihren Händen, ist den zurückweichenden blauen Truppen aufs rechte Rheinufer gefolgt und im weiteren Nachdrängen begriffen. Die beiden Kavallerie- Divisionen von Blau und Rot, A und B, unter Generalleutnant von Nazmer bezw. Generalmajor von Kapler sind also schon seit dem 9. September in Tätigkeit zu denken. Division A hat die Versammlung der blauen Armee bei Marburg nach Zeit, Ort und Stärke zu verschleiern und dabei das Herübergreifen der roten Armee über das rechte Rheinufer, sowie die Einschließungstruppe bei Mainz zu beobachten. Division B hat die Aufgabe, den Verbleib der zurückgegangenen blauen Truppen festzustellen und den Aufmarsch bei Marburg eingehend zu erkunden, im übrigen selbstverständlich der Division A allenthalben entgegenzuarbeiten. Von der Tätigkeit der Kavallerie- Divisionen, von dem Ausfall des Kavallerie- Duells ist die Gestaltung der„ besonderen Kriegslage" abhängig. Für die Kavallerie- Divisionen sind die ersten Tage von größter Wichtigkeit; denn da sind sie, was sie sein sollen, Auge und Ohr der Armee. Später, wenn die ihnen nachfolgenden Armeen aneinander geraten sind und sie aus dem Zwischenraum zwischen den beiderseitigen Fronten herausgedrängt haben, treten sie mehr in das Verhältnis der Schlachtenkavallerie und aus ihrer Hauptaufgabe der Aufklärung etwas heraus. Ihre Anwesenheit auf einem Flügel oder in der Flanke der Armee begrenzt ihre Tätigkeit naturgemäß. Für die Berichterstattung war der gestrige Tag ein ziemlich leerer Tag, denn das militärische Nach dem Diner unternahmen der Kaiser und die Kaiserin mit ihren Gästen eine Dampferfahrt auf dem Rhein bei glänzender Beleuchtung der Ufer, der Brücken und Schiffe. Ein feenhaftes Feuerwerk wurde abgebrannt, die Musik spielte und Böllerschüsse wurden abgegeben. Auch die Stadt Coblenz war überall glänzend illuminiert. Es war ein Anblick von seltener Schönheit, der sich den bewundernden Augen bot. Etwas Herrlicheres haben die Rheinufer wohl kaum gesehen. Im Hintergrunde hoben sich die mächtigen Konturen des Ehrenbreitsteins in Flammenlinien bom Nachthimmel, tausende und abertausende von Lampions, bengalischen Flammen und bunten Lichtern spiegelten sich im Strom, unzählige Raketen und Leuchtgarben stiegen in die Lüfte, die Schiffe glitten gleich feurigen Fabelwesen über die glitzernden Fluten- das ganze war eine erhabene Symphonie von berückendem und unvergeßlichem Eindruck. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * An maßgebender Stelle besteht der Wunsch, daß alle Kriegervereine in Preußen dem preußischen Landeskriegerrerbande beitreten. Da die Vereine vielfach erst dann beitreten, wenn sie das Recht zur Führung einer Fahne nachsuchen, soll in Zukunft mehr wie bisher auf baldigen Anschluß der Vereine an den Verband Gewicht gelegt werden. * Nach Mitteilungen aus München sind für die Betriebsmittelgemeinschaft der deutschen Eisenbahnen von der bayerischen Staatsbahn- Verwaltung neue Vorschläge gemacht worden. Am 11. Oktober soll die nächste Ausschußsizung in Berlin stattfinden, in der die bayerischen Vorschläge der Beratung unterzogen werden sollen. * * Die Ansicht gewinnt an Boden, daß der Aufstand in Deutsch- Ostafrika lokalisiert werden kann. Nach Berichten des Gouverneurs Graf Gößen sind in den Südbezirken verschiedene Trupps der Aufständischen ohne Verlust geschlagen worden. Die Nordbezirke sind ruhig. Mpapua hat den Ausbruch von Unruhen im südlichen Teile des Stationsbezirks gemeldet. Gerüchtweise verlautet, daß Teile der Bejagung von Mahenga die Aufständischen geschlagen haben. Hauptmann Richter hat ein siegreiches Gefecht bei Schra, bruma gemeldet. Die Arbeiten an der Eisenbahnlinie Dares- Salam und Mrogoro nehmen ihren ruhigen Fortgang. Der Feind hat überall schwere Verluste erlitten, mehrere gefangene Rädelsführer wurden hingerichtet. * Ueber das deutsche Answanderungswesen gibt die alljährliche Aufstellung der Zentral- Auskunftsstelle für Auswanderer" Aufschluß. In der Zeit vom 1. Oktober 1903 bis 30. September 1904 wurden 3308 Auskünfte erteilt. Mehr als zwei Drittel der Anfragen bezogen sich auf die deutschen Schutzgebiete, von denen Südwestafrika mit 675 Anfragen an der Spitze stand. Die Anfragen nach dem Auslande betrafen hauptsächlich Südbrasilien mit 273 Anfragen. Als Auswanderungsziel folgen dann Argentinien, Brasilien im allgemeinen, Südamerika im allgemeinen, Kanada, Chile u. j. w. Bezüglich der Herkunft der Anfragen stand die preußische Provinz Brandenburg voran. Der Mehrzahl nach waren die stellensuchenden jungen Leute Kaufleute. Oefterreich- Ungarn ** Tie verfahrenen Verhältnisse in Ungarn haben zu einer Ministerkrisis geführt. Der Ministerpräsident Baron Fejervary hat seine Demission eingereicht. Wie verlautet, soll Kaiser Franz Josef beabsichtigen, die Führer der Koalition zu sich zu berufen, um mit ihnen über die Kabinettsbildung zu beraten. Der Grund zu der Demission Fejervarys ist die Weigerung des Kaisers, seine Zustimmung zur Einbringung des Gesezentwurfs über das allgemeine Wahlrecht zu geben. Fejervary wollte mit dem allgemeinen Wahlrecht das bisherige Treiben der an Zahl geringen Berufspolitiker lahm legen und die breite Masse des Volkes zur Mitarbeit an dem parIamentarischen Leben berufen. Der Kaiser konnte sich aber nicht entschließen, diesen Schritt zu billigen, und so war Fejervary gezwungen, zu gehen. Ungarn wird weiterhin von einem kleinen Häuflein Privilegierter beherrscht werden, die inneren Kämpfe und die Obstruktion gegen den Gemeinsamkeitsgedanken aber aufrecht erhalten bleiben. ** Schweiz. In Zürich wurde ein internationaler Anarchist ver. haftet, der aus verschiedenen Ländern steckbrieflich verfolgt wird, so auch von Deutschland. Er führte in der Schweiz etwa zehn verschiedene Narrunter Robanow und Dr. Meier, und war einer der tätigsten Propagandisten. Der Verhaftete verweigert alle persönlichen Angaben zur Feststellung seiner Identität. Schweden. ..Kaiser Wilhelm II." abgereist. Vorher hatten Witte und b. Rosen den japanischen Kommissaren einen Abschiedsbesuch gemacht. Witte ließ durch v. Rosen den Vertretern der Presse danken, indem er sagte, niemals vorher sei es ihm so nachdrücklich klar geworden, daß die Feder mächtiger ist als das Schwert. Der erkrankte Baron Komura befindet sich in ziemlich bedenklichem Zustande. Die Aerzte rieten ihm von der Heimreise ab. ** Die Verhandlungen über die Lösung der Union mit Norwegen haben bisher noch nicht zu einer Lösung geführt. Man verlangt um jeden Preis, daß Norwegen das schwedische Friedensprogrammi annimmt, das unter anderen Forderungen auch die Schleifung der Grenzbefestigungen enthält. Man hofft, daß der Plan eines Schiedsvertrages, von dem die norwegische Presse spricht, auf keine Schwierigfeiten von seiten Schwedens stoßen werde. Ein Schiedsver. trag könne aber erst nach Annahme der schwedischen Be dingungen durch die Norweger abgeschlossen werden und nachdem Schweden die Unabhängigkeit und Selbständigkeit Norwegens anerkannt haben wird. Ein Bruch sei nur dann zu befürchten, wenn Norwegen sich ablehnend gegen die schwedischen Vorschläge verhalte. Niederlande. ** Die Kämpfe gegen die widerstrebenden Eingeborenen in den holländischen Kolonien werden von den niederländischen Truppen energisch weitergeführt. Da der Fürst Luwu auf Celebes sich weigerte, den Forderungen des holländischen imatums nachzukommen, wurden Truppen gelandet, die Die Hauptstadt Palopo nach energischem Widerstande ein. mahmen. Die holländischen Verluste sind unbedeutend. Russland. Heer und flotte. Kaiserlicher Gnadenakt. Bei der letzten Herbstparade hat das Garde- Fußartillerie- Regiment in Spandau den besten Parademarsch gemacht, das ganze Gardekorps sich besonders ausgezeichnet. Der Kaiser hat deshalb einen Erlaß an die Kommandeure gerichtet, in dem es heißt: In Anbetracht der vorzüglichen Leistungen meiner Garderegimenter, beabsichtige ich, denjenigen gerichtlich bestraften Mannschaften des zweiten bezw. dritten Jahrganges, sofern solche sich nach Verbüßung ihrer Strafe gut geführt haben, das Nachdienen ihrer Strafzeit auf dem Gnadenwege zu erlassen. Die Herren Regiments- Kommandeure werden ersucht, die in Betracht kommenden Mannschaften umgehend hierher namhaft zu machen." Strafen über sechs Wochen müssen sonst nachgedient werden. Stärkere Befestigung Helgolands und der Elbmündung. Die großen Flottenmanöver der letzten Tage endeten mit der Einnahme der Elbmündung und der Eroberung der Ver: teidigungsflotte. Man nimint bei diesem Ergebnis an, daß das Marinedepartement eine stärkere Befestigung Helgolands und der Elbmündung fordern wird. Die Manöver: flotte ist aufgelöst worden und die einzelnen Schiffe sind nach; ihren Stationen abgegangen. Anstelle des Fürsten Woronzoff- Daschkoff ist Prinz Leuis Napoleon Generalgouverneur des Kaukasus geworden. Der Prinz steht als Offizier in russischen Diensten und ist Rommandierender einer Kosaken- Division im Kaukasus. Es ist allerdings hohe Zeit, daß die Ruhe im dortigen Gebiet wiederhergestellt wird. In Tiflis ist es im Rathause zu einem förmlichen Kampf gekommen, wobei 27 Personen getötet und 75 schwer verwundet wurden. In der Bezirksstadt Gori hat die revolutionäre Partei dem Ortsgeistlichen bei Todesstrafe verboten, an dem Sarge des vor einigen Tagen gestorbenen Generalgouverneurs Fürsten Amilakhwari Gebete zu verrichten. Niemand wagt sich dem Sterbehause zu nähern. Die Leiche soll daher nach Tiflis gebracht werden, bon wo Truppen zur Bedeckung abgegangen sind. Man befürchtet, daß am Tage der Beisetzung des Fürsten, der die ganze Bevölkerung gegen sich aufgebracht hatte, große Ruhestörungen stattfinden werden. In Kiem ist ein revoTutionäres Komplott entdeckt, das alle Offiziere in Odessa und Kiew ermorden wollte. In Berditsch ew entdeckte die Polizei eine große geheime Waffenniederlage. In Wladikaw fos wurde ein Zug zum Entgleisen gebracht, und auf denselben wurde gefeuert, wobei ein Reisender getötet und 34 verwundet wurden. In Warschau wurde Soziales Leben. Bewegung im schlesischen Textilgewerbe. In Reichenbach in Schlesien beschloß eine sehr stark besuchte Versamm lung von organisierten Tertilarbeitern, den Generalstreif für die Stadt Reichenbach zu proklamieren, wenn die Arbeitgeber nicht die erlassenen Kündigungen zurücknehmen und den Arbeitern bessere Behandlung zusichern. der vom Kriegsgericht zum Tode durch den Strang berurteilte 19jährige Schuhmachergeselle Chmielnikki, der im Juni, also vor Verhängung des Belagerungszustandes, einen Infanteristen auf der Straße verwundet hatte, hingerichtet. Sein Kassationsgesuch hatte der Generalgouverneur, ebenso wie im Fall Kasprzak, nicht zugelassen. Alien. Streifunruhen in Frankreich. Tausend ausständige Arbeiter veranstalteten eine Rundgebung unter Absingen der Internationale. Eine Dragonerabteilung suchte dieses zu verhindern. Bei dem sich entspinnenden Handgemenge wurde ein Ausständiger belgischer Nationalität getötet. Magyarische Hetzereien. ( Eigener Bericht.) anzuführen, der von Berlin herzugereist kommt, wo er als Vertreter der ungarischen Tabakerport- Gesellschaft seinen beruflichen Wohnsitz, daneben aber den inneren Drang hatte, ein wenig magyarische Prozeß- Vorsehung zu spielen, und der dort auch die Uebersetzung der Broschüre vom Magharischen ins Deutsche besorgt haben will? Nab und fern. betrifft, namentlich meiften Mengern, w gegeben werden, mirten ganz auffal refrutieren fich je aus Pferden und ift ebenfalls eine der schlachtreifen Die biefe Folgeer In bielen la Bas Beftreben, ihre angehörigen refr Wohnenden Verdier tun dann ihr Be ju Haufe möglic ift dies die Befor † Ein Ehepaar hingerichtet. In Meseritz wurden der Häusler Andreas Jozwiak und seine Ehefrau auf dem Hofe des Gerichtsgefängnisses enthauptet. Sie waren wegen Er. mordung eines 79jährigen Ausgedingers zum Tode ver. urteilt worden. † Das Geständnis auf dem Totenbette. Vor 1½ Jahren wurde ein Jagdhüter bei Kingersheim im Elsaß von Wil derern erschossen. Alle Nachforschungen nach dem Mörder blieben ohne Erfolg. Jetzt hat ein als gewerbsmäßiger Wilderer befannter Mensch kurz vor seinem Tode das Geständ nis abgelegt, daß er den tödlichen Schuß auf den Jäger abgegeben habe. Budapest, 13. September. „ Wer ist Professor Julius A. von Zeyssig"?- So fragte man vor Wochen, als die sensationelle Broschüre„ Die ungarische Krise und die Hohenzollern" in Berlin herausfam und der volltönende Professorenname auf dem Titel als Verfasser prangte. Ein einfacher Herr Mendel meldete sich für dieses Pseudonym. Aus gewichtigen Gründen suchte man nach den Hintermännern. Man hatte seine Spuren. Sie leiteten nach der ungarischen Hauptstadt, und dort ist mun Dr. Arpad Zigany als der Mann entdeckt, der diese Schrift zustande gebracht hat, in der die Länder der Krone Habsburg unter die Mitglieder des Hohenzollernhauses derartig aufgeteilt wurden, daß Böhmen und alle deutschen Landesteile samt der istrischen Halbinsel einfach mit dem Deutschen Reiche vereinigt wurden, während in Ungarn der zweite Sohn des Kaisers Wilhelm, Prinz Eitel Friedrich, eine neue national- ungarische Dynastie errichte und damit zu einer neuen europäischen Großmacht die Grundlage biete, die außer den Ländern der Stefansfrone Galizien ,. Dalmatien samt Bosnien und der Herzegowina umfasse ** Die inneren Unruhen in Japan sind anscheinend bewältigt worden. Durch die„ Tribuna" in Rom ist das Gerücht in die Welt gesetzt worden, die Familie Komuras sei in Tokio ermordet worden. Der japanische römische Gesandte erklärte, die Meldung nicht zu glauben, obzwar er sie nicht dementieren könne. Er fügt hinzu, Komuras Frau und Kinder, von denen der Aelteste bereits die Universität besucht, bewohnen das Ministerium des Aeußeren. Wäre die Nachricht dieser Ermordung wahr, so hätte die Menge das Ministerium stürmen müssen. In der Mandschurei sind einzelne Truppenteile noch in Aktion, obwohl der Waffenstillstand eigentlich doch selbstverständlich ist, wenn auch die formellen Beschlüsse fehlen So wird aus Tokio gemeldet, daß ungefähr drei Regimenter Russen Suschan angriffen, bon den Japanern aber zurückgeschlagen wurden. Der Waffenstillstand sollte gestern öffentlich verkündet werden. Amerika. ** Die russischen Mitglieder der Friedenskommission sind bon Newyork an Bord des deutschen Schnelldampfers Müßige Phantasie so wird man sagen; und höchst einerlei, wer der Verfasser dieser phantastischen Schreibereien sein mag, ob er in Berlin oder Budapest seinen Wohnsitz habe. † Von Wilderern erschossen. Bei Krotoschin fanden zwei Bauernsöhne auf einem Feldwege frisch geschossene Hasen. Sie lauerten den Wilddieben auf. Bei dem Zusammentreffen wurde der eine Bauernsohn von den Wilderern erschossen. Die Mörder sind entkommen, sind aber erkannt worden. hierzu notwendig Frage in Betrad Bur Maft einzuffel Arbeit ift, die bie mangelt es eben wären. Außerdem durch die Berfchärfu wiederkehrende Grid Ibon dem Landwirt menschlichen Genuß erklärt wird, dann i Landwirt da, der fa Alfige Gewinn, we Seres entftünde. fahrungen gegen f Biebbersicherungen Foch, daß der betre trägt. Hier mü mäßige Veränder für billige Präm hätte( Reichsan figerungen bo namentlich die Auf wiederum mühevo manns Sache in zu befaffen. Die Kleineren, find da welcher fich durd gänzen, durch But † Das Erdbeben im Süden. Fortwährend verbreiten neue Erdstöße Angst und Schrecken. In Cosenza wurde durch starke Stöße weiterer Schaden angerichtet, in Olivadi und in Prapia wurden die Häuser, die das erste Erdbeben noch übrig gelassen hatte, unbewohnbar gemacht. Dis nach Tirol hinauf erstreckt sich das Erdbebengebiet. König Victor Emanuel bereist die verwüsteten Gebiete in Calabrien und spendet dort Trost und Hilfe. Die Königin Helena hat 50 000 Lire zur Verfügung gestellt, und der Papst sandte an die Bischöfe Geldbeträge zur Verteilung an die notleidende Beböllung. Gewiß, es erscheinen wöchentlich, wo nicht gar täglich in allen europäischen Hauptstädten Flugschriften auch politischer Natur, die lediglich auf den Geldverdienst hin verfaßt sind. Wenn diese„ Hohenzollern- Broschüre" nichts wäre, als eine Spekulation auf die Sensationslust, kein Mensch würde mehr davon reden. Allein schon der Umstand, daß die hohe Diplomatie darob in Bewegung gesetzt wurde, daß der deutsche Botschafter in Wien mit dem ungarischen Ministerpräsidenten verschiedentlich darüber konferierte, ließ auf die weittragende Bedeutung schließen, die man diesem Preßerzeugnisse in maßgebenden Kreisen glaubte beimessen zu sollen. Damit war es offenbar, daß ein anderer, gewichtiger, ein politischer Zweck damit verbunden, daß Pläne damit verfolgt wurden, die nicht ungefährlich erschienen. = Eine reichgesegnete Stammmutter. In Hannover ist dieser Tage eine Witwe Luise Knoche im Alter von 93 Jahren gestorben. Ihre lebende direkte Nachkommenschaft besteht aus nicht weniger als 84 Personen. Sie hat 11 Ainder, deren ältestes jetzt auch schon 70 Jahre alt ist, ferner 40 Enkel und 33 Ürenkel hinterlassen. Unter Einrechnung der angeheirateten Kinder und Enkel stehen 129 div. Fa milienangehörige an ihrem Grabe. Die Erklärung ist nicht schwer: Es sollte wieder einmal gehezt und geschürt werden. Just in Berlin mußte die Broschüre erscheinen; und einen stolzen deutschen Namen mußte sie tragen. Dann konnten alle, die ein Interesse daran haben, schon darauf zählen, an geeigneter Stelle und zu gelegener Zeit mit dieser Druckschrift in der Hand dem Hohenzollern- Hause schwarze Pläne auf den Länderbesitz der Habsburger nachzusagen. Es gibt genug Elemente im Bereich der habsburgischen Monarchie, die am Dreibunde gar wenig Freude haben und eine ganz andere Gruppierung der Mächte ihren Plänen weitaus förderlicher erachten! Ja, vielleicht konnte man gleich zwei Fliegen mit einem Schlage treffen, indem man gleichzeitig dort, wo es anging und darauf ankam, die ungarische Opposition des Verrats am Königshause verdächtig machte. † Von der Cholera. Einige in Berlin als verdächtig bezeichnete und unter Beobachtung gestellte Fälle haben sich alsbald als harmlos herausgestellt. Aus dem infizierten Gebiet sind einige wenige neue Fälle gemeldet. † Ein Mord in der Hasenhaide. Eine in der Hasenhaide bei Berlin aufgefundene weibliche Leiche ist als die einer Arbeiterin Marie Pioch rekognosziert worden. Sie war aus Warsin, ihrer Heimat, nach Berlin übergesiedelt, weil sie dort von einem verheirateten Kutscher mit Anträgen berfolgt wurde. Dieser, namens Hermann Richter, gilt als des Täter. Er hat dem Mädchen wiederholt in Berlin aufgelauert und erklärt, wenn sie, im Falle er von seiner Frau geschieden würde, ihn nicht heiraten wolle, dann wolle er sie falt machen, und wenn er dafür zehn Jahre Zuchthaus befäme. Die Maulwürfe waren am Werk. Da wurde sehr zur Unzeit und gewiß manchem, der nach Herzenslust schürte, bohrte und hetzte und von der ominösen Broschüre genug Eremplare auf Lager hatte, der Schleier gelüftet. Der deutsche Zeyisig entpuppte sich als ein magyarischer Zigany, und alsbald war der ganze Nimbus geschwunden, der die Mache bislang noch immer umstrahlte. † Verwüstungen in Lahore. Schwere Schädigungen haben Elementarereignisse in Lahore in Indien angerichtet. Einem gewaltigen Wolfenbruch folgte ein nicht minder verderbliches Erdbeben. Viele Häuser sind zerstört, und Hunderte von Menschen sind obdachlos geworden. Freilich, Zigany ist auch noch nicht der Rechte. Ein obsfurer Skribent, dessen Jeder notorisch für Geld zu Gebote steht, ist nur der vorgeschobene Verfasser. Auf die Hintermänner fommt es an, und diese zu finden, wird Aufgabe der Gerichtsverhandlung sein. Werden sie aber zu fassen sein? Oder wird Herr Arpad Zigany als Sündenbock wegen Hochberrats gutwillig ins Zuchthaus wandern, ohne die zu nennen, denen zu gefallen er das schrieb, was er sollte? Und endlich, was weiß Herr Alexander Barneth noch Aus dem Gerichtsfaal. § Verurteilung eines Reichstagsabgeordneten. Die Straffammer in Dessau verurteilte den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Peus wegen Beleidigung des Afener Stadtmagistrats zu 600 Mark Geldstrafe. Beus hatte in einem Artikel im Anhaltischen Volksblatt" dem Magistrat ungesegliches Verhalten bei der Ablehnung der Konzession des Konsumvereins zur Anlage einer Seifenfabrik borgeworfen. § Der Fall Bachstein. Das Reichsmilitärgericht verhandelte gegen den früheren katholischen Kaplan und jetzigen protestantischen Divisionspfarrer aus Minden. Er war der Beschimpfung von Einrichtungen der katholischen Kirche angeflagt, wurde aber vom Kriegs- und Oberkriegsgericht freigesprochen. Das Reichsmilitärgericht wies jetzt die Sache zur erneuten Verhandlung an die Vorinstanz zurück. Keine Fleischnot -OO nur Fleischteuerung*) Aus unserem Leserkreis gehen uns folgende Zeilen darüber zu: " Täglich liest man in den Spalten der Zeitungen über Versammlungen, Erörterungen, Resolutionen und Abhandlungen wegen der im Deutschen Reiche herrschenden Fleischnot und Fleischteuerung. Einsender will es in furzen Umrissen versuchen, die Gründe zu beleuchten, welche vorliegende Fragen wiederholt in Erscheinung treten lassen. Von einer eigentlichen Fleischnot tann nach der Meinung des obigen überhaupt nicht die Rede sein, indem in den Meggerläden stets Fleisch und Fleisch Anders waren in beliebiger Menge zu haben sind. berhält es sich mit der vorhandenen Fleischteuerung. Es ist sozusagen eine alljährlich sich wiederholende Erschein ung, daß um die jetzige Jahreszeit die Preise für Fleischdhon seit längerer cines oder mehrer oft der Fall ist, d Maft erzielt werd chwunden. Die gewiß nicht geeig Tätigkeit in der M In Bezug des Fle berläffige ftatiftijd ift die Annahme b den legten Decenni deutschen Landwirte forderung nach Sch baber das Verlang bes Konjums ber Brenzen für aus alle diese Mißständ Weicht zu beantwo зи Deutschen Biebzüch energischen Schut im Intereffe ihre Grenze zu erlang find die Fleischprei fich den Genuß ei müffen, welches zu mun die Deffnung Schlachttiere bon tatter wird, ift überaus großen Schritt im Gefolge bet gutem Willen dem Konsumbedar ohne Aufhebung d bon Solagtho der deutschen G roleh bon zuberlä Handige Gejundbe gefchlachtet und Die Berbrauchsor ausgiebigen Be faum zu bezwei wegen des bor die eigentliche F Feftftellung der Breises für jo ben pribaten folchen Maßnah befürchten wäre, ber ausgeschlad Daggons gescheh geeignete Kühlbo ein müßten und haupt nicht verla und Fleischwaren höher sind, wie in sonstigen Jahres gefahr ausgeschlos zeiten. Wenn nun in diesem Jahre dieselben abnorm Grenzschlachthallen hoch sind, ist dies eine Erscheinung, welche Gründe vor bedarf dies selbstb aussetzt, die früher nicht vorhanden waren, diese außergeberständiger Komm wöhnlichen Fleischpreise zu veranlassen. Ein Hauptgrund des verminderten Angebotes an Schlachttieren, denn nur durch solchen läßt sich der zur Zeit hohe Preis des Fleisches Grenzsperre gegen ein notwendiges le als ein Berdienst annehmen, ist nach Ansicht des Einsenders der, daß ege eröffnet werde eine gewiffe Zurüdhaltung bezüglich der Produktion als auch dem Konsu bon Schlachttieren in landwirschaftlichen Streifen ein Baftande in der F getreten ist, und gerade diese bedingen wiederum die Fleischteuerung. Was nun das Mästen von Nindvich tiert würden." ad wir mit allen an Die Veröffentl wo er ala aft seinen ang hatte ielen, und betrifft, namentlich von Zugochsen, so wird von den meisten Mezgern, welche Ochsen schlachten, ohne weiteres zugegeben werden, daß die Ochsenmast bei den Landm Magba. pirten ganz auffallend abgenommen hat. Die Zugtiere refrutieren sich jetzt vorzugsweise bei den Landwirten aus Pferden und Kühen, bezüglich der Schweinemast ift ebenfalls eine auffallende Knappheit im Angebot der schlachtreifen Tiere vorhanden. Nun zu den Gründen urden der die diese Folgeerscheinung zeitigen. den Hofe vegen Er Tode ver Jahren bon Wil Mörder Biger Wil hierzu notwendigen Haustiere, alsdann kommt die Geständ Jäger ab nden zwei ne Hajen Sujammen derern er er erfanni berbreiten 13a wurde Olivadi Erdbeben Bis nach rien und at 50 000 dte an die idende Be annover i On 93 ab enschaft be at 11 Ai ist, ferm Finrednum dib. Sa dächtig be haben fi infizierten Safenhaide die ein Sie br elt, weil fie rägen ber gilt als der lin aufge iner Frau olle er fie In vielen landwirtschafttretbenden Familien besteht das Bestreben, ihre Hülfskräfte, welche sich aus den Familienangehörigen refrutieren, in industrielle Betriebe wegen lohnenden Verdienstes, abgehen zu lassen und die Eltern tun dann ihr Bestes, ihrem landwirtschaftlichen Beruf zu Hause möglichst gerecht zu werden. In erster Linie ist dies die Besorgung von Ackerbau und Fütterung der Frage in Betracht, Rindvich sowohl als auch Schweine Da dies nun eine mühevolle zur Maft einzustellen. Arbeit ist, die viel Zeit und Sorgsamkeit erfordert, so mangeit es eben an Hülfskräften, welche dazu nötig wären. Außerdem kommt noch weiter in Betracht, daß durch die Verschärfung der Fleischbeschau es eine häufig wiederkehrende Erscheinung ist, daß ein Tier, welches von dem Landwirt an den Metzger verkauft wird, zum menschlichen Genuß verworfen, oder als minderwertig erklärt wird, dann ist ein empfindlicher Verlust für den Landwirt da, der häufig so groß ist, wie der allenfallsige Gewinn, welcher ihm durch das Mästen seines Tieres entstünde. In den bis jetzt vorhandenen Vorig Victor tehrungen gegen solche Verluste( Privat- Gesellschaften, Viehversicherungen) sind die Prämienansäße leider noch so hoch, daß der betreffende Verkäufer lieber das Risito selbst trägt. Hier müßte für die Zukunft umfassende zweckmäßige Veränderung Plaz greifen, sodaß der Landwirt für billige Prämie die Wohltat eines Verluftschutzes hätte( Reichsanstalten für obligatorische Verficherungen von Schlachttieren) weiter ist, was namentlich die Aufzucht junger Schweine anbetrifft, diese wiederum mühevoll und es ist noch lange nicht jeder manns Sache in landwirtschaftlichen Streisen, sich damit zu befassen. Die meisten Landwirte, namentlich die fleineren, find darum genötigt, ihren Schweinebestand, welcher sich durch Abgang vermindert, wieder zu er gänzen, durch Zukauf von Ferkeln, diese sind aber auch schon seit längerer Zeit sehr teuer. Verendet nun z. B. eines oder mehrere der erfauften Tiere, was leider sehr oft der Fall ist, dann ist der Gewinn, welcher aus der Mast erzielt werden sollte, für längere Zeit einfach geschwunden. Die hier angeführten Tatsachen sind nun gewiß nicht geeignet, die Landwirte zu energischer Tätigkeit in der Mäftung von Schlachttieren zu ermutigen. In Bezug des Fleischkonsums stehen dem Einsender zus verlässige statistische Zahlen nicht zur Verfügung, jedoch ist die Annahme berechtigt, daß der Fleischkonsum in den letzten Decennien sehr beträchtlich gestiegen und die deutschen Landwirte kaum in der Lage sind, der Anforderung nach Schlachttieren voll zu genügen. Es ist daher das Verlangen nach Schlachttieren zur Deckung des Konsums berechtigt, ob nun die Oeffnung der Grenzen für ausländische Schlachtware geeignet ist, alle diese Mißstände abzuhelfen, ist eine Frage, welche nicht leicht zu beantworten ist. Auf der einen Seite stehen die deutschen Biehzüchter, welche von der Reichsregierung energischen Schutz gegen Einschleppung der Seuchengefahr im Intereffe ihrer Viehbestände durch Sperrung der Grenze zu erlangen wohl berechtigt sind, andrerseits find die Fleischpreise derart gestiegen, daß viele Familien fich den Genuß einer fräftigen Fleischnahrung versagen müssen, welches zu berechtigten Mißständen führt. Ob nun die Deffnung der Grenzen zur Einführung lebender Schlachttiere von den hierzu maßgebenden Behörden ge statten wird, ist kaum anzunehmen im Hinblick der überaus großen Verantwortlichkeit, welcher ein solcher Schritt im Gefolge haben könnte; es ließe sich da jedoch bet gutem Willen wohl ein gangbarer Ausweg finden, dem Konsumbedarf ausländisches Fleisch zuzuführen, ohne Aufhebung der Grenzsperre, durch Errichtung bon Schlachthallen an geeigneten Plägen der deutschen Grenze, wo das zugeführte Schlacht bleh bon zuverlässigen deutschen Tierärzten auf vollständige Gesundheit vor Annahme geprüft, dann ausgeschlachtet und zum Transport binnen 24 Stunden an die Verbrauchsorte per Bahn versandt würde; daß unsere ausgiebigen Verkehrseinrichtungen dies zulassen, ist faum zu bezweifeln. Am Ort des Verbrauches könnte wegen des vorher notwendig raschen Versandtes dann die eigentliche Fleischbeschau vorgenommen werden. Die Feststellung der Qualität und Höhe des zu zahlenden Pretses für solches Fleisch wäre dann ohne Bedenken den privaten Berufskreisen zu überlassen. solchen Maßnahmen eine Einschleppung von Seucher zu befürchten wäre, ist ausgeschlossen, indem der Transport der ausgeschlachteten Tiere notwendig in Eisenbahnwaggons geschehen müßte, welche hierzu besonders durch geeignete Kühlvorrichtungen( im Bedarfsfall) versehen thaus be gen haben tet. Ginem erderblide nderte von Die Stra mokratijden g des Afe Beus hatte dem Ma der Kon eifenfabrit cht verhan nd jebigen Er war der Kirche an gericht frei e Sache zu erung ende Zeil Zeitungen ationen und The herrschen nder will belabin Erich an nad b e Rede fein und Fleifd d. Ander uerung. G de Erschein sein müßten und lebendes Vieh in solchen Waggons über= für Fleiß gaupt nicht verladen werden könnte, also Ansteckungs, en Jahre gefahr ausgeschlossen ist. Jen abnor Bründe bo iefe außerg Gauptgtumn en, denn nu des Fleish Grenzschlachthallen in Erwägung gezogen werden, dann bedarf dies selbstverständlich wohlerwogene Pläne sachberftändiger Kommissionen hierzu. Die jetzt bestehende Grenzsperre gegen ausländische Schlachttiere muß als ein notwendiges Uebel( betrachtet werden und es wäre als ein Verdienst zu bezeichnen, fönnten Mittel und Lokales. 14. September 1905. ** Der Großherzog wird Ende dieses oder Anfang nächsten Monats im Schloſſe zu Romrod Wohnung nehmen und in seinen ausgedehnten Waldungen Jagden veranstalten, an denen auch hohe Gäste und Fürstlichkeiten teilnehmen werden. ** Der Großherzog hat sich gestern Morgen im Automobil zu den Kaisermanövern begeben. * Die Zarenfamilie in Darmstadt? Die " Magdeburgische Beitung" meldet aus Petersburg: Dem besten Bernehmen nach wird die der Ruhe sehr bedürftige Barenfamilie demnächst nach Darmstadt zu längerem Aufenthalt übersiedeln. * ** Das Regiment Nr. 116 rückt morgen Abend resp. Nacht wieder in Gießen ein. ** Auszeichnungen. Wie der„ Darmst. 8tg." von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, hat der Kaiser anläßlich der Kaiserparade folgende Auszeichnungen in die Kriegertameradschaft Hassia verliehen: den Herren Dr. Lahr, Oberamtsrichter in Darmstadt, Auler, Fabrikant in Bensheim, Korell, Kammerdirektor in Büdingen, den Roten Adlerorden 4. Al., den Herren Reallehrer Minich in Oppenheim, Frieß, Bezirkskaffier in Lauterbach, Engel Gerichtsvollzieher in Darmstadt, Söhnge, Raufmann in Ortenberg, den Kronenorden 4. Kl., den Herren Beigeordneten Benz in Arheilgen und Glod, Sparkasserechner in Schotten, die Rote Adler- Medaille. * Deserteur? Ein Einjähriger des 116. Inf.- Rgts., der zur achtwöchigen Uebung eingezogen war und am Montag in Königstein im Taunus in Quartier lag, entfernte sich, so schreibt die„ Buzzb. 8tg.", von seinem Truppenteil unter Burücklassung sämtlicher Kleidungsstüce. " ** Die Die Ortsgruppe Gießen des Deutschnationalen Handlungsgehülsen- Berbaudes feiert Samstag, den 16. September im Neuen Saalbau" ihr 8. Ortsgruppenfest durch Konzert, Rezitationen und Ball. Mit der Veranstaltung ist die 12. Verbands- Gründungsfeier verbunden. Am Sonntag- Nachmittag wird ein Ausflug nach dem Windhof unternommen. " * Prof. Dr. Gaffky über die Cholera. Die halbamtliche Berliner Korrespondenz" schreibt: Im Ausschuß des Reichsgesundheitsrats für Seuchenbefämpfung legte der Direktor des Instituts für Infektionsfrankheiten Geheimrat Prof. Dr. Gaffly, der gemeinsam mit dem Geheimen Obermedizinalrat Prof. Dr. Kirchner im Auftrage der preußischen Medizinalverwaltung alsbald nach Bekanntwerden des ersten Cholerafalles zunächst das bedrohte Gebiet bereift hat, dar, die Seuche sei zweifellos Mitte des Vormonats durch russische Flößer eingeschleppt. In Deutschland ist die Krankheit längs der durch Weichsel und Brahe, Bromberger Kanal, Reze und Warthe gebildeten Wasserstraßen aufgetreten. Alle Fälle lassen sich auf den Stromverkehr zurückführen und sind vereinzelte Infektionen. Ein örtlicher Seuchenherd hat sich dank dem Vorgehen der Behörden nirgends gebildet. *** Der Wochenmarkt zu Gießen beginnt von Samstag, den 16. September ab, morgens um 8 Uhr und dauert bis nachmittags 2 Uhr. Bor 8 Uhr dürfen Waren zum Verkauf nicht aufgestellt werden. §§ Mit dem bis jetzt sich ergebenen Resultat der Feldjagd sind unsere Jäger zufrieden. Die Hühnerketten sind zahlreicher und ihre Glieder größer und feister wie sonst, ebenso ist der Hase entschieden häufiger anzutreffen als im Vorjahre. *** Zum zweiten Male blüht in diesem Jahre zu Gießen in der Liebigstraße ein Apfelbaum. Daneben hängen aber auch noch die Früchte von den ersten Blüten am Baum. WP. Der deutsche Reglerbund, gegründet 1885, vollendet dieser Tage sein 20. Geschäftsjahr. Im letzten Jahre hatte er einen Bestand von 30 Verbänden und 15 Klubs, sowie einzelnen Deutschen in Spanien, Holland, Desterreich, Rumänien, Rapland usw. mit 8300 Mitgliedern. Die größten Verbände sind in Hannover und Berlin. In diesem Jahre fanden vier Gautegelfeste, die alle gut besucht waren, statt: das 6. Sächsisch- Thüringische Gautegeln in Chemniz, vom 2. bis 5. Juli, das 7. Norddeutsche Gautegeln in Lübeck, auch vom 2. bis 5. Juli, das 7. Mitteldeutsche Gautegeln in Halberstadt, vom 16. bis 20. Juli und das 1. Rheinisch- Westfälische Gautegeln in Barmen, bom 12. bis 17. Auguft. Das nächste Deutsche Bundestegeln findet Mitte Juli 1906 in Magdeburg statt. Berbände, Klubs und Einzelpersonen, welche die Mitgliedschaft zu erwerben wünschen, haben einen diesbezüglichen Antrag bei dem Vorsißenden des Deutschen Reglerbundes, Demar Thomas in Dresden, Freibergerstraße 61, einzureichen. ** Die Honigsverkaufsgenossenschaft für Oberhessen ist perfekt. Am 1 Oftober eröffnet sie ihr erftes Geschäftsjahr. Gegenstand des Unternehmens ist, dem Naturprobufte bessere Absatzgebiete und Berhältnisse zu verschaffen. 70 Imter sind der Genossenschaft, die ihren Sitz in Berstadt hat, bereits beigetreten. ihn vorstellt: * Der Friedensschluß. Wie sich der kleine Sepp " D' Japaner, sie san viel zu gut, Ham alle's verschenkt wie Nussen. Bloß a bißel Sachalin" " Hams b'halten gegen d' Russen!" § Erda, 13. September. Typhus. Da am Sonntag die letten Typhus- Patienten aus der Klinik zu Gießen entlassen sind und seit Wochen feine weiteren Erfranfungen vorgekommen find, so kann man sagen, daß der unheimliche rs ber, bege eröffnet werden, welche dem Produzenten, sowohl Gast endlich von unserer Gemeinde abgelassen hat. Im Produtti Streifen e wiederum Jon Rindbl als auch dem Konsumenten für alle Zeiten leidlich gute Zustände in der Frage der Fleischversorgung garanHiert würden." ganzen sind etwa 40 Erfrankungen am Typhus hier feftgestellt worden, von denen 9 tötlich verlaufen sind. >> Schlitz, 13. September. In legter Zeit sind Wildschweine in unsere Gemarfung eingedrungen. Ber *) Die Veröffentlichung des Artikels sagt noch nicht, daß wühlte Kartoffeläcker zeugen von der Arbeit dieser borftigen Gesellen. auch wir mit allen angeführten Punkten einig gehen. D. R. ** Münzenberg, 13. September. Am Sonntag ist bie hiesige Bahnhofswirtschaft eröffnet worden. Wirt ift der Inhaber der Bahnhofswirtschaft zu Gambach, Metz. * Friedberg, 13. September. Der Großherzog begab sich am Samstag- Vormittag vor der Abreise nach Wolfsgarten zu Fuß aus dem Schlosse nach der Binde waldschen Fabrit. Daselbst war Kreisrat Fey anwesend, welcher die Fabrikanten H. Bindewald und F. Bindewald senior und junior vorstellte. Der Landesherr besichtigte unter Führung der Inhaber eingehend die Fabrit, insbesondere wandte der Großherzog sein lebhaftes Interesse dem von der Firma Bindewald nen erfundenen farbigen Politurverfahren zu. * Friedberg, 12. September. Landtagswahl. Am 10. d.. fand hier eine Versammlung der Vertrauensmänner aus dem Landtagswahlkreis Friedberg- Land- BadRauheim statt, welcher der Landtagsabg. Hirschel und seitens Die Versammlung entschied sich dahin, daß der Bund der Landder Geschäftsstelle Neureuther aus Frankfurt beiwohnten. wirte einen selbständigen Kandidaten aufstellen solle und dieser der Freien wirtschaftlichen Bereinigung des Landtags beitritt. Wahl wurde Gutsbesizer Breidenbach aus Dorheim mit Bei der hierauf durch Stimmzettel erfolgten zwölf Stimmen als Kandidat des Bundes aufgestellt, während auf Gutsbesitzer Beith, Nieder- Wöllstadt, den Neffen des früheren Abg. Weith, 6 Stimmen fielen und 3 weiße Bettel abgegeben wurden. Gutsbesitzer Breidenbach nahm die Kandidatur an. ( Oberh. Anzgr.) -tt Bad- Nauheim, 13. September. Spielplan des Aurhaus Theaters. Montag, 11. September:„ Die Aurhans- Theaters. Herren Söhne", Volsstück von Oscar Walther und Leo Dienstag, 19. September:" Die Logenbrüder", Stein. Schwant von Carl Laufs und Curt Kraatz, Gastspiel von Frl. Else Roetscher vom Stadttheater in Riga:„ AltHeidelberg", Schauspiel von Wilhelm Meyer Förster. Freitag, 22. September: Leste Vorstellung Pension Schöller", Bosse von W. Jacoby und Carl Laufs, dazu: Balleteinlage von Frl. Liny Eichbrodt, Ballmeisterin vom Stadttheater in Straßburg. " Bad- Nauheim, 13. September. Hier ist der 25 000. Aurgaft eingetragen worden. Die Frequenz des Babes ist die denkbar günstigste. Am 1. September waren insgesamt schon 2127 Rurgäste mehr anwesend, als am gleichen Tage des vorigen Jahres. * Marburg, 13. September. Am 19. September wird die ganze Strecke der Marburger Kreisbahn vom Südbahnhof an bis nach Dreihausen, die bisher bekanntlich bis Ebsdorf im Betrieb war, dem Verkehr übergeben. ?? Homburg, 13. September. Das Kaiserliche Hoflager wird am Freitag wieder nach hier verlegt, wo es voraussichtlich bis zum 27. September verbleibt. Vom Vogelsberg, 13. Sept. Die Aufforstungen nehmen einen ständigen Fortgang. In einer Forstwartei wurden im laufenden Jahre 120 Rormalmorgen Debländereien und schlechte Wiesen mit Fichten aufgeforftet. Worms, 13. September. Milchaufschlag. Die Wormser Milchhändler haben mit Beginn dieser Woche für das Liter Milch einen Preisanfschlag von 2 Pfg. eintreten lassen. Infolge der hohen Preise für Fleischwaren schlachtet ein Pferdemezger, der früher wöchentlich nur ein Pferd schlachtete, jetzt deren fünf in der Woche. " " - Geschäftliches. Weltwunder". Mit Bezug auf das am kommenden Samstag von der hiesigen bekannten Firma Brüder Schmidt veranstaltete Probewaschen zwecks praktischer Vorführung der Weltwunder.Waschmaschine dürfte es interessieren, daß die Maschine auf der vorigen Monat stattgefundenen Ausstellung in Hagen mit der Goldenen Medaille" prämiiert wurde. Vor Kurzem erhielt Weltwunder" in Paris den„ Grand Prir", von vielen begehrt, von wenigen erreicht und Anerkennungsschreiben aus reden die zahlreichen Tausenden von Familien, welche bereits" Weltwunder" benußen, die gleiche Sprache des Lobes. Obengenannte Firma hat die Alleinvertretung für Gießen und Umgegend. Marktberigte. Stehen, 14. Sepbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per fb. 1.10-1.20 I., Sühnereler per Stück 7-8 Bfg., Enteneter St. 6-7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Bfg. Erbsen per Biter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Baar 2021. 0.80-1.00, Hühner per Stud Mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stud 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Pfd. 00-00 fg., Dssenfleisch per fb. 72-82 Bfg., Rindfletsch per Bfb. 70-72 Pfg. per Pfd. Schweinefleisch 76-86 Bfg. Sowetne fleisch gesalzen per Pfund 0.90 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-80 Bfg. Sammelfleisch per Pfd. 50-76 Bfg., Kartoffeln pro 100 kilo 5.00-700 m., Swiebeln per 3t. Mr. 8.00-10.00, Weistraut 10-15 Pf. per Stud, Zentner 3-4 Mt. Hepfel per Zentner 6-10 m.. Swetschen per Zentner 0,00.- 0.00, Kirschen per Pfd. 00-00 Bfg Milch per Liter 20. Pfg. Dauer der Marktjet bon 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenfiände des Wochenmarktverkehrs dürfen bor Beginn der Marktzett überhaupt nicht, und während der erften brei Stunden der Marktzeit im Umberziehen feilgeboten werben. * Wochenbericht der Zentralstelle, für Obstvers M. Die Durchschnittspreise wertung in Frankfurt a. M. betrugen: Pfirsiche 20-00 Mt., Mirabellen 11-14 Mt., 8wetschen 6-10 t., Preißelbeeren 15-00 r., Aepfel und Birnen je nach Sorte 6-15 Mt., Falläpfel 5 wt., alles per Zentner. Sießener landwirtschaftlicher Wetterbient. Boraussichtliche Bitterung in Hessen für Freitag, den 14. September. Vorwiegend heiter, trocken, am Tage mäßig warm, nachts fühl. ( Räheres durch die Gießener Betterfarte.) Berantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibs in Gießen. Biergrosshandlung Emil Schmall Tel. 83. Gießen, Frankfurterstraße 7 empfiehlt ächt Culmbacher Bier Tel. 83.. Münchener Bürgerbräu- Bier Dortmunder Union Pilsenerوو Löwenbräu" sowie Frankfurter und hiesiges Bier in Flaschen, Gebinden, Selbstschänker( Syphon à 5 Liter). Roelle Preise. Aocht Pilsener Urquell nur in Syphens á 5 Liter. Beinlichste Reinlichkeit der Abfüllang. Für alle Lieferungen Garantie der Originalität. 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Lauf- Puß- und Waschfrauen. lungen auf Grund des Artikel 43 des Feldstrafgesezes Im Anschluß an den Kauf mit Geldstrafe von 1 bis 10 Mt. bestraft werden. männischen Verein: Verkäufer: innen, Buchhalterinnen, Kassiererinnen; an den HausbeamtinnenVerein Stüßen, Kinderfräulein, Haushälterinnen, Gesellschafterinnen gegen vorschriftsmäßige Gebühren. Schnett rocknend Fussbode Oelfarben nicht nachklebend, La Parkettwachs Parkettwachs ohne Glätte fowie alle sonstigen Artikel zum Auftreichen und Wichsen der Fußböden bei Emil Fischbach Gleken. Junger kräftiger Hausbursche ab 11. September gesucht. Näh. in der Erped. d. Blattes. Kausbursche Gießen, den 11. September 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Gartenstraße zwischen Löber- und Stephanstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 12. September 1905. Großh. Bolizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Die unterm 5. August 1905 angeordnete Sperre der Grünbergerstraße von der Wolf- bis zur Landmannstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 12. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Grünbergerstraße zwischen Teutonen- und Schüßenhaus von heute an bis auf Weiteres für den Fuhrberfehr gesperrt. Sießen, den 12. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Molttestraße zwischen Oftanlage und der Wieseck Brüder Schmidt, Giessen. Goethestraße 18 der ſtadtkundig und geweckt von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr Restauration „ Karlsruh“ an der Chaussee Giessen- Lollar Schönster Aussichtspunkt um Giessen. Lokalitäten der neuzeit entsprechend Neu erbauter Saal, sowie grössere und kleinere separate Zimmer für Vereine, Gesellschaften etc. Wein, Bier, Kaffee, Milch und Speisen in nur vorzüglicher Qualität. Ede der Südanlage ist, sofort gesucht. 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