nicht gewußt, warum. hat angefangen an allen Gliedern zu zittern, sie hat ſelber fie das Kind betrachtet von oben bis unten. Also das ist die tleine Esther," hat sie gesagt, dabei hat Augen und einer gebogenen Nase ist herausgetreten. Die Esther Tante Vera nennen und ſehr artig sein, dann soll di Dann hat die Dame weiter gesprochen:" Du wirst mich Dame im schwarzen Seidenfleide, mit hellen, fast farblofen, ruchefinn find außerordentlich scharf, bestimn fompli Merger genug. Ueberhaupt die Esther ist ein Mensch, und sie bereitet Tante Vera Kop imstande, fie in wechselnde Stimmungen 31 un, natürlich als ein artiges, fittsames i Wie hatte Tante Bera sich die Esther nd kehrt sich zum es dringt durch die Den Groll über den schmude Anwesen in die Tasche stecken Commen! fragt Karl in der mit langen Schritten runnentranz. faßt in genau die hätte er ihn gestern md sieht Lenen frad redt ihm den Ver3 Tautvetter- blog lacht, aber den Ring nn fann ich ihn nicht ebt sie ihn an den on bei den Schultern n Auß. Und dann mter denen das Herz Sa, das Tautvetter! Irbeit getan?" nunzelnd der Bauer so halbwege." ein Gesicht, wie der wurde!" warte ich hier schon eine dit." Nr. 189. usertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz OberBeffen, die Kreise Wehlar unb Marburg 10 Pfg. sonst 15 Bfg. Reklamen bie Petitzelle 30 reip. 40 Big. Nebattion u. Saupterpebttion: Gießen, Settersweg 88. Fernsprechanfchluk Nr. 362. Montag, den 14. August 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen bierteljährl. Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Viehzucht und fleischpreise. Im preußischen Landwirtschaftsministerium hat eine Beratung der Vorsitzenden der Landwirtschaftskammern in Anwesenheit des Ministers v. Podbielski stattgefunden. Das Ergebnis der Konferenz wurde am Nachmittag von dem Landwirtschaftsminister Herrn v. Podbielski bei dem Bankett der Landwirtschaftskammer- Vorsitzenden in einer programmatischen Tischrede der Deffentlichkeit unterbreitet. Wir geben im folgenden den Inhalt der Ausführungen des Herrn Ministers wieder: „ Der deutschen Landwirtschaft ist zu Unrecht der Vorwurf gemacht worden, daß sie nicht imstande sei, die Bevölkebor rung des Reichs in genügendem Maße mit Fleischnahrung zu versorgen. Die Behauptung, eine Zunahme des Rindviehbestandes von 10 Millionen auf 11 Millionen Haupt und des Schweinebestandes von 10,9 auf 12,56 Millionen sei gegenüber der Vermehrung der Bevölkerung unzulänglich, läßt einen sehr wesentlichen Faktor außer Betracht, den nämlich, daß die Qualität unseres Viehs sich außerordentlich gehoben hat. Die dürftigen und kleinen Kühe, die ehedem die Regel bildeten, werden auf dem Lande kaum mehr angetroffen, und die Fortschritte unserer Viehzucht haben es dahin gebracht, daß unsere Rinder und Schweine, die sich früher nur langsam entwickelten, schnellwüchsig geworden sind. Die deutsche Landwirtschaft ist demnach in der Lage, den heimischen Bedarf zu decken, und namentlich kann die Produktion an Schweinefleisch der jeweiligen wachsenden Nachfrage sich ohne Schwierigkeiten schnell anschließen. Was den Preis des Schweinefleischs betrifft, so ist es eine irrige Annahme, daß er nur oder hauptsächlich von dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage abhängig sei. Auch die Produktionskosten üben eine wesentliche Einwirkung aus. Man braucht nur zu bedenken, daß ein Zentner Schweinefleisch bei uns die Verfütterung von zehn Zentnern Kartoffeln zur Voraussetzung hat, um einleuchtend zu finden, daß bei uns der Kartoffelpreis den Preis des Schweinefleischs in erster Reihe mit bedingt, wie in Amerika, wo Maisfütterung die Regel ist, die Schweineproduktionskosten allem von dem Ausfall der Maisernte abhängig sind. Im übrigen sollte man der Schweineaufzucht einen nicht zu farg bemessenen Ertrag um so eher gönnen, als er zumeist den Aermsten zugute kommt, den kleinen und kleinsten Besizern, Bächtern und Landarbeitern, die in der Regel nur zwei Schweine aufziehen: eins für den eigenen Bedarf und eins zum Verkauf. Auf diese Schichten der landwirtschaftlichen Bevölkerung entfallen 75 Prozent der gesamten Schweineproduktion, während die Besitzer von 100 Hektar Landes und darüber nur mit 8 Prozent daran beteiligt sind. Eine Preissteigerung, die allgemein ist, muß als wünschenswert und erfreulich betrachtet werden, insofern sie eine Erhöhung des durchschnittlichen Standes der Lebensführung anzeigt. Eine übermäßige Steigerung aber müssen wir selbst am meisten beklagen, weil sie ein Trugbild darstellt und zu einer Zuchtvermehrung führt, die einen schroffen Rückschlag herbeizwingt. Eine solche übermäßige Preissteigerung ist jezt vorhanden, und unsere Aufgabe wird es sein, Mittel zur Beseitigung ausfindig zu machen und anzuwenden. Dazu zähle ich eine Reform der Preisnotierungen auf den Schlachtviehhöfen in der Richtung, daß der tatsächliche Preisstand genau und zuverlässig wiedergegeben, das Lebendgewicht festgestellt und der Schlußscheinzwang eingeführt wird. Dabei darf nicht außer Augen gelassen werden, daß alljährlich im Juli und August die Preise anzuziehen pflegen. Die hohen Preise werden wohl auch noch 3 bis 4 Wochen anhalten; dann aber ist meines Erachtens durch den Ueberfluß an Schweinefleisch ein Nachlassen mit Sicherheit zu erwarten. Mangel, das sei wiederholt betont, ist auch jetzt nicht vorhanden, und ihm ist die Höhe der Preise nicht zuzuschreiben. Das zeigen schon die Berliner Auftriebzahlen, die lezthin eine Höhe erreicht haben( 13 560 Schweine), wie im vergangenen Jahre nie und im vorvergangenen Jahr nur an wenigen Tagen. Und der Markt wurde nicht ganz geräumt! Das einschlägige Material foll der Deffentlichkeit vollständig übergeben werden. Ich habe in einem Blatt den Vorschlag gelesen, der Berliner Magistrat möchte eine Schweinemästerei für hunderttausend Schweine einrichten. Ich wäre mit der Ausführung dieses Vorschlages vollkommen einverstanden, und die Landwirtschaftsverwaltung würde zur Förderung des Projektes alles tun, was in ihren Kräften steht. Die Probe würde zeigen, ob die Stadt Berlin selbst bei den hohen Fleischpreisen auf ihre Kosten kommt. Es ist uns gelungen, durch rücksichtsloses, hartes, aber durch das Gemeininteresse als notwendig erkanntes, opferwilliges Borgehen die Lungenseuche vom deutschen Vichbestand fernzuhalten, die Maul- und Klauenscuche zu unterdrücken. Das hat große Aufwendungen verursacht, hunderte Millionen, die von der deutschen Viehzucht aufgebracht werden mußten und bei ihr natürlich unter den Produktionskosten zu Buche stehen. Wir haben damit erreicht, daß unsere Märkte und Ställe gesund sind. Aber jede Einfuhr bildet eine Bedrohung, wenn die Einfuhr nicht auf das genaueſte überwacht und aufs äußerste eingeschränkt wird. Mit jeder Massenbewegung von Vich ist die Gefahr der Seucheneinschleppung und der Seuchenverschleppung verbunden. In England, das man als das klassische Land des Freihandels zu betrachten gewohnt ist, darf deshalb kein Stück lebendes Vieh eingeführt werden. Es wäre unverantwortlich, wollten wir um einer vorübergehenden unerfreulichen Preishöhe willen das ungeheuere Vermögen, das von der deutschen Viehzucht repräsentiert wird, aufs Spiel feßen. Der preuBische Rinderbestand bewertet sich auf 2½ Milliarden, der deutsche auf 4% Milliarden Mark, der preußische Schweinebestand auf 700 Millionen, der deutsche auf 1 Milliarde Mark. Diese unter großen Opfern von Seuchen befreiten und vor ihnen gehüteten Werte durch Deffnung der Grenzen wieder der Verseuchungsgefahr aussehen das können wir nicht, das dürfen wir nicht! Diese Gefahr aber ist vorhanden und schon recht nahe gerückt. Die sibirische Pest ist bereits in Russisch- Polen ausgebrochen. Ich habe mir die Frage vorlegen müssen, ob angesichts dieses Umstandes die Grenze nicht völlig zu schließen wäre. Ich bin nach reiflichen Erwägungen zu dem Ergebnis gekommen, daß ich davon Abstand nehmen kann, solange die Seuche jenseits der Weichsel bleibt. Hat sie aber die Weichsel an irgend einer Stelle überschritten, so werde ich die Anordnung der völligen Grenzsperre für meine Pflicht halten." Ift der friede in Sicht? ( Eig. Bericht.) London, 12. August. Die Nachrichten über den Stand der Friedensverhandlungen bieten ein Bild von solcher Verworrenheit, daß auch das hellhörigste Ohr kaum irgend eine Antwort aus all den Depeschenreden und angeblichen programmatischen Erklärungen auf die Frage heraushören kann: Ist der Friede gesichert oder nicht?" Die gestern als absolut sicher in die Welt gesandte Liste der japanischen Forderungen wird heute wieder als unrichtig bezeichnet. Zu gleicher Zeit will man aber wissen, daß Rußland bereits Gegenvorschläge gemacht oder einzelne der japanischen Wünsche, so die Abtretung Sachalins, die Beschränkung in der Zahl der Kriegsschiffe und die Auslieferung der in neutralen Häfen anfernden Panzer abgelehnt hat. Nach der einen Quelle soll bei den Friedensdelegierten der tiefste Pessimismus herrschen, andererseits wird behauptet, Witte beschäftige sich ernstlich mit der den Japanern zu erteilenden Antwort und halte eine Verständigung für wahrscheinlich. In Wirklichkeit liegt die Sache so, daß alle nach Europa gelangenden Meldungen auf Vermutungen, wenn nicht Erfindungen beruhen. Von beiden Seiten bewahrt man in Portsmouth vorläufig absolutes Stillschweigen, und steht ein Mitglied des Kongresses einmal einem Ausfrager Rede, so ist es sicher, daß nur gänzlich unverbindliche und inhaltslose Worte gemechselt werden. Die japanischen Forderungen mögen nicht ganz so lauten, wie sie veröffentlicht wurden. Aber wahrscheinlich decken sie sich im allgemeinen mit den Veröffentlichungen. Das liegt in der Situation selbst, denn umsonst wird Japan die ungeheuren Opfer nicht gebracht haben es verlangt positive Leistungen. Rußland wird sich selbstverständlich so lange wie möglich sträuben und auch vielleicht schließlich einige Erleichterungen erzielen. Aber es hätte seine Gesandten nicht nach Portsmouth geschickt, wenn es nicht entschlossen gewesen wäre, materielle Anerbietungen, also Kriegsentschädigung in irgend einer Form und Abtretung gewisser Gebietsteile, zu geben. Wie aber die Diplomaten in Portsmouth zurechtzukommen trachten, das verraten sie vorläufig nicht. Politifche Rundfchau. Deutsches Reich. * Wie neuerdings verlautet, soll die Marokkokonferen; im November in Spanien stattfinden und zwar wahrscheinlib in Cadix unter dem Vorsitz Morets. Die Nachricht fonnt aus Spanien selbst und ist bisher nicht amtlich beglaubigt. * Die Vorbereitungen zur gesetzlichen Regelung der Schulunterhaltungspflicht in Preußen werden neuerdings mit verstärkter Energie betrieben. Von maßgebender Stelle ist ein Nachweis über die vom Fiskus zur Besoldung der Lehrpersonen, zu den Schulunterhaltungskosten und Schulbaukosten zu leistenden Beiträge aufgestellt worden. Die Schulvorstände sind veranlaßt worden, anzugeben, ob der Fiskus zu derartigen Beiträgen und in welcher Höhe bei den einzelnen Schulen verpflichtet ist und worauf diese Verpflichtung beruht. Ueber die Gehälter der etatsmäßigen unmittelbaren Staatsbeamten haben die preußischen Minister der Finanzen und des Innern eine neue Zusammenstellung der Vorschrif ten an die Oberpräsidien und Regierungen der Bezirke ergehen lassen. Die Vorschriften fassen die bisherigen ErLasse zusammen, bringen daher keine wesentlichen Neuerun gen. Sie verbreiten sich über Nachzahlungen, Pensionen, Witwen- und Waisengeld, Berechnung der Dienstzeit, Zivilanwärter und die Anrechnung früherer Dienstzeit. * Die herrschende Fleischteuerung hat in Frankfurt am Main über 30 Metger zur Schließung ihrer Läden peranlaßt. Massenversammlungen sollen in dieser Woche stattfinden, um Stellung zu der Frage zu nehinen. In Dresden forderte eine Versammlung von der Seichsregierung Deffnung der Grenzen und sofortige Aufhebung der städtischen Einfuhrzölle. Die Fleischer- naang in Botha beschloß beim Stadtrat um Einfuhr von auslän dischem Schlachtvich zu petitionieren. * Ein umfangreicher polnischer Hechverratsprozeß ident sich vorzubereiten. Auf Grund eines durch die Staaten. waltschaft in Gleiwig erlassenen Haftbefehls wurde der Ve gründer der polnischen Bibliothek und mehrerer polnischer Vereine Johann Wyeist aus Rabrze verhaftet. Er soll ge meinsam mit anderen Verdächtigen großpolnische Verbindungen unterhalten haben. Es sollen bereits hundert Zeugen vernommen werden sein. England. ** Bei der Vertagung des Parlaments hielt der König eine Rede, in der er die auswärtige Politik besprach. So drückte er die Hoffnung auf einen baldigen günſtigen Abschluß der Friedensverhandlungen zwischen Japan und Rußland aus, erwähnte, daß die Signatarmächte der Konvention von Madrid vom Sultan von Marokko zu einer Reformkonferenz eingeladen seien, und äußerte das Vertrauen, der Unionsstreit zwischen Schweden und Norwegen werde sich befriedigend lösen. Rufeland. ** Nach amtlicher Bekanntmachung sollen die Entwürfe wegen Teilnahme von Volksvertretern an der Gesetzgebung dem Kaiser in der nach seinen Absichten abgeänderten Form vorgelegt werden. Inzwischen nehmen die Attentate ihren Fortgang. Der Polizeimeister von Radom wurde durch eine Bombe verwundet. In Warschau wurde der Verwalter einer seit Wochen gesperrten Fabrik durch zwei Männer erschossen und das ihnen folgende Dienstmädchen berwundet. In Petersburg droht eine Hungersnot im Arbeiterviertel. Balkan- Staaten. ** Das jetzige serbische Ministerkabinet unter dem Vorsit Stojanowitsch hat seine Entlassung eingereicht, da es seine Mission mit der Beendigung der Wahlen für beende! ansieht. Die Demission wurde angenommen. Afien. ** Trotz der schwebenden Friedensverhandlungen lassen die Japaner in den Truppensendungen nach dem ostasiatischen Kriegsschauplatz nicht nach. Täglich werden Soldaten ausgehoben und nach der Front abgesandt. Auf Sachalin griffen die Japaner gleichzeitig zu Wasser und zu Land eine russische Stellung 20 Meilen östlich Korsatowsk an. Nach zweistündiger Beschießung ergaben sich die Russen in Stärfe von 123 Mann. Amerika. ** Präsident Roosevelt sprach in Chautaugna, Staal Newyork, über die Monroe- Doktrin und sagte, die südameri fanischen Republiken dürften nicht Schuß auf Grund dieser Dottrin erwarten, falls sie sich der Bezahlung regulärer Schulden entziehen wollten. Er sei de jegen, daß sich fremde Nationen zu Herren südamerikanischer Rollämter machten, aber die Vereinigten Staaten würden keinen Krieg anfangen, um europäische Nationen zu verhindern, die Befriedigung gerechtfertigter Forderungen zu erlangen, vorausgesetzt, daß es dabei nicht zu einer Okkupation von Land kommt. In bezug auf die Trusts sagte Roosevelt: Wenn sich die be stehenden Gesetze als unzulänglich erweisen, so ist eine wei tere Gesetzgebung unumgänglich nötig. Meiner Meinung nach sollten alle Korporationen, welche zwischenstaatlichen Handel treiben, unter der Aufsicht der Regierung stehen. Roosevelt soll einen Handelsvertrag mit Deutsch Iand vorbereiten. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser hat in Wilhelmshöhe den Präsidenter der Columbia- Universität Butler und den Dekan von der jelben Anstalt Prosessor Burgeß empfangen. Soziales Leben. Beendigung des Lohnstreiks im sächsisch- thüringischen Färbereigewerbe. In mehreren Versammlungen in Meerane beschlossen die ausständischen Färber, die Arbeit wieder auf. zunehmen. Die Arbeiter nahmen den von der Vergleichs. fommission vorgeschlagenen Lohntarif von 14,70 Mk. für Glauchau und Meerane und 14,40 Mr. für die übrigen Orte Die Wiederaufnahme der Arbeit soll Dienstag erfolgen. Da sich die Glauchauer Ausständigen anschließen, ist der Streit beendet mit dem Resultat, daß die Arbeiter eine Lohnerhöhung erhalten. Die drohende Aussperrung der Tertilarbeiter, die am 19. August stattfinden sollte, ist mit diesem Vergleich vermieden. an. Schadenersatz für Kontraktbruch. Die bei der Aktiengesellschaft Schötte in Rheydt ohne Kündigung in den Aus. stand getretenen Arbeiter hatten sich vor dem Gewerberie Rebaltion ber Arum Berling gericht zu verantworten. Die Firma klagte gegen die Streifenden wegen Vertragsbruchs auf Schadenersatz, der von Sachverständigen für die 16 Lage seit Ausbruch des Streits auf 7044 Mt. festgestellt wurde. Das Gericht verurteilte die 62 streifenden Arbeiter, den Schadenersatz in dieser Höhe zu leisten und außerdem die Kosten des Ver. fahrens zu tragen. Nab und Fern. † Von der Automobilwoche. Die deutsche Automobilwoche in München hat ihren Anfang genommen. Bei dem Kesselbergrennen, mit dem die Veranstaltung begann, starteten 44 Motorräder. Es wurden sieben Minuten erzielt, die Durchschnittsleistung betrug acht Minuten. † Durch Brunnengase getötet. In einer chemischen Fabrik in Breslau waren zwei Arbeiter bei der Ausführung von Schlammarbeiten beschäftigt. Dabei wurden sie durch ausströmende Brunnengase erstickt. † Korsett und Geisteskrankheit. Eine junge Frau aus Develgönne, die zum Besuch bei Verwandten in Altona weilte, erfrankte dort plötzlich auf einer Vergnügungstour. Ein herzugerufener Arzt stellte fest, daß infolge starken Schnürens Blut ins Gehirn gedrungen war und eine Geistesstörung hervorgerufen hatte. Die Frau war mehrfach gewarnt, der Eitelkeit nicht nachzugeben und von.cm starken Schnüren abzulassen. † Das Unwetter in der Pfalz. Immer bösere Nachrichten kommen von den Folgen des Unwetters, das besonders in der Pfalz furchtbar gehaust hat. Namentlich das Hagelwetter war schrecklich. Es fielen Hagelförner von sieben Zentimeter Durchmesser. Die Dächer sahen aus wie von Kugeln durchlöchert. Der Sturm hob Güterwagen aus dem Gleis. Die Tabaksfelder, die Hopfenfelder und der Zuckerrübenbau haben erheblich gelitten. Die Weinernte ist teilmeise vernichtet. Der Landtagsabgeordnete Hammerschmidt richtete ein Schreiben an das bayerische Ministerium wegen der bedrängten Lage der Winzer, sowie der Obst- und Tabalbauer. † Gebäude- Einsturz. In Chemnitz stürzte bei dem Neubau der Kaserne für das neu zu errichtende Ulanen- Regiment eine Barade ein. Zwölf Maurer wurden unter den Trümmern begraben. Einer ist tödlich verletzt, die übrigen erlitten meist schwere Verwündungen. † Der Mann als Aukläger seiner Frau. In Berlin wurde eine Frau auf Anzeige ihres Mannes unter der Anklage, den Tod ihres dreijährigen Söhnchens veranlaßt zu haben, verhaftet. Sie wollte mit dem Kinde einen Spaziergang machen und ging noch einmal zurück, um ein Butterbrot für den Kleinen mitzunehmen. In der Zeit fiel das Kind die Treppe hinunter, erlitt eine Gehirnerschütterung und starb am Tage darauf. Der Ehemann bezichtigte nun die Frau, durch Schläge auf den Kopf den Tod des Kleinen herbeigeführt zu haben. Die Untersuchung soll ergeben, ob Fahrlässigkeit oder Gewalt als Todesursache zu betrachten ist. † Brand- Unglück. In einem einsam im Walde belegenen Hause bei Haßlinghausen in Westfalen brach Feuer aus, das die Treppe zu dem Schlafzimmer in Flammen ſetzte. Die Frau, die allein zu Hause war, warf Betten durchs Fenster und hinterher ihre drei kleinen Kinder. Als sie dann selbst nachsprang, brach sie das Rückgrat und war sofort tot. † In den Bergen verunglückt. Zwei geübte Alpinisten aus Basel, Apotheker Hermann und Kaufmann Geldner, gerieten bei der Besteigung der Jungfrau in ein Unwetter. Eine Hilfsexpedition fand am Guggigletscher die Leiche Hermanns. Von Geldner wurde an der Silberlücke der Gletscherpickel entdeckt; man vermutet, daß auch er unigekommen iſt. † Gattenmörderin in Notwehr. In der ungarischen Gemeinde Gilad quälte der der Truntsucht ergebene Landwirt Dragalina seine Frau durch fortgesetzte Mißhandlungen. Als die Unglückliche vor dem Wüterich aus dem Zimmer flüchten wollte und dieser ihr den Weg vertrat, griff die Frau in der Verzweiflung zu einer Art und spaltete dem Gatten den Kopf. Die Gattenmörderin stellte sich selber den Behörden. † Bootsunfall auf dem Meere. Bei einer Vergnügungsfahrt, die vier Matrosen bei Cette in einem Boote auf dem Meere machten, brachte ein Windstoß das Fahrzeug zum Kentern. Drei der Insassen ertranken, der vierte wurde, nachdem er sich über drei Stunden an dem umgeschlagenen Boote festgehalten hatte, von einem Dampfer gerettet. † Ein verheerender Blitzschlag. In La Tieule in Frankreich fuhr ein Blitz in die Weide eines Grundbesitzers und tötete 20 Widder, 84 Hammel, 246 Schafe und 218 Lämmer, insgesamt also 568 Stück Vieh. Der Schaden beträgt über 15 000 Francs. † Vater und Sohn. In Wallerthein geriet ein Tagelöhner mit seinem Vater in Streit. Es kam zu Tätlichkeiten, der Vater erlitt eine Verlegung am Kopfe, es trat Blutvergiftung hinzu, und der Mann starb. Aus Gram über diesen Ausgang machte der Sohn seinem Leben durch Erhängen ein Ende. † Automobil- Unfall. Der Fürst und die Fürstin Rad. ziwill sind bei ihrer Fahrt zu der deutschen Automobilwoche nach München auf der Chaussee verunglückt. Das Fahrzeug stürzte in den Graben und wurde zertrümmert. Die Insassen tamen unter den Wagen zu liegen. Die Fürstin erlitt eine leichte Verletzung am Kopfe, der Kammerdiener, der aus dem Automobil herausgeschleudert wurde, trug eine Verletzung am Arm davon. † Der Künstler als Gattenmörder. Der berühmte Bildhauer Filippo Cifoviello hat in Neapel seine Frau aus Eifersucht erschossen. Der Künstler hatte seine Frau, eine bildschöne blonde Französin von eleganter Erscheinung, in einem Café fennen gelernt, wo sie als Chanteuse auftrat. Das Bild seiner Frau, das er als Sphyny modelliert hatte, wurde auf der internationalen Kunstausstellung in Venedig sehr beachtet. † Ein bayerischer Gedenktag. In den Tagen vom 13. bis 15. August wird in Aidenbach die 200jährige Gedächt nisfeier an die Erhebung des niederbayerischen Volkes zugunsten des Kurfürsten Mar Emanuel und an die Schlacht bei Aidenbach in feierlicher Weise begangen. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts war nach der Schlacht von Höchstädt der Kurfürst Mar Emanuel von Bayern vom Kaiser geächtet und der Regierung entsetzt worden. Zu seinen Gunsten erhob sich das Landvolk, und es folgte ein erbitterter Kampf mit den Kaiserlichen, bis am 8. Januar 1706 das letzte niederbayerische Aufgebot nach heldenmütiger Gegenwehr bei Aidenbach fast gänzlich aufgerieben wurde. Der Erinneyung jener Zeit gilt die Feier, an der auch Prinz Ludwig von Bayern teilnimmt. † Acht goldene Hochzeiten. In einer kleinen Gemeinde in Belgien begingen zu gleicher Zeit acht Familien das Fest der goldenen Hochzeit. Begleitet von Kindern, Enkeln und Urenkeln, zogen die greisen Jubelpaare in feierlichem Buge gemeinsam zur Kirche. Die Behörden wohnten der rührenden Feier bei und verliehen jedem Paare eine Erinnerungsmedaille. Aus der ganzen Umgegend hatte sich eine große Menschenmenge in dem Dertchen eingefunden. † Eine amerikanische Millionen- Erbschaft. Aus dem Rheinlande mer vor langen Jahren ein Mann nach Kalifornien ausgewandert. Er galt als verschollen, da kommt jetzt die Kunde, daß er seinen armen Verwandten in Deutschland sein Vermögen in Höhe von sechzig Millionen Mark vermacht hat. Die Erbschaft verteilt sich auf 35 Familien, die im Taunus und am Rhein wohnen. Also einmal eine wirkliche amerikanische Millionen- Erbschaft! † Mordversuch auf den Vorgesezten. In Dresden feuerte der Kassierer Döring von der Wohltätigkeitsanstalt n balidendant" auf den Direktor Zimmer mehrere Revolverschüsse ab. Döring war nach dreißigjähriger Tätigkeit in den Ruhestand versetzt. Zwei andere Herren wurden ver legt. Bei dem Täter wurden mehrere Revolver gefunden. † Segelsport. Bei der Regatta um den Preis der Stadt Cowes, an der auch der„ Meteor" teilnahm, hat die deutsche Jacht Brunhilde" den Sieg davongetragen. † Siebenfacher Mord. Im Delirium erschlug ein Müller in Tomaschow in Russisch- Polen seine Frau, Tochter und Schwiegermutter mit einem Beil. Zwei Arbeiter, die den Rasenden entwaffnen wollten, wurden ebenfalls getötet, und nicht anders erging es zwei Dienstmädchen, die ihm auf dem Hofe begegneten. Als er zur Besinnung fam und sah, was er angerichtet, nahm er sich selbst das Leben. † Gruben- Unglück. Auf einem Schacht der Grube„ Baumier" bei St. Etienne wurden drei Arbeiter durch einen Erdrutsch verschüttet und getötet. Der Betrieb wurde sofort eingestellt. † Schreckliches Familiendrama. In der Gemeinde Talabor in Ungarn lebte ein Bauer in Unfrieden mit der Familie seiner Schwester, weil diese nach seiner Meinung eine zu hohe Mitgift erhalten hatte. Er begab sich in das Haus feines Schwagers, schoß ihn nach kurzem Wortwechsel nieder, verletzte durch einen weiteren Schuß seine Schwester am Auge, so daß dieses auslief und jagte dem Vater des Erschossenen eine Kugel in die Brust. Der Mörder trug bei seiner Verhaftung ein zynisches Benehmen zur Schau. - Sonnenfinsternis und Luftballon. Zur Beobachtung der Sonnenfinsternis am 30. August sollen auf der ganzen Erde von der internationalen Kommission für wissenschaftliche Luftschiffahrt Ballonfahrten veranstaltet werden. Da mit werden sorgfältige Wolfenbeobachtungen verbunden. - Das Archiv des Mahdi. In Khartum ist in einem verschütteten Brunnen das Archiv der mahdistischen Regierung entdeckt worden. Die Derwische hatten es vor der letzten entscheidenden Schlacht dort in Sicherheit gebracht. ** Postverkehr mit Mexiko. Vom 1. Juli ab sind im Ver fehr mit Mexiko Postanweisungen in der Richtung aus Deutschland bis zu 200 Mart und in umgekehrter Richtung bis zu 100 Pesas zulässig. Bei der Einzahlung in Deutschland sind die Beträge auf den Bostanweisungen in der Markwährung anzugeben. Die Auszahlung in Meriko erfolgt in der Landeswährung unter Zugrundelegung des beim Eingange der deutschen Ueberweisungsliste in der Stadt Meriko geltenden Wechselkurses. Zu schriftlichen Mitteilungen an die Empfänger dürfen die Postanweisungs- Abschnitte nicht benutzt werden. Die Tare beträgt 20 Pfg. für je 20 Mart des eingezahlten Betrages. Telegraphische Postanweisungen sind im Verkehr mit Mexiko nicht zulässig. § Zum Pücklerprozeß. Gegen seine Verurteilung zu 350 Mark Geldstrafe wegen Beleidigung eines ländlichen Ortsvorstehers hat Graf Pückler Berufung eingelegt. Er will die in der Urteilsbegründung enthaltene Behauptung des Gerichtshofes, daß Zweifel an der geistigen zurechnungsfähigkeit des Grafen vorhanden sei, in der Berufungsinstanz durch Gutachten von Psychiatern widerlegen. - Das längste Telegraphenkabel der Welt. Das Kabel bon San Franzisko nach Manila hat eine Länge von 14 140 Kilometern. Es liegt in der Tiefe von 4000 bis 9638 Metern und führt von San Franzisko über Honolulu, die Midway- Inseln und Mariannen nach Manila. - Natürliches Gas. Bei einer Bohrung bei Frederikshavn in Dänemark stieß man in 15 Fuß Tiefe auf eine Schicht blauen Lehmes, von welcher eine beträchtliche Gasausströmung stattfindet. Eine Entzündung des Gases gab eine zwei Meter hohe Flamme. Man will die, Untersuchung fortsetzen. Der Landwirt. war; Wilhelm Ond Dingen mit bazu b außen hin berühmt er war ein prächtige bie ihn verehrten Stelle in ihrem Ra Brofeffor Dr. Fataltat folgenden Im Namen Univerfitat trete bem teuren Entf 35 Jahre ift er beften Jahre he als Lehrer, als ein Menschenalt gh Verbesserte Praxis beim Säen. Es ist die Wahrneh mung gemacht worden, daß in Frostjahren auf Drillsaaten die Drillreihen zu beiden Seiten der Radspuren, welche die Drillmaschine hinterlassen hatte, stets weniger vom Froste mitgenommen wurden als die übrigen Reihen; auch sonst entwickelten sich diese Reihen besser, als die anderen. Man sucht den Grund für diese Erscheinung darin, daß durch den Druck der Räder eine dichtere Lagerung des Bodens herbeigeführt wird und daß die so geschaffene Vertiefung die Pflanzen schützt. Weitere Versuche haben ergeben, daß die Anbringung von Druckrollen für das Drillen des Wintergetreides ihr Gutes hat, und zwar wegen des natürlichen Schußes, welcher durch die Vertiefung der Rillen den jungen Pflänzchen gegen die Gefahren der Winterkälte gewährt wird, und wegen der günstigen Wirkungen dieses Verfahrens auf die physikalische Beschaffenheit und den Wasserhaushalt des Bodens, endlich wegen der beobachteten Wirkung auf eine gesunde und kräftige Entwickelung der einzelnen Pflanzen. Alle diese Wirkungen treten durch Steigerung des Ertrages in die Erscheinuna. Die Beerdigung des Professor Onden gestern Sonntag Nachmittag 1/25 Uhr auf dem alten Fried hof hatte neben den vielen trauernden Kollegen, Schülern, Verehrern und Freunden des Verstorbenen auch noch eine selten große Zahl Leidtragende aus der Bürgerschaft Gießens zusammenftrömen lassen, welche alle dem so hochverdienten unvergeßlichen Historiker und Lehrer, der ein ganzer Mann am rechten Platze war, das Geleit zu seiner letten Ruhestätte geben. Uns schien es, als wenn sie alle nochmals von ihm, dem Unermüdlichen, den sie so gern zu früher Morgenstunde durch Gießens Straßen wandeln sahen, einen lezten Gruß empfangen wollten. Der Tod, der schon so einige Male bei ihm angepocht und dem seine eiserne Willenskraft mehrere Male troßen konnte, hat nun doch unerwartet seinen Mund, seine feuerige Sprache verstummen lassen. Möge er nun ausruhen, er, auf dem das goldene Bort Kaiser W lhelm des Großen, dem er selbst einer seiner beften Diener war, so recht paßte: † Vom Fahrstuhl zermalmt. In Schöneberg verunglückte ein Molkereibesizer dadurch, daß er einen auf seinem Grundstück befindlichen Lastenfahrstuhl in Ordnung bringen wollte und dabei von dem plößlich in Bewegung kommenden Gewicht erfaßt und gegen die Mauer gedrückt wurde. Als man den Unglücklichen befreite, war der Tod schon eingetreten. des † Bebels Erbschaft. In dem Streit um die Erbschaft verstorbenen Leutnants a. D. Kollmann, der den Reichstagsabgeordneten Bebel zum Haupterben eingesetz! hat, schweben jetzt Vergleichs- Verhandlungen. Bebel hat sich zu einem gütlichen Abkommen bereit erklärt. † Das letzte Schiff Noschdjestwenskys. Das einzige Schiff, das sich von der russischen Ostseeflotte in die Heimat retten konnte, ist der Hilfskreuzer„ Anadys". Er hat auf der Fahrt nach Libau den Großen Belt passiert. Tages- Chronik. In Teschen in Desterreichisch- Schlesien findet in den Tagen vom 17. September bis 1. Oktober eine Bienenzucht- Ausstellung statt. - In Ilmenau wurde ein Kurgast aus Leipzig von einem Motorrade überfahren und tödlich verletzt. Ich habe keine Zeit Müde zu sein. Noch vor wenigen Tagen hatte unser Schriftleiter Ge legenheit mit ihm auf seinem Arbeitszimmer einige Minuten zu plaudern, wobei Oncken die und jene lokalen, politischen wie auch privaten Fragen berührte, trotzdem er gerade Mitten in der Bearbeitung einer größeren Sache sich befand. Sich für Alles interessierend, so fanden wir ihn schon vor 10 Jahren außerhalb des Großherzogtum Hessen gelegentlich eines Vortrages; allezeit liebenswürdig und zuvorkommend zu jedermann. Seine Schüler, alle die ihn kannten und die Nachwelt werden sich seiner stets ehrenvoll und dankbar zu erinnern wissen. Im Theater des französischen Bades Vichy brach ein szenischer Aufbau zusammen, wodurch sechs Schauspieler schwer verwundet wurden. - In Geismar bei Göttingen wurde ein Guts- Administrator von einem polnischen Arbeiter erstochen - Die Trauerfeierlichkeit am Grabe wurde eingeleitet durch den Choral:„ Jesus, meine Zuversicht", worauf Pfarrassistent Sattler folgende Grabrede hielt: " Das offene Grab läßt wie ein scharfes Schwert die Gewißheit durch unsere Seele gehen: Wilhelm Oncken ist nicht mehr unter den Lebenden. So ist ein Mann gefallen, den man wirklich eine deutsche Eiche nennen durfte, die grünte von Anfang bis zu Ende, in der quoll und collte Saft und Kraft einer tief monarchischen Gesinnung, einer frohen patriotischen Begeisterung, die ihn furchtlos und treu sein Innerstes geben ließ, wobin wir ihn stellten war's in der Kammer für unser engeres Hessenland, war's im Reichstag für's große deutsche Reich Eine Hand erfaltet, die mit geübter Feder das Bild des Altreichskanzlers und unsern Heldenkaiser aus deutschem Herzen in deutsche Herzen hinein tiefer gezeichnet hat, als es manches Standbild von Erz und Stein. Ein Mund verstummt, der mit fließender und doch wuchtiger Beredsamkeit tausenden von Studenten in den Hörsälen unserer Universität, unzähligen im weiten deutschen Vaterland und allen Gebildeten in der ganzen weiten Welt einen Eindruck gemacht hat, von dem, was deutsches Wissen errungen und vermehrt mit täglich neuer, unermüdlicher Schaffenskraft und Riesenfleiß vermag. Ein Mann, der die Geister der Wissenschaft beherrscht, wie kaum einer und dabei doch treu war bis ins kleinste, glücklich im kleinen Kreise der Seinen, über denen er in treuer Fürsorge bis zuletzt, anspruchslos für sich selbst, wachte, der zärtliche Gatte seiner Gattin, die vierzig Jahre Freud' und Leid mit ihm teilen durfte. Nun liegt sie wie vom Blizz zerschmettert am Boden, diese Eiche, deren Splitter wir klagend umstehen; sie, die den letzten Anstürmen auf ihre gesunde Kraft, die sie ereilten, mitten in der Ausführung der Pflicht, noch so getroßt. Und ist uns nicht immer furchtbarer der Gedanke, daß der Mann, der am Abend noch friedlich und froh, frisch und gesund sich zur Ruhe legt, schon am nächsten Morgen eine Leiche sein sollte, tot daltegen, weinend von den Seinen umftanden; daß der Geist, der Jahrhunderte der Geschichte als unzerstörbaren Besitz durchdrungen hatte bis in die tiefsten Tiefen hinein, in wenigen Minuten sich lösen sollte, von seiner Hülle? Kommt da nicht die Klage über unsere Lippen, wie wir Menschen doch so gar nichts sind, wie auch die Größten unter uns sind wie ein Dampf, den du jetzt noch siehst und dann ist er verschwunden im Weltenraum? Sollte darum die Klage über die Vergänglichkeit des Menschenfindes im Vordergrund stehen? Nein, die Freude darüber, daß er unser war, der Familie, deren Heim nun so viel einsamer geworden, der Universität, der er treu geblieben und fast sein ganzes Leben geweiht, obwohl andere ihn rufen wollten, der Stadt, die ihn zu ihren besten und edelsten Bürgern zählen durfte, dem großen Baferland ein großer- Sohn, die soll laut werden und sich ausleben im Danfe gegen ihn, der nicht verwelft, so wie der Lorbeer der Kränze, die wir auf sein Grab legen, sondern der sich forterbt von Generation zu Generotion; dabei aber vergeßt nicht, Ihr Studenten der Ludoviciana, feinen Fleiß zu ehren, indem ihr seine Schaffensfreude bis ans Ende Euch zum Vorbild nehmt. Doch als Christen sagen wir mehr; er gehörte zu uns und bekannte sich dankbar zu den Wohltaten des Christentums und der christlichen Kirche; danken wir's ihm, daß er durch all seine Forsch ungen in uns aufs neue den Glauben hat anfachen können: Es ist ein Gott, der über der Geschichte steht, sie lenkt und leitet, der den Völkern thre Männer gibt, der auch unserem Vaterland seinen Heldenkaiser und seinen Bismarc gegeben zur rechten Zeit und auch zur rechten Zeit ihnen zugerufen: Du bist über wenigem getreu gewesen, gebe ein zu deines Herrn Freude" Mit den sehr eindringlichen Worten:„ Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher nicht seines Reichtums, sondern wer sich rühmen will, der rühme sich des, daß er mich wisse nnd kenne," schloß Redner. Es sprach nach dem Gebet und Segen als Erster der Rektor der Landesuniversität Professor Vossius. Wilhelm Dncken ist nicht mehr, er der allezeit ein rechter pflichtbewußter Lehrer der Ludoviciana gewesen und ihr Stolz Reiben. Weit deutschen Lande ift fürwahr ein Rube geleiten; a fhöne Borred ihn, wie er war, fich darftellte. ale ganzen Mann, mit denen er nad wir wiffen es, er er gern unter und heimild geworden feiner Jahre, als uns zu entziehen Deffentlichkeit, wo und begeisterte, b er später seine ländische Geschic Beruf und fei König Wilhelm lich und doch a auführen, web Darstellungefunf durfte fich fagen Themen als preu Erfolg gehabt bat Stufe einer folger und er blieb i baf Falultät un Beinrid Schäfer Daden vorfalugen fegten. Chriftian Fri friefe von Geblüt, feine Eltern, gebore in Heidelberg, wo Dort hat er seine dem ruhigen, fla deutsche Wärme un Temperament fich Wirkungen befähig Göttingen und Be und feine Dottor is Aristotelis et rein philologische Ariftoteles bor a Geftalt des gried punft seines Stu athenische Staat Heidelberg für legte er eine r Athen, ein Be Freiheitsbewegun beruf betätigte e und zwar in de glänzende Redner worden, hat er f der snel die lente, die ihm im ftand begründet lichen Brofeffor Ruf nach Gießen der mit der alten geneigt fein follte von denen mehr er gewählt, weil Seidelberger Le Studien an be Dnden die beliebtesten Siftorifer f hervorgegang zu danken, bantbare S der Begeister daß er 1873 im folgenden Schotten in Reichstagsma Unirerfitat da fophischen Fal Beriode parlan als begeisterter lebte er in Rub Schriftstellerei Staatslehre bes fchieden; fein erfi reich und Preußsa i er jenes großes Darftellungen, unt herrühren: Das Beitalter der Re freiungstriege", en fefteften begründet b dem zur Jahrhun Unser Selbentaife irt. Es ist die Wahrneh jahren auf Drillfaaten Radipuren, welche die weniger vom Froste en Reihen; auch sonst als die anderen. Man ng darin, daß durch den war; Wilhelm Oncken ist nicht mehr, er der vor allen Dingen mit dazu beigetragen, daß unsere Universität nach außen hin berühmt wurde. Gern sahen wir ihn unter uns, er war ein prächtiger Kollege; gern hörten ihn seine Schüler, die ihn verehrten. Die Ludoviciana wird Oncen an oberster Stelle in ihrem Ruhmesblatt gedenken. Professor Dr. Sauer hielt Namens der philosophischen Fakultät folgenden ehrenden Nachruf: ang des Bodens herbei haffene Bertiefung die haben ergeben, daß die Drillen des Winter wegen des natürlichen der Rillen den jungen Winterfälte gewährt angen dieses Verfahrens nd den Wasserhaushalt teten Wirtung auf eine Der einzelnen Pflanzen. teigerung des Ertrages ofeffor Onden auf dem alten Fried Kollegen, Schülern, enen auch noch eine aus der Bürgerschaft alle dem so hochnd Lehrer, der eint Das Geleit zu feiner , als wenn fie alle n, den sie so gern zu Straßen wandeln sahen, Der Tod, der schon nb bem feine eiferne fonnte, hat nun doch e Sprache berflummen auf dem das goldene mer selbst einer seiner eit nser Schriftleiter Ge mmer einige Minuter falen, politischen wie er gerade Mitten he sich befand. Sich wir ihn schon vor aim Deffen gelegenttid und zuvorkommend die ihn fannten und hrenvoll und dankbar wurde eingeleitet durch , worauf Pfarraffiftent Fes Schwert die Gewißheit Hen ist nicht mehr unter 1, den man wirklich eine on Anfang bis zu Ende, einer tief monarchischen terung, die ihn furchtlos n wir ihn stellten war's nd, war's im Reichstag er Feder das Bild des aus deutschem Herzen in als es manches Standummt, ber mit fließender bon Studenten in den weiten deutschen Vater: veiten Welt einen EinWissen errungen und affenstraft und Riesenenschaft beherrscht, wie fleinste, glücklich im in treuer Fürsorge bis er zärtliche Gatte seiner mit ihm teilen durfte. ettert am Boden, diese fie, die den letzten Anten, mitten in der Ausnd ist uns nicht immer am Abend noch frieblich egt, schon am nächsten en, weinend von den hunderte der Geschichte bis in die tiefften Tiefen Ollte, von seiner Hülle? open, wie wir Menschen 3ten unter uns find wie ann ist er verschwunden nglichkeit des Menschen: Freude darüber, daß er iel einfamer geworden, faft fein ganzes Leben Der Stabt, die ihn zu durfte, dem großen den und sich ausleben o wie der Lorbeer der In der sich forterbt bon gt nicht, Ihr Studenten sem ihr seine Schaffens hmt. er gehörte zu uns und wes Christentums und der er durch all seine Forsch mhat anfachen können: ftebt, fie lenkt und leitet, auch unserem Vaterland gegeben zur rechten Zeit : Du bist über wenigem rn Freude"... Mit ben er rühme fich nicht feiner feiner Stärte, ein Reicher rühmen will, der rühme blog Rebner. Segen als Erfter ber or Boffius. Wilhelm Wezeit ein rechter pflicht gewefen und ihr Stol Im Namen der philosophischen Fakultät der LandesUniversität trete ich an dieses frische Grab heran, um dem teuren Entschlafenen den letzten Gruß nachzurufen. 35 Jahre ist er unser gewesen, das raftlose Schaffen seiner besten Jahre haben wir mit angesehen. Als Professor, als Lehrer, als Kollege und Mitarbeiter stand er über ein Menschenalter raftlos, eifrig und pflichttreu in unseren Reihen. Weit ist sein Name hinausgeflungen in die deutschen Lande und weit über ihre Grenzen hinaus. Es ist fürwahr ein berühmter Mann, den wir zur letzten Ruhe geleiten; aber uns wahr er mehr, wir hatten das schöne Borrecht, ihm menschlich nahe zu sein: wir sahen ihn, wie er war, nicht wie er auf der großen Weltbühne sich darstellte. Wir fannten, verehrten und liebten ihn als ganzen Mann, nicht nach glänzenden einzelnen Leistungen, mit denen er nach außen sich Bewunderung gewann. Und wir wissen es, er selbst hat es oft ausgesprochen, daß auch er gern unter uns weile, daß er schnell und völlig hier heimisch geworden war. Er stand in der vollen Kraft seiner Jahre, als ein ehrender Ruf nach Königsberg ihn uns zu entziehen drohte. Schon hatte er, nicht vor der Deffentlichkeit, wohl aber in stiller Arbeit, die ihn beglückte und begeisterte, das Feld zu bebauen begonnen, auf dem er später seine beften Früchte ernten sollte; die baterländische Geschichte der neuesten Zeit, Breußens deutschen Beruf und seine herrlichen Erfüllungen, Bismarcks und König Wilhelms Großtaten, das alles streng wissenschaftlich und doch allgemein verständlich den Zeitgenossen vorzuführen, schwebte ihm als Ideal vor der Seele. Seiner Darstellungskunst und ihrer Wirkungen war er sicher, er durfte sich sagen, daß er mit diesem dankbarsten aller Themen als preußischer Professor unvergleichlich größeren Erfolg gehabt hätte und Königsberg für ihn nur die erste Stufe einer stolzen, aufstrebenden Bahn bedeuten würde und er blieb in Gießen. Das war das beste Zeugnis, daß Fakultät und Senat, als sie zu dem Nachfolger Heinrich Schäfers den damals erft 31jährigen Wilhelm Oncken vorschlugen, den rechten Mann an die rechte Stelle segten. Christian Friedrich Georg Wilhelm Oncken war Dstfriese von Geblüt, aus Varallen am Jadebusen stammten feine Eltern, geboren aber wurde er am 19. Dezember 1838 in Heidelberg, wohin seine Eltern übergesiedelt waren. Dort hat er seine ganze Jugendzeit verlebt, dort hat sich dem ruhigen, flaren Wesen des Norddeutschen die süddeutsche Wärme und Lebhaftigkeit beigemischt, das glückliche Temperament sich ausgebildet, das ihn zu seinen besten Wirkungen befähigen sollte. Er studierte in Heidelberg, Göttingen und Berlin klassische Philologie und Geschichte und seine Dottor- Dissertation von 1861: Emendationes is Aristotelis et Lica Nicomacsea et politica ist eine rein philologische Arbeit. Aber schon damals packte ihn Ariftoteles vor allem als Historiker und Politiker und die Gestalt des griechischen Philosophen wurde ihm zum Mittelpunkt seines Studiums über das griechische, speziell das athenische Staatswesen. Als er sich im Jahre 1862 in Heidelberg für die Philologie und Geschichte habilitierte, legte er eine rein historische Arbeit vor: Isofrates und Athen, ein Beitrag zur Geschichte der Einheits- und Freiheitsbewegung in Hellas. Auch im akademischen Lehrberuf betätigte er sich vorwiegend auf historischem Gebiete und zwar in der neueren deutschen Geschichte und die glänzende Rednergabe, die ihm von der Natur verliehen worden, hat er frühzeitig ausgebildet mit einem Erfolge, der schnell die Aufmerksamkeit auf den jungen Dozenten lenfte, die ihm im Jahre 1866, als er eben seinen Hausstand begründet hatte, die Ernennung zum außerordentlichen Professor in Heidelberg und im Jahre 1870 den Ruf nach Gießen eintrug. Hier wollte man einen Historiker, der mit der alten Geschichte innig vertraut, doch befähigt und geneigt sein sollte, auch neuere zu lehren. Von 6 Kandidaten, von denen mehrere ältere namhafte Historifer waren, wurde er gewählt, weil er diesen Anforderungen entsprach und seine Heidelberger Lehrerfolge die rechte Belebung der historischen Studien an der Universität erwarten ließen. Reichlich hat Onden die Hoffnungen erfüllt; er gehörte sofort zu den beliebtesten Lehrern der Hochschule und viele tüchtige Historiker sind im Laufe der Jahre aus seiner Schule hervorgegangen. Seiner besonderen Begabung hatte er es zu danken, daß er schnell auch außerhalb der Hochschule bankbare Hörer und Verehrer fand und getragen von der Begeisterung der großen Beit, so schnell populär wurde, daß er 1873 zum Landtags- Abgeordneten der Stadt Gießen, im folgenden Jahre für den Wahlkreis Alsfeld- Lauterbach Schotten in den Reichstag gewählt wurde. Kaum war sein Reichstagsmandat abgelaufen, so ehrte ihn 1877 die Landes Unirersität durch die Wahl zum Reftor. Defan der philosophischen Fakultät war er 1882. Nach jener mehrjährigen Beriode parlamentarischer Arbeit, die er nicht gesucht, aber als begeisterter Patriot auch nicht von sich gewiesen hatte, lebte er in Ruhe ſeinem Gelehrtenberuf, insbesondere seiner Schriftstellerei. Seinen Lehrberuf hat er bis vor wenigen Jahren in seinem vollen ursprünglichen Umfange erfüllt, aber eine Einschränkung schien auch ihm zuletzt unvermeidlich. Er hatte im Jahre 1903 den Antrag auf Schaffung einer besonderen Professur für alte Geschichte bereits geftellt, als ein leichter Schlaganfall seine Lehrtätigkeit unterbrach; doch gewann er schnell wieder die Herrschaft über Sprache und Feder. Ein erneuter Anfall, der ihn im April d. J. in dem Augenblicke traf, als er seinem Bismarck zu Ehren sprechen wolte, war eine deutlichere Mahnung zur Schonung; sie bestimmte ihn zu dem schmerzlichen Verzicht auf Rednertätigkeit. Seine akademischen Vorlesungen und Uebungen hielt er noch diesen Sommer in gewohnter Weise und erlebte als erhebenden Schluß seines leßten Semesters die Grundsteinlegung der Bismarcksäule durch die Gießener Studentenschaft, aber der berede Mund war verstummt und mit Wehmut mochte Onden inmitten der festlichen Versammlung gedenken, wie er noch 1895 zum 80. e- burtstag des großen Kanzlers am Fuße des Niederwalddenkmals einer vieltausendföpfigen Menge den Ruhm seines Heros verkündete. Nun ist dieser Mund für immer verstummt, der so wohltönend und eindringlich, so feurig und begeisternd zu Ideal einer Union zwischen den beiden Vereinen als Biel geftect, allezeit ist er dafür eingetreten; eifern wir ihm auch in diesem Sinne nach. Der Kronenbauer'sche Quartettverein ließ durch Kaufmann habe nicht ebenfalls einen Kranz. niederlegen. Gern hätten sie ihrem langjährigen aktiven Sänger den melodischen Gruß mit ins Grab gegeben, aber leider sind die meisten Mitglieder in den Ferien, verreift und fern der Stätte, da ihr lieber Sangesbruder jetzt gebettet ist. Ferner ließen noch Kränze niederlegen die Krieger. tameradschaft Gießen und die Ortsgruppe Gießen des deutschen Flottenvereins, lettere betrauert ebenfalls den Verlust ihres langjährigen 1. Vorsitzenden. Welchen Namen Geheimer Hofrat Professor Oncken sich auch in Militärkreisen erworben, bewieß, daß eine sehr große Zahl Offiziere, darunter einige Stabs ffiziere, an dem Begräbnis Teil nehmen. Cokales. Quartetts. Das gestern Abend im„ Neuen Saalbau" *** Konzert- Abend des Stockholmer Damenreden, die Hand erstarrt; die so treffend und fesselnd zugegebene zweite Konzert des Stockholmer Damenzu Gießen unter der Leitung der Frau Hafgrens schreiben wußte. Ein Leben liegt abgeschlossen vor uns, Quartetts war wie das erste ein durchschlagenden von dem wir bekennen dürfen: es war ein glückliches, voll Erfolg. Die erschienenen Musikfreunde lauschten von Wie Wilhelm Oncken im trauten Kreise Anfang bis Ende mit der größten Aufmerksamkeit der ausgelebtes. feiner Familie ein glücklicher Mensch gewesen ist, so hat langfülle, die den Lippen der Künstlerinnen entströmten. sich all sein Leben unter günstigen Sternen entwickelt. Von Punkt zu Punkt steigerte sich der Beifall des Der Freiheits- und Einheitskampf von Hellas war ihm Saals und stürmisch verlangte das Publikum Zugaben. Wenn auch die fremden Laute, die ihren Zauber auf das deutsche Ohr nie verfehlen, einen Teil der Wirkung für sich in Anspruch nehmen, so sei es doch zu Ehren der Künstlerinnen gesagt, daß ihre Kunst das eigentlich durchschlaggebende ist. Voll und rein und mit guter Technik singt das Stockholmer Damen Quartett hinaus und gewinnt sich im Sturme die Herzen der Hörer. Fräulein Scheld trat außerdem auch noch als Solistin auf. Der reiche Beifall, der die Künstlerinnen wurde, war ein wohlerrungener. in jungen Jahren dies entsprechend ein interessantes Una. logen zu dem Ringen und Kämpfen, in dem Deutschland seinerzeit gewesen; nun da diesem die Vollendung nahte, zog es ihn mit unwiderstehlichem Zauber hinüber in den neuerkannten Beruf: der Geschichtsschreiber der deutschen Einigung zu werden. Das wurde sein Lebenswerk, zu dem alle anderen Leistungen des Forschers und Darstellers jezt nur wie Vorarbeiten erscheinen. Er hatte sich mit der Staatslehre vergangener Zeiten beschäftigt, ohne deshalb Politiker im eigentlichen Sinne zu sein oder zu werden. Nun wurde er durchs Vertrauen des Volkes Soch mitten in den politischen Betrieb hineingestellt. Es hat ihn sicher beglückt; aber ein größeres Glück war eg für ihn, daß er nicht dauernd in Bahnen der Herenpolitik geriet, daß er ward feine Kampfesnatur, wie der rechte Politiker sein muß, er war ein friedfertiger Mensch, vornehm und schlicht, mild und freundlich, einer von denen, die auch dem Neid unverwundbar sind, und in lächelnder Gelassenheit durch den Tumult des Weltgetriebes ihren Weg gehen. Leiterinnen waren ihm die Musen, denen er zeitlebens einen andächtigen Kultus geweiht hat; denn die Harmonie, die in ihm lebte, wolle er auch um sich wiffen, und hatte eine innige Freude daran, die Herzen vieler durch die Macht der Töne ergriffen zu sehen. In solchem Herzen tonnte fein Groll hasten; nie hat ein Kollege ihn unverträglich oder unbequem gefunden; viele aber hat er sich zu Freunden geworben. Und doch war dieser Mann nicht weich und schwach. Was er einmal für Recht erkannt, hielt er mit Bähigkeit fest- wir wissen, wie er, nach schwerer Krankheit im Mannesalter, mit starkem Entschluß eine völlig neue, ungewohnte Lebens. weise begann und sie unbekümmert um Widerspruch und Spott unerschütterlich durchführte bis an sein Lebensende. Ete Treue war der Grundzug seines Wesens. - - Allem Glück ist ein Biel gefeßt. Seine letzten Jahre waren getrübt durch mancherlei häusliches Leid. Die treue Gattin, selbst von schwerer Krankheit heimgesucht, hatte noch die Freude, ihn immer wieder sich erholen zu sehen bis zur bitteren Stunde, wo dieses Herz plößlich aufhörte zu schlagen. So ruhe nun aus, Wilhelm Oncken, du treuer Mann, ruhe aus von deiner reichen Lebens. arbeit. Die philosophische Fakultät, in deren Kreis du treulich gelehrt und geschaffen hast, wird es als einen Ruhmestitel nennen, daß du ihr angehört haft. Als Als Symbol dieses unverweltlichen dankbaren Gedächtnisses lege ich diesen Kranz an deinem Grabe nieder." Die nächsten Redner waren die Chargierten der Burschenschaft Arminia und der vereinigten Burschen schaften zu Gießen, sowie die der Burschenschaft Frantonia zu Heidelberg. Alle drei ehrten Onden seiner Verdienste wegen, die er sich als Historiker um das Zustandekommen des einigen Deutschlands, die er sich als Geschichtsschreiber des neuen Deutschen Reiches erworben. Jederzeit habe er als Burschenschaftler gelebt und gewirkt. Noch vor wenigen Tagen habe ihn die Burschenschaft Frankonia in Heidelberg in ihrer Matte begrüßen fönnen und niemand ahnte, daß ihr alter Herr so schnell abgerufen werden sollte. Oncens werden wir allezeit in Ehren gedenken, das war das Gelöbnis, was die Burschenschaften beim Niederlegen der Kränze sich gaben. Der Nationalliberale Verein Gießen, dessen 1. Vorsitzender Oncken auch schon gewesen und bis zuleßt ein treues Mitglied geblieben ist, ließ durch seinen jeßigen Vorsitzenden Kommerzienrat Emmelius ebenfalls mit Worten warmer Anerkennung einen Kranz als äußeres Beichen seiner Verdienste um die Partei niederlegen. Die Logen von Gießen, Darmstadt und Koburg, deren Meister vom Stuhl wiederholt Oncken gewesen, taten das Gleiche; sie haben einen lieben unvergeßlichen Bruder Professor Dr. Krüger rühmte Onckens Verdienste um das musikalische Leben innerhalb Gießens, da er neben feinem arbeitsvollen Beruf mit seltener Hingabe wie auch mit strenger Pflichterfüllung das Amt eines Vorsitzenden in den beiden größten am Ort bestehenden Musikvereinen versah. Der Konzertverein wird seiner nie vergessen. Mit einem stattlichen Werk über die berloren. Staatslehre des Aristoteles war er von Heidelberg geschieden; sein erstes Gießener Wert wurde 1879„ Defterreich und Preußen im Befreiungs- Kriege". Dann organisierte er jenes großes Werk der allgemeinen Geschichte in einzelnen Darstellungen, unter deren vielen Bänden 3 von ihm selbst herrühren: Das Zeitalter Friedrichs des Großen"," Das Zeitalter der Revolution, des Kaiserreichs und der Befreiungskriege", endlich das Wert, das seinen Ruhm am festesten begründet hat," Das Beitalter des Kaiser Wilhelm", dem zur Jahrhundertfeier für 1897 das populäre Wert " Unser Heldentaiser" folgte. " Universitätsmusikdirektor Trautmann sprach namens des Akademischen Gesangvereins, dem Onden 5 Jahre als Sänger und 30 Jahre als 1. Vorsitzender angehörte. In diesen beiden Beiten liegt eigentlich alles, was er als Kunstliebhaber gewesen. Stets hat er sich das gl. Ein Unfall stieß gestern Nachmittag einem Gießener Radfahrer zu. Derselbe begegnete auf der Licherstraße einer bekannten Familie und in dem Moment als er absteigen wollte stieß er mit dem Kopf an einen Apfelbaum, und zwar so heftig, daß er auf der Stelle das Bewußtsein verlor und vom Rade fiel. Mit Hilfe einiger Heilgehülfen und Krankenpflegerinnen aus der Siechenanstalt gelang es nach etwa 10 Minuten, den Verunglückten zum Bewußtsein zu bringen. Nach Verlauf einer Stunde hatte er sich wieder soweit erholt, daß er seine Fahrt fortseßen konnte. ** Besizwechsel. Mezgermeister Fr. Schreiner verkaufte sein Anwesen, Seltersweg 65 gelegen, für 45.750 Mt. an Schneidermeister H. Sievers. Schreiner hatte das Anwesen 1. Zt. für 36 000 Mt. erworben. *** Das Leben ringt sich zum Lichte. Eine interessante Naturerscheinung kann man im Café Amend zu Gießen beobachten. Dort hat ein Weinstock, der bor ca. zwei Jahren von dem Befiger gelegentlich einer baulichen Veränderung bis auf die Wurzel abgeschlagen wurde, den Weg durch das Mauerwerk, das über ihm errichtet wurde, an das Tageswerk gefunden. Vor etwa 14 Tagen bemerkt der Cafétier Amend, daß einige Ranten aus der Holzverkleidung der Wand an dem Eingange des Lokals herauslugten. Er forschte nach und entdeckte zu seinem nicht geringen Erstaunen, daß der von ihm vor 2 Jahren abgeschlagene Weinstock neue Trieblinge gesetzt habe. Sowie sie das Licht erreicht, trieben die Ranken Blätter und wanden sich mit der größten Schnelligkeit in die Höhe. Herr Amend hat an der Holzverkleidung ein Spalter ziehen lassen und es ist bei der ungebrochenen Lebenskraft des Weinstocks garnicht ausgeschlossen, daß er die ganze Wand bezieht. Wir empfehlen, diese Naturseltenheit persönlich in Augenschein zu nehmen. Die *** Das 1. Rhönbergturnfest fand gestern auf der Wasserkuppe unter zahlreicher Beteiligung statt. Für das Fest, welches den Charakter eines Bergfestes hatte, waren als Wetturnübungen gewählt:„ Stabhoch, Steinstoßen, Freiweit und Stemmen( 50 Pfd. einarmig) und als Sonderwettübung Dreisprung. Das Wetturnen unter günstiger Witterung begann früh 8 Uhr und endete nachmittags gegen 5 Uhr. Die Höchstleistungen an den einzelnen Geräten waren bei Stabhoch 11 Punkte, Freiweit 11 Punkte und Steinstoßen 15 Punkte. Preisverteilung nahm gegen 7½½ Uhr der 1. Kreisturnwart des Weserkreises Herr v. Langsleben, welchem die Oberleitung des Festes übertragen war, vor und hatte diese folgendes Resultat: 1. Preis Justus MüllerFechenheim, 2. Rohrmann- Bürgel und A. HartigAschaffenburg( 40 Punkte). 2. Preis Peter Koch- Fechen3. Preis K. Müller- Gießen, heim( 39 Punkte). 5. Mulch- Darmstadt, H. Nir- Kesselstadt( 38% Punkte). 4. Preis Winkler- Fürth( Bayern) und Ph. Wilhelm5. Preis Orlauchtung- HeddernFulda( 38 Punkte). heim( 37 Punkte). 6. Preis Bartholomae- Charlotten. burg( 362 Punkte) u. s. w. Besonders erwähnt set, daß die Turner J. Müller- Fechenheim und L. RohmannBürgel frühere 1. Sieger des Feldbergturnfestes find. Im Ganzen nahmen zirka 250 an dem Wetturnen teil. Die Leistungen wurden scharf gewertet und kann man erkennen, wie stramm die einzelnen Jünger Jahns bei diesem neuen ersten Rhönbergturnfest gewirkt haben. Gießener lankwirtschaftlicher Betterbisak Boraussichtliche Witterung is Hesser für Dienstag, den 15. Auguft. Etwas wärmer, ruhig, heiter, morgens Nebel. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentet!: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, betbe in Gießen. Außerordentl. Generalversammlung| Versteigerung. des Landw. Konsumvereins ( Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht) zu Wiesed. Freitag, den 18. August, abends 9 Uhr. bei Gastwirt Adam Ziegler. Tagesordnung: 1. Antrag des Mitgliedes Gg. Schomber, daß sämtliche liche Backwaren nur von hiesigen Bäckern bezogen werden sollen. 2. Antrag des Mitgliedes Bernhardt, daß der Beschluß bezüglich der Dividenden abgeändert wird. 3. Anfauf von Waren bei der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine Hamburg. Für den Aufsichtsrat: Er b. NB. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder gebeten. Versteigerung einer Mühle. Freitag, den 18. Ang. Ifb. 3. Hausfrauen- Verein nachmittags 3 Uhr, sollen im städtischen Brandlokale rückständiger Bekanntmachung. Die Lieferung des Bedarfs an Streuftroh für das städtische Schlachthaus etwa 150 Zentner Seltersweg 11 Sabter, die wegen Stellen= Vermittlung Kornstroh, Maschinendrusch ist zu vergeben. AngeOrtskranken Giessen, Seltersweg 56, I bote hierauf sind verschlossen mit der Anfschrift„ Angebot faffen Beiträge pro Monat( nächst dem Volksbad) auf Streustroh" bis zum 20. d. Mts. bet uns einzureichen. April 1905 gebfändeten Gegen unentgeltlicher Nachweis Gießen, 10. August 1905. stände: Möbel aller Art, 1 Pferd, für Dienst, Haus- und Zimmereine Dezimalwage und eine Schuh- mädchen Köchinnen, wärterinnen, macher- Steppmaschine versteigert Lauf: Buzz- und Waschfrauen. Im Anschluz an den Kaufmännischen Verein: Verkäufer: werben. Gemmecker, Psandmeister ( Sießen. Das Wegschaffen des Bauschuttes von der Hofraite des Joh. Georg Weber Erben, Neuen- Bäue 20 zu vergeben. Umgehende Offerten berücksichtigt Karl Weber, 3. 3. Wittelsbacher Allee 61, I zu Frankfurt a. M. Die einen Kilometer vom biefigen Orte entfernt Den Verkauf liegende Bauernmühle wird sterbfallshalber Dienstag, den 22. d. ts., nachmittags 4 Uhr auf dem Rathause dahier freiwillig versteigert. Die Wasserkraft beträgt etwa 10 Pferdekräfte. Die Mühle hat liegendes Werk: 1 Walzenstuhl, 1 Mahlgang, 1 Schrotgang, 1 Bußerei neuester Konstruktion, 1 Lokomobile( 4 Pferdekräfte). Etwas Land ist vorhanden. Großen Linden, am 12. August 1905. Großherzogliches Ortsgericht. Leun. Grummetgras- Versteigerung der Stadt Gießen. Samstag, 19., Montag 21. und Dienstag, 22. August 1. Jo. soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen meistbietend versteigert werden und zwar: Samstag, 19. August: a) nachmittags 3 Uhr an Oit und Stelle von den Wiesen bei der Margaretenhütte; b) nachmittags 4 1hr an Ort und Stelle von den Wiesen bei der Aktien- Brauerei,( bisher der letzteren gehörig). Montag, 21. August: a) vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen bon Hotels, Gastwirtschaften, Billen, Häusern, Gütern und Baugeländen bermittelt u. foulanter Bedienung J. Rosenthal, Gießen, Bismarckstraße 10. Fetuste Speise: Salat Kartoffeln empfiehlt 11. J. Hankel, Gießen, Schlokanffe 6. Vorzüglichste Lederputz- Crême Kavalier innen, Buchhalterinnen, Kassierer= Verein: Stüßen, Kinderfräulein, Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, innen; an den Hausbeamtinnen- daß die Friedhöfe vom 16. Auguft bis 15. Oktober Saushälterinnen, Gesellschafter- von morgens 6 bis abends 8 Uhr geöffnet sind. Die Schließung des Friedhofes wird durch Läuten der Friedhofsglocke angezeigt. Bei Beginn des Läutens muß der Friedhof sofort verlassen werden. Eine Viertelstunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore geschlossen. innen gegen vorschriftsmäßige Ge bühren. S HALT! Wollen Sie Jhren Husten, Jhre Erkältung oder das Kitzeln im Halse los sein?-Wollen Sie eine klare Stimme haben und von Jhrer Verschleimung befreit sein?-gebrauchen Sie bitte Pascoe's Brust- Pastillen à PACKET 25 PFENNIG. Sie werden den Versuch nicht bereuen! za hahen in Apotheken und Drogerien Za bahen in Apotheken und Drogerien Fuhrknecht tüchtig, zuverlässig, gegen hohen Lohn sofort gesucht. Gebr. Mary, Dorlar. Eine Dame sagt es Das Beste vom Besten im Neustädterfeld und von den Wieseckböschungen; Kein alltägliches Schuhputzen mehr nötig. b) vormittags 11 Uhr in der Restauration von Melchior Oberall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Schäfer Witwe, Grünbergerstraße 6, von den Wiesen im Heegstrauch, im Rußland und von dem unteren Teil des Friedhofs am Nahrungsberg; c) nachmittags 2 Uhr im Philosophenwald von den Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal und von den Hospitalwiesen in der Gemarkung Wieseck; d) nachmittags 5 Uhr an Ort und Stelle von den etwa 25 Morgen Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, 22. Auguft: a) bormittags 9 Uhr an Ort und Stelle von den Joh. Seibel Giessen, Ludwigsplatz empfiehlt sein Lager in Cherry, Portwein, Vino de Wermuth, Samos, Malaga in nur guten Qualitäten. Ochsenwiesen, einer Hoſpital- und Pfarrwiese, von Nach Burg- Gemünden den Wiesen im Stolzenmorgen, Ultersbrunnen und wird ein tüchtiger Altentisch; Schmiedegeselle b) nachmittags 2 Uhr an Ort und Stelle von den gesucht von Wiesen in der Gemarkung Rödgen; c) nachmittags 2 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Alten- Bused; Heinrich Hermann, Schmiedemeifter. 1-2 möbl. Zimmer d) na.hmittags 3 Uhr an Ort und Stelle von den zu vermieten. Wiesen in der Gemarkung Großen Buseck. Die Zusammenkunft ist am 19. Auguſt bei der Margaretenhütte, am 21. August am Neustädtertor und am 22. August an den Ochsenwiesen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde befanntmachen zu lassen. Gießen, den 11. August 1905. Großherzoal. Bürgermeisterei Mecum. Underberg BeenekampMaag- Bitten Boonekamp Underberg Unentbehrlich für jede Familie! Devis ex emper idem, Fabrikafion alleiniges Geheimniss der Firma: H.UNDERBERG- ALBRECHT Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Gegr. 1846. Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis- Medaillen! Man verlange Underberg- Boonekamp. ausdrücklich: Underkel Ares Pros Mießen. Marktstraße 11. der anderen: Gießen, den 11. August 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Hauptsächlich unter der Schuljugend vielfach verbreitete, nicht scharf genug zu verurteilende Unfitte, Gebäude, Einfriedigungen 2c., namentlich solche mit frischem Anstrich durch Beschmieren mit Kreide, Schmutz u. f. w. zu verunreinigen, hat in letzter Zeit wieder sehr überhand genommen. Wir sehen uns daher veranlaßt, vor dem Begehen solcher Beschädigungen eindringlichst zu warnen, sowie an Lehrer, Eltern, Vormünder 2c. das dringende Ersuchen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln von der Verübung zu richten, die ihrer Obhut unterstellten Kinder mit allen derartigen Unfugs abzuhalten. Das Aufsichtspersonal ist angewiesen, die Schuldigen im Betretungsfalle unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen, im Falle der Strafunmündigkeit der betr. Kinder aber die Bestrafung ihrer Eltern, Vormünder 2c. nach Art. 44 des Polizeistrafgesetzes herbeizuführen. Gießen, den 10. August 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß trotz unserer fürzlichen Warnung immer noch in Favorit Gärten ohne polizeiliche Erlaubnis, oder sogar nach einder beste Schnitt. Mit einer bisher nicht gekannten Leichtigkeit und Sicherheit kann jede Dame, jede Schneiderin mit Hilfe der Favoritschnitte Kleidung von vorzüglichem Sitz und höchster Eleganz herstellen. Ein Versuch führt zu dauerndem Gebrauch. 1000e glänz. Anerkennungen, vielfach prämiirt. Jede Dame verlange das FavoritModen- Album( nur 60 Pf. franko) und das Jugend- Moden- Album( nur 50 Pf franko) v. d. Intern. Schnitt manufaktur, Dresden- N S. Prima nene geholter Erlaubnis zum Schießen von Raubzeug nach Singbögeln und Tauben geschossen worden ist. Wir warnen hiermit ausdrücklich vor dem leichtsinnigen Schieken und insbesondere vor dem Schießen nach nühlichen Vögeln. Die Schuhmannschaft ist angewiesen, ein besonderes Augenmerk auf diese Ausschreitungen zu richten und unnachsichtlich Anzeige zu erheben. Gießen, den 10. August 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Betreff: Abhaltung von Amtstagen. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß für Speisekartoffeln die Gemeinden des Amtsgerichtsbezirks Homberg ein Amtstag Speisekartoffeln per Str. 3.50, 4, u. 450 Mk. frei ins Haus, sowie in Homberg: Mittwoch den 16. Auguft d. J. und für die Gemeinden des Grebenauer Grundes ein AmtsFeinste Salatkartoffeln tag in Grebenau: stets am Lager. J. Hankel, Gießen, Schlokaasse. DRUCKSACHEN wie Rechnungen Briefbogen Briefumschläge Mitteilungen Quittungen Glückwunsch- Karten Menu- Karten usw. empfiehlt in solider Ausführung die Buchdruckerei Albin Klein Giessen, Seltersweg 83. Donnerstag den 17. August d. J. sowie für die Angehörigen derjenigen Gemeiden des Kreises, welche zu den Amtsgerichtsbezirken Grünberg und Ulrichstein gehören, sowie für Ermenrod ein Amtstag in NiederOhmen: stattfindet. Samstag den 19. August d. J. Der Amtstag in Homberg wird vormittags von 8½ bis 11 Uhr im Rathause zu Homberg, derjenige in Grebenau vormittags 2-5 Uhr auf dem Bürgermeistereibureau in Grebenau und derjenige in Nieder- Ohmen vormittags von 8-10% Uhr auf dem Bürgermeisterei. bureau in Nieder- Ohmen abgehalten. Die Großh. Bürgermeistereien der betreffenden Ge meinden wollen die Ortsangehörigen durch wiederholte öffentliche ortsübliche Bekanntmachung hiervon in Kenntnis seßen. Alsfeld, den 10. August 1905. Großh. Kreisamt Alsfeld. Dr. Melior. Vergebung von Pflaster- und Chaussierarbeiten. Die Pflaster- und Chaussierarbeiten für den Aus bau der Straße entlang der neuen Veterinäranstalt zwischen Frankfurterstraße und dem Bahnhof sollen Samstag, den 19. August d. J., vorm. 11 Uhr öffentlich bergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen auf unserem Amtszimmer, Neuen- Bäue 22 zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 5 Wochen. - Gießen, den 10. August 1905. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. NAUMANNIA- SEIFE mit dem Beste Seile nah undarn! Mr. 188 Oberh Band wab Berleg 18. Borffurg Was für Unfinn bor Bon einem to ibnen, es it angejag Ghaum bor dem Mun Beg geworfen, da ift gen bat fie fich und ift Aber nein,-da Unwahrheiten, offen Jungen hören ihr Munde, Der hatDas geht nicht Vera wird böfe, feb Gitber, die bish Lügnerin- des wiß, daß fie auf dem ift, der durch den 957 δια δαδεί 68fe falte Stimme Wahr?"- Sie bei nur ausgedodit, wie a -eben will fie es zit falte, boje Stimme: Augen- Either fan fie auf fie gerichtet fi mehr eingestehen, fie Die Tante hebt die Arme kreuzweis nein," fiammelt fie, fie Bleibst du dabei? ift wie im Bann, nur Bis zehn zähle i jest fünf, jezt neun, auf die Wange des Ki weiß wie eine Wand, in ihr Zimmer, welche Und dann wieder Hans kommt.- Lan werden heut zum Pho bild von uns machen, tag ichiden!" Die Jungen freu Bruder Hans, für ib Sie springt in i an, ein fleines, hell Großmutter Zeit. Hände;-mit wie Dann h Haarz. werden, Keiner ru gut auf.- fie schl Richtig, da stebr Franz im lila Sam nicht, wir bloß." fag ten zusammengeführ Lage waren, als da lichkeit gerade deshal weil ihrem Belieben raum gegeben war. tieren, war der ande Frieden diffieren zu Arbeit. Hier aber eigene Urteil die G fie fich halten wollte gar borgeichrieben i Der Heimat zu berid einzuholen, so lag d rahme oder Ablehnu elnen wie im ganze Empfehlung für oder und daß fomit, wohl ideidung felbit in ihre it nun einmal in Dit abgeschlossenes Bert maten zu leiden, tener nach Sanie zu bringe niffen, sondern den S entibridit. Las ist eine uner lich und fogar felbi Lösung fidh bald S der eine und der and Beratungen und Ve Das Ende der barungsverfuche be müssen, wenn den Umstand zu Hilfe f ichob, ihren Bemü feit zeigte, und en den Frieden unbed