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Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Betitzelle 30 refp. 40 fg. Redaktion u. Saupterbebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanfchluk Nr. 362. Freitag, den 14. Juli 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle omtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. fürforgeerziehung. Gesetzgebung und Verwaltung in Reich und Staat haben Anordnung getroffen, daß verwahrlosten Kindern beiderlei Geschlechts Fürsorge zuteil werde. Die unglücklichen Kinder, deren Verwahrlosung meist den gewissenlosen Eltern und den ganzen wirtschaftlichen und sittlichen Zuständen ihrer Umgebung zur Last fällt, die für gewöhnlich überhaupt kein Erziehung genossen haben, sondern schußlos der Anleitung eines bösen Beispiels überliefert gewesen, werden so früh als möglich von Staatswegen in sogenannten Fürsorgeerziehungs- oder Besserungsanstalten untergebracht. Zweck dieser Anstalten ist offenbar. Die ihrer Fürsorge anvertrauten Kinder sittlich zu bessern, die verabsäumte Erziehung nach= zuholen, die Röglinge zu guten und nüßlichen Menschen heranzubilden, sie zum Fleiß, zur Redlichkeit, zur Treue, furz zu allen Tugenden anzuhalten. Die Aufgabe ist schwer, sehr schwer; und wer kein ganz Lingebender, liebevoller Pädagoge ist, den unerschöpfliche Geduld gegen Zornesanwandlungen wappnet, der soll sich ihr nicht widmen. Indem wir unter den dem FürsorgePädagogen unentbehrlichen Eigenschaften die vor allen betonen, daß er hingebend und liebevoll sei, wollen wir nicht sagen, daß er keine Strenge zeigen dürfe. Liebe schließt die Strenge nicht aus, nur mit der Härte ist sie unvereinbar. Auch in der Strenge kann die Liebe sich zeigen, und gerade das Kind wird sehr schnell herausfühlen, ob die Strenge, die ihm gegenübertritt, nur ein Gewand der Liebe ist, und wird, wenn das der Fall ist, die strafende Hand küssen. In Dresden besteht eine Kinder- Besserungsanstalt, die von der Stadt eingerichtet ist. Der Dresdener Verein für Kinderschutz hat sich veranlaßt gesehen, an den Oberbürgermeister eine Eingabe zu richten, in der als Erziehungsgrundsaz des Anstaltsdirektors„ mitleidlose Strenge" bezeichnet wird. Dieser merkwürdige Fürsorgeerziehungsleiter sprach den seiner Obhut anvertrauten Kindern und Jugendlichen jedes Recht auf Erbarmen ab, gestattete selbst den siebenjährigen Kindern weder Freude noch zerstreuung, nicht einmal in den Freistunden, verhängte harte und unbarmherzige Strafen, ließ an Knaben und Mädchen vor versammelter Klasse bis zu 30 Stockschläge verabreichen. Er verharrte bei dieser Erziehungsmethode, obwohl er selbst zugestehen mußte, daß ihre Erfolge gleich Null" gewesen. Vielleicht war er der einzige, der sich darüber wunderte. Sicher ist, daß der Dresdner Verein für Kinderschuß der Meinung war, die man auch anderwärts teilt, daß Mangel an Liebe zur Berbitterung führt und alle guten seelischen Kräfte lähmt. Wenn wir erwähnen, daß der Leiter der Dresdner städtischen Kinderbesserungsanstalt, der der unbedingten Abschreckungsmethode bei Kindern huldigte, seit einiger Zeit wegen Verunfreuning von Anstaltsgeldern eine GefängnisStrafe verbüßt, so tun wir das nicht, um dem Wunsch Ausdruck zu geben, daß er im Gefängnis die Behandlung finde, die er den Kindern hat zuteil werden lassen. Wir tun es, um die zuversichtliche Erwartung zu begründen, daß die Zustände in der Tresdner Anstalt ebenso Ausnahmezustände gewesen sind, wie der Dresdner Anstaltsleiter eine Ausnahmeerscheinung unter seinen Kollegen ist. Wir wissen, daß anderwärts mit den entgegengesetzten Methoden die besten, erhebendsten Erfolge erzielt worden sind. Wir haben Gelegenheit gehabt, eine Fürsorgeanstalt zu sehen, deren greiser Leiter übrigens durch seine Liebestätigkeit meithin bekannt getmorden ist; in dieser Anstalt herrscht nicht Furcht noch) Bittern. Die Kinder hängen mit zärtlicher. inniger Liebe an dem Anstaltsleiter, dessen Liebe sie nur vergelten. Mit herzlicher Frende sehen sie ihn kommen, mit unbedingtem Bertrauen blicken sie zu ihm auf. Man darf sicher sein: aus dieser Anstalt werden die Pflegebefohlenen als macere. verßliche, mit Kraft gegen Versuchungen ausgestattete Menhen hervorgehen. So weit wir davon entfernt sind, die traurige Dresdner Anstalt, wie fie unter dem seitherigen Direktor gewesen, für thisch zu halten, so können wir doch die Vermutung nicht unterdrücken, daß auch die andere Anstalt mit ihrem Musterdirektor ziemlich allein steht. Die Eingabe an den Dresdner Oberbürgermeister die sich gegen jetzt alücklich beseitigte Zustände richtete, follte allen Aufsichtsbehörden, der Fürsorgeerziehungsanstalten im ganzen Reich zugängig gemacht werdem, damit eine Revision der Grundsäks stattfinde, nach denen die Anstalten geleitet merden. Vor allem ist es erforderlich. da den Fürsorgeerziehungs- und Besserungsanstalten auch auferlich der Gefänanisharafter genommen werde. darf dort meder Freiheitsstrafen noch polizeiliche Schutzmaßtegeln noch Sträffinasfleidung geben. Die Röglinge sind nach Alter und Geschlecht, nach dem Grade der Verwahrlofing, auch nach der Art ihrer sittlichen Gebrechen tunlift in Gruthben zu sondern und müssen gruppenweise in bädagogische Behandlung geneben werden. Ein Erzieher, der mit herzlicher Liebe und Hingebung, mit unerschöpflicher Geduld und nie aussehendem Erbarmen an die Aufgabe herontritt, wird unermeklichen Segen schaffen. Die Möglichfeit ist da, das beweisen die Beispiele. Intriguen am Zarenhofe. ( Eig. Bericht.) Die St. Petersburg, 12. Juli, Die Wahl des Grafen Murawiew zum Friedensunterhändler mit Japan war ein Beweis dafür, daß Rußland zur zeit keine Staatsmänner von Bedeutung zur Verfügung hatte. Sie mögen wohl vorhanden sein, aber sie bieten sich den Anforderungen dar, die gegenwärtig an sie gestellt werden und die im wesentlichen darin bestehen, daß sie eine Politik treiben sollen, die nicht ihre Politik ist. Immerhin war es eine Art Ueberraschung, daß die Kreise, die hinter den Koulissen die Geschäfte des Landes führen, sich gezwungen gesehen haben, gar so unbedeutende Männer mit der Staatsprofura auszustatten Murawiew ist jetzt durch den Ministerpräsiden= ten Witte ersetzt worden. Obwohl diese Wahl als eine glückliche gelten kann, ist das Hin- und Herschwanken der beste Beweis für die Ratlosigkeit, mit der man in Petersburg den Dingen gegenübersteht. Der Bar will jetzt den Frieden, denn er will immer aufrichtig, was er gerade sagt; aber die Großfürsten wollen ihn nicht. Nicht, als ob plötzlich persönliche Kriegslust bei ihnen erwacht wäre! Von solchen Regungen sind sie weltenfern. Sie sind kriegslustig aus Angst, aus Furcht vor dem Heer, das den Krieg in der Nähe gesehen hat, und von dem sie glauben, daß es ihnen noch weniger Bürgschaft für fortdauernden blinden Gehorsam bieten würde, als das Friedensheer daheim, in dessen Reihen, auch den Offizierreihen, es schon längst bedenklich gährt. Reserveleute, die man doch entlassen müßte, würden Apostel der Unzufriedenheit sein, jeder in seinem Dorfe, und die revolutionäre Bewegung erhielte neuen Anstoß. Daß General Linewitsch und selbst General Kuropatkin vom Frieden abraten und baldigen Sieg versprechen, ist an sich ohne Belang. Diese Organisatoren der Niederlage, diese Rückzugsstrategen, die sich jetzt auch unfähig gezeigt haben, die Insel Sachalin zu behaupten, die regelmäßig vor jeder verlorenen Schlacht den unmittelbar bevorstehenden Sieg berkündet haben, können gar nicht anders, als die Fortsetzung des Krieges verlangen. Wird gleichwohl der Friede geschlossen, so hat man sie gehindert, die bereits reife Frucht des Sieges zu pflücken. Freilich hätten sie früher Schlachten verloren aber natürlich nicht durch ihre Schuld und inzwischen hätten sie gelernt, hätten die Truppen gelernt, brauche man sie bloß gewähren zu lassen. Die Japaner trauen auch dem Frieden nicht und sever deshalb unbeirrt den Krieg fort, lassen sich auf einen Waffenstillstand nicht lein. Hier aber erwartet man von irgend einem unvorhergesehenen Ereignis, das der nächste Tag bringen soll, das Heil. Man hat es aufgegeben, über die Stunde hinaus zu rechnen. Beweis dafür ist die Haltung gegenüber China. Die etwas burleske chinesische Forderung, die Kriegführenden sollten beim Friedensschluß Chinas Rechte und Interessen respektieren, hat von Japan eine ebenso höfliche wie entschiedene Antwort dahin erfahren, daß Japans Pläne und Handlungen durch die chinesische Note in keiner Weise be= einflußt würden. Rußland hat überhaupt nicht geantwortet. Möglich, daß der Chef des„ afiatischen Departements" das für sehr stolz hält. Jedenfalls war es bequem. Klüger wäre es vielleicht gewesen, gerade jekt China etwas sanfter zu behandeln. Selbst wenn man die Fortsetzung des Krieges will. Die Entscheidung über Krieg und Frieden aber wird ziemlich bald erfolgen, nicht in Washington, sondern in Moskan, mcht durch Murawiew und Genossen, die Bevollmäch tigten des Raren, sondern durch die Semstwo- Vertreter, die Bevollmächtigten gegen den Zaren. * Abermals ein Erlafs des Zaren. Die Welt hat kein besonderes Vertrauen mehr zu den schriftlichen Kundgebungen des Alleinherrschers aller Neußen. Bon dem ,, berühmten" Friedensmanifest angefangen bis zur jüngsten Kundgebung über die innere Politik hat sich immer wieder gezeigt, daß der Wert der schönen Worte jedesmal nur ein äußerst illusorischer war. Die Taten blieben aus. Abermals läßt sich die Stimme des Zaren oder diejenige seiner geheimen Räte in einem Erlaß an den neuernannten Marineminister Birilem vernehmen. Nach den erschütternden Katastrophen im Kampfe gegen die Japaner, nach der Entschleierung der unglaublichen Zustände in der russischen Flotte durch die Vorgänge im Schwarzen Meer kann man es wohl verstehen, wenn in Petersburg sich die Augen der Regierungsgewaltigen voller Sorge auf die Marine richten. Der Kaiser erinnert in dem Erlaß an die ununterbrochenen Niederlagen der Flotte, die sie der Möglichkeit beraubten, der Landarmee ihre Aufgabe zu erleichtern und einen Erfolg herbeizuführen. Der Kaiser beklagt den BerIust tiener Seeleute, die ihr Leben für das Vaterland dahingegeben haben, und sagt dann, daß es eine Pflicht gegen das Vaterland sei, daß alle Seeleute nach Kräften an der Erneuerung der Streitkräfte zur See, die für Rußland unentbehrlich seien, und an der Heranbildung und Vorbereitung eines geeigneten Personals mitarbeiten, das von dem Bewußtsein seiner Pflichten durchdrungen sei. Der Kaiser sagt in dem Erlaß ferner, Admiral Birilew habe Erfchrung und militärisches Verständnis an den Tag gelegt. Er habe seinen Untergebenen frischen Geist und das Bewußtsein von der nationalen Wichtigkeit ihrer Arbeit eingeflößt, alles Dienste, die dem Staiser erlauben, mit Sicherheit auf Birilew bei der Erneuerung der Flotte zu rechnen. Mit seiner Ernennung zum Minister vertraue er ihm die oberste Leitung des Marinedepartements mit dem Rechte an, ihn persönlich über alles darauf Bezügliche Vortrag zu halten. Die jüngsten Ereignisse im Schwarzen Meer beweisen, daß der militärische Gehorsam bei den Mannschaften vollständig geschwunden ist und daß die Vorgesetzten ihre Pflicht nicht erfüllen. Der Kaiser legt dem Admiral als erste Pflicht auf, den Geist militärischer Ordnung wiederherzustellen, und dafür zu sorgen, daß die Flotte ihren Pflichten nachkommt. Bezüglich der Neuorganisation der Flette verlangt der Kaiser, daß der Marineminister augenblicklich mit der Sicherung der Verteidigung der Küsten aller russischen Gewässer beginnen und hierauf Schritt für Schritt den vorhandenen Mitteln entsprechend die Schlachtflotte wiederherstelle. Ob trohl bei diesen Ermahnungen etwas mehr herausfemmen wird als ein Bogen beschriebenes Papier? Auch der tüchtigste Admiral wird nichts ausrichten können, wenn die Petersburger Regierung nicht ernstlich darauf bedacht ist, durch wirkliche Reformen die verrotteten Zustände nicht allein im Heer und in der Flotte, sondern im ganzen Lande zu bessern. 軍 Politifche Rundschau. Deutfches Reich. Das Seutsche Kolonialamt soll einer vollständigen Unt gestaltung unterzogen werden. Die Art und Weise der Neuordnung wird beim nächstjährigen Etat zum Ausdruck kommen. Bis jetzt ist über die Einzelheit noch kein endgültiger Beschluß gefaßt. * Mit dem 1. August d.. tritt nach dem Beschluß des Bundesrats eine neue Zollgebühren- Ordnung in Kraft. Nach wie vor dürfen im Zollverkehr für Amtshandlungen, die an Amtsstelle innerhalb der festgesetten Dienststunden ausgeführt werden, in der Regel weder Gebühren erhoben noch den Beamten Vergütungen aus der Reichskasse bezahlt werden. Lösch- und Ladepläße stehen den Amtsstellen gleich). Gebührenfrei bleibt die Abfertioung des Reisegepäcks, der Frachtgüter unter Wagenverschluß, die Schiffsleichterungen auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen u. s. w. Die Reichsregierung ist nicht geneigt, den lautgewordenen Anregungen auf Errichtung eines Reichs- Zollgerichtshofes zu entsprechen. * Der preußische Finanzminister will in seinem Verwaltungsressort eine mildere Behandlung bei leichteren Verfehlungen durchführen. Die förmlichen Ladungen sollen im Falle kleinerer Zuwiderhandlungen gegen die geltenden Bestimmungen durch persönliche Bestellungen ersetzt, die Unterjuchungsangelegenheiten nicht mehr als Strafsache bezeichnet werden. An Stelle der Vernehmung an Amtsstelle soll mehr als bisher die schriftliche Aufforderung des Beschuldigten zur Erklärung angewandt werden. Außer bei Wechselstempelsachen soll namentlich auch bei sonstigen Stempelsachen, bei Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Auslande sowie bei Zoll- und Steuerordnungswidrigkeiten von einer Vorladung und Vernehmung des Beschuldigten Abstand genommen werden. * Die Senatsbehörden der preußischen technischen Hochschulen haben allgemein die Einschränkung des Studiums der Ausländer an den Hochschulen durch Erschwerung der Aufnahmebedingungen für das nächste Semester verfügt. Man will besonders der Ueberschwemmung mit russischen und polnischen Studenten entgegenarbeiten. * Die Verhandlungen über den Abschluß eines Handelsvertrages zwischen Deutschland und Bulgarien sind nach mehrmonatiger Dauer zu Ende geführt. Die fermelle Unterzeichnung ist für die nächsten Tage zu erwarten. * Am 15. Juli werden die Eisenbahnverbindungen an der preußisch- russischen Grenze eine Erweiterung erfahren. Mit diesem Tage wird auf der Linie Herby- Czenstochau der bisher als Privatanschluß betriebene Verkehr zwischen der preußischen und der russischen Station Herby endgültig der öffentlichen Benutzung übergeben. - frankreich. ** Die Deputiertenkammer hat das Gesetz über die Zwangsversicherung von Greisen und Siechen einstimmig angenommen. In Brest wurde anläßlich der Anwesenheit der englischen Flotte die freundschaftlichen Beziehungen zwischen England und Frankreich in schwungvollen Reden gefeiert. Der Kommandant des englischen Geschwaders Admiral May ist in Begleitung von 116 Offizieren des Geschwaders in Paris eingetroffen. England. ** Zu einer Lärmizene im englischen Unterhause kam es, als das Mitglied der Arbeiterpartei Keir Hardie die Regierung zur Einbringung eines Gesetzes betr. die Arbeitslosen drängte. Der Premierminister lehnte es ab, über diesen Gegerstand eine Zusage zu geben. Hardie erklärte darauf, daß dies Gesetz höchst wichtig sei, und wenn es in dieser Saison nicht eingebracht würde, würde es Revolten und Nuheſtörungen geben, und er hoffe, daß es dazu kommen möge. Diese Bemerkung rief bei den Ministeriellen Protestrufe hervor, worauf Hardie ausrief: Gut gefütterte Tiere können schreien, aber was ich sage, ist wahr. Russland. ** Die unsicheren Zustände im Zarenreiche finden ihren Niederschlag in der Entstehung und Verbreitung wilder Gerüchte. So ist davon die Rede, daß im kaiserlichen Schloß Illiesfoje, wohin der Zar sich begeben wollte, ein mit Tynamit gefüllter unterirdischer Gang entdeckt sei. In der Nähe von Moskau soll in einem Walde eine von Tausenden besuchte revolutionäre Versammlung von Kosaken aufgehoben sein, wobei es auf beiden Seiten Tote und Verwundete gegeben habe. Alle diese und ähnliche Gerüchte sind nur Symptome für das Gefühl der Unsicherheit, das alle Kreise in Rußland befallen hat. Türkei, ** Neue Kämpfe werden aus Kreta gemeldet. Britische Truppen hatten in Stylons und Ayvassilis einen Kampi mit Aufständischen zu bestehen, bei dem zwei Soldaten verwundet wurden. Die Truppen waren nach diesen Plätzen zur Unterſtügung der Gendarmen gesandt, welche von den Aufständischen aufgefordert worden waren, den Bezirk zu verlassen. Afrika. ** Die Truppen des Sultans von Marokko haben einen bedeutenden Sieg über die Anhänger des Kronprätend.nten Buhamara errungen. Der Prätendent entkain, doch ließ er viele Tote und Verwundete auf dem Schlachtfeld zurück. Bubamara soll übrigens unter der Bergbevölkerung lebhaft weiter agitieren. Hof und Gefellschaft. tterfata Erkrankungen mit weren Vergiftungserscheinungen auf. An 50 Personen, Männer und Frauen, mußen ins Krankenhaus geschafft werden, ungefähr 20 andere konnten in der Fabrik selbst ärztlich behandelt werden. Man führt die Erkrankungen auf den Genuß von Kartoffelsalat zurück. † Ein Mädchenhändler verhaftet. In Altona wurde vor kurzem ein Mann namens Engländer dingfest gemacht. Er gehört einer jener internationalen Vanden an, die in Deutschland den Mädchenhandel nach entfernten, besonders auch überseeischen Gegenden betreiben. Engländer exportieric seine lebendige Ware besonders nach Amerifa, er wurde dabei von seiner in Berlin lebenden Frau un'erstützt. Der Kaiser ist auf der Jacht„ Hohenzollern" vor der schwedischen Hafenstadt Gefle eingetroffen. Dort sand gestern die Zusammenkunft mit dem König Oskar und dem Kronprinzen von Schweden statt, die auf der Königsjacht ,, Drott" auf die Reede zur„ Hohenzollern" fuhren.- Der Kaiser hat an den Graf- Regenten Leopold von Lippe ein in herzlichen Worten abgefaßtes Beileidstelegramm aus Anlaß des Ablebens der Mutter des Graf- Regenten gesandt und ihn darin zum ersten Male mit dem Titel„ Erlaucht" angeredet. † Aus dem Verliner Spielklub. Der durch Beschluß der Mitglieder des Klubs 1900 in Berlin vom Amte sušvendierte Klubdirektor Mollheim hat jezt eine Anzahl Vorstands- und Klubmitglieder wegen Peleidigung verklagt. Es wird voraussichtlich einen neuen Sensationsprozeß geben. Die Hälfte der Klubmitglieder wird in Moabit als Zeuge erscheinen. Die Kaiserin ist mit den Prinzen Oskar und Joachim, sowie der Prinzessin Victoria Luise gestern in Cadinen eingetroffen, wo Prinz Adalbert seine Mutter und seine Geschwister bereits empfing. Die Kaiserin hatte mi ihren Kindern in Kiel die Jacht duna" verlassen und war bon dort nach Cadinen abgereist. Am 20. Juli wird die Kaiserin der Enthüllung des Kaiser Wilhelm- Tenkmals in Elbing anwohnen. Der deutsche Kronprinz ist mit seiner Gemahlin an Berd der Jacht„ Meteor" in der Gegend von Flensburg eingetroffen und unternahm eine Automobilfahrt nach Tondern. ** † Das Unglücksfahrzeug. In der Nähe von Kiel stürzte das Automobil des dortigen Stadtverordneten Hagedorn vorgestern abend in einen Graben. Dieser und drei andere Insassen erlitten Verlegungen. Ein anderer Teilnehmer an der Fahrt, der Hotelier Siegelmann, brach das Genick und war sofort tot. König Christian von Dänemark hat seinen Aufenthalt in Gmunden bei der Cumberlandschen Familie plötzlich abgebrochen. Man bringt seine Abreise mit dem Gerücht von der Kandidatur des Prinzen Karl von Dänemark für den norwegischen Thron in Verbindung. Soziales Leben. † Absturz eines Postwagens. Auf der Alpenstraße des Cadore bei Bellune scheuten vor einigen Tagen die Pferde des Posticagen vor einem den Weg daherfahrenden Automobil. Dr Postwagen stürzte in die Tiefe. Fünf Reisende wurden schwer verwundet. † Eine Million unterschlagen. In Rom wurde vorgestern der flüchtige Kassierer der Edison- Gesellschaft in Mailand, Enrico Colti, vei hastet. Er hatte eine Million in Attien unterschlagen. Kunft und Wissenschaft. PK Die Ausmalung des deutschen Reichstagssaales. Die Ausschmückung des Saales im Reichstag ist dem Münchener Maler Angela Jank übertragen worden. Es sind drei Bilder auszuführen. Im Mittelfeld soll dargestellt werden die Rückkehr des Kaisers Wilhelm I. nach dem Siege von Sedan. Auf dem linken Felde ist die Reichstagssigung Karls des Großen in Paderborn im Jahre 777 veranschaulicht: die arabischen Gesandten bitten den großen Kaiser um Hilfe gegen den Kalifen von Cordova. Auf dem rechten Seitenfelde sieht man Friedrich Barbarossa im Jahre 1158 die Huldigung der Lombardenstädte entgegenenhmen. † Beim Fener verunglückt. In Niedergrund in Böhmen wurde dieser Tage das Haus einer Pusmacherin ein Opfer der Flammen. Das verheerende Element griff so schnell um sich, daß die Insassen des Hauses in schwere Gefahr gerieten. Acht Personen wurden durch die Feuerwehr gerettet. Dagegen erstickte ein Lehrmädchen im Qualm, und eine alte Frau sprang in der Angst aus dem ersten Stockwerk und blieb mit zerschmetterten Gliedern tot auf dem Pflaster liegen. Der Hitzschlag als Betriebsunfall. Auf dem Nachhausewege von seiner Arbeit war ein Arbeiter bei sehr hoher Temperatur zusammengebrochen und am Hißschlag verschieden. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Entschädigung an die Hinterbliebenen ab, das Schiedgericht dagegen: sprach sie diesen zu und auch das Reichsversicherungsamt stellte sich auf den gleichen Standpunkt. Die Herzlähmung des Verstorbene: sei offenbar durch die Ueberhitung des Körpers während der Arbeit mit verursacht worden. Nab und Fern. † Blikschlag im Militärlager. In Mailly bei Troyes befindet sich ein Uebungslager für die französischen Truppen. Bei dem Unwetter der letzten Tage fuhr der Blizz in das Lager und tötete einen Offizier, während drei Unteroffiziere schwer verlegt wurden. † Unglücksfälle auf der Flotte. An Bord des deutschen Linienschiffes Weißenburg" wurde durch Fahrlässigkeit eines Geschütführers dieser Tage ein beklagenswerter Unglücksfall herbeigeführt. Bei einer Schießübung vergaß der Geschützführer, das Verschlußstück einfegen zu lassen. Infolge dessen flog die Ladung nach hinten heraus, und die Ba= tronenhülse brang dem Matrosen Stoiber in den Unterleib. Die Verlegung war eine so schwere, daß der Getroffene ihr erlag. Auch die englische Flotte hat einen Unglücksfall mit tödlichem Ausgang zu beklagen. Auf dem Kriegsschiff Smplaceble" zersprang bei der Ausfahrt aus dem Hafen bon Gibraltar ein Hauptdampfrohr, wobei zwei Heizer getötet und sieben verlegt wurden. ON Noch ein nenes lenkbares Luftschiff. In Amerika und zwar zu Toledo im Staate Ohio hat der Erfinder A. R. Knabeshue mit seinem neuesten Luftschiffe eine bemerkenswerte Leistung vollführt, indem er eine Strecke von drei Meilen durchführ und auf der Höhe eines zehnstöckigen Gebäudes landete, worauf er die Rückfahrt antrat und wieder zu dem Abfahrtsplay zurückkehrte. Als Knabenshue abjur, wchte ihm ein starker Wind gerade entgegen. Der Wind führte das Luftschiff, 3000 Fuß in die Höhe; nichtsdestoweniger verlor der Aeronaut die Herrschaft über sein Gefährt feinen Augenblick, sondern fuhr unentwegt seinem Ziele zu. Knabenshue erklärt, daß sein jetziges Luftschiff den früher von ihm benutten bedeutend überlegen sei und daß er seiner Meinung nach die Frage des lenkbaren Luftschiffes gelöst hobe. Das haben schon andere vor ihm gesagt. Tages- Chronik. Für die Hinterbliebenen der bei dem Brande auf Zeche Borussia" in Dortmund verunglückten Bergleute sind von den Grubenbesigern 800 000 Mark bewilligt. † Frau von Hervay begnadigt. Die vom Kreisgericht in Leoben wegen Digamie zu vier Monaten Kerter verurteilte Frau von Herbay ist dieser Tage vom Kaiser von Desterreich begnadigt worden. Frau von Hervay war nach ihrer Ver. urteilung gegen Raution auf freien Fuß gestellt. Sie war mit dem Bezirkshauptmann von Hervay eine neue Che ein gegangen, obwohl der Scheidungsprozeß mit ihrem letzten Gatten schwebte. Ihr erster Mann war der aus dem TauschProzesse bekannte Herr von Lüzom. Der Bezirkshauptmann bon Hervay hatte sich angesichts des Standals erschossen. In der Militärschwimmanstalt in Arolsen ertrank ein Musketier, der ein geübter Schwimmer war, voraussichtlich an Herzschlag. -Auf Zeche„ Ludwig" in Steele wurde ein Maschinist durch ausströmende Dämpfe getötet und ein anderer tödlich berlegt. † Das Modegift. Wegen unglücklicher Familienverhältnisse versuchte dieser Tage die Frau eines Bäckermeisters in Köpenick, sich und ihr fünf Monate altes Kindchen zu vergiften. Sie gab diesem Lysol und trank dann selbst die Flasche aus. Zum Glück kam in diesem Augenblick der Mann nach Hause, der ärztliche Hilfe requirierte. Mutter und Kind liegen schwer darnieder. Aus dem Gerichtsfaal. Der Landwirt. Sitzung der Oberbürge furz nad 4 Uhr. Heffifcher Spen wonach dieser d für Privatarbeit fammlung befal Das Baugef Neuenweg wurde fehr verfchiedener foll, ob man den Blog, welchen fie um an die Lau ob man diesen tum behalten foll weicheftelle fchaf berbreitern u Löwen, Dagbede als Anlieger aud rücken des Reuba Besonders war es fuch prach und au Heuerung energije der Einwohner in Einfriedigungen a wurde abgelehnt. Wilhelmstraße vo wurde befchloffen, wie folche fchon au ftehen, errichtet we mit 5 m Breite nächste Buntt: Sentenbergftraße licher Sigung be Seltersweg find bo Eheleute 10,5 qm bezahlt; gegen den Eine zuwenden. Pflastersteinlieferun da der Submittent mit anschließend w jezt noch an die verpachteten Steinb um damit ihren i großen Bedarf an von den Breidd Die Vergebung der Bürgerfteigen wurd früheren Breis übe an Christian Reeb der Bürgersteige wurde befchloffen; Für Beschaffung e amt werden 150 Don Liftungsflappe brachte eine länger auseinander, ob ein dg Die Kultur der Brachrübe. Von dieser Rübenart werden hauptsächlich angebaut und zwar in verschiedenen Abarten die Schweizerrübe mit violettrotem Kopf und die weiße Norfolker Kugelrübe. Von letzteren ist die Pfälzerrübe als die für Viehfütterung ertragreichste. Diese Rüben werden jedoch ihres geringen Ertrages und ihres geringen Futterwertes wegen den Runkeln nachgestellt und meist nur als Stoppelfrüchte gebaut oder sie dienen bei Hagelschlag als willkommenes Ersakmittel. In vauheren Gegenden mit feuchtem Klima verdient die Brachrübe mehr Beachtung, da sie dort auf leichtem, tiefgründigem Sand- oder Lehmboden gut gedeiht und schöne Früchte trägt. Die Brachrübe kann nach frühem Grünfutter, später auch nach Raps gesät werden. Die Aussaat geschieht breitwürfig mit 4 bis 8 Pfund oder in Reihen mit 2 bis 3 Bfund per Hektar. Die Saatreihen werden 50 Zentimeter weit gemacht und die Rüben später mit der Handhacke auf 30 Zentimeter vereinzelt. § Für einen Totschlag nur fünf Monate Gefängnis. Der 19jährige Fabrikarbeiter Gerhard Hugo aus Münsterbusch war von etwa sechs gleichaltrigen Burschen gehänselt und angerempelt worden; als er sich dies verbat, kam es zu Tätlichkeiten, wobei Hugo seine Angreifer abwehrte und entfloh. Er holte sich zu Hause einen Knüttel und ging den Burschen damit entgegen. Hugo sah sich bedroht und schlug einen der Burschen mit dem Knüttel mit einem Schlage tot. Der Erschlagene war der Fabrikarbeiter Peter Aegidius Willms aus Stolberg. Das Schwurgericht zu Aachen verurteilte den Hugo unter Zubilligung mildernder Umstände zu nur fünf Monaten Gefängnis. Das Gericht gelangte zu der Ueberzeugung, daß Hugo in hohem Grade gereizt worden sei. † Verunglückte Erdarbeiter. Bei den Ausschachtungen zu einem Neubau in der heiligen Grabstraße in Görlig stürzte borgestern eine angrenzende alte Mauer ein, wobei drei Arbeiter versa üttet wurden. Einer ist tot, einer ist schwer berlegt. † Raubmord an einer Witwe. In Bühldorf bei Donaueschingen überfielen vor einigen Tagen vier italienische Arbeiter eine alte Frau, die Witwe Braun, ermordeten sie und raubten die Wohnung aus, worauf sie die Flucht ergriffen haben. † Maffenvergiftung durch Kartoffelsalat. Unter dem Perfonal ciner großen Firma in Leipzig, das zum Teil das Mittagessen der weiten Entfernungen halber von der Por§ Ein unterschlagenes" Gebiß. Ein seltsamer Fall beschäftigte das Schöffengericht in Erfurt. Eine Frau hatte sich von einem Zahntechniker ein falsches Gebiß anfertigen lassen. Nach kurzer Zeit geriet sie mit ihren Zahlungen ins Stocken, so daß der Zahntechniker sich veranlaßt sah, die Frau zu verklagen. Das Gericht erkannte auf Herausgabe des Gebisses. Als der Gerichtsvollzieher in der Wohnung der Frau erschien, um das Urteil zu vollstrecken, verweigerte sie die Herausgabe des Gebisses, das sie selbstverständlich im Munde trug. Da Anwendung irgend welcher Gewaltmittel in diesem Falle nicht wehl anging, zog der Beamte unverrichteter Dinge wieder ab. Auf Anzeige wurde die Frau wegen Unterschlagung zu 20 Mark Geldstrafe ev. 4 Tagen Gefängnis verurteilt. Vermischtes. = Die Danziger Katharinenkirche. Der jüngst vom Blik getroffene und durch Heuer zerstörte alte Turm der Katyarinenkirche in Danzig soll genau in der ursprünglichen Form wiederhergestellt werden. Das vernichtete Glockenspiel ist mit 52 000 Mark versichert. Zur Aufbringung der sonstigen Mittel soll eine Hilisaflion in die Wege geleitet werden. = Eine Achtzigjährige als Braut. Aufsehen erregt die Verlobung der Schauspielerin Frau Cornelia Prielle, früher Mitglied des Nationaltheaters in Budapest. Die Dante ist 81 Jahre alt und seit 50 Jahren Witwe und hat sich dieser Tage mit einem 35jährics Journalisten verlobt. Die Hochzeit konnte noch nicht stattfinden, da die ehrwürdige Braut einen leichten Schlaganfall erlitt. § Bei dem Meineidsprozeß gegen den Kellner Meyer j der Ruhstratangelegenheit bekundeten gestern die vernommenen Zeugen insgesamt, daß keiner von ihnen den Minister Nubstrat beim Spiel der„ Lustigen Sieben" gesehen hat. Bei der Vernehmung des Staatsanwalts Fimmen, der in den verschiedenen Ruhstratprozessen als Ankläger fungierte, ereignete sich ein peinlicher Zwischenfall. Fimmen hat niemals gesehen, daß der Minister im Kasino gespielt hat. Der Berteidiger Dr. Sprenger richtete an den Staatsanwalt die Frage, ob er noch als Beamter der Staatsanwaltschaft ge= spielt hobe. Der Zeuge Fiminen verweigerte darauf die Auskunft. Sprenger betonte, er lege Wert auf diese Frage, da sie zur Illustration der ganzen Verhältnisse beim Oldenburger Gericht diene. Die Herren gälten sämtlich als Spieler pro domo und fühlten sich solidarisch, als die Anklagen regen der Spielvorgänge erhoben wurden. Als Fimmen sagt, er beantworte die Frage nicht, weil sie nicht zur Sache gehöre und er von dem Vorsitzenden in dieser Auffassung bestärkt wird, bemerkt Sprenger, derartige Prinzipien seien so billig wie Brombeeren. Der Gerichtshof besteht nicht auf der Frage. = Milchdiebstahl im Großen. Einem sonderbaren Diebestrick ist man nach langem Aufpassen dieser Tage in Paris auf die Spur gekommen. Dort haben die Milchhändler die Gewohnheit, ihren Lieferanten die Zahl der gewünschten Kannen mittelst Kreide auf die Laden zu schreiben. Diese Cepflogenheit machte sich ein geriebener Spizbube zunube. Er erhöhte täglich in der Morgenfrühe die aufgeschriebenen Zahlen; wenn dann die Milch abgeliefert war, schickte er cinen Spießgesellen hin, um den Ueberschuß wegzunehmen. Die Gaunerei konnte natürlich nur bis zu dem Moment Bestand haben, an dem die Monatsrechnung bei den Betrogenen einlief. Aber es war dem Diebe doch gelungen, an 1550 Kannen mit einem Inhalt von 31 000 Liter Milch an sich zu bringen. Man richtete nun einen Ueberwachungsdienst ein, und richtig hatten die Gauner die Dreistigkeit, nach kurzer Bause ihr Spiel von neuem zu versuchen, das sie nun in Nummer Sicher brachte. § Die Lemgoer Briefaffäre. Vor dem Reichsgericht in Leipzig wird am 27. d. M. die Revision der Frau Kracht berhandelt werden, die in der anonymen Briefaffäre zu einer Buchthausstrafe verurteilt worden ist. § Ein Vatermörder mit drei Jahren Gefängnis bestraft. Der 19jährige Buchhalter Nikolaus Jäßler, der seinen Vater erschossen und dessen Geliebte Hammer erschlagen hatte, wurde vom Schwurgericht in Offenburg zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht erkannte die in dem Falle vorliegenden Umstände als besonders strafmildernd an. - Die Schönen aus Amerika. In London ist vor einigen Tagen ein Besuch besonderer Art eingetroffen. Hundert der schönsten Amerifanerinnen weilen zurzeit in der englischen Metropole und werden von dort eine Tour durch Europa an treten. Die Geschichte beruht auf der Niesen- Neklame einer amerikanischen Zeitung. Ein Blatt in Cincinnati hatte eine Abstimmung über die schönsten Leserinnen in Ohio, Kentucky und Indiana vornehmen lassen, aus denen für jede Stadt und jeden ländlichen Distrift eine unverheiratete und eine verheiratete Dame zu der Reklame- Reise nach Europa auf Kosten der Zeitung ausgewählt wurden. Die Sache fostel Geld, aber so etwas pflegt drüben sich reichlich zu verzinsen. - Die Hitze in Newyork. Schwere Opfer hat die Hitmelle gefordert, die vor einigen Tagen auch Newyork heimsuchte. Ueber 200 Personen liegen an den Folgen von Hitschlag noch darnieder, und 15 Menschen haben das Leben verloren. Der ganze Geschäftsverkehr droh'e zu stocken, und die Tiere fielen auf den Straßen wie die Fliegen. Das Gemitter, das endlich einige Abkühlung brachte, wurde allgemein als eine Erlösung empfunden. = Die Kriegskasse der Armada. An der Küste von Schottland liegt seit Jahrhunderten die franische Fregatte„ Florencia" cuf dem Meeresgrunde. Sie gehörte zu den Schiffen der großen Armada und suchte nach der Zerstreuung des Geschwaders im schottischen Hafen von Tobermorry Schuß, wo sie den Sohn des Häuptlings des Clans der Maclean als Geisel auf ihr Schiff schleppten. Der junge Schotte legte Feuer an die Pulverkammer und sprengte sich mit der ganzen Besagung in die Luft. Es geht die Sage, daß auf der Fregatte sich die Kriegskasse der Armada befunden habe. Man ist daher jetzt daran gegangen, diesen Schatz zu suchen und zu heben. Durch die Taucher sind bereits viele interessante alte Waffen und Geräte ans Tageslicht befördert. Es handelt sich jetzt darum, die Sand- und Schlamm- Massen, die das Schiff bedecken, zu entfernen, um den Zugang zu der Schatzfammer zu suchen. Schornstein, ob dur röhren unter dem talte Luft austri Realschule gemacht flappen, fo betonte bleiben. Die Stad fight nehmen. Die Kläranlagen f wurden freibanbig und Reffelanlage schrieben werden. einer Leichanlage in berg wurde für ei bor gelegte Brojeft Während der große technischen Hochschul teilt werden. Beha Gelände der angel weds Mufftellunge wünscht, daß nach M Schmuck erhalten bl Anlage Verwendung Bereins der Gas bon Beiträgen für um die Unterhaltun Gasanftatt) einem jabrlin nachgefuchte une Elettrizität geleg Bur der D zweiter Schacht willigt.- Bum Frau Bitwe und das des Andreas" befi Karl Euler 4. ** Der Gr Pfarrer Ernst Bo Barrer Christian Mafuchen unter geleisteten Dienste and be fegt. ** Uebertr Binternagel Bindefdute zu beginnenb, findet Am Mitt ales. Die Mündjener find drei Ilt werden Siege von sung Karls aulicht: die Siffe gegen felde fielt igung der erika und A. 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Berbreiterung der Marburgerstraße; hier Hessischer Spengler und Installateure zur Verlesung, Enteignung von Gelände.- 3. Gesuch des Wilhelm Maar 2. wonach dieser die Konkurrenz des städtischen Gaswertes zu Homberg a O. um Erteilung eines Wander gewerbescheins. für Privatarbeiten ausgeschlossen wissen will. Die Ver*** Denkstein: Enthüllung. Der Riegel- Denkstein im Garten der medizinischen Klinik der Landes universität sammlung beschloß, daß man dem Antrag keine Folge gebe. Das Baugesuch der L. Rothenberger Witwe für den wird Sonntag, den 16. Juli enthüẞt. Neuenweg wurde zurückgestellt. Die Stadtverordneten waren sehr verschiedener Meinung, ob man das Gesuch befürworten soll, ob man den jetzt vor ihrem Hause noch frei liegenden Plaz, welchen sie für ihren Neubau fäuflich erwerben will, um an die Laufluchtlinie heraus zu rücken, abtreten oder ob man diesen Platz nicht doch lieber als städtisches Eigentum behalten soll, um später für die Elektrische Bahn eine Ausweicheſtelle schaffen oder den Neuenweg an jener Stelle verbreitern zu können. Der Besizer des Sasthaus zum Löwen, Dachdeckermeister Carlé, hat in seiner Berechtigung als Anlieger auch Einspruch erhoben, weil mit dem Vorrücken des Neubaues sein Grundstück entwertet würde. Besonders war es Stadtv. Kirch, welcher gegen das Ge= such sprach und auch gegen eine hierbei von D.-B. getane Aeußerung energisch Front machte und das allgemeine Recht der Einwohner in Schuh nahm.- Die Herstellung zweier Einfriedigungen an der Moltkestraße durch C. Nikolaus wurde abgelehnt.- Zu dem Fluchtlinienplan für die - Wilhelmstraße von der Ludwigstraße bis zur Ebeistraße wurde beschlossen, daß Vorgärten mit nur 8 m Breite, wie solche schon auf der ganzen übrigen Straßenlänge bestehen, errichtet werden fönnen. Es lag hierbei ein Gesuch mit 5 m Breite vor, welches abgelehnt wurde. Der ** Feuerwehr- Jubiläum. Der Gesamt- Ausschuß des Festes war gestern Abend im Café Ebel sehr zahlreich versammelt, um aus dem Munde des Herrn Stadtverordneten Helm, dem verdienstvollen und unermüdlichen 1. Vorsizenden, zu hören, daß die Vorbereitungen des Festes in bester Weise bewältigt und die beiden Wehren wie die gesamte Bevölkerung Gießens dem Verlauf des Festes mit fönnen. ruhigem aber zuversichtlichem Wohlbehagen entgegensehen Das einmütige Busammenarbeiten der einzelnen Unterausschüsse gäbe eine Gewähr dafür. Ehren- wie auch Festausschuß sind mit den ihnen unterbreiteten Vorlagen und Berichten sehr zufrieden geweser, also ein weiterer Beweis, Der Feftzug wird entgegen solcher anderer Feste aus verwelch große Sympathie man allseitig für das Fest hegt.- bekommen; die Gießener Vereine werden zwischen den Ausgangenen Jahren ein lebhafteres, abwechselungsvolleres Bild wärtigen Wehren einrangiert und das Ganze in 4 Absind solche vo.. schon weiter Entfernung; Homburg v. d. H. teilungen formiert. Unter den angemeldeten fremden Wehren tommt z. B. mit eigener Musit, andere haben sich in außer stellen mehrere entsprechende Gruppen und verleihen dem gewöhnlicher Stärke angemeldet. Von den hiesigen Vereinen und die Preisrichter hatten eine wirklich jumittige uigate zu lösen, denn die Zucht der braunen Vogelsberger macht auch im hiesigen Kreise geradezu sichtbare Fortschritte. Als die übliche Preisverteilung vorüber, gestaltete sich das Feſt unter den klängen der Kapelle des Inf. Rg. Nr. 166 3u mittags durch einen herniedergehenden Gewitterregen auf einem echten Volksfest, das aber leider gegen 4 Uhr nachfurze Zeit gestört wurde. Bürgin. Ein hiesiger Schreinermeister hatte bei einem + Nieder- Wöllstadt, 13. Jul. Zeugin aber keine Baumaterialienhändler eine Rechnung von ca. 1200 St. Tags darauf erschien der Kreditor und hat um schriftliche zu bezahlen und leistete hierauf eine Zahlung von ca. 400 Mt. Anerkennung der Schuld, was auch geschah. Eine anwesende Dame ersuchte man um Bez uzung dieser Schuld. Nach einiger Zeit, als der Schreinmeister seinen Bedarf an Holz wo anders und vorteilhafter zu decken suchte, kam der da sie doch hierfür gebürgt habe, was letztere entschieden Lieferant zu der betreffenden Dame und bat um Zahlung, beftritt, da sie nur die Anerkennung der Schuld bezeugt, aber nicht gebürgt habe. Die Sache ist bereits beim Gericht anhängig gemacht; auf den Ausgang des Proz sses ist man allgemein gespannt. PA. Alsfeld, 13. Juli. Evang. Bundesfest. Der hessische Hauptverein des Evangelischen Bundes wird sein diesjähriges Jahresfeft am 24. und 25 August zu Alsfeld begehen. Er wird auf allgemeine Beteiligung der evang. erste Stadt Hessens, die das gereinigte Evangelium annahm, en rechnen können. Daß die Lutherstadt Alsfeld, die sicher. Aber auch die ländliche Umgebung des Festortes den Festgästen die herzlichste Aufnahme bereiten wird, ist bringt der Tagung allgemeine Teilnahme entgegen, sind doch in den letzten 2 Jahren rings um Alsfeld 11 Zweigvereine fäffige Familien angehören. nächste Punkt: Anlage eines öffentlichen Platzes zwischen Festzug ein interessant malerisches Gepräge. All diese Einzel- in fleineren Orten entstanden, denen zumeist sämtliche an- zum Feste, und damit Anerkennung unseren beiden Jubelwehren wird. ** Schmückt die Häuser! Gießen steht unmittelbar vor dem Jubiläumsfest seiner Wehren und morgen schon treffen die ersten Festgäfte ein. Seitens der Ausschüsse ift alles getan, das Feft zu einem möglichst glänzenden zu geftalten und den auswärtigen Kameraden ein paar angenehme, frohe Stunden zu bereiten. Jezt liegt es bei der Gießener Bewohnerschaft, auch ihrerseits zu dem guten Eindruck beizufteuern, das sie namentlich durch die festliche Schmückung ihrer Häuser vermag. Gießen genießt seit altersher einen guten Ruf als Feststadt, sadaß die Gäste begreiflicherweise mit hochgespannten Erwartungen auch dieses Mal zu seinen Toren hereinziehen werden. Sehr ausschlaggebend auf die Stimmung der Gäste wirkt das Festgewand mit, in dem die Stadt sich an den Jubiläumstagen präsentiert. Das hat jeder an sich selbst empfunden, der je ein größeres Fest mit machte. Wir zweifeln deshalb auch nicht, daß an den Fefttagen die Häuser Gießens in lebhaftem Fahnen- und Girlandenschmuck stehen werden. Die Bewohnerschaft ist geradezu dazu verpflichtet, da sie durch diese Aufmerksamkeit eine Ehrenschuld an die Männer abträgt, die in der Stunde der Gefahr furchtlos und ohne Zögern das Leben zur Rettung des Nächsten einsetzen. licher Sigung verhandelt. Zur Verbreiterung des Seltersweg sind von dem Grundstück der Friedrich Schreiner Eheleute 10,5 qm erforderlich. Das qm wird mit 100 Mt. bezahlt; gegen den Kaufvertrag hat niemand etwas einzuwenden. Eine bereits früher schon einmal vergebene Pflastersteinlieferung muß noch einmal ausgeschrieben werden, da der Submittent vom Vertrag entbunden wurde. Hiermit anschließend wurde beschlossen, daß die Stadt die zwei jezt noch an die Herren del- Gießen und Pfeffer- Annerod verpachteten Steinbrüche in eigene Regie übernehmen will, um damit ihren in den tommenden Jahren erforderlichen großen Bedarf an Pflastersteinen decken zu können ohne von den Preisschwantungen anderer abhängig zu sein.- Die Vergebung der Reparaturarbeiten an den asphaltierten Bürgersteigen wurde freihändig dem Konrad Rüssamen zum früheren Preis übertragen. Desgleichen die Müllabfuhr an Christian Neebe bis 1. April 1906.- Die Befestigung der Bürgersteige in der Bismarkstraße an der Bibliothek wurde beschlossen; verwandt werden Gail'sche Klinker. Für Beschaffung eines Dienst Fahrrades für das Tiefbauamt werden 150 Mt. bewilligt. Der Punkt: Anbringung von Lüftungsklappen an den Festern der Stadtmädchenschule, brachte eine längere Debatte. Die Ansichten gingen sehr auseinander, ob eine Lüftung mittels Ventilatoren nach dem Schornstein, ob durch beantragte Klappen oder durch Luftröhren unter dem Fußboden, welche unter den Defen die kalte Luft ausströmen lassen, die beste sei. Die in der Realschule gemachten schlechten Erfahrungen mittels Fenstertlappen, so betonte Stadtv. Jann, fönnten nicht unbeachtet bleiben. Die Stadtverwaltung wird dementsprechend dück. ficht nehmen. Die Ecrichtung des Maschinenhauses für die Kläranlagen steht nahe bevor. Die Rohbauarbeiten wurden freihänbig an Jäger& Rumpf vergeben; Waschinenund Refselanlage soll in beschränkter Submission ausges schrieben werden. Eine Beschlußfassung über Herstellung einer Teichanlage im Vorhof der Friedhofskapelle am Rodtberg wurde für eine spätere Sigung zurückgestellt. Das vorgelegte Projekt fand nicht genügende Zustimmung.- Während der großen Ferien sollen 2 Studenten irgend einer technischen Hochschule dem Tiefbauamt als Hilfskräfte zugeteilt werden. Gehalt pro Monat 100 Mt. Es soll das Gelände der angekauften Aktienbrauerei vermessen werden zwecks Aufstellung eines Bebauunsgplans. Sadtv. Gabriel wünscht, daß nach Möglichkeit der dort bestehende gärtnerische Schmuck erhalten bleibe und vielleicht für eine öffentliche Anlage Verwendung finde. Das Gesuch des Deutschen Das Gesuch des Deutschen Vereins der Gas- und Wasserfachmänner um Gewährung bon Beiträgen für wissenschaftliche Bwide( es handelt sich um die Unterhaltungskosten einer zu errichtenden VersuchsGasanstalt) wird dahin erledigt, incem die Stadt sich zu einem jährlichen Beitrag von 50 Mt. verpflichtet. nachgesuchte unentgeltliche Abgabe von Gas, Wasser und Elettrizität gelegentlich des Feuerwehrfestes wird bewilligt. Bur der Quellenfassung am Hubertusbrunnen ist ein zweiter Schacht erforderlich; die Wittel hierzu werden bewilligt. Zum Schluſſe wurden die Wirtschaftsgesuche der Frau Witwe Rath für den Vorgarten des Café Stalizky und das des Rud. Wegener für das Restaurant„ Zum Andreas" befürwortet; ein drittes für Schüßenstraße 5 von Karl Euler 4. wurde ausgesetzt. - - - Lokales. - - 14. Juli 1905. Die ** Der Großherzog hat den evangelischen Oberpfarrer Ernst Vogt zu Lauterbach und den evangelischen Pfarrer Christian Scriba zu Alten- Buseck auf ihr Ansuchen unter Anerkennung ihrer langjährigen und treu geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oftober in den Ruhestand versezt. ** Uebertragen wurde dem Schullehrer Konrad Finkernagel zu Storndorf eine Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Ostheim. *** Am Mittwoch, den 19. d. Ms. vormittags, 1/29 Uhr beginnend, findet eine Sigung des Provinzial- Aus -th. Der Automat ift leer- er funktioniert nicht mehr, diese interessante Erscheinung fonnte man gestern Abend auf dem Gießener Bahnhof beobachten, denn der Bahnsteig tarten- Automat stand mindestens eine Viertelstunde leer und niemand konnte infolgedessen durch ihn eine Karte bekommen. Für den unbeteiligten Zuschauer war es sehr amüsant, die komische Verzwe flung derer zu beobachten, die auf den Bahnsteig wollten und nicht konnten. Als endlich der Automat wieder gefüllt war und einige Leute mit Karten sich auf den Perron begaben, um Bekannte in dem durchfahrenden Buge zu begrüßen, fonnten sie gerade noch sehen, wie der Zug abfuhr und ihnen die Bekannten aus der Ferne lebhaft zuwinften. - * Das verlorene Bierfaß. Gestern fiel von dem Wagen einer Gießener Brauerei ein Fäßchen Bier, ohne daß es der Fuhrmann merkte. Die sofort telephonisch benachrichtigte Brauerei war so foulant, es dem Finder zu schenten, welcher es sich mit seinen Kollegen gut schmecken ließ.( Allerdings sehr foulant. D. Red.) A Vom Vogelsberg, 12. Juli. Seitens des Vogelsberger Höhenflubs ist bekannntlich die Erbauung eines massiven Bismardsturms auf dem Taufstein geplant. Nach den Plänen des Architekten Hofmann- Herborn erfordert er einen Kostenaufwand von rund 15000 Mt. Bis jetzt sind bereits 8550 Mt. gesammelt. U. a. haben der Zweigverein Grebenhain 200 Mt., Nidda 95, Gedern 100 Wit. freiwillig aufgebracht. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 4. Sonntag nach Trinitatis, den 16. Juli. In der Stadtkirche. Vormittags 8.00 Uhr: Siehe Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler. Die Kinderkirche für die Matthäusgemeinde fällt aus. In der Johannesfirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Bugleich Christenlehre für die Neufonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Sattler. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdiest für die Johannesgemeinde. Pfarrassistent Sattler. Sonntag, den 23. Juli, eichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde im Hauptgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Batholische Gemeinde. Samstag, den 15. Juli. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 16. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion. " 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. Vorm. von 9.30 Uhr an: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2½ Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschafts- Andacht. P. Radfahrer- Rüdsichtslosigkeit. Gestern Abend gegen 7 Uhr wurde in der Frankfurter Straße in Gießen eine Hebamme, die den Bürgersteig passierte, von einem Radfahrer umgefahren, wobei sie verschiedene Verlegungen davontrug und ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte. Der Radfahrer, der erstens den Bürgersteig nicht befahren darf den 15. Juli. Zeitweise woifig, etwas fate. und zweitens fein Signal gab, wurde ermittelt und zur Anzeige gebracht. *** Feuerwehr Gruppenbild. In dem Schaufenster tes Herrn August Kretschmar, Marktplatz, ist zur Beit das große Gruppenbild der gesamten Gießener Freiwilligen Feuerwehr ausgestellt, welches in dem Atelier des Photographen Zimmer entstanden ist und sicherlich allgemeines Interesse erregt. § Großen- Linden, 13. Juli. Der Verkehr hat sich hier so weit gehoben, daß man an die Erhebung der Haltestelle Großen Linden zur Station hat gehen müssen. Nachdem bereits seit einem Jahre die Erweiterungsarbeiten in Angriff genommen worden sind, ist man j bt auch an die Errichtung des Stationsgebäudes herangegangen, das schon mit Beginn des Winterhalbjahrs in Benugung genommen werden soll. wir ist wieder unser Ochsenfeft" feiern. Nachdem s. Wetzlar, 13. Juli. Nach dreijähriger Pause fönnen heute Morgen der gewohnte Festzug, seinen alten Weg nehmend, gegen 1211 Uhr auf dem Festplatz angekommen war, wurde das Fest, da leider der Landrat Sartorius durch Krankheit am Escheinen verhindert war, durch Sparkassendirektor Schlabach eröffnet. Bald entstand in den weiten Buchenhallen des Finsterloh" ein bewegtes Leben und der Buzug der Menschen wuchs mit jeder Minute. Während diffen galt es aber auch schon ernste Arbeit zu erledigen Gießener landwirtschaftlicher Wetterbizuft. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenté!: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beid. in Bieben. C A Verlangen Sie Muster unsersr neuesten Stoffe und Foulards für StrassenToiletten und Blousen. Seidenstoff- Fabrik- Union Adolf Grieder& Cie, Zürich 92 000 Im Gebrauch! 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Juli 1905, die Verkaufszeit für das Handelsgewerbe auf die Stunden von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags ausgedehnt. Gießen, den 13. Juli 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend mit Samstag, den 1. Juli, im Jmpflokale Schulgebäude, Neustadt 61- für die nächsten 5-6 Wochen, jeden Samstag, nachmittags von 5-6 Uhr, abgehalten werden. Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahr sind die früheren Jahren. offene Füsse im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus Beinschäden, Beingeschwüre, Aderbeine, böse Finger, alte Wunden sind oft hartnäckig; wer bisher vergeblich hoffte geheilt zu werden, mache noch einen Versuch mit der bestens bewährten RINO- SALBE frei von Gift u. Säure, Dose Mk. 1.-. Dankschreiben gehen täglich ein. Wachs, Naphtalan je 15, Walrat 20, Benzoefett, Venet. Terp., Kampferpflaster, Perubalsam je 5, Eigelb 30, Chrysarobin 0,5. Zu haben in den Apotheken. bes. in d. Hirsch Apotheke und Wir laden die hiesigen Einwohner, welch impfoflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken etu, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung feines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlusse auf seine Kosten be werkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem in der Universitäts- Apotheke. 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Zur MAGGIS Aeussere Kapsel Jenere Röhrchen MACCH BouillonKapseln die besten! Besonders wertvoll während der Sommerszeit, wo sich frische Bouillon nur schwer aufbewahren lässt. Freibank. Heute von 5 Uhr ab Kuhfleisch 45 Pfg. Anfertigung von Drucksachen aller Art empfiehlt sich die Buchdruckerel von Albin Klein Glessen Seltersweg 83. Es wird gebeten Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Impfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Jmpflinge müssen mit reiner Wäsche und reingewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 27. Juni 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J. B.: Curichmann Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bismarckftraße zwischen Lonystraße und Südanlage von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 13. Juli 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Eich weg von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 13. Juli 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Arbeitsvergebung. Die zur baulichen Unterhaltung der Gebäude des Realgymnasiums und der Realschule nötigen Schreiners, Weißbinder- und Tapezierarbeiten, sowie die Erneuerung hölzerner Treppenstufen in der Stadtknabenschule sollen Donnerstag, den 20. Juli d. Js., vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einficht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen.- Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 14. Juli 1905. Städtisches Hochbauamt. I V.: Altvater. Der Einmach- Kursus der Alice- Kochschule beginnt am 15. Juli. Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen in der Kr. 162 Obe Band ab d 10. Forfehung Die junge Fr Pelzfollier um i aimete Herrgo Leben lang, fole Sunderte mit fei plöglich zufamme Friert did? „ Ein wenig Er beugte fid er ihr forglich un darunter den Ar feft an mich hera Sie folgte jet Nach und nach die Zukunft gra war doch wunder umfchloffen, der it fich noch fefter a pracht!" Bur fin Lannenwald befa unter der weißer Schnee bis zu den Schatten tiefblau, Es war schneid Häufer hingen Eis vergnügte sich die Rochschule Gießen, Kirchstr. 20. bei Einkäufen die in unserer Zeitung inserierenden Firmen gefl. zu berücksichtigen! wenn Gustavs Be Bäume streifte, so Schlitten Sigenden Jept fchob fi Zwischen die Chau schauten didstämmi zu den Fahrenden Sonnenlicht und f dem weißen Fahr Krähen dahin und Schellengeläute au Schlitten weg und Die beiden Gat herrlichkeit in fich a blidte ihren Mann Schat? Man m hören." Gustab fah die fah die von der K so ganz in seiner auf die Infaffen anders, er widel Schleier in die frischen Mund. Profit," rief es Dottor und Herr Die beiden Gat bor Verlegenheit un Bügel, daß die Bi www.zouyrenu liegenden Gärten G Insgesamt wurden Laborant brübte im Mostau ist wieder entbedt; es erfolgte Staum eritört und 吧 rijjen mundenBembenattentat au zahl Boligen Libau und und Patronen en Station Samara gefunden, die sein geidjidt, aber ber ein Transport re Bellauffeber wur Grafen Edunval burger Lehrer e Kumitees, das teilt hatte. ** Die Friede hcben durd Sie handler entschiede Anfang an dem S annehmen, daß er deuerrden Frieden in Befing hat Ber tommens mit Chin Didjurei eingeleitet. Brieden ver handlun Mandschurei dirett Blodade von Bladi ruftichen Schiffe v Rerpedcbcote wager