nicht der Klavierstim mer- ich bin Reynard bon Mirolles Leut eine nant im-" Die junge Dame fluchtartige Bewegung machte zur Tür und verließ das Zimmer. Der De linquent folgte ihr ge fentten Hauptes, Stufe un Stufe, nicht übereilt, aber doch ohne Nr. 267. Safertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. das geringste Bögern ging's die Treppe hinunter, fein einziges Mal wandte Marga den Kopf, und als fie nun vor der Wohnung der Frau von Abert angekommen war, da 30g fie die Klingel hajtig und ungeduldig -so hastig und unge duldig, wie es jemand tut, der einen lästigen Verfolger los fein will, dachte. Reynard ganz verzweifelt für sich. Fast heiser flang die Stimme des Offiziers, als er nun leise sagte: „ Adieu, gnädiges Fräulein" Die Eneetür wurde geöffnet. plöblich wandte fich larga um, und Rey mard jah wieder die dhelmijch blizenden Augen und den kleinen Mund, um den es berräterisch zudte. BolTen Sie denn nicht näher treten und sich von Frau von Abert verabschieden?" flang scheinbar ganz unbe fangen ihre Frage aber ein leichtes Rot tieg dem jungen Mädhen dabei in die bom Blondhaar umfraufte Stirn. Und Reynard verstand, daß ihm berziehen war. Und mun, und Frau von Avert fand ihren Be= such an dem Lage sehr " seßhaft", und da Reynard von Mirolles fich in der nächsten Zeit so oft bei ihr sehen lici, so wußte sie auch bald, daß der Magnet nicht etta in verstimmten Instrumenten zu suchen war, sondern daß im Gegenteil alles wunderschön stimmte, genau so, wie sie es sich in ihrer Weisheit Flügel aber, den Reyhatte, den erbat sich und wenn sic nn meinte fie: Nun, a ihr dann der Mund en wurde. gabe - ie Rebattion dec Neuen Berline og sna Montag, den 13. November 1905 Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich). und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Lobnkampf in Sachfen- Thüringen. ( Eig. Bericht.) Leipzig, 12. November. Ein wirtschaftlicher Riesenkampf ist im mitteldeutschen TextilGewerbe entbrannt. Mit dem gestrigen Tage find 40 000 Arbeiter ohne Lohn. Das ist die Antwort der Arbeitgeber auf die Forderungen der Arbeitnehmer. ber= Lange hat es gedauert, bis die Arbeitgeber sich zu dem äußersten Schritt entschlossen. Immer wieder wurde handelt, immer wieder wurde versucht, durch Anerbietungen auf der mittleren Linie den sozialen Frieden zu erhalten. Wohl fehlte es nicht an Elementen unter den Arbeitern, die mit den angebotenen Zugeständnissen zufrieden waren. Allein die extremen Kräfte überwogen, die Behauptung, daß LohnReduktionen beabsichtigt jeien, fand trotz des energischen Widerspruches der Fabrikanten Glauben; der Streik nahm feinen Anfang. Nun begann das gewohnte Spiel. Der stille, aber um so intensivere Kampf zwischen den Arbeitswilligen: und den Streitposten beherrschte das Feld. Nicht schimpfen! - so lautete die Instruktion der Streitführer, die Konflikte mit der Polizei vermeiden wollten. Allein auf der anderen Seite wußte man sich zu helfen. So hatte einer der Streikposten stehenden Arbeiter einen Hund an der Leine bei sich. Sobald nun ein Arbeitswilliger nahte, bekam der Hund einen gehörigen Tritt mit dem Fuße, und dem zur Arbeit Gehenden tönte ein drohendes Infame Bestie!"," Niederträchtiger Hund!" und ähnliche Koseworte entgegen, und feinen Schutz gab es gegen diese Beschimpfungen, denn sie waren ja fcheinbar an die Adresse des Vierbeiners an der Leine gerichtet. Ein förmliches Spießrutenlaufen war es, dem sich die Arbeitswilligen vor den Werkstätten ausgesetzt sahen. Da erlahmte auch den Ausdauerndsten der Mut. Immer weniger wurden die Arbeitenden. Da griffen die Arbeitgeber zum legten Mittel: fie schlossen ihre Betriebe. - Der Verband der sächsisch- thüringischen Webereien und die Konvention der sächsisch- thüringischen Färbereien und Appretur- Anstalten hielten eine gemeinsame Sizung ab und beschlossen, die erneute Schließung aller Webereien des Verbandes und der Färbereien von Appretur- Anstalten der Konvention am Wochen- Ende, also gestern, eintreten zu lassen. Vierzigtausend Arbeiter sind damit ohne Lohn. Wenn man die Familienmitglieder, die auf diese 40 000 Väter, Söhne, Kinder angewiesen sind, hinzurechnet, so kommt eine Armee von mehr denn hunderttausend zusammen, die von den ArbeiterOrganisationen erhalten werden muß. Rechnet man eine wöchentliche Streifunterstüßung von 8 Mart für den Verheirateten, 7 Mart für die sonstigen Organisierten und 75 Pfg. für jedes Kind, so ist das eine Riesensumme, die den Verbänden der Arbeiter aufgebürdet ist. Sie bleibt auch noch groß genug, wenn man die Arbeiter abzieht, die von den Arbeitgebern unterstützt werden. Der Verband der Webereien gewährt nämlich an die Arbeitswilligen, die bei ihnen bis zuletzt ausharrten und die feine andere Streifunterstützung erhalten, eine Wochenabgabe von 12 Mart für Verheiratete und 9 Mark für Ledige, also wesentlich mehr, wie die Drganisationen der Arbeiter verteilen. undzwanzig Brerde. Das war in der eisenbahnlosen Zeit in Rußlands Steppen gar nicht zuviel, denn ein Ministez hatte Gefolge und einen ganzen Train. Natürlich reisi niemand mehr mit Kourierpferden, wo es Eisenbahnen gibt, und der Eisenbahnminister gewiß nicht. Aber das Geld für die Pferde fann man als zuständiges Reisegeld schon annehmen. Fürst Chilkow fuhr dabei nicht schlecht. Er war immer unterwegs. Er ist der beste Kenner der sibirischen Eisenbahn. Auch hat er niemals einen europäischen Eisenbahnkongreß versäumt. Man hat ihm nachgerechnet, daß er auf diese Weise sich Jahresspesen von etwa 50 000 Rube! erreiste. Niemand hat es ihm verübelt und niemand durfte es ihm verübeln, selbst der penible Witte nicht. Fürst Chilkow hätte aur gern seine inspizierende Tätigkeit fortgesetzt. Was ihn daran hindert, ist der Eisenbahnerstreik. Er fann nicht Chef der Eisenbahnverwaltung bleiben, nachdem offenbar ge= worden, daß er alle Autorität bei den Eisenbahnangestellten verloren. Der neue Handelsminister Timirjasow ist Das Ende des Riesenkampfes ist schon heute vorauszusagen. Er wird ausgehen, wie einst in Krimmitschau. Gerade an dem Riesigen seines Umfanges muß der Kampf ersticken. Die Kassen der Arbeiter mögen noch so gut ge= füllt sein, auf die Dauer fönnen sie solche Anforderungen nicht erfüllen. Dazu kommt, daß die Ausdehnung des Kampffeldes noch immer nicht abgeschlossen ist. In der Lausitz bereitet sich eine Bewegung vor. In Sorau, Kottbus, Spremberg, Forst, Finsterwalde, Peiß steht eine Textilfabrik neben der anderen. Dort sind Tausende von Textilarbeitern_beschäftigt. Auch sie sind schon vom Streiffieber ergriffen. Auch in Süddeutschland, im Elsaß in der Pfalz, in Baden, in Schwaben gährt es überall. Je weiter der Kampf an Ausdehnung gewinnt, desto weniger ist Aussicht, daß er für bie Arbeiter gewonnen werde. Ben inte bie gefalteten Bände an en is Himmels willen wollten. grenzenlosem Erstaunen die Kind Kind fünftige Gestaltung Ihres ia richtete sich jetzt auf, und enn gar nicht, was diese Berg für Бебе beaus ihren war nicht Glückseligkeit und Entas au ondern htrüftung. begreife es sehr wohI," sagte fieSenn ich Seite blia mir den Tod in eismanpenben, u schritt, er estes erschauen." Wasser war es dunkel. mein Zimmer betrat. Menn man Spinoza alauben Fo als bäte er um Wärme, flopfte er beständig gegen fen berließ mich auch dann nicht, als ich erklärliche Grauen Trupowschen Hauses erstiegen hatte, die Türöffnete und Panichidin seufzte, tras elpen, ich müßte hinter Im Ofen heulte der Wind, und gleichsam In meiner bescheidenen Wohn bierte Etage des tür. nicht Das Minifterium Witte. ( Eig. Bericht.) Petersburg, 11. November. in Deutschland fein unbekannter Mann. Er ist in Berlin viele Jabre Agent des russischen Firanzministeriums gewesen und wii. erst vor 2 Jahren nach Petersburg berufen, um Gehilfe des Finanzministers Witte zu werden, der unmittelbar vor seinem Sturz stand. Im vorigen Jahre ging Timirjasow zur Leitung der Handelsvertragsverhandlungen wieder nach Berlin. Dabei hatte er wenig Glück. Witte mußte, obwohl nicht mehr Finanzminister, selbst eingreifen und brachte in Norderney den Vertrag mit dem deutschen Reichskanzler unter Dach. Große Namen sind auch sonst in dem Ministerium nicht zu finden, das gerade deshalb ganz und gar ein Ministerium Witte ist. Ein faiserlicher Ukas nennt außerdem als Mitglieder des neuen Kabinets: Schipoff für Finanzen, Nemeschael für Verfehrswege, Filosofoff als leidsfontrolleur, Sutler für derbau und Graf Tolstoi, Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften, für Unterricht. Daß Großfürst Nikolai Nikolajewitsch an Stelle des Großfirsteit Wladimir Oberstkommandierender der Garden gerden ist, hat nicht überrascht. Großfürst Nikolai ist der ein ge unter den Großfürsten, von dem man glaubt, daß er wirklich militärische Fähigkeiten und Kenntnisse besitzt. deshalb wurde er von den einflußreicheren zärtlichen wandten zurückgehalten. Er war es, der nach Kuropat Rücktritt den Oberbefehl im ostasiatischen Kriege übernehm. soute und auch gern übernommen hätte. Die Großfürsten Wladimir und Sergius ließen es nicht zu. Sie fürchteten er fönn fiegen und dadurch zu einem Einfluß kommen, der für sie unbequem gewesen wäre. Politisch ist Großfürst Nikolai Mikolajewitsch noch nicht hervorgetreten. Das Minifterium Witte ist zustande gekommen. Das war feine leichte Arbeit, denn die Zahl der für die Mitarbeiterschaft an dem Reformwerk geeigneten Kräfte iss ohnehin sehr gering, und sie wurde noch weiter dadurch reduziert, daß mancher sich weigerte, in Wittes Schiff zu teigen, sich mit diesem auf Gede und Verderb zu verbinden. Zwar wächst Witte von Tag zu Tag an Kraft; aber auch feine Gegner find mächtig, und es gibt hier wie überall Leute, die es vorziehen, nicht nach geschlagener Schlacht sich mit dem Sieger zu vereinigen. Daß Fürst Chilkow vom Eisenbahnministerium zurückgetreten ist, darf nicht einer Gegnerschaft zwischen ihm und dem Grafen Witte zugeschrieben werden. Sache Gegnerschaft war nicht vorhanden. Fürst Chillow war en politischer Mann, sondern harmlos, ehrlich und ungemcir diensteifrig. Vom schlichten Lokomotivführer durch zufällige Protektion auf den hohen Posten eines Ministers gebracht, war er nur darauf bedacht, seinen Dienst mit Fleiß zu versehen. Daß der Fleiß einträglich war, dürfte er sich ohne Gewissensbisse gefallen lassen. Uralte Bestimmung gewährt einem Minister auf Dienstreisen viercanstalten, abgelehnt. gegen erziart de parteivorstand Den Zeitpunkt für gefommen, in eine energische Agitation zur Erlangung des allgemeinen Wahlrechts für den preußi schen Landtag einzutreten. frankreich. ** Nach einer stürmischen Kamersizung hat Kriegminister Berteaux seine Entlassung gegeben, während die übrigen Mitglieder des Kabinets Rouvier auf ihren Posten blieben. Berteaug begründet seinen Rücktritt mit dem stmstande, daß die jetzige Regierung zum Teil auf die Unterstützung der Rechtsparteien angewiesen sei. Als überzeugter Republikaner önneer das nicht mitmachen. Er habe das Bewuzisein, daß seine Singebung für das Heer und die nationale Verteidigung nicht uglos gewesen sein und sein Nachfolger eine weniger schwierige Aufgabe vorfinden werde, als er sie vor einem Jahre übernommen habe. Der vom Grafen Witte gebildete Ministerrat hat inzwischen seine Tätigkeit begonnen. Er ist mit einer Pro flamation an die Deffentlichkeit getreten, die zur Beruhigung aufforderte und sich scharf gegen das Verhalten der Polizei ausspricht, die Unruhen hervorgerufen und eine zweideutige Rolle gespielt hat. Wo das geschehen ist, soll eine Bestrafung der Schuldigen eintreten. Es wird die Verwirklichung des kaiserlichen Manifestes zugesagt. Es ist denn auch eine merkliche Beruhigung eingetreten, so daß von den deutschen Postanstalten wieder Paketsendungen und Wertbriefe nach Rußland zugelassen werden. E war aber auch äußerste Zeit, daß eine Wendung zum Besse. eintrat, denn bereits waren von den Vertretern fremder Mächte Vorstellungen wegen der Lage im russischen Reiche erhoben worden. An verschiedenen Stellen hält allerdings die Gährung noch an. In Kronstadt sind die meuternden Matrosen von Truppen eingeschlossen. Auch unter den in Petersburg garnisonierenden Matrosen- Abteilungen ist eine Meuterei ausgebrochen. Ueber Polen ist der Kriegszustand verhängt. In Odessa kommen noch immer wilde Szenen or, dort haben Revolutionäre das Telegraphenamt in die uft gesprengt. die ren Politische Rundschau. Deutsches Reich. Türkei. ** Die Nachrichten über die geplante Flottendemontration der Mächte sind zum Teil verfrüht und unrichtig ewesen. Augenblicklich schweben die Verhandlungen noch. Die Beschlußfassung steht jedenfalls noch aus, wenn sie auch absehbarer Zeit erfolgen dürfte. Wahrscheinlich kommt es ber zu einer gütlichen Vereinbarung mit der Pforte, da ese in ihrer ablehnenden Haltung gegen die mazedonische manzreform nachläßt. Amerika. ** Eine Protestversammlung gegen den englischen lottenbesuch in New- Yort hielten die vereinigten irlänsischen Gesellschaften in New- York ab. Auf dem Meeting, an dem auch Deutsche teilnahmen, wurde König Eduard als Störer des Weltfriedens bezeichnet. Die Versammlung forderte von der amerikanischen Regierung die Zurückweisung ber Zumutung, mit England ein Bündnis gegen Deutschland einzugehen. Auswärtige Irländer gaben ihre Zustimmung birch Sympathietelegramme zu erkennen. * Unsere Truppen in Deutsch- Ostafrika haben mehrere reiche Gefechte gegen die Aufständischen bestanden. Amt) wird über Kapstadt gemeldet, daß die Auffändischen bei ongea in fünf Gefechten geschlagen wurden und große erluste erlitten. Die vereinigten Abteilungen des Bezirksmtmanns Richter, Hauptmanns Nigmann und Leutnants linghardt haben bei Nyamabengo- Ssongs ohne eigene Serluste 4000 Wangoni geschlagen. Der Feind hatte schwere Berluste. * Hof und Gesellschaft. Nach dem Feßinahl in der spanischen Botschaft in Berlin begab fich König Alfons von Spanien mittelst Automobil nach dem Marmorpalais bei Potsdam und nahm dort an einer vom deutschen Kronprinzenpaar beranstalteten Ballfestlichkeit teil. Der weitere Aufenthalt des Königs Alfons am Kaiserhofe in Potsdam gestaltete sich wie folgt: Nach einer Besichtigung des Lehrinfanterie- Bataillons pirschte der König auf Rotwild im Wildpark, besuchte das Mausoleum Kaiser Friedrichs, legte dort auf den Särgen des Raisers und der Kaiserin Friedrich Kränze nieder und nahm sodann das Früstück beim Kronprinzenpaar im Marmor- Palais ein, an dem außer den Brüdern des Kronprinzen auch bie Herzogin Maria Antoinette von Mecklenburg teilnahm. Nachmittags war Besichtigung des Regiments Gardes du Corps. Abends war Theatervorstellung im Neuen Palate bei dem Kaiserpaare. Dem Reichskanzler Fürsten Bülow hat der König von Spanien den Orden des goldenen Bließes verliehen. Die Fleischteuerung würde wahrscheinlich einen Mangel an Fleisch für die Truppen in Deutschland im Falle einer Mobilmachung herbeiführen. Dieses Ergebnis ist urch eine Anfrage der Kriegsverwaltung bei verschiedenen Sandelskammern festgestellt worden. Infolge der hohen reise sind fast gar feine Fleischvorräte vorhanden. am ußs * Der sozialdemokratische Parteivorstand het einen von Breslauer Sozialdemokraten gestellten Antrag, und Bettage Straßendemonstrationen gegen preußische Dreiklassen Landtagswahlrect : zu as Prinz Eitel Friedrich von Preußen wird nach einer Bermählung mit der Herzogin Sophie Charlotte von Breußen zunächst die Villa Lieguiß, die im Vark von Sanssouci unweit der Friedenskirche belegen ist, beziehen, da Die Villa Ingenhelin, ble bem jungen Paare als Wohnort zugewiesen ist, noch baulicher Veränderungen bedarf. Die Bereidigung der Rekruten in Detmold ist jetzt auf der Fürsten Leopold IV. von Lippe erfolgt. Der Fürst nahm selber an der Feierlichkeit teil und nahm das Frühstück im Offizier- Kasino ein, wo er von dem Obersten auf das herzlichste begrüßt wurde. Fürst Leopold ist vom Raiser von Oberleutnant à la suite der Armee zum Oberstleutnant befördert worden. Deer und flotte. Die Flottenverstärkung. Gutem Vernehmen nach sollen von der Regierung für die Ergänzungen zum Flottengeseg bon 1900 in der bevorstehenden Reichstagssession etwa 800 Millionen Mark gefordert werden. Die Summe verteilt sich in der Weise, daß während der Jahre 1906 bis 1912 Wahrscheinlich 435 Millionen Mark Mehrkosten entſtehen. tritt von 1913 ein Beharrungszustand der Mehrkosten von durchschnittlich 70 Millionen bis 1917 ein. Ju ganzen macht das ungefähr 800 Millionen aus. Soziales Leben. × Unzufriedenheit bei den Bergarbeitern. Zu den Nachrichten über eine erneute Gärung unter den Berglenten bes Ruhrbezirks gesellen sich nunmehr solche, die auch in ußerdeutschen Kohlenbezirken starke Bewegung erkennen lassen. Daß die Lage von den Zechenbesitzern auch überall so einJeschätzt wird, zeigt die Tatsache, daß überall das Bestreben orherrscht, große Fördervoeräte anzusammeln, um bei einem ventuellen Streit wenigstens für einige Zeit gerüstet zu sein. Die Unzufriedenheit ist meistenteils durch Lohnherabfezungen jervorgerufen worden. Bei einem Streit im Kohlenbergbau, er sich über das Ausland erstreckt, würde Deutschland erjeblich in Mitleidenschaft gezogen werden, da es mit einem Teil seines Bedarfs noch auf ausländischen Bezug an= jewiesen ist. Nab und fern. † Zusammengebrogenes Schwimmdock. Bei Ver= suchen mit einem Manometa fürzte in Bremen das große Schwimmdock der Schiffsbaugesellschaft Weser" ein, wodurch ein Schaden von 10 000 M. entsteht. Es gelang zwar, das Dock schwimmend zu erhalten, doch ist der Betrieb vorläufig gestört. + Entflehener Sträfling erschossen. Bet dem Verfuche, aus der Strafanstalt Stuben auszubrechen. wurde der Sträfling Sebastian Domartin von der Patrouille überrascht und erschossen. D. stürz e von der Gefängnismauer in den vorüberfließenden Inn; seine Leiche ist noch nicht gefunden worden. † Schneefall im Erzgebirge. Starke Schnecfälle, die im oberen Teile des Erzgebirges und im Vogtlande niedergingen, haben den Verkehr erheblich gestört. Telegraphenund Telephonleitungen sind durch starken Frost beschädigt und teilweise außer Betrieb gesetzt worden. † Der Abschluß einer Ghe. In Göttingen erschlug der Postillon Hillemann seine Ehefrau mit einer Art und tötete sich dann selbst durch Erschießen. Der Beweggrund zu der grausigen Tat ist noch in Dunkel gehüllt. † Das Ende des Defraudanten. Nach Unterschlagung von 6000 m. war der Buchhalter Früngel von der ostholsteinischen Metereigenossenschaft flüchtig geworden. Fr. hat sich nun in Hamburg im Kupee eines Eisenbahnzuges erschossen. † In der Schlaftrunker heit verunglückt. Ein Neisender war im Eisenbahnzuge in der Nähe von Stendal während der Fahrt eingeschlafen. Wahrscheinlich infolge von Traumvorstellungen sprang er plötzlich von seinem Plage auf, riß die Tür des dahinsausenden Zuges auf und stürzte auf dem Bahndamm. Er wurde von Bahnbeaminten aufgefunden und nach der nächsten Station geschafft, schien aber nur leicht verlegt zu sein. † Tötlicher Unsall im Eisenwerk. Auf dem Eisenwerk Union in Dortmund zersprang ein großes Schwungrad des Walzwerks. Umherfliegende Stücke schlugen durch das Dach eines Nebengebäudes und töteten zwei dort beschäftigte Arbeiter, während vier andere schwer verlegt wurden. † Raubanfall auf eine Frau. Die Stickereihändlerin N. in Leipzig wurde von einem, bisher unbekannten Mann überfallen und am Halse gewürgt, bis sie bewußtlos umfiel. Der Täter, der mit der Ladentasse entfloh, wird von der Polizei verfolgt. Er hatte sich in dem zurzeit leeren Laden als Käufer vorgestellt und sich von der Besitzerin Muster vorlegen lassen. Die Ueberfallene ist infolge der Verlegungen schwer erkrankt. † Ueberfallener Militärposten. Zwei Männer überfielen nachts den bei den Schießständen in Fraulautern aufgestellten Militärposten und verlegen denselben durch Messerstiche. Wahrscheinlich war ein Einbruch in die Kantine beabsichtigt. Der Posten feuerte auf die Angreifer, traf sie aber nicht. Bisher gelang es nicht die beiden Patrone zu ergreifen. † Folgen einer Explosion. Ein Schaden von über 15 000 m. ist durch die Explosion einer Klärbeckenanlage in Niederrad bei Frankfurt a. Main angerichtet worden. Die Explosion war anscheinend durch aufgesammelte Reste von Benzin und Terpentin im Kanal verursacht. Das Maschinenhaus geriet in Brand, wobei ein Arbeiter stark verlezi wurde. Der Feuerwehr gelang es, die Gefahr in furzer Zeit zu beseitigen. † Berfolgter Juwelendieb. Der Dieb, der im Sommer d. J. einer Dame in Ostende Juivelen im Werte von 80 000. gestohlen hat, ist nunmehr als Hotelkellner Alfons Medico ermittelt worden. Leider ist es bisher nicht gelungen, des flüchtigen Diebes habhaft zu werden, obwohl 8000 M. Belohnung ausgesetzt sind. † Beim Rettungswerk verbrannt. Durch leichtfinniges Umgehen mit Streichhölzern entstand in dem böh ischen Dorse Lüschitz ein Prand, der sich außerordentlich schnell ausbreitete und über 30 Gebäude vernichtete. Bei dem Versuche, aus seinem brennenden Hause Sachen zu retten, verbrannte ein Tagelöhner, dessen Leiche entsetzlich zugerichtet unter den Trummern gefunden wurde. Da die gesamte Ernte vernichtet ist und viele Familien Obdach und Besiz verloren haben, herrscht große Not unter den Abgebrannten. Vermilchtes. Neue Rheinbrücke für 2 Millionen Mark. In Basel ist soeben die neue Rheinbrücke, an deren Bau 3 Jahre gearbeitet worden war, dem Verkehr übergeben worden. Das auf sieben Pfeilern aus Granit errichtete gewaltige Bauwerk hat eine Länge von beinahe 200 Metern bei 18 Meter Breite. Um in etwaigen Kriegsfällen eine Sprengung der Brücke zu erleichtern, wurden Minenkammern in die Pfeiler eingebaut. Der gesamte Bau der Brücke einschließlich Vorarbeiten, Notbrücke usw. hat 2 Millionen Mark erfordert. Die Droschke als Mittagsgaft. Die Teilnehmer der Mittagstafel einer Pariser Pension erhielten dieser Tage einen ebenso unerwarteten, wie merkwürdigen Gast in Gestalt einer Droschte mit 2 Pferden, die durch das Fenster in den Speisesaal geschleudert wurde. Das Fuhrwerk war auf der Straße an einem Straßenbahnwagen geprallt und so stark zur Seite geworfen worden, daß es über den Bürgersteig weg in den zu ebener Erde belegenen Saal flog. Der Kutscher erlitt bei dem Sturz erhebliche Verlegungen. Sonst wurde das Diner weiter nicht gestört. == Fischschuppen für Schmucksachen. Aus den Schuppen eines fleinen Fisches werden weiße Perlen zu Schmucksachen gearbeitet. Diese Schuppen sind start glänzend und stammen hauptsächlich von Fischen, die im Mecklenburgischen an einer bestimmten Stelle, dem Dossower Wied, gefangen werden. Für zahlreichen Fischer jener Gegend bedeutet die neue Industrie einen erfreulichen Nebenerwerb, da auswärtige Händler ihnen den Fang sehr gern abkaufen. Schillers Volkstümlichkeit. ( Schluß.) Das Leben im Ganzen, welches bleibt, wenn wir längst dahin sind, das ist der höchste Sinn, den jeder Den gwed seinem Dasein geben fann, wenn er will. seiner eigenen Stellung für die Menschheit bedenken, wie es der Meister im Lied von den Glocke so schön tut. Das ist der Gesichtspunkt, der jeden Beruf und jede Tätigkeit, so winzig unb ameisenklein sie auch scheinen mag, mit einem Tropfen Ewigkeit erfüllt. So endigt auch das Gedicht„ Die Ideale", in dem Schiller gewissermaßen seine eigne geistige Entwicklung und deren Resultat in größter Kürze überblickt, mit dem Hinweis auf das Tröstliche, auf den ewigen Wert jeder Arbeit: Die langsam schafft, doch nie zerstört, Die zu dem Bau der Ewigkeiten Zwar Sandforn nur um Sandforn reicht, Doch von der großen Schuld der Zeiten Minuten, Tage, Jahre streicht. So sehen wir schon in den Philos. Briefen", die wie ein Art Programm am Anfang der geistigen Entwickelung des Dichters stehen, die beiden Hauptwurzeln seiner Voltstümlichkeit, einmal das vielseitige Verständnis, das in jeder ehrlich gemeinten Anschauung den berechtigten Kern heraus. findet, sodann die unermüdliche Arbeitsfreudigkeit, die in immer reuen Werken die große Schuld der Beiten" abtragen hilft, die den frohen Glauben an die Menschheit sich nicht rauben läßt. Dieser Glauben ist wohl das Entscheidende. Ohne ihn ist ja überhaupt nichts großes in der Welt zu vollbringen. Ihn hebt auch Göthe in seinem Nachruf an Schiller so ganz besonders hervor: Es glühte seine Wange rot und röter Von jener Jugend, die uns nie entfliegt, Von jenem Mut, der früher oder später Den Widerstand der dumpfen Welt besiegt, Von jenem Glauben, der sich stets erhöhter Bald fühn hervorgedrängt, bald geduldig schmiegt, Damit das Gute wachse, wirte, fromme, Damit der Tag dem Edlen endlich komme. " Dieser Glaube gab dem Dichter die Kraft, immer von neuem den Versuch zu machen, die stumpfe Welt" zu sich emporzureißen, er hat ihn vor dem andern Wege bewahrt, den billigeren Lorbeer zu erstreben, den man findet, wenn man immer nur der großen Mehrzahl nach dem Munde redet und nur die allgemein herrschenden Ansichten ausspricht. Schiller selbst sagt, er wolle seinen Zeitgenossen nicht leisten, was sie lobten, sondern was sie bedürften, nicht was sie gern, sondern was sie nötig hätten. Wie er im ehrlichen Rampf mit sich selbst und seinen menschlichen Schwächen sich stets zu bessern suhte, wie er so die strengen sittlichen Anforderungen des alten Kant ernst und eifrig auf sich anwandte, so hat er auch in anderen Menschen stets das bessere Selbst gesucht und gefunden und hat es gestärkt in seinem Gegensatz zu dem gewöhnlichen Egoismus. " 1 Wir brauchen uns vor seinem Jdealismus, vor seinem Glauben an die Menschheit auch keineswegs zu fürchten, denn er hat nichts Leichtgläubiges, nichts Ueberspanntes an sich, reich genug ist Schiller auch an Menschenkenntris gewesen, um sich feiner Täuschung hinzugeben. Denken wir doch nur an die Zeit, in der er gelebt hat, an die Beit der großen Revolution mit ihren fühnen, schönen Hoffnungen und ihrer blutigen Enttäuschung! Denken wir ferner an die feinen Charakterzeichnungen, auch der Alltagsmenschen, auch der fleinen Geister, auch der Spizbuben, wie sie der Dichter in seinen reichgestaltigen"( Goethe) Schauspielen ur vor Augen stellt! Wie viel trübe Erfahrungen flingen doch auch in den bitteren Worten wieder: Laßt nicht zu viel uns an die Menschen glauben!" Der in dem anderen: Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei Wenigen nur gewesen." Aber mag man über die jzige Beschaffenheit der Menschheit, mochte der Dichter über das fleine spießbürgerliche Geschlecht seiner großen Zeit noch so gering denten, das hat er doch nie verkannt, davor hat ihn schon sein intimes Verständnis geschichtlicher Entwidelung bewahrt, daß die Menschheit im Ganzen etwas Werdendes etwas Aufwärtsstrebendes ist, und daß wir an diesem Aufwärtsstreben mitarbeiten sollten, soviel wir eben fönnen. Es gilt, wie er sagt, aus dem Bunde des Möglichen mit dem Notwendigen bas Ideal zu erzeugen. Das ganze Geheimnis ist, sich auch mit den kleinsten Erfolgen zu trösten, wenn es nur überhaupt vorwärts geht. So heißt es in dem Aufsatz: Ueber die Schaubühne als moralische Anstalt", daß vielleicht Molières Harpagon noch feinen Bucherer besserte, daß Karl Moors unglückliche Räubergeschichten die Landstraße noch nicht viel sicherer machen werden. Man könne ja aber auch schon zufrieden sein, wenn nur wenigstens der eine oder andere etwas Menschenfenntnis aus dem Theater mitheim nähme. In der psychologischen Richtigkeit der meisten Charakterzeichnungen beruht aber auch der gewaltige Fortschritt den gerade Schillers Stücke gegenüber den Lieblingsweiten seiner Beit( Iffiand, Rozebue) gebracht haben. Schillers Idealismus besteht niemals, wie wie man vielfach zu glauben syeint, in einer Ueberschäßung der menschlichen Natur, sondern nur in dem hohen Eifer, mit aller Kraft an der Hebung ihrer schmerzlich durchschauten Mangelhaftigkeit zu arbeiten. So stellt er seine Idealgestalten in das Getriebe der übrigen Personen mitten hinein, wie als Maßstab, an dem wir die legten nicht nur, sondern oft genug auch uns selbst messen sollen, wie als Beispiele des Kampfes um eine höhere Sittlichkeit, den wir( recht im Sinne des Kants) alle zu führen haben. Und wie hat nun das deutsche Volt, das edle Vertrauen des Dichters, aber auch seine hohen Anforderungen aufgenommen? Ich denke, die nach seinem Tode verflossenen hundert Jahre geben uns allen Grund, Mut zu fassen. Sie haben Goethes schönes Wort: " " Und so verbreitet sich's in ganzen Scharen, Das Eigenste, was ihm allein gehört" durchaus bestätigt. Möge auch das andere seine Geltung behalten: o bleibt er uns!" Daran laßt uns alle unser Teil mithelfen! Der Schiller- Gedenkstein auf dem Lutherberge. Gestern Nachmittag 3 Uhr enthüllte die Gießener Bürgerschaft in einfach schlichter Weise vor der SchillerEiche den Schiller- Gedenkstein. Troß des unfreundlichen Wetters hatte sich eine dichte Menschenmenge auf dem Lutherberge eingefunden, um Beuge des feierlichen Attes zu sein. Eingeleitet wurde die Feier durch eine Mufifpiece und dann sangen die vereinigten Gießener Männerchöre unter Leitung des Großh. Univ.- Mufifdirettors Trautmann das herrliche weihevolle Lied:„ Dies ist der Tag des Herrn". Mächtig hallten die Klänge zu dem grauen Novemberhimmel empor und durch die Fahnen, die in den deutschen und hessischen Farben herabwallten, ging eine leise Bewegung. Turnerjünglinge sprangen hinzu und langsam fiel die Hülle von dem Steine, auf den sich sofort alle Blicke hefteten. Doch gleich darauf wandten sie sich der Rednertribüne zu, die OberBibliothekar Dr. Ebel betreten hatte, um das Wort zur Feftrede zu ergreifen, die folgenden Inhalt hat: Hochansehnliche Festversammlung! Als im Frühling dieses Jahres die Glocken durch das Land flangen und uns erinnerten, daß ein Jahrhundert verflossen, seit das deutsche Bolt seinen größten Dramendichter ins Grab sentte, da verbot das ernste Bewußtsein dessen, was uns sein allzu früher Tod geraubt, noch ehe wir es besessen, geräuschvolle Feste. Dennoch waren es nicht düstere Trauerfeiern, die wir veranstalteten. Durch alle Versammlungen ging vielmehr als gedämpfter Ausdruck unserer Begeisterung im Hauch freudigen Stolzes, daß wir mit Goethe sagen durften: ,, Er war unser!" Nicht von heute und nicht von gestern ist diese Begeisterung, längst hat sie in deutschen Herzen geglüht. Seit seine Werte gelesen werden, ist Friedrich Schiller unseres Voltes Lehrer und Führer geworden, dem es zujubelte, wie ihm einst die Jenenser Studenten nach jener denkwürdigen Aufführung der Braut von Messina zugejubelt hatten. Was er uns Deutschen bedeutete, das zeigte sich mit elementarer Gewalt am 10. November 1859. Damals beging man die hundertste Wiederkehr seines Geburtstages. Bon den Bergen loderten die Freudenfeuer, donnerten die Böller, und in den Städten wogten festlich gekleidete Menschen. Es flatterten die Fahnen um die Denkmäler des Dichters und in das Geläute der Glocken mischten sich Fanfaren und tausendstimmiger Lobgesang. Auch Gießen hat damals eine Schillerfeier gehabt. Schier überschwenglich war, was festesfrohe Röpfe ersonnen. Tage und Nächte dauerte das frohe Treiben. Aber ist es auch verrauscht, ein dauerndes Zeichen der Erinnerung ist uns geblieben: hier diese Eiche pflanzten in jenen Tagen die Bürger unserer Stadt in dankbarem Gedenken an ihren Dichter, sich selbst aber zur Ehre. In festlichem Zuge wurde der junge Stamm hierher geführt, geleitet von der Turnerschaft und gehalten von 12 jungen Turnern im dünnen leinenen Turner gewand. Von den Fahnen, die damals im Zuge wehten, sehen wir heute noch die des Turnvereins und des Gesangvereins Harmonie. Von den jungen Turnern aber begrüßen wir heute als Ehrengäste die Herren Chr. Frutig, Bilh. Hosh, G. E. Möhl, R. Moll, 2. Petri II. und F. Senner. Ihnen als Vertretern der älteren Generation sei der Dant der Jüngeren entgegengebracht. Und warum, so fragen wir, feiert das deutsche Volt gerade Friedrich Schiller mit solch hingebender Begeisterung; gibt es doch so viele, viele Dichter, die uns Herrliches und Unsterbliches beschert?! Wohlan, wie Bismard als der Urtypus deutschen Charakters, so erscheint uns Fried. rich Schiller als der Urtypus deutschen Geistes. Nicht eiwa, weil er nur deutsche vaterländische Stoffe behandelt hätte, nein, weil er deutschem Fühlen und Denten am reinsten und eindringlichsten Ausdruck verliehen hat. Eine der ersten Forderungen, die er aufstellt, ist bie der Freiheit der Völker von fremder Knechtschaft. Darum kämpft die Jungfrau von Orleans für die Frei heit Frankreich und darum befreit Wilhelm Tell sein Schweizervolt. Und weiter fordert er die Freiheit der Person. Aber nicht jene zügellose Freiheit, die alle Bande frommer Scheu" zerreißt, sondern jene Freiheit, die sich burch freiwillige Unterordnung unter selbstgeschaffene Ge seze zu einer höheren Sittlichkeit erhebt: " Heil'ge Ordnung, segensreiche Himmelstochter, die das Gleiche Frei und leicht und freudig bindet..." Und endlich das Höchfte: die Freiheit des Dentens. Dort drüben steht ein zweiter Eichbaum, von den Bürgern Gießens, dem Andenken eines anderen deutschen Freiheitskämpfers gepflanzt, dessen Geburtstag - ein wunderbarer Zufall auf denselben 10. Novbr. fällt: Martin Luthers. Wie der vom deutschen Bolte den Zwang des Glaubens und des Gewissens nahm, so verlangt Schiller die Freiheit des Geistes, wenn in der großen Szene des 3. Attes des Don Carlos der Marquis Bosa dem völkerbeherrschenden Philipp dte denkwürdigen Worte entgegenruft: Ein Federzug von dieser Hand, und neu Eschaffen wird die Ecde. Geben Sie Gedankenfreiheit!" Wie immer man dies Wort auch auslegen mag, ob als politische, religiöse oder wissenschaftliche Forderung; es spricht es aus, was in der Menschenbrust lebt; ber urewige Drang nach freier ungehemmter Entfaltung aller edleren Kräfte ter Menschen. Und Hand in Hand mit diesem Verlangen geht ein anderes das die Borbedingung ist seiner Erfüllung. Н Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei Und würd' er in Retten geboren!" Jebem Stand Jucht Gefühl, dem Golbat dem Bürger. Ehrt ben Ehret uns b fo fingt er in feinem Lie baren Hohenliebe bes Bür Der Golbat in Ball Der bem Tob in Der Golbat allein Und im trupigen der Bauer Arnold Meld Der Arm, Herr Sich unterwitft, Rann auch bes Solche Menschen f Unterthanen erziehen un ber Joealfloat B.fa Wenn nicht ein heimatl Alle& äfte will er b Baterlandes Was ist unschul Wenn es der Die Und weiter: Rtswürdig Thr alles freud Und endlich das Herrlich Ans Baterland, # Das halte feft m Sier find die fta Aus diesen Borte Kraft, Mut und Begei Kampf zur Befreiun Worte hat das beut traurige Beit nach 18 gehalten die Sehnsuch der Freihe feiner B die Erfüllung der bei hatte, als dann die S fuchte das Benige, d da blieb Schiller d Stütze seiner Hoffaus feines hundertften Ausdruck, daß alle dentens und seines Trennung hinweg fie großen Volte. Den Fahne, damals nod fie erschienen, wurde Seitdem ist es sehnt, die Väter geba neue muß der Befi unser Eigentum fein genug dunkle Mächte wollen unfer Recht au tünstlerisch. Breit mac Etrebertum, Egoismus Gegen diefe Mächte d Rampfe follen wir une der unser Führer sei, gewesen ist. Freiheit Menschenglück und Lieb Sie Schiller uns Deut wir sein Andenken he wie ehedem. Daß es e fei, pflanzten unfere Jbeale unserer Väter ü Herzen bewahren, zum Stein. Und heute wie das dieses Wahrzeichen Bleich nach der öffentlichte Herr Geh. S Artifel, in dem er zum denksteines vor dieser Eid fos gab zu dieser Feier. B gerin nationaler Tug zu eigen. Wie fie lebhaf fo veranstaltete sie auch tehrsverein, der in Stadt feine Aufgabe erb die Mittel zur Ausführu Gießens, allen voran die on Meifterhand, haben höher zu weihen. Shne bracht, dem Urheber des geführt. Und so übergebe Bürgerschaft Gießens waltung. Möge er un schauen als ein Denkma Sodann betrat Oberb im Namen der Stadt bachtenswerten Wort Hochgeehrte F Es gehörte der Mut plitischen Ueberzeugung daj 3 Beit der Realtion gegen bi Bießener Bürger hinausg tage Schillers diese Eiche zu Se wollten damit fagen, dußerlich unterbrüdt, fie Banten haben vielmehr Bu en und grünen wie bie Das ist die innere Freiheit, die ihm niemand rauben fann und die sich gründet auf ein im innersten Herzen erwachsenes unveräußerliches Gut, auf das Bewußtsein eigener Würde und eigenen Wertes. In ihren jungen Jahrer 1870, die dem deutscher b ein gut Teil der früh Weiten und Rechte brachten ahnten Aufschwung deutscher Wedderbaues und der Indu Trop des unfreundlichen Menschenmenge auf dem des feierlichen Attes durch eine Mufilpiece und 江 gener Männerchore unter rettors Trautmann bas Jedem Stand sucht Schiller zu wecken seines Werts Gefühl, dem Soldat, dem Bauer, und namentlic bem Bürger. „ Ehrt den König seine Würde, Tag des Herrn". Mächtig baren Hohenliebe des Bürgertums. Ehret uns der Hände Fleiß", fo fingt er in seinem Liede von der Glocke, dem wunderNovember himmel empor deutschen und hessischen eife Bewegung. Turner glam fiel die Hülle von lide befteten. Doch gleid nertribüne zu, tie Ober gatte, um das Wort zur Inhalt hat: rjammlung! abres bie Gleden burd innerten, daß ein Jahr jhe Bolt feinen größten e, da verbot das ernste Der Golbat in Wallensteins Bager rühmt sich stolz: Der dem Tod ins Angesicht schauen fann, Der Soldat allein ist der freie Mann." Und im trußigen Bewußtsein seiner Kraft entgegnet ber Bauer Arnold Melchtal dem Freiherrn: Der Arm, Herr Freiherr, der die harte Sich unterwirft, Kann auch des Mannes Brust beschützen." de Solche Menschen soll auch König Philipp aus seinen Unterthanen erziehen und aus solchen Menschen setzt sich ber Joealstaat Basas zusammen. Ja, der Staat! Svenn nicht ein heimatloses Weltbürgertum lehrt Schiller. Alle käfte will er vereinigt wissen zum Dienste des Baterlandes. " Was ist unschuldig, heilig, menschlich gut, Wenn es der Dienst nicht ist fürs Vaterland?!" Und weiter: Nchtswürdig ist die Nation, die nicht Ihr alles freudig szt an ihre Ehre." Und endlich des Herrliche: " Ans Vaterland, and teure schließ dich an, Das halte fest mit deinem ganzen Herzen Hier sind die starken Wurzeln beiner Kraft." Aus diesen Worten haben die Kämpfer von 1813 Kraft, Mut und Begeisterung gesogen für den gewaltigen Rampf zur Befreiung Deutschlands. Der Geist dieser Borte hat das deutsche Voit hinweggetragen über die traurige Beit nach 1815 und hat in den Herzen wach gehalten die Sehnsucht nach der Einheit Deutschlands und der Freiheit seiner Bürger. Und als auch 1848 nicht die Erfüllung der heißesten Wünsche des Volkes gebracht batte, als dann die Reaktion auch noch zu unterdrücken fuchte das Benige, das damals gewonnen worden war, da blieb Schiller der Troft unseres Boltes und die Stütze seiner Hoffnungen. In diese Zeit fiel die Feier feines hundertsten eburtages und überall tam es zum Musdruck, daß alle Deutschen in der Pflege seines Andentens und seines Geistes über alle Schranten politischer Trennung hinweg sich verbunden fühlten zu einem einigen großen Bolte. Den Festzügen voran flatterte die deutsche Fahne, damals noch schwarz- rot- gold, und überall wo fie erschienen, wurde sie mit brausendem Hurra empfangen. in allzu früher Lob ge fen, geräuschvolle Fefte. e Trauerfeiern, die wir mmlungen ging vielme Begeisterung im Haub t Goethe sagen durften: ben gestern ift diefe Be utschen Herzen geglüht. , ift Friedrich Schiller er geworden, dem es zus fer Studenten nach jener Braut von Meffina zuge schen bedeutete, das zeigte 10. November 1859. nbertite Bieberlehr feines loderten die Freudenfeuer, Städten wogten feftlich ten die Fahnen um die das Geläute der Gloden endstimmiger Lobgefang. eine Schillerfeier war, was feftesfrohe Rächte dauerte das frohe Serrauit, eit bauerndes ns geblieben: hier diese die Bürger unserer Stadt Dichter, sich selbst aber wurde der junge Stamm urnerschaft und ge dünnen leinenen Turner Damals im Buge webten, Turnvereins und da Bon den jungen Turner rengäfte die Herren Chr 1, R. Moll, L. Petri II. Vertretern der älterer ngeren entgegengebragt feiert das deutsche Boll hingebender Begeisterung; chter, die uns Herrliche Bohlan, wie Bismard als , so erscheint uns Frie deutschen Geiftes. Rid ländische Stoffe behandel Fühlen und Denken an edruck verliehen hat. n, die er aufstellt, ift bie bon fremder Knechtschaft on Drleans für die Frei Sefreit Wilhelm Tell fein rbert er die Freiheit Freiheit, die alle Banbe En jene Freiheit, die fidh enter felbfigefchaffene G erhebt: eide Bleidhe gbinbet..." die Freiheit des tein zweiter Eichbaum, Andenten eines anderen flanzt, dessen Geburtstag auf denselben 10. Rovbr der vom deutschen Bolle Seitdem ist es anders geworden. Was die Ahnen ersehnt, die Bäter gebaut, wir besigen es. Aber ftets aufs neue muß der Besiz errungen werden, soll er wahrhaft umser Eigentum sein. Es sind inmitten unseres Volkes genug dunkle Mächte an der Arbeit, die nur verkümmern wollen unser Recht auf Fresh it, politisch. wissenschaftlich, tinstlerisch. Breit macht sich immer noch Liebebienerei und Strebertum, Egoismus und erbärmliches Banausentum. egen diese Mächte gilt es anzufämpfen und zu diesem Rampfe sollen wir uns einen unter der Fahne Schillers, der unser Führer sei, wie er der Führer unserer Vorderen gewesen ist. Freiheit allen Kräften, Menschenwürde und Menschenglück und Liebe zum Vaterland, das ist die Losung, die Schiller uns Deutschen gegeben hat. Deshalb dürfen wir sein Andenken heute mit gleicher Begeisterung feiern wie ehedem. Daß es ein sichtbares Beichen ihrer Gesinnung sei, pflanzten unsere Bäter diesen Baum. Daß wir die Fbeale unserer Väter übernommen haben und sie in treuem Herzen bewahren, zum Zeichen enthüllen wir heute diesen Stein. Und heute wie damals ist es das Bürgertum, das dieses Wahrzeichen errichtet. Gleich nach der Schillerfeier dieses Frühjahrs veröffentlichte Herr Geh. Hofrat haupt im.." einen Actifel, in dem er zum erstenmal die Errichtung eines Gedenksteines vor dieser Eiche forderte und so den ersten Anfloß gab zu dieser Feier. Die Turnerschaft, seit je die B gerin nationaler Tugenden, machte sich den Sedanken ju eigen. Wie sie lebhaft für seine Verwirklichung eintrat, so veranstaltete sie auch dies n festlichen Att. Der Vertehrsverein, der in der Förderung der Blüte unserer Stadt seine Aufgabe erblickt, gewährte in liberaler Beise die Mittel zur Ausführung des Steins. Sämtliche Vereine Gießens, allen voran die vereinigten Männerchöre, geleitet von Meisterhand, haben sich eingefunden, um diese Stunde höher zu weihen. Ihnen allen sei herzlichster Dant dargebracht, dem Urheber des Gedankens und denen, die ihn ausgeführt. Und so übergebe ich denn diesen Stein im Namen der des Gewissens nahm, so Bürgerschaft Gießens in die Obhut der städtischen Ver. Des Beiftes, wenn in der waltung. Möge er unter ihrem Schuße die fernsten Zeiten Don Carlos der Marqui hauen als ein Denkmal freien deutschen Bürgerfinnes. Bhilipp die denkwürdigen Hanb, und neu Geben Sie rt auch auslegen mag wiffenfchaftliche Forber Menschenbruft lebt, Sodann betrat Oberbürgermeister Mecum die Tribüne, mim Namen der Stadt den Stein mit folgenden sehr beachtenswerten Worten zu übernehmen: Hochgeehrte Feftversammlung! Es gehörte der Mut des freien Bekenntnisses der politischen Ueberzeugung dazu, wenn vor bald 50 Jahren, zur Zeit der Reaktion gegen die Bewegung von 1848 die Gießener Bürger hinauszogen, um am 100 GeburtsUnd Hand in Hanb mage Schillers diese Eiche zu seinem Andenken zu pflanzen. bas bie Borbebingung ft haffen, in Frei geboren!" Sie wollten damit sagen, die freiheitliche Bewegung ist nur äußerlich unterdrückt, sie ist nicht tot, ihre guten Gedanten haben vielmehr Wurzel geschlagen und werden wachsen und grünen wie dieser Baum. In ihren jungen Jahren sah diese Eiche die Rämpfe ein im innersten Herzen und ein gut Teil der früher vergebens erstrebten Freibie ihm niemand rauben von 1870, die dem deutschen Volke die politische Einheit es. Heute, zu Beginn ihrer besten Jahre, sieht unsere Eiche auf neue Kämpfe um die Vermehrung der bürgerlichen Rechte. Aber wie ganz anders ist heute die politische Konftellation als vor 50 bis 60 Jahren. Heute fämpft unser Landesfürst an der Seite des Volks und mit dem Bolte gegen eine Reaktion, die dem Bolle vorenthalten will, was des Volkes ist. Er nähert sich dem Jbealstaate Schillers, wie ihn der Dichter in Don Carlos durch Marquis Bosa schildern läßt. Bei so guter Bundes genossenschaft fann der Sieg nicht zweifelhaft sein; die Opposition fann die Entscheidung wohl verzögern, aber sie fann sie nicht ändern. In den nächsten Tagen wird die Hälfte des Hessen voltes wieder an die Wahlurne treten und sich für oder gegen die Förderung der bürgerlichen Rechte entscheiden. Die Stadt Gießen steht diesmal nicht vor einer Neuwahl, aber ihre zahlreiche Anwesenheit, meine Herren, bürgt dafür, daß die Bürgerschaft Gießens festhält an ihrem alten Ideal der Rechte und der Freiheit des Bürgers. Möchte überall da, wo am nächsten Mittwoch die Würfel fallen, der Geist Schillers lebendig werden und die gute Sache zum Siege führen! Mit dem Wunsche, daß die weitere Entwicklung der bürgerlichen Rechte auf gesetzlichem Boden und auf Grund unserer Verfassung unser Vaterland und unsere Vaterstadt zur höchsten Blüte auf geistigem und materiellem Gebiete fördern möge, übernehme ich diesen Denkstein in die Db. hut der Stadt Gießen. Der Oberbürgermeister trat ab, der Stein war in den Schutz der Stadt übergegangen und wieder sangen die C, öre; in gewaltiger Tonfülle wogte Das deutsche Lied" dahin. Die Rapelle spielte und Stadtrat Helm gedachte des Kaisers und des Großherzogs als die Wahrer der Errungenschaften deutschen Geistes. Er sprach den Anwesenden aus dem Herzen und donnernd wurde das Hoch aufgenommen, dem sich die Nationalhymne anschloß. Damit war die Feier zu Ende, die Gießener Bürgerschaft hatte eine Ehrenschuld an Ende, die Gießener Bürgerschaft hatte eine Ehrenschuld an dem gewaltigen Deutschen Geistesheros abgetragen. Ein feiner Sprühregen ging herab, aber nicht früher wich die Menschenmenge, als bis sie einen Blick aus nächster Nähe auf den Gedenkstein geworfen, der die einfachen Worte trägt: Schiller- Eiche. Nachfolgenden Geschlechtern zur Kunde, daß dieser Baum im Jahre 1859 zu Ehren des großen Dichters Schiller gepflanzt wurde. Gießen, im Schillerjahr 1905. Der Verkehrsverein. Besonderes Verdienst um die Errichtung des Steins haben sich die Gießener Turnerschaft und der Verkehrsverein erworben, namentlich aber auch Stadtrat Helm, der den Gedanken energisch gefördert hat. Cokales. 13. November 1905. RB. Am 1. Dezember wird in Schwabach eine von der Reichsbautstelle in Nürnberg abhängige Reichsbaut nebenstelle mit Rasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. en. Gestern Nachmittag fanden auf dem Trieb wiederum 2 Fußballwettspiele statt. Der Weglarer Fußballklub 1905 spielte gegen den Gießener Ballspielflub 1904. Das Spiel blieb unentschieden( 1: 1). Außerdem spielte die 2a- Mannschaft des Gießener Fußballflub 1900 gegen die 2b- Mannschaft desselben Vereins und siegte mit 2: 1. *** Die Vorstellungen des Zirkus Otto Mark, die allabendlich gegeben werden, sind tatsächlich s hr nette. Das Unternehmen verfügt über eine ganze Anzahl guter Kräfte, die fich die Sunst des Publikums zu gewinnen wissen, wie der reiche Beifall nach jeder Nummer dartut. Außer den bereits von uns gewürdigten Artisten zählen namentlich auch den Fuß- quilibrist und die Arbeiten zweier reizender Kinder am fliegenden Trapez zu den Glanzpunkten. Ganz besondere Aufmerksamkeit aber fordert die große Reitszene И Ein Sommernachtsdraum" heraus, die bei Fackellicht geritten wird. Zum Schlusse der Vorstellungen tritt der Rinematograph in Tätigkeit. Ein hübsches Tabliau ist namentlich das Phantasiestü„ Eine Reise nach der Sonne". ? Messerheld. Am Samstag zu später Abendstunde mußte auf dem Bahnhof Gießen ein durchreisender Bierbrauer wegen ungebührlichem Betragen vom diensttuenden Portier aus dem Wartesaal 3. Klasse hinausgewiesen werden. Vor dem Lokal standalierte der Mensch weiter und als ihn der Portter auch dort zum ruhigen Verhalten aufforderte, zog er sein Messer und bersetzte dem Beamten einen Stich in den Oberarm. Der saubere Patron wurde verhaftet. ? Großen Linden. Pfarrer Heppding wird auf seinen Antrag von hier nach Hausen versetzt. Der Weggang unseres langjährigen beliebten Seelsorgers wird sehr bedauert; 19 Jahre hat er die Pfarrei GroßenLinden, zu dem noch die Filialgemeinde Klein- Linden gehört, verwaltet. Sein vorgerücktes Alter hat es ihm nahe gelegt, soll ein oder das andere in der Verwaltung nicht not leiden, sich nach einer kleineren Pfarrstelle Die Pfarrstelle in Hausen ist seit einigen umzusehen. Jahren, seit dem Tode des Dekan Wahl, verwaist. Stadttheater in Gießen. Telephongeheimnisse. Schwant in 3 Aften von Hermann Hausleiter und Max Netmann. dann lammfromm wird und der Pärchen, dle nach mancherlei Hindernissen, Irrungen und Wirrungen zum Ziele gelangen! Fürwahr, es wäre an der Zeit, daß ein Cervantes erstände, der einmal mit den Geruh" hat sich eine Sommergesellschaft zusammengefunden, stalten gründlich aufräumte! Im Hotel„ Zur Waldesineinander verflicht. Und wenn die Situation denn deren Schicksalsfäden der Zufall in der buntesten Weise dabei besonders heikel wird, ist immer das Telephon zur Rettung da nach dem Motto: Raum ist in der kleinsten Hütte... Das Stück ist außerordentlich wirksam, da es mit raffinierter Bühnentechnik gearbeitet ist und zweifellos wird es sich längere Zeit als Zugund Kassenstück auf dem Spielplan der deutschen Bühnen erhalten. Die tolle Situationsfomik löst stürmische Heiterkeit aus und auch das Militär sieht man immer ganz gerne auf der Bühne, wenn auch seit Reif- Reiflingen Debuts ein volles Menschenalter verstrichen ist. leitung des Autoren May Reimann, eines feinen Die Aufführung gestaltete sich unter der Regie. Bühnenkenners, zu einem eindrucksvollen Gesamtbilde. Von den Darstellern traten besonders Bruno Reimer als Tobias Lehmkuhl und Adolf Lippert als Organist Höflich hervor, die ihre Rollen mit guter Komik gaben. Auguste Fischer verkörperte in trefflicher Weise in ihrer Friederike die energische Gattin und Georg Wittmann in seinem v. Schmelzer einen etwas polternden Major. Den Gutsbesitzer Görlich spielte Reinhold Lüttjohann mit der gewohnten Sicherheit. Hinsichtlich des Alters des Leutnants von Randau und des Hausburschen August sind kleine Irrtümer unterlaufen. Denn während dem ersteren Rudolf Goll um mehrere Jahre voraus war, gab Mar Herrscher den letzteren zu jugendlich, es muß wohl bedacht werden, daß August bereits seine Militärzeit hinter sich hat. Will man davon aber absehen, so verdient das feindetaillierte Spiel volle Anerkennung. In Mar Herrscher besitzt das Stadttheater eine geschäßte Kraft für jugendliche und namentlich für Schlingelrollen. Ein reizendes Spiel entfaltete 2tly Donecker in ihrer Nichte Ida. Besonders angenehm berührte der zarte Hauch, den sie über ihre der überall herausklang. Auch ihre Leidensgefährtin Darstellung zu breiten wußte und der herzliche Ton, Luise, von Wilhelmine Schellenberg gegeben, war ganz gut, nur an einigen Stellen ließ der Ausdruck zu wünschen übrig. Georg Mendel legte in seinem Hotelwirt Wiedow sehr viel Verständnis an den Tag, während Marga Ruf als Minna eine echte Vertreterin der würdigen Kaste der Stubenmädchen auf die Bühne brachte. Im ersten Zwischenakt tanzte die Ballettmeisterin Lina Oldini einen valse amoureuse. Das Haus befand sich in bester Stimmung und hielt mit dem Beifall nicht zurück. G. H. Giesener lambwirti@ aftlicher Wetterbleft. Boraussichtliche Wtterug in Hessen für Dienstag, den 14 November. Vorwiegend trüb, Niederschläge, stellenweise Schnee, windig, etwas fälter. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: in Gießen. Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, bel e Deffentlicher Dant. Herrn Franz Wilhelm, Apotheker, f. u. f. HofIteferant, Neunkirchen be Wien, wird unterm 11. August 1897 aus Altona geschrieben: Ich bin bereits 70 Jahre alt und litt seit 10 Jahren an Gelenk- Rheumatismus, ebenso an Hämorrhoidalfnoten und konnte keine Hilfe Nur Ihr Wilhelm's antiarthritischer antirheumatischer Blutreinigungstee hat mich von meinem Leiden in drei Wochen vollständig befreit. Ich sage Ihnen, sowie der Gräfin, über deren Bericht ich in der Zeitung gelesen, meinen besten Dank." Mit aller Hochachtung Christ. Ackermann, Rentier. Altona bei Hamburg, Reichenstr. 6. Preis: 1 Paket Mt. 2.-, 1/2 Paket Mt. 1.-. Bestandteile: Innere Nußrinde 56. Wallnukschale 56, Ulmenrinde 75, Franz. Orangenblätter 50, Eryngitblätter 35, Scabiosenblätter 56, Lemusblätter 75, Bimm flein 1.50, rotes Sandelholz 75, Bardannawurzel 44, Carurwurzel 3.50, Radic Carlophyil. 3.50, Chinarinde 3.50, Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel( Samen) 75, Graswurzel 57, Lapathewurzel 67, Sübholzwurzel 75, Sassaparillwurzel 35, Fenchel, röm. 3.50, weißen Senf 3.50, Nachischattenstengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelswa c. " Zu beziehen durch alle Apotheken des Deutschen Reiches. Vorsicht bei Einkauf". Man weise minderwertige Nachahmungen entschieden zurück und beachte den Namen und Schuhmacke des Tees. Wo nicht erhältlich, direkter Versandt. Der heutigen Gesamt- Auflage unserer Zeitung liegt ein Prospekt der Firma Kalle u. Co., A.-G., Biebrich bei, auf die wir hierdurch auf das Bewußtseinheiten und Rechte brachten und damit einen vorher nie deutschen Schwantes: des angejahrten Pantoffelhelden, besonders hinweisen. geahnten Aufschwung deutschen Geisteslebens, des Handels, dis Ackerbaues und der Industrie Deutschlands einleiteten. Die alte Geschichte mit den Ahasveros- Figuren des der auf verbotenen Wegen wandelt, der tyrannischen Gattin, die sich zuerst künstlich in Zorn hineinredet und § Alsfeld. Hier kostet seit Sonntag bei sämtlichen Bäckern der fünfpfündige Laib Brod 60 Pfg. Rr. 266. Theater- Verein Giessen. II. Vorstellung: Freitag, den 17. November 1905: Klein Dorrit. Lustspiel in 3 Aufzügen( nach Dickens) von Franz von Schönthan. Der alte Dorrit: Ar thur Bauer Anny Dorrit: Poldi Sangora Anfang 8 Uhr pünktlich. Eintrittskarten vom Schauspielhause in Frankfurt a. M. Ende gegen 10 Uhr. zu Mk. 5., 4., 3.-( für Mitglieder Mk. 4.50, 3.50, 2.50 und Mk. 2.( für Studierende) im Vorverkauf bei Herrn Challier und Abends an der Kasse. Cirkus Otto Mark. Giessen, Oswaldagarten. Vorletzter Tag! Heute Dienstag abds. 8hr: Parforce- Vorstellung 25 Nummern. Sensations- Dreſsuren. Auftreten sämtlicher Spezialitäten. Amateur: oder Konkurrenzreiten. Eine Prämie erhält derjenige, der imstande ist, 3 Mal stehend im Galopp in der Manege herum zu reiten, ohne sich anzuhalten. Mittwoch, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr statt. finden die 2 letzten Volks- Vorstellungen Hochachtungsvoll Otto Mark, Direktor u. Eigentümer. Union Wichse ( vormals Krauss- Clinz) ist und bleibt die beste! In Schachteln u.Dosen überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Für ein Baugeschäft in Giessen Heiratspartie wird ein tüchtiger Verwalter alsbald energischer bermittelt Bureau I, Gonsenheim b. Mainz, Fintherſtr. 10 Mittwochs u. Samstags Sprechstunde von 1-6 Uhr. Rückporto. Dienstmädchen gesucht. Derselbe muß im Fuhrwerk und Landwirtschaft umsichtig und erfahren, sowie in schriftlichen Arbeiten durchaus bewandert sein. Offerten mit Lohnansprüchen und sofort gesucht. Zeugnissen an die Expedition d. Blattes erbeten. Christbescherung Chirugische Klinik. Gieken. Cirka 10 Bekanntmachung. Betr.: Straßenverkehr. Stadt- Cheater Nachstehende Bestimmungen der Polizeiverordn Giessen. vom 2. März 1901 bringen wir zur öffentlichen Ren nis unter dem Hinweis darauf, daß die Schußmannid Dir.: Hermann Steingoetter. angewiesen ist, Zuwiderhandlungen unnachsichtlich Dienstag, den 14. November Anzeige zu bringen. 5. Dienstag= Abonnements: Vorstellung. Durch's Ohr. Lustspiel in 3 Aufzügen von Wilhelm Jordan. Erste, älteste, grösste, verbreitetste, weltbekannte Nähmaschinen- u.Fahrrad Grossfirma M. Jacobsohn, CHARROTY 45MK ERLIN N. 24, Linienstr. 126. Lieferant v. Post-, Preuss. Staats- u.Reichseisenbahn- Beamtenverein., Lehrer-, Militär-. Kriegervereinen ganz Deutschl., versendet die neueste deutsche hocharmige SingerNähmaschine Schneiderei, ..Krone" en 40, 45, 48, 50 Mark, 4wöchentl. Probezeit, 5 Jahre Garantie. Berühmte erstklassige Marken, Wasch- Maschinen- RollMangel billigst. Militaria- Zollerräder für höchste Ansprüche in Militärkreisen eingeführt, PetroleumHeizöfen, garantiert geruchlos, f. Salon u. jedes andere Zimmer, einzig in sein. Art, ohne Abzugsrohre. Koch- Kohlen- Ofen Gießen, den 1. November 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. § 1. Die Bürgersteige sollen für den Fußgäng berkehr frei gehalten werden. § 2. Es ist deshalb verboten, auf den Bürgersteig Wagen jeder Art, Karren, Schlitten und Fahrräder fahren. Ausgenommen von diesem Verbot ist das Fah mit durch Menschen fortbewegten Kranken- oder Kind wagen, sofern darin Kranke oder Kinder gefahren werd folche Wagen dürfen jedoch nicht neben einander gefah oder aufgestellt werden. § 3. Das leberfahren der Bürgersteige zweds Gi und Ausfahrt zu und von Hofraiten und Grundstüden ist gestattet, sofern dies im Schritt, auf dem kürzeste Wege und ohne Aufenthalt geschieht. § 4. Es ist verboten, den Verkehr durch ungered fertigtes Stehenbleiben, durch gewerbliche Verrichtunge Durch Feilbieten von Gegenständen, durch das Trage von Stöcken oder Schirmen in einer andere Person gefährdenden Weise zu hindern. § 5. Es ist verboten, außerhalb der Frühstund bon 5 bis 7 1hr Gegenstände, die durch Form, Gr oder Beschaffenheit geeignet sind, die Vorübergehen zu beschädigen, zu belästigen oder zu beschmutzen( Metzgerbollen, Bäcker- und Marktförbe, Raminfeg ohne Abzugsrohre, sehr praktisch zumutensilien, landwirtschaftliche Geräte und dergleichen) a kochen, braten, heizen, Austrocknen den Bürgersteigen der von der Ost-, Süd-, Weft un Nordanlage eingeschlossenen inneren Stadt zu beförder Bekanntmachung. von Neubauten. Herren( auch unverm.) woll., erhalt. große Auswahl v. vermög. Damen im entsprech. Alter durch Gustav Gerrmann, Berlin S. O. 16. Heirat welche fofort paff. heir. Junger der Kleinkinder- Bewahr- Anstalt. tüchtige Arbeiter Hausbursche Weihnachten naht heran, das Fest der Liebe und per sofort gesucht. der Freude, das Fest der Kinder. Schon am 3. Advent, Sonntag, den 17. Dezember d. J., soll diesmal die Chriftbescherung für die Kinder unserer Wir haben für 240 Kinder den Anstalt stattfinden. Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies aus führen zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder. Wir bitten uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen und dergl. zuwenden zu wollen, besonders aber auch Geldgaben, die uns die gleichmäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen. Eine Lifte zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Frau Professor Drews, Seltersweg 87; Frau Rechtsanwalt Grünewald, Liebigstraße 21; Frau Johanna Haas, Oftanlage 31; Frau Rechnungsrat Kalbfleisch, Ludwigstraße 7; Frau Professor Leist, Moltkestraße 32; Frau Kirchenrat Naumann, Südanlage 8; Frau Luise Ottens, Bismardstraße 11; Frau Lina Schmall, Oftanlage 36; Frau Auguft Schwan, Seltersweg 64. Auch die Schwestern unserer Anstalt find bereit Gaben anzunehmen; man wolle freundlichst beachten' daß dies die Kleinkinderschul- Schwestern sind, wohnend Diezstraße 15. Gießen, den 11. November 1905. Der Vorstand der Kleinkinder- Bewahranstalt. Dr. Naumann. Zur Herbstpflanzung: Kräftig entwickelte Zwetschenbäume werden abgegeben, so lange der Vorrat reicht. Zu erfragen in der Expedition dieses Blattes. Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151. Prima Wirtschaft mit großem Bier- und Branntweinverkauf an der Lahn( Eckhaus u. Goldgrube) ist Umstände halber Mr. Offerten unter J. K. 1420 zu verkaufen. Anzahlung 10,000 an die Exped. b. Bl. erbeten. Joh. Seibel Glessen Ludwigsplatz Weinstube. Ausschank v. nur guten reinen Tischweinen 1 für sofort gesucht. Albin Klein, Buchdruckerei. Einige Frauen für leichte Arbeit auf ein oder zwei Nachmittage( Ende der Woche) sofort gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. Jückt. Hausbursche auch für Pferd gesucht. Nur folche mit guten Zeugn. werden berücksicht. 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Bevorzugt werden solche Bewerberinne welche ihre Fertigkeit in der französischen Sprache du Aufenthalt in Frankreich vervollkommnet haben. endgültiger Anstellung beträgt das pensionsfähige fangsgehalt 1600 Mt. und steigt von drei zu drei Jah bis zum Höchstbetrag von 2700 Mt. Bewerberinnen wollen ihre Meldungen mit Lebe lauf, Gesundheitszeugnis und sonstigen Zeugnisabschcife bis spätestens 1. Dezember an die unterzeichnete St einreichen. Gießen, den 10. November 1905. Für das Kuratorium: Mecum, Oberbürgermeister. Ingenieurschule zu Mannheim Städt. subv. höhere technische Fachschule. Programme kostenlos, Im Erscheinen befindet sich:= Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Meyers 11,000 Abbadungen, 1400 Tafeln und Karton. Grosses KonversationsEin Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Eine leichte Röte Moment jenfte fie bor doch von so durchdringe Und der Fürst wa Erscheinung deren er war, nicht durch ein al Bornesausbruch seiner wein war, fonnte au rajdhung bedeutet habe deutungslos, als daß follen. Langjam un volle Ruhe Maria junge Mädchen zu u mit einem einzigen entgegen. Nicht dir, mein Toten ins Gericht a eines schweren Ungl dir gefehlt sein mag dein Mitleid und de tut mir weh, daß de ein Wort zu meine muß!" Sein edler Erni Stimme erhöhten das und Marias wilder stehen. Langsam und getrieben, legte, fie ihr und wie er sie dann i Widerstand mehr entge feine Brust, und die Tr hin vergeblich erwartet unaufhaltsam über die Es war nicht viel, ihnen gesprochen wurde Situation zu finden wou nach des Fürsten Geschm haltung abzufürzen, for trar. 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Belanntmachung ertennen burg gemeldet wird: Das Communiqué Schen Bestrebungen al hung Bolene, wie unb weil auf einer Trennu innert an die vielen pol fort: Der vernünftige oymadhtig gegen den in