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Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Vfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen bierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sickener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Das Geständnis des Herrn Delcaffé. Herr Delcassé ist von allem Verstande verlassen gewesen, als er die Politik Frankreichs so führte, wie er getan hat, und der Verstand ist ihm auch nach seiner unfreiwilligen Abdankung nicht wiedergefehrt. Er hat immer noch nicht gemerk:, daß er im Begriff gewesen, die Republik in eine verderbliche Abenteurerpolitik zu verstricken, die mögliche Vernichtung der deutschen Kriegsflotte, die wahrschein= liche Schädigung des deutschen Handels mit dem siche= ren Ruin Frankreichs zu bezahlen. Eben jetzt hat er ein offenes Geständnis abgelegt. In dem nationalistischen Pariser Gaulois" nird eine Unterredung veröffentlicht, in der Delcassé sich dazu bekennt, den Krieg mit Deutschland gewollt zu haben, da er Frankreich starf genug glaubte, unter Englands Schutz und mit seiner Bundesgenossenschaft Deutschland anzugreifen. Das Bekenntnis ist so ungeheuerlich, daß man an der Echtheit zu Ehren Delcassés zweifeln mag. Einstweilen aber ist kein Dementi erfolgt, und wenn es auch käme, so bliebe bestehen, daß eine französische Partei, die nationalistische, mit einem Krieg gerechnet und ihm zugestimmt hat. Nach dem Gaulois" ist Herr Delcassé geständig, daß er in einem Bündnis mit England die Kraft zu finden geglaubt hat, Deutschland ungestraft vor den Kopf zu stoßen und es her auszufordern, indem er großtuerisch und hochmütig Deutschlands Interessen in Maroffo ignorierte und sich demonstrativ weigerte, von einem in Deutschlands Rechte eingreifenden Abkommen Deutschland auch nur Kenntnis zu geben. Er wußte, daß Deutschland sich das nicht gefallen lassen könne; aber er redete sich ein, daß Deutschland sich das werde gefallen lassen müssen, weil- England die stärkere Flotte hat. Frankreich, meinte er, habe nach England viel mehr als nach Deutschland zu fragen, denn Frankreich exportiere nach England, während es aus Deutschland importiere. Dem guten englischen Kunden könne man schon etrous zuliebe tun, und dieser Liebesbeweis bestände darin, daß man ihm Gelegenheit gebe, die deutsche Kriegsflotte, deren Wachstum jenseits des Kanals schon mit Unbehagen empfunden werde, zu zerstören, ehe sie noch widerstandsfähiger geworden als sie bereits iſt. Bei diesem freundnachbarlichen Gedanken fiel Herrn Delcassé nicht ein, daß der Krieg 1870-71 von Deutschland aus ohne Flotte geführt worden, daß während der inzwischen berflessenen 35 Jahre Deutschland eine mehr als 50prozentige mumerische Ueberlegenheit Frankreich gegenüber gewonnen hat, und daß nicht das kleinste Anzeichen vorliegt, das zu der Annahme verleiten könnte, die deutsche Wehrkraft habe an Qualität eingebüßt, was sie an Zahl zugenommen. Er muß sich wohl eingeredet haben, die englischen Panzer würden die Elbe, die Weser, den Rhein hinunterfahren und die deutschen Heere aushalten. Er muß der Meinung gewesen sein, den englischen Seefelossen wohne eine hypnotisierende Kraft inne, die die deutschen Heeressäulen unbeweglich machen und lähmen würden. Er hatte fein Gefühl dafür, daß bei einer neuen Einnahme von Paris die Vorstellung von zusammengeschossenen deutschen Panzern nur geringen Trost gewähren könne.. Als in dem französischen Ministerrat die Minister mit erhobenen Händen auf Delcassés Darlegungen riefen, Deutschland werde zum Angriff schreiten, erwiderte Delcassé in stolzem Bertrauen auf die englische Flotte: Mag es doch angreifen! Wir haben die Macht, zu antworten!" Es begreift sich, daß hiernach die französischen Minister, Herr Rouvier an der Spike, furzen Prozeß machten, daß sie Herrn Delcassé mit Beschleunigung hinaustomplimentierten und ihm empfahlen, sich in ärztliche Behandlung zu geben und seinen Gemütszustand untersuchen zu lassen. Herr Delcassé hat den Rat nicht befolgt, wenigstens nicht richtig befolgt. Statt in ein Sanatorium, ging er zum Gaulois", wo er zwar Krankheitsgenossen, nicht aber einen Arzt fand. Dort hat er öffentlich erzählt, was bisher von der Amtsverschwiegenheit geheim gehalten worden war. Er hat bewiesen, was für uns freilich eines Beweises nicht erſt bedurfte, daß die deutsche Politik Herrn Delcassé gegenüber und in der Maroffofrage genau so gehandelt hat, wie Ehre und Interesse von ihr verlangten, und daß sie dabei einem durch Krankheit unverantwortlichen Mann mit der Rücksicht begegnet ist, die seine Kollegen verdienten. Delcassés Geständnis im Gaulois" beweist, daß er nicht au 3 verstecktem Herzen gehandelt hat, daß die Verstockung ein an deres edles Organ bei ihm ergriffen hatte; sein Geständnis beweist aber auch seine Unheilbarkeit. ㄢ Politische Rundschau. Deutsches Reich. Der Bundesratsausschus für auswärtige Anaelegen. heiten hat heute unter Vorsitz des bayerischen Ministers von Bodemils eine Sigung gehalten. Reichskanzler Fürst Bülow hatte den Ausschuß berufen, um ihm über die jüngsten Vorgänge auf dem Gebiet der auswärtigen Politik Mitteilumgen zu machen. Fürst Bülow gab eine liebersicht der Borkommnisse, die mit der Marokkofrage zusammenhängen; der Maßnahmen, die er für nötig gehalten, und der Eniwickelung, die die Dinge genommen. Der Ausschuß erklärte sich mit allem vollständig einverstanden und sprach mit seiner hohen Anerkennung dem Reichskanzler für seine Geschäftsführung Dank aus. * Reichskanzler Fürst Bülow ist am Mittwoch abend zu1 längerem Aufenthalt nach Norderney gereist. Er wird von einem ganzen Stab von Mitarbeitern begleitet und führt an der See, von der er Stärkung und Erfrischung erwartet, die Geschäfte fort. Einstweilen werden ihn die Vorbereitungen für die Maroffofonferenz noch stark in Anspruch nehmen. Ueber den Sitz der Konferenz wird eifrig verhan= delt. In Frankreich möchte man die Konferenz nach der Schweiz, am liebsten nach Genf, verlegt wissen, während man in Berlin Tanger den Vorzug gibt. England hat sich schon bereit erklärt, einer Einladung zur Konferenz Folge zu leisten. * Vor kurzem wurde gemeldet, daß die sächsische Regierung sich gegen die Einführung von Schiffahrtsabgaben auf den deutschen Flüssen aussprechen werde. Das Finanzministerium in Dresden macht jetzt halboffiziell bekannt, daß die Verhandlungen wegen der Schiffahrtsabgaben auf der Elbe noch nicht abgeschlossen seien, daß aber die sächsische Regierung wahrscheinlich gegen die Abgaben Stellung nehmen wird. Das Ergebnis der bayerischen Urwahlen zum Landtage stellt sich für die Zentrumspartei noch günstiger, wie es an= fangs den Anschein hatte. Die Stärke der Parteien dürfte in Zukunft im bayerischen Landtage wie folgt sein: Zentrum 102( 18 mehr wie bisher), 10 Sozialdemokraten( 1 weniger), 12 freie liberale Vereinigung( 7 weniger), 34 Liberale ( 10 weniger), und 1 Demokrat. * Der nächste amerikanische Staatsfongreß wird als eine der wichtigsten Angelegenheiten die Handelsbeziehungen mit Deutschland behandeln. In einflußreichen Kreiſen tritt man für den Vorschlag ein, einen Marimal- und Minimaltarif einzuführen. Man führt dabei an, daß man durch den Minimaltarif an England gegen freie Zulassung amerikanischer Warer. und durch Behandlung Deutschlands nach dem Mayimaltarif zwei Zwecke erreichen werde. Deutschland soll durch Repressalien" getroffen und andererseits England die Ausfuhr nach Amerika erleichtert werden. Dadurch werde man in England die Zwecklosigkeit der Chamberlainschen Idee erkennen, die englischen Kolonien gegen Amerifa zujar menzuschließen. Jedenfalls wird die angedeutete Kampflust gegen Deutschland bedeutend herabgemildert werden, denn der amerikanische Kongreß wird sich in seiner Mehrheit nicht in einen Zollfrieg stürzen wollen. Schweiz. ** Einen internationalen Kongreß für Arbeiterschutz schlägt der schweizerische Bundesrat in einem Rundschreiben an die Mächte vor im Anschluß an die fürzlich gefaßten Genser Beschlüsse. Dänemark. ** Die nordischen Seekabelverbindungen erhalten eine weitere Ausdehnung. Der König erteilte der Großen Norbischen Telegraphen Gesellschaft die Konzession zum Bau und Betrieb eines unterseeischen Telegraphenfabels zwischen den Shetland- Inseln, den Faröern und Island. Rufeland. ** Türkei. In Konstantinopel sträubt man sich gegen die angestrebte Finanzreform in Mazedonien. Die Pforte hat die letzte Note sämtlicher Botschafter, welche auf die Annahme der internationalen Kontrolle für die Finanzreform in Mazedonien dringt, ablehnend beantwortet mit dem Bemerken, die Kontrolle sei unnötig, da das Finanzreglement bereits tadellos in Wirksamkeit sei. Die Mächte werden aber auf der Kontrolle bestehen, und es sind Schritte in diesem Sinne zu erwarten. Alien. ** Aus den verschiedensten Gegenden des Zarenreiches wird von Bomben- Attentaten und Kundgebungen gemeldet. In Minst wurde nachts in der Nähe des Hauses des Gouverneurs eine Bombe geschleudert, durch die ein Schutzmann und ein Kosak verwundet wurden. Am Abend vorher hatte schon eine nach Tausenden zählende Volksmenge eine Rundgebung veranstaltet, und als die Kosaken auf die Menge feuerten, wurde mit Revolverschüssen geantwortet. In Tiflis sind bei Haussuchungen nicht weniger als 112 Bomben gefunden. Auf der Station Michailowo wurde ein Mann verhaftet, der Bomben bei sich führte, ebenso ein Geistlicher, bei dem ein Revolver, Patronen, sowie ein Dolch gefunden wurden. Auch in Moskau ist wieder eine BombenWerkstätte entdeckt. Ueber Odessa herrscht noch immer der Belagerungszustand, und die Behörden erklären, daß ohne diese Maßregel Juden- Massakres zu befürchten ständen. Die Schwarze Meer- Flotte ist mit dem„ Potemkin" jetzt von Constanza abgedampft. Auch unter der Besatzung der Ostseeflotte gärt es fortgefeßt. So weigerten sich in Reval 700 Mann, das schlechte Mittagessen anzunehmen, und der Kommandeur mußte der Mannschaft Recht geben, worauf der Kompagnie- Kommandeur, der die Verpflegung zu besorgen hatte, in Arrest gesetzt wurde. Auf den Schiffen„ Minin" und Kreml" wurde in Befürchtung einer Meuterei den Matrosen die Benutzung der Gewehre entzogen. In Lodz wurden sogar zwei Kosaken- Offiziere wegen Insubordination bor das Kriegsgericht gestellt.- Der ermordete Stadthauptmann Schuwalow war ein Intimus des durch eine Bombe zerrissenen Großfürsten Sergius, dessen überstrenge Anschauungen er durchaus teilte. Die Kunde von der Ermordung Eduwalows hat am Zarenhofe eine sehr niederschmetternde Wirkung ausgeübt. ** Widerstreitende Gerüchte über die Friedensverhandlungen zwischen Japan und Rußland werden wieder laut. Die Japaner sind noch nicht überzeugt, daß die Russen den Frieden wirklich herbeiführen wollen. Amerifa hatte einen Waffenstillstand während der Dauer der Friedensverhandlungen vorgeschlagen, damit überflüssiges Blutvergießen vermieden werden sollte. Die japanische Regierung hat nun der amerikanischen Regierung befannt gegeben, daß der Kaiser von Japan in feinen Waffenstillstand einwilligt. In Petersburg will man in die Schleifung von Wladimostof nicht einwilligen, obwohl Japan dies entschieden fordern will. China hat sich in einer Note an Frankreich und Desterreich gewandt, in dem es sein Recht betont, zu den Friedensverhandlungen zugezogen zu werden und die Mandschurei zurückzuerhalten. Die Japaner haben übrigens der Insel Sachalin den früheren japanischen Namen„ Karafuto" wiedergegeben. Wladiwostok soll gänzlich blockiert sein. Ruffifche Gefchichtsfchreibung. ( Eig. Bericht.) Warschau, 11. Juli. Wenn man bedenkt, daß die Bücher der Geschichte ebenso wie alle anderen nützlichen oder überflüssigen Erzeugnisse der Druckerpresse von Menschen geschrieben werden, von Menschen mit menschlichen Ansichten und Meinungen, so kann man in gewissem Sinne dem Manne beistimmen, der da gesagt hat, eine objektive Geschichtsschreibung gibt es nicht". Alio, die erhabene Muse der Geschichte, schreibt zwar nach dem Zeugnis einer Menge von begeisterten Barden mit ehernem Griffel. Aber da der Alltagsmensch ihre gewaltigen Schriftzeichen nicht immer deuten kann, so muß er sich eben auf die herkömmlichen Dolmetscher, die berufenen Historifer verlassen. Und so sehr sich ein solcher Mann von Fach auch bemühen mag, ganz wird er nie aus der Haut seiner subjektivmenschlichen Ueberzeugung herausschlüpfen können. Was ist Wahrheit? Aber wenn das Streben nach der Wahrheit zu erkennen ist, mag man immer den Hut abnehmen vor dem braven Geschichtskundigen. Leider ist das Suchen nach der Wahrheit nicht stets der oberste Grundsatz für die historische Darstellung bedeutsamer Ereignisse. Politische und persönliche Rücksichten, falsche Auffassung über das einem guten Staatsbürger zustehende Maß an Wissen oder auch direkt bewußte Fälschung haben namentlich in den für die heranwachsende Jugend bestimmten Lehrbüchern schon die seltsamsten Erzeugnisse in allen möglichen Ländern gezeitigt. Daß im heiligen Rußland mit seiner durch die bureaukratische Autokratie bedingten Niederhaltung jeder eigenen Urteilsfähigkeit im Kopf des Untertanen in der Geschichtsfälschung Besonderes geleistet wird, ist selbstverständlich. Die Höhe der unbeabsichtigten Komik erklimmt für den Kundigen in dieser Beziehung das für die Gymnasien in Russisch- Polen vorgeschriebene offizielle Geschichtskompendium von Flowajski. Nun ist es einem Warschauer Wigbold eingefallen, eine gelungene Persiflage auf diese Art von Unterrichtsbeeinflussung zu verfassen und sie als Flugblatt unter dem Titel Fragment aus der russischen Geschichte von Flowajski. Auflage vom Jahre 1910: Der russisch- japanische Krieg" in der Stadt zu verbreiten. Alle Welt lacht darüber trotz der schweren Zeiten haben die Warschauer den Sinn für Humor nicht verloren. Nachstehend ein kurzer Auszug aus dem eigentümlichen Fragment": Zu Beginn des Jahres 1904" so heißt es- ,, überiel das einerseits durch England, andererseits durch den Bapst Pius X. aufgehegte Japan in tückischer Weise die rusfische Flotte, die sich ganz ahnungslos in Port Arthur aufhielt. Finige Tage darauf fand die denkwürdige Schlacht von Tschemulpo statt. In dieser Schlacht hatte das russische Panzerschiff Wariag" 13 fürchterliche Angriffe der vereinigten drei japanischen Geschwader abgewehrt und wurde schließlich mit dem Kapitän in die Luft gesprengt, wobei Tausende dieser gelben Heiden einen entsetzlichen Tod fanden. Der Krieg begann. Frankreich wollte Rußland zu Hilfe eilen. Aber der großmütige Zar Nikolaus II. lehnte dieses Anerbieten ab und befahl bloß dem russischen Botschafter in Paris, er möge dem Präsidenten Loubet den kaiserlichen Dank übermitteln. Kurze Zeit nachher wurde Kuropatkin zum Oberbefehlshaber der Seriegsarmee ernannt. Nach einer blutigen Schlacht um Jalu eroberte das russische Heer mit einer bewundernsmerten Raschheit die nördliche Mandschurei, und nahm nad; einem in der Geschichte ohne Beispiel dastehenden sechsmonatigen Marsch die Hauptstadt Mukden ein. In dieser Zeit gebrauchte General Stössel, der durch elf Monate alle Angriffe des Admirals Nogi erfolgreich abwehrte, die Kriegslist und übergab den Japanern Port Arthur, was Dem General Kuropatkin seinen siegreichen Vormarsch bedeu end erleichterte. Der Mikado erschrak ob dieses Erselges und mendete sick an England um Hilfe. England erteilte ihm den Rat, es pielicicht mit der Hervorrufung innerer Un= rubenin Rußland ein wenig zu versuchen. Zu diesem Bwed schickte man nach Rußland etwa achtzehn Millionen Rubel und verteilte sie an verschiedene verdächtige Indivi buen. Mit der Verteilung befaßte sich hauptsächlich der vermeintlich im Jahre 1903 in Rom verstorbene katholische Priester e do chowski, der mit dem päpstlichen Segen und einem auf den Vater Gapon ausgefer igten falschen Raß verschen war. Die ganze Intrigue wurde jedoch entSeckt und die Schuldigen exemplarisch bestraft. Um die Niederlage des Gegners womöglich noch schrecklicher zu ge jalten, wurde eine in Europa noch nie dagewesene Flotte ausgerüstet, die in Deutschland, England, Frankreich und Spanier imponierendes Aussehen erregte. Nach dem Sieg bei Hull teilte sich die Armada in zwei Teile, der eine Damrite unter Führung des berühmten und unerschrockenen Reisenden Resch dje stwensky, dem Beispiel des Bases de Gama folgend, nach Afrifa ab und fand in den Weisern Madagaskars von Frankreich gastliche Aufnahme. Der zweite machte cine Demonstrationsjahrt längs der Ufer cunt Italien, Griechenland, der Türkei und durch den Encalanal in das Indische Meer und gelangte sodann mit bieten Mühen siegreich in die koreanische See. Hier versonite Roschdjestwensky, tur um den Admiral Togo zu hrgern, einige Panzerschiffe. Um die Schiffahrt auf dem Ronal Tuschima gänzlich unmöglich zu machen, opferte er auch sein Flaggenschiff und übergab sich in hinterlistigster Weise dem japanischen Admiral. Der Tapferkeit des zweiten Admirals Nebogatow wurde in so hohem Maße Anerkennung gezollt, daß ihm, als er mit seinem Stab in Tofio einmar schierte, der Degen nicht abgenommen wurde. Auf diese Weise bedeckte sich die russische Flotte mit unsterblichen Ruhm. In dieser Zeit fam das russische Heer bis Charbin. Die Japaner verloren den Kopf und baten um Friedensschluß. Der Kaiser Nikolaus II., der das viele Blutvergießen mit Entsetzen erfüllte, befahl nur dent Grafen Lamsdorff, er möge mit Japan in Friedens berhandlungen eintreten. Der Frieden wurde in Simonoset geschlossen. Der Mikado verpflichtete sich, den Russisch Orthodoxen nie mehr ein Unrecht zuzufügen, und übernahir die Erhaltungskosten der Mandschurei, von Korea, der Inse! Sachalin und Wladiwostok. Dieses selbst wurde auf aller höchsten Befehl der Friedenshafen" genannt." Hof und Gesellschaft. *** Am 19. Juli erfolgt die Großjährigkeit des Herzoge Karl Eduard von Sachsen- Koburg und Botha, und an diesem Tage übernimmt der Herzog selbst Die Regierung. Während seiner Minderjährigkeit hat der Erbprinz Ernst zu Hohenlohe- Langenburg, der Sohn des Statthelters von Elsaß- Lothringen, ein naher Verwandter des Herzogs, die Regentschaft geführt. Er hat viel Gutes in den beiden thüringischen Staaten geschaffen und hinter: läßt dort das beste Andenken. In Koburg ist vor kurzem ein neu errichteter Turm auf einem der schönsten Berge de Ländchens nach dem Regenten benannt. Die Prinzessin von Wales ist von einem Prinzen entbunden worden. Es ist der sänfte Prinz, der dem englischen Thronfolger geboren wurde. Feer und flotte. Uebungen der deutschen Flotte. Die attive Schlachtflotte unter dem Kommando des Großadmirals von Köster hat Mittwoch vormittag die bis zum 10. Auguſt dauernde Sommerübungsreise angetreten. Auf dieser Reise werden Friedrichshafen, Kopenhagen, Stockholm, Karlskrona und Tanzig berührt werden. Das Linienschiff„ Kaiser Karl der Große" trifft am 23. Juli in Antwerpen ein zur Teilnahme an das 75. Jahresfest der Unabhängigkeit Belgiens. Soziales Leben. Sonntagsruhe. In Frankfurt a. M. beschloß die Stadtberordnetenversammlung die Einführung der völligen Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Frankfurt a. M. wird die erste Stadt in Deutschland sein, welche diese Neuerung erprobt. Beilegung der Differenzen auf den Bremer Werften. Nachdem die Kesselschmiede der Werften von Joh. C. Tecklen borg A.-G. und G. Seebeck A.-G. in Geestemünde- Bremer haben sich zur Wiederaufnahme der Arbeit unter den ver einbarten Bedingungen bereit erklärt haben, ist von den in Betracht kommenden Werften beschlossen worden, die Sperre aufzuheben und am Donnerstag früh den Betrieb auf sämt lichen Werften in Bremen, Bremerhaven- Geestemünde und Vegesack, sowie bei der Norddeutschen Maschinen- und Arma turenfabrik in Bremen wieder aufzunehmen. Ferienheim für weibliche Angestellte. Am letzten Sonn tag wurde das Personal- Ferienheim des Verbandes Berliner Spezialgeschäfte in Mellen am Mellensee bei 3ossen eröffnet. Das Heim ist nur für weibliche Angestellte bestimmt. E enthält ein Lesezimmer und sieben Schlafzimmer mit je zwei Betten. Die Schlafzimmer sind auf das behaglichste ausge stattet. Im Lesezimmer befindet sich eine Bibliothek mit etwa 300 Bänden klassischer und Unterhaltungsliteratur. Von der Veranda der Rückseite des Hauses hat man einen herrlichen Ueberblick auf den großen Mellensee und seine waldigen Ufer. Im Garten befindet sich mitten im Grünen ein kleines Gebäude, die Küche und das gemeinsame Eß: zimmer enthaltend. Ferner ist ein großer Spielplatz ange legt, wo Turngeräte, Croquet-, Boccia- und Wurfkegelspiel: zur Verfügung stehen. - Verbotene Inferate. - - Einheitliche Behandlung der Heilmittelankündigungen, Es gibt Anzeigen, deren Veröffentlichung unschicklich ist, sei es durch ihren Inhalt selbst, sei es durch den Gegenstand, den sie behandeln. Eine Zeitung, die etwas auf sich hält, wird ihren Raum nicht für Anzeigen hergeben, die berechtigten Anstoß erregen, unsittlichen Zwecken zu dienen bestimmt sind, und dergleichen mehr. Sie hat nicht nötig, nachzuspüren, ob etwa eine ihr zur Veröffentlichung übergebene Anzeige einen geheimen Sinn hat, der zur zurüchvetsung der Anzeige führen würde, wenn er offen erkennbar zutage träte. Auch braucht eine Zeitung in ihrem Anzeigenteil nicht gerade prüde zu sein. Hat sie doch in ihrem redaktionellen Teil sogar die Pflicht, recht böse Dinge zu erwähnen, unter Umständen sogar eingehend zu behandeln, ohne daß sie sich hinter die eigene Gêne zurückziehen dürfte oder hinter die Gêne für ihre Leser. Vor die Oeffentlichkeit gehört eben auch das Unsaubere, eben weil man es beseitigen und unterdrücken will, und eine Zeitung gehört der Oeffentlichkeit, wie die Oeffentlichkeit ihr gehört. In der Regel wird jeder Zeitungsherausgeber genau wissen, wie er sich zu verhalten, welche Grenzen er zu respektieren hat, und im Zweifelsfalle wird er gern bereit sein, lieber zu seinem Schaden etwas strenger zu verfahren, damit ihn nur kein Vorwurf treffe. Es gibt aber auch Anzeigen, deren Veröffentlichung strafbar ist, ohne daß der Laie imstande wäre, an ihrem Inhalt etwas Unschickliches zu entdecken. Die Ankündigung von Geheimmitteln beispielsweise ist strafbar. Danach könnte man sich nun einfach richten, wenn man nur immer wüßte, daß man es mit einem Geheimmittel zu tun hat. Für den Laien ist schließlich alles mehr oder weniger Geheimmittel. Wer nicht Arzt, Apotheker, Chemiker oder sonst fachmäßig naturwissenschaftlich gebildet ist, dem erscheint schließlich auch Rhabarber als Geheimmittel, von igränin oder ähnlichen Din gen gar nicht zu reden. Ist„ Odol" ein Geheimmitttel? ist es„ Kosmin" oder sonst ein mit seltsamem Fremdnamen belegtes Zahnwasser? Die Behörden selbst, die für diese Dinge zuständig sind, erkennen an, daß der Laie beim besten Willen in solchen Fragen fehlgreifen kann. und verfahren deshalb nicht mit Strenge. Sie gehen nicht sofort mit Strafmandaten vor, sondern schicken Verwarnungen" vorauf. Das ist recht dankenswert, aber den Betroffenen ist es selbstverständlich nicht angenehm, auch nur mit einer Verwarnung" bedacht zu werden, und eine Handlung, die sie im guten Glauben an ihre volle Rechtmäßigkeit begangen haben, als eigentlich strafbar und lediglich durch Nachsicht verzeihlich hingestellt zu sehen. Es ist keine unbillige, vielmehr eine wohlbegründete Forderung, festen Rechtsboden unter den Füßen zu haben und nicht auf eine duldsame Nachsicht angewiesen zu sein, die auch einmal versagen kann, wenn man am wenigsten darauf vorbereitet ist. Erst jüngst hat es sich zugetragen, daß eine angesehene Leipziger Zeitung vom Berliner Polizeipräsidium eine War. nung erhielt, weil sie Anzeigen verschiedener Firmen" über Mittel zur Beseitigung der Korvulenz veröffentlicht hatte. Der Verlag des Leipziger Blattes hielt bei den Firmen, vor deren Ankündigungen polizeilich gewarnt worden war, Rückfrage. Die Firmen erwiderten, daß die Ankündigung ihrer Mittel erlaubt sei, brachten zum Teil auch gerichtliche Er. fenntnisse bei, die das bestätigten. Was sollen und können demgegenüber die Zeitungsver leger tun? Sie sind keineswegs dafür, daß alle Anzeigen ohne Ausnahme gestattet sein sollen, denn das öffentliche interesse steht ihnen höher, als der eigene Nußen. Aber Rechtssicherheit fönnen sie bearsbruchen, und diese ist ihnen nur dann gewährt, wenn die Einzelvorschriften des Geheimmittelgesetzes reichsgesetzlich geregelt werden. Nicht einmal die richterlichen Erkenntnisse geben volle Sicherheit; denn was der eine Richter für erlaubt erklärt hat, das kann der andere Nichter mit der gleichen Autorität als unerlaubt bezeichnen. Es geht nicht an. in jedem Einzelfall die Entscheidung der höchsten gerichtlichen Instanz anzurufen; und es ist mit schwer erträglichen Ingelegenheiten verknüpft. menn in einer Sache von allaemeinem Interesse, die nach allgemeiner und einheitlicher Regelung verlangt, die lokale Polizeizensur maßgebend sein soll. In dem erwähnten Fall hat das Berliner Polizeipräsidium vor der Aufnahme von Inseraten über Korpulenz" gewarnt, ohne ein bestimmtes Inserat oder ein bestimmtes Mittel gegen Korvulenz zu bezeichnen. Der Leipziger Verlag hat nähere Angaben erbeten, um die Rechtsfrage zur endgültigen Entscheidung durch das Gericht bringen zu kön nen. Es hängt von dem Belieben des Berliner Nolizeivräsidiums ab, ob es diesem Wunsch, nachkommen will. Tut es das nicht, so bleibt der Rechtsweg verschlossen, bis etwa au die Verwarnung eine Strafanzeige erfolgt ist. Die deutschen Zeitungen find gewiß geneigt, der öffentlichen Ordnung zu dienen und nichts zu tun oder in ihrem Geschäftsbereich zuzulassen, was der öffentlichen Ordnung zuwider wäre. Ein deutliches Verbot werden sie unfraglich respektieren. auch wenn sie selbst etwa der Meinung wären, daß das Gebot zu weit geht. Wir schwärmen nicht für Geheimmittel, aber wir wissen ganz genau, daß kein Verbot das Geheimmittelmesen unterdrücken wird. Es gibt ja auch gute Geheimmittel, die im Grunde nur für den Laien geheim sind. Besser als irgend welches Verbot kann die Presse selbst durch Belehrung wirken. Es ist nicht ihre Aufgabe, das eine Geheimmittel anzupreisen, und vor dem andern zu warnen. Dafür ist sie nicht zuständig, denn das ist Sache der Aerzte. Wohl aber dient sie dem öffentlichen Interesse, indem sie immer und immer wieder empfiehlt, daß man fein Geheimmittel anwenden möge, ohne vorher den Arzt befragt zu haben. In diesem Dienst wollen wir gern fortfahren aber wir möchten es ohne Furcht vor Fallen und Fußangeln tun können, die uns selbst drohen. Nab und fern. † Schweres Unwetter. In den letzten Tagen haben starke Gewitter mit Hagelschlägen das Vogtland heimgesucht. Es wird von vielen Brandschäden berichtet, durch die stellenweise die soeben in die Scheunen gebrachte Ernte vernichtet wurde. Weithin sind die Kartoffelfelder zerstört. Mehrfach ist Vich vom Blizz erschlagen worden. † Die Opfer der Bergwerks- Katastrophen. Jede Hoffnung, daß von den in der Zeche Borussia in Dortmund durch das Feuer abgeschnittenen 39 Bergleuten noch jemand gerettet werden könnte, ist geschwunden. Es ist sogar sehr unwahrscheinlich, daß es gelingen könnte, alle Leichen zu bergen, da der furchtbare Qualm die Rettungsmannschaften immer wieder zurücktreibt. Auch bei dem Grubenunglück in Wales werden die weitaus meisten Bergleute, die eingefahren waren, bei der Explosion das Leben verloren haben. Man spricht von 126 Toten. † Aus Nahrungssorgen in den Tod. In einem Gehölz in der Nähe von Hildburghausen wurde vorgestern die ganze Familie eines Etui- Arbeiters tot aufgefunden. Die Leute waren durch Sorgen um das tägliche Brot derartig zur Verzweiflung getrieben, daß sie beschlossen, zusammen in den Tod zu gehen. Der Mann erschoß erst seine Frau und seine vier Kinder und dann sich selber. † Liebestragödie im Grunewald zu Berlin. An den Ufern des Schlachtensees hat dieser Tage ein Schneidergefelle aus Berlin erst seine Geliebte, ein erst neunzehn Jahre altes Mädchen und dann sich selbst erschossen. Bei den Leichen wurden Abschiedsbriefe an die Eltern der jungen Leute gefunden. findet ein 8apfenft Sonntag ift der Bau wärtigen Rameraben bie Barabe- Auff Branbangriff a Blaube mit größte fer großzügig gebod Fefug nach dem Unterhaltungen ben fonders in die Magen Fefballe had 8 Befangvereine unter Witwirkung ber Stap Wilhelm, Waffendho Bießener Turnerja † Später Leichenfund. In einem Forst in der Nähe von Chemnitz in Sachsen wurde anfangs dieser Woche der Leichnam des Raubmörders Schramm aufgefunden, der am 18. Juni vorigen Jahres den Gemeindekassierer Dieße in Crottendorf ermordet hatte. Waldarbeiter stießen bei ihrer Beschäftigung auf die völlig verweste Leiche des Mörders. Kunft und Wissenschaft. MN. Drahtlose Telegraphie. Der Direktor des physikalischen Instituts in Straßburg i. E., Professor Braun, teilte im dortigen naturwissenschaftlichen Verein mit, daß seine Versuche, bei drahtloser Telegraphie die elektrischen Wellen wesentlich nur nach einer Richtung zu schicken, erfolgreich abgeschlossen sind. PR Entdeckung einer verschollenen Stadt. Der Archäologe Carl Maria Kaufmann aus Frankfurt a. M. hat in der Iybischen Wüste eine altchristliche Stadt entdeckt, in der man mit Bestimmtheit den Ort der langgesuchten Menas- Heiligtümer gefunden zu haben glaubt. Aus dem Gerichtsfaal. § Haftung der Eisenbahn für Unfälle. Eine Frau war beim Umsteigen auf den Schienen gefallen und hatte sich eine Kopfvcrlegung zugezogen. Das Oberlandesgericht Kassel entschied, daß der Eisenbahnfiskus haftbar zu machen sei, da er die Verantwortung dafür trage, wenn beim Umsteigen infolge mangelhafter Zeit oder der Notwendigkeit, die Schienen zu überschreiten, den Reisenden Unfälle zustoßen. Die Ideal- Gattin. Spannung entgegen ben Aufführungen m ein Brillant- Feuer bietet jebem Fe Teilnahme am in Sprechen with Der F er ben Ramaben fein Die alte, true Ramerab " fo amin wir teinen Rameraden zu dem Sie Tas Rachipiel behältnissen vor Babtag abgeordnete Bollzeitung eine offe at Dr. Robnagel, in Sandlungen über die Der Zweiten Rommer Frreführung der Ram führt zu haben. In eine lange Geflärung darzutun, daß die Nicht die Auslagen be angenommen, feiner E Legen, fondern einzig des Gießener Symnafi habe. Seine Neugerun auf einem Jrrium zu 6 " Berwechslung zweier rat Rodnagel erklärt,& erfannt habe, am folge Gymnafiums zu Gieße Warung gegeben habe. nachdrücklich, daß aus weiteren Berlauf der geben hätten. Bei S in der Zweiten Kammer lich nochmals zur Spra ** Kaiserpreis 12. Romp. des 116. J bei Griesheim nach Gie befanntlich gegenwärtig Einjährigen ( Was für eine Frau soll man heiraten?) Der verstorbene französische Schriftsteller Mac O'Rell beantwortet diese Frage, die jedes nach Zärtlichkeit und Liebe schmachtendes Männerherz bewegt, mit folgenden Ratschlägen: - ,, Heirate eine Frau, die kleiner ist, als du. Heirate feine Frau, die nicht herzlich lachen kann. Heirate keine Frau, deren Lachen gezwungen ist. Heirate eine Frau, die Spaß versteht, die den Humor zu schäßen weiß, und die alle Dinge con der guten Seite sieht. Heirate keine Frau, die alles tadelt, und die sich über ihre Freundinnen lustig macht. Heirate eine Philosophin. Wenn du deine Braut ins Theater führst und die Pläße nicht vorher bestellt hast, so heirate sie, wenn sie bei der Kunde, daß alle Parkett- und Rangplätze bergriffen sind, heiter und ungezwungen ausruft:„ Das macht nichts, dann gehen wir eben auf die Galerie; die Hauptsache ist, daß wir uns amüsieren!" Wenn du einen Bettler triffst und ihm etwas geben willst, so heirate nie die Frau, die in solchem Augenblicke zu dir sagt:„ Es ist vielleicht ein Betrüger, der das Geld in die Kneipe trägt." Wenn du selbst diese Bemerkung machst, und die Frau dir antwortet: Schön!, soll er gehen, der arme Teufel! Es ist heute so kalt; ein Glas Bier wird ihm gut tun!" so heirate sie. Heirate eine Frau, die gesund ist und guten Appetit hat. Heirate keine Frau, die an jedem Gericht, das man ihr vorsetzt, unlustig herumstochert. Versuche zu ergründen, wie die Erwählte sich frühmorgens beim Erwachen benimmt, wenn man sie plötzlich aus dem schönsten Schlummer gerissen hat. Wenn sie mit einem Lächeln erwacht, heirate sie. Wenn sie aber sofort die Stirn runzelt und zornig ausruft:„ Nanu, was soll denn das heißen?" so heirate sie nicht. Diese Probe ist unfehlbar. Heirate nie eine Frau, die die Rechnung ihrer Lieferanten achtlos beiseite wirft und lange unbezahlt läßt. Heirate keine Frau, die die gequälten Manieren der soge nannten„ guten Gesellschaft" hat. Heirate eine Frau, dis eine fanfte Stimme hat und die, wenn sie zu dir spricht, dir ins Gesicht sicht. Wenn du einer Frau einen Besuch machst und sie dich eine halbe Stunde warten läßt, um sich dir nur bollständig tadellos zu präsentieren, so heirate sie nicht. Wenn sie aber sofort kommt, so wie sie ist, die Haare einfach und rasch festgesteckt, und im Hauskleid, so ist es ein praftisches Mädchen: heirate es, besonders wenn es sich nicht erst lange entschuldigt, daß es im Negligé kommt. Das junge Mädchen, das seinen Vater nicht ausgehen läßt, ohne sorgfältig seinen Anzug zu mustern, das ihm die Krawatte bindet, das genau nachsieht, ob die Rockärmel nicht länger find als die Aermel des Ueberziehers, das jedes Stäubchen bom Rockfragen fortbläst, und das, wenn es endlich mit dem äußeren Menschen des lieben„ Pava" zufrieden ist, ihn füßt und noch einmal füßt, um ihm Adieu zu sagen, das Mädel, jage ich, wird eine treffliche Frau sein." Wer also heiraten will, mag sich darnach richten oder auch nicht bekanntlich läßt sich bei diesem wichtigen Ercianis fein cinwandsfreier Rat geben, trotz der Mühe, der O'Nell sich unterzogen hat. Lokales. 13. Jult 1905. ** Der Großherzog hat den evangelischen Dekan des Dekanats Rodheim, Pfarrer Hermann Sartorius zu Groß- Karben, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Dtober 1905 von diesem Amte enthoben. ** Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher- Aspirant Heinrich G. Saintonges in Gießen zum Registrator bei dem Amtsgericht Gießen. *** Das Gießener Feuerwehr- Jubiläumsfest tritt weit über den lokalen Rahmen hinaus; denn nicht nur die Bevölkerung Gießens und die benachbarten Wehren nehmen daran teil, sondern aus dem ganzen Hessenlande und den angrenzenden preußischen Gebietsteilen sind die Anmeldungen so zahlreich eingelaufen, das das der Festzug eine höchst seltene Länge erhalten, alle Veranstaltungen aber, die auch unser heutiger Inseratenteil anführt, ein flares Bild der Feuerwehren bei der Arbeit und be. den geselligen Vergnügen abgeben dürften. Am Samstag der im Herbst stattfinde Find bis zum 1. Auguft Fur Brüfung der Einj Die Gießen im Laufe der nächsten reformer einer Unter won freundlichen Hel genommen wird, träg rnd wird feinerlei Fo zur Unterfügung ber Dohneri haft gebeten, b genau zu beantworten. P. Rahrungsm en legten Tagen wie Mon Nahrungs- und und auf dem Wochenm Winterjudungsamt zur Feuerw Die verehrlic gesagt haben, lad Sam F höflichst ein. Biergro Tel. 83. Münchener inflaiden, Ge Acc Beinlichte Reini m. An den Ufern neidergejelle aus findet ein Zapfenstreich und Sonntag ist der Hauptfefttag. die Begrüßungsfeier statt. Besonders dürften die ausehn Jahre altes wärtigen Kameraden und die Kenner des Feuerwehrwesens Bei den Leichen die Parade- Aufstellung auf dem Festplaß und den nommen. jungen Leute ge- Brandangriff an d m früheren Universitäts- Bibliothets- ohne daß eine Erklärung dafür gefunden werden konnte, Ansprache, in der er das Vergnügen als die Würze der in der Nähe von Woche der Leich Den, der am 18. Dieße in Croten bei ihrer BeMörders. aft. das donnernd aufgenommen wurde. auch eine größere Arzahl Milchrevisionen wurde vorgefeierten Sonntag auf dem Scheidwald ihr Sommerfest. Im P. Unfug. Schon längere Zeit fand man in den play, wo der Tag bei Preisspielen für jung alt und Tanz langen, geschlossenen Buge bewegten fie sich nach dem FeftSpeisen und Zutaten eines Gießener Hotels Sandförnchen, auf das angenehmste verstrich. Der Direktor hielt eine Gebäute mit größtem Intereſſe beachten, da beide Szenen woher dieselben kamen. Weil die Rüche im Endgeschoß sich Arbeit feierte. Er schloß mit einem Hoch auf die Eintracht, sehr großzügig gebacht sind. Am Nachmittag bewegt sich der befindet, wurde der Verdacht erweckt, daß der Cand von Festzug nach dem Festplaß, auf dem die mannigfaltigsten außen reingeworfen werde. Aufpassen hatte dann auch den§ Trais Horloff, 12. Juli. Opfer des Berufs. Unterhaltungen den Nachmittag und Abend ausfüllen. Be- Erfolg, daß einer der Täter gestern Abend vom Küchenchef Montag Morgen verstarb der fürzlich auf der hiesigen bei der Tat betroffen und auf die Polizeiwache am Selters Brifettfabrik beim Einsezeu einer Pumpe verunglückte sonders in die Augen springend ist die große neu erbaute tor gebracht wurde, wo er seine drei Mittäter nannte. 43jährige Obesteiger W. Stein. St. stammt aus Hungen Festhalle. Abends 8 Uhr bringen die vereinigten Gießener Gesangvereine unter Leitung des Musiklehrers Bauer und Es sind dies vier junge Leute( Spengler, Tapezier- und und hinterläßt 3 unmündige Kinder. Mitwirkung der Kapelle des Inf. Reg. Nr 116, Kaiser Schloff rlehrlinge), welche den Unfug beim Nachhausegehen Wilhelm, Massendhöre dar, während die Aufführungen der Gießener Turnerschaft, denen man schon allseits mit größter Das hessische Gendarmeriekorps zählt jetzt berübten. + Hungen, 12. Juli. Kommenden Samstag wird unsere Wasserleitung in Betrieb genommen. > Bad- Nauheim, 12 Juli Der Jahresbericht der quenz des Bades durch den ostasiatischen Krieg nicht or des physikali: Spannung entgegen sieht, ar Montag vor sich gehen. Nach 250 Mann. An der Spize steht der Korpskommandeur Handelskammer Friedberg äußert sich dahin, daß die Fre or Braun, teilte den Aufführungen wird dann noch bei eintretender Dunkelheit in Darmstadt, welcher zugleich Diftriftskommandeur in mit, daß seine ein Brillant- Feuerwerk abgebrannt werden. Das Programm Starfenburg ist. In Gießen und Mainz wohnt ebenfalls zurückgegangen ist. Die Handelskammer spricht die Er eftrischen Wellen a, erfolgreich ab Der Archäologe M. hat in der cft, in der man bietet jedem Feuerwehrmann soviel Intereſſantes, daß die Teilnahme am Feft in jeder Weise seinen Erwartungen entsprechen wird. Der Festbeitrag ist ein so minimaler, daß er den Kameraden tein Opfer auferlegt. Halten wir uns die alte, treue Kameradschaft unter den Behren vor Augen, wartung aus, daß der Fremdenverkehr durch die geplanten Neubauten ständig weiter anwachsen werde. Menas- Heilig so zweifeln wir keinen Augenblick, daß die Ehrenpflicht jeden grabungen. Es ist in weiteren Kreisen der Bevölkerung abstattete und in der Krausschen Wirtschaft weilte. Ohne mal. Eine Frau war Oberlandesgericht ftbar zu machen venn beim UmNotwendigkeit, den Unfälle ju Kameraden zu dem Gießener Jubiläumsfest führt. " * Das Nachspiel zu den Gießener Gymnasiumsverhältnissen vor der Zweiten Kammer. Der Landtagsabgeordnete Dr. David richtete in der Mainzer Volkszeitung" eine offene Anfrage an den Geh. Oberschulund hatte sich rat Dr. Nodnagel, in der er ihm vorwarf, bei den Verhandlungen über die ,, Gießener Gymnasiumsverhältnisse" in der Zweiten Kammer durch die Art seines Referates eine Frreführung der Kammer und der Deffentlichkeit herbeige führt zu haben. In Nr. 34 bringt nun die ,, Darmst. 8tg." eine lange Erklärung Nodnagels, die den Zweck hat, darzutun, daß die Beweisführung Dr. Davids falsch sei. Nicht die Aussagen des Prof. Stamm hätten, wie Dr. David angenommen, feiner Erklärung im Landtage zu Grunde gelegen, sondern einzig die Auskunft, die er von dem Leiter des Gießener Gymnasiums, Direktor Dr. Schädel, erhalten habe. Seine Aeußerungen in der Zweiten Kammer scheinen auf einem Irrtum zu beruhen, den er des näheren auf eine Verwechslung zweier Schriftstücke zurückführt. Oberschulrat Nodnagel erklärt, daß er, nachdem er diesen Irrtum er fannt habe, am folgenden Tage dem Lehrerkollegium des Gymnasiums zu Gießen persönlich die erforderliche Aufflärung gegeben habe. lärung gegeben habe. Zum Schluß betont Nodnagel nachdrücklich, daß aus seinem Irrtum praktische Folgen im weiteren Verlauf der Angelegenheit sich nach feiner Richtung ergeben hätten. Bei Wiederaufnahme der Verhandlungen in der Zweiten Kammer wird die Angelegenheit voraussichtlich nochmals zur Sprache tommen. heiraten?) Mer Mac O'Rell Zärtlichkeit und it folgenden Nat u. Heirate feine rate teine Frau, Frau, die Spaß nd die alle Dinge Frau, die alles ustig macht. HeiCaut ins Theater st, so heirate fie, und Rangpläte austust:„ Das alerie; die Haupt. du einen Bettler te nie die Frau, 3 ist vielleicht ein ägt." Wenn du u dir antwortet: ist heute so fall; irate jie. Heirate tit hat. Seirate ihr borsett, un en, wie die Gr immt, wenn m riffen hat. Wenn sie d ft:„ Nanu, a Diese Probe i Rechnung ihrer unbezahlt läßt. nieren der joge eine Frau, die dir spricht, dit n Beindh madil um fidh dir nur eirate fie nicht. Saare einfac t es ein prat es fich nicht tommt. Das en läßt, ohne die Krawatte nicht länger Stäubchen lich mit dem ift, ihn füßl das Mädel, en oder auch en Ercianis der O'Nell It 1905. hen Detan orius fung vom -Aspirant Regiftrator läumsfest n nicht nur en Wehren enlande unb b die Un Der Feftzug anftaltungen eil anführt, beit und be. Im Samstag *** Kaiserpreisschießen. Gestern Abend kehrte die 12. Komp. des 116. Inf. Reg. von dem Kaiserpreisschießen bei Griesheim nach Gießen zurück. Die 12. Kompanie hat bekanntlich gegenwärtig den Kaiserpreis inne. *** Einjährigen Prüfung. Die Anmeldungen zu der im Herbst stattfindenden Einjährig- Freiwilligen- Prüfung find bis zum 1. August an die Großh. Prüfungs- Kommission zur Prüfung der Einjährigen in Darmstadt zu richten. *** Die Gießener Wohnungsverhältnisse wird im Laufe der nächsten Woche der Verein deutscher Bodenreformer einer Untersuchung unterziehen. Die Enquete, die von freundlichen Helfern( Studenten und Arbeitern) vorgenommen wird, trägt einen rein wissenschaftlichen Charakter und wird keinerlei Folgen auf die Mietverhältnisse haben; zur Unterstüßung der wissenschaftlichen Arbeit wird die Einwohnerschaft gebeten, die gest alten Fragen gewissenhaft und genau zu beantworten. je 1 Distriktskommandeur. Ferner gibt es 1 Bablmeifter, 22 Oberwachtmeister, 84 Wachtmeister, 147 Gendarmen. 32 Oberwachtmeister, Wachtmeister und Gendarmen sind beritten, 50 stehen Fahrräder zur Verfügung. = Denkmalsschuß für Funde bei Ausleider noch nicht genügend bekannt, daß bei größeren Erdbewegungen, bei Anlegung von Wasserleitungen, bei Karalifationen, bei Aushebung von Baugrund für Neubauten 2c. oft Funde von Mauerresten, Riegeln, Tonscherben, Metallstücken, Münzen, Anochen, Tongefäßen Werkzeugen usw. gemacht werden, die für die geschichtliche Forschung von erheblichem Interesse sind. Für den Laien erscheint ein solcher Fund wertlos und bleibt in vielen Fällen unbeachtet, für den Forscher aber ist es manchmal von größter Wichtigkeit, zumal die Absicht besteht, für das Großherzogtum Hessen eine Karte herauszugeben, die auf Grund der Funde Aufschluß geben soll über die Besiedelung des Landes in vorgeschichtlicher Beit. Wer also bei Grabungen auf Fundftücke stößt, der lasse dieselbe nicht unbeachtet, sondern mache beim Bürgermeister, Pfarrer oder Lehrer des Ortes Anzeige davon, damit von dieser aus bei den behördlich bestellten Denkmalspflegern die geeigneten Schritte für Bergung des Fundes eingeleitet werden. Dem Finder wird eine entsprechende Belohnung zuteil; der für den Arbeiter, resp. Arbeitsgeber entspringende Schaden durch Zeitverlust wird ebenfalls vergütet. Da der Denkmalsschuß durch ein Gesetz vom 16. Juli 1902 geregelt ist, so können Zuwiderhandlungen bestraft werden. * Das Molkereiwesen auf der landw. Ansftellung in Mainz. Auf der landw. Landes- und Jubiläumsausstellung zu Mainz wird der Verband der Hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften in der Abteilung Moltereiwesen eine größere Ausstellung seiner Moltereigenossenschaften veranlassen. Neben Butter fönnen alle Sorten von Käse und andere Milcherzeugnisse augestellt werden. Beim Preisbewerb werden die Aussteller nach der Größe der Betriebe getrennt, sodaß die kleineren und die größeren Betriebe je für sich konkurrieren. Die Anmeldungen haben bis zum 15 Juli beim Hessischen Landwirtschaftsrat zu erfolgen. * Bei der Zentralstelle für Obstverwertung liefen in der vergangenen Woche Angebote und Nachfragen wieder recht zahlreich ein. Sehr gesucht werden augenblicklich Kirschen zum Brennen und Einmachen, sowie Heidelbeeren. Die Durchschnittpreise betrugen in dieser Woche: Erdbeeren 30-40 Mt., Himbeeren 30 Mt., Heidelbeeren 8 Mt., Stachelbeeren 10 Mt., Johannisbeeren 8-10 Mt., Kirschen 10-12 Mt., grüne Nüsse 10 Mt. Alles per Zentner. * Krofdorf. Lehrer Rissel an der hiesigen Volksschule ist dem Vernehmen nach an die Realschule in Nassau berufen worden. P. Rahrungsmittel- Untersuchung. Es sind in den letzten Tagen wieder eine Reihe verschiedener Proben bon Nahrungs- und Genußmitteln in Gießenern Geschäften und auf dem Wochenmarkte entnommen und an das chem. Sirzenhain, 12. Juli. Arbeiter- Sommerfest. Untersuchungsamt zur Untersuchung abgegeben worden; Die Angestellten und Arbeiter der Buderusschen Eisenwerke Feuerwehr- Jubiläums- Fest. Hastre- Verein ? Romrod, 12. Juli. Rohling. Als Messerstecher produzierte sich Sonntag der hiesige Maurer Karl Raab, als der Gesangverein Blitzenrod unserer Stadt einen Besuch daß ihm irgend welche Veranlassung gegeben war drang er plöglich mit einem Schlachtmesser auf die Sänger ein, wurde aber von dem Birt überwältigt und erhielt von den Angegriffenen eine wohlverdiente Tracht Brügel. | Marktberichte. Bießen, 13. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per fb. 110-1.15 M., Hühnereler per Stüd 6-7 Pfg., Enteneter St. 6-7 Pfa., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Bfg. Erbien per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Baar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Pfb. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch per Pfb. 70-80 fa, Rindfleisch per Pfb. 62-68 Pfg. per Pfd. Schweinefleisch 70-80 Bfg. Schweine fleisch gesalzen per fund 0.84 Bfg., albfleisch per Pfb. 70-80 8.00 Mit., 3wiebeln per 3t. Mr. 8.00-10.00, Weiskraut 10-15 Pf. per Pfg. Hammelfleisch per Pfd. 50-76 Bfg., Kartoffeln pro 100 kilo 7.50 6. Stüd, Bentner 3-4 Mr. Aepfel der Zentner 6-10 Mr. Zwetschen per Bentner 0,00-0.00, Kirschen per Pfd. 15-20 Pfg. Milch per Liter 20 Bfg. Dauer der Marktzen von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen bor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten dret Stunden der Marktzett im Umberziehen feilgeboten werden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienft. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 13. Juli. Meist trüb, fühler, vielfach Regen. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte. Berantwortlich: für die Politik und den Inseratentell: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belb in Gießen Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: 1 landw. Arbeiter, eine große Anzahl Eisendreher, Hobler, Fräser und Maschinenarbeiter( auswärts), 3 Schloffer, 1 Spengler, 1 Metallformer, Schleifer oder Polierer, 2 Wagner, 1 Schmidt, Maler und Lackierer, 3 Schreiner, 1 Brötchenträgerin, 2 jüngere Hausburschen, 2 Weißbinder, 1 Installateur, jüngere Fabritarbeiter und Arbeiterinnen, 1 Fahr- und Stallbursche, 1 Restauratione föchin( auswärts), Dienstmädchen, 8 Lauffrauen oder Mädchen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Spengler, Schleifer oder Polierer, 1 Wagner, 1 Buchbinder, 1 Bäcker, 1 Schuhmacher, 1 Installateur, 1 Kellner. Es suchen Arbeit: 1 Striderin, 1 Buchbinder, 1 Wäscherin, 1 Fabrik arbeiter, 1 Fabrifarbeiterin, 1 Haus- oder Bureaudiener, 1 Lauffrau. G. F. F. Stellen- Vermittlung Die, Lifte zum Einzeichnen für Festbeikarten ( nächst dem Voltsbad) Die verehrlichen Vereine, welche ihre Teilnahme an unserem Feste Giessen, Seltersweg 56, 1 zugesagt haben, laden wir hiermit zu dem am Samstag, abends 8 Uhr höflichst ein. in der FESTHALLE stattfindenden FESTKOMMERS Der Fest- Ausschuss. Biergrosshandlung Emil Schmall Tel. 83. Gießen, Frankfurterstraße 7 Löwenbräuempfiehlt ächt Tel. 83. Münchener Bürgerbräu- Bier Culmbacher Bier Dortmunder Union Pilsenerjewie Frankfurter und hiesiges Bier " " in Flaschen, Gebinden, Selbstschänker( Syphon à 5 Liter). Reelle Preise. Aecht Pilsener Urquell nur in Syphons à 5 Liter. Beinlichste Reinlichkeit der Abfüllung. Für alle Lieferungen Garantie der Originalität. liegt für die Kameraden bei Herrn Sattlermeister Unentgeltlicher Nachweis Bender, Neustadt offen. für Dienst, Haus- und Zimmermädchen Köchinnen, Wärterinnen, Lauf: Puß- und Waschfrauen. Es wird gebeten, daß das Einzeichnen möglichst Im Anschluß an den Kauf- bis Freitag Mittag 2 Uhr erfolgt ist. Das Abholen der männischen Verein: Verkäufer: Karten kann von Freitag Abend 5 Uhr bis zum Samsinnen, Buchhalterinnen, Kassiererinnen; an den Hausbeamtinnen- tag Abend 6 Uhr geschehen. Verein Stützen, Kinderfräulein, Haushälterinnen, Gesellschafterinnen gegen vorschriftsmäßige Gebühren. Frischer Bienenhonig Für feinste Sorte, zu haben bei Kumpf, Marburgerstraße 38, Gießen. Freibank. Heute von 5-8 Uhr, Schweinefleisch 30 Pig. Eine Waschfrau für 3 Tage in der Woche gesucht Prov. Siechenanstalt Oberbeffen. 1-2 möbl. Zimmer zu vermieten. Gießen, Marktstraße 11. Das Kommando. Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an. Rotwein ( echter Ingelheimer) Liter oder Flasche von 100 Pfg. an versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten von 12 Flaschen an P.Chr. Saalwächter Weingutsbesitzer. Nieder- Ingelheim a. Rhein. A 161 Jubiläums- Feier der Giessener Feuerwehren aus Anlass des 50jähr. Bestehens der beiden freiw. Feuerwehren zu Giessen Oswald's Garten, vom 15. bis 17. Juli 1905. Samstag, den 15. Juli: Abends 8 Uhr: PROGRAMM: Nachmittags 1-212 Uhr: Festessen in der Festhalle, trock. 1,50 Montag, den 17. Juli: Vormittags 8-11 Uhr: Zapfenstreich durch die Stadt nach dem Festplatz. Die Musik stellt die Stapelle bed Infanterie Regts. Raiser Wilhelm. Spaziergänge an der Hand des Führers für Begrüßungsfeier- Ansprache. Konzert burd die Kapelle des Inf.- Rats.„ Kaiser Wilhelm" Nr. 116 unter Leitung des Herrn Musikdirektors Kranke. Sonntag, den 16. Juli: Vormittags 6 Uhr: Weckruf. Daran anschließend: Empfang der auswärtigen Wehren. Mufik der Feuerwehrkavelle. Vormittags 11 Uhr: Parade- Aufstellung auf dem Festplatz hiernach: Brandangriff an dem früheren Universitäts- Bibliothek- Gebäude auf dem Brandplak. Eintrittspreise: Nachmittags 22 Uhr: Aufstellung des Festzuges am Walltor. Nachmittags 3 Uhr: Gießen und Umgegend. Vormittags 11 Uhr: Frühschoppen auf dem Festplah. KONZERT Abmarsch des Festzuges durch die Stadt n. d. Festplak durch die Kapelle der Gießener freiwilligen Feuerwehr unter Leitung daselbst Grosses Volksfest, Konzert. Abends 8 Uhr: Vorträge der vereinigten Giessener Gesangvereine unter Leitung des Herrn Musiklehrers Franz Bauer, un'er Mitwirkung der Kapelle des Inf. Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116. Konzert und Tanz auf dem Festplak. Musik der Feuerwehrkapelle. ihres Dirigenten Herrn Herm. Weller Nachmittags 3 Uhr: Konzert in der Festhalle. Canz- und Volksbelustigung auf dem Festplay. Abends 8 Uhr: Aufführungen der Gießener Turnerschaft und Konzert in der Festhalle, auf dem Festplate: Canz- und Volksbelustigung, Grosses Brillant- Feuerwerk. Familienkarte: nebst einer Beifarte( zwei Personen) Mt. 3.-, im Vorverkauf Mt. 2,50. Weitere Beifarten 50 Pfg. Giltig zu allen Veranstaltungen. Kinder haben unter Begleitung Erwachsener freien Eintritt, Söhne über 17 Jahre haben besondere Karten zu lösen. Einzel- Dauerkarte: für alle Veranstaltungen Mt. 2.-, im Vorverkauf Mt. 1.75. Tageskarte: Mt. 1.-. Einmaliger Eintritt am 15. Juli 20 Pfg., am 16. und 17. Juli 50 Pfg. Verkaufsstellen für das Feuerwehrfest in Gießen: Louis Althoff. Kaufmann, Walltorstr. 16 I. Chriftoph Bicker, Kaufmann, Neustadt 55 Richard Buchacker, Kollekteur, Neuen Bäue 11 Ernst Challier, Musikalienhändler, Neuenweg 9 Jacob Häuser, Kolonialwaren, Ludwigstr. Daniel Heil Nachf., Zigarrenhandlung, Lindenplag 3 Heinrich Hettler, Konditor, Frankfurterstr. 1. Heinrich Insel, Friseur, Asterweg 5 Adolf Lehnhard, Nachfolger, Klinikstr. 22. Louis Lind, Zigarrenhandlung, Kirchenplatz 10 Friedrich Loh, Friseur, Bahnhofstr. 28. Philipp Mooh, Zigarrenhandlung, Neustadt 30 Joh. Seibel, Kaufmann, Ludwigsplatz 13 Wilh. Semmler, Zigarrenhandlung, Seltersweg 25 Guftav Sonntag, Kaufmann, Sonnenstr. 10 Joseph Strauß, Zigarrengeschäft, Mäusburg 1 Philipp Weiler, Zigarrenhandlung, Marktplatz 1 Leonh. Dechert, Friseur, Grünbergerstr. 13. Regelmäßiger Omnibusverkehr von und nach dem Festplate. An die Bewohner Gießens Wir richten an unsere geschäßten Mitbürger die höft. Bitte, als äußeres Beichen ihrer Sympathie für das Jubiläums- Fest der beiden Freiwilligen Feuerwehren, die Häuser mit einem freundlich- lebhaften Fahnenund Guirlandenschmuck zu versehen. Der Fest- Ausschuß. Bekanntmachung. Versteigerung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen Samstag, den 15. Juli Ifd. J., wird, beginnend mit Samstag, den 1. Juli, im Impflokale Schulgebäude, Neustadt 61- für die nächsten 5-6 Wochen, jeden Samstag, nachmittags von 5-6 Uhr, abgehalten werden. Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahr sind die früheren Jahren. im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus Wir laben die hiesigen Einwohner, welche impfoflichtige Kinder nachmittags 4 Uhr, Ober Bed and Bre 18. Bortfel ung.) Guitab hatte fi bie Baltung nod und den Kopf trug aber das Geficht tiefer als fonft, einem lauernden, Bug um Mund un itoßen. Sieh' nur, Sc habe." Die Ange Kopf von der Arb geblidt. Jm Ge bei ihr nur verid stand ihr gut, das zu der Zeit, als reifte Ernft mit braunen Augen fpr einnehmen. Anch eingebüßt und mur den Mund berriet in ihrer Ehe die D Beig' her, fann jtredend. Jd fann dir Marie blidte ihn i fam er ihr heute tommt heute mit bei uns. Der Schriftstell sich ja wohl?" „ Ja, ja, der ist Technikum besuchte, steller wurde. Wie lebt, ihr gefiel fei bon ihm erzählen. Marie nidte zu jich liebevoll ihrer Sie hatten die a Gustavs Wunsch, zu ein inniges Verbal Chwiegerjohn ento Alles, was ihm der ihren gefunden tonate er nichts me rüber zu berichten immer gleichem Jut berging tein Lag, t ein halbes Stunde mit ihr zubrachte. Er hatte ihre al als jie gestorben, da Ach, ihr liebes gutes Freude mit ihren Si ihnen und in ihnen, eine io aroße Lüde Tahmeerideinumg unter undermärts mit den ent arbebenditen Erfolge cra penbeit gehabt, eine Pater übrigens durch fe Bittern. Die Rinter b an dem Antaltsleiter, d herzlicher Frende fchen Bertrauen bliden fie 311 diefer Anstalt werden die Tilide, mit Graft gegen ben heruntgehen. ben iit; in Fiefer werden im Pfandlokal, Seltersweg 11 dahier 4 Stämme Eichenholz( Bohlen) versteigert. Versteigerung bestimmt. Gemmecker, Pfandmeister Gießen. ?? Wer?? haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein. daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen unentgelt- sein Grundstück, Geschäft oder lich find. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung Wohnhaus, Villa, Hotel, Restaufeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlusse auf seine Kosten be- rant, Mühle, Ziegelei, Baupläge 2c. werkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres od. Gewerbebetriebe bald u. voreine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Straf: teilhaft androhung gesetzt wird. verkaufen will, fende sofort seine genaue Adresse Exp. d. Stg. Generalvertreter in Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufen- a. O. C. 23 unt. 7485 an die den Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Impfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Jmpflinge müssen mit reiner Wäsche und reingewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 27. Juni 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. den nächsten Tagen anwesend. Besuch desselben fostenlos. Kein Agent! Keine Provisionszahlung! Strengste Diskretion! Joh. Seibel Giessen, Ludwigspl. empfehlt prima Rheinund Mosel- Weine. p. Fl. v. 50 Pfg. an bis zu den feinsten Marken. So meit mir dabon e nitalt, tie fie unter inprich au bolten, to t unterdrüden. De direktor ziemlich of Oberbürgermeister ftände richtete, follt eriehungsanstalten den, damit eine Revi die Anstalten geleitet dak den Fürioracerai aukerlich der Gefäng darf dort meder Freib regeln noch Sträffing adh Mter und Beid hna, auch nad der it in Grubben auf dagogische Behandlun mit herzlicher Liebe Geduld und nie ausfehe tritt, wird unerme et ift da, das beweijer