t. Dieses Rech lange, als der e die Genehmi hat. Bei dem cher die Min darf der Käu wenn May ihm Daß sein Bater nberstanden sei. gängig machen, ahme, Anton sei e Bertreter der teilt, so ist das en. erfordert, wenn lediglich einen um Beispiel der annehmen, ohne ligung dazu er 516 des B.G.B. eren aus seinem einig sind, daß Derjenige, der fann also nur ber das Geschent gegenüber im Verträgen fin rem gesetzlichen it anzunehmen derjährige Ella Bühne gegangen. liffene Waldemar eschäft in Der inem Vater vier Hund und Trodel erziehen zu ber res Dienstes, Ge fig die erforder Deil ihnen ein für Sen und damit zu rteilt worden ist tmädchen seinen des Vaters durch dent seinen Moen und dafür be den genehmigten Vermögen, wie Erbschaft zufällt, lassers angeordnet g der Eltern nicht aber die Verwal entgegenstehende vendung ausgeht, feine Dienste im fällt, wie wir rmögen, sondern tung oder eine ndig bindend für r. Wer also mit sende tätigen juneinem Bankgeschäft ir den Chef erteilt, ellen Ausbesserunseine eigenen AnAufträgen betraut, betreffenden Perfür ihn gehandelt graph 165). Denn der ihnen erteilten et nicht sie selbst, 97 744( 400) 62( 200 32 38 92 713 84/400 189 595 625 37 799 12 61 90 402 602 694 210 57 375 78 99 4388 4058[ 400] 66 133 33 56( 1000) 529 78 640 01 4 930( 1000) 53 59 71 877 12 26 37 39 668 81( 400 3348 90/1000) 499[ 400 8 81( 400) 95 116( 100% 54 67 39 712[ 1000 740 841 934 605 904 10 31[ 10 2 301 51[ 400] 62 8 1[ 400] 950[ 4008 1000] 24 55[ 400] 72 339 418 25 27 28 490 030[ 400] 36[ 400] 53 22[ 400] 81[ 400] 5179 410 96 538 45 55 6047 98 647 48 86 709 20( 40 Nr. 88. Insertionspreis: Die einspaltige Betitzelle für ganz OberSeffen, die Kretse Weglar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362. Donnerstag, den 13. April 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Klatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Es wird hiermit bekannt gemacht, daß die Dampfwalze vom 15. d. Mts. ab auf der Rodheimerstraße zwischen dem Feldschlößchen und dem Abgange der Straße nach Heuchelheim beschäftigt ist. Gießen, den 12. April 1905. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V. Haberkorn. Moriamur pro rege nostro: - Zur ungarischen Krise.- Aus Budapest vird gemeldet, es habe sich dort das Gericht verbreitet, Kaiser Franz Josef wolle abdanken, um den Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, die ihm von der Unnachgiebigkeit der gegenwärtigen Mehrheit des ungarisen Parlaments bereitet würden. In dieser Form ist die Meldung jedenfalls unrichtig. Wenn Kaiser Franz Josef Abdankungsabsichten hegt, so ist es nicht, um Schwierigfeiten ,, aus dem Wege zu gehen". In siebenundfünfzigjähriger Regierung hat Kaiser Franz Josef gezeigt, daß Schwierigkeiten ihn nicht schrecken noch beugen, und daß sein Verantwortlichkeitsbewußtsein ihn feinen Augenblick verlassen hnt. Er hat ferner gezeigt, daß er in seinen Landen der fligste Staatsmann ist, der mit der Nachsicht der Ueberlegenheit auf den Tageszank der Parteien hinabblickt, immer das Gesamtinteresse der Monarchie im Auge hat, nur auf die Wohlfahrt des ganzen Landes bedacht ist. Hat Kaiser Franz Sosef Rücktrittsgedanken, so ist es nicht die Scheu vor Schwierigkeiten, vielmehr wiederum sein lebendiges Verantwortlichkeitsgefühl, das sie ihm eingegeben hat. Der Unterschied in seiner subjektiven Bedeutsamkeit leuchtet ein. In dem einen Fall hätten wir einen kampfesmüden Fürsten vor uns, der jüngeren Kräften überläßt, was feine müden Jahre durchzuführen nicht mehr hoffen dürfen, in dem anderen Fall einen Monarchen, der lieber eine durch fast zwei Menschenleben getragene Krone niederlegt, als daß er seine Zustimmung zu Maßnahmen gibt, die er mit den Pflichten dieser Krone nicht für vereinbar erachtet. och objektiv behielte das Ereignis selbst die gleiche Bedeutung. Aus welchem Grunde immer Kaiser Franz Josef auf die Krone verzichtete, das Unglück für Ungarn bliebe das nämliche. Wir sagen absichtlich: das Unglück für Ungarn, nicht: für Desterreich- Ungarn. Denn hier träte der Fall ein, der nicht allzu häufig ist, daß die Strafe sofort und ohne jeden Verzug den Schuldigen trifft. Eine Partei in Ungarn strebt die politische und wirtschaftliche Selbständigkeit Ungarns an, hvill höchstens noch die Personal- Union mit Desterreich einstweilen fortbestehen lassen. Es fümmert sie nicht, daß Ungarn damit aufhörte, Teil einer Großmacht zu sein. Wenn die Ungarn in ihrer Mehrheit den seltsamen Ehrgeiz haben, 3u einem Staat zu werden, der etwa mit Griechenland, Serbien, Bulgarien, kaum noch mit Rumänien in einem Rang steht, so ist das schließlich ihre Sache. Wird ihnen nach ihrem Willen, so haben sie selbst die Folgen zu tragen. Ihr ererbter Größenwahn kann sie eine Zeitlang über ihre internationale Stellung hinwegtäuschen; doch die wirtschaftliche Abhängigkeit würde ihnen sofort als Frucht ihrer angeblichen Unabhängigkeit fühlbar. Ungarn ist auf dem Wege der Entwickelung zum Industriestaat- diese Entwickelung könnte nicht andauern, an ihre Stelle träte die Auspowerung. Ungarn trägt zu den gemeinsamen Staatslasten einen unverhältnismäßig geringen Teil bei und nimmt von den Gemeinsamkeitsvorteilen den Löwenanteil für sich in Anspruch. Ungarn herrscht in Desterreich- Ungarn, ungarisch ist Trumpf, wie man bei uns sagt. Das hat die Ungarn übermütig gemacht, übermütig und blind, so daß sie nicht sehen, daß sie, von Desterreich losgelöst, unrettbarer Isolierung anheimfallen müßten. In Desterreich hat man bisher im Gegensatz zu dem grenzenlosen Egoismus der Ungarn den Reichsgedanken gehegt und ihm große Opfer gebracht. Allmählich jedoch erlahmte der Eifer, da doch Ungarn es war, das alle Opfer verschlang und gleichwohl nicht aufhörte, sich dem Reichsgedan97 528 47 69 99 620[ 200 ken feindlich zu erweisen. Das ewige Geschrei der Ungarn 83 578 703[ 400] 44[ 400 Desterreich für sich allein politisch kaum verlieren, daß es 47 88001 2 23 45 48 2 112 201 13[ 1000] 88 9 78 31 55[ 1000] 99[ 400] ( 400) 85 98/2000] 327 19[ 400] 23[ 400] 74( 40 5 92067 189 210 13( 40 4 813 37[ 1000) 917 36 70 84 302( 400) 38( 100 85[ 1000] 94026 67 1 00] 30 62 63 84 819[ 1000 09[ 400] 56 688 52 78 74 82 87 91 549 55 80 771 45[ 400] 510 71 80 615 [ 400] 66 73 98088[ 2000 2( 400) 72 983 99157 764 69 805 926 1905. Los von Desterreich!" gewöhnte schließlich die Desterreicher an den Gedanken der Trennung. Man fand heraus, daß wirtschaftlich sicher gewinnen würde; und so kam es dahin, daß man in Desterreich zwar nicht rief, aber dachte:„ Los von Ungarn!" Nur einen Mann gab es in Desterreich- Ungarn, der ohne Wanken an dem Reichsgedanken festhielt und unter tausend Wirrnissen ihn wahrte: das ist Kaiser Franz Josef. Der Verteidigung dieses Gedankens, in der er seine Pflicht und seine historische Aufgabe erkannte, widmete er sein Leben. Aus den schwersten Fährnissen hat er ihn gerettet, ihn immer neu zur Anerkennung gebracht. Reiche Erfahrungen haben dem Kaiser Franz Josef abgeklärte Weisheit verschafft, und dieser Weisheit bedurfte er, um immer neue Mittel zu ersinnen zur Niederhaltung der immer neu sich regenden zentrifugalen Kräfte. Jetzt wird ihm von ungarischer Seite angesonnen, die Zerreißung des Reiches gutzuheißen, sie tatsächlich zu vollziehen. Das tut Kaiser Franz Josef nicht, das kann er nicht tun, denn es wäre die Preisgabe und Verleugnung der Arbeit eines langen Lebens. Darum ist das Gerücht, Kaiser Franz Josef wolle abdanfen, zwar in der gemeldeten Form falsch; aber es ist insofern zutreffend, als es die Konsequenz zeigt, zu der es kommen muß, wenn die zufällige und zusammengestoppelte Mehrheit des ungarischen Abgeordnetenhauses auf ihrem reichszerstörenden Willen beharrt, den Kaiser Franz Josef nicht gutheißen kann. Noch ist die Hoffnung gestattet, daß vernünftige und ruhige Erwägung da einkehrt, wo man bisher in Verblendung die Fraktion über das Vaterland stellte. Noch ist auch mit der Möglichkeit zu rechnen, daß Kaiser Franz Josef von dem mißleiteten an das aufgeklärte ungarische Volk appelliert und von dessen Vertretern mit dem jubelnden Zuruf begrüßt wird: Moriamur pro rege nostro! Der Krieg in Oftalien. Die Gerüchte von einem Seekampf, der sich bereits zwischen Schiffen der russischen baltischen Flotte und solchen Admiral Togos entsponnen haben soll, wollen nicht verstummen. Eine neue Version bezeichnet als Schauplatz des neuesten kriegerischen Ereignisses zur See die Gewässer bei den Anamba- Inseln, nordwestlich von Borneo. Eine Seeschlacht im Gange. Ein Amsterdamer Blatt erhält von seinem Korrespondenten in Batavia folgende Depesche: Bei den Anamba- Insein wird gekämpft. Einzelheiten fehlen. Fünf niederländische Kriegsschiffe sind auf dem Kampfplatz anwesend. Wieweit diese Nachricht zuverlässig ist, läßt sich vorläufig nicht konstatieren. Daß die Flotte Roschdjestwenstys an der äußersten Spize des Archipels, den Anambainseln, vor Anfer gegangen fei, wurde von Londoner Blättern auf dem Wege über Amsterdam schon vorher gemeldet. Ebenso, daß ein holländisches Geschwader für Aufrechterhaltung der Neutralität sorgt. Ob aber ein Kampf stattgefunden hat, ist nach allem, was man bisher über die Absichten der beiden Gegner hörte, wohl zweifelhaft, immerhin aber möglich. Gleiche Maßregeln wie die holländische Regierung hat auch die französische zur Wahrung der Neutralität ihrer Stolonien ergriffen. Mehrere Kreuzerschiffe bewachen die Küste Kochinchinas, an der japanische Schiffe kreuzen, um die Russen zu verhindern, ihre Kohlenvorräte zu ergänzen und Erfundungen vorzunehmen. In dem Falle, daß es in der Nähe der Küste von Cochinchina zum Kampfe kommen sollte, würde die einzige Folge für die Kolonie die sein, daß havarierte Schiffe der Kriegführenden nach Saigon kommen würden. In London zerbricht man sich weiter den Kopf über die Stärke der russischen Flotte. Ein Blatt meldet: Die russischen Schlachtschiffe, welche bor Singapore vorbeifuhren, wurden von den britischen Marine- und Militärbehörden als die Linienschiffe Imperator Alexander III.", Borodino",„ Knjäs Ssuworow"," Drel", Ofsljabja"," awarin“ und„ Ssissoi Weliki" festgestellt. Hingegen meldet eine andere Depesche aus Singapore, daß nur das Schlachtschiff Ssissoi Welifi" Singapore passiert habe. Es sei kein Schiff vom Typ des„ Zessarewitsch" bei dem Geschwader gewesen. Der englische Dampfer„ Empire", der in Manila eingetrof= fen ist, berichtet, er habe einen großen japanischen Krenzer gesehen, der die Basilanstraße zwischen Mindanao und Borneo abpatrouillierte. Eine sonderbare Meldung über eine Zumutung Rußlands an China läßt sich ein Londoner Blatt aus Kobe kabeln. Danach soll der russische Gesandte Lessar in Pefing von China die pachtweise Ueberlassung eines Hafens verlangt haben. Das Verlangen sei natürlich entschieden abgeschlagen worden. Die Politik. In Sen Kreisen der Marokkaner ebenso wie in denen der Fremdenkolonien in Marokko, nicht zuletzt der englischen, bricht sich nunmehr die Erkenntnis Bahn, daß Frankreich die Absicht hegte und hegt, alle nichtfranzösischen Unternehmungen in Marokko auszuschließen. Deutschlands Vorgehen findet daher, als im allgemeinen Interesse liegend, zunehmende Billigung. Die Regierung des Sultans wünscht einen engeren Anschluß an Deutschland und beabsichtigt die Ablehnung der französischen Reformvorschläge. Der Sultan möchte auch die französische Gesandtschaft von Fez nach Langer zurückkehren sehen, während er bereit ist, in Fez eine deutsche Gesandtschaft zu empfangen, die im Lauf dieses Monats unter Führung des Grafen Tattenbach nach Fez aufbrechen wird. Die diplomatische Situation ist für Herrn Delcassé nichts weniger als günstig. Gleichivohl fann von einer französisch- deutschen Spannung nicht die Rede sein, nur von einer französischen Verlegenheit. Bezeichnend dafür ist, daß Reichskanzler Graf Bülow am Montag den französischen Botschafter Bihourd und der deutsche Botschafter in Paris, Fürst Nadolin, am selben Tage Herin Delcassé zum Diner eingeladen hat. Im Fürstentum Rakeburg ist verfügt worden, daß der Buß- und Bettag vor Weihnachten fernerhin mit dem Bußund Bettag der anderen Bundesstaaten an einem Tag, nämlich am Mittwoch vor dem letzten Sonntag nach Trinitatis, d. i. in diesem Jahre am 22. November, gefeiert werden soll. Für die beiden Mecklenburg war eine gleiche Verfügung geplant, der Landtag hat sie aber abgelehnt. Gerüchte, die noch der Bestätigung bedürfen, wollen wissen, daß die niederländische Regierung beabsichtige, zur Sicherung ihres ostindischen Besitzes befreundete Mächte daran teilnehmen zu lassen, u. a. die Insel Timor an Dentschland abzutreten. Timor ist die östlichst gelegene und bedeutendste der kleinen Sunda- Inseln mit 35 586 Quadratkilometer Fläche und 600 000 Einwohnern. Der Norden nut der Hauptstadt Dali ist portugiesisch, der Süden niederländisch. Der Boden, gänzlich unbebaut, gilt für mineral- und ölreich. Für Deutschland würde es sich wesentlich um die Erwerbung einer Flottenstation handeln. In England wünscht man natürlich den Heimfall der Insel nicht an Deutschland, sondern an England. Russland. Die inneren Wirren beschäftigen fortgesetzt die öffent= liche Meinung. Am Montag hat der Advokatenfongreß, am Dienstag der Allrussische Professorentongreß in Petersburg in einer Resolution die unverzügliche Schaffung eines Rechtszustandes auf demokratischer Grundlage für notwendig erklärt. Tie öffentliche Meinung müsse auf den Gang der Staatsgeschäfte entscheidenden Einfluß haben, die gesamte Bevölkerung, ohne Unterschied der Nationalität, des Bekenntnisses und des Standes, gleichmäßig zur Volksvertretung herangezogen werden. Die Folge der Resolutionen werden Verhaftungen sein, sonst nichts. Die Pressekonferenz unter Geheimrat Kobefo hat mit 17 gegen 2 Stimmen sich für die Aufhebung der Zensur über Privattelegramme der Tageszeitungen ausgesprochen. Natürlich wird die Anregung nicht zur Ausführung kommen. Der Wert der gefaßten Beschlüsse geht nicht über den einer leeren Unterhaltung hinaus. Wo wirklich etwas geschieht, da handelt es sich um Unterdrückungsmaßnahmen. So ist über Warschau und ganz Russisch- Polen vom 23. April an, dem Tag der russischen Ostern, der Kriegszustand verhängt worden. Von diesem Kriegszustand wird eine Abwehr der terroristischen Aftion erwartet. In Helsingfors und in Petersburg hat man wieder eine Anzahl Frauen verhaftet, die im Verdacht stehen, an der nihilistischen Organisation beteiligt zu sein. Nach den Frauen hat man die Männer, Brüder, Väter verhaftet. So ist jetzt die ganze Familie Zeentjem, in deren Wohnung angeblich Sprengmaterial gefunden worden ist, im Gefängnis. Eine intime Freundin des Fräulein Leontjem, ein Fräulein Trepow, hat sich aus Furcht vor Verhaftung von einem Eisenbahnzug überfahren lassen. Frant Dr. Koutmankel, Frau eines Moskauer Arztes, ist in die Peter Pauls- Festung gebracht worden. Ihr wird Verbindung mit der finnländischen revolutionären Partei nachgefagt. Dagegen ist nach amtlicher Versicherung in Gurien ( Kaukasus) die Nube wiederhergestellt. Die Bevölkerung ist zum Gehorsam und zur Steuerzahlung zurückgekehrt. Das sei nach Verhaftung der Mädelsführer geschehen, sagt der Amtsbericht. Es liegt auf der Hand, welche Lehre hieraus gezogen werden soll. Balkan- Staaten. Ein neuer Staat Albanien soll auf der Balkanhalbinsel erstchen der Thronprätendent hat sich bereits gemeldet. Der rumänische Fürst Ghifa, der sich der Abstammung von dem albanischen Nationalhelden Skanderbeg Kastriota rühmt, hat fich jüngst einige Tage in Belgrad aufgehalten, wo er seine Agenten empfina und mit Uhren belohnte oder aufmunterte. Jezt ist Fürst Ghifa mieder in Bufarest, wo im Mai der albanische Kongreß stattfinden soll. Der Prätendent glaubt vielleicht, daß die nächstbeteiligten Mächte in ihrer Eifersucht Albanien lieber ihm geben, als an Desterreich- Ungarn oder Italien kommen lassen würden. A Die bulgarische Regierung erhebt Beschwerde darüber, daß türkische Soldaten Ausschreitungen gegenüber friedlichen bulgarischen Grenzbewohnern begehen. Wenn nur diese ..friedlichen Grenzbewohner" nicht fliehende bewaffnete Banden sind! Türkei. - Die Gährung auf Kreta dauert an. Als am Dienstag Abend der englische Kreuzer Juno mit internationalen Truppen und Gendarmen auch 12 Gefangene nach Kanea brachte, wurden die Gefangenen von der am Kai angesammelten Menge mit luten Zurufen begrüßt und nach dent Polizeibureau geleitet. Der italienische Offizier, der die Karabinieri befehligte, mußte laden lassen, um die Menge zur Entfer nung zu bestimmen. Kirchenglocken riefen aber eine Volks, versammlung ein. frankreich. Es hat beinahe den Anschein, als ob der französische Minister des Auswärtigen, Herr Delcassé, die Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung von Maroffo ablenten wollte, indem er sie fortgesetzt von dem Verschwörer- Märchen unterhält. Der offiziöse Telegraph hat Weisung, alltäglich eine neue lächerliche Einzelheit zu enthüllen". Die neueste„ Enthüllung" sagt, daß der verhaftete Hauptmann Volpert einer angesehenen Familie aus Weißenburg im Elsaß man denke!- entstamme und gleich dem Hauptmann Tamburini früher der Kolonialarmee angehört habe. Er sei ein überspannter Mensch, habe schon wiederholt verschiedene Erpeditionen geplant, u. a. während des südafrikanischen Krieges die Ausrüstung mehrerer französischen Kompagnien auf eigene Kosten, an deren Spize er den Buren zu Hilfe kommen wollte. Im April vorigen Jahres habe er von Vouziers in den Ardennen aus ein mit Wolf" unterzeichnetes hettographiertes Rundschreiben an mehrere Kürassier- Offiziere gerichtet, worin er sie zur Teilnahme an einer Kolonialerpedition aufforderte und ihnen 5000 Francs Handgeld, 20 000 Francs nach Beendigung versprach. Später sei er mit dem Plan einer Militärverschwörung gegen die Republik herausgerückt, die das Heer und namentlich die Offiziere geschädigt habe. Das Anerbieten sei einhellig abgelehnt worden. Wenn ein Schwankdichter die Erzählung von der hektogra= phierten Einladung zur Militärverschwörung ausgedacht hätte, so würde man ihn wegen der Naivetät seiner Phantasie ausgelacht haben. Die französischen Blätter aber behandeln, wie auf Kommando, die lächerliche Sache ganz ernsthaft. Amerika. Die Regierung in Newyork beschlagnahmte die Geheimbücher des Fleischtrusts, die in acht Koffern zum Versand ins Ausland bereit standen. Da es nicht wahrscheinlich ist, daß der Fleischtrust seine Bücher vor einm Konkurrenten verstecken wollte, so darf man wohl annehmen, daß es sich um den Versuch handelt, dunkle geschäftliche Machenschaften der Kenntnis der Regierung zu entziehen. Das Eingreifen der Regierung gewährleistet durchaus noch keine Aufklärung. O Präsident Castro von Venezuela hat an die Regierung zu Washington eine den amerikanischen Gesandten Bowen beleidigende und fast drohende Note gerichtet. Die Angelegenheit soll verfolgt werden, sobald Präsident Roosevelt nach Washington zurückgekehrt sein wird. ohne Ueberstürzung, aber mit Entschiedenheit. Auftralien. Der australische Premierminister Reid hat anläßlich eines Spezialfalles entschieden, daß die Maoris, die Eingeborenen von Neuseeland, nicht als Fabrige im Sinne des Einwanderungsverbots angesehen werden sollen. Jetzt ist davon die Rede, auch den Indern die gleiche Ausnahmebegünstigung zuzuwenden. * Hof und Gesellschaft. nades dabei, letztere zum Einschmelzen. Der Trauring trug die Inschrift:„ November 1903", welcher Tag aber eingraviert war, weiß Zeuge nicht mehr. Dr. Braunstein beauftragte den Zeugen, die Eingravierung herauszunehmen. Zur Motivierung sagte er, es sei in Norddeutschland nicht Sitte, das Datum der Hochzeit in die Trauringe einzugravieren. Der Privatiere Stat schenkte der Angeklagte später als Verlobungsring den Trauring seiner Frau, nachdem die Gravierung entfernt war. Das Plädoyer des Staatsanwalts faßte in furzen markigen Zügen die Verdachtsgründe gegen den Angeklagten zusammen. Der Angeklagte so äußerte sich Staatsanwalt Dimroth steht unter dem schweren Verdacht des Gattenmerdes. Auch hierüber ist ja das Verfahren bereits eingeleitet, aber die gerichtliche Entscheidung darüber steht noch aus. Die Frage, ob der Angeklagte seine junge Frau auf der Hochzeitsreise vergiftet hat, ist daher nicht Gegenstand dieser Beweisaufnahme gewesen. Ich muß mich also aus prozessualen Gründen einer Erörterung der Frage, ob der Angeklagte ein Giftmörder ist, enthalten und diese Frage nur soweit in Betracht ziehen, als sie mit den Straftaten, wegen deren er jetzt angeklagt ist, in unmittelbarem Zusammenhang steht. Dieser Zusammenhang ist allerdings ein sehr inniger. Der Staatsanwalt geht nun die zahlreichen Fälschungen des Angeklagten durch. Dieser wollte unter allen Umständen sein Ziel erreichen. Die erste Manipulation war der Brief vom 18. November 1903 an den Halleschen Bankverein. Dieser erste Schritt führte ihn noch nicht zum Ziele. denn er erreichte nicht die Uebertragung des Depots vom Halleschen Bankverein an die Filiale der Deutschen Bank in München auf gemeinsames onto. Die Ueberweisung geschah vielmehr noch auf den Namen seiner Frau. Entscheidend war erst das Depot- Uebergabeverzeichnis der Deutschen Bank, welches Dr. Braunstein erst nach dem Tode seiner Frau mit dem Vermerk versah, daß jeder der Kontrahenten selbständig über das Vermögen verfügen dürfe. Dr. Braunstein hat dieses Schriftstück selbst mit dem Namen seiner soeben verstorbenen Ehefrau unterschrieben. Erst dieser Vermerk setzte den Angeklagten in die Lage, allein über das gesamte Vermögen seiner Frau zu verfügen, und er setzte seine Absicht auch sehr schnell in die Tat um. Der Aufenthalt des Kaisers in Korfu war beson ders durch den Verkehr mit der griechischen Königsfamilie gekennzeichnet. König Georg war von der Jacht„ Am. phitrite" an Bord der Hohenzollern" gegangen, wo er vom Kaiser herzlich begrüßt wurde. Ebenso freudig war das Wiedersehen zwischen dem Kaiser und seiner Schwester, der Kronprinzessin von. Griechenland. Der Kaiser erwiderte alsbald den Besuch auf der hellenischen Königsjacht. Nach Besuchen auf dem Panzer Friedrich Karl" und dem Flagg schiff der im Hafen liegenden englischen Flotte fand ein Ausflug der Fürstlichkeiten nach der königlichen Villa Mon Repos statt, die einen herrlichen Blick auf die Stadt und die Insel mit ihren mit Zypressen bewaldeten Bergen gestattet. Abends waren die Stadt und die Schiffe im Hafen prächtig illuminiert. Im Königspalast an der Esplanade fand Diner statt, bei dem der König von Griechenland in deut scher Sprache einen herzlichen Trinkspruch auf den Kaiser ausbrachte und besonders seinen Dank aussprach für die ihm vom Kaiser verliehene Ehrung, nämlich die Ernennung zum Admiral à la suite der deutschen Marine. Der Kaiser er widerte ebenfalls in deutscher Sprache. Es habe ihm große Freude bereitet, seinen Besuch zu einer Zeit ausführen zu fönnen, wo auf althistorischem Boden in der Hauptstadt des Landes eine Zusammenkunft erleuchteter Männer aller Länder stattfinde, die gekommen seien, um aus dem ewig un erschöpflichen Born des klassischen Wissens und Könnens zu schöpfen. Es gebe keinen deutschen Mann von Bildung, welcher nicht von jenen großen, an dem klassischen Altertum genährten Idealen erfüllt sei, dieselben heilig halte und glücklich sei, deren Geburtsstätte zu schauen. Eine große Freude und Ehre sei es dem Kaiser, einer Flotte anzugehören, die von einer so ruhmreichen und glänzenden Vergangenhei sei. Vor dem Palais wurde ein großes Feueriverf abge. brannt. Für die Armen der Stadt Korfu hat der Kaiser 2000 Franks gespendet. Ein moderner Blaupart vor Gericht. Niederschmetternd für den Angeklagten war das Sittenzeugnis, das ihm der Staatsanwalt ausstellte. Schamlos und gemein seinen Preis in weniger als einem halben Jahr aus ähn lichen Ursachen verzehnfacht. Die Faulbaumrinde ist, wie man weiß, auch eine sehr volkstümliche Medizin. Ihre Anwendung in der Sprengstoff- Fabrikation beruht auf ihrer eigentümlichen faserigen Beschaffenheit. Sie wird zu ganz kurzen und sehr zähen Fasern zerkleinert, die in die Zusammensetzung der gefährlichsten Sprengstoffe eingeführt werden, um deren Sprengwirkung etwas herabzusetzen. Die Fasern der Faulbaumrinde werden in gelöster Pikrinsäure gerollt und dann zerschnitten und getrocknet. Auf diese Weise entsteht das gebräuchliche rauchlose Pulver. Begreiflicherweise wurde der ganze verfügbare Vorrat an Faulbaumrinde von den russischen und japanischen Regierungen aufgekauft, und die europäischen Regierungen streiten sich jetzt bereits um die Produktion der nächsten Zukunft. Deutschland will überhaupt keine Faulbaumrinde mehr ab. geben, die Nachfrage wendet sich daher jetzt nach Desterreich. nannte er sein Gebahren. Er wurde bei allen seinen Verbindungen mit Heiratsvermittlern nur von der Absicht geleitet, möglichst viel Geld zu erlangen. Er legte sich falsche Namen bei und verehrte mehrere Damen gleichzeitig. Bei ciner Münchener Dame hat er sich nicht gescheut, mit dem Herrn, mit dem sie früher verkehrte, wegen einer AbfinSungssumme im Falle seiner Verheiratung mit ihr in Verbindung zu treten, unt möglichst viel herauszuschlagen. Als aus seiner Heirat mit dieser Dame schließlich nichts wurde, scheute er sich nicht, dieser eine Arztrechnung über 200 Mart zu senden. Dann die zahlreichen recht bedenklichen Briefe des Angeklagten. Er verlobt sich zu gleicher Zeit mit der langjährigen Geliebten eines anderen Herrn und schreibt gleichzeitig die zärtlichsten Briefe an seine spätere Frau. Gattenmord wahrscheinlich. Das Urteil im Prozeß gegen den Dr. med. Vraunstein, der sich vor der Münchener Straffammer wegen Privaturkundenfälschung und Betrugs zu verantworten hatte, lautete auf 7 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust. Dem jezigen Prozeß wird sich zweifellos eine Verhandlung gegen den Angeklagten vor den Geschworenen wegen Giftmordes, begangen an seiner Ehefrau, anschließen. Ueber den letzten Verhandlungstag liegt uns der folger de Bericht aus München vor: Die Beweisaufnahme ist beendet. Der Staatsanwalt ergreift das Wort zu seinem Plädoyer. Der Schluß der Zeugenvernehmung warf noch ein bezeichnendes Licht auf die unglaubliche Frivolität, mit der der Angeklagte Braunstein zu Werke ging. Der Schmuck der Toten. Alles in allem hat der Angeklagte mit den verwerflichsten Mitteln gearbeitet. Daß der Angeflagte seine Ehefrau ermordet hat, ist im Augenblick noch nicht mit Sicherheit zu erweisen. Aber ich glaube an der Hand des vorliegenden Materials sagen zu können, die Möglichkeit, daß er seine Frau ermordet hat, ist durch die zweitägige Verhandlung sehr nahe gelegt. Der Staatsanwalt beantragt gegen den Angeflagten acht Jahre Zuchthaus, 6000 Mark Geldstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre. Nab und Fern. ** De Golms- Rob Dfleider Rudolf L C Die gegen vom Kaife ** heutigen gezogen 10000 31 297 faufte f Lolla * hat ber heffen E prüfung Bufam Lub Wegen Pestgefahr mußte in Hamburg der aus La Plata eingetroffene Dampfer Desterro" isoliert werden. Beim Löschen der Ladung wurde eine ganze Anzahl toter Ratten gefunden, die dann auf Pestbazillen untersucht wurden. Die Untersuchung bestätigte den Pestverdacht. Wie amtlich versichert wird, liegt aber kein Grund zu Besorgnissen vor. Alle ergriffenen Maßnahmen seien lediglich Vorsichtsmaßregeln. Nach gründlicher Desinfektion würde der Dampfer freigegeben und mit dem Löschen der; Ladung unter den Vorsichtsmaßregeln fortgefahren werden. Nach längeren Ausführungen des Verteidigers, der für Freisprechung plädiert, zieht sich der Gerichtshof zur Beratung zurück und fällt das eingangs stehende Urteil. Der Angeklagte, der während des ganzen Prozesses eine zubersichtliche Miene zur Schau getragen hatte, verlor auch bei der Urteilsverkündung seine eherne Ruhe nicht. Zu dem Zeugen Juwelier Schallmeyer aus München hat Dr. Braunstein den Schmuck seiner Frau furz nach deren Tode gebracht. Es waren Gegenstände im Werte von etwa zusammen 2000 Mark. Ein Schmuck mit zwei Brillanten hatte einen Wert von ca. 700 Mart. Dieser Schmuck murde zu einer Schlange verarbeitet. Aus einem Damenring, dessen Wert der Zeuge aus 400 Mark beziffert, mußte er Manschettenknöpfe anfertigen. Ein Damentrauring, wie sich später herausstellte, der Ring der Frau Dr. Braunstein, befand sich ebenfalls dabei. Jerner war noch eine goldene Kette, ein Armband und eine goldene SicherheitsSprengftoffnot als Kriegsfolge. ( Von unserem technischen Mitarbeiter.) Gine folgenschwere Kesselexplosion kostete in Hamburg zwei Menschen das Leben. Auf den großen Bleichen explodierte ein Kessel im Souterrain des Hotels Hamburger Hof". Dabei wurden zwei Arbeiter getötet und drei weitere durch Brandwunden schwer verletzt. Zwei von diesen starben bald darauf. Die Explosion im„ Hamburger Hof" erfolgte dadurch, daß ein Flammrohr im Kessel platte. Durch das in die Feuerung eingedrungene Wasser fand eine kolossale Dampfentwickelung statt. Die unerwartet lange Dauer des Krieges in Ostasien hat ganz merkwürdige Folgeerscheinungen für die Sprengstoffindustrie herbeigeführt. Namentlich sind es zwei sonst ganz gewöhnliche Dinge, die zu dieser Fabrikation gebraucht werden und jetzt so knapp zu werden beginnen, daß bereits ganz unmäßige Preise dafür bezahlt werden. Das eine ist der Kampfer, das andere die Taulbaumrinde. Kampf mit Verbrechern. Der Gendarm Dietz hatte den Auftrag, zwei Zuchthausgefangene von Aschaffenburg nach Frankfurt a. M. zu transportieren. Die beiden Zuchthäusler waren mit den Händen aneinander geschlossen, so daß jeder eine Hand frei hatte. Während der Fahrt überfielen sie ihren Transporteur, richteten ihn übel zu und sprangen aus dem Zuge. Indessen gelang es dem Gendarm, die Notbremse zu ziehen. Die sofort aufgenommene Verfolgung führte dazu, daß die Verbrecher wieder eingefangen wurden. * Das Messer. Ein Wirtshausstreit machte den Münchener Möbelpacker Greiner zum Totschläger. Er war mit einem Schaffner in Streit geraten. Dem letteren kam ein Freund zu Hilfe und in der Not stieß Greiner dem Schaffner das landesübliche feststehende Messer in die Brust, so daß dieser nach kurzer Zeit seiner schweren Verwundung erlag. + Ein hartnäckiger Selbstmörder. Einen schrecklichen Selbstmord verübte der 74jährige Dekonom Kaffenberger zu Neuenkirchen( Odenwald). Mit einem Messer versetzte sich der lebensmüde Greis mehrere wuchtige Stiche in den Hals. Als die erhoffte Wirkung ausblieb, wurde die Magengegend mit dem Messer bearbeitet, und als auch dieses Mittel versagte, eilte der hartnäckige Selbstmordkandidat nach einem etwa 300 Meter entfernten Wassertümpel. The es jemand zu hindern vermochte, stürzte er sich kopfüber hinein und fand darin endlich den ersehnten Tod. Der Greis hatte in letzter Zeit Spuren geistiger Umnachtung gezeigt. Die Kampfernot beruht einmal auf der Monopolisation der Gewinnung seitens der japanischen Regierung, die sich damit eine fortlaufende Einnahme verschaffen und Japan zum einzigen Erzeugungs- und Exportland für Kampfer machen wollte. In Japan gibt es also ein Kampfermonopol wie in Rußland ein Schnapsmonopol. Nach sehr strengen Verordnungen müssen die Produzenten des Rohkampfers genaue Listen führen, nach denen ihnen das Erzeugnis von der Regierung zur Verarbeitung und zum Vertrieb abgenommen wird. Ein Erlaß des Mikado hat den Verkaufspreis von gereinigtem Kampfer auf einen bestimmten Preis festgesetzt, der nötigenfalls selbstverständlich noch weiter erhöht werden kann. Der japanische Staat hat sich dadurch reichliche Einnahmen gesichert und sich außerdem zum Herrn des Kampfermarktes gemacht. Nun hat die Fabrikation der Sprengstoffe, die selbstverständlich infolge des Krieges be= deutend zugenommen hat, ungeheuere Mengen von Kampfer verbraucht. Der Kampfer spielt bei der Herstellung der Pikrinsäure, die für die moderne Munition eine fast unentbehrliche chemische Verbindung geworden ist, eine Hauptrolle, seit Turpin die Entdeckung gemacht hat, daß die Säure beim Zusatz einer gewissen Menge von Kampfer schon bei einer mäßigen Wärme schmilzt, ohne daß dabei eine Gefahr für die Handhabung eintritt. Auf diese Entdeckung hat sich erst die Melinitfabrikation begründet. Das Melinit ist nur geschmolzene Pikrinsäure, die in Platten vor mäßiger Dicke gewonnen und dann durch ein besonderes Werkzeug in sehr kleine Würfel zerschnitten wird. Aus den beiden genannten Gründen nun, wegen der Monopolisierung des Kampfers in Japan und des verstärkten Verbrauchs während der letzten Jahre, ist der Kampfer so knapp geworden, daß er überhaupt keinen Handelskurs mehr hat. Jener andere Stoff, die Faulbaumrinde, die zur Fabrikation des rauchlosen Pulvers benutzt wird, hat gleichfalls Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich bei Sta tion Schweich( Rheinprovinz). Ein Personenzug lief auf einen Güterzug auf. Dabei erhielten drei Eisenbahnbeamte so schwere Verlegungen, daß sie nach furzer Zeit starben. Vier Reisende wurden leichter verletzt. Tages- Chronik. Zu dem am 16. Mai beginnenden Rennen der Segel- Jachten um den vom Kaiser Wilhelm gestifteten Bokal auf der Strecke Sandy Hok bis Cap Lizord haben schon 11 Jachten gemeldet, nämlich acht amerikanische, zwei enalische und nur eine deutsche. Tages- Chronik. In Maros- Vasarhely in Ungarn stürzte ein Hotel ein, wobei zwei Reisende ums Leben kamen. Der Kommerzienrat Windesheim aus Erfurt hat in seinem Testament 900 000 Mark für philantropische und gemeinnüßige Zwecke hinterlassen. -- Der Tagelöhner Retz in Aachen, der auf die Anschul digung seiner Frau wegen Ermordung einer Arbeiterin ver haftet war, mußte wegen Mangels jeglicher Belastungs gründe freigelassen werden. == Vermischtes. Lou Architett Au Bäderm A Adam zu Gi 2 meifter Fried Я Richte 2 reibefi Bad. =[ Ein deutscher Tolstoi.] Seit einiger Zeit ist der in Berlin studierende Freiherr Hans von Wolzogen verschwunden, und alle Nachforschungen sind vergeblich geblieben. Wi bekannt wird, ist der junge Herr ein großer Verehrer Tol.stois und hat schon früher einmal das Gut seines Vaters verlassen und sich unter die Bauern begeben, um, gleich Tolstoi, als solcher zu leben. Es scheint nicht ausgeschlossen daß er auch jetzt wieder in die Mark hinausgezogen ist und dort versucht, seinen Lieblingsideen Verwirklichung zu ver schaffen. Die Berliner Polizei nimmt Mitteilungen zur Weiterbeförderung an die in großer Sorge befindliche Fa milie entgegen. =[ Ihm schadet es nicht mehr...] Als ein Pariser Journalist vor einigen Tagen den Sohn Jules Verne fragte, ob man dem verstorbenen Romancier nun ein Denkmal setzen würde, gestand fein lächelnd der Sohn: Jetzt, wo er ge storben ist, gewiß; er sieht's ja nicht und kann sich nicht mehr darüber ärgern." =[ Der Jäger als Wild.] Ein Offizier der deutschen Truppen in Südwestafrika wäre fast das Opfer seiner Jagdleidenschaft geworden. Er verfolgte einen Leoparden, der sich in die Klippen des Gebirges geflüchtet hatte. Plötzlich fiel ein Schuß, und der Offizier fühlte, wie ihm die Steinsplitter um die Hände flogen. Ein zweiter Schuß riß ihm den Hut vom Kopfe. Da sah auch der Offizier drei Kaffern auf ihn zulaufen, die auf den Leopardenjäger Jagd machten. Mit Geistesgegenwart warf er sich schnell hinter den nächsten Busch. Zweimal schoß er in der Aufregung vorbei. Der dritte Schuß traf einen der Gegner in die Brust, daß er sich wie ein Hase im Feuer überschlug. Auch der vierte Schuß war ein Treffer, einer der Verfolger schrie auf und war plößlich mit dem dritten Kaffer verschwunden. Vorsichtig trat der Offizier den Rückweg ins Lager an. Rudit 2 zu Gi rich Frief Blafe 2 Golda Schm Leich Appe Hettle höfer, Kupfe schmie ต Lackier A Kramer A Binn, A Εφότης Gießen ร Re Sof Rat Gro Arail Bedte Schn Scho fegerm meifter A1 Seipp, แ meifter Aut Mobiger, us Schmal, Aus Auguft D Aus Marg, U Aus Вадиети 1 Jahr aus a aumrinde Lokales. ** Der Großherzog hat den von dem Grafen zu Solms- Rödelheim auf die evangelische Pfarrstelle zu OberOfleiden, Dekanat Grünberg, präsentierten Pfarrverwalter Rudolf Laut zu Arheilgen für diese Stelle bestätigt. ** Graf Goerg- Schlik nebst Sohn und Tochter, die gegenwärtig als Touristen in Korfu weilen, wurden dort vom Kaiser an Bord empfangen. edizin. Thre beruht auf the Sie wird zu ga , die in die Stoffe eingefü erabzujeßen. S Lofter Bitrinjaur odnet. Auf die Bulber. Begre Vorrat an Fa fchen Regierung ingen streiten nächsten Bufu mrinde mehr at nach Desterre Surg der aus isoliert werde nze Anzahl tot n untersucht u Bestverdacht. rund zu Bejore n feien ledigli sinfektion mi chen der Lad werden. ete in Hambu Bleichen erplo „ Hamburger und drei weitere on Siejen Starben Jer Sof" erfolgte ste. Durch das in and eine toloffale arm Diek hatte de Aschaffenburg nat beiden Zuchthaus geschlossen, jo d er Fahrt überfiele el zu und sprange Gendarm, die mmene Ber ingefangen machte de Läger. Er war m letteren fam en Breiner dem Schaf er in die Brust, i weren Verwundur Ginen Schreckliche Conom Kaffenberga em Messer berse tige Stiche in de wurde die Mager als auch dies Selbstmordkandid Waffertümpel. G r sich topfüber Lod. Der Imnachtung g eignete sich be Berfonenzug li rei Eisenbahnbe furzer Zeit sta Mai beginnende Kaiser Wilhelm Hot bis Cap Li ch acht amerikani In in Ungarn für 15 Leben famen naus Erfurt hat philantropifde der auf die Anf einer Arbeiterin jeglicher Belafting iger Zeit ist Bolzogen beri eblid) geblieben roßer Bereber Col But feines Baters begeben, um, gleich nicht ausgefchloffen ausgezogen ist und wirklichung zu ber Mitteilungen z Sorge befindliche .] Als ein Parije Jules Verne fragte um ein Denkmal fetzen : Setzt, wo er ge Ofann sich nicht mehr Offizier der deutscher as Opfer feiner Sagd einen Leoparden, de idytet hatte. Plöglic e, wie ihm die Stein weiter Schuß riß ihr Offizier drei Kaffer enjäger Jagd machten ell hinter den nächter fregung borbei. De die Brust, daß er fi Much der vierte Schu fdrie auf und wa dpounden. Vorsichtig er an, *** Landeslotterie.( Privattelegramm.) Bei der heutigen Ziehung der 6. Hess.- Thür. Landeslotterie wurden gezogen 20000 t. auf 3474, 46 763, und 75 833, 10000 Rt. auf 37025 und 40 140, 5000 mt. auf 31 297, 33 228 und 949 25. *** Besizwchsel. Ph. Bauer zu Gießen vertaufte sein Haus Bahnhofstraße 57 an den Wirt Rühl in Lollar zum Preise von 68 000 Mt. *** Meister- Prüfungen. Die Großh. Regierung hat der mit dem Siz in Gießen für die Provinz OberHessen bestellte Prüfungstemmission zur Abnahme der Meisterprüfungen nach Anhörung der Handwerkskammer folgende Busammense gung gegeben: Borsigender: Ludwig Traber, Baumeister und Großh. Hauptlehrer zu Gießen. Stellvertretender Vorsitzender: Martin Dörr, Schlossermeister zu Gießen. Ständige Beisizer: Louis Petri 2., Weißbindermeister, Ludwig Huhn, Architekt zu Gießen. Weitere Beisiger: Aus dem Bäckergewerbe: Peter Peiffer, August Deibel, Bäckermeister zu Gießen. Aus dem Bandagisten und Messerschmiedegewerbe: Adam Reinig, Otto Heger, Bandagisten und Messerschmiede zu Gießen. Friedberg. Aus dem Bildhauergewerbe: Jakob Azbach, Bildhauermeister zu Gießen, Karl Eugen Boll, Bildhauermeister zu Aus dem Buchbindergewerbe: Adolf Bourgeois, Paul Richter, Buchbindermeister zu Gießen. Aus den Buchdruckergewerbe: Albin Klein, Buchdruckereibesitzer zu Gießen, Peter Muth, Buchdruckereibesitzer zu Bad Nauheim. Aus dem Tachdeckergewerbe: Heinrich Carlé, Heinrich Ruckstuhl, Dad deckermeister zu Gießen. Aus dem Drehergewerbe: Karl Schwan, Drehermeister zu Gießen, Fr. Rappolt, Drehermeister zu Nidda. Aus dem Feilenhauergewerbe: Andreas Müller, Heinrich Lehr, Feilenhauer zu Lollar. Aus dem Friseurgewerbe: Heinrich Tichy, Fr. Klenker, Frieseure zu Gießen. Aus dem Glasergewerbe: B. Bierau, Georg Luh, Glasermeister zu Gießen. Aus dem Goldarbeitergewerbe: Karl Brück, Karl Noll, Goldarbeiter zu Gießen. Aus dem Graveurgewerbe: Heinrich Huhn, Karl Schwan, Graveure zu Gießen. Aus dem Gärtler- und Bürstenmachergewerbe: Joh. Leichtweis, Emil Beißdbcker, Bürstenmacher zu Gießen. Aus dem Installateurgewerbe: Rudolf Rödiger, Georg Appel, Installateure zu Gießen. Aus dem Konditorengewerbe: Ed. Lind, Heinrich Hettler, Konditoren zu Gießen. Aus dem Küfergewerbe: Georg Euler, Julius Wellhöfer, Küfermeister zu Gießen. Aus dem Kupferschmiedegewerbe: Eduard Trautmann, Kupferschmiedemeister zu Gießen, Aßmus sen., Kupferschmiedemeister zu N dda. Aus dem Lackierergewerbe: Justus Vogel, Karl Leib jun., Lackierermeister zu Gießen. Aus dem Lithographiegewerbe: Martin Loos, Karl Kramer, Lithographen zu Gießen. Aus dem Maurergewei be: Heinrich Keßler, Heinrich Winn, Maurermeister zu Gießen. Aus dem Mechaniker- und Optikergewerbe: Wilhelm Spörhase, Wilhelm Schmidt, Mechanifer und Optiker zu Gießen. Aus dem Meggergewerbe: Jafob Braun, Frig Schlörb, Meggermeister zu Gießen. Aus dem Pflästerergewerbe: Johannes Nickel, Johannes Hofmann, Pflasterermeister zu Gießen. Aus dem Posamentiergewerbe: Julius Schulze, Louis Kattrein, Posamentier zu Gießen. Aus dem Sattlergewerbe: Karl Bender, Friedrich Groß, Sattlermeister zu Gießen. Aus dem Schlossergewerbe: Fr. Krogmann, Karl Krailing, Schlossermeister zu Gießen. Aus dem Schmiedegewerbe: Johannes Heß, Johannes Becker 3., Schmiedemeister zu Gießen. Aus dem Schneidergewerbe: Wilhelm Heß, H. Siever, Schneidermeister zu Gießen. Aus dem Schornsteinfegergewerbe: Eduard Rupp, Schornsteinfegermeister zu Gießen, Schwent, Schornsteinfegermeister zu Nidda. Aus dem Schreinergewerbe: Emil Beil sen., Schreiner. meister zu Gießen, Reuning sen., Schreinermeister zu Nidda. Aus dem Schuhmachergewerbe: Stari Berg sen, Philipp Seipp, Schuhmachermeister zu Gießen. Aus dem Seilergewerbe: Valentin Brauer, Seilermeister zu Gießen. Aus dem Spenglergewerbe: F. A. Faber, Rudolf Nödiger, Spenglermeister zu Gießen. Aus dem Steinmezgewerbe: Jakob Azbach, Martin Schmall, Steinmeß neister zu Gießen. Aus dem Tapeziergewerbe: Johannes Klinterfuß, August Oßmann, Tapeziermeister zu Gießen. Aus dem Uhrmachergewerbe: Otto Schmidt, Heinrich Marx, Uhrmacher zu Gießen. Aus dem Wagnergewerbe: Louis Faber, Heinrich Spies, Wagnermeister zu Gießen. Aus dem Zimmerergewerbe: Georg Schuhbecker, Konrad Marx, Zimmermeister zu Gießen. Aus dem Weißbinder, Maler- und Bau- Lackiererge-| Landwirtschaftlichen Zeitschrift" plant der Hessische Landwerbe Karl Reuling, Christoph Schmidt 2., Weißbinder- wirtschaftsrat eine Studienreise nach dem badischen Oberland meister zu Gießen. zur Besichtigung der dortigen Zuchten und Zuchteinrichtungen. An derselben sollen vorzugsweise die Vorsitzenden und Mitglieder der Zuchtvereine teilnehmen fönnen. Sollte ihre Zahl nicht 45 erreichen, so dürften auch andere Teilnehmer zugelassen werden. Die allgemeinen Kosten der Veranstaltung trägt der Landwirtschaftsrat, während die persönlichen Kosten die Teilnehmer selbst zu tragen haben. Reiseplan und sonstige nähere Mitteilungen werden später noch bekannt gegeben. -n Feuerwehr- Jubiläum. Die Vorarbeiten für das für die Stadt Gießen und ihre gesamte Bevölkerung seltene und sehr beachtenswerte Fest sind nunmehr aufgenommen worden, die einzelnen Ünterausschüsse haben in besonderen Sizungen getagt, sich ihre Voranschläge aufgestellt und gestern Abend war der Geschäftsführende Ausschuß daraufhin versammelt, um einen Gesamtvoranschlag auszurechnen, der auch nach 41/ 2stündiger Beratung fertig wurde. Mit wenig Ausnahmen waren die Herren alle erschienen; vom Feſtausschuß Kommerzienrat ail, während Oberbürgermeister Mecum sich entschuldigt hatte. Die Verhandlungen leitete der 1. Vorsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses, Stadtverordneter Helm. Derselbe gab befannt, baß wohl einige Verschiebungen in den Vorstandeämtern infolge geschäftlicher Gründe notwendig gewesen sind, allein es hat immer ein gleichwertig guter Ersaß einrücken fönnen. Ferner teilte Stadtverordneter Helm mit, daß entsprechend der Anregung des Oberbürgermeisters Mecum der Geschäftsführende Ausschuß bei der Stadtverordnetenversammlung um Ueberlassung des Dswaldsgarten mit den Nebenplägen als Festplatz rechtzeitig eingefommen ist und hierzu auch für die Tage vom 15.- 17. Juli die Erlaubnis bekommen hat. Jezt, nachträglich sei der Gießener Radfahrerverein 1885 mit einem gleichen Gesuch an die Stadt herangetreten. Hiergegen wäre nichts einzuwenden, wenn das Radfahrerfest nicht 14 Tage vor dem Feuerwehrfest stattfände. Er, Helm, habe, als dies den Stadtverordneten zur Beschlußfassung vorlag, Verwahrung dagegen eingelegt, da unsere beiden Gießener Freiw. Feuerwehren sich doch nicht in ihren Vorarbeiten beschränken lassen fönnten und dann ist das zweite Fest auf gleichem Plaze doch nur als ein Nachfest anzusehen. Es spreche auch die finanzielle Frage und die ganze Festbereitschaft unserer Bürger hier mit. Ohne Zweifel verdiene die Feuerwehr, welche im Dienste der öffentlichen Sicherheit steht, doch unbedingt keine Zurücksegung. Diese seine auch gestern Abend wiederholten Gründe wurden einstimmig vom Geschäftsführenden Ausschuß gutgeheißen und beschlossen, eine Eingabe an die Stadtverordneten zu richten, daß in dieser kurzen Zeit vorher fein anderes größeres fest auf Oswaldsgarten genehmigt werde. Im Verlaufe der weiteren Mitteilungen gab der Vorsitzende bekannt, daß Oswaldsgarten der Hauptfestplaß wird, der selbe aber noch eine ganz bedeutende Vergrößerung durch das überaus liebenswürdige Entgentommen des Kommerzien rat Gail befomme. Kommerzien rat Gail stellt seinen Garten als Festplat mit zur Verfügung! Diese Nachricht wird in der ganzen Bevölkerung unserer Stadt mit großer Freude begrüßt werden, auf der anderen Seite ist dieses ein Beweis, wie wohlwollend Kommerz enrat Ga il dem Feuerlöschwesen resp. den berden Gießener Wehren gesinnt ist, wie letztere selbst gut in Ansehen dastehen. Diese Nachricht wird aber zweifellos auch dazu mit beitragen, daß die gesamte Bürgerschaft dem 50jährigen Jubelfist sehr sympathisch ist und zur Ausschmüdung und finanziellen Sicherheit des Festes mit beitragen wird. Es sind große und gediegene Sachen im Projekt so daß wir heute schon versichern können, daß Gießen seinen alten Ruf als gute Feststadt neu beleben tann. Es wurde hierauf in die Beratung des Voranschlages eingetreten. Einzelheiten wollen wir nicht herausgreifen, nur das set erwähnt, daß unnüze Posten resp. Geldausgaben gestrichen wurden und doch balanziert der ganze Voranschlag in Einnahre und Ausgabe mit 13 442 Mt. Darinnen mit enthalten ist der Bau einer Fe st halle, welche voraussichtlich einem Gießener Unternehmer übertragen wird. Ueberhaupt sind für auszuführende Bauten, Guirlanden 2c. 9230 Mt. vorgesehen, während abgesehen von anderen die Einnahmen des Finanzausschusses, des Musik- und Vergnügungsausschusses, des Wirtschaftsausschusses mit rund 1150 Mt." veranschlagt sind. Welchen Umfang das Fest bekommt unb welche große Zahl allein auswärtiger Festgäfte erwartet wird, mag der Leser daraus ersehen, daß 289 hessische Feuerwehren und noch die benachbarten preuß schen Feuerwehren eingeladen noch die benachbarten preuß schen Feuerwehren eingeladen werden. Bei gutem Wetter wird der zahlreiche Besuch nicht ausbleiben, dafür verbürgt die Kameradschaft, welche unter den Feuerwehrleuten besteht und mit diesem frohen Hoffen sind die Vorbereitungen begleitet. Wünschen wir, daß heller, blauer Himmel an den Festtagen uns beschieden ist. ** Einen Klavier- Abend wird morgen Freitag Abend der blinde Panist Menn aus Köln im Neuen Saalbau zu Gießen veranstalten. Dem Künstler geht ein guter Ruf voraus, seine Ausbildung hat er auf dem MusitKonservatorium in Köln und auf der Kgl. Musikhochschule in Berlin erhalten. Auswärtige Blätter rezensieren gut über seine Leistungen. *** Wohnungsmeldepflicht. Das Polizeiamt weist | in seiner heutigen Bekanntmachung darauf hin, daß zur Anmeldung des am 1. April zahlreich stattgehabten Wohnungswechsels sowie der Ab- und Zuzüge die vorgeschriebenen Formulare, welche auf dem Polizeiamt sowie bei den Oftroierhebern zu erhalten sind, zu benutzen sind. Weiter wird darauf hingewiesen, daß insbesondere die Schlafstellen, welche an Arbeiter( Italiener) abgegeben werden, alsbald anzumelden sind. Wer seiner Meldepfl cht noch nicht nachgekommen ist, möge dies bald tun, um einer Strafanzeige zu entgehen. § Einen Rückgang des hessischen Viehbestandes um rund 10 000 Stück in den Jahren 1900 bis 1904 fonstatiert die soeben erschienene amtliche Statistik über die Viehzählung am 1. Dezember 1904. Ferner ist die Zahl der Schafe um 24 312 und die der Begen um 781 Stüd zurückgegangen. Bugenommen hat dagegen die Zahl der Pferde um 2445 und die der Schweine um 24067 Stück. * Veranstaltung einer landwirtschaftlichen Studienreise. Laut Bekanntmachung in der Hessischen § Provinzial- Bichmarkt. Die Rommission vom landwirtschaftl. Provinzialverein für Abhaltung eines ProvinzialViehmarktes weilte gestern in Bußbach, um die dort zur Verfügung gestellte Halle in Augenschein zu nehmen. Von der Entscheidung der Kommission hängt es ab, ob der Markt nach Gießen oder Buzbach fällt. Großeu- Linden, 12. April. After Juden- Friedhof. Es dürfte nicht allgemein bekannt sein, daß sich am Nordende unseres Drtes, westlich der Frankfurterstraße ein Jahrhunderte alter israelitischer Friedhof befindet. Hier wurden seit Menschengedenken die Juden aus der gesamten Umgegend Cießens, ja sogar aus der Rabenau, dem Buseckertal und der nördlichen Wetterau beerdigt. Um das Jahr 1850 wurde der Friedhof zum größten Teil aufgegeben und sein Gelände zu Obst- und Grasgärten verwandt. Jetzt sind Verhandlungen zum Wiedererwerb des Friedhofs im Gange. -a Rodheim a. d. Bieber, 12. April. Am gestrigen Nachmittage wurde auf dem hiesigen Rathause in Sachen des neuen Grundbuchs durch das Königl. Amtsgericht Gladenbach der letzte Termin abgehalten. Die diesbezüglichen Verhandlungen der Grundbuchregulierung haben zwei volle Jahre in Anspruch genommen. Es galt große Schwierigkeiten. zu überwinden, da die ausgedehnte Gemarkung Rodheim den Kreis Behlar und die Provinz Oberhessen berührt. Laubach, 12. April. Die Vorarbeiten zur Errichtung einer oberhessischen Gas- Zentrale gehen rüftig weiter. An die Kre sämter Gießen, alsfeld, Schotten werden die Pläne des Projekts zur Prüfung eingesandt und sämtlichen ca. 30 Gemeinden werden die Verträge zugestellt. Das Projekt findet immer mehr die Sympathie der Bevölkerung. Außer den bereits unterzeichneten Gemeinden haben sich dieser Tage noch einige zum Anschluß unter gleichen Bedingungen angemeldet. Hungen, 12. April. Einen wertvollen Münzenfund machte ein Landwirt in Nonnenrot, indem er bei Vornahme von Erdarbeiten einen mit aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammenden Münzen gefüllten Topf fand.( Wahrscheinlich berbarg ihr derzeitiger Besizer diese Münzen in den Zeitläuften des 30jährigen Krieges vor den plündernden Heerhaufen. D. Red.) ][ Nieder- Ofleiden, 12. April. Peter Klein 3. ist als Feldschüß für die hiesige Gemarkung bestellt worden. ?? Azenhain. Als Befehlshaber der Pflichtfeuerwehr wurde August Wick und zu seinem Stellvertreter Wilhelm Lenz 4. ernannt und vereidigt. (§) Maulbach, 12 April. Georg Lein dahier sind die Funktionen eines Leichenbeschauers für unsere Gemeinde übertragen worden. § Deckenbach, 12. April. Heinrich 8ahrt wurde als Nachtwächter für unsere Gemeinde eidlich verpflichtet. ** Aus Nassan. Regierungsrat Krekel, der neuernannte Landeshauptmann ist geborener Nassauer. Er wurde als Sohn des nassauischen Landes Oberschultheißen Krekel in Dillenburg geboren, wo er auch seine erste Jugendzeit verbrachte. Nach dem Besuch des Gymnasiums WeilEinjähriger in das Füsilierregiment v. Gersdoiff in Wiesburg und den Studien jahren trat Krekel im Jahre 1870 als dann Amtsrichter in Langermünde und Landrichter in baden und machte den Krieg gegen Frankreich mit. Er war Limburg. 1888 wurde er Landesrat in Wiesbaden. Bei seiner Ernennung zum Landeshauptmann dürfte seine nassauische Abfunft nicht wenig mit entscheidend gewesen sein. Biebener landwirtschaftlicher Witterbienh. Boraussichtliche Witterung in Seffen für Freitag, den 14. April. Zunächst noch heiter, am Nachmittag wolkig( besonders in Rheinhessen) nach noch fühlerer Nacht am Tage wärmer. Trocken. per Marktberigte. Steven 13. April. Auf dem heutigen Wochenmarti lofteten Butter fb. 105-1.15 Mt., Hühnereter per Stüd 5-6 Bfg., Enteneter St. 0 Bfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 fg. Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Baar 02. 0.80-1.00, Hühner per Stud Mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per fb. 00-00 fg., Dchsenfleisch per fb. 70-80$ fg., Rindfletsch per Pfd. 62-68 Pfg. per Pfh. Schweinefleisch 66-76 fg. Schweine fletsch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Bfb. 70-74 pfg. Hammelfletsch per Pfd. 50-74 Bfg., Kartoffeln pro 100 Kello 6.00 5. 6 50 Mt., Zwiebeln der 3t. Mr. 8.00-10.00, Wetskraut 10-15 Bf. per Stüd, Zentner 3-4 Mr. Aepfel per Zentner 6-10 mt. Zwetschen per Zentner 0,00-0.00 Nüffe 100 St. 00-00 Pfg. Milch per Liter 18. Pfg. Dauer der Marktzett von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenflände bes Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marttzett überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktgett im Umberziehen feilgeboten werben. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch und Brotpreise am 10. April 1905. Ochsen Kälber Schweine Höchste Schlachtviehpreise in Frank urt a. M. 50 kg Schlachtgewicht 73-75 M. 83-85 Pf. 1/2" 65-66 " Fleischpreise in Gießen 1/2 kg 70-80 f. 18.60 m. 15.00 " 1 60 70-74 do. 60-72 Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 kg 52 Pf Schwarzbr. bo. 48 " 99 " do. Getreidepreise in Mannheim Weizen 100 kg Roggen do. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil 16 in klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibe in Gießen. Zur Aufklärung! In Erwiderung eines uns vorliegenden Flugblattes der Lohnkommission der Schneider Gießens beschränken wir uns nur darauf, folgende Punkte richtigzustellen. Der Grund des Streits ist weniger in den wirtschaftlichen Verhältnissen gegeben, als in Sonderinteressen, die besoldete Agitatoren verfolgen. Alle Vermutungen über die Herstellung der Anzüge während des Streifs beruhen auf Irrtum. Die Aufträge werden von besseren, mindestens gleichwertigen Maaßgeschäften angefertigt und die Lieferung erfolgt in bester Ausführung. Wir erklären wiederholt, daß eine Unterbrechung in den hiesigen Betrieben nicht stattfindet. Klavier- Abend giebt der blinde Pianist Albert Menn aus Köln Inhaber des Ibach- Preises 1904. im Hotel zum Neuen Saalbau am Freitag d. 14. April, abds. 8 Uhr. Eintrittskarten sind zu 3. 2 und 1 Mk. an der Abendkasse zu haben. Vergebung von Pflasterarbeit u. Steinlieferung. 1) Die an der Ortsstraße in Lindenstruth von der Hofraite des Heinrich Fatum 9. bis an die des Heinrich Schmitt 2. cirka 100 Ifbm. lange alte Gosse, soll neu umgep fastert werden. Die Steine müssen aus gutem grauen Basaltlavs, nicht unter 15 cm Kopfbreite im Quadrat und mindestens 18 cm lang sein. Die Unterlage muß grauer Schlackensand und 15 cm tief sein. 2) Gleichzeitig sollen cirka 60 Kubikmeter Kleinschlag, teils lieferbar bei der Umpflasterung, der Rest Ende Oktober d. J., mitvergeben werden. Reflektanten wollen ihre Angebote verschlossen mit der Aufschrift: ,, Angebot auf Pflasterarbeit 2c.", bis längstens 22. April d. Js, nachm. 7 Uhr bei unterzeichneter Stelle einreichen. Lindenstruth, den 11. April 1905. Großh. Bürgermeisterei Lindenstruth. Scheld. BernsteinFussboden- Lackfarbe über Nacht trocken, dauerhafter, eleganter Anstrich in Büchsen und lose gewogen. Fussbodenoele. Sämtliche Pinsel. 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Die beim letzten Quartalwechsel in großer Anzahl stattgehabten polizeilichen An- und Abmeldungen, sowie Wohnungsveränderun jen geben uns Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß zu diesen Melb ungen die vorgeschriebenen Formularien zu benußen sind, welche außer bei uns auch bei den Oktroterhebestellen verabfolgt werden. Außerdem werden alle diejenigen, welche einen Zu-, Weg- oder Umzug, oder welche eine der gefeßlichen Revision unterstehende Miet wohnung oder Schlafftelle nicht angemeldet haben, aufgefordert, dies unverzüglich nachzuholen. Die Unterlassung der Meldepflicht zieht Bestrafung nach fig. Gießen, den 11. April 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herbera. Ausschreiben. Am 10. I. Mts. ist hier ein mit Halsband und Kette ver fehener Hund, Dogge, männlich, grau getigert, ziemlich alt, aufge griffen worden und alsbald verendet. Mit Rücksicht auf die hier auß gebrochene Tollwut ist es notwendig, den Eigentümer dieses Hundes festzustellen. Wir bitten um eingehende Recherchen nach dem Eigentüme und Nachricht. Gießen, den 11. April 1905. Großh. Polizeiant Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Bestehender Bestimmung gemäß bringen wir nach stehenden Gebührentarif der hiesigen Befindevermieterinnen und Stellenvermittler zum Abdruck. Nr. 8 Jufertion Beffen, bie พ Rebattion Un Hunden durch Hunde führen Sollte fofort Mitte Stage Tiere laufe einge hand unna neten Absch tet of die S John portu im 2 berhä eines den zulet Bede nulle Wag denn darin auße felten ein Arbei Aufre Einri für et schlag betrieb gemad engster Vo Einrid richtun Betrie fie fich judy e idjer Gru mit fich gar me glei Unt den. ande Schri habe tret dief Wab nicht dafür die A schaft willig fonder Nachtwachen, Massieren, Elettr fieren, alle Arten der Wassera wendung empfiehlt sich nehmer Wa bon Ar Umstan Die Gebühr einer Gesindevermieterin beträgt: 1. Für Vermittlung eines Dienstboten an eine He schaft in Gießen 5 Mk. ( Frau Pizer Mt. 3) 2. Für Vermittlung eines Dienstboten an eine Her schaft nach auswärts 7 Mr. ( Frau Geisel, Opper und Piger 5 Mark.), wovon der Dienstbote jeweils Mt. 2 zu entrichten hat. Die Gebühr des Stellenvermittlers Germann beträgt Für einen 1. Gesellen Mt. 3, 2. " " " " 2, 3. " " " 1,50 wovon Meister und Geselle je die Hälfte zu entrichten haben Gießen, den 10. April 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Ein sauberes, schulfreies Zur event. mit Bleiche und Garten Mädchen Krankenpflege Blickensderfer Schreibmaschine Vollkommenstes, vielfach patentiertes und preisgekröntes System; vielseitigste Vorzüge und Deuerungen; größte Einfachheit und Dauerhaftigkeit. Katalog franko. Preis Mk. 175. u. Mk. 225. Leipzigerstr. 29,( Ecke Friedrichstr.) Groyen& Richtmann, Köln. Tagsüber für einige Stunden gesucht. Leichte Arbeit. Näheres in der Expedition dieses Blattes. Schöne möbl. Zimmer 2. Kratz, gepr. Heilgehil mit oder ohne Pension zu verm. Bismarckstraße 17 s. Goethe: ftraße 48 p. 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