fanit. Fuß ebe. Das adett Leiter Im dett Rede Euch meral nnen wart elte. und nten hilo. ges, raße john agte 13 en inste ehle, eden t, h'n. cht; cht 9 Sat man le!" Finen Bro 7 en?" r wieder rend Der= Geift. Nr. 214. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362. Dienstag, den 12. September 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Unlauterer Wettbewerb. Die Handelskammer in Kassel hat beschlossen, den Erlaß eines Gesetzes zu fordern, das der Bestechung von Angestellten kaufmännischer und industrieller Betriebe mit Schärfe entgegentreten soll. Die Kammer erwartet, daß ein derartiges gesetzgeberisches Eingreifen ebenso erzieherisch wirken wird, wie es der Wucherparagraph des Strafgesetzbuchs und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb getan hat. Wir begrüßen das Vorgehen der Kasseler Handelskammer mit lebhafter Zustimmung und wünschen ihm schnellen Erfolg. Der innere Erfolg in der angestrebten Richtung wird, daran zweifeln wir keinen Augenblick, nicht ausbleiben. Die Gesetzgebung tut selten gut, den Forderungen des allgemeinen Rechtsgefühls vorauszueilen. Aber ganz bestimmt ist es vom Uebel, wenn sie hinter diesen Forderungen zurückbleibt. Und das ist gegenwärtig der Fall. Das Gesey gegen den unlauteren Wettbewerb bestraft Praktiken, die im taufmännischen Leben wohl vorkamen, von gewissenlosen und sfiupelfreien Elementen gern geübt wurden, die jedoch von dem redlichen Kaufmann unbedingt verabscheut und verurteilt wurden. Die Straffreiheit derartiger anrüchiger Handlungen konnte den redlichen Kaufmann, der auf Ehre hielt und an Treue und Glauben als an der Grundlage von Handel und Verkehr festhielt, nicht verlocken, sich zu sittlich berwerflichen Maßnahmen herzugeben. Nur der unredliche Kaufmann tat es, und diesem war der Redliche, der zu gleichen Mitteln des Wettbewerbs nicht greifen mochte, schutzlos preisgegeben. Selbstverständlich war der Kaufmannsstand, der auf persönliche und Berufsehre hielt, hierüber empört, und er betrachtete es als großen und dankenswerten Gewinn, als die Gesetzgebung ihm gestattete, sich zur Wehr zu setzen, die schoflen Elemente zur Verantwortung zu ziehen und ihnen die Fortsetzung der Jagd nach unlauterem Erwerb zu erschweren, wo nicht ganz unmöglich zu machen. Was aber sind die„ Schmiergelder", von denen so oft die Rede gewesen ist und mit deren Hilfe Fabrikanten zuweilen die Abnahme ihrer Waren zu erlangen gezwungen sind, im Grunde anderes als eine besondere Form des unlauteren Wettbewerbs? Oder ist die Bestechung kaufmännischer und industrieller Angestellten zum Verrat von Geschäftsgeheintnissen, Kundenlisten, Preistarifen, Submissionsanerbietungen usw. fein unlauterer Wettbewerb? Die eben erwähnten Handlungen mögen nicht unter den genannten Begriff fallen, wie er vom Gesetz bisher festgestellt und umschrieben worden ist. Damit ist aber nicht bewiesen, daß die aus dem Rahmen der geltenden Definition hinausfallenden Handlungen als lauter zu gelten haben, vielmehr ist damit bewiesen, daß die gefeßliche Definition zu eng gegriffen war und der Erweiterung bedarf. Die französische Gesetzgebung, das muß anerkannt werden, ist auf diesem Gebiet glücklicher gewesen, als die deutsche, der sie übrigens zum Muster gedient hat. Unser Gesetz über den unlauteren Wettbewerb ist dem französischen über die Concurrence déloyale nachgebildet. Das Vorbild ist aber nicht ganz erreicht. In Frankreich war dem Nichter überlassen worden, auf dem Wege der praktischen Rechtsprechung selbst den Begriff des unlauteren Wettbewerbs mehr und mehr auszudehnen, dem Bedarf des Tages und der steten Neugestaltung der kaufmännischen und gewerblichen Verhältnisse entsprechend. Dem Richter war dadurch die Möglichkeit gegeben, den unredlichen Elementen sofort in allen ihren. Bindungen und Schlichen zu folgen und jeder neuersonnenen Schiebung auf der Stelle die Verneinung des gesunden Rechtsgefühls entgegenzustellen. Bei uns hat man das Gesetz formalistischer gestaltet, es dadurch weniger biegsam gemacht. Die Folge davon ist seine Ergänzungsbedürftigkeit. Was die Kasseler Handelskammer fordert, bringt dies nur zum Ausdruck. Der redliche Handel schrei um Hilfe. Er hält sich von den Machenschaften frei, die er verwirft; aber es ist nur billig, wenn er verlangt, daß man ihn gegen Schädigungen durch die Freunde jeder Art uniauteren Wettbewerbes schüße. Wir haben Ursache, auf unseren Handelsstand stolz zu sein. Gerade deswegen sollte mais nicht zögern, seine gerechten Wünsche zu erfüllen. Koblenzer Kaifertage. ( Eigener Bericht.) durch keine Unbilden der Witterung verringert werden fonnte. Die Ausschmückung der Stadt wäre ja gewiß anders zur Geltung gelangt, hätte der goldige Sonnenschein darauf geIegen, der nun einmal zur Rheinlandschaft gehört. Allein die feine künstlerische Abtönung, die bei dem Arrangement gewaltet, trat auch so genugsam hervor. Alle Straßen, die den Schmuck erhalten haben, sind in sich in der Farbe einheitlich gehalten, aber jede Straße weist eine andere Farbe auf, in der Tat eine Dekoration von ganz eigenartiger Wirkung. Den schönsten Schmuck aber bildeten die Menschen, die den Straßenzug besetzt hielten. Zu tausenden standen sie da, aus dem ganzen Rheingau waren sie gefommen, und geduldig harrten sie trotz des Regens der Ankunft des Kaiserpaares. Koblenz, 11. September. Es war kein Kaiserwetter, als gestern abend der Kaiser in Begleitung seiner Gemahlin und seiner drei ältesten Söhne seinen Einzug in die alte Rheinstadt hielt. Aber was vermochte der Regen gegen die Stimmung, die überall in der Einwohnerschaft von Koblenz herrscht. Sieht man doch auf Schritt und Tritt den überraschenden Aufschwung, den die Stadt genommen hat, seit dank der Zustimmung des Kaisers sie aufgehört hat, Festung zu sein. Von diesem Zeitpunkt ab war es Koblenz vergönnt, sich auszudehnen, und damit war eine neue Aera für das kommunale und wirtschaftliche Leben gekommen. Dieses Bewußtsein gab den Grundton für den Empfang, den die Bevölkerung dem Kaiser und seiner Familie bereitete und brachte eine besondere Stimmung in de: Akt, die Gegen 6 Uhr endlich ertönten Hurrarufe. Der Kaiser ist da. Auch er und seine Gemahlin achten nicht der Witterung. Auf daß die Leute ihren Kaiser und seine Gemahlin sehen sollten, fuhr das Kaiserpaar in offener Equipage vom Bahnhof durch die Stadt zur neuerbauten großen Festhalle; und in einem zweiten, ebenfalls offenen Wagen folgten, wie die kaiserlichen Eltern vom Jubel der Menge empfangen, der Kronprinz mit seinen Brüdern, den Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert. Ein glänzender Zug der Fürstlichkeiten schloß sich an. Im Gefolge befand sich auch Fürst Bülow, der Reichskanzler, dessen Königshusaren- Regiment heute in Parade vor dem Kaiser steht. Den Höhepunkt des Einzugs bildete der Ehrentrunk an der Festhalle. In längerer Rede wies Oberbürgermeister Ortmann darauf hin, was aus der Stadt Koblenz geworden, seit die Festungsmauern gefallen. Wo früher starre Mauern die Altstadt von der Vorstadt trennten, erhebt sich heute die städtische Festhalle, bestimmt, die gesamte Bürgerschaft zur Pflege schöner Kunst und Geselligkeit zu vereinigen. Der Oberbürgermeister wies auf alle die prächtigen Anlagen und Baulichkeiten, darunter zwei ragende Kirchen hin, die errichtet werden konnten, seit es der Stadt vergönnt war, die Arme zu regen. Die Früchte dieser Entwickelung gelte es nun dem Kaiser zu zeigen. Dann überreichte der Oberbürgermeister den Ehrentrunk der allzeit gefreuen Stadt Koblenz. Mit herzlichen Dankesworten nahm der Kaiser den Becher an. Er gab seiner Freude Ausdruck über das, was er von der Entwickelung der Stadt gesehen und was seine Erwartungen in jeder Weise übertroffen habe, sowie über die trotz der Ungunst der Witterung frohen Gesichter und über den Kranz junger Damen. Aus dem mit edelstem alten Rüdesheimer gefüllten Goldpokal trank der Kaiser dann der Stadt Koblenz Wohl, während der Kaiserin von einer der Ehrenjungfrauen, Frl. Wagner, unter einer boetischen Huldigung ein Blumenstrauß überreicht wurde. Dann ging der Zug nach dem Schlosse weiter. Dort wurde bald nach dem Eintreffen der Fürstlichkeiten der Reichskanzler Fürst Bülow vom Kaiser empfangen. Heute früh begab sich der Kaiser im Automobil, die Kaiserin zu Wagen zur Parade über das 8. Armeekorps, die bei Urmit abgehalten wurde. Das Wetter war trübe, aber es hielt sich leidlich. Wegen der unsicheren Witterung waren die Truppen aber nicht im Parade- Anzuge, sondern feldmarschmäßig ausgerüstet, wie zum Manöver. Der Reichs. fanzler Fürst Bülow trat beim Vorbeimarsch beim KönigsHusaren- Regiment ein. Der Kaiser führte sein 145. Regiment vor, Graf Häseler, der vom Monarchen durch Handschlag begrüßt wurde, die 11. Ulanen. Mittags fehrte der Kaiser an der Spitze der Feldzeichen vom Paradefelde nach dem Schlosse zurück. Die Kaiserin fuhr in einem von den Bonner Husaren eskortierten sechs. spännigen Wagen. Die Vernichtung Calabriens, ( Eigener Bericht.) Rom, 10. September. Es ist nicht das erstemal, daß die jüditalienische Provinz Calabrien von Erdbeben heimgesucht wird, die zu den furcht. barsien Katastrophen zu zählen sind, von denen die Geschichte der Menschheit zu berichten weiß. Die Gegend ist altvulka nischer Boden, und in periodischen Zwischenräumen bricht immer wieder die Gewalt der Elemente hervor und verheer! in gräßlicher Weise alles Gebild von Menschenhand und die dort lebenden Menschen selber. Das erste geschichtlich ver zeichnete Erdbeben in Calabrien fand im September des Jahres 1186 statt, wo eine Stadt am Adriatischen Meerbusen innerhalb weniger Stunden von der Erdoberfläche ver schwand. Ebenso schreckensvoll gestaltete sich der 27. März 1638. Dann folgte am 5. Februar 1873 eine furchtbare Katastrophe unmittelbar nach den Schreckenstagen von Lis sabon, die für alle Zeiten unter die größten Schrecknisse gezählt werden; damals fanden 40 000 Menschen in Calabrien ihren Untergang, und 20 000 starben an Hungersnot und Seuchen. Am 29. April 1835 wurden Cosenza und mehrere umliegende Dörfer in einen Trümmerhaufen ver wandelt, und tausend Menschen kamen um. Am 12. Oftober desselben Jahres wurden heftige Stöße bei Castiglione verspürt, und hundert Personen fanden einen gräßlichen Tod. Noch verheerender waren die Wirkungen des Erdbebens vom 16. Dezember 1856 in Montemurso und anderen Städten Calabriens, gingen doch nicht weniger als 10 000 Menschen verloren. Der Oktober des Jahres 1870 sah die Zerstörung mehrerer Dörfer in Calabrien, und am 4. De zember 1887 wurden durch ein Erdbeben bei Besignano vier. tausend Menschen obdachlos. Heute steht die Welt wieder vor einer ähnlichen Katastrophe, und das Ende ist noch nicht abzusehen. Denn die Erdstöße in Calabrien dauern unentwegt fort, und jeden Augenblick drohen neue Ausbrüche. Doch auch ohne solche ist der Schaden noch gar nicht zu übersehen. Allein in dem Gebiet von Catangaro sind bereits 100 000 Menschen obdachlos und auf Hilfe angewiesen, und in dem gänzlich zerstörten Orte Marina bei Pizzo sind 2200 tote und verwundete Menschen gezählt. Ganz Calabrien ist total verwüstet, von irgendwelcher erfolgreichen Tätigkeit kann dort auf lange Zeit keine Rede sein. Der Bericht eines Augenzeugen gibt furchtbare Einzelheiten von der Katastrophe und der Panik der Bewohner. Danach ist kaum eine Stadt, kaum ein Dorf der ganzen Provinz heil davongekommen, manche sind geradezu Ruinen. In einigen Fällen riß ein kurzer Stoß die Dächer über den Häuptern der Schlafenden in Feßen; von Entkommen war feine Rede. In anderen Fällen war der Stoß, weil mehr in die Länge gezogen, auch nicht so gewaltig, und die Bewohner konnten mit genauer Not noch eben hinausstürmen. Männer, Frauen und Kinder im Hemde füllten die Straßen; die Frauen steigerten die Panik durch ihr entsetzliches Schreien. Die meisten lagen auf den Knien und flehten den Schutz der Heiligen an. Der erste Stoß wurde gegen drei Uhr morgens verspürt, während die Bauernschaft im Morgenschlaf lag. Er dauerte 18 Sefunden. Der zweite sette etwas später ein in eine Kette, die volle dreiviertel Stunden währte und ein totales Zerstörungswerk verrichtete. In dieser furchtbaren Stunde sind Szenen vorgekommen, die an die unerhörtesten Ausgeburten der Phantasie hinanreichen. Als die wackeren, Rettung bringenden Truppen in den Ort Parghelia, dem mutmaßlichen Mittelpunkt des Erdbebens, vordrangen, lagen dort haufenweise die Toten. Viele waren nicht von Trümmern erschlagen, sondern trugen deutlich tödliche Messerstiche an sich. Daraus ergibt sich die ganze furchtbare Tragik des Momentes: der Selbsterhaltungstrieb hatte alles menschliche Gefühl erstickt, und in den rücksichtslosen Kämpfen um den Ausgang aus den einstürzenden Gebäuden, aus den unheilbringenden Straßen hatten die Menschen ihren Vordermann, der ihnen den Weg versperrte, einfach niedergestochen. Kann es Wunder nehmen, wenn in diesem Augenblicke des Schreckens viele irrsinnig wurden? Glücklich sind die zu preisen, denen ein schnelles Ende zuteil wurde, im Vergleich zu anderen, die nach der Stellung, in denen sie gefunden sind, qualvoll in Trümmer eingeklemmt, den Tod als Erlöser begrüßen mußten. So hatte in Melito eine ganze Familie von elf Köpfen miteinander den Untergang gesunden. Schrecklich ging es auch dort zu, wo in den Gefängnissen die Inhaftierten und Verbrecher das Schwanken der Mauern fühlten und ihnen nicht entrinnen konnten. Ein wahnsinniges Schreien erfüllte die Luft, und verzweifelt klammerten sich die Gefangenen an die Eisenstäbe und flehten um Erbarmen. Mit aller Gewalt suchten die Eingeschlossenen die Türen der Zellen zu durchbrechen, und nur durch zahlreiche Truppen konnte die Ordnung in den Gefängnissen wiederhergestellt werden. Einen niederschmetternden Anblick bilden die Transporte der Verwundeten. In langen Güterzügen werden sie aus der Gegend der Verwüstung dorthin geschafft, wo ihnen Pflege zuteil werden kann. Dazu sind alle Wege mit Menschen erfüllt, die ihre Habe verloren und dem Orte den Rücken wenden, der ihnen zum Unheil wurde. Vielfach begegnet man Menschen, die völlig nackt umherirren, da sie nichts als das Leben retten konnten. Es ist eine Panik in die Ueberlebenden gekommen, und Tausende, die einst fleißig ihren Acker bebauten, schicken sich an, dem wankenden Boden der Heimat Valet zu sagen. Hoffentlich bringt das Erscheinen des Königs und das zielbewußte Wirken der Truppen einige Beruhigung in die entsetzten Gemüter. Auf allen Seiten ist die Hilfsorganisation im Werke. Der Ministerrat hat 250 000 Lire sofort bereit gestellt. Kaiser Wilhelm und andere Staatsoberhäupter haben dem König telegraphisch ihr tiefes Bedauern und ihre lebhafte Sympathie für Italien, das so schwer getroffen ist, ausgesprochen. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. Neue Erhebungen, die über die Reform der Personentarife in Preußen angestellt werden, lassen den Schluß zu, daß man sich in maßgebenden Stellen mit neuen Plänen auf diesem Gebiete trägt. Die Erhebungen beziehen sich auf die im Staatsbahnverkehr Preußens verkauften einfachen und Rückfahrkarten 1. bis 3. Klasse, wobei genau zu scheiden sind die Entfernungen von 1-30, 31-100, 101-300, 301-600 Kilometer und über 600 Kilometer. Fahrkarten für Militärpersonen und Kinder, Sonntags- und Zeitkarten bleiben außer Betracht. In parlamentarischen Kreisen macht sich mehrfach Wider spruch gegen die Erbschaftsstener geltend. In diesem Sinne hat sich fürzlich der Abgeordnete Graf Kanig in einer von ihm gehaltenen Rede ausgesprochen. * In Braunschweig wurde die 20. Jahresversammlung der deutschen Baugewerksgenossenschaften in Verbindung mit dem Delegiertentag des Innungsverbandes deutscher Bau gewerksmeister abgehalten. Es wurde eine Resolution an genommen, die die Reichsregierung um baldige Wiedereinführung des Befähigungsnachweises für das Baugewerbe er. sucht. Der nächste Verbandstag findet in Stuttgart statt. Oefterreich- Ungarn ** Entscheidungsvolle Beratungen finden am Hoflager des Kaisers Franz Josef in Wien zurzeit statt. Das Kabinett Fejervary plant die Einführung des allgemeinen Stimmrechts in Ungarn, um auf diese Weise die Krisis zu beendigen. Als Gegner dieser Wendung steht der österreichische Ministerpräsident Gautsch auf dem Plane, der eine unheilvolle Rückwirkung auf die parlamentarischen Zustände in Desterreich besorgt. Die Entscheidung des Kaisers kann für eines der beiden Kabinette verhängnisvoll werden. Russland. ** Trotz des Friedensschlusses zwischen Armeniern und Tataren dauern die Kämpfe in Baku fort. Polizei und Militär suchen den Brandstiftungen Einhalt zu tun, indessen erweisen sie sich meistens zu schwach. In Such um beginnen die Landarbeiter unruhig zu werden. Der Statt. halter hat angeordnet, daß bei den geringsten Ausschreitungen gegen die Gutsbesitzer energische Maßregeln zur Anwendung kommen sollen. Sehr beunruhigende Meldungen laufen aus dem Sangesur Distrikt ein. Viele Armenierdörfer sind ganz vernichtet. Viele Hunderte von Perfonen sind ermordet. Da die Militärstationen weit entfernt find, verzögert sich die Hilfeleistung. Die gesamte tatarische Bevölkerung ist im Aufruhr, viertausend bewaffnete Kurden vom persischen Ufer des Arasflusses haben sich den Tataren angeschlossen. In Warschau sind infolge der Hinrich. tung des Sozialistenführers Kasprzak in den Fabriken die Arbeiter wieder in den Ausstand getreten. Auf einer öden Insel im Bottnischen Meerbusen sind 33 Kasten, enthaltend 660 Ravalleriefarabiner schweizerischen Ursprungs mit Bajonetten, und 60 Kasten mit 122 000 Patronen entdeckt wor= den. In Lodz wurden während der Vorstellung im Großen Theater Proklamationen von der Galerie herabgeworfen. Militär umzingelte das Theater und verhaftete 200 Galeriebesucher. Balkan- Staaten. ** Ein blutiger Zwischenfall an der serbisch- türkischen Grenze wird noch zu mancherlei Weiterungen Veranlassung geben. Bewaffnete Arnauten überfielen einen serbischen Grenzposten und versuchten zwei serbische Blockhäuser zu besetzen. Als die serbische Grenzwache Gegenwehr leistete, famen türkische Soldaten den Arnauten zu Hilfe, während serbische Grenzbewohner ihre Soldaten unterstützten. Aus Ferbischer Seite wurden durch eine Salve des türkischen Militärs vier Mann getötet und fünf Mann verwundet. Schließlich wurden die Arnauten über die Grenze zurückgeworfen, und türkische, wie serbische Soldaten zogen sich in ihre Blockhäuser zurück. Schweden. In den Verhandlungen wegen Auflösung der skaudinavischen Union sind wieder Schwierigkeiten entstanden. Auf schwedischer Seite besteht man mit großem Nachdruck auf voller Schleifung aller norwegischen Grenzfestungen. In Stockholm ist in allem Ernst von militärischen Vorkehrungen die Rede für den Fall, daß Norwegen in der Festungsfrage nicht nachgeben sollte. Hlien. flossenen Jahre mit einem Defizit von 13 439 Mark abgeschlossen, weil die Speise- und Pflegekosten erheblich gestiegen sind. ** Die Ruhe in Tokio wird durch zahlreiches Militär aufrecht erhalten, das überall in der Stadt verteilt ist und besonders die Wohnungen der Minister, die Regierungs. gebäude und die Gesandtschaften im Verein mit der Polizei schützt. Marquis Ito hat eine Bedeckung seines Hauses abgelehnt, ebenso die Generale Nogi und Nodzu. Von anderer Seite verlautet, daß beide Heerführer ihre Entlassung aus dem aktiven Dienst erbeten und diesen Schritt mit ihrer tiefen Verstimmung über die Friedensbedingungen motiviert haben. Sichere Nachrichten über die Richtigkeit derartiger Meldungen sind angesichts der an den Auslandstelegrammen in Japan geübten Zensur schwierig. Der Polizeichef von Tokio hat sein Amt niedergelegt. Auch von der Demission des Ministers des Innern ist die Rede. Der Friedensdelegierte Baron Komura ist in Newyork an einer Unterleibs. entzündung erkrankt. Bei den Heeren in der Mandschurei sind die beiderseitigen Bevollmächtigten zum Abschluß des Waffenstillstandes ernannt worden. Das geschah auf Veranlassung des Marschalls Oyama, der den General Lenewitsch in einem durch einen Parlamentär übersandten Schreiben darum ersuchte, in dem er dem russischen Heerführer Grüße und Glückwünsche aus Anlaß des Friedensschlusses und der Beendigung des Krieges sandte. Afrika. Die Streifunruhen in Rorschach. Infolge der Unruhen in Rorschach ist die dortige große Eisengießerei vollständig geschlossen und alle Arbeiter sind entlassen. Der Schaden, den die Streifenden an Gebäuden und Mobiliar angerichtet haben, wird auf 50 000 Francs geschätzt. Vom Streif in Düsseldorf. Anläßlich des großen Lohnkampfes, der im Düsseldorfer Holzgewerbe besteht, kam es wiederholt zu Bedrohungen und Mißhandlungen Arbeitswilliger. Vor den Häusern, in denen diese untergebracht sind, veranlaßten die Streikposten wiederholt Auflauf. Heer und flotte. Das Brünieren der blanken Säbelscheiden. Die Waffenindustrie war in letzter Zeit lebhaft mit dem neuerdings für die deutsche Armee angeordneten Braunmachen der blanten Säbelscheiden beschäftigt. Jetzt ist die Arbeit zum Stillstand gekommen, da vom Kriegsministerium die Weisung ergangen ist, daß weitere Brünierungen nicht mehr stattfinden sollen. Angeblich handelt es sich dabei um die Ausprobierung eines neuen Brünierungsverfahrens vor seiner weiteren Benutzung. Die bis jetzt brünierten Säbelscheiden sollen sich im Tragen nicht besonders gut bewährt haben. ** Die Kämpfe in der Umgegend von Tanger sind vor. läufig beendet. Die Anjeros nugten ihre Erfolge gegen Raisuli nicht aus, sondern zogen sich, ebenso wie dieser, zurück. Doch soll Raisuli inzwischen die Gegner zurückgeworfen und ein größeres Dorf, das sich den Anjeras angeschlossen hatte, eingenommen haben. Die marokkanischen Regierungs. truppen nahmen keinen Anteil an dem Kampfe, begünstigten aber durch ihr neutrales Verhalten Raisuli. Infolge der Kämpfe wird der Zustand der Gesezlosigkeit noch länger anhalten. Darauf deutet auch der Umstand hin, daß der diplomatische Vertreter der Vereinigten Staaten und eine Anzahl Europäer, die in der Umgebung von Tanger wohnen, auf Verlangen der marokkanischen Behörden ihre Woh. nungen verlassen haben. Soziales Leben. Für kurbedürftige Militärpersonen. Das königliche Generalfommando des 5. Armeekorps zu Posen hat mit der gräflichen Badeverwaltung zu Flinsberg ein Uebereinkommen dahin getroffen, daß fortan erholungs- und kurbedürf tige Militärpersonen vom Feldwebel abwärts, Militärinva liden und sonstige Militärfurgäste auch zur Erholung und zum Kurgebrauch überwiesen werden können. Es werden Mannschaften aus dem Garde-, sowie 2. bis 6. preußischen und auch aus dem 2. sächsischen Armeekorps nach Flinsberg gesandt werden. Wohltätige Stiftung. Anläßlich der Silbernen Hochzeit des Kaiserpaares hat die Stadtverordnetenversammlung zu Köln 100 000 Mf. zum Besten der stadtkölnischen Lungenheilanstalt zu Rosbach bewilligt. Die Anstalt hat im verKein Alkohol in den Kasernen. Seitens der deutschen Heeresverwaltung sind Erwägungen im Gange, ob es nicht angebracht sei, den Ausschank von Spirituosen in den Kartinen der Kasernen zu verbieten und nur den Ausschank von Bier und alkoholfreien Getränken zuzulassen. Dies Verbot soll für das ganze Heer bemessen sein. In einzelnen Armeekorps bestehen bereits jetzt schon ähnliche Bestimmungen. Der„ Secadler" flott geworden. Der am Kent- Riff bei Singapore festgekommene Kreuzer„ Seeadler" ist unbeschä digt und ohne fremde Hilfe wieder losgekommen. Das Schifi setzte die Reise nach Ostafrika fort. Nah und fern. † Von der Cholera. Aus dem infizierten Gebiet werden einige neue Fälle gemeldet, indessen bedeuten sie keine Erweiterung der Seuche. Wegen der Choleragefahr wurden die Jahresversammlungen der Provinzialverbände Westpreußens für innere Mission und des evangelisch- kirchlichen Hilfsvereins, sowie die Jahresversammlung der Frauenhilfe zu Elbing abgesagt. Die Befürchtung, daß im Sprecwalde ein neuer Herd entstehen könnte, hat sich zum Glück nicht bestätigt. Die dortigen verdächtigen Fälle sind amtlich als Brechdurchfall festgestellt. Neuerdings sind in in der pfälzischen Ortschaft Jaegersburg, Bezirksamt Homburg in Bayern, sieben Personen unter Erscheinungen des Brechdurchfalls erkrankt, zwei hiervon( ein Knabe und ein alter Mann) sind gestorben; die übrigen, die sämtlich zur gleichen Familie, wie der verstorbene Knabe gehören, wurden sofort in das Homburger Krankenhaus verbracht und befinden sich mit Ausnahme des Vaters bereits wieder besser. Nach den Sektionsergebnissen sind die Erkrankungen wahrscheinlich gewöhnliche Brechdurchfälle. Die strengste solierung aller Beteiligten, sowie die Desinfizierung der Anwesen sind sofort angeordnet worden. Auch in den spanischen Häfen sind gegenüber den aus Hamburg kommenden Schiffen Vorsichtsmaßregeln angeordnet worden. † Verzweiflungstat einer Mutter. Gestern früh warf die separierte Frau Augufte Sädler in Berlin ihren fünfjährigen Sohn Kurt aus dem Fenster ihres im fünften Stockwerk belegenen Zimmers auf den asphaltierten Hof hinab, trank dann Lysol und sprang ihm nach. Beide waren sofort tot. Die Beweggründe der Tat dürften in dem ehelichen Verhältnis zu suchen sein. † Zwölf Personen ertrunken. Der Dampfer„ Venizia" aus Bergen ist bei der Insel Farö gestrandet. Der Kapitän seine Frau und zehn Mann ertranfen, nur ein Matrose und ein Heizer wurden durch einen Esbjerger Lotsenkutter gerettet. † Unfall oder Verbrechen? Aus Paris wird gemeldet. daß während einer Uebung des 58. Infanterie- Regiments gegen den Obersten Saint James zwei scharfe Schüsse abgegeben wurden. Es ist noch nicht ermittelt, ob es sich hier um eine Unvorsichtigkeit oder ein Verbrechen handelt. † Feuer! In Chicago ist ein Getreidespeicher, in dem 1 500 000 Bushels Getreide lagerten, durch Feuer zerstört worden. Der Schaden wird auf vier Millionen Marf geschäßt. ohne Kündigung entlassener höherbesoldeter Angestellter gegen seinen früheren Chef angestrengt hatte. § Eine mißratene Tochter. Wegen falscher Beschuldigung des eigenen Vaters hatte sich die 18jährige Tochter Emma des Tischlers Diller in Nürnberg vor der dortigen Straffammer zu verantworten. Die Angeklagte, welche von ihrem Vater mit Recht etwas strenge gehalten wurde, entblödete sich nicht, ihn eines schweren Verbrechens, das er an ihr begangen habe, zu beschuldigen. Der Beschuldigte wurde verhaftet, nach furzer Zeit aber wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem sich die völlige unwahrheit der Erzählung des Mädchens herausgestellt hatte. Nun wurde der Spieß umgedreht und das Mädchen wegen wissentlich falscher Anschuldigung vor Gericht gestellt; das Urteil lautete auf vier Monata Gefängnis. Auf dem Dominium Neuruda, das dem Reichstagspräsidenten Grafen Ballestrem gehört, ist eine gefüllte Scheune von unbekannter Hand in Brand gesteckt worden. Der entstandene Schaden ist bedeutend. Staaten, wo sie zu d Keine Vergünstigunge fonen und Einjährig fendungen an Militä bestellbezirk des Aufg Ausgefchloffen find f liche Angelegenheit dungen, die in ausse des Absenders an Bergünstigungen ge daten usw., für Sen Borto zu zahlen. Wie fich die Po ors 101 Theater, S Es befinden sich de andere Theater un und Tingeltangel gnügungshäuser b Millionen; vier M die„ Assistance publ hung, ab § Anarchisten vor Gericht. Die wegen des Bombenanschlags bei dem Besuche des Königs von Spanien in Paris berhafteten Anarchisten sind jetzt vor das Schwurgericht verwiesen worden. Die Anklage lautet auf Mordversuch gegen den König von Spanien, den Präsidenten Loubet und 18 Kürassiere ihres Gefolges, auf Verlegung eines Gesetzes über Herstellung und Besitz von Sprengstoffen und auf Zugehörigkeit zu einer verbrecherischen Vereinigung. † Ein wachsender Berg. Das meteorologische Departement von Meriko wurde von bemerkenswerten seismischen Störungen im Staate Guerrero benachrichtigt. Die ganze Seite eines Berges schob sich in die Höhe, wobei viel Geröll abstürzte. Die Einwohner des Tales am Fuße des Berges flohen, von Furcht ergriffen. Die merkwürdige Bewegung wurde 15 Tage hindurch beobachtet und soll immer noch nicht aufgehört haben. † Todessturz aus 300 Meter Höhe. In Baltimore produzierte sich der Trapezfünstler August an einem Fesselluftballon in einer Höhe von 300 Meter. Während eine gewal= tige Menge den Uebungen in der Höhe zusah, stürzte er plötzlich herab. Der Unglückliche schlug laut auf und war zu einer formlosen Masse zerschmettert. Aus dem Gerichtsfaal. Kunft unliffenfchaft. RB Neue Schulreformen. In der preußischen Schulverwaltung werden neue Versuche mit Reformen in den höheren Lehranstalten angestellt. Sie betreffen den mathematischen Unterricht. Man will alles, was als sogen. angewandte Mathematik in der Physik usw. getrieben wurde, in die Mathematik selbst übernehmen. Die verschiedenen Spezialarten des Rechnens und des mathematischen Wissens sollen nicht mehr so breit wie bisher behandelt werden. Man will aber den Funktionsbegriff schon in der Tertia dem Verständnis der Schüler näher bringen und sie zum räumlichen Denken anregen. Diese Reformpläne werden zurzeit bei fünf Lehranstalten, Gymnasium und Realgymnasium, er. probt. Ferner wird die Frage erwogen, ob nicht schon aus der Schule eine Differenzierung der Schüler durchführbar ist. Es soll in der Oberprima dem Schüler freistehen, seine Anlage, Befähigung und Neigung entsprechend, gewisse Fächer in größerem Umfange zu treiben, auf andere dagegen zu verzichten. § Ist ein Liebesverhältnis ein Kündigungsgrund? Ein Liebesverhältnis zwischen zwei im selben Geschäft angestellten Personen ist kein Grund zu sofortiger Entlassung. So entschied das Landgericht Berlin in einem Prozesse, den ein KA Dorftheater. Auf Anregung des Deutschen Verein? für ländliche Wohlfahrt- und Heimatspflege hat sich eine Theaterkommission für das Land gebildet, die das Ziel verfolgt, die kleinen Schmieren" durch gut geleitete Wandertheater zu ersetzen. LM Höhlenforschungen. In der Adelsberger Grotte sind von einer Anzahl österreichischer Grottenforscher, zwei Leut nants und einem Lehrer, neue Expeditionen unternommen worden. Vom Magdalen- Schachte wurde ein Vorstoß in der Richtung gegen Planina längs des unterirdischen Poik Lauses unternommen. Unter großen Schwierigkeiten ge lang es, 600 Meter weiter, als die bisherigen Forscher, vor zudringen. Große Müdigkeit und das Eintreffen von Regen wasser zwangen zur Umkehr. Bei der Ueberfahrt über der legten See zerschellte den Forschern der Kahn, sie retteter sich durch Schwimmen. Zahlreiche interessante Daten wur den gesammelt, und auch eine große Brutstätte von Grotten olmen entdeckt. Der Lauf der Boit nimmt im letztaufgedeck ten Teile die Richtung zwischen dem Unzausflusse und de Pivka- jama. Vermischtes. F= Die Reichshauptstadt als Schweinezüchterin. Nur wenigen dürfte es bekannt sein, daß die Stadt Berlin sich mit der Mästung von Schweinen befaßt. Die Mästung er folgt seit mehreren Jahren in den städtischen Frrenanstalten, Dalldorf, Wuhlgarten und Herzberge mit den Küchenabfällen. Der Verkauf der Mastschweine ergibt cinen jährlichen Ge minn von rund 9000 Mart. - Ein vierfüßiger Lebensretter. Das Töchterchen eines Schiffers aus Neu- Zittau bei Erkner war beim Spielen bom Kahn ins Wasser gefallen. Erst durch das ungestüme Bellen und Winseln des Hundes wurde der Vater, der in der Kajüte beschäftigt war, auf das Unglück aufmerksam. Er sprang sofort in den Kanal und holte sein Kind heraus. Die Kleine war schon bewußtlos, kam aber nach langen Wieder belebungsversuchen eines herbeigerufenen Arztes allmählich zum Leben. ** Der Großhe bas Romt Lub bem Generalmajor Großherzogs; bas Romturtreu ordens Phil dem Generalm 25. Rav. Brigade( Freiherrn v. Lebeb ( Großh. Seff.); das Komturfre ,, Einsteigen....!" Der Bahnhofsportier Franz Freund in Großheringen bei Apolda ist dieser Tage zur letzten Ruhe bestattet worden. Der Tod des Wackeren bringt fol gendes Geschichtchen, das den Vorzug hat, wahr zu sein. wieder in Erinnerung: Freund war, troß seines unmusika. lischen Beruses, ein guter Orgelspieler. Eines Sonntag bertrat er den erfrankien Organisten beim Morgengottes dienst. Tags zuvor hatte er anstrengenden Dienst und wai während der Predigt eingeschlafen. Alles wartet auf das Einsetzen der Orgel, aber diese schweigt. Da gibt ein Be kannter dem Organisten einen Rippenstoß, und unser Freund aus dem Schlafe erwachend, in der Meinung, er müsse den Zug abrufen, ruft mit aller Kraft seiner Stentorstimme Einsteigen in der Richtung Sulza, Apolda, Weimar, Er furt, Gotha, Eisenach, Abfahrt in drei Minuten!" " - = Breslan braucht Geld. Der Magistrat von Breslau be antragte die Aufnahme einer neuen Anleihe von zwei und vierzig Millionen Mark für hygienische Wohlfahrts- und Schulzwecke. + Postsendungen für die Soldaten. Anläßlich der jetzt begonnenen Manöver mehren sich wieder die Sendungen, die der Post für die Truppen übergeben werden. Sie werden nur dann portofrei befördert, wenn sie die Aufschrift enthalten: Soldatenbrief. Eigene Angelegenheit des Empfängers." Bei Paketen muß dieser Vermerk sowohl auf dem Paket selber, wie auf der Begleitadresse stehen. Portofreiheit genießen: Alle gewöhnlichen Briefe, auch Glückwünsche, Danksagungen, Beileidsbezeugungen, Verlobungsanzeigen usw., bis 60 Gramm und Postkarten. Für Bostanweisungen bis 15 Mart beträgt das Porto 10 Pf. und für Pakete in allen Zonen bis 3 Kilogramm 20 Pf. Diese Portovergünstigungen werden indessen lediglich für ihre Person gewährt: den in Reih und Glied stehenden Per sonen des Landheeres bis zum Feldwebel einschließlich auf wärts; hierzu gehören auch Fahnenjunker, Fähnriche, Kriegs Inva schüler, Unteroffizierschüler nicht Vorschüler liden in den Invalidenhäusern, Eleven der Militär- Roßarzt schule in Berlin, Militär- Büchsenmacher, Gendarmen in den dem Oberften Buf Regts.( Bring Deinhard, Komman r. 61: bas Ehrent bem Oberstleut Landwehrbegirls Fri mann, Rommandeu Diberfileutnant 3. D. we hrbezirts Gieße we in, Divisionsarzt bas Ritterfreu dem Major Lang Felbart. Regt, Nr. 6 Bezirkeoffizier beim ** Vom Kai angebrochen, die Paral genommen, die Raiser waltigen Märschen bew zu sobaß heute Nachm poftengefechten berühre dann die Schlacht auf Die Bewegungen zum Smfanterie- Regimenter mit dem 68. Artiller preußischen und bad Taunus rückten. Ar den Marsch auf Rob Limburg Hahnflätten chwalbach ein. Das Reblenz abgehaltenen Lahn und Rhein oft bimatieren beide Ro Wieblen Rogenelnboge wurde gestern nach Rat gefecht am Mittwoch Rorps zum gemeinsam Ehrenbreitstein. Den Raiser. Die Leitung gefieht vorwiegend d Telegraphen Abteilunge gegeben find. ** Erledigt i bejegende Lehre Sidendorf. * Aftionen leischnot. La mit dem engeren ine Besprechung and Fleischmarkte eitung zufolge Tuffischen Schwei Holländischen Gren hie Besprechung B des russischen Sch fadaß am 1. Ma erreicht werde, fei KA ngestellter huldigung er Emma en Straf von ihrem entblödete an ihr beurde beruß gejett, des Mäd eß umge Anschuldi Monata ombenan in Paris ericht berud) gegen t und 18 Gesetzes auf Bu Schulver n höheren ematiiden gewandte in die Spezial & follen an will m Ver Sumlichen urzeit bei afium, er Γάγοι αυ chführbar hen, seine gem Ce dag Verein fich ein Ziel ber Wander otte find ei Leut Tommen in der en Boit eiten ge cher, vor n Regen über der retteter en wut Brotten ufgedeck und de rin. M Berlin fi ästung e nanstalte enabfäll lichen 6 chen eine n Spiela ungestüme der in de jani. G aus. Di Wieder allmählic r Fran Sur letter ringt fol zu nmufita Sonntag ngottes und wa auf da ot ein B er Freund müiffe der ntorstimm Beimar, !" Bresl Jon 3 bygien idy ber je wungen, die Sie werden drift ent des Em wohl auf 1. Porto ich Glüd erlobungs ten. Für Staaten, wo sie zu den Militärpersonen gerechnet werden. Keine Vergünstigungen genießen beurlaubte Militärperjonen und Einjährig- Freiwillige. Ebenso ist für Postsendungen an Militärpersonen nach dem Orts- und Landbestellbezirk des Aufgabepostorts das volle Porto zu zahlen. Ausgeschlossen sind ferner Sendungen, die eine rein gewerbliche Angelegenheit des Empfängers betreffen, und Sen dungen, die in ausschließlichen gewerblichen Angelegenheiten des Absenders an eine Militärperson gerichtet sind. Die Vergünstigungen gelten nur für Sendungen an Soldaten usw., für Sendungen von Soldaten usw. ist das volle Porto zu zahlen. - als die Agitation losbrach. Er werde nach erneuter Prüfung bei dem allein zuständigen Bundesrate, sobald dieser Ende die Monats zusammentrete, das Erforderliche veranlassen. ( Was aber sind 200 Schweine? D. Red.) Weiterhin bringt das genannte Blatt einen sehr bemerkenswerten sich an alle Fleischlieferanten für Militärbehörden richtenden Aufruf des Engrosschlächtermeisters Otto Künzel, den dieser im Auftrage der Fleischlieferanten für das Gardekorps erläßt. Der Aufruf ladet zu einer Versammlug auf Mittwoch, den 13. September in Berlin ein, um Beschluß über eine an bie zuständige Heeresverwaltung zu richtende Petition zu fassen, daß diese ihren Einfluß zwecks Deffnung der deutschen Grenzen für Schlachtvieh geltend mache. Falls dieser Forderung nicht stattgegeben wird, werden die Lieferanten, wie das genannte Blatt hört, die Lieferungen einstellen, es sei denn, daß die Militärbehörden sich damit einverstanden erklären, die Ernährung auf ein niedrigeres Niveau zu setzen. Wie die Allg. Fleischerzeitung" wetter erfährt, beabsichtigen auch die Fleischlieferanten für kommunale und sonstige öffentliche Anstalten, wie Krankenhäuser 2c. die gleichen Forderungen an die betreffenden Behörden zu stellen. Einheitliches Stenographiesystem. Der fürzlich in Wiesbaden abgehaltene Kongreß für kaufeines einheitlichen Stenographiesystems: Die Einführung eines einheitlichen Stenographiesystems ist ein Gebot der Notwendigkeit und er seßt eine Kommission zur Prüfung, dem Generalmajor von Wachter, Generaladjutanten des welches System den Schulen zur Einführung empfohlen Großherzogs; werden soll, ein. Wie sich die Pariser amüsieren. Baris hat nicht weniger als 101 Theater, Konzerthäuser, Café- Concerts und Zirkusse. Es befinden sich darunter vier vom Staate unterstützte, 46 andere Theater und Spezialitätenbühnen, 46 Konzerthäuser und Tingeltangel und fünf große Zirkusse. Diese Ver. gnügungshäuser bringen jährlich durchschnittlich vierzig Millionen; vier Millionen schöpft als Vergnügungssteuer die„ Assistance publique", d. h. die Armenwesenverwalhing, ab. Lokales. 12. September 1905. H ** Der Großherzog verlieh zum 12. September: männisches Unterrichtswesen erklärte bezüglich Einführung bas Komturtreuz 2. Klasse des Ludewigsordens: das Komturtreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Generalmajor v. Schmidt, Kommandeur der 25. Kav. Brigade( Großh. Seff.) und dem Generalmajor Freiherrn v. Ledebur, Kommandeur der 50. Inf.- Brigade ( Großh. Hess.); das Romturkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Obersten Dietlein, Kommandeur des 4. Großh. Juf. Regts.( Prinz Karl) Nr. 118 und dem Obersten Deinhard, Kommandeur des 2. Großh. Feldart. Regts, Nr. 61: das Ehrenkreuz desselben Ordens: dem Oberstleutnant 3. D. Moog, Kommandeur des Landwehrbezirks Friedberg, dem Oberstleutnant z. D. NauRommandeur des Landwehrbezirks Mainz, dem mann, Oberstleutnant z. D. v. Mosch, Kommandeur des Landwehrbezirts Gießen und dem Generaloberarzt Dr. v. Kühle wein, Divisionsarzt der Großh.( 25) Division; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens mit der Krone: dem Major Lang, Abteilungs- Kommandeur im 2. Großh. Felbart. Regt, Nr. 61 und dem Major z. D. Morneweg, Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk Erbach; *** Vom Kaisermanöver. Die große Woche iſt angebrochen, die Baraden in Homburg und Koblenz sind abgenommen, die Raisermanöver haben begonnen. In gewaltigen Märschen bewegen sich die Heeressäulen auf einander zu, sodaß heute Nachmittag ihre Spigen sich bereits in Vorpoftengefechten berühren werden. Morgen entwickelt sich dann die Schlacht auf der ganzen Linie. Eingeleitet wurden die Bewegungen zum Manöver durch den Vormarsch der Infanterie- Regimenter 115, 116 und 118, bie am Samstag mit dem 68. Artillerie- Regiment und Teilen der hessischen, preußischen und badischen Kavallerie westwärts über den Taunus rückten. Am Montag trat das Gros des 18. Korps den Marsch auf Koblenz an und nahm am Abend die Linie Limburg Hahnftätten Kirberg Idstein Hohenberg- Langen schwalbach ein. Das 8. Armee- Korps ging nach seiner bei Roblenz abgehaltenen Parade am Montag- Nachmittag über Lahn und Rhein oftwärts. In der Nacht zum Mittwoch biwafieren beide Korps vermutlich zwischen NahftättenMiehlen Kazenelnbogen Hahnstätten. Das Hauptquartier wurde gestern nach Kazenelnbogen verlegt. Nach dem Hauptgefecht am Mittwoch vereinigen sich am Donnerstag beide forps zum gemeinsamen Angriff auf die Festung KoblenzEhrenbreitstein. Den Oberbefehl führt voraussichtlich der Kaiser. Die Leitung der Aktionen während der Manöver geschieht vorwiegend durch den Draht, weshalb den Korps Telegraphen- Abteilungen aus Berlin und Koblenz beis gegeben sind. ラ ** Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besegende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sidendorf. * Aktionen im Fleischergewerbe gegen die Fleischnot. Landwirtschaftsminister v. Podbielsti hatte mit dem engeren Vorstande des deutschen Fleischerverbandes ine Besprechung über die augenblickliche Lage des Viehund Fleischmarktes, wobei er der Allgemeinen Fleischerzeitung" zufolge bemerkte, er wolle die Erhöhung des russischen Schweinekontingentes und die Deffnung der holländischen Grenze erwägen und dem Reichstanzler über die Besprechung Vortrag halten. Eine allmähliche Steigerung des russischen Schweinefontingentes um monatlich 200 Stüd, sodaß am 1. März dann das vertragsmäßige Kontingent areicht werde, sei bereits Gegenstand der Erwägung gewesen, Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Baar 021. 0.80-1.00, Hühner per Stud Mr. 1.00-1.60, Hahnen, per Stud C.80-1.80, Enter per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Pfd. 00-00 Pfa., senfleisch per fb. 72-82 fg., Rindfletsch per fb. 70-72 Pfg. ber Bfb. Schweinefleisch 76-86 Pig. Schweine fleisch gesalzen per fun 0.90 fg., Kalbfleisch per Pfd. 70-80 Bfg. Hammelfleisch per Pfd. 50-76 Bfg., Kartoffeln pro 100 kilo 5.00-700 m. 3wiebeln per 8t. mt. 8.00-10.00, Weiskraut 10-15 Pf. per Stüd, Zentner 3-4 Mr. Mepfel per Zentner 6-10 m.. Zwetscher be: Zentner 0,00-0.00, Kirschen per Pfd. 00-00 ẞfg Milch per Lite 20 Pfg. Dauer der Marktzeis von 7 Uhr morgens bis 1: nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen bor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten dret Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Die Martipreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 11. September 1905. Höchste Schlachtviehpreise in Frank urt a. M. " Ochsen Kälber Schweine do. Getreidepreise in Mannheim " " 18.00-00.00 M. 15.40-15.50" M W Fleischpreise in Gießen 50 kg Schlachtgewicht 78-82 m. 1/2 kg 72-82 Pf. 86-90 Pf. do. 70-80 75-00 do. 76-86 Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 kg 52 Bf. Schwarzbr. do. 48 Anmerkung: Die in der vorwöchigen Veröffentlichung aufgeführten niederen Fleischpreise in Gießen beruhten auf einem Irrtum; vielmehr haben an deren Stelle die obigen Preise zu Weizen 100 kg Roggen do. treten. W ?? Klein- Linden, 11. September. Unter dem Schweinebestand des Anliegers Philipp Jung 13. dahier ist ein Fall von Rotlauffeuche festgestellt und die Gehöftsperre 879 Kühe und Färsen( Stiere und Kinder), 246 Kälber, verhängt worden. Lollar. Die Wählerliste zur Bürgermeisterwahl liegt seit gestern Montag 8 Tage lang auf dem Bürgermeisterei- Bureau offen; es werden dann vom nächsten Montag ab gerechnet nochinals 8 Tage Frist ausgesetzt und nachdem wird vom Kreisamt der Tag der Wahl bestimmt. Voraussichtlich wird dieselbe in der letzten Woche des September stattfinden. Große Agitation scheint nicht Plaz zu greifen, man hört sehr wenig jezt, wenigstens der 3. Kandidat ist ganz außer Frage gekommen. Lollar, 11. September. Unser alter und beliebter Polizeidiener wird im nächsten Frühjahre das Jubiläum feines 30jährigen Amtes begehen; er hat aber- da Lollar schon ein ziemlich ausgedehnter Ort mit vielen Wirtschaften ist den Wunsch geäußert, daß er event. seinen Posten in diesem Jahre noch vor Beginn des Winters abgeben möchte. Das Aufbleiben und Revidieren der Gasthäuser bis in die späte Nacht hinein bei faltem Wetter sagt dem alten Herrn nicht mehr so ganz zu. - ** Lang- Göns, 11. September. Plötzlicher Tod. Der Knecht Peter Schneider von hier stürzte beim Pflügen so unglücklich vom Pferde und vor den Pflug, daß die Pflugschar ihm das Genick durchschlug. Der Tod trat augenblicklich ein. Lich, 11. September. Ein Sohn Lichs. Am 11. Dezember 1805 wurde hier der durch seine Kompositionen weithin bekannte und berühmte Musikdirektor Heinrich Reeb geboren, sodaß am 11. Dezember d. J. 100 Jahre seit seiner Geburt verflossen sein werden. Die meisten Stompofitionen Neebs find in Frankfurt entstanden, in dessen musitalischem Leben er eine führende Stellung einnahm. Die Frankfurter Gesangvereine planen denn auch zum 11. Dezember eine größere feftliche Veranstaltung. ** Bad- Nauheim, 11. September. Der Großherzog besichtigte bei seiner leßten Anwesenheit hier die staatlichen Neubauten östlich der Sprudel, wobei der Vorstand der Großh. Babedirektion, Dr. Eser, sowie der Vorstand der Großh. Neubaubehörde, Bauinspektor Joft, zugegen waren. * Vilbel, 11. September. Die Betriebseröffnung der neuen Bahnstrecke Windecken- Stockheim, 8meiglinie der Nebenbahn Stockheim- Bilbel, erfolgt der„ Darmst. Btg." der Nebenbahn Stockheim- Vilbel, erfolgt der„ Darmst. 8tg." zufolge voraussichtlich am 1. Oftober. Die landespolizeiliche zufolge voraussichtlich am 1. Oftober. Die landespolizeiliche Abnahme des Strecken- Neubaues wird voraussichtlich am 28. September vollzogen. Der bereits aufgeftellte Fahrplan sieht nach beiden Richtungen täglich 8 Personenzüge vor. Bingen, 11. September. Das Elisabethenstift, das von Carl Buricelli gestiftete Blindenheim, wird am 1. Oftober seiner Bestimmung übergeben. § Marburg, 11. September. Im Kreise Marburg trägt man sich mit dem Gedanken der Errichtung einer ländlichen Fortbildungsschule. Literarisches. Bieneuleben und Bienenzucht von Oskar Mezze. Mit 35 meist vom Verfasser nach der Natur gezeichneten Illustrationen. Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9. Preis brosch. 30 Pfg. geb. 50 Pfg. per Marktberigte. icken 12. Sepbr. Auf dem heutigen Wochenmartt lofteter Butter fb. 1 10-1.20 t., Hübnereier per Stüd 7-8 Pfg., Entenete: St. 6-7 Pfg., Käse per St. 6-8 Bfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfs. Notierungen der Frankfurter Bichmarktpreise. Frankfurt a. M., 11. September 1905. Zum Verkauf flanden: 419 Ochsen, 76 Bullen, 303 Schafe nnd Hämmel, 1280 Echweine, Biegen, Biegen- und Schaflämmer. - - Aus Desterreich: 154 Ochsen, 12 Stiere. Bezahl wurden für 100 Pfund: Schlacht- LebendOchsen: a. volfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren - gewicht gewicht Ma 78-82 Ma b. junge fleischige, nicht ausgewäftete unu ältere ausgemästete 71-73 - 67-69 - 63-65 60-62 c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere Bullen: a. bollfleischige höchften Schlachtwertes b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a. vollfleischige ausgemästete Färsen( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes b. volfleischige ausgemästeten Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 69-70 66-67 c. ältere ausgemäftete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) 51-53 d. mäßig genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder) 49-50 e. gering genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Kinder) Geschäft mittelmäßig. Ueberstand mäßig. I Frankfurt a. M., 11. September. Fruchtmarkt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer mr 17.25-17.30, furhessischer Mt. 17.25-17.35 Roggen, hiesiger mr. 15.00-15.30, russischer Mr. 15.75-16.00 Gerste, hiesige Mr. 16.50 bis 17.00, Pfälzer Mer. 17.00 bis 17.50, fränkischer Wit. 00.00.- 00.00, Riedgerste Mt. 17.00 bis 17.50 Hafer, hteftger und Wetterauer Mr. 14.00-10.50, furhessischer Mt. 14.00-15 00, bayerischer Mr. 14.50-15.25, Mais, Mixed Mr. 13.25-13.50. Alles pro 100 Kilo ab hier. Meh I wesentlich höher. Es notierten nach Qualität: Weizenmehl hiesiges 0, Mr. 26.75-27.75, feinere Marten mr. 29.00-29.25, hiesiges, Nr. 1, Mt. 24.75 bis 25.25, feinere Marken Mt. 26.00-26.50 hiesiges Nr. 2, Mt. 23.75-24.25, feinere Marken Mr. 24.75-25.25, hiesiges Nr. 4, Mr. 19.00-19.50 feinere Marten Mt. 20-20.50, Roggenmehl, hiesiges, 0, Mr. 22. bis Weizen23.25, do. 1 Mt. 20.25-20.75, do. 2 Mt. 16-17.00. schalen Mr. 4.70-5.00, Weizentleie Mt. 4.90--5.25, Roggenkleie mr. 5.70-6.00, Weizenfuttermehl Mr. 6.50-7.50. Biegener laubwirth julier Wetterbienft. Voraussichtliche Witterung in Heffen für Mittwoch, den 11. September. Zeitweise heiter, fühl, besonders nachts. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Berantwortlich: für die Politik und den Inseratentell: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, betbe in Gießen. 92 000 Im Gebrauch! Filiale: Berlin Blickensderfer Schreibmaschine Vollkommenstes, vielfach patentiertes und preisgekröntes System; vielseitigste Vor züge und Neuerungen; größte Einfachheit und Dauerhaftigkeit. Katalog franko. Preis Mk. 175. u. Mk. 225. - Leipzigerstr. 29,( Ecke Friedrichstr.) Groyen& Richtmann, Köln. to 10 am 20 diglich fü enden Per ießlidy aut che, Kriegs Inbo tär- Ropar men in de E KAKAO STOLLWERCK SCHOKOLADE 9 fit. 213 Versteigerung. Donnerstag, den 14. d. Mts., vormittags 9½ Uhr, versteigere ich zu Lollar im Gasthaus Zur Linde" im Auftrag der Verwaltung über die Konkursmasse des Karl Zimmermann daselbst: 1) Vollständige Betten, Kommoden, Kleiderschränke, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder, Wanduhren, Vochänge mit Gallerien und Rouleaux, Nippfachen, Bettvorlagen, porz. Kaffeeservice, Lampen, Ofenschirme, Küchengeschirr, 111 Flaschen verschiedener Weine, 1 Reitsattel mit Zaumzeug und andere Sachen. 2) ca. 400 3tr. Quarcitsteine, 1 Haufen Dünger, 2 Rmtr. Buchen= hol, ca. 40 3tr. Heu, 6 3tr. Stroh, 12 Fuder Korn, 2 Sa d Hafer, 1 Schlitten, Dickwurzmühle und Futterschneidmaschine, 1 paar Ernteleitern und andere Dekonomiegeräte. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Born, Gerichtsvollzieher. Geschäfts- Eröffnung u. Empfehlung. Den verehrten Einwohnern von Gießen und Umgegend beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, daß ich mit dem heutigen Tage in der Bleichstrasse 21 eine Bäckerei verbunden mit Konditorei eröffnet habe. ersuchen. Nachdruck meiner Orig.- Inserate verboten. Gleichzeitig gestatte ich mir um gefl. Zuspruch höflichst zu Die pünktlichste und aufmerkſamste Bedienung wird zugesichert. Gießen, den 10. September 1905. Karl Haas, Bädermeister. Sie sind leidend und fühlen sich elend! Warum senden Sie mir nicht Ihre Adresse? Selbst wenn Sie an den hartnäckigsten veralteften Krankheiten leiden und alle Mittel schon versucht haben, können Cie fich mit vollem Vertrauen an mich wenden. Es liegt in Ihrem eigenen Interesse mir Ihre Adresse sowie Ihr Leiden postwendend mitzuteilen. Ich bin imstande Krankheiten verschiedenster Art in aller Kürze mit Sicherheit zu heilen. Hunderte von geheilten Patienten, die durch mich das föftlichste Gut die Gesundheit wiedererlangten, danken es mir heute, daß sie sich zur Zeit ihrer Krantheit an mich wandten. Diskrete Behandlung. Franz Fleck prakt. Magnetopat u. Naturheilkundiger Frankfurt a. M., Zeil 3. Consultationsstunden nur Wochentags vormittags 9-12, nachmittags 2-5 Uhr. Nachdruck meiner Orig.- Inserate verboten. Spezial- Offerte in kompletten Schlafzimmern. Ausser den billigen kompletten Schlafzimmern Satin nussb. poliert, bestehend aus: 2 Bettstellen 2 Nachttischen I Waschkommode mit weisser Marmorplatte und Kachelaufschraubesp. I englischem zweitürigem Spiegelschrank offeriere mein: Mk. 335 und jeder Preislage und allen Holzarten bis zu Mk. 1300. Bekanntmachung. In der Zeit vom 2. bis 9. September wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Peitsche; verloren: 1 silberner Regenschirmgriff, 1 Portemonnaie mit ca. 15-17 Mark und 1 Pferdelos Inhalt, 1 zweirädiger Karren und ein rotlernes Portemonnate mit 5 Mt. und Briefmarken. 3ugeflogen ist: 1 Kanarienbogel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 9. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Wettergasse zwischen Mäusburg und Marktstraße bon heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverkehr geperrt. Gießen, den 11. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Afterweg zwischen Walltor- und Schillerstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 9. September 1905. Großh. Bolizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Nach Mitteilung der Wutschußabteilung des Königl. Instituts für Infektionskrankheiten wurde bei einem am 30. Juli 1. Js. dahier verendeten Hund Tollwut festgestellt. Die für den Bezirk der Stadt Gießen einschließlich der Gemarkung Gießen verfügte Hundesperre wird deshalb auf unbestimmte Zeit ausgedehnt. Gießen, den 8. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Betr.: Schweinerotlauf zu Homberg. Bekanntmachung. Die unterm 12. August 1. Js. über die Gemarkung Homberg verhängte Sperre ist wieder aufgehoben. Die Viehmärkte in Homberg fönnen daher wieder wie seither abgehalten werden. Alsfeld, den 7. September 1905. Großh. Kreisamt Alsfeld. Dr. Meltor. Ein Mittel zum Sparen ist die in tausenden von Küchen mit Erfolg verwendete MAGGI's Würze mit dem Kreuzstern Man verlange ausdrücklich ,, MAGGI's Würze" und achte auf die Schußmarke„ Kreuzstern". neu entworfen: Schlaf- Nieren- und Blasenzimmer„ Rekord", gleiche Möbelstückzahl wie vorher, in Satin- Nussbaum oder Eiche, beliebig gebeizt und patiniert in Vornehm moderner Ausführung Mk. 540. Unter Berücksichtigung aller Vorteile der Selbstfabrikation mit besten Hilfsmaschinen ist es mir möglich geworden, dieses aparte Zimmer zu diesem aussergewöhnlich billigen Preise zu offerieren. Die Stücke werden auch einzeln abgegeben. Besichtigung in meiner Leiden heilt und stärkt die Reinhardsquelles bei Wildungen. Mineralwasserversandt Füllung I. Klasse. Trinkkur, Mineral- und Sonnenbäder. Hunderte Berzte trinken Reinhardtsquelle. 8. Blutstock. Timerman Separaten Bettenausstellung Goethestraße 18 hilfe butter, 33 Ede der Südanlage( u. meine hter i. D. pat. Neuheit. erbeten. 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Weder Schnaber hüpfeln noch ein riesiger Pfingstbaum vermochten die spröde Schöne umzustimmen und es ging die Sage im Dorfe, der Nazi habe ge legentlich eines allzufeurigen Vorgehens schon einmal mit dem Stiel der von der Broni regierten Dunggabel Bekanntschaft gemacht. Wie gesagt, verbürgt ist die Sache nicht, aber sobiel steht fest, daß der Nazi eines schönen Sonntags gleich nach dem Kirchgange den Lindenbauer heimsuchte und über eine Viertelstunde allein mit dem Bauern in dessen Stube verweilte. Man braucht aber darum noch nicht zu glauben, daß der Nazi nun den Alten im Sad hatte, im Gegenteil, als die Redensarten des Burschen dem Lindenbauer über die Hutschnur gingen, hatte er nur ein paar Worte gefnurrt, die wie„ Lacl damischer" flangen und gleich darauf batte der Freiers: mann sich vierhändig auf der Dorfstraße wiedergefunden Das war gewiß ganz und gar nicht schön und auch andere Leute als der Nazi würden sich über eine derartige Behandlung etwas aufgeregt haben. Der Nazi stieß aber keine Drohungen aus, er ging heim, barg den Schmerz in liebeswunden Herzen und sich selbst in dem duftigen Heu auf dem Boden des Kuhstalles. Hin und her wirbelten die Gedanken in dem Hirn des Armen; wenn er's recht überlegte, konnte er eigentlich dem Lindenbauer nicht unrecht geben: denn was hatte er schließlich dem Mädchen zu bieten? Die ganze Wirtschaft war von A. bis 3. in trostlosem Zustande; die Erträge des Aders taugten nicht viel, und die Kühe lieferten recht wenig und dazu noch wässerige Milch. Aber war es denn beim Lindenbauer anders? Ganz und gar nicht. Auch dieser hatte über die Leistungsfähigkeit seiner Tiere zu klagen; die Schweinezucht, die er betrieb, warf nichts ab, weil von rationeller Arbeit auch nicht die Spur darin zu finden war. Der Lindenbauer ließ im Gegenteil die Schweine nach allen Regeln der Kunst dahinvegetieren und überließ sie sich tagsüber ganz, indem er sie fret auf der Landstraße umhertreiben ließ. Er vermeinte damit Futter zu sparen!!! II. Ober Druck und Berlag d ( 18. Forfebung.) Ohne die Rüdleb aus feinem Hause befenntnis, das sie Feigen Entweichens ichmetternd auf ihn glaubte, es müffe die fie bleich und verstör zigen Röfferchen bei die ich gar nicht wie nicht gekommen, un weiß, daß dadurch meine, es würde hätten sehen könne aus meiner armment liche Bild vor mein brochen- bermidhte eine Träne und m wenn sie nahe daran leicht wäre es ja r Schwelle zu weisen zurückzuführen, aber Herr b. Random! hatte; aber ich fah Maßen litt, und d entwaffnete meinen mit aller Beredsam Am Nachmittag war der Nazi im tiefften Groll nach dem Städtchen gepilgert; als er am Abend wieder zurückkehrte, trug er das zusammengefnotete Sacktuch am Stecken über die Schulter und ein haßverzerrtes, unheilverkündetes Lächeln huschte über sein breites, sommersprossiges Gesicht, als er in die Nähe des Lindenhofes fam. ,, Ha, der Nazi soll doch nur sein eigenes Vieh füttern", lachte am anderen Morgen der Lindenbauer, als er sab, wie Nazi mit vollen Händen seinen Schweinen Getreideschrot streute, sie auf die Straße loďte und dann auch des Lindenbauers Borstenvieh grunzend und quiksend sich herandrängte. Die Lindenbäuerin hatte daran thre helle Freude, da sie meinte, wenn der Nazi so verrückt set, könne fie fa damit zufrieden sein, denn sie habe ja den Profit von dieser " Fütterungsart". Der Nazi war aber inzwischen verschwunden und hatte auch seine Tiere wieder in ihre Behausung zurückgebracht. Da auf einmal ferklang es urplöglich schnaubend: Töfftöff- töfftöff -rrr, ein gellender Aufschrei der Lindenbäuerin.. dret Schweineleichen bedeckten das Schlachtfeld..... Ferne aber tönte es höhnend herüber; Töff! töff! III. und Aus der Ah, Das Automobil verschwand im rasenden Galopp. dieser Kert", jammerte der Bauer ,,, mir so die Tiere ins Verderben zu loden! Wenn ich den Patron fasse! Aber wissen möcht ich doch womit er das fertig gebracht hat." Seine Neugierde wurde be= friedigt: eine der Leichen hielt nämlich noch einen Beutel in der Schnauze, auf dem stand: Regensburger Futterwürzpulver Bauernfreude" aus der Chemischen Fabrik Th. Laufer in Regensburg. 3 Pfund Bauernfreude" kosten franko Nachnahme 2.50 Mart." Neugierde war es auch, die den Lindenbauer bewog, das Pulver tommen zu lassen und bei den anderen Tieren zu versuchen. Der mit Bauernfreude" erzielte Erfolg war großartig. Bauernfreude" erhielt einen Ehrenplatz im Betrieb, und der Wirksamkeit der " Bauernfreude" hat die Vroni es zu danken, daß sie in wenigen Jahren die reichste und umschwärmteste Erbtochter in der ganzen Umgegend wurde. Ueber den Nazi aber berichten wir später noch einmal. Schnett rocknende Aussbode Lack Rheumatisu. Gicht- Krauken, theilt aus Dankbarkeit u. sonst mit, was ihrer lieben Mutter nach jahre langen gräßlichen Schmerzen Oelfarben fort Linderung u. nach kurzer nicht nachklebend, Parkettwachs Parkettwachs ohne Glätte fowie alle sonstigen Artikel zum Auftreichen und Wichsen der Fußböden bet Emil Fischbach Gieken. Flechten näss. und trockene Schuppenflechte, skroph. Ekzema, Hautausschläge, offene Füsse Beinschäden, Beingeschwüre, Aderbeine, böse Finger, alte Wunden sind oft hartnäckig; wer bisher vergeblich hoffte geheilt zu werden, mache noch einen Versuch mit der bestens bewährten RINO SALBE frei von Gift u. Säure, Dose Mk. 1.-. Dankschreiben gehen täglich ein. 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