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Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Tas Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Anarchie im Kaukafus, ( Eig. Bericht.) Petersburg, 9. September.? Abermals ist eine Katastrophe hereingebrochen, die mehr noch wie vor kurzem die entsetzlichen Vorkommnisse in Odessa geeignet ist, das ganze Wirtschaftsleben Rußlands zu schädigen. Die fürchterlichen Mezeleien in Baku und im ganzen Naphthabezirk dauern ununterbrochen an, trotz des angeb lichen Friedensschlusses. Mehr wie tausend Menschen sind der entfesselten Volksleidenschaft bereits zum Opfer gefallen und ein Ende der gegenseitigen Erbitterung ist noch gar nicht Kanonensalven abzusehen, obwohl Bajonettangriffe und gegen die kämpfenden Tataren und Armenier angewandt werden. Ungezählte von streikenden und beschäftigungslosen Arbeitern durchziehen die Industrieviertel von Baku und begeben sich auf die benachbarten Orte, um Brand und Vernichtung weiterzutragen. Baku selbst ist in dichte Rauchwolfen gehüllt, riesige Feuergarben steigen aus den seit Tagen brennenden Naphthaschächten auf, dazwischen knattert das Gewehrfeuer der Soldaten, gellt der Mordruf des fanatisierten Armeniers oder Tataren eine grauenerregende Orgie des Verbrechens und der Gesetlosigkeit, wie sie schlimmer faum ausgedacht werden kann. Die Regierung hat den letzten Rest von Autorität verloren. Durch ihre eigene Schuld. Nach dem Grundsatz Teile und herrsche" hat sie seit Jahren die verschiedenen Völkerschaften des Kaukasus, die christlichen Armenier, die mohammedanischen Tataren und die orthodoren Georgier gegeneinander ausgespielt, so daß über kurz oder lang das heutige Resultat sich zeigen mußte Kampf aller gegen alle. - ständnis beharrt. Schon im Dezember vorigen Jahres wußte man, daß die Bewegung zum Ausbruch kommen würde. Damals erklärten die Arbeiter, sie würden den Kampf durchführen unter der Devise Entweder Reformen oder das Naphtha geht zugrunde." Sie haben ihr Wort gehalten, die Industrie wurde tödlich getroffen, die Regierung gab weder Reformen noch traf sie Vorbeugungsmaßregeln, sie entfesselte vielmehr durch ihr Verhalten den Rassenhaß, der die Schrecken in so schlimmer Weise vermehrte. Wenn heute einige Tausend arme Menschenkinder erschlagen werden, wenn die Schrapnells durch die Straßen sausen und Tod und Wunden säen, so macht man damit niemand glauben, daß sobald wieder geordnete Zustände einfehren. Wie weit das Mißtrauen gegen die Verwaltung geht, kann man aus den in Baku und Tiflis allgemein bei Hoch und Nieder geglaubten Gerücht erkennen, die russische Polizei habe die Tataren zur Niedermezelung der armenischen Arbeiter aufgehegt, um die revolutionäre Bewegung im Kaukasus auszurotten. Die russische Herrschaft im Kaukasus steht vor dem Zusammenbruch. Das ist kaum noch zu bezweifeln. Der augenblickliche Aufstand, so gräßlich und verwüstend er für Bevölkerung und Wohlstand ist, wird wahrscheinlich durch die brutale Gewalt der Waffen noch einmal niedergeworfen mie lange? Nur ein Mann mit weitschauendem, versöhnlichen Blick, ein Mann mit fester Hand und unbestechlichem Gerechtigkeitsgefühl, der entschlossen ein anderes System an die Stelle des bisherigen pflanzte, könnte hier helfen. Der jeßige Statthalter Graf Woronzow- Daschkom mag gute Abfichten haben, aber das genügt allein nicht. Und wie das russische Zentral- Gouvernement nicht ohne die schlimmsten Fehler auszukommen glaubt, das zeigt sich wieder in der Entlassung des einzigen Mannes im Raukasus, der allgemeines Ansehen genießt. Es ist das Sultan Krim- Girej, ein eingeborener Fürst, der bisher als Haupt der Zivilverwaltung dem Statthalter beigeordnet war. Geht er wirflich, so fann sich die Situation nur noch verschärfen, nur noch mehr zuungunsten der Ruhe und Sicherheit im Lande verschieben. Denn an tüchtigen Männern ist Rußland nicht reich, der unglückliche Krieg gegen Japan hat der Welt eine Summe von Unfähigkeit und Verfümmerung in der hohen Beamtenhierarchie gezeigt, die selbst bei den Voreingenommenen Erstaunen hervorrufen mußte. Immense Werte wurden in Baku zerstört, die Hälfte der Naphtha- Industrie ist nach einer Aeußerung Eduard Nobels, des Vertreters der großen Naphthafirma, dahin. Die in Flammen aufgegangenen Naphthavorräte übertreffen alles, was bisher bei den nicht seltenen Bränden in Baku verloren wurde. Die Industrie ist nahezu ruiniert. Nicht allein Rußland leidet darunter, wenn auch seine Staatseinnahmen sicherlich einen Ausfall von mehreren hundert MilItonen haben werden. Das Ausland ist in schlimmster Weise betroffen, englisches, amerikanisches und deutsches Kabital arbeitet im Naphthagebiet, und viele Menschen sind in den Tagen der Greuel zu Bettlern geworden. Der eng= lische Minister Balfour hat bereits Schritte getan. Mildner will auch noch dabei chtschwärmer n durchaus fein polien mein Freund und überdies und entsetzliche nggefelle fein?! Diefer Bierschlemdich. rechnete. wollten, so gut und solange als nur möglich. freundinnen, die gerne ein wenig das Landleben genießen Endlich meldete sich Besuch für Anna: ein paar Pensions. Wir hoffen Dein Beitung" abonniert, was der dankbare Gemahl ihr hoch attWird Zar Nikolaus die Kraft haben, den richtigen Mann zu finden, der dem unglücklichen Rußland endlich Erlösung aus jahrhundertelangem Elend bringt? Der Mann und der Weg muß gefunden werden, muß bald gefunden werden zur Rettung des Reiches vor schmachvollem Bankerott und Untergang, zum Heile für das arme russische Volk. Politische Rundschau. Deutfches Reich. Bemerkenswerte Aeußerungen über den deutsch- ameri kanischen Handelsvertrag hat Präsident Roosevelt in einem Schreiben an den deutschen Botschafter Speck von Sternburg getan. die Gesetzgebung vor dem festgelegten Termin im Jahre 1912 zu ändern; insbesondere beabsichtigte man nicht, die Reichsfinanzreform mit einer Abänderung der Branntweinsteuergesetze zu belasten. * Das Ergebnis der Reichstagswahl im Kreise ThornKulm, das dem deutschen Kandidaten den Sieg gegenüber dem bisherigen polnischen Vertreter brachte, verdient in mehr wie einer Beziehung Beachtung. Der Wahlkreis war 1893 den Deutschen verloren gegangen. Die Zurückeroberung geschah jetzt ungeachtet des Umstandes, daß der gewählte Herr Ortel auf dem Gebiete der Politik ein ziemlich neuer Mann ist. Man erblickt in dem Wahlausfall eine Wirkung der Gnesener Kaiserrede, durch die namentlich die deutschen Zentrumsanhänger bestimmt worden seien, den nationalliberalen Kandidaten zu wählen. Roosevelt sagt, Deutschland fordere einen Handelsver trag, der ihm größere Vorteile gewährt, als der Präsident nach dem Dingley- Akt zu bewilligen ermächtigt ist. Wäh rend Deutschland Konzessionen wünscht, welche die Vereinig ten Staaten feiner anderen Nation gewähren, wolle es der Union keineswegs alle nach seinem Konventionaltarif borge. sehenen Vorteile gewähren, da der Reichstag nicht dafür gewonnen werden könne. Unter solchen Umständen läge für Amerika kaum ein Anlaß vor, einen Vertrag zu schließen, unter dem es von Deutschland weniger empfangen würde al die meistbegünstigten Nationen. Amerika habe stets da Prinzip befolgt, andere Staaten in Handelssachen so zu be handeln, wie es behandelt zu werden wünsche. Aber im Notfalle könne der Kongreß leicht dazu kommen, das gleiche Verfahren einzuschlagen, welches gegenüber Amerika beliebi werde.- Das ist eine recht deutliche Sprache, die viel zu denken gibt. Da der Präsident aber den deutschen Botschafter zum Schluß auffordert, seinen Argumente zu beantworten, ist die Hoffnung auf eine schließliche beide Teile befriedigende Lösung nicht aufzugeben. Nach den Feststellungen der Gesellschaften sind von den in Baku befindlichen 3600 Fontänen sicherlich 3000 ausge= brannt. Die Wiederherstellung dieser würde 30 Millionen erfordern, während der Bau neuer Arbeiterkasernen und Maschinen eine Ausgabe von annähernd 50 Millionen nötig machen würde. Da die Wiederaufnahme des Betriebes erst nach 6 bis 12 Monaten möglich ist, erleiden die Industriellen einen Verlust von etwa 86 Millionen, während die Wolga- Kaspiflotte durch die Einstellung der Kerosin- und Naphthatransporte einen Ausfall von 100 Millionen Bud Fracht im Betrage von 7 bis 10 Millionen Rubel zu verzeichnen haben wird. Die der transkaukasischen Bahn drohenden Verluste dürften sich auf etwa 6 000 000 Rubel belaufen. Insgesamt erreichen die Verluste durch die Ereignisse in Bafu eine Höhe von 193,7 Millionen Rubel. Dic offiziös nach der üblichen Manier verfündeten Beschwichtigungsdepeschen scheinen nicht viel auf sich zu haben. Die Petersburger Banfiers haben ein Schreiben an die Regierung gerichtet, in dem sie erklären, der Waffenstillstand in Baku sei nur ein scheinbarer. Die arbeitslos gewordenen 35 000 Arbeiter haben sich den Aufständischen angeschlossen. Jede Stunde kann einen neuen Ausbruch der wildesten Leidenschaften bringen. Die Stadt Suscha in der Nähe von Baku ist zum größten Teil niedergebrannt. Regelrechte Schlachten wickeln sich ab. Die Petersburger Banfiers befürworten die Entsendung weiterer Militäraufgebote. Für den Augenblick wird das bewaffnete Eingreifen unerläßlich sein, gewiß. Aber auf die Dauer ist damit nichts getan, wenn die Regierung bei ihrem bisherigen Nichtver* * Wie jetzt bekannt wird, ist die Abberufung des Generals von Trotha aus Südwestafrifa für Mitte November zu erwarten. Der neue Gouverneur von Lindequist soll zu diesem Termin eintreffen. Lindequist soll durchgesetzt haben, daß der Truppenkommandant ihm unterstellt wird. Es soll ein Offizier mit dem Range eines Brigadekommandeurs das Kommando in Südwestafrika erhalten. Ueber die Persön lichkeit ist noch nichts bekannt. In Deutsch- Ostafrika gewinnt der Aufstand weitere Ausbreitung. Graf Gößen berichtet, daß nach einer über Kapstadt bei ihm eingegangenen Meldung des Bezirksamts Langenburg auch der Wangoni- Stamm aufständig sei, * ** * Die Landtagswahlen in Schwarzburg- Rudolstadt ha en die Wahl von acht Sozialdemokraten, zwei Liberalen, zwei Bund der Landwirte, einem Konservativen ergeben. Die Sozialdemokraten haben also absolut die Landtagsmehrheit. Zwei Stichwahlen finden noch statt Russland. ** In Warschau hat die Hinrichtung des polnischen Sozialistenführers Kasprzak, eines deutschen Staatsangehörigen, stattgefunden. In Warschau und Umgegend sind die Polizisten ermordet und zwei verwundet worden. Vour Kriegsgericht in Sebastopol sind vier Matrosen, die auf dem Panzerschiff Pruth" gemeutert hatten, zum Tode durch den Strang verurteilt. * Eine neue Auszeichnung und zwar ein Kolonialorden joll nach angeblich zuverlässigen Quellen demnächst gestiftet verden. Der in erster Linie für militärische Verdienste in den Kolonien zu verleihende Orden würde mehrere Klasen haben. Die Entwürfe sollen bereits in der Ausarbeitung jein. Nach Berliner Meldungen soll demnächst ein Wechsel in der Leitung des Militärkabinetts bevorstehen. Graf Häfeler trägt sich angeblich mit Rücktrittsgedanken. Als jein Nachfolger wird der Generalleutnant v. Mackensen, Kommandeur der 36. Division in Danzig, bezeichnet. Die Bestätigung der Nachricht wird jedenfalls abzuwarten sein. * ** Balkan- Staaten, In Serbien wurde der Kronprinz Georg für volljährig erklärt. König Peter hat es anscheinend eilig mit der Befestigung seiner Dynastie. In einer Proflamation sagt der König, er sei überzeugt, daß sein Sohn als Verweser der Königswürde beim Eintritt von Fällen, die durch die Ver fassung vorgesehen seien, ebenso wie er, der König, selbst das Volk lieben, seinen konstitutionellen Rechte hüten und für sein Glück und seinen Fortschritt Sorge tragen werde.- An der türkisch- montenegrinischen Grenze herrscht lebhafte Beunruhigung, angeblich hervorgerufen durch strenge Maynahmen der türkischen Behörden gegen die Grenzzwischenfälle. Viele albanesische Familien flüchten nach Montenegro, wo sie Unterstützung finden. In einer Besprechung, die der Landwirtschaftsminister Podbielski mit dem engeren Vorstand der deutschen Fleischerinnung über die Fleischteuerung hatte, sagte der Minister zu, die Erhöhung des russischen Schweinekontingents und die Deffnung der holländischen Grenze in Erwägung ziehen zu wollen. Er werde nach der erneuten Prüfung bei dem allgemein zuständigen Bundesrat, sobald dieser Ende des Mohats zusammentrete, das Erforderliche veranlassen. * Mehrfach wurde bei Erörterung der kommenden Reichsfinanzreform die Aenderung der Branntweinstener- Gesetzgebung angeregt. Wie eine Berliner Tageszeitung erfahren haben will, denken die maßgebenden Stellen nicht daran, Amerika. ** Eine Untersuchung über die Handelsbeziehungen zwi. schen Südamerika und Europa hat Präsident Roosevelt ar geordnet. Anscheinend ist es das Auftreten der Vereinigten Staaten, auch in dieser Beziehung Sinak zu wien. Alien. * Die Unruhen in Japan haben nachgelassen, obwohl noch bereinzelte Erzesse gemeldet werden. Der Waffenstillstand vom 1. September ist amtlich proklamiert worden. In Kobe kam es zu Ruhestörungen; das Standbild des Marquis Ito wurde vom Sockel gerissen und durch die Straßen geschleift. Dem Wunsche des Volkes und dem Nate der Führer der politischen Parteien nachgebend, hat die Regierung beschlossen, den Wortlaut des Friedensvertrages zu veröffentlichen. Graf Katsura gab, wie verlautet, die Erklärung ab, Japan sei damit einverstanden, daß die La Perouse- Straße eine freie Straße sein solle, habe sich aber nicht verpflichtet, sie nicht zu befestigen. Man nimmt an, daß diese Erklärung zusammen mit der Versicherung, daß Japan völlig freie Hand in Korea genießen wird, dazu beitragen werde, die öffentiche Erregung dämpfen. Soziales Leben. Streikunruhen in Rorschach. Ueber die Stadt ist der Belagerungszustand verhängt worden. Sie wurde durch Truppen besett. Fortgesetzte Gewalttätigkeiten gegen die zugereisten Arbeiter waren der Grund. Die Zahl der Aufrührer beträgt über 1000. Die Fahrscheinabgabe der jämtlichen schweizerischen Stationen nach Rorschach an Arbeiter ohne Ausweis wird gänzlich verweigert Deer und flotte. Abermaliges Festfahren des„ Seeadlers". Der Kreuzer ,, Seeadler", der bereits vor kurzem im Hafen von Labuan festgefahren war, ist abermals an den Kentfelsen festgekommen, als er Singapur auf der Reise nach Ostafrika verließ. Es wurden sofort energische Arbeiten zur Losmachung des Schiffes begonnen. * *:* Hof und Gesellschaft. Großherzog Friedrich von Baden, der älteste deutsche Bundesfürst, trat am 9. September in sein 80. Lebensjahr. Der Oberbürgermeister von Mainz, Dr. Gaßner, ist gestorben. Dem Generalmajor Leutwein ist vom Kaiser der Kronenorden 2. Klasse verliehen worden. Nab und fern. † Von der Cholera. Erkrankungs- und Todesfälle werden nur aus dem eigentlichen Choleragebiet gemeldet. In Burg im Spreewalde sind viele Erkrankungen an Brechdurchfall vorgekommen, die beobachtet werden. Für die östlichen Vororte Berlins ist eine Polizeiverordnung, betreffend die Desinfektion erlassen. Allseitig wird davor gewarnt, Flußwasser zum Trinken oder zu wirtschaftlichen Zwecken zu benußen. In Rußland ist die ärztliche Aufsicht über die auf den Grenzbahnen aus Preußen kommenden Personen angeordnet. Im preußischen Kultusministerium fand eine Sigung statt, in der festgestellt wurde, daß es sich nicht um eine Epidemie, sondern nur um vereinzelte Cholerafälle handeln, die natürlich besondere Vorsichtsmaßregeln auch auf Seiten des Publikums erheischen. † Verwüstungen durch Sturm. In Niederwilt in Luremburg hat ein etwa 1,5 Minuten währender Wirbelwind furchtbare Verwüstung angerichtet. Die Obsternte ist vernichtet, die Kirche und der größte Teil der Häuser sind beschädigt. Zwei Gebäude sind eingestürzt, zwei Personen lebensgefährlich verletzt. † Ein vierjähriger Mörder. In Kempfeld wurde der vierjährige Sohn eines Achatschleifers von seinen Eltern damit betraut, während deren Abwesenheit auf das zweijährige Brüderchen acht zu geben. Als die Eltern wieder nach Hause kamen, fanden sie den Kleinen mit zertrümmerter Schädeldecke tot daliegend. Der vierjährige Bruder hatte ihn mit einer Kartoffelhacke erschlagen. † Mit der Gattin ertrunken. Im Nordseebad Kampen au Sylt ertrank beim Baden der Rechtsanwalt Reinshagen aus Leipzig mit seiner Gattin. Gegen Ende der Badezeit, als andere Badegäste nicht mehr anwesend waren, hatte der Rechtsanwalt mit seiner Frau im Damenbade gebadet, um dieser das Schwimmen zu zeigen. Um diese Zeit tritt die Flut ein, und beide Badenden sind vom Rückstrom fortgerissen und in der Brandung einer Buhne sofort ertrunken. † Eine Schwarze als Berliner Buffet- Mamsell. In einem Restaurant der Friedrichstadt in Berlin sieht man jetzt auc die erste schwarze Buffet- Mamsell. Das adrette Persönchen versteht mit Hilfe der Toilettenkünste sich recht zur Geltung zu bringen, und die kleine Negerin weiß recht gut, daß sie besonders hübsch aussieht, wenn sie ihre Zähne zeigt. Das Lokal wird besonders von Artisten viel besucht, die mit Vorliebe bei der„ kleinen Schwarzen" eine große Weiße" be stellen. † Absturz in einer Burg- Ruine. Ein vierzehnjähriger Missionsschüler bestieg mit einigen Kollegen die Burgruine Ehrenstein. Von der Höhe des Warthturmes stürzte er 20 Meter tief ab. Unter großen Schwierigkeiten brachte man ihn herauf, doch starb der Verunglückte bald im nahe geTegenen Kloster. † Durch Dampf verbrüht. In Elberfeld fand ein Restau rateur auf schreckliche Weise seinen Tod. Er wollte in seiner Brennerei eine Reparatur an einem Dampfkessel vornenh men. Dabei wurde er durch ausströmende Dämpfe schrecklich verbrüht. † Bau- Unglücksfälle. Auf dem Neubau der städtischen Gasanstalt in Oelde stürzte infolge des Bruches eines provisorischen Holz- Unterbaues der Gasometer auf drei Arbeiter. Einem wurde buchstäblich der Kopf vom Rumpf geschlagen. Die beiden anderen wurden tödlich verletzt. In Aachen stürzten bei dem Neubau der Maschinenbauschule zwei Dachdecker ab. Sie hatten es unterlassen, die Sicherheitsgürtel anzulegen. Einer der Dachdecker blieb sofort tot, der andere trug tödliche Verletzungen davon. † Merkwürdiges von dem Lemgoer Briefprozesse. Alle Nachrichten, die in letzter Zeit über die angeblich bevorstehende Wiederaufnahme des Prozesses der zu Zuchthausstrafe verurteilten Frau Kracht umliefen, werden jetzt als völlig erfunden bezeichnet. Die aufs neue in ganz rätselhafter Weise aufgetauchten anonymen Briefe sind, wie versichert wird, noch gar nicht vom Gericht den Sachverständigen zur Prüfung übergeben, von einer Entscheidung der Letzteren kann demnach gar keine Rede sein, ebensowenig von einer Entscheidung des Gerichtes über die Wiedereröffnung des Verfahrens. † Das Erdbeben in Italien. Immer schlimmer stellen sich die Folgen heraus, die das Erdbeben im südlichen Italien mit sich gebracht hat. Es handelt sich um eine Katastrophe, die weite Landstriche in Mitleidenschaft zieht. Von allen Seiten fommen Meldungen über Verwüstungen. Ganze Dörfer sind zerstört. Ueber 2000 Menschen sind getötet, mehr denn 10 000 sind verwundet. Ueberall trifft man auf Leichen- und Trümmerhaufen. Auch viele Bahnhöfe sind zerstört oder drohen einzustürzen und haben deshalb geräumt werden müssen. In ganz Calabrien verkehren die Züge wegen der Beschädigungen, die die Schienenwege erTitten haben, mit Verspätungen. Eine Anzahl Brücken sind in Gefahr, einzustürzen, und die telegraphischen Verbindungen sind weithin unterbrochen. Von allen Seiten drängen sich die Menschen zu den Eisenbahnstationen und flehen um Hilfe. Tausende sind obdachlos. Das Elend ist sehr groß. Der König hat sofort 100 000 Lire gespendet und begiebt sich auf den Schauplatz der Katastrophe. Ministerpräsident Fortis stellte den Präfekten von Catanzaro und Cosenza je 20 000 Lire zur Verfügung, und ordnete an, daß schnellstens Truppen und Zelte gesandt und alle Maßregeln zur Hilfeleistung ergriffen werden sollten. Die Blätter beranstalten Sammlungen zugunsten der Opfer der Katastrophe. Die furcht vor dem Choleragefpenft. Von Dr. Theodor 3locisti, Berlin. Darüber kann heut kaum noch Unklarheit bestehen: wir haben die asiatische Cholera in Deutschland. Wenn man die undeutlichen Schilderungen früherer Jahrhunderte beiseite läßt, so müssen wir das Jahr 1817 als das Geburtsjahr der gefährlichen Seuche für Europa betrachten. Die Niederungen des Ganges und Bramaputra mit ihrem wasserreichen Gelände sind ihre Heimat. Von hier verbreitete sich die Krankheit mit unheimlicher Geschwindigkeit über Persien, Rußland nach den Ländern des Westens. 1831während der zweiten Epidemie- traf sie Deutschland und in rascher Folge war sie 1848, 1853, mo besonders Bayern heimgesucht wurde, 1865, 1871 unser unheimlicher Gast. Die fünfte Pandemie von 1882-1885 verschonte uns; die sechste aber, die vom Jahre 1892, steht noch voll Schrecken in unser aller Gedächtnis. Hamburg wurde betroffen, und in den Tagen vom 25. August bis 7. September erkrankten mehr als 16 000 Personen an der Seuche, von denen die Hälfte, etwa 8000 Menschenleben, vernichtet wurden. In der Crinnerung an diese verheerende Wirkung könnte man fast das Gruseln lernen. Allein diese Furcht wäre geradezu verhängnisvoll, wollte sie unsere Widerstandskraft lähmen. Wir sind aus den Beiten glücklich herausgekommen, da wir Krankheit und Elend als eine Schickung geduldig hinnahmen. Wenn heut wieder das Gespenst der Cholera drohend erscheint, so findet es uns nicht mehr wie einst schlaff und resigniert. Wir haben das Wesen der Krankheit erkannt und damit zugleich eine gesunde Operationsbasis für Abwehrund Verteidigungsbestrebungen gefunden. Man denke einen Augenblick an den furchtbaren Feind der Wochenstube: an das Kindbettfieber. Noch vor vierzig Jahren stand vor jedem Zimmer, in dem ein junges Menschenleben dem Lichte entgegenstrebte, der blasse Tod. Da lehrte Semmelweis die Ursachen des Kindbettfiebers in gewissen bakteriellen Reimen kennen. Und bald gab es ein besseres Heilmittel gegen ihre Schädigungen, als gute Sprüche, Gebete und Besprechungen weiser Frauen nämlich die Reinlichkeit; die Reinlichkeit in der hehren Form der Desinfektion, die alle unheilbringenden Keime unschädlich macht. Waren in Deutschland in den letzten 25 Jahren vor Einführung der Antiseptis in die Geburtshilfe noch etwa 300 000 Todesfälle an Kindbettfieber, so ist ihre Zahl jezt auf wenige Taufend herabgesunken. Und ähnlich liegen die Verhältnisse auf anderen Gebieten. Viele Krankheiten sind, weil ihre Erreger erkannt und zweckdienliche Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung erfunden wurden, gänzlich verschwunden. Man denke an den gefürchteten Hospitalbrand"; man denke an die schweren Allgemeinvergiftungen im Gefolge tiefgreifender Operationen, die früher 20-30 Proz. der Betroffenen hinraffien, während heute auf viele Zehntausende erst ein solcher Fall kommt. Und andere Krankheiten, wie die Diphtherie, haben durch die Serumbehandlung ihre Schrecken wesentlich verloren: nur eine Folge der Erkenntnis des durch ein bestimmtes Bafterium erzeugten Giftes. Nicht anders steht es mit der Cholera. Im Jahre 1884 hat der geniale Robert Koch in den Kommabazillen den Urheber der Seuche erkannt und tausendfältige Untersuchungen haben die Richtigkeit dieser Entdeckung bestätigt. Eine Zeitlang wurde in wissenschaftlichen Kreisen darüber gestritten, ob dieser Bazillus die Krankheit errege oder ob nicht die Verhältnisse des Bodens, das Grundwasser die Seuche bedingen. Man nennt die Anhänger der letzten, von Bettenkofer leidenschaftlich und geschickt verteidigten Anschauung: die Lokalisten, weil sie die Natur des Ortes, der Lokalität für die Entstehung der Cholera anschuldigen. Die Jünger Kochs nennen wir Contagionisten, weil sie in der Ansteckung( Contagion) mit den spezifischen Bazillus die lette Ursache sehen. Dieser Streit war feine müßige Gelehrtenbalgerei, sondern von entscheidender Bedeutung für die Abwehrmaßregeln. Die Mehrheit der Forscher hat sich allmählich der Lehre Kochs angeschlossen, wenn auch die Sesondere Eigenart der Bodenbeschaffenheit als nicht unwichtig erkannt wurde. Der Kommabazillus hält sich fast ausschließlich im Tarm des Menschen auf. Von hier kommt er in das Wasser, das er verseucht. Mit dieser Einsicht war denn auch die Ursache und der unheilvolle Siegeszug der Cholera erklärt. Mit dieser Einsicht aber auch die Möglichfeit einer erfolgsicheren Bekämpfung der Seuche gegeben! In Hamburg hat die Cholera überall da gehaust, wo die Abwässer in der Nähe des Nußungswassers lagen und wo in das für menschlichen Gebrauch nötige Wasser die Kommabazillen hineingelangt waren. Das Geschick Hamburgs, dessen Handel für Monate darniederlag, und das eine Einbuße von vielen hunderten Millionen Mark hatte, nur weil es die Kosten von 6 Millionen für eine gesunde Wasserversorgung nicht aufbrachte, hat das eine Gute gezeitigt, daß es wieder lehrte: Gesundheit und Leben jedes Einzelnen und wäre er selbst ein Krösus, hängt von der Gesundheit der Gesamtbevölkerung ab. Die Hygiene des Individuums, so wichtig sie ist, erhält ihren Wert erst durch die Hygiene der sozialen Gruppe, in deren Mitte wir leben. Erst die Sozialhygiene in all ihren Abstufungen, in all ihren Einzelforderungen: Städtereinigung, Wasserversorgung, Bauhygiene u. s. w. gibt einen Schutz gegen Seuchen. Und diese Erkenntnis charakterisiert so recht eigentlich erst den Fortschritt unserer Zeit. Sie hat der Gesamtheit das Verantwortungsgefühl für den Einzelnen gegeben. Und dem Einzelwein die Verpflichtung gefeßt, nichts zu tun, was der Gesamtheit von Schaden ist. Ein cholerakranker Flößer, der das Weichselwasser infizierte, hat das ganze Stromgebiet verseucht. Sind wir auch vorläufig machtlos, das Vorkommen bon vereinzelten Erkrankungen zu verhüten- eine Verschleppung der Seuche werden unsere vorgeschrittenen Methoden verhindern können. Statt darum den Kopf hängen lassen, heißt es, tätig mitarbeiten. In den Zeiten der Seuchengefahr kann jeder Anteil nehmen.„ Hüte das Wasser!" so lautet das Mahnwort in den Cholerazeiten. Hüte dich vor dem Genuß von Wasser, das nicht einwandfrei ist, und sorge dafür, daß nicht durch Leichtsinn andere in Gefahr kommen. Durch populäre Aufklärungen über das Wesen der Cholera, durch Isolierung von Krankheitsverdächtigen, durch Schiffquarantänen, durch die Desinfektion der Aborte der Eisenbahnen, durch sorgfältige Untersuchung der Kläranlagen kann vieles erreicht werden. Und bei der Energie, mit der die Behörden, unterstützt von einer besonnenen Bevölkerung zum Kampfe rüsten, braucht feinem Mutlosigkeit beschleichen. 1777 Nicht alle, die in Cholerabezirken wohnen, erkranken, das ist eine tröstliche Tatsache. Warum aber selbst in einer Familie manche Glieder verschont werden, ist noch ein Geheimnis. Wir müssen annehmen, daß sie eben durch den Bau ihres Organismus, durch die natürlichen Schußkräfte der Menschen, durch verständiges Leben, das alle Ausschweifungen im Genuß schlechter Nahrungsmittel vermeidet, weniger empfänglich oder widerstandsfähiger gegen das ChoTeragift sind. Und eines kommt noch hinzu: Gründliche Forscher machen darauf aufmerksam, daß ängstliche Naturen während einer CholeraEpidemie leichter befallen werden. Das ist eine alte Wahrheit. Deshalb sind ruhige Sicherheit des Gemüts und vorsichtiges Leben, Vermeidung aller Unreinlichkeit und aller Ausschweifungen die besten Mittel gegen eine Erfrankung. = Vermischtes. Arbeiter und Staatsschulden- Tilger. Ein früherer Arbeiter hat sich erboten, die ganze Staatsschuld von Meriko zu bezahlen. Er hatte als Minenarbeiter Glück gehabt und in furzer Zeit ein Vermögen erworben. Jekt ist er Besizer einer Goldmine, die ihm einen Jahrlichen Gewinn von 50 Millionen einbringt. Daraufhin will er sich dem Lande, dem er den Reichtum verdankt, erkenntlich erweisen, und so hat er sich erboten, die 70 Millionen zu bezahlen, die die merikanische Staatsschuld ausmachen. = Der Papst und die Jugendspiele. Welchen Wert Papst Pius X. den gymnastischen Uebungen für die Jugend beilegt, geht aus der Tatsache hervor, daß er für die turnerischen Spiele, die vom 5. bis 8. Oftober in den vatikanischen Gärten abgehalten werden, 200 Gold- und Silbermedaillen als Preise für die besten Einzel- und Gesamtleistungen gespendet hat. - Die älteste Zeitung der Welt. Ein einzigartiges Jubiläum kann die chinesische Zeitung Tsing Pao" begehen, nämlich das ihrer vor 1400 Jahren erfolgten Begründung. Die Homburger Kaisertage. Bei der Paradetafel brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch aus, indem er sich an den Korpskommandeur Generalleutnant v. Eichhorn wandte: er ließ, foweit redner und den der Abfahrt nab 80. Regiment q ** Erled blatt für die Seffen Nr. 11 befegung ausg Alten- Budied; erfte evangelif Pfarrftelle zu * Nebun die Anlage ei in den Gemar Rüddings Roften wohl ftädtifgen Kleine Breffe plateau bes Es liegen hier mit Bald beftan dem Fistue. Di Oberbeffen, prie * Siebente u lotterie. Nach eine in jedem 6. Dezember 19 und 7. Februar 3. bis 19. ,, Sie haben seit der Neuformierung des 18. Korps zum erstenmal heute Gelegenheit gehabt, in der großen Nevue sich vor mir zu zeigen. Ich spreche Eurer Exzellenz nochmals meine volle Anerkennung aus über den Zustand, in dem Sie mir das Korps borgeführt haben. Ich erinnere mich gern und dankbar der Vorarbeiten, die General von Lindequist und Sie bei der Zusammenschweißung des Korps erledigt haben. Es ist gewissermaßen heute das Korps militärisch aus der Taufe gehoben worden, unter Assistenz hoher Paten. Bayerische und badische Kontingente sind dabet gewesen und haben die Schönheit des militärischen Bildes und den Stolz des heutigen Tages erheben helfen. Ehe ich das Glas auf das Wohl des Korps erhebe, möchte ich aber nicht vergeffen, daran zu erinnern, daß seit dem Jahre 1897, wo dieselben Truppenteile vor mir in Parade standen, manches Auge sich geschlossen hat, das damals noch Meine hoch aus den Reihen des Korps leuchtete. selige Frau Mutter ist heimgegangen, und die Chefstelle des Füfilter- Regiments b. Gersdorff ist in die Hand der Tochter übergegangen. Der von unserem Heere so hochgeehrte und geliebte Monarch, der treue Verbündete, König Humbert von Italien, ist auch heimgegangen. Aber seit diesen Tagen haben sich die Reihen des Korps in tadelloser Ordnung erhalten, und die angestrengte und emfige Friedensarbeit hat andauernd Gutes geschaffen. Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des Korps, indem ich gleichzeitig die anderen Kontingente und sämtliche Kontingentsherren, die anwesenden und die abwesenden, in diesem Wohl mit einschließe, mit dem Nufe: Es lebe das 18. Armeeforps! Hurra, hurra, hurra!" Generalleutnant von Eichhorn erwiederte darauf folgendes: Eurer Majestät spreche ich den untertänigsten Dank für die gnädigen Worte aus, die Eure Majestät an das 18. Korps gerichtet haben. Wenn das Armeekorps vom Rhein und Main heute die Zu. friedenheit Eurer Majestät sich erworben hat, so fann Eure Majestät sich versichert halten, daß es ein Sporn für uns alle sein wird, vom General bis zum letzten Musketier und Spielmann, ihr Bestes zu tun und herzugeben, damit Eure Majestät an dem 18. Korps immer eine friegstüchtige Waffe in der Hand hat. Eure Majestät, ich bin Soldat, und als solcher darf ich aussprechen, daß kein brennenderer Wunsch in unseren Herzen ist, fein sehnenderes Verlangen in unseren Seelen glüht, als Eurer Majestät und unseren Kameraden in Afrika zu zeigen, wie wir für Eure Majestät und für des Vaterlandes Ehre und Ruhm auf dem Schlachtfelde zu sterben wissen. In diesem Geiste rufe ich: Seine Majestät, unser allergnädigster Kaiser, König und Kriegsherr, Wilhelm II. dreimal hurra!" Homburg, 9. September. Gin flarblauer Himmel wölbt sich im flachen Bogen über die prachtvollen Anlagen des Kurparks und das Getriebe der zahlreichen Menschen, die herbetgeetlt find, der Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. beizuwohnen. Von Minute zu Minute nimmt das Bild an Farbe und Abwechslung zu, die Tribünen werden besetzt und die Schuljugend rückt unter flingendem Spiel an. Um 11 Uhr heben Hoch- und Hurrarufe an, die sich wie eine Woge donnernd fortpflanzen und einen Augenblick später fährt der Wagen mit dem Kaiser und der Kaiserin vor, gefolgt von den übrigen Fürstlichkeiten. Die Wagen halten vor dem Kaiserzelt, das kunstvoll aus Blätter, Blüten und Grün gebildet ist. Hinter dem berhüllten Denkmal stand eine Ehrenfompagnie des 80. Regiments, hinter dieser an der Front des Badehauses eine Star weißgekleideter Mäd chen. Stadtverordnetenvorsteher Dr. Rüdiger hielt die Festansprache. Er gab zunächst der Dankespflicht Homburgs gegenüber dem Herrscher, der Deutschland geeinigt habe, Ausdruck und fügte daran eine Schilderung der Charaktereigenschaften Kaiser Wilhelms I., seiner Milde, seines Mutes, seiner Entschlossenheit und seiner Pflichttreue., Er hat uns hinterlassen, ein einiges deutsches Vaterland, schloß Redner, frei durch Vernunft stark durch Gesetz und an dieses heilige Vermächtnis soll uns und unsere Nachkommenschaft das zu enthüllende Standbild erinnern." Die Hülle fiel, die Truppen präsentierten, der Sängerchor trug Dahn ,, Macte senex imperator" bor. Sodann nahm Bürgermeister Maß das Denkmal in die Obhut der Stadt und schloß mit dreifachem Hurra auf Kaiser, König und Landgraf. Der Kaiser trat nicht aus dem Zelt zum Denkmal heran; " beffisch- thuringi preußische Sta P. Rör 11 und 12 Ub bon Arofborf fallen und mi gebracht ward werden mußte. P. Nube geftern Abend Streit am R Schuhmannscha Sohn und Ru P. Trun Nachmittag auf verursachten, m -In Rach versicherung un versammlung vereins gene Raffe demnäch 1904 in der Monate Rovemb Erhebung fomm find bereits 547 Mitglieder zur ** Am 2 heffiche Lehre feine Hau fammlung ame Weife abwite Langgons); b) 8 Schuljahr( jahr( Jung- Leil 1) Oberheff. g) Vereinsriege des Landesverei RB. Am 2 von der Reichs bantuebemitel Siroverfehr erö welche nach dem jezt ab angelau * Jubilä großen Bedeut in Mainz zeugt für die Durchfü Abteilungen, S Heffischen Land tommen aus ftellungsleitun ftadt nach wie auf dem zimmer erri werden in d Bufendungen an dies Bur die Bewillig die beantrag C vinn bon 50 dem Lande, veifen, und fo ahlen, die die n Bert Bapit er ließ, soweit man zu erkennen vermochte, die Festredner und den Landrat v. Mary zu sich entbieten. Vor der Abfahrt nahm der Kaiser den Parademarsch über das 80. Regiment ab. Jugend bei e turnerischen ischen Gärten medaillen als eistungen gegartiges Jubi Sao" begehen, Begründung. ge. fer folgenden tommandeur 18. Storps in der großen preche Gurer ennung aus Korps bor In und dar ndequit un orps erledigt das Korps rden, unter adische Ston Die Schönheit des heutigen Blas auf das Der nicht ber Jabre 1897, rade ftanden, damals nod Meine hoch nd die Che Eff ist in die bon unseren cch, der treu ien, ist auf en haben i ung erhalten, nsarbeit hat mein Glas eichzeitig die gentsherren, diesem Wohl 818. Armee derte darauf tertänigsten ure Majestä Wenn das eute die Zu hat, so tann es ein Sporn 8 zum legten zu tun und em 18. Korps mer Hand hat folcher darf nsch in unseren nin unseren und unseren wir für Eur re und Ruhm In diesem llergnädigfter m II. dreimal September im fladen urparts and herbeige Wilhelms 1. nimmt das ie Tribünen unter flingen - und Hurra fortpflanzen agen mit dem n den übrigen Dem Kaiferzelt Brün gebildet b eine Ehrens biefer an der efleideter M biger hielt de teapflight Com Deutiland ge eine Schilder Wilhelms L Toffenheit und en, ein einiges urch Vernunft Vermächtnis zu enthüllend bie Truppen ,, Macte sener germeister Ma und fchloß m Landgraf. De Dentmal heran ** Lokales. 11. September 1905. * Erledigte Pfarrstellen. In der Verordnungsblatt für die evangelische Landeskirche des Großherzogtums Hefsen Nr. 11 werden folgende Pfarrſtellen zur Wieder besehung ausgeschrieben: die evangelische Pfarrftelle zu Alten- Buckseck; die evangelische Pfarrstelle zu Hausen; die erste evangelische Pfarrstelle zu Lauterbach und die evangelische Pfarrstelle zu Münzenberg. * Nebungsplatz für das 18. Armeekorps. Da die Anlage eines Uebungsplatzes für das 18. Armeekorps in den Gemarkungen Wermertshausen( Kreis Marburg) und Rübbingshausen( Kreis Gießen) wegen der Höhe der Roften wohl nicht zur Ausführung fommt, beschlossen die städtischen Behörden in Alsfeld, so schreibt die " Gleine Breffe", bas Generalfommando auf das Hochplateau des Vogelsberg aufmerksam zu machen. Es liegen hier feine Dörfer im Wege und der durchweg mit Wald bestandene Grund und Boden gehört größenteils bem Fisfue. Die Verwirklichung dieses Projekts wäre für Oberheffen, speziell füc Alsfeld, von größter Bedeutung. * Siebente und letzte hessisch- thüringische Staatslotterie. Nach dem amtlichen Plan finden die Ziehungen, eine in jedem Monat, wie folgt statt: 1. Klasse 5. und 6. Dezember 1905, 2. l. 9. und 10. Januar, 3. l. 6. und 7. Februar, 4. Kl. 6. März, 5. Kl. 3. April, 6. Kl. 3. bis 19. Mai 1906. Nach Beendigung dieſer letzten hessisch- thüringischen Staatslotterie tritt an deren Stelle die preußische Staatslotterie. P. Körperverlegung. Gestern Abend zwischen 11 und 12 Uhr wurde ein Gießener Arbeiter auf der Straße von Krofdorf nach Gießen von mehreren Unbekannten überfallen und mißhandelt, wobei ihm sechs Messerstiche beigebracht wurden, sodaß er sodaß er in der Klinik verbunden werden mußte. P. Ruhektörung. Zwischen Vater und Sohn, welche gestern Abend von der Kirchweihe zurückkehrten, entstand Streit am Neuenweg in Gießen, in dessen Verlauf die Schußmannschaft einschreiten mußte. Gegen den betrunkeneu Sohn und Ruhestörer wurde Anzeige erhoben. P. Zruntenheit. Einige Betrunkene, die Sonntag Nachmittag auf der Straße umhertortelten und einen Auflauf verursachten, mußten zur Haft gebracht werden. - -In Nachdem das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung unterem 14. August die Beschlüsse der Delegiertenversammlung der Sterbekasse des hess. Landesgewerbevereins genehmigt hat, werden den Mitgliedern dieser Kasse demnächst 4353,26 Mt. Ueberschuß aus dem Jahre 1904 in der Weise zurückvergütet werden, indem für die Monate November und Dezember 1905 teine Beiträge zur Erhebung tommen. Seit den 6 Jahren des Bestehens find bereits 54 740 Mt. an die Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder zur Auszahlung gelangt. *** Am 23. September morgens 91/2 Uhr hält der heffische Lehrerturnverein in der Turnhalle zu Gießen seine Haut sammlung ab. Eingeleitet wird die Verfammlung im ein Schauturnen, das sich in folgender Weise abwickeln wird: a) 3. und 4. Schuljahr( RothLanggöns); b) 5. Schuljahr( Wehrheim- Gießen); c) 7 und 8 Schuljahr( Schneider Heuchelheim); d) 7. und 8. Schuljahr( Jung Leihgestern); e) eintlasfige Schule( Wolf. Bersrob); f) Oberhess. Riege, Stabturnen( Bach- Broßen- Linden); g) Vereinsriege Grünberg, Barren( Wolf- Bersrod; h) Riege des Landesvereins( Turninspektor Schmuck). RB. Am 2. Oftober wird in Gladbach i/. eine von der Reichsbankstelle in Essen( Ruhr) abhängige Reichs banknebenstelle mit Kosseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Wechsel auf Gladbach i./B., welche nach dem 30. September fällig werden, föanen von jezt ab angekauft werden. * Jubiläumsausstellung in Mainz. Von der großen Bedeutung der landwirtschaftlichen Ausstellung in Mainz zeugt der Umstand, daß ungefähr 260 Preisrichter für die Durchführung der Richterarbeit in den verschiedenen Abteilungen, Gruppen und Klassen der Ausstellung vom hessischen Landwirtschaftsrat berufen werden mußten, sie fommen aus allen Gegenden Deutschlands. Die Ausstellungsleitung hat am 9. September ihren Siz von DarmStadt nach Mainz verlegt und sowohl auf dem linkscheinischen wie auf dem rechtsrheinischen Ausstellungsplatz ein Geschäftszimmer errichtet. Die Hauptausstellungs- Geschäftsräume werden in der Stadthalle zu Mainz eingerichtet werden. Alle Busendungen an die Ausstellungsleitung sind ab 9. September an dies Bureau zu richten. Die Eisenbahnverwaltung hat die Bewilligung von allgemeiner Fahrpreisermäßigung und die beantragte Einstellung besonderer Züge mit Fahrpres - ermäßigung zur Ausstelling in Mainz nicht bewilligt. Da gegen fommt sie den Besuchern in der Weise entgegen, daß sie für sogenannte Gesellschaftsfahrten ermäßigte Fahrpreise ( Preis der einfachen Fahrt für Hin- und Rückfahrt) gewähren will, aber nur am 16., 17. und 18. September. Am 14. und 15. tann wegen der großen Inanspruchnahme der Eisenbahn durch Militärtransporte Ermäßigung auch für Gesellschaften nicht gegeben werden. Es empfiehlt sich hiernach sehr, daß Genossenschaften( Konsumvereine, Sparund Darlehnskassen, Molkereigenoſſenſchaften u. a.), Züchter vereinigungen oder andere Vereine gemeinſame Fahrt auf einen bestimmten Tag und Zug nach Mainz vereinbaren und einer für sämtliche bei der Station die Gesellschaftsreise anmeldet, die Fahrkarten löft und an die Teilnehmer ausgibt. Es müssen jedoch mindestens dreißig Personen sich beteiligen oder dreißig Karten gelöst werden; ganz gleichgültig ist dabei, ob nur Mitglieder der betreffenden Vereine oder auch andere teilnehmen. Die Rückfahrt fann mit jedem fahrplanmäßigen Zuge, mit Ausnahme der Schnellzüge, angetreten werden. Wo nicht Vereine solche Organisationen in die Hand nehmen, tann die Bürgermeisterei im Interesse der Verbilligung des Besuches der Ausstellung vorgehen. In allen diesen Fällen ist aber rechtzeitige Anmeldung etwa einen Tag vorher bei der Station notwendig. - ** Weinlese. Die Trauben haben sich vorzüglich entwickelt, sodaß eine frühe Lese bevorsteht. In ber Gegend von Hochheim sind die Weinberge bereits am 6. September geschlossen worden. Ueberall werden Straußenwirtschaften eröffnet, der Schoppen 1903 er toftet 35 Pfg., ber 1904er 40-50 fg. " * Bolkszählung. Am 1. Dezember sind 5 Jahre feit der letzten Volkszählung rerflossen und es hat deshalb gesetzlich eine neue Volkszählung stattzufinden. Der Reichs anzeiger" veröffentlicht bereits die näheren Bestimmungen, wonach nicht nur Angaben die Religion, sondern auch über die Konfession, die Settenzugehörigkeit und über die Muttersprache gemacht werden müssen. Ueber die Muttersprache wird gesagt: In der Regel besitzt jeder Mensch nur eine Muttersprache, die ihm von Jugend auf am geläufigsten ist, und in der er denkt. Kinder die noch nicht sprechen, sind der Muttersprache der Eltern, unter Umständen also zwei Muttersprachen zuzuzählen. Dialekte, z. B. Plattdeusch, gelten nicht als besondere Sprache." " * Ein netter Christ. Dem Mainzer Anzeiger" wird geschrieben: In einem rheinhessischen Orte wohnt ein Wirt, der, wie das Volk sagt, die Kirchenwände nicht hinausdrückt. Bei einem Krankenbesuche im Hause des Birtes begegnet der Drtepfarrer der Ehefrau des Kirchenschwänzers und ersucht sie, ihren Mann zur Erfüllung der Die Frau antwortete: firchlichen Pflichten anzuhalten. " Ach, liewer Herr Barrer, mit dem is nix zu wolle. Der meent, er wär noch viel frommer als en Pfarrer!" denn?" fragt der Seelsorger erstaunt. Wieso ,, Ei, unne im Keller daaft er, un owe macht er selig!" - " * Der laute Hahn und der gestörte Schlaf der Schönen. Ein Geflügelzüchter in Salzungen hatte ein Strafmandat erhalten und zwar deshalb, weil sein Hahn durch allzu lautes Krähen 1/24 Uhr die Nachtruhe einer in der Nachbarschaft wohnenden Dame gestört hatte! Das Schöffengericht hob das Strafmandat mit der Begründung auf, daß Salzungen eine Defonomiestadt sei, in der das Halten von Hühnern doch selbstverständlich sei. Zu den Hühnern gehört aber auch der Hahn. Erbach, 10. September. Prinz Albert von Preußen, der Regent von Braunschweig, besichtigte Freitag Nachmittag sein hier gelegenes Schloß Reinhardshausen. Montag begibt sich der Prinz zu den Kaisermanövern bei Coblenz. S Bad- Nauheim, 9. September. Der Verein der bürgerlichen Partei hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, für die Wiederwahl des bisherigen Landtagsabgeordneten Justizrat Windecker einzutreten. * Bad- Nauheim, 8. September Frequenz. Bis zum 7. Sept. 1905 find 24 755 Rurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 3547 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 7. September 333 629 abgegeben. * Mandeln( Dillkreis), 10. September. Tollwut. Der durch Sanitätsrat Dr. Neuschäfer in Steinbrücken vor etlichen Wochen erschossene tollwütige Hund hatte einen Mann von hier gebissen. Trotz allen Buredens der Aerzte und unseres Landrats, sich zur Impfung nach Berlin zu begeben die Gemeinde wollte 100 Mt. zu den Unkosten beitragen leiftete er nicht folge. Jetzt ist, wie dem " Rh. K." gemeldet wird, die Tollwut bei dem Mann aus gebrochen. - Marburg, 10. Sptember. Die Wirtschaft im Walde. Als der Wirt der bei Ockershausen gelegenen Baldwirtschaft Dreyere quelle" vor einigen Tagen beim Eintritt der Dunkelheit seine Halle schließen wollte, wurden aus dem Walde mehrere Schüsse auf ihn abgegeben, glückН Chem.Waschanstalt Gebr. Röver, Färberei. Marktplatz 18 Giessen Marktplatz 18 Bedeutendstes Werk dieser Branche in Mitteldeutschland. licherweise ohne ihn zu verlegen. In seiner Wirtschaft wurden in legter Zeit zwei Einbrüche verübt. * Marburg, 10. September. Ein Schwindler, der vielleicht auch anderwärts seine Schwindeleien versuchen dürfte, machte in vor.ger Woche die hiesige Umgegend unsicher. Er gab sich für einen rheinländischen Viehhändler aus, der wegen der herrschenden Fleischnot die höchsten Preise zahle. So faufte er in verschiedenen Orten den Bauern Ochsen, Kühe und Schweine für ganz abnorm hohe Preise ab, wobei er stets die Bedingung stellte, daß die Verkaufenden ein gutes Frühstück oder Belper leisten mußten, wie das ja auch bei solchen Viehverkäufen üblich ist. Hierbei liek er es sich immer gut schmecken. Das Vieh wurde natürlich nie abgebolt. Ein reicher Bauer in Bauerbach, bei dem er fünf Schweine für hohe Summen gekauft, schöpfte Verdacht und fragte ihn nach seinen Papieren. Als er solche nicht vorzeigen fonnte, verabreichte ihm der Bauer eine Tracht Brügel. Dem Schwindler kommt es offenbar nur darauf an, sich bei seinen„ Biehläufen" auf Kosten ber Bauern„ burchzufressen". § Hochheim, 10. September. Von der Jagd. Gegen wärtig gewahrt man auf den hiesigen Gewässern eine hier sonst nicht heimische Vogelart: die sogen. Taucher, größet e Schwimmvögel, die von ihren nordischen Seen in unse ce Gegend verschlagen worden sind. Die Hasen und Rebhubnjagd ist hier sehr ergiebig. Es wurden bereits 1700 Sühner erlegt. * Freiensteinau. Der Kreistag des Kreises Fulda hat Borarbeiten für den Bau einer normalspurigen Kleinbahn von Fulda über Giesel( Kalilager)-Hainzell- Hauswurz nach Freienfteinau im Vogelsberg anfertigen zu lassen. in seiner letzten Sigung einstimmig beschlossen, ausführliche ? Kassel, 9. September. Hoftheater- Neubau. Die Stadtverordneten bewilligten in ihrer letzten Versammlung 600 000 Mt. zu den Baukosten des Hoftheaters. Literarisches. *** Musik für Alle. Das soeben im Verlage von unstein& Co., Berlin, zum Preise von 50 Pfg. erscheinende Heft 12 der bekannten Notenbibliothek bringt von Victor Holländer, dem populären Kapellmeister und wißsprühendes Kouplet„ Das Mädel ohne Herz". Hauskomponisten am Berliner Metropol- Theater ein originelles Neueste Nachrichten. CB. Baden- Baden, 10. September. Der Reichstanzler Fürst Bülow begibt sich heute Mittag nach Coblenz zur Audienz beim Kaiser. Man bringt diese Reise mit der Frage der Fleischteuerung in Zusammenhang. CB. London, 10. September. Nach hier vorliegenden Nachrichten aus Tokio ist die Ordnung wieder hergestellt, nachdem der Ministerpräsident Katsura Aufklärungen über den Friedensvertrag gegeben hat. Danach hat Japan die Suzeränität über Korea und das Recht auf die Kohlenbergwerke von Fuschan und Bentai erhalten. CB. Breslan, 10. September. Bei der Radrennfahrt Köln- Breslau wurde Erster Otto Gößte- Berlin mit 54 Stunden 37 Minuten, 8weiter Heinrich Senne- Hannover in 55 Stunden 32 Minuten. Siegener landwirtschaftlicher Wetterbienft. Boraussichtliche Witterung in Seffen für Dienstag, den 11. September. Wolfig, fühl, allmählich aufheiternd. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Berantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibr in Gießen. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: 5 Schloffer, 7 Schreiner, Schneider, 1 jüngerer Friseur, 1 Weißbinder, 2 Hausburschen, Lauffrauen und Laufmädchen, Haus- und Dienstmädchen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 2 Schreiner, 1 Schuhmacher, 1 Schreiber. Es suchen Arbeit: 2 Schmiede, 1 Spengler, 1 Maschinist, 1 Strickerin, 1 Buchbinder, 1 Schreiner, 1 Weißbinder, Maurer oder Taglöhner, 1 Fahrbursche, Lauffrauen und Laufmädchen, 1 Taglöhrer für leichtere Arbeit, Auslaufer, Haus- oder Bureaudiener, Bureaugehilfen und Kassiere. Ingenieurschule zu Mannheim Städt. subv. höhere technische Fachschule. Programme kostenlos. Joh. Seibel Giessen, Ludwigsplatz erapfiehlt sein Lager in Cherry, Portwein, Vino de Wermuth, Samos, Malaga in nur gaten Qualitäten. Tüchtiger Kaufmann, 27 J., militärfr., gegenw. noch in Stellung f. p. 1. Okt. oder später anderw. Eng. Off. u. Nr. 7883 a. d. Erbedition d. Bl. erbeten. Ein Hausbursche gesucht. Gießen, Ludwigsplan 3. Hausfrauen- Verein Stellen- Vermittlung Giessen, Seltersweg 56, I ( nächst dem Voltsbad) Unentgeltlicher Nachweis für Dienst, Haus- und Zimmermädchen Köchinnen, wärterinnen Lauf: Puß- und Waschfrauen. Im Anschluß an den KaufVerkäufer männischen Verein: innen, Buchhalterinnen, Kassiererinnen; an den Hausbeamtinnen Verein: Stüßen, Kinderfräulein, Haushälterinnen, Gesellschafterinnen gegen vorschriftsmäßige Gebühren. Carl Stückrath- Möbelfabrik Giessen, Asterweg 47. Möbel Allerbilligste Preise. Einfachste i reiche Dekorationen 8 Ederstrasse 8. PRIS KOPARKLE 1879 Geschäftsgründung 1808. Wohnungs- Einrichtungen solidester Ausführung in grosser Auswahl stets Vorrätig. Teppiche - Gardinen 1 Linoleum - Bettfedorn Streng reelle Bedienung. - Fertige Betten Franke- Lieferung. Eigene Tischler-, Polster-, und Dekorationswerkstätten für Neu- Anfertigung, Aufarbeitung, Anbringen von Gardinen ete. etc. Str. 212 Obe Drud und Ver Geschäfts- Eröffnung u. Empfehlung. Den verehrten Einwohnern von Gießen und Umgegend beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, daß ich mit dem heutigen Tage in der Bleichstrasse 21 eine Bäckerei verbunden mit Konditorei eröffnet habe. Gleichzeitig gestatte ich mir um geft. Zuspruch höflichst zu ersuchen. Die pünktlichste und aufmerksamste Bedienung wird zugesichert. Gießen, den 10. September 1905. Karl Haas, Bädermeister. Medizinische Veterinär- Klinik Klinik für innere Tierkrankheiten Frankfurterstrasse 85 im alten Tierspital Fernsprecher wie bisher Nr. 142( Veterinäranstalt). Postkarten- Centrale Sonnenstraße 5 Gicken empfiehlt: Brotpreise bom 10. bis 24. September 1905. Der hiesigen Bäcker. Kg. 1 Weißbrot 2 " 1 Gem.- Brot 2 " 3 ornbrot 2 Pfg. 26 Der auswärtigen Bäcker: 1 Weißbrot Georg Dern, Gr.Linden W. Steinmüller Witwe göns.) Versteigerung. Dienstag, den 19.Septbr. 1. J. nachmittags 3 Uhr sollen im städtischen Brandlotale, Seltersweg 11, dahier die wegen 52 rückständigem Wassergeld, elektr. 24 Stromgeld und die wegen rückständigen Geom.- Geb., Baureb.72 Geb., Schulstrafen, Beerdigungs22 fosten und Genossenschaftsbeiträge 44 gepfändeten Gegenstände, Möbel aller Art, 1 Dezimalwage und 1 Kassenschrank versteigert werden. Gemmecker, Pfandmeister 8F 24 ( Lang24 Heinrich Weber( Heuchelh.) W. Fabel Wiefed Jakob Appel, Krofdorf. W. Weißel Langgöns u. 2. Steinmüller Gr. Lind. 25 Karl Post, Wieseck W. Leir KleinLinden 26 Louis Süßmuth Steinberg u. Georg Dern Gr.- Linden 48 W. Steinmüller Wwe. Langgön8) 48 W. Fabel( Wiesed W. Weizel, Lang= Göns JakobAppel, Krofdorf, Heinrich Weber Heuchelheim L. Steinmüller ( Gr.- Lind.) 50 Karl Post, Wieseck u. W. Lein Klein: Linden 52 22 1 Gem. Brot Georg Dern Gr, Linden Seltersweg 14 2 Stadt- Ansichten, Blumen-, Serien-, Witzkarten, Künstlerkarten. Das eigene Porträt auf der Postkarte 6 Stück 90 Pig. Landw.Landes- und JubiläumsAusstellungs- Lotterie in Mainz Ziehung bestimmt 20. September 1905. 2400 Gewinne im Werte von zusammen 42000 Mark Hauptgewinn ein kompl. Erntewagen m. 4 Pferden bespannt, nebst dazugehörigem Geschirr im Werte von 7000 Mark. Sämtliche Gewinne werden auf Wunsch gegen Abzug einer entspr. Provision in Bar ausbezahlt. Lose à 1 Mk.( 11 Lose für 10 Mk.) zu haben bei: • Richard Buchacker, HauptKollekteur, sowie allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen. ( Porto und Liste 25 Pfg. extra.) 92 000 m Gebrauch! sdf& 21/2 3 dW.SteinmüllerWe W. Weigel, LangGöns, L. Steinmüller Gr. Linden Heinrich Weber, Heuchelheim 22 24 W. Lein KleinLinden Louis Süßmuth, Steinberg und Karl Spamer, Reiskirchen, Georg Dern Gr. Linden Karl Trautmann, Wiesed, L. Steinmüller ( Gr. Linden) W. Steinmüller Wwe. Langgöns, Heinrich Weber, Heuchelheim, W. Weitzel Lang- Göns, Karl Gießen. Verwender Engelhardt Cichorien. SCHUTZMARKE bester KAFFEE Zusatz 16 mal prämiirt. 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Gießen, den 9. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bettergaffe zwischen Mäusburg und Marktstraße von heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 11. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Afterweg zwischen Walltor- und Schillerstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 9. September 1905. Großh. Bolizeiamt Gießen. J. V.: Noth. Bekanntmachung. Nach Mitteilung der Wutschutzabteilung des Königl. Instituts für Infektionskrankheiten wurde bei einem am 30. Juli 1. Js. dahier verendeten Hund Tollwut festgestellt. Die für den Bezirk der Stadt Gießen einschließlich der Gemarkung Gießen verfügte Hundesperce wird des halb auf unbestimmte Zeit ausgedehnt. Gießen, den 8. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Betr.: Schweinerotlauf zu Homberg. Bekanntmachung. Die unterm 12. August 1. Js. über die Gemarkung Homberg verhängte Sperre ist wieder aufgehoben. Die Viehmärkte in Homberg fönnen daher wieder Die seither abgehalten werden. Alsfeld, den 7. September 1905. Großh. Kreisamt Alsfeld. Dr. Meltor. Wascht mit Schwan- Seifenpulver Drei Kronen- Schokolade,% Kilo Mk. 3.ayofa STOLLWERCK 13 Einige Täfelchen gute reine Schokolade, während der Berufsarbeit genoffen, stärken und er= frischen überraschend schnell Körper und Geist. 117. Forfe Der Haffie Born gerötet Dundeten Man ich auch seine und fentte, er t befanden. 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