sen! arft 20 ri in weisen am 22. Ma ftändlich au Das Bolly Nr. 110. Jnsertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Oberbeffen, bie Kreise Wahlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Rebattion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Donnerstag, den 11. Mai 1905.' Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Obet hessische Familienzeitung( täglich) und die Giekener Seifenblasen( wöchentlich). Das Platt erja eint an ellen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. bauch in Die englifch- franzöfifche freundschaft. ung Schiffen mungen der England die unbestrittene Anerkennung seines egyptischen Seit dem englisch- französischen Marokko- Abfommen, das . Besizes eintrug und dafür Frankreich das Zugeständnis beanmachte, es dürfe ein Protektorat über Marokko spruchen, seitdem gilt die englisch- französische Freundschaft für so innig, daß sie an Innigkeit durch kein Bündnis überboten werden fann. Das ist wenigstens die Meinung des Herrn Delcassé gewesen, der an der Spitze des Auswärtigen Ministeriums Frankreichs steht. Und nicht seine allein. Auch ete Sperre de Herr Fikgerald hat sie geteilt, der nicht mehr englischer Adbeftrake wi Roman zurüc d zwar emand als er demie Je des der gierte. Stüde. Scherben fich ein atemlos uf Ihr leiben." iften zu ammelte ind-" , unter auf der Bem Ge überzuing Seifich auf Bitte des Paris edinung ran. der die ser das aschender nit rotem Blasglode ihm zer wieder wesenden bon der nig Louis Sotel mit Baje vom aus:, So 11.'"" Frere Beu Birt feine die 1770 Frankreich Marie An , ftattfan r den bor Luft. Dem Börje ent üffett bon an und wertvolles der Hoch er Gräfin er Uhren, r fiel der miral ist und ohne jede Verantwortlichkeit sagen und glauben darf, was er mag. Die übrige Welt aber, darunter die französische selbst, hat ein anderes Urteil gewonnen. Ihr hat fid die Ueberzeugung aufgedrängt, daß England durchaus nicht gesonnen ist, den französischen Ansprüchen mehr als scine Duldung zu schenken. Kann Frankreich durchsetzen, was es verlangt und mit Englands Zustimmung verlangen darf, so wird England zufrieden sein; doch es denkt nicht daran, seine Macht für Frankreichs Wünsche einzusetzen. Von Paris aus ist durch Herrn Delcassé verbreitet worden, daß Deutschland von dem Maroffo- Abkommen beizeiten amtlich in Kenntnis gesezt worden sei, und daß erst die russische Niederlage bei Mukden in Berlin den Gedanken wachgerufen habe, es möchte möglich sein, das seines Bundesgenossen tatsächlich beraubte Frankreich in der Verfolgung seiner marokkanischen Pläne zu hindern. Man hat in London feinen Augenblick gezögert, diese Darstellung amtlich als falsch zu bezeichnen. Die forrekte Stellungnahme, die hierin zum Ausdruck kommt, verdient Anerkennung und hat sie auch) gefunden, nicht zulegt in Frankreich, wo Delcassé den Rest seines Ansehens verlor und zum Minister zweiter Klasse ge= macht, innerhalb seines Ressorts unter Aufsicht gestellt wurde. Vergeblich ist Admiral Fitzgerald dem französischen Minister zu Hilfe gekommen, in dem er von der Möglichkeit und sogar Ratsamfeit eines englischen Angriffskrieges gegen Deutschland schrieb, wobei er stillschweigend voraussetzte, daß Frankreich die Last und die Folgen des Landkrieges auf sich nehmen würde. Der gewesene Admiral wurde von der engfischen Regierung und von der englischen Presse mit Tadel, mit Hohn und Spott überschüttet. Verstandeslos" war noch die sanfteste Bezeichnung, die man für ihn hatte. Wiederum offenbarte sich hier der gesunde englische Instinkt, jener Wirklichkeitssinn, der sich von keiner Phantastit irreleiten fäßt, wo es sich um praktische Dinge handelte. In den unterrichteten englischen Kreisen wußte man, daß Admiral Fizgeralds unausgesprochene Voraussetzung nicht zutraf, daß in Frankreich fein Verantwortlicher und nicht einmal ein Unverantwortlicher gewissenlos genug ist, das gefährliche Abenteuer eines Krieges mit Deutschland zu wagen, bloß damit England durch die etwaige Vernichtung der deutschen Kriegs- und Handelsflotte ein verstärktes Uebergewicht 20) Von Gustav Rohleder, Grünberg i. H. Alle Rechte vorbehalten. über Frankreich gewinne. Ebenso ist man in England selbst weit von den Plänen entfernt, die Admiral Fitzgerald angedeutet hat. Man kann eben an der Themse nicht den Wunsch haben, eine antienglische Flottenkoalition mit Gewalt heraufzubeschwören. Gewiß will man in England das Uebergewicht zur See behalten. Das ist beinahe selbst. verständlich und fann ihm in keiner Weise verdacht werden. Dazu aber braucht es keinen Krieg, braucht es nur fortzufahren, für die Ausgestaltung seiner Flotte zu sorgen. Die englisch- französische Freundschaft ist, trotz des wieder. holten Vergnügungs- Aufenthalts König Eduards in Paris ziemlich brüchig und keineswegs den freundlichen Beziehun gen zwischen Deutschland und England, nicht einmal denen zwischen Deutschland und Frankreich gleichwertig. Das wird sich in nicht langer Frist zeigen, sobald erst der Fehler ausgelichen sein wird, den Delcassé in Beschränktheit und Kurzfichtigkeit begangen hat. Zwischen Frankreich und England besteht eine schwer überbrückliche Kluft durch den Krieg in Ostasien. Zwar sind beide Mächte neutral. Aber zugleich ist Frankreich der Verbündete Rußlands und England der Verbündete Japans. Das englisch- japanische Abfommen macht England ein Eingreifen zur Pflicht, sobald irgend eine Macht zugunsten Rußlands eingreift. Das kann durch bloße Neutralitätsverlegung geschehen, und nach japanischer Behauptung ist es bereits geschehen, indem Frankreich in der Kamranhbucht der russischen Flotte des Admirals Roschdjestwens. fy einen mit den Gesezen der Neutralität nicht zu verein. barenden Vorschub leistete. Das muß nicht zum Bruch führen, wird es wohl auch nicht; aber die Grundlage für rinen neuen und festen Freundschaftsbund oder gar für ein Schutz- und Truzbündnis bildet es gewiß nicht. Der Krieg in Oftafien. Die Spannung zwischen Japan und Frankreich währi meiter an. Wenn auch Nachrichten von einem japanischen Ultimatum, die von London aus verbreitet werden, wohl als sensationelle Uebertreibung angesehen werden müssen, so läßt es sich doch nicht leugnen, daß die Lage recht ernst ist und zu schweren Verwickelungen führen kann. Schon jetzt droht der politische Hader auf die Handelsbeziehungen beider Länder äußerst ungünstig einzuwirken. Japanische Repreffalien. Aus Tokio kommt das folgende Telegramm, das die tiefe Erregung ini japanischen Lande über den französischen Neutralitätsbruch treffend wiederspiegelt: Die Mitglieder der Handelskammer haben den Antrag gestellt, mit Rücksicht auf die Neutralitätsbrüche alle Handelsbeziehungen mit Frankreich aufhören zu lassen. Wenn der Antrag durchgeht, wird ein gemeinsames VorNie hatte er ihn probiert. Nun, es ging ja immer durch Der Eselsmüller und die Falschmünzer. Wald, da sab ja kein Mensch den gestrengen Kreisrichter als Eselsritter. Ja, er mußte nach Frankenburg und dort mit dem Landrat reden. Möglich, daß er sich heute einen Wischer von„ oben" verdient. Er kannte die heiklen Sachen zwischen den„ Ländchen" und" Standesherren". Die Eselsmühle unterstand dem Landratsamt. Er hatte tatsächlich nichts darin zu suchen. Nun, der ehrliche Eselsmüller er hatte ihn jetzt ja als ehrlichen Menschen erkannt-verklagte ihn nicht. Bei einer Flasche Wein wollte er dem Landrat schon etwas von seinem Versehen" erzählen. ( Nachdruck verboten.) Wie tamen aber der Kreisrichter und der Gendarm unter das Mühlrad in den Mühlbach? Wir wissen schon, daß auf ein Zeichen des Eselsmüllers vom stummen Mahlknappen die Falltür losgelegt wurde. Als die Haussuchung fich nun auch auf die eigentliche Mühle erstreckte und die beiden Beamten, Gendarm Eigenbrod voran, bei dem Mahlkasten an. gelangt waren, rief der Eselsmüller:" Vorsicht, Vetter Gendarmı". Der stand aber schon auf der verhängnisbollen Klappe. Ein Schret- ein dumpfer Fall und Eigenbrod war verschwunden. Noch ehe aber der Kreisrichter eigentlich wußte, was geschehen, war er auch schon mit einem Schrei verschwunden. So, das Bad ist die erste Lektion vom Eselsmüller, Ihr.... Beamten. Steckt Eure Nasen in andere Löcher, aber bleibt vom Eselsmüller. Erst schluckt ordentlich Wasser, dann rettet Euch der barmherzige Eselsmüller, triumphierte der Eselsmüller. Ec wandte sich eilends um und mit schnellen Schritten ging es die Treppe hinauf, aus der Mühle hinaus und auf die Stelle zu, an der schon Kernein den Gendarmen aufgefischt hatte. Die„ unfreiwilligen Badegäste", wie der Kreisrichter, als er seinen Humor wiedergefunden hatte, sich und Eigenbrod nannte, wurden gut und reichlich gepflegt. Dann wurde man einig, in Gemeinschaft mit dem Eselsmüller nach Frankenburg auf den Jahrmarkt zu gehen. Der Eselsmüller stellte bereitwilligst seine Esel den Herren Vettern" zur Verfügung. Kernein war unterdessen schon vorausgeritten. Bis gegen Mittag stieg der Humor des Kreisrichters bepentlich. Er freute sich wie ein Kind auf den selsritt. " " Also, wir reiten bis zum Waldesende," wandte er sich an Eigenbrod. Eigenbrod war garnicht so humoristisch zu Mute, wie seinem Vorgesetzten, doch er mußte einfach mitreiten. Endlich brach man auf. Der Herr„ Vetter" Kreis richter setzte sich auf das alte Grautier und Eigenbrod erhielt einen etwas jüngeren Esel. Der Eselsmüller selbst aber nahm den jüngsten. Dem Kreisrichter gefiel das Reiten so gut, daß er es wagte, den Esel in" Galopp" zu treiben. Die anderen ritten gemächlicher hinterdrein. Durch des Vorgesezten Humor angesteckt begann auch Eigenbrod, Wize zu machen. Er erzählte dem Eselsmüller föstliche Anekdoten aus seiner Dienstzeit. Er gewahrte dabei nicht, daß die Lippen des Eselsmüllers ein schalkhaftes Lächeln umspielte. Als die drei Neiter in die Nähe des Hülsgrundes, einer schauerlichen Talschlucht, famen, ging auf einen Kniff in die Ohren dem Eselsmüller sein„ Junger" in ein Galoppboden. Ja, sein Liebling, wenn auch noch ein Galoppbocken. Ja, sein Liebling, wenn auch noch jung, wurde gut. Er saß fest, ihn warf auch sein altes Grautier nicht ab. Als der Eselsmüller wie geschüttelt am Herrn Vetter" Kreisrichter vorbeisauste, sah ihm derselbe mit einem eigentümlichen Gefühle nach. Aber auch des Kreisrichters altes Grauchen hatte seinem gehen der andelstammern des Landes eingeleitet Auch der französische Gesandte Harmand in Tokio cr schließt sich der Einsicht nicht, daß die zweideutige Halting der französischen Behörden endlich ein Ende nehmen und cing fategorische Lösung der Neutralitätsfrage unbedingt erfolgen müsse. Offiziell verlautet aber immer noch nichts Zuver lässiges aus Paris über die Vorgänge in den indochinesischen Gewässern. Man behauptet, daß die Regierung nicht für sie verantwortlich zu machen sei, da die Kamranhbucht, wo Roschdjestwensky sich tagelang verproviantieren konnte, als Konzession dem Marquis Barthélemy- Pontalis gehöre. Toch ist das natürlich eine bloße Ausrede. Die Verproviantierung geschah unter den Augen des französischen Admirals Inquières, der die Pflicht gehabt hätte, den Konzessionär se ter Vegierung an Neutralitätsverlegungen zu hindern. Konzessionsgebiet oder nicht, Kamranh und sein: Bucht stchen unter französischer Oberhoheit. Deshalb trifft auch die französische Regierung die volle Verantwortlichkeit für alles. was sich dort ereignete. Wo ist Roschdjestwensky? Man glaubt außerdem noch immer in Tokio, daß No, chdjestvensky sich weiterer französischer Unterstützung zu erfreuen hat, trotz aller gegenteiligen Versicherungen, Sie von der Pariser Presse geflissentlich verbreitet werden. Das " Petit Journal" läßt sich aus Saigon vom 9. Mai melden: Das Geschwader des Admirals Nebogatom wurde bei Tagesanbruch etwa zwanzig Meilen von der Küste entfernt beim Kap St. Jacques gesichtet. Es schickte sich an den Fluß bis Saigon hinaufzufahren, wo es die für seine Vereinigung mit der Flette des Admirals Roschdjestwensky erforderlichen Nachrichten vorzufinden und sich mit frischen Lebensmitteln versehen zu können hoffte. Es wurde jedoch auf offener See von einem Aufklärungsschiff der Flotte Roschdjestwenstys eingeholt, welches ihm den von der französischen Regierung ausgesprochenen Wunsch übermittelte, daß die Vereinigung der beiden Geschwader außerhalb der indochinesischen Gewässer stattfinden möge. Nebogatow segelte hierauf nach der offenen See, um sich mit dem Geschwader Roschdjestwenskys zu vereinigen, welches zweifellos an der Küste von Annam auf ihn wartet. Dafür spricht, daß das französische Geschwader an dieser Küste zusammengezogen wird. In Hongfeng liegen 3. 3t. 23 englische Kriegsschiffe. Togos Flotte vermutet man bei den Bescadoresinseln. Amtlich wird nämlich in Tokio bekannt gegeben, daß die Annäherung an diese Inselgruppe auf 10 Meilen im Umkreise gefährlich ist, da in den Gewässern Minen gelegt worden sind. Man schließt daraus, daß die Häfen der Fischerinseln zugleich mit Formosa von Togo für seine Flottenbasis ausersehen und start befestigt worden sind. Die öffentliche Meinung in Japan beschäftigt sich weiter Tebhaft mit jungen Kollegen nachgeschaut. Einen Augenblick spitzte es die Ohren, warf einen Blick auf das andere Tier, das ihm, dem alten, erfahrenen es nicht zuvortun Gerade, als der Eselsmüller mit durfte, und-. seinem jungen" an einer Waldecke verschwand, sah er in weitem Bogen den„ Vetter" Kreisrichter von seinem Grauchen abfliegen. " Hast mich verstanden, altes Tier," sprach er halblaut vor sich hin. Dann ein Ruck und sein bockender Esel stand wie ein Baum.„ Einer flog, der andere fliegt auch. Jetzt ruhe ein wenig, mein Liebling." Liebfosend streichelte der Eselsmüller sein Tier. Ein Schrei, der in der Schlucht widerhallte, sagte ihm, daß der Gendarm Eigenbrod gleichfalls abgeflogen set. Der Eselsmüller setzte sich wieder auf sein Tier und ritt ruhig weiter. Als er vor Frankenburg am Gosberge anfam, waren seine beiden anderen Esel schon bei ihm, natürlich ohne Reiter. Hohnlachend toppelte er die Esel an sein Reittier. Ja, Herr Kreisrichter nebst Eigenbrod, Ihr habt Euch in dem dummen Eselsmüller verrechnet. Heute geht Ihr nicht nach Frankenburg. Und so geschah es auch wirklich. Der Kreisrichter hatte bei seinem Sturz eine recht schmerzhafte Quetschung davongetragen und Eigenbrod flagte über Schmerzen im Rücken, er war beim Bocken des Esels rücklings abgeflogen. Beide waren froh, als der Buzmüller- Wilhelm mit beladenem Wagen die Straße von Schw... herunterfam. Sie riefen ihn an und nach Durchwatung der Nuhne setzten sich beide mit ihren durchnäßten Kleidern auf die Fruchtsäcke. So wurden sie mit in die nahe Mühle genommen. Dort wurden die Beamten aufs neue ausgezogen und zu Bett gebracht. Die kundige Müllerin hatte bald Getränke bereitet, die den Abgeworfenen gut zu statten kamen und nicht lange darauf fielen Kreisrichter und Gendarm in einen tiefen, erquickenden Schlaf. ( Fortsetzung folgt.) Gerüchten über das Wladiwostokgeschwader, das durch die Wiedereröffnung der Feindseligkeiten durch seine Torpedoboote von neuem Schrecken unter der seefahren den Bevölkerung des Inselreiches verbreitet hat. Man hai ausspioniert, daß die Kreuzer Rossija“ und„ Gromoboi" wieder ausgebessert sind, während„ Bogatyr" sich noch in unbrauchbarem Zustande befindet. Außerdem sind in Wladiwostok neun Torpedoboote und Material zum Bau von drei Torpedobootszerstörern, doch ist nicht bekannt, ob letztere schon gebaut sind. Der Bau von 5 Unterseebooten ist be endet. Die Bedeutung des Hafens von Wladiwostok wird in diesem Moment noch erhöht durch Nachrichten, die von einem Bevorstehenden russischen Einfall in Ko. rea zu berichten wissen. 15 000 Mann russischer Truppen sollen auf dem linken Ufer des Tumenflusses versammelt sein. Sie sollen die Verteidigung Wladiwoſtoks unterstützen. Die Politik. Die Verhandlungen der deutschen Bahnverwaltungen über die Personen- und Gepäcktarifreform, die kürzlich in Berlin gepflogen wurden, haben in den wesentlichsten Punk ten zu einer Einigung geführt. Die Genehmigung durc die einzelnen Bundesregierungen muß allerdings noch erfol gen. Die von Preußen vorgeschlagenen und von den Ver. tretern der verschiedenen Bahnverwaltungen angenommenen Vorschläge treffen folgende Bestimmungen: Aufhebung der Rückfahrkarten und tunlichste Beseiti gung aller Sonderbegünstigungen; Beseitigung des Schnellzugszuschlags und Einführung eines Zonenzu schlags nach dem Vorbild der Plaßkarten in den D- Zügen; einheitlicher Tarif: Für die 1. I. 7 Bf., für die 2. Kl. 4,5 Pf, für die 3. Kl. 3 Pf. und für die 4. Kl. 2 Pf. für den Kilometer. Die Einführung der vierten Wagenklasse in Bayern ist nicht zur Bedingung einer Einigung gemachi worden; Bayern wird in Zukunft für die dritte Klasse in den Personenzügen 2 Pf für den Kilometer und für die dritte Klasse in Schnellzügen 3 Pf. erheben. recht sei, den Geschworenen billig sein müsse. Deshalb könn die Frage in diesem Gesetze nicht geregelt werden. Länger Zeit nahm dann noch die Beratung der von vornherein cys sichtslosen sozialdemokratischen Anträge in Anspruch, die ein Einschränkung des staatsanwaltlichen Anklagemonopols be zwecken. Hingegen fand der Antrag der äußersten Linfen die Preßvergehen der Kompetenz der Schvurgerich'e 31 unterstellen, eine knappe Mehrheit. Jahre weiteren Anträge. die auf Abänderung der Strafrechtsprozeß- Ordnung gerich tet waren, wurden als nicht im Zusammenhang mit der Vorlage stehend zurückgewiesen. Die Konferenz ist sich ferner auch einig geworden über die Revision des Gepäcktarifs. Ein Sendungstarif nach Zonen und Gewicht soll eingeführt werden. Mehrere Gepäck. stücke können dabei zu einer Sendung vereinigt werden. Es muß abgewartet werden, wie der Zonenzuschlag und der Gepäcktarif aufzufassen ist, che ein abschließendes Urteil ab. gegeben werden kann. Wahrscheinlich wird aber der neue Tarif in diesem Jahre nicht mehr in Kraft treten. * A Bei dem Schillerkommers in Bosen bezeichnete Minister von Rheinbaben Einigkeit in allen nationalen Fragen zur Förderung des gemeinsamen Ganzen als unabweisbare Pflicht aller Deutschen in der Ostmark. Nheinbaben schlof mit dem Rufe: ,, Seid einig, einig, einig!" Russland. Heer und flotte. Der älteste Soldat der ehemaligen hannoverschen Armee ist in Hildesheim im 94. Lebensjahre verstorben. Es ist der frühere Bädermeister Sonder, der im Jahre 1832 in das zu Hildesheim garnisonierende 1. Bataillon des 3. hannoverschen Infanterieregiments eingetreten war, Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. daß der Arzt sich in erneuter Zeiten Lauf fügt und eine ver ständlichere, genauere Rechnung aufstellt, die Zahl der Ve. suche angibt, die er gemacht und empfangen, die Zahl der Untersuchungen, die er angestellt hat. Seine Würde leidet nicht darunter, wenn er einem Branch entsagt, der wohl ganz schön war, der aber das Einverständnis auch des anderen Teiles zur Voraussetzung haite. Maififchfang am Rhein. ( Nachd. verb.) Köln, 10. Mai der Landesirrena für furze Zeit in dere Patient befa mergenoffen zu e Lages- Chroni in berjchiedenen Innern des Lan Der große lain", mit 1172 fchaft an Bord, feit längerer Ze An Bor im Kieler Reißen einer 2 El Cine furd richten, die un fchwemmung, denen Stellen große Opfer Verhältnis feuchte Elemen Breslau mit e ftens find feine Der wunderschöne Monat Mai bringt den Bewohnern der gesegneten Rheinufer nicht allein wie ihren Landsleuten in den übrigen Gauen Deutschlands Nachtigallenschlag und ronnesame Lüftchen, frischen Spargel und köstliche Wald. meisterbowlen, sondern auch einen durchaus nicht zu unter schätzenden Leckerbissen, den der alte sagenumwobene Strom selbst in seinen Wellen herbeiträgt. Es ist das der Mai fisch, wie er im Volksmunde genannt wird. Eigentlich heißt der verdienstvolle Flossenträger AIsen und bringt die übrige Zeit des Jahres in den unermessenen Meeresweiten zu. Der Alsen gehört zu der großen Familie der Heringe. Gleichwie diesen seinen kleineren Vetter lockt ihn der Natur trieb zur Frühlingszeit aus den fernen Gebieten des Lzeans zur Vereinigung mit den Stammesgenossen. Aber während der Hering sich nur in Fjorde und Schären der Meeresbuchten drängt, unternimmt der Alsen Entdeckungs. züge in die Flüsse, hinein bis tief ins Binnenland, um dori zu laichen und der jungen Brut eine ruhige und gesicherte Kinderstube zu verschaffen. Bei diesem für die Erhaltung der Art so nüglichen Geschäft kommt dem Fisch natürlich der Mensch in die Quere und bemüht sich unter Aufwendung des ihm nun einmal von der Natur verliehenen Scharfsinnes, für seinen eigenen Nußen und Gaumenfibel möglichst viel mus der Sache herauszuschlagen. Namentlich die Rheinlän der und die Anwohner der Nebenflüsse des Vaters Rhein bringen dem Erscheinen des Maifisches lebhafte Aufmerksam feit entgegen. Für viele Fischerdörfer ist der Fang sogar bon wichtiger wirtschaftlicher Bedeutung. Alle möglichen Arten von Reusen, Angeln und Neben werden angewandt, um dem fröhlichen Dasein des Alsen ein jähes Ende zu berciten und ihn als geschätzte Saisondelikatesse auf die Tafel zu bringen. Das ist ein Leben und Treiben in der jungfräulichen Frühlingsluft auf dem in der Sonne glizernden Fluß. Ganze Ortschaften sind aufgeboten, Mann und Weib, Kind und Greis, um den silberschillernden Segen einzuheimsen. Am Ufer wird die Beute auf Wagen geladen und nach den Städten gefahren, wo sie willige Stäufer findet. Der Kleinhandel entwickelt sich oft sogar an Ort und Stelle, neugierige Zuschauer erstehen für billiges Geld ein ihnen be sonders vertrauenswürdig erscheinendes Eremplar und tragen es triumphierend nach Hause. Mutter fängt an zu braten oder zu sieden und beim festlichen Mahle lobt männig. lich die gute Idee des verständigen Hausvaters. RK Berlin, 10. Mai. ( 178. Sigung.) Recht matt und schläfrig setzte die heutige erste Sigung nach den Osterferien ein. Und diese Stimmung änderte sich bis zum Schluß kaum. Das lag zum Teil wohl an der recht minimalen Zahl der den schönen Reden Lauschenden, vornehmlich aber an dem Umstande, daß man über diese Sache Warenhaussteuer und Gewerbesteuerschon so sehr, sehr oft gesprochen hat, ohne einer Einigung näher zu kommen. Der Antrag der Handels- und Gewerbekommission, die Wa= renhaussteuer zu erhöhen und sie bereits bei einem Umsatz von 200 000 Marf eintreten zu lassen fand bei der Regierung, die nur durch Kommissare vertreten war, gar feine Gegenliebe. Vergebens legien sich mehrere Herren von der äußersten Rechten und dem Zentrum für den Antrag ins Zeug; vom Regierungstisch antwortete niemand mehr und die Nedner der Linken ereiferten sich in dem Bewußtsein, daß die Regierung hinter ihnen steht- auch nur bis zu einem gewissen Anstandsgrade. Die Nationalliberalen und Freikonservativen aber erklärten die Abstimmung über den Antrag bei dem Widerspruch der Regierung für zwecklos. So flossen vier und eine viertel Stunde still dahin. Zur Abstimmung kann es erst bei der zweiten Lesung kommen. Ueber den zweiten Punkt der Tagesordnung, einen freisinnigen Antrag auf Aenderung der Gewerbesteuer, sprachen nur der Abg. Funck als Antragsteller und ein Regierungskommissar in kaum verständlichem Ton. Dann wurde der Vorschlag der Kommission, statt jenes Antrags eine Resolution anzunehmen, die von den Gemeinden eine gerechtere Ausgestaltung der Gewerbesteuer fordert, fast einstimmig gebilligt. Die nächste Sigung findet morgen statt mit dem Programm: Sefundärbahnvorlage und KleinigFeiten † Für die Maifeier erwartet man wieder Verstärkung der inneren Unruhen. In einer von 1000 Fabrikarbeitern besuchten Versammlung in Reval wurde beschlossen, aus Anlaß der Maifeier einen dreitägigen Ausstand zu veranstalten und an die Fabrikanten abermals Forderungen zu stellen, deren Nichterfüllung innerhalb 12 Stunden Brandstiftun gen in den Fabriken nach sich ziehen würden. Um die Versammlungsstätte waren Radfahrer aufgestellt, um die Ankunft der Polizei zu signalisieren. Diese fand sich jedoch nicht ein. An der Versammlung nahmen auch Deputationen aus Petersburg und mastierte Personen teil.- Der Priester Gapon soll sich in London befinden. Nach den blutigen Ereignissen im Januar flüchtete er und bildete in Lon. don eine Gesellschaft russischer Sozialisten und Revolutionäre, die als Zentralleitung sämtlicher revolutionären Aktionen dienen soll. Oefterreich- Ungarn. Nach einer Wählerversammlung in Florisdorf kam es zu großen Straßendemonstrationen in Wien. ChristlichSoziale und Sozialdemokraten stießen zusammen. Fensterscheiben wurden eingeschlagen, Häuser angegriffen und Läden zerstört. Die Polizei wurde mit einem Steinhage! überschüttet. Zwei Polizisten erhielten schwere und 15 leichtere Verlegungen, sechs Pferde der Wachmannschaft trugen Messerstiche davon. Viele Personen wurden verhaftet, 20 Demonstranten verwundet. Amerika. Die aus Europa kommende Einwanderung in die Unionstaaten wächst in der letzten Zeit mächtig an. An einem Tage liefen zehn Schiffe mit 12 039 Einwanderern ein. Hauptsächlich kommen die Leute aus Rußland, aus den polnischen Gegenden und aus Italien. Deutsche sind gegenwärtig nur wenige darunter. Deutscher Reichstag. Soziales Leben. [] Internationale Arbeiterschukkonferenz. Die in Bern eröffnete Konferenz wird sich mit der Verwendung weißen Phosphors bei der Zündhölzchenfabrikation und mit dem Verbot der gewerblichen Nachtarbeit der Frauen befassen. [] Der Streif in Chikago. Die Bautätigkeit stockt, da auch die Kutscher der Krangesellschaft die Weisung erhalten haben, in den Ausstand zu treten. Die Krangesellschaft be. schäftigt auf Eisenwerk und Lager allein 25 000 Personen. Mehrfach kam es auf den Straßen zu Zusammenstößen, wobei scharf geschossen wurde. Ge Die Doktorrechnung. der Schaden fel bach genannt, m drei Metern Br Strom bon 20 bernichtete alles Felder, eben b prangend, wur Jahre hinaus zugleich die A ftieg in den S merte alles, n Tische, Schrö Adergeräte, ( ½ Meter d fort. Die Fl fchen nur mit In Kan wo erst in den ftürme bon der der Stadt Ma Nach oberfläch 30 Menschen g In früheren Jahren war der Maifisch viel häufiger wie heutzutage. Aber wie dem vornehmen Salm oder Lachs hat die Raubfischerei der Holländer mehr und mehr dem Al. sen den Weg versperrt und nimmt den größten Teil der Fische vorweg, ehe sie Gelegenheit hatten, für Fortpflanzung und Vermehrung der Gattung zu sorgen. Leider ist es so und infolge dieser Umstände gehören die Zeiten, wo man am Rhein den Maifisch sozusagen geschenkt bekam, zu den sagenhaften. Immerhin kauft sich auch heute noch der kleinste Mann und die ärmste Familie ihren Fisch oder ihr Fischlein, um sich den sonst so seltenen Genuß eines allerdings nun imitierten Flußfisches zu verschaffen. Denn eigentlich ist der Alsen ein Meeresbewohner und kehrt nach Beendigung de Laichgeschäftes in die sturmdurchtobte Nordsee zurück, wenn ihn vorher nicht das überall drohende Geschick ereilt. Er trägt ein hübsches Kleid, der Vielbegehrte. Metallisch. grün auf dem Rücken, ist die Unterseite silberweiß. Die Riemendedel glänzen goldig und auf der Schulter_prang ein dunkler Fleck als auszeichnendes Achselstück. Zubereitet wird er auf mancherlei Art. Am meisten wohl iẞt man ihr warm, fein säuberlich in einer Hülle von Butter und Mehl gebraten. Auch geräuchert kommt er auf den Tisch, ferner ols Maifisch in Gelee. Feinschmecker rühmen den gebrate nen panierten Fisch, den man erkalten läßt und dann ir pikanter Brühe serviert. Und wenn ein gutes Glas Rauen taler oder Rüdesheimer dazu gegeben wird, soll das dem Genuß feinen Abbruch tun. Es liegt im Zuge der Zeit: die Affordarbeit wird durch Ctückarbeit verdrängt, die Entlohnung soll der jeweiligen Leistung entsprechen. Das macht sich allmälig auch auf dem Gebiet der ärztlichen Hilfstätigkeit geltend, für die es in früheren Tagen nur ein„ Honorarium" gab, das in Gold entrichtet sein wollte. Dukaten und Friedrichsdor waren zu selten, nicht für jedermann zu erlangen, und so zahlte man dem Arzt wenigstens in Gold wert, ein Vielfaches von 3 Talern 10 Silbergroschen oder von 5 Talern 20 Silbergroschen. In England hat der Brauch sogar das Vorhandensein der Goldmünze selbst überdauert. Es gibt keinen Sovereign mehr, doch der Arzt erhält heute noch seine Bezahlung in Sovereigns, d. i. in 1 Pfund und 1 Schilling. Die Einrichtung des Pauschalhonorars für den Hausarzt, früher die Regel, ist in den Großstädten schon zur Ausnahme geworden, und auch in den kleineren Städten bürgert sich der Brauch ein, den Arzt nach dem Maß seiner Bemühung zu entlohnen. In den Großstädten findet sich die Rechnung des Arztes allvierteljährlich ein, in den kleineren Städten wartet der Arzt bis zum Jahresende, wohl auch noch etwas länger, ehe er sich in Erinnerung bringt. Und dann tut er es mit einem Lakonismus, der bloß deshalb nicht mehr auffällt, weil er herkömmlich ist. In den Großstädten zwar hat der Arzt schon angefangen, seine Forderung zu begründen. Er verlangt das und das Honorar für so und so viel Besuche. Das ist geschäftsmäßig und deutlich. Man weiß, wofür man die geforderte Summe schuldig ist. In kleineren Städten, wo die Menschen einander näher stehen, die Verhältnisse des einzelnen offen liegen und demzufolge Enttäuschungen seltener sind, geht es noch patriarchalischer zu. Der Arzt will dort auch in materiellen Dingen kein Geschäftsmann sein und vermeidet deshalb, eine Rechnung aufzustellen, wie es ein Kaufmann oder ein Rechtsanwalt oder ein Apotheker tut. Für ärztliche Bemühungen" das ist die sakramentale Formel, unter der er seine Forderung einreicht. Man ist damit bisher ausgekommen, beide Teile waren leidlich zufrieden. Auch die Patienten sahen in dem Arzi gern den Freund, zu dem sie in berzlichen und VertrauensLeziehungen, nicht in geschäftlichem Verkehr stehen wollten. Doch wie der„ Hausarzt" seltener geworden, der auch ungerusen fam, um sich nach dem Befinden von groß und klein zu erkundigen, so ist der ganze Verkehr mit dem Arzt nüch terner, geschäftsmäßiger geworden. Nicht daß man den Arzt weniger schätzte als vordem feineswegs!-, nur die persönliche Stellung zu ihm ist eine andere geworden. Die Ausbreitung des Kassenwesens hat wesentlich dazu beigetragen. Vielleicht noch mehr das Wachstum der ärztlichen Konkurrenz selbst. Jedenfalls gibt es in fleinen wie in großen Städten schon nicht wenige Personen, die es befremdet, eine so lakonische Rechnung zu erhalten; und die Befremdung führt zur Unzufriedenheit. Da ist es schon besser. ( 182. Sigung.) CB Berlin, 10. Mai. Der Zorn des Präsidenten über die Opposition der Mehrheit gegen seine geschäftlichen Dispositionen hat sic während der Ferien gelegt; er eröffnete die heutige Sigung mit einem freundlichen Gruße an die wenigen Abgeordneten, die sich eingefunden hatten. Nach Entgegennahme einer lan gen Reihe von geschäftlichen Mitteilungen erledigte das Haus ohne wesentliche Debatte mehrere Rechnungs. sachen und das auf der internationalen Konferenz in Paris abgeschlossene Sanitätsabkommen. Es folgt der wichtigste Gegenstand der Tagesordnung, die zweite Be ratung des von Mitgliedern aller Parteien eingebrachten Ge segentwurfs betreffend Aenderungen des richtsverfassungsgesezes. Die Vorlage selbst die durch Erweiterung der Kompetenz der Schöffengerichte einerseits dem Laienelement in der Rechtsprechung meht Spielraum gewähren, andererseits und wohl in erster Reihe die Straffenate des Reichsgerichts entlasten soll, fand in der Fassung der Kommission allgemeine Zustimmung, während einige Zusaganträge lebhaftere Erörterungen hervorriefen und auf Widerspruch stießen. So verfiel gleich die von der wirtschaftlichen Vereinigung aufgestellte Jorderung, in Zu funft den Schöffen außer den Reisekosten auch Tagegelder zu gewähren, obwohl sie grundsätzlich gebilligt wurde, der Ablehnung. Der Abg. Lattmann hatte sie mit fert Hinireis begründet, daß die durch die Vorlage bedingte Ver mehrung der Schöffen deren Auswahl erschweren würde. Staatssekretär Nieberding aber meinte,- und dari. stimmten ihm andere Redner bei- daz, was den Schöffen Nab und ferm. Der Verbandsteg deutscher Studentenvereine ist in Wein zusammengerreten. Es sind etwa hundert Des gierte erschienen, welche fast alle Universitäten und te nischen Hochschulen Deutschlands vertreten. Den Hauptgegenstand der Verhandlungen, welche nicht öffentlich sind, bildet der Zwist zwischen der Charlottenburger Studentenschaft und der Hochschulenverwaltung betreffs der akademischen Freiheit, die die Mehrheit der Charlottenburger Hod schüler durch die Genehmigung konfessioneller Verbindungen für bedroht erklärt hat. Bahl von öffer und das Thea gebung der St gen an. Auch aus beben zu leide Strophen. Am lich die Erde z Stadt gelegen Personen sind der Stadt Be mehrere Türn Nachmittags ringen find find von Fur der Stadt. rabbas geleg haben. Das Kind der Mörderin. Auf dem Wiener Landesgericht erschien eine Frau Julie Fabianicz aus Preßburg und bat, Franziska Klein, die zum Tode verurteilte Mörderin des Armenrats Sikora, sehen zu dürfen. Die Fabianicz hatte vor Jahren von einer gewissen Wanek ein Kind in Pflege genommen. Die Wanet ist verschollen und die Fabianicz will nun auf Grund der Zeitungsberichte und Bilder über den Prozeß Klein in der Klein die Mutter des Kindes erkannt haben. In den Berichten spielte ein Kind der Klein eine Rolle, das von einem hochgestellten Offizier abſtammen und an einem geheimgehaltenen Orte in Vension sein sollte. Das Landesgericht lehnte die Bitte der Fabianicz ab, da ihm ein Recht zur Einleitung einer Amtshandlung fehlt und eing Konfrontation zwecklos erscheint, da Franziska Klein ja doch leugnen würde. Sie will den Aufenthalt des Kindes nicht verraten. Der in Kairo verhaftete italienische Anarchist ist be reits wieder freigelassen worden und hat sich nach Griechen. land eingeschifft. Saffci, se heißt er, verdankte seine n haftierung dem Umstande. daß er verdächtig ist, Mitschul. diger Brescis bei der Ermordung König Humberts zu sein Man hatte aber vergessen, daß Jaffei seinerzeit bereits we gen Mangels an Beweisen von italienischen Richtern freige sprochen worden ist. Aus diesen Gründen erfolgt jetzt seine Entlassung aus der Haft. × Von einem Frren erschlagen wurde ein Patient des Salzburger St. Johannes- Spitals. Der Frre, der bishe ehenfalle im Shital untergebracht nemesen war. und nun i = [ Das G des deutschen Lipizzaner Sc nem Besuche prachtvollen Kinsti persön = [ Gin l heutzutage no folchen erfreu der Stadt Ber zur Beratung einer eigenen Deputation fü für die gesam - [ Die be Aberglauben, immer herrich gen gemelder zahl junger Krankheit e fannte fofo ein großer mit aller& fluge Frau Die betäub und starben = [ Eine Landfike de fen Lochter Kurassierprächtigen Paares im einem hohe Nur wenig der Brut Bredow le begütert gil Ten fennen, mandiert w [ Ein von Paris pilar je.. best feiten zur 2 beim Trans denen Lokale Teiden. Die einfach; man in die das bleiben fie i Tangere Beit aen möglic und eine ber Bahl der Ve Die Zahl der Wirde leidet er wohl gam des andere 10. Mai 1 Bewohner Landsleuter Tenichlag unt ftliche Wald cht zu unter obene Strom der Mai . Eigentlid and bringt di Meeresweiten der Heringe on der Natur Sebieten des noffen. Aber Schären det Entdeckungs land, um dori und gesicherte Die Erhaltung natürlich der Aufwendung Scharffinnes töglichst viel ie Rheinlän Baters Rhein Aufmerksam Fang fogar Wlle möglichen en angewandt Ende zu be auf die Tafel der jungfräu ne glibernden Mann und Den Segen ein Bagen geladen Käufer findet. Ort und Stelle ein ihnen be plar und tra = fängt an zu e lobt männig rs. I häufiger wie Im oder Lachs mehr dem Al Sßten Teil der Fortpflanzung Beider ist es so iten, wo man Sekam, zu den och der kleinsk ihr Fischlein allerdings nun zigentlich ist der Beendigung des ee zurüd, wenn id ereilt. rte. Metallisch Tilberweiß. Die Schulter prang tüd. Zubereitet ohl ist man ihr Butter und Mebl Den Tisch, ferner men den gebrate gt und dann in es Glas Rauen d, soll das dem envereine ist in hundert Del äten und te Den Haupt. öffentlich sind, rger Studenten ffs der akademi. Ottenburger Hod er Verbindungen Wiener Landes. us Preßburg und rteilte Mörderin Die Fabianicz ef ein Rind in llen und die Fa erichte und Bilder Putter des Kindes in Kind der Klein Offizier abftammen Benfion fein follte. bianicz ab, da ihm ung fehlt und eing angista Alein ja nthalt des Kindes Anarchist ist be idh nach Griechen rbanfte feine In htig ist, Mitschul uniberts zu fein erzeit bereits me n Richtern freige erfolgt jezt feine ein Patient des Frre, der bishe mar. und nun i der Landesirrenanstalt interniert werden sollte, wurde nur für kurze Zeit in das Zimmer gebracht, in dem sich der an. dere Patient befand. Er benuzte sie aber, um seinen Zim. mergenossen zu erschlagen. Lages- Chronik. Auch in Rußland tritt die Genickstarre in verschiedenen Gegenden sowohl an der Westgrenze wie im Innern des Landes auf. Der große atlantische Schnelldampfer„ Lake Champ. lain", mit 1172 Fahrgästen und 180 Personen der Mann schaft an Bord, von Liverpool nach Montreal unterwegs, isi seit längerer Zeit überfällig. - An Bord des Linienschiffes Medlenburg" wurden im Kieler Hafen dem Bootsmannsmaat Mathies durch Reißen einer Ankerkette beide Beine abgeschlagen. Elementare Katastrophen. Eine furchtbare Trias tritt uns in den neuesten Nachrichten, die uns der Draht übermittelt, entgegen: UeberWirbelstürme haben an verschie schwemmung, Erdbeben, denen Stellen der Erde ihr Vernichtungswerk verrichtet und große Opfer an Menschenleben gefordert. Verhältnismäßig am glimpflichsten verfuhr noch das feuchte Element, das das Gebirgsdorf Giersdorf im Bezirk Breslau mit einer Ueberschwemmung heimsuchte. Wenigstens sind keine Menschenleben zu beklagen. Sonst ist aber der Schaden sehr groß. Ein kleiner Gebirgsbach, Höllenbach genannt, war durch ein Unwetter von seinen üblichen drei Metern Breite in wenigen Stunden zum reißenden Strom von 20 bis 25 Metern Breite angeschwollen und bernichtete alles, was in seinem Bereiche lag. Wiesen und Felder, eben bestellt oder im schönsten Frühjahrsschmucke prangend, wurden zerrissen, verschlammt und sind auf Jahre hinaus unbrauchbar geworden, da mit den Saaten zugleich die Ackerfrume hinweggespült wurde. Das Wasser stieg in den Häusern bis zu einem Meter hoch und zertrüm. merte alles, was nicht niet- und nagelfest war. Die Möbel, Tische, Schränke usw. schwammen in den Stuben umher. Ackergeräte, Wagen, Walzen, schwere Bohlen, Baumstämme ( ½ Meter dick im Durchmesser) riß das Wasser mit sich fort. Die Flut fam mannshoch und so plötzlich, daß die Men schen nur mit Not sich selber retten konnten. In Kansas, dem klassischen Lande der Tornados, wo erst in den letzten Wochen mehrere Städte durch Wirbelstürme von der Erde weggeblasen wurden, ist ein großer Teil der Stadt Marquette durch einen Orkan vernichtet worden. Nach oberflächlicher Schäßung wurden dabei mindestens 30 Menschen getötet, viele andere schwer verletzt. Eine große Zahl von öffentlichen Gebäuden, darunter mehrere Kirchen und das Theater, liegen in Trümmern. Auch in der Umgebung der Stadt richtete der Wirbelsturm arge Verwüstun gen an. Fünfzig Auch aus Indien, das erst kürzlich unter schweren Erd. beben zu leiden hatte, kommen Nachrichten von neuen Katastrophen. Am 25. April begann in Bender abbas plöt. lich die Erde zu schwanken. Der etwa 200 Yards hinter der Stadt gelegene Kuhgando- Berg sank zusammen. Personen sind durch einen Erdrutsch verschüttet worden. J der Stadt Benderabbas selbst schwankten die Häuser und mehrere Türme und Gebäude stürzten ein. Während des Nachmittags wurden 5 Erdstöße beobachtet. Erderschütterungen sind seitdem täglich vorgekommen. Die Einwohner sind von Furcht ergriffen und wohnen in Hütten außerhalb der Stadt. Wie berichtet wird, soll die westlich von Benderabbas gelegene Stadt Sarn- Town ebenfalls schwer gelitten Saben. == Vermischtes. [ Das Geschenk des Kaisers von Desterreich zur Hochzeit des deutschen Kronprinzen] wird in einem Paar herrliches Lipizzaner Schimmel bestehen, für die der Kronprinz bei sei. nem Besuche in Wien besondere Vorliebe bekundet hat. Di prachtvollen Tiere werden vom Ersten Stallmeister Fürsten Kinski persönlich nach Berlin überbracht werden. ====[ Ein langer Titel.] Es gibt doch manchmal selbs heutzutage noch schöne, umfangreiche Titulationen. Eines solchen erfreut sich eine städtische Verwaltungs- Kommission der Stadt Berlin. Sie benamset sich wie folgt:„ Kommission zur Beratung der Angelegenheiten betreffend die Einseyunq einer eigenen, mit erweiterten Kompetenzen ausgestatteten Deputation für die Beschaffung der gröberen Konsumtibilien für die gesamten städtischen Anstalten". =[ Die beherten Gänse.] Ein Beispiel von dem frassen Aberglauben, der in einzelnen deutschen Landstrichen noch immer herrscht, wird aus dem ostpreußischen Kreise Mohrungen gemeldet. Einem ländlichen Besitzer verendete eine Anzahl junger Gänschen. Als auch die alten Gänse von der Krankheit ergriffen wurden, fam eine kluge Frau" und erfannte sofort, daß die Gänse verheyt seien. Schnell wurde ein großer Waschkessel über die erkrankten Tiere gestülpt und mit aller Gewalt auf dem Kessel getrommelt. Da gab die fluge Frau ein Zeichen, daß bas Trommeln ein Ende nehme. Die betäubten Gänse wadelten hin und her, erholten sich und starben dann trotz aller Beschwörung. = [ Eine Trauung unter freiem Himmel] fand auf dem Landsize des amerikanischen Senators Newlands statt. Dessen Tochter heiratete den preußischen Leutnant im GardeKürassier- Regiment Leopold Waldemar von Bredow. D: 3 prächtigen Wetters wegen fand die kirchliche Trauung des Paares im Parke des Landhauses statt, too der Altar unter einem hohen, schattigen Baume Aufstellung gefunden hatte. Nur wenige Freunde und Verwandte des Bräutigamis und der Braut waren bei der Feier anwesend. Leutnant von Bredow lernte feine iesige Gemahlin, deren Vater als sefr begütert gilt, in der Washingtoner Gesellschaft vor zwei Salren fennen, während er zur dortigen deutschen Botschaft kormandiert war. [ Ein Sanatorium für Pflanzen] will man in der Näl von Paris errichten. Es ist für alle möglichen Zimme pflar jc: bestimmt, besonders für Pflanzen, die bei Festli feiten zur Ausschmückung der Räume verwandt werden uno beim Transport von den Treibhäusern zu den verschiedencn Lokalen und besonders durch das elektrische Licht sehr Teiden. Die Behandlung dieser franken Pflanzen ist sehr einfach; man hält sie in frischen und feuchten Treibhäusern, in die das Licht einige Stunden täglich dringt, und dort bleiben sie je nach dem Grade ihrer Schwäche fürzere oder längere Zeit. Auf diese Art sollen sich die Pflanzen von aen möglichen Strapazen erholen. Hus dem Gerichtsfaal. § Ein Nachspiel zur Hibernia- Affäre. Anläßlich der Ver: handlungen über die Verstaatlichung der Zeche„ Hibernia" entstand zwischen der Nationalzeitung" und dem Heraus. geber der Zukunft", Maximilian Harden, eine scharfe Poeine Bemerkung der lemik. Harden fühlte sich durch ,, Nationalzeitung" gekränkt und ging deshalb mit dem schwersten Geschütz gegen das Blatt los. Es wurde von dem Chefredakteur der Nationalzeitung" sowohl wie von Har den die Beleidigungsflage angestrengt, die Donnerstag vor dem Schöffengericht in Berlin- Moabit zur Verhandlung tam. Die Parteien einigten sich auf einen Vergleich, bei dem sie sich gegenseitig versicherten, keine Beleidigungen beabsichtigt zu haben. Die Kosten übernahmen beide Seiten zu gleichen Teilen, ebenso die Verpflichtung, den Wortlaut des Vergleichs in der Nationalzeitung" und der„ Zukunft" zu veröffentlichen. § Gymnasiasten als Wechselfälscher standen vor der Ber liner Straffammer. Der Sohn eines Maurermeisters, ein hoffnungsvoller Tertianer, hatte in Gemeinschaft mit einem Freunde, der die Bänke der Sekunda drückte, einen Wechsel über 1280 Mark auf einen Geschäftsfreund seines Vaters gefälscht. Infolge eines kleinen Versehens, das den jungen Menschen bei der Ausfüllung des Formulars unterlaufen war, wurde der Schwindel gemerkt. Die beiden Fälscher wurden zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. § Im Münchener Mordprozeß Huber ist die Beweisaufnahme so gut wie beendet. Sie hat das angeklagte Ehepaar Huber weiter aufs schwerste belastet. Die Alibibeweise des Ebemannes sind gänzlich mißlungen Cokales. 11. Mat 1905. ** Die Großherzogin stattete gestern Vormittag, begleitet von der Oberhofmeisterin Freiin v. Granch Erz., dem städtischen Krankenhaus in Darmstadt einen Besuch ab, bei dem Oberbürgermeister Morneweg, Krankenhausdirektor Dr. Fischer und einer der Assistenzärzte die Führung übernommen hatten. Die Landesherrin zeigte reges Intereffe für sämtliche Einrichtungen der Anstalt und unterhielt sich mit mehreren Kranten. In der Kinderstation wurde der Großherzogin eine sinnige Huldigung bereitet. " H * Der Großherzog von Hessen. Durch die Bresse geht gegenwärtig die Nachricht, daß auf den hessischen Münzen die Aufschrift nicht mehr Großherzog" sondern wie es orthographisch richtig ist Großherzog" lauten soll. Die Schreibart Grosherzog ist nicht als orthographischer Fehler aufzufassen, wie der Kleinen Presse" geschrieben wird, sondern sie ist ein Ueberbleibsel aus der Zeit der Verleihung dieses Titels. Auch ist sie keine hessische Spezialität. Befanntlich sind der Kurerztanzler Karl von Dalberg, der Kurfürst von Baden, der Herzog von Kleve und Berg und der Landgraf von Hessen- Darmstadt durch Napoleon I. zu Großherzögen gemacht worden und lediglich deshalb hat man die von französischer Seite beliebte Schreibart Grosherzog beibehalten. Während nun in den amtlichen Aftenstücken längst die deutsche Schreibweise Großherzog eingeführt ist, hat man auf den badischen und hessischen Münzen den alten Bopf bis dato weitergeschleppt. Großherzog Ernst Ludwig ift mit gutem Beispiel vorangegangen. Ob Baden folgen wird? RB. Wechsel auf Seifersdorf bei Sorau N/ L., welche vom 15. d. Mts. ab fällig werden, werden von jezt ab von der Reichebant angetauft; sie sind an die Reichsbanknebenstelle zu Sorau N./L. zu girieren. *** Viehmarkt zu Gießen. Bei dem am 2. u. waren aufgetrieben Mai stattgefundenen Markte 1013 Stück Rindvieh, 1139 Schweine. Der nächste Marft findet am 16. und 17. Mai statt; am letteren Tage auch Krämermarkt. *-* Zurnerei. Am Sonntag traten die ersten Gauturnwarte des Mittelrheinkreises in der Halle der hiesigen Turngemeinde zu einer Kreisschule zusammen. Kreisvertreter Schmuck als Leiter des elf Tage dauernden Kurses zur Ausbildung von Turnwarten und Vorturnern, führte mit den 17 Kursisten einen Lehrgang in Ordnungs-, Frei- und Stabübungen vor. Diesen Uebungen folgte ein Turnen am Barren, sowie ein Keulenschwingen und Schraubenauffigen. Die sich anschleßenden Beratungen beschäftigten sich mit einer wichtigen Tagesordnung. Von Beschlüssen sei erwähnt, daß einige Uebungen des Sonderwetturnes, u. a. Hochsprung und Weitsprung oyne Brett, eine Erhöhung erfuhren, bei verschiedenen Festen zeigte es sich, daß hierin die Anforderungen etwas zu niedrig gegriffen waren. Der Antrag des Gaues Frankfurt auf Abänderung des Vereinswetturnens fand neben manchen Befürwortern besonders in den kleineren Gauen viele Gegner, seine Beschlußfassung wurde deshalb der nächsten Kreisschule am 16. und 17. September in Gau- Algesheim vorbehalten. Einen praktischen Beschluß faßte man zur Schiller- Ehrung: in allen Gauen soll danach eine Schiller spende gesammelt und damit dem wohlgemeinten Aufruf des Rhein- Mainischen Verbandes für Boltsvor lesungen gefolgt werden. *** Wetzlar, 11. Mai. Gestern wurde hier der Handschuhfabrikant D. D. wegen Vergehen gegen die Konkursordnung zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. § Marburg, 10. Mai. Auf Befehl des Raisers begibt fich das hiesige Jägerbataillon während der Anwesenheit des Kaisers nach Wiesbaben, um seinen Chef, der Königin Margherita von Italien, vorgestellt zu werden. nicht verbieten könne, denn er sei ein rechtmäßig ordinierter Geistlicher und feine Laie. Das Gericht erkannte danach auf fostenlose Freisprechung. K Büdingen, 10. Mai. Die Wiederherstellungsarbeiten in und an der von Touristen gern besuchten Ronneburg sind soweit gediehen, daß am Himmelfahrtstage die Be sichtigung der hochinteressanten Burg wieder gestattet ist. ** Darmstadt, 10. Mai. Infolge der in den Stallungen des Landespferdezuchtvereins ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche ist der für den 15.- 17. angefeßt gewesene Pferdemarkt auf den 29.- 31. Mai verschoben worden. Lotterie und hessisches Volksvermögen. Ein Beitrag zur preußischen Lotteriepolitif. Man schreibt uns von berufener Seite: Die ist im Vordergrund des Interesses stehende Lotteriefrage, wie wir solche durch die jüngste preußische Lotteriepolitik wieder bekommen haben, gibt zu Berechnungen namentlich nach der Hinsicht Veranlassung, ob die Abtretung der Lotterie an Preußen, troß der unermeßlichen Schäden vieler Erwerbsstände für unser hessisches Volt nußbringend sein würde. Unser hessischer Staat zieht seit Jahren aus seiner Lotterte einen Ueberschuß von 1 Million Mark. Mit Aufhebung unserer Lotterie würde Preußen vertraglich diesen Ausfall zu tragen haben. Da nun Preußen an einem ganzen Lose pro Jahr etwa 45 Mt. verdient, müßte es, um auf seine Rechnung zu kommen, so oft ein ganzes Los ( 10/10) in Hssen abseßen, als 45 Mt. in einer Million Mart enthalten sind, das wären 22 000 Lose für 8 800 000 Mt. Hessen muß also rund 9 Millionen an Preußen zahlen, um 1 Million Mark Rente zu erhalten. Nimmt man unter Bugrundelegung des preußischen Gewinn- Verhältnisses an, daß von den 8,8 Millionen Mark etwa die Hälfte an Gewinnen nach Hessen zurückgelangen, in diesem Fall müßten die hessischen Losfäufer außer ordentlich glücklich spelen, so wäre mit dem in Aussicht genommenen Lotterie Vertrag für Hessen eine Schädigung des eigenen Volksvermögens von 4,5 Millionen Mt. jährlich verbunden, neben der Ruinierung aller derjenigen Erwerbe, welche auf der Lotterie aufgebaut wurden. - - wozu Ferner ist beachtenswert, daß Preußen fein Interesse daran haben wird, die gepachteten Lotteriegebiete Hessen und Thüringen zählen werden- beim Verkauf der Lose etwa in der Weise zu schonen, wie heute sein eigenes Band, namentlich dann nicht, wenn der Losabfaz- und dies wird bei der Voreingenommenheit gegen alles Breußische in Hessen und Thüringen das wahrscheinlichere sein- zu wünschen übrig läßt. Es ist deshalb neben den hier und in anderen Artikeln erwähnten Nachteilen mit dem Einzug der preußischen Lose in Hessen auch noch eine Ungesundung der Verhältnisse zu befürchten. per Ein Wanderlied. Am hellen Frühlingsmorgen Stand ich am Fenster mein, Mir war das Herz voll Sorgen, Mild lachte Sonnenschein. Zwei Wanderburschen ging: n Vorbei mit heit'rem Blick, Es tönt' ihr lust'ges Singen Von Lieb' und Lenz und Glück. Wie oft war doch erklungen Die Weiseach mit ihr, Wenn beide eng umschlungen Den Wald durchschritten wir. Auf leisen Zauberwellen Fühlt' ich Einn'rung nahn, Das Lied der froh'n Gesellen Hatt' es mir angetan. Markranstädt. Adolf Dreßler jun. Marktberichte. Steken 11. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter fb. 110-1.20 M., Hühnere e per Stüd 5-6 Pfg., Enteneier St. 6-7 Pfa., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfc Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Baa 02. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.60, Hahnen, pe Stud 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Bft 00-00 Bfg., Ochsenfleisch per P. 70-80 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. per Pfb. Schweinefleisch 66-76 Bfg. Sowet fleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Bfb. 70-74 Bfg. Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kello 6.50 b. 700 Mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 8.00-10.00, Wetstraut 10-15 Bf. per Stüd, Zentner 3-4 Mr. Aepfel per Zentner 6-10 Mr. Zwetschen per Bentner 0,00.- 0.00 Nüsse 100 St. 00-00 fg. Milch per Litez 20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 U nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der erster bret Stunder der Marktzeit im Imberzieben fellaeboten werden. Diesener landwirts& aftlicher Wettersien. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 12. Mai. Heiter, nach etwas wärmerer Nacht am Tage wärmer( warm). ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratente: Albin Klein, für den übrigen Inbalt: Georg Horn, bei in Bieken. ?? Marburg, 10. Mai. Geflügel- Ausstellung. Der Geflügelzuchtverein des Kreises Marburg veranstaltet Ehret Schiller durch einen Wei" am 27., 28. und 29. Mai im Restaurant Schüßenpfuhl" ,, Wirtshaus an der Lahn" eine Geflügel- Ausstellung. § Treysa, 10. Mai. Keine Latenpredigt. Das Schöffengericht Treysa verurteilte vor einiger Zeit den Prediger der evangelischen Gemeinde Wohlhüt in Kirchhain zu 20 Mt. Geldstrafe weil er ohne Genehmigung des evangelischen Pfarrers eine Leichenrede gehalten hatte. In ter Berufungsinstanz vor der Straffammer in Marburg gab der Prediger an, daß man ihm das Predigen am Grabe trag zur Schillerspende! Zweck derselben ist die Förderung der Volksbildung auf dem Lande. Gaben nimmt entgegen der Verlag dieses Blatte bezw. Herr Charles L. Hallgarten in Frankfurt a. M., Neue Mainzerstr. 74. Giessener Konzertverein G. F. F. Sonntag, den 14. Mai 1905, abends 5 Uhr im grossen Saale des Gesellschafts- Vereins Neuntes Konzert Dritter Kammermusik- Abend. Mitwirkende: Frau Hallwächs- Zerny, Konzertsängerin aus Kassel, Herr Adolf Rebner( Violine) وو و" " Joseph Natterer( Viola) Johannes Hegar( Violoncell) } aus Frankfurt a. M. Universitäts- Musikdirektor G. Trautmann( Klavier). Vortragsfolge: 1. Quartett op. 60 in C- moll für Klavier, Violine, Viola und Violoncell 2. Lieder am Klavier: a) Dem Unendlichen. Nachl. Lief. 10, No. 1 b) Lied der Mignon: Heiss mich nicht reden. op. 62, No. 2 c) Rastlose Liebe. op. 5, No. 1 3. Sonate in B- dur für Violoncell und Klavier. 4. Lieder am Klavier: a) Weylas Gesang. Mörike No. 46 b) In dem Schatten meiner Locken. Aus d. weltlichen Span. Liedern II c) Heimweh. Eichendorff. 5. Quartett op. 13 in C- moll für Klavier, Violine, Viola und Violoncell J. Brahms :} Fr. Schubert } G. F. Händel Hugo Wolf R. Strauss Eintrittskarten für Nichtmitglieder zu Mk 2.50( Sperrsitz Mk. 3.50), sowie Kleine PartiturAusgabe sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier( Rudolph's Nachfolger) und abends an der Kasse, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigten Preisen zu haben. Oeffnung des Saales 4 Uhr. Giltigkeit haben blaue und rote Karten, ungiltig sind gelbe und rotweisse Karten. Darmstädter Pferde- Lotterie. Ziehung am 30. Mai. 1 Lo8 uur 1 Mart. ( Biehungsliste und Porto 20 Pfg.) 1 eleganter Wagen, Zweispänner mit 2 Pferden und kompletem Geschirr i. Werte von ca. 1 Reitpferd mit Sattel u. 8aum, i. W. v. ca. Mt. 6000 Mr. 2000 1 Stuhlwagen m. 1 Pferd u. 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