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Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Ofter- Zenfur. ,, Das ist im Leben häßlich eingerichtet, daß bei den Rosen gleich die Dornen stehn." Das Schülerleben wäre noch einmal so schön, gäbe es zu den Osterferien nicht auch Zensuren. Wer jemals jung gewesen und nicht immer ein Musterknabe, der wird uns recht geben. Die Befreiung vom Schulzwang, der pflichtenlose Aufenthalt daheim, die Lockung der aufblühenden Natur welche Summa ungestörten Behagens läge darin, wenn die Zensur nicht wäre und die Persezung! Natürlich ist hier unter der Zensur die schlechte Zensur zu verstehen, und unter der Versetzung das Sißenbleiben. Dergleichen wirft einen Schatten auf die liebe Sonne selbst, stört und verstört dauernd die ganze Stimmung im Elternbeaus und macht die harmloseste Freude zu einer Art Konterhande, deren Genuß man sich nicht ohne Sünde hingeben fann. Doch wie sollte oder könnte es anders sein? Die Zensur läßt sich schwer entbehren; denn die Eltern haben ein Anrecht darauf, von Zeit zu Zeit über die Fortschritte ihrer Kinder in der Schule Bericht zu erhalten. Dieser Bericht ist die Zensur. Er ist darin in etwas starre Formeln gebracht, aber die Formeln werden im großen und ganzen schon verstanden und richtig gedeutet. Und das Endergebnis prägt sich auch einem schüchternen Auffassungsvermögen ein und zwingt sich ihm auf: die Verseßung. Ob das Kind in eine höhere Klasse aufrückt oder zur Wiederholung des Klassenpensums verurteilt wird, das läßt verschiedene Deutungen überhaupt nicht zu. Einzig der ewige Untertertianer Karlchen Mießnid in Kladderadatsch" konnte die Meinung gewinnen, daß man ihn in der Klasse festhalte, um sein leuchtendes Beispiel nicht entbehren zu müssen. Auch das System der Versehungen und Nichtversehungen läßt sich nicht umgehen. Wer das Klassenziel in mehr als einem Fach nicht erreicht hat, wer in einem Hauptfach wesentlich hinter dem Klassenziel zurückgeblieben, der darf im eigenen, wie im Schulinteresse, nicht zur nächsten Klasse fommen. Er würde gegenüber dem zu bewältigenden neuen Stoff nicht dazu gelangen, die mitgebrachten Lücken ausaufüllen, und würde dadurch für den ganzen Unterricht hemmend und aufhaltend wirken; und schließlich ereilte ihn das Schicksal des Sißenbleibens doch nur ein Jahr später und mit geringerer Aussicht darauf, daß es ihm gelingen werde, Versäumtes einzuholen. Es sind nicht gar zu wenige, denen das begegnet. Die Zahl der Schüler, die ohne jeden Anstoß durch die ganze Schule gehen, ist nicht eben groß. Darin liegt schon ein gewisser Trost. Ein Verschulden, das viele trifft, muß seine Entschuldigung in sich haben, kann nicht allzu schwer sein. So ist es auch. Kinder unterliegen in ihrer Konzentrierungsfähigkeit, in der Aufmerksamkeit, die sie dem Unterricht zu widmen vermögen, mannigfachen Störungen, die zeitweilig auftreten, bald schnell, bald nur langsam vorübergehen. Solche Zeiten wollen durchgehalten sein. Der fluge Pädagoge wird sie erkennen und seine Ansprüche darnach einrichten. Freilich fann er die geltenden Vorschriften darnach nicht ändern, darf er das Pensum der Klasse nicht einengen, dem Unreifen nicht das Zeugnis der Reise geben. Er wird aber wissen und auch den Eltern mitteilen, ihnen wenigstens auf Befragen sagen, daß hier kein beabsichtigter und tadelnsuverter Unfleiß, kein gewollter Aufmerksamkeitsmangel vorliegt, sondern eine in der körperlichen Entwickelung des Kindes begründete Depression, der gegenüber Nachsicht, nur Nachsicht am Plate ist, und die am sichersten ohne Schaden vorübergeht, wenn man keinerlei irgend gewaltsame Eingriffe versucht. Das Sißenbleiben ist kein Unglück und keine Schande. Es ist unter Umständen eine sehr heilsame Notwendigkeit. Das Kind besucht doch die Schule nicht bloß, um hindurch zu rennen, um das Benfum mit möglichst geringem Zeitaufwand zu absolvieren, sondern um den größtmöglichsten Nußen dar. aus für das ganze Leben zu ziehen. Das kann aber nur geschehen, wenn das Kind den Unterrichtsstoff, der ihm in der Schule geboten wird, auch vollständig verarbeitet. Dadurch allein wird es zu späterer selbständiger Weiterbildung in seinem Beruf befähigt. Die Amerikaner haben uns oft wegen unserer Schulweisheit" verspottet und dagegen ihre Methode gepriesen, das Kind sofort ins praktische Leben einzuführen und mit deffen Anforderungen vertraut zu machen. Was nicht unmittelbar nußbar gemacht werden kann, das galt ihnen für nuklos und überflüssig. Sie haben mittlerweile ihren Irrtum erkannt. Sie haben eingesehen, weil die Erfahrung fie zu der Einsicht zwang, daß die gute deutsche Schule mit ihren angeblich unpraktischen Ueberflüssigkeiten die besten Arbeiter, die besten Technifer erzog, daß die Schulbank mehr noch als die Hobelbank den geschickten Tischler machte, daß bie streng wissenschaftliche Erziehung der deutschen Industrie den großen Aufschwung verschafft hat. Es wäre mehr als töricht, wollten wir auf den alten Vorzug verzichten. Wir wollen ihn gewiß nicht entbehren, nachbem auch andere darüber aus sind, ihn sich zu eigen zu machen. Seine kleinen Verdrießlichkeiten müssen wir schon in den Kauf nehmen das Sitenbleiben und die Oster- zenfuren- genau so, wie wir auf die Rosen nicht verzichten mögen, weil sie Dornen haben. Der Krieg in Oftalien. Noch immer nehmen die Meldungen über den Vormarsch der baltischen Flotte das Hauptinteresse für sich in Anspruch. Aus den weiteren bisher vorliegenden Nachrichten läßt sich allerdings nicht mit Sicherheit erkennen, welchen Kurs Roschdjestwensky eingeschlagen hat. Nach einigen sollen russische Schiffe sich auf der Fahrt nach Saigon in Französisch- Hinterindien befinden, nach anderen auch in Batavia folche erwartet werden. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß Admiral Roschdjestwensky seine Flotte in einzelnen Abteilungen vorgehen läßt. Die letzten Nachrichten über den Verbleib der baltischen Flotte und ihrer japanischen Gegner kommen teils aus Singapore, teils aus Batavia. Die ersteren stüßen sich auf die Beobachtungen englischer Schiffsfapitäne, die das russische Geschwader 20 Meilen nordöstlich Pulo Menti, 150 Meilen bon Singapore entfernt, vor Anfer gesehen haben. Nach dieser Quelle hat man auch in der Nähe von Kap St. Jaques bei Saigon ein japanisches Kriegsschiff auf der Lauer gesehen. Nach den Berichten aus Batavia befindet sich ein Teil der russischen Flotte bei Muntok und wird stündlich in Batavia erwartet. Das niederländische, in Indien stationierte Geschwader hat Stellung bei Pulu Tudju in der Nähe von Singapore genommen. Das Panzerschiff„ Hertog Hendrik" befindet sich vor Singapore, von einer japanischen Flotte wisse man nichts. Die Beschaffenheit der russischen Flotte soll durch die lange Seefahrt sehr gelitten haben. Wie ein englischer Korrespondent, der von Singapore aus der vorbeidampfenden Flotte entgegenfuhr, berichtet, zeigten alle Schiffe die Spuren der Reise durch die tropischen Gewässer. An der Wasserlinie hatten sich Algen angesezt. Die Flotte bestand aus sechs Schlachtschiffen, neun Kreuzern, acht Torpedobootszerstörern, drei Schnelldampfern, drei Schiffen der Freiwilligen- Flotte, sechzehn Kohlendampfern, einem Bergungsdampfer und einem Hospitalschiff. Die Kriegsschiffe hatten Kohlen an Deck; die Schnelldampfer hatten augenscheinlich nur eine kleine Ladung. Die Kohlenvorräte gingen sichtlich auf die Neige. Die Eingeborenen in der Stadt Singapore waren in großer Erregung und eilten in Scharen an das Meerufer. Die Artilleristen und das Minen personal waren den ganzen Tag über auf ihren Bosten. Der russische Konsul fuhr an die Flotte heran und übergab einem Torpedoboot Depeschen, ohne daß die Flotte halt machte. Sodann ging der Konsul längsseits des Admiralsschiffes, begab sich aber nicht an Bord. Er unterhielt sich mit der Bejagung vom Boote aus und gab ihnen die ersten Nachrichten von der Schlacht bei Mukden. * * Rofchdjeltwenskys Chancen und Pläne. Berlin, 10. April. Admiral Roschdjestwensky ist zur Ueberraschung Europas mit seiner Flotte plötzlich in der Straße von Malaffa aufgetaucht und setzt die Fahrt nach Osten bisher ungehindert fort. Zur Ueberraschung Europas, nicht der Japaner. Denn aus einem, wenn auch etwas unflar abgefaßten Telegramm geht deutlich hervor, daß diese auf der Hut waren. Ein japa nisches Geschwader von 12 Kreuzern befand sich gleichfalls in der Malakkastraße, als die Flotte Roschdjestwenskys an Singapore vorbeidampfte, und zwar fuhr es dieser vorauf. Man darf wohl mit Sicherheit annehmen, daß das kein Werf des Zufalls ist, sondern daß die Kreuzer die Russen seit längerer Zeit beobachteten und, sowie sie über deren Kursrichtung im flaren waren, eiligst das Gros der japanischen Streitkräfte von dem Nahen des Feindes verständigt haben. Ebenso ist es mehr als wahrscheinlich, daß die Russen weiter bon schnellen japanischen Fahrzeugen beobachtet werden und jede Kursänderung sofort an Admiral Togo berichtet wird. Ob der japanische Admiral, wie man im ersten Augenblick in Singapore und London meinte, dem Vorrücken des Feindes nach Osten schon in der Malakfastraße selbst, oder wenigstens im malayischen Archipel in offener Schlacht entgegentreten werde, ist ohne Kenntnis von der genauen Verteilung der japanischen Streitkräfte nicht vorauszusagen. In dem Interesse der Japaner liegt es, ihrer heimatlichen Basis so nahe wie möglich zu sein; das würde also dafür sprechen, daß Admiral Togo die Flotte Roschdjestwenskys vorläufig unbehelligt weiter fahren läßt. Roschdjestwensky selbst aber muß den Wunsch hegen, mit möglichst ungeschwächten Kräften nach seinem Stützpunkt Wladivostok zu gelangen. Er wird, solange ihm die Schlacht nicht geradezu aufgezwungen wird, den Japanern weiter auszuweichen suchen. Vorläufig wird man sich darauf gefaßt machen müssen, daß von seiten der Japaner höchstens Versuche fliegender Abteilungen gemacht werden, Transportschiffe der Russen abzufangen. Daz Bild würde sich allerdings sofort ändern, wenn es sich_b..vahrheiten sollte, daß Admiral Roschdjestwensky beabsichtigt, an der französischen Küste Hinterindiens, vielleicht in Saigon selbst, vor Anker zu gehen, um seine Schiffe zu reparieren, die durch die lange Seereise schwer gelitten haben. In diesem Falle werden die Japaner natürlich ohne weiteres angreifen. Es kann ihnen nicht gleichgültig sein, wenn Roschdjestwensky auf dem letzten Teil seiner Fahrt eine ähnliche Erholungspause macht, wie bei Madagaskar. Sucht er Saigon anzulaufen, muß Togo losschlagen. Sonst aber fährt dieser viel besser, wenn er erst nordwärts von Formosa den Kampf sucht. Wie dieser ausfallen wird, ist sehr zweifelhaft. Ein Vergleich der beiden Flotten zeigt, daß sich beide Gegner, wenn man auf japanischer Seite die größere Uebung und Ausbildung der Mannschaften und auf russischer die größere Zahl der Schiffe als ausgleichende Faktoren ansieht, ungefähr gewachsen sind. Fünf russischen modernen Linienschiffen, Suworow"," Borodino"," Orel"," Alerander III." und„ Ostlabja", stehen vier gleichwertige japanische gegenüber, die Miskasa"," Asahi",„ Schikischima" und" Fuji". Dazu tritt auf russischer Seite eine Reihe älterer Linienschiffe, Panzerfreuzer und Küstenpanzer. Ihnen steht auf japanischer Seite die moderne Kreuzer flotte gegenüber, der die Russen nichts ähnliches entgegenzusehen haben. Möglich ist, daß auf russischer Seite noch nicht alle Schiffe heran sind, da die Geschwindigkeiten zu ungleichmäßig sind. Bei der Vorbeifahrt vor Singapore fehlten die Panzerschiffe, njäs Suworow", Imperator Alexander II."," Borodino" und „ Orel" mit den dazu gehörigen Kreuzern und Torpedobootszerstörern. Diese verschiedene Schnelligkeit der einzelnen Kampfeinheiten der baltischen Flotte macht es geradezu unmöglich, auch nur schätzungsweise anzugeben, wann Admiral Roschdjestwensky das südchinesische Meer durchmessen haben und an die kritische Stelle seiner Fahrt, die Insel Formosa, gelangen wird. Die Strecke von der Malakkastraße bis dorthin beträgt etwa 3000 Kilometer. Seit dem 16. März, an welchem Tage Roschdjestwenskys Schiffe das Asyl von Madagaskar verließen, haben sie quer durch den Indischen Ozean etwa 6000 Kilometer zurückgelegt. Der Schluß, daß sie zu dem ihnen jetzt noch bleibenden Rest des Weges die Hälfte der bisherigen Zeit brauchen werden, liegt nahe. braucht aber noch lange nicht zutreffend zu sein. Die Politik. In der Maroffofrage, die allmählig eine deutsch- französische Frage geworden, will, wie es jetzt heißt, Italien intervenieren. Das wird ihm gewiß von feiner Seite benommen werden. Deutschland wird es an Entgegenkommen nicht fehlen lassen, sobald es sich nicht in der Notwendigkeit sieht, sein Recht gegen Angriffe zu wahren, die auch in einer bloßen Nichtbeachtung bestehen können. In Frankreich hatten die Geberdenspäher und Geschichtenträger schon schmunzelnd verzeichnet, daß Kaiser Wilhelm und König Viktor Emuanuel bei ihren damaligen Trinksprüchen des Kaisers Franz Josef nicht gedacht hätten. Nun ist ihnen das Konzept wieder verdorben, da Kaiser Wilhelm und König Viktor Emanuel an den Kaiser Franz Josef ein herzliches Begrüßungstelegramm gerichtet haben. + Der Postdampfer Eduard Woermann mit der zweiten Abteilung des Marine- Erpeditionsforps ist am Montag Vormittag aus Deutsch- Südwestafrika auf der Jahde eingetroffen. Er bringt 111 Offiziere und Mannschaften vom 1. Seebataillon, 73 vom Marine- Expeditionskorps und 49 von der Schußtruppe in die Heimat zurück. Die erste Abteilung des Marineerpeditionskorps ist am Sonntag in Kiel angekommen. Admiralität, Offizierkorps und Spigen der Behörden waren zum Empfang auf dem Bahnhof, wo sich auch Deputationen und ein tausendköpfiges Publikum eingefunden hatten. Admiral Köster hielt eine Ansprache, die mit begeistert aufgenommenem Toast auf den Kaiser endete. A Die durch Obstruktion der bürgerlichen und bäuerlichen Abgeordneten herbeigeführte Beschlußunfähigkeit des Landtages des Fürstentums Razeburg wird nach den im Herbst dieses Jahres bevorstehenden Neuwahlen beendet werden. Vor 34 Jahren war dem Fürstentum, das in Personal- Union mit dem Großherzogtum Mecklenburg- Strelit verbunden ist, eine Verfassung oktrohiert worden. Die 11 bäuerlichen Abgeordneten sowie die beiden Vertreter der Bürger von Schönburg, der einzigen Stadt des Fürstentums, hatten sich stets von den Verhandlungen ferngehalten und dadurch den Landtag beschlußunfähig gemacht. Jetzt werden im Lande Wahlversammlungen abgehalten, in denen die Beendigung der Obstruktion gefordert wird. Man hat in dieser Wendung eine Folge des im Großherzogtum Mecklenburg- Strelig eingetretenen Thronwechsels zu erblicken. Russland. In Petersburg ist wieder von einem Wechsel im Kriegsministerium die Rede. Generalleutnant Rödiger, der für besonders gelehrt und tüchtig gilt, soll an die Spitze der Kriegsverwaltung treten und die notwendigen Heeresreformen mit Beschleunigung durchführen. Es wird mit diesen Reformen schwerlich anders gehen, als mit denen auf dem Gebiet der Rivilverwaltung. Die Reformkommission unter Geheimrat Kobako hat beschlossen, daß in Zukunft die Negierung feine 3eitung mehr soll unterdrücken dürfen, der Beschluß unterliegt jetzt der Codifikation durch den Senat; und wenn das geschehen ist, wird die Regierung fortfahren, zu tun, was sie früher getan hat, und Beitungen nach ihrem Gefallen unterdrücken. Die menschliche Behandlung von Untersuchungs- und Strafgefangenen ist auch zugesagt, und doch ist im Gefängnis von Bawink der Kaufmannssohn Gutmann, der im vorigen Jahre bei der Aufhebung einer Druckerei in Warschau mehrere Polizisten getötet hatte, zu Tode gemartert worden. Türkei. Der bulgarisch- serbisch- griechische Bandenkleinkrieg in Mazedonien hat die Türkei nun doch zu einer teilweisen Mobilmachung gezwungen. Die Redisbataillone erster Klasse in Durapp und Tirana haben entsprechende Ordre erhalten. Afrika. Die streifenden Chinesen in Transvaal zeigen sich erstaunlich Hartnäckig. Am Sonntag ergriffen 500 chinesische Arbeiter der Jumpers Deep- Mine die Flucht in der Richtung nach Johannesburg. Berittene Polizisten eilten ihnen nach und holten sie zurück. Die Chinesen gaben ihrem Mißvergnügen über diesen Ausgang ihrer Hedschra durch dreistündiges Steinbombardement gegen die Polizei Ausdruck. Sie müssen aber nicht sehr geschickt oder nicht gewillt gewesen sein, unheil anzurichten. Denn die Polizei fühlte sich durch die Steinwürfe nicht gereizt und nicht einmal geniert. Sie gab feinen Schuß ab. So kam es, daß auch kein Ghinese verletzt wurde, bis auf einen, der sich fallend einen Leanbruch zuzog. Kaffern aus der Mine George Goch unterstügten die Polizei. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser hat nunmehr von Messina aus seine Fahrt ins Mittelmeer fortgesetzt und ist an Bord der„ Hohenzollern" zunächst nach Korfu in See gegangen. Der Panzer " Friedrich Karl" und das Depeschenboot Sleipner" begleiten die Kaiserjacht. Im Sonntag war die kai, liche Familie, soweit sie in Süditalien sich aufhält, um den Kaiser bereinigt. Im Beisein der Kaiserin, der Prinzen EitelFriedrich, Adalbert und Oskar, sowie des Herzogs von Sachsen- Koburg hielt der Kaiser auf der„ Hohenzollern" Gottesdienst ab; er verlas eine Predigt, deren Tert der Geschichte der Kreuzigung Christi entnommen war. Nachmittags war auf dem Achterdeck der Kaiserjacht ein Tee veranstaltet, zu dem auch das Offizierkorps des Kreuzers„ Hertha" geladen war. Die Gäste des Kaiserpaares nahmen an kleinen Tischen Play, und die Kaiserin bewegte sich von einem zum anderen, um sich mit den Geladenen huldvoll zu unterhalten. Abends waren die im Hafen liegenden Schiffe glänzend illuminiert. Nach der Abfahrt des Kaisers fuhr die Kaiserin auf dem Landwege nach Taormina zurück, wohin sich die Prinzen schon vorher begeben hatten. Die Absicht, an Bord der Hohenzollern" die Fahrt nach Taormina zu machen, mußte die Kaiserin des heftigen Sturmes wegen aufgeben. ** Der König von England weilt in Begleitung der Königin in Port Mohon, wo eine offizielle Begrüßung durch die Behörden stattfand. Die Straßen der Stadt zeigen aus Anlaß des Monarchenbesuches reichen Flaggenschmuck. Die Katastrophe von Madrid. Madrid, 9. April. Im Nordwesten der Stadt ist das große Reservoir des Kanals, der Madrid mit Wasser versorgt, von dem Gebirgsfluß Lozoya gespeist wird und 200 000 Stubikmeter Wasser faßt. Vor 13 Jahren hat man den Bau begonnen, der viele Millionen in Anspruch nahm, vor 4 Jahren war man bereits so weit, einen Einsturz zu befürchten, und gestern ist der Einsturz wirklich erfolgt. Eine Gewölbedecke von 8000 Quadratmeter Fläche, über drei Morgen groß, die über dem Wasserbassin auf zahlreichen Säulen ruhte, ist in sich zusammengefallen. Warnende Zeichen, die auf das bevorstehende Unheil hinwiesen, waren beobachtet, aber nicht beachtet worden. Jezt schon will may wissen, was erst eine eingehende Untersuchung ergeben fönnte, daß die Gewölbedecke nicht aus armiertem Beton, jondern aus Kalk und Sand hergestellt worden sei und darum auf die Dauer die Spannung nicht aushalten konnte. Hoffentlich wird herausgefunden, daß diese arge Vermutung sich nicht bewahrheitet, daß nur ein Unglücksfall und nicht zugleich ein Verbrechen vorliegt. Wie es in solchen Fällen zu gehen pflegt, nahm man im ersten Augenblick an, daß alle bei den Wasserwerken beschäftigten Arbeiter, 400 an der Zahl, zu Tode gekommen seien; wie immer in solchen Fällen, stellte sich heraus, daß das Unglück so exzessiven Umfang nicht hatte. Ein Teil der Arbeiter war noch nicht zur Arbeit gekommen, ein anderer Teil war, trotz der Plötzlichkeit des Zusammenbuches, noch in der Lage sich zu retten. Immerhin bleibt die Katastrophe eine der schwersten ihrer Art, nur übertroffen von der gleichzeitigen Erdbebenkatastrophe in Ostindien, wo 400 Mann der englisch- indischen Truppen rettungslos verschüttet wurden. Die Art der Baulichkeit das einheitliche Riesengewölbe -- brachte es mit sich, daß der Zusammensturz nicht stückweise, nicht bröckelnd, sondern mit einem Male erfolgte. Ein unund alles geheueres Getöse, eine ungeheuere Staubwolfe war vorüber. Die Straßenbahn, die zu der Unglücksstätte hinausführt, brachte in kürzester Frist die mögliche, allerdings sehr geringe Hilfe herbei, die schnell und in lobenswerker Weise organisiert wurde. Es war keine halbe Stunde vergangen, als bereits Hunderte von Sappeure, Hunderte von Böglingen der Minenschule und ungezählte Arbeiter dabei waren, die Trümmer zu beseitigen, die Leichen zu bergen, die Verwundeten zu befreien. Von allen Seiten waren Freiwillige, namentlich Frauen, bei der, Hand, die Unglücklichen mit Trinkwasser zu laben und die Helfer mit Stärkungsmitteln zu versehen. Studenten besorgten den Totendienst. In den nahen öffentlichen Gebäuden wurden die Leichen reihenweise geordnet und zur etwaigen Refognoszierung, soweit dies überhaupt möglich war, vom Schutt gereinigt. Einzelne von den Opfern, die ein nun kaum noch glücklich zu nennender Zufall vor Beschädigungen bewahrt hatte, verfielen vor Schreck in Wahnsinn. Für die Hinterbliebenen der Gefallenen wurde eiligst gesammelt und der Ertrag war reichlich genug, den Bedarf, allerdings nur für die erste Zeit, zu decken. Nachdem die Bergungsarbeiten beendet waren, fanden imposante, ergreifende Trauerkundgebungen statt. Klagezüge, an denen viele Tausende sich beteiligten, durchzogen die Straßen. Es muß hervorgehoben werden, was bei der Erregsamkeit der Madrider Bevölkerung noch besondere Beachtung verdient, daß die Trauer nicht in vorschnelle Entrüstung umschlug, nicht nach Schuldigen" schrie, wenngleich es natürlich nicht an recht deutlichen und kräftigen Ausdrücken der Verwünschung gegenüber denen fehlte, die das Unglück veranlaßt hätten. Unter denen, die lebhaftes und fürsorgendes Interesse für die Verunglückten und ihre Hinterbliebenen befindeten. Stand der König voran, der die Stätte der Katastrophe und die Lazarette besuchte, in denen die Verwundeten Aufnahme gefunden hatten. Die Sammlungen für die Hinterbliebenen wurden von der Studentenschaft organisiert, deren Angehörige mit Trauerfahnen von Haus zu Haus zogen, um Beiträge einzuholen. Die Haltung der Bevölkerung war im ganzen würdig und wäre geradezu musterhaft zu nennen gewesen, wenn nicht in den Augenblicken der ersten Angst der Zudrang der Menge zu der Unglücksstätte ein entschiedenes Eingreifen der Polizei nötig gemacht hätte, wobei es nicht ohne Verwundungen abging. Es wäre unrecht, wollte man hier von polizeilichem Uebereifer reden; man mußte eben mit Gewalt einschreiten, um den Verunglückten nicht die Rettungsmöglichkeit abschneiden zu lassen. Das wurde auch schnell erkannt und anerkannt, so daß die zwecklose Erregung bald schwand. Bisher sind 42 Leichen und 87 Verwundete geborgen, 22 Arbeiter werden noch vermißt. Nah und Fern. † Die Genickstarre gewinnt in Oberschlesien intner weitere Ausdehnung. Im Stadt- und Landkreis Sattowitz kamen in der letzten Woche 47 neue Krankheitsfälle und 25 Todesfälle zur Anmeldung, die höchste Ziffer, die bisher zu verzeichnen war. Seit dem ersten Auftreten der Epidemie sind 236 Fälle bekannt geworden, davon 133 mit tödlichem Ausgang. Auch Desterreichisch- Schlesien und Mähren sind von der gefährlichen Krankheit durchseucht. Im Zentrum des Ostrau- Karwiner Kohlenreviers, in Mährisch- Ostrau, famen bisher zwanzig Erkrankungen und zwei Todesfälle vor. Ein Mörderpaar ist infolge gegenseitiger Bezichtigung der Aachener Polizei in die Hände gefallen. Eine Frau Rat erstattete nach einem heftigen Streit mit ihrem Manne gegen diesen die Anzeige, daß er vor drei Jahren einen Luſtmord verübt habe. Sie erklärte vor der Polizei, daß sie nach Bekanntwerden jenes Mordes den Arbeitsrock des Ratz, der noch mit anderen, bisher unentdeckt gebliebenen Verbrechen in Verbindung gebracht wird, habe verbrennen müssen. Der festgenommene Mann bezichtigt nun seine Frau des Kindesmordes. × Eine Millionenstiftung für Arbeiter hat der in Krefeld verstorbene Großindustrielle Konrad Krahnen testamentarisch festgesetzt. Er hinterließ über 1 Million Mark für Arbeiter- Wohlfahrtszwecke. Opfer der See. Bei Stolpmünde fanden bei schwerem Nordoststurm zwei Fischkutter mit der ganzen Besaßung von sieben Fischern ihren Untergang in den Wellen. Zwei weitere auf See verschlagene Stolpmünder Fischfutter haben den Hafen von Rügenwaldemünde noch glücklich zu erreichen bermocht. Große Unterschlagungen eines Bürgermeisters wurden in Friedland( Mecklenburg) entdeckt, allerdings erst nach dem Tode des Schuldigen. Der kürzlich verstorbene Bürgermeister Voß hat seit Jahren Fälschungen im großen Stil betrieben. Bisher wurde ein Defizit von 200 000 Mark festgestellt. Ueber den Nachlaß des Verstorbenen wurde das Konkursverfahren eröffnet. * Die Würgerin. Eine furchtbare Wahnsinnstat setzte Paris in Aufregung. Die Eheleute Weber, wohlhabende Kaufleute, fanden, als sie von einer Besorgung zurückkehrten, ihren zweijährigen Sohn röchelnd mit Würgespuren am Halse vor. Das Kind starb, als es faum ins Spital gebracht war. Der Verdacht lenkte sich auf eine zu Besuch gekommene Tante aus der Provinz, die allein mit ihrem Neffen in der Wohnung gewesen war. Sie wurde verhaftet. Kaum saß sie hinter Schloß und Riegel, kam aus der Provinz die Nachricht, daß die Unglückliche dort ihre beiden eigenen Kinder sowie zwei Nichten und einen Neffen, die alle in den letzten Wochen plötzlich gestorben waren, offenbar auch erwürgt hatte, Dynamit in Briefen. Seit einiger Zeit erhalten zahlreiche Banfiers, Kaufleute und Industrielle in Budapest Briefe, in denen sie unter furchtbaren Drohungen aufgefordert werden, große Summen unter Chiffre postlagernd einzusenden. Falls sie der Aufforderung nicht Folge leisteten, ließe man ihnen die Wahl zwischen Vitriol, Messer und Dynamit". Zum Zeichen, daß es den Absendern, die sich die Dreizehn" nennen, ernst mit ihren Drohungen sei, lag jedem Brief ein Pröbchen Dynamit bei. Bisher ist es nicht gelungen, die Verfasser der mysteriösen Schreiben zu ermitteln. Aus dem Gerichtsfaal. § Ein gefährlicher Kurpfuscher stand in Kaiserslautern in der Person des 23jährigen Schreiners Josef Schwager aus Hochspangen vor der Straffammer. Der Angeklagte, der im Jahre 1903 eine start wissenschaftliche Ader in sich entdeckte, fand sich berufen, Kranfe zu heilen, die andere Aerzte nicht mehr furieren fonnten. So verordnete er einem Kehltopf- und Lungenschwindsüchtigen, täglich 14 Tassen Tee zu trinken und schließlich noch einen halben Liter Harn zu sich zu nehmen. Dieser Kranke, dem er binnen vier Wochen Heilung versprach, erlag schon nach fünf Tagen dieser Kadifalkur. Eine lungen- und herzleidende Witwe behandelte der Kurpfuscher auf dieselbe Weise; auch diese Frau war schon nach drei Tagen eine Leiche. Einem dritten Mann, der eine starke Glaze hatte, gab er Tee aus Jerusalem und eine Salbe zum Einreiben, damit er seine Haare wieder erhalte. Auch da half die Weisheit des Wunderdoktors nichts. Nach dem Ergebnisse der Verhandlung fam das Gericht, obwohl es die Handlungsweise des Schwager für großen Schwindel hielt, zur Ueberzeugung, daß er nach Sachverständigengutachten ein sehr beschränkter Mensch wirklich an die Erfolge seiner Heilfunst geglaubt und deshalb nicht bewußt rechtswidrig gehandelt habe, und sprach ihn kostenTos frei. § Ein moderner Blaubart vor Gericht. Der erste Verhandlungstag gegen den des Giftmordes an seiner Gattin verdächtigen Arzt Dr. Jwan Gustin Braunstein vor dem Münchener Landgericht brachte wenig, was nicht aus dem Vorbericht bekannt wäre. Dr. Braunstein, der sich erst einmal wegen Urfundenfälschung und Betrugs zu verantworten hat, wies alle ihm zur Last gelegten Anschuldigungen zurück. Er wies darauf hin, daß seine Frau zur Zeit der Anfertigung ihrer Unterschriften noch gelebt und ihm den ausdrük. lichen Auftrag dazu erteilt habe, weil sie selbst infolge ihres leidenden Zustandes die Unterschrift nicht habe ausführen können. Aus Karten, die verlesen wurden, geht hervor, daß der Angeklagte Angehörige und Freunde über den in Italien erfolgten Tod seiner Frau in Ungewißheit gehalten hat. § Der Detmolder Schmähbriefprozeß wird voraussichtlich eine zweite Auflage erleben. Die zu 1½ Jahren Zuchthaus verurteilte Frau Kracht hat ihren Anwalt beauftragt, Re vision einzulegen. Wir ray ban unermüdl haben. für ihre entfcheide und die führten, die Lös von der liche G an bie der und t große Treu haben gefun 3 Dant wie Gefu der Ihre befeh verlei dem, inniger bald § Im Prozeß gegen den Mainzer Dompropst Malzi be gannen die Plaidoyers, nachdem die Beweisaufnahme geschlossen worden war. Hedwig Schmidt, die zweite der beiden Mädchen, gegen die sich der Propst angeblich vergangen hatte, bestätigte die Aussage der kleinen Zimmermann Punkt für Punkt. Auf alle Vorhaltungen des Vorsitzenden und des Staatsanwalts erklärten beide Mädchen, streng bei der. Wahrheit geblieben zu sein. Für den Propst, der wiederholt die Aussagen der Mädchen als Erfindungen bezeichnete, trat der Kaufmann Bielefeld warm ein. Er behauptete, daß das geradezu Schlangen sein müßten, die den Propst zu einer unsittlichen Handlung anreizen könnten. Der Lehrer Gröninger bezeichnet die Sittlichkeitsverhältnisse unter der Wormser Schuljugend als sehr schlimm. Auch Lehrer seien von Schülerinnen fälschlich ähnlicher Dinge bezichtigt worden, wie jetzt Dompropst Malzi. Der Landwirt. pd Der Erdfloh, einer unserer gefährlichsten Gartenschädlinge, beginnt jeßt seine zerstörende Tätigkeit. Er frißt mit wahrer Wut Kohl, Rettich, Radies, Rüben, Kresse usw. und richtet mitunter großen Schaden an. Ein Mittel zum Schutze der Saaten ist das Bestreuen mit Tabakstaub, der billig aus Tabaffabriken zu beziehen ist. Ein anderes Mittel, diese kleinen, schwarzen Käferchen zu vertreiben ist, besonders bei langer warmer, trockener Witterung, fleißiges Begießem der jungen Saaten, denn Nässe können die Erdflöhe nicht bertragen. Wenn die Beete nie recht trocknen, also etwa bier- bis fünfmal am Tage bei sonnigem Wetter, auch in der Mittagszeit, überbraust werden, dann kommen die Käfer von einem zum anderen Begießen nicht recht zur Besinnung und bleiben weg von diesen Beeten. Auch das Bestreuen der Pflanzen, nachdem sie angefeuchtet sind, mit einer ganz feinen Schicht Ruß oder Asche hat sich bewährt; ebenso ein Ueberstreuen mit feinem weißen Sand. Lokales. 11. April 1905. PA. Zollwut. Nach einer heute bei Großh. Polizeiamt eingetroffenen Mitteilung des Kgl. Inßituts für Infektionskrankheiten in Berlin wurde bei dem am 22. v. Mts. von hier einge lieferten Hund die Tollwut festgestellt. Da in zwischen zwei weitere Hunde als tollwatverdächtig eingefangen bezw. eingegangen sind, ergeht die weitere Aufforderung hiermit, die Bestimmungen der Hundesperre strengstens zu beachten. Hunde, welche sich herrenlos herumtreiben, werden auf Beraulassung der Polizei eingefangen und getötet. ** Landeslotterie.( Privattelegramm.) Bei der heutigen Ziehung der 6. Hess. Thür. Landeslotterie wurden gezogen 40 000 t. auf 88 854, 10 000 mt. auf 4041, 5000 Mt. auf 8435, 24496, 53 339, 63 954 und 77 992. ** Der Großherzog hat den Kreisgeometer des Kreisvermessungsamts Nidda, Georg Hohenadel- Nidda, zum Kreisgeometer des Kreisvermessungsamts Büdingen ernannt. ** Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu SolmsHohensolms Lich auf die 2. Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Lich präsentierte Schullehrer Jofob Schneider daselbst für diese Stelle und der von dem Grafen zu SolmsLaubach auf die 3. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Laubach präsentierte Schullehrer Heinrich Massing zu Nieder Dhmen, für diese Stelle. ** Das Ehrenzeichen für Mitglieder frei williger Feuerwehren wurde vom Großherzog dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Schotten Wilhelm Engel verliehen. r Pfarr- Jubiläum. Es sind heute 25 Jahre hingegangen, seit Herr Kirchenrat Dr. Naumann auf einstimmige Präsentation des Stadtvorstandes hin- Wer die sein Amt als 1. Stadtpfarrer Gießens antrat. Gießener Verhältnisse tennt und diese 25 Jahre ganz oder teilweise hier mit durchlebt hat, weiß, welche Verdienste sich der hochgeschätzte Jubilar um das kirchliche Leben unserer Stadt erworben hat, und wieviele heute in Dankbarkeit und Verehrung seiner gedenken. Leider gestattet ber ungünstige Gesundheitszustand des Herrn Jubilars nicht eine Feier in Wie wir erfahren, hat ihm heute eine größerem Stil. Deputation der Geistlichkeit, des Gesamtkirchenvorstands, des Kirchenvorstands der Johannesgemeinde und der Gesamtkirchengemeindevertretung eine fünstlerisch ausgeführte Adresse überreicht, die folgenden Wortlaut hat: Hochgeehrter Herr Kirchenrat! Heute sind es 25 Jahre, daß Sie Ihr Amt an der evangelischen Gemeinde zu Gießen angetreten haben. Die Gemeinde gedenkt an diesem Tage mit aufrichtigem Dant alles dessen, was Sie ihr in dieser langen Zeit gewesen sind, und wir, die gesetzlichen Vertreter der Gesamtgemeinde und Ihrer Johannesgemeinde, dürfen Ihnen heute in ihrem Namen den Dank und die herzlichen Wünsche, die wir für Sie hegen, aussprechen. zu wal 2 ** wegen des 2 Jahre unmittelba enttam. beide Ve berantwo bruchsdiel ** * am Donn Hotel und Sta Vortrag bereine u Bundes laffe und Gesetzbuch Gelegenhe richtunger * V Warttur gelegenen Doch wi wenig bef gleich fo Dünsberg Turm in einmal d punft fü fein, eine 2. und fich auf den Ober ** Die twirtschaftl liegt bon Bürgermeif bon zwei Der Heberon ligen Beruf Beitragsbere bom 31. Ma Gieß D das Red fowie die trizitäts Beit ieg 10. bis 18 Nr. 15, ju Gi Wi Ein Freunden R durch Kauf ü Beise fortführ Timmliche Bier folie garanti Weiß und S Berabfolgung b Teen Unterne emer geehrten Der erite Ber an feiner Gaffin unstein bor den nicht aus den der sich erst ein Bu berantworte Idigungen zurid Seit der Unterti m den ausdrü Ibit infolge ihre habe ausführ geht herbor, gehalten hat. er den in Ital ird voraussicht Jahren Zuchtha beauftragt, S propit Malzi Deisaufnahme e seite der b geblich bergange mmermann Bun Borsigenden un n, streng bei de t, der wiederhol bezeichnete, tra uptete, daß das Brobst zu eine er Lehrer Gr niile unter der ud Lehrer feien e besichtigt wor ſten Gartenjääd eit. Er frigt mit Kreise usw. und Tittel zum Schube b, der billig a res Mittel, die ist, besonders eißiges Begi ie Erdflöhe odnen, also Better, auch i nen die Ka r Besinnung und Bestreuen de einer ganz feinen ebenso ein leberApril 1905. te bei Großh ng des Kgl. in Berliy hier eing ellt. Da in wutverdä nd, ergeht Bestimmung hten. Sun , werden a gefangen m ramm.) Bei de beslotterie wurde Mt. auf 404 954 und 77 992 Preisgeometer be nadel- Nidda, zu Sübingen ernam Fürften zu Solm der Gemeinde Fotob Shneide rafen Solms emeindehule zu rich Maffing glieber frei Großherzog dem zu Gotten eute 25 Jahre Naumann orstandes hinantrat. Wer bie Jahre ganz ober dhe Verdienfte fig che Leben unser Dankbarkeit und et ber ungünftige ihm heute ein mtfirchenvorstand ht eine Feier in nde und der Ge lerisch ausgeführte hat: nrat! Sie Ihr Amt an angetreten gaben. e mit aufrichtigem diefer langen Beit hen Vertreter der gemeinde, dürfen anf und die herz en, aut preden. Wir fühlen uns gedrungen, es Ihnen an diesem| Tag dankbar zu bezeugen, daß Sie der Gemeinde in unermüdlicher Arbeit und aufopfernder Hingabe gedient haben. In der Geschichte der Gemeinde werden die für ihre Entwicklung so bedeutsamen, ja zum Teil entscheidenden Dinge, zu denen Sie den Anstoß gaben, und die Sie mit so großer Umsicht und Tattkraft durchführten, eingetragen bleiben. Wir denken da z. B. an die Lösung der finanziellen Abhängigkeit der firchlichen von der bürgerlichen Gemeinde, durch welche das firchliche Gemeindeleben erst zu voller Selbständigkeit tam, an die Einteilung in vier Gemeinden, an die Erbauung der Johanneskirche, die Erneuerung der Stadtkirche, und vieles andere. Sie haben durch Ihre kraftvollen Predigten eine große Gemeinde um sich gesammelt, Sie sind in großer Treue den Armen und Kranten nachgegangen, viele haben bei Ihnen Zuflucht, Troft und Hilfe gesucht und gefunden. Für das alles gebührt Ihnen warmer, herzlicher Dant und das umsomehr, als Sie diesen Tag nicht, wie Sie und mir gewünscht hätten, in ungebrochener Gesundheit und Rüftigteit begehen fönnen, sondern von der Ueberlaft der Mühen, Sorgen und Arbeiten gebeugt, Ihrer Amtstätigkeit gegenwärtig entzogen sind. Wir befehlen Sie in den Schutz des treuen Gottes. Er verleihe Ihnen die Kraft, in Geduld auszuharren unter dem, was er Ihnen auferlegt hat, und erfülle unseren innigen Wunsch, daß es Ihnen vergönnt sein möge, bald wieder und noch lange Ihres Amtes unter uns zu walten. * ** Der Spießgeselle Huddes, Otto Walther, ist wegen des Einbruchs in das Pfarrhaus zu Herdorf zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Walther wurde unmittelbar nach dem Einbruch verhaftet, während Hudde entkam. Wegen des Einbruchs in Heppenheim haben sich beide Verbrecher demnächst vor dem Gießener Gericht zu berantworten. Ebenso wird dies Gericht über Hudde's Einbruchsdiebstähle in Norath und Schwalbach verhandeln. *** Eine allgemeine Gastwirteversammlung findet am Donnerstag, den 13. April, nachmittags 4 Uhr, im Hotel Schütz" in Gießen statt, in welcher der Direktor und Stadtverordnete C. Reinemer aus Darmstadt einen Vortrag über die Bestrebungen und Erfolge der Gastwirte bereine und Verbände, wirtschaftliche Einrichtungen des Bundes Deutscher Gastwirte, sowie über die Bundessterbelasse und die Haftpflicht der Gastwirte nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch halten wird. Es soll dadurch den Gastwirten Gelegenheit gegeben werden, diese Bestrebungen und Einrichtungen aufs Eingehendste kennen zu lernen. * Vom Vezberg. Turmstiege. Der wetterumbraufte Wartturm der früheren Beste unseres 309 Meter hochgelegenen Ortes dürfte noch manches Jahrhundert begrüßen. Doch wird die großartige Aussichtsstelle verhältnismäßig wenig besucht. Einmal liegt dies an den beiden nahen, ungleich schöneren Fernsichtspunkten Gleiberg( 313 Meter) und Dünsberg( 493 Meter), dann aber auch daran, daß in dem Turm immer noch ein Treppenaufgang fehlt. Wäre er eimmal da, so bildete er sicherlich einen fräftigen Anziehungspunkt für wanderluftige Fremde. Es muß deshalb Bestreben fein, einen solchen zu schaffen. Das Ganturnfest des Caues Hessen findet am 2. und 3. Juli in Alsfeld flatt. Der Festplatz befindet sich auf einer Wiese an der Schwalm. ** Berichtigung. Zu unserer geftrigen Notiz über den Oberhessischen Geschichtsverein bemerken wir berichtigend, Bekanntmachung. Die Heberolle über die Beiträge zur land- und forftwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Jahr 1904 liegt von heute an während vierzehn Tagen auf der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist bon zwei Wochen, nach Ablauf der Offenlegungsfrist, kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Beitragsberechnung bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Einspruch erheben( s.§ 15 der Verordnung bom 31. Mai 1902). Gießen, den 6. April 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Der Entwurf des Vorauschlags der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1905( vom 1. April 1905 bis Ende März 1905) sowie die Voranschläge des Stadterweiterungsfonds, des Elektrizitätswerkes und des Gas- und Wafferwer fes für dieselbe Beit liegen nach Vorschrift des Artikel 83 der Städteordnung vom 10. bis 18. April ds. J8. auf dem Bürgermeisterei- Bureau, Zimmer Nr. 15, zur Einsicht der Beteiligten offen. Gießen, den 8. April 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. mecum. Wirtschafts- Webernahme. Einem geehrten Publikum, meiner werten Nachbarschaft, sowie Freunden und Bekannten die ergebene Mitteilung, daß ich die Restauration Bob Bahnhofstraße 11 durch Kauf übernommen habe und das Geschäft in unveränderter Weise fortführen werde. Zum Ausschant gelangt das so wohl be: fömmliche Bier aus dem Gießener Brauhaus sowie garantiert naturreiner Mepfelwein und vorzügliche Weiß- und Rotweine. Durch prompte Bedienung und burch Berabfolgung befter Speisen und Getränke hoffe ich, bei meinem neuen Unternehmen das geschäftliche Vertrauen, wie auch früher, meiner geehrten Gäste zu erwerben. Hochachtend daß nicht der Verein als solcher, sondern nur sein Museum nach dem Landgraf Philipps- Plaz umgezogen ist. H Klein- Linden, 10. April. Leßten Sonntag veranstaltete der hiesige Babelsberger Stenographen- Verein ein Preisschreiben für seine Zöglinge. r. Krofdorf, 10. April. Die Kreissparkasse Wetz: lar hat nunmehr in allen Bürgermeistereiorten des Kreises Nebenstellen eingerichtet, welche mit Beginn des neuen Rechnungsjahres um drei weitere vermehrt wurden. Troßdem sich die Bahl der Spar- und Darlehnskassen von Jahr zu Jahr vermehrt, indem solche oft selbst in kleineren Gemeinden init gutem Erfolge bestehen, so werden gerade oben genannte Nebenstellen gern benutzt, da sie den Verkehr mit der Kreisfaffe, welcher durch die Entfernung von Weßlar sehr erschwert war, erleichtern. Auch die hiesige Nebenstelle, welche dem Rentmeister Ehrig unterſtellt ist, hat in der furzen Zeit ihres Bestehens einen guten Ausschwung genommen und wird auch von dessen Nachbarorten gerne benutzt. w Wezlar, 10. April. Der hiesige Nuderverein, welcher sich in den letzten Jahren selbst auf größeren Regatten mit gutem Erfolg hat betätigen fönnen, blidt in diesem Jahre auf eine 25jährige Tätigkeit zurück. Wie in der Hauptversammlung am Mittwoch Abend beschlossen wurde, soll diese Jubelfeier im Laufe des Sommers durch eine größere Regatta auf der Lahn festlich begangen werden. Die Art und Ausdehnung dieser Feier bleibt jedoch einer besonderen Generalversammlung vorbehalten. Londorf. Metzger Höchst dahier erwarb das früher Bürgermeister Webersche Anwesen für 17 625 Mt. Meßger Höchst gedenkt um eine Schank- Konzession für seinen neuen Besitz einzukommen. ?? Elpenrod, 10. April. Der Konsum- Verein Elpenrod bot sich aufgelöst. Als Liquidatoren sind L. Bernhard, H. Philipp, E. Schmidt 1. und H. Langohr bestellt. ** Elbenrod. In dem Verfahren zur Anlegung des Grundbuch für die Gemarkung Elbenrod beginnt die Anmeldungsfrist am 15. April 1905 und endigt am 14. Juli 1905. Die Anmeldungsfrist erstreckt sich auch auf die Rechte an Bergwerken. § Reinhardshain, 10. April. Lzten Sonntag feierte das Johannes Müllersche Ehepaar seine Goldene Hochzeit. K Von der Bergstraße, 10. April. Froft in Blüten. Durch die Kälte in den letzten Nächten der vorigen Woche ist di Aprikosenblüte ganz, die Pfirsichblüte größtenteils vernichtet worden. K Frankfurt, 10. April. Freund Adebar stattete gestern Nachmittag einem Dienstmädchen, das in einem Straßenbahnwagen nach Hause fahren wollte, daselbst einen Besuch ab. Der Wagen mußte halten. Die Rettungswache erschien und brachte Mutter und Kind nach der Entbindungsanstalt. K Mainz, 10. April. Provinzialdirektor Frhr. v. Gagern feierte heute seine Silberne Hochzeit. K Mainz. 10. April. Der Prozeß gegen den Domprobst Malzi ging heute zu Ende. Der Staatsanwalt beantragte wegen Mißhandlung des Werner 20 Mt., wegen Mißhandlung der Käthe Zimmermann 100 Mt. GeldStrafe und wegen des versuchten Sittlichkeitsvergehens eine aeringe Freiheitsstrafe nach dem Ermessen des Gerichts. Nachdem der Verteidiger gesprochen und Domprobst Malzi in einer längeren Rede sich verteidigt, zog sich das Gericht zu einer zweistündigen Beratung zurück. Um 8 Uhr verDas Gericht nahm die fündete der Vorsitzende das Urteil. Keine Trunksucht mehr. | Anflage in allen Fällen als erwiesen an und verurteilt Malzi wegen Mithandlung zu 150 Mt. Geldstrafe und wegen Vergehen aus§§ 174 und 176 zu 1 Jahr Gefängnis. Aus dem Gerichts[ aal. Straffammer. Gießen, den 7. April 1905. Wegen eines schweren, zwei einfacher Diebstähle, eines Diebstahlversuchs und drei Betrügereien, verurteilte die Straffammer den Dienstknecht Emmerich Schäfer von GroßErda zu 5 Jahren Zuchthaus und zehnjährigem Ehrverlust. Der Angeklagte fand zu Nieder- Florstadt in Diensten, wo er einem Mittnecht den Koffer aufbrach und mit dem Inhalt, der einen Wert von etwa 80 Mf. hatte, verschwand. Er mietete sich dann zu Gießen unter falschen Angaben in drei verschiedenen Häusern ein, wo er ebenfalls unter Mitnahme was er erwischen fonnte, verschwand.- Die Witwe Elisabethe Friedler von Rirfeld entwendete dem Landwirt Schaub dorten ein Gebund Stroh im Werte von 70 Bfg. Da Rückfalldiebstahl vorliegt, wurde sie zu 3 Monaten GeUnter der Anklage des Diebstahls fängnis verurteilt. und des Betrugs, sowie der Unterschlagung wurde der Kaufmannsgehilfe Heinrich Andreas Sprendel von BadNauheim zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt. Er war in einem Bementgeschäft zu Bad Nauheim mit Führung der Geschäftsbücher betraut, bei welcher Gelegenheit er die Unredlichkeiten beging. Die Eheleute Otto Seipel von Lißberg hatten sich wegen Hausfriedensbruch und Bedrohung zu verantworten. Sie sind mit ihren Mietleuten in Streitigkeiten geraten und wollten dieselben plößlich zum Ausziehen veranlassen. Die Türen und Fenster wurden bei der bittersten Kälte ausgehängt und die Rohre von Defen und Herd entfernt. Erst auf wiederholte Aufforderung seitens der Gendarmerie und der Ortspolizei, wurde die Wohnung Das Gericht erkannte auf je wieder instand gesetzt. 14 Tage Gefängnis. - Brief- und Fragetaften der Redaktion. Langjähriger Abonnent in Gleiberg. I. A. 55 bedeutet Blutadern, I. C. 49 rege Herztätigkeit. Marttberichte. teken 11. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter fb. 1.05-1.15 Mt., Hühnereter per Stüd 5-6 Bfg., Enteneler St. 0 Bfa. Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg. 07. 0.80-1.00, Hühner per Stad mr. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stitd 1.80-2.20, Gänse per fb. 00-00 fg., Dchsenfleisch per fb. 70-80 Bfg., Rindfletsch per Pfd. 62-68 Pfg. per fb. Schweinefleisch 66-76 Big. Schweine fletsch gefalzen per funb 0.80 Bfg., Ralbfleisch per Bfb. 70-74 per Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfs., Lauben per Paar Bfg. Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kello 6.00 b. 650 Mt., Zwiebeln per Rt. Mr. 8.00-10.00, Wetstraut 10-15 Bf. per Stüd, Zentner 3-4 Mt. Aepfel per Zentner 6-10 Mr. Zwetschen ver Zentner 0,00-0.00 Nüsse 100 St. 00-00 fg. Milch per Liter 18. Pfg. Dauer der Marktzett von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenflände bes Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten bret Stunden der Marktsett im Umberaieben fellaeboten werben. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienft. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 12. pril. Trüb, fühler besonders tagsüber, vielfach Regenfälle, stellenweise mit Gewitter. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Ib in Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbe in Gießen. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Eine Probe von dem wunderbaren die Seitenstraße zwischen den Häusern Westanlage Cozapulver wird gratis geschickt. Nr. 9 und 27 von heute an bis auf weiteres für den Kann in Kaffee, Thee, Essen oder Spirituosen Fuhr- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 8. April 1905. gegeben werden, ohne dass der Trinker es zu wissen braucht. 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Reizel, Vorsitzender. Versteigerung. London, W. C.( England). GiessenerFischbaus wittwoch, den 12. Avril d. J. Solider tüchtiger Hausbursche bei gutem Lohn gesucht. Meggermeister Schreiner. Dienstmädchen Schön möbl. Zimmer gesucht. Chirurgische- Klinik. Einige Peter Berg, Inhaber. sesucht. mit und ohne Kabinet zu verm. Bicken, Walltorstraße 15. Schöne möbl. Bimmer nachmittags 2 Uhr Sonnenstraße 30. werden im Bieker'schen Saale Täglich leb. frische Schellfische versteigert: Möbel aller Arten, Cablian, sowie sämtliche Seefische 10 Mille Bigarren, 18 Baar Herrenin allen Preislagen. Sämtliche Schnürstiefel, 4 Säulenwaagen, 1 Lahnfische, wie Hechte, Karpfen, Metalldrehbank, 1 Schreibtisch Weikfische zc. stets leb. zu haben( eichen), 1 Regulator, 1 Pianino, 1 Buffet, 1 Schreibmaschine u. a. m. Geißler, Gerichte vollzieher, Gießen. bei M. Simon. Prompter Versandt nach Auswärts tebigstraße 58 ist ab 1. 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Unter anderem: Große Mengen Badewannen, belgische Kasserollen, Kochtöpfe, Waschtöpfe, Wasserkessel, Wassertöpfe, Wasserkrüge, Wasserschöpfer, Wassereimer, Milcheimer, Kartoffeletmer, Kaffeekannen, Kaffee früge, Teekannen, Servierkannen, Tassen, Löffel, Schaumlöffel, Schöpflöffel, Bratlöffel, Milchlöffel, Milchfannen, Milchtöpfe, Milchtrüge. Milchkocher, Milchseihen, Rahmfannen, Speisenschüsseln, Schaffnerkrüge, Betroleumkannen, Teller, Teigschüsseln, Gemüseschüsseln, Bratenschüsseln, Seiben, Durchschläge, Kümpe, Bratpfannen, Kuchenpfannen, Tortenpfannen, Eierpfannen, Bompöschenpfannen Buddingformen, Backschaufeln, Fleischplatten, Brotförbe, Becher, Suppenschüsseln, Spargelkocher, Wannen, Schwenkbütten, Waschbecken, Seifennäpfe, Effenträger, Salzfässer, Löffelbretter, Kehrichtschaufeln, Kartoffeltocher, Nachttöpfe, Toiletteneimer 20. Jeder wird zum Besehen der Waren freundlichst eingeladen. Jeder, der diese günstige Gelegenheit versäumt, ist sich selbst zum Schaden. Verkauf täglich von 9 bis 1 Uhr und von 3 bis 7 Uhr, Sonntags kein Verkauf. Stets neue Sendungen. V. Sefftsch- Thüringische Staatslotterie Biehung VI. Klaffe.( 7. Tag.) 10. April 1905. De Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mart gezogen. ( Ohne Gewähr.) 113 66 80 83 209 49 381 72 76 489 98 672 862[ 1000] 900 1009 18 55 244[ 400] 360 481 90 99 602 715 46 89 874 97[ 400] 912 2053 100 19 66 210 16 68[ 400] 70 72 307 16 41 403 4 17[ 400] 22 58 62 86[ 400] 90 578 86 628 49 78 747 830 37 56 935 46 56 90 8027 55 79 80[ 400] 94 169 88 200 44[ 1000] 336 50 74 431 45 70 81[ 1000] 88 619 45[ 400] 79 95 707[ 400] 49[ 1000] 860 91 941 4029 38 46 174 211 48 373 98 434 58 526[ 400] 94[ 2000] 621 48 54 71[ 400] 84 709[ 1000] 59 94 850[ 1000] 71 77 82 946 48[ 400] 5090 93 153[ 400] 203[ 400] 60 350[ 400] 536 44 94[ 400] 614 30 32 710 38 801 19 37[ 400] 76 83[ 400] 85 983[ 1000] 6010 20 56 79 98 116 95 304 406 60 96 599 619[ 400] 75 85 715 74[ 400] 842[ 400] 77 89 988[ 400] 7010[ 1000] 20 179 213[ 400] 317 48[ 400] 400 29 86 543[ 400] 55 736 60 890 979 8063[ 1000] 103 58[ 5000] 257[ 1000] 96[ 400] 303 18 25[ 1000 28 499 609 26 27[ 1000] 88 738[ 1000] 42 72 86 813 31 51 921 89 74 9069 166 214[ 400] 43 53 56 83[ 400] 94 346[ 1000] 437 502 35 78 628 76 741 801 3 14 70 90[ 400] 10139 49[ 2000] 238 48[ 1000] 315[ 400] 28 503 39 94 649 722 855 63 66[ 2000] 933 58 74 11135[ 400] 98 296 97 475[ 400] 538[ 400] 611 [ 400] 746 72 88 847[ 1000] 915 56 12016 70 152 214 70[ 400] 85[ 1000] 397 423 38[ 400] 576 601[ 400] 10 21 779 85 841[ 1000] 907 54 69 92 13031 39 74 103 49 84 92 96 221 64 78 355 432[ 400] 42[ 1000] 83 533-94 626 31[ 1000 90[ 400] 809 35[ 400] 40 74 88 910 20 21 14137 38[ 1000] 241 67[ 1000] 343 432 34 63[ 1000] 70 602 8 22 56 824 41 44 81 914 23 81[ 400] 15025[ 1000] 39 51 112 26[ 2000] 38 60[ 400] 229 52 77 378 471 92 96 556 65 68 621 47 52 91 729 400] 41 58 841 92 938 58 16020 51 [ 400] 221 359 77 550 709 28 43[ 400] 66[ 2000] 855[ 400] 901[ 400] 74 17026 34 78[ 400] 150 75 252[ 400] 87 312[ 1000 446 70 546[ 400] 49 91 720[ 1000] 76[ 5000] 83[ 400] 801 37 1400] 57[ 400] 74 85 97 907 51 69 18036 146 202 320 23 464 68 637 40 65[ 400] 68 73 90 793 833 76 931[ 400] 41 52[ 400] 19000 24 27[ 400] 137 213[ 1000] 27 39 95 442 630 737 79 816 900 30 20019 113 280 351 77 416[ 400] 77 503 44 51[ 400] 612 85 729 55 990 21044 114 15[ 400] 17 33 93 247 84 87 90[ 400] 300 405 56 502 3 4[ 400] 47 83 786( 1000 800[ 400] 11 26[ 2000] 56 60 902 17 33[ 10001 22042 60 83[ 400] 119 25 227 58 89 345 62 447 506 662 87 767 831 50 907 30 23005 44 46 122 379 92 96 98 447 67 95 501 5 42[ 400] 57 69 875 91 719 65 75 824 31 34 900 9 92 24080[ 1000] 92 101 206[ 1000] 17 34[ 400] 39 45[ 5000] 341[ 400] 47 59 477[ 400] 528 65 688 709 21 25 63 74 907[ 1000] 49 74 25069[ 400] 110 45 220[ 1000] 57 362 92 452 81 96[ 1000] 548 67 634 74 741 94 821 902[ 400 26078 134 60 90 238 83 316 66 84 93 414 83 602 17 52 725 44 846 86 920 91 27117 56 222[ 2000] 86 458 75 82 509 62 87 98 693 711 820[ 2000] 920 77 28001 40[ 400] 132[ 1000] 229 [ 1000] 33 35 38 56 57 76 316 79[ 400] 94[ 1000] 483 86 517 35 52[ 400] 650 1000 99 838 71 922 29079[ 400] 175[ 400] 85 203 82[ 1000] 302 [ 400] 10 632 36 79 89[ 1000] 722 87 94 838 86 947 62[ 400] 90 30020 40 192 236 343 523 45 47 695[ 1000] 827[ 400 954 73 81 31017 146 47 70 212 56 81[ 400] 83 372 75 93 404 19 32 35 38 69 555 03[ 400] 714[ 1000] 79 80 99 825 902[ 400] 35 59 32006 27 31 187 97 [ 1000] 272 97 304 52 463 67( 1000) 531 712 38 90 807 17[ 400] 50 92 [ 400] 986[ 1000 33007[ 1000] 64[ 1000] 77 319[ 1000] 91[ 400] 502 5 45 84[ 400] 94[ 400] 776 804 931 44 95 84017 75 102 95 220 385 490 [ 400] 543 99 600 29 37 716 35 65 96[ 400] 35029 82 113 28 34 37 41 88 246 47 318[ 400] 20 28 38 57 63 82 406 32[ 1000] 52 56 83( 400 569[ 400] 98 622 94 716 49 70 850[ 400] 65 76 36061[ 1000] 217[ 2000] 326 75 89 400[ 2000] 49 87 600 10 59 733[ 400] 48 87 95 800 84 37015 97 109 79 84 233 52 367[ 2000] 78 431 48 49 507 14 32 98 753 896[ 400] 960 38073 80 98 103 82[ 1000] 270 [ 1000] 86 328 82 509 58[ 1000] 88 91 606[ 1000 52 68 76 94 727 46 814 905 39126 79 827 50 401 39 537 45 59 91 648[ 400] 705 22 56 823[ 1000] 48 75[ 2000] 948 40068 84 129 220 45 68 430 32[ 1000] 616 37 43 59 64 723 72 806 [ 400] 42 88( 1000) 935 41045[ 400] 83 101 4 208 69 504[ 400] 44 604 77 811[ 400] 38 952 68[ 400] 42133 400] 248 79 91 97 354 453 94 523 ( 1000) 30 672 76 706 842 901 72 48013 66[ 400] 180 374 442 62 93 517 31 56 607[ 400] 11 71 704 95 1000] 836 69 44081 92 105 240 50 1000) 94[ 400] 323[ 400 51 54[ 400] 58 89 406 37 532 61 82 97[ 400] 603 28 87 711 46 93[ 400] 916 57 66 45060 79 223 87 328 526[ 400] 601 705 18 23 48 852 73 94[ 400] 46084 103 20 25 229 52 78 348 88[ 400] 494 534 65[ 400] 613 33 59 77 [ 1000] 787 72 865 975 93 47022 40 115[ 400] 35 39 64 93[ 400] 283 340 92'000 m Gebrauch! 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