t man die auf Dauer bon 10 ger darin liegen ein würde, legt dieselben rechttaudit man sie worauf man sie gt. Die Gegen auch der Schliff mwand abgetrod 000 an braucht, hart, schneide das Eidie Streifen in ehl, gieße einige nd Pfeffer. Das Butter und dem uf das bergartig d mit gerösteten Speise einige Mi ugrünem Salat. hält, das Innere flich geschnitten, Jossen und über läßt man die ann flärt man 1,5 Kilogramm und den Saft länglich ge lange, bis die ald die Frucht gut berbunden. guten Erziehung. rheit durchs Geberjengen. Daß man oft umso st. este Weisheit der befreundete Faeinem Anie reiten. ohl, mein junger t so gut, wie auf haber fragte seine gen Lagen fennen in Fräulein, wenn nen, Ihnen einen Dame antwortete ben Sie niemals tten tun sollen." prechen tatsächlich ch fließend? Da prache Sie eigent :„ Ja, wissen Sie, n Fällen denke ich handelt, da dente Vorstellung, da t die Sonne unteraber, und als der ht!" nicht mehr aufossen durch folgende acht, die Sonne geht navane Das Beste vom Beste Keln alltägliches Schuhputzen me Oberall vorrätig! Fabrik: Unlen A Stadt- Chea Giessen. Dir.: Hermann Steinga Nr. 265. Jasertionspreis: Die einspaltige Beritzeile für ganz Oberbeen, die Kretse Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Bfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Rebaftion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschinh Nr. 362. Freitag, den 10. November 1905 Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an ellex Werktagen nachmittags. रा Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Eigene Kraft und Staatshilfe. - Nichts. Was ist der dritte Stand? Was sollte er sein? Alles Einer der Väter der ersten französischen Revolution hat dieses Wort geprägt, das den Titel einer Flugschrift bildete und zum geflügelten Wort geworden ist. Ueber hundertundfünfzehn Jahre sind seitdem vergangen. In dieser Zeit ist der dritte Stand zum Mittelstand und wirkHich, wenn schon nicht alles, so doch beinahe alles geworden. Denn zum Mittelstand gehören wir ungefähr alle. Die Schicht der oberen Stände ist dünn, sehr dünn, und nach unten greift der Mittelstand tief, sehr tief. Daraus erklärt fich auch, daß weitaus die größte Zahl aller Klagen und Beschwerden Mittelstandsklagen und Mittelstandsbeschwerden sind, und daß diese Klagen und Beschwerden in ihrer Mehrheit fich gegen Schichten wenden, die außerhalb des Mittelstandes fich befinden, sondern Klagen und Beschwerden sind, die ein Teil des Mittelstandes gegen den anderen Teil richtet. Wir sind in einer lebendigen und starken Entwickelung begriffen, wir, der Mittelstand, mehr als jeder andere Stand. In der Natur der Entwickelungsbewegung aber liegt es, daß sie Störungen mit sich bringt, Störungen der Gewohnheit und damit Störungen des Behagens. Auch kann der Fortschritt nicht in allen Punkten und für jeden Einzelnen gleichmäßig sein. Der eine überholt den andern, und der Ueberholte hat den peinlichen Eindruck, daß er zurückgegangen sei. Da bedarf es dann gar keiner Demagogie, um die Meinung hervorzurufen und zu verbreiten die fortschreitende Entwickelung selbst befinde fich auf einem falschen Wege, habe eine verderbliche Richtung eingeschlagen, und alles Unheil sei abgewendet, wenn man die Entwickelung überhaupt hemme, womöglich zu rückdränge. - Heute wird sich faum jemand finden der die Maschinen zerstören wollte, weil sie den Menschen die Arbeits- und damit die Verdienstgelegenheit nehmen. Denn heute weiß jedermann, daß wir der Maschine eine starke Erlösung der Lebensführung für uns alle verdanken, daß sie nicht die Arbeitsgelegenheit vermindert, sondern den Arbeitsertrag vers mehrt. Für die armen Weber freilich um ein Beispiel aufzuführen war es zunächst ein geringer Trost, daß Strümpfe und Leinenwaren billiger, viel billiger und dadurch für viele erreichbarer wurden und ein Lurusartikel zu sein aufhörten. Ihr färgliches Brot wurde einstweilen noch färglicher, und ihr Kampf gegen die Maschine war aussichtslos. Bei allem herzlichen Mitgefühl für die Weber wird heute niemand für die Zerstörung der Webemaschinen eintreten oder den Wunsch hegen, es möchte seiner Zeit der Zerstörungsversuch gelungen sein Es ist noch nicht lange her, daß die Sezer in ähnlicher Weise gegen die Setzmaschinen zu Felde zogen und ihre Einführung durch Streiks hindern wollten. Die Sezer find schnell davon abgekommen; sie haben schnell ertannt, daß der Fortschritt ihres Gewerbes ihr eigener Fortschritt ist. Gewiß hat die fabrikmäßige Herstellung von Ges brauchsgegenständen den einzelnen Handwerker und sogar das Handwerk überhaupt in Bedrängnis gebracht. Das ist bes dauerlich; aber die unerfreuliche Begleiterscheinung darf uns nicht die Erkenntnis verschließen, daß die Ausdehnung der Fabrikation für uns alle einen Fortschritt darstellt, an dessen Segnungen wir uns nur zu schnell gewöhnt haben, um sie noch als solche zu empfinden. Das Handwerk ist vielfach zur Fabrikation geworden, und wo das nicht geschehen ist, da hat es sich nach zwei auseinandergehenden Richtungen teilen müssen. In der einen Richtung hob es sich zum Kunsthandwert, das einem besseren Geschmack diente, individuelle Anprüche befriedigie; in der anderen Richtung mußte es sich begnügen, Reparaturhandwerk zu werden. Ohne Frage haben um wieder ein Beispiel anzuführen die großen Uhrenfabriken dem Uhrmacher viel Boden genommen. Sie haben aber die gutgehende Uhr billig und darum fast für jedermann erlangbar gemacht. Wer wollte dieser Entwicklung den Beifall versagen oder sie aufhalten oder gar zurückSchrauben? Freilich ist der gewerbliche Fortschritt mit Störungen verbunden, die den einzelnen recht hart treffen önnen. Aber es ist ein verhängnisvoller Irrtum, wenn man glaubt, die Beseitigung des Fortschritts bringe Zufriedenheit. Auch früher hat es Klagen gegeben, die denn auch früher schon hatie es einen Fortschritt gegeben, der die - Freitag, den 10. oben genau in gleicher Weise begründet waren, Zu Schiller Rückständigen überrannte und zu Boden warf. Ein ver= Geburtstag Maria Stuar Fr. v. Schiller. hängnisvoller Irrtum ist es ebenso, wenn man glaubt, der Staat könne überall helfen. Das kann er nicht. Ein wenig wehren, ein wenig mindern, dazu ist er im Stande. Sobald er darüber hinausgeht, verkennt er seine Aufgabe, verbraucht er seine Kräfte an der unrechten Stelle. Unter feinen Umstånden ist der Staat der oberste Schiedsrichter im Kampf zukämpfen. Es ist ungemein leicht, den Staat anzurufen, Trauerfpiel in 5 Aufzüget ums Dasein", denn diesen Kampf hat er für sich selbst mitSchüler u. Schüler damit er eingreife. Aber nach dem Staat tönnen eben alle erhalten zu dieser Vorst rufen, alle haben das gleiche Anrecht an den Staat, und ermäßigte Einlahla auf alle müßte er hören. Denn Jeder hält natürlich seine in Ernst Challiers Mufi Forderung für gerecht und der Billigkeit entsprechend. Wird nun die Forderung des einen Teils erfüllt, so hält der Sollte dem Staat gegenüber bei dem Bürger nie auffommen, meil die Liebe aller Büraer dem Staat aebört. Man fann handlung( nicht an der Aben an dere Teil sich geschädigt. Gerade dieses Gefühl aber dem Staat unrecht tun und sich an ihm versündigen, indem man seine Macht überschäzt, und das tut man am meisten, indem man sich selbst als unmündig und den Staat als Vormund hinstellt. Der Bürger des Staates soll sich als mündig fühlen und betätigen und seine Sorgen allein durchfechten. Die privaten Sorgen des Einzelnen sind nicht die Sorgen des Staates. Ein hoher Beamter, Herr Thiel, Direktor im Landwirtschaftsministerium, nach seiner ganzen Vergangenheit und Gewöhnung ein konservativer und mittelstandsfreundlicher Mann, hat fürzlich in der Vereinigung für staatswissenschaftliche Fortbildung einen Vortrag gehalten, mit dem die obigen Ausführungen sich ungefähr decken. In manchen Punkten ist er noch weiter gegangen. Seine Darlegungen verdienen jedenfalls Beherzigung. Ihr Schlußergebnis ist, daß man einer natürlichen wirtschaftlichen Entwickelung sich nicht entgegenstemmen, vielmehr ihr anpassen soll, um ihre Vorteile ganz zu genießen. Der Widerstand ist doch vergeblich und macht uns im Kampf ums Dasein nur ungeschickter. Die Reaktion auf dem Rückzug. Etwas weniger bedrohlich sieht sich heute das Bild von den inneren Zuständen Rußlands an. Witte lebt und Trepow geht. In diesen beiden Gegensägen spiegelt sich die Lage am deutlichsten wieder. Alle Schwarzseher haben Unrecht behalten. Nicht nur das Gerücht ist unrichtig, daß Witte vergiftet oder auf andre Weise ermordet sei, er steht noch fest im Amte, und seine Widersacher müssen ihm weichen. Trepow's Demiffion. Mag auch der Bar in der Wahl zwischen Witte und Trepow sich viel mehr zu legterem hingezogen fühlen, die Not zwingt ihn gebieterisch auf die Seite des Grafen Witte. Diesmal ist die finanzielle Not. Die Zeit naht heran, da der Koupon der russischen Anleihe einzulösen ist. In dieser Zet! der inneren Wirren ist es nicht leicht, die nötigen Mittel bereit zu stellen. Trepow würde dazu schwerlich in der Lage sein. Witte ist der einzige Mann, der es fertig bringt. Da haben wir das Geheimnis von Trepow's Sturz. Ueber die neuesten einschneidenden Veränderungen in den hohen Staatsämtern wird aus Petersburg gemeldet: Die Blätter, die Ausgaben veranstalten, darımter die neue Arbeiter- Zeitung Nowaje Schisn", melden, daß Tr- pow's Demission erfolgt sei. Er wurde zum PalaisKommandanten ernannt. Auch das Entlassungsgesuch des Großfürsten Wladimir als Oberstkommandierender der Garde und des Petersburger Militärbezirks wurde angenommen. Als sein Nachfolger wird Großfürst Nikolaus genannt. Der frühere Eisenbahnminister Fürst Chilkow wurde zum Mitgliede des Reichsrats ernannt. Damit ist für Witte eine breitere Grundlage für sein Reformwerk gewonnen. Witte und die Gegenrevolution. Zunächst hat Witte sein Ministerin gebildet. Es find meistens Beamte, auf die er sich berlassen fann. Dann hat er ein eigenes Ressort für Handel und Industrie eingerichtet. In die Zuständigkeit dieses neuen Handels- und Industrieministeriums gehen über: aus dem Finanzministerium alle den Handel und die Industrie betreffenden Angelegenheiten mit Ausnahme der Gewerbe- und Handelssteuer, der Finanzagenturen im Auslande, des Konseils für Tariffragen, des Tariffomitees des Eisenbahndepartemens und des Montanwesens, ferner aus dem Ministerium des Innern die die Kaufleute, sowie das Kaufmanns- und Handwerkeramt be= treffenden Angelegenheiten und die Hauptverwaltung der Seehand dls- Schiffahrt. Eine weit schwierigere Aufgabe hat Witte sich gesetzt, wenn er es unternimmt, die Macht des Heiligen Synob zu brechen. Diese Behörde, die als die einflußreichste im Zarenre he bislang galt, soll in ein Patriarchat umgewandelt werden. Dann aber handelt es sich darum, die Macht der GegenRevolution zu brechen. Es ist davon die Rede, daß sämtliche Beamte, von denen die Gegenrevolution begünstigt wurde, abgesetzt werden sollen. Auch heißt es, daß mehrere Generalgouverneure vor Gericht gestellt werden würden. Es wird sich zeigen müssen, wie weit diese Maßnahmen Wittes zur Beruhigung weiter beitragen werden. An Stelle des Grafen Lamsdorff, der vom Ministerium des Auswärtigen zurücktrat, ist der Gesandte in Konstantinopel, Jswolski, getreten. Die russische Sozialdemokratie. An vielen Stellen ist angesichts des stetig fortschreitenden Reformwerkes der Streit beendet, und das Leben beginnt in seinen gewohnten Weg einzulenken. Schon beginnt auch die förmliche Parteibildung. Es wird darüber aus Petersburg berichtet: Die sozialdemokratische Partei veröffentlicht in der neuen Zeitung ,, Nowaje Schisn" ihr Programm, das sich im allgemeinen dem Erfurter Programm der deutschen Sozialdemokratie anschließt. Demnach ist anzunehmen, daß die nächsten politischen Kämpfe um das allgemeine Wahlrecht gehen werden. * Politifche Rundschau. Deutsches Reich. In seiner gestrigen Sitzung beschloß der Bundesrat die sofortige Wiedereinbringung der MilitärpensionsGefeßentwürfe im Reichstage. Die gleichfalls beratene Fahrkartensteuer ist abgestuft nach Wagenklassen und Entfernungen, unter Freilassung des Vorortverkehrs und gewisser Zonen des Fernverkehrs für die 3. und 4. Klasse. * * Wie unsicher die Verhältnisse teilweise in unseren afrikanischen Kolonien noch sind, erhellt aus der Ermor dung eines deutschen Kaufmanns in Kamerun. Der Anges stellte der Firma A. u. L. Lubcke- Hamburg, der Kaufmann Rogge wurde in Welematone im südlichen Teile des EbolavaBezirks von seinem eigenen Dienstpersonal ermordet. Die Mörder sind alsbald verhaftet, von der Station Ebolava zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Der Aufstand in Ostafrika wird unablässig unter großer Aufopferung unserer Truppen bekämpft. Oberleutnant von Gravert hat das Gelände nördlich und westlich des festen Lagers Kibatta in den Matumbi- Bergen gesäubert. Die Aufständischen, die mehrere große Lager angelegt hatten, ergriffen bei AnnäheLung der Truppe regelmäßig die Flucht; gleichviel erlitten sie starke Verluste. Auch wurden viele Gefangene gemacht. - * Zn der zweiten sächsischen Kammer erkannte bei der Besprechung einer Interpellation über die Fleischteuerung Minister von Metzsch das Bestehen eines Notstandes an, hielt aber Abhilfe durch Deffnung der Grenzen für untauglich. -Der Breslauer Magistrat antwortete der Viehverwertungsstelle der deutschen Landwirtschaftskammer auf ihre Vorschläge, kommunale Fleischverkäufe einzurichten, er lehne es ab, das Fleischerhandwerk zu schädigen. Auf die Vorstellung des Magistrats zu Kattowiz hat der preußische Landwirtschaftsminister die Einfuhr russischer Schweine über Desterreich genehmigt. Die Verhandlungen mit den österreichischen Behörden sind im Gange. * * Der wegen Erkrankung in Abbazia weilende Fürst Günther von Schwarzburg- Rudolstadt hat den Staatsminister Freiherr v. d. Reife mit seiner Stellvertretung in bollſtem Umfange beauftragt, so daß er auch mit anderen Staaten Verträge abschließen und den Landtag vertagen und auflösen kann. * * Die Wahlen für die erste Kammer des badischen Landtages ergaben die Wahl von acht Vertretern des grundherrlichen Adels, zwei Vertretern der Handelskammern, zwei Vertretern des Landwirtschaftsrats, je einem Vertreter der mittleren Städte Badens, der Kreisausschüsse und der Handwerferfammern. Die Städte der Städteordnung sind durch Oberbürgermeister Dr. Winterer- Freiburg und Oberbürgermeister Beck- Mannheim vertreten. Die Üniversität Freiburg wählte Hofrat Rümelin, die Technische Hochschule Karlsruhe Geh. Hofrat Bunte. Amerika. ** Der alte Revolutionsherd auf San Domingo wirft wieder Funken. Das Staats- Departement in Washington hat die Nachricht erhalten, daß ein revolutionärer Ausbruch stattgefunden hat. Das Marineamt hat sofort ein Kriegsschiff nach der Insel abgesandt. ** Gerüchtweise wird von einer neuen Revolution in Rio de Janeiro gemeldet. Es soll ein blutiger Kampf zwischen dem Militär und der in Meuterei begriffenen Garnison der Festung Vera Cruz am Eingange der Bucht von Rio stattgefunden haben. Die Festung ist von Kriegsschiffen umzingelt. Hof und Gesellschaft. *** Anlaßlich seines Geburtstages hat König Eduard von England seiner ältesten Tochter, der Herzogin Louise von Fife den Titel" Prinzeß Royal" verliehen. Die Prinzessin Louise heiratete vor sechszehn Jahren den Herzog von Fife, einen Abkömmling des schottischen Uradels. Dadurch verlor sie gewisse Vorrechte ihrer föniglichen Abstammung, und ihre Kinder hatten nur den Rang des Vaters. Ihre zwei Töchter hießen bisher nur Lady Alexandra und Lady Maud. Jetzt ist ihnen von ihrem Großvater, dem Könige Eduard, der Titel„ Hoheit" verliehen. ** ** Der König von Spanien begab sich gestern Vormittag mittelst Erazuges von der Station Wildpark nach Magdeburg zur Besichtigung seines Infanterie- Regiments Nr. 66. Mittags folgten der Kaiser und der Kronprinz dem König dorthin nach. Bei der Ankunft in Magdeburg wurde der König mit 21 Salutſchüssen empfangen; auf dem Bahnhofe war eine Ehrenkompaghie des 66. Regiments aufgestellt. Vom Bahnhofe begab sich der König unter den Ovationen des Publikums nach dem Schrotdorfer Ererzierplatz. Von Magdeburg fuhr der Kaiser mit seinem Gast zur Jagd nach Springe. Zwischen den deutschen Staatsmännern und den, im Gefolge des Königs Alfons nach Berlin gekommenen spanischen Diplomaten findet ein rener Verkehr statt. Der " Soziales Leben. X Verband deutscher Arbeitsnachweise. Der Verband eröffnete gestern seine vierte Jahresversammlung in Wiesbaden. Der Leiter des Arbeitsnachweises in Straßburg, Beigeordneter Dominicus, behandelte das wichtigste Thema der Tagung: Die Arbeitsnachweise und die interlo! cle Vermittlung." Der Berichterstatter trat für den Erlag eines Reichsgesetzes ein, das allen Gemeinden mit über 5000 Einwohnern die Errichtung von gebührenfreien Arbeitsnachweisen auferlegt. Diese sind stufenweise in Verbänden zu organifieren und unter Aufsicht eines Reichsamts zu stellen. × Die Petition der Bergarbeiter. Die Eingabe, die von den Bergarbeitern im Ruhrrevier wegen der NichtBeachtung der Bestimmungen der neuen Vorgese novelle an den Rei kanzler Grafen Bülow gerichtet war, hat er der Siebener- Kommission der Bergarbeiter mi dan preußischen Handelsminister weitergegeben. wie ( 127 Der österreichische Eisenbahn- Streik. ( Eig. Bericht.) Prag, 9. November. an. Das Verkehrswesen der österreichischen Monarchie leidet unter einer schweren Kalamität, deren Ende noch garnicht abzusehen ist. Die Arbeitsverweigerung der böhmischen Bahnarbeiter hat ansteckend auf andere Bezirke gewirkt. Auch die in besseren Stellungen befindlichen Angestellten zeigen Lust, sich der Bewegung anzuschließen. Die in unserer Moldaustadt wohnenden Lokomotivführer beschlossen, sich mit den Wagenschiebern solidarisch zu erklären. Die Direktionsbezirke Salzburg, Innsbruck, Wien können ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Die aus Linz fälligen Züge nach Ungarn kommen mit tage-, die Personenzüge mit mehrder stündiger Verspätung Die Hauptfnotenpunkte böhmischen Nordbahn, der Nordwestbahn, der südnorddeutschen Verbindungsbahn sind völlig lahmgelegt. Alle Industrieorte im Kladnoer Kohlenrevier sind durch Zugstauungen blockiert, ebenso das Zuckerfabrikengebiet in Svolenovec. Die böhmische Nordbahn über Prag ruht vollständig, Privat- und Staatsbahnen leiden gleichmäßig. Dabei drohen auch die Magazinbeamten, sich der Arbeitseinstellung anzuschließen, sodaß schon jetzt ungeheure Ansammlungen von Stückgütern an den preußisch schlesischen und den sächsischen Grenzstatiouen entstanden sind. In industriellen Kreisen hegt man lebhafte Furcht, daß die deutschen Absatzgebiete für Kohlen und Zucker on Konfurienten vom Balkan und aus der Schweiz bei längerem Andauern der Obstruktion verloren gehen könnten. es handelt sich ja nicht um Obstruktion? Freilich eine absolute Niederlegung der Arbeit, sondern um die teilweise Verweigerung der bisher üblichen Leistung. Man hat hierzulande den schönen Namen der, passiven Resistenz" dafür gefunden. Das für die Bahnen geltende Betriebsreglement ist uralt und zurückgeblieben, entspricht in keiner Weise mehr den beutigen Anforderungen. Angesichts der umstürzenden Neuerungen der letzten Jahre im Eisenbahnbetrieb, der gewaltigen Vermehrung des Güter und Personenverkehrs hatte die Arbeiterschaft im Einverständnis mit den Beamten sich eine Arbeitsweise zurecht gelegt, mit der man ganz gut austam, die aber nirgendwo auf dem Papier stand. Jetzt sind die Arbeiter auf einen Gedanken gekommen, der eigentlich garnicht so fern liegt. Bewilligt man ihnen ihre Forderungen in anderer Beziehung nicht, so kehrt man einfach zu der vor 20 Jahren geltenden Ordnung zurück und hält sich streng an deren Vorschriften. Eine neue Ordnung eristiert nicht, folglich handelt man ganz geschmäßig. Logisch ist das, aber die Eisenbahnen werden zum Stillstand verurteilt, das ganze Land in eine fürchterliche Situation gebracht. Den direkten Anstoß zu der passiven Resistenz" gab das böhmische Rangierpersonal, das wegen der Teuerung auf allen Gebieten der Lebensführung eine zwanzigprozentige Lohnerhöhung verlangte. Diese wurde verweigert und ohne langes Besinnen begann der Widerstund gegen die Notwendigkeiten des Dienstes. In die Erregung fiel die Frage des allgemeinen Wahlrechts und brachte neuen Zündstoff, ließ die örtliche Erscheinung zu einem die ganze Monarchie bedrohenden Uebelstand anschwellen. Die Furcht vor einem Generalstreit der gesamten Eisenbahnbedicusteten ist nicht ohne berechtigte Grundlage. - - Die fomische Seite bei der Sache ist jedenfalls die, daß die unbotmäßigen Bahnleute sich bei ihrem Vorgehen auf die bestehenden Vorschriften stüßen, während die vorgesetzten Behörden als Beweismittel nur die praktischen Bedürfnisse anführen können. KonservaUmgedrehte Welt. i tiver Beharrungstrot wenn auch nur gefünftelter und innerlich unwahr bei den Streifenden, radikales Zweckmäßigkeitsverlangen ohne Rechtstitel auf der anderen Seite. Das Eisenbahnministerium vertritt die Anschauung, die geübte Resistenz und das Beharren bei den alten, aber immerhin nicht aufgehobenen Vorschriften sei mit einem Streik identisch und ein Grund zur sofortigen Entlassung. Die Arbeiter stehen auf dem Standpunkt, sie könnten nicht zur Verantwortung gezogen werden, da sie sich lediglich streng an die Verfügungen halte::. Die ganze Erscheinung ist abermals ein Bemeis dafür, wie sehr man in Desterreich an den maßgebenden Stellen die Dinge hat gehen lassen, wie wenig Anpassung an den Geist einer neuen Zeit gefunden worden ist. Neue Vorschriften, die dem modernen Verkehrswesen entsprechen, find unbedingt notwendig. Ob man allerdings jetzt, wo die Katastrophe unmittelbar bevorsteht, mit überstürzter Gesezmacherei die üblen Folgen abwenden kann, ist eine andere Frage. Es hat allemal als ein törichtes Beginnen gegolten, den Brunnen zuzudecken, wenn das Kind bereits ertrunken war. 17 Nab und fern. † Selbstmord eines Künstlers. Der Kunstmaler Emil Brack in München, ein sehr talentvoller, geschäzter Künstler, hat sich in einem Anfall von Schwermut vergiftet. Br. war von Geburt taubstumm, hatte aber Sprache und Gehör erlangt. Er war nur 40 Jahre alt und lebte in glänzenden Verhältnissen. † Eine Brauerei niedergebrannt. Die Rheinische Brauerei in Mainz wurde von einem großen Brande heimgesucht, der die Wirtschaftsgebäude vernichtete und mehrere andere beschädigte. Das Feuer entstand gegen Morgen, seine Ursache ist nicht aufgeklärt. † Mord eines Geizhalfes. In Gelsenkirchen wurde ber Händler Fick, ein unverheirateter, als geiziger Sonderling bekannter Mann ermordet. Die Tat ist mit einem Beile verübt worden, das neben der schrecklich zugerichteten Leiche lag. F. vfleate in seinem Lagerraum, einen dumpfigen, schmutzigen Winkel, zu übernachten und ist hier von dem| Mörder, der sich jedenfalls vorher eingeschlichen hatte, niedergestreckt worden. Wahrscheinlich liegt Raubmord vor. Bei dem Händler verkehrten viel zweifelhafte Gesellen, unter denen auch der Täter zu suchen sein dürfte. † Die ganze Ernte verbrannt. Durch ein gewaltiges Schadenfeuer, das auf dem Gute des Landwirts Strauß in Grabendorf bei Eschwege ausbrach, wurden fast sämtliche Gebäude des Gutes sowie benachbarter Höfe vernichtet. Das sehr schnell um sich greifende Feuer zerstörte die ganze Ernte an Getreide und Tabak und griff auch auf den benachbarten Wald über. Leider ist der Schaden nur zum Teil durch Verficherung gedeckt. † Die tötliche Erbschaft. Ein als Trunkenbold be= fannter Arbeiter in Riydorf bei Berlin hatte von einem Onkel eine Summe geerbt. Aus Freude über diese Nachricht betrank sich der glückliche Erbe derart, daß er in der Nacht von Säuferwahnsinu befallen wurde und nach einigen Stunden starb. + Unglück auf See. Im großen Belt" strandete der Schoner Arel und ging unter, ehe Hilfe gebracht werden konnte. Die Schiffsbesatzung wird vermißt, wahrscheinlich sind sämtliche Leute des Schoners ertrunken. + Schluß der Weltausstellung Lüttich. Die Weltausstellung in Lüttich ist mit einem Festakt, Fackelzug und Feuerwerk geschlossen worden. Ueber 7 Millionen Menschen haben die Ausstellung, die den Beteiligten größtenteils gute Erfolge gebracht hat, besucht. Besonders darf die deutsche Abteilung mit dem Ergebnis zufrieden sein. † Blutiger Kampf mit Räubern. In dem ungarischen Drte Debreczyn überfiel eine aus 6 Personen bestehende Räuberbande e Wohnung eines Bürgers, namens Kovacs, tötete diesen un verwundete einen zu Hilfe eilenden Nachbarn schwer. Troz verzweifelter Gegenwahr der Hausbewohner erbrachen die Räuber alle Räume, plünderten, was sie erreichen konnten und entfamen in der Nacht, als mehrere der Nachbarn bewaffnet herbeieilien. Man vermutet, daß eine Bande wandernder Zigeuner, die schon mehrere Einbrüche verübt hat, auch hier im Spiele ist. † Sturmverheerungen. Auf der japanischen Insel Dschima und deren Nachbarinseln richtete ein Taifun, einer jener schrecklichen Stürme der ostasiatischen Zone, ungehcure Verwüstungen an. Tausende von Wohnhäusern sind zerstört, Schiffe gestrandet und das Land auf Hunderte von Meilen verheert. † Jm Kampf mit einem Wilddieb. Jm Dedenburger Komitat war ein Waldhüter in Begleitung seiner Braut auf dem Gang durch den Wald begriffen. Er traf auf einen he kannten Wilddieb, einen taubstummen Menschen. Dieser legte sofort auf den Jäger an und verlegte ihn fütlich. Troßdem gab auch der Jäger noch einen Schuß ab, der den Wilddieb ins Herz traf. Dieser war auf der Stelle tot, der Jäger gab einige Minuten später den Geist auf. † Kyrill und Melitta. Der Großfürst Kyrill und seine Gemahlin, die geschiedene Großherzogin von Hessen, befinden sich zur Zeit auf der Hochzeitsreise. Natürlich findet sie im Automobil statt. Es handelt sich um eine Dauerfahrt durch Frankreich. Trotzdem die Ehe des Großfürsten in Rußland als nicht geschehen betrachtet wird, bedient sich seine Gemahlin des Namens und Titels einer Großfürstin von Rußland", sowie des Prädikats Kaiserliche Hoheit". Kunft und Wissenschaft. PS. Neue Anwendung der drahtlosen Telegraphie. Der spanische Ingenieur Quevedo hat einen Apparat erfunden, mit dem, auf dem Prinzip der drahtlosen Telegraphie, Schiffe und Luftballons vom Lande aus gelenkt werden fönnen. Die spanische Regierung, die den Erfinder durch Gewährung beträchtlicher Geldmittel unterstützt, ist von den angestellten Versuchen sehr befriedigt und auch die vor der Deffentlichkeit abgehaltene Probe fiel zufriedenstellend aus. Wenn sich die Erfindung bewährt. würde sie sowohl für private wie Armeezwecke einer ungesyrten Fortschritt bedeuten. MO. Neuer Rusischer Kalender. Rußland scheint nach wiederholten vergeblichen Versuchen endlich auch seinen Kalender dem zivilisirten Europa anpassen zu wollen. Die russiche Akademie der Wissenschaften wird sich noch im Raufe dieses Monats mit der Frage der Einführung des neuen Kalenders beschäftigen. Beabsichtigt wird eine Kürzung des Monats Februar 1906, der nur 15 Tage haben soll, damit Rußland Europa einholt. Es wäre wirklich an der Zeit, daß neue Aera an= in Rußland auch im Kalenderwesen eine bricht. = Vermischtes. 7 Trübe Aussichten für den Sprottenfang. Der Sprottenfang in der Nordsee an der Elbmündung, der schon seit 3 Jahren daniederliegt, scheint auch in diesem Herbst teine Auffefferung erfahren zu sollen. Die Sprottenzüge, deren Eintreffen in der Nordsee jezt hätte erfolgen müssen, find ausgeblieben, sodaß die Fischer wiederum große Verluste erleiden. Nach dem günstigeren Ergebnis des Sommerfanges hatte man auch für den Herbst auf bessere Fangresultate ge= hofft; bisher sind aber die zum Sprottenfang ausgesandten Fahrzeuge ohne jeden Fang wiedergekehrt, die Aussichten für die Sprottenfischer also wenig günstig. = Schlafzimmer im Hochgebirge. Auf der Spize oes Montblanc ist nunmehr ein Schlafzimmer für Touristen eingerichtet worden, an dessen Herstellung seit 2 Jahren ge= arbeitet wurde. Das Zimmer besitzt nur ein Bett, das aber für 22 Personen ausreichen soll. Da die Arbeit im Hochgebirge naturgemäß eine äußerst schwierige war und alles Material zum Bau vom Fuße des Montblanc, von Chamounix aus, heraufgetragen werden mußte, ist dieses Schlafzinimer trog seiner einfachen Ausstattung wohl das teuerste, das in Europa existiert. = „ Šie sucht einen ehrlichen Rechtsanwalt." Eine sehr fritisch veranlagte Dame veröffentlicht in einem süddeutschen Blatt folgende merkwürdige Anzeige:„ Ich suche einen Rechtsanwalt, der mich nicht für einen Narren hält, der meinen Prozeß nicht verschleppt, der nicht ruhig zusieht, wie sein Kollege arbeitet, um mich um das zu bringen, was mir gehört bei Gott und Gesetz, der seine Stelle nicht dazu benüßt, um mir die paar Federn herauszurupfen, welche sein Kollege nicht rupfen konnte, einen mit vornehmer Gesinnung Veronika Hillingmaier. und ehrlichem Charakter. stadt." Das Gericht, das mit Frau Veronika zu tun bekommt, fann sich jedenfalls freuen! = Furchtbare Folgen eines Studentenstreiches. Studenten der Universität in M. Vernon( Ohio) hatten in Ausübung eines sehr verbreiteten Studentenulkes, des Fuchs= prellens, einen Kommilitonen, den Sohn des Fabrikanten Stuart aus Cincinnati, auf den Eisenbahnschienen festgebunden Als kurz darauf ein Sonderzug die Stecke befuhr, fonnten die Studenten den jungen Stuart nicht rechtzeitig los binden, und dieser wurde vom Zuge zermalmi. Auf den amerikanischen Universitäten herrschen viele solcher Unsitten, mußten, z. B. Prügeleien um den Schlüssel, blutige Faustfämpfe ujia Während Coka An der Landesuniverfit tbildungskurse für V bisher selbst bezahlen brerfreifen if ist a Erfuchen gerichtet worden unter deren Folgen junge Füchse schon oft zeitlebens leiden ftlig werden, daß diefe fo =====Gine Jusel im Meer verschwunden. ichel wird fich demnäc rantworten haben. Auf eines furchtbaren Stinues in der Südsee wurde die Jujei mernfalender" erschienen in Reinheim Privatle Movember anberaumt. Mille von den Wellen verschlungen, wobei fast 200 Menschen umfamen. Augenzeugen berichten, daß eine gewaltige Woge Bäume, Messen fortriß. Die Insel steht jetzt drei Meter unter Wasser Auf der Insel befand sich eine englische Handelsstation, beren Berioalter sich durch Schwimmen retten fonnte. Er war beinahe einen vollen Tag auf dem Wasser. über die Je schlug und alles darauf Befindliche, Häuser lungstermin vor dem ** Der Bischof vo ambidaturen! Aus Ma einer überwiegend tath Die Katastrophe erfolgte so plößlich, daß von den Bewohnern tatlenburg hatte man bi der gefährdeten Insel niemand die Gefahr erkannte. = Für 6 Millionen Mark Tee. Eine Teeladung von über 1 Millionen Kilogramm wurde dieser Tage von China Balteredner befannten fathol anigen Jahren Raplan an an ift, als Randidaten nach England gebracht. Die auf einen Dampfer beförderte fustellen. Eine Deputatio Ladung ist die größte, die bisher versandt wurde und hat einen Wert von 6 Millionen Mart, worauf 2 Millionen Mark Zoll ruhen. England nimmt unter den teeverbrauchen den Ländern die erste Stelle ein; erst mit einem großen Abstande erscheint im Verbrauch nach ihm Rußland, das aber seinen Bedarf meist im Karawanenwege über Persien bezieht; in Deutschland ist der Teeverbrauch ein verhältnismäßig geringer. Hus dem Gerichtssaal. auch der Bürgermeifter cuf zu dem Bischof Dr er die Randidatur des if empfing die Deputatio Anfinnen vernommen, er alee genug zu tun habe ge befümmere, man möge afen und sich einen anderer rassuchen. In der fro at des Bischofs befolgt Verhandlung wurde in Ostrowo der Wirt Josef Walizak aus § Todesurteil über einen Mörder. Nach elftägiger vidiert nunmehr der S Granz zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrens rechte verurteilt. Er hatte den in seinem Hauſe bediensteten Thomas Filipiak ermordet. Die ebenfalls angeklagte Ehefrau Walczak wurde freigesprochen. § Späte Sühne. Vor mehr als 11 Jahren war der Rentier Cramm aus Hamburg, ein sehr reicher, 65jähriger Mann, der sich besuchshalber bei den Eheleuten Schelhaas in Pasing( bei München) aufhielt, plößlich verschwunden. Wäschefragen. ** An der Schille ittelungen folgende no e Eige mit pflanzen hel Direttor des Gau Christian Frutig Rihl Beißbindermeister S Damals noch junge Turne ausgezogen und find Be irl die damalige Zeitftröm Die Jubilare- mit Ehre eren am Sonntag mit banken und sich ins Ged untlet Nacht im Fadelf roe, mit den Jahren de it helfen, daß er nicht Colten aber hie oder da muals leben, so wolle m Borisißenden der Gießener T bem, zukommen laffen. Att. Stadttheater der luftige neue Sch fe" bon Herm. Hausl ( Von unserer ständigen Korrespor dentin.) Die Lebensführung in Deutschland verfeinert sich von Jahr zu Jahr mit der steigenden Kultur. Man legt mehr Wert auf die Ausstattungen der Wohnräume, man bemüht sich, auch den äußeren Menschen so sorgfältig als möglich zu präsentieren. Die deutsche Frau schenkte zweifellos, wie das schon aus Sagen und Märchen hervorgeht, der Wäsche, ihrer Instandhaltung, ihrer sauberen Einordnung in den Wäscheschrank sehr viel Aufmertsanteit. Dagegen hat erst die neuere Zeit sich mit dem Lurus der Unterkleider beschäftigt. Die Wäsche fann ja auch viel reicher ausgestattet werden, weil man nicht mehr solche teueren Stoffe dafür verwendet. Die Ausstattung einer Braut aus bemitteltem Hauseter. Male in Szene. Der war ehedem als vollständig aus reinem Leinen gefertigt. Jetzt dagegen bedient man sich mehr der Baumwolle. Madopolan, Hemdentuch find Gewebe, die in Betracht kommen. Man kann diese Stoffe deshalb mit gutem Gewissen verarbeiten, weil ihre Fabrikation von wesentlich neueren Gesichtspunkten betrieben wird, so daß es gelingt, äußerst feine und haltbare Gespinste herauszubringen. Neben diesen Stoffen wird für Leibwäsche, wenn sie besonders elegant sein soll, Batist verwendet. Freilich gibt es immer noch Leute, die in einem Bett, das nicht durchweg mit Leinen bezogen ist, nicht schlafen können. Und man ist wegen der fühlenden Eigenschaft, die dem Leinen zugesprochen werden muß, auch jetzt noch dabei geblieben, die Bettlaken aus Leinewand herzufammers vollständig fer stellen. Die Bettlaken werden für die neuen großen Bettungen an beiden S gestelle ziemlich lang und breit gebraucht. Sehr häufig wird dan diese Arbeiten auf ihr Saum mit einer Hohlnayt versehen. Wer die moderne guff genommen. Die le Aufmachung des Bettes liebt, die an Stelle der Federbetten und für den 1,80 Decken ſetzt, schmückt ſehr häufig die Laken an ihren Längs- heig wird zunächst ein seiten mit breiten von Spizen umsäumten Volants. Repertoire größter Büh beid dadurch erhalten, daß antlich ein beliebtes auf&- die Regie p illatmeisterin Frl. Oldin tanzen wird. a. Krofdorf, 9. Novem ersehnten neuen Stra defen Tagen zu Ende hessischem Gebiet geleg terial geschaffen und dar Den fleißigen Frauenhänden iſt iezt aünſtige, guttagen.ſſand oder Kohlenschlack heit geworden, zur Ausstattung ihrer Wäsche beizutragen. Jede Art der Technik in der feinen Stickerei wird wieder Aus dem Kreise We lebendig gemacht. Vor allem ist es die englische Lochſtickerei, lung, Un sämtliche die Arbeit unserer Großmütter, welche die neueste Mode dar delar ist die Weisung stellt. Bei dem geraden Schnitt der Hemden, die oben ziemilft zu Gehöft zu ermit lich so weit sind wie unten, genügt es für den Halsausschnitt bare Schweine und wieb gerade Streifen dieser Weißstickerei anzufertigen, um eine Beit vorhanden sind. hübsche und dabei braktische Hemdenpasse hervorzuzaubern. me die Zahl derjenigen Zwei andere gerade Streifen dienen als Aermel. Den modernen la Hemden fehlen, wie man sieht, oftmals die anJanuar 1906 flacht geschnitteren Aermel. Fr praktische Hemden wird man fiere, die für die eigene aber faum entbehen können. Für Nachthemden, Nachtjacken, in beiden Fällen w Kniebeinkleider eignet sich die Mullstickerei mit dicken, weißen erweisung der Landw Volants verarbeiten. Diese Stickereien sind selbstverständlich gegen die herrscher Man kann diesen Stoff gut zu zur Beantwortung Punkten ausgezeichnet. überall fertig zu faufen. Die Wäschestücke, die in den Läden zur Schau liegen, sind meistens mit Balenciennes spitzen verziert. Der Sattel besteht aus fleinen Spizenein tliche Gemeinden des Nieder- Ofleider sägen, an die sich zum Abschluß eine schmale Spitze legt. Jahre her, daß unser Die Einfäße sind mit Seidenbändchen durchzogen. So hübsch glichen Kreisamt A diese Bändchen auch aussehen, sollten sie für eine praktische ditet wurde und seitde Wäscheausstattung nicht in Benußung treten. Das Einziehen paltung steht. Er h der Bänder macht einer vielbeschäftigten Hausfrau Unbequem und gewissenhaft b lichkeiten. Praktische Wäsche sollte im allgemeinen mehr mit ge es dem Jubilar Stickereien als mit Spize besetzt sein! Die Languette ist ein noch viele Jahre in Schmuck, der immer sein Aussehen bewahrt. Dagegen ist die gangebrachte Liebe un so beliebte Hohlnaht immer eine heifle Verzierung. Man ihm der Lohn sein fi lann es namentlich an den mit ihr versehenen Taschentüchern Gemeinde. beobachten, wie schnell sie reißen. Der weiße gestickte Rod gehört nur im Sommer auf die Straße. Es giebt nichts dahier hat ein Schwei häßlicheres als unter den gerafften Kleidern weiße Spigen schimmern zu sehen, die mit dem Straßenschmuz in Be rührung tamen. Ea stehen unter den Wollstoffen so leicht Gewebe wie Wollatlas zur Auswahl, daß man nicht z Emma Reichen. telung zu Mainz mit * lebende Ferkel warf. Alsfeld, 9. November dem weißen Rod zu greifen braucht, wenn die gur schlants hier fand Dienstag: und vorteilhaft erscheinen soll. Hallung des Wintertur le fatt, der auch der at Dr. Melior, bein ft. Btg im ganzen 38 Studentenstreiches. ton( Ohio) hatten in entenulfes, des Fuchsohn des Fabrikanten Lokales. 10. November 1905. nschienen festgebunden rtbildungskurse für Volksschullehrer statt, die Stede befuh, fonnten zermalmi. Auf den An der Landesuniversität finden seit einigen Jahren Aus Gießener bisher selbst bezahlen mußten. ihren Heimatstreisen sich wie folgt verteilen: Alsfeld 28, Lauterbach 4, Schotten 3, Gießen 2 und Ziegenhain 1. An der Schule unterrichten 3. 8tg. 3 Landwirtschaftslehrer, 1 Kulturtechniker und 3 Hilfslehrer. nicht rechtzeitig lostertreisen ist jest an den hessischen Lehrerverein Die Fleischteuerung und der landwirtschaftliche Fleischberteuerer seien. viele folcher Unfitten, Ersuchen gerichtet worden, er solle bei der Regierung oft zeitlebens leiden stellig werden, daß diese fortan die Kosten trage. Prekprozeß. Der bisherige Landtagsabgeordnete itschel wird sich demnächst wegen Preßbeleidigung zu antworten haben. Auf Grund eines ſeiner Zeit im Bauernkalender" erschienenen Artikels hat ein Handelsun in Reinheim Privatklage angestrengt und es ist Berandlungstermin vor dem dortigen Schöffengericht auf den blüffel, blutige Fauft hwunden. Während dsee wurde die Insel bei jajt 200 Menichen eine gewaltige oge Befindliche, Häuser, id fich eine englische steht jetzt drei Meter November anberaumt. rch Schwimmen retten anbidaturen! Aus Mainz schreibt man der„ kl. Pr.": Der Bischof von Mainz gegen geistliche Tag auf dem Wasser einer überwiegend katholischen Gemeinde der Provinz 1 Verein für die Provinz Oberhessen. *** Gestern Nachmittag wurde im Neuen Saalbau" zu Gießen unter großer Beteiligung die Hauptbau" zu Gießen unter großer Beteiligung die Haupt versammlung des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberheffen abgehalten. Nachdem Bonn- Poppelsdorf sein sehr interessantes Referat über dte Winterfütterung unter großem Beifall gehalten, vollzog die Versammlung die Wahlen zum Präsidium. Der Präsident Oekonomierat Schlenke wurde wieder und Bürgermeister Korell- Leusel an Stelle des von Die Wahlen geschahen durch Afflamation. Danach trat die Versammlung in die Verhandlungen B von den Bewohnern hattenburg hatte man die Absicht, einen als streitbaren Oberheffen scheidenden Kreisrats Dr. Wallau neu gejahr erkannte. alfire bner bekannten fatholischen Geistlichen, der noch vor Eine Teeladung igen Jahren Kaplan an einer Mainzer Pfarrkirche ge D | Einbernehmen mit den Landwirten gehalten hätten. Er müsse jedoch betonen, daß auf dem Lande keine Schweine zu kaufen gewesen seien, trotzdem er persönlich zum Ankauf auf die Orte gefahren sei. Die Gießener Metzger hätten mit den verschiedensten Unkosten zu rechnen. Man dürfe nicht sagen, daß die Metzger die Die Ausführungen des Obermeisters Sack wurden durch Metzgermeister SchreinerGießen unterstützt. An der Debatte beteiligten sich ferner noch Bürgermeister Gilbert Grüningen, Defonomierat Leidiger, Bürgermeister Nodemer Angersbach, Dekonomierat Hofmann als Mitglied des hessischen Landwirtschaftsrats, Dekonomierat& cha de u. Bürgeraufeinander prallten, wurde die Debatte mit anerfennenswerter Ruhe und Sachlichkeit geführt, bis Bürgermeister Köhler dem Wunsche der Landwirte Ausdruck gab, mit den Meßgern in gutem Einvernehmen zu leben. Er schlug den Meßgern vor, wieder persönlich ihre Einkäufe auf dem Lande zu machen. Obermeister Sad erklärte, daß ein gutes Verhältnis mit den Landwirten auch der Wunsch der Metzger set. Persönlich könnten die Geschäftsführung sie daheim festhalte, sie könnten sich des Zwischenhandels nicht entraten. Beiden Rednern wurde der Beifall der Versammlung und die Sodann wurde folgende Resolution einstimmig ange dieser Tage von ist, als Kandidaten für die nächste Landtagswahl ein, die den breitesten Raum einnahmen, in die Stellung die Metzger ihre Ankäufe aber nicht mehr machen, da en Dampfer befördert zustellen. Eine Deputation dieser Gemeinde, unter der ersandt wurde und hat auch der Bürgermeister befunden haben soll, begab sich zur Frage der Fleischteuerung. Um die gegenwärtig brennende, von den verworauf 2 Millionen auf zu dem Bischof Dr. Kirstein, um dessen Ansicht schiedensten Parteien als Parole ausgegebene Frage Debatte geschlossen. Der tter den teeberbrauchen er die Kandidatur des Pfarrers zu hören. mit einem großen Ab of empfing die Deputation sehr gnädig, doch als er Rußland, das aber ein verhältnismäßig Birt Josef Walizat aus über Perfien bezieht abe genug zu tun habe, wennn er sich um die Seeltge befümmere, man möge den Pfarrer in seiner Gemeinde laffen und sich einen anderen Kandidaten für die Landtagswahl otsfaal. caussuchen. In der fraglichen Gemeinde hat man den at des Bischofs befolgt und an Stelle des Pfarrers rder. Nach elftägiger andibtext nunmehr der Stadtrechner llebel von Dieburg. An der Schillerfeier 1859 haben nach Erer bürgerlichen Ehren, rittelungen folgende noch lebende Turner teilgenommen und Is angeklagte Chefiam itellar Des Gas- und Wafferwerts), Bahntechniker em Hauſe bedienſteten iz Glaze mit pflanzen helfen, die Herren Otto Bergen 3 11 Jahren war der Christian Frutig, Optifer Hosch, Gorg Emil ehr reicher, 65jähri Möhl, Weißbindermeister Louis Petri 2. u. Franz Senner. n Eheleuten Schamals noch junge Turner, sind sie im Drillichanzug mit plößlich verschrausgezogen und sind Beugen gewesen dieses einfachen, aber die damalige Zeitftrömung sehr beachtenswerten Aftes. Die Jubilare mit Ehren wollen wir sie so nennen Darden am Sonntag mit Freude der vergangenen Jahre benten und sich ins Gedächtnis rufen die Stunden, da bei umtler Nacht im Fackelschein das kleine Läumchen gepflanzt rde, mit den Jahren den Baum wachsen sahen und nun it helfen, daß er nicht der Vergessenheit anheimfällt. llten aber hie oder da noch mehrere Augenzeugen von mals leben, so wolle man diesbezügliche Nachricht dem rfißenden der Gießener Turnerschaft, dem Stadtverordneten elm, zukommen lassen. Anfinnen vernommen, erklärte er, daß ein Geistlicher en. respordentin.) and verfeinert sich son ultur. Man legt mehr hnräume, man bemüht orgfältig als möglich zu tte zweifellos, wie bas geht, der Wäsche, threr dnung in den Wäsche eyen hat erst die neuere leider beschäftigt. Die - - - tt. Stadttheater Gießen. Am Sonntag- Abend sgestattet werden, weil at der lustige neue Schwant Telephongeheim Dafür verwendet. fie" von Herm. Hausleiter und Max Reimann zum bemitteltem Hauſe ten Male in Szene. Der Schwant steht fortwährend auf Leinen gefertigt. Jet Repertoire größter Bühnen. Besonderen Reiz dürfte der umwolle. Madopolan, tracht kommen. Man end badurch erhalten, daß der Verfasser Mox Reimann Gewissen verarbeiten, anntlich ein beliebtes Mitglied des Frankfurter Schaudie Regie persönlich leitet und daß unsere neueren Gesichtspunkten elhauss Berst feine und haltbare etmeisterin Frl. Oldini im Zwischenaft eine Balleteiniefen Stoffen wird fire tanzen wird. it sein soll, Batist ver a. Krofdorf, 9. November. Die legten Arbeiten an der Och Leute, die in einemg ersehnten neuen Straße Krofdorf- Gießen werden nen bezogen ist, nicht diesen Tagen zu Ende geführt. Während die größere, en der fühlenden Eigen hessischem Gebiet gelegene Strecke schon im Laufe des werden muß, auch jet aus Leinewand herzu sommers vollständig fertiggestellt und auch schon Baumdie neuen großen Bettanzungen an beiden Seiten vorgenommen wurden, so mucht. Sehr häufig wird se den diese Arbeiten auf preußischem Gebiete erst jest in eben. Wer die modernergriff genommen. Die legte Strecke erfordert ca. 150 ObstStelle der Federbetten dame und für den 1,80 m breiten und 790 m langen Laten an ihren Längssteig wird zunächst ein fester Unterbau von Schiefermten Volants. aterial geschaffen und darauf auch hier das Bankett mit jegt günstige Gelegen bufand oder Kohlenschlacke geebnet. er Wäsche beizutragen m Stiderei wird wie Aus dem Kreise Weglar, 9. November. SchweineAn sämtliche Gemeindevorsteher des Kreises in einem möglichst hellem Lichte zu zeigen, hatte das Präsidium den Dekonomierat Schade- Altenburg zum Referenten und den Kreisveterinärarzt Dr. SchmidtGießen zum Korreferenten gewonnen. Da die Vorträge auch für außerhalb der Landwirtschaft stehende Kreise Interesse haben, so set in folgendem der rote Faden des Gedankengangs geführt. Referent Dekonomierat Schade: Der Vorwurf, der der deutschen Landwirtschaft gemacht wird, sie sei nicht imstande, die wachsende Bevölkerung zu ernähren, muß entschieden zuund 1904 beweisen auf das evidenteste, daß die Rindvich. rückgewiesen werden. Die Viehzählungen von 1897, 1900 erzeugung und die Schweineproduktion sich in stetiger Aufwärtsbewegung befinden, nicht nur der Bahl nach im Schritt mit der wachsenden Bevölkerung, sondern auch prozentual. Die deutsche Landwirtschaft erfüllt also ihren Beruf, für die Ernährung des Volfes Sorge zu tragen und der Hauptvorwurf, der aus gegnerischem Lager gemacht wird, fällt deshalb in sich selbst zusammen. Bis jet hat die Landwirtschaft unter denkbar ungünstigen Umständen gewirtshaftet, das wird aber anders, sobald die Handelsverträge in Kraft treten. Bur Fleischnot übergehend bemerke ich, daß eine Not im eigentlichen Sinne nicht existiert, wenn auch die höheren Preise nicht geleugnet werden fönnen. Und die sind ganz erklärlich. Das Fleisch, das früher Luxus- Artikel war, ist jezt zum allgemeinen Volfsernährungsmittel geworden. Die Lebenshaltung ist infolge der höheren Löhne eine bessere geworden, die Fleischnachfrage gestiegen. Der gegenwärtige Fleischaufschlag von 10 Pfg. pro Pfund hat aber noch in der schlechten Futterernte des Vorjahres seinen besonderen Grund. Auffallend ist jedoch die abweichende Breisnotierung in den größeren hessischen Städten. Ziehen wir aber den Mehrverbrauch und die erhöhte Nachfrage in Betragt, so stellt sich heraus, daß der Konsument selbst der Fleischverteuerer ist. Die Agitation gegen die Landwirte ist unberechtigt, die Landwirte verstoßen nicht und wollen nicht gegen die Interessen anderer Berufsstände verstoßen. Die öffentliche Provokation der Gießener Megger erkläre ich für verfehlt. Angestellte Rundfragen des landw. Provinzialvereins haben ergeben, daß schlachtreife Schweine in ges nügender Anzahl vorhanden sind. Ich will auch noch mit Material aufwarten, daß ich mir von einem Verschneider verschafft habe und das sehr sprechend ist.( Redner verliest die Zahlen.) Um das richtige Resultat der Fleischerzeugung zu gewinnen, muß aber auch die Produktion der sog. fleinen Landwirtschaft, der ländlichen Arbeiter usw. als Faftor in die Rechnung eingestellt werden. In guten Jahren legen die Taglöhner selbst Schweine zur Mast ein, nicht nur um den eigenen Hausbedarf zu decken, sondern womöglich auch noch für den Markt zu produzieren. Fällt aber einmal die Ernte schlecht aus, stehen die Futtermittel hoch im Preise, dann es für den Salsausschnit were Schweine und wieviel fette Ochsen, Kühe und Rinder werden aus den Produzenten plöglich konsumenten und Enpajje hervorzuzaubern.hme die Zahl derjenigen Tiere festzustellen, die bis zum Schweinezahl. Wenn die Megger fortfahren, die Landwirte anzufertigen, um e Zeit vorhanden sind. Gleichzeitig ist bei dieser Auf- verursachen dadurch ein weiteres Hin- und Herspringen der die englische Lochſtider, lung. he die neueste Mode dar Stelar ist die Weisung ergangen, in den Gemeinden von -Hemden, die oben ziem höft zu Gehöft zu ermitteln, wieviel 11 3tr. und darüber als Aermel. Den mofieht, oftmals die an Januar 1906 schlachtreif gebracht werden. Auch die für die hohen Preise verantwortlich zu machen, dann werden = Hemden wird man fie er, die für die eigene Hausschlachtung Verwendung finden, die Landwirte zur Selbsthülfe greifen und sich zu SchweinePachthemden, Nachtjade in beiden Fällen mitzuzählen. Die Bählung ist zur verwertungsgenossenschaften zusammenschließen. Zum Schlusse stidere: mit dicken, weißen erweisung der Landwirtschaftskammer bestimmt und eben- bemerke ich noch, daß die Deffaung der Grenzen nicht die eien find selbstverständ end gegen die herrschende Fleischteuerung zu treffen", an e Wäschestücke, die the Gemeinden des Kreises ergangen. nommen: Die General- Versammlung das landwirtschaftlichen Vereins der Proviz Oberhessen erkennt zwar eine Fleischteuerung an, leugnet aber eine Fleisch not. Eine Deffaung der Grenzen sieht sie wegen der damit verbundenen Seuchengefahr als schwerste Gefährdung der Viehhaltung und Viehzuchtsbestrebungen an, gleich bebauerlich im Interesse der Landwirtschaft wie einer gesicherten Boltsernährung." An den preußischen Landwirtschaftsminister richtete die Versammlung ein Telegramm, in dem sie ihm für bie ihren Dant aussprach. energischen Maßregeln zur Bekämpfung der Biehseuchen Richliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 21. Sonntag nach Trinitatis, den 12. November. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Professor D. Drews. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männl. Jugend der Markusgemeinde. Montag, den 13. November, abends 8 Uhr, Vereinigung der konfirmierten weibl. Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 14. November, abends 614 Uhr: Festgottesdienst zur Feier des Jahresfestes des Oberhessischen Vereins für innere Mission. Pfarrer Balmer aus Offenbach a. M. Donnerstag, den 16. November, abends 8 Uhr, im Markussaal, Kirchstraße 9. Bibelstunde. Bibelstunde. 1. Cor.- Brief Kap. 16. Einführung in den 2. Cor.- Brief. Pfarrer Schwabe. In der Johannesfirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Sattler. Abends 8 Uhr, Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johannes firche. Montag, den 13. November, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal der Lukasgemeinde. Text: Ehpes.Brief 6, 1 ff. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag, den 11. November. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntnag, den 12. November. 22. Sonntag nach Pfingsten. Borm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7.00 Uhr: Die erfie heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiliges Kommunion. 1 nn diesen Stoff gut zur Beantwortung der Frage: Welche Maßnahmen gewünschte Abhülfe bringt, wohl aber ist sie eine Gefahr Vorm. um 8 Uhr: die zweite heil. Messe. neiftens mit Balencienne I aus fleinen Spizenein Nieder- Ofleiden. Am 11. November sind es ganze Bevölkerung. Der Korreferent Kreisveterinärarzt Dr. SchmidtVorm. um 9.30 Uhr: Hochamt mit Bredigt. Nachmittags um 5.30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Katholischer Gottesdienst in Grünberg eine schmale Spige legt. Jahre her, daß unser Bürgermeister Böckner, vom Groß- Gießen geht auf die Oeffnung der Grenzen und die findet statt: Sonntag, den 12. November, vormittags en durchzogen. So hübschlichen Kreisamt Alsfeld als Bürgermeister verUten fie für eine pratiche tet wurde und seitdem an der Spize unserer Gemeindeny treten. Das Ginziehen waltung steht. Er hat während dieser Zeit sein Amt tigten Hausfrau Inbequem und gewissenhaft verwaltet zum Segen des Drtes. ein! Die Languette ist ein noch viele Jahre in unserer Mitte zu verleben. Die bewahrt. Dagegen ist diegengebrachte Liebe und Hochachtung seiner Mitbürger allgemeinen mehr mit ge es dem Jubilar vergönnt sein, troz seines hohen ers r versehenen Taschentüchern Gemeinde. damit verbundenen Gefahren näher ein. Die Seuchen sind bei uns nicht heimisch, sondern sie werden aus dem Auslande eingeschleppt Es ist die unabweisbarste Aufgabe, die Gefahren abzuwenden. Die Rinderpest berläuft beispielsweise in 90-98 bon 100 Fällen tödlich und ebenfalls erfordern die anderen Seuchen furchtbare Der heille Berzierung. Ma ihm der Lohn sein für all sein bisheriges Wirken für Grenzsperrung und der Biehseuchen ein und kommt zu dem Straße. Es giebt nichtel dahier hat ein Schwein, welches auch schon bei der der Grenzen geht von Großhändlern aus. Im übrigen Der weiße geftidte Rod e. Windhausen, 9. November. Herr Werner Steuer. Ergebnis, daß die Landwirtschaft Zeit gebraucht, sich Kleidern weiße Spitellung zu Mainz mit fonfurrierte, das dieser Tage find die Grenzen nicht so streng geschlossen, wie man Straßenschmuz in Be den Wollstoffen so leidt wahl, daß man nicht 3 lebende Ferkel warf. * t, wenn die gur fchlanudes hier fand Dienstag- Vormittag 11 Uhr die feierliche Emma Reiden Alsfeld, 9. November. Im Saale des Ackerbauschulffnung des Winterkurses der landw. Winterale tatt, der auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates, itrat Dr. Melior, beiwohnte. Es wurden laut armft. 8tg." im ganzen 38 Schüler aufgenommen, die nach zu erholen. Die Stimmungsmacheret für Oeffnung gemeinhin annimmt, mit Inkrafttreten der neuen Handelsverträge werden sie noch weiter geöffnet werden. Beiden Rednern wurde lebhafter Beifall zuteil. Sodann wurde in die Diskussion eingetreten. Der Vertreter der Mezger, Obermeister Sack, wies darauf hin, daß die Gießener Megger immer auf ein gutes 9 Uhr. trener landwirts@ aftlicher Wetterdienst. Storaussichtliche Witterung in Hesses für Samstag, 11 November. Nach fälterer Racht, tagsüber etwas wärmer, wolfig, geringe Niederschläge. den ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbe in Siegen. Wascht mit Schwan- Seifenpulver r. 264. Wahl- Aufruf! Die Wahlen zur Halberneuerung des Hessischen Landtages sind nahe gerückt. An alle Freisinnigen im Lande und alle, die mit ihnen die sunde freiheitliche Entwickelung unseres politischen Lebens erstreben, ergeht die ernste Mahnung zu besonderer Wachsamkeit und Arbeit gerade bei dieser Wa Die direkte Wahl der Abgeordneten, die wir schon so lange Jahre erhofft haben, stößt leider immer noch auf Schwierigkeiten. Offene und heimli Gegner der Volksrechte haben wiederholt die Regierungsvorschläge auf Besserung des Wahlgesezes zum Scheitern gebracht. Den stärksten Widerstand erhebt erste Kammer, die es für nötig findet, die vermeintlichen Gefahren einer aus direkten Wahlen hervorgehenden Volkskammer durch Vermehrung der Rechte ersten Kammer zu überwinden. Der Kampf gegen diese unheilvollen Widerstände kann wirksam nur geführt werden, wenn jeder Volksfreund mit uns einsteht für das direk allgemeine und gleiche Wahlrecht, frei von sogenannten Kautelen, die meistens nur der Abneigung gegen das freie Wahlrecht und dem M trauen gegen das Volk entspringen. Eine gerechte Wahlkreiseinteilung lediglich nach den Rücksichten des örtlichen Zusammenhangs und der Bevölkerungszi muß neben dem allgemeinen und direkten auch das gleiche Wahlrecht zur Wahrheit machen. Den Rechten der Volkskammer darf nichts vergeben werde die Ansprüche der ersten Kammer auf Verstärkung ihrer Rechte sind entschieden zurückzuweisen. Ober Neben dem Wahlgesetz wird ernste Arbeit erfordern die Gesetzgebung über die Gemeindesteuern. Bessere Regelung der Kreisumlagen, gered Verteilung der Gemeindeabgaben nach der Steuerkraft, nach Einkommen und Vermögen, mit Beachtung der besonderen Vorteile, die der Steuerpflichtige v der Entwickelung der Gemeinde hat, sollen nach Möglichkeit die Schwachen entlasten und den durch das unaushaltsame Anwachsen der Gemeindeaufgaben imme schwerer werdenden kommunalen Steuerdruck erträglicher gestalten. Die bevorstehende Verwaltungsgesetzgebung soll uns ein geordnetes und vereinfachtes Verfahren und den Ausbau der kommunalen Selbstverwaltung allen Instanzen bringen. Manche weiteren Aufgaben werden an den nächsten Landtag herantreten. Hierbei sind alle auf Hebung der Landwirtschaft, der Industrie, des Hande und Verkehrs gerichteten Bestrebungen zu fördern ohne kleinliche Bedenken, aber mit weiser Schonung der Steuerkraft des Landes. Zu allen Arbeiten im Dien des Volkes ist die starke und freiheitliche Besinnung mitzubringen, die auf verständige Vorschläge von Land und Regierung hört, ohne sich von dieser abhäng zu machen, und stets gewissenhaft beslissen ist, die Rechte und Interessen des Volkes zu wahren und zu stärken. In diesem Sinne war seither die kleine aber wackere Schar unserer Parteigenossen im Landtage zu unserer dankbaren vollen Zufriedenheit bemüht, u wir erwarten in schwerer Zeit, die für die Volksvertretung ganze Männer erfordert, daß unser Ruf befolgt werde: Wählt freisinnige Männer, wahrhaft liberal, mit starker Liebe zum Volke u starkem Pflichtgefühl für seine Freiheit und Wohlfahrt! Darmstadt, 2. November 1905. Der Landesausschuss der freisinnigen der freisinnigen Partei in Hessen. J. A.: Gallus, Justizrat. Schillerfeier zu Giessen. Bekanntmachung, Drud und Verlag der 14. Bortfehung.) Die legten targen hatten Maria geleudet dens getreten war, um fich die Dämmerung l noch immer stand he bewegungslos let it auf das weiße Blatt in Herz in erwartungs Billet in Empfang g daß man es ungehi fie war ja nicht ei bon wem es fam. erften Zeilen überfl grenzenlofen Erftau und das Ertaunen des Entfegen verwa bis zum letzten Wo davon, aber er hat eingegraben, und je büllte, glaubte fie Worte deutlich zu e Und dann fuhr bekannte schrille Ald Sie legte die kleine Stirn und machte et hinein. Das alles m eine entsegliche Einb hatte etwas gelesen, dastehen konnte, wen Ein Frostschauer gin die Leseholznutung in den Waldungen der Sta Gießen betreffend, Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntn Im November 1859 wurde unter großer Beteiligung der gesamten Bürgerschaft auf dem Lutherberg daß nach einem Beschluß der Stadtverordneten- Versam die fich bemühten, das zum Andenken an den großen deutschen Dichter Schiller eine Eiche gepflanzt. Damit dieser Festakt und lung diejenigen Abteilungen der Waldungen der St auch die nun emporgewachsene Eiche nicht in Vergessenheit gerate, soll am nächsten Sonntag, nachmittags 3 1hr vor dieser Schillereiche ein Erinnerungsstein enthüllt werden. Zu dieser Feier hat die Unterzeichnete das Arrangement übernommen und beehrt sich daher, die Bürgerschaft dazu höfl. einzuladen. Die Vorstände und Fahnenabteilungen der Vereine, die sonstigen geladenen Gäste und die Musik werden gebeten von der Licherstraße aus zur Schillereiche sich zu begeben, alle anderen Festteilnehmer wollen vom alten Schiffenbergerweg aus zugehen. Die Gießener Turnerschaft. Cirkus Otto Mark. Giessen, Oswaldsgarten. Täglich 8 Uhr abends: Grosse Vorstellung. Samstag, den 11. Nov., nachmittags 4 Uhr findet eine Stadt- Cheater Giessen. Hermann Gießen, in welchen Holzfällungen stattfinden, bis 15. April f. Js. von der Leseholznuzung ausgeschlo find. zweimal das Schwefe und sie hatte ja scho einer schweren Krant Einbildungen und un Aber jetzt, da das pochenden Schläfen m mußte der quälende Diejenigen Personen, welche entgegen dieser ftimmung beim Holzauflesen in den erwähnten W bezirken betroffen werden, haben Bestrafung auf Gruerfannte ja mit voller des Forststrafgesetzes zu erwarten. Gießen, den 7. November 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Postkarten- Centrale Sonnenstraße 5 Gießen empfiehlt: Selterswe Stadt- Ansichten, Blumen-, Serie Witzkarten, Künstlerkarten. Pferdedinger Das eigene Porträt auf der Postkar fortlaufend abzugeben. Frankfurterstraße 151. Gießen. 6 Stück 90 Pig. Extra Schüler- und Familien- Vorstellung: Dermaux Steingetter. Strickmaschinen Für ein Baugeschäft in Giesse ftatt. Ermäßigte Preise. Schüler zahlen zu dieser Vorstellung: Sonntag, den 12. November find das beste Erwerbsmittel. Auch Num. Sperrfit 50 Pfg, Sperrfiz 40 Pfg., 1 Plaz 30 Pfg., 2. Platz 20 Pfg. Gallerie 10 Pfg. Erwachsene zahlen auf allen Plähen halbe Abendpreise. Diese Vorstellung enthält ein ebenso reichhaltiges Programm wie eine jede Abend- Vorstellung. Abends 8 Uhr: Gala- Vorstellung.( Volle Preise.) Es labet ergebenst ein Otto Mark, Direktor u. Eigentümer. Der Zirkus ift vor allem lawetter geschützt und geheizt. Sonntags- Verein für Mädchen. Die Vereinigung junger Mädchen am Sonntag soll für das Winterhalbjahr am nächsten Sonntag, den 12. November wieder ihren Anfang nehmen. Die Bereinigung findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saale der Kleinkinderschule, Dienstraße 15; die Mädchen können zu jeder Zeit kommen und gehen. Bon 4 bis 5 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen. Gute, unterhaltende Bücher und Spiele find in großer Zahl vorhanden. Eröffnungsfeier am Sonntag, den 12. November d. I., nachmittags 4 Uhr. Wir laden die Mädchen zu zahlreicher Beteiligung ein und bitten Eltern, Herrschaften und Geschäftsinhaber, ihre Mädchen auf den Sonntagsve: ein hinweisen und ihnen die Teilnahme gestatten zu wollen. Gießen, den 8. November 1905. Für den Vorstand: Dr. Naumann, Kirchenrat. NAUMANNIA- SEIFE mit dem Beste Selenah undern 5. Sonntag= Abonnements Vorstellung. Novität! Telephon Novität! Prachtkatalog geg. 30 Pfg. Briefm. energischer V. Kirsch, Döbeln. fie umgaben,-fie hd - da si der Straße und die d die draußen auf der meis erteilte. Dies Wirklichkeit, Verstande bein,-un nis einer fieberwirren die sie glauben mußte ständnis und die Ert Was er ihr geschr allgemeinen Redensa der Treulosigkeit und Das Peterhofer D der Garde, hat jid of Das Garde- Infanterie baren Kampfe fast gän Ob diese Meldung schilden Gerüchte aufzufa auf Teilzahlung. Juftrierter wird ein tüchtiger Verwalter Derselbe muß im Fuhrwerk und Landwirtschaft um Beterhof und auch * g. Blutftod. 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Offene und heim en Widerstand erhebt ermehrung der Rechte teht für das direk Wahlrecht und dem nd der Bevölkerungs te vergeben werde reisumlagen, gere der Steuerpflichtige Gemeindeaufgaben Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. ( 14. Fortfehung.)) Höhen und Tiefen. VI. Verratene Liebe. Roman von Reinhold Ortmann, alen Selbstverwaltung hatten Maria geleuchet, als sie an das Fenster ihres StübDie letzten targen Strahlen der müden Wintersonne chens getreten war, um Herberts Brief zu lesen. Nun hatte fich die Dämmerung längst in Dunkelheit verwandelt, und Induſtrie, des Hand llen Arbeiten im Dien bewegungslos wie eine Statue, und die Augen unverwandt sich von dieser abhängerz in erwartungsvoller Seligkeit geklopft, als sie das Sufriedenheit bemüht, daß man es ungehindert hatte zu ihr gelangen lassen; denn auf das weiße Blatt in ihren Händen geheftet. Wie hatte ihr um Volte m Desser Billet in Empfang genommen; wie glücklich war sie gewesen, fie war ja nicht einen Augenblick im Ungewissen darüber, bon wem es fam. Mit leuchtenden Blicken hatte sie die ersten Zeilen überflogen; dann war etwas wie ein Ausdruck grenzenlosen Erstaunens auf ihr liebliches Antlik getreten, und das Erstaunen hatte sich allgemach in starres, lähmenbes Entsezen verwandelt. Wie oft sie den Brief vom ersten bis zum letzten Wort gelesen, sie selber hatte keine Ahnung davon, aber er hatte sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis eingegraben, und selbst in der tiefen Dunkelheit, die sie umhüllte, glaubte sie die grausamen, vernichtenden, tödlichen Worte deutlich zu erkennen. Und dann fuhr sie erschrocken zusammen, als der wohlbekannte schrille Klang der Hausglocke zu ihr herauf tönte. Sie legte die kleine eiskalte Hand an die glühende, fiebernde Stirn und machte ein paar ansichere Schritte in das Zimmer nachung, hinein. Das alles war ja unmöglich! Ein häßlicher Traum, eine entsegliche Einbildung mußte sie geängstigt haben! Sie Waldungen der St batte etwas gelesen, was gar nicht dastand, was gar nicht reffend, dastehen konnte, wenn dieser Brief wirklich von Herbert kam! Ein Frostschauer ging über ihren Körper, und die Finger, die sich bemühten, das Licht anzuzünden, zitterten so, daß ihr zweimal das Schwefelhölzchen erlosch. Gewiß, sie war frank, und sie hatte ja schon oft gehört, daß Personen, die von einer schweren Krankheit befallen werden, allerlei törichte Einbildungen und unsinnige Vorstellungen haben können. zur allgemeinen Kenn Stadtverordneten- Berjan der Waldungen der ngen ftattfinden, bis holznuzung ausgefch elche entgegen dieser in den erwähnten ben Bestrafung auf rten. mber 1905. meisterei Gießen. cum. -Central Selterswe eken eblt: Blumen-, Serie ünstlerkarten. auf der Postkar 90 Pig. chäft in Giess aleb Aber jetzt, da das Licht endlich brannte, da sie ihre pochenden Schläfen mit faltem Wasser genetzt hatte, jetzt mußte der quälende Spuk doch endlich verschwinden! Sie erfannte ja mit voller Deutlichkeit jeden der Gegenstände, die fie umgaben, sie hörte das Rollen der Wagen unten auf der Straße und die dünne Stimme des Fräulein Hingstler, die draußen auf der Treppe dem Dienstmädchen einen Vermeis erteilte. Dies alles war greifbare, unzweifelhafte Wirklichkeit, da sie es wahrnahm, mußte sie bei vollem Verstande bein,- und Herberts Brief, er war kein Erzeugnis einer fieberwirren Phantasie, er war eine Tatsache, an die sie glauben mußte, obschon ihrem armen Kopfe das Verständnis und die Erklärung dafür fehlte. - - Was er ihr geschrieben hatte, kam nur wenig über jene allgemeinen Redensarten hinaus, die wohl von altersher der Treulosigkeit und dem Verrat haben zur Entschuldigung wy wy Das Peterhofer Dragoner- Regiment, eine Elite- Truppe der Garde, hat sich ohne Kampf den Aufrührern ergeben. baren Kampfe fast gänzlich aufgerieben. - (( Nachdruck verboten.)] dienen müssen. Es hatte fast den Anschein, als wäre dem Absender des Briefes nicht eben viel daran gelegen gewesen, sich zu rechtfertigen und seine Handlungsweise begreiflich und entschuldbar erscheinen zu lassen. Es war einigemale von einer schmerzlichen Selbsttäuschung und von der späten Erkenntnis einer unabweisbaren Notwendigkeit die Rede; aber Maria wußte kaum, ob sie diese Worte auf ihn oder auf sich selbst zu beziehen habe. Nur das eine war ihr volltommen verständlich; denn es ging mit unzweideutigster Bestimmtheit aus den Schlußsäßen des Briefes hervor, das eine, daß es ihm voller und unwiderruflicher Ernst sei mit seinem Verzicht auf ihre Liebe, das eine, daß er ihr nie mehr zu begegnen, sie niemals wiederzusehen wünsche. Den Kopf in die Hand gestützt, saß Maria an ihrem fleinen Tische und schaute mit unbeweglichen, weit geöffneten Augen unverwandt in die zitternde, knisternde Flamme der schlechten Stearinkerze, mit der Fräulein Hingstlers Sparsamkeit ihre Pensionärin versorgt hatte. Sie ließ alles an ihrem Geiste vorüberziehen, was ihr auch nur entfernt als eine Deutung für Herberts Entschluß erscheinen konnte. Sie war ängstlich bemüht, sich jede ihrer Handlungen, jedes ihrer Worte bei ihrem letzten Beisammensein ins Gedächtnis zurückzurufen, und sie ging wegen jedes einzelnen streng mit sich ins Gericht; denn noch immer galt es ihr als gewiß, daß nur in ihrem eigenen Verschulden die Ursache liegen könne für das Entseßliche, das dieser Brief enthielt. Aber wie sie auch grübelte und ihr Gehirn zermarterte, sie konnte doch der großen Sünde nicht inne werden, die seine Liebe für sie in einen so tiefen, unversöhnlichen Groll verwandelt haben sollte, und je mehr sich ihr Bewußtsein festigte, feines strafwürdigen Unrechts schuldig zu sein, desto zuversichtlicher wurde ihr Glaube, daß hier nur von einem traurigen Mißverständnis, von einem verhängnisvollen Jrrtum die Rede sein könne. Und auf ihr blasses Gesichtchen kehrte zugleich mit einem Ausdruck von Entschlossenheit auch ein Schimmer der Hoffnung zurück. Sie ging zur Tür und lauschte hinaus. Die feifende Stimme des Fräulein Hingstler war verstummt, und im ganzen Hause war es totenstill. Wahrscheinlich war die Pensions- Vorsteherin eben im Begriff, die schriftlichen Arbeiten ihrer Zöglinge zu überwachen. Daß man sie vermissen würde, wenn sie sich für eine Weile entfernte, hatte Maria nicht zu befürchten; denn sie hatte wegen eines Kopfschmerzes, von dem sie am Vormittage wirklich befallen gewesen war, die Erlaubnis erhalten, auf ihrem Zimmer zu bleiben, und es fam faum jemals vor, daß sie dort den Besuch des Fräulein Hingstler erhielt. Aber selbst, wenn sie die Gewißheit gehabt hätte, daß man ihr Fortgehen entdecken würde, hätte sich Maria dadurch nicht mehr zurückhalten lassen. Sie war entschlossen, diesen Zustand einer marternden Ungewißheit nicht länger zu ertragen. Das Mißverständnis, dem ihr junges Giück zum Opfer zu fallen drohte, mußte auf der Stelle aufgeilärt werden; denn es war ihr ja nur zu gewiß, daß Herbert unter den Folgen Dag Garde- Infanterie- Regiment wurde in einem furcht großer Freund Göthe. Es hat das vor allem deswegen Ob diese Meldung als eine Bestätigung der dunkein, nd Landwirtschaft ud in Peterhof und auch in den Straßen von Petersburg zu ftlichen Arbeiten dur elden wissen, bleibt abzuwarten. Eine neue Unterbrechung mit Lohnansprüchen d. Blattes erbeten. Joh, Seibel des Verkehrs, die von dem Beschlusse der Beamten der Barschau- Wiener- und der Weichselbahn, den Streik fortzusetzen, herrührt, droht für den Nachrichtendienst weitere Stockungen. Witte's Ministerium. Glessen Ludwigsplatz ignisse Graf Witte's Werk eine Unterbrechung erleidet, da Weinstube Ausschank v nur gaten reinen Tischweinen 5- Zimmer- Ha Bertaufe mein gut rent mit einer Ansablung. He Lage, finer Garten. Nur Es bleibt auch abzuwarten, ob durch die neuen ErBar, falls er der Gefahr entrinnt, stark dadurch beeinflußt Tein wird. Die Bildung des Ministeriums ist Witte in Folgender Form gelungen: Zu Ministern find ernannt worden für die Finanzen Schipow, bisher Abteilungschef des Schazamtes, für AckerAbau Kutler, bisher Gehilfe des Finanzministers, für Handel Timirjafew, bisher ebenfalls Gehilfe des Finanzministers, und für Verkehrswege Nemeschäff, zur Zeit Direktor der Südwestbahnen. Zum Reichskontrolleur wurde Filissofow, der Gehilfe des bisherigen Reichskontrolleurs, ernannt. Vielfach veröffentlichen die Gouverneure Erklärungen, in Räufer wollen fich melden. Denen sie allen Polizeibeamten, die sich an Unruhen und Off. u. Nr. 8004 a. b. ebergriffen oder Verbrechen beteiligt haben oder beteiligen, 6. Blattes erbeten. trenge Strafen androhen. Auch werden schon Verhaftungen angetreuer Beamter gemeldet. Auch gegen die Radikalen wird vorgegangen. So ist die exfte Nummer des sozialdemokratischen Organs Nowoja Schisn" tonfisziert worden. Gegen der Redakteur wurde vegen Veröffentlichung des Programms seiner Partei StrafWirtsch in guter Lage, fann Meßg antrag gestellt. betrieben werden, fofort faufen. Kleine Anzahlung felbft. Refl. wollen fich m Off. u. 8003 an b. Erp. " am meisten Eingang und Beliebtheit gefunden hat, in der großen Masse sogar entschieden mehr, als sein etwas auffallendes, weil Schiller durchaus kein einfacher Kopf war und in seinem Denken sich von den Anschauungen des alltäglichen Lebens oft recht weit entfernte. Er ist durch und durch Philosoph und gerade die Philosophie pflegt doch als eine der unpraktischsten und fernliegendsten Wissenschaften betrachtet zu werden. Man versteht aber die Aufgabe der Philosophie gewöhnlich ganz falsch; man denkt sich, daß sie ihre Lehrsäge, etwa ähnlich wie die Kirche ihre Glaubens fäße, aufstellen wolle. In diesem Sinne ist natürlich Schiller so wenig wie irgend ein anderer großer Denker Philosoph" gewesen. Er hat weder an irgend ein anderes System sich gläubig angeschlossen( auch gegenüber gewahrt), noch hat er von sich aus ein neues System zu begründen gesucht. Er war vielmehr Philosoph in der echten, ursprünglichen Bedeutung des Wortes, das einen Freund der Weisheit", einen Freund des Nachdenkens" bezeichnet. Daher ist auch ein vielseitiges gründliches Nachdenken der Grundton, der aus all seinen Werken, Gedichten und Dramen, Erzählungen und wissenschaftlichen Aufsätzen herausflingt. Auf welchem Standpunkte nun auch der Leser selbst stehen mag, er set katholisch oder protestantisch, fonservativ oder liberal, wenn er selbst nur ehrlich nachdenken will, wird er bei Schiller stets Gedanken finden, die ihm entgegenkommen, die das berechtigte seines Standpunktes hervorheben, seine Mängel aufdecken, mit einem Wort, er wird von Schiller lernen können. Schiller selbst ist ein redlich und eifrig suchender Mensch geblieben, bis zulegt, und das ist es, was ihn zum Freunde aller anderer Menschen machen muß, die es mit dem Suchen auch noch ehrlich | 14. Jahrgang 18: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus irch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Oberheffische Familienzeitung( täglich) ßener Seifenblasen( wöchentlich). eint an allen Werktagen nachmittage. hten Beifung) zen und Umgebung. r Behörden von Oberheffen. in einem kleinen Kreis von AnschauMale festgefroren sind. Das Selbstnach Schiller( Philos. Briefe) die es muß uns wichtiger sein, auf dem it borwärts zu kommen, als die eigene erändert behalten zu wollen. Da nun ide an der Betätigung des Verstandes tenschen angeboren ist, so wird auch unfte Schiller seine Anerkennung nicht mag er auch in noch so vielen Einzeleinung sein. ein weiteres. Gerade, wenn wir uns halten, so gewinnen wir dadurch zwar a, andererseits aber behalten wir dabet mit unserer Erkenntnis der Welt nie Wir müssen uns in den Gedanken finden, en und Glauben Stückwerf bleibt. Das igendes, und um uns darüber zu trösten, hischen Briefe zum Schluß auf den einzigen ir die Unvollkommenheit menschlicher Weltas ist das Handeln.„ Träges Anschauen göttlichen Größe, fann nie ein höheres in edleren Menschen fehlt es nicht an in seiner Sphäre Schöpfer zu sein." So it, auf das wirken mit der Menschheit chheit als Hauptinhalt unseres Lebens danke, der dann bei Schiller immer und ( Schluß folgt.) Lokales. 11. November 1905. dtagswahl. Der heute mit seiner eses Jahr erschienene Stadtanzeiger" pize: Heuchelheim, 10. Nov. 1905. ie Landtagswahlen hlmänner dazu, stehen kurz vor der ausschüsse der großen Parteien haben fentlicht, in welchen gewiß zur ler dem direkten tautelencht das Wort geredet wird. o für die kommende Wahlperiode andtag, der ohne Zweifel eine neue zu beraten hat, zu entsenden, die die ste des Volkes mit Ueberzeugung bererhältnissen ihrer Streise aufs engfte inlichkeiten sich nicht festhalten, sondern geben wissen zur rechten Stunde. Im Wahlkreise Gießen Land stehen sich der ospitant der Freien Vereinigung, der mehr nationalliberale Bürgermeister Leun von Großen Linden und Wir wollen hier kein Für und Wider über die Politik der Sozialdemokrat Vetters von Gießen gegenüber. dieser beiden Herren sprechen, aber das steht fest, Bürgermeister& eun hat regen Anteil genommen an den Kammerverhandlungen, hat oft mit einer anerfennenswerten Sachlichkeit in die Debatten eingegriffen und hat initiativ die Interessen seines Wahlkreises zu wahren gesucht. Er ist aufgezogen und alt geworden im Kreis, er ist hier seßhaft, es wird also nicht der Fall eintreten fönnen, daß er den Wahlkreis verläßt. Bürgermeister Leun ist ein Anhänger der direkten Wahl, er ist Landwirt, Verwaltungsbeamter, mit den Interessen von Handel und Gewerbe hat er sehr enge Fühlung, was man wohl bedenken muß. Er fennt feinen Stolz, freundlich zu Jedermann, hilfsbereit dem Nächsten, das sind seine Empfehlungen, die die Wähler ihm hochanrechnen und ihm burch eine Wiederwahl das danken sollten. wo. Edle Stiftung. Rentner Ludwig Bücking zu Gießen beging am 8. d. M. in förperlicher und geistiger Frische seinen 90. Geburtstag. Oberbürgermeister Mecum hat dem alten Herrn, der vor Einführung der Städte- Ordnung Mitglied des Gemeinderats und Beigeordneter war, namens der Stadt aus diesem Anlaß gratuliert. Von der Entsendung einer Deputation an das Geburtstagskind mußte auf Wunsch der Familie abgesehen werden. Gestern empfing der Oberbürgermeister folgenden den Stadtverordneten sofort in Abschrift mitgeteilten Brief unseres greisen Mitbürgers: Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister! Erfüllt von dem Gefühl der Dankbarkeit dafür, daß es mir vergönnt war, meinen 90jährigen Geburtstag gesund zu feiern, Die Wahlen zur Hal sunde freiheitliche Entwickelung u Die direkte Wahl de Gegner der Volksrechte haben wie erste Kammer, die es für nötig ersten Kammer zu überwinden. Der Kampf gegen dies allgemeine und gleiche trauen gegen das Volk entspring muß neben dem allgemeinen und die Ansprüche der ersten Kam Neben dem Wahlgeset Verteilung der Gemeindeabgaben der Entwickelung der Gemeinde h schwerer werdenden kommunalen( Die bevorstehende Vern allen Instanzen bringen. Manche weiteren Aufgc und Verkehrs gerichteten Bestrebu des Volkes ist die starke und frei zu machen, und stets gewissenhaft In diesem Sinne war wir erwarten in schwerer Zeit, di Wählt! Starkem Darmstadt, 2. Noven Der Lande Schill Im November 1859 murt zum Andenken an den großen der auch die nun emporgewachsene Eid am nächsten vor dieser Schillereiche ein Erinne Zu dieser Feier hat die Bürgerschaft dazu höfl. einzuladen. Die Vorstände und Fahne werden gebeten von der Licher st wollen vom alten Schiffenbergerwe Di Cirkus Otto Giessen, Oswaldsg Täglich 8 Uhr abends: Grosse Samstag, den 11. Nov., nachmittags 4 1hr findet eine ftatt. desselben nicht minder schwer und schmerzlich zu leiden habe, als sie selbst. Daß ver Schritt, welchen jie jezt unterneh men wollte, in den Augen der Leute als ein Verstoß gegen Herkommen und gute Sitte gelten würde, fam ihr faum zum Bewußtsein. Sie wollte für ihr höchstes und herrlichstes Besitztum fämpfen, und in der unbewußten Sicherheit ihrer findlichen Unschuld und Reinheit berührte sie feins von jenen Bedenken, die jedem welterfahrenen jungen Mädchen in ihrer Lage unzweifelhaft gekommen wären. In ein schlichtes Wintermäntelchen gehüllt und mit unverschleiertem Gesicht schlüpfte sie über die fnarrende Stiege hinab. Daß die Hausglocke bei ihrem Fortgehen anschlug, fümmerte sie nicht; denn nun sie einmal draußen war, fühlte sie sich gesichert gegen jeden Versuch, ihre Flucht zu verhindern. Sie wußte, wo sich Herberts Wohnung befand, und es war ihr gleichgültig, daß sie fast die halbe Stadt zu durchwandern hatte, ehe sie dahin gelangte. Mit dem Sonnenuntergange hatte sich ein scharfer, schneidender Wind aufgemacht, der ihr einzelne Schneefristalle gleich scharfen kleinen Nadeln ins Gesicht trieb, und an den Straßenübergängen erfaßte sie der Sturm oft so heftig, daß sie Mühe hatte, sich auf den Füßen zu erhalten. Der Kampf gegen die Unbill des Wetters ließ ihr Herz ebenso stürmisch flopfen, wie die gewaltige innere Erregung, und wie sie nun endlich vor dem unansehnlichen alten Mietshause stand, dessen Nummer sie mit Mühe bei dem flackernden Licht der Straßenlaterne ausgeforscht hatte, da mußte sie doch für eine kleine Weile stehen bleiben und sich an den Pfosten des Tores lehnen, um das heiße Wogen ihres Blutes zu beruhigen und Kraft zu sammeln für den letzten, schwersten Teil ihres Weges. Endlich raffte sie sich zusammen und schickte sich an, das Innere des Hauses zu betreten. Aber sie hatte faum den Fuß in den halbdunklen Flur gesetzt, als sie, wie von heftigem Erschrecken festgebannt, stehen blieb, um dann rasch in die finstere Ede des Raumes zu flüchten. Von der Mündung der Treppe her hatte sie den Klang einer männlichen Stimme vernommen, einer Stimme, welche sie unter Tausenden erkannt hätte. Und wie heiß sie sich auch danach gesehnt haben mochte, sie wieder zu hören, in diesem Augenblick versetzte die Stimme des Geliebten sie doch in eine so grenzenlose Verwirrung, als wäre sie auf einem schweren Unrecht ertappt worden, und als müsse sie vor allem danach wider ihren Willen verraten könnte. Aber die beiden waren, wie es schien, viel zu angelegentlich mit sich selber beschäftigt, als daß sie die schattenhaften Umrisse der schlanken Mädchengestalt in der finsteren Ecke hätten wahrnehmen sollen. In einer Entfernung von weniger als zwei Schritten ging Herbert an ihr vorüber, ohne ihre Nähe zu ahnen. Maria hörte, wie er zu seiner Begleiterin sagte: ,, Sie werden nicht verlassen sein, so lange ich imstande bin, Ihnen Dann fiel die schwere Haustür hinter ihnen zu, mit ihrem dumpfen Krachen den Rest seiner Worte übertäubend. Zehn Minuten später trat Maria Caragiali auf die Straße hinaus. Sie war auf der Stelle, wo sie gestanden hatte, in die Knie gesunken, und ihr war nicht anders gewesen, als ob sie nun auf dieser Stelle auch sterben müsse. Sie fühlte einen so heftigen förperlichen Schmerz in der Brust, als ob da drinnen wirklich etwas zerrissen wäre, und sie drückte den Stopf an die feuchte Mauer, ohne zu fühlen, mie ihr ein Strom eisiger Kälte von der Stirn aus durch den Körper rieselte. Es war ein Glück, daß niemand sie in dieser Stellung gefunden hatte, und daß ihr die Kraft zurückkam, sich wieder aufzuraffen, noch ehe das zudringlich neugierige Auge eines Fremden ihre graujame Demütigung belauschte. Nun war der erste, gewaltige Ansturm des leidenschaftlichen Schmerzes überwunden, und wer ihr jetzt ins Gesicht gesehen hätte, wie sie festen Schrittes und hoch aufgerichtet ihres Weges ging, dem würde vielleicht sogar ein Zweifel gekommen sein an der Tiefe dieses Schmerzes. Keine Träne netzte ihre Wimpern und fein Zucken ihrer Lippen gab Zeugnis davon, daß ihr junges Herz erfüllt sei von Gram und Verzweiflung. Nur ein fremder, herber Zug hatte sich in ihr schönes Gesicht eingezeichnet, und in der Haltung ihres Köpfchens war etwas Stolzes und Hochmütiges, das ihr bis zu dieser Stunde ganz fremd gewesen war. Die Angst eines Kindes war es gewesen, welche sie vorhin durch Sturm und Finsternis zu dem Hause des Geliebten gejagt hatte; wie ein angsterfülltes Kind hatte sie sich voll hingebenden Vertrauens an seine Brust werfen und ihn unter Bitten und Tränen fragen wollen, um welcher Sünde willen er sie von sich stoße. Nun aber, da sie desselben Weges zurückging, war nichts Kindliches mehr in ihrem Denken und Empfinden. ( Fortsetzung folgt.), „ Mein Gott, hungrig fein! Bid und Lampe um!" rende Scherben fall Händen meine Ban men Bidlein ein li bodhrotes Seidenba es hinab bors Sa fpringen wohl fee tann ich Bidelden lich kommt mein Ja, Kind, du ift Wo die Alte fe Das Aufziehen jum Aleinigkeit." Das war es in ſtreben, ſich ſeinem Blick zu verbergen. An allen Gliedern Bekenntnisse einer Naturfreundin. zitternd, aber mit von der Aufregung geschärften Sinnen schmiegte sie sich eng an das kalte, rauhe Mauerwerk ihres Verstecks. Sie fonnte den untersten Absatz der Stiege deutlich übersehen, und in der Erwartung, daß Herbert dort schon im nächsten Augenblick erscheinen müsse, preßte sie beide Hände auf ihr in angstvoller Spannung schier zerspringendes Herz. Und nun nun fam er wirklich die steilen, ausgetretenen Stufen herab. Da sie ihn hatte sprechen hören, wußte Maria ja im voraus, daß er nicht allein sein könne; aber auf das, was sie nun sehen mußte, war sie wahrlich nicht gefaßt gewesen! An seiner Seite und auf seinen Arm gestüßt, ging eine Dame- ein junges Mädchen, über dessen Gesicht die Flurlampe eben ihren vollen Lichtschein fluten ließ. Niemals hatte Maria sanftere und lieblichere Züge gesehen, und niemals einen so schmerzlichen, fummervollen Ausdruck, wie auf diesem schmalen, jugendlichen Mädchengesicht. Es war für einen Dritten unmöglich, zu entscheiden, ob es förperliche Schwäche oder zärtliche Hingebung sei, welche sie beranlaßte, sich so eng an ihren Begleiter zu schmiegen, daß ihr Köpfchen fast an seiner Schulter ruhte; jedenfalls aber mußte die regungslose Lauscherin in ihrem dunkeln Winkel von dem Anblick des Paares den Eindruck empfangen, daß es sehr nahe und innige Beziehungen seien, welche sie miteinander verknüpften. Herbert neigte sich wiederholt zu dem schönen Mädchen hinab, und wenn er auch seine Stimme gedämpft hatte, so daß Maria nicht verstehen konnte, was er sprach, so glaubte sie doch aus dem dankbaren und ver trauensvollen Blick, der ihm antwortete, den Inhalt seiner Worte nur zu gut zu erraten. Nur eine Zeit von wenigen Sefunden war ihr für ihre Beobachtung gegeben, aber das Bild hatte sich mit seinen Kleinsten Einzelheiten so in ihre Seele eingebrannt, daß sie sicher war, es nie me zu vergessen: Sie fürchtete in diesen schrecklisten Augenblicken nichts so sehr, als daß Herbert sie entdecken, daß ein Laut oder eine Bewegung sie Giessen. 5. Sonntag= Extra Schüler- und Familien- Vorstellung Dir.: Hermann Steingoetter. Ermäßigte Preise. Schüler zahlen zu diefer Vorstellung: Sonntag, den 12. November Num. Sperrfit 50 Bfg, Sperrfiz 40 Pfg., 1 Plaz 30 Bfg., 2. Platz 20 Pfg. Gallerie 10 Pfg. Abonnements Vorstellung. Erwachsene zahlen auf allen Plätzen halbe Abendpreise. Diese Vorstellung enthält ein ebenso reich- Novität! haltiges Programm wie eine jede Abend Vorstellung. Abends 8 Uhr: Gala- Vorstellung.( Volle Preise.) Es labet ergebenst ein Otto Mark, Direktor u. Eigentümer. Der Zirkus ift vor allem llawetter geschützt und geheizt. Sonntags- Verein für Mädchen. Die Bereinigung junger Mädchen am Sonntag soll für das Winterhalbjahr am nächsten Sonntag, den 12. November wieder ihren Anfang nehmen. Die Bereinigung findet statt an jedem Sonntag zwischen Novität! TelephonGeheimniffe. Schwank von H. Hausleiter und Gießen. ( Schluß.) Von A. v. Planfenberg. ( Nachdrud verboten.) Jetzt ist er gegangen, ich stehe allein da mit meinen glücklich dem Tode entrissenen Schäßen. Was wird Alexander dazu sagen? Noch fehlt mir jede Ahnung, ob mein Zicklein von der Natur vielleicht zu einer Stammutter bestimmt ist. Ich will es hoffen, denn ein Bock wäre mir diesesmal wirklich etwas fatal in meiner fragwürdigen Lage. Aber mir bleibt nicht lange Zeit zum Grübeln. Der kleine Hund zittert wie Espenlaub und will abgetrocknet sein. Dieweil ich mich mit aller Hingebung dieser Arbeit unterziehe, faßt das Zidlein wieder neuen Lebensmut und gibt diesem durch die lustigsten Sprünge recht lebhaften Ausdruck. Nun fängt auch Köterchen an zu bellen, ich wehre hierhin und dahin ab. Mitten in dem erbaulichen Trubel öffnet sich die Tür, und mein Gatte erscheint auf der Schwelle. „ Ei, ei, Herzenskind, was hast du für seltsame Gäste?" Fast will mich's wie momentane Verlegenheit befallen, aber ich überwinde jede Regung von Feigheit und sage nur, ihm Hund und Zicklein zuführend: Ich rettete beide vom Tode; sie werden sich auf unserem fünftigen Besize schon nußbringend erweisen, du wirst mich noch loben." Er lächelt nur. „ Jedenfalls müssen wir uns schon dieser beiden wegen mit dem Ankaufe beeilen. Ich habe heute einen prächtigen Besitz angesehen. Bist du einverstanden, so führe ich dich morgen hin. Er liegt nur eine Stunde Fahrzeit von hier entfernt." Ich blicke hilflos auf meine Pfleglinge. Wohin so lange mit diesen? Vorläufig bleibt mir jede Antwort erspart, denn das Zicklein ist auf das grünbezogene Kanapee gesprungen und scheint dieses als Wiesengrund betrachten zu wellen, mein Schwarzer liegt zu meinen Füßen und benagt in Ermangelung eines Besseren den schönen Teppich. Strickmaschinen Für ein Baugeschäft in sind das beste Erwerbsmittel. Auch auf Teilzahlung. Jllustrierter Brachtkatalog geg. 30 Pfg. Briefm. V. Kirsch, Döbeln. energischer Mühe und wollte Welche Ratschläge wirtinnen" mir au Fingern die borgefe Abnahme fand dieje Barbe wegen den H Staunen bemerkte, aufnahme verweiger Beise den Boden betrachten schien. So fam der Ab einen Stall veriva Stoppelfelde mit d einen Schoß boll bettet. Aber Zideld licher als am Morg dem Schlachtmesser Giessen alsbald graufameren Hunge Es waren qualb Tiere auf dem Sch mühsam genug be mir bebor! Und da Batten berlassen, d flüchtet hatte. Dod nein, da to Bauerin, die mich fr fchroden auf. „ Liebes Kind, deinen Schütling! ihr das Zidelchen Mir fällt ein dem so schmählich Wir fönnen Gut überführen! „ Gewiß, gew Indessen hat graues Reijetlei Wie das B hat, es is nit nimmer tragen. Die Alte lag Ich wechsele ein haben uns verit Aleid ab, ein an fleid in die Arn Da nehmt b es foll euer Schad Sie füßt mir d Augapfel. Gott b Bäuerin und 3 um den Hals, Liebfojungen beda nach dem bewuß im Schoße, der voter Haltung net Sand. Alles aus haben laut Rechnu den durch beide Ti den bezahlt, das braucht. Nun, Lehrgel ich nur etwas flei zur Tierwelt wäre Das Peterhofer Dro der Garde, hat jid ob Das Garde- Infanterie baren Kampfe fast gän Ob diese Meldung gesucht wilden Gerüchte aufzufass Auftritetet wird ein tüchtiger Verwalter Derselbe muß im Fuhrwerk und Landwirtschaft una fichtig Peterhof und auch in Offerten mit Lohnansprüchen und des Verkehrs, die von Hille* g. Buftod. Stermag Hamburg Fichteftr. 33 ( u. meine hier t. D. pat. Neubelt. 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November 1905. Für den Vorstand: Dr. Naumann, Kirchenrat. NAUMANNIA- SEIFE. mit dem Basta Selenah undarn Geld Lina Oldint. bis zu 300 Mart gibt Prima Wirtschaft bewandert sein. Beugnissen an die Expedition d. Blattes erbeten. HypothekenKapital waltungs, sowie zu 33% an 1. Stelle bei mit großem Bier- und Brannt: 60% Ortstare gibt Verweinverkauf an der Lahn( Eckhaus u. Goldgrube) ist Umstände halber zu verkaufen. Anzahlung 10,000 Mt. Offerten unter J. K. 1420 diskret und schnellsten bei ratenweisen Rüdzahlungen, Selbstgeber. 3 Irmler, Berlin, Gitschinerstr. 92 Biele Dankschreiben. an die Exped. d. Bl. erbeten. In n Grünberg wird von einem jungen, soliden, ahlungsfähigen Manne ein möbliertes Zimmer möglichst Parterre u. an der Hauptstraße, sofort gesucht. Offerten Joh. Seibel Glessen Ludwigsplatz Weinstube. Ausschank v nur guten reinen Tischweinen 5- Zimmer- Haus Verkaufe mein rent. Lage, schöner Garten. Nur sel Käufer wollen sich melden. Off. u. Nr. 8004 a. b. Privat- Kapital mit einer ablung. Herri Mt. 95000 zu 4%, auch geteilt in kleineren Beträgen. Näheres durch J. Rosenthal, d. Blattes erbeten. Warschau- Wiener- und der berrilhrt, droht für den Witt Es bleibt auch ab eignisse Graf Witte's bec Bar, falls er der Ge fein wird. Die Bildu Folgender Form gelunge Bu Ministern fin Schipow, bisher Abtei bau Kutler, bisher Ge Timirjafew, bisher eb und für Verkehrswege Südwestbahnen. Zum der Gehilfe des bisherig Bielfach veröffentlicher denen fie allen Polizeibed Webergriffen oder Verbrech Frenge Strafen androhen. ngetreuer Beamter gemeld erte Nummer des fozia Auch gegen die Radita Sgian" tonfiziert worde Wirtschaf mu Briefmarkensammler. Batten mit Breisangabe unter Gießen, Bismarckſtr. 10. in quter Lage, kann Mekagerei mai em Beifen Neue Sendung eingetroffen. Mache Auswahlsendung nach Auswärts. J. Dany, Gießen, Bahnhofstr. 64. Baum" an Gießener Telephon 491. werden, sofort zu ber Neueste Nachrichten, Gießen erbeten. Hypotheken- u. Immobilien- faufen. Kleine Anzahlung. Nu Söne möbl. Zimmer mit oder ohne Benston zu verm. Gießen, Bismarckstraße 17. Geschäft. Giselbst. Refl. wollen sich melden Off. u. 8003 an d. Erp. d. BI wegen Veröffentlichung des antrag gestellt. ber die beiden waren, fidh selber beidhäftigt, er schlanken Mädchen hrnehmen sollen. Ju wei Schritten ging he zu ahnen. Maria te: o lange ich imitande Tihnen zu, mit ihrem e übertäubend.Caragiali auf die elle, wo sie gestanden war nicht anders ge= e auch sterben müsse. hen Schmerz in der zerrissen wäre, und uer, ohne zu fühlen, Stirn aus durch den niemand sie in diefer die Kraft zurüdtam, udringlich neugierige mütigung belaufchte, irm des leidenschaft: ihr jetzt ins Gesicht and hoch aufgerichtet sogar ein Zweifel Przes. Keine Trane -Lippen gab Zeugei von Gram und Bug hatte sich in er Haltung ihres iges, das ihr bis Die Angit eines durch Sturm und gejagt hatte; wie hingebenden Verunter Bitten und de willen er fie bont eges zurüdging, war und Empfinden. ( Fortsetzung folgt.), turfreundin. Berg. Nachdrud berboten.) da mit meinen glüd Bas wird Alexander ng, ob mein Zidklein mutter bestimmt ist. mir diesesmal wirt Lage. zum Grübeln. Der vill abgetrocknet sein. dieser Arbeit unterLebensmut und gibt lebhaften Ausdrud, , ich wehre hierhin en Trubel öffnet sich der Schwelle. ir seltsame Gäste?" rlegenheit befallen, heit und sage nur, n sich auf unserem sen, du wirst mich iefer beiden wegen te einen brächtigen 1, so führe ich dich e Fahrzeit von hier ge. Wohin so lange de Antwort erspart, zogene Kanapee ge grund betrachten zu n Füßen und benagt önen Teppich. ft in Giess alter alsbald ,, Mein Gott, ich hatte vergessen, die Tiere werden hungrig sein! Bickelchen muß ins Freie, es stößt ja Gläser und Lampe um!" Schon war das Unglück geschehen, flirrende Scherben fallen zu Boden. Ich hole mit zitternden Händen meine Bandkassette hervor und knüpfe dem schlimmen Zidlein ein lichtblaues, dem schwarzen Hündchen ein hochrotes Seidenband als Leitseil um den Hals. So geht es hinab vors Haus, zum nächsten Kleefelde. Die Tiere springen wohl seelenvergnügt umher, aber zum Fressen fann ich Zidelchen troy allen Zuredens nicht bewegen. Endlich kommt mein Mann mir nach, ich klage ihm meine Not. „ Ja, Kind, du vergißt, daß das Tier noch zu jung dazu ist." Wo die Alte fehlt, muß der Mensch künstlich eingreifen. Das Aufziehen junger Tiere in solchem Falle ist keine Kleinigkeit." Das war es in der Tat nicht, aber ich gab mir redlich Mühe und wollte die übernommene Pflicht getreu erfüllen. Welche Ratschläge mein Leitfaden für angehende Landmirtinnen" mir auch erteilte, Zickelchen wollte an meinen Fingern die vorgesezte Milch nicht nehmen. Desto raschere Abnahme fand diese seitens unseres Othellos, wie wir seiner Farbe wegen den Hund getauft, wobei ich jedoch zu meinem Staunen bemerkte, daß, trotzdem Zickelchen jede Nahrungsaufnahme verweigerte, letzteres mit ersterem in freigebigster Weise den Boden unseres Zimmers als dungbedürftig zu betrachten schien. So kam der Abend heran; das hübsche Gemach schien in einen Stall verwandelt. Ich hatte mir vom nächsten Stoppelfelde mit der Papierschere meines Mannes heimlich einen Schoß voll Streu verschafft und die Tiere darauf gebettet. Aber Zickelchen gab keine Ruhe und schrie noch kläglicher als am Morgen; ich mußte schon fürchten, es nur vor dem Schlachtmesser gerettet zu haben, um es einem noch grausameren Hungertode überliefert zu sehen. Es waren qualvolle Stunden. Ich saß am Boden, beide Tiere auf dem Schoße, und fämpfte mit dem Schlafe und mühsam genug verhaltenen Tränen. Welche Nacht stand mir bevor! Und dabei sah ich mich in dieser Not von meinem Gatten verlassen, der sich längst vor all' dem Unheile geflüchtet hatte. Doch nein, da kommt er ja, hinter ihm eine vierschrötige Bäuerin, die mich kritischen Blickes mustert. Ich springe erschrocken auf. Liebes Kind, da bringe ich Hilfe, eine Kostfrau für deinen Schüßling! Es wird das Beste sein, du übergibst ihr das Zickelchen sofort zur Aufzucht." Mir fällt ein Stein vom Herzen, dankbar blicke ich zu dem so schmählich Verkannten empor. Wir fönnen später die Ziege ja immerhin auf unser Gut überführen!" Gewiß, gewiß!" Indessen hat die Bäuerin weit mehr Auge für mein lichtgraues Reisekleid als für das schneeweiße Zicklein. ,, Wie das Vieh aber der Frau ihr Kloadel herg'richt't hat, es is nit zum Anschau'n. Dös kann die Gnäd'ge eh nimmer tragen. Die Flecken, ah, ah!" Die Alte läßt das Kleid gar nicht mehr aus den Händen. Ich wechsele einen Blick mit meinem Mann, er nicht, wir haben uns verstanden. Rasch trete ich zur Seite, streife das Kleid ab, ein anderes über und lege Zickelchen samt Reisefleid in die Arme der Bäuerin. ,, Da nehmt beides, aber schaut mir auf das liebe Tier, es soll euer Schaden nicht sein!" Sie füßt mir die Hände.„ Ich werd's halten wie meinen Augapfel. Gott vergelt's tausendmal!" Bäuerin und Zickelchen sind fort, ich falle meinem Gatten um den Hals, Othello winselt dazu und will auch mit Liebkosungen bedacht sein. Am anderen Morgen fahren wir nach dem bewußten Gute. Othello liegt mir schlafend im Schoße, der Wirt steht entblößten Hauptes in sehr devoter Haltung neben dem Wagen. Er füßt mir sogar die Hand. Alles aus Dankbarkeit. Kein Wunder, denn wir haben laut Rechnung für das Zicklein 5 Gulden und für den durch beide Tiere angerichteten Schaden weitere 25 Gulden bezahlt, das Doppelte von dem, was wir selber verbraucht. „ Nun, Lehrgeld kommt immer teuer zu stehen," sage ich nur etwas kleinlaut zu Alexander. Ohne die Liebe zur Zierwelt wäre doch keine gute Landwirtin denkbar." Feuerung ungezuri. Das Peterhofer Dragoner- Regiment, eine Elite- Truppe der Garde, hat sich ohne Kampf den Aufrührern ergeben. Das Garde- Infanterie- Regiment wurde in einem furchtbaren Kampfe fast gänzlich aufgerieben. Ob diese Meldung als eine Bestätigung der dunkein, Besucht wilden Gerüchte aufzufassen ist, die von blutigen Kämpfen ndwirtschaft un ficht in Peterhof und auch in den Straßen von Petersburg zu en Arbeiten durchaus melden wissen, bleibt abzuwarten. Eine neue Unterbrechung Lohnansprüchen und des Verkehrs, die von dem Beschlusse der Beamten der Blattes erbeten. Joh, Seibel Glessen Ludwigsplatz Weinstube. Ausschank v nur guten reinen Tischweinen Zimmer- Ha aufe mein gut rent leiner Anzahlung. Her fchöner Garten. Nur fe er wollen fich melden. u. Nr. 8004 a. b.@ Lattes erbeten. Warschau- Wiener- und der Weichselbahn, den Streik fortzusetzen, herrührt, droht für den Nachrichtendienst weitere Stockungen. Witte's Ministerium. Es bleibt auch abzuwarten, ob durch die neuen Ereignisse Graf Witte's Werk eine Unterbrechung erleidet, da der Bar, falls er der Gefahr entrinnt, stark dadurch beeinflußt fein wird. Die Bildung des Ministeriums ist Witte in folgender Form gelungen: Zu Ministern sind ernannt worden für die Finanzen Schipow, bisher Abteilungschef des Schazzamtes, für Ackerbau Kutler, bisher Gehilfe des Finanzministers, für Handel Timirjasew, bisher ebenfalls Gehilfe des Finanzministers, und für Verkehrswege Nemeschäff, zur Zeit Direktor der Südwestbahnen. Zum Reichskontrolleur wurde Filissofow, der Gehilfe des bisherigen Reichskontrolleurs, ernannt. Vielfach veröffentlichen die Gouverneure Erklärungen, in denen fie allen Polizeibeamten, die sich an Unruhen und Hebergriffen oder Verbrechen beteiligt haben oder beteiligen, firenge Strafen androhen. Auch werden schon Verhaftungen ungetreuer Beamter gemeldet. Auch gegen die Radikalen wird vorgegangen. So ist die erste Nummer des sozialdemokratischen Organs„ Nowoja Schien" tonfisziert worden. Gegen der Redakteur wurde wegen Veröffentlichung des Programms seiner Partei StrafWirtschaf ter Lage, fann Meggerei mantrag gestellt. Sen werben, fofort zu ber Kleine Anzahlung. Nu Refl. wollen fich melben 8003 an b. Erp. 6. Bl Wir kommen aufs Gut. Ein prächtiges Herrenhaus, alter Park, weitgedehnte, massiv gebaute Stallungen mit den schönsten Pferden, herrlichem Rindvieh, wie mein Mann mir erzählt. Ich bin ganz entzückt. Auch der Besizer, ein junger Baron, macht einen sehr liebenswürdigen Führer. Nur in den Kuhstall scheint er mich nicht lassen zu wollen, und doch zieht es mich gerade dorthin. Erst spät am Nachmittage treten wir daselbst ein. Mir scheint der Raum fast unübersehbar. Sechzig Stück Kühe," sagt der Baron, nicht ohne Selbstgefälligkeit. Ich möchte laut aufjubeln: in der Abteilung für das Jungbieh stehen sieben reizende Kälbchen, drei davon noch auf zitternden Beinen. Die sind erst heute gefallen," erklärt der Baron. Nun wird mir alles klar, ich streichle Othello auf meinen Armen und frage dabei nach den Müttern und warum die Kälber nicht bei diesen bleiben? ,, Sie müssen sich früh voneinander entwöhnen ler nen, sonst hörte der Jammer gar nicht auf." Ich erschrecke nicht wenig. Wieso denn Jammer?" ,, Nun, die wenigsten Jungtiere werden bei uns zur Aufzucht behalten, die meisten verfallen dem Messer. Die Kühe sind aber sehr zärtliche Mütter und ahnen nur allzu bald das Schicksal ihrer Kinder." Dabei lachte der Baron. " „ Das dürfen Sie meiner Frau nicht erzählen, lieber Kollege," wehrte mein Mann ab.„ Wenn Sie wüßten- Der junge Mann wandte sich an mich. Ich bitte um Verzeihung, gnädige Frau. Dürfte ich hoffen, etwas weniger grausam in Ihren Augen zu erscheinen, indem ich Sie bitte, unter den Kälbern zu wählen, welches Ihnen zu Ehren aufgezogen werden soll?" Ist das Ihr Ernst?" ,, Auf Ehrenwort! Das Kalb, dessen Fell Ihre Hand mit farbigem Bande schmückt, bleibt verschont!" ,, Dann bitte ich, mir Zeit zu lassen bis morgen." Wir hatten nämlich zugesagt, ein paar Tage zu verweilen. Der Baron verneigte sich, ich reichte ihm die Hand, der Pakt war geschlossen, mein Plan gefaßt. Im Weiterschreiten zeigte unser Führer auf eine prachtvolle Kuh, an deren Seite ein Stierkalb gemächlich wiederfäute. ,, Sehen Sie, die hat es verstanden, mich zum Nachgeben zu zwingen! Bei dem geringsten Versuch, ihr das Junge zu nehmen, hielt sie vom ersten Moment an die Milch zurück. Was wollten wir machen? Sie ist eine zu gute Zuchtmutter und Melferin, um sie zu opfern; wir mußten ihr das Kalb lassen. Darüber ist der Bengel fast vier Monate alt geworden und wird mir noch ganz über den Kopf wachsen.", Wir lachten und verließen in bester Stimmung die Ställe. Nachts fand ich wenig Schlaf. Alexander fuhr wiederholt aus füßen Träumen und fand mich immer noch in geheimnisvoller Tätigkeit. Was machst du denn so spät um alles in der Welt? Geh' doch schlafen, Kind!" Aber die Sonne stand eher auf, als seine Mahnung Ge. hör fand; trotzdem war ich früher im Kuhstall als die Her. ren, welche ich mit triumphierendem Lächeln empfing und zu der Kälberabteilung führte. Die Tiere streckten plärrend die Hälse empor, an allen sieben prangten ausnahmslos farbige Bänder. Meine Bandkassette war vollständig geplündert. Der Baron war rasch gefaßt. Mit einer abermaligen Verbeugung erklärte er sich für besiegt. Dann trat er zu meinem Gatten und sagte unter liebenswürdigem Lächeln: „ Ich gratuliere Ihnen zu dem Besize eines Herzens wie dasjenige Ihrer Frau Gemahlin, aber ich rate Ihnen entschieden von einem Gutskaufe ab. Mit solchem Gemüte wird man keine gute Landwirtin." Er hat mehr als Recht behalten. Ich wurde nicht nur feine gute, sondern überhaupt keine Landwirtin. Mein Mann erfannte bald die Unüberwindlichkeit meiner Schwäche und opferte ihr seine fachmännischen Neigungen. Wir beschränkten uns darauf, enthusiastische Naturfreunde zu bleiben, wenn auch in passivster Form. Gegenwärtig sind es die Urenfel unseres Othellos, denen unsere liebevollste Pflege gehört. www am meisten Eingang und Beliebtheit gefunden hat, in der großen Masse sogar entschieden mehr, als sein großer Freund Göthe. Es hat das vor allem deswegen etwas auffallendes, weil Schiller durchaus kein einfacher Kopf war und in seinem Denken sich von den Anschauungen des alltäglichen Lebens oft recht weit entfernte. Er ist durch und durch Philosoph und gerade die Philosophie pflegt doch als eine der unpraktischsten und fernliegendsten Wissenschaften betrachtet zu werden. Man versteht aber die Aufgabe der Philosophie gewöhnlich ganz falsch; man denkt sich, daß sie ihre Lehrsäte, etwa ähnlich wie die Kirche ihre Glaubens säge, aufstellen wolle. In diesem Sinne ist natürlich Schiller so wenig wie irgend ein anderer großer Denker " Philosoph" gewesen. Er hat weder an irgend ein anderes System fich gläubig angeschlossen( auch gegenüber gewahrt), noch hat er von sich aus ein neues System zu begründen gesucht. Er war vielmehr Philosoph in der echten, ursprünglichen Bedeutung des Wortes, das einen Freund der Weisheit", einen Freund des Nachdenkens" bezeichnet. Daher ist auch ein vielseitiges gründliches Nachdenken der Grundton, der aus all seinen Werken, Gedichten und Dramen, Erzählungen und wissenschaftlichen Aufsäzen herausflingt. Auf welchem Standpunkte nun auch der Leser selbst stehen mag, er set katholisch oder protestantisch, konservativ oder liberal, wenn er selbst nur ehrlich nachdenken will, wird er bei Schiller stets Gedanken finden, die ihm entgegenkommen, die das berechtigte seines Standpunktes hervorheben, seine Mängel aufdecken, mit einem Wort, er wird von Schiller lernen fönnen. Schiller selbst ist ein redlich und eifrig suchender Mensch geblieben, bis zuletzt, und das ist es, was ihn zum Freunde aller anderer Menschen machen muß, die es mit dem Suchen auch noch ehrlich | au 14. Jahrgang 18: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus irch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Oberheffische Familienzeitung( täglich) Bener Seifenblasen( wöchentlich). eint an allen Werktagen nachmittags. hten Beifung) zen und Umgebung. r Behörden von Oberheffen. in einem kleinen Kreis von AnschauMale festgefroren sind. Das Selbstnach Schiller( Philos. Briefe) die o es muß uns wichtiger sein, auf dem it vorwärts zu kommen, als die eigene erändert behalten zu wollen. Da nun ide an der Betätigung des Verstandes tenschen angeboren ist, so wird auch unfte Schiller seine Anerkennung nicht mag er auch in noch so vielen Einzeleinung sein. ein weiteres. Gerade, wenn wir uns halten, so gewinnen wir dadurch zwar a, andererseits aber behalten wir dabet mit unserer Erkenntnis der Welt nie Wir müssen uns in den Gedanken finden, en und Glauben Stückwerf bleibt. Das igendes, und um uns darüber zu trösten, hischen Briefe zum Schluß auf den einzigen ir die Unvollkommenheit menschlicher Weltas ist das Handeln." Träges Anschauen göttlichen Größe, fann nie ein höheres in edleren Menschen fehlt es nicht an in seiner Sphäre Schöpfer zu sein." So it, auf das Wirten mit der Menschheit chheit als Hauptinhalt unseres Lebens danke, der dann bei Schiller immer und ( Schluß folgt.) Lokales. 11. November 1905. dtagswahl. Der heute mit seiner eses Jahr erschienene Stadtanzeiger" pize: Heuchelheim, 10. Nov. 1905. ie Landtagswahlen hlmänner dazu, stehen kurz vor der ausschüsse der großen Parteien haben fentlicht, in welchen gewiß zur ler- dem direkten tautelencht das Wort geredet wird. o für die kommende Wahlperiode andtag, der ohne Zweifel eine neue zu beraten hat, zu entsenden, die die te des Volkes mit Ueberzeugung bererhältnissen ihrer Kreise aufs engste inlichkeiten sich nicht festhalten, sondern ab und zuzugeben wissen zur rechten Stunde. Im Wahlkreise Gießen Land stehen sich der Hospitant der Freien Vereinigung, der mehr nationalliberale Bürgermeister eun von Großen Linden und der Sozialdemokrat Vetters von Gießen gegenüber. Wir wollen hier kein Für und Wider über die Politik dieser beiden Herren sprechen, aber das steht fest, Bürgermeister Leun hat regen Anteil genommen an den Kammerverhandlungen, hat oft mit einer anerfennenswerten Sachlichkeit in die Debatten eingegriffen und hat initiativ die Interessen seines Wahlkreises zu wahren gesucht. Er ist aufgezogen und alt geworden im Kreis, er ist hier seßhaft, es wird also nicht der Fall eintreten fönnen, daß er den Wahlkreis verläßt. Bürgermeister Leun ist ein Anhänger der direkten Wahl, er ist Landwirt, Verwaltungsbeamter, mit den Interessen von Handel und Gewerbe hat er sehr enge Fühlung, was man wohl bedenken muß. Er fennt feinen Stolz, freundlich zu Jedermann, hilfsbereit dem Nächsten, das sind seine Empfehlungen, die die Wähler ihm hochanrechnen und ihm durch eine Wiederwahl das danken sollten. wo. Edle Stiftung. Rentner Ludwig Büding zu Gießen beging am 8. d. M. in förperlicher und geistiger Frische seinen 90. Geburtstag. Oberbürgermeister Mecum hat dem alten Herrn, der vor Einführung der Städte- Ordnung Mitglied des Gemeinderats und Beigeordneter war, namens der Stadt aus diesem Anlaß gratuliert. Von der Entsendung einer Deputation an das Geburtstagskind mußte auf wunsch der Familie abgesehen werden. Gestern empfing der Oberbürgermeister folgenden den Stadtverordneten sofort in Abschrift mitgeteilten Brief unseres greifen Mitbürgers: Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister! Erfüllt von dem Gefühl der Dankbarkeit dafür, daß es mir vergönnt war, meinen 90jährigen Geburtstag gesund zu feiern, Die Wahlen zur Ha. sunde freiheitliche Entwickelung u Die direkte Wahl de Gegner der Volksrechte haben wie erste Kammer, die es für nötig ersten Kammer zu überwinden. eld Der Kampf gegen dies allgemeine und gleiche trauen gegen das Volk entspring muß neben dem allgemeinen und die Ansprüche der ersten Kami mel Neben dem Wahlgesez Verteilung der Gemeindeabgaben der Entwickelung der Gemeinde h schwerer werdenden kommunalen Die bevorstehende Verv allen Instanzen bringen. Manche weiteren Aufgc und Verkehrs gerichteten Bestrebu des Volkes ist die starke und frei zu machen, und stets gewissenhaft In diesem Sinne war wir erwarten in schwerer Zeit, di Wählt Starkem Darmstadt, 2. Nover Der Lande Schill Im November 1859 wurt zum Andenken an den großen de auch die nun emporgewachsene Eid am nächsten vor dieser Schillereiche ein Erinne Zu dieser Feier hat die Bürgerschaft dazu höft. einzuladen. Die Vorstände und Fahne werden gebeten von der Licher st wollen vom alten Schiffenbergerwe Di Cirkus Otto Giessen, Oswaldsg Täglich 8 Uhr abends: Grosse Der Hausdoctor Die erste Hilfe bei Brandwunden. Verbrennungen können eine nur gerötete Haut mit schnell sich bildender Blase oder auch eine tief eindringende Zerstörung zur Folge haben und durch Flamme, trockenheiße oder feuchtheiße Körper herbeigeführt werden. Heiße Flüssigkeiten bewirken in der Regel teine tiefe Zerstörung der Haut. Bei brennenden Kleidern werfe man eine dicke Decke oder einen Teppich auf den Verletzten, suche ihn damit einzupacken, um das Feuer zu ersticken, und übergieße ihn dann reichlich mit kaltem Wasser. Ebenso mache man falte Begießungen bei Verbrennungen mit heißen Flüssigkeiten. Bei oberflächlichen Verbrennungen, bei denen die Haut nicht verloren gegangen ist, macht man Umschläge von kaltem Wasser oder Schnee, oder taucht das verbrannte Glied in ein großes Gefäß mit sehr faltem frischen Wasser, in das man im Winter noch Eis oder Schnee wirft. Unbedeutende Brandwunden können auch locker in Baumwolle eingewickelt werden. Ferner sind zu empfehlen Aufschläge von frisch geriebenen Kartoffeln, Möhren( Gelbrüben), Milchrahm. Brandblasen steche man behutsam an und lasse die Flüssigkeit auslaufen, hüte sich aber, die abgehobene Haut abzureißen. Ist die Oberhaut durch die Verbrennung verloren gegangen, so wird faltes Wasser nicht gut ertragen. Dagegen leisten folgende Brandsalben, auf Leinwand gestrichen, gute Dienste: 1. Mohn- oder Baumöl mit Eiweiß geschlagen; 2. Eigelb und Leinöl mit Kalkwasser angerührt. Am einfachsten und besten läßt man aus der Apotheke gleich das sogenannte Kalkliniment, eine den soeben angeführten Brandsalben ähnliche Mischung, herbeiholen. Bei argen Verbrennungen ziehe man sofort den Arzt zu und lasse den Körper ja nicht der Luft ausgesetzt. Die allfällig durch Löschen feucht gewordene Kleidung entferne man sofort, bedecke die verwundeten Teile mit lockerer Baumwolle und wickele den ganzen Körper in weiche Decken, bis der Arzt eine anderweitige Behandlung verordnet. Erfolgt auf bedeutende Verbrennungen etwas Wundfieber, so lasse man eine strenge und fühlende Diät beobachten, sorge für reine Luft, Ruhe und Leibesöffnung. Hat sich ein Kind durch heiße Speise Mund und Hals verbrannt, so lasse man es fleine Eisstücke schlucken und nach und nach langsam eine ziemliche Menge füßen Rahms hinunterschlürfen. Ist ein Funken in das Auge gesprungen, so sind bis zur Ankunft des Arztes Umschläge von faltem Wasser das beste Heilmittel. Anno dazumal Er will nicht! Wilhelm I., Kurfürst von Hessert, litt in den letzten Jahren seines Lebens an einer Halsgeschwulst. Bergebens hatte sein Leibarzt alles versucht, diese wegzubringen, sie mich nicht, und es mußte ein operatives Einschreiten stattfinden. Diese Operation auszuführen, dazu erschien niemand geeigneter als der berühmte Martin Langenbeck, Professor der Chirurgie an der Universität Göttingen. Langenbeck wurde berufen und kam. Der Kurfürst, der von Gelehrten nicht viel hielt, ließ ihn zunächst lange im Vorzimmer warten, und als er ihn endlich vorließ, empfing er ihn mit den wenig liebenswürdigen Worten: ,, Kann Er mir das da operieren?" Dabei deutete er mit dem Zeigefinger auf seine Geschwulst. Langenbeck maß den unhöflichen Kurfürsten mit finsterem Blick, dann sagte er langsam:„ Er kann, aber er will nicht!" und verließ das Zimmer. Vergebens war das Bitten des über diese Szene in Entsezen geratenen Leibarztes, Langenbeck blieb unbeugsam, und der Kurfürst mußte, als er am 27. Februar 1821 an einem Schlagflusse gestorben war, seine Halsgeschwulst mit ins Grab nehmen. Offenherzig. König Philipp II. wurde einst auf der Jagd von der Nacht überrascht und mußte bei einem Bauer einkehren. Der arme Landmann fürchtete, daß der Aufwand, den ihm dieser hohe Besuch verursachte, ihn zugrunde richten würde. Am folgenden Morgen forderte der König Samstag, den 11. Nov., nachmittags 4 Uhr findet eine Giessen. 5. Sonntag= Extra Schüler- und Familien- Vorstellung Dir.: Sermann Steingoetter. ftatt. Ermäßigte Preise. Schüler zahlen zu diefer Vorstellung: Sonntag, den 12. November Num. Sperrsit 50 Bfg, Sperrfit 40 Pfg., 1 Plaz 30 Pfg., 2. Plaz 20 Pfg. Gallerie 10 Pfg. Erwachsene zahlen auf allen Plähen Abonnements- Vorstellung. halbe Abendpreise. Diese Vorstellung enthält ein ebenso reich- Novität! haltiges Programm wie eine jede Abend- Vorstellung. Abends 8 Uhr: Gala- Vorstellung.( Volle Preise.) Es labet ergebenst ein Otto Mark, Direktor u. Eigentümer. Der Zirkus ift vor allem llawetter geschützt und geheizt. Sonntags- Verein für Mädchen. Die Vereinigung junger Mädchen am Sonntag soll für das Winterhalbjahr am nächsten Sonntag, den 12. November wieder ihren Anfang nehmen. Die Bereinigung findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saale der Kleinkinderschule, Dienstraße 15; die Mädchen können zu jeder Zeit kommen und gehen. Bon 4 bis 5 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen. Gute, unterhaltende Bücher und Spiele find in großer Zahl vorhanden. Eröffnungsfeier am Sonntag, den 12. November d. J., nachmittags 4 Uhr. Wir laden die Mädchen zu zahlreicher Beteiligung ein und bitten Eltern, Herrschaften und Geschäftsinhaber, ihre Mädchen auf den Sonntagsve: ein hinweisen und ihnen die Teilnahme gestatten zu wollen. Gießen, den 8. November 1905. Für den Vorstand: Dr. Naumaun, Kirchenrat. NAUMANNIA- SEIFE mit dem Best Sellenah undern Novität! Gießen. den Bauer auf, fich für die in seinem Hause genossene gute Aufnahme eine Gnade auszubitten. Rede frei!" fügte Philipp ermutigend hinzu, indem er ihn nochmals seiner Zufriedenheit über die Bewirtung versicherte. Sire", erwiderte der Bauer nach einigem Zögern, so bitte ich denn untertänigst, nie wieder in meinem Hause zu übernachten!" N3um Nachdenken Ni Die Frau ist erst dann die Gefährtin des Mannes, wenn sie seine geistigen Interessen begreift und teilt. * Die Schmerzen der Liebe wiegen tausendfach die Freu den der Selbstsucht auf. Lieben ist der Lohn der Liebe, lieben ist der Trost der Liebe. Immer leiden, aber immer lieben, wäre ein Paradies im Vergleich zu einem Leben beständigen Wohlergehens und beständigen Hassens. als im Schmerze; denn Lust erschließt die Brust, Trauer In der Freude ist der Mensch leichter kennen zu lernen, zieht um sie eine Mauer. Deine Weisheit sei die Weisheit der grauen Haare, aber dein Herz- dein Herz sei das Herz der unschuldigen Kindheit! Für unseren Mittagstisch. Rebhuhnsuppe mit Linsen. Zwei junge Rebhühner werden mit Speckstreifen umwickelt und gebraten. Während erstere braten, wird 1 Kilogramm gut verlesene Linsen in faltem Wasser aufgesetzt, weichgekocht und durch ein Sieb gestrichen. Sobald die Rebhühner weich sind, läßt man sie hackt alles übrige nebst dem Gerippe fein und focht es in erfalten, schneidet das Brustfleisch ab und stellt es zurück, etwas Fleischbrühe( im Notfall im Wasser) aus. Inzwischen dünstet man einige feingeschnittene Zwiebeln und etwas Wurzelwerk in einem Stückchen zerlassener Butter bräunlich, gießt 2 Liter Fleischbrühe dazu, läßt sie eine halbe Stunde damit kochen, gibt die Brühe durch ein Sieb, vermischt sie mit der Brühe der Rebhuhnknochen, verkocht schließlich alles zusammen mit dem Linsenpüree zu einer seimigen Suppe, die mit Pfeffer und Salz gewürzt und über dem in Würfel geschnittenen Brustfleisch und in Butter gerösteten Semmelwürfeln angerichtet wird. Makkaroni. Nur dreiviertel in Salzwasser weichgekochte Maffaroni werden fertig zubereitet in einer Sauce, bestehend aus einem Rest Bratensauce, einer kleingeschnittenen Zwiebel, einer ganz feingeschnittenen Tomate, zwei bis drei Morcheln, einem Teelöffel Parmesankäse, einem Blatt Estragon. Die Sauce ist vorher eine halbe Stunde allein zu kochen. " Luftige Ecke Gute Antwort. Was müßte ich wohl tun Gnädige, um von Ihnen einen Kuß zu erlangen?"" Nicht erst so dumm fragen!" - Alles versucht. Jetzt weiß ich nicht, was mit meiner Uhr ist: aufgezogen hab' ich sie, bis mir der Arm müde geworden ist, geschüttelt hab' ich sie, gegen die Tischkante hab' ich sie geschlagen, auf die Erde und an die Wand hab' ich sie geschmissen, und sie geht immer noch nicht!" Auch ein Training.„ Der Herr Oberförster erzählt ja in den letzten Tagen so glaubhafte Geschichten?"-" Ja, der muß nächstens als Zeuge vor Gericht und da trainiert er sich beizeiten auf die Wahrheit sagen"." Gut erhalten. Professor( bei Tische):„ Es wird Sie interessieren, meine Gnädige, daß von mir nächstens ein neues Werk erscheint: Ueber das Alter der Welt"." Dame: Das haben Sie berechnet?" Professor: Jawohl, streng wissenschaftlich. Ich stelle fest, daß die Welt gegenwärtig dreizehn Millionen Jahre alt ist."- Dame:„ Dafür bat sie sich aber recht aut erhalten!" r. 266 Solertionspreid Die einfp effen, ble freife Weglar und Reklamen bie Petit Rebattion u. Baupterpedition: Fernsprechanl pie Strickmaschinen Für ein Baugeschäft in Giessen sind das beste Erwerbsmittel. Auch Prachtkatalog geg. 30 Pfg. Briefm. energischer V. Kirsch, Döbeln. Hille Samburg Fichteftr. 33 fir Oberhef Enthält alle amtlich Die Arr Jn Rußland geht a gegen alle! das wi was bon beginnender B in Frage geftellt; und waffnete Macht. Auch begonnen. Wieder ist es die Was einst im Schwarze Dffectüfte wiederholt. Der Kronstadt, der Diefe Meldung bring in Flammen. Da das Gewebe der Re find. Ueber die Vor Wie auf Kom und Lehrkommando Offiziere, die sich wurden über den erhielt fortgesetzt Trunkenheit schloffe gehenden Böbel an an der Tagesordnin Sofort wurden bo gegen die Meuterer en fie fich den Meuterer rebellierenden Geeleute Schiffe befeßten und au beschossen. Dann nahm Rampfe teil, aber ihre G die meuternden Kriegssch Nationalität, die im Hafe laus Petersburg berichtet: Eines der meuter bon der Artillerie der Aus diesen und ähnlid lungen mit fremden M Aber die Kronstädte ehr bedenkliche Folgen ge Die G In der Nähe von Kron port des Zaren. Wenn der hin übergreift, wo Bar Nit on Truppen, weilt, dann ersönliche Sicherheit dea fehlt nicht an Anzeichen f Kriegsschiffe fünnen vom reichen. Dort aber begin berden. Diese Meldung etersburg angedeutet: Das Peterhofer Dro der Garde, hat jij ob Das Garde- Infanterie baren Kampfe fast gän Ob diese Meldung gesucht bilden Gerüchte aufzufass auf Teilzahlung. Juftrierter wird ein tüchtiger Verwalter Derselbe muß im Fuhrwerk und Landwirtschaft un fichtig Beterhof und auch in * g. Blutftod. Timerman und erfahren, sowie in schriftlichen Arbeiten durchaus elden wissen, bleibt abzur ( u. meine bier t. D. bat. Neubelt. bewandert sein. Offerten mit Lohnansprüchen und des Berkehrs, die von Zeugnissen an die Expedition d. Blattes erbeten. Geheimnisse. Wirtschaft TelephonSchwank von H. Hausleiter und Max Reimann. In Ecene gesetzt 350 Hfit. Bier, viel Schnaps, von dem Verfasser M. Reimann Apfelwein und Wein, auch geht v. Schauspielhaus Frankfurt a. M. Miete ein, preiswert zu verkaufen. Im 1. Zwischenak:: Anz. 4000 Mt. Makler verbeten. Unter Mitwirkung der Kapelle des Off. u. 8005 a. d. Exp. d. hiesigen Infanterie- Regiments. Balleteinlage La Valse amoureux. ausgeführt von der Balletmeisterin Lina Oldini. bis zu 300 Mart gibt Blattes erbeten. Prima Wirtschaft HypothekenKapital zu 33%, an 1. 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