Beit haben, her wissen hten Jahre n Erjolg?" hat einen jezt hat?" nständiges en Armen Besprächs nen." Neuen Berliner Nr. 159. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonft 15 Pfg. Reklamen bie Petitzelle 30 refp. 40 Bfg. Redaktion u. Haupterpebttion: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Montag, den 10. Juli 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfs., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Streit um die Arbeitsbedingungen. So lange es Arbeitgeber und Arbeiter gibt, und wenn diese Unterscheidung einmal aufhören könnte, auch noch darüber hinaus, werden die Arbeitsbedingungen einen Gegenstand der Meinungsverschiedenheit und unter Umständen des Streites bilden. Je mehr er hat, je mehr er will, nie schweigen seine Wünsche still" das ist allgemein menschlich und gilt deshalb vom Arbeiter ganz ebenso wie bom Arbeitgeber. Es wäre unrecht, wollte man dem einen oder anderen Teil zügellose Begehrlichkeit vorwerfen. Jeder meiß schließlich am besten, wo ihn der Schuh drückt. Man darf von dem Arbeiter vorausseßen, daß er weder müßiggehen noch ein Lotterleben führen will; man darf von dem Arbeitgeber voraussetzen, daß er ganz zufrieden ist, wenn er als Frucht seiner Mühen und Sorgen in leidlicher Sicherheit auf Verzinsung seines Kapitals rechnen kann und daß er am wenigsten darauf bedacht ist, aus der schlechteren Entlohnung seiner Arbeiter seinen Gewinn zu ziehen. Das sollten beide Parteien von einander glauben und das ertgegenstehende Mißtrauen unterdrücken. Würden sie sich dazu entschließen, so würden sie unschwer dahin gelangen, Streits und Aussperrungen zu vermeiden und nach jedem Streit schnell eine Verständigung zu finden. Ein für allemal eingesette oder für den einzelnen Fall berufene Schiedsgerichte würden den Ausgleich bereiten, die mittlere Linie ausfindig machen, euf der die Interessen der Arbeiter wie der Arbeitgeber sich vertragen können. In der bayerischen Metallindustrie ist es zu einem solchen Friedensschluß gekommen. Das Ministerium des Aeußern hat in diesem Fall das Schiedsrichteramt geübt und dabei den rühmlichsten Erfolg gehabt. Die Gefahr hatte schon nahe gelegen, daß der Streik sich auf die ganze deutsche Metallarbeiterindustrie ausdehnte, was eine förmliche Kalamität gewesen wäre. Dieses Unheil verhütet, das vorhandene Unheil beseitigt zu haben, ist das Verdienst der eben erwähnten geschickten Vermittelung. Es ist nur zu bedauern, daß die Vermittelung so spät angerufen worden ist, erst nach wochenlangem Stillliegen vieler der bedeutendsten Fabriken Bayerns. Was die bayerischen Metallarbeiter jezt erreicht haben, das hätten sie auch schon früher erreichen können, wenn sie ohne Eigensinn und ohne große Worte eine freundliche Verständigung suchten. Jetzt haben beide Teile, die Fabrikanten wie die Arbeiter, schweren materiellen Schaden zu tragen, der für sie noch lange fühlbar sein wird. Die Arbeitgeber haben von dem Versuch Abstand genommen, die Arbeiter zum Austritt aus den Arbeiterorganisationen zu zwingen, und sind inzwischen wohl allgemein zu der Erfenntnis gekommen, daß für sie selbst die Arbeiterorganisationen insofern eine große Bequemlichkeit bilden, als Verhandlungen mit diesen schnelleren Fortgang versprechen. Das gute bayerische Beispiel scheint im west fälischen Arbeitgeberverband für das Baugewerbe die erwünschte Beachtung nicht zu finden. Ende vorigen Jahres waren in Essen auf Veranlassung und unter Mitmirkung des Oberbürgermeisters Zweigert zwischen den Arbeitgebern und den Arbeiterorganisationen der verschiedenen Gewerbe Tarifverträge vereinbart worden, die bis zum 31. Juli 1906 Geltung haben sollten. Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe hat nun jüngst aus Anlaß eines Streites um Arbeitsbedingungen den Ausschluß sämtlicher organisierten Bauarbeiter beschlossen, mit alleiniger Ausnahme solcher Orte, wo Tarifverträge bestehen, also auch Essens. Danach trat eine solche Verschärfung des Streites ein, daß die Baugewerbetreibenden vom 17. Juli an alle organisierten Arbeiter ohne Ausnahme, also auch in den Orten, wo Tarifverträge in Geltung sind, auszusperren beschlossen. Das war eine einseitige Aufhebung der Verträge, war ein ganz unzweifelhafter Vertragsbruch von seiten des Arbeitgeberverbandes. Oberbürgermeister 3weigert reflärte hierauf, daß er sämtliche städtischen Bauarbeiten sofort in städtischer Regie auf Kosten der Unternehmer fertigstellen lassen und die Kosten von den Unternehmern einflagen werde. Er stellte auch in Aussicht, von Der Stadt 20 000 Mark zur Unterstützung der brotlos gewordenen Arbeiter im Kampf gegen die kontraktbrüchigen Arbeitgeber zu verlangen. Eine Versammlung des Arbeitgeberberbandes für das Baugewerbe tadelte das Vorgehen des Oberbürgermeisters auf das heftigste, sprach die Hoffmmg aus, daß die Essener Stadtverordneten ihn nicht wiedarwählen würden, und richtete an Herrn Zweigert die AnFrage, ob er seine Anfündigung wahr machen werde. Herr Beigert erwiderte, daß er nunmehr fest entschlossen sei, aus städtischen Mitteln 20 000 Mark zur Unterstützung der Arbeiter zu verlangen. Ströchert lebhaft versichert ,,, ich sehe große, ihm den Koffer fanft aus der Hand, ber anbere Ihr meine Familie zu sorgen hätte sehr große Hoffnungen auf Sie. und Sie noch so jung! Weiß Gott, wenn nir so außerordentlich leis getan, ein so ich hätte unnötiges Aufsehen, sie sind verhaftet! Der Kassierer schnappte eine runde gelbe Marke unter die Augen nnd raunte ihm ,, Ruhig, Herr Kassierer Heine, machen Sie nicht erst zu: ginine male mit den Händen durch die hfen Schlag in die Bant hon Portter noch und zur Durchsetzung des Anspruchs auf unbedingte Anerfennung geschlossener Vereinbarungen seitens der Arbeitgeber anregt. Bei dem Bergarbeiterstreit im Ruhrbezirk hat man den Bergarbeitern sehr verargt, daß sie unter Kontraktbruch in den Ausstand getreten waren. Die Bergwerksbesizer hatten damit ihre unbedingte Weigerung einer Verhandlung mit den Bergarbeitern begründet. Und hier wollen die Arbeitgeber das tun, was sie den Arbeitern gar nicht genug verübeln konnten! Oberbürgermeister Zweigert selbst hat als Mitglied des Herrenhauses bei der Beratung der Berggeseknovelle den Kontraktbruch der Bergarbeiter auf das schärfste getadelt. Er war also verpflichtet, mit der gleichen Schärfe einem ähnlichen Vorgehen der anderen Seite entgegenzutreten. Er macht sich um den Arbeitgeberberband hochverdient, indem er ihn hindert, die falsche Bahn zu beschreiten, und indem er ihm Gelegenheit gibt, den übereilten und gar nicht zu rechtfertigenden Beschluß zu widerrufen. Auch werden schon innerhalb der beteiligten Arbeitgeberschaft Stimmen laut, die davor warnen, Wasser auf die Mühlen der Unzufriedenen zu treiben und den wirtschaftlichen Kampf, der an sich berechtigt sein mag, mit ungesetzlichen und verwerflichen Mitteln zu führen. Es ist zu hoffen, daß die besonnenen Elemente die Ueberhand gewinnen werden, Das Vorgehen des Herrn Oberbürgermeisters Zweigert berdient alles Lob. Als der Urheber der Tarifverträge, die in borigen Jahre zur Herstellung des Friedens abgeschlossen Torden sind, war er unzweifelhaft legitimiert, mit allen Fräften gegen die Partei zu ergreifen, die unter Bruch jener Verträge neuen Streit begannen und das frühere Einigungswerk störten. Dabei bleibt ganz außer Betracht, ob bei dem Streit innerhalb des Baugewerbes das Recht auf dieser oder auf jener Seite ist. Der Essener Oberbürgermeister macht sich aufs neue verdient, indem er die Aufwendung öffentlicher Mittel zur Herstellung des Rechts Die Kapitulation des Potemkin. Das russische Meutererschiff hat sich den rumänischen Behörden ergeben. Damit ist die länger als eine Woche dauernde Irrfahrt des Panzers beendet, und die Bewohner der Uferstädte des Schwarzen Meeres können beruhigt aufatmen, da auch das den„ Potemkin" begleitende Torpedoboot die Flagge strich und sich den Rumänen ergab. Aus Bukarest wird gemeldet: In der Nacht auf den 8. Juli um 2 Uhr traf der„ Potemfin" wieder vor Constanza ein. Die Verhandlungen zwischen der rumäischen Verwaltung und der Besatzung des menternden Schiffes hatten Erfolg. Die Leute des„ Potemfin" bestreiten entschieden, Feodosia bombardiert zu haben. Die sich ergebenden Matrosen bleiben nach den Vereinbarungen frei und werden nicht an Nuß= land ausgeliefert. Der rumänische Ministerpräsident leitete die Verhandlungen persönlich. Um 1 Uhr am 8. Juli geschah die Uebergabe der Schiffe, auf denen die rumänische Flagge gehißt wurde. Die Mannschaft wurde ans Land gesetzt und wird in kleinen Gruppen in verschiedenen Ortschaften des Landes gebracht werden. Adressen und hielt Ansprachen, in denen sie den Kaiser der Ergebenheit der großen Masse des russischen Volkes versicherten, welches die Fortführung des Krieges wolle und auf altrussischer Grundlage die Organisation einer Versammlung von Volksvertretern erstrebe, welche dazu berufen sei, an der Gesezgebung teilzunehmen. Der Kaiser antwortete: Ich bin glücklich, zu sehen, daß Sie von der Anhänglichkeit an die alten Traditionen unseres Landes geleitet sind. Ein Staat kann nur stark und fest sein, wenn er seine a Iten Traditionen treu bewahrt. Wir selbst haben in diesem Punkte gesündigt und vielleicht hat uns Gott deshalb gestraft. Ich muß Ihnen sagen, daß das Leben selbst uns die Wege weisen wird, wie die Fehler und Irrtümer zu beseitigen sind, welche bei dem großen, von mir zum Wohle meiner Untertanen geplanten Werke unterlaufen können. Wenn man immer noch in den höchsten Kreisen glaubt, mit dem bisherigen System weiterwirtschaften zu können, so gibt man sich schlimmer Täuschung hin und weitere bittere Erfahrungen werden nicht ausbleiben. Die Kämpfe gegen die Hereros. Aus dem aufständischen Gebiet in Südwestafrika kommen Nachrichten von neuen erfolgreichen Gefechten. Der Bandenführer Andreas hat den größten Teil seiner Leute berloren und hat sich in das Gebirge geflüchtet. Der Hererokapitän Cornelius wurde gänzlich geschlagen, mußte unter Zurücklassung des Viehs die Flucht ergreifen und wird lebhaft verfolgt. Nach den legten Meldungen erreichte Hauptmann Rembe auf einem Streifzug längs des Epukiro und Groot Laagte am 13. Juni die englische Grenze. Das Sandfeld und die Gegen östlich der Linie Gams Vley- Otjimanangombe ist bon Hereros frei. Die Besayung von Otjimbinde ist aufgegeben worden. Andreas floh nach dem Gefecht bei Atis am 9. Juni längs des Kam- Reviers. Als von zwei Seiten Abteilungen gegen ihn vordrangen, wandte er sich mit wenigen Begleitern in das Zaris- Gebirge, wohin ihn Hauptmann Baumgärtel durch außerordentlich schwieriges Gelände verfolgt. Andreas soll durch die seit Ende März ununterbrochen fortgeführte Verfolgung alles Vieh und den größten Teil seiner Leute verloren haben. Die Ersatzkompagnie la und die 4. Etappenfompagnie haben Maltahöhe, Kleinponz, Nomtsas, Hoornfrans, Areb, Nauchas und Awabes besetzt und säubern die Gegend durch Streifzüge. Die Bande des Morenga war nach dem Gefecht bei Narus am 17. Juni nach Nordwesten geflüchtet. Hauptmann Siebert mit 3½ Kompagnien und 4 Geschützen setzte die Verfolgung fort und stellte fest, daß Morenga in der Gegend von Aob, am Osthang der Großen Karasberge sich befindet, wo er wieder über 200 Gewehre verfügen soll. Cornelius, der sich in der Gegend von Kochas am unteren Fischfluß festgesetzt hatte, sammelte dort über 200 Kriegsleute. Die einzige Anmarschstraße von Kanibes auf Kochas bildete ein Saumpfad, der kilometerweit durch eine schmale Schlucht mit unersteigbaren Rändern führt. Hierhin hatte Cornelius einen Teil seiner Krieger vorgeschoben und weiter rückwärts durch eine Steinschanze die noch weiter südlich befindlichen Werften geschützt. Major Gräser versammelte an der Quelle des Archab 1½ Kompagnien unter Hauptmann Pichler, bei Kanibes 1½ Kompagnien mit 2 Feld- und 2 Gebirgsgeschützen unter Hauptmann von Zwehl, und entsandte Leutnant von Haefeler mit 30 Mann und 1 Gebirgsgeschütz durch Nachtmärsche in den Rücken des Gegners nach Aiais. In der Nacht zum 27. Juni wurden die Angriffskolonnen zu Fuß, von Tragetieren gefolgt, vorgeführt. Cornelius wich vor den von Westen und Nordosten kommenden Abteilungen Pichler und Zwehl auf Keidorus aus. Hier erreichte ihn die Abteilung Pichler und stürmte in schwerem Gefecht die feindliche Stellung. Die unter Major Gräser eintreffende Abteilung Zwehl nahm die Verfolgung auf und erhielt bald von den Höhenrändern lebhaftes Feuer. Der Zug Gebirgsartillerie, der unter Leutnant Bender trotz der Geländeschwierigkeiten zu folgen vermocht hatte, vertrieb hier den Gegner. Dessen Versuch, nach Süden zu entweichen, verhinderte die bei Aiais auf beherrschenden Höhen aufgestellte Abteilung Haeseler. Cornelius floh unter erheblichen Verlusten und Zurücklassung einigen Viehs nach Westen, bis in die Dunkelheit hinein, unmittelbar verfolgt. Es fielen 2 Offiziere, 3 Mann; 1 Offizier und 11 Mann wurden verwundet. Major Gräser sett die Verfolgung fort. Damit ist das sonderbare Freibeuterabenteuer beendet, Rußland wird seine Schiffe zurückerhalten und hat im übrigen das Nachsehen, denn die Tatsache von der vollständigen Desorganisation der russischen Flotte, wenigstens soweit sie noch in Frage kommt, bleibt bestehen. Die beschämende Rolle, welche auch die übrigen Schiffe des Geschwaders im Schwarzen Meer gespielt haben, läßt sich nicht binweg leugnen. Die Besatzung des Potemkin" hatte noch fur: vor ihrer Uebergabe eine Proflamation an die europäischen Regierungen gerichtet, in der die Grausamkeit des autofratischen russischen Regiments geschildert und die Devise „ Tod oder Freiheit für das russische Volk" verkündet wurde.. Ueber die Vorgeschichte der Rebellion erhielten die rumänischen Behörden eine Art von Rechtfertigungsschrift, die allerdings wesentlich andere Aufschlüsse gibt, als die offiziellen Verlautbarungen der russischen Regierung. Die Mannschaft erhielt faulendes Fleisch, mit Würmern durchsetzt. Als sie das Fleisch liegen ließ und sich mit Brot zur Nahrung begnügte, ließ der Kommandant die Schiffsgarde ins Gewehr treten und befahl ihr, auf die Mannschaften zu feuern. Die Garde weigerte sich. Daraufhin ergriff der erste Offizier die Waffe des neben ihm stehenden Matrosen und gab den ersten Schuß auf den Matrosen Grigori Osmeltschuk ab, der tot zusammenstürzte. Angesichts solcher Grausamkeit des Kommandos und der herzlosen Behandlung der Untergebenen sah sich die Mannschaft genötigt, Maßnahmen für ihre eigene Verteidigung zu ergreifen. Es entstand ein Kampf, wobei der Kommandant und mehrere Offiziere fielen, während eine Anzahl anderer Offiziere und der Kommandant des Torpedoboots sich mit der Mannschaft solidarisch erklärten. Unruhen und Maßregelungen nehmen überall im Lande ihren Fortgang. So sollen nach einer allerdings unbestätigten Meldung Montag Nacht im Odessaer Polizeigefängnisse über hundert Personen ohne Urteil hingerichtet worden sein. Stadthauptmann Neidhardt erklärte, daß kein Urteil erfolgt sei, und daß die Hinrichtungen infolge eines Mißverständnisses ausgeführt wurden. Die Polizei hat zahlreiche Personen, welche liberaler Ideen verdächtig sind, ausgewiesen, darunter angesehene Bürger, Professoren, Rechtsanwälte, und ihnen gleichzeitig verboten, Aufenthalt in größeren Städten Rußlands zu nehmen. Die mangelnde Einsicht am Zarenhofe bekundete sich übrigens wieder bei einem Empfang russischer Konservativer durch den Kaiser. Die Deputation überreichte * 4 Unfere Verlufte in Südweftafrika. Der Aufstand der Herero in den deutschen Schuhgebieten dauert noch immer an. Nach dem Urteile sachver ständiger Kenner des Landes fönnen sich die Unruhen noch längere Zeit hinziehen, da die Ungunst des Klimas und die sonstigen Verhältnisse es den deutschen Kriegern äußerst erschweren, die vereinzelten Banden der Aufständischen zu fassen und zur Unterwerfung zu bringen. Die von Zeit zu Zeit veröffentlichten Verlustlisten befunden mit trauriger Sicherheit, daß schon mancher Tropfen deutschen Blutes unter der heißen Sonne Afrikas geflossen ist, daß mancher tepfere Sohn einer deutschen Mutter in dem fernen Lande den ewigen Schlaf schläft. Aber auch eine Menge in Zahler zu bewertenden Schadens ist entstanden. Nach einer amtlichen Feststellung beziffert sich der bisher entstandene materielle Verlust auf 13 Millionen Mark. Die Einbuße an kostbaren Menschenleben und an Gesundheit stellt sich in nackten Zahlen wie folgt dar: Beim Ausbruch der Unruhen bestand die südwestafrifanische Schutztruppe aus 42 Offizieren, 7 Beamten, 772 Unteroffizieren und Mannschaften, denen etwa 800 Pferde zur Verfügung standen. Seit Januar 1904 bis zum 31. Mai 1905 sind zur Verstärkung und Ergänzung der Schußtruppe entsandt worden 665 Offiziere, 196 Beamte, 13 653 Mannschaften, und 11 889 Pferde. Die Gesamverluste bis zum 9. Mai 1905 betragen 1432 Köpfe, davon 981 Tote. Es kommen von dem Gesamtverlust auf Offiziere 8 v. H., auf Unteroffiziere 19 v. H.; von den Verlusten an Toten auf Offiziere 7 v. H., aus Unteroffiziere 17 v. H. Die Zahl der Typhuserkrankungen hatte im Dezember 1904 ihren höchsten Stand mit 441, ging dann aber ständig hinunter bis zum März 1905, wo sie 174 betrug, und ist seit April wieder etwas gestiegen. Anfang Mai betrug sie etwa 5,5 v. H. der Iststärke, d. i. 266. Seit Anfang dieses Jahres werden die neu hinausgehenden Truppen einer Typhusschußimpfung unterzogen, die freiwillig ist. Im ganzen sind bisher 3000 Mann geimpft worden. Zurückgekehrt aus Südwestafrika sind vom Januar 1904 ab infolge Krankheit usw. im ganzen 425 Mann. Davon wurden entlassen 238 Mann als invalide, 63 Mann zum Beurlaubtenstande und 6 zum Rücktritt ins Heer, im ganzen also 307 Mann. Ueber den Rest von 118 Mann ist noch keine Entscheidung getroffen worden. Von den 981 Gefallenen waren 69 Offiziere, 309 Unteroffiziere, 603 Mannschaften. Verwundet und verunglückt( lebend) sind im ganzen 451 Mann, und zwar 47 Offiziere, 140 Unteroffiziere, 264 Mannschaften. Eine traurige Statistik, die den Wunsch auf baldige Beruhigung des Landes und Einkehr friedlicher Zustände sicherlich zu einem berechtigten macht. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. Spanien. ** Der Finanzminister und der Bautenminister sind in Meinungsverschiedenheiten gekommen, und die Folge davon ist eine Ministerkrise. Der Bautenminister will für den Netstand in Andalusien 12 Millionen Besetas, der Finanz minister will sie nicht geben. Auch ein Botschafterwechseí in Paris steht bevor. Herr Leon y Castillo, der mit Delcassé Hand und Handschuh war, ist durch Delcassés Abwirtschaf tung unmöglich geworden. Türkei. ** Der Polizeichef Fehim Pascha, der in Konstantinopel mächtiger ist als sein Vorgesetter, der Minister des Innern, hat dieser Tage den Drage man der amerikanischen Gesandtschaft rechtswidrig in Haft genommen. Da ähnliche Uebergriffe neuerdings meyrfach Europäern gegenüber stattge= funden haben, sind die Botschafter der Mächte gemeinschaftlich bei der Pforte vorstellig geworden. Der Sultan aber, dessen Günstling Fehim Pascha ist, weil er in diesem den allein zuverlässigen Sicherheitswächter seiner Person sieht, mill Fehim nicht preisgeben. Es wird nichts anderes übrig bleiben, als Fehim Pascha zum Minister des Innern zu machen. * Das von dem Deutschen Fleischertag an den Reichsfanzler Fürsten Bülow gerichtete Ersuchen, die Grenze für Schlachtvich zu öffnen, hat keine Aussicht auf Erfüllung. Die für das Gesuch angeführte Begründung der hohen Fleischpreise hat keine durchschlagende Kraft, weil die Grenzsperre nur aus veterinärpolizeilichen Rücksichten ein geführt ist, zum Schutz gegen die Verseuchung des heimischen Viehstandes. Es ist offenbar, daß dieser Schutz eine Not wendigkeit bleibt, die Fleischpreise mögen hoch oder niedrig sein. Dazu kommt noch ein weiterer Umstand: Die hohen Bollsäge für Schlachtvieh haben wegen der Viehsperre an der Grenze bisher keine Wirkung üben können. Wird die Sperre beseitigt, so wird der Zoll erhoben und auf den Preis des eingeführten Viehs geschlagen. Dann ist abei wiederum den Schlächtern nicht gedient, denen es gleichgültig sein fann, ob das Vieh wegen des hohen Zolls oder ob es wegen der Grenzsperre teuer ist. Die Interessenten müssen auf eine Umgestaltung der Lage des inneren Markte: warten, bis die Preiserhöhung eine Produktionsvermehrung bewirkt hat. Auf dem Schweinemarkt geht das sehr schnell auf dem Großvichmarkt muß man sich mit einiger Geduld wappnen. * Die deutsche Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten bon Amerika hat in dem am 30. Juni abgelaufenen ameri kanischen Rechnungsjahr nach der in Washington aufgenom menen Statistik eine Wertsteigerung um etwa 11 Proz. erfahren. * Afien. ** Vom Kriegsschauplatze in der Mandschurei werden gelegentliche Zusammenstöße zwischen den Patrouillen auf beiden Seiten der Eisenbahn und auf der Fenghua- Kaibuan Kwangping- Straße gemeldet. Die Russen werden allmählich nach Norden zu gedrängt. Rat und Stadtverordnete von Dresden haben, jener einstimmig, diese mit 32 gegen 31 Stimmen, beschlossen, ein Berufswahlrecht einzuführen, das nach dem Alter des Bürgerrechts abgestuft ist. Das heißt die Stadtverordneten sollen in Zukunft nicht von der unterschiedslosen Bevölke rung eines Stadtbezirks gewählt werden, sondern die Angehörigen einzelner Berufe sollen getrennte Wählerklassen bilden, und innerhalb dieser Klassen soll das ältere Bürger recht das höhere Wahlrecht verleiben. Amerika. ** Auf einem fanadischen Regierungsschiff ist eine Meuterei ausgebrochen. Fünf Mann der Besatzung des Kreuzers Canada" mußten wegen Insubordination in Haft genommen werden. Das Schiff hatte Befehl erhalten, nach dem St. Lorenz- Golf zu gehen, den Postdampfer ,, Virginian" unterwegs abzufangen, sich von ihm die Post geben zu lassen und sie nach Sydney zu bringen. Die Besazung weigerte sich, in See zu gehen oder noch weiter Dienst zi tun, angeblich wegen schlechter Behandlung. * Der Beirat für Arbeiterstatistik im kaiserlichen ſtatiſtischen Amt hat vor den Sommerferien beschlossen, für die Kontorangestellten eine gesetzliche Regelung durch Bestimimung einer Mindestruhezeit zu empfehlen. Bezüglich der Arbeitszeit in Plätt- und Waschanstalten soll in der zweiten Oftoberwoche eine Erhebung veranstaltet, bezüglich der Lohnbücher in der Kleider- und Wäschekonfektion eine Ver bollständigung der seitherigen Erhebungen durch mündliche Vernehmung von Auskunftspersonen veranlaßt werden. * Die Mitteilung an den Deputierten Jaurès, daß sein Besuch in Berlin nicht erwünscht sei, wird von der Pariser Presse im großen und ganzen recht vernünftig besprochen. Selbstverständlich machen die Gegner des sozialistischen- geordneten den Scherz, daß Fürst Bülow mit Sympathie aus die politische Tätigkeit Jaurès' geblickt habe, aber nur so lange dieser seine politische Weisheit nur Frankreich selbsi zugute kommen ließ. Auch Jaurès selbst äußert sich ohne Empfindlichkeit. Er warnt nach wie vor vor einer Politit heimtüdischer Feindseligkeit Deutschland gegenüber, und freut sich, daß Fürst Bülow diefe Worte billigt.- Die Ver ständigung über den Inhalt des Fürst Bülowschen Erlasse: an den Botschafter Fürsten Radolin ist an Herrn Jaurès übrigens nicht, wie französische Blätter behauptet hatten, durch den Botschafter oder einen Botschaftssekretär erfolgt sondern durch die französische Regierung. Frankreich. ** Die Verhandlungen mit Deutschland wegen Einbe rufung einer Marokkokonferenz können als zu gutem Ende geführt angesehen werden. Die Vorbesprechungen sind abgeschlossen, Frankreich) wird in allernächster Zeit seine Be reitwilligkeit erklären, die Einladung Marokkos anzuneh men. Die noch ausstehenden Erklärungen der übrigen Staaten folgen unverzüglich. Die eigentlichen Schwierig feiten werden dann in der Konferenz beginnen. Der Kon ferenzort ist noch nicht bestimmt. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser, der mit seiner Jacht Hohenzollern" in Glücksburg eingetroffen war, besichtigte die Marinestation Muerwik und das Torpedo- Schulschiff„ Blücher". Darauf unternahm der Kaiser eine Rundfahrt durch den Flensburger Hafen und kehrte dann, ohne an Land zu gehen, auf die„ Hohenzollern" zurück, die auf der Reede vor Glücksburg vor Anker liegt. Die Kaiserin, die mit der Jachi duna" ankam, stattete der herzoglichen Familie in Glücksburg einen Besuch ab. *** Zum Bundesratsbevollmächtigten und Direktor des allgemeinen Marine- Departements ist Kapitän 3. S. von Heeringen anstelle des Vizeadmirals Diederichsen ernannt worden. Soziales Leben. † Entdeckte Falschmünzer. In der Wohnung eines Klavierspielers in Altona entdeckte die Polizei Ende voriger Woche eine richtige Falschmünzer- Werkstatt. Der Klavierspieler und seine Frau wurden verhaftet. In der Wohnung wurden zahlreiche Falsifikate beschlagnahmt. Boykottschuh. In Berlin konstituierte sich ein Schutzverband deutscher Brauereien gegen Boykottschädigungen. Der Verband bezweckt, seine Mitglieder durch Versicherung bei Verrufserklärungen und Boykottierungen schadlos zu halten. † Flecktyphus in Leipzig. Anfangs dieses Monats ist bei einer Witwe im städtischen Krankenhause Flecktyvhus festgestellt. Die Frau ist von einem zupereisten russischen Arbeiter angesteckt worden. Es sind alle Vorsichtsmaßregeln gegen die Weiterverbreitung der Krankheit getroffen. † Schweres Grubenunglück. In der Kohlengrube Gendevien bei Anderluos in Velgien erfolgte dieser Tage infolge schlagender Wetter ein Gesteinsturz, durch den 40 Berg leute verschüttet wurden. Nur wenige kamen unversehrt devon. Elf Mann sind tot, und zwölf wurden verletzt. † Unschuldig in den Tod. In Mecheln war eine ältere Frau in den Verdacht geraten, in einem Kaufmannsladen einen halben Frank entwendet zu haben. Sie nahm sich den Verdacht derartig zu Herzen, daß sie ins Wasser ging, in dem sie dieser Tage als Reiche gefunden wurde. Jetzt hat sich die Schuldlosigkeit der Frau herausgestellt. Der Ladenbesitzer hat das vermißte Geldstück wiedergefunden. Generalaussperrung im Kürschnergewerbe. Der„ Ar. beitgeberverband der Pelzwarenbranche zu Berlin" und die Delegierten der Gehilfenorganisationen haben lange erfolg. los miteinander verhandelt. Leider kam es zu keinem Resultat. Die Kürschner beschlossen, in allen Werkstätten, außer in den Detailgeschäften, zu kündigen und, wo keine Kündigung verlangt wird, sofort aufzuhören. Auf diesen Beschluß der Arbeiter haben 225 Arbeitgeber in einer Houptversammlung beschlossen, alle organisierten Arbeiter auszusperren. Die Zahl der von diesem Beschluß betroffe nen Verbandsmitglieder beträgt zirka 300 mit etwa 2000 Arbeitern im Hause. Schließung von 43 Fabriken in Belgien. Infolge von Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitern und Arbeitgebern der Fabriken in Verviers ist ein ernster Streit ausgebrochen. Die Fabrikanten fündigten die Schließung bon 43 Werken an. Hiervon werden mehrere tausend Arbeiter betroffen. Heer und flotte. † Das gesunkene Untersecboot. Freitag abend gelang es, das bei Viserta gesunkene französische Unterseeboot Farfadet" bis 1½ Meter unter dem Wasserspiegel zu heben. Die am Bug eingeschlossenen Matrosen gaben auf Befragen die Antwort, daß sie, sechs an der Zahl, wohlauf seien, da sie die nötigen Apparate zur Erzeugung von Sauerstoff besäßen. Man befürchtet, daß die im Hinterteil des Bootes eingeschlossenen 4 Matrosen bereits erstickt sind. Ein Lazarettschiff bei der deutschen Flotte. Interessante Uebungen werden Ende Juli und Anfang August gelegentlich der Flottenmanöver in der Ostsee stattfinden. An den Manövern wird sich auch die Genossenschaft freiwilliger Krankenpflege im Kriege beteiligen. Zu diesem Zwecke wird die Hansa", das einzige für Lazarettzwecke eingerichtete deutsche Seeschiff der Hamburg- Amerika- Linie, bei diesen Flottenmanövern, die unweit Danzig stattfinden, mitwirken. Nah und Fern. Aus dem Gerichtsfaal. Romente einend unb bie waren feine Ru mit benen bas Boll begegnen wir bem brutide Bolt( pez. ab angezogen und erzog au, bie ihren Urfp Beiten berleiten. Der Befangberete feinen Befan Die Feier bangbe Deffen Shang tag Arbeit des Jubilars i weiß die ganze Bevill Gefang ift, benn ander Aufwendungen dre daß die feftlide gefang hern fat, nid au § Ruhstrat- Affäre. Am Dienstag, den 11. Juli, foll gegen den Kellner Meyer, der den Minister des Hazardspiels beschuldigte, verhandelt werden. Die großherzogliche Staatsanwaltschaft hat nun beim Landgericht Bückeburg den Antrag gestellt, den beiden Verteidigern Meyers Dr. Sprenger und Dr. Hertz die Verteidigung zu entziehen, weil sie als Zeugen in Frage kommen. Daraufhin ist dem An. geklagten Meyer ein Offizialvertreter zugewiesen worden, den er aber abgelehnt hat. Wenn unter diesen Umständen in die Verhandlung eingetreten wird, würde Meyer ohne Nechtsbeistand sein. † Von Schnittern erschlagen. In Vernstein in Pommern wure der Gutsbesizer von Schönow dieser Tage in der Morgenfrühe bei einem Spazierritte von den auf dem Gut beschäftigten Schnittern überfallen und mit Messern und Knippeln derartig zugerichtet, daß er den Geist aufgab. Die Mörder äußerten nach der Tat ihre Genugtuung darüber, daß es ihnen endlich gelungen sei, an dem Herrn, der so streng gegen sie gewesen sei, Rache zu nehmen. Sang- Göns fteht frei feft- Säfte! Sa fgrüne und blum en um einladende 2 hen Bögen über di fohen Tannen flantiert agelang arbeiten müffe liche Ausfehen zu gebe Der entzüdende Anbli fon vereinzelte Gäfte, und als der Fadelzug ganz ftattliche Echar. anf der Schmittgrabenf Mufit der Rapelle Mifolans II, burdy dem dichtes Spalier bilbete, holt fah man auch förper abbrennen, bis b mäßig hergerichteten anfprache hielt der B Ronrad Belten in fu Freude des Bereins A er ftreifte die Riefenart leiftet, begrüßte die Fef befter Harmonie verlauf er feine Ansprache. Gons, brachte gejanglic ergriff der Borfizende mal das Wort und wi am legten Sonntag gen Prisen von dem Bilb feien, ftets feft zusamm möchten. Dann würde Shaftliche Arbeit auch finden. Der Borfizend Gießen, Sans § Krankenkassenverwaltung. Gegen den Gebrauch, aus Krankenkassengeldern den Vorstandsmitgliedern und Delegierten diejenigen Kosten zu erstatten, die ihnen durch die Beteiligung an Veranstaltungen sozialpolitischer Natur, z. B. an den Kongressen zur Bekämpfung der Tuberkulose, des Alkoholismus, von Volkskrankheiten, zur Erörterung der Wohnungsfragen usw. erwachsen sind, hat das preußische Oberverwaltungsgericht ein Urteil gefällt. Darnach dürfen Kestenmittel für die Entsendung von Vertretern zu Verbänden, Kongressen und anderen Veranstaltungen, die sich nicht ausschließlich mit den gesetzlichen Aufgaben der Krankenfassen befassen, nicht verwendet werden. † Unruhen bei einer Bürgermeisterwahl. In Tiefenort im Eisenachschen wurde letzthin die Neuwahl des Bürgermeisters vollzogen. Dabei siegte ein Sekretär aus Homberg über einen einheimischen Kandida'en. Ob dieses Ergebnisse entstand ein wüster Aufruhr. Ein Volkshaufe rottete sich zusammen und zog unter dem Rufe:„ Wir brauchen keinen Fremden!" vor das Kasino, wo die Herren der Zechenverwaltung saßen, die mit ihren 347 Stimmen für den Hom berger Sekretär den Ausschlag gegeben hatten. Diese mußten flüchten, und im Kasino wurde alles kurz und klein geschlagen. Für die Unruhestifter wird die Sache ein böses Nachspiel vor Gericht haben. † Hinrichtung eines Raubmörders. In Plauen wurde bor einigen Tagen der Raubmörder Neumann mittelst Fallbeiles hingerichtet. Er hatte im Februar dieses Jahres den Gutsbesizer Former ermordet und ausgeraubt. § Zum Tode verurteilt. Der 32 Jahre alte Landmann Stephan Karstens aus Nesser deich bei Lunden hatte seinen Bruder ermordet und, um die Bluttat zu verdecken, das Haus in Brand gesteckt. Tas Schwurgericht in Kiel verurteilte ihn zum Tode. Kunft und Wiffenfchaft. MC Professor Nothnagel 7. In Wien ist der hervor. ragende Kliniker Nothnagel im 64. Jahre gestorben. Er war eine der populärsten Persönlichkeiten Wiens, wegen seiner Wohltätigkeit und humanitären Weltauffassung ebenso geschäßt, wie als bedeutender Mediziner. Aus den entferntesten Gegenden strömten die Armen nach Wien, um sich bon Nothnagel behandeln zu lassen. Er versagte feinem seine Hilfe. Professor Nothnagel war geboren zu Alt. Linke- Göricke in der Neumark, war Dozent und Professor in Königsberg, Berlin, Breslau, Freiburg i. B., Jena und ging 1882 nach Wien. BK Das lenkbare Luftschiff. Donnerstag vormittag stieg das lenkbare Luftschiff Lebaudys in Laferte sous Jouarre auf und erreichte bei heftigem Winde Chateau Thierry um 8 Uhr 50 Minuten. Als das Luftschiff Epernaŋ um 10% Uhr erreichte, wurde das Wetter besser. Um 11% Uhr landete das Luftschiff im Lager von Chalons. Schutz vor der Sonnenbitze. ,, Es ist nicht mehr zum Aushalten." So flang die Wehflage in den vergangenen heißen Tagen in allen Tonarten der Verzweiflung. Und wenn augenblicklich die Temperatur auch etwas gesunken ist, so kann jeder Tag eine neue Hitzmelle bringen. Der Hochsommer hat noch viele Tage vor sich. Da ist die Frage nach dem besten Schutz vor den Einwirkungen der übermäßig heißen Witterung wohl am Plaze. Denn man kann sich einigermaßen wirklich schützen. Da seien zunächst die von fast jedermann schon angewandten Maßregeln erwähnt, Waschungen so oft es angeht; Bäder, wobei bemerkt sei, daß die lauwarmen Bäder mehr Abkühlung verschaffen als die kalten, trockene Wäsche nach dem Bade; Erfrischungsgetränke, als Wasser, Mineralwasser, Bier,„ Gespriẞter", Limonade, schwarzer Kaffee, alles kalt. Leider ist die Wirkung dieser Erfrischungen von kurzer Tauer, bald nach dem Genuß steigt die Körperwärme sogar über das frühere Maß. Nach warmen Getränken wird man zunächst ein erhöhtes Hibegefühl bemerken, daß aber bald einem angenehmen Gefühl weicht. Also: kalte Getränke momentane Abkühlung mit nachher steigender Temperatur, warme Getränke augenblickliche Erwärmung mit späterem Temeraturabfall. Aber troballedem auf jeden dauert die Erleichterung nicht an. Im Grunde hilft am besten die körperliche Ruhe im Einklang mit der geistigen Vermeidung von Erregungen jeder Art. Wer es sich leisten kann, mag's versuchen. Fall Das Jubelfest des 50jährigen Bestehens des Gesangvereins Frohsinn- Lang- Gönd. Wir geben uns mit frohem Sinn, Der Arbeit, dem Gesange hin. G. H. Selten ist die Geschichte eines Voltes von soviel Verrat und sovielen Vaterlandslosigkeiten durchwuchert wie die des griechischen und niemals hätte man von einem ein heitlichen Voltsgebilde sprechen dürfen, wenn nicht andere ein von Uhrmacher St Im weiteren Verlauf berein feinem Dirigen finniges Angebinde in Schwinn dankte gerüb nicht, die einem Dirige falls feiner Ueberzeugu leicht werde, wenn de Gefange wie in Lang Sprachen füllten fich die dem Festplatz, es wurde trat ein, während di Feftgruß herniederfandt ein bengalischer Schein, die die Lang Confer Lohnte. Bouber batten mit ftrammen Auf Aude folgten und erf Seftteil. Der große Lag Raffen entsteigen San mer mehr wächst ihr Bonne vom Himmel b ie Erde. Nicht Peinen Anfang Anm macht Bum Bum S Frankfur ugl pereine fichern, in geben die Der Suhörer Liebe die Bereine gleiche über Lone Stimmenansgleidu Um 12 Uhr wo fangvereine, die di fingen teilzunehme Sof" ein. Als Confurrierende Bere Sibling". Das a gegeben wurde, bring Der Sefzug aufgefte mit ihren Fahnen her firgen gleichfalls me Abteilung Radfab Madern eröffnet, bann Bogengruppen mit egung punft des Bug tuch drapiert fubren bi Die Damen in ihrer l nommen, jede von ih Bogen fritten dann Jeines Alade voriger Der Klavierer Wohnung Conats ist bei #typhus fest Cuffijchen Ar htsmaßregeln Coffen. grube Gener Tage in en 40 Berg unverschri berlegt. eine ältere mannsladen ahm sich den ging, in dem st hat sich die Ladenbesizer d gelang es, eboot„ Farheben. Die Befragen die n, da sie die off befäßen. Bootes einge Juli, foll Des Hazardßherzogliche Bückeburg Meyers Dr. tziehen, weil ist dem An sen worden, Umständen Meyer ohne ebrauch, aus und Deleen durch die Natur, z. B. rkulose, des Srterung der s preußische rnach dürfen zu Verbän die sich nicht Der Kranken. e Landmann hatte seinen erdecken, das 1 Kiel verurt. der hervor re gestorben. Biens, wegen fassung eben Aus den ent Wien, um sic jagte feinem en zu Alt nd Professor ., Jena und rmittag fticg ous Jouarre Thierry um an um 10% 1½ Uhr lan 2: ng die Web n Tonarten Temperatur e neue Hipe Tage vor or den Ein wohl am ich schüßen. ngewandten eht; Bäder, zehr Abküh nach dem eralwasser, alles talt. on furzer Tme sogar wird man aber bald e Getränke Temperatur, it späterem jeden Fall de hilft am Der geistigen Wer es sich Bestehend ng- Gönd Belange hin. fes von fobiel it frohem Sinn archwuchert wi Don einem ein an nicht anber Momente einend und zusammenfassend aufgetreten wären, die waren seine Kunst und vor allem die Einmütigkeit, mit denen das Bolt seinen Rhapsoden lauschte. Auch später begegnen wir dem Gesang als völkischem Bestandteil, das deutsche Volt spez. aber in weitestem Maße zu seiner Pflege herangezogen und erzogen zu haben, kommt den Gesangvereinen zu, die ihren Ursprung aus sturmburchtobten politischen Beiten herleiten. Nichts vermochte das siegreiche Vordringen Der Gesangvereine aufzuhulten und heute hat fast jeder Ort seinen Gesangverein, ja teilweise schon lange, wie die die Feier des Gesangvereins Frohsinn" Lang- Göns dartut, dessen Stiftungstag fich zum 50. Male jährte. Und die Arbeit des Jubilars ift feine fruchtlose gewesen, denn heute weiß die ganze Bevölkerung Lang- ons, was es um den Gesang ist, denn anders kann man unmöglich die gemachten Man sieht auch fast kein Haus, Aufwendungen erklären. das die feftliche, gesangesfrohe Stimmung, die den Ort be" blick war geeignet, ein Malerauge zu banner, in so reichem, mannigfaltigen Farbenspiel prangte und glißerte die Gruppe. Es war eine auf tnappem Raum zusammengedrängte Uebersicht der Hüttenberger Tracht, der Lang- Göns treu anhängt. Auf schwerem Sammet ruhen fostbare perlendurchwirkte Bänder, welche als Außenbesaß und sogenannter Schlupp ( Schleife) getragen werden. Den Wagengruppen, die überall den lebhaftesten Beifall hervorriefen, schlossen sich die verſchiedenen Vereine in langer, faſt unabsehbarer Reihe an. Durch dicht mit Zuschauern besetzte Straßen bewegte er sich nach dem Festplatz. Zwar war die Hite glühend und der Staub nicht unbedeutend, aber was überwinder nicht alles Sängerhumor! So kam man also ohne Einbuße an Feststimmung auf dem Festplatze an, löste den Zug auf und brachte die Fahnen nach der gefällig angelegten Tribüne ab. Nach voraufgegangenem gesanglichen Vortrag des Vereins Frohansprache. Er hieß die Festgäste im Namen der Gemeinde herzlich willkommen, die alles aufgeboten hätte, ihre Gastfreundschaft darzutun. Er hoffe, die Gäste werden einige recht frohe Stunden verleben und noch 1. 2. Klasse IIb. " Liedertafel Lollar " Konkordia- Darmstadt 3. " 1 " 4. Polyhymnia- Db- Roden Frohsinn Garbenteich H 167 153 " " " " " " 150 127 11 Eine Stunde später wurde das Ergebnis des Ehrenpreisfingens bekannt gegeben, das sich wie folgt stellt: Den erften, Großherzogspreis, errang der Männeror Schubert Quartett mit 222 Punkten, ben 2. Preis Heiterteit Fechenheim mit 215 Punkten Konfordia- Darmstadt Liederfreund- Kassel 3. 4. 4. Frofinn- Kassel elh. " " " " Opheus Buzzbach 5. " Germania- Kirch- Göns. 5. " 204 194 " " " 1 194 " " 1 " 171 171 " " E herischt, nicht auch äußerlich zum Ausdruck gebracht hätte. sinn" hielt Bürgermeister Rompf die Begrüßungs- Vereine Liederfreund" und" Frohsian" Staffel fonkurrierten Samstag, den 7. Juli. Lang- Göns steht im Festschmuck, Lang- Göns erwartet Die Preise wurden mit herzlichen Worten überreicht. Die " Butzbach und„ Germania" Kirchgöns mit gleicher Punktzahl mit gle cher Punktzahl( 194) um den vierten und„ Orpheus"- ( 171) um den fünft n Pres. Der„ Liederfreund" und die Germania" gingen aus dem Ausgleich als die glücklich Beseine Fest Gäste! In langer ununterbrochener Linie winden recht oft an Lang- Göns zurückdenken. Sein Hoch auf bachten hervor. Der Rest des Tages verlief gleichfalls in laufen um einladende Transparente und schwingen fich in hübschen Bögen über die Straßen, die an beiden Seiten von hohen Tannen flankiert werden. Viele fleißige Hände haben tagelang arbeiten müssen, dem Orte dieses einladende, festliche Aussehen zu geben, jezt aber winft auch der Preis: Der entzüdende Anblid! Die Nachmittagszüge brachten schon vereinzelte Gäfte, gegen Abend wuchs ihre Zahl an " - - - hielt der Festpräsident, Architekt 28 en zel; Gr ein die Gäste wurde donnern aufgenommen, die eftrede ein und würdigte dann die Arbeit der Gesangvereine. Das Gründungsjahr des Vereins„ Frohsinn" fällt in die Geburtszeit der Gesangvereine. Im Jahre 1855 traten einige Gesangsfreunde in Lang- Göns zusammen und gründeten den Lang- Gönser Singverein, der in und als der Fackelzug aufgestellt wurde, war es schon eine den 60er Jahren den Namen„ Frohsinn" annahm. Im ganz stattliche Schar. In langer Reihe ordnete sich der Bug Gründungsjahre erhielt der Verein auch seine erste anf der Schmittgrabenstraße und zog dann unter schmetternder Fahne. Manchen der Gründer, deckt schon der grüne Mufit der Kapelle des Dragoner- Reg. Nr. 24., Kaiser Nasen pietätvoll entblößte die Festversammlung bei dem Gedächtnis an die Heimgegangenen das Haupt- Rifolaus II., durch den Ort, überall von der Bevölkerung, die einer der Gründer aber, das Ehrenmitglied Joh. Müller, dichtes Spalier bildete, auf das freudigste begrüßt. Wiederholt sah man auch Häuser illuminiert, ferner Feuerwerweile noch auf dem Fefiplage. Rastlos hat der Verein förper abbrennen, bis der Bug den geräumigen und zweck- in dem halben Jahrhundert gestrebt und die Ehren sind mäßig hergerichteten Festplatz erreichte. Die Begrüßungsansprache hielt der Vorsitzende des festgebenden Vereins, Konrad Velten in furzer, bündiger Weise. Er gab der Freude des Vereins Ausdruck, das Fest feiern zu dürfen, er streifte die Riesenarbeit, die in den letzten Wochen geleiftet, begrüßte die Festgäste und wünschte, daß das Fest in bester Harmonie verlaufen möchte. Das walte Gott! schloß er seine Ansprache. Der Bruderverein Germania"-LangSöns, brachte gejangliche Vorträge zu Gehör und darauf ergriff der Vorsitzende des festgebenden Vereins noch einmal das Wort und wünschte, daß beide Gesangvereine, die am legten Sonntag gemeinschaftlich mit reichen Ehren und Brisen von dem Vilbeler Gesangswettstreit heimgekommen feien, stets fest zusammen halten und treu zueinander stehen möchten. Dann würde das Volkslied durch ihre gemeinschaftliche Arbeit auch eine dauernde Stätte in Lang- Göns finden. Der Vorsitzende des Maschinenbauer- Gesangvereins Gießen, Gan ß, überbrachte dessen Grüße und ein von Uhrmacher Stöver Gießen gestiftetes Trinkhorn. Im weiteren Verlauf des Abends spendete der Gesangverein seinem Dirigenten, Lehrer Schwinn, noch ein finniges Angebinde in Form einer lebenden Pflanze. Lehrer Schwinn dankte gerührt, er verhehlte die Schwierigkeiten nicht, die einem Dirigenten entgegenstehen, gab aber andern. falls seiner Ueberzeugung beredten Ausdruck, daß die Arbeit leicht werde, wenn dem Dirigenten eine solche Liebe zum Gefange wie in Lang- Göns entgegenkomme. Nach den Ansprachen füllten sich die Festhallen oder man erging sich auf dem Festplatz, es wurde Nacht und eine wohltuende Kühle trat ein, während die Sterne freundlich ebenfalls ihren Feftgruß herniedersandten. Plößlich Trompetensignale und ein bengalischer Schein, der an den Pyramiden hinaufläuft, die die Lang- Gönfer Turnerschaft stellt! Verdienter weifall lohnte. Vorher hatten die Turner schon crafte Stabübungen mit strammen Auf- und Abmarsch ausgeführt. Konzertstücke folgten und erst in später Stunde endete der erste Festteil. neuen Sonntag, den 2. Juli. Der große Tag- das Preissingen! In dichten Maffen entsteigen Sänger und Gesangsfreunde den Zügen, immer mehr wächst ihre Schar an. Bersengend brennt die Sonne vom Himmel herab und wahre Glutwellen legen sich über die Erde. Nichtsbestoweniger nimmt das Preissingen pünktlich seinen Anfang. Die große Bahl der eingelaufenen Anmeldungen macht es erforderlich, daß in drei Sälen: Bum Frankfurter Hof"," Bum Gambrinus" und Bum Schwanen" zugleich gesungen werden muß. Frisch gehen die Gesangvereine ans Wert, um sich die Chancen zu fichern, in dem Ehrenpreissingen konkurrieren zu dürfen. Der Zuhörer fonnte sich ein Urteil bilden, mit welcher Liebe die Vereine den Gesang pflegen und interessante Vergleiche über Tonreinheit, Aussprache, Rhythmit, Dynamit, Stimmenansgleichung und die verschiedene Auffassung bilden. Um 12 Uhr war das Preissingen beendigt und die GeSangvereine, die die Berechtigung errungen am Ehrenpreisfingen teilzunehmen, fanden sich im Neuen Frantfurter Sof" ein. Als vorgeschriebener Chor sangen sämtliche tonturrierende Vereine die Kernsche Romposition ,, Lob des Frühling". Das ausführliche Resultat, das abends bekannt gegeben wurde, bringen wir weiter unten. Um 3 Uhr wurde ber Feftzug aufgestellt, von allen Seiten tamen die Vereine mit ihren Fahnen heran, Festreiter sprengten durch den Det uud stießen gleichfalls zum Zuge. Der Festzug wurde durch eine Abteilung Radfahrer auf bänder und blumenverzierten Rädern eröffnet, dann folgten die Festreiter und weiter zwei Bagengruppen mit den Festdamen, die den Hauptanziehunge punft des Buges bildeten. Malerisch mit Fahnentuch drapiert fuhren die Wagen einher und auf ihnen hatten die Damen in ihrer luxuriösen Hüttenberger Bracht Plat genommen, jede von ihnen einen Breis haltend. Hinter den Wagen schritten dann noch Festdamen zu Fuß. Der An" denn auch nicht ausgeblieben. Zogen auch manchmal Schatten herauf, so vermochten sie doch nicht das Vorwärtsstreben zu hemmen. Heute stehe der Verein stark da und werde unter der Arbeit des Dirigenten, Lehrer Schwinn auch fernerhin sich gedeihlich weiter entwickeln. Doch auch der hohen Protektion müsse gedacht werden und so forderte der Redner die Anwesenden auf, mit ihm in ein Hoch auf den Kaiser und den Großherzog einzustimmen, dem die Festversamm lung bereitwilligst nachfam, während die Musik die Nationalhymne spielte. Nachdem sie verklungen, wurde die neue Fahne geweiht. Mit den Worten Ohne Fleiß kein Preis" wurde sie von einer Festdame überreicht und von einer zweiten gleich darauf enthüllt. Frei entfaltete sich die reich mit Gold durchwickte Fahne und entlockte manchen staunenden Ausruf ob ihrer Schönheit. Sie ist ein Banner und von den Frauen- und Jungfrauen der Gemeinde gestiftet. Es wurden dann noch ein Fahnenband u. ein- Bandolier von den Stifterinnen und den Festdamen übereicht, seid ein Herz und eine Seele" wurde dabei schlicht gesprochen. Der Vorsitzende des Vereins Frohsinn", Konrad Velten, übernahm Nicht viele die Fahne mit tiefgefühltem Dank. Worte könne er machen, bemerkte er, denn dazu sei sein Herz heute zu vol, aber die Fahne solle allezeit gut aufgehoben sein. Nach der Weihe sangen die Vereine, die an dem Preissingen nicht teilgenommen hatten; auch die„ Germania"-Lang- Göns brachte nach Sängerweise dem Bruderverein den Festgruß durch gesangliche Vorträge dar. Die Tribüne war bei allen Darbietungen stets dicht umlagert. Mittlerweile entfaltete sich aber auch an den übrigen Stellen des Festplages ein reges Leben. Die Festhallen wurden förm lich gestürmt und der Jurplatz mit seinen verschiedenen Veranstaltungen hatte vollauf zu tun. Ueberall gewahrte man auch die Hüttenberger Tracht, die die Lebendigkei des ganzen Festbildes hob, namentlich der Tanz, der trotz der Hize bald einsetzte, bekam dadurch etwas ungemein malerisches. Sogar die Kinder trugen die Tracht schon, das Festbuch besagt darüber, die MädAuch fröhliche chen erhalten sie schon mit 7 Jahren. Becher gab es und die geschäftliche Seite war durchaus zufriedenstellend. Gegen 126 Uhr wurde das Resultat des Preissingens verkündigt, das wir in folgendem, übersichtlich geordnet, wiedergeben. Es errangen: Klasse Ia. 1. Preis Kassel- Wehlheiden Liederfreund- Kassel 2. 12345 Klasse IIa. mit 217 Punkten " 198 1. " Heiterkeit- Fechenheim 225 " 2. Germania- Relsterbach 224 " " 3. Heiterkeit- Gießen 217 " " " 4. Germania- Vilbel 207 " " " 5. " Liederkranz Windecken 183 體 H 6. Germania Köppern 183 N " Klasse III a. Männerchor Schubert 1. " Quartett Darmstadt 202 " " 2. Kontordia Urberach 169 " " " 3. " Männergesgv.- Biebrich 160 " " 23 12345 Klasse Ib. Germania- Kirch- Göns 181 1. " 2. Sängerlust Eberstadt " b. Darmstadt 172 " " 3. Germania- Lollar 167 " " " 4. 158 " 5. Eintracht Fauerbach " b. Friedberg 156 " 6. Germania- Gr. Linden 154 " Dipheus- Buzzbach noch eine Ehren- Urkunde ausgestellt. Eine sehr willkommene die durch lauten Beifall gebührend gewürdigt wurden. Rüdhaltlosen Beifall aber forderte das Feuerwerk heraus. Pfeifend und prasselnd stiegen die blauen, roten, gelben und grünen Raketen in die Luft, zerplaßten und löften fich in bunte Rugeln oder Goldregen auf, während unten die Feuerräber Dem Feuerwert folgten noch mehrere gemütliche Stunben und erst der angebrochene Morgen brachte bem Festplat mit ihren leuchtenden Schweifen um ihre Achsen sich drehten. die Ruhe! Lokales. 10. Juli 1905. XDrei Bergiente verunglüdt. Am Samstag Nachmittag verünglückten im Gießener Braunsteinbergwerf Obersteiger Beder, Steiger Friz Appel( beide von Gießen) und Vorarbeiter Baltasar Heuser von Steinberg, alle drei verheiratete Leute. In einem älteren Schacht des Werkes, der längere Zeit nicht im Betrieb war, ist der bedauerliche Unfall vorgekommen. Beim Bassieren eines leeren Förderkorbes meitte Obersteiger Becker, daß nicht alles in Ordnung war, die Förderschale schleifte und klemmte sich, er ließ infolgedessen den Korb zurüdtommen, stieg mit den beiden andern Verunglückten in der Grube, also von der Tiefe aus, in denselben, um durch langsames und vorsichtiges Befahren des Schachtes festzustellen wo etwa ein Hindernis für die Förderung sich befindet. Nachdem so der Korb 20 m gehoben war, klemmte er sich wieder vermutlich hat der Schacht sich gesezt während er außer Betrieb war, wodurch das Hindernis entstanden ist das Förderseil zerriß und die Förderschale mit den 3 Beuten stürzte in die Tiefe. Alle drei haben sich bei dem Sturz Beinbrüche zugezogen. Die Werkleitung hat fofort alles getan, um den Berunglückten Erleichterung zu verschaffen. Dieselben wurden eiligft unter Führung des Direktors Dr. Esch und des Betriebsführer Ingenieurs Schäfer mittels Tragbahre in die Klinik verbracht. Nach Aussage des Arztes sind bei den Verletzten teilweise komplizierte Schenkelbrüche aber feine inneren Verlegungen zu fonstatieren gewesen. Die Verunglückten find alle drei erfahrene, tüchtige und besonders zuverlässige Bergleute, von denen der 50 Jahre alte Obersteiger Becker in seiner Fürsorge für die Sicherheit des Betriebes ein Opfer seiner Pflichterfüllung wurde. Ganz besonders wird man den in unserer Stadt bekannten Steiger Appel bedauern, welcher sich erst vor 14 Tagen verheiratet hat. Es ist seit 25 Jahren ein derartig schwerer Unglücksfall in dem ausgedehnten Betrieb der Braunsteinbergwerke nicht vorgekommen. R. Die Grundsteinlegung der Bismardsäule zu Gießen findet am 29. Juli abends 6 Uhr statt. Die Säule wird auf der Hardthöhe errichtet. × Attien- Brauerei in Gießen. Am lezten Mittwoch fand die Generalversammlung der Altien- Brauerei Gießen statt. Nachdem dem Aufsichtsrat Entlastung erteilt, Neu gewählt legten dessen bisherige Mitglieder, die Herren Schöller, Hösch und Draemann ihre Aemter nieder. wurde Georg Bichler als Vorsitzender, Rechtsanwalt Grünewald als Stellvertreter des Vorsitzenden und Brauereibefizer Chr. Rose- Frankfurt a. M. Der Verkauf des am Seltersberg gelegenen Geländes 2c. an die Stadt Gießen, resp. der abgeschlossene Vertrag zwischen Herrn Georg Bichler und der Stadt wurde der Generalversammlung vorgelegt und von dieser genehmigt. Vorstand des Unternehmens bleibt der seitherige Direktor Louis Lemmé. Der mit der Stadt Gießen abgeschlossene Kaufvertrag ist am Samstag ortsgerichtlich protokolliert. - A Hungen, 9. Juli. Der vor drei Jahren gegründete Geflügelzuchtverein für Hungen und Umgegend veran staltete gestern und heute seine erfte Geflügel- und VogelAusstellung, die gestern durch Bürgermeister Fendt eröffnet wurde. Der Eröffnung woh: te auch die Prinzessin Hermann von Solms- Braunfels bei, die z. B. im hiesigen Schlosse wohnt Unter den preisgekrönten Büchtern seien besonders erwähnt: Bimmer- Lauter, Hitler- Hungen, Müller- Henriettenhof, fürstl. Gutverwaltung- Lich, Staubach- Hungen, UlrichWölfersheim, Draudt- Hungen, und Heller- Lich. □ Onedborn. Pfarrverwalter Hofmann wurde von hier in gleicher Eigenschaft nach Büdingen versezt. Der einzige Sohn einer Witwe wurde wegen hochgradiger geißiger Störung in die psychiatrische Klinit nach Gießen verbracht. Berantwortlich: für die Politik und den Inseratente!!: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbe in Gießen. Biergrosshandlung Emil Schmall Tel. 83. Gießen, Frankfurterstraße 7 empfiehlt ächt Culmbacher Bier Tel. 83. Münchener Bürgerbräu- Bier|| Dortmunder Union Pilsener" Löwenbräusowie Frankfurter und hiesiges Bier in Flaschen, Gebinden, Selbstschänker( Syphon à 5 Liter). Reelle Preise. Aecht Pilsener Urquell nur in Syphons& 5 Liter. Beinlichste Reinlichkeit der Abfüllung. Für alle Lieferungen Garantie der Originalität. Feier des 50jähr. Bestebens der beiden Freiw. Feuerwehren zu Giessen. Geeignete Personen zum Verkauf der offiziellen Festpostkarten gesucht. Bewerber wollen sich bis zum Mittwoch, den 12. d. Mts. bet dem Unterzeichneten melden. Gießen, den 8. Juli 1905. Der Musik und Vergüngungs- Ausschuß. A. Dickoré, Vorsißender. Der Einmach- Kursus der Alice- Kochschule beginnt am 15. Juli. Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen in der Hochschule Gießen, Kirchstr. 20. 1 Mang- Bitten | Boongkamp Underberg Unentbehrlich für jede Familie! Underberg Boonekamp Semp am Rathhause in RHEINBERG Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm D. 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Grösst. Gew. i. günst. Falle 25000 Mk. best. aus einer Prämle v. 15000 MK. und einem Gewinn von 10000 Mk. u. s. f. Auszahlung ohne j. Abzug. Ziehung bereits am 20. und 21. Juli 1905 durch die staatl. Lotteriedirektion in Darmstadt. Lose à 1 Mark. Il Lose für 10 Mk. ( Port. u.Liste 25Pfg. extra) bei: Richard Buchacker, Hauptkollekteur, Phil. Weiler, Markt 1. W. Semmler. Seltersw. 25. Bildhauer G. F. F. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Friedrich Tertor EheMontag, den 10. Juli, leute sollen am 23. September 1905 240 Mr. an Arme ohne Unterschied der Religion in Gaben von nicht unter 50 Mt. vergeben werden. Anmeldungen hierzu haben bis zum 15. August 1905 bet dem Armenamt zu erfolgen. Gießen, den 6. Juli. präzis abends 8 Uhr: Haupt- Kebung Das Kommando. Die Kameraden werden ers sucht, recht pünktlich anzutreten, damit die Mitglieder von Gesangvereinen noch rechtzeitig die Proben besuchen fönnen. für Grabsteinarbeit sofort für dauernd gesucht. Franz Hebel, Gießen, Grünbergerstr. 7. Korrespondenten für Tage 8- neuigkeiten überall gesucht. Weckler's Korresp.- Bur. Darmstadt. DAS ABONNEMENT AUF DIE Union Wichse ( vormals Krauss- Clinz) ist und bleibt ( die beste! In Schachteln u.Dosen überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Makulatur hat abzugeben Expedition d. Blattes. Eine Dame sagt es der anderen: Großh. Bürgermeisterei Gießen. Curschmarn. Bekanntmachung. Aus der Stiftung des Kupferschmieds Karl Ludwig Kirsch sind die diesjährigen Zinsen mit 97,71 Mr. an 10 bedürftige, im Witwenstande lebende Gießener Bürger oder Bürgersfrauen am 20. September ds. Js. zu verteilen. Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Neuen Bäue 25, Zimmer Nr. 2, bis 1. August d. J3. entgegen. Gießen, den 6 Juli 1905. Gr. Bürgermeisterei Gießen. J. V Curschmann. Bekanntmachung. In der Zeit vom 1 bis 8. Juli 1905 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit Inbalt, 1 filb. Zylinderuhr, 2 Spazierstöcke, Geld 1,35 Mt., 1 weißes Taschentuch( Inhalt 20,53 Mark), 1 Spannkette und 1 Bandmaß; verloren: 1 schwarzer Ueberzieher, 1 goldene Damenuhr mit filb. Kette, daran ein goldn. Herschen, 1 Portemonnaie mit ca. 60 Mr. Inhalt, 1 10Markstück, 1 Brieftasche mit Stubenten farte und Brieffachen, 1 neues Torschloß mit 2 Schlüsseln, 1 schwarzer, seidener Regenschirm mit grauer Krücke, 1 Brieftasche mit Monogramm L. E. Jnhalt eine Legitimationskarte und Briefsachen, 1 Anhängsel mit silb. Herzchen und neues 50 Bfennigstück. Bugelaufen ist: 1 schottiger Schäferhund gelb und weiß. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 8. Juli 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg Polizeiverordnung, betreffend Einführung der Trichinenschau. Auf Antrag und nach Anhörung der Stadtverordneten- Versammlung und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern bom 21. Juni 1905 wird bestimmit: § 1. Das Fleisch der im städtischen Schlachthof geschlachteten Schweine, sowie alles in die Stadt Gießen eingeführte frische Fleisch von Schweinen und Wildschweinen, sofern es nicht von Privaten zur Verwendung im eigenen Haushalt eingeführt wird, unterliegt einer amtlichen Trichinen- und Finnenschau, die sim städtischen Schlachthof während der Schlachtzeiten für Schweine stattfindet. § 2. Favoritas inland eingerührten Fleiſches auf Trichinen vom Bundesrat der beste Schnitt. Mit einer bisher nicht gekannten Leichtigkeit und Sicherheit kann jede Dame, jede Schneiderin mit Hilfe der Favoritschnitte Kleidung von vorzüglichem Sitz und höchster Eleganz herstellen. Ein Versuch führt zu dauerndem Gebrauch. 000e glänz. Anerkennungen, vielfach prämiirt. Jede Dame verlange das FavoritModen- Album( nur 60 Pf. franko) und das Jugend- Moden- Album( nur 50 Pf franko) v. d. Intern. Schnitt manufaktur, Dresden- N. 8. FARBIG illustriertes WITZBLATT. QUARTAL 3 мк. Meggendorfer- Blätter München DROBE MUMMER GRATIS VOM VERLAG MÜNHET SHUBERT STR 6.3 Es wird gebeten Für die Trichinenschau sind die für die Untersuchung des in erlassenen Vorschriften maßgebend. Sie wird ausgeübt durch ge= prüfte Trichinenschauer, die in der erforderlichen Anzahl von der Stadt bestellt und besoldet werden. § 3. Für die Untersuchung ist eine Gebühr an die Stadtkasse zu entrichten. Sie beträgt für ein ganzes Schwein 40 Pfg, für ein halbes Schwein 20 Pfg., für jedes einzelne Fleischstück 15 Pfg. und wird zusammen mit der Schlachtgebühr bezw. der Verbrauchsabgabe erhoben. § 4. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Polizeiverordnung werden, soweit nicht nach anderen Strafbestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, gemäß§ 27 3iffer 4 des Reichs gefeßes die Schlachtvieh- und Fleischbeschau betr. vom 3. Juni 1900 mit einer Geldstrafe bis zu 150 Mt. oder mit Haft bestraft. § 5. Diese Polizeiverordnung tritt am 1. Juli 1905 in Kraft. Gießen, den 30. Juni 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Zwiebelkuchen jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von 1/29 Uhr ab. Bäder Schomber, Gießen, Walltorstraße 51. Frischer Bienenhonig feinste Sorte, zu haben bei Kumpf, Marburgerstraße 38, Gießen. ir suchen alsbald für einen 15jährigen Jungen eine Lehrstelle 18 Kaufmann gegen frete Koft Wohnung und Kleider. Gießen, den 6. Juli 1005. Armenamt Gießen. 1-2 möbl. Zimmer zu vermieten. Gießen, Marktstraße 11. Joh. Seibel Giessen, Ludwigsplatz empfiehlt sein Lager in Cherry, Portwein, Vino de Wermuth, Samos, Malaga in nur guten Qualitäten. Freibank. Morgen Dienstag von 5-8 Uhr Schweinefleisch 45 Pfg. RheinischesTechnikum Bingen Maschinenbau u.Elektrotechnik, Abt.f. Ingenieure, Techniker u.Werkmeister. Chauffeurkurse Progr. frei. = Im Erscheinen befindet sich: Meyers 11,000 Abbildungen, 1400 Tafeln und Karten. = Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsEin Nachschlagewerk des 148,000 Artikeln. 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Verlegen und er hielt sie feft t jo unbeholfen und etwas darin, das die Mutter gejagt geborgen", und jie ein leijes frei, und, rot übe war im nächsten Auf seinem gelaffen; nur da Reble wie ausge geholte Sachen in und สิน Bette bege An der Dede und auf dem Fu Er dachte an die mit ihrer ftummen der Moment in Nun meinetwe Gielsmüller, be mit diefer Sorte gefü millerte Stuhlmann Both fe habe mic nis me leg los, alter h Alfo men drum und dran gab mit Reisege Hafen in Brem weit. Unterwegs felben rieten mi Mitfahrt nach angenommen m und bereiste W Begenden. En Die Gegend bon wie Badefel bel Los. Oft war es Doch ich tonnte m mehr borte id erreichte ich die Ge als ich Leute hie Bejonders zog m naben.... 6 Studentenstreid g worden und hatte der Grafichaft S. Tom ein Söhnlein midt laffen. So fo fur, wie er gejag