Stadt- Cheat Giessen. Nr. 264 sertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Oberbeen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Bfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Dir.: Hermann Steingo tebaftion u. Haupteṛpedition: Gießen, Selters weg 83. Freitag, den 10. Novem Zu Schiller Geburtstag Maria Stua Trauerspiel in 5 Aufzüger Fr. b. Schiller. Schüler n. Schüleri halten Siefer Vorf rmäßigte Einlakla Ernst Challiers Mujh andlung( nicht an der Aben Alle Sorten Gemüs ftets fetid, jomie gut Fernsprechanschluk Kr. 362. Donnerstag, den 9. November 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Pfa., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Huf tönernen füßen. Wilde Gerüchte beherrschen in Rußland das Feld und sind geeignet, die Lage zu verschlimmern. Nur unter dem Zwange der Umstände hat der Zar die Reformen bewilligt. Er er Speisekartone hoffte von seiner Nachgiebigkeit die Herstellung der Ordnung. billigst zu haben be er Ausnezomiche erscheidet sich aber Querschnitt. Da den Drachen aban dafür aftfreies reingetaucht wor eine entsprechende Trocknen belaffen bei. Das AneinLide aus MeffingHalbkreise, die in Her durch weiteres erden. Für den Der Drachen, falls einander geschacheanspruchen. Ein Drachens im Ver. seine große Sta nhin beziehungsteilt mit dem geenschaft des ge mm auf 1 Quadtung mit Seidenwiegt danach nur sehr bequem, auch och mehr Drachen muzt werden. en, den fie mißals die heiterfte untersucht man rwacht, entschlumanderes Ziel, als r moralischen Leiergrößert, daß du Theatertruppe hatte das Waldmädchen". 1 möglichen lofalen r Herr Direktor mit wohl eine eigene foration befaß; er us nicht zu befa Je Mann von einem On Titel des Chides Bimmermadden" ift, ob man einen oder bloß freundder erste am Tische B bricht das Blatt einem Nachbar, inenen fagt, um einen Dieser schreibt nun nachdem er es ebendes letzten Wortes e Gesellschaft einen t. Der legte fchreibt tstandene Ginn oder Da diese noch immer auf sich warten läßt, so wird der Zar wankend und Wittes Stellung gilt als gefährdet. Las nach ihm kommen würde, ist klar: ein noch furchtbarer Kampf zwischen der Revolution und dem Säbel. Daß bei dieser Wendung die Elemente, die am Alten festhalten, die Hand im Spiele haben, darf man ohne weiteres annehmen. Die Gegen- Revolution. Allmählich beginnen briefliche Berichte von deutschen Korrespondenten aus Petersburg ned Moskau einzutreffen, in denen die erstaunliche Tatsache ge... eldet wird, daß alsbald nach dem Erlaß der Reform- Edikte die von Trepow be herrschte Regierung einfach die Aufhebung der gewährten Freiheiten dekretierte und schlankweg erfjärt habe, daß die alten Geseze in Kraft bleiben. So erklärt sich die er: staunliche Tatsache, daß die Volksmenge, die sich auf Grund des gewährten Versammlungsrechtes zusammenfand, von den Kosaken plöglich und blutig auseinander getrieben wurde. Auch in einer neuen Regiments- Bekanntmachung des Grafen Witte wird ziemlich unverhüllt auf den Widerstand hingewiesen, den er unter der Beamtenschaft findet, aber zugleich wiederholt auf den festen Willen hingewiesen, die Reformen zur Durchführung zu bringen. Aus Petersburg wird darüber gemeldet: In dem neuesten Regierungs- Communiqe heißt es, es fönne unmöglich in Abrede gestellt werden, daß in manchen Fällen die spontane Reaktion der konservativen Elemente gegen die vielleicht übertriebenen Kundgebungen der radikalen Elemente durch Agenten der lokalen Verwaltungen begünstigt worden sei. Wone die Regierung die Tatsache in Abrede stellen, daß es in den lokalen Verwaltungen Feinde des neuen Systems gebe, die mit allen Mitteln der Verwirklichung der Reformen entgegentreten, so würde sie von der Bahn des Fortschritts abweichen. Es sei aber schwierig, sofort alle Abteilungen der Verwaltung mit neuen Beamten zu besezen, die die Wohltaten einer liberalen Regierung zu würdigen wissen. Doch sei die Justiz angewiesen, gegen Beamte die Untersuchung einzuleiten, die gewalttätige Neigungen unterstützt hätten. Auch aus dieser amtlichen Erklärung ersieht man, wie fräftig die Gegenrevolution eingesetzt hat. Nicht überall geht fie s rar bor, wie in Saratow, wo der Bischof Hermogenes durch n Proklamation gegen die" Maurer", die er als Feinde des Staats bezeichnet, zu Gewalttätigkeiten auffordert und die männlichen und weiblichen Zöglinge der Gymnasien der Wut des Pöbels preisgibt. Zuweilen ist auch die Boltsmenge fiegreich, so namentlich im Kaukasus, wo heller Aufruhr herrscht. Aus Batum wird darüber gemeldet: Die Volksmiliz in dem Orte Nassakvirali griff den von 120 Rosaken begleiteten Bezirkschef an. Der Kampf dauerte 17 Stunden. 105 Kosaken fielen. Die Polizeibeamten des Drtes wurden sämtlich getötet. Von der Miliz fielen nur 4 Mann. Wütende Kosaken zünden die Baulichfeiten in den Dörfern an. Da es an Landstraßen fehlt, werden die Truppen auf dem Seewege nach dem Schauplatz des Aufstandes befördert. von der Jm Süden Rußlands find ganze Städte Schwarzen Bande" niedergebrannt und ausgeplündert. Die Opfer der Judenverfolgungen werden auf 15 000 Tote und Verkrüppelte angegeben. Gegen diese Greuel wird auch im Auslande, so in Frankreich eine Protestbewegung organisiert. In Amerika hat sich ein Hilfsfond für die Opfer der Verfolgung gebildet, dem reiche Mittel zugeflossen find. Der Eisenbahnverkehr nimmt wieder bessere Gestalt an. Nicht nur der Personenberkehr von Wirballen nach Petersburg ist wieder offen, auch Gütersendungen sind auf verschiedenen Streden möglich. Die Station Grajewo, wohin die Verbindung von Kattowizz offen ist, übernimmt bereits wieder Güter nach den Westbahnen. Nur Odessa und Kiew sind noch außerhalb der Verbindung. Zwischen Warschau und Petersburg gehen Züge, die WarschauWiener Bahn und die Weichselbahnen sind noch einige Tage unterbrochen. Bündnispolitik. Der englische Minister Lord Lansdowne hat dieser Tage bei einem vom Junior Constitutional- Club in London ihm gegebenen Ehrenmahl eine politische Rede gehalten, die sich allgemeinen Beifalls erfreut. Das ist einem englischen Minister feit Jahren nicht begegnet. Die Rede beschäftigte fich mit Englands Bündnispolitik. Sie begann mit der Verficherung, daß der Vertrag mit Japan keine geheimen Abmachungen in fich schließe, daß er einzig die Sicherung des Friedens in Ostasien zum Ziel habe. Nach feiner Seite habe er eine aggressive Tendenz, weder gegen Rußland noch gegen irgend eine andere Macht, die in Ostasien eigene Interessen hat noch gegen China. Die ,, offene Tür" sei für jeden da, der sich ihrer bedienen wolle. In ähnlichem Sinne erläuterte Lord Lansdowne auch die sonstigen Verträge, die England in neuester Zeit geschlossen, die Abkommen, die es getroffen. Sie alle hätten das nämliche Ziel: die Erhaltung und Sicherung des Friedens; sie alle hätten den gemeinschaftlichen Zug: keinen Angriff nach irgend einer Seite zu berücksichtigen. Deutlichere Anspielungen auf das Abkommen mit Frankreich wurden nicht gemacht, weder soweit es sich dabei um Marokko handelte, noch soweit die etwas umweglichen Verabredungen mit Herrn Delcassé in Frage sein können. Diese Zurückhaltung ist begreiflich. Ein Minister darf nicht alles sagen, was er weiß; und manches mal liegt in dem mißbilligenden Verschweigen schon eine ausreichende Desvouierung. Lord Lansdowane durfte nicht sagen wie Herr Delcassé zu seinen phantastischen Vorstellungen von dem Zweck einer englisch- französischen Entente gekommen ist; er durfte nicht einmal ausdrücklich sagen, daß Herr Delcassé lediglich aus der Tiefe des eigenen Gemütes seine Vorstellungen geschöpft habe. Es reichte aber auch vollständig aus, daß Lord Lansdowna die englisch- französische Entente unter die Bündnisveradredung einreihte, die der Erhaltung des Friedens, dienen wollen, nur der Sicherung gegen Kriegsgefahr. Lord Lansdowne hat ganz Recht: eine Bündnispolitik muß durchaus nicht eine Angriffspolitik sein, sie kann ganz und gar der Sicherung des Friedens bestimmt sein. Freilich ist die Möglichkeit vorhanden, daß von den Verbündeten die Bundesabsicht verkannt und im Bertrauen auf den Bundesgenossen eine unfriedliche Politik beginnt oder einleitet. Doch solches Mißverständnis läßt sich in der Regel noch rechtzeitig forrigieren. Im vorliegenden Fall ist es durch die französische Regierung selbst geschehen, die ihren unking gewordenen Minister sofort absetzte, als sie erkannt hatte, zu welchen Abenteuern Herr Delcassé bereit gewesen war. War die französische Regierung weniger schnell entschlossen, so war ihr von London aus die Belehrung gekommen, daß die englische Regierung nur Friedensbündnisse fannte, teine Kriegsbündnisse, 5. H. keine Bündnisse durch die sie selbst zu aktiver Teilnahme am Krieg verpflichtet würde. 11 Aber nicht blos das Delcassésche Mißverständnis hat zur Mißdeutung der englischen Bündnispolitik geführt. Noch ein anderer Umstand hat dazu beigetragen: daß nämlich England selbst eine Bündnispolitik vordem überhaupt nicht getrieben hatte und dabei friedlich geblichen war. Wenn die englische Politik, die keine Bündnisse kannte, sich als friedlich erwiesen hatte, so lag der Schluß nahe, daß die Einschwenfung zur Bundespolitik eine Einigung zu friegerischen Tendenzen bedeuten möchte. In der Zeit der splenoid isolation", der ,, ruhmvollen Vereinsamung", drohte England nach keiner Seite mit Krieg. Es war wirklich nicht außer der Welt, in dem nach vielen Seiten verbündeten England den Vertreter einer weniger friedlichen Politik zu sehen. Lord Lansdowne versicherte, daß man damit ünrecht gehabt hat, und es liegt fein Grund vor, die Aufrichtigkeit seiner flugen Worte in Zweifel zu ziehen. Wir haben je im Dreibund ein: uns vertrautes Beispiel, daß Bündnisse die cine gemeinsame Abwehr im Auge haben, der Erhaltung des Friedens dienen. Allerdings haben wir auch das ardere Beispiel vor Augen: das des Zweibundes, der zwar gleichfalls den Krieg nicht wollte, aber doch immer an die Kriegsmöglichkeit erinnerte. Jetzt hat sich die Eituation geändert: das französisch- russische Bündnis hat einer anderen Charakter angenommen, und die Beziehungen Deutschlands zu Kußland sind, unbeschadet der beiderseitigen Bundesverträge, freundnachbarlich und vertraut und geradezu freundschaftlich geworden. Denn Deutschlands Bündnisse sind immer und überall nur Friedensbündnisse. Sie haben keinerle! Gegnerschaft zur Absicht, und deshalb fönnte Deutschland der Verbündete der ganzen Welt sein. Es gab Zeiten, wo das anders war, in denen das diplomatische Handwerk trotz den Glacéhandschuhen ein Räuberhandwerk war. Danials waren Bündnisse in der Regel nur Verabredungen zur Beraubung Dritter. Taten sich zwei Staaten zusammen, so war es zu gemeinsamer Niederwerfung eines dritten Stanies. Diese Politik der Wegelagerei gehört glücklicherweise der Vergangenheit an, sie ist heute faunt mehr möglich. Und gerade Bündnisse sind es gewesen, die das Heilmittel gegen die Plage der Angriffsbündnisse brecht. Man vereinigte sich zur gemeinsamen Abwehr der in politil, und damit war jenem diplomatischen Handwerk der goldene Boden entzogen. Deutschland ist mit solcher Versicherungspolitit vorangegangen. Wenn England ihm jetzt folgt, so wird Deutschland am wenigsten sich darüber beklagen. Deutschland hat treue Freunde, zuverlässige Bundesgenossen und namentlich eine stets bereite Helferschaft: die eigene Kraft. Sein Pulver ist trocken, sein Schwert geschliffen. Sache der anderen ist es, den Frieden nicht zu stören, wie wir selbst es nicht tun. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Für den auf der parlamentarischen Studienfahrt nach Kamerun verstorbenen Vertreter des Wahlkreifes Gifenach: Dermbach im Reichstage fand die Ersatzwahl statt. Die meisten Stimmen fielen auf den antisemitischen standidaten Schack und den Sozialdemokraten Leber. Für den Antisemiten wurden 3227 und für deu Sozialdemokraten 6092 Stimmen mit Ausschluß einiger fleineren Ortschaften gezählt. Zwischen beiden wird also Stichwahl notwendig. * * Die Gerüchte über Rettung der russischen Kaiser: familie durch deutsche Kriegsfahrzeuge waren, wie unser Berliner C.- B.- Mitarbeiter erfährt, absolut erfunden. Als der Eisenbahnverkehr völlig ruhte, von Wirballen aus fein Zug mehr nach dem Innern Rußlands abg'ng, hot die deutsche Reichspost, wie bekannt, den Briefverkehr seersärts aufrecht erhalten, teils durch Benutzung der direkten Dampfer, die von Lübeck und Stettin aus das ganze Jahr ihren Weg nach Reval, Libau und Petersburg nehmen, teils durch Umleitung über Schweden. Gleichzeitig wurde der Versuch gemacht, einen zuverlässigen Nachrichtendienst zu organ sieren. Zu dem Ende wurde eine Torpedoboots flotille von Memel bis Peterhof in angemessener Weise verteilt. Diese Einrichtung ließ das Gerücht entstehen, nach dem die Torpedoboote mit dem Kreuzer Lübeck" an der Spize den Auftrag hätten, den 8aren und die kaiserliche Familie von Rußland aus Peterhof abzuholen und nach Deutschland zu bringen. Eine solche Absicht besteht nicht und hat nie bestanden. Es fehlte auch an jedem Anlaß dazu. Der Zar und die kaiserliche Familie sind in Peterhof so sicher, wie sie nirgendwo anders sein können. Die russischen Truppen, die um Peterhof liegen, sind ausgesuchte, zuverlässige Leute * Wiederholt schon wurde der Rücktritt des preußi schen Justizministers Schönstedt angekündigt. Der Rücktritt scheint jezt unmittelbar bevorzustehen. Der Justiz minister soll bereits am 14. November sein Amt niederlegen. Zu seinem Nachfolger ist dem Vernehmen nach der Breslauer Oberlandesgerichts- Präfident Beseler bestimmt. * Vermehrte Heranziehung der unteren Stände zu den Schöffen- und Geschworenengerichten bezweckt eine Ver ordnung des sächsischen Justizministeriums. Das Ministerium weist in einem Rundschreiben darauf hin, daß durch die größere Berücksichtigu. 3 der minder befizenden Klassen das Vertrauen des Volkes a Rechtsprechung nur gewinnen Tönne. * Die Aufständischen in Ostafrika haben einen Angrif auf die Station Kilossa unternommen. Bezirksamtman Lambrecht schlug trotz geringer Besatzung den Angriff nac heftigem Gefecht zurück. Der Feind erlitt große Verluste Eine große deutsche Expedition ins Innere vo Deutsch- Ostafrika ist im Oktober unter Führung von Majo Johannes von Dar- es- Salaam aufgebrochen. Der Marsch begann an der Südküste und soll über Kilwa, Kißwere und Lindi bis in die Gegend von Liwale führen. Ander Expedition beteiligen sich mehrere Ingenieure, um die Trac einer von Kilwa ausgehenden Südbahn festzulegen. Der Oberingenieur Makrokordato der Firma Holzmann konnt dabei bereits seine zweite Etappenstation in Masindschi an legen. Major Johannes hat seine dritte Etappenstation am Opengera an der nördlichen Kilwa- Liwale- Straße angeleg und durch eine Askari- Besatzung unter Sergeant Standau gesichert. Auf dem Marsche von Massindji uach Opengera wurde die Abteilung von fleinen Banden Aufständischer täg lich belästigt. Ein Askari ist gefallen. Die Aufständischen haben, um den Vormarsch der Truppe aufzuhalten, alle Lebensmittel beiseite gebracht. * * Die sächsische Bezirksvereinigung des deutschen Fleischerverbandes hat zur Fleischteuerung an den Landtag und die Regierung eine Petition um Aufhebung der staatlichen Schlachtviehversicherung gerichtet. Der Fleischkonsum Sach. sens wird alljährlich um 2 Millionen durch die Versicherung verteuert. Von der holländisch- deutschen Grenze wird be richtet, daß die deutsche Grenzbehörde die Kontrolle auf die Einfuhr von Fleisch aus Holland nach Deutschland noch nie so scharf angewendet hat, wie in der letzten Zeit. Es ist da bei merkwürdig, daß in Holland gerade Teutschland als Herd von Viehseuchen betrachtet wird; vor einiger Zeit haben holländische Viehzüchter ein Verbot der Einfuhr deutschen Viehs befürwortet, um sowohl in England wie in Belgien jeden Vorwand gegen Ansteckungsgefahr hinfällig zu machen. Balkan- Staaten. * Die anhaltende Unzufriedenheit im Lande und die Isolierung nach außen scheint nicht ohne Einfluß auf die serbischen Verschwörer geblieben zu sein, die seinerzeit an dem Komplott gegen den ermordeten König Alexander und seine Gemahlin beteiligt waren. In Belgrad fand eine Versammlung der Mehrzahl der an der Verschwörung des Jahres 1903 beteiligten Offiziere unter Vorsiz des Oberstleutnants Peter Mischitsch statt. Mischitsch erklärte, die Verschwörerfrage müsse gelöst werden, daher beantrage er, daß die Verschwörer freiwillig zurücktreten sollten. Seine Ausführungen wurden einstimmig gebilligt und beschlossen, eine in diesem Sinne gehaltene Denfichrift an zuständiger Stelle zu unter breiten. Nur sechs bis acht Verschwörer- Offiziere fehlten bei der Verhandlung und erhoben Widerspruch gegen die Bechlüsse. Die Reibungen zwischen Bulgarien und der Türkei vermehren sich andauernd. Die Konstantinopler Polizei verhaftet jeden eintreffenden Bulgaren, selbst die in amtlicher Stellung befindlichen, wie zuletzt den Doktor Zatschew, den ärztlichen Berater der bulgarischen Agentie, und den Postdirektor Stojanowitsch. Die Pforte geht auch auf zoilpolitischem Gebiet vor. Angeblich im Gegensatz zur zollpolitischen Vereinbarung von 1900, wonach gewisse Herkünfte zvilfrei sein sollen, beginnen die türkischen Behörden bulgarische Tuche, sogenannte Schajaks, zu verzollen mit der Begründung, daß sie aus fremder Wolle fabriziert werden. Darauf antwortete die bulgarische Regierung mit der Verzollung türkischer Süßigkeiten, weil sie aus fremdem Zucker zubereitet werden. Türkei. ** Die Mächte sollen dem Vernehmen nunmehr be= stimmt eine Flottendemonstration gegen die Türkei be= schlossen haben. Jede Macht sendet zwei oder drei KriegsSchiffe ab, Desterreich- Ungarn zwei Kreuzer, die bereits am Ende der Woche abdampfen sollen. Sollte die Demonstration erfolglos bleiben, so ist eine friedliche Blockade der Dardanellen in Aussicht genommen. Amerika. ** Unter den Wahlen, die zur Zeit in den Vereinigten Staaten von Nord- Amerika stattfinden, beansprucht die Bürgergermeisterwahl in New- Yort das größte Interesse. Auch diesmal ist es der demokratischen Organisation Tammany Hall gelungen, ihren Kandidaten Mac Clellan durchzubringen. Er erhielt cine Mehrheit von 15 000 Stimmen. Aus den ariamenten. Das Wahlrecht vor dem bahrischen Landtage. Die bayrische Kammer der Abgeordneten lehnte die Anträge der Liberalen auf Einführung der absoluten Meh.heit in das Landtagswahlgesetz gegen die Stimmen der Liberalen, Bauernbündler und Sozialdemokraten ab und beschloß die Einführung der relativen Mehrheit gegen die Bauernbündler und Sozialdemokraten. Hof und Gesellschaft..] *** König Alfons von Spanien, der Gast unseres Kaisers, ist in den glücklichen Jahren, in denen ein unbeweibter Fürst keinen Besuch machen kann, ohne daß Verlobungsgerüchte auftauchen. Auch sein jeziger Aufenthalt in Berlin hat solche Gerüchte entstehen oder vielmehr sich ermeuern lassen. Diese Gerüchte haben frische Nahrung dadurch erhalten, daß Prinzessin Maria Antoinette von MecklenburgSchwerin, Tochter des Herzogs Paul und der Prinzessiin Windisch- Gräz, bei ihrer Kousine, der Kronprinzessin Cecilie in Potsdam eingetroffen ist. Prinzessin Maria Antoinette ist katholisch. Man erinnert sich, daß ihr Vater auf die Erbfolge verzichtete, als er gegen den Willen des damaligen resierender Großherzogs sein ältestes Kind katholisch taufen Herzog Paul trat später selbst zum Katholizismus über. ** Der Kaiser hat seinem Gaste, dem Könib Alfons von Spanien die Kette zum Schwarzen Adlerorden verliehen. Im Opernhause zu Berlin fand eine Galaborstellung zu Ehren des Königs statt, der dabei zwischen dem Kaiser und der Kaiserin saß. Nach einem FamilienDiner im Schlosse fuhren der Kaiser und der König im Automobil nach dem Truppen- Uebungsplay Döberitz. Beide Monarchen hatten den roten Rock der Parforce- Reiter angelegt und nahmen an der Jagd auf einen Ueberläufer teil. Der Kaiser wird in diesem Monat auf einer Anzahl Landsize als Jagdgast weilen. Derartige Besuche sind vorgesehen bei dem Fürsten Pleß, dann bei dem Grafen von Tschirschky- Renard in Groß- Strelitz, bei dem Fürsten zu Hohenlohe in Slawentzitz und bei dem Grafen von ThieleWinkler in Moschen. Anfang Dezember gedenkt auch der Kronprinz in seinem Revier in Dels der Jagd obzuliegen. Dem Kronprinzen von Sachsen ist vom Kaiser der Schwarze Adlerorden verliehen worden. ** * ** * Vom Fürsten Leopold von Lippe ist aus Anlaß der Thronbesteigung eine Denkmünze gestiftet worden, die für alle bestimmt ist, die durch treue Mitarbeit zur Herbeiführung der Thronfolge des Fürsten Leopold mitgewirkt haben. Die Denkmünze wird den Beliehenen zum bleibenden Andenken belassen und von Herren am Bande, von Damen an der Schleife getragen. Sie soll, wie es in der Stiftungsurkunde heißt, als äußeres Zeichen des Dankes gelten für die nunmehr endgültig gewonnene unanfechtbare Stellung des Fürsten und soll dienen zur Besiegelung des Friedens und der Eintracht im gemeinsamen Vaterlande. 0 Heer und flotte. Neue Schießvorschrift. Durch Kabinettsorder vom 2. November d. J. hat der Kaiser den Entwurf einer neuen Schießvorschrift für die Infanterie genehmigt. Der Entwurf wird die Schießvorschrift vom 16. November 1899 ersetzen. ====a Soziales Leben. Einuhr- Ladenschluß für Ladengeschäfte an Sonntagen. Das Kaufmannsgericht in Elberfeld hat sich einstimmig für den Einuhrladenschluß an Sonntagen in den Ladengeschäften und für die vollständige Sonntagsruhe in den Kontoren mit der Einschränkung ausgesprochen, daß für lettere bis zu acht Sonntage im Jahr für dringende Arbeiten freigegeben werden. Für den Einuhrladenschluß stimmte auch der Beisitzer aus dem Detaillistenstand. Im Sinne dieses Beschlusses wird der Stadtverordneten- Versammlung ein Antrag unterbreitet werden, der um so eher Aussicht auf Erfolg haben dürfte, als das Stadtverordnetenkollegium sich bereits früher grundsätzlich für den Einuhrladenschluß ausgesprochen hat. × Generalstreik in Frankreich. Die Hafen- und ZeugHausarbeiter der französischen Arsenale haben nunmehr_be= schlossen, in den Generalausstand zu treten, da ihre Forberungen nicht bewilligt worden sind. Ihnen werden sich in Toulon die Gasarbeiter und Straßenbahnangestellten anschließen. Die ganze Bewegung, die sich über alle franzöfischen Häfen erstrecken dürfte, w cd von Paris aus geleitet. Nab und fern. † Die verwechselte Medizinflasche. Benzin anstatt Medizin gab eine Bergmannsfrau in Westfalen ihren kranken Kindern, indem sie die Flaschen verwechselte. Das eine Kind verbrannte sich so schwer, daß es bald darauf starb, während das zweite gefährlich verlegt wurde. + Steckbrieflich verfolgter Offizier. Nach Unterschlagung von Dienstgeldern ist der Oberleutnant Schoenenberg vom 15. Trainbataillon( Straßburg i. E.) flüchtig geworden. Die Behörde ersucht durch Steckbrief um Verhaftung des Entflohenen. † Verunglückte Bergschüler. In der Grube St. Paul bei Metz ereignete sich ein betrübender Unfall. Bet einem Uebungskurs stürzte eine Wand ein und begrub die beiden Bergschüler Guldner und Hanert, die sofort tot waren. + Panik in der Kirche. Während der Messe stürzte in der Kirche zu Tiefenbach( Oberpfalz) ein schweres Engelstopfornament von der Decke auf den Altar und hätte beinahe den amtierenden Priester erschlagen. Infolge des Unfalles entstand unter den Kirchenbesuchern eine Panik, da man glaubte, die Kirche stürze ein. Alles drängte nach der Tür. Im Gedränge sind viele Personen verlegt worden. + Schwermut aus Heimweh. Die Frau eines Steueraufsehers, der von der russischen Grenze nach Berlin versezt worden war, bekam so starke Sehnsucht nach der Heimat, daß sie schwermütig wurde. Sie entfernte sich aus der Wohnung und ist seitdem spurlos verschwunden. Wahrscheinlich ist die Aermste, der das Leben in Berlin so wenig behagte, in den Tod gegangen. + Brennende Delfabrik. Ein gewaltiger Brand äscherte die Delfabrik Sonneborn in Köln ein. Das Feuer das nachmittags ausbrach, ergriff mit unheimlicher Schnelligkeit die gefüllten Delbehälter, und nur mit äußerster Anstrengung gelang es, die benachbarten Wohnhäuser der Arbeiter zu schützen. Die Löscharbeiten gestalteten sich durch Qualm sehr schwierig, doch konnte die Feuerwehr den Brand gegen Abend dämpfen. Der angerichtete sehr bedeutende Schaden ist durch Versicherung gedeckt. † Der Rächer wacht. In Kiel wurde der Arbeiter Weingärtel verhaftet, der unter dem dringenden Verdacht steht, im Jahre 1904 die Eheleute Ehrich ermordet zu haben. Der Verhaftete wurde in das Gerichtsgefängnis eingeliefert und sieht nunmehr der gerechten Strafe entgegen. † Schneesturm. Furchtbare Schneestürme und Föhnwinde haben in den Westalpen überall erheblichen Schaden angerichtet und einen plötzlichen Umschwung des Wetters hervorgerufen. An vielen Orten ist der Verkehr unterbrochen, da Geleise und Telegraphen vernichtet sind. Das Thermometer stieg auf 20 Grad, sodaß Schneeschmelze und Hochwasser drohen. † Neue Tropfsteinhöhle. Eine Tropfsteinhöhle, die im Innern einen See enthält und bedeutend größer und schöner ist als die bisher bekannten Höhlen, wurde in der fränkischen Schweiz bei Streitberg entdeckt. † Die Nase abgebissen. Ein Baseler Polizist hatte den wegen vielfacher Verbrechen verhafteten Akrobaten Düscher ins Gefängnis zu bringen. Der Verhaftete wars sich während der Fahrt auf den Polizisten, schlug ihn nieder und biß ihm die Nase ab, worauf er entfloh. Düscher wurde in Hüningen an der elsäßischen Grenze wieder ergriffen. † Die Leiche im Koffer. Der amerikanischen Polizei glückte der Fang zweier Mörder, die ein Mädchen zerstückelt und die Leiche in einem Koffer in den Fluß geworfen hatten. Die Verbrecher haben die scheußliche Tat eingestanden. † Hungersnot in Japan. Im östlichen Teile Japans ist eine Hungersnot ausgebrochen, von der mehr als eine Million Bewohner schwer betroffen werden. † Wieder eine Bankunterschlagung. Wegen Verunreuung vnn beinahe 100 000 Mart wurde in Frank et am Tain der Prokurist Panse der dortigen DiskontogesellschaftsFiliale verhaftet. P. hat Depots, die bei der Bank hintergt waren, zu eigenen Spekulationen benutzt, trotzdem er n Gehalt von 9000 Mart im Jahr bezog. Die Bank ersidet keinen Schaden, da der Verlust durch ein Depot des Seschuldigten gedeckt ist. Auch hier handelte es sich um eine ahrelang fortgesetzte Fälschung, die jetzt erst durch einen Zuall ans Licht gekommen ist. † Abgestürzter Schleifenfahrer. Der Schleifenfasrer Paul Mündner, der zur Zeit im Zirkus Sidoli in Stuttgart auftrittt. stürzte bei der ersten Vorführung seiner Schleifenfahrt von der Bahn ab und fiel in den Zuschauerraum, zum Glück in eie unbesetzte Reihe. M. blieb bewußtlos liegen, konnte sich aber nach einiger Zeit, anscheinend unverlegt, wieder erheben und das Publikum beruhigen. Wären die Pläge im Zuschauerraum besetzt gewesen, so hätte leicht ein unberechenbares Unglück entstehen können, zumal feinerlei Schutzvorrichtungen getroffen waren. Wieder ein Eisenbahn- Zusammenstoß. In Mannheim fuhr ein von Heidelberg kommender Personenzug einem Güterzug in die Flanke. Einige Güterwagen wurden aus dem Geleise geworfen. Menschen wurden nicht verletzt. Einen † Für 75 000 Mark Getreide verbrannt. Brandschaden in Höhe von über 75 000 Mark erleidet der Besitzer des Gutes Prizen bei Senftenberg, Herr von Hegwit durch die Vernichtung zweier großer, mit Getreide gefüllten Scheunen. Der Brand entstand infolge noch nicht aufgeklärter Ursalpe in der einen großen Scheune und griff, trotz angestrengter Löschversuche auf die benachbarte zweite Scheune über, welche ebenfalls völlig ausbrannte. Die verbrannten Gebäude waren mit 3000 Mark versichert. † Selbstmord auf der Bühne. Erschossen hat sich in Rock eine beliebte Pariser Bühnenkünstlerin Louise Lousias auf der Bühne unmittelbar nach ihrem Auftreten. Der Beweggrund zu dem Selbstmord der vom Publikum lebhaft applaudierten Künstlerin scheint unglückliche Liebe zu sein. † Katastrophe auf See. Auf dem Dampfer Irma Woermann der Südwestafrikalinie entstand auf See ein Brand im Kohlenbunker, bei dessen Löschung ein Heizer an iauchvergiftung erkrankte. Der Brand wurde von der Schiffsbeintuna gelöscht. ehe er weiter um sich greifen fonnte. † Ein ehrlicher Finder. Ein Rentier aus Eberswalde, ber nach Berlin gereist war, um dort ein Grundstück zu taufen, hatte seine Tasche mit 13 000 Mart Inhalt in einem Restaurant liegen lassen. Ms er auf der Polizei setnen Verlust anmeldete, bekam er sein Geld alsbald wieder. Ein Gast hatte die Tasche dem Wirt des Restaurants übergeben, und dieser hatte das Geld der Polizet abgeliefert. 1 Bahnsteigschaffner Hollfriz einen Einbruch. Es fielen ihm ist dies geschehen, um larten- Ausgabe des Bahnhofs in Elmshorn verübte der sausschusses endgültig, † Ein Eisenbahner als Einbrecher. In die Fabr. 9 bestimmt, daß die große Geldsummen in die Hände. Der Dieb wurde ver die Länge zu ziehen Bei dem in Rostock wohnenden Rittmeister a. D. von Derßen- dem Landrat ausgeüb haftet. † Der Logiergaft vom Hausherrn angeschoffen. Winckler auf Rothenmoor zum Besuch auf. bekam er Hunger und wollte sich etwas von Derzen erwachte dei dem Geräusch, mit einem Revolver in den Unterleib. Die allgemeine Auffid über die Angelegenhe In der Nacht Furs an den Regierun essen holen. Herr tter Instanz entidheidet .elt seinen Gast in it vom Regierungs. be enfchliche Mängel, abe der leichten Bekleidung für einen Einbrecher und schoß ihn Wie zu Eingangs b † Ein Student als Mädchen- Entführer. In Rins in Rompromißwert ist, heim bei Heidelberg entführte ein 24 jähriger Veterinär- ete einen Teil feiner Student die 19 jährige Tochter einer angesehenen Familie aus iffen, um etwas zufta T Dresden. Der Entführer wurde verhaftet. † Eine Familien- Tragödie. Der Techniker einer Werft in Triest, der mit seiner Ehefrau in Scheidung lebte, holte aus der Wohnung seine zwei Töchterchen ab und feuerte auf diese und dann auf sich selber mit einem Revolver. lebendig, die ältere Tochter und der Vater waren Leichen. Es wird abzuwarten 1 Ver Das Verbrechera Nur das jüngere Kind blieb mit schweren Verlegungen enthält zur Zeit über 25 Tabak und Gefundheit. ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter) in ihrem teilweise berechtigten Eifer leicht über das Ziel Tchern, Taschendieben, Me Darunter allein 4116 Bil ahren hat sich diese, woh 000 Bilder vermehrt. 242 000 Poftbeam = poft. Die Zahl übersteigt fog = 17 Lynchjuftiz in Chi zur Konzentrierung und Förderung des Nachdenkens bedeutet, be Als bittere Feinde des Menschengeschlechts werden namentlich an Amerita, fodaß Deutsch in neuerer Zeit Alkohol und Tabak bekämpft. Wie bei allen mee der Welt befigt. Ru Streitfragen gibt es auch auf diesem Gebiete Fanatiker, die angestellte, Defterreich et hinausschießen. Es ist sehr leicht für denjenigen, der nie mit der Frau feines Brui geraucht hat, den Tabak für das überflüssigste und wider angen, das nach chinesische wärtigste zu erklären, woran sich der Geschmack eines Menschen beiraft wird. Man fand heften kann. Daß er für unzählige Menschen nicht nur ein biser Tage, mit Striden Genuß von höchster Feinheit, sondern auch geradezu ein Mittel hwimmend. Die beleidig ein Verdienst dadurch erworben, daß sie von einer Reihe her- und Menschlichkeit schein bleibt unberücksichtigt. Eine große englische Zeitschrift hat sich hör den nicht hindern lasse Lynchjustiz vollzogen, vorragender Fachleute Meinungsäußerungen über die Wir- noch immer nicht befreun fungen des Tabaks auf gesunde und kranke Menschen eingeholt und veröffentlicht hat. Daraus geht zunächst hervor, Geschenk des de Sechs Trakehner Rapp daß das wissenschaftliche Urteil über diese Frage noch durch- kaisers an den Mikado Forschungen zu ergänzen bleibt. = wo sie im Ge Die Hengste find ganz be Kampf mit ein valter von 4 und 7 Jab icen( Ostpreußen) ſpiel Steinadler angegriffen, d tragen suchte. Der hin ben Adler mit einem G 1m Länge und eine Fli Junger Abente dernförde wurde in Gu Sijderboot in See gehen Unter den wenigen sichern Tatsachen ist der Satz zu nennen, daß der Genuß von Tabak während der Kindheit und des Jünglingsalters unzweifelhaft schädlich ist. Für die Behauptung, daß durch ihn auch dem wachsenden Mann irgendwelche gesundheitlichen Nachteile entstehen können, find die Beweise schon weit weniger einleuchtend. Auf der andern Seite steht die von hervorragenden Autoritäten vertretene Ansicht, daß Tabakrauchen teils anregend, teils beruhigend zu wirken vermag. Unmäßiger Tabatgenuß ruft zunächst eine Unregelmäßigkeit der Herztätigkeit hervor. Daß Magenstörungen dadurch entstehen könnten, ist kaum anzunehmen, denn die ganze medizinische Literatur weist nur einen oder mehrere Fälle auf, nach denen das wahrscheinlich wäre. Weit eher können die Nerven beeinflußt werden, aber immer nur durch ein Uebermaß. Die Einflüße auf Mund und Lunge können an sich als geringfügig betrachtet werden. truedlichen Plan gebrad obgleich in gewissen Fällen vermutlich die Entstehung freb- mehrere andere Diebstähl figer Erkrankungen dieser Teile befördert werden kann. Die run vorläufig anstatt na obern Luftwege können beeinträchtigt werden, indem ein missen, wo ihm seine Fo Rachenfatarrh entweder verursacht oder gesteigert wird. armen Fischer das Boot nach Afrika zu fahren, Baffen und Patronen Wahrscheinlich hat d dem Jungen den Kopf warden dürften. Immerhin scheint alles darauf hinzuweisen, daß schon ein wirklicher Mißbrauch mit Tabat geschehen muß, ehe ernstliche Folgen daraus erwachsen können. Auch unter dieser Voraussetzung werden schwere Störungen der Gesundheit nur selten eintreten. Ferner stimmen alle Urteile dahin überein, daß die Zigarrette die schlimmste Form des Tabak** Der Großher genusses darstelle, endlich, daß die giftigen Wirkungen des Dherstleutnant z. D. M Tabats durch gleichzeitigen Genuß von Altohoi sehr ge- leiks Friedberg, de steigert werden. Wenn man eine allgemeine Lehre aus den Büllstadt; zum Vort Auslassungen der Sachverständigen ziehen will, so fommt sie der Justizminister Ewald auf das alte Rezept der Mä ßigkeit hinaus. Was unter ** Der Großherz einem mäßigen Tabafgemuß zu verstehen ist, muß schließlich altsgericht Offenbach& jeder einzelne ſelbſt an sich ausprobieren, der eine kann un- dem Landgericht der gestraft eine gewisse Zahl von Zigarren oder Zigarretten täglich rauchen, durch die der andere eine Vergiftung verspürt. Der Mensch soll fein Hypochonder werden, aber er soll sich dazu erziehen, das richtige Maß im Gebrauch von Genußmitteln zu finden. Hus dem Gerichtsfaal. bei tom 1. Dezember ernann Die Reichsbank 5½%, für Lombard ** Zur Landtag Montag Abend eine allgem er der feitherige Abgeor die Tätigkeit und Aufgabe des allgem Verhandlung endete in Berlin ein Prozeß wegen Meineids this. Regierungsrat N egen drei Angestellte des verstorbenen Kommerzienrats von Barteien mit Ausnahme Bimmermann. 3., der ein Vermögen von 14 Millionen hinterließ, hatte den Landgerichtsrat Ehmke zum Testamentsvollstrecker eingesetzt. Gegen letzteren schwebt ein Verfahren Pambibat aufgestellt word Der Landtag wegen Betruges, den er bei der Erbschaftsregulierung bei von Bad Nauhei gangen haben soll. Frau von Zimmermann, die inzwischen Entagswahl von freifing zu einem Heil fünstler" Reichel in Beziehungen getreten war, af die Unterfügung d veranlaßte die jezt Angeklagten, den Diener Karl Voigt, die Portierfrau Tscherner und das Dienstmädchen Gröseling, durch Geschenke und Geldbestechung, in dem Verfahren gegen Ehmte falsche Aussager zu machen, die den Gegenstand des Orlen, die eine starte 2 Die Orte des Wettertals EBBettertalbahn nach Ba Meineidsverfahrens bildeten. Frau v. 3. hat sich mit Reichel ben die Sozialdemo nach Kalifornien begeben und ist daher für die Behörde nicht hnit doch im gehe erreichbar. Die Verhandlung, die ein interessantes Bild von Schreiners Busol den Verhältnissen im kommerzienrätlichen Hause entrollte, its Reichstagstardid endete mit der Verurteilung des Voigt zu 1 Jahr 3 Monat Zuchthaus und der Tscherner zu 1 Jahr Gefängnis. Die Angeklagte Gröseling wurde freigesprochen, die Verurteilten sofort in Haft genommen. § Gefährliche Einbrecher. Etimmenzahl erhielt. * Schwwrgerid die am 4. Dezem Das Landgericht Leipzig isungsperiode des S verurteilte den Bäcker Friedrich Bauer zu 5 Jahren Zucht robinz Oberheffen w daworenen gezogen: paatta- Münzenberg, Bud haus und den Schlosser Eduard Richter zu 2 Jahren Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaufsicht. Das Einbrecherpaar hatte an verschiedenen Stellen in Sachsen Wohnungen erbrochen und alle erreichbaren Wertsachen, Geld, Garderobe usw. gestohlen. der Ohm, Landwirt Erst nach längerer Zeit gelang es, die Bürgermeister Wolf in beiden Burschen zu verhaften, die nun für einige Jahre un Belter in Holzhausen& schädlich gemacht sind. rolba. Rentner 2 § Der Ehescheidungsprozeß der Prinzessin Luise. ot in Blitzenrod. Re Gegen das Urteil, durch das die Zuständigkeit des Landgerich Eisenbach in Sickendor in Gotha in der Ehescheidungs- Angelegentheit des Prinzen Beienheim. Beigeordne Philipp von Koburg festgestellt wurde, hat die Prinzessin Luise be. Raufmann Otto Di durch Dr. Zeiß in Jena Berufung anmelden lassen. Die eier 8r. in Eschenrod. Verhandlung findet am 4. Dezember statt. Prinzessiin ist Dr. Harmening in Jena. Vertreter der ungen. Landwirt Rarl Salter& c. in Stump recher. In die Fahr.§ 9 bestimmt, daß die Beschlüsse des Kreis- bezw. Be-| in Altenstadt. Landwirt Hch. Weber 2r. in Hartmanns- Landesherrn als den eifrigen Fördner der Landwirtschaft Elmshorn verilbte dee Einbruch. Es fielen ihm ist dies geschehen, um Jagdstreitigkeiten nicht allzu sehr Der Dieb wurde ber die Länge zu ziehen. tsausschusses endgültig, d. h. in letter Instanz erfolgen; ausherrn angeschoffen. Die allgemeine Aufsicht über den Jagdvorsteher bezügüber die Angelegenheiten der Jagdgenossenschaft wird hain. Defonom Gottlieb König 1r. in Ober- Mörlen. Raufmann Jakob Diehm 2c. in Lauterbach. Landwirt Joh. Schmidt 7r. in Dauernheim. Bürgermeister Lerch in Almenrod. Fabrikant Trapp in Friedberg. Landwirt Kourad Schepp 9r. in Pohl- Göns. Landwirt Wilh. Germer 2r. in Klein- Linden. vas essen holen. Her ster Instanz entscheidet; in Stadtkreisen wird die Auf- Beigeordneter Roth in Bettenhausen. Landwirt Heinrich vom Redner angeregten Studienreise nach Baden zwecks meister a. D. von Derzen: n dem Landrat ausgeübt; gegen dessen Verfügungen steht uch auf. In der Nacht furs an den Regierungspräsidenten offen, der aber in d), elt seinen Gast in ht vom Regierungs- bezw. Oberpräsidenten ausgeübt. Sinbrecher und schoß ihn Wie zu Eingangs bemerkt, hat das Gesetz wie alles -Entführer. In Rins. Kompromißwerk ist, bei dem jede Partei, jeder Abgeord24 jähriger Veterinäre einen Teil seiner Wünsche und Anträge hat aufgeben angesehenen Familie aus diffen, um etwas zustande zu bringen. 6. chaftet. Der Techniker einer frau in Scheidung lebte, vei Töchterchen ab und elber mit einem Revolver. B enschliche Mängel, aber es ist zu berücksichtigen, daß es Es wird abzuwarten sein, wie das Gesetz sich einlebt. - Vermischtes. t schweren Verlegungen nthält zur Zeit über 25000 Bilder von Einbrechern, Fäl Das Verbrecheralbum von Berlin. Das Abum d der Vater waren undheit. hen Mitarbeiter dern, Taschendieben, Mördern und anderen Verbrechern, In fünf Jarunter allein 4116 Bilder von Einbrechern. In fünf Jahren hat sich diese, wohl einzig dastehende Sammlung um 6000 Bilder vermehrt. 242 000 Postbeamte beschäftigt die deutsche Reichspoft. Die Zahl übersteigt sogar noch der die Vereinigten Staaten lechts werden namentlid on Amerita, sodaß Deutschland jetzt die größte Poftbeamten etämpft. Wie bei allen mee der Welt besitzt. Rußland beschäftigt nur etwa 57000 Gebiete Fanatiker, die lostangestellte, Desterreich etwas mehr. leicht über das Ziel = Lyuchjustiz in China. Ein junger Chinese hatte ir denjenigen, der nie fit der Frau seines Bruders ein Liebesverhältnis angeGeschmack eines Menschen estraft wird. Man fand die Leichen der beiden Liebenden berflüssigste und wider mgen, das nach chinesischen Anschauungen mit dem Tode Menschen nicht nur ein ieser Tage, mit Stricken zusammengebunden, im Flusse auch geradezu ein Mitte chwimmend. Die beleidigten Verwandten hatten diesen Att des Nachdenkens bedeutet, er Lynchjustiz vollzogen, an dem sie sich auch durch die Be= nglische Zeitschrift hat sig förden nicht hindern lassen. Mit den Segnungen der Kultur Berungen über die Wir noch immer nicht befreundet zu haben. id franke Menschen ein tsachen ist der Satz z = 8 geht zunächst hervor, echs Trakehner Rapphengste wurden als Geschenk des diese Frage noch durch Kaisers an den Mikado von Japan über Genua nach Tokio noch Die Hengste sind ganz besonders schöne und wertvolle Pferde. Kampf mit einem Steinadler. Zwei Kinder im während der Kindheit Alter von 4 und 7 Jahren, die in einem Part bei Balmft ſchädlich ist. Für die niden( Ostpreußen) spielten, wurden von einem mächtigen dem wachsenden Mann Steinadler angegriffen, der die Kinder packte und davonzue entſtehen können, find tragen suchte. Der hinzukommende Vater der Kinder tötete einleuchtend. Auf der den Adler mit einem Schuß. Der Ruubvogel hatte beinahe agenden Autoritäten ver- 1m Länge und eine Flügelweite von über 2 m. eils anregend, teils be Junger Abenteurer. Ein 18 jähriger Junge aus äßiger Tabatgenug ruft Edernförde wurde in Cuxhaven abgefaßt, als er mit einem Er Herztätigkeit hervor. Fischerboot in See gehen wollte. Der Bursche hatte einem tehen tönnten, ist taum armen Fischer das Boot gestohlen, und beabsichtigte damit ische Literatur weist nur nach Afrika zu fahren, wo er wilde Tiere zu jagen dachte. denen das wahrscheinlich Waffen und Patronen dazu hatte er bereits angeschafft beeinflußt werden, aber Wahrscheinlich hat das Lesen von Indianerbüchern usw. Die Einflüße auf Mund den Jungen den Kopf verdreht und ihn auf diesen abengfügig betrachtet werden. teuerlichen Plan gebracht. Da der junge Reisende noch ch die Entstehung treb: mehrere andere Diebstähle auf dent Kerbholz hat, wird er dert werden kann. Die mun vorläufig anstatt nach Afrika ins Gefängnis abfahren t werden, indem ein müssen, wo ihm seine Forscherpläne jedenfalls ausgetrieben werden dürften. er gesteigert wird. hinzuweisen, daß schon bat geschehen muß, ebe fönnen. Auch unter Störungen der Gesund immen alle Urteile dahin ** Der Großherzog empfing am 8. November den mmste Form des Tabat Oberstleutnant 3. D. Moo, Kommandeur des Landwehrgiftigen Wirkungen des von Altohoi sehr gezits Friedberg, den Defan Orth von Nieders Ulgemeine Lehre aus den Böll ſt ad t; zum Vortrag den Staatsminister Rothe und ziehen will, so tommt sie den Justizminister Ewald. ** Der Großherzog hat den Amtsrichter bei dem tehen ist, muß schließlich Amtsgericht Offenbach Gustav Brüel zum Landrichter eren, der eine fann um bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen mit Wirkung Geschenk des deutschen Kaisers für den Mikado. eit hinaus. Was unter garren oder Zigarretten ere eine Vergiftung ver honder werden, aber er Lokales. oom 1. Dezember ernannt. 9. November 1905. * Die Reichsbank hat den Zinsfuß für Bechsel Maß im Gebrauch von 5%, für Lombarddarlehen auf 62% erhöht. btsfaal. Sames 9r. in Dorf- Gill. Fabrikant Friedr. Zöller 2c. in Schlitz. Landwirt Ferd. Lauckert 2r. in Staden. - ** Am Samstag, dem 11. d. M., vormittags 1/29 Uhr beginnend, findet eine Sigung des Provinzial- Ansschaffes der Provinz Oberhessen mit folgender Tages ordnung statt: 1. Gesuch des Adam Beckmann zu Friedberg um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft im Hause Haagstraße 11. 2. Faselhaltung in der Gemeinde Eschen rod; hier Wahl der Zuchtrichtung. 8. Faselhaltung in der Gemeinde Bobenhausen 2; hier Wahl der Zuchtrichtung. hh Die Hessische Landes- Hypothekenbank gibt im Anschluß an die Veröffentlichung ihrer am 9. Oftober ab gültigen Darlehensbedingungen bekannt: Aus Anlaß der dermaligen Geldmarktverhältnisse wird bis auf weiteres zur Deckung der durch die Aufbringung des Darlehenskapitals für die Bank erwachsenden Kosten bei 1/2% jährlicher Tilgung der Tilgungsbreitrag für ein weiteres halbes Jahr herangezogen, sodaß sich die Rückzahlung des Rapitals in rund 63 Jahren vollzieht. Im übrigen bleiben die bisherigen Bedingungen in Kraft. *** Zur Landtagswahl. Ju Bessungen fand Montag Abend eine allgemeine Wählerversammlung statt, in Der der seitherige Abgeordnete Regierungsrat Road über die Tätigkeit und Aufgaben des Landtags sprach und sich aus. Nach mehrtägiger als Anhänger des allgemeinen gleichen und direkten Wahl Brozeß wegen Meineids rechts. Regierungsrat Naack ist von sämtlichen bürgerlichen en kommerzienrats von Bateien mit Ausnahme des Bundes der Landwirte als andidat aufgestellt worden. gen von 14 Millionen Ehmte zum Teftament schwebt ein Verfahren A Der Landtagswahl- Kandidat Stadtverordnete | tt. Stadttheater Gießen. Zu Schillers Geburtstag findet morgen Freitag eine sorgfältig vorbereitete Vorftellung von Maria Stuart" mit Elfriede Bayrhammer in der Titelrolle statt. Die Vorstellung zählt als 5. im Freitagsabonnement. Schüler und Schülerinnen erhalten zu * dieser Vorstellung Eintrittskarten zu ermäßigten Preisen. ** Doppeltes Jubiläum. Wie uns zu unserer geftrigen Notiz über das Jubiläum des Schuhmachermeisters Schlicher mitgeteilt wird, ist dieses ein doppeltes, indem der Jubilar heute nicht allein auf seine 25jährige Geschäftstätigkeit zurückblickt, sondern mit heutigem Tage auch ein Bierteljahrhundert verstreicht, daß Schuhmachermeister Schlicher seine jezige Wohnung im Hause des Wagnermeisters Mühlich in der Dammstraße bezog. * Auf der gestrigen Jagd des Freiherrn v. Heyl in Gunterhausen wurden erlegt: 493 Fasanenhähne, ein Rönigsfasan, drei Rönigsfasankreuzung, drei Bantamhähne, 11 Fasanenbennen, 32 Hasen, 52 Lapins, 1 Sperber und 24 wilde Welsche. An der Jagd nahmen teil: Der Großherzog, Prinz Heinrich von Preußen, Fürst Lich, Prinz Hohenlohne( preußischer Gesandter in Darmstadt), Rapitänleutnant v. Bülow, von Riedesel, von Westweller, Kammerherr von Leonhardi, Hofjägermeister van der Hoop, Freiherr von Heyl und Dr. Cornel von Heyl. *** Die Armee Konservenfabrit in Mainz fauft Hülsenfrüchte( Speiseerbsen, Speisebohnen und Linsen). Die Anfäufe dauern voraussichtlich bis Anfang Februar 1906. Angebote sind an obige Fabrik direkt zu richten. Das Broviantamt Frankfurt a. M. wünscht Lieferung von Roggen, Hafer, Heu und Roggenstroh( Flegel- und Maschinenlangstroh). § Lägellinden. Unsere Bosthilfftelle ist mit einer Telegraphenanstalt mit öffentlicher Fernsprechstelle und Unfallmeldestelle verbunden worden. * Staufenberg. Am leßten Sonntag sollte hier eine Wählerversammlung stattfinden, in welcher der Reichstagsabgeordnete Scheidemann über die bevorstehenden LandMan teilt uns dazu mit, tagswahlen sprechen wollte. daß die Versammlung sehr schnell zu Ende war. Warum? Es waren nämlich außer dem Einberufer und dem obengenannten Redner teine Zuhörer erschienen. §§ Groß Eichen, 8. November. Heute Morgen gegen 1/26 Uhr brach in der Scheuer des Schmiedes Fischer Feuer aus, das so schnell um sich griff, daß Scheuer, Haus und Stallung im Augenblick in Flammen standen. Nur mit Mühe konnte das Nötigste aus dem Hause gerettet werden. Die Hühner verbranaten im Stalle. Man vermutet, daß das Feuer durch Umfallen einer Laterne entstanden ist. feierte. Der Präsident des landwirtschaftlichen Provinzialvereins, Defonomierat Schlenke Friedberg referierte über den Stand der Kornhausbewegung in Hessen, insbesondere in Oberhessen. Die ersten Anregungen hierzu traten in einer landwirtschaftlichen Provinzialversammlung in Gießen zu Tage, sie wurden unterstützt durch die Wirkungen einer Besichtigung der dortigen Kornhaus- Anlagen. Dann ruhte die Sache eine Weile, bis das tätige Beispiel des benachbarten Kurhessens die Angelegenheit von neuem in Fluß brachte und zwar fiel im Kreise Alsfeld die Idee zuerst auf fruchtbaren Boden, daß man die technischen Errungenschaften unserer Zeit, den maschinellen, rationellen Betrieb sich nicht allein beim Pflügen, Säen und Ernten, sondern auch bei der Verwertung der gewonnenen Produkte zunuze machen müsse. Durch den gemeinsamen Verkauf an den Großhändler oder die Mühlen ist der einzelne der willkürlichen Preisbestimmung seiner Produkte durch den Zwischenhändler enthoben. Der genossenschaftlice Busammenschluß ermöglicht aber auch die Vorteile des Massen- und Groß- Einkaufs landwirtschaftlicher Bedarfsartikel wie füustlicher Futter- und Düngemittel, Vorteile, die in größerer Billigkeit und besserer Qualität der Ware zum Ausdruck tommen. Redner begrüßt die Anlage des Kornhauses in Nieder- Gemünden als besten Beweis für das glückliche Gedeihen der Oberhessischen Rornhausgenossenschaft zu Alsfeld und hofft, daß diese neue erfreuliche Erscheinung erfolgreichen genossenschaftlichen Bu sammenschlusses von Landwirten zur Nacheiferung anregend auf das übrige Oberhessen, ja auf das ganze Großherzogtum wirken möge. Gutspächter Dehlsen Dozelrob, der Direktor der Oberh. Kornhausgenossenschaft, zeichnete in furzen Strichen ein Bild der seitherigen Entwicklungsganges der Genossenschaft. Die Gründung erfolgte vor etwa einem Jahre mit einigen 50 Mitgliedern. Der Zusammentritt der Genossenschaft erfolgte unter erschwerenden Umständen, aber das kleine Häuft in der Genossenschafter habe sich nicht irre machen lassen Es fand, daß die Summe, die es beim Ver und Einkauf seiner Absatz- und Bedarfsartikel alljährlich dem Zwischenhandel als Verdienst bezahlte, reichlich hinreichen müsse, um die Binsen- und Amortisationsfosten der Rornhaus anlage zu decken, und es hatte sich, nachdem es sein Projekt in die Tat umgefeßt, nicht getäuscht. Die Genossenschaft hat sogar nach Ablauf des ersten Jahres ihres Bestehens nach Abzug aller Unkosten und Abschreibungen für Gebäude und Maschinen einen Reingewinn von 5000 Mt. erzielt. Mitgliederzahl der Genossenschaft ist inzwischen auf über 500 gestiegen, im rächsten Jahr hofft man an Stelle des letzt= jährigen Umsatzes von 2 Million einen solchen von Millionen zu erzielen. Die Gesamteinrichtung des neuen Kornhauses repräsentiert einen technisch hochentwickelten rationellen Betrieb. Es ist infolge seiner vorteilhaften und praktischen Ausnüßung der Räume( es hat 3 Etagen und Unterfellerung) sehr geräumig. Die maschinelle Anlage wird durch einen Benzin- Motor von 8 Pferdeftärken getrieben. an ][ Walsrode, 8. November. Unser Ort bereitet gegen. wärtig eine Petition an den Eisenbahnminister vor, um die schon lange projektierte Eisenbahnlinie Buzzbachusingen- Idstein- Langenschwalbach bis rbschaftsregulierung berig von Bad Nauheim war bereits bei der vorigen den Rhein zu verwirklichen. Gewünscht wird, die Linie ermann, die inzwischer, Lantagswahl von freifinniger Seite aufgestellt. Er rechnet zwischen Walsdorf und Würges vorbeizuführen, da dadurch ziehungen getreten wat af die Unterstüßung der Orte Obermörlen und Nieder- erhebliche Kosten bei der Durchquerung des Taunusrückens Diener Karl Voigt, mörlen, die eine starke Arbeiterbevölkerung haben und auf gespart und die Terrainschwierigkeiten leichter überwunden di Orte des Wettertale, die für Einführung der projektierten werden. Auch Camberg dürfte durch diese Linie profitieren. + Windecken, 8. November. Bahnbau Stockheimin dem Verfahren gege ettertalbahn nach Bad- Nauheim sind. Wie jest verlautet, Vilbel. Unser in die Interessensphäre der Linie Stockheimdie Dienstmädchen Gröfeling die den Gegenstand de - nachdem Minder abgeher für die Behörde nic lehnt doch im geheimen einen Kandidaten in der Person Bilbel gezogene Drt erhält außer dem gemeinsamen Bahnhof b. 3. hat sich mit Reiche ben die Sozialdemokraten in interessantes Bild vor das Schreiners Busolt- Friedberg aufgestellt, der beätlichen Haufe entrollte reits Reichstagskandidat war und damals eine große Sigt zu 1 Jahr 3 Monat Stimmenzahl erhielt. 1 Jahr Gefängnis. Die sprochen, die Verurteilten * Schwurgericht. Behuss Bildung der Spruhlifte ür die am 4. Dezember, vormittags 9 Uhr, beginnende §§ Ruppertenres, 8. November. Heute wurde der älteste Mann unserer Gemeinde, der 85jährige Rüchenmeister Seim zu Grabe getragen. Bad- Nauheim, 8. November. Die Arbeiten an der Das Landgericht Lei Sizungsperiode des Schwurgerichts Großh. Landgerichts der evangelissen Dankeskirche sind soweit gediehen, daß auer zu 5 Jahren Broving Oberhessen wurden die Namen folgender Haupt- ihre feierliche Einweihung bereits für Juni 1906 in Aussicht chter zu 2 Jahren Buchteschworenen gezogen: Pferdehändler Joh. Hch. Storch in genommen ist. Als Baumaterial diente Basaltlava aus dem 1 Die §§ Aus dem Ohmtal, 8. November. Die fetten Schweine gelten jest 56 Pfg. das Pfund Lebendgewicht. Die Metzger auf dem Lande haben das Pfd. Schweinefleisch auf 80 Pfg. erhöht, das Pfd. Rindfleisch toftet 75 Pfg. Eine gleiche Verteuerung hat das Gänsefleisch erfahren, das die Händler jegt mit 70 Bfg. pro Pfd. bezahlen. Literarisches. ,, Die Schaubühne", herausgegeben von Siegfried Jabcobsohn, enthält in ihrer Nummer vom 9. November: Kunst und Notwendigkeit. Von Wilhelm von Scholz. allerseelen am Rhein. Von S. J.- Bom moralischen Problem des Schauspielers. Von Dr. Emil Geyer Pariser Theaterzettel. Von W. Fred. Berliner Theaterfritifer. Die Schaubühne"( Verlag: Berlin S. W. 13, Hollmannstr. 10.) Wochenschrift für alle fünstlerischen Bestrebungen des Dramas. - " Marktberigte. - Steken, 9. November. Kufdem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per fb 110-1.15 t., habuereter per Stüd 8-9 Bfg., Enteneter St. 6-7 Big., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Bfg. Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Baar mr. 0.80-1.00, Hühner per Städ Mr. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per fb. 65-70 fa., Dosenfleisch per fb. 72-82 fg., Rindfletsch per fb. 70-72 Pfg. per Bfb. Schweinefleisch 80-90 Big. Schweine fletsch gesalzen per Bfunb 0.94 Bfg., Halbfleisch per Bfb. 70-80 Pfg. Sammelfietsch per Pfd. 50-76 fg., Kartoffeln pro 100 kilo 500-5.50 mt., 3wiebeln per 3t. mr. 6.00--8.00, Weistraut Stüd 7-10 Bf. per Stüd, Zentner 6-7 Mt. Hepfel der 3t. 10-25 Mr. Zwetschen ver Bentner 0,00.- 0.00, Nüsse 100 Stüd 30-40 ẞfg. Milch per Lite 20. Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 ubi nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen bor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten bret Stunder der Marktzeit im Umberzieben fellgeboten werden. Siegener landwirtschaftlicher Wetterblent. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 10. November. Wolfig, Temperatur wenig verändert, geringe Niederschläge, jedoch nur stellenweise. ( Näheres durch die Gießener Betterfarte.) t- antwortlic: für die Solittt und den Imeratenatl: lein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde Sachfen Bungen erai- Münzenberg, Buchhändler Wilh. Spamer in Homberg Lumdatal, selbst der Hauptturm ist bis zur Kreuzblume Gesunde Kinder. Hachen, Geld, Garderoben der Ohm, Landwirt Sg. Sartorius 1r. in Merlau. vollständig aus demselben Steinmaterial. rer Zeit gelang es, die ürgermeister Wolf in Effolderbach. Landwirt Heinrich nun für einige Jahre un Belter in Holzhausen bei Vilbel. ficht. Das Einbrederpaar Müller Lißberger in Broß- Felda. Rentner Bork in Schotten. Landwirt Joh. ? Buzzbach, 8. November. Der Vorschußtassenrechner Heinrich Forbach vollendete gestern sein 80. Leb nsjahr. Der alte Herr, der heute noch sein verantwortungsder Prinzessin Luife. Stock ia Blizenrod. Rentner Albrecht Freiherr Riedesel volles Amt versieht, ist in weiten Kreisen bekannt. tändigkeit des Landgerichu Eisenbach in Sickendorf. Landwirt Richard Breidenbach gelegentheit des Bringen Beienheim. Beigeordneter Moscherosch in Burggräfen britte Kornhand der Oberhessischen Kornhausgenossenschaft hat die Prinzessin Luise ode. Kaufmann Otto Diegel in Alsfeld. Landwirt Heinr. anmelden lassen. Die Beber 8r. in Eschenrod. Kaufmann Hch. Adam Köhler in Ser statt. Vertreter deungen. Landwirt Karl Stühler in Hainbach. Landwirt na. 5. Walter 2r. in Stumpertenrod. Landwirt Karl Bogt Scotts Emulsion befigt alle die vorzüglichen Eigenschaften des gewöhnlichen Lebertrans, aber feinen seiner Nachteile. In Scotts Emulsion ist der Lebertran leichter berdaulich als in seinem gewöhnlichen Zustande und sein Nährwert dementsprechend erhöht. Scotts Emulsion ist von angenehmen Geschmack und regt den Appetit an, der erste Schritt zur Erhaltung der Gesundheit. ? Nieder- Gemünden. Samstag wurde das hier errichtete eröffnet. Nachdem einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt waren, vereinigten sich gegen 100 Personen im Söblerschen Gasthause zu einem Festessen. Kreisrat Dr. Melior brachte das Hoch auf den Großherzog aus, indem er den Emulsion mit Rimt, Mandel- und Gaultheria- Del je 2 Tropfen. Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verkauft, und zwar nie Lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit unserer Schuhmarke( Fischer mit großem Dorsch auf dem Rüden). Scott& Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M. Bestandteile: Feinster Medizinal- Lebertran 150,0, prima Glycerin 50,0, unter phosphorigfaurer alt 4,3, unterphosphorigsaures Natron 2,0, pulv. Tragant 8,0, feinster arab. Gummi pulb. 2,0, destill. Wasser 129,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Geschäfts- Verlegung. Meiner werten Kundschaft und Freunden zur gefl. Kenntnis, dass ich am heutigen Tage mein Manufaktur- Waren-, Wäsche, Herren- und Damen- Konfektions- Geschäft von Neustadt 41 in den Laden der Frau W. Kohlermann Neustadt 53 verlegt habe. Das mir seither geschenkte Vertrauen bitte mir auch fernerhin bewahren zu wollen und halte mich bei Weihnachtseinkäufen in obigen Artikeln bestens empfohlen. Hochachtungsvoll Giessen. Zirkus Otto Mark Oswalds Garten Gießen. RULE Donnerstag, den 9. November, abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Täglich 8 Uhr abends Vorstellung. Sonnabend u. Sonntag finden 2 Vorstellungen ftatt. Anfang 4 Uhr nachm. und 8 Uhr abends. Jede Vorstellung reichhaltiges Großstadt Programm. Es ladet ergebenst ein Otto Mark, Direktor u. Eigentümer. Der Zirkus ift gut geheizt. Sonntags- Verein für Mädchen. Die Vereinigung junger Mädchen am Sonntag soll für das Winterhalbjahr am nächsten Sonntag, den 12. November wieder ihren Anfang nehmen. Die Bereinigung findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saale der Kleinkinderschule, Dienstraße 15; die Mädchen können zu jeder Zeit kommen und gehen. Bon 4 bis 5 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen. Gute, unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden. Eröffnungsfeier am Sonntag, den 12. November d. J., nachmittags 4 Uhr. Wir laden die Mädchen zu zahlreicher Beteiligung ein und P U Karl Zwang. Gelegenheitskauf: verbindlich bis 24. November: Diese und die kommende Woche stehen zum Verkauf 8000 Thüringer Wetterhäuser Bekanntmachung, Oberb Drud und Verlag ber 6 ( 18. fo.febung.) Caragiali hate feiner bredjen, und er zeigte fi So habe ich mich ebe gen getäuscht!" fagte er ru well wahrzunehmen, und d buntt aus fehr wohl zu Se Einfluß genug auf füb Biel zu erreichen, Bangigkeit vor den Kon lope Juftimmung eines repug, um alle die Bede 100n so ungeheurer L Maria hat ihren mit die Leseholznuhung in den Waldungen der manne doch ungweifetha Starkasten und grossem Thermometer das Sück zu Gießen betreffend, Wir bringen hiermit zur allgemeinen Opfe Pfg. daß nach einem Beschluß der Stadtverordneten- Verfa ber mit Stolz getrage 2 Stack pre 5 Stück M. 4.75 25 Stück M. 22 Gießen, in welchen Holzfällungen stattfinden, bis Unter 2 Stück 15. April f. Js. von der Leseholznuzung ausgeschl werden nicht versandt. Thüringer Wetterhaus m. sind. Starkasten und grossem Thermometer: Diejenigen Personen, welche entgegen dieser nehmen." „ Vielleicht haben Handlungen enter Fra Ueberraschendes mehr f nicht nur um den Nam Kommt der Mann mit ſtimmung beim Holzauflesen in den erwähnten Wallein. Auch Marias dem Regenschirm aus dem Haus, so giebt es schlechtes Wetter; kommt die Frau heraus so giebt es gutes Wetter; halten sich Mann u. Frau im Hause auf, so ist das Wetter sehr ungewiss. bezirken betroffen werden, haben Bestrafung auf Gri Frage." des Forststrafgesetzes zu erwarten. Gießen, den 7. November 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Für Weinbezug! Dieses Jahr sehr billig: Obstbäume, Blumenzwiebeln. Man verlange umsonst den gesamten Katalog von den Gärtnereien Peterseim, Hoflieferanten, Erfurt. Räumungs- Offerte: verbindlich bis 24. November: Auracarien Zimmerschmuck- Tannen: 5 gesunde, frischgrüne Exemplare 3 Mark. Palmen und bevorzugte Dracaena- Sorten: 6 gesunde dekorative Exemplare 4 Mark. 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