Inischen wieder Ort an wieder miefen tamen raigleit egeben, It eben Westen en Sie 1, aber ie wohl ind zu en und Sie mich - sonst habe 7/" veis. motieren eyer zu gelinden Herrn EinI den afung r Sterl großen ährend ang ment ficht, ge= Cennt in nde auf en eine Ihnen r Anvütend. ch denn t Aneip ehe Sie und da en Euch en." AufTumen ttc, wie großhier?" rrisch): Eal" Th ja, Pinca leuen Berline Rr. 107. b il batten Sie daran?" manchen beinah ins ungad gestürzt hat. e versuchte möglichst gleichgültig zu erscheinen Was weiß ich davon? fogar ansteig, Traumzustände befand. hatte bringen sollen, bei dem Adressaten persönlich abzufertig gebracht, ein Stadttelegramm welches er zur Boit In diesen hatte er es allerdings wenn er sich nicht gerade in einem feiner Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz OberBeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Betitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Hauptexpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Montag, den 8. Mai 1905. Gießener 4. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Cberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Platt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Huffchub des Militärpenfionsgesetzes? ( Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) Der Novelle zum Militärpensionsgesetz, die dem Reichstag zur Beratung vorliegt, droht dem Vernehmen nach eine längere Verzögerung. Vertreter der Mehrheit sind übereingekommen, die Zustimmung zu jener Novelle, die naturgemäß eine Belastung des Reichs durch Erhöhung der Penfionsausgaben mit sich bringt, von der vorgängigen Erledigung der Kostendeckungsfrage abhängig zu machen. Wie es heißt, hat Reichstagspräsident Graf Ballestrem nicht umhin gefonnt, ihren Wünschen Beachtung zu schenken. Die Weiterberatung der Militärpensionsgeseßnovelle soll deshalb bis zum Herbst vertagt werden. Einstweilen bis zum Herbst. Denn es steht noch keineswegs fest, es ist sogar recht unwahrscheinlich, daß schon der nächste Herbst eine Verabschiedung der Reichsfinanzreform sehen wird, die zur Stunde noch nicht einmal im Plane fertig ist, geschweige denn in einem formulierten Entwurf vorliegt. Und wenn der Entwurf auch bereits vorhanden und veröffentlicht und der Erörterung übergeben wäre, so ist der Weg bis zur Verabschiedung bei der vorhandenen außerordentlichen Meinungsverschiedenheit so weit, daß er in einer Session sich schwerlich wird zurücklegen lassen. man Es ist gewiß zu loben, wenn der Reichstag bei jeder Ausgabe, die er bewilligt, auch sofort an die Deckung der Ausgabe denkt. Man kann es im Prinzip sogar richtig finden, daß die Deckung vorhanden sein muß, ehe man die Ausgabe botiert. Aber nach einer Formel fann man keine politischen Geschäfte treiben, nach einem Schema fann man nicht regieren. Feste Regeln und leitende Grundsäße müssen beobEs wäre jedoch achtet sein, dürfen nicht vergessen werden. das Gegenteil aller staatsmännischen Kunst, wollte Regel und Grundsatz zum obersten Herrscher machen, unter Verzicht auf die Berücksichtigung der Sonderart des jeweils vorliegenden Anwendungsfalles. Sollen Regel und Schema allein maßgebend sein, so bedarf man keines Staatsmannes mehr, so fann man die Regierung getrost einem gemissenhaften Registrator anvertrauen, Regel und Grundsat sind für die Staatsverwaltung unentbehrlich. Aber ebenso unentbehrlich ist, daß bei der Anwendung auf jeden einzelnen Fall Regel und Grundsatz immer aufs neue geprüft und darauf angesehen werden, ob nicht eine Ausnahme am Blaze sei. Wir haben hier ein ausgezeichnetes Beispiel vor uns, an dem man lernen kann, wie ein gesunder Grundsatz in einem besonderen Falle zum Unrecht und auf Abwege führen kann. bracht" wird, beinahe aussichtslos, daß ihm ein Begräbnis beinahe sicher ist. Im vorliegenden Fall aber dürfte diese Erfahrung sich nicht erneuern. Dazu ist der Gegenstand zu wichtig und zu ernst. Es ist niemand, der nicht anerkannt hatte, daß die Militärpensionen einer Erhöhung bedürfen. So darf auch niemand sein, der aus irgend einem Grunde die Bewilligung der Erhöhung versagt oder verschiebt. De schönsten Reden sind nicht imstande, über das Ergebnis hinwegzutrösten, das gar nicht schön, das die Verlängerung einer Härte und Ungerechtigkeit wäre. Man spricht vergeblich viel, um zu versagen Der andere hört von allem nur das Nein." " Der Krieg in Oftalien. Roschdiestwenskys Nahen hat für Japan bereits eine längst gefürchtete üble Folgeerscheinung gezeitigt. Das unternehmungslustige Wladiwostokgeschwader, das infolge der Unschädlichmachung der Port Arthur- Flotte zu langer unfreiwilliger Untätigkeit verurteilt war, hat nicht gezögert, Den günstigen Moment auszunüßen und den Feind auf der Rückfront zu beunruhigen. Nenes Auftreten des Wladiwostokgeschwaders. Eine Torpedoboot division aus Wladivostok ist bereits an der japanischen Küste erschienen und hat Schrecken und Aufcegung unter der seefahrenden Bevölkerung verbreitet. Aus Tokio wird gemeldet: Wir sagten schon, daß es zu loben sei, wenn der Reichstag immer vor Bewilligung einer Ausgabe an ihre Deckung denke und für die Deckung sorge. Es wäre aber verfehlt und das Gegenteil eines vernünftigen Finanzgebahrens, wollte man für jeden bestimmten Verwendungszweck eine Einnahme aus bestimmter Quelle anweisen. Das würde die Einheitlichkeit des Staatsfinanzwesens völlig zereißen, würde die Fiskalität, die immer vom Uebel ist, vervielfältigen, weil der große, einheitliche und in seiner Größe und Einheitlichkeit imposante Staatsfisfus in eine ganze Reihe von Spezial- Fiskussen sich auflöſte. Es ist das Gegenteil einer guten und rationellen Wirtschaft, wenn für jede notwendige und nützliche Ausgabe ein Spezialtöpfchen zur Bestreitung der Kosten hingestellt würde. Vor hundert Jahren war das Brauch, auch in Preußen, und man erblickte darin das Walten einer vorsichtigen Finanzleitung. Bis die neue Zeit fam, die alle die kleinen Spezialtöpfchen zerschlug, und alle die kleinen Spezialschäße in den einen großen Staatsschat zusammenfließen ließ. Hiervon datiert die moderne Staatswirtschaft, die alle Staatsausgaben vom Standpunkt des Gemeininteresses aus betrachtet. Man hat damit gute Erfahrungen gemacht. Die Staatsfinanzen haben nicht zum wenigsten durch diese Vereinheitlichung eine überraschende Kräftigung erfahren. Erst Ende der achtziger Jahre hat man in parlamentarischer Eifersüchtelei, die wieder angefan= ein Unheil ist und Unheil hervorruft gen, zu der längst überwundenen Gewohnheit zurückzukehren, indem man bestimmte Einnahmen mit bestimmten Ausgaben verkoppelte. Die lex Huene war ein erster unglücklicher Versuch. Man war froh, als man das Gesetz wieder beseitigen fonnte, das die Mehrerträge aus den Kornzollerhöhungen von 1887 den Streifen für Ausgaben zuwies, die diese unter Umständen gar nicht machen wollten! Gleichwohl ist es bei dem vereinzelten Versuch nicht geblieben. Man hat ihn wiederholt, und es scheint beinahe, als ob man ihn auch hier wiederholen, den Mehrbedarf für die Erhöhung der Militärpensionen auf den Ertrag einer bestimmten Steuer anweisen wollte. Vier russische Torpedoboote aus Wladiwostok erschienen auf der Höhe von Sutsui, westlich von Jesso. Sie kaperten ein fleines Segelfahrzeug, dessen Kapitän sie gefangen nahmen. Der übrigen Mannschaft gelang die Flucht ans Land. Das Schiff wurde von den Russen angezündet, nachdem sie das Deck mit Petroleum begossen hatten. Man nimmt in Tokio an, daß die russischen Torpedoboote, die man den Kurs nach Nordwesten einschlagen sah, nach Wladiwostok zurückgekehrt sind. Doch kann diese Hoffnung auch trügerisch sein. Zu gleicher Zeit mit der obigen ist eine Depesche eingelaufen, nach der ein russisches Kriegsschiff mit nördlichem Kurs bei Hieirobishi auf Jokkando( Jesso) ge sichtet wurde. Es ist nicht ausgeschlossen, daß dies Schiff einer der Wladiwostokkreuzer gewesen ist. Das würde auf eine größer angelegte Kaperfahrt deuten. Auj jeden Fall aber haben es die Wladiwostofer mit ihrem Vorstoß erreicht, daß die japanische Flotte nach zwei Fronten angestrengten Wachdienst tun und ihre Streitkräfte, die sie Roschdjestwensky gegenüber nur zu notwendig braucht, zer splittern muß. Der richtige Weg ist, daß eine als notwendig erkannte Ausgabe bewilligt und dann für die ganze Summe aller als notwendig erkannten Ausgaben die Deckung beschafft wird. Denn das Notwendige muß eben geleistet werden. Der Einzelne fann in seinem Haushalt seine Lebenshaltung nach seinem Willen und Gefallen herabsetzen- der Staal kann und darf es nicht. Es wäre überaus bedauerlich, wenn die Militärpensionäre auf die Erhöhung ihrer Pension noch weiter warten, wenn sie die Erfahrung machen sollten, daß die her he Teilnahme und Zustimmung, die man ihren berechtigten und bescheidenen Wünschen entgegengebracht hat, nur ein leerer Schein gewesen, nur ein Schaugericht, das ihnen Sättigung nicht zu bringen, sie ihnen bloß vorzugaufeln bestimmi war. Es ist ja eine alte parlamentarische Erfahrung, daß ein Gesezentwurf, dem allseitig„ Sympathie entgegengeder Berichterstatter einfach erfundenes Zeug verbreitet und bom Reichskanzler überhaupt nicht empfangen worden ist. Der Reichstag wird sich bald nach seiner Eröffnung mit den südwestafrikanischen Kolonien befassen und zwar wird die Vorlage über die Kamerunbahn zur Erledigung fontmen. Die Rückkehr des Generals v. Trotha aus dem Aufstandsgebiete wird in den nächsten Monaten erwartet, es soll dann die Zivilverwaltung eingerichtet werden. Einzelne der gefangenen Herero erzählen, die freiwillige Uebergabe sei gegen den Befehl und Willen Samuel Mahareros erfolgt, der seinen Anspruch auf die Stellung eines Oberhäuptlings auch noch nach dem Uebertritt auf englisches Gebiet aufrechterhalte. Er hat befohlen, alle Herero, die sich den deutschen Behörden stellen, auszuplündern und unter Umständen zu erschlagen. Ein angeblicher japanischer Neutralitätsbruch sollte nach französischen Blättern zum Gegenstand einer russi schen Beschwerde bei der holländischen Regierung gemach! worden sein. Roschdiestwensky habe der russischen Admira lität mitgeteilt, daß die Japaner sich in den Territorialgewässern der Insel Borneo befinden. Aus Petersburg wird diese Meldung dementiert. In England aber glaubi man steif und fest, daß Rußland tatsächlich eine Beschwerde nach dem Haag gerichtet hat, und regt sich gewaltig über die russische dreiste Frechheit auf, die darin liege, sich nach dem eigenen krassen Neutralitätsbruch in Annam nun über Japan zu beklagen. Man ist überhaupt in London recht besorgt megen der möglichen Wendung der Neutralitätsfragen im chinesischen Meer und hat die Schlachtschiffe ,, Kanopus" und ,, Goliath" und die Kreuzerkorvetten„ Cadmus" und„ Clio" zur Verstärkung des Chinageschwaders abgeordnet. Kuropatkins Rückkehr bom Kriegsschauplaz nach Rußland wird jetzt als sicher unmittelbar bevorstehend gemeldet. Kuropatkin werde sich auf seinen Landsitz zurückziehen. Zum Kommandeur der 1. Mandschureiarmee sei der kommandierende General des 4. sibirischen Armeekorps Generalleutnant Sarubajewo ausersehen. Ein russischer Spion. A Die Hauptbestimmungen des Gesetzentwurfs über die Stilllegung von Zechen wurden von der Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses angenommen. England. Die Regierung hat Befehl gegeben, die großen Flotten manöver zu verschieben. Damit ist der Plan der über die ganze Erde sich erstreckenden Manöver, der am 10. Dezember b. J. bekannt gemacht wurde, offenbar vertagt. Alle Ge schwader sollten annehmen, Krieg sei ausgebrochen und sie sollten sich mit den Flotten vereinigen, zu denen sie gehören. Jeder Kommandant sollte dabei nach eigenem Ermessen handeln. Man befürchtet aber Unzuträglichkeiten und hat deshalb einstweilen von der Idee abgesehen. Der Russe Wladimir Antowitsch Horwitz, der am 22. April in Singapur festgenommen wurde, weil er sich ohne Erlaubnis auf der Insel Pulo Brani, die Regierungseigentum ist, aufhielt, wurde wegen diefer Uebertretung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde über ihn eine Geldstrafe von 250 Dollars verhängt, weil er Zeicheninstrumente bei sich führte. Der Verurteilte legte Berufung ein und wurde gegen 1000 Dollars Bürgschaft vorläufig freigelassen. Die Politik. frankreich. In Paris erwartet man den Rücktritt des Ministers des Aeußern Delcassé in allernächster Zeit, da zwischen ihm und dem Ministerpräsidenten Rouvier starke Gegensätze be stehen sollen. Von unterrichteter Seite wird zu den deutsch- amerika. nischen Handelsbeziehungen geschrieben, die Nachricht von der bereits erfolgten Kündigung des bestehenden Handelsbertrages sei falsch. Ebenso müßten die Gerüchte von be gonnenen Verehandlungen mit Vorsicht aufgenommen wer den. Jedenfalls herrsche auf beiden Seiten das Bestreben, baldmöglichst zu einer Verständigung zu kommen. Nach einem aus London kommenden Bericht hat Frank. reich in Marokko eine wichtige Konzession erhalten. Der Sultan habe die französische Regierung ersucht, in Tanger neue Hafenwerke zu errichten. Ein Schiff mit französischen Ingenieuren sei bereits abgegangen. Ob die Mdung sich in dieser Form bewahrheitet, muß jedenfalls abgewartet werden. Der Vertreter eines französischen Blattes wollte ein Interview mit dem Reichskanzler Bülow über die Marokkofrage gehabt haben. Die phantasievollen Mitteilungen über diese Unterredung wurden sofort dementiert, in der französischen Presse aber doch trotzdem aufrecht erhalten. Jetzt wird in aller Form an offiziöfer Stelle festgestellt, daß Russland. Die innere Lage hat sich wenig gebessert. Leute, die aus Orechow- Sujemo im Moskauer Fabrifbezirk in Moskau eingetroffen sind, berichten, daß dort in der letzten Zeit heftige Rämpfe zwischen Truppen und Arbeitern stattgefunden haben. Im Verlauf dieser Ereignisse feien fünfzig Gebäude niedergebrannt worden. Auf Seite der Arbeiter wurde ein Mann getötet und zwanzig verwundet; auch sieben Soldaten erlitten Verlegungen. Während der Oster. woche kam es im Dorfe Konopliansk zu Bauernunruhen, bei denen zwanzig Gutshöfe geplündert und großer Scha den angerichtet wurde. In Warschau wurden infolge der Unruhen mehrere Hundert Personen verhaftet. Fünf Haus. meister wurden erschlagen, weil sie der Polizei bei den Ver haftungen behilflich gewesen sind. In Moskau sind die Semstvo- Vertreter zusammengekommen. Es liegt ihnen eine Denkschrift über die Vorbedingungen freier Wahlen für die geplante Volksvertretung vor. Die Verhandlungen werden geheim gehalten. Serbische Sorgen. Nachdruck verboten.] Belgrad, 6. Mai Der Abkömmling des schwarzen Peter, der nun die blat befleckte Krone Serbiens trägt, fann seines Thrönchens nicht froh werden. Die bleichen Schatten Alexanders und Dragas wollen nicht aus dem Konak weichen und ängstlich mag Könic Peter oftmals dem Morgenlichte entgegenharren. Kann man doch garnicht wissen, was hier einmal wieder über Nacht passieren kann bei den serbischen Patrioten wird das Leben des obersten Herrn im Lande nicht beson. ders hoch eingeschäßt. Ein zufällig losgehender Revolver. schuß oder ein ins Ungewisse hinein geführter Säbelhieb sir, ohne besonderes Aufsehen zu erregen, imstande, der gesam ten inneren Politik ein anderes Gesicht zu geben und eine neue Dynastie aus dem Nichts hervorzuzaubern. Die Tra gödie, bei der Milans unglücklicher Sohn die leidende Rolle spielen mußte, erzählt deutlich genug von diesen sonderbaren Landessitten. Die an der Ermordung des ehemaligen Kö nigspaares beteiligten Verschwörer bereiten den führenden Männern unaufhörlich starke Kopfschmerzen. Der jezige Herrscher hat nicht die Kraft gefunden, die rächende Hand auf sie niedersausen zu lassen. Wie konnte er es auch? Waren sie doch die Schildknappen, die ihm den von der durch. schossenen Stirn seines Vorgängers gerissenen goldenen Reif brachten. Neuerdings regte der französische Gesandte Benoit eine Konferenz des diplomatischen Korps in Belgrad an. Es wurde die Frage erörtert, ob irgendwelche Schritte zu unternehmen seien, um gegen die Ernennung einiger an dem Drama im Sommer 1903 beteiligten Ver schwörer zu Ordonnanzoffizieren des Königs zu protestie. ren. Die auswärtigen Diplomaten kamen zu dem Schluß. die Verschwörerfrage sei ein- für allemal abgetan. Es sei auch nicht nachgewiesen, daß die ernannten Offiziere di. rekt an den Ereignissen teilgenommen hätten. Man kann die Stellungnahme der Herren verständlich finden. Wer greift ohne dringende Not schmutzige Dinge an? Eine andere Seminiszenz an die Mordnach Som 11. Juni 1903 bringt ein Zivilprozeß, der demnächst zu Verhandlung kommen wird. Unter anderen Offizieren wurde damals auch der erste Adjutant des Königs Alerander General Luzar Petrovic, getötet und zwar nur zufällig, da er, seiner Pflicht bewußt, das Königspaar mutig verteidigte. In seinem Zimmer fand man eine Summe Geldes, die man einem Rechtsanwalt als persönliches Eigen: tum des Getöteten überwies. Die Königin Natali als Universalerbin ihres Sohnes beauftragte ihren Rechts beistand aber, das Geld zurückzuverlangen, und behauptete. es hätte König Alerander gehört. Einmal hat der Gerichts: hof schon zugunsten der Kinder Petrovics entschieden, der Vertreter der Er- Königin hat aber neue Beweisgründe bei: gebracht. Die schöne Natalie scheint wenig Respekt vor de Tatsache zu haben, daß Petrovic in der Verteidigung ihr Sohnes starb. Non olet, denkt sie und strengt einen neuen Prozeß an. Wie schattenhaft übrigens die Machtvollkommenheit König Peters ist, erkennt man daraus, daß er gezwungen worden ist, seinen Privatsekretär und Chef des Preßbureaus, Balugditsch, und ferner seinen eigenen Neffen, den Kabinettschef Dr. Nenadowitsch, zu entlassen. Beide Männer galten noch vor wenigen Tagen als mächtig im Lande Serbien. Aber nun haben beide sich durch schleunige Flucht ins Ausland vor weiteren Fährlichkeiten retten müssen. Balugditsch setzte sich auf dem Gebiete der inneren Politik in Gegensatz mit dem ränkevollen Minister Paschitsch, Nenadowitsch wurde in den Sturz des anderen verwickelt, und da man nichts anderes finden konnte, warf man ihm Spionage und Bestechlichkeit vor. Er ist nach Cettinje geflüchtet und soll dort Rache brüten. Die Hauptsache bei der Affäre ist, daß die beiden Landflüchtigen ergebene Freunde des Königs waren, die stets für seine Thronbesteigung gekämpft haben. Doch der Monarch konnte tr allen guten Willens weder den einen noch den andern schützen, er ist nur ein ohnmächtiges Werfzeug in der Hand der Parteien. Neuerdings verlautet, König Peter wolle einen Besuch in Konstantinopel beim Großherrn machen, auch spricht man von einer Reise des Königs von Italien nach Belgrad. Ob solche hösischen Zusammenfünfte dem ersten Könige aus dem Hause Karageorgiewitsch mehr Halt auf dem schwankenden Fürstensiz geben werden? Schwerlich Gewalttat und Ungerechtigkeit sind schlechte Fundamente. Und auf diesen beiden zweifelhaften Säulen ruht der serbische Thron Hof und Gesellschaft. Der Kaiser begiebt sich diesen Montag von Karlsruhe nach Straßburg i. E., um nach dem Besuch mehrerer Städte der Einweihung der Gedenkhallen auf dem Kriegerfriedhofe von Gravelotte beizuwohnen. Der Aufenthalt des Kaiserpaares in Karlsruhe war in erster Linie dem intimen Verkehr mit der großherzoglichen Familie gewidmet. Daneben hielt der Kaiser mehrfach Konferenzen mit dem Reichskanzler Grafen Bülow ab und hörte auch sonstige Vorträge. Prinz Eitel Friedrich hatte sich in Basel Don seinen Eltern verabschiedet, um von dort nach England zu reisen - Nah nd fern. Die Genicstarre. J. Oberschlesien haben die Erkran fungen an der gefürchteten Epidemie einen Höhepunkt er. reicht, der bis dahin noch nicht beobachtet war. Allein im Landkreise Beuthen sind 343 Erkrankungen gemeldet, von denen 145 tödlich verliefen. Abschluß der Montignoso- Affäre. Endlich ist es den Bemühungen der beiderseitigen Bevollmächtigten gelungen, den neuen Zwist zwischen dem sächsischen Hof und der Gräfin Montignoso beizulegen. Die Gräfin Montignoso behält die fleine Prinzessin noch einige Zeit und erhält eine erhöhte Apanage anstatt der bisher gezahlten 30 000 Mark. Ta gegen verzichtet sie auf die sächsische Staatsangehörigkeit. Auch über den Zeitpunkt des Wiedersehens mit ihren iori gen Kindern sind Abmachungen getroffen worden. ** Urlaub für Postbeamie. Nach nemen Bestimmungen wird der Urlaub von der Postverwaltung nach dem Lebensalter des Beamten bemessen und nicht mehr nach seiner persönlichen Stellung oder Beschäftigung. Es erhalten künftig etatsmäßige Beamten unter 45 Jahre bis zu 14 Tage, über 45 Jahre bis zu 3 Wochen, über 60 Jahre bis auf 4 Wochen alljährlich einen Urlaub zu ihrer Erholung. Soweit hiernach der Urlaub drei Wochen nicht überschreitet, kann er in begründeten Fällen noch um 7 Tage verlängert werden. Für die Unterbeamten ist der Urlaub ähnlich geregelt. Neu eingeführt ist der sogenannte Winterurlaub. Er kann an die Stelle des Sommerurlaubs treten und für jeden etatsmäßigen Beamten bis auf vier Wochen ausgedehnt werden. O Der Kinderhilfstag, der kürzlich in Berlin veranstaltet war, hat nur ungefähr 52 000 Mark erbracht. Dieses Resultat bleibt hinter den Erwartungen der Veranstalter weit zurück. Man hatte mit einem Ergebnis von mindestens 100 000 Mart gerechnet. ** Gab es früher mehr alte Leute als jekt? Der Glaube, daß es der Fall war, ist weit verbreitet, hält aber vor der Statistik nicht stand. Die jetzt veröffentlichten Altersnachweise der 1903 im Deutschen Reiche verstorbenen Personen zeigen, daß noch eine große Zahl alter Leute im Deutschen Reiche vorhanden ist. Im genannten Jahre verstarben 36 060 Personen, die im Alter vom vollendeten 81. bis zum bollendeten 85. Lebensjahre standen, ihnen reihten sich 12 606 Fünfundachtzig- bis Neunzigjährige an, denen 298 Leute von 96 bis 100 Jahren und 28 Personen im Alter bon mehr als 101 Jahren folgten. In Preußen starben 18 Personen, die mehr als 100 Jahre alt waren, davon 14 Männer und 34 Frauen; 17 von diesen Hundertjährigen waren im Jahre 1803 geboren; außerdem starben noch 18 ebenfalls im Jahre 1803 Geborene kurz vor Erreichung des 100. Lebensjahres. Die Ueberlegenheit des weiblichen Ge schlechts zeigt sich auch hier wieder. Wenn man nur die Hundertjährigen im Deutschen Reiche in Betracht zieht, so ergibt sich, daß im Alter von 100 Jahren 16 Frauen und 9 Männer starben. Im Alter von 101 Jahren wurden 6 Frauen und 4 Männer, mit 102 Jahren 6 Frauen und 1 Mann, mit 103 Jahren 4 Frauen und 1 Mann zur letzten Ruhe gebettet. Außerdem starben noch eine Frau mit 104 Jahren und fünf Frauen im Alter von 105 oder mehr Jah: ren. Diese Zahlen sind wohl geeignet, die Annahme zu zerstören, daß es heute weniger alte Leute gebe als früher Seit 1880 werden amtliche Verzeichnisse aller Neunzigjäh rigen geführt; dadurch werden natürlich die früher gar nicht prüfbaren und meist übertriebenen Angaben über die höch sten Lebensalter immer genauer, und zu hohen Angaben des Lebensalters wird der Boden entzogen. Die Gastwirte schlagen auf! In Nürnberg, der Stadt der Bratwürste, beschloß eine von 1000 Mitgliedern besuchte Gastwirtsversammlung, in Anbetracht der steigenden Fleisch preise eine Erhöhung der Preise für die von ihnen zu ver abreichenden Speisen um 15 bis 20 Prozent vorzunehmen. Der Beschluß soll mit aller Entschiedenheit durchgeführt werden. Den Mitgliedern der Gastwirtsvereine, die von der Preiserhöhung etwa absehen wollten, wird der Verlust aller Vergünstigungen angedroht, die von den Vereinen den einzelnen geboten werden. Zur Ueberwachung der Ausführung des Beschlusses wurde eine Schußkommission gewählt. Ein Gattenmord. In Meilendorf im Anhaltischen erdrosselte ein Arbeiter seine Frau und hängte die Leiche in einer Weise am Bettpfosten auf, daß dadurch der Anschein eines Selbstmordes erweckt werden konnte. Die Tat wurde indessen ruchbar, und der Mörder legte ein Geständnis ab. A Beim Scheibenschießen getötet wurde ein Weichensteller in Elsterwerda. Er hatte aus Gefälligkeit den Posten des Scheibenweisers übernommen. Dabei hat er jedenfalls die nötige Vorsicht außer Acht gelassen. Denn von einem Lehrer, der am Schießen teilnahm, erhielt er einen tödlichen Schuß in den Kopf. ** Rechtsberatungsstellen für Unbemittelte sind in letter Zeit in mehreren deutschen Städten eingeführt worden, die ser Tage erst wieder in Saarbrücken. Außer Anfragen aus dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung und Arbeiterfürsorge sowie in Militär- und Steuersachen wird unentgeltlick unbemittelten Einwohnern Auskunft erteilt in Miet- und Strafsachen-, Ehe- und Vormundschaftssachen, Alimenta: tions-, Testaments- und Erbschaftssachen, sowie in Sachen der gesamten freiwilligen Gerichtsbarkeit. Das Unglücks- Fahrzeug. In Wien hat sich wieder ein schwerer Automobilunfall ereignet. Der Leiter der dortigen Filiale eines italienischen Kraftwagenwerkes, der Ingenieur Jurski, wollte auf der Fahrt zum Prater mit seinem Motor einem Wagen der elektrischen Bahn ausweichen. Das Automobil kam auf dem schlüpfrigen Pflaster ins Gleiten und wurde an einem Mast der elektrischen Beleuchtung zertrümmert. Jurski und der Chauffeur wurden aus dem Wagen geschleudert und kamen durch den Sturz ums Leben. A Bei einem Einbruch in die Bureaus des Touloner Ar. senals fiel den Dieben eine große Beute an Wertsachen in die Hände. Der Geldschrank dagegen, in dem sich ungefähr 10 000 Francs befanden, hatte den Einbrechern, die nach den Spuren zu urteilen mit starken Hämmern gegen ihn borgegangen waren, widerstanden. Die Verbrecher scheinen einen guten Humor gehabt zu haben, denn sie schrieben mit der Kreide auf den Geldschrank:„ Wir gratulieren Ihnen zu der Widerstandskraft Ihres Geldschranks!" Ein Mitschuldiger des italienischen Königsmörders Bresci soll in Kairo verhaftet worden sein. Er soll den ganzen Tag, an dem das Attentat auf König Humbert verübt wurde, mit dem Mörder zusammengewesen sein und diesen auch bei den Vorbereitungen zu seinem ruchlosen Plane unterstützt haben. Der Verhaftete, der unter dem Spiznamen Biondino in Anarchistenkreisen bekannt ist, war bon Zanzibar nach Kairo gekommen. * Die Don Quixote- Feier in Madrid, die an diesem Sonntag beginnt, wird neben ihrer literarischen Seite zu einem wahren Volksfest ausaestaltet werden Ein Riesenfeuer äscherte einen großen Teil der Ortschaft Giesebit am Lebasee ein. 70 Gebäude, darunter das Postamt, sind abgebrannt. 26 Familien sind obdachlos, zwei Kinder werden vermißt; auch viel Vieh ist umgekommen. die Hand. Ja, f an; eine Gamm Stand einer mod fefche Frau über Schluffe fei noch hunderts das Bis dahin hatte und Zitronenöl fräftige Gerüdy unferer berfein mo Metallsäcke für Obst. All die süßen Früchte, die an den Obstbäumen der Ernte entgegenwachsen, haben viele Gefahren zu überstehen, bis sie in den Besitz des Menschen tommen. Die Insekten versuchen, sie zur Ablagerung ihrer Eier zu benutzen, und später stellen sich die Vögel und andere Feinde ein. Um die Früchte am Baum zu schüßen, verwendet man wohl kleine Säckchen aus Baumwolle, Zwirn oder auch Papier. Sie haben aber den Nachteil, die Luft, das Licht und andere belebende Strahlen von den Früchten fernzuhalten, deshalb schlägt ein findiger Obstzüchter vor, Metallnege zu verwenden, von denen die Frucht kugelartig umgeben wird, ohne berührt oder gedrückt zu werden. Licht, Luft und Wärme finden freien Zutritt, ebenso der Regen, während Hagelförner abgehalten werden. Sogar viele Insekten dürften den Weg durch die Maschen nicht finden. Das Gewebe dieser Metallsäckchen wird galvanisiert, damit es nicht rostet und länger vorhält. Der gewöhnliche Besitzer eines Obstgartens wird kein rechtes Verständnis für ein solches Raffinement haben, aber es gibt Früchte, die sehr teuer bezahlt werden, und es ist daher nicht unmöglich, daß der eigenartige Vorschlag hier und da verwertet wird. + Untergang statt Ausrangierung. Ein eigenartiges Schicksal erfuhr das britische Kanonenboot Thistle". Das fleine Kriegsfahrzeug war von seiner Station am Kap der guten Hoffnung nach der Heimat zurückbeordert, um dort aus der Liste der Kriegsschiffe als nicht mehr verwendbar gestrichen und an den Meistbietenden verkauft zu werden. Vor diesem prosaischen Ende ist der„ Thistle" bewahrt geblieben. Das Kriegsschiff wollte auf dem Felde der Ehre bleiben, und so ist es auf der Heimfahrt bei Kap Finisterre an der spanischen Küste gescheitert Tages- Chronik. In einem Stahlwerk in Remscheid wur den zehn Arbeiter durch den Absturz einer mit 12 000 Kilo. gramm Metall gefüllten Pfanne getötet. In Giesebitz am Leba- See in Pommern sind 70 Ge bäude niedergebrannt. In der Nordsee gingen während eines Sturmes zwe Fischerfahrzeuge aus Finkenwärder resp. Blankenese unter die Besatzung ist ertrunken. Nordwestlich von Kap Henry ist an der Küste der Ver einigten Staaten von Nordamerika ein großer Dampfer, bermutlich der Lloyddampfer„ Main", auf Grund aufge laufen. Kunft und Wiffenfchaft. Schillers Zeit und unfere Mode. ( Von unserer ständigen Korrespondentin.) Im Augenblick, da Deutschland sich zurückversenkt in die Geschehnisse von vor 100 Jahren, da man die Welt, in der Schiller lebte, in jeglicher Weise vor uns neu entstehen läßt, kann man auch fragen: wie sahen die Leute in jenen Tagen aus? Das Aeußere der Menschen wird, handelt es sich um eine allgemeine Betrachtung, wesentlich von dem Anzuge bestimmt. Wir haben uns daher mit der Mode in den Jahren 1750 bis 1805 zu beschäftigen. Gerade um diese Zeit nahm der Wechsel der Mode ein beschleunigtes Tempo an, und so müßten wir vielerlei Bilder malen, um klar zu machen, wie man sich in dem halben Jahrhundert, in dem Schiller lebte, kleidete. Interessanter erscheint es uns, der Frage nachzugehen: Welche Kleidungsstücke gab es schon zu Schillers Zeiten, die die heutige Kleidertracht noch aufweist? BM Dir Marbacher Schillerausstellung im dortigen Schillermuseum wurde vom König von Württemberg feierlich eröffnet. Voran ging ein Huldigungsakt des schwävischen Schillervereins am Schillerdenkmal. Dabei hielt ein Urenkel des Dichters, Freiherr Alerander von GleichenRußwurm, die Festrede. Den Feierlichkeiten wohnten außer dem Königspaar auch die übrigen Mitglieder der königlichen Familie bei. dirbt. Das Rei prozeß lautete geflagten wie die f. 3t. weg fannten Gefo Was die Rev geflagten we wurde ausgef fönne, weil einen besonde die Versicheru feitigteit berb tönne, weil d bürgt gewefen In der Männerkleidung vollzog sich von dem Jahre 1750 an ein Wandel. Beginnen wir mit der Bekleidung des wichtigsten Teiles des Körpers, mit dem Haupte: Die hohe Perücke, die man bisher getragen hatte, verlangte, daß man den Hut unter dem Arme hielt. Die neue Haartracht dagegen litt den Hut auf dem Kopfe. Und so kam neben dem Dreispitz der hohe Zylinderhut um das Jahr 1750 auf, der mit der politischen Richtung der Männer in enger Beziehung stand. Es war der Hut der Quäfer aus Nordamerika, der bis heute sehr viele Wandlungen durchgemacht hat, aber nicht wieder aus dem Reich der Mode verschwunder ist. Gleichzeitig erschien zum ersten Male der Filzhut mit rundum aufgeſteifter Krempe aus England, den man den Puritanern abgeguckt hatte. Bisher war ein Hauptbestandteil der männlichen Kleidung das Wams. In der Zeit, die uns hier beschäftigt, verkürzte es sich wesentlich und wurde allmählich zur Weste, die ja heute von der Herrenkleidung unzertrennlich ist. Schon damals fertigte man sie für die Galatracht, wie heute, aus feinen Stoffen, aus Damast, und an einer Vedeckung mit Seidenstickerei fehlte es ihr auch nicht. Wie heute schwankte schon damals der Schnitt zwischen einer und zwei Reihen Knöpfe. Auf der Brust blieb sie ausge schnitten, ganz wie heute. Nur kannte man damals glücklicherweise das gesteifte Oberhemd noch nicht. Zwischen dem Ausschnitt wurde ein weißes Spizenjabot sichtbar. Selbst soweit war man schon vorgeschritten, daß man die Rückenteile der Weste aus Futterstoff herstellte. Wenngleich Schiller sich wenig oder garnicht um die Mode kümmerte wir finden in seinen Dramen nur ganz selten Angaben über die Kleidung der auftretenden Personen, so ist es doch nicht uninteressant, gerade die Mode um diese Zeit ins Auge zu fassen, weil tatsächlich in ihr die Anfänge unserer gegenwärtigen Herrenmode liegen. Denn zu gleicher Zeit mit der Weste entwickelte sich auch der Frack. Selbstverständlich sah er anders aus als heutzutage. Vor allem war er weiter im Schnitt und aus kostbarerem Stoff als gegenwärtig. In der Herrenmode war schwarzer Sammet so alltäglich, daß man für elegantere Zwecke farbigen Sammet mit Goldstickereien wählte. Zur Verbreitung des Fraces hat am meisten das Erscheinen von Goethes Roman:„ Die Leiden des jungen Werther" beigetragen. Werther trug einen blauen Frack mit Messingknöpfen, ledergelbe Weste und gleiche Lederhosen. Ledergelbe Weste oder Westen aus gelben Leder gelten jetzt als höchste Neuheit; selbstverständlich versteht man es heute, das Leder weicher zu verarbeiten. Auch die Schuhe und Stiefel nähern sich unserem Geschmacke. Anstelle der roten Absätze werden schwarze gewählt, und man bemüht sich, den Stiefel zierlicher zu arbeiten, indem man die Sohlen weniger dick machte. PR Gin genähtes Herz besitzt ein junger Mann, der in einer Sitzung des Dortmunder ärztlichen Vereins vorgestellt wurde. Er hatte bei einer Schlägerei einen Stich ins Herz erhalten. Im Krankenhaus wurde ihm die linke Seite geöffnet, eine Rippe entfernt, um das Herz freizulegen, und der Stich im Herzmuskel vernäht. Die Heilung hat guten Verlauf genommen, und der Patient empfindet keinerlei Schmerzen. Der Landwirt. 18 Die Verbreitung der Maul- und Klauensenche in Deutschland. Die gefährliche Seuche ist in den letzten Monaten in erfreulicher Weise zurückgegangen. Ende 1904 zählte man noch 168 Gemeinden mit 361 infizierten Gehöften, am 15. April wurden nur noch 20 Gemeinden mit 31 Gehöften als Krankheitsherde festgestellt. Die G Durd b wet glodenb aber troßber gefunden, b unterbricht i Auch die Frauentracht der Gegenwart klingt an die Toilette der Damen zu Schillers Zeiten an. Damals lebte man noch befangen in der Idee vom Reifrock, von der Krinoline, die aber mit der Revolutionszeit zu Grabe getragen wurde. Und heute ist man auf dem besten Wege, die KriVon England noline in die Frauentracht einzuführen. ausgehend, beschäftigten sich die Frauen eigentlich zum ersten Male mit dem Korsett, das in seiner Form Aehnlichkeit mit dem unsrigen hatte, sich aber dadurch unterschied, daß es über der Bluse getragen wurde. Es bestand aus schwarzer Seide und war mit Fischbein versehen. Mit der Mode jener Tage hat die heutige die Schnebbentaille gemein, außerdem das vorn hochaufgebauschte Haar, wie es Goethes Schwester trug, das man mit Blumen und Bändern und Ketten gerade so wie heute schmückte. Der Mode von 1790 haben wir das Marie Antoinette- Fichu entlehnt, und wenige Jahre vorher führte sich die Schürze für den Haus- und Straßenanzug ein. Wie heute war sie aufs schönste mit Falbeln und Volants garniert. Sie war so groß, daß sie zumeist die ganze vordere Hälfte des Untergewandes bedeckte. Wir haben nicht den Raum, auf alle Einzelheiten einzugehen. Wir möchten aber noch betonen, daß damals der Muff für Herren und Damen sich in die Mode einführte, daß man zum ersten Male auf matte gebrochene Farben Wert legte, die heute unter den verschiedensten Bezeichnungen die Mode beherrschen, und daß die griechischen und römischen Gewänder Einzug hielten in den Toilettenbestand der Frau. Bekanntlich stehen unsere modernen Reformkleider der griechischen und römischen Mode sehr nahe. Auch sei darauf hingewiesen, daß die Frauen zu Schillers Zeiten gerade so wie heute lebhaftes Gefallen daran fanden, sich wie die Männer zu fleiden. Die Damen von Welt nahmen die Krawatte an und das Sabot. Wie die Männer trugen sie zwei Uhren, und schließlich nahmen sie den Rohrstock in für Moment Stille. Ern ernft und fa deutschen Ge Drdhefter hin Aber nicht la eilen die Fef der weite Ra gewandelt ift. und Abwechs fcheinen zarte ihm den Plä und ab. D vollem Wich und zum Bo und Künstler Bläge ein u Guirlande der Saal lie Mufifdiretto hoben und unferer 116 Rompofition und Chor fich die To Saal und geendet. G Feftrede di er den W ziehungen Inüpfte an tages in G redner mit des deutscher empfunden Einigkeit um wie nie zub hat in deuts innere 8m die idealen modernen 8 Rorn, Eilen Schiller und fammeln t die Welt zurüd. daß die Schiller- E grenze ung der moder unterschrei Schwingu in feine um Schri Genius feitig ben und Liebe und Gege Moral. den Maffe brangend: Ausdrud. fleigt aufs Tiegt äfthe flagt vom Jurid. Je Dichter f Alles ift i firgeffen 2 Berioden geftirns in Den Schlußfage e, die an de biele Ge Menschen erung ihre und ander 1, berwendet en oder aud t, das Licht hten fernzu bor, Metall tig umgeben ht, Luft und en, während Je Injetten 1. Das Be mit es nicht Befiber eines ein foldhes ehr teuer be aß der eigen Mode. ndentin.) rientt in die Welt, in der tstehen läßt, jenen Lagen It es sich um Anzuge be den Jahren Zeit nahm an, und so machen, wie Schiller lebte, -rage nadu Su Schillers Deist? dem Jahre ekleidung des e: Die bobe te, daß man Haartracht o fam neben hr 1750 auf. in enger aus Nord durchgemacht berschwunder Filzhut mit Den man den Hauptbestand der Zeit, die hund wurde errenkleidung n sie für die Damast, und hr auch nicht. wischen einer eb sie ausge Damals glüd mishen dem tbar. Selbst n die RückenWenngleich e fümmerte Angaben über so ist es doch Zeit ins Auge unserer gegener Zeit mit der r er weiter im ärtig. 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Jahrhunderts das Kölnische Wasser große Verbreitung fand. Bis dahin hatte man sich mit Ungarwasser, mit Rosenöl und Zitronenöl benett. Man hatte eine Vorliebe für äußerst fräftige Gerüche und liebte sogar den Moschus, der trotz unferer verfeinerten Nerven noch immer unsere Luft verdirbt. Emma Reichen. Aus dem Gerichtsfaal. § Das Reichsgerichtsurteil im Königsberger Hochverrats prozeß lautete auf Verwerfung sowohl der Revision der Angeflagten wie auch der des Staatsanwalts. Somit bleiben die f. 3t. megen Geheimbündelei gegen die Angeklagten erfannten Gefängnisstrafen von 1 bis 3 Monaten bestehen. Was die Revision des Staatsanwalts anlangt, der die Angeflagten wegen Hochberrats verurteilt wissen wollte, so wurde ausgeführt, daß der§ 102 feine Anwendung finden tönne, weil die Gegenseitigkeit von Rußland weder durch einen besonderen Vertrag noch durch Gesetz verbürgt sei, und die Versicherung des russischen Botschafters, daß die Gegenseitigkeit verbürgt werde, deshalb nicht in Betracht kommen fönne, weil die Gegenseitigkeit bereits zur Zeit der Tat verbürgt gewesen sein müsse. Die Schiller- Feier in Gießen. Der zweite Feftatt. Die Musit- Aufführungen. So feiert ihn! Denn was dem Mann das Leben Nur halb erteilt, soll ganz die Nachwelt geben Durch die weiche, warme Luft fallen rasch aufeinander zwet glodenhelle Töne. Halb fünf Uhr. Es ist noch früh, aber trogbem haben sich schon einige Festteilnehmer eingefunden, die eilig in das Bortal eintreten. Gleich darouf unterbricht ihr gedämpfter Schritt, faft faum vernehmbar, für Momente die ernste Ruhe des Saales. Und dann wieder Stile. Ernst und schweigend ruht der Saal wie zuvor und ernst und schweigend wölbt sich auch der Lorbeer um den deutschen Geistesheros und läuft die lebende Guirlande zum Drchefter hinauf. Das Ganze atmet schlichte Vornehmheit. Aber nicht lange währt die Ruhe mehr. Immer zahlreicher eilen die Festteilnehmer herbei und immer mehr füllt sich der weite Raum der Turnhalle, der zum Konzertsaal umgewandelt ist. Das Bild gewinnt fortwährend an Farben und Abwechslung, an der Seite des schwarzen Rocks erscheinen zarte, duftige Roben und streben gemeinschaftlich mit ihm den Bläßen zu. Auf allen Seiten wallt es jetzt auf und ab. Da mischen sich die Studenten- Berbindungen in vollem Wichs in das Treiben, zweifarbiges Tuch tritt ein und zum Bodium steigen Sänger und Sängerinnen, Rünftler und Künstlerinnen empor, Chor und Orchester nehmen ihre Plätze ein und werden immer lebhafter von der lebenden Guirlande umfaßt. Blöglich hört alle Bewegung auf und der Saal liegt in schweigender Erwartung da. UniversitätsMusikdirektor Trautmann hat den Dirigentenstab erhoben und gleich darauf fezt das Orchester, die Kapelle unferer 116er, ein und die ersten Attorde der Goetschen Rompofition über Schillers" Ränie" rauschten auf, Soliften und Chor seßten ein und in wundervoller Harmonie fanden sich die Töne. Lautlos in Andacht versunken lauschte der Saal und löste diesen Bann auch nicht, als die Aufführung geendet. Erst Professor Dr. Behaghel brach durch seine Feftrede die Stille. Mit flarem, volltönenden Organ führte er den Werdegang des Dichters vor und deckte die Be ziehungen Schillers zum modernen Leben auf. Der Redner knüpfte an die Feier des hundertsten Schillerschen Geburts. tages in Gießen. Er erwähnte, daß der derzeitige Fest: redner mit Bezug auf die damalige politische Berrissenheit des deutschen Vaterlandes Schiller als einen Sonnenblid empfunden habe. Heute schlingt sich der eiserne Reif der Einigkeit um alle deutschen Stämme und Achtung gebietend wie nie zuvor steht das Reich da. Aber die Uneinigkeit hat in deutschen Landen nicht aufgehört, drohend hebt der innere Swift sein Haupt, um uns mit seinem Parteihader die idealen Güter zu entreißen. Der Grundton des modernen Beitgeistes ist auf Haft und Erwerb gestimmt, Korn, Eisen und Kohlen süllen den Tag aus. Da wird Schiller uns zu einem Ruhepunkt, an dem wir uns wieder sammeln können. Schon ziehen andere Strömungen durch - " die Welt und die Menschheit sehnt sich nach dem Idealizmus zurück. Als erfreuliches Beichen gilt es Professor Behaghel, daß die Studentenschaft, die Jugend, den Anlaß zu der Schiller- Ehrung gegeben hat und ihr Ruf an teiner Altersgrenze ungehört verhallt ist. Schiller gehört allen. Mag der moderne Mensch ihn auch nicht mehr in allen Punkten unterschreiben das ist natürlich, da ihn ganz andere Schwingungen umspielen so ist Schiller nichtsbestoweniger in seine gedankliche Welt und sein Leben verwoben. Schritt um Schritt ist Schiller vorgedrungen, immer herrlicher seinen Genius entfaltend. Beigen seine ersten Dramen nur einseitig den Angreifer oder Angegriffenen, so ftellt in Rabale und Liebe" sich doch schon die Gesellschaft voll zum Hieb und Gegenhieb und offenbart sich dadurch in ihrer ganzen Moral. Aber noch ist Schiller die Kunst das Mittel, zu den Massen zu reden, noch ist die Sprache stürmisch und drängend: der stärksten Leidenschaft gilt auch der stärkste Ausdruck. Dann tritt die große Ruhepause ein, der Dichter steigt aufs Katheder, schreibt Geschichte, liest Geschichte und liegt ästhetischen Studien ob. Das Pendel wendet und schlägt vom Weltbürgertum auf die Liebe zum Vaterlande zurück. Jezt springt der Quell von neuem auf und der Dichter schafft die Reihe seiner gewaltigen Meisterwerke. Alles ist jest geläutert und klar, die Formel stets auf den fürzesten Ausdruck gebracht. In fließenden, fest geschlossenen Perioden führte der Festredner den Aufstieg des Dichter. gestirns in das Zenith vor. - Den Beschluß des Festaktes machte die Aufführung des Schlußsages der Beethovenschen neunten Eymphonie in D- moll über Schillers Ode an die Freude. Auch hier vereinigten sich unter der umsichtigen Leitung des Musikdirektors Traut manu die Mitwirkenden zum hinreißenden Zusammenspiel und nur das Sopran- Solo differierte um fast etnen halben Ton. Doch vermochte dieses nicht, ernstlich die Wirkung zu beeinträchtigen. Es waren weihevolle Momente, dir durch den Saal gingen und alles in ihren Zauberbann schlugen. Und dann ist der Festakt zu Ende. Langsam leert sich das Haus und ernst und schweigend wölbt sich der Lorbeer wieder um das Haupt des Meisters. Lokales. 8. Mai 1905. ** Der Großherzog empfing u.. am 6. Mai den Generalmajor von Schmidt, Kommandeur der 25. Ravallerie- Brigade( Großh. H ss.) und den Amtsrichter Gläser von Grünberg. ** Der Großherzog hat am 6. Mai den Bauinspektor des Hochbauamts Gießen, Geheimen Baurat Karl Reuling zu Gießen auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Dienstnachfolgers an in den Ruhestand versezt und ihm aus dieser Anlaß die Krone zum Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Phil pps des Großmütigen verliehen. ** Der Großherzog hat den Bantbeamten Otto Seipp aus Büßfeld zu Direktions- Assistenten bei der Landes- Hypotetenbank ernannt. *** Am Mittwoch, den 10. d. M., vormittags 1/29 Uhr beginnend, findet eine Sihung des Provinzial ausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender TagesOrdnung statt: 1. Hilfsbedürftigkeit des Ludwig Thalmann Eheleute in Burg- Gräfenrode; hier Klage der Ortearmenverbandes Burg- Gräfenrode gegen den Landarmen verband Friedberg. 2 Gesuch des Johann Michael Desch zu Bleichenbach um Erlaubnis zum Betrieb einer aftwirtschaft. 3. Gesuch des Heinrich Luft III. zu Hartmannshain um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein. *** Am Freitag passierte der Reichstanzler Graf Bülow auf seiner Reise nach Karlsruhe Gießen mittels Salonwagens. *. Geschworenenlikte. Bu der am 2. Juni 1905 in Gießen beginnenden Sizungsperiode des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen sind folgende Geschworenen ausgeloft worden: Landwirt Hch. Chr. Fauerbach in Büdesheim, Müller und Landwirt Karl Goppel in Pfordt, Landwirt Joh. Hensel 3. in Schwalheim, Landwirt Reinhard Diefenbach in Freienseen, Landwirt Sch. Karl We th in NiederWölstadt, Landwirt Ronrad Wagner in Odenhausen, Kreis Gießen, Kaufmann Herm. Dürbeck in Lauterbach, Landwirt Beter Görnert 3. in Queckborn, Landwirt Peter Well 3. in Ober- Breidenbach, Bankier Ludwig Radke in Gießen, Landwirt Sch. Horst 3. in Ruppertenrod, Fabrikant Wilh. Wenzel in Lauterbach, Bürgermeister Leschhorn in Obbornhofen, Landwirt Ph. Stoll 2. in Echzell, Bankier Ph. Jöckel in Grünberg, Fabrikant Bruno Büttner auf Hof- Graß, Mehlhändler Karl Heinrich Rausch in Friedberg, Rechner Geift in Ober- Widdersheim, Ingenieur A. Julius Wezel in Nieder- Erlenbach, Bäder Jakob Thring- Lich, Landwirt Gg. Seyboldt 1. in Nieder- Eschbach, Bäcker Windisch in Friedberg, Bankier Bücking in Alsfeld, Maurermeister Mezendorf in Schlitz, Delmüller Koch in Alsfeld, Pachter H. Kraft in Bonhausen, Möbelhändler Bindewald in Friedberg, Rentner Freiherr Riedesel zu Eisenbach in Sickendorf, Landwirt Andreas Lepper 3. in 8ell. * Die feierliche Neberreichung der Gesellenbriefe an diejenigen Prüflinge, welche innerhalb des Be= zirts Gießen beim Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins und demjenigen bei der Bäckerinnung in diesem Frühjahr die Gesellenprüfung in praktischer und theoretischer Hin sicht bestanden hatten, fand gestern vormittags 11 Uhr in der Turnhalle der Höheren Mädchenschule statt. Der Vorsigende des Prüfungsausschusses des Ortsgewerbevereins, Baumeister Traber, eröffnete die Feier mit einer Begrüßung der Gäste und Vertreter des Handwerks und wies_dann auf die große Bedeutung der Gesellenprüfung hin. Er betonte ganz besonders die nachteiligen Folgen, welche durch eine Nichtablegung dieser Prüfung für einen fünftigen selbstständig werden wollenden Handwerker nach sich ziehe. Ein solcher Handwerker darf dann z. B. teine Lehrlinge anlernen und darf insbesondere auch die Meister prüfung nicht ablegen. Die Brüflinge ermahnte er eindringlich, nicht etwa mit heute das Lernen als beendet anzusehen, sondern von jetzt ab sich zu bemühen zunächst erst ein tüchtiger Geselle zu werden, um später durch Ablegung der Meisterprüfung ein tüchtiger angesehener Handwerksmeister werden zu können. Hierauf sprach er die Prüflinge zu geseglich geprüften e- sellen in ihrem Handwerk. Anschließend beglückwünschte Rommerzienrat Heichelheim für die Handelskammer, Weißbindermeister 2. Petri im Auftrag der Handwerks. L. fammer, Rommerzienrat Heyligenstaedt für den Drtsgewerbeverein die Prüflinge und sprach der letztere besonders den Prüfungsmeistern seinen Danft aus für die ehrenamtlichen Bemühungen. Der Obermeister der Bäckerinnung dankte für bas Entgegenkommen, daß heute die feierliche Ueberreichung der Gesellenbriefe in Gemeinschaft mit dem Prüfung ausschusse des Ortsgewerbevereins stattfinden fönne und ermahnte alsdann seine Prüflinge in eindringlicher Weise im Streben nach Weiterbildung nicht zu erlahmen und tüchtige Gesellen zu werden. Nunmehr überreichte Schlossermeister Dörr mit einer feringen Ansprache die Gefellenbriefe und lies den Handschlag durch die beiden Altmeister Schreinermeister Beil, Schmiedemeister Heß, dem Jungmeister Wagnermeister Mühlich und dem Schreinergesellen Rintel vornehmen. Ein gleiches tat hierauf Bäckermeister Frey, den Handschlag nahmen hier Obermeister Pfeiffer und Bäckermeister Horn Zum Schluß sprach der Junggeselle Weigel den Dank aus für die Mühewaltungen der Prüfungsausschüsse. Bur diesjährigen Prüfung hatten sich zusammen 99 Prüflinge aus 29 verschiedenen Gewerben zur Prüfung gemeldet. ab. ** Die tätowierte Dame. Miss Carri hat bei ihrem ersten Auftreten in Gießen, Restaurant„ Adler", sehr gut abgeschnitten, indem sich eine ganze Anzahl Bewunderer eingestellt hatten. Sehr angeneh berührte das Dezente und B scheidene in ihrem Wesen. Ein Besuch ist durchaus empfehlenswert. ** Gestern Vormittag verunglüdte in der Nähe der Ganseburg ein aus Gießen gebürtigter Radfahrer. Der selbe erhielt schwere Verlegungen am Kopfe und wurde, nachdem er von einem herbeigerufenen Heilgehilfen verbunden, mittels Droschte nach seine Wohnung verbracht. Klein- Linden. Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde hier die 5. Schulftelle errichtet. Infolge □ Heuchelheim. Verlorener Schmuck. der Feldbereinigung sind im Laufe des Winters die Bappel. und Erlenbäume im sogenannten Heßlar abgeholzt worden. Der von Spaziergängern so gerne aufgesuchte Heßlar hat dadurch seine ehemalige Schönheit vollständig eingebüßt. A Steinbach, 7. Mai. Der Kriegerverein feiert am 21. Mai fein 30jähriges Bestehen und erhält die Raiserschleife. Hungen. Dem seitherigen Schulverwalter Staubach in Gießen wurde eine Lehrerstelle an der hiesigen höheren Bürgerschule definitiv übertragen. ** Nieder Ohmen. Lehrer Massing, welcher längere Jahre hier tätig war, hat in Laubach die 3. Lehrstelle übertragen bekommen. Schulverwalter De chau versieht vorläufig provisorisch den Dienst bis später ein anderer Lehrer definitiv nach hier versetzt ist. □ Homberg a. d. Ohm, 7. Mai. Lezten Dienstag fand im Lokale des Karl Schildwächter die fonftituierende Versammlung der hiesigen Gemeinnüßigen Baugenossenschaft" statt. Der Genossenschaft traten 39 Mitglieder bei. " § Strebendorf, 7. Mai. Auszeichnung. Der Großherzog hat die anläßlich seiner Vermählung geftiftete Medaille dem Präsidenten des hiesigen Kriegervereins August Schmid! verliehen. Kriegerkameradschaft Hassia. Dem vor kurzem erschienenen Jahresbericht der Krieger fameradschaft Dassia für 1904 entnehmen wir, daß die Hassia den stattlichen Zuwachs von 33 Vereinen mit 1780 aftiven und 115 passiven Mitgliedern zu verzeichnen hatte, sodaß sie Ende 1904 einen Gesamtbestand von 900 Vereinen mit 54 724 aftiven und 6940 passiven, zusammen 61 564 Mitgliedern zählte. Von ihren Ehrenmitgliedern ist Seine Erlaucht der Graf Dito zu Solms- Laubach im Jahre 1904 verstorben. Neu erteilt wurde die Ehrenmitgliedschaft dem Herrn Grafen Driola in Büdesheim. Das Gesamtvermögen des Verbandes und seiner Stiftungen hat sich um 12 957 Mt. erhöht und beträgt 182 329 Mt. Die einzelnen Vereine besaßen Ende 1903 ein Gesamtvermögen von 477 174 Mt., einen Inventarwert von 380 987 Mt. Die Zahl der Abonnenten des Verbandsorgans„ Der Hessische Kamerad" ist von 1571 am 1. Januar 1903 auf 2636 am 1. Januar 1904 und auf 3600 am 1. Januar 1905 geftiegen. Hassia- Kalender wurden 42 629 abgesetzt. 86 Vereine find im verflossenen Jahre durch Verleihung der Kaiserlichen Fahnenschleife ausgezeichnet worden; 28 Vereinen wurde die Erlaubnis erteilt, das Großherzogliche Staatewappen in ihrer Fahne zu führen. Die Ehrentafel des Berbands gelangte an 59 Rameraden und 9 Vereine zur Verteilung. Auf Kosten des Verbands wurden 332 Vorträge in den Vereinen gehalten und dafür 2120 Mt. verausgabt. Im Präsidium des Verbands traten folgende Benderungen ein: Der 1. Präsident, Oberstleutnant a. D. Cramolini und Erlaß Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs vom Landgerichtsrat Sandmann schieden aus. Durch Allerhöchsten 11. Januar 1905 wurde Se. Excellenz Generalleutnant z D. ersten Präsidenten ernannt. Als Präsidiai Erlaß Sr. Hof zum mitglieder traten neu ein die Kameraden Lehrer Will in Rendel und Kreisamtmann Gagner in Mainz. An Unterſtüßungen wurden vom Verband 10115 Mt. ausgezahlt. Die Lokal bereine gaben hierfür im Jahre 1903 41 817 Mt., seit ihrem Bestehen 691 796 Mt. aus. 8ur Erinnerung an die Vermählung Sr. Königlicher Eleonore zum Solms- Hohensolms- Bich veranstaltete die Hassia Hohet des Großherzogs mit Ihrer Turchlaucht der Brinzessin eine Sammlung zur Errichtung einer Stiftung, deren Erträgnis bedürftigen jüngeren Rameraden, welche sich verehelichen, zu Gute kommen soll. Es wurden 12 200 Mt. auf gebracht, welche die Ernst- Ludwig. Eleonoren- Stiftung bilder, deren Stiftungsurkunde von Sr. Königl. Hoheit dem Groß herzog am 8. April d. Js. erlassen worden ist. Siegsacr landwirtschaftlicher Wetterdienst Boraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, wärmer, zeitweise Windig. den 9. Mai. Seiter, nach fühlerer Nacht am Tage etwas ( Näheres durch die Gießener Wetterfaite.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratente:: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beth. in Gieken. Ehret Schiller durch einen Beitrag zur Schillerspende! Zweck derselben ist die Förderung der Volksbildung auf dem Lande. Gaben nimmt entgegen der Verlag dieses Blattes bezw. Herr Charles 2. Hallgarten in Frankfur: a. M., Neue Mainzerstr. 74. Das Neueste in Giessen! Marft 20 Zum Adler" Markt 20 Miss Carri die tätowirte Schönheit. Täglich von 4 Uhr nachmittags nur noch 4 Tage zu sehen. Turnverein Gießen. Dienstag, den 9. Mai 1905: Turngang auf Bichlers Hardt. Zusammenkunft abends 8 Uhr an der Turnhalle. Feier des 50jähr. Bestebens der beiden Freiw. Feuerwehren zu Giessen. Vergebung von Arbeiten. Die für die Herstellung der Ehrenbforte, des Haupteingangs, Musiktempels, der Tanzböden, Einfriedigungen, Aborte, Küchen usw. erforderlichen Zimmerarbeiten, Dachdeckerarbeiten, Weißbinderarbeiten, Versteigerung. Dienstag, den 9. Mat 1. J. nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: a) Eine Partie Fiorit- Platten; b) 2 Fahrräder, 8 Handelswaagen, 2 Steppmaschinen, 1 Bflug m. Egge, 1 Jagdgewehr u. 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Mai Vieh- und Krämermarkt. Der für 6. und 7. Juni angesezte Vieh- und Krämermarkt fällt aus. Gießen, den 5. Mai 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. In der Zeit vom 7. bis 20. Juni d. Js. findet eine durchgreifende Räumung der Wieseck statt. Wir machen hierauf die Pächter von Teilen der Wieseckbösch ungen unter dem Anfügen aufmerksam, daß die Stadt bertragsmäßig für Schäden an der Grasnugung, welche durch die Reinigung der Wieseck und Fortschaffung des Abraums entstehen, nicht aufzukommen hat. Gießen, den 5. Mai 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die unterm 28. März 1. Js. angeordnete Sperre der Goethestraße zwischen Löber- und Stephanstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 8. Mat 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. · Herberg. Bekanntmachung Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Löberstraße zwischen Goethe- und Bismarckstraße bon heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 5. Mai 1905. Großh Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. In der Zeit vom 29. April bis 6. Mai 1905 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 schwarzlederner Handschuh, 1 Trau ring, gezeichnet A. Jonas 25. 12. 89, 1 3wider und 1 Portemonnaie mit Inhalt; verloren: 1 Wein- und 1 Bierzipfel und 1 Pferdeteppich. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen Lohn. Meldungen erbeten, Gießen stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend Neustadt 32 Löberftraße 6. zu machen. Tüchtiger Schuhmachergeselle sofort gesucht. B. Amend, Schuhmachermeister, Giesen, Ludwigsplatz 4. Biergrosshandlung Emil Schmall Junge Mädchen Tel. 83. Gieken, Frankfurterstraße 7 empfiehlt ächt LöwenbräuTel. 83. Münchener Bürgerbräu- Bier Culmbacher Bier Dortmunder Union Pilsenerfowie Frankfurter und hiesiges Bier 99 " in Flaschen, Gebinden, Selbstfänter( Syphon à 5 Liter). Reelle Preise. Aecht Pilsener Urquell nur in Syphons& 5 Liter. Beinlichte Reinlichkeit der Abfüllung. Für alle Lieferungen Garantie der Originalität. 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