and, als wir durch ehr lam er in die für sich und seine Coppelpolterabend Referendar, dessen Dem Souper, als die erreicht hatte, einen ählte er den auf Lages, das sie bald hätte, und das dann damit die Patienten Rebattion der Reuen Berliner Sir. 183. Sefertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeen, bie Kreise Wehlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg. Reklamen bie Petitzetle 30 refp. 40 fg. Bebattion u. Haupterpebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk r. 862. Montag, den 7. August 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vtertel jährl. Mt. 1.0. Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Reichs- und Staatsangehörigkeit. Als das neue Deutsche Reich geschaffen wurde, brachten es die Verhältnisse mit sich, daß manche Dinge nur eine vorläufige Ordnung erfahren konnten, ihre endgültige Erledi gung der Zukunft überlassen werden mußte. Was nicht dringlich war, das wurde verschoben. Das Dach des Reiches mußte vor alíem hergestellt werden, in Eile, beinahe noch im Kriegslärm; auf Putz und Zierrat bedacht zu sein, hatte man weder Zeit noch Laune. Ging es nicht anders, so traf man provisorische Einrichtungen, und mehr als eine von diesen ist zu unerwartet hohen Tagen gekommen, ist bis zu dieser Stunde in Geltung geblieben und hat sich so eingebürgert, daß man an ihre Aenderung kaum noch denkt. Was damals nicht als eilig angesehen wurde, das war deswegen nicht etwa unwichtig, es war bloß keine im Augenblick zu erfüllende Forderung. Eben jetzt ist im Werke, das Staatsangehörigkeitsgesetz vom 1. Juni 1870 einer Revision zu unterziehen. Die dabei vorherrschende Absicht geht dahin, die Wiedererwerbung der Reichsangehörigkeit zu erleichtern, den Verlust der Reichsangehörigkeit nicht so leicht wie bisher eintreten zu lassen. Es wird aber notwendig sein, bei der Revision auch noch einen anderen Umstand in Betracht zu ziehen, der nicht ohne praktische und ideelle Bedeutung ist. Zunächst sei an die Tatsache erinnert, die den wenigen geläufig sein wird, daß es eine direkte Reichsangehörigkeit mit sehr geringen Ausnahmen überhaupt nicht gibt. Man ist in der Regel nicht Deutscher an sich, sondern bloß weil man Preuße, Bayer, Sachse, Württemberger, Lippe- Schaumburger, Lübecker ist. Wer Angehöriger eines deutschen Einzelstaates ist, der ist Reichsangehöriger. Die Reichsangehörigkeit ist gewissermaßen ein Akzessorium, eine Zugabe zur Staatsangehörigkeit und kann von dieser nicht getrennt werden. Dem entspricht es auch, daß es ein Gesetz über die Geltendmachung des Rechtes als Deutscher überhaupt nicht gibt, und daß die Frage, ob jemand ein Deutscher ist, von den Einzelstaaten zugleich mit der Frage entschieden wird, ob der betreffende ein Preuße, Bayer, Sachse usw. geblieben ist oder zu sein aufgehört hat. Wem die Eigenschaft als Angehöriger eines Einzelstaates zugesprochen oder aberkonnt wird, über dessen Reichsangehörigkeit ist zugleich in demselben Sinne entschieden worden. Da die Entschei Sung von den Einzelstaaten und ihren Behörden ausgeht und in den Einzelstaaten nach verschiedenen Normen geordnet ift was ganz selbstverständlich und richtig ist, soweit die Staat zugehörigkeit in Frage, kommt- so fehlt es an einem einheitlichen Verfahren und an einem einheitlichen Recht bezüglich der Feststellung der Reichsangehörigkeit, und das ist unzweifelhaft ein Mangel. Daß über die preußische Staats. angehörigkeit preußisches, über die bayerische Staatsangehörigkeit bayerisches Recht entscheide, ist vollkommen in Ordnung; es entspricht aber ebenso sehr der Ordnung, daß Reichsrecht die Reichsangehörigkeit bestimmte. Wie gegenwärtig die Dinge liegen, kann es vorkommen, daß in dem einen Staat die Reichsangehörigkeit genau unter denselben Verhältnissen verweigert wird, unter denen sie in einem anderen Staat zur Anerkennung gelangt. Weder ist eine Einheitlichkeit gesichert, noch ein Mittel gegeben, eine Reichsinstanz in einer Angelegenheit anzurufen, die doch unzweifelhaft eine Reichsangelegenheit ist. Und dabei haben wir ein Bundesamt für das Heimatwesen! Die Arb niemand wecken," befahl der Vater,„ hörst liegt auf Gerhards Bett und schläft, ich war bom Schoße gleiten lassen und uch den Dienstleuten." ( Fortsetzung amerikanische mik. folgt.) Sie überall dort, derend, diftierend. dozerend. zeigt der Sie macht des eben und der Gesell und freien müffe. ſchaft läftiglich in Sie jedem wie man dies und jenes nicht machen In der Praxis ist sie nicht minder odios. fich dem Könige vorstellen, holt sich einen Batten unter der fich bei Bofe ein, sie, die starre Tochter der Republik; läß schreibt glischen Miß, wie schlecht diese Rd Redet. Si über Toilette und Bergen, erläutert man Manner fängt und bändigt. Wie man flirter Sie dräng Aristol und setzt fidh auleut als Grafir Bandes Man braucht nicht einmal so weit zu gehen, daß man die einzelstaatliche Zuständigkeit für die Staatsangehörigkeitsfrage völlig ausschaltet und die Reichszuständigkeit- etwa durch das Bundesamt für das Heimatwesen Stelle setzt. Es scheint uns nicht völlig stichhaltig, wenn 311 an deren zu dessen Gunsten gesagt wird, daß die Reichsangehörigkeit immer die Hauptsache sei, die Staatsangehörigkeit nur in zweiter Linie stehe. Das Reich steht einmal auf dem föderativen Prinzip und deshalb scheint es nicht geraten. irgend ein einzelstaatliches Recht einzuschränken, das dem Gemeininteresse nicht widerspricht. Es konnte ganz gut sein Bewenden bei der bisherigen Einrichtung behalten, wenn jemand unmittelbar einem Einzelstaat beitreten will. Da aegne müßte eine Reichsinstanz dem offen stehen, der un mittelbar Reichsangehöriger werden, unmittelbar die Reichsangehörigkeit erwerben will. Freilich ist im Grunde damit nur ein doppelter Weg zur Reichsangehörigkeit und zur Staatsangehörigkeit aufgetan. Tern wie jeder mit der einzelstaatlichen Angehörigkeit zualeich die Reichsangehörigkeit erwirbt, so erlangt jeder Reichsangehörig vermöge des vom Indignat hondelnden Sritten Paragraphen der Reichsverfassung zugleich die Staatsangehörigkeit in jedem Einzelstaat, in dem er sich niederlassen mag. Dicie Zweitürigfeit, sozusagen, besteht aber schon ohnehin, jogar cine Vieltürigkeit; denn wer heute Preuße und damit Deutscher geworden ist, für den besteht fein Hindernis, alsbald die bayerische oder die sächsische Staatsangehörigkeit in Anspruch zu nehmen, und umgekehrt. Dagegen wird durch die vorgeschlagene Neuerung erreicht, Daß die Erlangung der Reichsangehörigkeit als solche ein. beitlich geregelt wird, daß bei ihrer Erteilung nach einheit. lichen Grundsätzen verfahren wird. Hendrik Witboi im felde. Es bestätigt sich, daß Hendrik Witboi aufs neue gegen die deutschen Streitkräfte zu Felde steht. Seine Anwesenheit mit starken Streitkräften ist am Tsascheib, einem zwischen dem Hudup und dem Keitsub nach dem Leberflusse führenden Sevier, festgestellt. Es bleibt nichts übrig, als nun einen regelrechten Angriffskrieg gegen Witboi, der jedenfalls seine Stellung starf verschanzt haben wird, zu unternehmen. Dazu aber sind Vorbereitungen nötig, dic Zeit erfordern. Es wird darüber berichtet: Generalleutnant v. Trotha ist im Begriff, seine Truppen zum Angriff auf Witboi zu versammeln. Die Ausführung dieser Truppenverschiebung wird mit Rücksicht auf die weiten Entfernungen erst in der zweiten Hälfte des August beendigt sein. Auch die unbedingt erforderliche Auffüllung der Magazine wird erhebliche Zeit beanspruchen. Der Vorstoß gegen Witboi nimmt alle Kräfte in Anspruch, so daß gegen Morenga inzwischen nur schwächere Truppenteile zur Beobachtung stehen bleiben. Inzwischen nimmt der Kleinkrieg seinen Fortgang. Ueberfall einer Station. Die kleinen Stationen sind stets Ueberfallen seitens der Hottentotten ausgesetzt. Ueber einen derartigen Kampf, der erfolgreich für unsere Truppen verlief, wird gemeldet: Am 28. Juli überfiel eine kleinere Hottentottenbande die von 6 Mann besetzte Station Gainaichos, 25 Kilometer nördlich Berseba. Nach einstündigem Gefecht zog der Feind unter Verlusten nach dem nahen Hornkranz ab. Auf deutscher Seite wurden 1 Reiter schwer, 3 Reiter leicht verwundet. Angesichts der bevorstehenden schweren Kämpfe iſt wieder von der Absendung neuer Verstärkungen in beträchtlicher Zahl die Rede. Wie indessen versichert wird, liegt es bislang nur in der Absicht der maßgebenden Kreise, Ende August einen größeren Transport von 800 Mann nach Südafrika abgehen zu lassen, der die üblichen Ergänzungen für Abgänge in den lekten vier Monaten ausmacht. Der Krieg in Oftafien. In Amerika teilt man nicht die pessimistischen Auffassun gen über den Friedensschluß, die vielfach in Europa lant werden. Wenn aber der Friedensversuch scheitern sollte, so werde nicht die Frage der Kriegsentschädigung, sondern die der Gebietsabtretung entscheidend sein, da Rußland sich schwer entschließen könne, sich als besiegt zu bekennen. Ein Schreiben des Zaren an Roosevelt. Minister Witte überreichte dem Päsidenten Roosevelt ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers von Rußland, welches die Ansichten des Kaisers über die Umstände enthält, auf Grund deren er die Friedensbedingungen beurteilen und ihre Annehmbarkeit prüfen werde. Dieser Schritt des Kaisers, den er als Zeichen seiner freundschaftlichen Gesinnung für den Präsidenten getan hat, beeinträchtigt aber in feiner Weise die Vollmachten Wittes. Die bevorstehende Schlacht. Nach verschiedenen Meldungen stehen die vorgeschobenen Wachtposten der Russen südlich vom Tumen innerhalb Gewehrschußweite. Ein baldiger Zusammenstoß wird als unvermeidlich angesehen. Baron Oyama hat sich in den letzten Wochen ausschlicklich mit Konzentrationen und Verschiebungen seiner Streitkräfte beschäftigt, so daß anzunehmen ist, die Vorbereitungen zu einem entscheidenden Schlage seie am Endpunkte angelangt. Die linke Flanke bildeten di Armee Nogi und das Kavallerie- Detachement Tamura, das Zentrum die Armeen Ofu und Nodzu sowie die Kavallerie unter Ofijama, die rechte Flanke die Armee Kuroki. Auf dem äußersten rechten Flügel sind die Truppen Kamamuras, in Korea steht die Armee Hasegawa, in Reserve ein Korps unter Nissi. Vom Seekriege. In der Hoschkewitschbucht befindet sich ein japanisches Beobachtungsgeschwader, das aus einem Kreuzer und vier Torpedobooten besteht. Zwei russische Torpedobootszerstörer erschienen gegenüber Chung- Ching im Norden von Korca und griffen das kleine japanische Handelsschiff Keisho- Maru Sie gaben 60 Schüsse ab, wovon sieben das Schiff in den Maschinenraum trafen. Der Kapitän und ein Schiffsjunge wurden getötet, zwei Matrosen verwundet. Die Torpedobooteszerstörer dampften sodann in der Nichtung nach Wladiwostok ab. Die russische Wladiwostofflotte scheint also immer noch die Kraft zu kühnen Handstreichen zu haben, wie dieses Durchbrechen der japanischen Blockade zeigt. an. Von Sachalin wird berichtet, die Japaner hätten den politischen Gefangenen, die sie in der Strafabteilung auf der Insel Sachalin gefunden hätten, erlaubt, wenn sie es wünschen sollten, nach anderen Ländern auszuwandern. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Der Kaiser wird am Dienstag in Posen sein und dori die üblichen Besichtigungen vornehmen. Am Donnerstag trifft der Kaiser in Wilhelmshöhe bei Kassel ein. Wenn König Eduard von England den Wunsch ausspricht, auf sei ner Reise nach Marienbad den Kaiser zu begrüßen, so wird dem Wunsch höflicherweise Folge gegeben werden, wozu übrigens der Aufenthalt in Wilhelmshöhe bequeme Gelegenheit bietet. Die Anregung aber fann nur vom König Eduard ausgehen. Wenn kürzlich in einer Berliner Zeitung behaup tet und als auffällig hervorgehoben worden ist, daß König Eduard schon allen europäischen Monarchen in ihren Hauptstädten Besuch abgestattet habe, so ist das unzutreffend, König Eduard ist seit seiner Thronbesteigung weder in Stockholm noch in St. Petersburg gewesen, und Bar Nikolaus II. ist ebenso wie Kaiser Wilhelm II. sein Neffe. * Nach Meldungen des Gouverneurs sind Unruhen in Deutsch- Ostafrika ausgebrochen. Die Eingeborenen der Motumbiberge nördlich von Kilwa haben in dem an der Küste gelegenen Orte Siamanga verschiedene Handelshäuser verbrannt. Die beiden Kompagnien aus Lindi und Daressalaam sind nach Kilwa beordert. * Die preußische Eisenbahnverwaltung beabsichtigt eine Vermehrung der D- Züge. Auf verschiedenen Strecken sollen folche Züge neueingeführt werden, um den seit längerer Zeit in dieser Hinsicht laut gewordenen Wünschen nachzufommen. * Zwischen dem deutschen Botschafter in Paris, Fürsten Radolin, und Herrn Nouvier finden fast täglich Konferenzen über die Maroffofrage statt. Das Rouviersche Programm wird in einigen Punkten noch Ergänzung finden, obwohl Herr Rouvier meint, daß die Erfahrungen der Praxis denen, die guten Willens sind, die beste Anleitung zu Abänderungen im einzelnen geben werden. * Von französischer Seite ist der Wunsch ausgesprochen worden, die Gebeine der in Deutschland verstorbenen französischen Kriegsgefangenen nach Frankreich überführen und dort gemeinsam bestatten zu lassen. Kaiser Wilhelm hat verfügt, daß die Uebergabe unter militärischen Ehren erfolgen jolle. * Zu den im Anschluß an den lippischen Erbfolgestreit entstandenen Prozessen wird jetzt mitgeteilt, daß Minister Gcvekot keine Klage gegen den Abgeordneten Hoffmann erhoben hat und nach seiner eigenen Erklärung auch nicht zu erheben gedenkt. * Ein erfreulicher Rückgang in der Kriminalität für das Jahr 1903 gegenüber dem Jahr 1902 ist von der Statistik ermittelt worden. Im Deutschen Reich haben im Jahr 1903 wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetze 505 353 Verurteilungen stattgefunden, während im vorausgegangenen Jahre die Zahl 512 329 betrug. Von der Abnahme um 6976 entfallen 3000 auf Diebstähle und 2500 auf Körperverlegungen. Das Verhältnis von verurteilten Männern und Frauen mit 84,1 und 15,9 ist ziemlich unverändert geblieben. Der Anteil der verurteilten jugendlichen Personen ( 12 bis 18 Jahre alt) ist von 51 046 auf 50 219 oder 10,0 auf 9,9 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Rückfälligen von 218 879 auf 219 803 oder von 42,7 auf 43,5 Prozent gestiegen. Der Rückgang in der Zahl der verurteilten jugendlichen Personen ist vielleicht schon der Wirkung des Fürforgeerziehungsgesetzes zuzuschreiben. * Die Maß- und Gewichtsordnung, die in der vorigen Reichstagssession nicht erledigt worden ist, soll in der nächſten wiederkehren, aber nicht in ganz unveränderter Gestalt. Auf die Absicht einer Aenderung deute die Rundfrage der Kgl. Normaleichungsfommission an die Handelskammern, ob es ratiem sei, die Eichpflicht für Branntweinfässer in der Maß- und Gerichtsordnung festzulegen. In den Handelsfreisen ist man nicht gegen diese Eichpflicht, besonders weil die meisten Fabrikanten ihre Fässer ohnehin eichen lassen. Doch hält man eine dreijährige Nacheichung nicht für notwendig, eine vierjährige reiche aus. Auch wünscht man die Fässer von 180 Liter Inhalt von der Eichpflicht ausgenommen, da diese Fässer oft vom Ausland kommen und ohne Umfüllung weitergegeben zu werden pflegen. Hier würde die Eichpflicht erhebliche Belastung zur Folge haben. Rufeland. ** Ueber die Beschlüsse des Ministerrates zur VerfassungsReform vorlautet, daß sie den Forderungen der Semstwos In Finland ziemlich weit entgegenkommen sollen. werden Demonstrationen gegen einen Beschluß des Zaren vorbereitet, der eine Petition des Finländischen Senates zuriickweist, in der gegen die Ueberweisung politischer Verbrecher an die Kriegsgerichte Broteit erhoben wurde. Skandinavien. ** Am 13. August findet in Norwegen die Volksabstimmung über die Trennung der schwedisch- norwegischen Union statt. Man nimmt mit vollkommener Sicherheit an, daß die Belksabstimmung die Beschlüsse des Storthing gutheißen wird. Voraussichtlich werden danach alle Beteiligten bestrebt sein, sämtliche Formalien, die zur Lösung der Union erfor= derlich sind, möglichst schnell zu erledigen, auch über die Frage der Neubesetzung des norwegischen Königsthrons sich zu einigen. Wie erinnerlich, hat der norwegische Storthing bei dem Bruch mit König Oskar dessen Mitwirkung erbeten, daß ein jüngerer Prinz des Hauses Bernadotte den Thron von Norwegen unter Verzicht auf sein schwedisches Erbrecht besteige. Ebenso ist bekannt, daß König Oskar dieses Aner. bieten, wenn auch nicht offiziell, abgelehnt und seine Buſtim. mung von dem bestimmt geäußerten Willen des schwedischen Volkes abhängig gemacht hat. Daß das schwedische Volk sich in diesem Sinne äußern wird, ist nicht gerade wahrscheinlich. denn jedenfalls ist ein Teil des schwedischen Volkes mit der Einrichtung einer Bernadotteschen Sekundogenitur in Norweger nicht einverstanden. Tritt der Fall gleichwohl ein, so ist die Ernennung des Prinzen Karl Bernadotte zum König von Norwegen ungefähr gewiß. Sonst ist der ein. zige ernsthafte Thronbewerber der zweitälteste Enkel des Königs von Dänemark, der in Charlottenlund am 3. August 1872 geborene Prinz Karl von Däne. mark, der Schwiegersohn König Eduards bon England. Die jüngsten Reisen des Kronpringen bon Dänemark, Vaters des ebengenannten Prinzen, bängen mit dieser Angelegenheit zusammen, deren beschleunigter Abschluß schon deshalb gewünscht wird, weil jede Verzögerung die bereits merklich vorhandene republikanische Strömung in Norwegen verstärkt und die Proklamierung der Nepublik in Norwegen wahrscheinlich macht. Soziales Leben. boten. So erzählt die Londoner Zeitung Daily Chronicle". Ihr und der ungewöhnlichen Hitze fällt die Verantwortung für die Meldung zu. Bevorstehender Streif der Baumwollarbeiter in England. Die Baumwollarbeiter in Lancashire haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, am 19. August in den Ausstand zu treten, falls nicht die Löhne um 5 Prozent erhöht werden. Der Ausschuß des Verbandes der Baumwoll, spinnereibesitzer beschloß, den ganzen Baumwollhandel aufzufordern, sich zusammenzuschließen und die Forderungen der Bauniwollarbeiter abzuweisen. † Unheil durch Eiswasser. In das Shyot- Tal im Himalayagebirge stürzte eine ungeheuere Eismasse herab. Sic hat das Tal vollständig abgesperrt, und hinter ihr hat sich ein See von über fünf englischen Meilen Länge gebildet. Es steht zu befürchten, daß beim Schmelzen des Eises das Tal durch eine Ueberschwemmung verheert wird. Die Behörden haben alle Bewohner angewiesen, sich schleunigst in Sicherheit zu bringen. Zehnstunden- Arbeitstag in Süddeutschland. Die süddoutschen Tertilindustriellen planen allgemeine Einführung des Zehnstundenarbeitstages in ihren Betrieben. Nab und fern. Hm Strande der Oftfee. - Eine Wanderung durch deutsche Seebäder. Nachdem vor über hundert Jahren am Heiligendamm bei Doberan das erste deutsche Ostseebad entstand, dem 1802 Kolberg und Travemünde, alsdann Putbus, Zoppot, Warnemünde und Swinemünde folgten, sind in verhältnismäßig kurzer Zeit an der ganzen deutschen Ostseeküste Badeorte emporgeblüht. Der Zusammenhang von Waldesrauschen und Meeresbrausen verleiht besonders einzelnen dieser Bäder einen ganz eigenen Reiz. So vereint z. B. Cranz die Annehmlichkeit eines unvergleichlich schönen Laubwaldes mit vorzüglichem Wellenschlag. Cranz ist der am nördlich ſten belegene Punkt auf dem fruchtbaren Boden des Samlandes. Seine Dumdes Höhe, wie das schön gelegene Belvedere gewähren dem Auge die herrlichsten Fernblicke. Wenn Cranz besonders reich an Badegästen aus Königsberg ist, so wählen die Bewohner Danzigs mit Vorliebe 3 oppo zu ihrer Sommerfrische. Bekannt ist die dortige Kinderheil stätte. Zu näheren Spaziergängen bietet der Strandpark Gelegenheit, während die weitere Umgebung Zoppots zu ganz besonders schönen Ausflügen verlockt; wie nach dem Kloster Oliva, das 1170 gegründet und häufig durch Feuer verheert, jetzt wundervoll wieder aufgebaut ist. Eine Mar morplatte in der ehemaligen Klosterkirche erinnert an die ge schichtliche Bedeutung der alten Abtei, in der am 3. Mai 1660 der Friedensschluß stattfand, durch den die Anerkennung des Großen Kurfürsten als souveränen Herzogs in Preußen bestätigt wurde. In nächster Nähe liegt der Karls. berg, vor dem aus man eine besonders schöne Aussicht in die Ferne genießt. Ein Jdyll von der Kleinbahn. Auf einer lothringischen Kleinbahn hielt kürzlich der Zug plößlich auf offener Strecke an. Verursacht was die Störung dadurch, daß sich das Personal auf der Lokomotive in die Haare geraten war und sich unter großem Getobe fürchterlich prügelte. Als die Passagiere den Rest des Weges zur Station zurückgelegt hatten, fam ,, das Zügle" langsam angefahren. Kaum hielt es an, als die beiden Kampfhähne von der Lokomotive herabsprangen und auf dem Perron ihren Faustkampf zum Entsetzen der Passagiere fortsetzten. Ramps cines Knaben mit einem Irrsinnigen. Auf einem einfant gelegenen Forsthofe in der Nähe von Nakel erschien vor kurzem ein Frrsinniger, der aus dem Nakeler Krankenhauie entflohen war. Die Förstersleute befanden sich im Walde, im Hause war nur die Tochter. Es gelang ihr, die Für abzuriegeln und ihren Bruder, der in der Nähe auf dem Felde arbeitete, zu Hilfe zu rufen, der durch die Hintertür ins Haus gelangte. Der Frre suchte durch das Fenster einzudringen, der elfjährige Knabe aber holte ein Gewehr ons dem Schranke und schoß den Wütenden ins Bein. Als dieser dann mit einer Forfe auf die Kinder eindrang, strete er entschlossene Knabe den Angreifer durch einen zweiten Schub tot zu Boden. † Entgleisung eines Schnellzuges Der Kr- Mater Schnellzug ist bei Ingolstadt vollständig entgleist. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden geitet, der Zugjührer schwer, sechs Beamte und dreizehn Reisende leicht derTetzt. herkscht reger Schiffsverkehr. Alle Schiffe, die von Lübeck kommen, oder dorthin gehen, müssen hier vorüber. Der Strand von Travemünde ist durch die Festigkeit seines herrlichen weißen Sandes berühmt und gibt Gelengeheit zu den ichönsten Spaziergängen. Niendorf und Haffkrug, Kleinere Badeorte in nächster Nähe, werden häufig von den Travemünder Badegästen aufgesucht. Ein reicher Kranz von blühenden Erholungsstätten ist es, welche die Ostsee dem im Lärm des Kampfes unis Dasein matt und schwach gewordenen Menschenfinde bietet. Neue Kraft und frisches Leben gibt das Meer in verschwenderischer Fülle. An historischen Erinnerungen reich ist auch das an der Küste von Hinterpommern belegene Bad Kolberg. Wurde doch die Stadt 1807 durch Schill, Nettelbeck und Gneisenau so mutig verteidigt, daß der Ruhm preußischer Waffentaten auf das glanzvollste wieder hergestellt wurde. In der Marienkirche zu Kolberg, mitten zwischen den Särgen ehemaliger Festungskommandanten steht der Sarkophag der unglücklichen Gemahlin des Markgrafen Heinrich von Bran denburg- Schwedt, des letzten dieser Linie des Zollernhauses. † Gefaßter Mörder. Es ist jetzt gelungen, der Mörder der den Oberpostpraktikanten Heder am Broken crschop uno beraubte, dingfest zu machen. Es ist ein siebenjähriger Kaufmann aus Frankfurt a. M. Man faßte ihn ad, als er in einem Hotel in Thale sich in ein Zimmer eingeidlichen hatte, um dort zu stehlen. Der Mensch hatte seinen Vater beraubt und sich dann im Harz herumgetrieben. In Goslar hatte er sich ein Gewehr gefauft, und mit diesem hat er Heder erschossen, wie er behauptet, aus Zufall. Er hat bei seinem Opfer gegen 800 Marf gefunden. Mit dieser Summe hat er vier Wochen lang splendid im Harz als Tourist gelebt, so das er nur noch 65 Pfennige im Besiz hatte, als er verhaftet wurde. Während die eigentliche Stadt mit ihren herrlichen Parkund Gartenanlagen etwas landeinwärts an der Persante liegt, zieht sich, gewissermaßen als ihr Vorort, das eigentliche Bad, Kolbergermünde, an den Dünen entlang. † Ein beschlagnahmtes Abiturienten- Witblatt. In Konstanz hatten sich die Abiturienten des dortigen Gymnasiums zu ihrem Abschieds- Kommers ein Witblatt in einer litho graphischen Anstalt herstellen lassen, das Karikaturen von Lehrern der Anstalt enthielt. Auf Anordnung der Staatsamvaltschaft wurde das Blatt beschlagnahmt, und das Amtsgericht verfügte die Vernichtung der Formen und Platten. Vermischtes. Keine Belästigung auf der Eisenbahn. Die preußische Staatsbahnverwaltung hat eine Verfügung erlassen, derzufolge das gewerbsmäßige Feilbieten oder Verkaufen von Gegenständen aller Art, das Musizieren, die Vorführung von Schaustellungen und das Einsammeln von Geld innerhals des Bahngebietes, namentlich auch in den Zügen, verboten ist. - Erschließung der Lüneburger Heide. Die Bemühungen, die Lüneburger Heide in erhöhtem Maße wirtschaftlich nutbar zu machen, führen immer mehr zu praktischen Ergebnissen. In den sonst ganz vertlosen Heidestrichen zwischen Eschede und Unterlüß hat man große Fischteich- Anlagen geschaffen. Bereits sind 40 Streck- und Abwachsteiche, 12 Winterteiche, 24 Streich- und Brutteiche und 36 kleinere Behälter hergestellt. Das erforderliche Wasser wird der Aschau und ihren kleinen Nebenläufen entnommen. = Eine Hundertjährige. In Lobosit hat am 5. August Frau Julie Ascher das hundertste Lebensjahr vollendet. Die Greisin erinnert sich noch genau der Franzosenzeit. Als achtjähriges Mädchen hat sie in Dresden den Einmarsch der Franzosen mit erlebt und auch den Kaiser Napoleon gesehen. Nach der Schlacht bei Kulm war sie beim Durchmarsch der Russen durch Lobosit; dort nahm ihr ein russischer Soldat den Apfel. den sie gerade angebissen hatte, aus der Hand und ließ ihn sich gut schmecken. Ebenso beliebt wie Kolberg ist den wohlsituierten Berlinern Heringsdorf und Swinemünde. Interessant ist Swinemünde schon als Hafenstadt, als welche sie besonders für Stettin die gleiche Bedeutung, wie Trave münde für Lübeck, besitzt. In dem Hafen, dessen Einfahrt durch großartig angeicgte Festungswerke gegen jeden Ueberfall geschützt ist, verkehren jährlich mehr denn 2000 Schiffe. Die Stadt ist durch ein Erlenwäldchen vom Meere getrennt. Das König Wilhelmsbad" ist von wunderschönen Barkanlagen umgeben. Die Eisenbahn verbindet Swinemünde und Heringsdorf. Zwischen beiden Orten liegt Ahlbeck, wo Spielhagen bekanntlich seinen Roman Sturmflut" spielen ließ. Heringsdorf zeichnet sich durch moderne, architektonisch hervorragend schöne Villen und vortreffliche, durch und durch komfortable Badeeinrichtungen aus. Die 425 Meter lange Kaiser Wilhelmbrücke, die direkt ins Meer führt, wird besonders gern als Spaziergang benutzt. † Gefährdung eines Pariser Warenhauses. Durch den finonzilien Zusammenbruch Jaluzots, des Begründers des Warenhauses Printemps in Paris, ist der Fortbestand dieser Kirra sterk bedroht. Das Warenhaus, das einer Aktien. gefeuschaft unter der Firma Jaluzot u. Cic. gehört, hat Ja fuzoi auf 22 000 Aftien über 10 Millionen Francs vorgestreckt. Man befürchtet, daß diese Aktien zwangsweise verfauft werden müssen. Die Angestellten des Printemps sind gegen Jaluzot sehr erbittert und wollen eine Versammlung einberufen, um ihn zu zwingen, seine Stellung als Direktor des Warenhauses aufzugeben. = bas Feuer. lage, to dah mujten. D brennenden gefahr nochm Rind zu bol in Giderhei brennenden ter der Lab fand, = Vom projeffe be fprechung Maffe sug fchreiben in Anerbietung ihm ein B Ein edles Krant. In Rumänien wird eine VirginiaBigarre feilgeboten, für deren Genuß eine dortige Zeitung ihren Lesern folgende Ratschläge erteilt: 1. Beim Aussuchen suche man eine hellgelbe zu erreichen, da die schwarzen auch für den stärksten Magen schwer verdaulich sind. 2. Man suche die Bindfadenstücke, Roßhaare, Lederabfälle und Schweinsborsten heraus. 3. Die überflüssige Feuchtigkeit in der Zigarre ist durch kräftige Behandlung mit einem Nudelmalfer zu entfernen. 4. Man lasse sich in eine Lebens- und Unfallversicherungsgesellschaft aufnehmen. 5. Man begebe fich an einen Ort, wo sich auf mindestens drei Kilometer Entfernung fein Lebewesen mehr befindet. 6. Ein Arzt, eine Hausapotheke, ein Waschbecken, eine Luftpumpe, sowie eine Tragbahre und zwei stämmige Dienstmänner sind mitzunehmen. 7. Man lasse sich von den Dienstmännern festhalten und suche dann die Zigarre unter Aufwand von zwei Schachfeln nationaler Streichhölzer in Brand zu stecken. 8. Man überlege sich die Sache lieber doch noch einmal, trage die Zigarre nach Bukarest zurück und übergebe sie einem der städtischen Mistverbrennungsöfen zur Vertilgung. Waldumgrenzt liegt das nahe Zinnowitz mit seinem schönen Strand und seinem sagenumwobenen Vinetariff, mit dem Blick auf jene Brandung zwischen Streckelberg und Dameron, wo einst Vineta gestanden haben soll. Von Glienberg aus erschaut man im Nordwesten von Rügen die kleine Insel Ruden, auf der im dreißigjährigen Kriege Gustav Adolf landete. Die Insel Wollin bietet in M is d roy einen Anziehungspunkt für viele Fremde. Denn gerade bei Misdroy vereinen sich Berge, Wälder, Wiesengrund und See zu einem anmutigen Gesamtbild. + Zweihundert Schüsse in der Sekunde! Ein Lithauer namens Feodor Troit soll ein Gewehr erfunden haben, das bis 12 000 Schüsse in der Minute, also 200 in der Sefunde, abzugeben imstande ist. Die Tragweite soll sich auf drei englische Meilen erstrecken, die Durchschlagskraft die aller seitherigen Magazingewehre weit übertreffen. Die Wasse braucht nur einen Mann zur Bedienung. Der Erfinder, der sechs oder sieben Jahre an dem Gewehr gearbeitet hat, hat seine Erfindung dem englischen Kriegsministerium ange= Das Spiel mit zehn Kegeln. In den englischen Kolonien werden beim Kegelspiel meistens zehn Regel statt der Diese Gewohnheit schreibt sonst üblichen neun aufgestellt. Um nun auch das erste deutsche Seebad nicht zu vergessen, sei Doberans gedacht, das zwei Stunden von Rostock entfernt, in einem lieblichen, waldigen Tale liegt. Besonders sehenswert ist hier die gotische Kirche mit den Grabdenkmälern verschiedener Herrscher aus dem Obotritenstamme. Der schönste Buchenwald verbindet Doberan mit Heiligen damm, das noch von alten Zeiten her sich den Namen des vornehmsten Ostseebades gewahrt hat. Die verschiedenen fürstlichen Villen, die sich leuchtend von dem Waldesgrün abheben, haben den Blick auf den heiligen Damm", einen von der Natur gebildeten Wall am Strande. Stundenlang kann man sich in den schattigen Waldungen ergehen. Das Leben hier ist aber auf die Dauer etwas einförmig, denn wenn auch Segel- und Ruderboote mit Ausflüglern am Strande freu zen, gibt es wenig Schiffahrt auf dem Meere, wie sich denn auch hier kein eigentliches Strandleben entfalten kann. Das hat man in Warnemünde, dem alten, von Fischern und Schiffern bewohnten Hafenort Rostocks, am Ausfluß der schiffbaren Warnov. Ein Trajekt vermittelt den direkten Verkehr nach Dänemark. Stolz erhebt sich der stattliche Leuchtturm, der viele Meilen weit sein Leuchtfeuer ergießt. sich daher, daß in lange zurückliegenden Zeiten die puritanische Regierung mit allen Glücksspielen auch das unschuldige Kegelschieben untersagte. Ein Advokat in Indien machte die Entdeckung, daß nach dem Wortlaut des Gesetzes nur das Spiel mit den neun Kegeln" verboten sei. Gestützt auf diesen Wortlaut, führte man statt der neun überall zehn Regel ein und konnte nun ruhig darauf los fegeln. So ist der zehnte Kegel zur Gewohnheit geworden. == Kälte in der Sahara. Wenn auch für gewöhnlich in der Wüste Sahara eine gewaltige Hize herrscht, so fehlt es doch dort nicht an Umschlägen der Temperatur, die oft erstaunlich sind. Ein Reisender, der mehrfach die Reise durch die Wüste gemacht hat, notierte folgende Temperaturen, die kürzlich in einer französischen Wochenschrift veröffentlicht wurden: Am 19. Dezember 1904 beobachtete er zwischen Tuggurt und Guerrara um Mitternacht-1 Gr. C., bei Tagesanbruch ( 6 Uhr 15 Minuten)-2 Gr. C., bei Sonnenaufgang( 7 Uhr 15 Minuten) 1 Gr. C. und um 2 Uhr 30 Minuten nachmit tags im Schatten 24 Gr. C., um 7 Uhr abends 5 Gr. T. und um 8 Uhr 30 Minuten abends 4 Gr. C. bei Windstille und flarem Himmel. Am 20. Dezember zeigte das Thermometer um 7 Uhr 30 Minuten abends 1 Gr. C. bei starkem Reif, der stellenweise eine Schicht von 1 Zentimeter Dicke bildete. Es gibt doch noch zu viele Menschen, die auch in der Ferienzeit Anregung haben wollen, und deshalb Warne münde mit seinem so ungemein regen Vorfehr, seinem fort: währenden Kommen und Gehen majestätischer Schiffe dem vornehmen, aber auch langweiligeren Heiligendamm vor ziehen, besonders wenn man nicht zur Mecklenburger Hof gesellschaft zählt, die sich ganz unter uns" fühlt, und sich gegen Fremde hermetisch abschließt. Während neben Hei ligendamm Br unshaupten und Ahrendsee lang. sam emporblühen, wächst Müritz ebenfalls zum beliebten Seebade heran. Als erstes wird jedem Fremden das groß herzogliche Teehäuschen gezeigt, wo die Verlobung des deut schen Kronprinzen mit der Herzogin Cäcilie vor bald Jahres. frist gefeiert wurde. Der Grenze Mecklenburgs gegenüber liegt, unweit des Seehafens Lübeck, das Ostseebad Travemünde mil seinen teilweise noch recht altmodischen Häuschen. Auch hier ihm sein A auf Refl gelehnt. Von händigung prämierten erwarten fie Don der Ber bas endgült Deutfchen Aus jeben. Der Bortos für di ** De lehrer an Wilhelm lehrer an mit Wirtu He Minifterim den Vorarb mahlen be hierfür bez machen: flände betr = Die englische Hausfrau. In einer englischen Zeit: schrift stimmt eine Mrs. Huth Jackson über die Eigenschaften ihrer Landsmänninnen ein bewegliches Klagelied an, in dem sie die englischen Hausfrauen für die Verschlechterung der angelsächsischen Rasse verantwortlich macht.„ Wir finden," so erklärt sie,„ dieselben engbrüstigen, zahnlosen, bleichen und anämischen Kinder nicht nur in den überfüllten Vierteln Londons, sondern auch in den Dörfern auf dem Lande. Der Grund dafür liegt allein darin, daß unsere Hausfrauen nichts mehr von den Pflichten wissen, die die Natur den Frauen zu erfüllen gebietet, von Kochen, Haushalten und Kinderpflege." Vor allem müßten die Frauen der höheren Gesellschaftsschichten, die über eitlen Tand und wissenschaftlichen Spielereien dies vergessen, sich wieder mit solchen Din gen befassen, und dann die unteren Schichten belehren. - Ein Kongreß der Zauberer. In London tagte eine Zu sammenkunft der Professoren der Magie aus allen Teilen der Welt, die sich zu einer Gesellschaft unter dem Namen „ Der Magierkreis von Großbritannien" zusammenschließen wollen. Sie bezwecken nichts Geringeres, als ihre Kuns auf die Höhe einer ernsten Wissenschaft zu heben. Die be rühmtesten Taschenspieler und Illusionskünstler waren zu gegen. Die Herren Herenmeister halten es für notwendig ihre gemeinsamen Interessen fräftiger wahrzunehmen und besonders den Versuchen entgegenzuwirken, die dem Publi fum die Methoden der Zauberkunst enthüllen wollen. E wurde daher der Beschluß gefaßt, daß jedes Mitglied des ,, Magierkreises", das einen Zaubertrick dem Publikum ent hüllt, ausgestoßen werden solle. des derzeitig Art. 47 und † Brand auf See. Von der Brandkatastrophe, die die Hamburger Bark Louise" in der Nordsee betraf, sind jetzt durch die an Bord des englischen Dampfers Clan Menzies" in Hamburg eingetroffenen geretteten Schiffbrüchigen nähere Meldungen eingetroffen. Die Bark hatte außer der aus 12 Mann bestehenden Besatzung einen Engländer namens Wilson mit Frau und zwei Kindern im Alter von 17 und 7 Monaten an Bord. Die Frau Wilson entdeckte Aufammen Wahlen der Abgeordnete wird auch Homburg der Grenze welchem die Auf dem Ba des Vorbeim Tribüne gear Bilbelmsbob Meggermei Auftrag a faiferlicher * P Landesverb die Protof Au ersuchen, Diteg richte rechtsgültig Berträge Gieken. geften die ausgefahren gefürchtete S freunde der bermißt w einmal gen 4 Uhr du DreicherHarteten. Stride Rapple ( The 8 demfelbe fich um Schrittm Wallau Kronenb Mainz Kronenbe bedeutend einem a Maing Reapple Drefer Meich m burchs 8 Motorfri bestritten. der die Stre ( außer Kont 2000 m, in und Weich- F allgemeine S immer mehr Samburg, fe wurde Anap laffend, ale hiffe, die von Lubed hier vorüber. Der Feitigkeit feines herr St Gelengeheit zu den fund Haffkrug, erden häufig von den Ein reicher Kranz von che die Ostsee dem im t und schwach gewor aft und frisches Leben Fülle. bahn. Die preußische igung erlassen, derzuoder Verkaufen von 1, die Vorführung bou von Geld innerhal den Zügen, berboten de. Die Bemühungen, Be wirtschaftlich nutsu praktischen Ergeb Heidestrichen zwischen Fischteich- Anlagen gewachsteiche, 12 Win und 36 fleinere Be Baffer wird der Aschau men. it hat am 5. August jahr vollendet. Die Franzosenzeit. Als den Einmarsch der r Napoleon gesehen. im Durchmarsch der ein russischer Soldat te, aus der Hand und wird eine Virginiaeine dortige Zeitung : 1. Beim Aussuchen Da die schwarzen auch ulich sind. 2. Man Lederabfälle und issige Feuchtigkeit in ng mit einem Nudelin eine Lebens- und n. 5. Man begebe ens drei Kilometer 6. Ein Arzt, eine ftpumpe, sowie eine inner sind mitzunehstmännern festhalten and von zwei Schach zu stecken. 8. Man ch einmal, trage die ergebe sie einem der Bertilgung. den englischen Kolozehn Regel statt der Gewohnheit schreibt en Zeiten die puriTen auch das unschuldvokat in Indien Wortlaut des Gesetzes berboten sei. Gestützt der neun überall zehn uf los tegeln. So ist worden. ch für gewöhnlich in der errscht, so fehlt es doch ratur, die oft erstaunlich ie Reise durch die Wüste peraturen, die kürzlich veröffentlicht wurden: er zwischen Zuggurt und . C., bei Tagesanbrud Sonnenaufgang( 7 Uhr hr 30 Minuten nachmit Ihr abends 5 Gr. C. und r. C. bei Windstille und zeigte das Thermometer C. bei starkem Reif, der neter Dide bildete. einer englischen Zeit über die Eigenschaften Alagelied an, in dem e Verschlechterung der macht. Wir finden," n, zahnlosen, bleichen en überfüllten Vierteln n auf dem Lande. Der aß unsere Hausfrauen , die die Natur den djen, Haushalten uni e Frauen der höheren Land und wissenschaft wieder mit solchen Din Schichten belehren. In London tagte eine Zu Magie aus allen Teilen schaft unter dem Namen annien" zusammenschließer eringeres, als ihre Kun nfchaft zu heben. Die b lufionsfünftler waren zu halten es für notwendig ftiger wahrzunehmen und nzuwirken, die dem Publi mit enthüllen wollen. G t, daß jedes Mitglied de pertrid dem Publifum ent Brandfatastrophe, die die Nordfee betraf, find jeg n Dampfors Clan Men geretteten Schiffbrüchigen Tabung einen Engländer Die Fran Wilson entdect Die Bart hatte außer der wei Kindern im Alter bor das Feuer. Bald sprengte es die Luken und ergriff die Lakelage, so daß die Insassen des Schiffes die Boote besteigen mußten. Der Steuermann, der schon die Kinder aus der brennenden Kajüte gerettet hatte, begab sich unter Lebens gefahr nochmals in diese, um die Saugflasche für das jüngste Kind zu holen. Mit Mühe konnte er sich durch das Oberlicht in Sicherheit bringen. Kaum waren die Boote von den brennenden Schiffe fort, als dieses durch Explosion der un ter der Ladung befindlichen Sprengstoffe seinen Untergang fand. = Vom Kellner Meyer. Dem aus dem lezten Rubstrat. prozesse bekannten Kellner Meyer sind anläßlich seiner Freisprechung Glückwunschschreiben und Telegramme in solcher Masse zugegangen, daß er jetzt mittelst gedruckter Dank. schreiben in Kartenform dafür quittiert. Meyer hat auch Anerbietungen verlockender Art genug erhalten. So wollte ihm ein Bremer Photograph 2000 Mart zahlen, wenn er ihm sein Konterfei zum Alleinvertrieb überließe. Alle diese auf Reklame hinauslaufenden Angebote hat Mener abgelehnt. - Von der Weltausstellung in St. Louis. Da die Aushändigung der Diplome und Medaillen an die in St. Louis prämiierten Aussteller nicht vor Beginn nächsten Jahres zu erwarten steht, so ist auf Veranlassung des Reichskommissars von der Verlagsbuchhandlung von J. J. Weber in Leipzig bas endgültig festgestellte amtliche Verzeichnis der an die Deutschen Aussteller verliehenen Auszeichnungen herausge Jeben. Der Preis beträgt 2 Mark 20 Pfa. einschließlich des Bortos für die Zustellung. Lokales. 7. August 1904. ** Der Großherzog hat den zweiten Landwirtschafts lehrer an der landwirtschaftlichen Winterschule zu Darmstadt, Wilhelm Otto Thöm 3gen, zum zweiten Landwirtschafts. lehrer an der landwirtschaftlichen Winterschule zu Alsfeld mit Wirkung vom 1. Oftober ab ernannt. * Hessische Landtagswahlen. Das Großherzogliche Ministerium hat die Kreisämter des Landes beauftragt, mit den Vorarbeiten für die demnächst stattfindenden ErgänzungsBei dem mahlen des hessischen Landtages zu beginnen. hierfür bezüglichen Ausschreiben ist folgender Busaß zu machen:" Für den Fall, daß der Geseßentwurf, die Landstände betr. nicht zustande kommt, wird nach Verabschiedung des derzeitigen Landtags in Gemäßheit der Vorschriften in Art. 47 und 48 des Gesetzes vom 8. November 1872, die Zusammens Bung der beiden Kammern der Stände und die Wahlen der Abgeordneten betr., eine neue WahlmänerAbgeordnetenwahl vorzunehmen sein." *** Kaiserparade. Unter anderen fürstlichen Gästen wird auch Prinz Harald von Dänemark der Parade bei An Homburg v. b. H. am 8. September beiwohnen. der Grenze d. Paradefeldes wird ein Pavillon erbaut, an welchem die Kaiserin und die Kronprinzessin zu Pferd steigen. Auf dem Paradefeld wird bereits fleißig an der Planierung des Vorbeimarschgeländes, sowie am Aufbau der offiziellen Tribüne gearbeitet. * ** Bom kaiserlichen Hof, der sich zur Zeit in Wilhelmshöhe befindet, erhielt heute früh unser Gießener Meggermeister Schreiner telephonisch einen größeren Auftrag auf Wurstwaren, insbesondere auch für die an taiserlicher Tafel so sehr beliebten Frankfurter Würstchen. I gt trat eine Pause ein, die Kämpfer rüsteten sich, um das Goldene Rad von Gießen, das Hauptereignis tes Tages, zu Streiten. Die Schrittmacher erschienen auf der Bahn und prüften noch einmal ihre gewaltigen, etwas unheimliches an sich habenden Maschinen. Bald darauf erschienen auch die Streiter( Wallau, Kögel, Drescher) auf dem Blaze und begaben sich zum Start. Das Beichen wurde gegeben urd der Kampf begann. Langsam fuhren die Wettfahrer an, einen Augenblick später aber brüllten schon die 12-, 16- und 18pferdigen Motorlokomotiven hinter ihnen her und fuhren an sie heran. Die Streitenden hingen sich an die Schrittmacher und der Kampf entbrannte mit größter Schärfe. Mit furchtbarer Kraft stieß Drescher- Mainz sofort vor, sodaß er sogleich am Anfang seinen Konkurrenten mehrere Kunden Vorsprung abnahm, die sich im Verlaufe des Fahrens noch um einige weitere vermehrten. Mehrere Schrittmacher setzten aus, aber hartnäckig ftritten die Kämpfer w.iter, bis der Sieg sich Drescher zuneigte, ber 33,115 zur Zurücklegung der 30 km betragenden Strecke gebrauchte, eine höchft anerkennenswerte Leistung. Kögel, der ihm zunächst folgte, blieb 9 Runden, Kronenberg, der außer Konkurrenz fuhr, 32 Runden und Wallau 35 Runden zurück. Nach Beendigung des Kampfes wurde Drescher ein Lorbeerkranz und das Goldene Rad überreicht, mit denen er unter lauter Beifallskundgebung des Bulikums nach einmal langsam die Bahn durchführ. Das Publikum war an diesem Rennen auch insofern materiell interessiert, als in ihm auch seine Ehrenpreise ausgefahren wurden, oder der Ausgang des Kampfes doch wenigstens die Hände bestimm'e, die die Glücksnummern aus der Urne ziehen sollten. Denn wie wir schon mitteilten, war jedes Programm mit einer Losnummer versehen, deren Zehung durch die Sieger im Goldenen Rad von Gießen dem Inhaber des Programms einen hübschen wertvollen Gewinn zuwenden sollte. Gezogen wurden die Nummern: 190, 107, 233 und die Preise, zwei prachtvolle Trinkhörner und eine Taschen- Remontoir- Uhr, den glücklichen Gewinnern ausgehändigt. Beschlossen wurde der Tag durch ein Motorschrittmacherrennen über 10 km, in dem Pokorny: Mainz mit 11,2 siegte. Ihm folgte Vogel- Mainz, der zwei Runden hinter ihm zurückblieb. Dritter wurde Heß So liegt also Gießen, der 10 Runden zurückblieb. auch dieses sportliche Ereignis hinter uns, das gleich seinen heurigen Vorgängern, von den obligaten kleinen Unfällen abgesehen, in bester Weise und unter reger Anteilnahme des Publikums verlaufen ist. - ** Die Unfitte, Petroleum ins Feuer zu schütten, die schon so manches Unheil gebracht, hat abermals ein Opfer gefordert. Kurz vor Mittag wollte die Frau des in der Walltorstraße wohnenden Sergeanten Post das Feuer anfachen und goß zu dem Zwecke P troleum darauf. Plötzlich gab es eine Explosion und die Kleider der Frau standen in Brand. Auf ihr Hülfegeschrei eilten Hausleute hinzu und erstickten die Flammen. Schwerverlett wurde die unglückliche Frau in die Klinik übergeführt. M ** Waldfefte. Sommerszeit, schöne Beit- Sommerfeste, Waldfefte, was will man mehr! Fast jeden Sonntag werden solche veranstaltet, gestern sogar zwei: das der werden solche veranstaltet, gestern fogar zwei: das der Contentia" und das des Turno r ins Gießen im Stadtwalde. Der Turnverein hatte sich zum anmutigen Tummelplaß die erste Schneise rechts der Licherstraße auserforen, den er im geschlossenen Buge unter Musikbegleitung erreichte. Nachdem sich dann die Festteilnehmer ein wenig restauriert, gaben sie sich den verschiedenen Unterhaltungen hin. Die Erwachsenen zog der Tanz an, während die Kinder sich mit Spielen vergrügten. In schönster Weise die Festgäste wieder zur Stadt zurück. Nicht weit von dem Festplatz des Turnvereins, an der zweiten Schneife links der Licherstraße, lag ein zweiter, auf dem die„ Contentia" ein munteres Treiben entfaltete. Sie hatte gleichfalls einen Festzug aufgestellt und marschierte von der Feh schen Gastwirtschaft an der Licherstraße nach dem Stadtwalde. Dort vertrieb man sich mit Spaziergängen und Tanz aufs angenehmste die 3 it. Sehr vielen Beifall fanden auch die von den Kindern aufgeführten Reizen von den Kindern aufgeführten Rei, en Abends versahen fich die Festteilnehmer mit Lampions und begaben sich nach der Restauration Bum Kronprinzen", wo noch ein gemü liches Beisammens in stattfand. * Parlamentarisees. Auf die Vorstellung des Landesverbandes der Bürgermeister im Großherzogtum, betr. die Pretokollierung von Immobiliarveräußerungs- flogen die Stunden dahin. Abends brachte ein Lampionzug Verträgen beantragt der vierte Ausschuß, die Regierung zu ersuchen, nach nassauischem Muster eine Vorlage, die die Ortsgerichte ermächtigt, solche Verträge bis zu 500 Mt. rechtsgültig zu protofollieren, einzubringen. ** Der Kampf um das Goldene Nad von Gießen. Unter bedecktem, regendrohendem Himmel wurden geſtern die großen Radkämpfe auf dem Sportplay a. d. Hardt ausgefahren. Der geschicken Leitung war es gelungen, recht gefürchtete Kämpfer gegeneinander aufzubieten, sodaß die Sportsfreunde den Verlauf mit dem größten Interesse verfolgten; vermißt wurde nur die Musit, an die man sich ja nun einmal gewöhnt hat. Eröffnet wurden die Rennen um 4 Uhr durch das Tandemhauptfahren, in dem Drescher- Rode, Vogel- Wallau und Knapple- Mesch starteten. Der erste Brets fi I Drescher- Rode zu, die die Strede von 2000 m in 3,12 durchfuhren, ihnen folgten Kapple- Mesch, die bie Strecke in 3,125 zurücklegten. ( Tie 8 ffern vor dem Komma geben die Minuten, bie hinter demselben die Sekunden an.) Das zweite Rennen drehte sich um den Hardtpreis, der auf 10000 m mit Motorschrittmachern ausgefahren wurde. 8um Start traten Wallau- und Drescher Mainz, C. Kögel- Karlsruhe und Kronenberg( außer Konkurrenz) an. Efter wurde Drescher Mainz 10,28, 8weiter Rögel Karlsruhe 11,03 und Dritter Kronenberg 11,28. Das Tandempunkifahren, das gleichfalls bedeutende Kämpfer auf den Plan rief, gestaltete sich zu einem außerordentlich interessanten. Es starteten Drescher Mainz- Rode- Hamburg, Vogel- Wallau( beide Mainz) und Ruapple- Mesch( beide Frankfurt). Als erste Sieger gingen Drescher- Rode, mit 18 Punkten, als zweite KnappteMesch mit 12 Punkten und als dritte Vogel- Wallau| durchs Ziel. Der Preis von Cießen über 20 km mit Motorschrittmachern wurde von Wallau, Közel und Drescher bestritten. Als Sieger ging Kögel aus dem Kampfe hervor, der die Strecke in 20,15 zurücklegte. Im folgten Kronenberg ( außer Ronkurrenz) und Drescher. Das Hauptfahren über 2000 m, in dem namentlich Rode- Hamburg und Anapple. und Mesch- Frankfurt sich den Preis streitig machten, rief allgemeine Spannung hervor, die sich nach dem Ende zu immer mehr steigerte, bis der deutsche Meisterfahrer RodeHamburg, seine Konkurrenten mehrere Radlängen hinter sich laffend, ale Ester mit 4,18 durchs 8tel saufte. Zweiter wurde Knappte mit 4,18%, Dritter Mesch mit 4,18%. - * Soldaten- Bravourſtück. Von 27. Juli bis 3. August fanden zwischen Mainz und Worms Uebergangsmanöver über den Rhein statt. Dabei vollbrachte ein Ulan des 6. Ulanenregiments aus Hanau ein Bravourſtückchen, das verdient, in weiteren Kreisen befannt zu werden. Am 28. Juli suchten das Westkorps und das Ostkorps die gegen seitigen Stellungen aufzuklären und in der Nacht zum 29. Juli sollte vom Westforps der Uebergang erzwungen werden. Drei Ulanen des Ostkorps setzten zwischen Groß- Rohrheim und Hamm über den Rhein und fingen auf dem linken Ufer eine Radfahrer- Patrouille ab. Sie fanden bei einer Visitation des Radfahrers den Korpsbefehl des Westforps, der die Anordnung für den llebergang enthielt. Diejen Befehl suchten sie nun ihrem eigenen, dem Ostforps, zu übermitteln. Sie wurden aber von einer stärkeren feindlichen Patrouille angegriffen und 2 Mann davon gefangen genommen. Der eine Ulan jedoch trennte sich von seinem Bferd, versteckte sich und schlich, sich deckend, weiter an den Rhein. Dort schweißtriefend angekommen, entledigte er sich seiner Kleider und schwamm mit dem Befehl über den Rhein. Am jenseitigen Ufer übergab den Befehl einer in der Nähe befindlichen Artillerie- Patrouille zur Weiter Darauf schwamm er beförderung an das Hauptquartier. wieder zurück und ließ sich gefangen nehmen. ** Ueber den Ruhen der Lokalpresse hat sich der bisherige Oberbürgermeister von Halberstadt folgender maßen geäußert: Er verkenne die hohe Bedeutung nicht, welche die Presse und besonders die Lokalpresse, deren Wirksamkeit vielfach unterschätzt werde, für die Entwickelung des Gemeindewesens habe. In jeder Stadtverwaltung fämen wohl gelegentlich Beiten, wo diese den Mut habe müsse, auch dung einmal gegen die Stimmen der Bürgerschaft zu handeln. Zur Klarlegung solcher Meinungsverschiedenheit und dann zum Ausgleich sei nichts besser, als eine gutgeleitete kommunale Presse. Man möge über die Presse denken wie man wolle, den hohen Beruf der lokalen Presse zur und Erhaltung des Heimatsgefühls fönne niemand bestreiten. Deshalb habe er auch immer großen Wert auf gutes Einbernehmen mit der lokalen Presse gelegt. Er verhehle es auch nicht, daß er selbst ein fleißiger Mitarbeiter der daß erfahrungsgemäß auch die leitenden Personen, sei es Bresse gewesen sei. Dem vermögen wir hinzuzufügen, eines Kreises, Amtes oder Dites, welche stets Fühlung mit ihrer Lokalpresse halten oder gar pseudonyme Mitarbeiter sind, immer zum Wohl des betr. Gemeindewesens bestens wirken konnten und daneben Erleichterung ihrer Amtspflichten, wie auch besondere Wertschätzung seitens der Bevölkerung erreichten, obgleich піс sie besonders zu beobachten die Gelegenheit wahrnehmen eigene Person öffentlich in den Vordergrund stellten. - was wir ihre *** Säuglingsmilch. Im Interesse der Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit verdient ein Beschluß der Bürgermeisterei Worms in den weitesten Kreisen uit größter Aufmerksamkeit beobachtet zu werden. Worms hat es nämlich für den Rest der Sommermonate Die Bürgermeisterei versusweise übernommen, eine einwandfreie, trintfertige Säuglingsmilch unter der Aussicht der Sanitätsbehörde, der Polizei und des chemischen Untersuchungsamtes herstellen zu lassen und diese Milch in mehreren Sorten, entsprechend dem Alter der Säuglinge, in Soxhlet Flaschen dem Publikum zu überlassen und zwar zu Preisen, die nicht höher sind als sie sonst für die gewöhnliche Haushaltungsmilch in rohem Zustand bezahlt werden müssen. rz. Gambach, 5. Auguft. Heute Nachmittag gegen 2 Uhr entstand in den Defonomiegebäuden des Schuhmachers K. Becker auf bis jetzt unaufgeklärte Weise ein Schadenfeuer. Durch rasches und energisches Eingreifen der hiesigen Feuerwehr fonnte das angrenzende Wohnhaus gerettet werden, während Scheuer und Stallung ein Raub der Flammen wurden. Der Eigentümer ist zum Teil versichert. ** Lardenbach, 6. August. Der an unserer Gemeinde schule wirkende Lehrer Peter Schneider ist auf sein Nach suchen unter Anerkennung seiner langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober an in den Ruhestand versetzt worden. *-* Hartmannshain, 6. August. Unser Kurort wird in diesem Jahre so außerordentlich stark von Sommer frischlern frequentiert, daß viele gar fein Unterfommen mehr finden konnten. Ein weiteres Ansteigen des Fremdenverkehrs erwartet man durch die Inbetriebnahme der Bahn, die voraussichtlich am 1. Dezember eröffnet wird. ? Grebenhain. Unsere Gemeinde baut eine Wafferleitung. * Biedenkopf, 6. Auguft. Zigeunerplage. Landrat v. Heimburg macht soeben in einer Bekanntmachung den Bürgermeistern unseres Streises es zur zur Pfl cht, bas Austreten der Zigeuner, si es in Banden, in fleineren Trupps oder allein, sofern sie sich nicht zweifellos durch og timationspapiere als Inländer( Reichsangehörige) auszuweisen vermögen, ungesäumt den zuständigen Gendarmen zu melden." Leider sind die meisten bei uns vagabundierenden Bigeuner Inländer. Ueberhaupt wird die beste Polizei verordnung hier wenig helfen, es sei denn, daß sie dahin lautete und gehandhabt würde:" Wer diesem Bettelvolt etwas gibt, ist straffällig." Vor wenigen Abenden waren drei Gendarmen vor Niedereisenhausen wieder daran, einem Trupp Zigeuner, von Gladenbach tommend, die Wagen zu untersuchen. Verschiedene Sachen wurden als gestohlen beschlagnahmt. Literarisches. * Fine amtliche Karte für das Kaisermanöver 1905, an denen bekanntlich das VIII. und XVIII. sowie einzelne Truppenteile des XIV. und XVI. Armeekorps teilnehmen, ist soeben durch die Kartographische Abteilung der Königlich preußischen Landes- Aufnahme veröffentlicht. Diese Karte, darauf muß besonders aufmerksam gemacht werden, hat den Vorzug, daß sie das neueste amtliche, auf Grund sorgfältiger diesjähriger Dieselbe Erkundungen berichtigte Material bringt. fostet nur 0,50 Mt, postfret 0,55 Mt, aufgezogen 1 Mr., postfrei 1,05 Mr. und ist für jedermann durch die Hauptvertriebshandlung der Königlichen Landes- Aufnahme, R. Eisenschmidt, Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 70a, sowie durch jede Buchhandlung zu beziehen. Deueste Nachrichten. C. B. New York, 6. Auguft. Präsident Roosevelt empfing auf der Jacht„ Mayflower" die japanischen und russischen Friedensdelegierten. Nach der Vorftellung brachte Roosevelt beim Frühstück folgenden Toast aus:„ Ich bringe einen Toast aus, auf den keine Antwort erfolgt und welchen ich Sie ersuche, stillschweigend anzuhören. Ich trinke auf die Proſperität der beiden Souveräne und der beiden großen Nationen, deren Vertreter fich auf diesem Schiffe begegneten. Ich hoffe aufrichtigst und es ist mein Gebot, daß im Intereffe nicht nur dieser beiden großen Mächte, sondern im Interesse der gesamten Menschheit ein gerechter, dauernder Friede zwischen ihnen bald abgeschlossen wird. Biegener landwirtschaftlicher Wetterdienft Boraussichtliche Witterung in Heffen für Dienstag, Bei südöstlichem Winde Erwärmung, den 8. Auguft. heiter, später Trübung und Gewitterregen. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inferatentell: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibi in Gießen. Betr.: Waraung vor gefährlichen Spielen. Bekanntmachung. Prima nene Speisekartoffeln In den letzten Tagen wurde wiede holt wahrgenommen, daß per Str. 3.50, 4, u. 450 Mk. Kinder oder jugendliche Personen ungelöschten alt in eine Flasche füllten, Wasser dazu gossen, die Fasche verschlossen und dadurch eine frei ins Haus, sowie Explosion herbeiführten. In einem biefer Fälle erlitt ein Junge Feinste Salatkartoffeln äuterft schwere Verletzungen im Gesicht und am Hals; in einem anderen Falle wurden durch die Explosion die Anwohner in Schreden versetzt und erfolgte Anzeige wegen groben Unfug 8. Es ergeht des halb die Aufforderung an Eltern, Erzieher 2c die ihnen anvertrauten Kinder vor d'efem äußerst gefährlichen Spielen eingehend zu warnen, ebenso werden die Bauunternehmer, Leiter von Neubauten 2c aufgefordert, Vorkehrungen zu treffen, um zu verhüten, daß Kinder in Befiß von ungelöschten Kalk tommen können und auch ihr Personal mit entsprechender Wei ung zu versehen. Gießen, den 4. August 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. In der Zeit vom 29. Juli bis 5. August 1905 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 graue Schutzbrille; verloren: 1 blau- und weißgestreiftes Vorhemd mit zwei gleichen Manschetten, 1 braunledernes Portemonnaie mit 4 Mr. Inhalt, 1 goldene Halskette und 1 goldene Brosche, 1 schwarzer Damenschirm mit Stahlgriff, 1 rotledernes Portemonnaie mit 20 Mark Inhalt und 1 20- MarkStüď. Bugeflogen ist: 1 Kanarienvogel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben, ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 5. August 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 15. Juli 1905 angeordnete Sperre der Wefer: straße zwischen Nordanlage und Steinstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 4. August 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung Die unterm 15. Juli 1905 angeordnete Sperre der Stetuftraße zwischen Weser- und Ederstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den August 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Verdingung. Die zur Ausführung für die Feldbereinigung in der Gemarkung Sungen vorgesehenen Drainagen erforderlichen Arbeiten sollen im Wege schriftlichen Angebotes vergeben werden und zwar: 1. Anfahren der Röhren, veranschlagt zu 1222,50 Mt. 2. Graben und Rohrberlegungsarbeit n beranschlagt zu 18900,00 3. Maurerarbeiten " 261,20 " Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Hungen zur Einsicht offen. Angebote haben in Prozenten des Kostenanschlages zu erfolgen und find verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift bersehen bis spätestens Montag, den 14. d. Mts.. vormittags 9 Uhr, bet Großh. Bürgermeisterei Hungen einzureichen, woselbst um die angegebene Zeit deren Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bieter stattfindet. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 2. August 1905. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. Verdingung. Die zur Ausführung der für die Feldbereinigung in der Gemarkung Hungen vorgesehenen Drainagen erforderlichen Drainzöhren und Verbindungsstücke Gesamtlänge 73700 m, sollen im Wege schriftlichen Angebotes bergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einsicht auf, woselbst auch die Angebotsvordrucke und Bedingungen gegen Erstattung von 1 Mf. erhältlich. Die Angebote sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Samstag, den 12. Augns, vorm. 11 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureich n. Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Buschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, am 28 Juli 1905. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. Herbst- Pferdemarkt zu Gießen Mittwoch, den 6. September 1905 8 Uhr: Beginn der Prämiierung.. 10 12 Konzert Restauration. 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