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Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Pro. in's Hauz gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.30. Gratisbeilagen: Obesheffische Familienzeitung( töglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an ellen Werttagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Reichskanzler fürft Bülow. Berlin, 6. Juni. Der Kaiser hat den Grafen Bülow in den Fürstenstand erhoben. So hätten wir wieder einen Fürsten als Reichskanzler. Daß dem Grafen Bernhard von Bülow die Erhebung in den Fürstenstand winkte, war schon lange bekannt. Schon als das schwierige Werf der Handelsverträge im Februar d. Js. glücklich unter Dach und Fach gebracht worden war, hieß es, daß der Kaiser dem leitenden Staatsmann seinen Danf in Form der Verleihung der Fürstenwürde aussprechen wollte. Graf Bülow habe aber abgelehnt, da seine Vermögenslage ihm nicht erlaube, die Repräsentationspflichten eines Fürften würdig zu erfüllen. Jetzt ist ihm die kaiserliche Huld von neuem mit demselben Anerbieten nahegetreten und Graf Bülow hat diesmal fein Bedenken mehr gehabt, die ihm angebotene Standeserhöhung anzunehmen. Bernhard Fürst von Bülow steht seit dem Rücktritt des Fürsten Hohenlohe am 17. Oktober 1900 an der Spize des Deutschen Reiches und preußischen Staates als deutscher Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident. Er ist am 3. Mai 1849 geboren, also noch verhältnismäßig jung, und fann auf eine glänzende Karriere zurückblicken. Schon 1874 fungierte er als Legationssekretär in Rom, später in Betersburg und Wien. Seine erste politische größere Tat waren die Vorbereitungen zu dem deutsch- rumänischen Handelsvertrag, die er als Gesandter in Bukarest leitete, wohin er 1888 berufen worden war. 1893 wurde er deutscher Botschafter am italienischen Hofe, im Oktober 1897 Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Der Abschluß des Vertrages mit Spanien über die Abtretung der Karolinen-, Palau- und Marianeninseln trug ihm den Grafentitel ein. Seit seiner Erhebung zum Reichskanzler hat er es verstanden, das Staatses sei nur schiff durch die schwierigsten Verwickelungen mit geschickter und an die Zeit des Burenkrieges erinnert ficherer Hand hindurchzusteuern. Eine Reihe von sozialen Fürsorgegesetzen ist unter seiner Aegide reif geworden. Nach außen hin war sein letztes großes Werk der Abschluß der Handelsverträge. - Die Verleihung des Fürstentitels ist, wenn sie nun auch ein wenig post festum kommt, der Dank des Kaisers an seinen leitenden Staatsmann für diese politische Tat, durch die dem deutschen Handel auf Jahre hinaus friedlicher Wettbewerb bei allen Kulturrationen gesichert worden ist. Sofia Kaiferbof. Die Reihe der glänzenden Festlichkeiten am Berliner Hoflager, die mit dem Einzug der Herzoginbraut begannen, erreichten mit der Vermählung des jungen Paares am Dienstag ihren Höhepunkt. Der deutsche Kronprinz führte sein junges Weib heim, das berufen ist, an der Seite des Gemahls die höchsten Ehren im Deutschen Reiche zu tragen. Zwei Herzen, die nicht nur nach nüchternen politischen Berechnungen, sondern auch in aufrichtiger Neigung sich zu treuem Bunde gefunden haben. Das ganze deutsche Volk nahm den innigsten Anteil an dem Ereignis und die von seltener Berehrung zeugenden festlichen Veranstaltungen in der Saupstadt Berlin sowohl wie in allen Gauen des Reiches pra en nicht zum Wenigsten dafür. Die junge Kronpringefin ist ein Steis aus deutschem Fürstenstamm, um so näher ist sie dem Volfsempfinden. Der Kronprinz steht an der Schwelle des Mannesalters. Es ist von ihm zu erwarten, daß er nach der Weise seiner Väter in strenger Pflichterfüllung und eifriger Hingabe allezeit ein Mehrer des Reiches sein wird an Segnungen der Kultur. Dafür bürgt die im Hohenzollernhause gepflegte Tradition, dafür bürgt die hergebrachte sorgfältige Erziehung und die Initiative des kaiserlichen Vaters. Alle Wünsche vereinigen sich deshalb am Fuße des Thrones zum Wohle des Hauses Hohenzollern, der kaiserlichen Familie, zum Segen für das junge Paar und für das Gedeihen des Reiches. Die Trauung. Die kirchliche Einsegnung ging nachmittags 5 Uhr in der Schloßkapelle vor sich. Oberhofprediger D. Dryander hielt die Traurede über den vom Kaiser selbst gewählten Tert aus dem Buche Ruth 1, 16: Ruth antwortete:„ Wo du hingchest, da will auch ich hingehen, wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volf ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott." Der Königliche Domchor sang unter Leitung des Professors Prüfer das Doppelquartett aus Elias:„ Er hat seinen Engeln befohlen" von Mendelssohn. Mit gemeinsamem Gesang der glänzenden Festgesellschaft endete der erhebende Akt, dessen Vollziehung die donnernden Stimmen der Kanonen der Stadt verkündeten. Der Brautkranz der hohen Braut war ein schmales Gewinde aus lebenden Myrten mit tünstlichen Blüten, das sich um die Krone wand. Das Brautbukett bestand aus schneeweißen Nelken, zwischen denen Orangeblüten und Myrten hervorsproßten. Die Trauringe waren aus schiefischem Golde gefertigt und von dem Kommerzienrat Hermann Güttler in Reichenstein in Schl. als Geschenk dargebracht. Die Brautschleppe ist in Berlin hergestellt worden. Auf schwerem russischen Silberstoff erheben sich aus Ornamentfiguren gestickte Rosen. Den Fuß der Schleppe durchziehen blühende Myrten- und Orangenzweige, und ein Kranz von Rosen leuchtet aus der Mitte. Rock und Taille zeigten gleiche Ausführung, an der zwanzig Damen fünf Monate gearbeitet haben. Die Schleppe wurde vom Großvater der Braut geschenkt und fostete 10 000 Mark. Die standesamtliche Trauung war schon um 4½ Uhr im Kurfürstenzimmer des Schlosses durch den Hausminister bollzogen worden. Spielconr und Fackeltanz. Die große Cour, die das Kaiserpaar mit den Neubermählten im Weißen Saale abhielt, vollzog sich mit der am preußischen Hofe althergebrachten Tradition der„ Spielcour". Unter einem Baldachin steht für das Kaiser- und Kronprinzenpaar ein richtiger Spieltisch, ähnliche rechts und links für die übrigen Prinzen und Prinzessinnen. Früher wurde an diesen Tischen wirklich gespielt, während der lange Zug der geladenen Gäste in den Saal hinein und nach tiefer Reverenz wieder hinauszieht. Jetzt sind nur noch der Name und die Tische von der Spielcour geblieben. An die Festtafel nach der Cour schloß sich das noch viel eigenartigere Schauspiel des herkömmlichen Fackeltanzes an. Der Hof begibt sich in den Weißen Saal zurück und erteilt dem Oberst- Marschall das Zeichen zum Beginn des Tanzes. Die Minister, denen die Pagen große Fackeln gereicht haben, ordnen sich paarweise und nun halten unter ihrem Vorantritt die Braut mit dem Kaiser und den königlichen Prinzen, sodann der Bräutigam mit der Kaiserin und den Prinzessinnen die von altem Zeremoniell vorgeschriebenen Umgänge". Zum Schluß formiert sich alles zu einem lanZuge und endlich leuchten nach dessen Auflösung die Mirer den Neuvermählten hinaus, früher bis an die Schwelle ihrer Gemächer Der Krieg in Oftalien. Trotz der kriegerisch lautenden Nachrichten vom letzten Petersburger Ministerrat, trop des Beginnes neuer Rüstungen in verschiedenen russischen Bezirken will es von angeblichen Friedensvermittelungen nicht still werden. Nachdem erst den Vereinigten Staaten und dann Frankreich die führende Rolle hierbei zugeschoben wurde, soll es nach den neusten Berichten das Deutsche Reich sein, das sich eifrig für eine friedliche Verständigung zwischen den beiden kriegführenden Parteien berwendet. Deutschland als Friedensvermittler? Die bezüglichen Verhandlungen sollen allerdings nicht auf deutschem, sondern auf amerikanischem Boden eingeleitet sein. Aus Washington wird dazu gemeldet: Der deutsche Botschafter hatte Unterredungen mit dem russischen Botschafter und dem japanischen Gesandten. Wie es scheint, ist eine zwischen mehreren Stellen vereinbarte Friedensaktion im Gange. Unserem Botschafter Herrn Speck von Sterburg wurden bereits mehrfach diplomatische Interventionen im russischjapanischen Zwest nachgesagt. Bisher haben sich alle solche Gerüchte sehr bald als fette Enten herausgestellt. Da die letzte Meldung aber sehr bestimmt auftritt und dazu noch ohne jeden Kommentar vem offiziösen deutschen Telegraphenbureau verbreitet wird, muß man zum mindesten von ihr Notiz nehmen. Ob sie sich zuverlässiger erweisen wird, als ihre Vorgängerinnen, ist bisher allerdings recht fraglich. Vom Kriegsschauplatz selbst liegen Nachrichten über neue Vorgänge von Belang nicht vor. Die Verluste der Russen in der Seeschlacht werden nachträglich immer höher beziffert. Sie sollen im ganzen 18 600 Mann betragen. Davon tot 14 000, einschließlich der Ertrunkenen, gefangen 4600 Mann. Ein großer Teil der Gefangenen soll an schweren Krankheiten leiden. Rücktritt des Minifters Delcaffé. Die französische Ministerkrisis hat mit dem Rücktritt Delcassés, des bisherigen Leiters der auswärtigen Angelegenheiten der Republik ihren Abschluß gefunden. Unser Pariser re- Mitarbeiter, der den davon berührten Verhältnissen nahesteht, schreibt uns über das bemerkenswerte Ereignis aus der Hauptstadt Frankreichs: Paris, 6. Juni. Ueber sieben Jahre hat Herr Delcassé an der Spitze der auswärtigen Politik Frankreichs gestanden. Die langlebigsten Ministerien hat er überdauert. Hand ein Kabinettswechsel statt Delcassé blieb. Ob die Radikalen in der Deputiertenkammer den Ausschlag gaben, ob die Sozialisten an die Wand gedrückt wurden oder einen Teil des regierenden„ Blocks" bildeten- Delcassé war der Unerschütterliche, der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht. Er verkörperte gewissermaßen die auswärtige Politik Frankreichs; mehr noch: er war der Großsiegelbewahrer des russisch- französischen Bündnisses. Keine frondierende Mehrheit der Deputiertenkammer wagte sich an ihn heran. Eher hätte man sich entschlossen, den Präsidenten der Republik zu stürzen, als an Delcassés Ministersessel zu rühren. Es war in der Tat rührend. Dieses französische Land mit seiner demokratischen Bevölkerung und seinen demokratischen Einrichtungen sah in dem Minister Delcassé den Träger der russischen Freundschaft, den mit geheimnisvoller Weihe umgebenen Mann, der das Vertrauen des Zaren genoß und die Liebe des Zaren zu Frankreich vermittelte. Das erhob ihn über alle seine Kollegen und verlieh ihm die Unantastbarkeit eines Souveräns das heißt: eines nichtfranzösischen Souveräns. Und jetzt ist er gefallen, gefallen trotz der gefälligen Unterstützung, die ihm des Präsidenten Loubet ausdauernde treue Freundschaft lieh. Dem Gefallenen aber folgt Hohn und unermeßliche Mißachtung. Es gibt kein herabwürdigendes Beiwort, das die Pariser Blätter ihm nicht nachriefen. Es klingt beinahe wie eine Schmeichelei, wenn sie ihm bloß Unfähigkeit vorwerfen. Wenig fehlt, und es geht eine Danfadresse nach Berlin an den gefürsteten Reichskanzler Bülow, weil er Frankreich von Delcassé befreit habe. Die äußere Ursache des erstaunlichen Umschwungs liegt in dem allerdings harten Abfall, den Delcassés Politik in Marokko erlitten hat. Daß der Scherif von Marokko alle französischen Reformvorschläge glatt abgelehnt hat, mochte noch angehen. Daß aber der Beherrscher von Marokko sich weigert, überhaupt durch Frankreichs Vermittelung mit Europa zu verhandeln, daß er gerade den Kongreß verlangt, den Frankreich vermeiden wollte, das ist in der Tat bitter und würde unter gewöhnlichen Umständen ausgereicht haben, den Minister unmöglich zu machen, dem solches begegnet war. Troßdem muß gesagt werden: Ohne den ostasiatischen Krieg hätte Delcassé auch vor der marokkanischen Niederlage nicht zu weichen brauchen, wäre er der unantastbare Göße des russisch- französischen Bündnisses geblieben. Aber der ostasiatische Krieg hat durch seinen Verlauf die Meinung von dem Wert dieses Bündnisses völlig umgestaltet. Die Folge davon war, daß man auch den Dalai- Lama Delcassé, der das Bündnis vertrat, nicht mehr mit gößendienerischer Ehrfurcht betrachtete, und von dem Priester des Gößen sich abwandte, um nicht dem russischen Gößen selbst gegenüber ungezogen sein zu müssen. Der Sturz Delcassés ist das Ende des russisch- französischen Bündnisses! Der Form nach mag das der Inhalt ist Bündnis noch eine Weile bestehen bleiben ausgeschöpft. Die Politik. - Der Gesekentwurf über den Versicherungsantrag war im Bundesrat größeren Schwierigkeiten begegnet, die namentlich von bayerischer und sächsischer Seite erhoben worden waren. Wie aus guter Quelle verlautet, haben sich diese Schwierigkeiten auf ein Minimum herabgemindert, so daß das Zustandekommen des Gesezes ziemlich gesichert erscheint. * O Die Entsendung des Kreuzers„ Kondor" nach unserem samoanischen Schutzgebiet ist nach einer neuen Version nicht die Folge der in einer Bittschrift von Deutschen Samoas an den Neichskanzler ausgedrückten Bitte um tatkräftige Hilfe gegen einen etwaigen Aufstand der Eingeborenen. Der Gouverneur Dr. Solf hielt es nur für richtig, den Eingeborenen, die mehrmals während seiner Abwesenheit unter Anwendung von Gewalt Gefangene befreit hatten, die Macht des deutschen Kaisers in Erinnerung zu bringen. Ob ein Kriegsschiff dauernd in Samoa stationiert werden soll, ist noch nicht bestimmt. Aus Kapstadt kommen wieder einmal die gewöhnlichen Alarmnachrichten über Südwestafrika, deren Verbreitung die englische Presse sich mit Vergnügen angelegen sein läßt. Es heißt, daß eine Meldung der Grenzpolizei eingelaufen sei, monach in Discondisdam, 18 Meilen von der Grenze, stationierte deutsche Soldaten die englischen Behörden benachrichtigt hätten, daß Warmbad gefallen, und die ganze Besagung niedergemacht sei. Die Nachricht trägt den Stempel böswilliger und zugleich törichter Erfindung zu deutlich an der Stirn, als daß man sich durch sie irgendwie beunruhigen lassen dürfte. Sie ist aber fennzeichnend für die gehässigen Gefühle, mit denen unsere englischen Grenznachbarn in Südwestafrika unsere Kämpfe mit den Eingeborenen verfolgen. Das große 1nglück, das sie hier als geschehen ausgeben, wäre für sie die Erfüllung eines sehnlichen Wunsches. * Die hamburgische Verfassungsänderung ist in der vom Senat vorgeschlagenen Form von der Bürgerschaft angenommen worden. Dagegen wurde der zweite Teil des Senatsantrages, die Menderung des Wahlgesetzes, einem Ausschuß von 13 Mitgliedern überwiesen. Spanien. A Das anarchistische Komplott von Barcelona beschäftigt fortgesetzt die spanische Polizei. Zwar erklärt der Minister des Junern, die Behauptung, daß der Urheber des Pariser Attentats auf König Alfons ein Spanier sei, für falsch. Die dort verwandten Bomben seien nicht in Barcelona angefertigt worden. Dem widerspricht aber eine neue Verhaftung in der Affäre. Die französischen Behörden brachten in Nizza den 19jährigen spanischen Anarchisten Gombo in sicheren Gewahrsam. Auch Gombo ist beschuldigt, an dem Komplott von Barcelona teilgenommen zu haben. Skandinavien. Die den leitenden norwegischen Staatsmännern nachgesagte Absicht, die Verwandlung Norwegens in eine Republik zu vollziehen, soll nach angeblich wohlinformierten englischen Quellen tatsächlich cristieren. Es heißt, daß die staatlichen Einrichtungen der Schweiz das Muster für die neue Republif bilden sollen. Die Zuverlässigkeit dieser Behauptungen läßt sich vorläufig nicht nachprüfen. Daß wichtige Verhandlungen im Gange sind und bedeutungsvolle Ereignisse bevorstehen, ist dagegen als sicher anzunehmen. Rufsland. - - - - Dritter Verhandlungstag. gelegte goldene Uhr und eine goldene Ret profen, er werde ihr Borf: Hat er das war bei unferem letzte bil ausgegeben? and eine fleine Bed Bors: Das nennen Beiterfeit.)- Beug Flaschen Seft aut gab mir am andern Tuf, bei der ich wo Gießen, den 7. Juni. Fräulein Sulzbach, die Haushälterin des ermordeten Pfarrers Thöbes, befundet auf Befragen noch weiter: Nicht lange vor seinem Tode hat mir der Herr Pfarrer gesagt, daß wir uns bis zum Jahresschluß einschränken müßten, da er mit seinem Gelde bald zu Ende sei. Nach einigen Tagen habe der H.rr Pfarrer aber zu thr gesagt, er habe doch noch mehr Geld, als er gedacht habe. Wie viel Geld bei dem Rau mord weggekommen sei, vermöge sie nicht an ugeben. Auch Vereinsgelder waren im Pfarrhaus verwahrt und diese sind mit verschwunden. Am Abend vor seinem Tode habe der Herr Pfarrer lange in seinem Brevier gelesen, dann sei er plötzich aufgesprungen, set schne zum Schreibtisch gegange und habe eilig etwas auf ein kärtchen geschrieben, dann habe er sich hingesetzt und weiter im Brevier g betet. Bald nachher habe er ihr gesagt, sie möge heute zeitt ec schlafen gehen, da sie am Abend vorher lange gearbeitet hätte. Sie sei gegen 11 Uhr zu Bett gegangen und( mit bewegter Stimme) habe den Herrn Pfarrer nicht mehr lebend gesehen. Als am nächsten Tage die Herren vom Gericht dort waren, sei ihr das Kärtchen eingefallen und sie habe darauf aufmerksam gemacht. Auf dem Kärtchen habe eiwas in lateinischer Schrift gestanden. Die Herren hätten es übersetzt. Vors.: Geben Sie uns bitte an, was ungefähr der Inhalt war. Zeugin: Es stand darauf: Im Falle meines plöglichen Todes bitte ich, daß die vorhandenen 1000 Mt. an die Armen verteilt werden.( Große anhaltende Bewegung.) Vors: Fräulein Sulzbach, Pfarrer Thöbes soll ganz besonders genähte Nachthemden getragen haben. Zeugin: Ja, so trug er nachts Hemden mit zugenähten Aermeln. Der Herr Pfarrer hatte ein Leiden an der Nase und pflegte sich im Schlaf zu tragen. Er hatte es versucht, nachts Handschuhe zu tragen, aber die pflegten dann am Morgen ausgezogen zu sein. Deshalb sagte ich einmal im Scherz: Herr Pfarrer, Sie müßten Hemden mit vorne zugenähten Aermeln tragen. Der Herr Pfarrer nahm das gleich ernst auf und gab mir den Auftrag, ihm solche Hemden anzufertigen. Vorf.: Trug er an dem Mordtage auch ein derartiges Hemb?- Beugin: Ja, seit drei Jahren zog er sie stets nachts an. Bors.: die Hände fonnte man in diesen Hemden gar nicht frei bewegen? Beugin: Nein, er war darin ganz wehrlos. Dr. med. Dalpuin aus Heldenbergen tam zuerst an das Totenbett. Es hatte den Anschein, hat zwar von Strife machen" gesprochen, Kommissar Daniel wird aber bestätigen, daß der Geselle 14 Tage vorher gekündigt hatte. Der Vorfall kann also vor dem 7. November gewesen sein. Zeuge Daniel bestätigt das. Es wird die telegraphische Ladung des Metzger meisters Seifried aus Heldenbergen beschlossen. Lehrer Lothar Prinz aus Windecken: Er habe am 11. Novbr. einen Spaziergang in der Richtung nach Heldenbergen unternommen. Vor dem Dorf sei ihm ein junger Mann, der eilig dem Bahnhof zuschritt, entgegenge fommen. Der junge Mann war nobel gekleidet, hatte blondes Schnurrbärtchen, blühende Gesichtsfarbe und trug hohen Stehumlegkragen. Er habe sich noch ge fragt, was derselbe sein möge, denn er sehe nicht aus wie ein Landwirt, Kaufmann oder Lehrer. Deshalb habe er sich den Mann wohl angesehen, fönne aber nicht heute mit absoluter Bestimmtheit sagen, daß der Angeklagte es sei. Vors.: Wann war das? Zeuge: Nachmittags um 4 Uhr.- Hiernach sagt der Tage löhner Balz aus: Am Mordtage war ich von 6-634 Uhr in der Krone. An meinem Tisch saß auch ein junger Mann, der fein Wort sprach und immer ruhig in der Zeitung las. -Vors.: Sehen Sie sich den Angeklagten an. Beuge: Ja, das ist er. Vorf.: Können Sie sich nicht irren? Beuge: Unmöglich, unter Hunderten erkenne ich ihn wieder. Vors: Wie war er gekleidet? Bruge: Das weiß ich so genau nicht. Den Hut hatte er vorne so Hopplahopp" eingedrückt.( Stürmische Heiterfeit.)- Bors.: Die Kleidung Bors: Die Kleidung haben Sie sich nicht so genau angesehen? Zeuge: Ja, wenn ich gewußt hätte, daß nachher der Mord passieren würde, hätte ich mir alles genau gemerkt.( Stürmisch Heiterfeit) Der Vorsigende ersucht das Publikum, sich ruhig zu verhalten.- Landwirt Klein sagt aus, daß er den Mann auch im Wirtshaus gesehen hat. Derselbe war sehr gut gekleidet, er habe ihn aber für einen Arbeiter gehalten. ( Eigener Bericht.) Maure Blumenthal erkennt den Angeklagten ebenfalls wieder. Hg. Gießen, 6. Juni 1905. Ihm sei besonders aufgefallen, daß der Fremde ohne Gruß die Wirtschaft verließ, das sei in Heldenbergen nicht üblich. Zweiter Verhandlungstag. Apfelweinfabrikant Pauly wurde einige Zeit vor dem Morde von einem jungen Manne, in dem er den Angeklagten ziemlich bestimmt wieder zu erkennen glaubt, in Seldenbergen nach dem Pfarrhaus gefragt. Auch die heifere Stimme Huddes sei ähnlich gewesen. Denselben Mann hat der Zeuge dann am Mordtage in der Krone gesehen. Als Zeuge eintrat, sei der Mann ganz bleich geworden, habe das Gesicht mit der Zeitung berdeckt, aber nach ihm hinübergeschielt.- weichenſteller Wilps in Heldenbergen bekundet: Kurz nach * Amtlich wird bestätigt, daß die Einberufung einer Volksvertretung nach dem Plan des Ministers des Innern Bulygin dem Ministerrat vorgeschlagen worden ist und der leztere ohne Verzug in die Prüfung des Projektes eintreten werde. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß diese sogenannte Volksvertretung nur ihre Sanktion zu weiteren Kriegsrüstungen geben soll und wird. Es ist bestellte Arbeit, die da zur Lieferung gelangt. Versammlungen, in denen sich die wirkliche Meinung der Volksvertreter wiederspiegeln fönnte, werden ohne Gnade verboten. So in Moskau eine auf den 6. Juni festgesetzte Konferenz der Semitwomitglieder und der Bürgerschaft Der Haubmoro im katholischen Pfarrhaus zu Heldenbergen. Nachdruck verboten. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen wird in der Beweisaufnahme fortgefahren. Der Wirt Melchior in Ilbenstadt befundet: Am 11. November stand ich etwa gegen 21 Uhr in meiner Wirtschaft am Fenster, als ein einzelner Mann die Straße herauf kam. Er blieb vor dem Hause stehen, musterte es und trat ein. Nachdem er sich Bier und Zigarren bestellt hatte. fragte er nach dem Wege. Als ich ihm das angegeben hatte, sagte er, er sei schon früher hier gewesen, damals aber - einen anderen Weg nach Herbenstadt gegangen. Vors.: Ihre Aussage ist ungemein wichtig, überlegen Sie sich genau, ob Sie den Mann genau wiedererkennen würden. - - - - - - - - dem der Zug nach Hanau nach 9 Uhr abends abgefahren war, sei ihm am Wartesaal Hudde eilig entgegengekommen, weshalb Bug: fragte:" Haben Sie den Bug versäumt?" Er erwiderte:„ Nein, ich erwarte Jemand mit dem 10 Uhr Bug." Mit dem Zug tam aber Niemand und Hudde war auch ruhig siten geblieben und hatte sich um den Zug gar nicht gefümmert. Ich gab deshalb dem Bahnsteigschaffner Körber Auftrag, nach dem Manne nachzusehen. Körber fam zurück und sagte, daß derselbe schon weggehe. Beuge Rörber bestätigt bas. - - - Vors. Hudde, im Laufe des Tages sind ein Reihe Zeugen aufgetreten, welche unter Eid behaupten, Ste Wollen Sie noch dabei bleiben, mit gesehen zu haben. Wollen Sie noch dabei bleiben, mit dem Willy den Weg zu Fuß von Frankfurt nach Heldenbergen zurückgelegt zu haben. Hudde: Jawohl! Vors. Wollen Sie sich auch überlegen, daß Sie in der Krone gesehen worden sind? niemals dort gewesen.- Vors.: Sie haben auch be Hudde: Ich bin hauptet, daß Willy auf der Kegelbahn schlief, während Ste am Bahnhof waren und daß Ste thm Ihren Paletot zum zudecken gelassen hätten. Beide Beamte fagen aber, daß Sie Ihren Anzug nicht erkennen fonnten, weil Sie einen langen Baletot anhatten. Ich fonnten, weil Sie einen langen Baletot anhatten. Ich möchte Ihnen doch nahelegen, sich zu überlegen, ob Ste nicht Ihr Gewissen durch eine andere Erklärung erleichtern wollen.- Hudde: Ich kann nichts anderes angeben.- Lehrerin Meinhard: Am 11. November gegen 7 Uhr fam ich mit Frl. Sulzbach, der Haushälterin des Pfarrers Thöbes, aus der Andacht. Blözlich hörten wir auf dem Pfarrhof ein Geräusch und ich rief:„ Es wird doch niemand auf dem Pfarrhof sein?" Frl. Sulzbach meinte, es seien Stazen. Uns war aber ganz unheimlich und wir wollten zur erleuchteten Kirchentür zurücklaufen, als wir ein Geräusch hörten, als ob sich eilige Schritte entfernten und als ob das Zeugin gibt noch Pfarrhoftor zugeworfen werde." an, daß thr schon auf dem Heimwege zur Andacht nahe der Stirche zwei fremde Frauen aufgefallen sein. Jetzt meinen sie, daß es verkleidete Männer gewesen seien. ( Heiterfeit im Zuschauerraum). Zeuge: Ganz sicher. Vors.: Wie war der Mann gekleidet? Zeuge: Er hatte einen ganz neuen dunkleu Paletot an, trug Kragenschoner und schwarzen Hut. Der Vorsigende läßt Hudde seinen Paletot und Hut auffeßen und vortreten.- Zeuge( bestimmt): Jawohl, ich erkenne ihn bestimmt wieder. Vors.: Nun Hudde, Sie hören, was der Mann sagt? Wollen Sie dabei bleiben, in Jlbenstadt nicht gewesen zu sein?- Hudde: Jawohl, ich habe den Mann nie gesehen.- Vorf.( zum Beugen): Ste hören den Angeklagten sprechen. Er tennen Sie die Stimme wieder?- Zeuge: Jawohl, mir fiel damals gleich die belegte Stimme des Mannes auf. Vors: Also Hudde, überlegen Sie sich, was Sie sagen. Hudde: Ich bin nur einmal dort gewesen, als ich hintransportiert wurde.- Verteidiger R.-A. Dr. Jung: Hatten Sie denn als Gastwirt ein besonderes Intereffe, sich den Mann so genau zu merken? Beuge: Nein, aber als ich nach dem Morde den Steckbrief gegen Hudde las, fiel mir gleich auf, daß das Signalment paßte. R.-A. Dr. Jung: Ich mache darauf aufmerksam, daß Hudde noch mittags in Frantfurt gesehen worden ist, daß er also den Weg bis zum Chauffeehaus Jlbenstadt nicht in so kurzer Zeit zurückgelegt haben kann. D.-St. Theobald: Nach 12 Uhr fährt von Frankfurt ein Personenzug ab, der um 1.57 Uhr in Nieder- Wöllstadt ist.- Nt.-A. Dr. Jung: Ich möchte dem Zeugen aber entgegenhalten, daß durch Zeugenaussagen heute früh nach meiner Ueberzeugung felsenfest nachgewiesen ist, daß Hudde zur gleichen Zeit, wo der Zeuge ihn in Jlbenstadt gesehen haben will, in Niederdorfeld war.- Q.- St.: Wenn der Herr Verteidiger meint, daß er überzeugt sei, daß Hudde in Niederdorfeld gewesen sei, so erkläre ich, daß ich von dem Gegenteil felsenfest überzeugt bin. Die Zeugen haben den Weg nicht bestimmt angeben können. Hudde: Ich bleibe dabei, daß ich niemals dort gewesen bin. -Straßenwärter Weiß: Am 11. November zwischen 2 und 3 Uhr kam zwischen Station NiederWölstadt und Chausseehaus ein fremder Herr an mic Da ich selbst aus dem Orte war, fragte ich ihn, zu wem er wolle. Der Herr drehte sich kurz um und ging weiter. Staatsanw.: War der Mann allein? Zeuge: Ja! D.- Staatsanw.: War vorher oder nachher Jemand zu sehen? Zeuge: Nein! Vors. Erkennen Sie den Angeklagten wieder? Beuge: Das fann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, es ist möglich. In gleicher Weise äußert sich Lagelöhner Remper, der mit weiß zusammen arbeitete. Er erinnert sich auch, des Fremden, fann aber ebenfalls nicht mit Bestimmtheit sagen, daß er derselbe set. Hudde: Ich habe diese beiden Zeugen nie gesehen und gesprochen. Rechtsanw. Dr. Jung: Ich beantrage den Megger Seifried in Heldenbergen zu laden, zum Beweise dafür, daß sein Geselle am 7. Nov. aus der Arbeit gegangen ist. Megger Schäfer in Niederdorfeld, konnte also erst nach diesem Tage Hudde die Arbeit dort nachweisen. Da aber Hudde am 8. in Klein- Schwalbach und am 9. und 10. in Frankfurt war, so tann es nur der 11. November gewesen sein, an dem er nachmittags in Niederdorfeld war.-D.- St.: Schäfer - " - Die nächste Zeugin ist die 35jährige - - - - - Belde ftimmt das Bezahlt und nur ei bestätigt die Angab haben Sie doch jeder gegeben.- Bubb richtig. Außer de gezahlt.- Borf Seft zu? Subbe Wahrheit.- Hu Die g Bei dem Pfa Budde am 18. 9 berfest, diefelbe ab wer hat er fie a fandvermittlerin 3 hugmann Böhme Die Beugen erlen wieder. Bei Frau arf den Namen gzeigt.- Borf: S -Hudde: Das meinen Namen m Derberge ist der mann verläng Hat das getan? Herberge, der f Sollte der nicht Uhrmacher goldene Uhr, die genau als die bes ivon zwei Dan Obwohl die Da thwiegenheit die Uhr Bfarrer Th der Familie der Schurz aus Ende Lag bor Kathar gekommen und Speisewirtschaft Bferd für 180 habe, und eben fror, eingekleidet arzählte er noch Manne einen A Der Schädel an thabe sich aber e ffet noch so bork tomme man eb - als ob der Pfarrer den Versuch gemacht hätte, sich aufseßen zu wollen, er lag schräg im Bett. Er hatte einen Stich in dem Hals, nahe der Schlagader und einen Stich in dem Mundwinkel. Die linke Brustseite des Hemdes war mit Blut übergossen. Er habe dann nichts weiter untersucht, um dem Gericht nicht wertvolle Spuren zu verwischen. Amtsrichter Klietsch: Wir Richter haben wiederholt Ge legenheit das krasse Bild des Todes zu fonstatieren, wenn wir an den Tatort gerufen werden oder wenn wir einer Settion beiwohnen müssen. Ich muß aber sagen: einen so grausamen Eindruck wie am Tatort in dem Pfarrhaus Heldenbergen habe ich noch nie erlebt.( Große Bewegung).- R.-A. Dr. Jung: Ich möchte mir die Frage erlauben, ob der Herr Zeuge schon jemals bei einen Mord am Tatort gewesen ist? - Zeuge: Nein, das war der erste Mord, zu dem ich gerufen worden bin. Das Zimmer ist so klein, daß zwei Verbrecher sich uur gegenseitig im Wege gewesen und in der Aufregung noch größere Unordnung gemacht hätten. Hudde: Ich habe die Leiche nicht gesehen. Als ich das Zimmer verließ, war in demselben noch nicht solche Unordnung, wie sie hier geschildert ist. Das muß, Willy" nach meinem Weggange getan haben. In der weiteren Zeugenvernehmung wird der gestern telegraphisch geladene Meggermeister Seyfried aus Heldenbergen vernommen. Er vermag aber nicht zu sagen, wann er dem Metzger Schäfer erzählt hat, daß er schon ausgetreten sei und er damals bereits Ersaß hatte, so einen neuen Gesellen brauche. Da Lezterer aber am 7. Nov. müsse das wohl vorher gewesen sein. Es handelt sich bei diesen Feststellungen darum, ob Hudde am 11. Nov. auch in Niederdorfeld gewesen ist, oder ob er schon früher einmal in der Gegend gewesen ist. Da Mezger Schäfer auch nichts genaues angeben kann, wird beschlossen, auch den Meggerburschen noch telegraphisch zu laden. Huddes Liebesabenteuer in Köln. Es werden dann wieder mehrere Prostituierte ver nommen, mit denen sich Hudde in Köln vergnügt hat. Die 23jährige Elise Bathen hat am 19. Oktober( also nach dem Seppenheimer Einbruch) bie beiden Angeklagten Oskar Hudde und Otto Walter in einem Etablissement tennen gelernt. Dito sei mit ihr nach Hause gegangen, Defar habe eine andere Dame" begleitet. Bors: Die beiden gaben wohl viel aus? Beugin: Ja, fie ließen schon etwas springen. - vorbei, der mich nach dem Wege nach Staichen befragte. Haushälterin des ermordeten Pfarrers,( Seiterkeit.) Um andern Nachmittag trafen wir uns alle im - -- - - - Fräulein Katharina Sulzbach. Sie erscheint in schwarzem Trauerkostüm und bestätigt die Wahrnehmungen der Lehrerin über das Geräusch auf dem Pfarrhof. Mitten in der Nacht sei sie von einem Schrei aufgeweckt worden. Sie sei an die Türe gegangen und habe gehorcht. Da sie nichts hörte, habe sie sich wieder hingelegt und set gleich eingeschlafen. Morgens habe sie sich gewundert, daß alle Türen aufstanden, im Wohnzimmer waren die Schubladen offen und sie habe sich gedacht: was hat der Herr Pfarrer wohl so früh schon gemacht? Sie sei hinuntergegangen und habe die ihr begegnenden Leute gefragt, ob der Herr Pfarrer schon in der Kirche set. Als das verneint wurde, set man in das Schlafzimmer gegangen, wo sie den Herrn Pfarrer im Blut schwimmend tot im Bett liegen fanden. Die Zeugin sei so erschrocken gewesen, daß sie nichts weiter wisse. -Es wird dann das Augenscheinsprotokoll berlesen und nach Vernehmung einiger Zeugen dazu die Verhandlung vertant. * * * - Café Paland, die beiden Herren wollten nach München fahren und ich und die Freundin brachten sie zur Bahn, wo ich sah, wie der eine der beiden, der sich Oskar nannte, Billets zweiter Klasse löfte. Am Sonntag, den 13. November( 2 Tage nach dem Morde) hat die Beugin Hudde in dem Kölner Tanzlofal Edsteiner Mühle allein getroffen. Auf ihre Frage, wo Otto sei, habe er erwidert: Der ist jezt unabfömmlich!( Stürmische Heiterkeit.) Vors: Ja, er war inzwischen verhaftet worden.( Erneute Heiterfeit.) Die Zeugin ist mit dem Hudde zusammengeblieben und am nächsten Abend im Colosseum zusammen gewesen. Dann habe sie Hudbe noch einmal acht Tage vor Weihnachten in der Ecksteiner Mühle gesehen, aber nur begrüßt, da er in Begleitung eines anderen Mädchens war. Vors: Auch eine Brostituierte? Hudde: Ich fannte sie nicht. Bois.: Wie war Hudde, als sie ihn im November wiederfaben, gekleidet? Beugin: Er war sehr elegant und modern gefl idet; Anzug, Stiefel, alles war ganz neu. Er war diesmal sehr still und einsilbig. Er habe eine goldene Uhr mit einem Sprungdeckel gehabt. Die Beugin glaubt die ihr vor- -- - geto ft das?- Hu erzählt, es ist d hommen Sie de getan hat, fold pudde( ganz ge joonst erzählen Sie, daß das e bürdigkeit wirft G Sehr intereff Jinen Raubzüge gefangenen Jat hudde nach dem farrhäuser Jam bird gefeffellt b Strafbaft befinde Finbrudeblebitab worden ist. Der 25 Die Umlager Die Stadt& langen 120 Prozent doppelteu Grundzah feuer. Ferner tomm 1. bon be 10 Br ben do Rapital 2. bon biefelbe Die Erhebun Mai, Juli, Septem Das Hebereg Bürgermeisterei taligten offen. bracht, daß Beschwer br Städteordnung Es wird dies berzubringon find, Brüdfichtigung finder Gleichzeitig wi Igen durch Großh. 2.D. Mts. erfolgt ist, Flamationen, welche rigtet find, von diesem rigtet find, bom Ende Gießen, 6. Ju Grokh. Die Beitragspflicht ode 9. den 7. Juni. es ermordeten noch weiter: Herr Pfatter legte goldene Uhr des Pfarrer Thöbes wiederzuerkennen. I mal borbestraft ist, hat sich später noch wegen drei Auch eine goldene Rette habe Hudde gezeigt und ihr verprochen, er werde ihr ein Armband daraus machen lassen. Vois. Hat er das auch getan? Zeugin: Nein, das war bei unserem letzten Beisammensein. Vors: Hat Hudde Beugin: In meiner Wohnung hat er auch eine fleine Beche gemacht, so etwa für 40-50 Mt.- Beinschränten wiel ausgegeben?-. zu Ende sei - - Einbrüche, die er mit Hudde gemeinsam verübt hat, zu verantworten. Der Zeuge befundet: Auf der Landstraße bei Jülich sei im November ein junger Mann auf ihn zugekommen. Da derselbe sehr gut gekleidet war, habe er geglaubt, daß derselbe ihm etwas geben wolle. Der Mann habe aber„ Serbus" gesagt und sich ihm Unterwegs hätten Sie sich geeinigt, er aber zu ihr Bors.: Das nennen Sie eine kleine Zeche?( Stürmische angeschlossen. - Gleichfalls startet, Friß Raffler München, der Meisterfahrer von Bayern, um dem großen Preis von Gießen. Raffler ist ein vorzüglicher Dauerfahrer, er gewann im vorigen Jahre überlegen die 100 km Meistersterschaft von Bayern. Als weiterer Teilnehmer an dem internationalen Stundenresnen ist der junge Mainzer Adolf Seidenspinner, der Sieger im silbernen Rad von Darmstadt verpflichtet. Da beide Matadoren mit ausgeNeger auf äußerst gefährliche Gegner stoßen. Der Vorverkauf hat bereits heute in den bekannten Verkaufsstellen begonnen.( Siehe Inserat.) ls er gedacht Seiterfeit.) 8eugin: Na, ich meinte man so. Er hat zwei Diebstähle zu berüben. Vors: Sie brauchen sich nicht zeichnetem Schrittmachermaterial ausgerüstet sind dürfte der weggefommen Vereinsgelder find mit ver - Flaschen Sett ausgegeben. Die Zeche betrug 52 Rt.; er gab mir am andern Morgen 20 Mt. und der Anna Wallruf, bei der ich wohnte, auch 20 Mt. Hudde: Mit dem - selbst zu belasten. stähle eingestanden. Beuge: Ich habe schon alle DiebVors.: Wer hat den ersten Anlaß zu den Diebstählen gegeben?- 3euge: Daran bin ich - habe der Herr Gelde stimmt das nicht. Ich habe nur eine Flasche Sekt so gut schuldig wie Hudde. Vors.: Nannte Hudde nn sei er plög gezahlt und nur einmal 20 Mt. gegeben. Anna Wallruf seinen Namen?- Zeuge: Nein, er nannte sich„ Oskar" tijd gegangen bestätigt die Angaben der Bathen. Vors: Hudde, danach und ich mich Jakob. Das ist bei uns so üblich. hrieben, dann haben sie doch jedenfalls 90 Mt. dort am 13. November aus- Vors: Wußten Sie, daß ein Oskar Hudde gesucht gut befannter Mann, hat dort das an der sog. Neebrücke rebier a betet. g heute zeitt ec ange gearbeitet ngen und( mit er nicht mehr - Wahrheit. Seft zu? - wurde. Beuge: Ja, aber nicht, daß er einen Raubmord verübt haben sollte. Unterwegs las Hudde überall mit Eifer die Zeitungen und sagte mehrmals unter Lächeln:" Den Richtigen haben sie noch immer nicht!" Vors: Hat er Ihnen nicht auch gesagt, daß er schon, wenn ihm jemand entgegentreten werde, fertig würde? Zeuge: Das mag sein, ich erinnere mich nicht. Einen Mord habe ich ihm nicht zugetraut, denn ich hielt ihn für einen ordentlichen gegeben. Hubde: Die Angaben der Zeugin sind nicht richtig. Außer den zwei Flaschen Seft habe ich nur 20 Mt. Bors: Also jezt geben Sie schon zwei Flaschen gezahlt. Hudde, bleiben Sie doch etwas mehr bei der Hudde: Ich hatte nicht mehr als 50 Mt. Die goldene Uhr des Pfarrers. Bei dem Pfandvermittler Josef Himioben in Köln hat was ungefähr versezt, dieselbe aber bald wieder eingelöst. Am 21. Dezem Menschen.( Heiterkeit.) Sudbe am 18. Rovember die goldene Uhr des Pfarrers Cen vom Gericht und sie habe en habe eimas ren hätten es uf: Im Falle ch, daß di en berteil Vors: Fris Onders genähte , so trug et Herr Pfarrer fich im Schlaf Handschuhe zu ausgezogen zu Herr Pfarrer, ähten Hermeln gleich ernft auf Hemben anzu dtage auch in rei Jahren p fonnte man in eugin: Nein, in aus Helden den Anschein, Sitte, fich auftte einen Stich Stich in dem Endes war mit eiter untersucht, berwischen. wiederholte nftatieren, wenn wenn wir einer fagen: einen Latort i abe ich nod . Dr. Jung: der Herr Zeug t gewefen ift! fte Mord, ift so klein, daß ege gewesen und emacht hätten.- sich das Zimma Unordnung, wi " nach meinem eugenvernehmung ermeister Seyfried g aber nicht zu hlt hat, daß er aber am 7. Nov. Ersatz hatte, so handelt fich bei 11. Nov. auch früher einmal fer auch nights den Wegger Köln. Proftituierte ver ergnügt hat. Die r( allo na dem gten Datar Bubbe tennen gelernt. star habe eine eiden gaben wohl etwas springen. wir uns alle in nach München fie zur Bahn, ich Datar nannte, ag, den 13. No Die Beugin Hudde - ber hat er sie zum zweiten Male für 18 Mt. bei der Bandvermittlerin Frau Dauz gelassen, wo sie, wie Kriminalschutzmann Böhme befundet, später beschlagnahmt wurde. Die Zeugen erkennen die Uhr und den Angeklagten wieder. Bei Frau Dauz hat Hudd: eine Invalidenkarte auf den Namen Hüttemann, Reisender, vorgezeigt. Vors.: Hudde, wie famen Sie zu dieser Karte? Hudde: Das ist ganz einfach so: der Beamte hatte meinen Namen mit zwei harten" t" geschrieben. Auf der Herberge ist der Name Hutte dann ganz einfach in Huttemann verlängert worden( beiterkeit). Vors: Wer hat das getan?- Hudde: Ein fremder Mann, auf der Ser berge, der falsche Legitimationen anfertigte. Vors: Sollte der nicht Hudde geheißen haben? Angefl.: Nein. Uhrmacher Adolf Meyer aus Friedberg erkennt die golbene Uhr, die in Köln von Hudde versetzt worden ist, genau als die des ermordeten Pfarrers wieder. Die Uhr fei von zwei Damen Ende 1896 bei ihm gekauft worden. Obwohl die Damen es unter dem Siegel der Verschwiegenheit getan, habe er doch gleich gewußt, daß die Uhr ein Weihnachtsgeschent für Pfarrer Thöbes sein solle. Da derselbe in der Familie der beiden Damen viel verkehrte.- Frau Schurz aus Endenich bei Bonn: Am 24 November, dem Tag bor Katharinen, sei ein Mann in ihre Wirtschaft gekommen und habe ihr erzählt, daß er eine große Speisewirtschaft in Mannheim habe, daß er sich ein Pferd für 180 Mt. und einen Musikautomaten gekauft habe, und eben ein n armen Kerl, den hungerte und fror, eingekleidet und als Knecht engagiert habe. Dann erzählte er noch: bei einer Schlägerei habe er einem Manne einen Klaps auf den Kopf gegeben, daß ihm der Schädel an der Tischkante eingeschlagen sei. habe sich aber einen schneidigen Anwalt genommen und set noch so vorbeigekommen. Einen Kel, wie ihn, betomme man eben nicht so leicht- Vors: Hudde, wie ist das? Hudde: Jawohl, das habe ich der Frau erzählt, es ist aber davon nichts wahr. Vors.: Wie tommen Sie denn dazu, der Zeugin, die Ihnen nichts getan hat, solche groben Lügen aufzubinden? Hudde( ganz gelassen): Ich wußte nicht, was ich ihr sonst erzählen sollte.( Heiterkeit.) Vors: Glauben Sie, daß das ein günstiges Licht auf Ihre Glaubens. würdigkeit wirft? Hudde: Nein! - Ein Komplize Hadded. - Sehr interessante Einblicke in das Treiben Huddes auf seinen Raubzügen bietet die Vernehmung des Straf gefangenen Jakob Fink aus M.- Gladbach, der mit hudde nach dem Morde mehrere Einbrüche in katholische Pfarrhäuser Jam Niederrhein verübt hat. Der Zeuge wird gefessellt vorgeführt, da er sich in Koblenz in Strafhaft befindet, da er wegen eines allein verübten Einbruchsdiebstahls zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Der erst 23jährige Zeuge, der schon vierBekanntmachung, die Umlagen der Stadt Gießen betreffend. Die Stadt Gießen erhebt für das Rechnungsjahr 1905 an Umlagen 120 Prozent von der staatlichen Einkommensteuer und den doppelteu Grundzahlen der Grund-, Gewerbe- und Kapitalrenten. fteuer. Ferner kommen zur Erhebung: 1. von den Mitgliedern der evangel" chen Kirchengemeinde 10 Prozent von der staatlichen Eint mmensteuer und - Weitere Einbrüche in katholischen Pfarrhäuser. Der Zeuge gibt weiter an: Hudde habe gesagt, daß in Ensdorf bei Düren ein fatholischer Pfarrer allein wohne, den man gut überrumpeln fönne. Einmal seien sie auf dem Wege an einem Pfarrhof vorbeigekommen. Hudde habe sich den Pfarrhof angesehen und dann gemeint, daß derselbe nicht geeignet sei, da dort ein Pfarrer und ein Vikar wohnten, dann seien sie nach Ensdorf gekommen. Sie hätten sich dort Essen gekauft und sich bis zwölf Uhr nachts in einer Scheune auf die Lauer gelegt. Darauf schlichen wir zum Pfarrhaus hin. Es brannte noch Licht und wir warteten, bis der Pfarrer zu Bett gegangen war. Hubbe stellte eine Leiter an und hieß mich, durch ein offnes Fenster einzusteigen und in das Schlafzimmer des Pfarrers zu schleichen. Er gab mir eine große Bange mit und sagte: Wenn er was will, dann schlägst du ihn nieder!"( Große Bewegung.)- D.-St. Theobold: hatten Sie die Absicht, die Bange zu benußen? Beuge: Nein, niemals. Aber da es am ersten Tage unserer Bekanntschaft war, wollte ich mich nicht feige zeigen. Vorf.: Sie sind dann eingestiegen? Beuge: Ja, der Pfarrer schlief feft, ich troch zu dem Bett hin und nahm aus der Hosentasche das Geld. Wir erbeuteten 350 Mt. Hudde fuhr darauf nach Köln zu seiner kleinen" wie er fagte.( Heiterkeit.) ( Fortsetzung folgt.) Lokales. M - - 7. Jnut 1905. *** Der Schneiderstreik ist beendet. Der Tarif der Gießener Arbeitgeber ist mit unwesentlichen Erhöhungen angenommen und die Aussperrung seitens des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes aufgehoben worden. nehmen, ist die Arbeit heute bereits wieder auf, enommen worden. * Wie wir ver** Der Glasermeister Otto Brühl zu Gießen hat sich gestern Vormittag erschossen. *** Der Neger Vendredi in Gicken. Wir bringen heute noch folgende für alle Sportsfreunde interessante Notiz, die wir gestern leider wegen großen Sazandranges zurückstellen mußten. Bei dem am Pfingstmontag stattfindenden internationalen Stundenrennen mit Motorschrittmachern um den großen Preis von Gießen startet der schwarze amerikanische Meisterfahrer Vendredi. Bereits zweimal gelang es Vendredi die Meisterschaft von Amerika im Dauerfahren an sich zu reißen. Sein diesjähriger Start in Deutschland gleicht einem Siegeszuge: er gewann die Großen Preiße von Brandenburg und Magdeburg, ebenso das goldene Rad von Crefeld. Der Neger ist ein Fahrer von hoher natürlicher Veranlagung, wie eine Raze fizt er angegossen auf seiner Maschine und folgt mit spielender Leichtigkeit dem mörderischen Tempo seiner 14 kg Motorschrittmachermaschine. Der Start des Schwarzen ist für Gießen eine Aquisition allerersten Ranges. auf allen | Prämiiert beschickten Ausstellungen. Mar Arnold Sieb- und Drahtwaren- Geschäft Renenweg 2 Gießen liefert Neuenweg 2 ben doppelten Grundzahlen der Gru.id-, Gewerbes and Drahtgeflechte f. Einfriedigungen Kapitalrentenfteuer; 2. von den Mitgliedern der katholischen Kirchengemeinde dieselben Zuschläge. in allen Längen, Breiten und Mustern. Die Erhebung erfolgt in 6 Zielen, und zwar in den Monaten Uebernahme ganzer Einfriedigungen in Mai, Juli, September November 1905, Januar und März 1906. Das Heberegister liegt vom 7. bis 15. Juni d. J. auf der e allein getroffen. Bürgermeisterei- Zimmer Nr. 15- zur Einsicht eines jeden Beerwidert: Der ift teiligten offen. :)- Bors: Ja, Erneute Seiterfeit.) geblieben und am gewefen. Dann Weihnachten in grüßt, da er in Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis ge bracht, daß Beschwerden gegen dasselbe nach Vorschrift des Artikel 96 borzubringon sind, und daß später vorgebrachte Reklamationen feine Berücksichtigung finden können. Eisen- und Holz- Konstruktionen. Ferner empfehle: Siebe und durchwürfe für der Städteordnung binnen 4 Wochen bei Großb. Kreisamt Gießen Landwirtschaft und Industrie 2c. Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Bekanntmachung der Umlagen durch Großb. Kreisamt Gießen im Regierungsblatt unterm 2. d. Mts. erfolgt ist, daß daher die Frist zu Vorbringung von richtet sind, von diesem Tage und für Reklamationen, welche gegen die Beitragspflicht oder das angenommene Beitragsverhältnis gerichtet sind, vom Ende der Offenlegungsfrist ab läuft. -Vors: Auch Reklamationen, welche gegen Erhebung der Umlagen überhaupt geannte sie nicht. Rovember wieder egant und modern eine goldene Uhr neu. Er war glaubt die ihr vor Gießen, 6. Juni 1905. Großh. Bürgermeikerei Gießen. J. V.: Curschmann. Alle anderen Drahterbetten sauber und billigst. Bügelkursus! Glanzbügel fann man binnen 4 Wochen gründlich erlernen. Auf Wunsch nachmittags. Walltorstraße 10, II. Gießen. 1-2 möbl. Zimmer Gießen, Marktstraße 11. zu vermieten. ** Einen neuen, schön angelegten Ausflugsort findet man jetzt unmittelbar Nieder- Weimar. Delikatessenhändler Hormann aus Marburg, ein auch in Sängerfreisen gelegene ehemalige staatliche Brückenhaus mit dem dazuge hörigen Land gekauft und wird darinnen einen der Neuzeit entsprechenden Gastwirtschaftsbetrieb eröffnen. Die herrliche Lage und Umgebung dürfte sicherlich Veranlassung zu zahl.. reichem Besuche geben. ? Landwirtschafts- Ausstellung zu Mainz. Der Landwirtschaftsrat hat nunmehr die Ausstellungsordnung landwirtschaftliche Landes- u. Jubiläumsausstellung zu Mainz und den Preisbewerbsplan für die im September stattfindende endgültig festgestellt. Die Anmeldungen, die bereies zahlreich einlaufen, werden geschlossen für die Gruppen Ackerbau, Obstbau, Gemüsebau bis spätestens 1. August; Gruppe Geflügel bis spätestens 15. Auguft; für alle übrigen Abteilungen und Gruppen bis spätestens 15. Juli. Die Anmeldungen find an den Hessischen Londwirtschaftsrat, Darmstadt, Bismarfstraße 78, zu richten. Luzellinden, 6. Juni. Unser Gemeinderat hat die Hühner- und Gänsesperre durchgeführt. -p- Bellershausen, 6. Juni. Blitzschlag. Gestern Abend zwischen 8 und 9 schlug der Blitz in der Hoftraite des Gaft- und Landwirts Konrad Pfeffer ein. Das ganze Anwesen stand im Nu in Flammen. An Vieh ver branten 1 Fohlen und 4 Stück Rindvich, Hühner und Tauben konnte man nicht genau fonstatieren. Ein Hund mußte mit der Hütte forttransportiert werden. Dem Schäfer, welcher mit seiner Herbe Schuh suchte, ging der Hund durch und die Schafe zerstreuten sich nach allen Richtungen. Die schnell herbeigeeilte Feuerwehr fonnte nur noch das Wohnhaus retten. * * Darmstadt, 6. Juni. Die Schreiner sind Samstag in den Ausstand getreten. § Ems, 6. Juni. Automobil- Unglück. Montag abend wurde in der Rathausgasse dahier Frau BurchardBerlin aus dem Automobil ihres Schwiegersohnes, des Ingen.eurs Sinell- Berlin, herausgeschleudert und vor den Wagen geworfen. Das Automobil ging über sie hinweg und tötete sie augenblicklich. Neueste Nachrichten. s Darmstadt, 7. Juni.( Telegramm.) Die II. Ständekammer tritt, wie uns aus Darmstadt gemeldet wird, am 14. Juni zu einer längeren Sizung zusammen. s Darmstadt, 9. Juni.( Telegramm.) Das Großherzogspaar trifft morgen Donnerstag in Darmstadt wieder ein. Verantwortlich: für die Politik und den Juferatenteil: Ibin Klein, für den Abrigen Inhalt: Georg Horn, beib in Gleben. 25252525252525 Grgründet 1883. Jean Dern& Co. Gießen Trirphan Dr. 21 Inh: Oscar Gutmann Weftanlage 31. Ton- und Mosalk- Fußbodenplatten, giaßerte Wandplatten. Blleinverkauf der echten Mettlacher Platten. Brlichtig, unf. Ausstellungsraumr a. Multerküche gern geftamet. Gröht. Lager am Plane in Baumaterialirn f. Hoch- u. Tirfbau. Unterzeichneter empfiehlt seine garantiert reinen, unverfälschten Weine nur eigenes Wachstum und sichert streng reelle Bedienung zu. 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Bl. 6 16 92 94 213 25 55 315 46 67 457 77 96 555 75 856[ 100] 67 913 24 99 1004 13 21 47 133 63 78 91 202 33 39 40 74 304' 419 508[ 100] 32 69 75 97[ 100] 734 40 821 23 71 78 2072 136 47 82 202 92 368 414 94 525 62 91 95 623 28 39 83 96 723 42 63 906 26 90 3021 33 90 146 95 216 20 95 378 600 53 796 860 933 4064 93 111 18 80 82 224 309 67 71 75 93 428 77 522 682 85 837 61 97 909 26 84 5000 101 18 33[ 100] 422 72 508[ 100] 600 46 73 87 713 35 47 92 94 839 940 45 47 59 87 6039 94 113 50 80 208 46 51 77 348 85 502 34 70 89 635 783 807 19 27 36 906 23 7000 20 154 80[ 100] 87 214 55 87 547 667 705 41 69 96 826 95 920 40 48 65 8066 154 235 44 63 316 87 432 43 538 45 97 622 30 63 73[ 100] 729 88 819 29 927 31 92 9260 64 74 84 350 95 453 58 80 641 42 46 88 99 708 15 42 58 838 42 48 56 10014 257 304 32 35 670 80 762 67 90 838 957 96 11005 20 64 84 225 97 374 95 465 519 64 611 12 735 60 80 871 953 91 12010 63 85 93 100 30 91 269 413 48[ 100] 519 45 608 76 701 75 847 52 13003 114 210 30 69 324 68 99 5 3 77 635 739[ 100] 920 14064 75 174 98 200 47 56 323 25 38 48 73 433[ 100] 710 16 24 78 802 34 914 15195 213 20 78 352 61 457 505 90 609 21 70[ 100] 711 51 937 16044 82 84 175 80 81 97 305 456 608 16 32 70 72 928 17015 24[ 100] 26 76 138 55 92 223 39 43 57 370 86 98 497[ 100] 505 11 17 667 78 700 52 53 70 80 850 91 940 81 87 18045 125 212 318 14 28 56 87 97 439 58 615 31 41 754 826 38 85 995 19020 25 102 64 87 212 45 307 20 48 408[ 100] 86 87 530 61 618 774 889 919 20036 152 261 64 87 90 91 337 90 436 37 501 14 40 46 610 78 825 52 85 917 21030 45 222 54 88 463 78[ 100] 526 89 601 13 42 793 99 815[ 400] 17 31 32 44 72 967 22072 120 35 239 432 92 529 31 67 77 613 757[ 100] 805 15 60 916 57 99 23016 17 25 89 295 303 38 407[ 200] 518[ 100] 661 819 940 90 24023 114 21 35 99 254 92 95 392 444 46 80 503 14 59 650 61 77[ 100] 81 720 60 827 918 52 25058 205 10 345 91 410 60 525 620 712 14 48 67 818 60 965 91 26017 21 28 207 19 92 302 418 52 55 91 551 75 94 640 725 55 84 88 808 63 68 96 953 58 60 86 27007 54 118 312 46[ 200] 402 18 27 55 92 521 47 621 79 706 17 916 84 28003 67 111 79 204 332 65 413 25 40 527 40 78 88 609 67 787 88 906 7 12 25 58 82 29125 34 262 404 73 538 73 96 662 700 95 96 823 900 35 92 30024 75 111 92 205 25 77 328 428 63 81 97 620 72 708 12 55 60 97 822 917 19 52 60 31114 38 51 202 31 59 91 99 424 78 502 651 53 771 77 90 821 47 88 82104 76 311[ 100] 28 30 49 81 94 401 69 94 530 83 85 97 615 59 713 867 914 65 72 76 83 90 33027 58 86 104 26 73 246 55 313 27 44 473 99 506 20 50 66 671 761 818 70 956 88 34136 209 56 331 53 62 761 67 93 891 928 35020 55 505 608 68 83 752 63 71 73 833 76 905 14 58 78 36002 11 31 99 163 81 243 81 455 79 522 54 93 732 49 56 802 85 904 15 29 32 37027 76 180 93 248 79 386 96 464 68 525 41 85[ 100] 617 26 98 738 843 56 901[ 100] 38100 21 23 35 246 60 88 354 438 511 615 80 703 28 814 56 906 19 31 39008 98 109 23 45 72 319 20 40 76 98 442 72 526 57 61 66 617 20 40 83 762 836 59 96 900 24 58 82 97 40103 73 262 390 449 557 67 686[ 100] 834 38 64 74 992 41018 40 85 123 82 93 239 90 316 70 95 512[ 100] 69 99 681 91 726 49 846 51 58 54 55 914 98 42049 62 218 351 62 77 434 36 63 65 523 52 734 818 28 035 43047 72 124 27 219 21 61 87 317 20 476 548 56 606 71 77 748 870 909 45 64 44051 60 100 28 202 338 61 71 80 412 15 59 69 515 4 822 706 811 59 45010 17 19 36 54 117 28 405 11 60 64 65 515 42 70 633 39 51 83 734 8 83 813 987 46045 54 60 84 363 521 51 605 29 43 73 700 7 19 31 51 67 72 88 833 41 97 909 90 47097 189 204 13 40 93 405 8 20 537 46 605 6 12 45 721 17 54 66 71 86 825 36 91[ 10001 903 99 48007 48 161 Neu! vormittags 10 Uhr Bekanntmachung. Donnerstag, d. 8. Juni d. J., Samstag, den 10. Juni 1905, vorm 11. Uhr versteigere ich in Löwengasse 2 wird im Bürgermeistereigebäude die Grasnukung von an Gießen die zum Nachlak des den Schneisen und Waldwegen des Gießener Stadt Friedrich Schieß daselbst gehörigen waldes öffentlich meistbietend versteigert. Mobilien gegen Ba zahlung, als: 2 vollständige Betten, ca. 21/2 Dugend Stühle, mehrere Tische, 2 Küchenschränke je mit Aufsaß, Waschkomode, Nachttisch, Spiegel, Regulator, Bett, Tisch- u. Leibwäsche, 2 Herren- Anzüge, Küchengeschirr aller Art, sechs Dußend verschiedene Gläser u. andere Sachen. Die Versteigerung findet bebestimmt statt. Born Gerichtsvollzieher, Gießen. Dessert- u- Stärkungs- Weine Gießen, 5. Juni 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Stephan ftraße zwischen Goethe- und Bismardstraße von heute ab bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 5. Juni 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Das 1. Ziel Gemeindeftener ist innerhalb Malaga, Cherry, 8 Tagen bei Vermeidung des Beitreibungsverfahrens Portwein untersucht und begutachtet in 3 Flaschengrößen bet: C. Heinzerling, Kolonial warengeschäft, Gießen, Schiffenbergerweg 65. --Magerkeit1900, Hamburg 1901, Berlin 1903, zur hiesigen Stadtkasse zu bezahlen. Ober ( 23. Forte Gießen, den 7. Juni 1905. Margare war von die Der Stadtrechner: Doepfer. fter aber ha jekt war jie Arbeitsvergebung. " Die nachstehenden bei der Erbauung zweier Ber Schöne, volle Körperformen durch waltungsgebände zu Bad Nauheim vorkommenden Inneren Ausbaues" sollen auf unser orientalisches Kraftpulver, Arbeiten des preisgekrönt gold. Medaillen, Paris Grund des Ministerialeclasses vom 16. Junt 1893 im in 6-8 Wochen bis 30 Pfd. Zu- Wege des öffentlichen Wettbewerbes vergeben werden. nahme, garant. unschädl. Aerztl. 1. Glaserarbeiten: 2 Lose zu je ca. 19,00 qm Fenster empf. Streng reell, kein Schwindel. 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Der Zuschlag fann bei jeder der Arbeiten nach Losen getrennt oder für mehrere Lose gemeinsam erteilt werden. Die Angebote sind verschlossen und portofrei mit ent sprechender Aufschrift versehen an die unterzeichnete Be hörde bis spätestens 28. Juni vormittags 10 Uhr einzusenden, worauf deren Eröffnung im Beisein etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Bad Nauheim, den 8. Juni 1905. Großh. Baubehörde für die Neubauten in Bad- Nauheim. 69 32 33 429 54 87 98 503 19 41[ 100] 653 60 76 712 98 801 12 71 76 900 1 6 48 49001 74 84 147 48 57 218 90 370 75 411 77 531 59 630 200 65 7 60 65 74 80 809 50005 27 54 124 229 316 44 413 519 69 672 79 92 734 61 819 34 944 55 62 70 51065 82 121 23 42 274 349 407 602 31 73 74 832 89 94 902 52084 126 35[ 100] 47 442 68 86 90 564 87 659 70 753 99 811 52 67 908 53102 12 57 228 312 40 408 57 58 60 83 512 26 629 770 831 54 57 60 988 43 50 67 54050 70 80 112 29 242 52 88 99 385[ 200] 418 509 10 90 618 55 91 725 31 86 815 27 961 67 55000 90 99 107 28 31 67 258[ 10000] 60 88 358 408 76 524 30 90 611 46 51 74 708 20 88 841 940 90 92 56058 116 24 31 219 24 83 348 71 494 536[ 100] 37 747 66 846 938 62 85 57041 99 121 40 74[ 400] 82 249 339 411 38 67 77 551 56 617 61 712 22 47 802 45 82 902 24 92 58114 281 85 302 71 406[ 100] 27 43 57 506 33 606 25 26 720 86 900 21 59038 60 85 107 26 76 85 230 91 952 408 23 59 504 51 89 601 25 703 [ 100] 4 49 809 29 79 81 999 60047 51 155 68 291 314 30 408 23 75 87 567 71 92 619 37 98 771 814 23 27 32 915 97 61086 114 18 32 75 402 67 80 94 560 668 80 81 732 884 913 62059 205 17 65 311 95 419 80 515 609 31 60 64 713 28 48 96 831 44 58 976 63008 21 36 51 152 79 299 344 46 427 703 64 76 877 64057 60 148 60 242 336 528 92 600 731 40 42 64[ 100] 822 73 939 48 65078 104 49 210[ 100] 51 304 55 600 723 39 54 55 68 838 963 66040 278 85 315 21 26 95[ 200] 443 517 74 78 81 696 98 781 804 52 900 13 60 67048 118 21 70 261 310 68 420 509 35 639 55 63 68 738 52 848 65 904 23 68040 66 187 254 66 325 46 57 64 463 64 630 99 745 84 815 934 69137[ 100] 94 295 325 53 62 461 62 79 594 605 10 754 822 62 935 45 53 70024 66 94 214 39 69 341 52 79 83 413 15 36 38 93 574 82 631 758 70 84 854 957 58 61 89 71019 47 117 76 304 58 60 66 81 406 42 47 537 45 80 684 719 27 87 92 800 83 966 83 72060 86 105 288 355 408 23 35 54 563 649 61 708 30 31 43 58 77 837 41 919 32 70 73107 81 201 330 44 402 87 707 19 65 827 33 47 86 934 74012 97[ 1000] 124 69 74 248 97 314 479 603 81 87 705 15 80 963 69 79 75054 134 39 99 248 414 654 756 811 76059 89 109 53 204 33 67 96 309 41 78 99 408 541 630 49 88 970 73 77019 86 91 108 57 80 250 331 75 452 504 615 29 67 88 802 903 17 78039 197 281 97 333 60 420 89 539 40 607 40 705 41 76 815 41 79002 29 130 95 263 94 351 76 88 485 503 52 68 783 850 56 62 80105 26 27[ 20C] 200 14 21 31 74 301 27 75 408 79 82 96 645 65 834 916 33 61 81023 159 74 210 25 94 308 420 640 91 707 8 10 59 816 992 82041 73 230 76 334 47 74 527 655 82 96 840[ 1000] 967 76 83014 16 122 43 89 261 65 355 85 537 41 657 78 786 96 810 913[ 100] 51 65 79 90 93 99 84000 6[ 100] 13 54 83 85[ 200] 190 241 43 72 306 57 89 426 72 79 507 676 769 84 808 48 900 85019 71 97 186 253 86 98 408 34 532 600 29 44[ 100] 53 92 778 827 80 86000 2 43 70 81 248 79 300 401 42 77 99 513 624 43 745 71 82 99 827 84 937 40 87055 57 108 64 241 318 35 423 65 517 41 83 628 46 52 97 751 56 801 24 30 33 915 21 49 58 88050 121 35 51 67 76 217 15000] 379 91 534[ 100] 616[ 100] 28 38 886 978 89016 22 58 94 99 111 49 404 55 57 82 86 598 658 62 762[ 100] 70 817 96 918 89 90051 165 347 55 400 7 589 616 28 32 34 35 98 717 80 833 54 65 905 68 91002 69 160 84 339 85 412 525 53 601 45 736 859 92004 6 66 74 110 29 72 76 78 203 56 72 95 308 26 27 441 641 52[ 200] 62 67 725 48 816 26 31 38 48 84 904 6 93065 128 37 60 201 88 300 19 439[ 100] 47 84 527 39 90 624 78 718 96 810 47 937 53 62 71 94010 14 16 31 62 68 159 71 93 212 373 494 638 95 739 824 79 914 84 95008 49 101 228 77 368 439 43 566 70 624 717 82 834 46 69 88 333 96082 83 110 200 9 312 29[ 100] 89 411 523 53 96 615 46 728 57 808 42 929 64 97093 157 219 97 99 400 96 540 710 828 42 74 99 911 88 64 79 80 98016 25 47 52 224 374 406 35 681 64 75 730 91 801 904 31 000: 8 121 52 289 94 451 556 75[ 400] 81 631 63 749 928 51 Io ft. 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