unsere Autor ihler lächelnd. porteilhaft für Sie schonent Urheber des en ist. Frren ozusagen aud Bäume uni ümchen und Floras mit ünen, jungen ierig herbor zarte, fleischdes Mangels Enderung er des lästigen Pflänzchen n zu Werfe mehrfach ge , acht- bis en Gelenten Bel haben, fo n, da deren den, schwarauf lehmiwegen ihrer Seitentrieben en interessiert hfähre. unter in häufig: , meist grav d von einer ülle bei ihrer im die Svore sind äußerst valartig ihre hrend sie sich d die Keimihre weitere o tommt zu opte Vorfeim tanlagen, Ar1 oder Anthe hten eine Ei euen Pflanz anzungszwed vesen schließ Länge nad en, dünnen Flächen auf Landmann Rabenwedel halten einer standteil die tes verursach Abmagerung ferner einer ichtigem Ver dieser Schärf zum Polierer mer Holzarten Namen dieses genfiände, rjonal, Serfonal. des und der Ofen. uben und Fortfchaffung Nr. 56. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz OberDeffen, die Kretse Wehlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen bie Petitzeile 30 refp. 40 fg. Redaktion u. Haupterpebttion: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Dienstag, den 7. März 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Genttobeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Der Sittenkodex des Gymnafiaften. Im Anschluß an die kürzliche Schuldebatte im preußischen Abgeordnetenhaus, in deren Verlauf mehrere Redner für Gewährung größerer Freiheiten an die zu Jünglingen erwachfenen Zöglinge der höheren Schulen eintraten, gehen uns aus Elternkreisen folgende bemerkenswerte Ausführungen zu: Es hat immer eine gewisse Schwierigkeit, bei der Behandlung unserer heranwachsenden gebildeten Jugend den richtigen Ton zu treffen, das richtige Maß in der Gewährung und Forderung von Respekt, in der Gewährung von Freiheiten und in der Auferlegung von Schranken. Daß man es den Studenten gegenüber versehen kann, haben neueste Borkommnisse in Hannover und Braunschweig gezeigt. Die Freiheit des„ akademischen Bürgers" ist nirgends genau umschrieben, ist es vielleicht nie gewesen, und desto eifersüchtiger wird sie gehütet. Kein Zweifel, daß sie hier und da einmal mißbraucht worden ist, und daß ähnliches sich wiederholen wird. Doch darum darf sie nicht beseitigt werden, bleibt sie ein köstliches Gut, das wir der studierenden Jugend nicht nehmen, sondern ihr ungeschmälert erhalten wollen. Die übermütigen und manchmal unbedachten Studentenstreiche find die Gärungen, die den Most zum Edelwein werden lassen. Sympathisierende Nachsicht ist hier am Plaze, verständnisvolle Duldsamkeit, nicht grämliche, philisterhafte Strenge. Mit fröhlichem Lachen soll man sie begrüßen, nicht mit mäfelnder Mißgunst, nicht mit nörgelndem Neide, mit freudigem Erinnern und nicht mit frostiger Berechnung. Es ist selbstverständlich, daß die reifere Jugend auf unseren Gymnasien nicht unter den gleichen Bedingungen leben fann, wie die Jugend auf den Üniversitäten. Die Schuldisziplin muß enger sein, als die auf den Universitäten, schon Die Leitung liegt meil jene feine Unterrichtswahl kennt. noch ganz bei Eltern und Lehrern, und hinter der freundlichen Weisung muß nötigenfalls die zwingende Gewalt stehen. Doch ist es gut und erforderlich, einen Unterschied zwischen Schüler und Schüler zu machen, den erwachsenen Jüngling nicht wie den Knaben zu behandeln, bloß weil sie beide noch die Schulbank drücken. Der Gymnasiast der höheren Klassen weiß, welche Ungebundenheit seiner nach wenigen Semestern oder Jahren auf der Universität wartet. Es kann nicht von Vorteil sein, den Uebergang gar zu schroff zu gestalten. Schon auf der Schulbank soll dem jungen Menschen eine gewisse Selbständigkeit und Bewegungsfreiheit gegönnt werden, damit er sich gewöhne, Halt in sich selbst zu finden, freiwillig Beschränkungen auf sich zu nehmen, damit nicht die plötzliche Ungebundenheit ihn wehrlos finde gegen ihre Versuchungen. Der Gymnasiaft der höheren Klassen weiß auch, denn er sieht es täglich vor Augen, daß der Altersgenosse, der sich dem gewerblichen, laufmännischen Beruf frühzeitig gewidmet hat und Bildung nicht in der Schule für das Leben, sondern in dem praktischen Leben für das Leben zu gewinnen sucht, sich bereits wirtschaftlicher Selbständigkeit erfreut, als junger Mann betrachtet und behandelt wird. Der Gymnasiast muß es als unbillige Zurücksetzung peinlich empfinden, wenn man ihn immer und immer wieder an das erinnert, was er ohnedies weiß, daß er Schüler ,,, nur" Schüler ist, und daß ihm die Rechte nicht zustehen, die man dem Gleichaltrigen doch ohne 8ögern einräumt. Wer hier die Zügel zu straff anzieht, namentlich durch Meußerlichkeiten das verleßliche Ehrgefühl des älteren Schüler3 reizt, der wird leicht die Erfahrung machen, daß er nicht rime guten Absichten erreicht, sondern den Grund legt zur Störrigkeit, Widerseßlichkeit, zu heimlichem Tun, und daß er, was das schlimmiste ist, in der Seele des jungen Mannes das Empfinden weckt, er werde unrecht behandelt, man mißrauche ihm gegenüber die Gewalt, die fein besseres Recht, feine höhere Einsicht, sondern nur die Ueberlegenheit der Jahre verleiht. Was ist, um eine Kleinigkeit anzuführen, daran gelegen, daß der Schüler nicht öffentlich, daß er nur heimlich raucht? Verbietet man ihm das Rauchen auf der Straße, so wird er ganz gewiß seine„ Bude" unter Qualm Gieten. Verbietet man es ihm nicht, so wird er möglicherpeise überhaupt nicht und sicher weniger rauchen. esgerecht sei, ihm etwas zu verbieten, was an sich nicht unchicklich ist, was jeder andere ohne Scheu tun darf, er aber παρισ ren Flaschen und Gespi den Wochentagen, waltungsbureau zur mit entsprechender und niemals wird man ihn überzeugen können, daß ormittags 11 Uhr nicht bloß weil er Griechisch und Latein lernt. Es ist ebenTermin: jugeben. 27. März 1905. atrischen Klinik. C. Bereiferinnen n hohen Lohn gesucht. Ben, Schillerstraße 1 in ordentlicher Junge Die Lehre gelucht. J Thörner owenig richtig, dem älteren Schüler den Besuch anständiger Erholungsstätten zu untersagen, deren Deffentlichkeit schon ihn unter Kontrolle stellt. Das heimliche Kommersieren ist die Folge. Es ist unmöglich, Regeln von allgemeiner Giltigkeit aufzustellen. Herkommen und örtliche Verhältnisse bedingen Modifikationen, die unter Umständen recht weit gehen können. Doch Einsicht und guter Wille werden überall den rechten Beg und die rechte Art zu finden wissen, zum Segen für die jungen Leute selbst, für ihre Eltern und ihre Lehrer. Der Krieg in Oftalien. Die Riesenschlacht bei Mukden dauert mit ungeschwächter Seftigkeit weiter an. Mit verzweifelter Hartnäckigkeit nftallationsgefchäft, Gießen Widerstehen die Russen den zähen und fodesverachtenden japanischen Vorstößen Ohamas, der seine Truppen in einem ungeheuren Bogen zur Umflammerung Mukdens heranführt, auf beiden Flügeln, namentlich im Westen, die russischen Linien umfassend. Die Verluste auf beiden Seiten sind ungeheuer. Ein allmähliches Vordringen der Japaner ist aber auch jetzt, irotz der tapferen russischen Gegenwehr, underbennbar. Die russische offiziöse Berichterstattung behauptet allerdings nach wie vor, daß alle Angriffe der Japaner bisher zurückgeschlagen worden seien. Die Petersburger Telegraphenagentur läßt sich über den Stand der Schlacht bei Mukden bom 6. März früh folgendes Telegramm schicken, das die Lage auf der ganzen Front in kurzer Fassung schildert: Die Angriffe der Japaner gegen verschiedene Punkte unſerer Front wurden gestern fortgesetzt, doch wurden sie überall zurückgeschlagen. Am heftigsten tobte der Kampf auf dem rechten Flügel von der Ortschaft Matiapu bis zu dem am Morgen besetzten Nuesintun. Die Artillerie wechselte bis zum Abend Schüsse; von Schalinpu her fielen Geschosse bis zur Ortschaft Luguantun nieder; südlich von Matiapu am linken Hunho- Ufer griffen die Japaner gegen Abend Elcaisa an. Im Zentrum rückten die Japaner bis westlich von Sahepu vor. Unsere Truppen machten bei Gegenangriffen östlich vom Butilowhügel gegen 100 Gefangene. Auf dem linken Flügel dauern die Angriffe auf unsere Stellungen im Rayon Kandolisa und bei der Abteilung Rennenkampf fort. Die japanischen Kolonnen, die gegen den Kutulinpaß vorrückten, haben die Angriffe eingestellt und sich nach Süden zurückgezogen. Trotz der Kälte nimmt der am 24. Februar auf dem äußersten linken Flügel begonnene Kampf, welcher sich auf der ganzen 120 Werst langen Front bis Mukden ausbreitet, einen immer hartnäckigeren Charakter an; die Japaner erleiden große Verluste; wir verloren an Verwundeten gegen 15 000 Mann. Der Schluß der Depesche macht die Schönfärberei ihres ersten Teils zu schanden. Schon der Umstand, daß der Kampf sich bis Mukden ausgedehnt hat, stellt das Vordringen der Japaner außer allen Zweifel. Daß hier und dort Stockungen eintreten, ja daß an einzelnen Stellen die Russen teilweise Erfolge davongetragen haben, soll dem Berichterstatter ohne weiteres geglaubt und zugegeben werden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß der eiserne Ring, den Oyamas gewaltige Umgehungsmanöver um Mukden schmieden, sich immer enger und enger zusammenzieht. Ob es Kuropatkin gelingen wird, ihn noch zur rechten Zeit zu sprengen, um seinem Heer den Rückmarsch nach der Mongolei zu sichern, ist mehr als fraglich. Der Fall Mukdens bevorstehend. Nach einer Reutermeldung aus Niutschwang hält man dort das Schicksal Mukdens bereits für besiegelt. Die Russen sollen ihren Rückzug vorbereiten und die im Bahnhof von Mukden aufgespeicherten Vorräte verbrannt haben. In der Meldung heißt es weiter: Es gelang General Nogi, eine aus vier Sotnien Kssaken und 26 Geschützen bestehende Division abzuschneiden, die nach Mukden zurückzugelangen strebte; er schlug sie und zwang sie zum Rückzug nach Tieling. Andere vorgeschobene Abteilungen der Russen, die zur Verstärkung nach Mukden zurückberufen waren, wurden ebenfalls geschlagen und erhielten darauf Befehl, nach Tieling zurückzugehen. Wenn sich diese Meldung bewahrheitet, so ist allerdings ein längerer Widerstand Kuropatkins in seinen bisherigen Stellungen nicht mehr möglich. Dann heißt es schleunigst den Rückzug auf der ganzen Linie befehlen und zu retten, was noch zu retten ist. In London behauptet man entgegen den russischen Darstellungen, daß auch ein bedeutender japanischer Erfolg im Zentrum zu verzeichnen gewesen ist. Die Japaner eroberten nach einem Telegramm aus Tofio eine Stellung auf erhöhtem Gelände, 6400 Meter südlich von Mukden, und halten sie trotz aller russischen Angriffe fest. Ueber einen weiteren bemerkenswerten japanischen Erfolg meldet ein Reuterkorrespondent: Die Japaner errangen jenseits des Hunho einen bemerkenswerten Sieg, indem sie zwei kürzlich aus Europa eingetroffene Divisionen des 16. Korps in einzelnen Abteilungen schlugen. Bei dem Kampfe fam es zu großen Verlusten. Die Japaner machten erhebliche Beute an Schießbedarf. Die Wut der Kämpfe. Die Japaner unterhalten gegen die befestigten Stellungen ein furchtbares Feuer mit schweren Belagerungsgeschützen; es scheint unmöglich, daß die Befestigungen den gewaltigen Geschossen lange widerstehen können. Das Kampffeld wird ununterbrochen von dem ohrenbetäubenden Donner der Geschüße und dem Knattern der Maschinengewehre erfüllt: diese letteren erweisen sich als wahre Höllenmaschinen. Die Wut der Kämpfe erinnert an die Tage von Liaujang. Alle Schüßengräben sind mit Leichen überfüllt; es ist vielfach ummmöglich, die Verwundeten von den Toten abzusondern. Die Linie der japanischen Vorposten dehnt sich bis zu neun Kilometer von Mukden parallel der Eisenbahn aus. Die japanischen Geschosse explodieren etwa vier Kilometer von den Kaisergräbern. Vorzugsweise werden die ausgedehnten chinesischen Dörfer beschossen, welche fast die einzigen Stüßpunkte in dieser ungedeckten Ebene bilden. Zeitweise ist der ganze Horizont infolge der explodierten Schrapnells von Rauchwolfen bedeckt. Die Stimmung in Mukden gibt das folgende Telegramm wieder: Die russische rechte Flanke begann sich am 1. März nach der Schlacht von Tschantan, das westlich von Santschiapu gelegen ist, zurückzuziehen;" damals wurde der Befehl zum Zurückgehen gegeben. Es fam dann zu einem Gefecht bei Taotaitsu unweit Maturan, bei welchem die Russen einige Maschinengewehre erbeuteten; unter den Gefangenen, die sie machten, befanden sich einige Leute von den Truppen, die unter General Nogi bei Port Arthur gefochten haben. Die Verluste der Russen waren schwer, doch vernichteten sie bei Tschantan ein ganzes japanisches Regiment durch Schrapnellfeuer. Die Russen verbrannten alle Futtervorräte in den Dörfern nördlich vom Hunho. Die Japaner griffen Tschantan von Santschiapu aus an und gingen gleichzeitig aus der Richtung vom Liauflusse her vor. Sie überraschten die Russen vollständig, da bei diesen der Eindruck geherrscht hatte, daß die HsinmintingBahn von den Japanern als Verbindungslinie auf der Westseite benutzt werde. Man nimmt an, daß die Japaner drei Divisionen stark sind, und es scheint jezt ein höchst überraschendes Kriegsereignis bevorzustehen. Die den Russen zugegangenen Nachrichten deuten darauf hin, daß nur drei feindliche Divisionen an unserer Front tätig sind. Man glaubt, daß eine feindliche Truppenmacht von furchtbarer Stärke auf Tieling zu marschiert und daß möglicherweise die Verbindung mit China abgeschnitten wird. An den russischen Stellungen im Zentrum hat sich nichts geändert. Hier in Mukden herrscht die lebhafteste Tätigkeit. Alle Straßen, namentlich die Fahrstraßen der Außenbezirke, sind auss regste belebt durch den Transport des Heeres, das in Eile zusammengezogen wird, um Nogi entgegenzutreten. Die geschilderte, auf der rechten Flanke sich seit den letzten drei Tagen abspielende Entwickelung hat die ganze russische Armee elektrisiert. Die Japaner, die am Schlusse der Schlacht auf dem Westhügel gefangen genommen wurden, waren so erschöpft, daß sie nicht mehr gehen und sich nicht mehr wach halten fonnten. Sie liegen unter Bewachung wie tot da. Ihr Zustand ist ein beredtes Zeugnis für die entsetzlichen Anstrengungen, denen die japanischen Truppen durch Nogis außerordentlich rasches Vorrücken unterworfen wurden. Inzwischen setzen die Japaner ihre Rüstungen eifrig fort. Eine fünfte japanische Armee aus 8 Divisionen, die 140 000 Mann stark und aus den Reserven der Jahrgänge 87-91 bestehen soll, soll aufgestellt werden. Drei Divisionen sind schon im Nordosten von Korea gelandet; der eine Teil davon soll gegen Wladivostok vorrücken, der andere soll versuchen, den linken Flügel der russischen Mandschureiarmee zu umgehen. Eine japanische Reservearmee zur Landesverteidigung in Japan ist aus Reservemannschaften der Jahrgänge 84-86 aufgestellt worden. Die japanische Flotte ist zum Teil bereits im indischen Ozean, während ihr Hauptbestand am 4. d. Mts. vom deutschen Dampfer„ Nubia" 100 Seemeilen südlich von Hongkong gesichtet murde. Es waren zwei Geschwader. Das erste, aus Linienschiffen und Panzerfreuzern bestehend, war 9 Schiffe stark und dampfte mit Volldampf in geschlossener Ordnung mit abgeblendeten Lichtern. Die Japaner richteten während einiger Minuten ihre Scheinwerfer auf den Dampfer, bis sie seinen Namen und Heimatshafen am Heck erkannt hatten. Dieses Geschtvader wurde um 2 Uhr morgens gesehen. Das zweite, aus 13 großen Kriegsschiffen bestehend, wurde im Lauf des Nachmittags gesehen. In Hakodate ist ein Geschwader vereinigt, bestehend aus zwei Panzer-, zwei geschüßten Kreuzern, 16 Torpedobooten und Zerstörern und den Hilfskreuzern ,, Hongkong- Marn" und" Nippon- Maru". Große Kohlendepots sind auf Formosa als Flottenstützpunkt angelegt; diese Plätze sind durch Minensperren geschützt. Die Wirren in Russland. Wer der Meinung gewesen ist, daß die Erlasse des Zaren im russischen Volk Befriedigung erwecken und die Ruhe wieder herstellen würden, sieht sich schnell enttäuscht. Zwar die auf Samstag und Sonntag angekündigten revolutionären Bewegungen, die an den Gedenktag der Bauernemanzipation anknüpfen sollten, sind ausgeblieben wann wäre je eine aber die angemeldete Revolution wirklich eingetreten! Gährung dauert fort und nimmt stetig zu. Die Antwort der Nihilisten. Dem Manifest des Zaren hat ein Manifest der Nihilisten prompt geantwortet. Die Revolutionäre befleißigen sich einer knappen Sprache. Sie nennen die Erlasse des Zaren eine Verhöhnung des russischen Volkes, noch schlimmer als der blutige Massenmord vom 22. Januar. Das revolutionäre Komitee müsse deshalb seine traurige Pflicht erfüllen: die Bestrafung der Mörder des Volkes. Vier Wochen sollen dem Zaren Zeit gegeben sein, eine freigewählte Volksvertretung zu berufen, Preßfreiheit zu gewähren, den ruchlosen Krieg in Ostasien zu beenden, alle Gefangenen und Verbannten freizugeben. Geschehe dies, so könne der Zar das Aeußerste von seiner Person abwenden. Andernfalls würden ihn weder Bajonette noch die Mauern von Zarskoje Selo gegen die Vollstreckung seines Todesurteils schützen. Die Banken und die Volksvertretung. Man will in der russischen Hauptstadt missen, daß die Verheißung der Berufung einer beratenden Volksvertretung, die in dem dritten Erlaß des Zaren vom 3. März enthalten ist, auf eine Einwirkung der Bankwelt zurückzuführen sei. Namentlich die Vertreter der französischen Banken hätten offen erklärt, daß sie außerstande sein würden, ein russisches Anleihegeschäft zu machen, wenn nicht zuvor die Ruhe im Innern Rußlands wiederhergestellt und ein wichtiges Zugeständnis an die öffentliche Meinung gemacht set. Was sagt die Reformpartei? Aeußerungen der russischen Reformpartei liegen überhaupt nicht vor. Ihre Presse hat man jüngst auf ein Vierteljahr völlig unterdrückt, nur unkontrollierbare Meldungen liegen vor, und diese beschäftigen sich in der Hauptsache mit Mutmaßungen darüber, wer die zarischen Erlasse verfaßt habe. Den Großfürsten Konstantin nennen die einen, andere den Fürsten Meschtscherski. Die Gegenrevolution. Es ist davon die Rede, daß die russische Regierung den Versuch mache, die Revolution dadurch zu bekämpfen, daß sie den Volksunwillen gegen die Revolutionäre wendet. Anonyme Flugblätter würden von der Regierung verbreitet, die die Volksbewegung gegen die sogenannten Intellektuellen zu richten bestimmt sind, in denen das„ kaisertreue Volt“ aufgefordert wird, die Anarchisten zu bekämpfen. In einem solchen Flugbltt heißt es mit erquicklicher Deutlichkeit: Haut die Studenten!" Neue Ausstände. Die Ausstände nehmen an Zahl und Umfang zu. In Wilna haben die Zeitungen wegen Schließung der Druckereien das Erscheinen einstellen müssen. Die Ladenbesitzer haben aus Furcht vor Ueberfällen die Gewölbe geschlossen. Die Patrouillen, die durch die Straßen ziehen, scheinen ihnen das erforderliche Sicherheitsgefühl nicht zu geben. Auch in Petersburg haben einige Zeitungen feine Setzer mehr gefunden. In Zarizyn, Gouvernement Saratow, sieht es aus wie in Wilna. Zum Streik der Fabrikarbeiter und Sezer hat sich ein Streik der Handlungsgehilfen gesellt. Die Unruhen im Kankafns. Auch im Kaukasus wollen die Feindschaften unter den Nationalitäten nicht aufhören. In Eriwan haben blutige Busammenstöße zwischen Mohamedanern und Armeniern stattgefunden. Der offiziöse russische Telegraph spricht euphemistisch von einigen Toten". Man weiß, was das jagen will, wenn man sich erinnert, daß die tausend Toten bon Baku auch zuerst als einige" passierten. Die Dolitik. Die Verhandlungen über einen deutsch- englischen Handelsvertrag sind bereits im Gang. Die Eröffnung der Verhandlungen ist auf englischen Wunsch erfolgt. A Die Niederlassung von Buren in Deutsch- Ostafrika mehrt sich in erfreulicher Weise. Jüngst sind 14 Burenfamilien auf den von ihnen ausgesuchten Farmen eingetroffen. Ihnen gefällt das Land ausgezeichnet, sie sind auch mit der ihnen gewährten Unterstützung zufrieden. Das nötige Zugvieh Ochen und Esel für ihre Wagen haben sie am Ort gekauft. Jede Familie besitzt zwei bis acht Milchkühe. Den Mais kaufen sie von den Eingeborenen oder tauschen ihn gegen Wildfleisch ein. An ihre Verwandten haben sie die Aufforderung gerichtet, ihnen nachzuziehen. Man rechnet auf eine Zuwanderung von über 1000 Leuten. Italien. XX Ein Ministerium Tittoni ist dem Ministerium Giolitti schnell gefolgt. Daß Giolitti von sehr angegriffener Gesundheit war, als er zurücktrat, ist sicher; aber auch seine ministerielle Stonstitution war hart angegriffen. Unmittelbar vor seinem Abschied erlich Giolitti noch eine Verfügung, die die Gründung des internationalen Landwirtschafts- Instituts betrifft. Ein Komitee von 30 Mitgliedern soll das Programm für die im Mai zu berufende Konferenz entwerfen und die Regierung bei den vorbereitenden Arbeiten unterstützen. Frankreich. Die Regierung der Republik will die Trennung der Kirche vom Staat nicht verzögert wissen. Sie will den Obstruktionsabsichten der Kammerminderheit dadurch begegnen, daß sie ihre Reden unbeantwortet läßt. Nur der Kultusminister und der Berichterstatter sollen namens der Regierungspartei das Wort nehmen. Man hofft, daß cs gelingen werde, das Geset am 1. Juli in Kraft treten zu lassen. Afrika. Die englische Regierung will dem Transvaalgebiet eine Repräsentativverfassung geben. Der betreffende königliche Erlaß soll schon Mitte März erscheinen. Er sieht gleiches Wahlrecht auf breiter Grundlage vor. Eine königliche Kommission bestimmt die Wahlkreise. Man nimmt an, daß in dem fünftigen Parlament je 18 Mitglieder der sogenannten Volkspartei und der entgegenstehenden Partei sigen werden. Feer und flotte. Die Uebungsfahrten im Sund und in den Belten. Das in der Hatteriff- Passage im Samsöbelt festgekommene deutsche Linienschiff Mecklenburg" ist nach harter Mühe wieder ab gekommen und heimgekehrt. Die dänischen Gewässer sind für Schiffe mit großem Tiefgang außerordentlich schwierig zu befahren. Die„ Mecklenburg" verdrängt fast 12 000 Raummeter Wasser und geht 7,6 Meter tief. Wenn die großen Schiffe die Reise von Wilhelmshaven nach Kiel und umgekehrt nicht immer durch den Kaiser Wilhelm- Kanal, sondern öfters im Jahre durch die schwierigen Beltdurchfahrten machen, so geschieht dies zugunsten der Ausbildung des Personals, das sich auf diese Weise mit den Gefahren jener engen und gewundenen Fahrstraßen und Gewässer vertraut halten soll, die in einem Seefriege eins unserer wichtigsten Operationsgebiete darstellen. Nur auf diese Weise ist es für unsere Seeoffiziere möglich, sich völlig unabhängig von dem Lotsendienste zu machen, auf den die Kommandanten der tiefgehenden Schiffe fremder Mächte, abgesehen von Dänemark, beim Befahren des Sundes und der Belte nicht ohne die größten Gefahren verzichten können. Deutfcher Reichstag. ( 156. Sigung.) = CB Berlin, 6. März. Heute wurde die zweite Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern fortgesezt. Die Debatte knüpfte wieder an die fast durchweg sozialpolitischen Resolutionen an, deren Zahl in der vergangenen Woche auf 26 angewachsen ist. Der Abg. Dr. Potthoff von der freisinnigen Vereinigung betonte die Berechtigung des Hausierhandels und trat mit großer Wärme für gefeßlichen Schutz der Privatbeamten gegen Ausbeutung ihrer Arbeitskraft ein. Der Antisemit Werner bestritt die Notwendigkeit des Hausierhandels, polemisierte gegen die Warenhäuser und forderte erneut die Einführung des Befähigungsnachweises für die Handwerker. Der Sozialdemokrat Horn- Sachsen sprach, wie in früheren Jahren, über Mißstände in der Glasindustrie, in der er Einführung eines Marimalarbeitstages und Verbot der Sonntagsarbeit für notwendig hält. Der Zentrumsabgeordnete Thaler begründete in seiner Jungfernrede einen Antrag seiner Partei, den Gehilfen der Rechtsanwälte, Notare und Gerichtsvollzieher, sowie den Beamten und Angestellten der Krankenkassen inbezug auf Arbeitszeit, Kündigungsfrist usw. denselben Schutz, wie den Handlungsgehilfen zu gewähren. Er erklärte dabei, daß seine Freunde gegen eine Ausdehnung der Schutzbestimmun= gen auf andere Privatbeamte nichts einzuwenden hätten. Der Zufall wollte, daß auf diese sogleich noch eine Jungfernrede folgte: der an Stelle des verstorbenen Fürsten Herbert Bismarck gewählte Abg. Merten von der freisinnigen Volkspartei trat für einen Ausbau des Kinderschutes unter Heranziehung der Lehrerschaft ein. Nah und ferm. O Internationale Militärausstellung. Zum sechzigjährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josefs wird in Wien im Jahre 1908 eine internationale Ausstellung für Armee- und Marinebedarf abgehalten. Die Ausstellung wird dem Umfang nach einer Weltausstellung entsprechen, es wird dies die größte Ausstellung Desterreichs seit der Weltausstellung von 1873 sein. Als Ort für die Abhaltung dieser Ausstellung ist die bekannte„ Rotunde" samt dem umgebenden Territorium gedacht. Lawinen und Felsstürze werden aus vielen Teilen Südtirols gemeldet. Bei dem wehenden warmen Föhn schmilzt der neulich massenhaft niedergegangene Schnee bedrohlich schnell. Im Etschtal ist er schon ganz zergangen. Ein BergSturz am Fiescoberg zerstörte die Straße Riva- Campi. Im Funtotale versperrte ein starker Bergsturz den Taleingang. † Domprobst Malzi aus der Haft entlassen. Wie aus Mainz gemeldet wird, wurde der wegen Sittlichkeitsvergehens verhaftete Domprobst Malzi aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen. Er hat die verlangte Kaution von 10 000 Mark hinterlegt. □ Ein Opfer wissenschaftlicher Versuche wurde Professor Volhard in Halle a. S., der Direktor des Universitätslaboratoriums. Beim Experimentieren am Schmelzofen mit 3000 Grad Hize verbrannte er sich schwer beide Hände. Ein furchtbares Familiendrama spielte sich in LeipzigGohlis ab. Die nervenkranke Frau des Kürschners Hering ertränkte ihr vierjähriges Töchterchen in einem Wasserloche und warf sich dann vor die Räder eines Zuges. Schwer verletzt wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Eine kühne Flucht aus einem russischen Gefängnis wurde in Minsk von einem politischen Häftling ausgeführt. Während des Besuchtages erschienen im Gefängnis eine Anzahl Frauen, die den Verhafteten umringten und ihm daher unbemerkt Frauenkleider zusteckten. Der Sträfling, ein junger Mann von 19 Jahren, fleidete sich schnell um, band sich ein Tuch um den Kopf und verließ mit den Frauen in größter Seelenruhe das Gefängnis. Erst nach zwei Tagen fonstatierte die Gefängnisverwaltung, daß die Zelle des Verhafteten leer war. Es wurden zwar sofort polizeiliche Nachforschungen angestellt, doch konnte man bis jetzt nicht das Beringste ermitteln. Der Flüchtling war wegen Ermordung rines Polizeispitels verhaftet worden. Eine Gedächtnisfeier für Adolf v. Menzel fand am Montag in der Kunsthochschule in Charlottenburg statt. Sie war von der Akademie der Künste veranstaltet und durch die Teilnahme des Kaisers und der Kaiserin ausgezeichnet. Die Gedächtnisrede hielt Anton v. Werner. Aus dem Gerichtsfaal. § Turiner Mordprozeß. Das Verhör der Gräfin Linda Bonmartini ergab, daß sie um die Ermordung ihres Gemahls gewußt und mit Sachi in einem sträflichen Verhältnisse gestanden hat. Doch leugnet Linda, daß sie den Mörder zu seiner Tat angestiftet habe. Ihre Entfremdung von ihrem Gatten erfärt sie damit, daß ihre Charaktere zu verschieden gewesen seien und daß sie auf einent ganz anderen Bildungsstande sich befunden hätten. Zu Sachi sei sie ursprünglich als zum Arzte gekommen. Kunft und Wissenschaft. MC Ueber die Ergebnisse der Charcotschen Südpolarexpedition berichtet eine Depesche Charcots aus Port Madrin in Argentinien. Die Ueberwinterung auf der Insel Wandel gestattete Charcot, sämtliche wissenschaftliche Arbeiten unter guten Umständen auszuführen. Die Frage der Bismarckstraße ist aufgehellt. Wir haben das Alexanderland als vorhanden erkannt, aber es ist Eises halber unzugänglich. Dann haben wir mehrere unbekannte Punkte des Grahamlandes erfundet und erforscht. Trotz einer Strandung, die ein ernstliches Leck des Schiffes herbeiführte, konnten wir die Fahrt auf der von uns erkundeten Küste fortseßen und den äußeren Umriß des Palmer- Archipels aufnehmen." Vermifchtes. [ Rekord eines deutschen Segelschiffes.] Das berannte riesige Fünfmast- Vollschiff Breußen" hat in nicht ganz einem Jahre zwei volle Reisen zwischen Hamburg und der Westfüste Südamerikas vollendet, eine Leistung, die wohl noch Кур Bon unfere In diefer Zeit Do man dem när bon feinem Segelschiff der Welt erreicht sein dürfte. Beide: Geselligkeit in hö male fuhr das Schiff in Ballast ab und brachte je 8000 Tons getlagt, daß eine Salpeter zurück. Die Preußen" ist in Bremerhaven auf der Kreise dringt. E Tecklenborgschen Werft erbaut und gehört der Hamburger sellschaft mit be =[" Ich bete an die Macht der Licbe".] Eine inter. über die mehr Reederei F. Laeisz. - essante Mitteilung macht ein Leser der Schles. 3tg.". Im Anschluß an einen Artikel über das bekannte„ Abendgebet" beim preußischen Zapfenstreich berichtet er, daß in der Zeit, in welcher er im Heere diente( 1858-59), dem Gebet ein anderer Text als: Ich bete an die Macht der Liebe" zu Grunde gelegt war. Er lautete: = „ Geschoß und Schwert entsinkt dem Müden, Nimm uns, o Herr, in treue Wacht! Die Nacht verfündet deinen Frieden, Dem Kriegsmann segne still die Nacht. Dir, ew'ger Gott, in Krieg und Frieder. Sei Dank und Ehre stets hinieden!" [ Ein Rührei aus Straußeneiern] konnte kürzlich ein Wiesbadener Wirt seinen Gästen vorseßen. Ihm war eine Sendung Straußeneier auf dem chnellsten Wege durch einen Bekannten zugegangen. Die Teilnehmer an dem Frühstück rühmen den Geschmack der Eier. Eine erste Probe war aller dings mißraten. Man fand einen herben, bitteren Beigeschmack. Durch Zusatz von feinen Kräutern wurde dieser aber behoben und das Gericht konnte nun auch den verwöhntesten Gaumen befriedigen. [ Wozu eine Rhinozeroshaut gut ist.] Im Londoner Zoologischen Garten ist das Rhinozeros Jim" eingegangen. Die über vier Zentner wiegende Haut, die 2,30: 2,80 Meter mißt, ist von einer Hamburger Firma zu technischen Zwecken erworben. Jeder Teil der kostbaren Haut findet seine Verwendung je nach Wachstum, Stärke und Elastizität zu gegeräuschlosen Führungen bei Aufzügen( Personen und Waren), Kammrädern, Hämmern, namentlich für wertvolle Stempel, weil diese durch den Schlag nicht leiden oder abgenützt werden, zu Peitschen, Stöcken, Knöpfen und vielen anderen Sachen, bei denen es auf geringe Abnugung, lange Haltbarkeit, größte Festigkeit und Milderung des Geräusches ankommt. Auch in Kohlenminen ist solche Haut ein gesuchter Artikel, um unten den Förderkorb aufzufangen. Eisen ist hier zu hart, Gummi löst sich durch das Fett und das Schmieröl, Holz ist nicht widerstandsfähig genug, Sand wird mit hochgenommen und verursacht zu viel Schmuh, nichts kommt einer Rhinozeroshaut oder dem Rhinozerosleder gleich. - [ Die Molkerei der Königin.] Die Königin Wilhelmine von Holland ist äußerst praktisch veranlagt. Auf ihre Veranlassung wurden auf dem zum Schlosse Loo gehörigen Landgute, das sehr schöne Wiesen hat, einige Kühe und Ochsen angekauft und die Molkerei angelegt. Die Königin interessierte sich sehr für das Erperiment und ließ das schönste Bich, das in ihrem Königreiche erhältlich war, ankaufen. Jezt gehen schon große Quantitäten Butter und Milch aus der königlichen Molkerei ins Land und ein recht hübscher Verdienst fließt dadurch in die Tasche der hochgestellten Besitzerin. =[ Ein weiblicher Schuhmann] dürfte ein Unikum sein. Im Städtchen Huga in Colorado ist das Unglaubliche zur Tatsache geworden. Dort wurde nämlich eine Mutter von zwölf Kindern von ihren Mitbürgern einstimmig zum Schutzmanne gewählt. Als Begründung dieser seltsamen Wahl wird angegeben, daß die Einwohner schlossen, wer ein Dutzend amerikanischer Mädels und Jungens in Zucht und Ordnung zu erhalten vermöge, der sei auch die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung geeignete Person! - Eine verhängnisvolle Explosion. In Neukirch explodierte auf dem Hofe eines Kafmannshauses ein Acetylengas- Apparat. Zwei junge Leute, die in dem Kaufmannsgeschäfte angestellt sind, kamen bei der Explosion ums Leben. [ Gewissenhafte Rollenstudien.] Sehr ernst nimmt anscheinend der französische Schauspieler Mar Drarly seinen Beruf. Er hat im Pariser Chatelet in Tom Pitt, der Räuberkönig" die Hauptrolle zu spielen, und um darin genügend echt zu sein, hat er, wie erzählt wird, unter dem Schutze eines englischen Lords" im Londoner East End Studien unter Verbrechern gemacht. Er hatte einmal auch zum Mittagbrot eine Anzahl Taschendiebe eingeladen und sah nun, wie sich einer von ihnen die Tasche mit Eßwaren bollstopfte. Darauf nahm Drarly ruhig eine Wasserflasche, doß deren Inhlt in die Tasche nach und sagte:„ Du hast jetzt genug zum Essen, alter Bursche, nun mußt du auch etwas zum Trinken bekommen." ** In unserem Blumengarten mahnen jetzt die ersten Blüten von Leberblümchen, Schneeglöckchen, Anemonen, Scilla an den nicht mehr fernen Frühling. Das Beschneiden der Ziergehölze muß bald beendet werden. Man sorge wieder für die gewohnte Ordnung. Die Nasenpläge werden abgeharkt und die Wege mit neuem Deckmaterial versehen. Man beeile sich mit dem Pflanzen der Ziergehölze, mit Ausnahme der Koniferen, die später gepflanzt werden. Auch Rosen können jeẞt gepflanzt werden. Je früher man pflanzt, desto sicherer ist das Anwachsen. Sobald milderes Wetter eintritt, kann man die winterliche Schutzdecke der zarten Staudengewächse, der Zwiebelbeete, der zarten Gehölze, der Rosen usw. aufnehmen. Es ist ratsam, das Deckmaterial jedoch in der Nähe zu lassen, damit die verschiedenen, empfindlicheren Sachen bei wieder eintretender rauher Witterung leicht gedeckt werden können. Konnten die Frühjahrsbeete im Herbst nicht mehr bepflanzt werden, so bepflanze man sie jetzt mit Stiefmütterchen, Silenen, Vergißmeinnicht, Nelken, Bellis, Primeln u. dergl. Sommerblumen, Astern, Levfoyen, Balsaminen, Strohblumen, Phlox, Verbenen, Hahnen. kamm, Nelken, Petunien, Löwenmaul, Mimulus, Salpiglossis, Zinnien, Pyrethrum usw. säe man in Schalen, Kisten oder direkt ins Mistbeet. Die im Keller untergebrach ten Deforationspflanzen bringe man heraus und stelle sie in einem möglichst hellen Raume auf, wo fleißig gelüftet wer den muß, damit sich diese Pflanzen allmählich an die freie Luft gewöhnen. Fuchsien, Heliotrop, Pelargonien( Geranien), Lantanen, Bentſtemon usw. werden zurückgeschnitten, verpflanzt und ans Fenster oder besser in ein lauwarmes Mistbeet zum Antreiben gestellt. Die jungen Triebe fann man zu Stecklingen verwenden, welche, in Sand gesteckt, bei öfterem Uebersprizen leicht Wurzeln machen.-- fiben Angelegen baupt über Ara bei den Tische whischen Tirad medizinisch un dagegen einzu man sich in Funktionen e liche Folgeru etwaigen Rei fie Gelegenhe drücken von Körprs zu f wohl gar als verhandelt m oder weniger über die berfa böfen Störung arme Leute un finden, fidh geg zu zeigen. Go ganz ne freilich nicht. G bereits vertraul allerdings mit fich in diesen G handelt, an de nehmen bered freilich noch f genheit benu An einer St richt über ei furz nach de zogen, um Ein Fort fdjeint nun a tungen schon Rücksicht meh nimmt. Sum der Frauen zu tereffe für Me über ein so de aus nichts Se allzu gründlic jeiner Kranthe auch sogar Fr bei der Tafel treibung als der eigentlich fugs gehört. Go meit n bei uns ansch in der Licht erfreuliche To fellschaft ein Leibsoperatio einigen Her allgemeiner weise fann diese Mode bräuche in Frage, ob wird, ** Das einen Gese fultur im ugehen laffe ** Au * beginnend, fi fquifes ordnung ftat anlagen der treffend. isen tag, den tt hingewie eine Abo 15. Die Zur Auf Der Bren Mittwoch und Mor F Benefiz gabe Borf führung f Teil der d hammer" Don Ludwig den 14. S in Mannhei Darmstädter Aimmung bes * Gan Am Sonntag Sauptlehrers Laputal- Sange besucht war. Bund neu auf iffes.] Das berannt at in nicht ganz einem nburg und der We t sein dürfte. Beide Hypochonder bei Tifche. istung, die wohl not wo man dem närrischen Prinzen nicht offiziell huldigt, die brachte je 8000 Tons ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) In dieser Zeit des Karnevals", in der auch in Gegenden, Geselligkeit in höchster Blüte steht, wird mit Recht darüber getlagt, daß eine hypochondische Unfitte in immer weitere Bremerhaven auf der Kreise dringt. Es ist förmlich Mode geworden, sich in Gehört der Hamburgesellschaft mit besonderer Vorliebe nicht nur über die postLiebe". Eine inter über die mehr negativen Fragen der Heilkunde und überefannte Abendgeber bei den Tischgesprächen den inneren Menschen in philosoSchlei. 3tg.". haupt über Krankheiten zu unterhalten. Während man früher ter, daß in der Zeit phischen Tiraden hervorzukehren pflegte, zieht man ihn jetzt -59), dem Gebet ein medizinisch und gar anatomisch in Betrachtung. Zunächst ist Macht der Liebe" 8 dagegen einzuwenden, daß es höchst geschmacklos ist, wenn tiven Angelegenheiten der Gsundheitspflege, sondern auch t dem Müden, e Warkt! Grieden, die Nacht. nd Frieder ieden!" ] fonnte fürzlich ein en. Ihm war eine en Wege durch eine r an dem Frühstü ste Probe war aller ben, bitteren Beige autern wurde dieser n auch den verwöhn ift. Im Londoner Jim" eingegangen die 2,30: 2,80 Meter Bu technischen Zweden aut findet seine Ber nd Elastizität zu ge en( Personen und mentlich für wertvoll icht leiden oder abge öpfen und vielen an nge Abnugung, long erung des Geräuid solche Haut ein b aufzufangen. h das Fett und ig genug, Sandd biel Schmuz, te dem Rhinozeroder Die Königin Wilhel veranlagt. Auf ihre chlosse Loo gehörigen nige fühe und Schien Die Königin inter nd ließ das schönste lich war, ankaufen. tter und Milch aus ein recht hübscher der hochgestellten te ein Unifum fein. as Unglaubliche zu ich eine Mutter vo nstimmig zum Schu eser seltsamen Wo schlossen, wer e ingens in Zucht un uch die zur Aufre eeignete Person! In Neukirch explo houses ein Acetylen in dem Kaufmann Srplosion ums Leben Sehr ernst nimmt an May Drarly feinen n Tom Pitt, der , und um darin ge It wird, unter dem Londoner East End Er hatte einmal aud Diebe eingeladen und Tasche mit Epwaren eine Wasserflasche gte:„ Du haft jett Bt du auch etwas jezt die erfte chen, Anemonen J. Das Befahneide n. Man forge Rasenplate werden edmaterial beriehen. Biergehölze, mit Aus lanzt werden. Auch früher man pflanzt ald milderes Wetter updecke der zarten zarten Gehölze, der das Decmaterial je rfchiedenen, empfind r rauber Witterung die Frühjahrsbeete so bepflanze man fit gigmeinnidit, Nelten lumen, Aftern, Lev Verbenen, Hahnen Mimulus, Salpi man in Schalen Seller untergebrad raus und stelle fie in fleißig gelüftet wer mählich an die freie Belargonien( Gera den zurüdgeschnitten r in ein lautvarme jungen Triebe tann in Gand geftedt, be machen. man sich in der Unterhaltung über allerhand körperliche Funktionen ergeht. Viel wichtiger aber ist die unausweich liche Folgerung, daß die betreffenden Menschen in einer etwaigen Neigung zur Hypochondrie verstärkt werden, wenn sie Gelegenheit erhalten, mit aufgeschnappten Fachaus: drücken von allen möglichen einzelnen Beschwerden ihres Körprs zu sprechen. Jedes kleine Mißbehagen wird dabei wohl gar als ein Krankheitssymptom hingestellt, und man verhandelt mit mehr oder weniger gelehrten und mehr oder weniger verstandenen medizinischen Bezeichnungen über die verschiedenen Formen der Entzündungen, der ner. bösen Störungen usw. Es ist dies etwas Aehnliches, wie arme Leute unter Umständen ihre beste Unterhaltung darin finden, sich gegenseitig eine Wunde oder ein schlimmes Bein zu zeigen. So ganz neu ist jener Brauch in der guten Gesellschaft freilich nicht. Ein berühmtes Werk von Thackerau schildert bereits vertrauliche medizinische Unterhaltungen von Damen, allerdings mit der mildernden Beschränkung, daß es sich in diesen Gesprächen hauptsächlich um Kinderkrankheiten handelt, an denen die Mütter ein besonderes Interesse zu nehmen berechtigt und verpflichtet sind. Außerdem wird freilich noch hervorgehoben, daß die Ladies auch jede Gelegenheit benußen, sich ihre eigenen Krankheiten zu klagen. An einer Stelle des berühmten Romans heißt es beim Bericht über ein Diner bei Joseph Sedley:„ Die Politik sezte furz nach dem Dessert ein, während die Damen sich zurückzogen, um ihre und ihrer Kinderleiden zu besprechen." Ein Fortschritt der neuesten Zeit auf dieser schiefen Ebene scheint nun aber darin zu bestehen, daß man solche Unterhaltungen schon an die Tafel selbst verlegt und auch dabei keine Rücksicht mehr auf das Zusammensein beider Geschlechter nimmt. Zum großen Teil mag das mit der Emanzipation der Frauen zusammenhängen, die ja jetzt ein besonderes Intereffe für Medizin haben oder heucheln. Tischunterhaltungen über ein so delikates Thema wie die Appendicitis sind durchaus nichts Seltenes und mögen noch hingehen, wenn nicht allzu gründlich auf die Eigenschaften des Blinddarms und seiner Krankheitserscheinungen eingegangen wird. Daß aber auch sogar Frauenleiden zum Thema für eine Konversation bei der Tafel gemacht werden kann man wohl ohne Uebertreibung als den Gipfel der Geschmacklosigkeit bezeichnen, der eigentlich schon unter den Paragraphen des groben Unfugs gehört. So weit wie in Paris haben es die oberen Zehntausend bei uns anscheinend allerdings noch nicht gebracht. Hat doch in der„ Lichtstadt" neulich eine Gerichtsverhandlung die erfreuliche Tatsache zu Tage gefördert, daß dort in einer Gesellschaft eine ausführliche Unterhaltung über eine Unterleibsoperation gepflogen wurde, und zwar nicht etwa von einigen Herren in einem Winkel des Salons, sondern unter allgemeiner Teilnahme sämtlicher Anwesender. Glücklicherweise kann man mit Bestimmtheit voraussagen, daß auch diese Mode vorübergehen wird wie schon so viele andere Mißbräuche in der vornehmen Gesellschaft, und es ist nur die Frage, ob etwas noch Schlimmeres an ihre Stelle treten wird. Lokales. 7. März 1905. ** Das Ministerium des Innern hat der II. Kammer einen Gesebentwnrf zur Förderung der Boden. fultur im oberen Vogelsberg nebst Begründung zugehen lassen. *** Am Mittwoch, dem 8. d. M., vormittags 9 Uhr beginnend, findet eine Sigung des Provinzialaus- schusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tages ordnung statt: Enteignung für das Hauptfiel und die Kläranlagen der Stadt Gießen, hier die Entschädigung be= treffend. ** Die Sigung der siebenten ordentlichen evangelischen Landessy node sindet in Darmstadt, am Dienstag, den 14. März statt. tt Stadttheater Gießen. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß am nächsten Mittwoch ausnahmsweise eine Abonnementsvorstellung stattfinden muß und zwar ist die 15. Dienstagsaufführung auf diesen Tag verlegt worden. Zur Aufführung gelangt Kadelburgs Familientag", der bei der Premiere einen so schönen Erfolg errungen hat. Mittwoch Nachmittag wird für die Kleinen nochmals Mox und Morig" wiederholt. -- F Theater- Verein Gießen. In den beiden zum Benefiz der Direktion des Stadttheater stattfindenden Zugabe- Borstellungen werden zwei neue Schauspiele zur Aufführung kommen, die in diesem Winter über einen großen Teil der deutschen Bühnen gegangen sind: Maria Friedhammer" von Heinrich Lilienfein und Masterade" von Ludwig Fulda. Als Maria gastiert am Dienstag, den 14. d. M. Frl. Lilly Donecker vom Hoftheater in Mannheim, für„ Maskerade" ist Herr Hacker vom Darmstädter Hoftheater als Gast gewonnen. Die Bestimmung des Aufführungstags erfolgt in Kürze. * Sängertag des Lahutal- Sängerbundes. Am Sonntag fand in Gießen unter dem Vorsitz des Hauptlehrers Schneider- Marburg ein Sängertag des Lahntal- Sängerbundes statt, der von 15 Bundesvereinen besucht war. Der Gesangverein Kirchhain wurde in den Bund neu aufgenommen. Den Mitgliedern Karl Schneider und August Stuhl aus Weilburg sowie Gustav Richard aus Grünberg wurden für ihre 25jährige ununterbrochene Mitgliedschaft in feierlicher Weise Diplome überreicht. Sobann wurden auch die Lieder für das nächstjährige Bundesfest, das in Gießen abgehalten werden soll, ausgewählt und zwar die Hymne" von Herzog Ernst und„ Das Deutsche Lied" von Gernhardt- Gießen mit Orchesterbegleitung, ferner Weihe des Gefanges" von Mozart.„ Schifferlied" von Eckert und das Volkslied" Der Soldat" zum Vortrag ohne Begleitung. GH. Auf dem gestern von dem Kaufmännischen und dem Ortsgewerbeverein Gießen im Café Leib veranstalteten Vortrags- Abend sprach Herr Dr. MarcuseMannheim über„ Krankheiten aus den Gewohnheiten und Mißbrancheu des täglichen Lebens". Zu Eingang seines Vortrags wies der Referent in einem furzen Abriß der Geschichte nach, daß der Begriff der Krankheit und deren ursächliche Wirkung keineswegs ein feststehender, sondern ein durch alle Epochen gemodelter ist. Dem kampffrohen Geschlechte der alten Sermanen galt der Kampf als höchfte Lebensbetätigung und die Ruhe als Krankheit, während die folgenden Epochen, die das düstere, asketische Mittelalter über die europäischen Völkerschaften peitschte, das Absterben von der Welt als Weg zur höchsten Glückseligkeit und das Leben als Krankheit ausgab. Der Zeit des gewaltigen Aufstiegs des römischen Reiches, in der seine sieggewohnten Adler an alle Gestade des Mittelmeeres flogen, war der zähe Wille zum Leben höchstes Gut und das Leben galt als berwirft, sobald seine Spannkraft versagte. Es war alsdann dem Individuum freigestellt, die drückend und überflüssig gewordene Bürde abzuwerfen-vae victis! Im selben Maße wie sich die Auffassung von dem KrankheitsBegriff in den verschiedensten Epochen verschob, mußten sich natürlich auch die Ursachen ändern. Bald waren es feindliche Einflüsse, die störend in das Leben eingriffen, dann wieder böse Seifter, die auf Vernichtung sannen und endlich der rächende Gott, der strafend seinen Arm gegen das frevelnde Geschöpf ausreckte, und erst in den vorgeschrittenen Zeitaltern floß die Erkenntnis, die Krankheit im naturwissenschaftlichen Lichte zu betrachten, langsam in das Geistesleben der Völker. Man übertrug die vier Elemente der Alten auf das Leben und wurde auf all' den Frrfahrten auch schließlich an die Klippen der Astrologie verschlagen, an denen auch das Lebensschifflein Wallensteins zerschellte. Die Menschheit damaliger Zeit schrieb den Sternen einen Einfluß auf das Leben zu und mühte sich, aus ihrer Konstellation abzulesen, wieviel Zeit noch zu verstreichen habe, bis der Gang, der uhrwerksmäßig ablief, vollendet. Eine gänzliche Umwälzung der Auffassung von der Krankheit trat aber mit Beginn des vorigen Jahrhunderts im gleichen Schritt mit der gewaltigen Entfaltung der modernen Naturwissenschaften ein, namentlich der oft angefeindete und mißverstandene Darwinismus stellte sie auf eine ganz neue Grundlage. Die heutige Wissenschaft erblickt feine bösen Dämone und feine ftrafende Gotteshand mehr in der Krankheit, für sie ist die Krautheit die Störung der Lebensbetätigung. Diese ist nie größer gewesen, als gerade zu unserer Zeit, wo der Kampf ums Dasein aufs heftigste brennt, wo die moderne wirtschaftliche Organisation die Menschen eng zusammenpfercht und in die Fabriken heßt. Und wir können dem Beitgeifte fein Halt entgegendonnern, wir können dem in rasendem Laufe dahinschießenden Wagen nicht in die Speichen fallen und wir wollen es auch nicht! Wehe uns auch, wenn er plößlich stünde, wenn die riesenhafte Güter- Erzeugung und deren Verbrauch aufhörten! Über dem heutigen Geschlecht ist es in die Hand gegeben, die schädlichen Wirkungen dieser Organisation zu einem großen Teile auszutreisen: es muß das gesunde Berhältnis zwischen Arbeit und Ruhe wieder hergestellt werden, jedem Arbeiter, einerlei ob er die scharfen Klingen des Geistes führt oder mit nerviger Faust den wuchtigen Hammer auf den funkensprühenden Stahl niederfallen läßt, muß eine längere Erholungszeit verschafft werden, in der er die aufgearbeiteten Kräfte wieder erseßen kann, wenn er nicht anders das große Heer der Nervösen, das unsere Zeit als ein so grauenhaftes Heer der Nervösen, das unsere Zeit als ein so grauenhaftes Wesen durchzieht, vergrößern soll. Man sieht also, daß medizinische und soziologische Fragen zusammenfallen, Daneben ist aber noch eine Fülle anderer Umstände zu berücksichtigen. So empfahl Redner, namentlich den reichlichen Fleisch und Alkoholgenuß einzuschränken. Es bleibt alles beim alten und das Wahrwort, mag es den verfeinerten Ohren des modernen Geschlechts auch etwas hausbacken flingen, das sagt:" Arbeit, Mäßigkeit und Rub schließt dem Arzt die Türe zu", bewährt sich auch hier wieder, wobei zu beachten ist, daß uns heute mehr Ruhe als Arbeit not tut. * Fahrpreisermäßigung für Taubstumme. Auf Beschluß der Taristommission der deutschen Eisenbahnen haben mit Genehmigung des Ministers der öffentlichen Arbeiten von jest ab unbemittelte Taubftumme für den Besuch fleinerer Busammenfünfte an den Taubftummenunstalten und für den Besuch eines behördlich gebilligten oder überwachten Taubstummengottesdienstes Fahrpreisermäßigung. K Weilburg, 6. März. Im Bergrevier Weilburg betrug die Produktion an Eisenerzen im Jahre 1904: 151 893 t Braun- und 120 489 t Roteisenerz( gegen 1903 mehr 67 574 t). Die Manganerzprobuftion betrug 1053 t ( gegen 1903 mehr 54 t) und de Bleierzproduktion 9,5 t. Beim gesamten Erzbergbau wurden 1848 Arbeiter beschäftigt ( gegen 1903 mehr 203). Die Gruben„ Friz“ bei Eſſers: hausen,„ Klöserweide" bei Philippftein und Anna- Kohlhaag" bei Hirschhausen- Drommershausen erreichten die höchsten Forderungen an Eisenerzen mit 50 555, bezw. 28 729, bezw. 26 947 t, im abgelaufenen Jahre. Die Dachschieferproduktion betrug 44 465 laufende m( gegen 1903 weniger 6450 m), hier wurden 167 Arbeiter beschäftigt( gegen 1903 weniger 32). " f K Vom Westerwald, 6. März. Der Große Stein" bei Niederdreßlendorf, ein beliebter Ausflugspunkt, ist in Gefahr, der Industrie zum Opfer zu fallen. Wie man hört, suchen ihn 2 Gesellschaften zu kaufen, um den Basalt zu berwerten. Aus dem Gerichtsfaal. Salvatorbier. Die Paulaner 8acherl- Brauerei in München, die für ihr Frühlingsbier den Namen„ Salvator" allein beansprucht, stellte Strafantrag gegen die Münchener Großbrauerei zum Spaten, weil diese in geschriebenen Rechnungen und gedruckten Bestelkarten ihre Produkte als ,, Salvatorbier" bezeichnet hatte. Es wurde nun wegen Bergehens gegen das Reichsgesetz zum Schuße der Warenbezeichnungen gegen die Besitzer der Brauerei zum Spaten, die Kommerzienräte Karl und Anton Sedlmayr, sowie gegen den Leiter des Flaschenbierdepots der Epatenbrauerei, den Kaufmann Karl Dürrwanger, öffentliche Anklage erhoben. Das Urteil lautete für beide Augeklagte wegen Vergehens nach§ 14 des Gefeges zum Schuße der Warenbezeichnungen auf eine Geldstrafe von je 250 Mt. Die Angeklagten wußten, daß das Wort, Salvator" für die Paulaner Brauerei geschützt ist, sie behaupten aber, sie hätten das Recht, das Wort " Salvatorbier" weil dieses durch ein Warenzeichen für sie geschützt ist zu gebrauchen. Siegener landwirtschaftlicher Wetterdienft. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 8. März. Trüb, noch etwas milder, zeitweise windig, vielfach geringe Regenfälle. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Marktberichte. Gießen. 7. März. Auf dem heutigen Wochenmarit lofteten Butter bet fb. 0.95-1.05 M., Hühnereter per Stitd 7-8 Pfg., Enteneter St. O fg., Käse per St. 6-8 Bfg., Käsematte 2 St. 5-6 Bfg. Erbien per Liter 21 Bfg., Zinsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar 1. 0.80-1.00, Sühner per Stüd r. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enter per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Bfb. 00-00 fg., Ochsenfleisch per Pfd. 70-80 Big., Rindfletsch per Pfd. 62-68 Pig. per Pf. Schweinefleisch 60-72 Bfg. Schweine fleisch gesalzen per Bfunt 0.76 Big., Kalbfleisch per Bfb. 70-74 Bfg. Sammelfleisch per Pfd. 50-74 Bfg., Kartoffeln pro 100 llo 6.00 ɓ. 6 50 Mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 8.00-10.00, Wetstraut 10-15 f. per Stüd, Zentner 3-4 Mt. Aepfel per Zentner 6-10 mt. Zwetschen per Zentner 0,00-0.00 Nüsse 100 St. 25-30 fg. Milch per Liter 18. Pfg. Dauer der Marktzett von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten dret Stunden der Marktjett im Umherziehen feilgeboten werden. Die Marktpreise für Vich und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 6. März 1905. Ochsen Kälber Fleischpreise in Gießen / kg 70-80 f. 1/2 11 " Schweine do. Höchste Schlachtbiehpreise in Frank urt a. M. 50 kg Schlachtgewicht 69-71 m. 80-82 Pf. 64-65 Getreidepreise in Mannheim 18.75 M. 14,65 " do. 70-74 do. 60-72 Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 kg 52 f. Schwarzbr. do. 48 " " 1 Weizen 100 kg Roggen do. Verantwortlich für die Politik und den Inseratentell Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbe in Glegen. Schwach und fümmerlich - jett gesund und kräftig. „ Schwach und fümmerlich" ist die Einleitung und „ kräftig und gesund" der Schluß der Erzählungen von Scotts Emulsion, und es ist das Resultat, das aus den Worten „ kräftig und gesund" besteht, was den Eltern so viel Freude bereitet. Und wohl selten ist das Resultat ein anderes, wenn Ecotts Emulsion es herbeigeführt hat, denn Scotts Emulsion enthält die besten Kräftigungsmittel zur Belämpfung von förperlichen Schwächen. Für die Wirkungskraft des Lebertrans sind neue Beweise nicht erforderlich, und der Wert der Kalt- und Natronhypophosphite wird von der modernen Heilkunde ebenfalls hoch anerkannt. In Scotts Emulsion sind diese Bestandteile nur in vorzüglichster Qualität enthalten, der üble Geschmack und Geruch des Lebertrans jedoch verdeckt, und der gute Erfolg, den Scotts Emulsion herbeiführt, macht sich rasch bemerkbar. Herrn Stadlers Brief bringt dafür deutlichen Beweis: München, Steinstraße, 65, den 23. November 1903. Ja erlaube mir, Ihnen über das gute Resultat, welches meine Tochter Johanna durch Scotts Emulsion erzielte, folgendes zu berichten: Das Kind kam im Juli 1900 vorzeitig zur Welt und war so schwach, daß wir stündlich sein Ableben erwarteten. Es blteb uns erhalten, doch war es so fümmerlich und tränklich, daß es selbst im zweiten Jahre kaum aufrecht ſizen fonnte. Die englische Krankheit trat dann in so hohem Grade bei der Kleinen auf, daß Arme und Füße gekrümmt waren; zwei Zähne, die sie nach vielen Beschwerden bekam, fielen bald wieder aus kurz, sie blieb in jeder Beziehung weit zurück und bereitete und große Sorge. Da begannen wir Ende lezten Jahres mit dem Gebrauche von Scotts Emulsion, als Kräftigungsmittel, und unsere Kleine ist durch sie tett gänzlich hergestellt. Nach feder Flasche ließ sich deutlich ein Schritt zur Besserung wahrnehmen, und dem ausgezeichneten Bräparat haben wir es zu verdanken, daß das Kind nun frisch und munter ist, seit Mai allein läuft und den ganzen Tag plaubert; die Rückgratsverkrümmung ist gänzlich verschwunden, die Zähne sind dem Alter angemessen vollzählig da, und die vorher so kränkliche Kleine ist jetzt ein gesundes, kräftiges Kind. Dankbar ergebenst( gez.) Johann Stadler. Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen an Apotheken und Großhandlungen verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern in versiegelten Originalflaschen in Starton mit unserer Schuhmarke( Fischer mit großem Dorsch auf dem Rücken). Scott& Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M. Bestandteile: Feinster Medizinal- Bebertran 150,0, prima Glyeriu 50,0, unter phosphorigsaurer Salt 4,3, unterphosphorigsaures Natron 2,0, pulv. Tragant 8,0, feinster arab. Gummi pulv. 2,0, deftill. Wasser 129,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emu sion mit 8imt, Mandel- und Gaultheria- Del je 2 Tropfen. NAUMANNIA- SEIFE. mit dem Beste Seifenah undern! Alter Sitte und Herkommen gemäss findet der Ver- XXX sand des von den Paulaner- Mönchen eingeführten, nach der 1799 erfolgten Aufhebung des Klosters von unseren Besitzvorgängern Stadt- Cheater und uns weitergeführten, zu einer Weltberühmtheit gewordenen Specialbieres Salvator auch heuer im Monat März statt. Der Name ,, Salvator" ist der unterfertigten Brauerei als Bezeichnung ihres Specialbieres patentamtlich geschützt und darf daher Niemand anderswoher als aus dieser Brauerei stammendes Bier als ,, Salvator" bezeichnen, widrigenfalls er sich eine Verletzung dieses Zeichenrechtes schuldig machen würde.(§ 14 des Gesetzes zum Schutze der Waarenbezeichnungen vom 12. Mai 1894.) AULA SchutzM ER NCH B BRA Marke EN. Giessen. Direttion: Steingoetter. Mittwoch, den 8. März, nachmittags 3½ Uhr Kindervorstellung zu ermäßigten Preisen. Max und Moritz. Moritz. Ein Bubenstück in 7 Streichen von Leopold Günther. Abends 8 Uhr: 15. Dienstags- AbonnementsVorstellung. Novität! Novität! Familientag. A. G. Paulanerbräu uftpiel in 3 Atten von ( zum Salvatorkeller) MÜNCHEN. Generaldepositär: Carl Gottschalk, Biergrosshandlung, Frankfurt a. M., Mainzerlandstrasse 167, Telefon Nr. 3223. Holzversteigerung. Montag, den 13. März, vormittags 10 Uhr beginnend, werden in dent Saale bei Gastwirt Einwähter zu Ehringshausen( Oberndorf) aus den Domantalwalddistrikten Reine, Hainzenmannskopf, Erlenkopf und verschiedenen Distrikten der Forstwartei Hainbach versteigert: = - Stämme: Eichen 5. Kl. 2 Stück 0,42 Fftm.; Kiefern 4. Kl. 6 Stück= 3,26 Fftm., Lärche 5. Kl. 6 Stück 2,12 Fitm., Fichten 3. S. 1 Stück= 0,43 stm.; 4. Kl. 6 Stück 2,93 Fitm. 5 Kl. 41 Stück= 9,15 Fitm. Derbstangen: Fichten 1. Kl. 5 Stück= 0,50 Fftm., 2. Kl. 25 Stück= 1,06 Fftm. = Scheiter: Rm. Buche 284, Birke 2, Aspe 6, Fichte 2. Anüppel: Am. Buche 253, Eiche 6, Birke 55, Aspe 10, Kiefern 15, Lärche 3 Fichte 3.1 Retsig: Nm. Buche 780( meist Stammreisig) Eiche 26, Aspe 15. Stöde: Rm. Buche 53,( hierunter 10 Rm. Klein gespalten). Nähere Auskunft durch Förster Nahrgang und Forstwartaspirant Krautwurst zu Hainbach. Burg- Gemünden, den 4. März 1905. Großh. Oberförsterei Burg- Gemünden. Original Kullmann. SINGER Man beachte die Fabrikmarke. THE SINGE RADE MANFG.CO MARK MAGGIS u. Speisen- Würze verbessert augenblicklich schwache Suppen Bouillon, Saucen, Gemüse, Salate, u. s. W Hilfe* amburg Fichteftr. 33. * g. Blutstod. Timerman Schnett Trocknende ussbode Lad Gustav Kadelburg. XXXX XXXX Joh. Seibel Glessen Ludwigsplatz Weinstube. Ausschank v. nur guten reinen Tischweinen S Saatkartoffeln. Kaiserkrone Perle Erfurt Goldkrone Perle der Wetterau Maifönigin Rote Frühtartoffeln Weltwunder Weiße Frühkartoffeln Jndustrie gelbfleischige Paulsens Juli do Alte Blaue Maguum bonum do Sämtliche Kartoffeln sind rein Bekanntmachung Vom 7. März I. J. ab bis auf weiteres beginnt der Auftrieb von Bich auf dem Viehmarktplag um 72 Uhr vormittags. Gießen, den 3. März 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Anmeldungen zum Bezuge der Schott'ichen Stiftung( Ostergeld) haben bis zum 1. April 1905 auf dem Armenamt, Neuen- Bäue 25, zu erfolgen. Gießen, den 4. März 1905. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. 56. Ober In der Zeit bom 25. Februar bis 4. März 1905 wurden in hiefiger Stadt, gefunden: 1 Portemonnaie mit 3,87 Mt. Inhalt, 1 Spazterstock und 1 Butterweck; berloren: 1 Cappes. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenftände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 4. März 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Kohlenlieferung. Bud unb Berlag 8. Fortfehung. Lind Sandra f maeckte, und berfu woere Arbeit, fie Dass einzige, was fi en ungebardiges To der fo wenig Gefch Barbinge bertroch, fo Saftimit merkte, daß Candra tröstete effer gehen würde Freundin Ulla bon ich; und dann die Für die Großherzogliche chirurgische und AngenKlinik soll für das Rechnungsjahr 1905 auf dem öffent lichen Submiffonswege die Lieferung von ca. 800 3tr. Nuzkohlen führen fonnte. Di " 2500 1800 " " " Anthrazitkohlen und Hüttenloks bergeben werden. Ministertalerlaß und Bedingungen liegen an Wochen tagen, nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwalta ungsbureau offen. Offerten, vecfiegelt und mit entsprechender Aufschrift bersehen, sind bis zum 28. März d. Js., mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben, woselbst um diesen Zeitpunkt die Ecöffnung dec Offerten stattfindet. Die Zuschlagsfrist beträgt 3 Wochen. Gießen, den 6. März 1905. dieren Gelegenheit din, der einzigen ger efen war. 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