nie men, trat mich alle attent ein teins vahrchicfie Id in hrift: beeren Sajt mar: Ft fit, beffer ράκι, gibt igem 1: 9. Sers, geBe mer , und moder ; man rednet ie auf Zuder, gibt fo on ge as r wirft Beeren, t man Blöffel in gibt Eis und au figt Sortier biec Tie TOBER: Sof ungen 1 Gatnit und Nem, Kreuzel Tuc cin Stadt; t -) enreife g. an 100 Pfg. an Kisten von chter er. Rhein ADE Str. 209. Jusertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberheffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernſprechauschluk Nr. 362. Mittwoch, den 6. September 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 fs., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an ellen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Um das rechtzeitige Eintreffen auf dem Paradefeld zu ermöglichen, wird am 8. September d. Js. bon Gießen um 5 Uhr 25 Min. vorm. ein Sonderzug nach Vilbel( Ankunft 7 Uhr 2 Min. vorm.) abgelassen, der mit Ausnahme von Kirch- Göns und Dortelweil Vilbel mußte als auf allen Zwischenstationen hält. Endpunkt des Sonderzuges vorgesehen werden, weil die Station Bonames durch den Verkehr von und nach Frankfurt a. M. außerordentlich in Anspruch genommen wird. Aus gleichem Grunde werden auch die mit fahrplanmäßigen Zügen aus der Nichtung Gießen fommenden Paradebesucher im eigenen Interesse gut tun, Vilbel als Aussteigeftation zu wählen und von hier aus die Rückreise anzutreten, da sie in Bonames mit Schwierigkeiten zu rechnen haben werden. Zur Rückfahrt steht ebenfalls ein Sonderzug zur Verfügung; Vilbel ab 1 Uhr 20 Min. nachm., Gießen an 2 Uhr 59 Min nachmittags. Aufenthalt auf allen Zwischenstationen. Ein weiterer Sonderzug fährt von Friedberg nach Homburg v. d. H.( neu), Abfahrt: 6 Uhr 43 Min. bormittags; Ankunst: 7 Uhr 36 Min. vorm. Außer in Saulberg Aufenthalt auf allen Zwischenstationen. Die Sonderzüge führen die II. und III. WagenElasse; es fommen Karten des gewöhnlichen Verkehrs nach und von Vilbel bezw. Homburg v. d. H. zur Ausgabe. Näheres ist aus den auf den Stationen ausge= hängten Fahrplänen zu ersehen. Frankfurt a. M., den 4. September 1905. Königl. Eisenbahndirektion. Der endgültige Friedensvertrag In verhältnismäßig furzer Zeit haben die Nechtsbei. stände der japanischen und russischen Kommission in Portsmouth den Tert des Friedensvertrages fertiggestellt. Die Ratifikation durch den Zaren und den Mikado soll spätestens in fünfzig Tagen stattfinden, doch kann mit der Unterzeichnung durch die Delegierten die Friedensaktion als abgeschlossen gelten. Offiziell soll der Wortlaut des weltgeschichtliche Bedeutung in sich tragenden Vertrages erst später befannt gegeben werden, doch gibt ein in Paris eingetroffenes Telegramm die in 15 Haupt- und 2 Zusatzartikel eingeteilten Stipulationen bereits detailliert wieder. Zunächst werden nach dieser Depesche die Namen der Friedensunterhändler aufgeführt, und es wird festgestellt. daß eine Einigung zwischen ihnen erzielt worden sei. Dann wird die Wiederherstellung des Friedens und der Freundschaft zwischen den Herrschern, Staaten und Untertanen beider Länder anerkannt. Rußland gibt zu, daß vom politischen, militärischen und verwaltungsrechtlichen Standpunkte aus die Interessen Japans in Korea vorherrschend sind, und wird sich nicht Maßnahmen der Leitung, des Schußes und der Aufsicht widersezen, die Japan in Korea in lebereinstimmung mit der foreanischen Regierung anzuordnen für nötig erachtet. Die russischen Unternehmungen in Korea genießen die gleichen Rechte wie die Unternehmungen von Staatsangehörigen anderer Länder. Die gleichzeitige Räumung der Mandschurei wird dann näher auseinandergesetzt. Die dort durch Privatleute erworbenen Nechte bleiben unberührt. Die russischen Pachtrechte auf Port Arthur, Dalny und die angrenzenden Gebiete und Gewässer gehen gänzlich auf Japan über. Grunderwerbungen und Anrechte russischer Staatsangehöriger werden davon nicht betroffen. Rußland und Japan verpflichten sich gegenseitig, allgemeinen, alle Nationen in gleichem Maße berührenden Maßnahmen, die China zur Hebung des Handels und der Industrie in der Mandschurei treffen könnte, feinerlei Hindernisse in den Weg zu legen. Die mandschurise Eisen. bahn wird bei Kuang Tscheng Tie zwischußland und Japan geteilt. Beide Abschnitte dürfen nur im Interesse des Handels und der Industrie verwendet werden, auci behält Rußland in seinem Bahnteile alle durch sein Uebereinkommen mit China für den Bau dieser Bahnlinie erworbenen Rechte. Japan erwirbt die Gruben, für die seine Teilstrecke den Verkehr vermittelt. Privatunternehmungen werden dadurch nicht berührt. Beiden Parteien wird gänzliche Handlungsfreiheit auf dem erpropriierten Gebiete eingeräumt. Rußland und Japan verpflichten sich, ihre Bahnstränge bei Kuang Tscheng Tse zu verbinden. Die Teilitrecken müssen derartia verwaltet werden, daß für den Handelsverkehr zwischen ihnen keine Schwierigkeiten entstehen Rußland tritt an Japan den südlichen Teil von Sachalin bis zum 50. Breitengrade mit den Inseln, die dazu gehören, ab; die Freiheit der Schiffahrt in der La Pérouse- und der Tataren- Straße wird gewährleistet. Die freien russischen Ansiedler in Sachalin behalten alle ihre Rechte, ohne ihre Nationalität zu ändern, aber Japan kann die Verschickten ausweisen. Rußland verpflichtet sich, einen Vergleich abzuschließen über die Fischereigerechtsame der Japaner im Japanischen-, Ochotskischen- und Behrings- Meer. Rußland und Japan verpflichten sich, den Handelsver trag, wie er vor dem Kriege bestanden hat, zu erneuern mit einigen Abänderungen, darunter beson rs die Bestimmung, daß Rußland und Japan sich gegenseitig di Rete der meistbegünstigten Nation zugestehen. Rußland und Japan verpflichten sich zur gegenseitigen Rückgabe der Kriegsgefangenen und zur gegenseitigen Bezahlung der ihnen für den Unterhalt der Gefangenen entstandenen wirklichen Kosten, die durch Velege nachgewiesen werden müssen. Der Tert des Friedensvertrages für die Russen ist in französischer, für die Japaner in englischer Sprache abzufassen; in weifelsfällen ill der französische Wortlaut als maßgebend gelten. Die Herrscher der beiden Staaten nehmen die Ratifikation des Vertrages innerhalb fünfzig Tagen vor. Nach der Unterzeichnung soll durch die Vermittelung der Botschaften Frankreichs und der Vereinigten Staaten der japanischen und der russischen Regierung telegraphisch mitgeteilt werden, daß die Ratifikation bewilligt ist. In dem ersten Zusabartikel wird bestimmt, daß die Räumung der Mandschurei durch die beiden Armeen innerhalb 18 Monaten voll endet sein muß, und zwar sollen die Truppen der en Linie den Anfang machen. Nach Ablauf der Rämungsfrist dürfen beide Parteien nur 15 Soldaten auf den Kilometer zur Ueberwachung der Eisenbahn zurücklassen. Nach dem zweiten Rusavartifel soll die Absteckung der Grenze zwischen Japan bezw. Rußland gehörigen Teilen der Insel Sachalin durch eine besondere Kommission an Ort und Stelle erfolgen. Soweit der Vertrag, deffen Bestimmungen sich also mit dem vorher Bekannten ziemlich decken. Von einem Bünd. nis zwischen Rußland und Japan ist darin nicht die Rede. Das war wohl auch trotz der Gerüchte in dieser Beziehung nicht zu ermart. Die Delegierten in Portsmouth hielten Abschieds. empfänge ab. Baron Komura empfing seine Gäste im Hotel Wentworth. Auch Minister Witte erschien nebst den übrigen Russen. Aus Rußland trafen orthodore Geistliche ein, um an der Stelle des Friedensschlusses Dankgottesdienste abzu, halten. Zwei aus Washington angekommene lederne, mit Bold beschlagene Schatullen sind zur Aufnahme der für den Zaren und den Mikado bestimmten Exemplare des FrickensDertrages vorgesehen. Portsmouth wird nach der Abreise der japanischen un russischen Diplomaten, der Berichterstatter und der Ner gierigen wieder sein gewohntes Aussehen annehmen, aber es wird einen hervorragenden Namen behalten als Ort des Friedensicht nach einem der größten und blutigsten Kriege der eltgeschichte. Der Weltpoft- Verkehr. Im Frühjahr nächsten Jahres findet wieder ein Weltpost. Rongreß statt. Der neue Kongreß wird vermutlich über die Frage zu entscheiden haben, ob innerhalb des Weltpostver. eins das einheitliche Briefporto von 20 auf 10 Pfennig herabgesetzt werden soll. Die Anregung dazu ist von ver. schiedenen Seiten gegeben worden. Die deutsche Reichspost. verwaltung hat bisher zu der Frage nicht Stellung genom men, sie hat sich wenigstens nicht öffentlich darüber geäußert. Die Vertreter der deutschen Kaufmannschaft haben sich für die Ermäßigung ausgesprochen. Einzelne Staaten haben sich für eine Herabjegung des Weltpostportos in be scheideneren Grenzen, von 25 auf 20 Centimes, d. i. von 20 auf 16 Pfennig, erklärt. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß das deutsche Postporto etwas teurer ist als in vielen anderen Ländern, allerdings auch billiger als in einigen anderen. Das hängt mit der Währung zusammen und mit dem Umstand, daß die Postverwaltung den Porto betrag abrunden zu müssen glaubte. Wir zahlen in Deutsch. land 10 Pfennig für eine Weltpostkarte, wo der Franzose der Schweizer, der Italiener, der Numäne, Bulgare, Serbe nur 10 Centimes oder rund 8 Pfennig, der Engländer nur einen Benny oder 8% Pfennig zahlt. Der Unterschied ist nicht groß, aber er macht Millionen aus für die gesamte Auslandskorrespondenz und belastet diese um Millionen. Die Reichspostverwaltung wollte keine 8 Pfennig- Karten ausgeben, weil es keine 8 Pfennig- Münzen gibt. Da sieht aus, als ob es ein Grund wäre, ist aber kaum mehr als ein Vorwand. Man war wohl der Meinung, um der geringen Einzeldifferenz willen würde keine Karte weniger geschrieben, und im ganzen ergebe sich doch eine hübsche Mehreinnahme für den Postfisfus. Die Meinung ist aber unzutreffend. Der Handel berechnet seine Unkosten schr genau und muß es tun. Er will gern die Zahl seiner Mitteilungen vermehren, denn damit vermehrt er seine Be. ziehungen und seinen Absatz. Aber, wie das Sprichwort sagt: Die Elle darf nicht länger werden als der Kram, d. h. in diesem Fall: der Aufwand darf nicht so groß sein, daß er den erwarteten Vorteil verschlingt. Dabei kommt es recht sehr auf Kleinigkeiten an. Anerbietungen, Einladungen usw. geschäftlicher Art werden zu Zehntausenden und Hunderttausenden versandt, und da fällt schon ein fleiner Aufschlag oder Abschlag ins Geld. Noch jede Portoermäßigung hat eine Steigerung des brieflichen Verkehre sofort und eine Erhöhung des Ueberschusses für die Postverwaltung sehr bald zur Folge gehabt. Der deutsche Kaufmann ist ganz gewiß nicht weniger rührig als der fran. zösische, belgische, niederländische; und doch kommen weil mehr Karten, Drucksachen usw. aus Frankreich, Belgien, Holland zu uns, als von uns in diese Länder gehen. Man geht wohl nicht fehl, wenn man die Ursache einzig in der Portodifferenz sucht, die zuungunsten des deutschen Postverkehrs besteht. Deutschland bildet hinsichtlich des Postverkehrs mit Desterreich- Ungarn eine geschlossene Gemeinschaft. Das ist eine der erfreulichsten Erbschaften aus der Zeit vor Schaffung des Deutschen Reichs. Handel und Verkehr haben großen Vorteil daraus gezogen, und der Postfiskus ist dabei nicht schlecht gefahren. Damit ist für unser„ Inlandporto" ein Kreis von recht stattlicher Ausdehnung gezogen. Doch genügt ein Blick auf Rußland, um uns zu zeigen, daß es weit größere Gebiete für einheitliches Inlandporto. gibt, als Deutschland und Desterreich- Ungarn zusammen dar stellen. Freilich hat gerade Rußland, hierin wie in den meisten wirtschaftlichen Einrichtungen rückständig, ein Inlandporto von besonderer Höhe, nämlich von 7 Ropeken oder 15,12 Pfennig, sehr zum Schaden seines Verkehrs und zur Hemmung seines Verkehrsaufschwungs. England dagegen umspannt mit seinem Kolonialbesib ungefähr die ganze Erde und hat für den Verkehr des Mutterlandes mit den Kolonien, sowie für den Verkehr der Kolonien untereinander den einfachen Inlands- Posttarif eingeführt. Deutschland hat dieses Beispiel nachgeahmt. Auch wir verkehren mit unseren Kolonien auf dem Inlandsportofuß. Ein Brief aus Deutschland nach Teutsch- Südwestafrifa, nach DeutschOstafrika, nach Kiautschou und umgekehrt kostet 10 Pfennig Porto. Damit ist erwiesen, daß die Selbstkosten keine Rolle spielen, daß die Unterscheidung nach Zonen eine überholte Vorstellung ist. Das war eigentlich schon durch den Weltpostverein und das Weltpostporto entschieden. Gab es innerhalb jedes Landes einen einheitlichen Posttarif, so fiel jeder Grund fort, für einen Weltbrief- man gestatte den Ausdruck mehr als doppeltes Porto zu erheben, ja das einfache Porto für das Ausgangs- und für das Ankunftsland. Wenn nun England und Deutschland Briefe um 10 Pfennig um die ganze Erde tragen, so ist es nicht mehr logisch, Briefe, die kürzeren Weg zu gehen haben, mit erhöhtem Porto zu belasten. Die Zuschüsse, die von Reichswegen für die Reichspostdampferlinien gezahlt werden, kommen dabei nicht in Betracht. Man weiß, daß diese Zuschüsse allgemeinen Zwecken dienen und keine eigentliche Posteinrichtung sind. Einheitliches Weltpostporto, das mit dem einfachen Inlandporto übereinstimmt, scheint also eine ganz zeitgemäße Forderung. Wie in solchen Fällen immer, wird der Einwand ge macht, daß die Ermäßigung des Weltpostportos auf die Hälfte des seitherigen Betrages einen starken Einnahmeausfall bedingen würde. Für die Reichspostverwaltung wird er nach dem Stand des Verkehrs im Jahre 1904 auf 9 Millionen Mark berechnet. Das will sagen, daß im Jahr 1904 rund 90 Millionen Briefe von Deutschland aus in die außerdeutsche Welt geschickt worden sind. Nach allen bisherigen Erfahrungen aber, die bis in die neueste Zeit reichen, wird die Zahl der Weltbriefe nach der Portoermäßigung sofort rapide steigen, wird die Steigerung in ganz wenigen Jahren weit über 100 Prozent hinausgegangen sein. Der gegenwärtige Chef der Reichspostverwaltung, Erzellenz Krätke, steht sicherlich den Bestrebungen, die auf Erhöhung des Verkehrs hinzielen, mit herzlicher Sympathie gegenüber. Er wird den Ruhm seiner Vorgänger, mutige Reformatoren und Förderer des Verkehrs gewesen zu sein, auch für sich in Anspruch nehmen und gewinnen. Wie steht es mit Marokko? Berlin, 5. September. ( Eig. Bericht.) Der Sultan von Marokko hatte bis heute das französische Ultimatum noch nicht angenommen; es iſi auch nicht gerade wahrscheinlich, daß er es annehmen wird. Gleichwohl ist die Hoffnung durchaus nicht aufzugeben, daß es zu einer friedlichen Verständigung kommen wird. Dic vorzugsweise über Paris verbreiteten Nachrichten, daß in Tanger unter der europäischen Bevölkerung eine förmliche Banik herrsche, find maßlos übertrieben. Gewiß hegen die europäischen Bewohner Tangers Besorgnisse, und sie haben Ursache dazu. Wenn man jedoch die landesüblichen Verhältnisse in Betracht zicht. so muß man sagen, daß sich gegen gewöhnlich nicht viel verändert hat. Musterhafte Sicher heit und Ordnung haben in Maroffo zu feiner Zeit ge berrscht, auch nicht nach dem englisch- französischen Abkom men, nach dem man in Paris sich mit etwas komischem Stola spreizte, als ob nunmehr im Reich des Sherif europäische Zustände Platz gegriffen hätten. Es war damals genau wie früher, und es ist jetzt nicht viel anders, jedenfalls nicht sehr merklich schlimmer. Wahrscheinlichkeit spricht dafür daß die Erregung in Tanger noch etwas steigen wird, indem sic sich der eingeborenen Bevölkerung bemächtigt, die sicher von Unruhe ergriffen sein wird, sobald die französischer Kriegsschiffe aus Toulon angekommen sein werden. Vor solcher Unruhe jedoch bis zu einer irgendwie begründeter Banik ist noch ein weiter Schritt, der voraussichtlich nich getan werden wird. Der Zweck der beunruhigenden uni übertreibenden Ausstreuungen besteht darin, daß man di Meinung hervorrufen und verbreiten will, Tanger sei keir ceeigneter Ort für die Beratungen einer internationaler. Stenferenz. Man wird aus den angeführten Gründen die Alarm meldungen über Zusammenstöße und Erzesse mit ruhigen Blute einstweilen über sich ergehen lassen können. Wie wei cinico ausländische Blätter in dieser Hinsicht gehen, geh: wohl am deutlichsten aus dem Umstande hervor, daß Parise Zeitungen zu melden wußten, Sonntag und Muntag seier mit dem Berliner Schnellzug eine ganze Anzah Waggons mit Kanonen und Munitionen und sonstiger Waf fenladung in Rom angekommen seien, mit der Bestimmung den Weg über Neapel nach Marokko zu nehmen. Schon di Einzelheit, daß die Kanonen mit dem Schnellzug den Weç durch Italien gemacht hätten, kennzeichnet die Meldung als freie Erfindung. Tatsächlich ist keine Patrone vor Deutschland aus über Italien nach Marokko verschickt wor den. begrüßte dort den Prinzen. Darauf stattete Prinz Heinrich dem englischen Admiral einen Gegenbesuch an Bord des englischen Torpedojägers ab. Um 1 Uhr traf Prinz Heinrich mit der Stationsjacht am Ankerplaße der englischen Flottille vor Muerwik ein und begab sich alsbald an Bord des Kreuzers Sapphire", wo der Prinz einer Einladung des Admirals Winsloe zum Frühstück folgte. Es wäre dort auch gar feine Verwendung dafür Hoffnung auf eine gütliche Beilegung des Streitfalls zwischen Marokko und Frankreich sprach der spanische Marine minister Villanueva aus. Er sagte in einem Interview den Zusammentritt der internationalen Konferenz begrüß er mit Freuden, weil ihr Hauptzweck sei, von nun an die Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich zu beseitigen; aber er sei skeptisch gegenüber der Wirkung der Konferenz in bezug auf Marokko selbst. Der Zwischenfall Bu Mzian werde dank der Einigkeit der Mächte zur Genug. tuung Frankreichs geschlossen werden. Spanien werde seine Rechte auf der Konferenz bis aufs äußerste verteidigen. Wenn Marokko ein zweites Algier werde, so dürfe nicht der Fall eintreten, daß Spanien dieses natürliche Absatzgebiet für seine Erzeugung und seine Tatkraft verschlossen sehe. * In Westerland auf Sylt tagt der 46. Dentiaje Cenejenschaftstag( Verband der Schulze- Delitzschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften). Nach dem vom Verbandssekretär Dr. Crüger vorgelegten Jahresbericht ist eine nicht unerhebliche Steigerung des Geschäftsbetriebes in den zum Verbande gehörigen Genossenschaften zu verzeichnen. Der Ort für die Konferenz ist noch nicht bestimmt, obschon sich anscheinend die diplomatischen Manöver im Augen. blick um diese Frage drehen. Der für den Gesandtenposten in Tanger bestimmte Geh. Legationsrat Dr. Rosen begibi sich in den nächsten Tagen von Berlin nach Paris, um die schwebenden Fragen persönlich mit den französischen Staats. männern zu besprechen. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Die in Frankfurt a. M. tagende Generalversammlung der Deutschen Mittelstands- Vereinigung nahm einen Antrag an, der die Zahlung von Anwesenheitsgeldern für Reichstagsmitglieder verlangt, damit auch Handwerker und andere Leute des Mittelstandes in den Reichstag gewählt werden könnten. Ferner wurden Resolutionen angenommen, betreffend die Abänderung des Submissionswesens und die Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker, sowie die Verschärfung der Konkursordnung, die eine g: Bere Rechtssicherheit gegenüber säumigen Schuldnern bezweckt. Eine ausgedehnte Debatte knüpfte sich an das vom Landtagsabgeordneten Hammer- Zehlendorf erstattete Rejerat über Warenhäuser und Konsumvereine; dabei wurde ein Antrag des Sächsischen Gastwirtsverbandes angenommen, betreffend das Verbot der Schanf- Konzession für Waren häuser, sowie ferner beschlossen, das preußische Abgeord netenhaus aufzufordern, die Regierung um Vorlage eines Gefeßentwurfes zu ersuchen, durch den wegen der Feuergefährlichkeit der Warenhäuser dort Verkaufsräume nur im Erdgeschoß und im ersten Stockwerk errichtet werden dürfen. * Aus halbamtlichen Kreisen geht uns eine Auslassung über die Reichsfinanzreform zu, die wir im Wortlaut wiedergeben, ohne vorläufig zu den Einzelheiten selbst Stellung zu nehmen. Die Zuschrift lautet: * Der steckbrieflich verfolgte polnische Reichstagsabgeord= nete Rulerski hat dem Landgericht in Graudenz mitgeteilt, er werde sich im Laufe des September dem Gerichtshoj stellen. Beigefügt sind ärztliche Atteste, nach denen Kulerski vorläufig einige Zeit der Ruhe bedürfe. Er wird wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten verfolgt. * *** Der Bischof von Eichstätt, Freiherr von Leonrod, ist gestorben. Zu bedauerlichen Vorkommnissen gab eine polnische Wählerversammlung in Thorn Anlaß. Die ins polnische Museum einberufene Versammlung wurde wegen Ueber: füllung des Saales zweimal aufgelöst; bei der zweiten AufYösung leistete das Militär Hilfe, welches die Menge aus der Straße mit aufgepflanztem Bajonett auseinandertrieb. Russland. Deer und flotte. ofens befchäftigt. Arbeiter wurde Br Tod unmittelbar ei † Folgen der Eif fand bei seiner Se Gattin als Leide b von Eifersucht gep fonnte. Der verzi feiner Gattin in de Herbstparade des Gardekorps. Die mehrfach abgekün digte Herbstparade der Garde hat jetzt auf dem Tempelhofer Felde in gewohnter Weise unter folossaler Beteili gung der Berliner Bevölkerung stattgefunden. Der Kaiser, die Kaiserin, die Kronprinzessin und die übrigen fürstlichen Damen, sowie die kleine Prinzessin Victoria Luise waren mittelst Sonderzuges von Potsdam auf dem Bahnhof Großgörschenstraße angekommen, wo das Kaiserpaar zu Pferde stieg. Der Kaiser hatte die Uniform des 1. Garde- Regiments zu Fuß angelegt und trug den Feldmarschallss ab, die Kaiserin truq die Uniform ihres Kücassier- Regiments mit dem Dreispiß. Die Kronprinzessin wohnte der Parade im Wagen bei. Der Kaiser führte das 1. Garde- Regiment zu Fuß seiner Gemahlin vor, bei dem der Kronprinz, Prinz Eitel- Friedrich und Prinz August Wilhelm eingetreten waren. Nach Veendigung der Parade ritt der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompagnie zum Schlosse zurück, während die Kaiserin im Wagen dorthin fuhr, überall von der Zuschauermenge jubelnd begrüßt. Nab und Fern + Hochwasser in Schlesien. Infolge heftiger Regengüsse schwollen die Flußläufe in Schlesien stark an. Stellenweise trat das Wasser über die Ufer. In Warmbrunn mußten die Bewohner eine sehr angstvolle Nacht durchmachen, da das Wasser bedenklich stieg. Inzwischen klarte das Wetter auf, und damit ist die Gefahr vorüber. Auch in Breslau trat der Zacken aus den Ufern und überschwemmte viele Häuser, so daß die Feuerwehr alarmiert werden mußte. = Zur Flotte g auf der Neede von G Herren aus Berlin Flotte hinüberzufch über, erhielten auf belm" eine Starfun zurüd. Sie hatten fraucht, 2% Stund = - Stunde brachten ghwommene Stree Ein gewiffenh gialblatt in Dänema Dienstage fpät aber uns die Nachricht b brachte. Wir habe allen Wirtschaften Soffentlich hatte nicht allzu viele Wi Tider Mitteilung de ftens noch einige S Lages zu gewinnen. Gin Bermäd wurde fürzlich das Millionärs John von Legaten für laffers wird der Millionen Mart Gertenbaujchule = Wie sieht d amerikanischen eine Landsmänn ein anidhaulides lebenden Mumie, auffommen ließe einen ebenjo mäd ohne allen Ausd Lippen, ist einer Es gibt faum jem Privatleben so un feinen Klub, er n auf der Tribüne, besprechen. Die sein Leben verläng ist: sehr alt zu w 66 Jahre alt. S fibungen ist gefli † Von der Cholera. Im Zuchthause in Crone an der Brahe sind Cholerafälle vorgekommen; ein Strafgefangener, bei dem asiatische Cholera festgestellt war, ist von Crone nach Gnesen transportiert, sechs weitere Gefangene sind unter verdächtigen Erscheinungen erkrankt. Bei dem in Thorn erfrankten Pionier sind Anzeichen von Cholera festgestellt, indessen befindet er sich in Besserung. Dagegen starb ein aus Thorn eingetroffener Zugführer im dortigen Krankenhause an Cholera. An verschiedenen Orten des infizierten Gebietes sind neue verdächtige Krankheitsfälle vorgekommen. Auch in Bremen ist eine verschärfte Ueberwachung des Auswandererverkehrs angeordnet. Infolge der Schwierigkeiten, die seitens der preuBischen Grenzbehörden beim Durchlassen russischer Flößer gemacht werden, sind in Warschau die Bauholzpreise stark niedergegangen, und dadurch ist eine schwere Krisis im Holzhandel hervorgerufen. Im Gouvernement Warschau ist in allen Orten an der preußischen Grenze ebenso wie in Alerandrowo eine Quarantäne angeordnet worden. Sämtliche Passierwege sind gesundheitspolizeilich gesperrt. * Aus verschiedenen Gegenden werden blutige Vorlo.m. nisse berichtet. In Libau fam es gelegentlich des Aus. marsches von Reservisten zu Ruheſtörungen, in deren Gerlauf ein Haus von Kosaken gestürmt wurde und es auf bei den Seiten Tote und Verwundete gab. In Rischinen gab die Beerdigung einer armen von Vagabunden error deten jüdischen Frau den Anlaß zu neuen Exzessen. Cine große Menschenmenge, bestehend aus Juden und russischen Arbeitern, gab der Toten das Geleite. Plötzlich ertönten Schüsse, und es erschienen Polizeibeamte und Dragoner mil blanker Waffe. Der Leichnam wurde mitten auf die Straße geworfen, dann aber von der Menge fortgeschafft. Zahl reiche Personen erlitten Verwundungen. Polizeibea: nte schafften die Verwundeten ins Krankenhaus, dem Publi.um wurde nicht gestattet, die Verwundeten zu geleiten. Das jüdische Krankenhaus wurde von Truppen umzingelt. Finf zig Personen wurden verhaftet. In Moskau fand in der Wohnung des Semstwomitgliedes Bajenow eine Ans: schußsizung der Vertreter der städtischen Semstwos statt Als die Sitzung begonnen hatte, traten Polizisten ein, um die Versammlung zu schließen. Als die Versammelten sic weigerten, diesem Befehl Folge zu leisten, trotzdem die Poli zisten mit der Anwendung von Gewaltmaßregeln drohten, wurde die Erlaubnis zur Fortsetzung der Versammlung unter der Bedingung erteilt, daß die Polizei ihr beiwohnen fönnte. In neuerer Zeit ist bei dem Herannahen der Reichstags. Session wieder viel von der Reichsfinanz die Rede. Man wird gut tun, die in Umlauf gesetzten Nachrichten mit Vorficht entgegenzunehmen. Reichsschatzsekretär Herr v. Stengel hat zwar seinen Entwurf, der sehr umfassend und kompli ziert ist, im wesentlichen schon ausgearbeitet, aber eine letzte Feile und Durchsicht sich vorbehalten. Hat Herr v. Stengel die letzte Hand angelegt, so gelangt sein Entwurf an den Bundesrat, dessen Ausschüsse sich zunächst damit zu beschäftigen haben. Erst nachdem das Plenum das Bundesrats sich schlüssig gemacht hat, wird man von einem eigent lichen Entwurf, d. h. von einer Vorlage an den Reichstag sprechen können. Es ist wahrscheinlich richtig, wenn man auch nur von Vermutungen reden kann, daß Tabak, Bier und Branntwein bei der Reichsfinanzreform eine Rolle spielen werden. Es wäre sehr zu wünschen, daß auch die Steuer- Politik sich in den Dienst der Bestrebungen stellte, die auf eine Verringerung des Alkoholgenusses im deutschen Volk abzielen. Zwar ist der Alkoholgenuß in Deutschland noch lange nicht so schlimm, wie bei unseren Nachbarn im Westen, Osten und Norden, aber er ist immerhin größer. als er sein sollte und als er der Entwickelung der deutschen Nation und ihrer geistigen und wirtschaftlichen Kräfte förderlich ist. In Nordamerika ist ein neuer Volkstypus entstanden, der sich wesentlich vom Alkohol freihält und der aus diesem Grunde ganz überraschende Fähigkeiten an den Tag legt. Wenn man im Ausland über die deutsche Neigung zum Trinken spottet, so ist das vielfach pharisäischer Spott und beruht auf Verkennung der Verhältnisse oder auf absichtlicher Uebertreibung. Auch würden die Spötter selbst übel genug fahren, wenn wir ihren Spott uns willig 81: Herzen nehmen wollten; denn die deutsche Leistungsfähigkeit auf jedem Gebiet würde eine außerordentliche Steigerung erfahren, wenn dieser glückliche Fall einträte. Der pharisäische Grund des Spottes jedoch braucht uns nicht abzuhalten, das richtige Maß seiner Berechtigung zu erkennen, danach zu handeln und uns von den alkoholischen Hemmnissen freizumachen, die unserer glücklichsten Entnickelung im Wege stehen." Oefterreich- Ungarn ** Die von so vielen Meinungsverschiedenheiten zerrissene habsburgische Monarchie soll nun auch einen Lehrerstreif erleben. In Laibach beschloß die Landeslehrerversammlung wegen Verschleppung der Gehaltsregulierung den sofortigen Ausstand aller Lehrer im österreichischen Kronlande Krain. Den Vorzug der Originalität fann man einem Lehrerstreik jedenfalls nicht abstreiten, Befriedigung wird dabei aber wohl nur die Schuljugend empfinden. * Die Uebungsfahrt des englischen Geschwaders in der Ostsee nähert sich ihrem Ende, wenigstens insoweit, als deutsche Häfen in Betracht kommen. Die in Neufahrwasser liegende Flotte soll heute abfahren. Auf dem Admiralschiff ,, Ermouth" fand ein Essen statt, zu dem zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten Einladungen erhalten hatten. Der Die vor Flensburg lieFremdenzufluß war sehr stark. gende englische Torpedobootflottille ist durch den Bruder des Kaisers, den Prinzen Heinrich, in seiner Eigerschaft als Stationschef besucht worden. Prinz Heinrich traf mit der Stationsjacht" Carmen", von Kiel kommend, gestern mittag gegen 12 Uhr in der Flensburger Förde ein. Nachdem die Stationsjacht neben dem Schulschiff„ Blücher" geantert hatte, ließ sich der Chef der englischen Torpedobootsflottille, Konteradmiral Winsloe, der mit einem Torpedojäger dem Prinz- Admiral bis auf die Glücksburger Reede entgegengefahren war, an Bord der" Carmen" rudern und Italien. † Schwimmendes Wrack in der Ostsee. Bei den Schießübungen im westlichen Teile der Ostsee ist ein altes Torpedoboot, das von der deutschen Flotte als Scheibe benutt wurde, abhanden gekommen. Die Marinestation warnt die Schiffe, vor dem: nöglicherm ise umhertreibenden Wrack aus der Hut zu sein. ** Die italienische Regierung erklärte sich damit einverstanden, das Protektorat über die religiösen Kongregationen in Palästina und Konstantinopel zu übernehmen. Die Kongregationen hatten in dieser Richtung ein Gesuch an Italien gerichtet. Es hängt das mit dem Erlaß der französischen Gesetze über die Trennung von Staat und Kirche zusammen. Frankreich galt früher als berufener Beschützer der orientalischen Christen, obwohl dazu keinerlei Rechtsgrund vorlag. Amerika. † Auf dem Tanzboden erstochen. Im Dorfe Dalberg bei Gadebusch in Mecklenburg kam es während des Tanzes in Kruge zwischen den Tänzern zu einem Streit. Ein junger Knecht wurde dabei von einem Kameraden mit dem Messer erstochen. ** Der Präsident von Venezuela, Castro, der schon so viel von sich reder machte, ordnete die Schließung sämtlicher Bureaus der französischen Kabelfompagnie an. Jedoch soll die Schließung nur eine provisorische sein, da das Eintreffen eines französischen Untersuchungsbeamten erwartet wird. Der Präsident beschuldigt die französische Gesellschaft, die gegen die venezolanische Regierung konspirierenden Parteien zu unterstützen. ** Hof und Gefellschaft. † Kampf im Wirtshaus. In Bommern bei Witten gcrieten italienische Arbeiter in einer Wirtschaft in Streit und weigerten sich, der Aufforderung des Wirtes, das Lokal zu verlassen, nachzukommen. Ein Gendarm, der vom Wirt geholt war, wurde von den Italienern mit Messern derartig bedroht, daß er in der Notwehr von seinem Revolver Gebrauch machte und einen Angreifer niederschoß. † Die Gefahr des Tätowierens. In Griesheim am Main tätowierte sich ein zwölfjähriger Schüler den Arm und rieb ihn dann mit Tusche ein. Bald darauf schwoll der Arm starf an. Trotz ärztlicher Hilfe starb der Knabe an Blutvergiftung. Der Kaiser und die Kaiserin nahmen gestern abend das Diner bei dem kronprinzlichen Paare im Marmorpalais in Potsdam ein. Mittags hatte der Kaiser im Berliner Schlosse eine Anzahl amerikanischer Parlamentarier empfangen, die auch der Parade in königlichen Fuhrwerken beigewohnt hatten. * ** Der Gouverneur der abessynischen Provinz Harrar, Abdullah Pascha, weilte in Berlin, um dort Fabriken zwecks Vergebung von Aufträgen zu besichtigen. Der Reichskanzler Fürst Bülow ist mit seiner Gemahlin in Baden- Baden eingetroffen. † Verzweiflungstat einer Mutter. Im Nordwesten von Berlin nahm die Frau eines Arbeiters, um dem fortgesetzten Unfrieden mit ihrem Manne zu entgehen, Lysol und gab auch ihren drei Kindern davon zu trinken. Diese spieen die äßende Flüssigkeit alsbald wieder aus und sind so mit geringen Verletzungen am Munde davongekommen. Die unglückliche Mutter liegt dagegen hoffnungslos dar. nieder. Als der Mann abends von der Arbeit kam, brach er unter der Wucht der Schreckenskunde zusammen. † Verhaftete Betrüger. Die Hamburger Kaufleute Mül ler und Becker hatten zahlreiche deutsche Fabrikanten um Waren im Werte von über 150 000 Mark betrogen. Sie waren nach Brüssel entflohen, sind aber dann nach Ham. burg zurückgekehrt und dort vor kurzem verhaftet worden. Der Mörder seines Wohltäters. Der Mörder des Adbokaten Bianchi, des Verteidigers des italienischen Leut na. ts Modugno, in Perugia ist in der Person eines Stu denten gefaßt worden. Der Ermordete hatte den junger Mann studieren lassen und erhielt ihn in seinem Hause. Da für hinterging er seinen Wohltäter mit einem im Hause lebenden jungen Mädchen, und als er hinausgeworfen wurde, fälschte er Wechsel auf Bianchis Namen. Dieser bersuchte den Ungeratenen auf den rechten Weg zu bringen, bei einer Unterredung aber schnitt der Bursche dem alten Herrn die Kehle durch. Er warf sich dann über die Leiche und tat ganz untröstlich. Die Polizei ließ sich indessen nicht tän, sondern nahm ihn und seine Geliebte in Quit Ein nener Vulkan. Drei Farmer aus Loveland in Nevada( Nordamerika) haben einen in voller Tätigkeit befindlichen feuerspeienden Berg entdeckt. Sie suchten nach er tlaufenem Vieh und stießen auf einen Lavastrom. Diesem folgten sie, und da trafen sie auf den Vulkan. Das Ausströmen der Lava war von einem dumpfen unterirdischen Rollen begleitet. Die in der Nähe liegenden Felsstücke waren so heiß, daß die Männer sie nicht anfassen konnten. † Typhus in Berlin. Im Krankenhause Wioabit befinden sich etwa 80 Typhuskrante in der Isolier- Station. Die Krankheit nimmt im allgemeinen einen gutartigen Verlauf. In Berlin und Spandau sind eine Anzahl Badeanstalten geschlossen. † In der Eisenbahnwerkstätte auf dem Rangierbahnhof zu Kassel waren Arbeiter mit dem Transport eines Schmelzift fein großer M ist eine Maschine, Ausstellung custralischen Insel = eine große internat autun, daß Neu- Se feitigen natürlichen Weltproduktion ab stellung den Besu geben, die Naturn Quellen und die lernen. = Schuhe für Schuhe angefertig stimmt sind. Die haben wenig Gla berziert, die auch Charakter verleihe ** Der Gr vach Friedberg. * Auf Anordn Bur Beit laut hebungen darüber Himmungen des S 3dmagiger e die privaten Ber Anlaß hierzu gi in diefem Sinn Lichen Regelung Bedürfnis befte Gefezes über di bie im§ 75 A zeichneten, auf richteten Hülfsta 06 fich nicht bi Reichsgefe bom ** Von tommende Landt der Redakteur Vette Beteran d unter zahlreicher Beter Fahre verstorbenen L at fegenereid in be * icfect gewirkt. Meil.- Montag An der Kai Bopfenfreidh am 8. eilnehmen. 1800 Mufifer Des Radfahrer mit Tribünen ober 8. September werden ondere Einrichtungen n Leon= abgetün m Tempel er Beteili Der Kaijer fürstlichen Buife waren nhof Groß zu Pferde Barde- Regi rschalls ab. Regiments Der Parade e- Regiment ring, Prinz eingetreten Saifer an urid, mäh call von der Regengüffe Stellenweije nn mußten hen, da das Better auf, reslau trat ele Häuser, one an der fgefangener Crone nad sind unter in Thorn festgestellt, starb ein dortigen en Orten ge Krant t eine ber angers der pre cher Flöper spreise start ſis im Holz rschau ist in e in Aleran Sämtliche den Schieß altes Tor cheibe benut On warnt die n Wrad auj Dalberg bei Tanzes in Ein junger dem Messer i Witten ge ft in Streil es, das Lokal er vom Wirt Mejjern der 3. m Revolver 7 am Main mund rieb Ider Arm e an Blut westen von dem fort gehen, Lyfol nfen. Diese aus und find ongekommen ingslos dar am, bradh a 1. fleute Mül ifanten um Crogen. Si nach Ham aftet worden örder des No Tenischen Leut on eines Stu te den junger em Hauje. Da nem im Hauj hinausgeworfer amen. Di Beg zu bringen riche dem alter über die Leide d) indeffen nidy btc i Loveland in Tätigkeit be e juchten nad trom, Diefem an. Das Aus unterirdischen Felejtüde ware enten. Roabit befinder Station. Di rtigen Verlau Badeanstalte Rangierbahnho ofens beschäftigt. Dieser stürzte plötzlich um. Einem der Arbeiter wurde Brust und Kopf zerschmettert, so daß der Tod unmittelbar eintrat. + Folgen der Eifersucht. Der Zahnarzt Blecken in Wien fand bei seiner Heimkehr von einem Geschäftsgang seine Gattin als Leiche vor. Die Frau hatte sich erhängt, da sie, von Eifersucht geplagt, das Leben nicht mehr ertragen fonnte. Der verzweifelte Ehemann nahm Gift und folgte seiner Gattin in den Tod. == Vermischtes. Zur Flotte geschwommen. Als die englische Flotte auf der Neede von Swinemünde lag, unternahmen es zwei Herren aus Berlin resp. Spandau, von Ahlbeck aus zur Flotte hinüberzuschwimmen. Sie gelangten glücklich hin über, erhielten auf dem deutschen Flaggschiffe ,, Kaiser Wilbelm" eine Stärkung und schwammen sodann nach Ahlbeck zurück. Sie hatten zu der Tour nahezu sechs Stunden gebraucht, 2% Stunden hin, 2% Stunden zurück. Etwa ½ Stunde brachten sie auf dem Flaggschiff zu. Die durch geschwommene Strecke beträgt über 12 000 Meter. = Ein gewissenhafter Redaktenr. Ein kleines Provinzialblatt in Dänemark brachte fürzlich folgende Notiz:„ Am Dienstage spät abends erhielten wir ein Telegramm, das uns die Nachricht von dem Friedensschlusse in Portsmouth brachte. Wir haben diese erfreuliche Meldung sofort in allen Wirtschaften der Stadt mündlich bekannt gegeben." Hoffentlich hatte der unermüdliche Nachrichtenvermittler nicht allzu viele Wirtschaften in seiner Stadt zwecks mündlicher Mitteilung der Friedensbotschaft aufsuchen, um wenigstens noch einige Stunden Schlaf für die Arbeit des nächsten Tages zu gewinnen. = Ein Bermächntis für die Gärtnerkunst. In England wurde kürzlich das angefochtene Testament des verstorbenen Millionärs John Innes für gültig erklärt. Nach Abzug von Legaten für die Dienerschaft und die Arbeiter des ErbCassers wird der Rest des Vermögens im Betrage von vier Millionen Mark für die Errichtung und Erhaltung einer Gertenbauschule in Merton verwandt werden. = Wie sieht der reichste Mann der Welt aus? Von dem amerikanischen Multi- Milliardär Mr. Rockefeller entwirft eine Landsmännin in einer amerikanischen Monatsschrift cin anschauliches Bild. Danach gleicht Rockefeller einer lebenden Mumie, ohne daß er dabei eine Idee von Schwäche aufkommen ließe. Er hat das Genick eines Bullochsen und cinen ebenso mächtigen Kopf. Seine Augen sind schmal und ohne allen Ausdruck. Der Mund, nur eine Spalte ohne Lippen, ist einer der grausamsten Züge in diesem Gesicht. Es gibt kaum jemanden in den Vereinigten Staaten, dessen Privatleben so unbekannt wäre wie Rockefellers. Er besucht feinen Klub, er wohnt fast nie Banketts bei, er erscheint nie auf der Tribüne, wo Männer von Ansehen wichtige Fragen besprechen. Die Skizze schließt:„ Er spielt Golf, damit er fein Leben verlängere und mehr Geld mache. Sein Ehrgeiz ist: sehr alt zu werden und sehr reich zu sein. Er ist jezt 66 Jahre alt. Sein tägliches Leben auf seinen großen Besigungen ist geflissentlich einfach, frugal und sorgsam. Er ist fein großer Mann, noch ist er ein humaner Mann. Er ist eine Maschine, eine Geldmaschine." Ausstellung in Neu- Seeland. Die Regierung der custralischen Insel Neu- Seeland will im nächsten Jahre eine große internationale Ausstellung veranstalten, um dar. autun, daß Neu- Seeland dank seiner großartigen und viel. feitigen natürlichen Mittel wohl wert sei, ein Glied in der Weltproduktion abzugeben. Auch will man durch die Ausstellung den Besuchern der anderen Weltteile Gelegenheit geben, die Naturwunder der Insel, die Vulkane und heißen Quellen und die landschaftlichen Schönheiten kennen zu Icrnen. - Schuhe für Trauer- Kostüm. In Amerika werden jetzt Schuhe angefertigt, die speziell für die Zeit der Trauer bestimmt sind. Diese Schuhe sind natürlich schwarz, aber sie haben wenig Glanz und sind mit Bändern und Kügelchen verziert, die auch der Fußbekleidung einen melancholischen Charakter verleihen. vach Friedberg. * Lokales. den zur Tribüne gehörigen Plägen nicht getreffen werden konnten und daß eine Gewähr für daselbst abgestellte Räder nicht übernommen werden kann. Den Radfahrern wird daher empfohlen, ihre Räder in den dem Paradefeld benachbarten D.ten in Verwahr zu geben. Für Motorräder, deren Fahrer mit Tribünen- oder Stehplaßkarten versehen sind, ist zwar ein Platz an der Chaussee Ober- Erlenbach- Nieder Erlenbach neben dem Automobilhalteplot vorgesehen, woselbst die Motorräder, wenn nicht vorgezogen wird, sie vorher in den Ortschaften in Verwahr zu geben, an den Drahtzaun durch die Fahrer angeschlossen werden fönner, eine Gewähr für die auf diese Weise befestigten Motoräder kann jedoch ebenfalls in keiner Weise übernommen werden. Die Anschlußketten und Schlösser müssen im letzteren Falle die Motorfahrer selbst mitbringen. ** Die Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke, vormals Fernie in Gießen, hat mittels Abschluffs vom 1. September an ein Konsortium von Großhändlern ihre gesammte Produktion von zum Hochofen prozeſſe verwertbaren Erzen für die Jahre 1906 und 1907 verkauft. Die kaufenden Firmen werden auch die Erze, welche die Gewerkschaft im Wege des Agglomerierverfahrens zu veredeln im Begriffe ist, übernehmen. Die zu liefernden Quantitäten sind der Leistungsfähigkeit der gewerkschaftlichen Gruben, welche infolge der Umgestaltung der Betriebseinrichtungen( elektrische Zentrale, Grubenbahn, direkte Verladung an der Staatsbahn) eine erhöhte ist, angemessen. * ** 300 Mt. Belohnung hat der Untersuchungsrichter am Landgericht Darmstadt auf Ergreifung der Täter gesetzt, die fürzlich in Offenbach den Raubanfall auf einen Fabrik- Beamten ausführten, und ihm, wie wir auch ausführlich berichteten, einen Beutel mit 3200 Mt. entriffen. Es handelt sich um den Taglöhner Karl Fleckenstein, geboren am 16. Dezember 1886 zu Weibersbrunn im Spessart und Emil Jonas, geboren am 8. August 1886 zu Königsberg, der sich auch schon Friedrich Stein aus Essen genannt hat. Außer der amtlichen Belohnung werden seitens der Fabrik auch noch 10 Prozent für die Herbeischaffung des geraubten Geldes ausgesetzt. ** Falsifikate und kein Ende. Es befinden sich, wie aus Berlin gemeldet wird, nachgemachte Fünfzigmart. scheine im Umlauf, die anscheinend auf photographischem Wege hergestellt und teilweise mit dunkelgrüner Farbe nach getuscht sind. Die Farbe verwischt sich beim Anfeuchten leicht. Die Darstellung selbst läßt faum Abweichungen gegen echte Reichstassen scheine erkennen, nur sind die nicht nachgetuschten Stellen matter gehalten und weniger scharf abgegrenzt als bei echten Scheinen. *** Auf dem Terrain der Landw. Landes- und Jubiläums- Assstellung zu Mainz herrscht reges Schaffen. Die Gebäude auf der Maarau sind bereits nahezu vollendet und auf der linksrheinischen Seite werden dieser Tage die Bauten ebenfalls in Angriff genommen. Mit der Einteilung des Plazes muß sehr geschickt verfahren werden, denn die Anmeldungen sind in allen Abteilungen weit zahlreicher ein gelaufen, als man erwarten fonnte. Es werden jetzt nur noch Anmeldungen zum landwirtschaftlichen Rennen und zum Echinterpreisbewerb angenommen. auf Vich und Fleisch wenigstens zeitweise aufheben. Der Ruf nach Oeffnung der Grenze" wird hoffentlich ohne Wirkung bei der Reichsregierung bleiben, denn es wäre unverständlich, wollte man jetzt, nach dem Deutschland bis auf einige kleine Gebiete seuchenfrei geworden ist, die große Verantwortung übernehmen, unser Deutsches Reich der großen Gefahr der Verseuchung durch die Einfuhr ausländischen Viches aussehen. sollte zur Genüge gezeigt haben, welchen unermeßlichen Das letzte Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunders Schaden,( es find hunderte von Millionen gewesen), die deutsche Landwirtschaft beim Auftreten der Seuche erleiden mußte, ohne sich ragegen selbst genügend schützen zu föinen. Ohne Zweisel hat zum Eindämmen des Auftretens der Seuche, insbesondere der Maul- und Klauenseuche die Grenzsperre in sehr erheblichem Maße beigetragen und wir wollen hoffen, daß die Reichs- Negierung gegenüber dem Ruf„ Grenzen auf" hart bleibt. Derenige Bewohner der Stadt, welcher die Verhältnisse auf dem Lande zur Genüge fennt, wird bei richtiger objektiver Behandlung der Frageu unseren Ausführungen zustimmen müssen. ?? Grünberg. Bur Feier des Sedantages wurde hier am 1. September neben dem Wartturm ein Freudenfeuer angezündet und am Sonntag in der Turnhalle ein Rommers abgehalten. ** Leihgestern, 5. September. Unglüd. Am Montag Abend kam in der Dampfziegelei Faber der Monteur mit der rechten Hand in das Getriebe des Sauggas motors. Dem Bedauernswerten wurde die ganze Hand zerquetscht und nur mit Mühe konnte sie aus der Maschine entfernt werden. Der Verunglückte wird arbeitsunfähig bleiben. * Bad Nauheim, 5. September. Der amerikanisge Milliardär Torn. Vanderbilt ist mit seiner Gattin hier eingetroffen. Nieder- Ohmen, 5. September. Drei Geburtstage an einem Tage feiern zu können, ist nicht jeder Familie vergönnt, in Nieder- Ohmen aber ist einer Familie dieses Glück bescheit worden, denn ein junges Ehepaar er hielt an seinem gemeinschaftlichen Geburtstage den ersten Sprößling. X Villingen, 5 September. Urfere Gemeinde gedenkt eine in Laubach aufgefundene Quelle für eine Wasserleitung anzukaufen und hat dem Besitzer, Briefträger Kramer, bereits ein Angebot von 3500 t. gemacht. Die Quelle liefert pio Tag 140 000 Liter Wasser. ? Frankfurt a. M., 5. September. Auf dem Hauptbahnhof ist ein Speisewagen ausgeraubt worden. - Aus dem Rerichts[ aal. Strastammer. - Marktberichte. - - Gießen, den 5. September 1905. Pfarrhaus eingestiegen und hat einen Geldbetrag von 9 Mt. Paul Werth aus Filehne ist zu Arnshain in das rerlegte niemand. Er wurde zu 1 Jahr 3 Monaten Buchtentwendet. Bei seiner Verfolgung stach er um sich, aber haus, 3 Wochen Haft und 5 Jahren Ehrverluft verurteilt. ** Die Landwirtschaft über die hohen Fleisch Peter Drimüller und Katharine Göbel in Gießen zogen preise. Wie man in landwirtschaftlichen Kreisen über die von ihnen gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, die Fleischberteuerung denkt, mag folgende Zus: rift erdas sie wegen Konkubinats zu 14 Tagen Gefängnis berhellen: Ginem aufmerksamen Beobachter wird es nicht urteilte, eingelegte Berufung in der Verhandlung zurück. entgehen, daß der gegenwärtig hohe Preisstand des Philipp Damm 11. von Reis firchen erhielt einen Fleisches eine alljährlich in dieser Zeit auftretende Erscheinung ist. Auf Perioden höheren Preisstandes auf der Kreisstraße bei Reiskirchen längere Zeit stehen ließ. Strafbefehl, weil er einen mit Bauholz beladenen Wagen folgen solche mit sehr niedrigen Preisen. Erst vor Das Urteil des Schöffengerichts Gießen, das den Einspruch einigen Wochen hatten die Landwirte eine längere verworfen hatte, wurde aufgehoben und auf Freisprechung Periode mit abnorm niedrigen Schweinepreisen durcherkannt. Frau Krug hatte Frau Faulstroh zu Friedzumachen, welche den Landwirt gezwungen haben, unter berg wegen Beleidigung verklagt. Lettere erhob Gegen den Produktionskosten zu produzieren. Es ist also diese Preisbildung feine willfürlich fünftliche, wie wir fie beilage, die am Echöffengericht zu ihren Gunsten ausging, Preisbildung keine willkürlich fünftliche, wie wir sie bei indem Frau Krug zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt wurde anderen Produkten beobachten konnten, so erst im berund sie straffrei ausging. Das Berufungsgericht bestätigte gangenen Jahre, wo durch die Ningbildung der Steindas Erkenntnis. Zum Schlusse wurde die Privatflage fohlenzechenbesitzer der Preis der Steinkohlen fünstlich des Tobias Beppler gegen Levi Mayer von Gambach, Preise nicht allein bei uns, sondern auch in den Nach Schöffengerichts Buzbach zu Grunde lag, zurückgenommen. erhöht wurde. Wir beobachten diesen hohen Stand der der ein den Angeklagten verurteilendes Erkenntnis des barländern, aus welchen man zur Einfuhr von Vieh steigenden Wohlhabenheit der Bevölkerung der Fleischnach Deutschland rät. Trotzdem, daß infoge der verkauf pro Kopf in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist, ist die Landwirtschaft stets bemüht gewesen, diesem steigenden Bedürfnis nachzukommen und hat es tatsächlich wie durch die Statistik bewiesen ist, dazu gebracht, daß nicht nur im Verhältnis der Zunahme der sogar in erheblich günstigerem Verhältnis der Viehstand Bevölkerung und des Verbrauchs von Fleisch, sondern zugenommen hat. Wir werden immer mit abwechselnder Koijunktur bei den Fleischpreisen zu rechnen haben und sollte man es doch dem Landwirt auch einmal gönnen, wenn er durch etwas höhere Preise den Schaden früherer niederer Preisperioden etwas ausgleichen kann, wobei ihm der erste Gewinn noch dadurch vermindert wird, daß infolge der Ausfuhrbeschränkung mancher Länder die Preise der Futtermittel erheblich gestiegen sind, während man auf der anderen Seite bei den Getreidepreisen wieder einen Rückgang zu verzeichnen hat. Ob man tatsächlich von einer Fleischnot sprechen fann, glauben wir nicht, denn der Konsument wird nach verhältnismäßig furzer Zeit seinen Fleischverbrauch den höheren Preisen anpassen, wie er es ja auch tatsächlich bei niederem Preisstand tut und er wird wieder Nahrungsmittel, die billiger sind, zu seiner Ernährung häufiger, wie früher verbrauchen. Der Fleischbedarf wird auf diese Weise eingeschränkt, sodaß man von einer eigentlichen Not nicht sprechen fann, was ja auch die Marktberichte bestätigen. Wollen aber gerade die Städte, aus welchen ja am stärksten der Ruf„ Fleischnot" und der Ruf nach Ergreifung zur Linderung dererster Linie dadurch, daß sie das oft sehr hohe Oktroi 6. September 1905. Der Großherzog begibt sich heute Nachmittag Auf Anordnung des Ministeriums des Innern werden zur Zeit laut Darmst. Btg." bei den Kreisämtern Erhebungen darüber angestellt, ob und inwieweit etwa die Bestimmungen des Hülfskaffengesetes in ausreichender und zweckmäßiger Weise durch die Vorschriften des Gesetzes über die privaten Versicherungsunternehmungen zu ersehen seien. Anlaß hierzu gibt der Umstand, daß es für den Fall einer in diesem Sinn etwa in Aussicht zu nehmenden reiche gesetz. lichen Regelung in Frage gekommen ist, ob ein ausreichendes Bedürfnis besteht, die Ausnahmevorschrift des§ 122 des Gesezes über die privaten Versicherungsunternehmungen für bie im§ 75 Absatz 4 des Krantenversicherungsgesetzes bezeichneten, auf Grund landesrechtlicher Vorschriften errichteten Hülfsfassen auch fernerhin aufrecht zu erhalten, oder ob sich nicht vielmehr auch ihre Unterstellung unter das Reichsgesetz vom 12. Mai 1901 empfehlen dürfte. Von sozialdemokratischer Seite ist für die tommende Landtagswahl für den Kreis Gießen- Land der Redakteur Vetters- Gießen aufgestellt worden. - Beteran des Lehramts. Gestern fand in Gießen unter zahlreicher Beteiligung die Beerdigung des im 80. Lebensjahre verstorbenen Lhrers Kazenbach statt. Der Verstorbene hat segensreich in den Gemeinden Merlau, Freienseen und Biefed gewirkt. *** An der Kaiserparade nehmen 40 fremde Offiziere teil. Montag übten im Kasernenhof zu Mainz die 1800 Musiter des achtzehnten Armeekorps, die an dem Bopfenftreich am 8. September im Homburger Kurgarten teilnehmen. * Radfahrer auf der Kaiser parade. Radfahrer mit Tribünen- oder Stehplaßkarten für die Kaiserparade am t eines Schmel 8. September werden darauf aufmerksam gemacht, daß be- selben ertönt, etwas dazu tun, so fönnen sie dies in sondere Einrichtungen zum Abstellen von Fahrrädern auf * Wochenbericht der Zentralstelle für Obstverwertung in Frankfurt a. M. Die Durchschnittspreise betrugen: Pfirsiche 20-25 Mt., Mirabellen 10-15 Mt., Zwetschen 4-6 Mr., Preißelbeeren 14-16 M., Aepfel 8-12 Mt. und Birnen 6-15 Mt., alles per Zentner. Man notierte: Heu 3.40-3.70 wt., Stroh 2.20-2.30 Mt. K Frankfurt, a. M.( Heu- und Strohmartt.) Alles per 50 kilo. Gießener landwirtschaftlicher Wetterbienkt. Boraussichtliche Witterung in Seffen für Donnerstag, den 7. September. Zeitweise heiter, Temperatur wenig verändert, Morgennebel. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Berantwortlich für die Politik und den Inseratenteti: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belb in Gießen. Gegründet 1883. Jean Dern& Co. Giessen Telephon Ir. 21 Inh: Oscar Gutmann Weituniage 31. la. glasierte Steinzeugröhren aller Dimensioenen nebst allen Facens. Het- u. Straßenfinkkaften, Kaminauffäße etc. etc. Aus hartgebrannter, glasierter Tonmasse: Viehkrippen und Schweinetröge. " Restauration Neue Vollheringe Rein. Kornbrot Karlsruh" marinierte an der Chaussee Giessen- Lollar Schönster Aussichtspunkt um Giessen. Lokalitäten der neuzeit entsprechend Neu erbauter Saal, sowie grössere und kleinere separate Zimmer für Vereine, Gesellschaften etc. Wein, Bier, Kaffee, Milch und Speisen in nur vorzüglicher Qualität. Karl Dorfeld. Wohne von heute ab Neuenweg 10 im Vorderhause des Herrn Leopold Schlatter. 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