Nr. 55. Jusertionspreis: Die einspaltige Betitzelle für ganz OberBeffen, die Kreise Weglar and Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg. Reklamen bie Petitzelle 30 refp. 40 fg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 862. Montag, den 6. März 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Sichener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Bekanntmachung. In der Zeit vom 13. bis 18. März d. I. beabsichtigt das I, II. und III. Bataillon Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm Schießübungen mit scharfer Munition in dem Gelände zwischen Waldgirmes, Kinzenbach und Rodheim abzuhalten und dasselbe zu diesem Zweck mit Boften abzusperren. Geschossen wird an allen Tagen von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags. Die Schußrichtung läuft von ungefähr 800 Mtr. westlich Rinzenbach in nördlicher Richtung gegen den Himberg. Die Straßen Kinzenbach, Azbach, Dorlar, Waldgirmes, Haina, Bieber, Redheim, Kinzenbach sind ungefährdet. Wezlar, den 3. März 1905. Der Landrat. Dr. Sartorius. Zuckerbrot und Peitsche. Zu den Erlassen des Zaren. das ist in der Drei feierliche Erlasse an einem Tag russischen Geschichte noch nicht dagewesen. Alle drei Erlasse geben sich als große Anfündigung an, zwei von ihnen geben sich den Anschein, als brächten sie tiefgehende Reformen, und alle zusammen lassen alles beim alten soweit der Zar dabei in Frage kommt. Man muß sich's immer wieder vor Augen führen, um es zu glauben, man muß es immer wieder lesen, um den Wortsinn zu verstehen und nicht daran irre zu werden. Der erste Erlaß verurteilt die Volksverführer, die Freiheiten fordern. Für einen Verbrecher und Verräter am Vaterland wird erklärt, wer das Grundgeset antaſtet, das die orthodore russische Religion als oberste Nichtschnur und das selbstherrscherliche Regiment, das Nikolaus II. gleich seinem Vater Alexander III. für gottgewollt" hält. Damit werden alle Reformforderungen als Sünde abgewiesen, alle Reformen als unmöglich hingestellt, die die vorhandenen und unleugbaren Uebel an der Wurzel fassen und mit der Wurzel ausreißen wollen. Der zweite Erlaß überträgt dem Ministerkomitee die Aufgabe, alle Vorschläge, Gesuche, Eingaben an den Zaren, die sich auf öffentliche Angelegenheiten beziehen, zu prüfen. Bisher war hierfür eine eigene Behörde vorhanden:„ Seiner Majestät Kanzelei". Jezt werden also die Immediatgesuche in zwei Kategorien geteilt, in solche privaten und in solche öffentlichen Interesses, und für beide Kategorien gibt es gesonderte Behörden und gesonderte- Papierkörbe. Der Erlaß will die Aeußerungen des Reformbedürfnisses und des Reformverlangens im russischen Volk auf den verschwiegenen und schriftlichen Weg verweisen. Dieser schriftliche Weg allein ist für den treuen russischen Untertanen geziemend. Wer mit seinen Wünschen an die Deffentlichkeit tritt, ist ein Rebell. Der dritte Erlaß, der bemerkenswerterweise an den Minister des Innern Bolygin, den Gesinnungsgenossen und das Werkzeug des Großfürsten Sergius, gerichtet ist, macht diesen Minister des Innern zum Vorsitzenden einer Konferenz, die nach reiflicher Erwägung aller entgegenstehenden Schwierigkeiten Vorschläge machen soll, wie man eine Vertretung der reifen Kräfte der Gesellschaft" wählen lassen fönne, die an der Beratung und Ausarbeitung von Gesezentwürfen teilzunehmen hätte.„ Unbedingte Wahrung der Unerschütterlichkeit der Grundgeseze des Reichs" wird dabei gefordert und vorausgesetzt. Beim unbeschränkten Selbstherrschertum soll es also sein Bewenden behalten. Bar Nikolaus II. ist plöglich redselig geworden. Das widerstreitet seinen Gewohnheiten und denen seiner Vorfahren. Die Romanows sind nie sehr unterhaltsam gewesen. Selbst in den Zeiten, da es sogar für die Vornehmsten- in Rußland nicht als unschicklich angesehen wurde, dem Wein und anderen Spirituosen überreichlich zuzusprechen, hatte der Rausch zwar geräuschvolle, aber feine rhetorischen Folgen. Beter der Große lärmte nach Zechgelagen, doch er sprach nicht viel. Seit hundert Jahren hat es auf dem russischen Thron feinen Redner gegeben. Wenn es seit dem unglücklichen Baren Paul Geschwätigkeit am Petersburger Hof gegeben, die Zaren hatten an dieser Untugend keinen Teil. Sie paßt auch nicht zu ihnen. Das Selbstherrschertum fann sich eigentlich nur schweigend oder wenigstens wortkarg vorstellen. Ein Autokrat muß lapidar reden, oder er darf überhaupt nicht reden. Die größte Revolution, die Nußland gesehen, die Bauernemanzipation vom 19. Februar 1861, voll30g Alexander II. durch ein Manifest von wenigen Säßen. Dieser schweigsame Brauch ist aufgegeben worden. Hat der Großvater, Alexander II., mit wenigen Worten eine große Tat angekündigt und getan, so hat der Enkel, Nifolaus II., drei langatmige Erlasse nötig gehabt, um die Welt wissen zu lassen, daß es sein selbstherrscherlicher Wille sei, nichts zu tun. Man darf dem Zaren glauben, obwohl er fo mortreich gewesen ist. Wer so viele Worte macht, der täte nichts, auch wenn er Taten verspräche; er fann einfach nichts tun, feine Natur verbietet es ihm. Der Versuch, eine große Menge mit Zuckerbrot und Beitsche im Gehorsam zu erhalten, ist schon oft gemacht worden, und manchesmal ist der Versuch geglückt. Neu aber ist es, die Peitsche zu schwingen und vom Zuderbrot bloß zu reden. Das geschieht hier. Die Erlasse des Zaren gehen sogar noch etwas weiter: sie versprechen nicht, daß dem Volk das Zuckerbrot später gegeben, sie versprechen nur, daß es ihm später gezeigt werden soll. Bleibt abzuwarten was die Russen dazu sagen. Die Stimmung in Petersburg. Wenn man den in der russischen Hauptstadt erscheinenden Blättern glauben darf, hat das erste zarische Manifest Freude, das zweite Jubel, das dritte Entzücken hervorgerufen. Man darf ihnen aber nicht glauben, denn sie haben gar nicht das Recht, die Wahrheit zu sagen. Eine bom Zaren herrührende Kundgebung muß mit Wonne aufgenommen werden. In Wirklichkeit hat zu Freudenausbrüchen keine Branlassung vorgelegen, hat es Freuenausbrüche gar nicht gegeben. Im Gegenteil: man fühlte sich bedrückt und konnte es nicht verbergen. Man sieht den nächsten Tagen mit dumpfer Besorgnis entgegen. Die Wahl von Arbeiter- Delegierten ist von den Arbeitern verweigert worden. Sie sagen, daß ihnen die Sicherheiten fehlen, deren Gewährung allein den Wahlen Wert geben könnte. Diese Ablehnung ist allgemein und bildet offenbar das Ergebnis einer Verabredung. Der Befehl ist von den Arbeiterführern ausgegangen und findet unbedingten Gehorsam. Wie erinnerlich, ist bei einer Versammlung im Petersburger Univerſitätsgebäude das Bild des Zaren von der Wand gerissen und zerstört worden. Das geschah am 20. Jebruar. Jetzt sind die Strafverfügungen erfolgt, die überaus milde ausgefallen sind: der Zar hat seine Mißbilligung ausgesprochen, der Rektor hat einen Verweis, der Kurator des Die Studenten Lehrbezirks eine Verwarnung erhalten. werden sämtlich relegiert; doch soll ihnen zugleich das Recht verliehen werden, ihre Wiederaufnahme nachzusuchen. Der Krieg in Oftalien. Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß sich Kuropatfins Armee in der kritischsten Lage befindet. Aus London und aus Petersburg liegen sogar schon Gerüchte vor, nach denen er völlig geschlagen und seine Armee zum Teil zersprengt sein soll. Nach den bisher vorliegenden authentischen Nachrichten erscheint diese Darstellung der Lage vorläufig übertrieben, doch kann die Katastrophe immerhin sehr bald eintreten. Der schärfste Kampf wütet nach diesen Nachrichten zwischen der japanischen Umgehungskolonne und dem schwer bedrängten rechten russischen Flügel. Die Russen völlig umgangen. Die Petersburger Telegraphenagentur verbreitet das folgende Telegramm aus Sachetun vom 3. März: Auf dem linken Flügel wurde während der ganzen Nacht gekämpft. Seit heute morgen wogt der Kampf mit der japanischen Umgehungskolonne bei Schalinpu, von wo Artilleriefener vernehmbar ist. Der Kampf spitt fich auf der ganzen Front immer mehr zu einer entscheidenden Schlacht zu. Daß die großen japanischen Vorbereitungen und der mit ungemeiner Energie und Bravour, trotz der hindernden Schneestürme ausgeführte Vormarsch eine Entscheidung herbeiführen mußten, war vorauszusehen. Um so wunderbarer ist es, daß die russischen Heerführer sich wieder durch die altbekannte japanische Taktik haben überrumpeln lassen und nicht beizeiten Vorkehrungen gegen die drohende Ueberflügelung getroffen haben. Jetzt ist es zu spät. Alle Aufopferung und alle Widerstandskraft der russischen Soldaten wird die Wirkungen des furchtbaren Stoßes von Westen her höchstens abschwächen, aber nicht gänzlich parieren können. Dazu sind die Japaner schon zu nahe in den Rücken der russischen Aufstellung gelangt. Schalinpu, wo nach der obigen Depesche der Kampf wütet, liegt 70 Kilometer westlich von Mukden am Sinkaifluß, einem Nebenfluß des Hunho. Glückt es den Japanern, dort durchzubrechen, sind die russischen Stellungen unhaltbar. Das Bombardement auf die Hauptstellungen wird von den Japanern unverdrossen fortgesezt, wobei sie sich schwerer Geschütze bedienen. Viele russische Stellungen sind so stark verschanzt und geschützt, daß es notwendig ist, Belagerungsmethoden wie im Festungskrieg anzuwenden, um dieselbe einzunehmen. Aus dem japanischen Hauptquartier wird folgendes gemeldet: Der Feind scheint sich gegen unsere Streitkräfte in der Richtung nach Hsingching Schritt für Schritt zu verstärken. Unsere Streitmacht bei Pensihu eroberte die feindlichen Stellungen auf den östlichen Anhöhen bei Kutulin und Changkon, welche zwei Meilen östlich von Tungko und Osshan liegen. In der Richtung nach dem Schaho machten die Russen in der Front einen fleinen nächtlichen Angriff, der abgeschlagen wurde. Auf dem rechten Ufer des Hunho machte der Feind einen heftigen Gegenangriff auf Chenchiapao und das westlich angrenzende Gebiet bis zum Hunho, wurde aber vollständig zurückgeschlagen. Wir haben den Feind von Changtun und Hsufangtai vertrieben. Neue Friedensgerichte tauchen im Anschluß an die Meldung auf, daß man in Vetersburger Regierungskreisen von der Unhaltbarkeit der Stellung Kuropatkins überzeugt sein soll und jedes weitere Opfer für unnütz hält. Man soll aus diesem Grunde bereits große Bestellungen auf Kriegsmaterial, die belgischen Fabriken in Auftrag gegeben werden sollten, schleunigst zurückgezogen haben. Ebenso wird aus Hamburg gemeldet, daß die Ankäufe von Dampfern der großen Hamburger Linie für Rechnung der russischen Regierung sich im letzten Moment zerschlagen haben. Sollten sich diese Nachrichten bewahrheiten, so gewinnen dadurch die Aussichten auf Frieden sicherlich an Wahrscheinlichkeit. Von offizieller russischer Seite wird allerdings bisher jede Möglichkeit eines Friedensschlusses vorläufig in Abrede gestellt. Massendesertionen russischer Soldaten. Die russische Regierung will, wie sie sagt, vom Frieden nicht sprechen hören, so lange die russischen Heere nicht gesiegt haben. Die russischen Soldaten, scheint es, sind anspruchsloser. Sie geizen nicht nach Siegen und nicht einmal nach Kämpfen. Wenigstens, wenn man nach dem Verhalten der an der galizischen Grenze garnisonierenden Truppen urteilen darf. Eine ganze Dragonerschwadron desertierte in vergangener Woche in voller Uniform, allerdings ohne Waffen und Pferde, kamen die friedfertigen Kriegsmänner nach Krakau, wo sie mit bürgerlicher Kleidung versehen und nach dem Westen abgeschoben wurden. Monturen und Ausrüstungsgegenstände wanderten nach Rußland zurück. Die Japaner vernachlässigen über der großen Aktion am Hunho auch ihre Unternehmung gegen Wladiwostok nicht. Wie von dort gemeldet wird, landeten 2000 Japaner bei Schengudschin, nördlich von Korea, wohin sie von Kriegsschiffen und anderen Dampfern gebracht wor den waren. Eine Torpedobootsflottille deckte offenbar die Landung. Die Politik. Der dritte Nachtragsetat für Deutschsüdwestafrika soll dem Reichstag in kürzester Frist zugehen. Seine Forderung, die natürlich keine abschließende ist, beziffert sich auf 55 Millionen Mark. Unter den vorgesehenen Aufwendungen sind auch solche zur Errichtung und zum Unterhalt von Konzentrationslagern für gefangene Herero und Hottentotten. JmMilitär- Wochenblatt" plädiert General v. Francois für den Versuch des Baues einer Kriegsbahn Lüderitzbucht Rubieb. Er hält den Bau trop Flugsand und Wanderdünen für möglich, wenn man den Flugsandgürtel auf der Bahnstrecke mit Lehm festlegt, der in Salzwasser angemacht ist. Frankreich. Die Gruppe der Union républicaine der französischen Deputiertenkammer will über die Trennung von Staat und Kirche nicht schon jetzt, sondern erst nach den nächstjährigen Neuwahlen abstimmen lassen. Die Regierung lehnt solche Verzögerung mit Entschiedenheit ab. Wodurch gerade die Union républicaine sich zu ihrem Antrag veranlaßt sieht, ist nicht erkennbar. Türkei. + Eine Neuregelung der mazedonischen Frage ist im Werk. Der Vorschlag, der von der englischen Regierung gemacht ist, will eine Kommission aus Vertretern der Großmächte und der Türkei einsetzen, die eine eigene, aus Einheimischen bestehende Gendarmerie zur Verfügung haben, auch mit eigenem Budget wirtschaften soll. Der Vorsitz in der Kommission geht reihum. Die englische Regierung ist der Meinung, daß den Hoheitsrechten der Pforte dadurch nichts vergeben würde. Es ist nicht wahrscheinlich, daß der Sultan diese Auffassung teilt. Amerika. Ein Sensations- Nachspiel der St. Louiser Ausstellung wird angekündigt. Bei den abschließenden Abrechnungsund Aufräumungsarbeiten scheint man allzu summarisch und allzu amerikanisch verfahren zu sein. Die Bundesregierung, die für die Ausstellung viele Millionen hergegeben, hatte sich den vierten Teil des Erlöses aus dem Verkauf der freiwerdenden Grundstücke und Gebäude be dungen. Die Ausstellungsdirektion hat nun merkwürdig niedrige Preise erzielt, beispielsweise für ein Objekt, dessen Wert 2 Millionen Dollars betrug, die Bagatelle von 45 000 Dollars. Die Untersuchung ist eingeleitet. Da es sich um große Summen handelt, wird wenig herauskommen. sofort bereit," fügte fie in nedischem Flüsterton hinzu, würde. Dort auf dem kleinen Tisch steht schon Ihre Tasse ,, ich fomme herbeiführen fie eine günstige Lösung der Frauenfrage" schwiegenſten Tiefe ihres jungfräulichen Busens, daß er für chelte sie ihn holdſelig an. Sie hoffte noch immer in der berGerade wollte ich Sie rufen lassen, Herr Doftor," läauliches Dasein abspinnenzu Der at auch sie erfaßt. Sie fein. Kampf um die Existenz an, das eine gestählt Er sah sie mit seinem gutmütigen das klingt gerade aus Ihrem Munde etwas sonderbar. Was fleine Beimischung von Fronie hatte. Sie, aber pas hat Fräulein Sandra mit dem ampf ums Es dunkelte schon start, als der Wagen des Arztes zu Fuß von dannen zog. einen reizenden Tag verlebt zu haben. fuhr und die Familie Fastenrath im gewohnten Aufma rung, Und das nennen die Menschen nun ein Glieder streckte, laut gähnte und riefSandra in einen Sessel warf, mit sehr hatte sich die Tür hinter den lezen geen, Man trennte sich mit der Versiche Aber kaum als fich Simmerschreiend! Anmut ihre Reichtlebigkeit bald hineingefunden. Klügste wäre, ihr und sich den Schmerz des Abschiednehmens sich selbst, jedoch bewogen durch die Ueberzeugung, daß es das Er war in aller Stille abgereist nach hartem Kampfe mit Bater mehrmals, allmählich seltener, zuletzt gar nicht mehr. In die neue Umgebung, in die neuen Verhältnisse Täglich sah sie den sie sich mit der dem findlichen Gemit meistens eigenen Die lustige Fahrt, deren Zweckt ihr verheimlicht worden Hof und Gesellschaft. ** Der Besuch des Kaisers am portugiesischen Hose wird von Lissabon aus für Ende März angekündigt. Es sind folgende Festlichkeiten in Aussicht genommen: Eine Prunkvorstellung im Carlos- Theater, ein Ball im Schloß, ein Empfang in der deutschen Botschaft, ein Ausflug nach Cintra und Cascaes und eine Treibjagd in Villa Vicosa. * Die Hochzeit des Kronprinzen ist, neueren Bestimmungen gemäß, wiederum verlegt worden. Sie findet nicht im Mai, sondern im ersten Drittel des Juni statt. *** Auf seiner Reise nach dem ostasiatischen Kriegsschauplaze ist Prinz Friedrich Leopold von Preußen von Neapel aus in See gegangen. Die Fahrt findet auf dem Lloyddampfer Prinz Eitel Friedrich" statt. Deutfcher Reichstag. CB Berlin, 4. März. ( 155. Sizung.) Heute wurde einmal schnell gearbeitet, in weniger als brei Stunden war die Tagesordnung erledigt. Dies erfreufiche Ergebnis wurde dadurch erzielt, daß das Haus bei der weiten Beratung des von den Sozialdemokraten eingebrachten Gesezentwurfs, betreffend Errichtung eines Reichsarbeitsamts, in eine sachliche Diskussion nicht eintrat, sondern nach einer allerdings recht ausgedehnten Geschäftsordnungsdebatte beschloß, den Antrag dem. Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen. Es folgte die Beratung des konservativen Antrages, durch den die Erjazzpflicht für Tierschaden beseitigt werden soll, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird und der Tierhalter die erforderliche Sorgfalt beobachtet, oder der Schaben auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde. Hier entschied sich das Haus, nachdem die Parteien ihre Stellung furz hatten kennzeichnen lassen, für Kammissionsberatung. Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. RK Berlin, 4. März. ( 154. Sigung.) Das Seuchengeset wurde nun doch wieder von der Tagesordnung abgesetzt, da die beabsichtigte schleunige Erledigung sich als unmöglich herausgestellt hatte. Bei der Beratung des Bauetats, die nun die ganze heutige Sitzimg ausfüllte, war die Teilnahme des recht traurig besetzten Hauses nur eine sehr mäßige. Fragen von weittragender, allgemeiner Bedeutung wurden auch kaum berührt. Das ganze, überhaupt aufgewendete Interesse der Anwesenden fonzentrierte sich auf die Besprechung des Berliner Straßenberkehrs, den ein Antrag Fritsch( natl.) der Regierung ans Herz legen wollte. Da die Berliner freisinnigen Abgeord neten Rosenow und Kassel dem widersprachen und auch den Streit der Stadt Berlin mit der Straßenbahngesellschaft in die Debatte zogen, so gingen auch die Freikonserbativen Gamp und Frhr. v. 3edlig auf diesen Gegenstand ein, ohne natürlich eine Uebereinstimmung der Ansich ten erzielen zu können. Schließlich wurde der Antrag zurückgezogen und dem Minister v. Bud de blieb nur übrig, Jein lebhaftes Interesse an der Regelung des Berliner Verkehrs zu versichern, dessen Schäden seiner Meinung nach nur durch Untergrundbahnen und Untertunnelungen besei tigt werden können. In der Erörterung einiger Spezialfragen wurde der Rest der zur Verfügung stehenden Zeit erschöpft, und still und eintönig, wie sie begonnen hatte, schloß die Debatte über den Bauetat. Uebermorgen steht neben einem Antrag auf Unterstützung der Kleinschiffer der Eisenbahnetat auf der Tagesordnung. Nah und Ferm. Verschollen und aufgefunden. Die französische Erpe: dition, die unter Führung des Dr. Charcot in die uner forschten Gegenden des südlichsten Teiles der westlichen Hemi sphäre eine Forschungsreise unternommen hat, galt lange Zeit als verschollen. Jetzt ist sie plöglich wieder aufge taucht. Die Mitglieder der Expedition sind alle wohlauf, sie befinden sich zurzeit in Porto Madrine an der Ostküste von Batagorien. Ihr Schiff, der Français", soll indessen nicht mehr aftionsfähig sein, weswegen Hilfsschiffe dorthin abgesandt sind. Viel Freude wird der Leiter der Expedition bei seiner Rückkehr in das heimatliche Leben nicht finden. Hat doch seine Frau bereits einen gerichtlichen ScheidungsAntrag gestellt, weil ihr Gatte verschollen sei. Vierundzwanzig Stunden im brennenden Bergwerk. Auf der Hultschiner Steinkohlengrube war ein Brand ausgebrochen. Durch Zubruchgehen eines Pfeilers wurden dabei 14 Arbeiter abgeschnitten. Nach zwanzigstündiger an gestrengter Arbeit gelang es, sechs von ihnen lebend, achi Mann tot zutage zu fördern. Zehn Mann fanden sich in einer Nische zusammengedrängt. Die Rettungsarbeiten wurden durch die furchtbare Hite und Brandgase sehr erschwert. Ein Kronprinz als Hotelgast im vierten Stock. Der serbische Kronprinz ist in Begleitung seines Adjutanten aus Reisen gegangen und meilt jetzt in Venedig. Auf der Fahri dahin hielt er sich zwei Tage lang in Budapest anf unter dem Namen eines Grafen Arala. Da er im Hotel Sungarie alle Zimmer im ersten Stockwerk besetzt fand, begnügte sich der Kronprinz geduldig mit einem Zimmer im vierten Stock. Ein folgenschwerer Schiffszusammenstoß erfolgte bei den Bermudas- Inseln. Zwei große Segelschiffe, der Viermaster Charles Wilburn" und die Bark" Quinebang", rannten aufeinander. Beide sanken. Von den Besatzungen sind 41 Mann ertrumfen. Ein Unfall, der aber voraussichtlich ohne ernste Folgen bleiben wird, stieß dem deutschen Linienschiff„ Mecklenburg" zu. Es fam im Samsö- Belt in der Nähe der dänischen Insel Läson fest und erhielt mehrere Lecke. Taucher und Leichter gingen von Kiel ab, um das Schiff wieder flottzumachen. Einem mysteriösen Giftmord ist der bekannte Pariser Kostüm- und Dekorationsmaler Bianchini zum Opfer gefallen. Hinter den Kulissen des Ambigu- Theaters wurden ihm von einer unbekannten Dame Bonbons angeboten. Nach dem Genuß fühlte er sich unwohl und starb nach kurzer Zeit, Bianchini war bereits vor 7 Jahren das Opfer eines Veraiftumasverfuchs. Damals wurde seine Frau als die Täterin erimittelt und mit 5 Jahren Gefängnis bestraft, die sie inzwischen abgebüßt hat. Eine Riesenfeuersbrunst brach in South- Shields in den neuen zum Beladen der Kohlenschiffe dienenden Quais am Tyneflusse aus. Die Quais, deren Wert auf nahezn 4 000 000 Mark geschäßt wird, sind vollkommen zerstört, ebenso eine große Menge von Maschinen neuesten Typs, die zum Befrachten und Löschen der Schiffe dienten. Eine Unmenge Holz ist verbrannt, 50 Eisenbahnwagen sind zerstört. Der Dampfer, Johannesburg" ist durch das Feuer stark mitgenommen. Die Ermordung der Milliardärin. Der Verdacht, die reiche Amerikanerin Mrs. Standford vergiftet zu haben, richtet sich gegen die chinesische Dienerschaft der Dame. In dem Natron, in dem ihr der Todestrant fredenzt wurde, ist eine solche Menge Strychnin gefunden, daß damit mehrere hundert Menschen hätten ums Leben gebracht werden können. Die Neueinführung Roosevelts in die Präsidentenwürde der nordamerikanischen Union fand mit großem Pomp am 4. März in Washington statt. Nach dem eigentlichen Einführungsakt fand ein großer Festzug statt, an dem bürgerliche und militärische Vertreter fast aller Staaten der Union teilnahmen. Ein glänzender Ball beschloß den Festtag. Frau Roosevelt trug dabei eine echt amerikanische Toilette. Alle Stoffe und Besäte sind in Amerika hergestellt. Die Seide dazu ist in Paterson, New Jersey, gewebt und fostet 4000 Mark. Die Zeichnung zu dem Gewebe ist nach der Ausführung vernichtet worden. Die Seide ist blau, mit Goldfäden durchwirkt und zeigt goldene Federn in MedailIons mit kleinen fliegenden Vögeln. Ueber 100 Meter Chiffon, fast 40 Meter Taffet und große Mengen alter Spizen sind zu dem Kostüme verarbeitet. Eine ganz besondere Neuerung hat Roosevelt dabei eingeführt, und sie wird ihm in den Kreisen seiner Landsleute manche Gegnerschaft erwecken. Von den Festlichkeiten darf diesmal auf Roosebelts eigenste Anordnung niemand megen seiner Hautfarbe ausgeschlossen werden. Natürlich rücken nun die reichen Negerfamilien mit Kind und Kegel zum Präsidentschaftsballe an, und die schwarzen Schönen haben schon längst ihre Vorbereitungen getroffen, um ihre weißen Schwestern in der Pracht der Toiletten zu überstrahlen. Die weiße Gesellschaft schäumt vor Wut über diese Toleranz des Staatsoberhauptes, aber sie geht zum Fest, weil dabeigewesen zu sein, zum guten Ton gehört. Allerdings ist die Festfreude durch einen Unglücksfall beeinträchtigt, über den aus Pittsburg vom 3. März berichtet wird: Auf der Bahnlinie Cleveland- Pittsburg fuhr heute von zwei Sonderzügen, die das Publikum zur Feier des Amtsantritts des Präsidenten Roosevelt nach Washington bringen sollten, einer auf den anderen auf, als dieser, dem er in zu kurzer Entfernung folgte, hielt. Neun Versonen kamen ums Leben, 18 erlitten Verlegungen. Hus dem Gerichtsfaal. § Die Euthüllungen über Plößensee. Der Prozeß, der Jegen eine Reihe Berliner Redakteure wegen Beleidigung der Beamten der Strafanstalt Plößensee zur Verhandlung steht, ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Einer der hauptsächlichsten Sachverständigen, Medizinalrat Dr. Leppmann, ist während des Monats März durch Amtsgeschäfte verhindert. Ferner sind eine ganze Menge Zeugen geladen, von denen nicht feststeht, ob und wann sie zur Stelle geschafft werden können. § Der neue Kwilecki- Proze gelangt zunächst noch nicht zur Verhandlung. Vor dem Landgericht zu Posen sollte am 8. März die Klage der Bahnwärtersfrau Meyer gegen den Grafen und die Gräfin Kwilecki wegen Herausgabe des fleinen Grafen Josef zur Verhandlung gelangen. Inzwischen sind jedoch von beiden Parteien neue Beweisanträge gestellt, und infolgedessen ist die Verhandlung vertagt worden. § Im Turiner Mordprozeß hat der des Mordes an seinem Schwager, dem Grafen Bonmartini, angeklagte Tullio Murri im Laufe des Verhörs ein halbes Geständnis abgelegt. Er schildert die Tat in folgender Weise: Nach einem Wortwechsel, in dessen Verlauf Bonmartini seine Frau und deren Vater schwer beschimpfte, schlug Murri den Gegner ins Gesicht. Darauf zog dieser ein Messer. Tullio wollte es ihm entreißen, sie rangen miteinander. Was dann erfolgt ist, dessen will sich der Mörder nicht mehr entsinnen. Er hat dann dem Toten das Geld, die goldene Uhrkette und die Rostbarkeiten, die seiner Schwester gehörten, abgenommen und ist vom Orte der Tat abgereist. Kunft und Cliffenfchaft. FP Ein verbesserter Marconiapparat. Der Erfinder der drahtlosen Telegraphie, Marconi, macht bekannt, daß er einen verbesserten Apparat erfunden hat. Bisher war es nur möglich, 24 Worte in der Minute drahtlos zu übermitteln, der neue Apparat aber ermöglicht die sichere Uebermitteling von 100 Worten in der Minute. - Vermischtes. [ Eine grüne Nelke] hat nach sechsjährigen Versuchen der Gärtner A. C. Stilson in Los Angeles( Kalifornien) gezüchtet. Das Blatt der sonderbaren Blume ist weiß mit grünen Streifen, die von der Blattmitte zum Blattrand gehen. =[ Die Dame ohne Unterleib.] Die Wiener sind um eine Illusion ärmer! Die Dame ohne Unterleib", die allsommerlich im Prater...( ,, auftritt" kann man nicht wohl fagen)... gezeigt wird, dieses Wunder für viele, viele Tausende oft schon sehr erwachsener Kinder, wird in den nächsten Tagen vor dem Richter stehen, weil sie des Diebstahls angeklagt ist. Man sollte nun denken, daß ein fehlender Unterleib die Aneignung fremden Eigentums erschwert; aber wenn man erfährt, daß Anna Christ dies der Name der Dame- allwinterlich wohlbestalltes Dienstmädchen war und erst im Sommer den lukrativen Mangel an sich entdeckte, so wird der Leser hoffentlich über den Gesundheitszustand der Dame beruhigt sein. Im Winter eine unscheinbare diebische Magd, verwandelte sie sich im Sommer zu einem Naturspiel, das ein umgekehrtes Mädchen aus der Fremde, von jedem beschenkt wurde. Es ist nicht schwer, ein Phänomen zu sein, wenn das Publikum so phänomenal einfältig ist!... Was werden aber die neugierigen Gaffer im ,, Wurstelprater" ohne sie anfangen? Denn die„ Dame", die für ein Nickelstückchen allen glücklichen Unterleibsbesitzern zugleich behagliches Gruseln und Besitzerfreude verschafft, ist ein unentbehrliches Prater- Requisit. Aber nur Geduld! Die Anna Christ wird ihren Unterleib schon finden, wenn sie ..siten" muß die Dame" selbst ist unsterblich. Eine andere wird als Wunder bestaunt werden. = [ Ein Frauendenkmal im Kapitol zu Washington.] In der Denkmalhalle des Kapitols zu Washington wurde kürzlich unter entsprechenden Feierlichkeiten das erste Frauendenkmal enthüllt, welches je dort aufgestellt wurde, näm lich das Standbild der Temperenz- Agitatorin Frances C. Villard. Senator Cullom, der im Senat die Annahme des von dem Staate Illinois gestifteten Denkmals beantragt hatte, führte in einer längeren Rede aus, Frl. Villard habe durch ihre gesunde Agitation bei unzähligen Familien das verlorene Glück wieder einziehen lassen, und Repräsentant Fosh, in dessen Distrikt Frl. Villard wohnte, legte dar, wie die Dame die Sache der Mäßigkeit gefördert habe. Die Feier sei. aber nicht nur als eine Ehrenbezeugung für Frl. Billard aufzufassen, sondern als eine Huldigung für die ganze Weiblichkeit, die unter den freien Institutionen Amerikas wunderbare Fortschritte gemacht habe. oben bis unten in Breite des Stores tejeten. Wenn das einfachite St daß man sehr el Spigen, Entred Man hat deren, ind die Gardine haben den Nach wäscherei reinig Fannten englisc Muster auf de eigentlich nicht noch dem Nam die- gleich gefchloffen we Sonnengardin rêmefarben fie, der Neig mit weiß gef gardinen reid Store fast de Brauch, es fo eigentlichen pielfach weiße [ Vom Stiefelputer zum Millionär.] In der Stadt Syrakus in den Vereinigten Staaten starb kürzlich John Dunsen unter Hinterlassung eines Vermögens von fast acht Millionen Marf. Er war in seiner Jugend Stiefelputer ohne jegliche Bildung, wandte sich dann dem Pferdehandel zu und erwarb dadurch seine Millionen. Schmud fann ammt aus de erherrlichte u Den Lorbeerfra Store besteht di Die oft aber nid femme" gehei Find sehr zu emp Fenster fallen, a Langes, Neugier ie allerliebst, u He berhältnism mentlich aus das Fenster bi bespannen, di Schiebbar bef dinen aus Ti tich, die Läng bises aus Ro an dem unter [ Eine imponierende Leistung amerikanischer Journalistik] findet sich in der„ New York Tribune" vom 4. Februar, wo unter einem ellenlangen Titel und zahlreichen herzzereißenden Untertiteln folgende grausige Geschichte erzählt wird:„ Ein Arbeiter in Lesoeur, der bei einem gewissen Argonvale beschäftigt war, hielt sich Mittwoch in Wheatly auf, wo er sich fürchterlich betrank. In seinem Rausch wettete er, daß er eine halbe Pinte Nitroglycerin austrinken werde. Er hat die Wette glänzend gewonnen, fiel aber auf dem Nachhausewege in einen Graben und war bald infolge der furchtbaren Kälte ganz steif gefroren. So fand ihn am nächsten Morgen sein Arbeitgeber, Herr Argonvale. Mitleidsvoll trug er den Arbeiter in seine nahegelegene Wohnung, zündete rasch im Herd ein Feuer an und eilte dann fort, um einen Arzt zu holen. Als Argonvale aber zurückfehrte, fand er zu seinem Entsetzen weder von dem Arbeiter noch von seinem Hause die geringste Spur. Das Sprengöl im Körper des Arbeiters war, wahrscheinlich unter der Einwirkung des Herdfeuers, explodiert und hatte alles ringsum vernichtet." Moral: Man lasse sich niemals verleiten, Nitroglycerin zu trinken, schon um seinem Arbeitgeber feina Ungelegenheiten zu bereiten. = [ König Alfonses Automobil.] Ein ungewöhnlicher Vorgang, der sich in einer der letzten Sizungen des Madrider Stadtrates abspielte, erregt in Spanien großes Aufsehen: Der Bürgermeisteradjunkt erhob bei den Stadtverordneten Beschwerde darüber, daß der König die Geseze mißachte, indem er mit dem Kraftwagen weit schneller durch die Straßen jage, als nach dem für den Kraftwagenverkehr erlassenen Reglement gestattet sei. Der König halte es auch nicht für nötig, seinen Wagen mit dem vorgeschriebenen Täfelchen zu bersehen, so daß man nicht einmal wissen könne, ob er die Automobilsteuer bezahlt habe. Die Väter der Stadt nahmen mit tiefernster Miene von diesen Zuwiderhandlungen" ihres Königs Kenntnis und behielten sich weitere Entschlüsse bor. Wenn sie den königlichen Schnellfahrer nur nicht einSperren! =[ Eine junge Dame, die Laternen ausdreht.] Was sonst als Attribut studentischen Uebermuts gilt, hat in Bielefeld eine fesche, junge Dame fertig gebracht. Dort wurde mehrere Nächte hindurch an einem bestimmten Blaze die Gaslaterne ausgelöscht. Man legte sich auf die Lauer, um den Täter abzufassen. Zum größten Erstaunen der Wächter trippelte mit zierlich tänzelndem Schritt eine holde Maid auf den Platz, erkletterte mit großer Sicherheit den Laternenpfahl und drohte die Flamme aus. Rauhe Fäuste packten das Jungfräulein, als es von oben herabgerutscht kam, und schleppten es zur Polizeiwache. Kaltlächelnd erklärte dort das Dämchen, ihr mache nun einmal das Laternenausdrehen Spaß!- Jedenfalls ein ganz neuer Beitrag zur Frauenfrage. - [ Die Schweigsamkeit der japanischen Frauen] muß ungemein groß und zuverläßlich sein. Vizeadmiral Kamimura stattete vor seiner Abreise von Tokio zum Geschwader einer höheren Töchterschule einen Besuch ab und hielt dort eine Rede, welche die Zeitungen nicht bringen dürfen, bis der Krieg vorbei ist. Die jungen Töchter Japans können stolz darauf sein, welche Verschwiegenheit man ihnen zumutet. Bei uns zu Hause sind gerade die Schülerinnen als Plappermäulchen bekannt. Wenn es etwas vor Fremden geheim zu halten gilt, sind allerdings die Japaner ieden Geschlechts und Standes zuverlässig. Moderne Gardinen. ( Von unserer ständigen Korrespondentin.) " In den öden Fensterhöhlen wohnt das Grauen". Mit diesem Empfinden betritt im Monat März so mancher Ghegemahl mittags und abends bei der Rückkehr vom Beruf sein Heim. Denn viele Familien ziehen zu Ostern um, und in der alten Wohnung ist infolgedessen schon Wochen vorher alles auf den Kopf gestellt. Es gibt aber auch für die Herrin des Hauses unzählige Dinge zu besorgen und vorzubereiten, die der Mann für Kleinigkeiten, für Nebensächliches hält, und die mehr als kostbare Möbel dem Hause einen behaglichen Eindruck verleihen. Lebhaft kreisen in diesen Tagen die Gedanken der Hausfram um die Gardinen und Vorhänge für Fenster und Türen. Für die Fensterbekleidung hat sich seit wenigen Jahren eine ganz neue Anschauung Bahn gebrochen. Die Umrahmungen sollen so eingerichtet sein, daß sie das Licht so voll als möglich hineinfluten lassen. Dieser Grundsat hat eine gesunde Mode heraufbeschworen, der sich alles nun bewußt oder gedankenlos unterwirft. Darum wird versucht. den alten Vorhängen die moderne Form zu geben. Das berlangt Zeit und bedingt, daß der ungeduldige Gatte länger als bisher kahle Fenster sehen muß. Im Grunde sind die Ansprüche, welche an die Gardinen gestellt werden, bescheidener als in früheren Zeiten. Geschickte Hände können sie selbst fertigen. Wer lange Stores liebt, fauft sich Gardinentüll, stellt daraus ein glattes Store her, das als einziger Schmuck unten ein breites Bolant aus dem Tüll, vielleicht von einer Spize begrenzt, zeigt. Wem es gefät, kann dieses Store auch der Länge nach, also von htigen bris var aus Tül Der Ueber gewidmet werd Mich unmodern Perfilberten Ri Pahnen an dem Bila ist höchfte liebt. Wer p Luch. Diese leichte Seide n eines feidenar jedoch mit Ba bisher anstatt jekt wiederum leberhänge mustertem Ba mustertem Bo sehr hübsche tellen und b nach bermute wertesten V mit absteche Beichnungen Für wid Material hä als ein Aun timmen, D ** Nad Nachrichten Großherz Herrschaften Premi, in we bergefiedelt i * Die dringende Ar gierung gene Ver Am F findet die order statt und m felben hierd 1. Jahresber Gieße Staubfrei. das Man achte ährigen Versuchen ( Kalifornien) ge ume ist weiß mi e zum Blattrand Washington. In ngton wurde für das erste Frauen tellt wurde, näm torin Frances C die Annahme des enfmals beantrag Frl. Villard habe gen Familien das und Repräsentant nte, legte dar, wie ördert habe. Dis ezeugung für Frl Suldigung für di inftitutionen Ame be. In der Stad arb fürzlich Job gens bon fait ad gend Stiefelputer dem Pferdehandel fanifcher Journe ine" vom 4. Je und zahlreichen ge Geschichte eri einem gewiffen och in Wheatly nem Rausch wet ycerin austrinten men, fiel aber auf war bald infolge So fand ihn am Argonbale. Mit nahegelegene Woh an und eilte dann onvale aber zurüd von dem Arbeite r. 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Die oben bis unten in bestimmten Zwischenräumen, je nach der Vreite des Stores mit zwei bis vier weißen glatten Borden beieten. Wenn in jeder gut eingerichteten Wohnung auch das einfachste Store am Plate ist, so schließt das nicht aus, daß man sehr elegante fostbare Stores, zumeist mit echten anbringt. Spizen, Entredeur und Durchbruch- Arbeit Man hat deren, das Fenster zu 300 Mark. Noch immer sind die Gardinen mit Point lace- Arbeit in Aufnahme. Sie haben den Nachteil, daß man sie stets in einer Gardinenwäscherei reinigen lassen muß. Darum werden die beFannten englischen Tüllgardinen mit Streifen und PlaqueMuster auf den Markt gebracht. Das Wort Gardine iſt igentlich nicht mehr am Platze. Man kennt sie doch kaum noch dem Namen nach. Es gibt jetzt nur Sonnengardinen, die gleich dem ehemaligen Rouleau- auch des Abends eschlossen werden, das Store und die Ueber- Gardine. Die Sonnengardinen werden neuerdings auch lieber weiß oder rêmefarben anstatt gelb oder rot gewählt. Man verziert ie, der Neigung für Durchbruch und Stickerei folgend, mit weiß gestickten Bordüren und Kanten. Die SonnenJardinen reichen nur bis zum Fenstersims, während das Store fast den Boden berührt. Es ist aber nicht mehr Brauch, es so lang zu halten, daß es schleppt. Von dem eigentlichen Store wäre noch zu berichten, daß man ihnen pielfach weiße oder bunte Lorbeerkränze einwirkt. Dieser Schmuck kann nicht gerade als geschmackvoll gelten; er Jammt aus dem Empire, aus der Zeit, da man Napoleon I. terherrlichte und allüberall die Trophäe seines Erfolges, Neben dem langen den Lorbeerkranz zur Schau stellte. Store besteht die kurze Spanngardine, brise- bise genannt, Sie oft, aber nicht immer, von einem kurzen Store ,,, bonne femme" geheißen, beschattet wird. Die brises- bises sind sehr zu empfehlen; erstens lassen sie viel Licht durch die Fenster fallen, zweitens erfüllen sie den Zweck eines Vorlanges, Neugierigen den Blick zu versperren, drittens sind sie allerliebst, und ihre Art sehr mannigfaltig, viertens sind jie verhältnismäßig billig, zumal Frauenhände sie selbst, namentlich aus Einsatzstoff, fertigen fönnen. So kann man das Fenster bis zur halben Höhe einfach mit Seidenbändern bespannen, die oben und unten an einer Messingstange verschiebbar befestigt werden. Auch bestickt man Spanngardinen aus Tüll mit dicker Stickseide in Mustern aus Kettentich, die Längsstreifen darstellen. Letthin gewinnen brisesbises aus Rohseide die Oberhand. Sie fallen wie ein Volant an dem unteren Teile des Fensters herab. Nur zu durchichtigen brises- bises wählt man bonnes femmes und war aus Tüll mit einem Volant, Durchbruch und Spizen. Der Uebergardine müßte eigentlich ein ganzes Kapitel remidmet werden. Drapierungen und Raffungen sind gänzlich unmodern. Auf einer Messingstange an Messing- oder bersilberten Ringen hängen verhältnismäßig schmale seidene Fahnen an dem Fenster herab, die von selbst in Falten fallen. Vila ist höchste Mode, aber auch hellblau und grün ist beliebt. Wer praktischer sein will, wählt Leinenstoff oder Tuch. Diese beiden Gewebe verlangen ein Futter. Da leichte Seide nicht allzu dauerhaft ist, bedient man sich gern eines seidenartigen, wie Pougés wirkenden Stoffes, der jedoch mit Baumwolle durchschossen ist. Das Bolant, das bisher anstatt des Lambrequin eingeführt wurde, hält man jest wiederum für überflüssig, namentlich, wenn es sich um Ueberhänge aus Leinenplüsch, aus Tuch oder aus gemustertem Baumwollstoff dreht. Die Vorhänge aus gemustertem Baumwollstoff, deren Farben und Linien eine sehr hübsche Nachahmung der Entwürfe von Künstlern dartellen und viel mehr Effekt machen, als sich ihrem Preise nach vermuten läßt, gelten gegenwärtig als die empfehlensbertesten Vorhänge. Die glatten Uebergardinen werden mit abstechenden oder gleichfarbigen Blenden in modernen Beichnungen besett. Für wichtiger bei der Wahl der Ueberhänge als das Material hält man heutzutage die Farbe. Denn es gilt als ein Kunststück, seine Wohnung farbig harmonisch abzutimmen. Davon ein andermal. ** Lokales. Emma Reichen. 5. März 1905 Nach den jüngsten aus Moskau zugegangenen Nachrichten befinden sich der Großherzog und die Großherzogin in erwünschtem Wohlsein. Die hohen Herrschaften bewohnen das Kaiserliche Palais im Bezirke Aremi, in welches nunmehr auch die Großfürstin Sergius übergesiedelt ist. * Die Abg. v. Brentano und Genossen richteten folgende dringende Anfrage an die Regierung: Ist die Großh. Regierung geneigt, der Kammer Auskunft zu geben über das Verschönerungs- Verein Gießen. Am Freitag, den 10. d. Mts., abends 84 Uhr, findet die diesjährige ordentliche Generalversammlung im Café Ebel( Zimmer Nr. 5) statt und werden die Mitglieder zur Teilnahme an derfelben hierdurch ergebenst eingeladen. Tages- Ordnung: in, daß fie das Licht 1. Jahresbericht pro 1904; 2. Neuwahl des Vorstandes.| Dieser Grundsat en, der sich alles nun Darum wird verfudit, orm zu geben. Das eduldige Gatte länger elde an die Gardinen rüheren Zeiten. Ge 1. Wer lange Stores aus ein glattes Store in breites Volant aus Segrenzt, zeigt. Wem Länge nad), alfo bon Gießen, den 6. März 1905. Staubfrei. Der Vorstand. Enameline das Beste für Ofen und Herd. Geruchlos. Man achte genau auf den Namen und weise Nachahmungen zurück. Ueberall käuflich. Resultat der Untersuchung, welche auf Antrag d Großh. Gymnasialdirektors Dr. Schädel in Gießen gegen solchen eingeleitet worden ist? ** Heute Abend schließt im Café Leib der VortragsCyklus Winter 1904/05 des aufmännischen und des Gewerbevereins Gießen mit dem legten Vortrag ab. Referent ist Herr Dr. Julian Marcuse, der über „ Krankheiten aus den Gewohnheiten und Mißbräuchen des täglichen Lebens" sprechen wird. Unglücksfall. Als am Samstag Mittag der Fuhrknecht einer Gießener Firma beim Anhalten in der Neustadt die 8ngkette des einen Pferdes aushängen wollte, schlug dasselbe aus und traf den Knecht so unglücklich an dem Kopf, daß der Knecht bewußtlos zur Erde fiel und nach der Alinit gefahren werden mußte. Die Verlegung soll nicht lebensgefährlich sein. - *** Unfug. In der Nacht auf Samstag wurde zu Gießen ein Student dabei betroffen, als er eine Fensterscheibe an einem Wohnhaus in der Kaplansgasse entzwei warf. Am Samstag selbst wurde von einem Studenten aus einem Wagen heraus beim durchfahren der Alicestraße, mit einer Champagnerflasche ein Fenster entzwei geworfen. *** In der Nacht zum Sonntag waren wieder, wie dies fast jede Nacht geschieht, mehrere junge Leute mit dem unberechtigten Abbruch der sog.„ Krachenburg" in Gießen beschäftigt. Einer der betr. Abbruchmeister wurde erwischt und wird sich wegen vorfählicher Sachbeschädigung zu verantworten haben. * * Der Gießener Verkehrs- Verein hielt Freitag seine sagungsgemäße Jahres- Generalversammlung ab. Der Borsitzende, Herr W. Homberger erstattete Bericht über die Vereins- Tätigkeit im verflossenen Jahre. Der Verein ist wenig in die breite Deffentlichkeit getreten und hat rermieden, nach außen hin mit Entfaltung eines großen Programmes zu glänzen. Mit voller Absichtlichkeit und wohl erwogenen Gründen! Ist doch zur Zeit das äußere Gewand unserer Stadt, wie jeder Stadt, die im Begriff steht, ihre Straßenbilder zu erneuern und ihr Gebiet mit einem Kanalneß überziehen zu lassen, so wenig einladend, daß man flugerweise günstigere Zeiten abwarten mußte, Fremden unsere Heimatstadt als ein Tuskulum zu empfehlen. Dennoch hat der Vorstand eine eifrige Tätigkeit entfalten fönnen: 7 Vorstandssizungen und viele engere Sigungen wurden abgehalten. In die Fragen des Omnibus- Verfehr und der Viehmärkte griff er ein und eine rege Auskunftserteilung über die Stadt infolge ergangener Anfragen beschäftigten ihn andauernd insbesondere Herrn Helm. Der f. 3t. beschlossene Führer, der in 10000 Exemplaren Verbreitung finden soll, liegt druckfertig vor; er ist reich mit Bildern geschmückt und zeigt unsere Stadt und ihre Umgebung Auch dieser Führer fonnte nicht früher zur Ausgabe gelangen, bevor die Theaterfrage nicht eine Erledigung fand. Die Frage ist für die Beurvon der besten Seite. teilung unserer Stadt seitens Fremder von so großer Tragweite, daß das Abwarten der Entscheidung über diese Frage durch aus berechtigt erscheint. Sobald der Bahnhof fertiggestellt sein wird, plant der Verein einen Stadtplan in großen Abmessungen daselbst anzubringen. Weiter wurde der Wunsch ausgedrückt, daß das Publikum sich gewöhnen möge, in den belebten Straßen, zu Stunden, wo der Verkehr oft riefig anwächst, auf den Bürgersteigen stets rechts zu gehen. In den Fastnachtstagen z. B. würde dies sehr wohltuend wirken. Der Anschluß an den Bund hessischer VerkehrsVereine, der sich hoher Protektion in großem Maße zu erfreuen hat, wurde beschlossen; der Anschluß an den deutschen Bund der Verkehrs- Vereine, der ebenfalls viele Vorteile, sogar den einzelnen Mitgliedern bieten dürfte, soll nach der im Mai in Darmstadt stattfindenden Hauptversammlung in Erwägung gezogen werden. Der Rechner, Herr Röhr erstattete den Kaffenbericht; ihm wurde nach Prüfung der Belege Entlastung erteilt. Der Verein hat ca. 275 Mitglieder und ein Vermögen von rund 1700 Mt. Für 1905 steht ein Zugang von weiteren 900 Mt. in Aussicht. Mit Bezug auf die Beschaffung des geplanten Reklameplafates find die vorerwähnten Bedenken, in eine weitere volle Werbetätigkeit für die Stadt einzutreten, leider ebenfalls maßgebend; der Plan soll deshalb, nach reiflicher Ueberlegung und nach eingehender Beratung, verschoben werden. Schließlich wurde der seitherige Vorstand, bestehend aus den Herren Homberger, Röhr, Helm, Balser, C. Berg, Th. Brück, Curschmann, Haubach, Kirch, Schwalm G. F. F. Montag, den 6. März, abends 8 Uhr: MonatsVersammlung bei Kamerad Peter Berg Bahnhofstraße 11. Besprechung über eine dem nächst stattfindenten Uebung. Vollzähliges Erscheinen wünscht. Union Wichse ( vormals Krauss- Clinz) ist und bleibt er: ( die beste! Das Kommando. Ia. Rheinische in Sohachteln u.Dosen überall vorrätig! Fabrik: Unlon Augsburg. von neuem bestellt unb Herr Kindt an Stelle eines ausgeschiedenen Mitgliedes hinzugewählt. Mag auch die Tätig feit des Verkehrs- Vereins manchem nicht weitgehend genug erscheinen; er arbeitet zielbewußt und nach wohlerwogenen Grundsägen. Sehr bald wird seine segensreiche Tätigkeit für unsere Stadt sich bemerkbar machen. Es sollte Ehrensache eines jeden Gießeners sein, ihm beizutreten. *** Morgen Fastnachts- Dienstag findet im Restaurant Kobel ein großes farnevalistisches Konzert mit Ueberraschungen statt. Alle Narren dürften dort eine urfidele Stimmung antreffen. GH. Das Faschingstreiben erreicht dieser Tage feinen Kulminationspunkt. Allüberall werden Kappensizungen und Mastenbälle abgehalten und in allen Kreisen sezen die Menschen mit fühnem Schwunge über die Schranken hinweg und eilen zuhauf, um des Alltagsleben flägliche Blöße mit buntem Flitterstaat zu behängen. Mit lautem Peitschengeknall und Schellengeflingel braust die wilde Jagd des tollen Prinzen durch das Land. Und wo er einkehrt, da schießt das Blut schneller durch die Adern und glühen die Wangen mehr und mehr, da klingt das Scherzwort und lautes Lachen von den Lippen und ist der Frohfinn König im Reich. Auch gestern wieder hatte sich eine große Narrheit in der Turnhalle eingefunden, um an der schwerwiegenden appensizung des Turnvereins Gießen teilzunehmen. Schon gleich bei Beginn sette die übermütige Laune ein. Der Präsident entbot allen Närrinnen und Narren seinen närrischen Gruß, die Musit begann zu spielen und dann funktionierte die Staatsmaschine des Prinzen Karnevals ausgezeichnet. Lautes Lachen drang von den Tischen und durch den Saal, hoch über die Girlanden hinweg, sausten die Luftschlangen auf das Publikum nieder, der Vorhang hob sich in regelmäßigen Zwischenräumeu und ebenso regelmäßig prasselten gewaltige Beifallssalven durch das Haus. Alles war in Frohsinn aufgelöst. Besonders gut gefielen die Soloszene Von St. Louis zurück", das den bekannten Otto Reutter vom Hamburger Hansa- Theater zum Verfasser hat, die" Pyramiden am dreifachen Trapez und Stühlen, die sehr gut gestellt wurden, das„ Turnen an den großen Reifen" und die Kouplets„ Ein klassischer Hausfnecht“ und„ Jean, Franz und Friz, die drei Café Kellner". Stürmischen Beifall forderten auch die„ Turnfahrts- Szene", der berühmte Kautschufmensch und Bahnafrobat Daß, der Schnellmaler und der Hypnotiseur Behrachini heraus. Die musikalische Unterhaltung besorgten außer der Kapelle eine Quartettmaschine und ein sinnreich konstruierter Musit- Automat. Erst in später Stunde wurde die in schönster Harmonie verlaufene Sigung aufgehoben. P K Weilburg, 5. März. Im Ahäuser Wäldchen entstand gestern ein Waldbrand, der so schnell um sich griff, daß er die ganze Schorung zum größten Teil vernichtete. Mit Mühe gelang es, Herr des Brandes zu werden und weiteres msichgreifen des Feuers zu verhüten. Umsichgreifen des Feuers zu verhüten. Ein 13jähriger Knabe ist verdächtig, den Waldbrand verübt zu haben. § Frankfurt. Wie verlautet, sind die Metzger durchaus nicht geneigt, den Vorschlag der Viehhändler behufs Beilegung der Differenzen ein 1% des Umsatzes an die Vichmarkte bank abzuführen, anzunehmen. Sie vertreten vielmehr die Ansicht, daß der direkte Viehbezug durch die Bant das einzig Richtige sei. Am heutigen Montag stellt die Bank über 100 Stück Hornvieh auf den Markt. K Mainz, 5. März. Domprobst Malzi aus Worms wurde gestern Abend aus der Untersuchungshaft entlassen. (?) Mord in Mannheim. Am Samstag ist in Mannheim, das Die, stmädchen Senges, welches bei der Privatierswitwe Mina Hirsch in Lit. 87, 12 bedienstet war, ermordet worden. Der Kopf der Leiche war durch Schnitte und Hiebe mit einem scharfen Instrument bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Ein Raubmord liegt nicht vor. Man neigt deshalb der Annahme zu, daß es sich mehr um einen Racheaft handelt. Siegener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, neuerdings Trübung und stellenweise( Oberhessen) geringer den 6. März. Borübergehend etwas aufklärend, dann Regen, milder. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich für die Politit und den Inseratentett Ib in Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde in Gießen. Wiener Hof Gießen.] Morgen Fastnacht- Dienstag Großer Klim- Bim, abends Eleganter Lumpen- Abend. Zuverlässiger Heizer gelernter Schmied, findet dauernde Stelle per sofort Friedrich Block Zimmerei Marbura a. L. Braunkoblen- anufaktur- u. Konfet- Dienstmädchen Brikets. Marte Union" empfiehlt preiswert tions- Geschäft einen tüchtigen Lehrling unter sehr günstigen Bedingungen. Hermann Wiessler Buzbach. bon jung verheirateten Leuten per sofort nach Gießen gesucht. Offerten unt. Nr. 6815 a. d. Erp d. Bl. erbe'en. Freibant. Ludwig Ambrosius Dienstmädchen Schweinefleisch 45 Pfs. Gustavsburg bei Mainz. gesucht. Angen Klinik, Gießen. Heute und Morgen. Die beliebten Gießener Pferde- Lose à 1 Mark sind in allen durch Plakate kennt lichen Geschäften zu haben. Biebung 23. März 1.' Js. Souptgewinne: 3 Einspänner, 7 Pferde und Fohlen, Fahrräder, Nähmaschinen, Uhren, silberne Gegenstände u. s. w. Richard Buchader, Hauptvertrieb Gießen, Nenen Bäne 11. Daselbst 11 Lose für 10 Mart. Für Liste u. Porto 25 Pfg. mehr. . 55 Biergrosshandlung Emil Schmall Tel. 83. Gießen, Frankfurterstraße 7 empfiehlt ächt Münchener Bürgerbräu- Bier Culmbacher Bier 99 Löwenbräu99 Tel. 83. Dortmunder Union Pilsenerfowie Frankfurter und hiesiges Bier in Flaschen, Sebinben, Selbstschänker( Syphon à 5 Liter). Reelle Prelse. Aecht Pilsener Urquell nur in Syphons& 5 Liter. Beinlichfte Reinlichkeit der Abfüllung. Für alle Lieferungen Garantie der Originalität. Bekanntmachung Vom 7. März 1. J. ab bis auf weiteres beginnt der Auftrieb von Vieh auf dem Viehmarktplatz um 7 Uhr vormittags. Gießen, den 3. März 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Bekanntmachung. Anmeldungen zum Bezuge der Schott'schen Stiftung( Ostergeld) haben bis zum 1. April 1905 auf dem Armenamt, Neuen- Bäue 25, zu erfolgen. Gießen, den 4. März 1905. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann. Belanntmachung. Stadt- Cheater Giessen. Direktion: Steingoetter. Mittwoch, den 8. März, nachmittags 3½ Uhr Kindervorstellung zu ermäßigten Preisen. Max und Moritz. Ein Bubenstück in 7 Streichen von Leopold Günther. Abends 8 Uhr: 15. Dienstags- AbonnementsVorstellung. In der Zeit vom 25. Februar bis 4. März 1905 Novität! wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit 3,87 Mt. Inhalt, 1 Spazierstod und 1 Butterweck; berloren: 1 Cappes. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenftände belteben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 4. März 1905. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Verdingung. Die Anfertigung von 6 Stück Borhängen für den Erweiterungsbau des Realgymnasiums soll Donnerstag, den 9. März, d. J. vorm. 11% Uhr, öffentlich verdungen werden. Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens zum genannten Zeitpunkt bei uns einzureichen Zuschlagsfrist 14 Tage. - Gießen, den 4. März 1905. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Holzversteigerung. Montag, den 13. März, vormittags 10 Uhr beginnend, werden in dent Saale bei Gastwirt Einwähter zu Ehringshausen( Oberndorf) aus den Domantalwalddistrikten Reine, Hainzenmannskopf, Erlenkopf und verschiedenen Distrikten der Forstwartei Hainbach versteigert: = = - 0,42 Fftm.; Stämme: Eichen 5. Kl. 2 Stück Kiefern 4. Kl. 6 Stück 3,26 Fstm, Lärche 5. Kl. 6 Stüd 2,12 Fftm., Fichten 3. Kl. 1 Stück= 0,43 Fstm.; 4. I. 6 Stüd= 2,93 Fitm. 5 l. 41 Stück= 9,15 stm. Derbstangen: Fichten 1. Kl. 5 Stück= 0,50 Fftm., 2. Al. 25 Stück= 1,06 Fftm. Scheiter: Nm. Buche 284, Birke 2, Aspe 6, Fichte 2. Knüppel: Am. Buche 253, Eiche 6, Birke 55, Aspe 10, Stiefern 15, Lärche 3 Fichte 3. Reisig: Rm. Buche 780( meist Stammreisig) Eiche 26, Aspe 15. Stöde: Rm. Buche 53,( hierunter 10 Rm. Klein gespalten). Nähere Auskunft durch Förster Nahrgang und Forstwartaspirant Krautwurst zu Hainbach. Burg- Gemünden, den 4. März 1905. Großh. Oberförsterei Burg- Gemünden. Kullmann. Holz- Versteigerung. Bei der am 9. d. Mts. in der Wirtschaft der Witwe Friedrich Schmidt hierselbst stattfindenden Holzber steigerung fommen für die Gemeinde Dornholzhausen noch 37 Lindenstämme mit 4,10 Fstm. zum Verfauf und zwar am Schluß der Versteigerung. Groß- Rechtenbach( Kreis Weglar), 4. März 1905. Das Bürgermeister Amt. Holzversteigerung. Bei der am 9. d. Mts. in der Wirtschaft der Witwe Friedrich Schmidt hierselbst stattfindenden Holzversteigerung werden auch aus dem Gemeindewalde Hochelheim versteigert: = 1 Eichenstamm 1. kl. 3,73 Fftm., 4 2. AI. 7,21 stm. und 33. Kl. 2,02 stm. und zwar im Anschluß an Groß- Rechtenbach. = Groß- Rechtenbach, 1. März 1905. Krets Wetlar. Das Bürgermeisteramt. Novität! Familientag. Lustspiel in 3 Aften von Gustav Kadelburg. Beste Gewinnchancen! bel geringem Einsatz! Nächste Ziehung schon 23. März u. folgende Tage d. sehr beliebten günstigen Grossen WohltätigkeitsGeld. Lotteric d. Krankenpflege- Anstalten v. r.Kreuz, Strassb. i- E. Ziehung in kurzer Zeit ohne Abzug. 6052 Baargewinne M. 70000 1. Hauptg. M. 20000 2. Hauptg. M. 10000 3 Hauptg. M. 5000 6049 35000 Los 1 M.Portu.List. 30Pf. versendet das Gen.- Debit Gew. ZUS. 11 Lose 10 Mk. J. Stürmer, Strassb.E. Giessen: R. Buchacker, W. Semmler. Ph. Weiler und Gg. Carl Volk. Wohlriechender Ofenlack Hervorragend billige Preise! Buzpomade Schmirgelleinen Kappusseife Lanolinseife Kardinalseife Waschbläne Aufnehmer Schwed. Zündhölzer Küchenhölzer Seifenpulver. Wichse la. 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Butter und Eier, 6. Bier, 7. Mineralwasser, 8. Eis, 9. Bürstenwaren und Toilettegegenstände, 10. Porzellan- und Glaswaren, 11. Emaillewaren, 12. Schreibmaterialien, 13. Kleider für Krante und Personal, 14. Schuhe für Krante und Personal. b) Das Reinigen des Küchenherdes und der Defen. c) Das Leerfahren der Sentgruben und Fortschaffung Kehrichts. d) Die Abgabe von Knochen, leeren Flaschen und Gespül Die Bedingungen liegen an den Wochentagen, nach Dienstag, den 14. März, vorm. 9½ Uhr beginnend, werden in dem Saale bei Gastwirt Becker in Nieder- Gemünden aus dem Freiherrlich von Schenk'schen Revier Rülfenrod, Distrikten Buchwald, Ranzberg, Hebig und verschiedenen Distriften versteigert: des Stämme: Eiche 28 Stück von 20-38 Ctm. Durchm. und 5-11 mtr. Länge= 14,09 Fstm, Buchen 4 Stück von 33-42 Ctm. Durchm. und 5-9 Mtc. mittags von 3-5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau zur Ein Länge= 2,86 Fitm., Niefern 3 Stüd von 26-33 Ctm. ficht offen. Durchm. und 9-14 Mtr. Länge= 2,71 Fstm., Lärchen 1 Stück von 31 Ctm. Durchm. und 15 Mtc. Länge 1,13 Fftm., Fichten 167 Stück von 12-40 Ctm. Durchm. 63,78 Fftm. und 5-14 Mtc. Länge Derbstangen: Fichten 212 Stüd= 11,20 Fftm. Scheiter: Nm. Buch 32, Eiche 9, Esche 2, Bicke 2, Fichte 9. = Knüppel: Rm. Buche 244, Eiche 25, Esche 4, Erle 2, Aspe 4, Kiefern 2, Fichte 42. Reisig: Rm. Buche 368( zum großen Teil Stammreisig), Eiche 42. Stöcke: Rm. Buche 34, Eiche 2, Fichte 38. Nähere Auskunft durch Freiherrlichen Forstwart Westrupp zu Nülfenrod. Burg- Gemünden, den 4. März 1905. Freiherrliche Forstverwaltung. Kullmann. Offerten find verschlossen und mit entsprechender Auf schrift versehen bis zum Eröffnungstermin: Montag, den 20. März, vormittags 11 Uhr, auf dem oben erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 27. März 1905. Gießen, den 2. März 1905., Gr. Direktion der psychiatrischen Klinik. Tüchtiges Sommer. 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