hr Verdacht gt fich, wie Sie feiner Er treibt rdings an erbrechend): eben, bon gebe, tann leben!" Jen Deiner wohl die sreise im ballon wäre schon aber im eboot!" Grund. soll denn ' mal tant!" er denn veiß ich ber zum at er bon rautant Geig'n ichentt egt!" Jafo! err: Sie fen nie ffer?" udiosus: in! Ein ges Mal ich es n- und wär' ich ah' er= fen!" Nr. 207. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Montag, den 4. September 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Zur Geheimgefchichte des Krieges. Aus diplomatischen Kreisen wird uns geschrieben: Die Londoner Zeitung Daily Chronicle" schrieb dieser Tage:„ Wir haben nicht die Aufgabe, die Erneuerung und Erweiterung des gestern durch ein Morgenblatt angekün digten englisch- japanischen Bündnisses zu bestätigen. Dieser ist wahr, daß diese Erneuerung gewiß ist. ab. Vertrag allein hat Frankreich gestattet, sich seits des Krieges im fernen Osten zu halten und seinen Bundesgenossen die Herrschaft zur See verlieren zu lassen. Wenn Frankreich nicht gewußt hätte, daß der geringste Ver fuch zugunsten Rußlands seine Flotte der unserigen gegen überstellte, so wäre es verpflichtet gewesen, ehrenhalber zugunsten seines Verbündeten zu intervenieren." Neuen Berliner Was das Londoner Blatt hier eingesteht, ist nicht ganz neu, denn die Eingeweihten haben es gewußt, aber die Offen heit des Bekenntnisses ist überraschend. Jetzt ist auch weiteren Kreisen bekannt geworden, daß Frankreich unter dem Druck englischer Drohung der Drohung mit Vernichtung seiner Flotte stand, als es während des russisch- japani. schen Krieges so gar nichts von seiner Bundesgenossenschaft mit Rußland spüren ließ. Frankreich wäre gewiß auch sonst neutral geblieben, denn zu unmittelbarem Eingreifen war es durch seinen Vertrag mit Rußland nicht verpflichtet: aber nur jene Drohung konnte es bestimmen, sich während des Krieges weniger in der Nähe Rußlands als in der Nähe des Bundesgenossen der Gegner Rußlands zu halten. Man mag hieraus entnehmen, wie aufrichtig die Freundschaftsgefühle des amtlichen Frankreich gegenüber England sind. Der Friedensvertrag Die Beauftragten in Portsmouth haben den Wortlau! des Vertrages someit fertiggestellt, daß seine Unterzeichnung wahrscheinlich baldmöglichst erfolgt. Der Waffenstillstand Da mittlerweile der Waffenstillstand von beiden Seiten angenommen worden ist, sc liegt anscheinend kein Hindernis zum völligen Abschluß mehr vor. Die Japaner bestanden darauf, daß das Abkommen über den Waffenstillstand erst nach Unterzeichnung des Friedensvertrages wirksam werde. Beide Teile wurden aber sofort von ihren Regierungen verständigt, daß den Höchstkommandierenden im Felde einstweilen die Einstellung der Feindseligkeiten befohlen worden ist. Da die Stellingen der Armeen von der mongolischen Grenze bis zur Küste von Nordkorea ausgedehnt sind, wird der Befehl zur Einstellung der Feindselig. feiten manche Abteilungen möglicherweise später erreichen. Es könnten sich, menr an einen entlegenen Punkte des Kriegsschauplatzes Detachements sich gegenüberständen, von denen das eine von Waffenstillstand unterrichtet ist, das andere noch nicht, Mißverständnisse ergeben. Lenewitsch und Oyama werden die Grenze feststellen, welche ihre Truppen nicht überschreiten dürfen. Der Transport von Verstärkun gen ist untersagt. Truppen, welche bereits unterwegs sind, dürfen auf der russischen Seite Charbin und auf der japanischen Seite Mukden nicht überschreiten. England ist die größte Seemacht und es will die ein zige Seemacht sein. Seinen Wünschen genügt es nicht, eine größere Kriegsflotte zu haben, als irgend ein anderer Staat, sondern es will auch jeder Koalition von Flotten gewachsen sein. Im englischen Parlament ist wiederholt der Grundsatz ausgesprochen worden, die englische Flotte müsse den beiden nächstgrößten Flotten zusammen überlegen sein. Daß England dieses Ziel verfolgt, ist sein gutes Recht. Um solchen Ehrgeizes willen darf es nicht gescholten werden. Wir würden ihn auch hegen, wenn wir eine große Flotte befäßen, und da wir sie nicht besiben, so wollen wir sie erlangen. Wenn England seinen Ehrgeiz auf eigene Kosten und durch eigene Anstrengungen befriedigt, wenn es jeden Ausbau einer anderen Flotte mit dem doppelten Ausbau feiner Flotte beantwortet, so tut es gleichfalls nur, was feinem Recht entspricht und im gleichen Falle dem Recht Meinungsverschiedenheiten. traut machen, daß gleichwie in Südwestafrika, so auch im Often größere Anstrengungen notwendig sind, um wieder Ruhe und Ordnung zu schaffen. In einer Unterredung hat der Gouverneur von DeutschOstafrika, Graf Gözen, bemerkenswerte Aufschlüsse über die Ursachen des Aufstandes gegeben Graf Götzen glaubt, daß der Ausbruch der Unruhen wesentlich im Aufleben des alten heidnischen Schlangenfultus seine Erklärung findet. Die Priester des Schlangendienstes, die früher im Volte großes Ansehen als Zauberer besaßen, sehen diesen infolge der eindringenden Kultur schwinden. Sie verbreiten also die IrrIchre, die Schwarzen könnten sich durch Rückkehr zu dem alten Gößendienst von allen Abgaben und öffentlichen Arbeiten befreien. Die Fremden müßten natürlich zuerst aus dem Lande getrieben werden. Deshalb richtet sich die Erregung auch nicht etwa allein gegen die deutschen Schutztruppen und Ansiedler, sondern auch gegen Inder, Araber und die eingeborenen Unterbeamten. Allerdings haben diese manchmal sich unnötigerweise verhaßt gemacht. Das Vorschußsystem der fremden Händler, mit der sie die Neger in ihre Gewalt bekommen, ist nicht ohne Schuld. Die Hauptunruhen beschränken sich zurzeit auf die Bezirke Kilwa, Mohoro und Lindi. Die Matumbiberge waren auch diesmal wie früher der Ausgangspunkt der Unruhen. Die Aufständischen führen als Waffen Vorderlader und vergiftete Pfeile, auch einige erbeutete Hinterlader. Geringe Meinungsverschiedenheiten zwischen den japa nischen und russischen Delegierten entstanden in der Man dschureifrage. Japan verlangt, daß die Russen alle Folgen ihrer Verpflichtungen betreffend die Mandschurei tragen und den Japanern alsbald die Kontrolle von Port Arthur und der Halbinsel Liaotung übergeben. Auch wegen der Insel Sachalin mußten die Bevollmächtigten befragt werden. Der japanische Rechtsbeirat wollte das Befestigungsverbot nur in den Worten formulieren: Die Straße von La Perouse bleibt frei und offen. Die Russen setten jedoch schließlich ihren Willen und die Fassung durch, daß auf Sachalin überHaupt keine Befestigungen angelegt werden dürfen. Ferner waren die Japaner der Ansicht, daß die Verpflichtung, diese Insel nicht zu befestigen, eine gegenseitige Verpflichtung beider Mächte sei, während Rußland in dem Glauben, daß diese Abmachung allein für Japan gelte. Baron Komura machte schließlich Witte einen Besuch und verhandelte mit ihm eine halbe Stunde in Gegenwart von Martens und Plancon. Dort wurde eine vollkommene Uebereinstimmung erzielt. jedes anderen entspräche. Darüber hinaus aber dürfte England nicht gehen, ohne den Vorwurf auf sich zu laden, es treibe Räuberpolitik. Das geht heutzutage nicht mehr an. Die öffentliche Meinung würde es nicht dulden, auch die englische nicht. Eine Flottenverbrennung wie die im Hafen von Kopenhagen dürfte sich nicht wiederholen. Englands Flotte war bisher immer den beiden nächststärksten Flotten zusammen überlegen. Vereinigten sich aber drei Flotten, etwa die französische, deutsche und russische, so gab es keine englische Ueberlegenheit zur See mehr. An diese Kombination mag man in England manchmal gedacht haben. Jetzt hat man es nicht nötig, denn die russische Flotte eristiert nicht mehr, und Japan, dessen Flotte die russischen Schiffe zerstört hat, ist mit England verbündet. Der Ausgang des russisch- japanischen Krieges hat also die englische Meerherrschaft neu befestigt. Wenn man in betreff der Urheberschaft eines Krieges dia alte Kriminalistenfrage stellen dürfte:„ cui bono?", d. i. wer hatte den Vorteil?", so würde die Antwort auf England deuten. Und darauf deuten noch andere Umstände. Ohne Englands Bundesgenossenschaft und die feste Zusicherung seiner Hilfe im schlimmen Falle hätte Japan nie den Tigerkagensprung gegen Rußland gewagt. toberflächlicher Bestüc er hätte sich fragen scheinbar wertlose n tönnte. Doch Valentine drückte mit ihren auf das Bela, das do das junge Mädchen Druce gePine den sie so große Hoffnungen gesetzt, der sie vor dem äußer ften Elend retten sollte, nur für einen reichen Kunstfreund fie das bescheidene Heim verlassen, in dem fie so lange gelebt. Sie war sich jetzt klar darüber, daß der Gegenstand, au bie letzte Hoffnung zunichte geworden, und morgen mußte Keine versteckte Kriegsentschädigung. Graf Gößen hält die zur Verfügung stehenden 1800 Mann Schußtruppen für zu schwach in dem großen Gebiet mit ca. acht Millionen Einwohnern. Es sind Werbungen bon Massaualeuten beabsichtigt, aus denen dann vier Kompagnien schwarzer Truppen gebildet werden sollen. Eine längere Besegung der unruhigen Gebiete wird für unerläßlich gehalten. In Petersburg ist von dem Geheimrat Schipow, der Witt für Finanzfragen beigegeben ist, eine Nachricht eingelaufen, nach der alle Gerüchte über irgend welche direkte oder masfierte Geldentschädigung an Japan durchaus unbegründet sind. Japan erhalte nur die Differenz der tatsächlichen Kosten für den Unterhalt der Kriegsgefangenen Rußlands und Japans, die zwar noch nicht ermittelt sei, aber keinesfalls groß sein könne. Die von Rußland abgelehnten japa= rischen Entschädigungsforderungen seien die Hauptursache cruster Verwickelungen gewesen und hätten beinahe den Abbruch der Friedenskonferenz herbeigeführt. Es war nach dem Frieden von Schimonoseki, daß England den Japanern die große und wertvolle Konzession machte, auf die Konsulargerichtsbarkeit in Japan zu verzichten. Japan var damit als gleichberechtigte zivilisierte Macht anerkannt. England tut das nicht umsonst. Es bedang sich dafür aus, daß auf seinen Werften die japanische Flotte gebaut würde. Und diese japanische Flotte, an der England ein Heidengeld verdiente, tat Englands Arbeit, indem sie die russische Flotte im Stillen Ozean vernichtete! Das war als Diplomatenwerf ein Meisterstück, wie es in der Geschichte kaum ein gleiches gibt. Nachdem die japanische Flotte geleistet hatte, was sie für England leisten sollte, erneuerte und erweiterte England sein Bündnis mit Japan, garantierte Japans Erwerbungen in Ostasien und ließ sich seine asiatischen Besitzungen und seine asiatische Einflußsphäre von Japan garantieren. Das war wiederum ein Meisterstück. Wer hat den Krieg in Ostasien veranlaßt? Rußland tat es nicht, denn es war, wie sich gezeigt hat, auf den Krieg nicht vorbereitet und hatte durch Vertrag mit Frankreich den größten Teil seines Heeres an der Westgrenze gefesselt. Japan hat nicht aus eigenem Antrieb gehandelt und hätte ohne deckendes Bündnis den Angriff nicht gewagt. Wer hat den Krieg in Ostasien veranlaßt? Die Antwort liegt auf der Hand. Die Kosten des Krieges. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. * Der kürzlich aus dem Urlaub abberufene Kolonialdirektor Stübel soll, wie verlautet, für einen freiwerdenden Gesandtenposten bestimmt sein, während der jetzige Gouverneur von Deutsch- Ostafrika Graf von Gößen als Stübels Nachfolger genannt wird. Hand in Hand mit diesem Personenwechsel werden Neuerungen im System der Kolonialverwaltung angefündigt. * Die Bewegung gegen die Fleischtenerung zieht weitere Kreise. Die Stadtbehörden in Erfurt, Duisburg, Aachen taten weitere Schritte in der Angelegenheit, die Stadtvertretung Berlins will ebenfalls entsprechende Beschlüsse fassen. An zahlreichen anderen Orten finden Versammlungen statt, die Resolutionen gegen die herrschenden Zustände fassen. Das badische Ministerium hat sämtliche Bezirksämter aufgefordert, unverzüglich Erhebungen über die Ursachen und die Höhe der Fleischnot zu veranstalten. Nach einer ziemlich genauen Schätzung hat die Erhaltung des Heeres im Felde Japan täglich 4 Millionen Mark gekostet; das macht also für eine Zeit von 600 Tagen 2400 Millionen Mark. Die Kosten der Unterhaltung und der Berluste der Kriegsmarine und weiter der Handelsmarine beziffern sich auf 1000 Mill. Mark. Dazu kommen die an Familien, Witwen und Waisen gezahlten Summen, die in Japan von 800 Mark für gemeine Soldaten bis zu 8000 Mark für Obersten betragen. Wahrscheinlich wird der ganze Betrag sich also an 4000 Mill. Mark belaufen. Die Kosten für das Heer werden für Rußland etwa die gleichen wie für Japan sein, denn obgleich es weniger Mann im Felde stehen hatte, mußten sie doch weiter befördert werden. Die Verluste der Marine können auf 600 Mill. Mark geschätzt werden, so daß Rußlands Verluste im ganzen etwa 5000 Mill. betragen werden. Der Hufftand in Deutfch- Oftafrika. * Die vor Neufahrwasser ankernde englische Flotte wird Dienstag früh in See gehen. In Danzig fanden verschiedene Feierlichkeiten anläßlich der Anwesenheit der englischen Seeleute statt, wobei sich auf beiden Seiten herzliches Einbernehmen zeigte. Admiral Sir Arthur Wilson hat ein Telegramm an den Kaiser Wilhelm gesandt, in welchem er das große Vergnügen betont, das die englischen Offiziere beim Zusammentreffen mit den deutschen Kameraden empfunden hätten. Der Kaiser erwiderte:„ Es ist mir eine große Freude, zu erfahren, daß Sie es als Vergnügen empfanden, ihren Kameraden der deutschen Flotte zu begegnen." Die Stadt Flensburg veranstaltete zu Ehren der Offiziere des dort eingetroffenen englischen Torpedobootgeschwaders ein Festmahl. Die wiederholt einlaufenden Hiobsposten bekunden, daß die Unruhen im ostafrikanischen Schutzgebiet nicht so unwesentlich sind, wie es anfangs den Anschein hatte. Nach Privatmeldungen soll die Station Liwale durch die Anfständischen vollständig ausgeraubt sein. In Liwale befanden sich zwölf Soldaten der Schutztruppe, über deren Schicksal nichts bekannt ist. * Pariser Blätter äußern sich mit einer gewissen Befriedigung über den englisch- japanischen Bündnisvertrag. Zwar märe es ihnen lieber gewesen, daß ihr russischer Verbündeter gesiegt hätte; da das aber einmal nicht der Fall sei, so hätten sie Ursache zu der Hoffnung, daß die Japaner mit ihrem langen Löffel in Asien nicht gerade nach den französischen Broden fischen würden; vor solcher Eventualität sei Frankreich durch die englische Freundschaft geschützt. Damit soll angedeutet werden, daß Japan wohl die Absicht haben und ausführen könnte, seinen„ langen Löffel" Diese französische Erwarnach Kiautschon auszustrecken. tung, die übrigens von arger Kurzsichtigkeit Zeugnis ablegt, wird sich, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter erfährt, als unzutreffend erweisen. Richtig ist es ja, daß Kiautschou unbefestigt ist, auch nicht befestigt werden soll oder kann, und daß die Japaner wohl in der Lage wären, Kiautschou zu nehmen, ehe unsere Schiffe zur Verteidigung hinüberfämen. Japan aber wird sich zu einer derartigen RäuberPolitik, die ihm Deutschlands ewige Feindschaft zuziehen würde, um so weniger hergeben, als es an den Folgen des Krieges, den es im wesentlichen für England übernommen hat, noch lange zu tragen haben wird. Auch der englischen Regierung ist die Unflugheit nicht zuzutrauen, etwa Japan Die Meldung ist amtlich noch nicht bestätigt und so kann man noch immer die leise Hoffnung hegen, daß sie sich nich: bestätigen fönnte. Die Ermordung des Bischofs Spies und seiner Begleiter vor einiger Zeit aber fam ebenfalls völlig unerwartet, und man muß sich leider mit der Ansicht ver zu einer folden Bolitik anzuftiften, da es in seinem Intereffe gewiß nicht liegt. Deutschland unwiderruflich in Rußlands Arme zu treiben. Frankreich. ** Wegen der ungenügenden Erklärungen der marokkanischen Regierung in dem Streitfalle mit Frankreich über die Verhaftung des inzwischen freigelassenen Kapitäns stellte Graf Taillandier der marokkanischen Regierung ein UItimatum zu, in dem er völlige Genugtuung innerhalb der angegebenen Zeit verlangte. Man hat Grund, anzunehmen, daß der Sultan dieses Ultimatum erfüllen wird, und ver dankt dieses dem Einflusse des Auslandes, das dahin zu wirken begonnen hat, daß Frankreich nicht schroff behandelt werden dürfe. Inzwischen hat man aber doch in Paris es für notwendig befunden, einen weiteren Druck auszuüben. Trotz der Freilassung Bu Mzians hat Graf Taillandier den Befehl erhalten, mit dem ganzen Gesandtschaftspersonal nach einer ganz kurz bemessenen Frist Fez zu verlassen, wenn der Maghzen nicht den französischen Forderungen nachgibt, dic auf Entschuldigung, Entschädigung und Bestrafung des Raid lauten, der Vu Mzian verhaftet hat. Spanien. ** Eine folgenschwere Bombenexplosion ereignete sich in Vigo. Durch die unverfliegenden Splitter wurden je zwei Perionen getötet und mehrere schwer verletzt. Die Urheber des Anschlages entfamen unerkannt. Ccweden. ** König Oskar von Schweden erklärte einem Redakteur, er sehe nach wie vor von einer schwedischen Kandidatur für den norwegischen Thron ab. Persönlich fühle er sich sehr getränkt, daß man ihm dies in der Presse nicht geglaubt habe. In Karlstadt auf schwedischem Boden tagt die schwedisch- norwegische Kommission zur Lösung der Unionsverbindlichkeiten. Rufeland. ** Am schlimmsten sieht es zurzeit in Raukasien aus. Die Kämpfe zwischen Mohammedanern und Armeniern nehmen kein Ende. Die Stadt Schuscha steht in Flammen. Die umliegende Niederung ist von bewaffneten Tataren erfüllt, den dahin entsandten zwei Bataillonen soll Artillerie folgen. Die Bewohner der Umgegend flüchten in die Berge. Im Dorfe Muchranj ist ein Teil der Mauer des Gutshofes des Fürsten Bagration Muchranski mit Dynamit in die Luft gesprengt worden. In der Nähe von Gori ist Fürst Erisow ermordet worden. Eine Abordnung der Armenier von 20 faukasischen Städten sprach in einer dem Statthalter überreichten Adresse dem Kaiser seine Loyalität aus. Der Statthalter sprach darauf die Hoffnung aus, daß ihm die Beruhigung des erregten Landes gelingen und die armenische Intelligenz zur Feststellung der Ursachen des blutigen Konflikts zweier Bevölkerungsgruppen mitwirken werde.- In Kiew wurden geheime Waffendepots vorgefunden. Sechs Armenier, zwölf Soldaten und ein Feldwebel wurden verhaftet. Die Untersuchung ergab, daß in den Zeughäusern der Garnison viele Patronen und Gewehre gestohlen wurden. Der berhaftete Feldwebel und die Soldaten haben den Armeniern die Waffen für die revolutionäre Partei im Kaukasus geTiefert. In einem Personenzuge der Weichselbahn bei Ljublin wurde eine Höllenmaschine entdeckt. Die Eisenbahnbrücke bei Nalentschow ist durch Dynamit beschädigt worden. Das Kriegsgericht in Warschau verurteilte den Sozialistenführer, früheren Redakteur des„ Posener Volksblattes", Johann Kasprzak, der bei der Entdeckung einer Geheimdruckerei vier Polizeipersonen tötete, trot ärztlich fonstatierten Irrsinns zum Tode durch den Strang und feinen Genossen Ingenieur Benedikt Gurzmann zu 15 Jahren Zwangsarbeit. Alien. ** In China wurde ein kaiserliches Edikt veröffentlicht, in dem es heißt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten der chinesischen zugesichert habe, das chinesische Kaufleute, Studenten und andere Reisende, die Amerika besuchen, dort höflich aufgenommen würden. Das Edift wendet sich an das Volk mit dem Ersuchen, ruhig und geduldig die Verhandlungen zur Revision des chinesisch- amerikanischen Vertrages abzuwarten und von dem Boykott ameritanischer Waren abzulassen. Hof und Gesellschaft. Anläßlich der silbernen Hochzeit des Kaiser. paares bewilligten die Stadtverordneten von Königs hütte 50 000 Mart zu einer Stiftung für das dortige Kin der- und Altenheim. *** Der Reichskanzler Fürst Bülow traf von Norder. ney in Berlin ein, um dem Kaiser Vortrag zu halten, und reist zu längerem Aufenthalt nach Baden- Baden. ** Prinz Arthur von Connaught hat sich zu den Manövern nach Deutschiand begeben, denen beizuwohnen er von Kaiser eingeladen ist. Heer und flotte. Die Berliner Herbstparade verschoben. Auf Befehl des Kaisers ist die für den Sedantag, 2. September, angesetzte Parade des Gardekorps, die alljährlich stattfindet, verschoben worden. Das schlechte Wetter der letzten Tage ist die Ursache zu der Verschiebung gewesen. Das Paradeterrain, das Tempelhofer Feld, ist durch den anhaltenden Regen total aufgeweicht. Die Parade wird später abgehalten. Nab und fern † Fran Minister von Budde verunglückt. Die Gattin des Eisenbahnministers von Budde wurde in Heringsdorf, wo Sie mit ihrer Familie weilte, von einem Unglücksfall betroffen. Sie war mit ihrem Gemahl zur Besichtigung der englischen Flotte nach Eminemünde gefahren. Bei der Rückfehr glitt sie auf dem schlüpfrigen Landungsstege aus und brach den rechten Fuß. † Ein Automobil in den Rhein gefahren. Oberhalb Aßmannshausens fuhr ein mit Belgiern besetztes Automobil in den Rhein. Zum Glück passierte in diesem Augenblick ein Schiff die Unfallstelle, und nur diesem Umstande verdankten es die Insassen des Kraftwagens, daß sie vor dem sicheren Tode bewahrt wurden. Bei Zwickau verunglückte im Automobil der zu einer Konsultation nach Glauchau berufenc Er blieb sofort Obermedizinalrat Professor Dr. Karg. tot. Sein Begleiter erlitt einen Schädelbruch, der Chauffeur kam mit dem Schrecken, davon. † Gefälschte Gewerbescheine. In Köln wurde ein ange sehener Beamter aus Koblenz verhaftet. Er hat Getverbe scheine gefälscht und durch einen Händler in Köln an andere Händler verkauft. Zahlreiche Händler, die die Falsifitate benugten, wurden ebenfalls verhaftet. + Explosion und Feuersbrunst. In Bevent in Westpreußen entstand durch Explosion von Benzin eine großc Feuersbrunst. Drei am Markte belegene Geschäftshäuser wurden ein Opfer der Flammen. † Ein Greis als Brudermörder. In Frauenzell bei Bayreuth lauerter ein 70jähriger Mann seinem betrunken vom Wirtshaus heimkehrenden Bruder auf und erschlug ihn mit einem Beil. Nach der schrecklichen Tat legte sich der Bruder. mörder ruhig zu Bett und ließ die mit Blut und Haaren besudelte Mordwaffe in seiner Wohnung liegen. † Ausbruch des Vulkaus auf Stromboli. Der Vulkan au der im Tyrrhenischen Meere belegenen Insel Stromboli. der seit Menschengedenken dampft, ist jetzt zum Ausbruch ge kommen. Lavamassen, Aschenregen und erstickende Schwefel dämpfe machen die Insel unbewohnbar. Die Ernte ist ver nichtet. Die Bewohner fliehen auf Booten auf benachbart: Inseln. † Eisenbahn- Unglück. In der Nähe von Chelmsford entgleiste ein von London nach dem Badeorte Cromer fahrender Zug. Er rannte auf das Stationsgebäude auf und ging dabei vollständig m Trümmer. Zehn Personen fanden bei der Katastrophe ihren Tod, zwanzig wurden verletzt. † Wieder ein Unglück beim Scemanöver. Während eines Nachtmanövers vor Pola wurde das Torpedoboot 36" von dem Tervedoboot„ Cobra" angefahren. Das Boot 36" sant sofort. Die Besatzung rettete sich. Die„ Cobra" fehrte cbenfalls beschädigt in den Hafen zurück. † Erdbeben in der Stadt des Friedensschlusses. In Ports. mouth in Amerika wurden drei starke Erdstöße verspürt. Die Gebäude schwankten, und unter den Bewohnern des Hotels Wentworth, wo die russischen und japanischen Friedensdelegierten wohnen, kam es fast zu einer Panik. Das Erdbeben wurde entlang der Küstenlinie 20 Meilen nach jeder Richtung verspürt; an manchen Orten wurde auch ein dumpfes donnerähnliches Rollen vernommen. Vielfac glaubte man, daß Pulvermagazine des Portsmouther Marinearsenals, wo Martens und Dennison an der Fertig. stellung des russisch- japanischen Friedensvertrages arbeiteten. in die Luft gesprengt seien. Einbruchdiebstahl. In Halle wurden bei Nachtzeit drei Geschäfte ausgeraubt. In einer Belzwarenhandlung fielen den Einbrechern für 12 000 Mark Waren in die Hände. † Zersprungenes Schwungrad. Auf dem Eisenwerk„ Rote Erde" zu Dortmund zersprang das neun Meter hohe Schwungrad. Die umberfliegenden Teile zerstörten das Dach und töteten einen Arbeiter. † Fener in einem Konfektionsgeschäft. In Barmen wurde das Modewaren- und Damenkonfektionsgeschäft von Gebrüder Alsberg durch Feuer stark beschädigt. Der Schaden beläuft sich auf 80 000 bis 100 000 Mark. † Folgenschwere Petroleum- Explosion. In Köln entstand im Keller eines Farbengeschäftes eine Petroleum- Explosion. Von drei im Keller beschäftigten jungen Leuten fand einer den Tod durch Ersticken, der zweite wurde schwer verletzt, und nur dem dritten gelang es, aus dem brennenden Keller zu fliehen. † Veruntreute Gelder. In Wörlitz ergab eine Revision der Stadtkasse einen Fehlbetrag von 7000 Mark in bar und 12 600 Mark in Papieren. Auf dem verstorbenen Bürgermeister Eiserbeck ruht der Verdacht, die Gelder veruntreut zu haben. † Verunglückter Luftschiffer. In Greenville in Amerika stieg der Luftschiffer Boldwin vor 20 000 Menschen auf. In einer Höhe von 1500 Fuß erfolgte eine Explosion von Dynamit. Der Luftschiffer und sein Ballon wurden in Stücke gerissen. Tages- Chronik. In Posen nimmt der Typhus wieder zu; es werden täglich neue Fälle gemeldet. - Im Elsaß ist stellenweise Schneefall eingetreten. Kunft und Wiffenfchaft. MP Laudentdeckungen durch die Grönland- Expedition. Professor Nathorst in Stockholm hat einen Brief aus Reiljavik auf Island von dem schwedischen Leutnant Bergendahl erhalten, welcher an der Grönlanderpedition des Herzogs von Orleans teilnimmt. Danach entdeckte man an 27. Juli, als man das Kap Bismarck passierte, ein neues unbekanntes Land, auch zeigte sich, daß das Kap Bismard auf einer großen Insel liegt, nicht auf dem Festlande, wie bisher angenommen wurde. Das Land wurde so gut wie möglich fartographiert und erhielt den Namen Terre de France, darauf ging man weiter nordwärts bis zu 78 Grad 16 Minuten. Weiter konnte man nicht vordringen, woraui das Schiff wieder südostwärts steuerte. Die Expedition wird am 10. September in Ostende erwartet. Die Cholera- Gefabr. ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) In Westpreußen ist die Cholera. Das steht fest und wird amtlich ganz unverhüllt zugegeben. Sie ist von Rußland cus eingeschleppt und hat sich nach Galizien zu weiter ver. breitet. Indessen ist kein Grund zu irgend welcher Beunruhigung vorhanden. Die Fälle traten vereinzelt auf. Ueberall fungiert der Melde- und Beobachtungsdienst aufs prompteste, und es ist für eine Isolierung der erfrankten Personen gesorgt. Auch wendet man den Anfömmlingen cus dem Zarenreiche, besonders den Flößern, ein aufmerf. sames Augenmerk und eine ständige Ueberwachung zu, so daß man mit Sicherheit darauf rechnen darf, daß der Einbruch des bösen Gastes vorübergehen wird, ohne daß es zu einem epidemischen Ausbruch komme. Wie in einer durchaus heruhigend wirkenden amtlichen Mitteilung über den Stand der Seuchengejahr zugegeben wird, ist die Möglichkeit, daß im laufenden Jahre mit einer Einschleppung der Cholera gerechnet werden müsse, schon längst ins Auge gefaßt worden. Schon im Januar dieses Jahres sind die Regierungen der deutschen Staaten durch ein Rundschreiben des Reichsamts des Innern darauf hinge. wiesen, so daß das Auftreten einzelner Seuchen jälle sie nicht unvorbereitei triiit. Als Mitglied des internationalen Berbandes zur Bekämpfung der Infektionsfranfheiten hat Rußland die Pflicht, den Bureaus des Verbandes in Berlin und Paris alle Cholerafälle zu melden. Rußland hatte aber seiner. seits angezeigt, daß infolge der Unruhen im Kaukasus diese Cholerameldungen eingestellt werden müßten. Man batte daher seit längerer Zeit keine Ahnung vom Stande der Cholera in Rußland, und so fonnte sie mit größerer Leich tigkeit in das Weichselgebiet vordringen. ** Dr Grokh ang in Gießen Bas Silbane Areu Großmütigen verlieh ** Der Groß Steiner Wildpart ei Im Laufe diefer Burg Friedberg un Später wird der L Einladung des Raife Großherzogin ve Wolfsgarten. Kaiserpara Zuschauern ohne der Parade wird am Buschauer, welde oder die Stepplie Zum Glück stehen wir heute den Versuchen der Cholera, in das westliche Europa cinzubrechen, weit mehr gerüstet gegenüber wie früher. Während in den Jahren 1892 und 1893 alle Vorschriften und Einrichtungen zur Abwehr der Seuche neu geschaffen und erst erprobt werden mußten, ist nunmehr durch das Reichsseuchengesetz vom 30. Juni 1900 die Grundlage zu einem einheitlichen Vorgehen im ganzen Reiche gegeben, und außerdem sind durch die vom Bundesrat im Januar vorigen Jahres erlassenen Ausführungsvorschriften zur Bekämpfung der Cholera die zu ergreifenden Maßnahmen in allen Einzelheiten geregelt. Die Erjah. rungen, die während der Cholerajahre 1892 und 1893 gesammelt werden konnten, sowie die seitdem gemachten Hortschritte der Wissenschaft sind in diesen Ausführungsvorschriften verwertet. Es wird sonach bei eintretenden Cholerafällen wesentlich darauf ankommen, die eingehenden, für das gesamte Reichsgebiet gleichmäßigen Anordnungen kraftvoll durchzuführen. Gegen übertriebene, Handel und Verfehr unnötig belästigende Maßnahmen bieten sowohl die für das Inland erlassenen Vorschriften als auch die Bestimmungen der internationalen Sanitätskonvention von Dresder: aus dem Jahre 1893 ausreichenden Schuß, insofern darin die Grenzen genau gezogen sind, über die bei der Anordnung von Verkehrsbeschränkungen nicht hinausgegangen werden darf. besonders füblich D Ober- Erlenbach nad Erlenbach nadh barbe ** Sonderzüg bahn- Berkehrs- Jnipe Intereffe der Befuche Saife parade bei Hom Lage morgens 5,25 Bilbel und nach Be ein Sonderzug um 2,59 in Gießen entri Wagenklasse. F muzen wünschen, laffende Personenz lich bet beiden Bi ift die Einrichtun am 7. d. Mts., in 7 Uhr Vorverkauf Wo immer im westpreußischen Weichselgebiet sich auch nur choleraverdächtige Fälle zeigen, wird sofort von behördlicher Seite das nötige verfügt, um eine Ausbreitung zu verhindern. Dasselbe geschieht in Galizien, wohin die Krankheit von Westpreußen aus weiterverschleppt ist. Auch das österreichische Ministerium des Innern hat sofort die Behörden mit den entsprechenden Weisungen versehen, und der volle Sicherheitsdienst ist in Wirksamkeit getreten, seit die vier in der Gemeinde Padernarodowa aufgetauchten Fälle, von denen drei tödlich verlaufen sind, und denen inzwischen noch die Erkrankung eines Kindes gefolgt ist, als asiatische Cholera erkannt wurde. Ebenso werden die deutschen Nordseehäfen, wohin sich der Strom der russischen Auswanderer vorzugsweise zu lenfen pflegt, sorgfältig überwacht, zumal seit in Hamburg ein Cholerafall unter diesen Auswanderern festgestellt wurde. Die dortige Polizeibehörde hat die Beförderung russischer Auswanderer über Hamburg bis auf weiteres untersagt. Die Hamburg- Amerika- Linie hat infolgedessen Anordnungen getroffen, daß russische Auswanderer nicht mehr nach Hamburg gesandt werden. Dadurch wird die bereits von Washington aus angeordnete Absendung amerikanischer Sachverständiger nach Hamburg zum Zwecke der Verhinderung des Transports verdächtiger Passagiere nach den Vereinigten Staaten gegenstandslos. Um keine Vorsichtsmaßregel außer acht zu lassen, ist von der amerikanischen Einwanderungsbehörde eine Verordnung erlassen worden, nach der sich die nach den Vereinigten Staaten bestimmten Zwischendeckspassagiere sechs Tage vor Antritt ihrer Reise in den Einschiffun jäfen einzufinden haben. Nach alledem darf man das feste Zutrauen hegen, daß es dem zielbewußten und pflichtmäßigen Vorgehen der Behörden gelingen wird, die Seuche bald zu unterdrücken. Selbstverständlich muß darauf gerechnet werden, daß das Publikum allerorten, besonders aber in den gefährdeten Gegenden der als verseucht zu betrachtenden Weichsel, Neße und Warthe, durch verständiges Verhalten, namentlich durch Fernhalten von dem verseuchten Wasser, die Bemühungen der Behörden tatkräftig unterstützen. * Eine amtliche Mitteilung besagt: Bis zum 2. September mittags sind in Preußen insgesamt 43 Erkrankungen und 17 Todesfälle an Cholera gemeldet worden, zwei davon in Baaris und Warnikeim, Kreis Rastenburg in Ostpreußen. Zu den im Stromgebiet der Weichsel, Brahe, des Brom berger Kanals und der Neße errichteten 16 Ueberwachungs. stellen sind hinzugefommen je eine in Filehne und Zantoch a. Nezze, in Landsberg a. Warthe, in Küstrin und Gließen a. Oder, in Oderberg am Finowkanal, sowie in Köpenid a. Spree. Bei den Ueberwachungsstellen sind bis jetzt 8 Sa nitätsoffiziere, 2 Marinesanitätsoffiziere und 12 Kreis assistenzärzte, im übrigen praktische Aerzte tätig Vermischtes. Roosevelt, der Degenhaner. Ein französischer Ge schichtsschreiber hat dem Präsidenten Roosevelt einen eigen tümlichen Beinamen zugelegt. Er macht darauf aufmerk. sam, daß früher niemand gerade Roosevelt die Rolle als Friedensstifter zugetraut hätte, und beruft sich unter anderem auch auf das Zeugnis deutscher Professoren, die auf dem Münchener Historiker- Kongreß Roosevelt einen„ Degenhauer" genannt hätten. Offenbar haben die Professoren ton einem„ Haudegen" gesprochen. Zahnoperation an einer Giftschlange. Im Zoologischen Garten zu Newyork litt eine große Brillenschlange an Zahngeschwüren, die an den Giftzähnen saßen. Um das wertvolle Tier am Leben zu erhalten, wurde es gereizt, bis es den Nachen aufsperrte. Dann wurde ein Holzblock hineingestoßen, so daß der Nachen offen stehen blieb, und nun zeg ein Zahnarzt der Schlange in aller Ruhe die Giftzähne aus. Jeder war 2½ Zoll lang, und an den Wurzeln befand sich ein Säckchen mit zehn Tropfen Gift. - = Eine amerikanische Erbschaft. Vor Jahren war ein armer Remscheider Arbeiter nach Amerika ausgewandert. Auf der Ueberfahrt konnte er mit eigener Lebensgefahr das Kind eines reichen Amerikaners vom Tode des Ertrinkens retten. Eine ihm gebotene Belohnung wies er zurück mit dem Hinweise darauf, daß er nur seine Pflicht erfüllt habe. Vor kurzem erhielt nun der inzwischen aus Amerifa zurück gekehrte und nach wie vor in dürftigen Verhältnissen Icbende Remscheider vom amerikanischen Konsulat in Barmen die Mitteilung, daß der vor einiger Zeit verstorbene Amerifaner den Retter seines Kindes nicht vergessen, sondern ihm testamentarisch 25 000 Dollars vermacht habe. ** * Zu der ungsperiode des heffen wurden folg Landwirt L. Schu in Grünberg, Bei wirt W. Neidhardt Beith in Heuchelh in Borsdorf, Kau meindeeinnehmer Rentner Jakob He fin Villingen, Lan bergen, Beigeordn K. Ringshausen Kegler 5. in Gr Allendorf a. d. Lum Kaufmann Mar Ph. Aling 3. in Wolf, Landwirt Leo flafterer Ph. Pfeff Hofmann in Friedb Theim, Fabrifant O Bernh. Jamin in 2 Fauft in Sandlofs, K. Schütz in Larder Landwirt August 3000 direktorium hat eine auf die Entdeckung letzter Zeit sehr bei marfscheine im Uml Beobachtung eine Fa Mi Nachbildungen& eebenso wie diese link Datum und die gleic Die bis jept angehalt aber in verschiedenen male find, daß die Einhundert Mark" u Qu ift, wodurch die S Der große Adler während die echten Haben. Die übrigen ** Die Darm berzoglichen Behörde vergiftung nach zu Anfang des vor Inftitut der Land geben, daß fie dur zustande gefomme Fleischbergiftungs find. Die betref und die biologi bazillen zeigen, als auch aus den Der Leber einer bie fraglichen fonnte bis jetzt no ** In Gi * gegründet. ** Jagd. die Jagd in Feld ** Die heffi m 7. September 1.1. Jahresversamml * Entwertu Belanntmachung des Bundesrat angeord Marten für die Inv Mebung entwertet wer Formular für Quittu Bitpuntt ab ausilie 3 Allt Be Bland die und Paris aber feiner ufajus dieje Man batte Cokales. 3. September 1905. ** Der Großherzog hat dem Prokuristen Friedrich Bang in Gießen, bei der Firma Bender& Co. daselbst, Entwertung der Marken darf nur in der Weise erfolgen, daß auf den einzelnen Marken Handschriftlich oder durch Stempel der Entwertungstag in Biffern, z. B. für den 2. Oftober 1905 2. 10. 05" oder für den 25. Januar 1906 25. 1. 06", deutlich angegeben wird. Zur Entzu verwenden. Sie darf nur in der Weise vorgenommen werden, daß die Marke nicht unfenntlich wird. dicht mit Menschen besetzt, die alle das Feuer umstehen und so unter Gesang patriotischer Lieder eine einfache, aber würdige Sedanfeier begehen. Lollar, 3. September. Die Rotlaufsenche unter dem Schweinebestand des Anliegers Friedrich Bierau worden. Stande der das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des wertung ist Tinte oder ein ähnlicher festhaltender Farbstoff dahier ist erloschen und die verhängte Sperre aufgehoben Berer Led Großmütigen verliehen. er Cholera, hr geristet 1892 und Abwehr der mußten, ist Juni 1900 im ganzen Bundesrat hrungsvor ** Der Großherzog erlegte am Samstag im Kranichsteiner Wildpart einen Zwölfender und zwei Damhirsche. Im Laufe dieser Woche begibt sich der Großherzog nach Burg Friedberg und von dort einige Tage ins Manöver. Später wird der Landesherr nach Mainz reisen und auf Einladung des Kaisers an der Kaiserparade teilnehmen. Die Großherzogin verbleibt während dieser Zeit im Schloß Wolfsgarten. * Kaiserparade. Bezüglich des Aufstellens von * rgreifenden Zuschauern ohne Tribünen- oder Stehplazkarten bei graphendienst verantwortlichen Eisenbahntelegraphisten Die Erjah 1893 ge najten Fort ngsvorschrif en Cholerahenden, für ingen fraftI und Verohl die für Bestimmun Dresder Fern darin nordnung gen wersich auch n behörd: 31 reitung vohin die t ist. Aud t sofort die erichen, und etreten, Seit getauchten denen in folgt ist, wohin fich sweise zu Hamburg tellt wurde. g russischer unterjagt. Anordnun mehr nad bereits von erikanischer Verhinde ch den Ver Vorsichts: meritanijdjen en worden, bestimmten ihrer Reije en, daß es der BeCerdrüden. daß das efährdeten chiel, Neze ntlich durch ihungen der September fungen und ei davon i Ostpreußen des Brom erwachungs ind Zantod und Gließen in Köpenid jetzt 8 Ga 12 Kreis cher Ge nen eigen af aufmerf Le Rolle al hunter an oren, die auf einen„ Degen 30ologijden enfchlange an - der Barade wird amtlich bekannt gemacht, daß diejenigen Zuschauer, welche nicht mit Karten für die Tribüne oder die Stehpläße versehen sind, am Drahtzaun- besonders südlich Ober- Erlenbach an den Wegen von Ober: Erlenbach nach Nieder- Erlenbach und von NiederErlenbach nach Harheim Aufstellung nehmen können. ** Sonderzüge zur Kaiserparade. Die Eisen bahn- Verkehrs- Inspektion- Gießen schreibt uns: Im Intereffe der Besucher der am 8. d. Mts. stattfindenden Staiser parade bei Homburg v. d. H., verkehrt an diesem Tage morgens 5,25 ein Sonderzug von Gießen nach Bilbel und nach Beendigung des Manövers ebenfalls ein Sonderzug um 1,20 nachmittags ab Vilbel, der 2,59 in Gießen e'ntrifft. Beide Züge führen nur 2. und 3. Wagenklasse. Für Besucher, die die 4. Klasse zu benußen wünschen, steht der 4,30 morgens Gießen ver lafsende Personenzug zur Verfügung. Da voraussichtlich bei beiden Zügen starker Andrang zu erwarten ist, ist die Einrichtung getroffen, daß schon tagszuvor, also am 7. d. Mts., in der Zeit von morgens 7 bis abends 7 Uhr Vorverkauf der Fahrkarten stattfindet. *** zu der am 26. September beginnenden Siz ungsperiode des Schwurgerichts für die Provinz Oberheffen wurden folgende Hauptgeschworenen ausgeloft: Landwirt L. Schudt in Wetterfeld, Fabrikant K. Repp in Grünberg, Beigeordneter Diehl in Laubach, Land: wirt W. Reichardt in Rabertshausen, Landwirt Adolf Veith in Heuchelheim bei Nidda, Rentner H. Strauch 3. in Borsdorf, Kaufmann Fr. Habenicht in Gießen, Gemeindeeinnehmer Ph. Amend 3. in Allendorf a. Lahn, Rentner Jakob Heller in Lich, Rechner Konr. Koch 6. in Villingen, Landwirt Theobald Meiniger in Heldenbergen, Beigeordneter Müller in Grebenhain, Müller 8. Ringshausen in Lißberg, Land- und Gastwirt 2. Steßler 5. in Großen- Linden, Müller Louis Frey in Allendorf a. d. Lumda, Kaufmann Mar Hochstätter und Kaufmann Mar Friedberger in Gießen, Rentner Ph. Kling 3. in Ober- Mörlen, Bürgermeister Nos in Wolf, Landwirt Leonhard Arnold 3. in Burkhardsfelden, Pflasterer Ph. Pfeffer 3. in Annerod, Kaufmann Elias Hofmann in Friedberg, Megger Gg. Haas 2. in Affenheim, Fabrikant Otto Schäfer in Büdingen, Landwirt Bernh. Jamin in Vilbel, Landwirt und Bürgermeister Faust in Sandlofs, Rechner Nies in Bergheim, Fabrikant K. Schütz in Lardenbach, Bürgermeister Roth in Kaichen, Landwirt August Karl 1. in Ranstadt. 3000 Mt. Belohnung. Das Reichsbankdirektorium hat eine Belohnung bis zu 3000 Mt. ausgesetzt auf die Entdeckung von Reichsbanknotenfälschern, welche in lester Beit sehr bei der Arbeit sind. Besonders sind Hundertmartscheine im Umlauf, welche nur bei ganz aufmerksamer Beobachtung eine Fälschung erkennen lassen. Sie sind fämtlich Nachbildungen der Emission vom 1. Juli 1898, baben ebenso wie diese linksseitig Fasern und tragen das näml.che die bis jetzt angehalten wurden, tragen die 3 ffern 0788904, aber in verschiedenen Zusammenstellungen. Besondere Mertmale sind, daß die Farbe in den Worten„ Reichsbanknote Einhundert Mark" und in der Biffer 100" dick aufgetragen ift, wodurch die Schrift erhaben und glänzend erscheint. Der große Adler auf der Vorderseite hat Kreuzsraffierung, während die echten Scheine Kreuz- und Vertikalschraffierungen haben. Die übrigen Fälschungen sind ziemlich plump. ** Die, Darmst. Big." schreibt: Die von den Großherzoglichen Behörden veranlaßte Untersuchung der Massen vergiftung nach dem Genuß von Pudding in König i. D. zu Anfang des vorigen Monats, welche von dem Hygienischen Institut der Landesuniversität vorgenommen wurde, hat er geben, daß sie durch die Einwanderung von Mitro- Organismen zustande gekommen ist, die zu der Gruppe der Gärtnerschen e Profesoren Fleischvergiftungsbuzillen, Bac, enteritidis Gärtner, zu rechnen find. Die betreffenden Bakterien, die für Tiere pathogen sind und die biologischen Eigenschaften der Fleischvergiftungsbazillen zeigen, fonnten sowohl aus der Puodingspeise selbst als auch aus dem Stuhlgang erkrankter Personen, sowie aus ber Leber einer verstorbenen Frau gezüchtet werden. Wie die fraglichen Bazillen in den Budding gekommen sind, tomnte bis jetzt noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden. *** In Gießen hat sich ein neuer Fußball Klub *** Jagd. Mit dem 1. September ist in Hessen ** Die hessische Konferenz für Heidenmission hält am 7. September in der Burgkirche zu Friedberg ihre 11. Jahresversammlung ab. en. Um das s gereizt, bis Solzblock hin Lieb, und nun die Giftzähne Burzeln befan bren war ein gegründet. usgewandert die Jagd in Feld und Wald wieder eröffnet. ensgefahr dai Des Ertrintens er zurüd mit t erfüllt habe merita zurid Verhältniffen lat in Barmen orbene Ameri , sondern ihm * Entwertung der Invalidenmarten. Nach Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 3. Juli hat der Bundesrat angeordnet, daß vom 1. Oftober ab alle Marken für die Invalidenversicherung alsbald nach der Einflebung entwertet werden müssen. Zugleich ist ein neues Formular für Quittungskarten festgefeßt, das vom gleichen Beitpunkt ab ausschließlich ausgegeben werden wird. Die ** Eisenbahntelegraphisten und Bahuunfälle. Anläßlich des Spremberger Unglücks druckt die„ Zeitschrift für Eisenbahn- Telegraphen- Beamte" einen an Dr. Eduard Engel- Berlin gerichteten offenen Brief ab, der u. a. folgende Auslassungen enthält:„ Der Spremberger Unfall wäre entschieden vermieden worden, wenn die Station Spremberg oder Schleife außer dem diensttuenden Stationsbeamten noch einen, für den Telebesessen hätte. Der Telegraphist hätte speziell hier als Kontrollbeamter gedient und den Fahrdienstleiter entsprechend ergänzen bezw. warnen fönnen." Als ErAls Er läuterung diene Ihnen, Herr Doktor, noch folgendes: Der Eisenbahntelegraphist hat auf größeren Stationen nur die Bedienung der Morse- Telegraphenapparate, also auch das Anbieten, Ab-, Durch- und Rückmelden der Er untersteht instruktionsgemäß Züge zu bewirken. dem dienstversehenden Fahrdienstleiter. Dieser gibt für jeden Fall besonderen Auftrag. Ihm unterliegt ferner nach Auftrag die Bedienung der Läutewerke und besonders des Telephons. Die direkten oder Fernleitungen sind vielfach vom Zugdienst getrennt und werden besonders bedient. Auf Stationen, wo eine solche Trennung noch nicht stattgefunden, unterliegt diese Bedienung noch nicht stattgefunden, unterliegt diese Bedienung ebenfalls dem den Zugmeldedienst versehenden Eisen ebenfalls dem den Zugmeldedienst versehenden Eisenbahn- Telegraphisten. Auf kleineren Stationen hatte früher der Eisenbahn- Telegraphist die Bedienung der Fahrkartenschalter, die Expedierung und Tarifierung der Gepäck- und Güterstücke gleichzeitig zu bewirken und da, wo noch Eisenbahn- Telegraphisten auf solchen und mittleren Stationen vorhanden sind, geschieht solches noch heute. Trotz dieser vielseitigen Verwendbarkeit ging die Verwaltung aus Sparsamkeitsrücksichten und um, wie fie selbst angab, mit einer Kategorie von Spezialisten aufzuräumen", dazu über- 1901- die ganze Kategorie aufzulösen bezw. auf den Aussterbe- Etat zu sehen. Die 1901er Neuorganisation des Telegraphendienstes, die für diesen Dienstzweig in Zukunft pro Dienstelle nur noch je einen Assistenten als Aufsicht und zur Bedienung Damen,( welche in dem Zugmelde- bezw. Nachtdienst nie wechseln) und Wetchensteller borsieht, ist meines Grachtens der größte Fehlgriff, den die Verwaltung die berufen ist, fein Mittel, welches der Sicherheit des Verkehrs dienen kann, unversucht zu lassen- feine Kosten, die zur Lebenserhaltung des Publikums dienen können, zu - - - scheuen begangen hat. Der Verfasser führt sodann an, daß heute vielfach ungeeignetes Personal im Eisenbahn- Telegraphendienst zur Verwendung gelangt und fährt darauf fort: Die Telegraphie wurde früher„ die Seele der Eisenbahn" genannt und sie ist es auch in Wirklichkeit. Unterbindet oder schädigt man diesen Eisenbahnlebensnerv, wie es jetzt geschieht, weiter, so werden böse Folgen ganz bestimmt nicht ausbleiben. Heute unterstüßen und regulieren alle noch vorhandenen Eisenbahn- Telegraphisten die seit 1901 in den Telegraphendienst eingestellten minderwertigen Telegraphenpersonale; find aber die jetzt noch vorhandenen 1832 Eisenbahn- Telegraphisten erst einmal weiter bedeutend zusammengeschmolzen, dann fehlt bet besonderen Anlässen, wie Wagenmangel, Verunglückungen, Notstand, Manöver und wovor uns Gott behüten möge Mobilmachungen, der Eisenbahnverwaltung das dann so dringend nötige Telegraphenersaßpersonal; den gefährlichen, verantwortungsvollen Telegraphen- Bugmelde heute dienst auf großen Stationen überläßt man wie früher den Eisenbahntelegraphisten, die leichteren Diensttouren hingegen versehen die genannten Aushilfsfräfte und die Damen. Hätte Spremberg oder Schleife außer dem Fahrdienstleiter einen mitverantwortlichen Eisenbahn- Telegraphisten besessen, dann wäre aus dem 7. August nicht der gräßliche Unglückstag für die Preußische Eisenbahn- Verwaltung entstanden...... Ich habe zu erklären versucht, wie wir Telegraphisten und viele Assistenten uns eine Verhütung des Spremberger Unfalles gedacht haben, besonders auch deshalb, weil, einem hier umlaufenden Gerücht zufolge, ein den Telegraphen dienst dortselbst wahrnehmender Hilfsweichensteller dem betr. Fahrdienstleiter die Strecke ausdrücklich soll frei gemeldet haben. Ob solches wahr ist, konnte ich bis jetzt leider nicht erfahren, vermieden wäre der Unfall aber bestimmt, wenn dem Eisenbahn- Assistenten ein tüchtiger Eisenbahn- Telegraphist zur Seite gestanden hätte. Ist der Assistent auch im vorliegenden Falle nicht fret zu sprechen, so erscheint uns sein Vergehen dann immerhin etwas entschuldbarer." - Es ist nicht möglich, die Richtigkeit dieser Nachricht zu prüfen, setzt die oben genannte Zeitschrift in einem Nachsaße hinzu, sie wäre, wenn zutreffend, bon höchster Bedeutung. Vor allen Dingen aber ist die kommende Gerichtsverhandlung daraufhin durchzuprüfen. = Klein- Linden. Sedanfeier. In den ersten Jahren nach dem siegreichen Feldzug gegen Frankreich veranstaltete der hiesige Kriegerverein am Sedantage auf dem Schildberge vor dem Dorfe ein Freudenfeuer. Dieser Brauch hat sich nun seit mehr als zehn Jahren auf die hiesige Schuljugend vererbt. Nach Schluß der offiziellen Schulfeier durchziehen die Knaben den Oct und sammeln von Haus zu Haus Holzvorräte für das Feuer, daß am Abend abgebrannt werden soll. Bevor der ganz beträchtliche Holzstoß angezündet wird, veranstalten die Kinder einen Umzug mit Lampions unter Vorantritt einer Trommlerabteilung. Dem Zuge der Jungen schließen sich auch die Alten an und bald ist der Schildberg Die = Münzenberg, 3. September. Versehung. Lehrer Hofmann von hier wurde nach Langen versetzt. Gemeinde sieht den allgemein beliebten Lehrer ungern scheiden. § Schlitz, 2. September. Die Vermählung des Erbgrafen mit der Prinzessin Amalie von Thurn und Taxis fand am 29. August in Wien statt. Der Einzug den erbgräflichen Paares erfolgt voraussichtlich am 27. September ron Salzschlirf aus zu Wagen. ?? Aus dem Kreise Wezlar. Auch in diesem Winter sollen die sich gut bewährten Haushaltungskurse abgehalten werden und zwor kommen in erster Linie die Bürgermeistereien Greifenstein, Hohenfolms und Schöffengrund in Frage. Bisher wurden solche Kurse in Burg folms, Azbach, Gr.- Rechtenbach, Erda, Aßlar, Bonbaden, Wißmar, Niederweg, Steindorf, Lüzellinden, Oberkleen, Krofdorf, Hörnsheim und Ehringehausen unter reger Beteiligung abgehalten. Bad Nauheim, 1. September Frequenz. Bis zum 31. August 1905 find 24 042 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 4172 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 31. Auguft 320 903 abgegeben. XMarburg, 3. September. Böser Leumund. Das Schöffengericht verurteilte eine Frau aus Dreihausen, die den dortigen Lehrer der Unterschlagung von 100 mt. beschuldigt hatte, wegen Beleidigung zu 1 Monat Gefängnis. * Lauterbach, 3. September. Der Vogelsberger Söhenklub gedenkt auf der Hainigfuppe einen massiven Aussichtsturm zu errichten, zu dem bislang 700 Mart gesammelt sind. Bad Wildungen, 3. September. Die Kursaison 1905 an der Reinhardè quelle bei Wildungen hat in diesem Jahre einen großen Erfolg gezeitigt, indem viele Kurgäste die Quelle besucht und vor allem die heilkräftigen Schwefelund Kohlensäurebäder benutzt haben. Die Schwefel quelle ist von hervorragender Bedeutung. Sie wurde vor nicht langer Zeit in einer Tiefe von 156 Meter erbohrt und enthält eine Menge Schwefelwasserstiff neben einem reichen Bestande an Kohlensäure. Diese settene Zusammensetzung bringt ausgezeichnete Erfolge bei veralteten Gichtleiden. Als Trinkquelle wirkt sie wohltuend bei Halsleiden, fördert die Griesund Eiweißabsonderung und ist ungemein blutreinigend. Mit Beginn des Monats September beginnt an der Reinharde quelle der Wasserversandt. Die jest schon vorliegenden Bestellungen lassen darauf schließen, daß das 10. Jahr der Eröffnung des Bades Rheinhardi quelle bei Wildungen mit einem Wass tversandt von über 200 000 Flaschen abschließen wird. Literarisches. *** Wie sollen wir unsere Kinder photographieren? Ueber dieses für Berufs- und Amateurphotographen, Eltern und Kinderfreunde wichtige und anziehende Thema finden wir eine lesenswerte, mit zahlreichen hübschen Jäuftrationen geschmückte Plauderei von T. Bernoulli im 1. Heft des neuen( 22.) Jahrgangs der Ottav- Ausgabe von Ueber Land und Meer". Die Verfasserin bezeichnet im Gegensatz zu der meistverbreiteten Anschauung Kinderaufnahmen als eine besonders lohnende und nicht zu schwierige Aufgabe für den Amateuer, der freilich an die Sache mit Liebe herangehen und die geistlose, unkünstlerische Schablone nach Kräften vermeiden muß. Nach ein paar ergöblichen Beispielen, wie es nicht gemacht werden sell, folgen beherzigenswerte poſitive Ratschläge: Das Kind, wie es leibt und lebt, wird am ehesten in seiner Umgebung zu photographieren sein. An Stellung und Haltung der Kinder sollte man sehr wenig herumforrigieren. Was von einer Seite aus betrachtet schlecht aussieht, wirkt oft vorzüglich von einem andern Standpunkt aus. Gehen wir lieber mit dem Apperat um das Kind herum, als daß wir die Stellung des Kindes verändern. Das 1. Heft des neuen Jahrgangs gibt auch ein gutes Bild von dem ungemein vielseitigen, abwechslungsvollen Inhalt der Oftav- Ausgabe von Ueber Land Meer", die in 13 Heften à 1 Mt. im Verlag der Deutschen Verlags- Anstalt, Stuttgart, erscheint. " Sießener landwirtschaftlicher Wetterdiens. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 5. September. Wolkig, Temperatur wenig verändert, zeitweise leichte Regenfälle. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) 1bin klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beib Berantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: in Gießen. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: 3 Schloffer, 1 Spengler, 8 Schreiner, Schneider, 1 Weißbinder, 1 Erdarbeiter, 2 Hausburschen, 2 Fuhrleute, Haus- und Dienstmädchen, Lauffrauen oder Mädchen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 2 Schreiner, 1 Schuhmacher, 1 Schreiber. Es suchen Arbeit: 2 Schmiede, 1 Spengler, 1 Maschinist, 2 Strickerinnen, 1 Buchbinder, 1 Weißbinder, Maurer oder Taglöhner, 1 Fahrbursche, 1 Taglöhrer für leichtere Arbeit, 3 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, Haus- oder Bureaudiener, Kassierer. Kaiser- Parade. Diejenigen Mitglieder unseres Vereins, welche an der Parade am 8. Septbr. d. Js. teilnehmen wollen, werden ersucht, schriftlich oder mündlich dem Kameraden Ranfmann Eberhard Dort, Walltorstraße bis spätestens Mittwoch, den 6. d. mts., abends 6 Ubr davon Kenntnis zu geben. aene} Bahnhof. Antreten: 3.30 morgens Abfahrt: 3.55 Freie Fahrt. - " Dunkler Anzug und Hut. Orden- und Ehrenzeichen sind anzulegen. Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Wohne von heute ab TriumphSaatroggen. in Durch den Anbau dieser enorm ertragsfähigen Züchtung wird die Rentabilität der Wirtschaft um die Hälfte erhöht. Uebertrifft alle anderen Roggensorten an Körner= wie an Strobertrag und ist vollständig widerstandsfähig gegen Dürre, Frost und Lager." Wer Bekanntmachung. In der Zeit vom 26. Auguft bis 2. Septbr. wurden hiesiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Bad Leim und 45 Pfg.( in Papier eingewideft) berloren: 1 Portemonnate 4,35 Mt. Inhalt, 1 filb Damenzwicker und 1 Invalidenkarte auf den Namen Ludwig Goßmann lautend. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen einen Versuch mit dieser Sorte stände belteben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend macht, wird sie sicher für immer zu machen. beibehalten. 5 kg Mr. 170, 50 kg Mt. 12.-, 500 kg Mt. 1.10, Gelbkörniger Kaiser- Weizen, unerreicht im Ertrag, in Winterhärte und Feinheit und Backfähigfeit des Mehles. Anerkannt der Kriegerverein Gießen. befte aller Weizen. 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Aussaat brachten 75 3tr., also das fünfundzwanzigste Korn; ein ungeheurer Ertrag. 50 kg Mt. 14, 10 Zentner Mt. 130, Wir beabsichtigen, in hiesiger Ge- 5 kg zur Probe Mt. 2. Neu er= gend einige gute und preiswerte schienen: Herbstkatalog überSaatgeGrundstücke und Geschäfte fed. treide, Futter- u. GründungspflanArt zum Verkauf zu übernehmen, zen, Gemüse- und Blumenſamen die auch einige fichere Hypotheker zur Herbstaussaat, Blumenzwiebeln, oder Teilhaber zu befchaffen u. Obftbäume, Rosen, Beerenobft, für wollen uns Verkaufsluftige oder Erdbeeren, höchst lehrreich und Kapitalsuchende genaue Aus- interessant, gratis auf Abverlangen. funft unter Beifügung einer Re tourmarke sofort zukommen lassen. Diskretion zugesichert. Immobilien- Börse, offene Handelsgesellschaft. Centrale Berlin, Neue Königstraße 65. Wasch mit Schwan STOLLWERCK Einige Täfelchen gute reine Schokolade, während der Berufsarbeit genoffen, stärken und er= frischen überraschend schnell Körper und Geift. 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