6 33 10 08 T C ' F #T 0 Nr. 104. Jnsertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen ble Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Donnerstag, den 4. Mai 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Giekener Seifenblasen( wöchentlich). Das Klatt erid eint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Eisenbahn- Perfonentarife. Am Freitag treten in Berlin Beauftragte der preußischen und der außerpreußischen Eisenbahnen unter Vorsitz des Ministers der öffentlichen Arbeiten, Herrn von Budde, zusammen, um über eine Vereinfachung der Eisenbahn- Personentarife zu beraten. Gegen Ende des Monats wird eine zweite Konferenz beginnen, die eine Einigung über die gemeinsame Benuzung der Eisenbahn- Betriebsmittel herbeiführen will. Beiden Versammlungen darf ein günstiges Prognoſtiton gestellt werden, denn in beiden Fällen ist der gute Wille vorund wo ein handen, zum erwünschten Ziele zu gelangen Wille ist, da ist auch ein Weg. Was die Personentarife der Eisenbahnen angeht, so herrscht allgemeine Uebereinstimmung, daß ihre Buntheit, die im Lauf der Jahrzehnte aus dem wandelnden Bedurfnis historisch entstanden ist, allmählich zur Last und zur Ungerechtigkeit geworden ist. Die Zahl der Abweichungen von der Norm ist allmählich zu solchem Umfang angewachsen, daß die Norm selbst schon als eine Ausnahme erscheint Wer die Probe machen will, mag nur einmal am Eisenbahnschalter ein Billet nach irgend einer Station( außerhalb des Vorortverkehrs) fordern, und er wird sicher von dem Beamten ge= fragt werden, ob er bloß ein einfaches Billet verlange. Das einfache Billet, das die Norm darstellt, ist tatsächlich das abnorme teure Billet, das einzige, für das der volle Preis zu entrichten ist, während das Rundreise und das Rückbillet cine Preisermäßigung genießen. Da nun in der Regel der Reisende an den Ort seines Reiseantritts zurückkehren will, so ist es natürlich, daß er in der Regel auch von der Verginftigung Gebrauch macht, die ihm gewährt wird, sobald er das Billet für seinen ganzen Reiseweg sich geben läßt. So liegt es denn nahe genug, daß man die schmale Ausnahme, die hbria geblieben ist, in Wegfall bringt und alle einfachen Billets zu dem Preise verkauft, der jetzt für die Rundreisebillets gilt, d. h. daß man das einfache Billet halb so viel kosten läßt, wie das Rückbillet. Da seit Jahren die Retourbillets zur Benußung aller Züge, ohne Zuschlagszahlung, berechtigten, so liegt es in der Billigkeit wenn man eine auch nur teilweise Verteuerung der Personenbeförderung vermeiden will, daß man auf den Schnellzugszuschlag auch bei den einfachen Billets verzichtet. Freilich muß hier in Erwägung gezogen werden, daß die Eisenbahnverwaltungen in Preußen wie im übrigen Deutschland wünschen müssen, einen Einnahmeausfall vermieden zu sehen. Denn wenn auch die Eisenbahnen in erster Reihe Verkehrsinstitute sind, die vor allem dem Interesse des Verkehrs zu dienen haben, wenn auch ihre Ueberschüsse groß genug sind, um eine Ermäßigung zu vertragen, ohne daß man deswegen über schlechte Rentabilität des in den Eisenbahnen inbestierten Kapitals zu flagen Ursache hätte, so darf doch nicht vergessen werden, daß die Staatsausgaben einmal auf die Eisenbahnüberschüsse wesentlich mit angewiesen sind, und daß für einen etwaigen Ausfall der Steuerzahler einzutreten hätte. In Berücksichtigung dieses Umstandes wird man auf eine Tarifverbilligung der erwähnten Art nur zu rechnen haben, wenn begründete Aussicht vorhanden ist, den etwaigen Ausfall durch Verkel ficigerung in furzer Frist gedeckt zu sehen. s Vorausseyung hierfür kommt noch in Betracht, ob die Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen hinsichtlich der Personenbeförderung nicht schon an ihrer Grenze angekommen ist, ob namentlich die Schnellzüge überall eine größere Inanspruchnahme vertragen, da die Zahl der bei Schnellzügen zulässigen Achsen auf furvenreichen Strecken begrenzt ist. Wir sind der unvorgreiflichen Ansicht, daß diese Bedenken nicht stark genug sein werden, die in Rede stehende Verbilligung untunlich erscheinen zu lassen. Noch günstiger liegen unseres Erachtens die Verhältnisse inbetreff der gemeinsamen Benutzung der EisenbahnBetriebsmittel. Hier handelt es sich nicht um eine Terbilligung, die eine Minderung der Einnahmen zur Folge haben könnte, sondern um eine rationellere Ausnutung der Betriebsmittel im gemeinsamen Interesse aller Eisenbahnverwaltungen, um die tunlichste Vermeidung zeitraubender und kostspieliger Umladungen und das Leergehen von Wagen über weite Strecken. Hier kommen also nur Ersparnisse und Verwertungssteigeringer in Betracht. Der Vorteil ist außer jeder Frage, lediglich über seine gerechte Verteilung ist eine Einigung notwendig Sier ist es beinahe selbstverständlich, daß der Gemeinsinn, der in den leitenden Eisenbahnkreisen überall vorhanden ist, die richtige Mittellinie zu allseitiger Befriedigung zu finden wissen wird. Es kann nicht davon die Rede sein, daß Eisenbahnbesitzes ge= Preußen das Uebergemicht seines brauchen sollte, auf die anderen Eisenbahnverwaltungen zu drücken. Das widerspräche der guten preußischen Tradition, die immer bundesfreundlich und rücksichtsvoll gewesen ist, und Herr v. Budde wäre der legte, von dieser rühmlichen Tradition abzuweichen. Man darf im Gegenteil zuversichtlich erwarten, daß es Herrn v. Budde gelingen wird, der deutschen Eisenbahnbetriebsmittel- Gemeinschaft eine feste, dauernde und allen Interessen gleichmäßig dienende GrundTage zu geben. Der Krieg in Oftalien. Ueber Roschdjestwenskys Fahrt und seine Absichten tauchen weiter die verschiedenartigsten Versionen auf. Die phantastischste ist jedenfalls die, daß der russische Admiral die weite Reise nur gemacht haben soll, um den Japanern einen heilsamen Schrecken einzujagen und einen für Rußland günstigen Friedensschluß zu erwirken. An wirklichen Kampf denke Roschdjestwensky gar nicht. Da man sonst nichts Tatsächliches weiß, so stehen auch die Neutralitätsfragen wieder im Vordergrund des Interesses. Auf eine Anfrage der japanischen Gesandtschaft beim Pariser Auswärtigen Amt, ob sich Schiffe des russischen Geschwaders noch immer in den französischen Territorialgewässern aufhielten, wurde die wenig zuverlässige Antwort erteilt, daß man ,, zu wissen glaube, daß die russische Flotte die französischen Gewässer verlassen habe". England hat ebenso wie Amerika an China cine Note gerichtet, in der die Pefinger Regierung zur Wahrung strengster Neutralität aufgefordert wird. Die Chinesen dürften weder den im Hafen von Schanghai befindlichen russischen Schiffen gestatten, in See zu gehen, noch zugeben, daß die Russen sich chinesischen Gebietes als Operationsbafis bedienten. Die deutschen Seestreitkräfte in Ostasien werden fortgesetzt vermindert. Im vorigen Jahre schied de Kreuzer Bussard" aus Ostasien und ging als Stationsschiff nach der ostafrikanischen Küste. In diesem Jahre sind bereits die Kreuzer ,, Geier" und„ Hertha" von Ostasien in die Heimat zurückgekehrt. Kreuzer Sperber" geht, wie dieser Tage ge meldet wurde, zur Ablösung des Kanonenbootes Habicht" nach der westafrikanischen Küste, und die Indiensthaltungsbestimmungen sehen ferner die Entsendung des Kreuzers ,, Seeadler" nach der australischen Station vor. Das eigenfliche Kreuzergeschwader besteht gegenwärtig nur aus den großen Kreuzern Fürst Bismarck" und„ Hansa" und dem kleinen Kreuzer" Thetis"; außerdem unterstehen ihm bier Kanonenboote, drei Flußkanonenboote und zwei Torpedoboote. Diese Verminderung zeigt zur Genüge, daß man an maßgebender Stelle die deutschen Interessen in Ostasien durch den gegenwärtigen Krieg nicht für bedroht ansieht. Die Politik. Mit überraschender Schnelligkeit ist der deutsa: Cesandte in Marokko, Graf Tattenbach, von Tanger nach Fez aufgebrochen, um in persönliche Fühlung mit dem Hofe des Sultans zu treten. Am 2. Mai morgens 10 Uhr reiste der Gesandte, begleitet von der unter dem Kommando des Generalmajors von Schenk stehenden deutschen Militärkommission ab. Die Bevölkerung begrüßte die Deutschen bei der Abreise mit großer Wärme. Die diplomatischen Entscheidungen in der Marokkofrage scheinen in der Tat in Fez fallen zu sollen, da in kurzer Zeit die Vertreter der drei hauptsächlich in Betracht kommenden Mächte Deutschland, Frankreich und England dort versammelt sein werden. * Die Vertreter der amtlichen Statistik des Neiches and der Bundesstaaten werden zu der diesjährigen Sonferenz in Lübeck am 2. Juni zusaminentreten. Vorgeschen sind Bcratungen über Berufs- und Gewerbezählung im Jahre 1907, Erntebewertung, Weinmoststatistik, Begriff der Haushaltung bei den Zählungen und Statistik der Aktiengesellschaften. * Das Projekt zu einem Großschiffahrtsweg von Rotterdam bis Konstanz wird neuerdings wieder lebhaft erwogen. Bayern erstrebt durch die projektierte Kanalisation des Main von Aschaffenburg bis Frankfurt eine Verbindung mit dem Meere, Württemberg durch Erstellung eines Rhein- NeckarDonaufanals, und Baden, Elsaß und die Schweiz schließlich durch Schiffbarmachung des Rheins von Mannheim aufwärts bis Straßburg, Basel ja sogar bis Konstanz. Vorläufig ist allerdings nur an die Rheinregulierung von annhei: bis Straßburg zu denken. Diese Arbeit würde allein länger denn 10 Jahre in Anspruch nehmen und einen Kostenauwand von ungefähr 14 Millionen Mark verursachen. b aber von deutscher Seite eine weitere Ausgestaltung des Großschiffahrtsweges besonders protegiert würde, muß dehingestellt bleiben. Die für die Schweiz herausspringenden Vorteile bleiben unverkennbar, ob aber bei den kolossalen Kosten für die deutschen Rheinuferstaaten eine Rentabilität sicher wäre, ist einstweilen noch fraglich. A Ueber die Gewährung von Veteranenbeihilfen hat der Bundesrat Ausführungsbestimmungen erlassen. Personen des Unteroffizier- und Mannschaftsstandes sind darnach als Kriegsteilnehmer anzusehen, wenn sie in dem Feldzuge 1870-71 oder in einem von deutschen Staaten vor 1870 geführten Kriege zu kriegerischen Zwecken die feindliche Grenze überschritten oder im eigenen bezw. verbündeien Lande an friegerischen Operationen oder Kämpfen ehrenvoll teilgenommen haben. Als„ nicht ehrenvoll" gilt die Teilnahme an einem Feldzuge nur dann, wenn ein Kriegsteilnehmer wegen einer im Kriege begangenen Straftat mit Ehrenstrafen belegt ist. Die Unterstützungsbedürftigkeit muß unter genauer Prüfung aller Umstände festgestellt werden. Als gänzlich ermerbsunfähig sind diejenigen anzusehen, deren Erwerbsfähigkeit durch Alter, Siechtum, unheilbare Krankheit dauernd auf weniger als ein Drittel herabgesetzt ist. Vorübergehende Erwerbsunfähigkeit genügt nicht. Die politische Stellung des Unterstützungsbedürftigen muß gänzlid; außer Betracht bleiben. Die Handels- und Verwaltungsverhältnisse der Marschallinseln werden durch einen zwischen der Reichsregierung und der Deutschen Jaluitgesellschaft abgeschlossenen Vertrag neu geregelt. † Die in Berlin augenblicklich tagende desfirchliche Versammlung stellte sich auf den Standpunkt, bei der Besetzung theologischer Lehrstühle müsse die positive Gläubigkeit der Professoren mehr wie bisher ausschlaggebend sein. In Kamerun ist ein Deutscher ermordet worden. Der Getötete, Karl Hinrichsen, war im Dienste der Bremer Westafrifagesellschaft tä ig und gründete in den letzten Monaten mehrere Faktoreien im Osten und Nordosten des Landes. Die Gesellschaft vermutet, daß er dabei auf europäerfeindliche Stämme gestoßen ist und dabei seinen Tod gefunden hat. * * Der anhaltische Landtag sprach sich für die Abgabenfreiheit auf den natürlichen Wasserstraßen aus und nahm den Antrag an, die anhaltische Regierung möge im Bundescate die Aufrechterhaltung dieser Abgabenfreiheit vertreten. ** O Die preußischen Bergbau- Vereine haben am Mittwoch in Berlin eine Versammlung abgehalten, um zu dem dcm Abgeordnetenhause vorliegenden Antrag Gamp Stellung zu nehmen, der die vorläufige Sperrung der Bergbaufreiheit für Steinsalz und Kohle auf fünf Jahre mit rückwirkender Kraft vom 31. März d. Js. bezweckt. Das Ergebnis der Verhandlungen war die Annahme einer Resolution, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die Bergbauvereine den Antrag Gamp für einen unerhörten Eingriff in die Gewerbefreiheit und in die bisherige Rechtsordnung im Bergbau hält. Man erkennt an, daß die Bestimmungen des geltenden Berggesezes über Muten und Verleihen usw. verbesserungsbedürftig sind und eine Aenderung auf gesetzgeberischem Wege erheischen. Man erhofft von der Staatsregierung Gefeßesvorschläge, welche die berechtigten Beschwerden beheben, ohne die Rechtssicherheit zu gefährden. O Als ein Gegenstück zum deutschen hat des Herrenhausmitglied Herr v. Koscielski einen polnischen Ostmarkenverein gegründet. Der Zweck des Vereins ist nach den Satzungen der Schutz wirtschaftlicher und bürgerlicher Interessen der Polen und gegenseitige materielle Hilfe. Vorsitzender des Vereins ist Herr v. Koscielski selbst. Eine Hauptaufgabe der neuen Gründung soll sein, ein Gegengewicht für die strebungen des deutschen Ostmarkenvereins zu schaffe:: Italien. O Wiederholt find Bombenanschläge gegen das erzbischöf= liche Palais in Brindisi verübt worden. Jetzt wurden abermals zwei neue Bomben vor dem Palais aufgefunden. Die Seminaristen haben um die Erlaubnis gebeten, das crzbischöfliche Palais, worin sich das Seminar befindet, verlassen zu dürfen angesichts der Gefahren, welchen sie ausgesetzt sind. Die Attentäter sind bis jetzt unbekannt geblieben. England. Das Gesetz gegen die Einwanderung mittelloser und franfer Einwanderer wurde vom englischen Unterhause in zweiter Lesung angenommen. Belgien. Gegenwärtig steht die Thronfolgefrage im Vordergrunde des politischen Interesses. Der jetzige Monarch Leopold II. ist hochbetagt und hat keinen Sohn. Der berechtigte Thronfolger ist sein Bruder, Graf Philipp von Flandern. Dieser ist aber ein vollständig hinfälliger Greis, so daß kaum zu erwarten steht, er könne jemals die Regierung übernehmen. Man erwartet deshalb, daß der Graf von Flandern in furzer Zeit vor dem Parloment zugunsten seines Sohnes Albert auf seine Nachfolgerrechte verzichten wird. Rufsland. In Paris hat unter dem Vorsiz des bekannten Priesters Gapon fürzlich ein Meeting der bekanntesten russischen Revolutionäre stattgefunden. Es wurden dabei verschiedene Forderungen an den Zaren formuliert, die ihm zugestellt merden sollen. Falls er sie nicht bewillige, würde ihm gewaltsamer Tod sicher sein. Gapon, der sich vor seiner Fahrt nach Paris in London aufgehalten hat, ist nach umbekanntem Ziel von der französischen Hauptstadt abgereist. nie wissen, was zufällig geschieht, und es wird das Beste natürlich auch nach gier telegraphieren, aber man fann ja Was lehrt uns diese Blume, liebes Fräulein?" " Gewiß vielerlei, aber ich bin überzeugt, daß Sie es Burleske von I. Cassirer. Der Ventilations- Hut. berboten.) Fensters unter den Köpfen Zufriedenheit aus. die die Hüte trugen, ein sehr verschiedenes Aussehen hatten. Der Herr, der Wilkners Ventilations- Hut auf batte, fab wie wies, und es entging mir auch nicht, daß die Gesichter derer, Er schmunzelte, er unzählig biele fleine Löcher auf Amerika. * Die Nachricht von der Ermordung des Präsidenten Cabrera von Guatemala ist in London eingelaufen. Cabrera war schon Präsident von 1899 bis 1905 und wurde erst am 15. März 1905 mit einer Amtsdauer bis zum Jahre 1911 wiedergewählt. Hof und Gefellschaft. Die Ankunft der Jacht„ Hohenzollern" mit dem Kaiser, der Kaiserin und den Prinzen an Bord erfolgte in Venedig unter einem großartigen Empfang der Bevölke. rung. Auf der Kaiserjacht trafen zahllose Blumenspenden fcstbarster Art ein. Das Kaiserpaar stattete u. a. der internationalen Kunstausstellung einen Besuch ab. Ende dieser Woche erfolgt die Ankunft in Karlsruhe. ** * Der deutsche Kronprinz ist zum Besuche seiner Braut, der Herzogin Cäcilie, in Rabensteinfeld bei Schwerin eingetroffen. Nach der Vermählung gedenkt das junge Paar eine Hochzeitsreise zu unternehmen, in deren Verlauf, wie es heißt, auch Belgien inkognito besucht werden soll. ** ** Der König von Sachsen ist in Wien zum Besuch des Kaisers Franz Josef eingetroffen. Heer und flotte. Eine Funkerabteilung ist jetzt für die deutsche Armee errichtet worden. Die Telegraphie ohne Draht wurde bisher beim Luftschifferbataillon betrieben. Es ist zu ihrer Handhabung eine besondere Funkerabteilung gebildet worden. Diese ist jetzt als selbständige Truppe vom Luftschifferbataillon abgeschieden und dem Telegraphenbataillon Nr. 1 in Berlin angegliedert worden. Geführt wird die Funkerabteilung von Hauptmann v. Tschudi. Er ist in weiteren Kreisen als überaus tätiges Vorstandsmitglied des Luftschiffervereins und Verfasser fast aller Instruktionen usw. bekannt. Die Armeebewaffnung in Desterreich. Die Landesverteidigungskommission hat einstimmig das Mannlicher- Gewehr der Waffenfabrik zu Steyr und mit 4 gegen 1 Stimme die Mannlicher- Patronen der Hirtenberger Fabrik für die Armeebewaffnung endgültig angenommen. Die Steyrer und die Hirtenberger Fabrikate erwiesen sich den Mauserschen überlegen. Es sollen im ganzen 150 000 Gewehre und 75 Mill. Patronen, vorläufig aber nur 30 000 Gewehre, und 15 ill. Patronen bestellt werden. Soziales Leben. [] Ausstandsbewegungen in Deutschland im Jahre 1904. Die hauptsächlichsten Streiks verteilen sich wie folgt: Baugewerbe mit 4118 Betrieben und 49 615 Streifenden, Industrie der Nahrungs- und Genußmittel mit 2730 Betrieben und 7746 Streifenden, Industrie der Holz- und Schnitzstoffe mit 1204 Betrieben und 13 395 Streifenden, die Metallverarbeitung mit 734 Betrieben und 8438 Streifenden, Befleidungs- und Reinigungsgewerbe mit 366 Betrieben und 3596 Streifenden, Lederindustrie mit 279 Betrieben und 926 Streifenden, Industrie der Steine und Erden mit 251 Betrieben und 6511 Streifenden, Industrie der Maschinen, Instrumente und Apparate mit 164 Betrieben und 5978 Streifenden, Verkehrsgewerbe mit 129 Betrieben und 3095 Streifenden, Handelsgarerbe mit 108 Betrieben und 1288 Streifenden. [] Einigung im Wiener Transportarbeiterstreik. Verhandlungen zwischen den ausständischen Arbeitern und den Unternehmern haben zu dem Resultat geführt, daß die Arbeit in allen Betrieben aufgenommen werden soll. Die Unternehmer haben sich zu Konzessionen bereit erklärt. [] Der Kutscherstreik in Chicago. Ter Ausstand hat teilweise zu bedauerlichen Vorkommnissen geführt. Die streikenden Weißen griffen die arbeitswilligen Regerkutscher an, es entstand ein Gefecht, bei dem auf beiden Seiten die Nevolver gebraucht wurden. Vier Personen wurden getötet und viele Lerletzt. Unter Uniständen sollen 900 neue Polizeibeahnte angestellt werden. Nah und fern. Gräfin Montignoso hat Florenz verlassen. Angeblich nur zu einem furzen Ausfluge, doch verlautet mit Bestimmtheit, daß die Gräfin sich in ein englisches Seebad begeben wird. Die Unterhandlungen mit dem sächsischen Hofe sollen vorläufig gänzlich abgebrochen sein. + Zwei holländische Schmugglerschiffe wurden von einem englischen Zollfutter bei Spurnhead aufgebracht und nach Grimsby eskortiert. Die Holländer werden beschuldigt, einem englischen Fischerboot innerhalb der Territorial- Gewässer Tabak geliefert zu haben. Beide Schiffe hatten beträchtliche Mengen zollpflichtiger Artikel, wie Tabak, Zigaretten und geistige Getränke an Vord. men. Der Vater als Entführer seines Sohnes. Eine Aufsehen erregende Szene spielte sich in der Spiegelgasse zu Wien ab. Ein Artillerie- Hauptmann, der in einer ProvinzKadettenschule als Lehrer wirkt, erschien mit seinem Offiziersburschen in der Wohnung seiner von ihm getrennt lebenben Gattin, mit der er im Scheidungsprozeß begriffen ist, um sein zwölfjähriges Kind mit Gewalt an sich zu nehEr gab seinem Burschen den. Auftrag, den Knoen mit fortzuführen, und entfernte sich. Die Gesellschaftsdame, die allein anwesend war, konnte die gewaltsame Entführung nicht verhindern. Auf der Straße eilten aber zahlreiche Passanten dem Knaben zu Hilfe, worauf der Offizier vom Leder zog und all diejenigen mit dem Säbel bedrohte, die die Entführung des Kindes verhindern wollten. Endlich gelang es, den Knaben dem Offiziersburschen zu entreißen. Der Hauptmann wurde zur Polizei gebracht. A Gin furchtbares Familiendrama spielte sich in Burtscheid ab. Der Weber Reiher, der an einem schweren Nierenleiden erfrankt ist, wurde plötzlich wahnsinnig und suchte seine Frau durch Messerstiche zu ermorden. Als es dieser gelungen war, schwer verletzt zu entfliehen, warf sich der Irre, nachdem er die Tür verriegelt, auf seine 6 Kinder. Als auf deren Geschrei Nachbarn die Tür einschlugen und ins Zimmer drangen, sprang Reiher aus dem Fenster. Er dürfte kaum mit dem Leben davon kommen. * Ein räuberischer Ueberfall wurde in Leipzig in der Nähe des Bayerischen Bahnhofs auf einen Reisenden ausgeübt. Ein Mädchen sprach den Herrn an und lockte ihn abseits vom Bahnhof auf freies Feld. Auf einen Pfiff, den sie ausstieß, eilten zwei Männer herbei und beraubten den Ueberfallenen seiner Barschaft von 240 Mark, worauf sie mit ihrer Mitschuldigen ungehindert die Flucht ergriffen. Stiftung des Großherzogs von Weimar. Zum Ge dächtnis für die verstorbene Großherzogin Caroline hat der Großherzog 100 000 Mark zur Errichtung eines Siechenundenheims und 150 000 aMrf zur Unterstützung der großherzoglichen Musikschule in Weimar ausgesetzt. A Ein Kinderhilfstag" in Berlin hatte nicht den Erfolg, 1. ihn derartige philantropische Veranstaltungen zu Nut und Frommen armer und kranker Kinder z. B. in Wien und Kopenhagen gehabt haben. Das Berliner Publikum verhielt sich den vielen Hundert Kindern gegenüber, die im Dienste ces Wohlfahrtskomitees Haus für Haus mit Sammelbüchsen abgingen, im großen und ganzen kühl ablehnend. Der Grund dafür ist darin zu suchen, daß man in Berlin mißtrauisch gegen gewisse Kreise geworden ist, die die öffentliche Wohltätigkeit geradezu als ein gesellschaftliches Reflamemittel benutzt haben. Die Veranstalter des Kinderbilsstags" haben, mögen sie auch von den besten Absichten b seelt gewesen sein, unter diesen Verhältnissen leiden müssen. † In der Lichtenberger Mordaffäre hat wieder eine Verhaftung stattgefunden. Auf dem Berliner Rieselgute Rosenthal ist der Knecht Schephan in Stellung. Er war zur Zeit des Mordes in Lichtenberg beschäftigt, und zwar auf dem Gärtner- Grundstück, wo das langjährige Dienstmädchen mit einer Hacke erschlagen gefunden wurde. Schephan fiel dadurch auf, daß er ein scheues Wesen zeigte und auffallend viel von dem Morde in Lichtenberg sprach. Auch fand man hinter einem Häcksellager versteckt eine Weste des Verhafteten, die Waschspuren aufwies. Eine vierfache Familienfeier. In Treptow an der Rega konnte in der Familie des Müller Laabs eine seltene Feier begangen werden. An demselben Tage fand die filberne Hochzeit des Ehepaares, die Verlobung einer Tochter, die Konfirmation eines Sohnes und die Taufe des jüngsten Kindes statt. Es ist dies das achtzehnte der kinderreichen Müller familie. Der Passagier in der Tonne. Aus einer Anstalt bei Memel entfloh ein Fürsorgezögling zu seiner Schwester nach Steglitz, indem er sich in einer Tonne verbarg und in ihr die weite Reise machte. Er wurde in Steglitz ermittelt und aufs neue der Fürsorgeerziehung zugewiesen. Hungersnot in Südportugal. Ebenso wie in einigen Provinzen Spaniens hat auch im südlichen Portugal die abnorme Trockenheit die Feldfrüchte vernichtet. Die Not ist groß. Die Preise für Mehl und Gemüse haben eine unerschwingliche Höhe erreicht. Tages- Chronik. Der Fabrikant Dornig in Dresden, der unter dem Vorgeben, er könne aus Jätalien Spiritus herstellen, 140 000 Marf erschwindelte, wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. -In Neusolstenhausen bei Esens wurde die alleinwohnende 60jährige Witwe Jiebrands mit durchschnittenem Halse aufgefunden. In Harriehausen bei Göttingen brannten drei Gehöste nieder, und ein Knecht fam in den Flammen um. Hus dem Gerichtsfaal. § Im Mordprozes: Huber zu München wurden die Angetlagten durch die weitere Zeugenvernehmung immer sch.vcrer belastet. Die Serviette, mit der die Kellnerin Falch erwürgt worden war, wurde von einem Zeugen als sein Eigentum erkannt. Die früher bei ihm als Auswärterin bedienstete Frau Huber habe ihm eine Anzahl von Gegenständen, darunter auch Servietten, entwendet gehabt. § Der Königsberger Hochverrats- und Geheimbundsproze beschäftigte gestern in der Revisionsinstanz das Reichgericht zu Leipzig. Es handelt sich um den großen politischen Prozeß, der vom 12 bis 25. Juli 1904 vor der Königsberger Straffammer zur Verhandlung gelangte. Die Anklage war gegen 9 Personen, meistens bekannte Mitglieder der sozialdemokratischen Partei, erhoben und zwar wegen Hochverrats und Geheimbündelei. Der Hochverrat wurde darin gesehen, daß die Angeklagten revolutionäre und anarchistische Schrif ten von England und der Schweiz durch Deutschland und be sonders über Berlin, über Königsberg, Memel oder Tilsit nach Rußland eingeschmuggelt haben sollen. Das nach fast vierzehntägiger Verhandlung gefällte Urteil lautete aus Freisprechung von der Anklage des Hochverrats. Das Ge richt war zwar der Meinung, daß objektiv der Tatbestand gegeben sei, allein es könne eine Verurteilung deswegen nicht erfolgen, weil eine Gegenseitigkeit durch ein in Rußland ordnungsgemäß publiziertes Gesetz nicht bestehe. Dagegen wurden sechs Angeklagte wegen Geheimbündelei zu Gefäng nisstrafen von 1-3 Monaten verurteilt, die zum Teil aiti die erlittene Untersuchungshaft angerechnet wurden. Gege: 1 diese Verurteilung ist nun von der Verteidigung Revision eingelegt worden, während der Staatsanwalt beantragt hat, das freisprechende Erkenntnis wegen Hochverrats aufzuheben. In der Verhandlung vor dem Reichsgericht vertrat Reichsanwalt Treutlein- Moerdes in eingehender Rede die Ansicht, daß Rußland dem Deutschen Reiche Gegenseitigkeit verbürgt habe. Die Rechtsanwälte Heinemann Liebknecht und Haase traten diesen Ausführungen entgegen. Die wei tere Verhandlung und die Urteilsfällung wurde auf den 6. d. Mts. vertagt Herzte und Herzte". ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) Daß es der Aerzte mehr als genug gibt, gilt für eine ausgemachte Sache. Von Zeit zu Zeit bekräftigt uns eine Aerztestatistik in dieser Ueberzeugung, indem sie uns sagt, auf wie viele Einwohner im Reich oder in dieser und jener Stadt ein praktizierender Jünger Aeskulaps komme. Wir haben dann alles Mitleid mit den Gesundheitsräten, die unmöglich genug Beschäftigung haben können. In Wahrheit aber gibt es noch viel mehr Aerzte, als in irgend einem medizinischen Kalender verzeichnet sind und so ist es ſeit je gewesen. Schon in den sehr vergangenen Tagen, da die Menschen noch Muße hatten, ihrem Mitgefühl Ausdruck zu geben, fonnte ein Schalk wetten und die Wette gewinnen, daß sich ihm auf der belebtesten Straße so viele Aerzte anbieten würden, als Erwachsene, Männlein und Weiblein, vorübergingen: Er verband sich das Gesicht, als ob die Backe geschwollen wäre, ging zu jener Straße und stöhnte laut. Und niemand, weder Wann noch) Fran, lic ihn vorüber, ohne nach seinem Leiden zu fragen und ohne ihm ein unfehlbares Heilmittel gegen die Zahnschmerzen zu empfehlen, die er geheuchelt. Heute bleibt das Mitleid auf der Straße stumm und eilt flüchtig vorüber. Wo aber die Möglichkeit zu kurzem Verweilen sich bietet, wo eine kleine Unterhaltung sich anspinnen kann, da wird sofort jeder liebe Nächste zum konsultierenden Arzt, der zwar keine Approbation hat, doch einen nicht zu überbietenden Aplomb besitzt und seine untrüglichen Stenntnisse willig und überlegen zur Verfügung stellt. In Berlin lebt ein Mann, der Medizin studiert hat und auch mit der Berechtigung ausgestattet ist, mit Messer und mit Giften auf seinen Rebenmenschen loszugehen, harmlos von den Erträgen seiner publizistischen Tätigkeit. Auf einem Aerztekongreß hatte er den allerdings wunderlichen Einfall, sich neben Virchow an einer Debatte zu beteiligen, was ihm von dem großen Gelehrten die Bemerkung eintrug: „ Ei, ei, Herr Doktor, mit Medizin beschäftigen Sie sich also auch? Das ging ihm zu Herzen; und als es sich einige Zeit darauf traf, daß in seiner Gegenwart jemand von Ohnmacht befallen wurde, verlangte er laut, daß eiligst-- nach einem Arzt geschickt werde. Ein wirklicher Laie hätte das nicht getan, der hätte zugegriffen. Der befragte Arzt hält eine Untersuchung für nötig, ehe er ein Urteil abgibt, einc Diagnose aufstellt, ein Heilmittel in Vorschlag bringt, eine Anordnung über Kur und Diät trifft. Der Laienarzt braucht diese Umschweise nicht. Er hat immer schon genau den gleichen Fall" gekannt den er übrigens nicht zu benennen vermag und weiß ganz genau, daß damals dies oder jenes Mittel sich als untrüglich erwiesen habe. Prüfte man das wirklich vorhandene Uebel, den Heilvorschlag des Laien und die Unterlage seines Vorschlags so würde man in der Regel finden, daß von einer Konformität gar nicht die Rede sein kann. Es liegt nichts vor als eine edelmütige Flunkerei, die aus herzlicher Hilfswilligkeit hervorgegangen ist. Nur schade, daß der auf solche Art Beratene nicht selten der unflugen Empfehlung Folge leistet, manchmal sogar entgegen der ausdrücklichen sachlichen Weisung des Arztes. Der freiwillige Kurpfuscher hat ebenso wie der gewerbsmäßige eine gewisse suggestive Kraft. Im übrigen ist er in der Regel auch wortreicher als der gewissenhafte wissenschaftliche Arzt, zuversichtlicher in seinen Behauptungen und dadurch vertrauenerweckend. Gebildeten Menschen braucht man eigentlich nicht erst zu sagen, daß solches Gebahren auf beiden Seiten unschicklich und unklug und schädlich ist. Dem Schneider, dem Tischler, dem Schuhmacher, dem Maurer pfuscht kein Mensch ins Handwerk. Wer einen Tisch erstehen will, holt nicht des Zigarrenverkäufers Rat ein. Nur bei der Gesundheit macht man eine Ausnahme, bei der eigenen und bei der des Nächsten. Nur ein klein wenig Ueberlegung, und man wird es selbst nicht mehr tun, wird es sich von anderen nicht mehr gefallen lassen. Der Sommer naht und mit ihm die Zeit der Erholungsund Badereisen. Wer irgend kann, will hinaus in die Fremde, wäre es auch nur auf kurze Zeit. So mancher muß heraus, um durch eine Kur wo möglich die Gesur dheit wiederzugewinnen. Daß diese Badereisenden Ziel der Reise und Ausnüßung des Aufenthalts am Ziel sich genau vom Arzt vorschreiben lassen, ist selbstverständlich, sollte es wenig. stens sein. Aber auch alle anderen haben die Pflicht gegen sich selbst, den Arzt zu befragen, selbst vor einer bloßen Erholungsreise. Sie hören vielleicht nichts neues, ihr Plan wird ihnen vielleicht glatt bestätigt aber eben diese Bestätigung sollen sie sich holen, damit sie die Sicherheit haben, daß sie sich nicht schaden, während sie Erstarkung suchen. weil er so will, oder weil es Und wer daheim bleibt- nicht anders geht der braucht die nicht zu beneiden, die sich krank und erholungsbedürftig gelebt haben. Die Abwechselung ist eine schöne Sache, aber daheim ist's doch am schönsten, und die rechte Gesundheitspflege findet man in der Regel nur zu Haus. Tragt nur den Arzt! - Kunft und Wiffenfchaft. EG Ein neues Musikinstrument ist von dem Italiener dell'Oro erfunden und Harmoniped benannt worden. Wie es schon diese Bezeichnung ausdrückt, wird es mit den Füßen gespielt. Es hat 27 in Ottaven angeordnete Tasten, und der Druck des Fußes auf eine Taste dient gleichzeitig dazu, das ganze Tastbrett herunterzudrücken und die Blasebälge zu füllen. Als Soloinstrument wird es mit beiden Füßen gespielt. Der Ton soll rund und angenehm sein, erlaubt aber in der Stärke zwischen forte und piano feine Abstufung. Der Erfinder spielt das Harmoniped, während er mit den Händen ein großes Akkordion mit 170 Tasten be arbeitet. Vermilchtes. =[ Ein neuer Ausbruch des hawaiischen Vulkans Kilauea] soll nach einer Ruhezeit von 13 Jahren bevorstehen. Es hat sich ein großer Lavasee gebildet, und im Inneren des Berges hört man ständig dumpfes Dröhnen. Der Kilauea gehört zu den sehenswertesten Kratern der Erde. - [ Schauspielerelend.] Welche Hungerlöhne an manchen deutschen Bühnen gezahlt werden, ergibt sich aus folgendem Inserat in einer der lezten Nummern des Organs der Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen. Dort liest man: Für gutes Sommertheater wird noch gesucht ab Anfang Mai 1. Liebhaber und Bonvivant 80 bis 90 Mt., 1. Naive 60 Mr., 1. komische Alte 60 bis 70 Mt., 1. jugendlicher Liebhaber 70 Mk. Nur auf junge tüchtige Kräfte mit eleganter Garderobe wird reflektiert, auch einige talentierte Anfänger können sich melden." Tie„ Welt des Scheins" ist oft auch eine Welt des Jammers und der Entbehrung. [ Seehundsplage an der Ostseeküste.] Die Klagen über das Üeberhandnehmen der Seehunde an den Ostseeküsten werden von allen Seiten fortgesetzt. In den Gewässern der dänischen Insel Omö wurden 80 Prozent der dort ausgestellten Dorschreusen von Seehunden vernichtet. Mit den Klagen der dänischen stimmen auch diejenigen der deutschen Fischer zusammen; denn auch an der Kahlberger Küste bei Elbing ist eine ganze Herde Seehunde aufgetaucht, die dem auf Angeln gefangenen Lachs nachgehen, die Fische bis ar den Kopf auffressen, aber den Angelhafen selbst vorsichtig bermeiden. In der westlichen Ostsee sind die Seehunde bisher seltener, doch häufen sich vor der Kieler Föhrde um so stärker die Delphine, die offenbar den mächtigen Herings- und Sprottschwärmen folgen. =[ Gin ne des Simplontu ner Alpen im Oberfimme geführt werden Berner Alpen nieure find be [ Reiche berechtigt erfd ein neues Gl fo mächtige 2 daß sich so Doch scheint ahnten Glüc gruben in e und Zink w [ Das Histörchen, den Vorzug richtet. Do ihres Gatte fallen ist. Wohnzimme fammer ver aufnehmen Die Witwe macht sich's Diefes Mil hängnis G Schrafen fie, fdwarze Kab feinen Höhe Witree im N eridien. 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Der projektierte Tunnel soll im Obersimmental beginnen und bis nach Frutigen durchgeführt werden. Es würde damit der ganze Gebirgsstock der Berner Alpen durchstochen sein. Drei französische Ingenieure sind bereits mit den Vorarbeiten beschäftigt. - [ Reiche Goldfunde auf Island] lassen die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß auf dieser steinigen, eisigen Insel ein neues Eldorado entstehen wird. Bei Reykjavik wurden so mächtige Adern des kostbaren gelben Metalls bloẞgelegt, daß sich sofort eine Aktiengesellschaft konstituieren wollte. Doch scheint es, als ob die Kommune Reykjavik den ungeahnten Glücksfall selbst ausnuten und den Abbau der Goldgruben in eigene Regie nehmen wird. Auch Eisen, Kupfer und Zink wurden auf der Insel gefunden. = [ Das Abenteuer der Melancholischen.] Ein hübsches Histörchen, das, wenn es nicht wahr sein sollte, wenigstens den Vorzug hat, gut erfunden zu sein, wird aus Paris berichtet. Dort wohnt eine junge Witwe, die über den Tod ihres Gatten und ihrer Kinder in tiefe Melancholie verfallen ist. Sie trägt sich mit Sterbegedanken und hat ihr Wohnzimmer in eine richtige, schwarz ausgeschlagene Totenkammer verwandelt, in deren Mitte der Sarg steht, der sie aufnehmen soll. Jede Nacht brennen Kerzen um diesen. Die Witwe selbst schläft im Zimmer nebenan, im Sarge macht sich's aber gewöhnlich ihre schwarze Kaze bequem. Dieses Milieu wurde Einbrechern zum tragikomischen VerSchon beim Anblick der düsteren Szenerie erhängnis. schrafen sie, ihr Entsetzen steigerte sich, als plöglich eine schwarze Kaze sie aus dem Sarge anfauchte, und erreichte seinen Höhepunkt, als plößlich eine weiße Gestalt- die Witwe im Nachtgewand auf der Schwelle des Zimmers erschien. In eiliger Flucht rannten die Böservichter davon. Die junge Witwe aber soll, als sie den Zusammenhang begriffen hatte, zum erstenmal seit langer Zeit wieder gelacht haben, und es besteht Hoffnung, daß sie von ihrem Gram wieder gesundet. [ Carnegies Millionen.] Der bekannte amerikanische Milliardär Carnegie stiftete dieser Tage 40 Millionen Mark als Pensionsfonds für bejahrte oder franke Universitätsprofessoren. Mit dieser Schenkung hat Carnegie im ganzen 200 Millionen für wohltätige Zwecke aufgewendet. Man nimmt an, daß dies der vierte Teil seines Vermögens ist. Die ihm übrig bleibenden 600 Millionen Mark sichern dem amerikanischen Menschenfreund immer noch das schöne Sümmchen von ca. 83 000 Mark Zinsen pro Tag. [ Die Konfirmation des erstgeborenen deutschen Helgo länders] hat, wie jetzt bekannt wird, am Palmsonntage stattgefunden. Der 1890 geborene Knabe Karl Hornsmann ist ein Patenkind des Kaisers. Er will später in die Marine eintreten. Zugleich mit ihm wurde auch der letzte unter englischer Regierung geborene Helgoländer, namens Mar Aendens, konfirmiert. Lokales. 4. Mat 1905. ** Der Großherzog bat dem Forstwart der Forstwartei Hainbach, Förster Chriftian Nahrgang, aus Anlaß seiner Verseßung in den Ruhestand, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Phlilipps des Großmütigen verliehen. wirtschaften bezüglich Beschäftigung von Gehilfen und Lehrlingen, der Steinbrüche und Sandgruben sowie der Back steinmachereien in hiesiger Stadt und Gemarkung stattge funden. P Geistesgestört. En von auswärts hier zugezogener junger Mann, dessen Geist sich vor einigen Tagen plöblich umnachtete, entfernte sich gestern Abend barfuß aus seiner Wohnung in der Richtung nach Großen- Linden. Der dem Kranten in Cvil nachgesandte Schußmann traf denselben am Walde hinter Klein- Linden in einer Wiese, wo er übernachten wollte. Alle gütliche Versuche, denselben zum Mitgehen nach Gießen zu bewegen, blieben ohne Erfolg, so daß ein Wagen mit zwei weiteren Schußrännern von der Stadt requiriert und der Bedauernswerte unter Anwendung von molt in die Psychiatrische Klinik verbracht werden mußte. - Feuerwehrjubiläum zu Gießen. Mit viel Arbeit sind die Vorbereitungen zu diesem Feste verknüpft und doch wird dieselbe von den Mitgliedern der einzelnen Ausschüsse gern getan in dem vollen Bewußtsein, daß unsere beiden Wehren stets opferwillig sich in den Dienst der Allge meinheit stellen und ihnen darum auch ein würdiges Fest bereitet werden muß. Hoffen wir, daß auch eine gleiche Sympathie innerhalb der ganzen Bürgerschaft zum guten Gelingen des Festes mit beiträgt. Für heute sei berichtet, daß die Erbauung der Festhalle dem Herrn 8 mmerDas Arrangement meister Schubeder übertragen ist. auf dem Festplatz wird für dieses Fest ein ganz anderes werden, man wird in Gegensatz zu früheren Festen ein anderes Bild zu sehen bekommen, welches auch auf den FestFür ein besucher seine Wirkung nicht verfehlen wird. recht angenehmes Amusement auf dem der Lahn zu liegenden Jugplatz ist ebenfalls schon Sorge getragen. Die Ein neues Jagdgesetz für Hessen. Regierung hat der Zweiten Kammer den Entwurf über das Jagdrecht zugehen lassen. U ber die allgemeinen Gesichts. punkte, von denen dies r Entwurf ausgeht, hißt es in der Begründung: Für die Bearbeitung des Geseßentwurfs mußte, schon mit Rücksicht auf die ablehnende Haltung der Ersten Rammer gegenüber dem Beschluß der Zweiten Kammer, der Grundsatz leitend sein, daß die Grundlagen der diesseits und jenseits des Rheins geltenden Gesetzgebung, insoweit sie übereinstimmen, im allgemeinen aufrecht zu erhalten, Aenderungen aber nur insoweit vorzunehmen seien, als ein Be dürfnis im Laufe der Zeiten hierfür sich geltend gemacht hat. Demgemäß hält der vorliegende Gesezentwurf an dem Prinzip der Uebertragung des Jagdrechts an die Grundeigen tümer im allgemeinen feft, folgt aber dann hinsichtlich des Rechts der Ausübung der Jagd durch die Grundeigentümer selbst mehr dem in dem Gesetz vom 26. Juli 1848 eingehaltenen Grundsay, wonach Wald und Feld gleich behandelt werden und der eigentümliche Besiß einer zusammenhängenden Grundfläche von bestimmter Größe( hier 300 Morgen 75 Heftar) nicht ein( höchst persönliches) Mitbejagungsrecht neben der die Gesamtheit der Grundeigentümer vertretenden Gemeinde, wie zurzeit in Rheinhessen, sondern ein das Recht der legteren ausschließendes Recht des Grundeigentümers gewähren soll. Im übrigen ist an dem Grundsatz feftge= halter, daß ein Jagdrecht auf fremden Grundstücken nicht bestellt werden darf und insoweit noch bestehend, ablösbar sein soll. Dem 23 Artikel umfassenden Ges sind eingehende Erläuterungen beigegeben. *** Schiller- Feier. In allen Gauen unseres deutschen Vaterlandes und weit darüber hinaus, in der ganzen Kulturwelt, trifft man dieser Tage die legten Vorbereitungen, die 100. Wiederkehr des Todestages Friedrich Schillers feierlichst zu begehen. Wie fein zweiter ist Schiller der Dichter des Menschentums geworden. Ihn fennt jeder, ihn liest jeder und jeder trägt ihn in dem Herzen, jeder hat aus ihm neue Hoffnung und neue Kraft geschöpft, wenn bange Zweifel nahten und der Arm ermattet sant. Darum ist die Teilnahme an seinem Gedenktage eine so allgemeine, durch alle Schichten der Bevölkerung gehende. In Gießen nehmen die Gemäß seinem Festtage bereits morgen ihren Anfang. Charakter als Universitätsstadt hat Gießen vertrauensvoll unserer Landeshochschule die Initiative zur würdigen Gestaltung der Schiller- Gedenkfeier überlassen und sich denn auch nicht, wie ein Blick auf das Programm lehrt, getäuscht. Von vornherein ist man darauf bedacht gewesen, der Feier ein volkstümliches Gepräge zu geben und alles auszuscheiden, daß diesem störend in den Weg treten könnte. Aus diesem Grunde ist man auch Universitäts- Räumlichkeiten übergangen. Alle Feierlichkeiten gehen im Stadttheater und in der Turnhalle vor sich. Am Freitag, Sonntag und Montag- Abend veranstalten Studierende im Stadttheater diamatische Aufführungen, von denen die Sonntags- Aufführung die Volts- Borstellung ist. Der 2. Feftaft geht am Samstag Nachtragt. mittag in Gestalt eines Konzertes in der Turnhalle vor sich. Wir zweifeln feinen Augenblick, daß alle Kreise durch ihre rege Beteiligung, wie sie einer Schiller- Feier zukommt, das Festbild wirkungsvoll abrunden werden. Denn das ist der schönste Dank an Schiller, ihm zu zeigen, daß er Eigentum des Volkes ift. Es A An der Landesuniversität zu Gießen fand gestern Mittwoch Nachmittag 4 Uhr die Eröffaung des 5. wiffent. schaftlichen Fortbildungskursus für Bolksschullehrer flatt; der Kursus ist wiederum gut besucht. lefen: Professor Dr. Gros über„ Schiller als Philosoph", Prof. Dr. Sauer über„ Die klassische Kunst Griechenlands und ihre Beziehung zur Jeztzeit" anschließend daran finden Lichtbildervorführungen statt- und Prof. Dr. Hansen über Pflanzengeographie Amerikas". " - P Jmpfung. Vor einigen Tagen wurden wieder etwa 50 ausländische Arbeiter von den Arbeitsstellen abgeholt und zur Impfung dem Gr. Kreisarzt im Polizeigebäude vorgeführt. P Schlafstellen Revision. Gestern fand eine poli. zeiliche Revision in Bezug auf Raum- und Reinlichkeitsverhältnis derjenigen Schlafräume statt, in denen fremdländische Arbeiter logieren. Der Befund war im ganzen gut. P Gewerbe- Polizei. In letzter Zeit haben wiedertehrende Revisionen der Bäckereien, der Gast- und Schant. - ][ Gastwirte- Tag. Am Dienstag fand in Lauterbach der 22. Delegiertentag des Rhein- Main- Gastwirteverbandes statt. Die Versammlung war gut besucht, ca. 20 Vereine waren durch 40 Delegierte vertreten. Außerdem wohnten u. a. noch die Herren Kreisrat Dr. Wallau und Bürgermeister Stöpfer den Verhandlungen bei. Zunächst erfolgte die Beratung des Antrages Gießen betreffend die Verwendung der Ruhepausen der Kellnerlehrlinge zur Er teilung der Unterrichsstunden der Fortbildungsschule. Kreis. rat Dr. Wallau macht darauf aufmerksam, daß es feineswegs angehe, die Ruhepausen, die ebenso wie die Fortbildungsschulen auf gef Blicher Basis beruhten, für den Unterricht zu schulen auf gef Blicher Basis beruhten, für den Unterricht zu benußen. Man möge Fachschulen einrichten und habe damit die Festlegung des Unterrichts in der Hand. Nach weiterer Erörterung wird der Verbandevorstand beauftragt, in der Angelegenheit vorzugehen. Ehrenpräsident Reinemer referierte über den von der Regierung den Kammern der Stände übersandten Gesezentwurf betreffend Abänderung des Stempelge setzes, sowie über die in dem neuen Abänderungsgesez borgeschlagene tommunale Tanzsteuer und die neue Billetsteuer. Der Verbandsvorstand wurde mit weiteren Schritten beanfGastwirt Jastowsty- Gießen vertrat einen Antrag Gießen, der den Verband ersucht, bei den gesetzgebenden Fattoren Schritte zur anderweiten Regelung des Einfommensteuer- Berhältnisses zu tun. Er führt aus, daß in Hessen schwerer sei, besseres Dienstpersonal zu erhalten, da es schon mit 500 Mt., in Preußen dagegen erst mit 900 Wt. steuerpflichtig sei. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Sodann wurde noch über die Stellungnahme zur Deutschen Mittelstandsvereinigung und über das Kohlen. fäure- Wert des Verbandes berichtet. Auf Antrag JaskowskyGießen wird hierauf der Verbandsvorstand durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Als Drt des nächsten Delegiertentages wurde Bingen bestimmt. § Ein Blick hinter die Koulissen des„ reellen" Ausverkaufs. Das Schöffengericht Lahr verurteilte fürzlich den Schuhhändler Karl Kaufmann- Pforzheim wegen unlauteren Wettbewerbs zu 400 Mt. Geldstrafe, 7 Tagen Haft und Veröffentlichung des Urteils. Der Angeklagte hatte legten Herbst einen großen reellen" Ausverkauf in Lahr abgehalten und sich infolge seiner unlauteren Reflame eine Anklage von seiten der Staatsanwaltschaft zugezogen. Die Verhandlung bot ein interessantes Bild, wie in deratigen Schleudergeschäften gearbeitet wird und wie groß oft der Razen trotz des angeblich enorm billigen Preises" ift. So fanden z. B." Chevreauxftiefel", die in Pirmasens für 3,75 Rt. angekauft wurden, flotten Absatz zu 7,50 Mt., also mit einem Verdienst von 100 Prozent. Der Sachbei= | fändige, A. Bea, Vorsitzender der Handwerkskammer in Freiburg, hellte allerdings fest, daß die echten Chevraugstiefel aus Schaffeder hergestellt und in feinem reellen Geschäfte In der solche Stiefel als Chevreaux verkauft werden. Urteilsbegründung wurde besonders darauf hingewiesen, daß der öfters vorbestrafte Angeklagte schon zweimal wegen unlauteren Wettbewerbs bestraft worden, also kein Neuling auf diesem Felde sei. P. Warnung vor Vichpulvern. Seit einigen Jahren wird im Großherzogtum ein schwunghafter Handel mit sog. Viehpulvern und ähnlichen Geheimmitteln( Freß-, Mast, Kraft, Milch u. dergl. Pulver betrieben. Dies muß aber als ein die Interessen des Bauernstandes in hohem Maße schädigender U belstand bezeichnet werden. Eine martt schreierische und wahrheitswidrige Reflame, mit der solche Mittel angepriesen werden, ist darauf berechnet und geeignet, die Landwirte irre zu führen und sie zu veranlassen, Mittel zu kaufen, deren Wert und Wirkung in gur teinem Verhältnis stehen zu den dafür gezahlten Preisen. Da die in Betracht tommenden Mittel vielfach als Heilmittel gegen Tierfrankheiten vertrieben werden, fann dies leicht die bed nflichen Folgen haben, daß deren Anwendung die sachgemäße und rechtzeitige Behandlung der ertranften Tiere verzögert oder verhindert. Die Landwirte werden deshalb vor dem Ankauf dieser Geheimmittel gewarnt. K Wetzlar, 3. Mar. En Erda hat die TyphusEpidemie das vierte Opfer gefordert. Ein 19 Jahre altes Mädchen erlag der Krankheit. §§ Aus dem Vogelsberg, 3. Mai. Ein sehr lebhafter Kartoffel- Handel findet zur Zeit statt. Am verflossenen Samstag war die Nachfrage darnach in Grünberg so start, daß der Preis für den Doppelzentner auf 8 Mt. und 8,50 Mt. stieg. Erfahrungsgemäß ist dieser Preis stets um die Setzeit am höchsten, da der Vogelsberg in jedem Frühjahr Saottartoffeln zumeist aus der Wetterou bezieht. ? Bad Nauheim, 3. Mai. Hohe Kurgäste. Montag früh traf die Herzogin- Mutter von Anhalt und am Nachmittag die Fürstin von Schwarzburg- Sondere hausen zu längerem Rur gebrauch hier ein. Ende der vergangenen Woche tam die Fürstin von Ysenburg und Büdingen nebst Prinzessin- Tochter zum Kurg brauch hier her. ? Friedberg, 3. Mai. Attentat auf das Großherzogliche Baar. Wie erst jetzt bekannt wird, wurde, als das Großherzogliche Paar am vorigen Donnerstag zwischen 12 und 1 Uhr nach Lich fuhr, in der Nähe Friedbergs von der Burgmauer oder einem Turm aus, ein schwerer Stein nach dem Automobil geworfen. Der Stein fuhr mit großer Wucht in das Automobil, glücklicherweise ohne das hohe Paar zu treffen. Die Durchfahrt war vorher nicht bekannt. Die bis jetzt angestellten Ermittelungen haben auch Anhaltspunkte, daß dem Werfer des Steins die hohen Reisenden bekannt waren, nicht ergeben. Es handel: sich, wie es scheint um einen ruchlosen Bubenstreich von Schuljungen. Diese äußerst rohe und gemeine Handlung erregt überall die größte Entrüstung. -bd Herborn, 1. Mai. Auf dem heute abgehaltenen 4. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 169 Stück Rind vieh und 784 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen I. Qual. 73 bis 75 t. II. Qual. 71 bis 72 Mt. Kühe und Rinder I. Qual. 66 bis 68 Mt., II. Qual. 60 bis 65 t. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt fosteten Ferkel 50 bis 70 Mt. Läufer 80 bis 90 Mt. und Einlegschweine 100 bis 120 Mt. das Paar. Der nächste Markt findet am 29. Mai statt. Brieftasten. S. Nieder- Ohmen. Die Gewerkschaft Louise wird mit der Bahn von Dreihausen gewinnen und der ganze Verkehr in diesem Bezirk bis an die preußische Grenze ein weit angenehmerer werden. L. in Alten Bused. Die letzte Stadtverordneten- Sigung war mit der Oftroi. Debatte so ausgefüllt, daß der auf der Tagesordnung mit vorgesehene Bunft: Bahnprojekte zur Erschließung des Vogelsbergs" nicht zur Beratung fam. Marktberigte. Gießen, 2. Mai. Auf dem heutigen Wechenmartt kosteten Butte: per fb 1.10-1.20 mt., Hühnereler per Stüd 5-6 Pfg., Enteneter St. 6-7 fg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Bfg Erbsen per Liter 21 Pfg., Linjen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per st 00-00 Pfg., Ochsenfleisch per fb. 70-80 Bfg., Rindfleisc per Pfd. 62-68 Pfg. per Pfb. Schweinefleisch 66-76 Bfg. Schwetne Bfg. Sammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 kilo 7.00 b. fleisch gesalzen per fund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Bfb. 70-74 000 Mr., Zwiebeln per 3t. Met. 8.00-10.00, Weiskraut 10-15 Bf. pe: Stück, Zentner 3-4 Mt. Aepfel per Zentner 6-10 Mr. Zwetschen per Bentner 0,00-0.00 Nüffe 100 St. 00-00 fg. Milch per Lite: 20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen vo: Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der erste: brei Stunden der Marktjeit im Umberziehen feilgeboten werden. Börseubericht des Baukhauses R. Müller& Mayer, Berlin. Credit 209 Diskonto 180,25 Deutsche Bant 238,87 Handelsgesell. 167,87 Dresdner Bank 155 Bochumer 244,90 Consolidation 426 Kurse von 3 Uhr: Darmst. Bank 141,90 Nat. Bank 129 Baltimore 105,60 Kanada 147,30 Laurahütte 268 Gelsenkirchen: 30 Rheinstahl 207,60 Berlin, 1. Mai 1905. Tyn. Trust 193,60 Nordd. Lloyd 123,25 Hamb. Vac. 154,1: 3% Reichs. 90,40 Dortmunder 90,60 Harpener 214,10 Edison 238,50 Clepener landwirtschaftlicher Wetterbienn Boraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 5 Mai. Trüb und mehrfach Regen, nach milder r Nacht tagsüber Temperatur keine Aenderung( ziemlich warm). ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Berantwortli&: für die Politik und den Inseratente Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beis in Gießen. Bekanntmachung Die unterm 8. April 1 Is angeordnete Sperre der Seitenstraße zwischen den Häusern der Weftaulage 9 und 27 wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 3 Mai 1905. Großh Bolizelamt Gießen. Herberg. Auf Oswalds Garten Giessen Massen Auflagen wie: Schleuderzettel u. Warenverzeichnisse etc. liefert selbst die höchsten Auflagen in furzer Zeit die - - Buchdruckerei Albin Klein Giessen, Seltersweg 83. Nr. 104 Obe 21. Das Europas größte Menagerie und Raubtierkarawane bleibt nur noch bis einschl. Sonntag, den 7. Mai, hier. Geöffnet von morgens 10 Uhr bis abends 10 Uhr. Nachmittags um 4 Uhr: Gr. Familien- u. Kindervorstellung. Abends 8 Uhr: Hauptvorstellung mit Fütterung. Auftreten des berühmten Tierbändigers Herrn Kekner. Sonntag, den 7. Mai: unwiderruflich letzte Abschiedsvorstellungen. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein. J. Ehlbecks Ww. aus IIamburg Besizerin. Pferde zum Schlachten werden zu den höchsten Preisen angekauft. Arora Kapsel Jabere Röhrchen MAGGI'S Bouillon- Kapseln die besten! In Kapseln mit 2 Portionen zu 10 und 15 Pfg. angelegentlichst empfohlen von Joseph Seeler, Gießen, Ludwigstraße 20. Kartoffeln. Brima Freibant. Heute von 4-8 Uhr, Morgen von 8-11 u. 4-8 Uhr: Speise- u.Salatkartoffeln Dafenfleisch 54 Bfg. sowie alle Sorten Frühkartoffeln empfiehlt Kartoffelhandlung J.Handel, Gießen Schlußgasse 6. Lehrling gesucht. Lohn 500 Mark. J. Ahbach, Stein- u. Bildhauerei Gießen, Marburgerstr. 49. Schweinefleisch 45 Pfa. Joh. 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H.UNDERBERG- ALBRECHT emper idem, Fabrikation alleiniges Geheimniss der Firma: ausdrücklich: BernsteinBetreff: Bachschauen im Jahre 1905. Bekanntmachung. In Gemeinschaft mit der Großh. Kulturinspektion Gießen werden wir in diesem Frühjahr folgende Bachschauen abhalten: I. An der Ohm. Am 4. Mai: Gemarkung Merlau, Busammenkunft: an der Dhm, Grenze gegen Auschgarten, vorm. 730 Uhr; Gemarkung Nieder Ohmen, Zusammenkunft: an der Ohm, Grenze gegen Merlau, vorm. 830 Uhr; Gemartung Burg- Gemünden, Zusammenkunft: an der Ohm, Gemarfungsgrenze gegen Nieder- Dhmen, vorm. 1030 Uhr. Am 5. Mai: Gemarkungen Nieder Gemünden und Bleidenrod, 8usammenkunft: an der Dam, Gemarfungsgrenzen gegen BurgGemünden, vorm. 7 Uhr; bergehen feit und ihrer ehe einzigen, fie aus der ihr gleidhgi et, den fie wähnte, fie dem er dod Bentnerlaft nen und flo Mutter fo gebeuren Sie sch war, als Wienide geworden Und lein?" „ Sie nach dem „ Lebt a. „ Und И Mädchen?" „ Das Wienic es mir! und Ihr li es feinem erinnerun einen wei es nieman einit berg hat tause andere wi Sie a Als fie at in banger fie freudi Gemarkung Hainbach, Busammenkunft: Gemartungsgrenze gegen Ermenrod, nachm. 3 Uhr. Gemarkung Ermenrod, Zusammenkunft: Gemarkungegrenze gegen Groß- Felda, nachm. 2 Uhr; Gemarkung Groß- Felda, Zusammenfunft: Grenze gegen Restrich vorm. 11 Uhr; Sie Er b plöblich fie stür lange gebliebe Es war lage üb markungsgrenze gegen Hainbach, vorm. 9 Uhr; Gemarkung Ehringshausen, Zusammenkunft: eilig wie Ges beim Zu neben F eine Wer Mugen. Fussboden- Lackfarbe über Nacht trocken, dauerhafter, eleganter Anstrich in Büchsen und lose gewogen. Fussbodenoele. Sämtliche Farben, Lacke, Pinsel. Viktoria- Drogerie Adolf Bieler Giessen, Marktstrasse 5. Gemarkung Homberg mit Wäldershausen, Zusammenfunft: an der Ohm, Gemarkungsgrenze gegen Nieder- Gemünden, vorm. 10 Uhr. II. An der Felda. Am 10. Mai: Gemarkung Kestrich, Zusammenkunft: Eintritt der Felda in die Gemarfung, vorm. 9 Uhr; Am 11. Mai: fenliden G Stellung an i erstes fein Gemarkung Rülfenrod, Busammenfunft: Gemarfungsgrenze gegen Ehringshausen, vorm. 11 Uhr; Gemarkung Nieder Gemünden, Zusammenkunft: Gemarfungsgrenze gegen Nülfenced, mittags 12 Uhr. Die Teilnahme an der Bachschau ist jedem Anlieger und Interessenten freigestellt. Wünsche und Einwendungen, welche sich auf die Unterhaltung vorgenannter Bäche beziehen, sowie Beschwerden gegen ein unberechtigtes Anstauen der Gewässer seitens der Stauanlagen- und Triebwerksbefizer. sind uns bei dieser Gelegenheit vorzubringen. Die Großh. Bürgermeister der in Betracht kommend Gemartungen beauftragen wir, vorstehendes in ortsübliche Weise bekannt zu machen und die Besizer von Stauanlagen und Wassertriebwerken zur Bachschau besonders einzuladen, auch sich selbst mit einem von dem Ortsvorstand zu wählenden Gemeinderatsmitglied und dem Feldschüßen zur Schau einzufinden. Alsfeld, den 6. April 1905. Großherzogliches Kreisamt Alsfeld. Dr. Melio r. ach Berlin Heidit gema zugestimm Russischer Kloster- Likör Feinster Kräuter- Extrakt Likör. Dieser vorzügliche, magenftärkende Likör ist aus den feinsten aromatischen Kräutern nach einem uralten, bestbewährten Rezept aus einem russischen Kloster hergestellt und sollte in feinem Haushalt fehlen. Alleinige Fabrikanten: Petri& Strengert, Mainz. Alleinverkauf für Gießen und Umgegend: Carl Retter, Gießen, Eichweg 7. Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an. 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