19. mittags 5 U end an Ort u Sicherstraße ei Gießen. ngsarbeiten itung für die St Lieferungen fou 1.10% Uhr ugeben, wo alsba Bureau des Unte Offen und es Conne erstellungstoftea i pettor d arbeiten meinde Berdro nden Arbeiten Nr. 80. nfertionepreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz OberBeffen, bie Streife Wehlar amb Marburg 10 Bfg. fonft 15 Bfg. Reklamen die Betttzelle 30 refp. 40 Bfg. Rebattion u. Haupterpebliton: teßen, Seltersweg 88. Sernsprechanschluk Nr. 862. Dienstag, den 4. April 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfs., in's Hand gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Steßener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Sonderfchulen für Begabte. Man hat in neuerer Zeit mit Nachdruck und mit Erfolg dafür plädiert, daß für minder begabte, für geistig rückständige Kinder besondere Schulen oder wenigstens Schultlassen eingerichtet werden sollen. Es wurde gesagt, daß diese rückständigen Kinder eine Plage für die Schule bildeten. Nicht bloß, daß sie die Kräfte des Lehrers über Gebühr in Anspruch nehmen, hemmen sie den unterrichtlichen Fortschritt der Mitschüler, ohne daß sie selbst zu einem erDef. ollen im Bürchten Biel Tamten. Deshalb liege es in ihrem eigenen Amtsbureau no har Kntanali vird, wenn der t bedeutend ist hat aber in die Quadratelle Sache übrigens Pilze aus ar Bafe entwideln. e Gefahr, wenn en ist, stets zu durch Tapeten je feit längerer gen Fällen ge serscheinungen hmerzen, Verng. g der Tapeten e Kommiffion Tapeten doch t. Maßregeln en Vereinigten zelnen Staaten Angelegenheit t. Darauf ist amerikanischen tlich in schwar aben, die über 1 Lapeten wurnd verschiedener aß nach Farbe, ng von Arsenik brifat war, jo den Gebrauch varen frei von giftig, darunter en der arfenitzen und grünen Tapeten hinten man fann aber auen. fortgefektem ufweisen, fehlt der eigentliche en Fällen fann die bei Typhus gen des Darms alfchen Typhus eine besondere Je haben frei chtem Typhus nderungen des nter den Jad ohus durch eine dene Unitedung betrachtet man Dem Rolon- und beiden befizen. hus- Bazillen ernnen find. Die en Fällen überphus, jedoch ift und kann zuauer einer Grund 84 Tagen, älfte der bisher lede und greif eigentliche Genzutritt anderer ung, Hirnhautne vollständig Durch den Nach r in den AusTebrigens freten e Name Paragt werden folle, ontheit mit dem wie in der Mitschüler und der Lehrer Interesse, daß sie von einer Gemeinschaft getrennt würden, mit der sie doch nicht Schritt halten können, in der sie andere aufhalten, ohne selbst vorwärts zu kommen. Würden sie abgesondert, so wäre die Schule von einem hinderlichen Ballast befreit, und für sie eröffne sich die Aussicht, mit Nußen einen Unterricht zu genießen, der ganz und gar auf ihr schwächeres Auffassungsvermögen berechnet sei. Wir sind mit diesen Darlegungen vollkommen einver= standen und wünschen den auf die Einführung von Schullassen für geistig rückständige Kinder gerichteten Bestrebungen besten Erfolg. Wir möchten aber zugleich die allgemeine Aufmerksamkeit darauf lenken, daß mit genau den gleichen Gründen die Forderung aufgestellt und verteidigt werden fann, besondere Schulen oder Schulklassen für begabte siinder zu schaffen, deren Auffassungsvermögen den guten Durchschnitt übersteigt. Wie das Gros der Schulkinder unter der unterrichtlichen Ver gesellschaftung mit geistig rückständigen Kindern ohne Vorteil für diese leidet, so leiden die begabteren Kinder unter der Unterrichtsgemeinschaft mit den Kindern, deren Begabung einen mäßigen Durchschnitt nicht übersteigt; und der Schaden, den sie nehmen, drückt sich nicht bloß im Zeitderlust aus. Vielmehr sind sie in Gefahr, dauernd die besten Eigenschaften zu verlieren, die es ihnen unmöglich machen, die Früchte ihrer Begabung für sich und die Welt zur Reife zu bringen. Die öffentlichen Schulen alle, die Volksschulen wie die mittleren und höheren Lehranstalten, haben ihre unterrichtlichen Veranstaltungen sämtlich, ihr ganzes Pensum einem „ Normalschüler" angepaßt, der nach keiner Seite durch Begabung hervorragt. Die mäßigste Begabung muß im Verein mit schicklichem Fleiß dahin gelangen können, innerhalb der vorgeschriebenen Zeit das vorgeschriebene Pensum in sich aufzunehmen. Ein solcher„ Normalschüler" hat von dem Schulunterricht den vollen Gewinn. Die Schule gibt ihm alles, was er aufzufassen vermag, und überdies gewöhnt er sich durch die Schuldisziplin an die Aufwendung des erforderlichen Fleißes, der einen genügenden Teil der schulfreien Stunden nüßlich ausfüllt. Tem begabteren Schüler aber bleibt die Schule viel schuldig, die sich überdies an ihm- ohne Absicht natürlich, aber ganz unausweichlich schwer versündigt. Der begabtere Schüler könnte in der Schulzeit weit mehr lernen, und die Schule könnte ihm auch weit mehr geben, als tatsächlich der Fall ist. Doch beides darf nicht sein, weil die Schule auf den„ Normalschüler", auf die mäßige Durchschnittsbegabung zugeschnitten ist. Was bei solcher mäßigen Durchschnittsbegabung anhaltender Fleiß erreichen fann, das ist das Schulziel. Selbstverständlich faßt das begabte Kind das Pensum leichter und schneller auf, es bedarf nicht der häufigen Wiederholungen, und so erlahmt seine Aufmerksamkeit, der kein neuer Stoff geboten wird, Zertreutheit stellt sich ein, und eine Anstrengung des Fleißes, die Uebung dieser nützlichsten Tugend, wird fortgesetzt überflüssig. So muß das vorzugsweise begabte Kind nicht bloß längere Zeit, als nötig wäre, auf Bewältigung des Lehrstoffes bertvendenes entbehrt, was noch schlimmer ist, der Gewöhnung an rechtes Arbeiten und angestrengten Fleiß es verliert mit der Aufmerksamkeit die Konzentrationsfähig= teit und das Ende ist, daß seine Begabung in der Schule mur gerade das gewonnen hat, was es auch ohne Begabung gewonnen hätte, und daß es an seinen besten Eigenschaften Schaden genommen hat. Man glaube nicht, daß wir übertreiben. Unsere Worte werden durch die tägliche Erfahrung belegt, der man nur deshalb keine Beachtung geschenkt oder eine fehlgehende Deutung gegeben hat, weil sie eben gar so häufig ist, daß man sie wie ein„ Sismet", wie eine Schicksalsfügung hinnimmt. Wie oft kann man hören oder hört man, daß ein Anabe nicht gehalten, was er in der Schule versprochen, daß aus dem talentvollen Jungen ein untüchtiger Mann geworden. Man spricht dann von der Trüglichkeit der Schülerbegabung und hält die spätere Entwickelung für die allein maßgebende. Nein! In diesen Fällen allen hat die Schule an der unerfreulichen späteren Entwickelung die meiste Schuld, hat die Schule der vorhandenen Begabung nicht Rechnung getragen und auf den empfänglichen Boden einer angenährten, unbeschäftigten Veranlagung die bösen Keime der Anstrengungsentwöhnung übergeimpft. Der Knabe, der sich in der Schule niemals anstrengen mußte, dem alles gleichjam anflog, wie sollte der zum Fleiß kommen und zur Arbeitsliebe? Ihn hat die Schule verderbt, gerade weil er begabt war, und weil die Schule nur für den„ Normalschüler" eingerichtet ist. Darum möchten wir dafür plädieren, daß Klassen für besonders begabte Schüler eingerichtet werden. Geht es nicht an, diese Begabten zu einer schnelleren Absolvierung des Schulpensums zuzulassen, so soll man ihnen Ergänzungsunterricht geben, damit ihre Aufmerksamkeit rege bleibe und sie Fleiß lernen, an Anstrengung sich gewöhnen. Was man den geistig rückständigen Kindern um ihrer selbst willen und wegen der„ Normalschüler" gewährt das sollte man den besten Köpfen nicht versagen. Der Krieg in Oftalien. Wie vorauszusehen war, wird es jetzt still vor dem„ nahe bevorstehenden Frieden. Die„ authentischen" Berichte über bereits eingeleitete Verhandlungen werden jetzt als verfrühi bezeichnet. Sie gründeten sich lediglich auf gewisse Sondierungen seitens der amerikanischen Regierung bei den beiden Kriegführenden. Präsident Roosevelt hat die Nutlosigkeit aller Friedensbestrebungen für den Augenblick bereits eingesehen und hat sich nach Colorado auf die Jagd begeben. Auf dem Kriegsschauplat selbst wird die japanische Verfolgung weiter energisch durchgeführt. Aus Tokio wird vom 3. April gemeldet: Ein Teil der bei Kaiyuan stehenden Streitmacht vertrieb die Russen von Mhenhuachih und besetzte dieses Dori und die nördlich davon gelegenen Höhen am 31. März. Nach den anderen Richtungen hin ist die Lage unverändert. Daß die Japaner darauf bedacht sind, ihre Fühlung mit den fliehenden russischen Truppen feinen Augenblick zu verlieren, geht aus der folgenden weiteren Meldung aus ihrer Hauptquartier hervor: Unsere Vorposten rückten gegen Hailung vor und stießen am 28. März morgens bei Schantschengtfu, 30 Meilen südwestlich von Hailung, auf 300 Mann russische Kavallerie. In Schantschengtfu haben die Russen 2000 Mann Reiterei zurückgelassen und sind in Stärke von etwa 4000 Mann auf Hailung zurückgegangen. Zwischen Schantschengtsu und Jingtscheng, einem Orte 35 Meilen nordwärts von Hiengtscheng. befinden sich an verschiedenen Punkten große Vorräte an Cerealien. In Petersburg beschäftigt sich inzwischen die öffentliche Meinung lebhaft weiter mit den Gründen der Mißerfolge im ferner Osten. Vor allem ist es jetzt auch der Kriegsminister Sacharom, den man dafür verantwortlich machen will. Man wirft ihm vor, nur Reservetruppen nad der Mandschurei geschickt und gegen Kuropatkin intriguiert zu haben. Ssacharom stellt das entschieden in Abrede. Doch glaubt man, daß seine Abberufung bereits beschlossene Sache ist und der Generalquartiermeister Poliwanow zu seinem Nachfolger ernannt werden wird. Auf den unbefangenen Beobachter macht der ewige Wechsel in den Personen der russischen militärischen Oberleitung den kläglichsten Eindruck. Auch der tüchtigste„ neue Mann" wird den verfahrenen Karren nicht von heut auf morgen ins rechte Gleis bringen fönnen. Die Politik. SoDie Kaiserreden in Tanger haben, wie aus dem jetzt vorliegenden Wortlaut hervorgeht, einen Punft immer wieder betont: daß der Sultan von Marokko ein unabhänziger Herrscher sei und daß der Handel der europäischen Nationen in Marokko auf dem Boden völliger Gleichberechtigung betrieben werden müsse. Es wird hiernach sehr schwer fein, die Bedeutung und den Zweck des marokkanischen Besuches des Kaisers zu verkennen oder zu mißdeuten. gar der Geschicklichkeit des Herrn Delcassé wird es nicht gelingen, die Franzosen zu überzeugen, daß er nichts getan habe, was als eine Bedrohung der Gleichberechtigung der Mächte in Marokko und als eine Beeinträchtigung der Selbständigkeit Maroffos aufgefaßt werden konnte. Noch weniger wird es ihm gelingen, den Anschein zu erwecken, als ob er nichi eine schwere diplomatische Niederlage durch seine Schuld erlitten hätte Die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an Minister v. Budde anläßlich der gesetzgeberischen Erledigung der Kanalvorlage wird lebhaft kommentiert. Die Kanalborlage ist unter dent Ministerium v. Thielen zweimal eingebracht gewesen und zweimal zu Falle gekommen. Die Schwierigkeiten zu beseitigen, die ihr auch bei ihrer dritten Wiederkehr noch drohten, war wenigstens nicht tatsächlich Sache des Ministers der öffentlichen Arbeiten. Wenn gleichwohl gerade Herr v. Budde die genannte höchste Auszeichnung erhielt, so sollte damit wohl gesagt sein, daß die Vorlage die Ergänzung finden werde, die Herr v. Budde für sie schon in Bereitschaft hat. Jedenfalls ist die Auszeichnung ganz ungewöhnlich für einen Minister, der so jung im Amte ist. Der Rücktritt des bayerischen Kriegsministers v. Asch. den man schon länger als bevorstehend bezeichnete, ist nun perfekt geworden. Zu seinem Nachfolger ist der kommandierende General des III. Armeckorps, Freiherr v. HornNürnberg, bejiinit. Das Bergwerksgeset, dessen Erledigung im Abgeordnetenhaus noch aussteht, wird erst nach den Osterferien, in der zweiten Maihälfte, zusammen mit dem Knappschaftsgesetz an das Herrenhaus kommen. Wie verlautet, besteht in Herrenhauskreisen die Absicht, die Kontraktbruchstrafen zu verschärfen, auch den Schutz der Arbeitswilligen schärfer zu betonen. Am 26. März hat in Dents Südwestafrifa wieder ein Gefecht stattgefunden. An diesem Tage machten die Hottentotten in Kransplatz nördlich Gibeon einen Ueberfall, bei dem sie 2 Reiter und 2 Vuren töteten und 60 Ochsen fortführten Die Verfolgung war vergeblich, weil Regengüsse die Spuren verwischt hatten. An demselben Tage fand nahe bei Groß- Hausis, etwa 50 kilometer südwestlich Windhut, ein fünfstündiges Gefecht mit Sottentotten statt. Auf unserer Seite 1 Offizier, 2 Reiter, 3 eingeborene Soldaten vermißt. 1 Unteroffizier leicht verwindet. Von den Hottentotten fielen 20 Mann. Balkan- Staaten. Die Bewohner von Kreta müssen den Wunsch eines Anschlusses an Griechenland vertagen, da die Mächte von ciner Erfüllung dieses Wunsches einstweilen nichts wissen wollen. Damit kommt Griechenland um den Preis, den es aus den gegenwärtigen Wirren Mußlands davonzutragen schon ganz sicher war. Die Konsequenz davon ist eine schwere Mißstimmung, die sich so sehr gesteigert haben soll, daß die Griechen in Salonichi die Absicht begten und ihre Ausführung vorbereiteten, die Bulgaren in Salonicht umzubringen. Das kann wahr fein oder falsch sein jedenfalls haben die Bulgaren beschlossen, den in Bulgarien vereinzelt wohnenden mazedonischen Griechen gegenüber das Prävenire zu spielen und im voraus Vergeltung zu üben. Ruisland. Die russische fünfprozentige innere Anleihe ist 2½mal gezeichnet worden, so daß von den Zeichnungen nur 40 Prozent berücksichtigt werden können. Das ist ein sehr hübscher finanzieller Erfolg- wenn er echt ist, wenn nicht auf dem Wege sanften Zwanges manche Zeichnung von Belang herangeholt worden ist, wovon man, wie zugestanden werden muß. nichts gehört hat. Weniger erfreulich sind nach wie vor die politischen Verhältnisse. In Moskau hotte der Schilfe des Ministers des Innern die Abhaltung des Acrzte, fongresses untersagt. Der Minister gab die Genehmi gung. Bei der Eröffnung des Kongresses am Sonntag gab es leidenschaftliche Reden über das unsinnige Verbot, das als Beweis für die Notwendigkeit einer Konstitution aus. genützt wurde. Ohne das Verbot hätten die Aerzte nicht an Politik gedacht.-- In Warschau hat am Sonntagabend ein Zusammenstoß zwischen Militär und einer Ansammlung von etwa 1000 Israeliten stattgefunden, die einem Sozia listen das letzte Geleit gaben. Die Menge griff, wie der amtliche Bericht sagt, mit Revolverschüssen das Militär an, das mit Salven antwortete. Ein Arbeiter soll gefallen sein. Um dieses Vorfalls willen ist im ganzen Generalgouverne ment der Verkauf von Feuerwaffen und Patronen verboten worden. Die Vorräte in den Waffenläden sind in Amtsverwahrung genommen worden. Firina. Wie aus Iohannesburg gemeldet wird, hat in der North Randfontein- Mine bei Krügersdorp ein Chinesenstreik stattgefunden, bei dem es zu Ruheſtörungen, zahlreichen Verwundungen und endlich zur Verhaftung von 53 Kulis fam. Die chinesischen Minenarbeiter waren mit ihren Löhnen nicht zufrieden und weigerten sich, mehr als 12 Zoli Gestein täglich zu bohren.-- Der Kuli wird bald aufhören, für den geduldigsten Arbeiter zu gelten. Amerika. Die Einwanderungsgesetze werden jezt in Kanada und den Vereinigten Staaten mit großer Strenge gehandhabt. Eine Frau Marguerite Nonington, eine englische Untertanin, die von San Franzisko nach Victoria ( Vancouver) reiſte, hatte das Unglück, 2800 Mark, ihren ganzen Besitz, zu verlieren. Ihr wurde in Victoria die Landung nicht gestattet. Man brachte sie nach San Franzisko zurück, wo sie die gleiche Ablehnung erfuhr. Sie wird nun nach einem Land gebracht werden, in dem man mittellose Fremde nicht zurückweist. Hof und Gefellschaft. Bei der Ankunft des Kaisers in Port Mahon auf Minorka fuhr ein kleiner spanischer Kreuzer in voller Flag= genparade den deutschen Schiffen entgegen, um diese in den Hafen zu geleiten. Der spanische Kreuzer und ein anderes bereitz im Hafen liegendes zweites spanisches Kriegsschiff feuerten Salut. Die lange und schmale Hafeneinfahrt war zu beiden Seiten von den Einwohnern Port Mahens dicht Besetzt, die von dort und von den Booten, die in großer Menge auf dem Wasser lagen, dem Kaiser lebhafte Vegrüßungen spendeten. Asbald, nachdem die„ Hamburg" festgemacht hatte, kamen der deutsche Konsul und die Vertreter der spanischen Behörden an Bord. Bei der Ueberfahrt von Gibraltar nach Port Mahon hatten die deutschen Schiffe eine sehr angenehme Fahrt bei völlig ruhiger See und herrlichem Wetter. Am Sonntag Vormittag hielt der Kaiser selbst im großen Speisesalon der„ Hamburg" Gottesdienst ab. Die vom Kaiser verlesene Predigt behandelte die Leidensgeschichte Christi nach Lukas 92, Vers 63 bis 71. Die Gemeinde sang unter Begleitung der Schiffskapelle der Hohenzollern" den Choral„ Ein feste Burg ist unser Gott!" und darauf das„ Niederländische Dankgebet". Der junge König Alfons von Spanien wird wieder einmal verlobt. Diesmal ist es die österreichische Prinzessin Maria Immakulata, eine Tochter des Erzherzogs Stefan, der die Würde der spanischen Königin in Aussicht gestellt wird. Die angebliche Königsbraut ist 19 Jahre alt. Nab und ferm. Die feierliche Eröffnung des Simplontunnels hat unter Festlichkeiten stattgefunden, die teils in Iselle, teils in Brig, den beiden Endpunkten des Tunnels, vor sich gingen. Von beiden Seiten fuhren blumengeschmückte Züge in den Tunnel ein, in dessen Mitte sie sich an dem großen eisernen Tor trafen, dessen Deffnung die Uebergabe des neuen Schienenweges an den Weltverkehr symbolisierte. Eine schwere Eisenbahnkatastrophe ereignete sich auf der Station Liegniß Eine Lokomotive fuhr auf einen in der Einfahrt begriffenen Güterzug auf, der drei Wocon Auswanderer beförderte. Dabei wurde der Schaffer Henke und ein sechsjähriges Mädchen sofort getötet, ein 16jähriges Mädchen wird vermißt. Von vier weiteren schwer verletzten Personen ist eine Frau ihren Wunden erlegen. 30 Personen wurden leicht verletzt. Der Schaden an Material ist sehr bedeutend. Skandalöse Enthüllungen aus dem Pariser Rechtsanwaltsstande bringt ein dortiges Blatt. Fünf jüngere Anwälte verfielen auf die„ ingeniöse" Idee, vornehme Warenhausdiebinnen, deren Namen sie durch einen Gerichtsbeamten ermittelten, in der schamlosesten Weise zu brandschaßen. Sie ließen sich Zusicherung von Diskretion und Aussicht auf Freisprechung mit vielen Tausenden bezahlen, ohne die GegenLeistung bieten zu können. Die gewissenlosen Anwälte sehen selbstverständlich strengen Strafen entgegen. Der Kellner Ramm verhaftet. Der von der Berline riminalpolizei mit Hilfe von vielen Tausenden Fahndungs: blättern in ganz Deutschland gesuchte Einbrecher und Tot schläger Kellner Alfred Ramm wurde jezt, nach Verlauf von drei Wochen, in der Reichshauptstadt selbst, in einem Hause der Skalizer Straße festgenommen. Er hat Berlin gar nicht verlassen und will sich auf Hausböden versteckt gehalten und von gestohlener Frühstücksmilch und Semmeln genährt haben. Doch gab er schließlich zu, sich auch offen auf der Straße bewegt zu haben. Er leugnet aber entschieden, an Morgen des 11. März in die Grabowsche Gastwirtschaft eingebrochen zu sein und dabei durch Messerstiche den 12jährigen Hans Grabow tödlich und dessen 15jährige Schwester Margarete schwer verletzt zu haben. Die gegen ihn vorliegenden Verdachtsmomente sind aber jetzt schon erdrückend. Der neue Prozess Rubftrat. ( Eigener Bericht.) Oldenburg, 3. April. Zu der erneuten Verhandlung gegen den Redakteur Bier. mann vom Residenzboten" sind mehr als 60 Zeugen ge laden, die über die Hergänge beim Spiel im Kasino zu Oldenburg aussagen sollen. Es handelt sich um zwei ver schiedene Anklagen gegen Biermann; außer der auf Belei: digung des Justizninisters Ruhstrat hat sich Biermann auch wegen Beleidigung des Rechtsanwalts Wisser, des Rechts. beistandes des Miniſters, zu verantworten. Heute wurde mit der Anklage wegen Minister- Beleidigung begonnen. Im Fortgange der Verhandlung stellten die Verteidiger eine ganze Reihe von Beweisanträgen; so die Vernehmung sämtlicher an den früheren Prozessen beteiligten oldenburgischen Richter über die Spielvorgänge und die Ladung des Polizeipräsidenten von Borries und des Kriminalkommissars von Manteuffel aus Berlin, zur Bekundung, ob Pofern ein Glücksspiel sei. Die Entscheidung über dies: Anträge wird vorläufig ausgesetzt. Der Angeklagte Biermann wurde von zwei Gefängnisaufsehern der Strafanstalt Vechta vorgeführt. Er sieht fräntlich aus und begrüßt zunächst seine als Zengin anwesende Ehefrau, die während seiner Haft den„ Residenzboten" leitet. Sodann fixiert Biermann init lächelnder Miene den Justizminister Ruhstrat, der ihm jedoch sofort den Rücken zuwendet. Bei der Aufzählung seiner Vorstraße: erklärt Biermann mit lachendem Wunde:„ Ich bin schon so oft bestraft, daß ich nicht weiß, ob das alle Strafen sind." Der Angeflagte erklärt sodann, noch heute davon überzeugt zu sein, daß der Justizminister einen Meineid geschworen habe; der Minister habe vor Gericht ausgesagt, daß er vor 10 bis 12 Jahren solche Dummheiten begangen"( d. h. ge spielt) habe. In der Strafanstalt will der Angeklagte ge hört und diese Ansicht durch Unterredungen mit den Kellnern Laturnus und Meyer, sowie mit Rechtsanwalt Sprenger in Bremen bestätigt gefunden haben, daß Ruhstrat viel län ger noch gespielt habe. Den Meineid findet der Angeklagte besonders darin, daß der Minister beschworen, daß er nur im Sasino gespielt, während er tatsächlich auch im Restaurant Gilers gespielt habe. Weiter habe der Minister eidlich be. stritten, daß er mit Leidenschaft gespielt habe, während er doch ein leidenschaftlicher Spieler sei. Weitere Erklärungen will Biermann nicht abgeben. Aus dem Gerichtsfaal. § Eine böse Stiefmutter ist die Ehefrau des Hauferers Lenzen aus Bauchene bei Geilenkirchen. Sie wurde wegen schwerer Mißhandlung ihres Stieffindes zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hatte das Kind hungern lassen, es mit Besen, Stecheisen, Stöcken u. dergl. so mißhandelt, daß es, mit Wunden bedeckt, ins Krankenhaus geschafft merden mußte. Die entmenschte Mutter erklärte offen, sie wollte das Kind so lange mißhandeln, bis es tot sei. § Im lippeschen Schmähbriefprozeß erstand den Angeflagten, speziell dem Ehemann Kracht, ein warmer Verteidiger in der Person des Entlastungszeugen Regierungsrat Ernst. Dieser war im vornhinein von den Vertretern der Nebenklage aufs heftigste angegriffen worden. Erst hieß es, er hätte den Versuch gemacht, Geschtvorene zu beeinflussen. Wie festgestellt wurde, war dieser Vorwurf auf bloßen Klatsch gegründet. Dann begann man ihn weiter zu verdächtigen, daß er seine Stellung als Beamter start kompromittiert hätte, als er sich für die Angeklagten in auffälliger Weise ins Zeug gelegt hätte. Der Verteidiger wandte dagegen ein, daß man den Regierungsrat sicher ebenso geschmäht hätte, wenn er seine bisherigen Freunde im Unglück verlassen hätte. Aber auch der nochmals als Zeuge vernommene Staatsanwalt Credé sagt aus, daß er das Verhalten des Regierungsrats nicht hätte billigen können. Trotzdem beschließt das Gericht gegen den Antrag der Nebenkläger die Vereidigung des Regierungsrats Ernst als Zeuge, da ein Verdacht der Teilnahme nicht hervorgetreten sei. Der Zeuge erklärt, daß er von der Unschuld der Angeklagten nach wie vor fest überzeugt sei. Er schildert dem Gerichtshof, wie Paul Kracht durch den Löschblätterfund so in Erregung geraten sei, daß er seine Frau anschrie:„ Weib, du hast es getan, bekenne! Ich lasse mich von dir scheiden!" Das sei trotz des schweren Belastungsmaterials, das unstreitig gegen den Angeklagten vorliege, durchschlagend für ihn gewesen, an seine Unschuld zu glauben. Aber auch die Frau halte er für unschuldig. Er halte es nicht für möglich, daß diese Frau ein mystisches Doppelleben führen könne, einmal gute Mutter und zärtliche Gattin, ein anderes Mal ein Dämon, den man mit Fäusten erwürgen könnte. Nach dieser Vernehmung, die großen Eindruck machte, war nur noch die der Zeugin Luise Wippermann und ihrer Tanre Karoline von Interesse. Luise W. will ein blaues Buch gefunden haben mit den verdächtigen Schriftzeichen des Anonymus und ihrer Tante gezeigt haben. Diese erklärt, von einer Aehnlichkeit der Schriftzüge nichts entdeckt zu haben. Das Buch ist inzwischen verschwunden. Aus Fragestellungen der Verteidiger geht hervor, daß sie gegen diese Zeugin Verdacht der Teilnahme hegen. Einer der beiden Verteidiger Biermanns, Rechtsanwall Dr. Sprenger aus Bremen, wird zunächst als Zeuge vernom. men; er hatte daher während des Beginns der Verhandlun gen den Saal verlassen müssen. Er befundet, den Eindrud aus der eidlichen Bekundung des Ministers Ruhstrat gehabt zu haben, daß dessen Spiel 12 bis 13 Jahre zurückliege. Ausdrücklich erklärte Dr. Sprenger, er stehe dem Angeklagten lediglich als Jurist zur Seite, während er den„ Residenzboten" als Blatt durchaus nicht schätze. Darauf ersucht auch der zweite Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Herz, ihn als Zeugen zu vernehmen, ein Verlangen, das indessen vom Gericht abgelehnt wird. Die Erklärungen des Dr. Herz bringen bereits ein sensationelles Moment in die Verhandlung hinein. Er verwies nämlich auf einen von ihm veröffentlichten Zeitungsartikel, in dem er seiner Ueberzeugung Ausdruck gegeben hatte, daß der jezige Prozeß Ruhstrat ein tesseltreiben" gegen Dr. Sprenger bringen werde. Der Vorsitzende bat sofort, solche Aeußerungen zu unter: Tassen. § Wegen Fahnenflucht wurde ein Vierteljahrhundert nach begangener Tat der Musketier Hartmann vom InfanterieRegiment 69 vom Kriegsgericht zu Trier zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Am 14. Juni 1880 hatte Hartmann sein Regiment verlassen, war heimatlos durch aller Herren Länder geirrt und hatte auch eine Zeitlang in der Fremden. legion gedient. Er war der Meinung, daß er jetzt ungefähr. det nach seiner Heimat, einem elsässischen Dorfe, zurückkehren könne, da die gesetzliche Verjährungsfrist mit dem 40. Lebensjahre einzutreten pflegt, wenn nicht der Steckbrief alle fünf Jahre erneuert und damit die Verjährung unterbrochen wird. Dies war aber im Hartmannschen Falle geschehen, und so kam der bejahrte Fahnenflüchtige vor Gericht. Nachzudienen braucht er nicht mehr, da er inzwischen über 47 Jahre alt geworden ist. § In gutem Glauben. Ein netter Scherz, der, falls er nicht wahr sein sollte, jedenfalls gut erfunden ist, wird aus den Schöffengerichtssitungen einer kleinen rheinischen Stadt mitgeteilt. Des unberechtigten Fischfangs angeklagt ist der Jupp( Josef) Schmit. Auf die Frage des Vorsitzenden, wesgalb er an dem Bache geangelt habe, erklärt Jupp, daß er sich als Einwohner seines Dorfes dazu berechtigt geglaubt habe. Vorsitzender:„ Also Sie fischten mit bona fides?" Schmit:„ Nä, Herr Präsendent, mit ner Wurm." Vorsitzender:„ Sie verstehen mich nicht. Ich meine, ob Sie in gutem Glauben fischten?" Schmit: Dat versteht sich, römisch- katholisch!" Die lippefche Schmäbbrief- Affaire. ( Von unserem Gerichtsberichterstatter.) Detmold, 3. April. Spuren und Verwirrung in die ganze Sache zu bringen. Das Merkwürdige an allen Eingesandts ist, daß sie durch. weg für die Unschuld der Angeklagten plädieren und den Verdacht auf Dritte zu senken suchen. Einige von diesen Briefen sind so abgefaßt, daß der Anschein erweckt werden hee mäßige Ellefleure in abie Anza 6. Sotterie abge soll, der Anonymus habe sie geschrieben.„ Wir haben nie Bie dem„ M. daran gezweifelt," so erklärte der Vorsitzende daß es die Hauptverhan sich um Falsifikationen handelt. Auffällig ist nur, daß die Aufhebung der Schreiberei erst losging, chdem Dr. Niemeyer am vorigen Freitag seiner Verwunderung darüber Ausdruck gegeben, hatte, daß, während Frau Kracht in Haft sigt, kein anonymer Brief geschrieben sei. Prompt am anderen Morgen bekam ich den ersten Brief.( Heiterkeit.) Aus Münster kam das Geschreibsel und ununterbrochen folgte im Laufe der Woche eine große Anzahl weiterer Briefe, aus Lemgo, Detmold, Würzburg, Hannover und anderen Orten. Ein anderes Mal tribes preußifd Broßherzogtum ot um einige ledi gen sind. Darf als Ent ** * Feu Bieriammlu wurde mir angedeutet, der Anonymus wäre längst über die tonten plöglic Der Schmähbriefprozeß" gegen die Eheleute Kracht geh seinem Ende entgegen. Die Zeugenvernehmung ist beendet das Wort haben nun die Sachverständigen. Am Mittwoc und Donnerstag folgen die Plädoyers und für Freitag spä testens sieht man die Urteilsfällung voraus. Interessanter als die Vorgänge im Gerichtssaal selbst war das, was der Präsident über die Haltung des Publikums außerhalb den Angeklagten, dem Gerichtshof und den Geschworenen gegen über äußerte. Im Laufe der letzten Woche so erzählte der Präsident ist eine große Anzahl von Briefen an das Gericht, an ihn und den Staatsanwalt gelangt, aus Detmoli und Lemgo, aus Herford und Münster, aus Bielefeld und Hannover. Es befinden sich darunter allerlei Zuschriften bon genannten und ungenannten Personen, die auf Grund bon Zeitungsberichten in der Lage zu sein glauben, Nat schläge zu erteilen, wie man den Urheber der anonymen Briefschreiberei ausfindig machen könne. Unter den Absendern befindet sich z. B. ein Redakteur, der sich in wissen schaftlichen Auseinandersetzungen über die Herkunft des Wor. tes Dettschwein" ergeht. Es befindet sich darunter auch ein Spiritist, der der Meinung ist, auch seinerseits zur Entdeckung des Anonymus beitragen zu können. Andere Briefe, die dem Anschein nach sowohl von Männer-, wie von Frauenhand geschrieben sind, enthalten allerlei Blödsinn, Beleidigungen des Gerichts, der Staatsanwaltschaft, Verdächtigungen von Zeugen usw. Briefe an Frau Kracht enthalten allerlei Betrachtungen über den Prozeß, sowie über den Verlauf. Dazu kommen Zeitungsausschnitte mit Randglossen versehen und auch an Frau Kracht adressiert. Grenze des Deutschen Reiches hinaus. An demselben Tage aber erhielt ich auch einen Brief, in dem der Anonymus mir mitteilte, er säße noch ganz wohlbehalten in Lemgo.( Große Heiterkeit.) Dabei machte er noch Glossen über mich per sönlich. Das Erheiternde an der ganzen Geschichte ist, daß keiner von diesen verschiedenen Anonymussen- ich dari diesen Ausdruck wohl anwenden in Anlehnung an den in den anonymen Briefen vorkommenden Ausdruck„ Intimussen"( Heiterkeit) von der Eristenz des anderen etwas wußte. So schrieb mir der eine Anonymus aus Würzburg, er säße in einem Hotel bei einer guten Flasche( Stürmische Heiterkeit), dabei wußte er nichts davon, daß am gleichen Tage auch ein Lemgoer Anonymus an mich geschrieben hatte." Sollten die anonymen Briefsteller die Absicht ge. habt haben, für die Angeklagten günstig einzuwirken, so dürften sie eher das Gegenteil erreicht haben. Der Präsident hat Veranlassung genommen, die Staatsanwaltschaft mit Nachforschungen nach ihnen zu beauftragen. Er selbst erklärte für seine Person, daß ihm das Sensationsbedürfnis des Publikums vollständig wurscht" sei. Unter den eingesandten Briefen sind aber auch solche, die augenscheinlich bezwecken, das Gericht auf abwegige Der Landwirt. mn Zum Veredeln der Bäume und Sträucher ist jetzt, wo sich der Saft in Bewegung setzt, die rechte Zeit. Wer früher damit beginnt, ist vor Schaden nicht sicher. Er muß die Veredelungsstellen in Sand einschlagen, was stets von Nachteil ist. Wenn die Augen zu schwellen beginnen, so veredle man sofort und setze die Veredelungen sofort unvermittelt in die Schule. Gesundes, frisches Holz beider Teile, fester Verband und sofortiges Sezen geben Aussicht auf gutes Anwachsen. Kunft und Wiffenfchaft. n der Ko ilitärifden Gigadenfeuer Dans ganze ich nur Comnte. Uebe fiffigeftellt we gerade ihre brechen und X Ge willigen Gambrinus Feuerwehr fo Biegandt sand erflattete Das Vereinsjah baan 148 Mit Mitgliedern ge Decharge ert MO Die Ausgrabung eines römischen Gutshofes in Rheinhessen ist bei Wachenheim, Kreis Worms, geglückt. Außer den Wirtschaftsgebäuden des Hofes, der aus dem dritten oder vierten Jahrhundert stammt, den Ställen, Scheunen, Schuppen, ist auch das Wohnhaus vorzüglich erhalten. 1905/06 aufg ar, schritt wurden wie Mugust D Friz S and Bette Diejenigen 1905 25, aufgefordert, Bunftes 50 infpeftor Wi und knüpft Sreftes ein g auf, die Ueb Das Korps lifte. Eben raber a denn die G en Feuerli band die Ve ? Arb Gießener PB Ein Werk Leo Tolstois über den russisch- asiatischen Krieg soll in Vorbereitung sein, das sich auf Aufzeichnungen von Kriegsteilnehmern stüßt. Mehrere der aus Port Arthur heimgekehrten Offiziere werden sich demnächst nach Jaßnaja Poljapa begeben, um dem greisen Tolstoi ihre Kriegseindrücke zu schildern. Die Offiziere unter ihnen befinden sich auch zivei Studenten, die den Krieg als Frei.. willige mitgemacht haben waren alle auf vorgeschobenen Positionen, und alle sind mehr oder minder schwer verwundet worden. Sie haben Tagebücher geführt, die sie nun dem Philosophen von Jaßnaja Poljana vorlegen wollen. LG Die 100. Wiederkehr des Geburtstages des dänischen Märchendichters Andersen am 2. April wird mit großen Festlichkeiten begangen werden. Das preußische Kultusministerium läßt sich bei der Feier in Odense, dem Geburtsort des Dichters, durch den Geheimrat Dr. Matthias vertreten. Lokales. - 4. April 1905 - *** Am Donnerstag, den 6. April, nachmittags 4 Uhr findet eine Situng der Stadtverordneten- Verfammlung zu Gießen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch des Jakob Hengst für die Licherstraße; hier: Dispens. 3. Baugesuch des August Deibel für den Neuenweg; hier: Dispens. 4. Errichtung eines Stalles durch A. Rahnefeld auf seinem Grundstück, Schanzenstraße 2; hier: Dispens. 5. Entwässerung des H. Kühn'schen Grundstücks, Seltersweg 36. 6. Ausbau der Roonstraße; hier: Geländeerwerb von Karl Stohr 1. Witwe. 7. Verkauf eines Grundstücks an Dr. Rennel. 8. Verlauf eines Restgrundstücks aus dem ehemaligen Stephansweg. 9. Unterhaltung der Anlagen vor dem Universitätsgebäude. 10. Wiederherstellung - - - - - der Holzfassade am V. Frey'schen Hause, Neuenbäue Nc. 9. - 11. Verlegung des Stadtringgrabens in der Nordanlage. 12. Vervielfältigung der Bebauungspläne. 13. Die Barzellenvermessung in der Gemarkung Gießen. 14. Vers trag mit der Brühl'schen Druckerei. 15. 8iegenbod haltung. 16. Gesuch des Georg Korndörfer dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Kaplaneigaffe Nr. 7. 17. Desgleichen des Peter Wagner dahier für die Schloßgasse 9.- 18. Desgleichen des K. Schmalz dahier für den Landgraf Philipp- Platz 9.- 19. Desgleichen des Johannes Carle dahier für die Lindengasse 2. - *** Landeslotterie.( Privattelegramm.) Bei der heutigen Ziehung der 6. ff. Thür. Landeslotterie wurden gezogen 30 000 mt. auf 13 427, 20 000 f. auf 74 041, 10 000 Mt. auf 18 395 und auf 37 806, 5000 Mt. auf 56 123 und auf 69 378. * Zur hessisch- preußischen Lotteriefrage erfährt der ,, Mainzer Anz." aus zuverlässiger Quelle, daß von autoritativer Seite auf eine Anfrage erklärt wurde, die 6. HessischThüringische Staatslotterie werde jedenfalls ausgespielt werden, wogegen aber eine Gewähr für ein weiteres Fortbestehen der hessisch- thüringischen Staatslotterie zur Zeit nicht übernommen werden könne. Für den Fall ihres Aufgehens in der Preußischen Klassenlotterie sei von der Regierung in der Ausste bohnes von tourden von gefä dniffer auf eine Die G 88wischen B pandlungen Au Entgleisu - der Schnell Racht um 2 Mordende de ährend der Babenburg b hier mertte fwerbefdäbi fen, mehre loren; die dem Damm hi viljamannica One Weichen u litten bis pätungen. ** reistur am listen in den Kre 301 Deleg * Der jahrs- G fahrerbu Der Gaubo bericht, aus ahl, im üb fehen ift. doürfte die wilden. De We eine Moll Rolfereigebä exbaut.- Un und wird am Preisrats und K Frankf 28. Februar b Domöopath M furanftalt einge Buiftedungen Lemende Leben, bas berurteilt. haus hinzu. S Frauens perfon he zu bringen ß fie bure mäßige Eutſchädigung der dabei etwa geschädigten seine Kunst versucht haben sollte, waren am 28. Febr. v. J.| verwaltung nicht eingesetzt ist, zu wahren und zu fördern. Falle hatte Felgentreu ein Wiederaufnahmeverfahren durch wirtschaftlicher und technischer Hinsicht wahrzunehmen, 2. aus Dieren und Kollekteure in Aussicht genommen, bei der voraussichtlich allein 5 Jahre Zuchthaus angefeßt worden, nährend das Sie hat insbesondere das Recht: 1. die Gesamtinteressen ige von die an die Anzahl der von dem betr. Kollekteur in der Mädchen freigesprochen wurde. Gegen das Urteil in diesem des landwirtschaftlichen Berufsstandes des Groherzogtums in Wir haben ni Wie dem„ M. J." aus sicherer Quelle mitgeteilt wird, sind gesetzt und stand deshalb heute wieder vor dem Schwur- eigener Anschauung jederzeit Anträge und Vorschläge an die ertedt werden 6. Lotterie abgesetzten Lose ins Gewicht fallen werde. ende- daß es die Hauptverhandlungen mit der preußischen Regierung wegen gericht. Jegt wurde er wegen Beihilfe zu dem genannten Regierung gelangen zu lassen, 3. die zur Hebung des land, yer am vorigen triebes preußischer Klassenlose in dem ganzen Gebiete des Buchthaus verurteilt, sodaß er 4 Jahre profitiert hat. it mur, daß die Aufhebung der hessischen Lotterie und Gestattung des Ver- Verbrechen zu 1 Jahr Zuchthaus, insgesamt zu 7 Jahren wirtschaftlichen Grundbesizes und Betriebs dienlichen Eindrud gegeben fein anonymer Morgen befam ünster kam das Caufe der Body mgo, Detmold Großherzogtums zum Abschlusse gekommen. Es soll sich nur noch um einige Nebenbedingungen handeln, die noch zu erlebigen sind. Der hessische Staat soll alljährlich eine Million Mart als Entschädigung von Preußen erhalten. *** Feuerlärm und eine gestörte FeuerwehrK Frankfurt a. M., 3. April. Vermächtnis. Der verstorbene Albert v. Reinach hat seine Villa, Taunusstraße 10, der Stadt vermacht, um darin eine Wohnung für jeweils den Ersten Bürgermeister einzurichten. Außer dieser Schenkung zu Gunsten der Stadt hat er zur Verfügung richtungen und Veranstaltungen auf denjenigen Gebieten zu treff n und durch ihre Organe treffen zu lassen, für welche die Fürsorge vom Staat nicht unmittelbar übernommen ist, 4. Vertreter zu denjenigen Einrichtungen und Körperschaften zu bestellen, die den Interessen der Landwirtschaft dienen oder nahestehen( Produktenbörsen, Märkte, Ausstellungen, n anderes Mal Versammlung. Gestern Abend kurz nach 11 Uhr er- des Armenvereins noch eine Summe von 40 000 Mart Eisenbahnrat, Deutscher Landwirtschaftsrat usw.). langit über die Lönten plötzlich die Sturmglocke und die Feuerwehrsignale. bestimmt. demselben Lage In der Konrad Rübsamen gehörigen, in der Nähe der Anonymus mir militärischen Schwimmanstalt gelegenen Scheune war ein Zemgo.( Große Schadenfeuer zum Ausbruch gekommen, das sich schnell über schichte ist, das Bieh nur unter größten Schwierigkeiten gerettet werden über mich ber das ganze Gebäude ausbreitete, sodaß das darin befindliche en ich dari ung an den sdruck nti anderen etivas Tonnte. Ueber die Enstehungsursache fonnte bis jetzt nichts festgestellt werden. Die freiwillige Gießener Feuerwehr, die gerade ihre General- Versammlung abhielt, mußte diese abnus Würzburg brechen und auf den Brandplag eilen. he( Stürmisc 3 am gleichen willigen Feuerwehr. Gestern abend fand im Restaurant X Generalversammlung der Gießener Freis gefchriebe e Absicht ge Feuerwehr statt. Der Kommandant, Herr Brandinspektor Gambrinus" die Generalversammlung der hiesigen Freiwilligen nzumirfen, Der Prai nwaltschaft Er selbst ationsbedürf to fer iſt jest met, frible Er muß is von Nade so beredle man ermittelt in de feiter Verband tes Anwachsen aft. Shofes in Rhein geglückt. Außer dem dritten oder cheunen, Schup Iten. ussisch- asiatischen Aufzeichnungen er aus Port demnächst nach n Tolstoi thre -unter ihnen rieg als Frei vorgeschobenen ver verwunde sie nun den wollen. 8 des däni ird mit ußische e, dem Geburt Matthias be April 1905 hmittags 4 Uhr rdneten Ver Bordnung statt: tob Hengst für Baugesuch des ens.- 4. Gr 6 auf seinem 5.- 5. Ent Seltersweg 36 ndeerwerb es Grundfid grundstücke aus altung der An Bieberherstellung uenbaue Nc. 9. er Nordanlage. .- 13. Die .- 14. Vers Ziegenbod Dörfer dahier um er dahier für die je Raplaneigaff Schmalz babier Desgleichen des 2. am.) Bei ber Blotterie wurden Rt. auf 74 041, 5000 t. auf riefrage erfährt baß von autori e, die 6. Heffif Falle ausgefpielt weiteres Fort ie zur Beit nicht ihres Aufgehens der Regierung Biegandt eröffnete furz nach 9 Uhr die Versammlung und erstattete den Jahresbericht, woraus zu ersehen ist, daß das Vereinsjahr ein günstiges war und die Mitgliederzahl von 148 Mitgliedern auf 170 attiven und 23 inaktiven Mitgliedern gestiegen ist. Nachdem dem Rechner Riebel Decharge erteilt, der Voranschlag für das Vereinsjahr 1905/06 aufgestellt und von der Versammlung angenommen war, schritt man zur Ergänzungswahl des Vorstandes. Es wurden, wieder- bezw. neugewählt die Stameraben Faber, Auguſt Didore, Rubplf Rödges, Ratl Gut bur, Fritz Schmiz, Peter Berg, Greb, J. Didoré und Better. Unter Punkt Dienstauszeichnungen wurden diejenigen Mitglieder, welche bis zum 31. September 1905 25, 15 und 10 Jahre einer Wehr angehören, aufgefordert, dies dem Vorstande mitzuteilen. Betr. des Bunttes 50jähriges Stiftungsfe ft teilte Brandinspektor Wiegandt mit, daß die Ausschüsse gebildet seien und knüpft daran die Hoffnung, daß das Gelingen des Festes ein gutes sein möge, forderte aber die Mitglieder auf, die Uebungen zahlreich und pünktlich zu besuchen, damit das Korps zu seinem 50jährigen Jubiläum nur vorzügliches leiste. Ebenso in diesem Sinne spricht sich Branddirektor Traber aus. Weiter fonnte die Versammlung nicht tagen, denn die Sturmglocke ertönte, die Mitglieder mußten mit den Feuerlöschgeräten nach der Brandstätte eilen und so fand die Versammlung ein vorzeitiges Ende. ? Arbeiter bewegung. Gestern morgen traten die Gießener Dachbedergehilfen und Hilfsarbeiter in der Ausstand. Ihre Forderungen: Erhöhung des Stundenlohnes von 40 auf 45 Pfg. und einiger Nebenforderungen Immer noch werden Abonnements für die Monate April, Mai, Juni bei der Geschäftsstelle vorliegender Zeitung angenommen. wurden von den Arbeitgebern bewilligt. Nach diesen Bu Die berufsständische Vertretung der Landgeständnissen nahmen die Ausständigen die Arbeit wieder auf eine erfreulich schnelle Regelung der Angelegenheit. Die Gießener Schneidergehilfen streifen weiter. 8wischen Prinzipalen und Gehilfen sind bisher keinerlei Verhandlungen gepflogen worden. = Auf dem Güterbahnhof Gießen ereignete sich eine Entgleisung, durch welche eine mehrständige Verspätung der Schnell- und Personenzüge eintrat. In der Sonntag Nacht um 2 Uhr lief ein Güterzug nach Kassel aus; am Nordende des Bahuhofs toppelten sich mehrere Wagen los, während der letzte anhängende Wagen entgleifte und bis zur Badenburg bei Lollar neben der Schienen mitlief. Erst hier merkte es der Zugführer, der entgleifte Wagen blieb schwerbeschädigt zurück. Er hatte sämtliche Weichen abgeussen, mehrere Wagen beshädigt und seine ganze Ladung verloren; die Fässer waren über den Bahnhof verstreut und den Damm hinab gerollt. Sofort nach dem Unfall wurde Hilfsmannschaft beordert, die erst nach mehrstündiger Arbeit die Weichen und Gleise herstellte. Die Züge nach Kassel erlitten bis zum Sonntag vormittag mehrfiündige Vers spätungen. Professor Bamser- Buzbach wurde auf dem Areisturntag des Mittelrhein- Kreises, welcher am leßten Sonntag in Saarbrücken tagte, als Preßvertreter in den Kreisausschuß gewählt. Der Turntag war von 301 Delegierten besucht. Der legten Sonntag in Darmstadt abgehaltene Früh jahrs- Gautag des Gaues IX des Deutschen Radfahrerbundes war von zirka 60 Delegierten vertreten. Der Gauvorsigende Stift- Frankfurt erstattete den Jahresbericht, aus dem zwar ein fleiner Rückgang der Mitglieder zahl, im übrigen aber eine sehr eifrige sportliche Tätigkeit zu asehen ist. Der Clou des Programms für dieses Jahr dürfte die Gauwanderfahrt durch die Alpen bilden. Der Bundestag wird in Erfurt stattfinden. ** * * = - Das Wetterfeld bei Laubach, 2 April. Hier hat sich eine Molkerei Genossenschaft gebildet. Molkereigebäude wird in aller Kürze direkt an der Wetter erbaut. Unser Schulhaus neubau ist jetzt nahezu vollendet und wird am Sonntag nach Ostern in Anwesenheit des Kreisrats und Kreisschulinspektors von Schotten eingeweiht. K Frankfurt, 3. April. Schwerer Sünder. Am 28. Februar v. J. wurde der frühere Lehrer und spätere Homöopath Mox Felgentreu, der in Hausen eine Milch furanstalt eingerichtet hatte, in der er Frauenspersonen von Blutstockungen" befreite, wegen Verbrechens gegen das teimende Leben, bezw. Beihilfe dazu, zu 10 Jahren Zucht haus verurteilt. Später fam noch ein weiteres Jahr Zuchthaus hinzu. Für einen Fall, in dem er bei der betreffenden Frauene person gegen ihren W.llen und ohne ihr Wissen wirtschaft in Hessen. Ueber den Gesezentwurf der Regierung, betr. die berufsständische Vertretung der Landwirtschaft, die wir seinerzeit in flüchtigen Umrissen brachten, hat nun der siebente Ausschuß der Zweiten Kammer durch den Abg. Dr. Frenay Bericht erstattet. Die Regierung beabsichtigte, die Organisation der Landwirtschaft aufzubauen auf die Verwaltungseinheiten des Staates: Kreis, Provinz, Staat. Alle Kreisangehörigen mit selbständeigem Landwirtschaftsbetrieb sollten einen Bezirksberband bilden. Die Hauptversammlung jedes Bezirksvers bandes wählte Delegierte zum Provinzialverband und aus den Ausschüssen der drei Provinzialverbände gingen nun die Wahlen zum Landesverband hervor als dessen Organ die Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen zu fungieren hatte. Das wäre ein gründlicher Zusammenschluß aller Landwirte in Hessen gewesen, dessen freie Bewegung durch die Selbstverwaltung der untersten Stufe der Bezirksverbände gewährleistet war und jeder einzelne Landwirt wäre interessiert gewesen, sich an der Vereinstätigkeit seines engsten Heimatsbezirks zu beteiligen. Es war eine Organisation auf breitester Grundlage von unten nach oben, mit einem soliden Fundament. Doch die Vorlage der hessischen Regierung über die Landwirtschaftsvertretung fand vor dem siebenten Ausschuß der Zweiten Kammer feine Gnade. Der Ausschuß lehnte das Prinzip der Regierung ab und setzte an dessen Stelle das Prinzip der ins Leben getretenen jezigen Handwerferorganisation: Errichtung einer Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum zur Repräsentation der gesamten hessischen Landwirtschaft als einzigen Beschlußförper, der sich nach unten hin in Ausschüssen und Vertrauensmännern für Provinz und Kreis traftlos ausschlängelt. Also eine Organisation von oben nach unten. Die Vertretung der Berufsinteressen liegt in den Händen von aus indirekter Wahl hervorgeDas Heranholen der eingangenen Vertrauensmännern. zelnen Landwirte zur Betätigung an ihren Berufsinteressen bleibt der freien Vereinsorganisation überlassen. Die Landwirte des Großherzogtums bilden nach näherer Vorschrift dieses Gesezes einen Berufsverband, dessen Interessen in einer durch die Verbandsangehörigen zu wählenden „ Landwirtschaftskammer" vertreten werden. Verbandsangehörige sind die Eigentümer, Nußnießer und Pächter landwirtschaftlich genugter Grundstücke mit einem im Großherzogtum gelegenen eigenen Vermögen an landwirtschaftlich genutztem Grundbesitz oder an landdwirt. schaftlichem Betriebskapital im Wert von mindestens 3000 Mt. Der Wert von Hofraite und Wald ist hierbei nicht in Anfatz zu bringen. Die Landwirtschaftskammer soll in allen wichtigeren, die Gesamtinteressen oder die Interessen einzelner Zweige der Landwirtschaft berührenden Angelegenheiten von der Regierung gehört werden. Sie ist verpflichtet, der Regierung alle fünf Jahre über die gesamten landwirtschaftlichen Zustände des Landes zu berichten und ihr ebenso wie den mit dem landwirtschaftlichen Berufsstand gefaßten Behörden jederzeit auf Anfordern Gutachten über Gegenstände der landwirtschaftlichen Gesetzgebung und Verwaltung, des landwirtschaftlichen Betriebs, der Landeskultur und der Volkswirtschaft zu erstatten. Die Landwirtschaftskammer und ihre Organe haben auf den freiwilligen Zusammenschluß der Berufsgenossen in örtlichen Berufs- und Fachvereinen hinzuwirken und können außerdem bei Erfüllung ihrer Aufgaben die Mitwirkung der sich über das ganze Land oder auf einzelne Provinzen erstreckenden landwirtschaftlichen Berufs- und Fachvereine in Anspruch nehmen. ( Schluß folgt). Wunsch. Frühling wird es wieder Nun in Wald und Feld, Und der Vögel Lieder Tönen luftgeschwellt. Froh beglücket grüßen Sie der Heimat Tal, Junge Triebe sprießen, Sonn' schickt Segensstrahl. Markranstädt. Frühling wird es wieder Wollt sich auch mein Glück, Lächelnd neigen nieder! Denn mit bangem Blick Such nach einem Herzen Ich, daß mit mir fühlt, Heißer Sehnsuchts Schmerzen Ach, nun endlich fühlt. Adolf Dreßler jun. Literarisches. Die Länder und Staaten der Erde. 1905. Geographisch- statistisches Handbuch. Von Hermann Hillger. Hermann Hillger Verlag, Berlin W 9. Preis 80 Pfg. In zierlichem Gewande ist fürzlich zum ersten Male ein allerliebster fleiner Geselle erschienen, der überall dort freundliche Aufnahme finden wird, wo immer man das Bedürfnis fühlt, nach irgend einem Staat unserer Erde zu fragen und zu forschen nach all' seinen Einrichtungen, innerlicher wie äußer licher Art. Schaut man diesen literarischen Zwerg genauer an, so wird man tatsächlich verblüfft von der Fülle des Gebotenen und fann dem Kleinen Hillger" unmöglich seine Achtung versagen. Aeußerlich flein, ist das Werfchen inhaltlich groß zu nennen. Marttberichte. tehen. 4. April. Aus dem heutigen Wochenmartt lofteten Butter per fb. 100-1.05 r., Hühnereter per Stüd 5-6 Bfg., Enteneter St. 0 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Kasematte 2 St. 5-6 fg. Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar er. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd C.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per fb. 00-00 fg., Ochsenfleisch per fb. 70-80 Bfg., Rindfleisch per Pfb. 62-68 Pfg. per Pfb. Schweinefleisch 60-72 Bfg. Schweine fletsch gesalzen per Pfund 0.76 Bfg., Stalbfleisch per Pfb. 70-74 Bfg. Sammelfletsch per Pfd. 50-74 Bfg., Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 b. 6 50 Mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 8.00-10.00, eiskraut 10-15 Bf. per Stüd, Zentner 3-4 Mr. Kepfel per Zentner 6-10 mt. Zwetschen per Bentner 0,00-0.00 Nüsse 100 St. 25-30 Pfg. Milch per Liter 18. Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten dret Stunden der Marktzeit im Umherziehen fetlgeboten werden. Frankfurt a. M., 3. April. Fruchtmarkt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mt. 18.00-18.20, turhessischer Mr. 18.00-18.25 Roggen, hiesiger mr. 14.35-14.50, russischer Mr. 00.00-00.00 Gerste, hiesige Mt. 17.80 bis 18 25, Pfälzer Mr. 18.25 bis 18.50, fränkischer Mt 17.80-18.25, Riedgerfte it. 18.25 bis 1850 Safer, hiesiger und Wetterauer Mr. 14.60-15.00, furhessischer Mr. 14.75-15 25, bayerischer Mr. 14.60-15.00, Mais, Mixed Mr. 11.80-12.15. Alles pro 100 Kilo ab hier. Mehl wesentlich höher. Es notierten nach Qualität: Weizenmehl hies. 0, f. 26.75-27.25, feinere Marken wit. 29.00-29.50, hiesiges Nr. 1, Mr. 24.75 bis 25.25, feinere Marken Mt. 26.00-26.50, hiesiges Nr. 2, Mr. 23.75-24.25, feinere Marken Mt. 24.75-25.25, hiesiges Nr. 4, Mr. 19.75-20.25 feinere Marten 20.75-21.25, Roggenmehl, hiesiges, 0, Mr. 22.- 23.25 b. 1 19.50-20.75, do. 2 Mt. 16-16.50. Weizenschalen 5.10 bis 5 20, Weizenflete 5.10-5.20, Roggenkleie Mt. 5.50-5.60 Weizenfuttermehl 6 25-6 50. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienft. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 5. pril. Trüb, milder, besonders nachts, geringe Geringer Regen. Regenfälle, vor allem im Oberhessen, zeitweise windig. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentell Die Landwirtschaftskammer hat nach räherer Vorschrift der Saßung die landwirtschaftlichen Interessen einschließlich Albin klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbe der waldwirtschaftlichen 2. Klasse, soweit eine besondere Forstin Gießet.. Gasthaus zum Adler Donnerstag Wiedereröffnung d. 6. d. Mts. Bekanntmachung. Mittwoch, den 5. April, nachmittags 5 Uhr, werden 8 Triebviertel für die Jahre 1905 und 1906 meistbietend an Ort und Stelle verpachtet. Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße am Bahnwärterhaus. Gießen, den 1. April 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Löberstraße zwischen Bleich- und Göthestraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 3. April 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Verdingung. Die Lieferung von 1329 cbm. Grubensand( 2 Lose) für den Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule soll Samstag, den 8. April d I, vorm. 11 öffentlich verdungen werden. Uhr Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, 3. April 1905. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Bekanntmachung. Alle noch rückständigen Rechnungen über die zur Unterhaltung der städtischen Gebäude im Rechnungsjahr 1904/05 ausgeführten Arbeiten und Lieferungen sind bei Meidung der Nichtberücksichtigung bis längstens den 1. Mai d. J. in doppelter Ausfertigung bei uns einzureichen. Gießen, den 1. April 1905. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Bekanntmachung. Alle noch rückständigen Rechnungen über die zur Unterhaltung der städtischen Straßen n. f. w. ausgeführten Arbeiten und Lieferungen im Rechnungsjahr 1904 sind bei Meidung der Nicht= berücksichtigung bis spätestens den 1. Mat da. J8. in doppelter Ausfertigung und Aftenformat unter Beifügung der Bestellscheine an uns einzureichen. Bei dieser Gelegenheit machen wir darauf aufmerksam, Arbeiten und Lieferungen für Rechnung des Tiefbauamts nur auf Grund der von uns ausgestellten Bestellscheine bezw. vorgelegten Kontobücher zu bewirken, andernfalls wir die Rechnungen nicht anerkennen und furzer Hand zurückweisen werden. Gießen, den 1. April 1905. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Holzversteigerung. Freitag, den 7. April, fommen im hiesigen Stadtwalde aus den Diftriften Schlägel, Taufe und Höllerswalde sowie das Dürr- und Windfallholz aus verschiedenen Distrikten zur Versteigerung: Scheiter: Buche 77, Eiche 8, Aspe 3, Ecle 3, Linde 2, Kiefern 155,( größtenteils rund) Fichte 10 Nm. Knüppel: Buche 99, Eiche 41, Aspe 2, Ecle 2, Linde 4, Kiefern 238, Fichte-- 35,5 Nm. Anüppelreiser: Buche 8, Stiefern 73 Rm. Retser: Buche 538, Eiche 116, Linde 14, Erle 4, Aspe 162, Lärche 2 Rm. Stöcke: Buche 45, Eiche 12, Kiefern 29,5, Fichte 19,5, Lärche 2 Rm. Vorgezeigt wird nur das Holz im Schlägel und Taufe, alles andere kommt mittags im Distrikt Taufe zum Ausgebot und wollen Käufer daselbe vorher einsehen. Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr im Dristrikt Schlägel an der Försterswiese. Grünberg, den 1. April 1905. Gr. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. 92'000 Im Gebrauch! Filiale: Berlin S Blickensderfer chreibmaschine Vollkommenstes, vielfadi patentiertes und preisgekröntes System; vielseitigste Vor züge und Neuerungen; größte Einfachheit und Dauerhaftigkeit. Eatalog franko. Preis Mk. 175. u. Mk. 225. Leipzigerstr. 29,( Ecke Friedrichstr.) Groyen& Richtmann, Köln. Saatkartoffeln. Kaiserkrone Perle Erfurt Goldfrone Perle der Wetterau der gänzlichaikönigin Rote Frühfartoffeln renovierten Weiße Frütkartoffeln Lokalitäten. Weltwunder MAGGIS Suppenu. Speisen- Würze verbessert augenbil K- lich schwache Suppen Bouillon, Saucen, Gemüse, Salate, d. S. W. ostkarten Gelegenheitskauf für Ostern, Pfingsten, Sport, Blumen, Studenten, Soldaten. 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