0, 3 0, 1. e er 11 rer Gastofs Diefelben auch ußerhalb der Oftroirüdver hen. ose glieder. land Hern Ter. Tummerngründet 1898. Nr. 3. Insertionspreis: Die einspaltige Petitselle für ganz Oberbeffen, die Kretse Weglar and Marburg 10 Pfg. sonst 15 Bfg. Reklamen die Betitzelle 30 refp. 40 fs. Redaktion u. Haapterpebitions Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 862. Mittwoch, den 4. Januar 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnement@ preis: abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., burch bie Boft bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Grattabeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) unb bie Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Neubestellungen auf die unabhängigen Gießener Neuesten Nachrichten werden fortwährend von allen Postanstalten, Briefträgern, unsern Agenten und Trägerinnen angenommen. Auf den Trümmern Port Arthurs. In seinem berühmten Roman Der Zusammenbruch" schildert Zola in einer höchst anschaulichen Weise den langsamen Aufmarsch der deutschen Truppen, welche die Festung Sedan wie einen eisernen Gürtel einschnürten. In äußerster Jerne bewegen sich auf einem hohen Bergrücken, für das bloße Auge von der Festung aus bemerkbar, unaufhörlich dunkle winzige Gestalten wie ein Ameisenhaufen. Tag und Nacht rieselt auf der Höhe diefer unheimliche Fluß weiter, und in der Festung verbreitet sich bei der Gewißheit des nahenden Schicksals ein bleiches Entseßen. Die Schilderung dieser Stimmung in der Stadt, die Darstellung von der bebenden Angst, die dann durch jeden Kanonenschuß und durch fnatterndes Gewehrfeuer in einen jähen Schreck umschlägt, ist wohl die beste Darstellung, die aus Bolas Feder geflossen ist. Wer jetzt unter dem Eindruck der Kapitulationsmeldung von Port Arthur dieses Kapitel nachliest, kann förmlich die Empfindungen der eingeschlossenen Besatzung von Port Arthur mit erleben. Wie ein dumpfes, unabwendbares Verhängnis zog sich dieser eiserne Ring immer enger und immer fürchterlicher um die Stadt herum. Belagerer und Belagerte haben in diesem langsamen Ringen, bei dem förmlich jeder Schrittbreit Erde erkämpft und das ganze Kampfgebiet mit zahllosen Leichen übersät wurde, vor der Weltgeschichte ein glor= reiches Beispiel von Heldenmut geliefert. Aber es geht doch wie eine aufatmende Erlösung durch die Menschheit, daß dieser wüste Traum und das entsetzliche Wüten der Kriegsfurie auf diesem engen Raum endlich zum Schluß gekommen ist. Bereits regt sich aber auch der Optimismus der Illusionisten, welcher die Wahrscheinlichkeit eines baldigen und die Möglichkeit eines dauernden Friedens vorgaufelt. Bort Arthur ist jetzt japanischer Besiz. Zwar haben die Russen, ehe sie sich ergaben, die wertvollsten Befestigungswerke in die Luft gesprengt und ihr Kriegsmaterial zerstört. Aber die Japaner werden alsbald damit beginnen, auf den Trümmern von Port Arthur die alten Befestigungswerke wieder herzustellen, um diesen Hafen zum Stüßpunkt ihrer ostasiatischen Vormachtstellung zu machen. Der Besitz von Port Arthur ist nicht bloß das Wahrzeichen ihrer Vorherrschaft in Ostasien, sondern auch die sicherste Grundlage ihrer Macht, die vollständig den politischen Schwerpunkt unter den Völfern verschiebt. War der Krieg gegen China das erste Symptom des Auftretens der mongolischen Rasse in der Weltgeschichte, so reiht der Erfolg vor Port Arthur die Ja. paner in die Gruppe der anerkannten Großmächte ein. Die Boemachtstellung Japans in Ostasien und das ins Maßlose gewachsene Selbstbewußtsein dieses Volkes ist für Europa eine ernste Friedensgefahr, denn mit der Beendigung des russisch. japanischen Krieges beginnt eine neue Epoche. Als Vormachi in Ostasien werden die Japaner ihr Hauptaugenmerk darauf richten, die Chinesen zu höherer Kultur zu erziehen und eine Art Monroedoktrin für Asien ausbilden. Rußland stand immerhin in gewissem Sinne als Posten für die europäischen Bölfer auf äußerster Grenzwarte. Auch wenn dieser Posten noch nicht ganz verlassen ist, so ist doch ein großer Teil des Arieges bereits entschieden. Amerika, das selber die treibende Kraft zu einer neuen politischen Konstellation ist und das vor allen Dingen auch auf Asien sein Hauptaugenmerk gerichtet hat, rechnet bereits In höchst realer Form mit der neuen Machtstellung der Japaner. Newyork und St. Francisco haben in nachdrucksocller Weise das Gelingen der letzten japanischen Anleihe gefördert, und auch jetzt hat die Kunde von dem Erfolg gerade bei den amerikanischen Börsen eine förmlich enthusiastische Stimmung hervorgerufen offenbar weniger aus einer idealen Friedensbegeisterung heraus, sondern in Verfolgung der nüchternen nordamerikanischen Politik, die schon lange ben Handelsverkehr mit Ostasien an sich zu reißen sucht und in dem jungen japanischen Volk das sich namentlich bei seiner schlechten wirtschaftlichen Lage nach Bundesgenossen umsehen muß, einen zuverlässigen Förderer seiner Handels. intereffen sieht, als in Rußland. Jedenfalls ist das Selbst. - bewußtsein der Japaner durch diese neuen Erfolge ins Ungemessene gestiegen, und die Gefahr für unseren politischen und handelspolitischen Einfluß auf Asien wird immer größer, je schneller dieses Inselreich Gönner findet, die ihm nach diesem großen Kriege über die inneren Wirtschaftskrisen hinweghelfen. In England herrscht augenblicklich noch das geschäftliche Interesse vor: dort ist die lette Anleihe finan ziert worden, und ein Teil des japanischen Goldbestandes ist dort domiziliert. England wird also diejenige Macht sein, welche für das erstarkende Japan die wertvollsten Geschäfts abschlüsse macht, aber in Frankreich kommt nur der politisch Cedanke zum Wort, und wer etwas feinhörig auf die Aus lassungen der Presse achtet, wird sehr leicht die Sorge er fcimen, welche das französische Volk angesichts der Trümme ron Port Arthur wegen der bedrohten Machtstellung der eurächen Bölker bewegt.___ Das Kapitulationsabkomme ist inzwischen von den beiderseitigen mit bindender Vollmacht ausgestatteten Abgeordneten unterzeichnet worden. Wie die Bedingungen lauten, darüber ist bisher noch keine amtliche Mitteilung ergangen. Doch scheint es, als ob General Nogi der Anregung des Mikado, der voller Anerkennung für die heldenmütige Tapferkeit des Gegners ist, gefolgt sei und den schwergeprüften Belagerten den Abzug mit allen militärischen Ehren gestattet habe. Aus Tokio wird wenigstens an Londoner Blätter depeschiert: Nach einer Meldung aus Port Arthur wurde den Russen bewilligt, mit allen Kriegsehren, also mit allen Waffen, Feldgeschützen und fliegenden Fahnen aus der Festung zu marschieren. General Stössel und die leitenden russischen Offiziere sollen sofort auf Ehrenwort nach Rußland gehen dürfen, und dem Rest der Besagung werde ebenfalls die Stückkehr gestattet werden unter der Verpflichtung, keinen weiteren Anteil an dem Kriege mehr zu nehmen. Vor Einleitung der Kapitulationsverhandlungen sprengten die Russen ihre sämtlichen Schiffe in die Luft. General Nogi hat sofort angeordnet, daß der erschöpften Garnison sofort Lebensmittel, Arzneien, Tragbahren und chirurgische Instrumente unter japanischer Bedeckung zugeführt werden. Zwischen Nogi und Stössel entwickelte sich ein freundschaftlicher Briefwechsel. Stössel kondolierte Nogi zum Tode seiner Söhne. In Rußland setzt man jetzt die ganze Hoffnung auf eine Reorganisation der Flotte. Roschdjestwenski hat vorläufig mit seiner Abteilung in den Gewässern Madagaskars Halt gemacht. Die Leiden der Besatzung erfahren noch in folgendem Bericht aus Tschifu eine furchtbare Beleuchtung: Die Offiziere der von Port Arthur dort eingetroffenen russischen Torpedobootszerstörer erzählen folgendes: Die Hospitäler in Port Arthur wurden von Granaten getroffen, so daß die Verwundeten nicht mehr darin bleiben wollten. Einige legten sich trotz der heftigen Kälte auf offener Straße auf Trümmerstücken nieder, andere gingen wankend zur Schlachtlinie, schleuderten Steine und boten den andringenden Japanern Troß, bis sie gefangen genommen wurden oder der Tod sich ihrer erbarmte. Das dauerte fünf Tage und fünf lange Nächte. Für Hospitalzwecke fand sich keine Platz mehr, und die Munition, obgleich seit mel reren Monaten sparsam damit umgegangen war, begann zu mangeln. Zwei weitere Torpedobootszerstörer haben sich nach Kiautschau gerettet. *** Ueber die Kapitulation und die Ereignisse, die ihr unmittelbar vorangingen, liegen noch folgende Telegramme vor: Tokio, 3. Januar.( Reuter.) Den russischen Offizieren und Beamten wurde gestattet, auf Ehrenwort nach Rußland zurückzukehren. Die Offiziere behalten das Seitengewehr. Der Kapitulationsvertrag bestimmt, daß die Mannschaften der Besagung von Port Arthur als Kriegsgefangene nach Japan gebracht werden. Nach einem weiteren Bericht General Stössels find bet der Verteidigung Port Arthurs gefallen: 2 Generale, 6 Obersten, 1 Oberstleutnant, verwundet wurden 4 Generale, 6 Obersten, 4 Oberstleutnants, 2 Kapitäne. Von den übrigen Stabsoffizieren ist ein großer Prozentsaz gefallen, gestorben und verwundet. Viele Kompanien wurden von Fähnrichen geführt. Die Kompanten haben durchschnittlich 60 Mann. Petersburg, 3. Januar. Ein Telegramm Stöffels an den Kaiser vom 29. Dezember besagt:" Gestern Vormittag um 10 Uhr Sprengten die Japaner die Brustwehr des britten Forts und eröffneten sodann eine starke Kanonade auf der ganzen Front, die sich besonders gegen das dritte Fort richtete. Gegen 1 Uhr geiffen sie von den Laufgräben die Brustwehr an. 8wei Angriffe wurden zurückgeschlagen, aber die Japaner besetzten das Loch, welches eine Explosion riß. Gegen 5 Uhr abends beseßten sie die Brustwehr und brangen bei Einbruch der Dämmernng in großer Anzahl in das Fort. Zwei Bataillone unserer Truppen, die auf den Wällen fämpften, wurden rernichtet. Die Abteilungen unserer Truppen zogen sich in die Kassematten zurück, aber die Japaner stellten vor den Eingängen Revolverkanonen auf, sodaß es den Verteidigern unmöglich war, hinauszukommen. Wir machten drei Gegenangriffe, jedoch ohne Erfolg. Das Fort blieb in den Händen der Japaner. Unsere Verluste, besonders an Offizieren, find bedeutend. Die Besaßung gelangte durch die Fenster ins Freie Nach der Einnahme des Forts find die Japaner Herren des ganzen Nordostens. Wir werden uns noch einige Tage halten. Die Munition ist fast verschossen. Ich werde Maßnahmen treffen, um in den Straßen Blutvergießen zu vermeiden. Die Garnison leidet an Scorbut; 10000 Mann sind erkrankt. Die Generale Fock und Nikitin leisteten mir heldenhaften Beistand." Die Dolitik. In Wiener publizistischen Kreisen wird eine sehr lebhafte Erörterung über die angebliche Auszeichnung des Fürsten von Bulgarien durch den deutschen Kaiser gepflogen. Der Kaiser soll bei der Beisezung der Herzogin Alexandrine von Sachsen- Koburg und Gotha den großen bulgarischen Halsorden getragen und innerhalb dreier Stunden mehrere Unterredungen mit dem Fürsten gehabt haben. Daß der Kaiser bei einem familiären Zusammentreffen auch mit dem Fürsten konversiert, ist wohl selbstverständlich. Was aber die sonstigen Aufmerksamkeiten anlangt, so haben wir es hier sicher mit Erfindungen von Publizisten zu tun. A Die Kanalkommission des preußischen Abgeordnetenhauses hat ihre Arbeiten wieder aufgenommen; sie nahm zunächst Kenntnis von dem zwischen den Weihnachtsferien verfaßten Bericht. O Demnächst wird eine Sammlung interessanter Briefe aus dem Nachlaß des ehemaligen Chefredakteurs Freiherrn von Hammerstein veröffentlicht. Sie rühren teilweise von hervorragenden Staatsmännern her und werfen intereffante Streiflichter auf die Zeitgeschichte und auf den Charafter Hammersteins, der es seinerzeit verschmähte, sein Material zu veröffentlichen, wodurch er sich angesichts des drohenden Strafprozesses die Unterstüßung mächtiger Persönlichfeiten sichern konnte. Dagegen hat er deren Veröffentlichung durch lettwillige Verfügung angeordnet und seiner Sammlung ein objektives Geleitsport beigegeben. In der Sammlung befinden sich auch persönliche Aufzeichnungen des Verstorbenen. Oefterreich- Ungarn. Der König Franz Josef, der in Best eingetroffen ist, wird persönlich die Auflösung des Reichstags in einer Thronrede bekannt geben. Die Kossuthpartei und die Konservativen haben sich zu einer einheitlichen Oppositionspartei zusammengeschlossen. Die Reformzwickmühle. Petersburg, 3. Januar. Die Nachricht von dem Sturze Port Arthurs hat hier mächtig eingeschlagen. Wiewohl schon seit Wochen die berzweifelte Lage dieser Festung bekannt war, so war der russische Fatalismus doch auch in diesem Falle mächtig genug, um die Hoffnung auf einen unerwarteten Glücksfall großzuziehen. Um so tiefer ist die Niedergeschlagenheit bei den wenigen Nationalisten und um so größer die Friedenshoffnung bei den Gegnern dieses Feldzugs, die bei weitem in ber Mehrheit sind. Am nachhaltigsten beschäftigt aber dieses Ereignis die Reformfreunde, die nunmehr mit verdoppeltem Nachdruck für ihre Forderungen eintreten, um sie durch Forcierung durchzusetzen. Allerdings die Aussichten sind gering, trotzdem der vom Zaren eingesetzte Ausschuß eifrig an den Reformen arbeitet. Die Mühle klappert, aber sie gibt kein Mehl. Die Hoffnungen sind sehr gering, weil an der Spitze des Reformausschusses der allmächtige Herr 9. Witte sieht ein Mann von starker Individualität, aber immerhin nur der Träger des absolutistischen Prinzips. In inem fonstitutionell regierten Staate, wo schließlich auch die wirtschaftlichen Interessen zur Geltung kommen, wäre sein Wirtschaftsprogramm einer künstlichen Aufzüchtung der russischen Industrie auf Kosten der einheimischen Bevölkerung und einer Ausdehnung des staatlichen Einflusses bei gleichzeitiger Konservierung Halbbarbarischer Zustände völlig undenkbar gewesen. Ein solcher Mann versteht das Volk nicht und wird sich niemals zu einer Erweiterung des öffentlichen Einflusses verstehen, weil dann seine Stolle und seine Bolitik ausgespielt ist. In dem Augenblicke, da ſeine persönliche Macht sich erweiterte, wankte auch die Stellung des Fürsten Swiatopolk- Mirski, der angeblich seine Demission eingereicht haben soll, um einem Günstling des Herrn b. Witte, dem Fürsten Obolenski, Platz zu machen. Angeblich soll Fürst Swiatopolk den Polen zu weitgehende Ver sprechungen gegeben haben; diese Bindung, nicht aber sein liberales Programm soll ihm das Genick gebrochen haben. Tatsache ist jedenfalls, daß eine Kreatur seines Vorgängers immerhin wieder bei dem Zaren in besonderer Huld stent ein Symptom für die augenblickliche Stimmung des Zaren. Es wird also in Rußland noch nicht Frühling werden. Schild ihn umzuwerfen drohte, bohrten sich die Bambusstöcke hinten in den Boden und hielten ihn aufrecht. Man sieht, ber moderne Festungskrieg gibt an romantischen Episoden den mittelalterlichen Fehden nichts nach. Außer den vervofffommneten technischen Hilfsmitfeln ist es immer noch der Mannesmat, auf den es am letzten Ende ankommt. Auch te heißt es noch vom Soldaten: Da tritt fein anderer für it eint... E. K. Die Gerechtigkeit erfordert übrigens auch das Zugeständnis, daß die Lösung des Reformproblems nicht leicht ist, weil die Interessen gar zu verschiedenartig sind. Die Bauern verTangen Aufhebung und die Sozialisten verlangen straffere Durchführung des Kommunismus. Diesem Wunsche schließt sich auch Graf Leo Tolstoi in einem soeben in der„ Times" veröffentlichten Briefe an. Dieses Schriftstück wurde von Tolstoi vor drei Jahren an den Zaren gerichtet, zu einer Zeit, da der berühmte russische Schriftsteller glaubte, auf seinem Sterbebette zu liegen. Der Brief enthält eine leidenschaftliche Anklage gegen die russische politische Autokratie und religiöse Orthodoxie. Graf Tolstoi beschwört den Zaren, politische Reformen einzuführen und den Anfang damit zu machen, das bestehende Recht abzuschaffen, Land als Privateigentum besitzen zu dürfen. Tolstoi sagte, er betrachte die Nationalisierung des Bodens als den ersten Schritt zur Besserung der Verhältnisse Rußlands. Außerdem forderte er den Zaren auf, dem Volfe absolute Freiheit zu geben. Bei so divergierenden Anschauungen und bei den großen Kulturunterschieden innerhalb der Bevölkerung ist es sehr schwer für die Regierung, eine einheitliche Reform durchzuführen. Dieses Problem ist für sie eine reine Zwickmühle. Moderner feftungskrieg. Zur Einnahme von Port Arthur. Nah und Fern. undiffenfaft. Raum als Heilmittel gegen die ägyptische Augenfrankheit, auch Körnerfrantheit oder Trachom genannt, empfiehlt der Breslauer Augenarzt Prof. H. Cohn. Er beröffentlicht folgende interessante Mitteilung: Nachdem Lassar u. a. festgestellt hatten, daß Tumoren durch Radium günstig beeinflußt werden, lag es nahe, das Radium auch bei Granulationen der Vindehaut zu versuchen. Die von Geh. Rat. gewählte Methode der Anwendung selbst- hat rein fachmännisches Interesse. Es genügt für weitere Kreise die Mitteilung, daß nach seinen Angaben die Körner 10-15 Minuten belichtet werden, und daß sie in überraschend kurzer Zeit verschwanden, nachdem sie vorher von ihm und von anderen Aerzten mit schmerzhaften Mitteln monatelang bergeblich behandelt waren. Der Ophthalmologe verfügt zunächst nur über drei Fälle( denn das Körner- Trachom sehe er nur recht selten), und er will aus diesem Material noch keine allgemeinen Schlüsse ziehen. Aber diese Fälle seien schnel und schmerzlos geheilt worden, und von irgend schädlichen Folgen für das Lid oder das Sehvermögen wäre feine Spuc zu bemerken. Er empfiehlt weitere Versuche. Besonders in Egypten sollte das Radium ausgeprüft werden. & Ein Landgerichtsdirektor wegen Mordversuchs verhaftet. Der Landgerichtsdirektor Hasse aus Breslau hat sich in Berlin wegen eines an einem jungen Menschen, namens Lindner begangenen Mordversuchs selbst der Polizei gestellt. Hasse war vor einigen Jahren mit Lindner in häßliche sträfliche Beziehungen getreten. Nach Abbruch jener Beziehungen verlegte sich Lindner darauf, die Lage Hasses in gemeinster Weise auszubeuten, indem er durch die Drohung, ihn zur Anzeige zu bringen, zur Hergabe größerer Summen beranlaßte. Auf diese Weise hatte er bereits gegen 30 000 Mark von dem Beamten zu erpressen gewußt und diesen allmählich in einen Zustand größter Verzweiflung versetzt. Als Lindner neuerdings wieder Geld forderte, ließ die seelische Depression in dem unglücklichen Beamten den Plan reifen, sich gewaltsam von seinem bösen Dämon zu befreien. Er reiste nach Berlin und veranlaßte eine Zusammenkunft mit Lindner. Als dieser wieder eine seiner schamlosen Erpressungen versuchte, griff Hasse zum Revolver und versuchte, den Erpresser zu erschießen. Ein Schuß streifte die Wange Lindners, der im übrigen unverlegt entkam, worauf Hasse sich selbst dem Staatsanwalt stellte. Die japanischen Nachtangriffe fanden ein besonderes Hemmnis in der Verwendung der Scheinwerfer, welche die anrückenden Sturmkolonnen, die durch Sternlichter entdeckt waren, in blendendes Licht hüllten, während die russischen Linien im Dunkel blieben. Die Scheinwerfer blendeten und verwirrten die Japaner völlig. In einem Augenblicke schien der blendende Glanz der Scheinwerfer den Japanern boll in die Augen, im nächsten Augenblicke war das Licht ganz verschwunden, und völlige, verwirrende Dunkelheit herrschte. Sie konnten nichts sehen, und nur das Knattern der feindlichen Gewehre gab ihnen das Ziel an. Das eleftrische Licht blendete und verwirrte sie dann wieder, und wo sie seinen Strahlen ausgesetzt waren, fielen die russischen Kugeln dicht auf sie nieder. Auch dagegen konnten sie sich nicht wehren, denn die Feinde waren hinter einem Schirme von Licht verborgen, die Japaner konnten darum weiter nichts tun, als nur immer Deckung suchen hinter kleinen Unebenheiten des Bodens, hinter Hügeln und Hügelchen, hinter welche die unwiderstehlichen Lichtstrahlen nicht gelangten. Selbst wir weit entfernten Zuschauer"-- so erzählt ein Kriegskorrespondent wagen bej mit Ferni faffen der iprechen, d Bahnhöfen aufhielt, m Fernfpreche dung zu und wurde führten die spräche mit bei eine aus dem dieser Abficht best auszustatte Verbindur Ein nover sch fungsfeld als der tern und Noch imm dem ehem die Art de fennt; aus Michael erjo geftattet ne in Rirdigan dem Harn b Stadt Hanno arm und r Peterfon zu neuen Wun borgibt. len füdlich men, fein gearbeitet; tischem Waf BC. An gebrochenem Herzen. Der Tod an gebrochenen Herzen kommt nicht nur in der Dichtung vor, ist aber glüdlicherweise in Wirklichkeit seltener, als in Romanen. Jüng ist der besonders merkwürdige Fall dieser Todesursache bes einem Geistesfranken vorgekommen. So schwer die Leiden dieser Kranken unter Umständen sein mögen, so ist es do eine Tatsache, daß Herzfehler nur ganz ausnahmsweise zuv Todesursache bei ihnen werden. Nach einer neuen Statisti starben von 18 601 Geisteskranken nur 9 durch eine De generation des Herzmuskels. Da von diesen sich vier au Männer und fünf auf Frauen beziehen, so scheint ein Unterschied in Hinsicht auf das Geschlecht kaum zu bestehen. Der oben erwähnte Geisteskranke war bereits 76 Jahre alt. Er litt an einer geistigen Depression und Neigung zu Selb mord, in übrigen aber an einer milden Form des Irrsinns. Der Puls war regelmäßig, aber schwach, die Herztöne gleich falls. Der Tod erfolgte ganz plöglich, indem der Mame leblos auf dem Fußboden seines Zimmers gefunden wurde. Vermutlich war er nach dem Aufstehen einfach zusammengebrochen. Die Untersuchung stellte fest, daß die linke Herzfammer zerrissen war. Das Wunderbare an diesem Fal liegt darin, daß eine unmittelbare Ursache für die gewaltsame Zerstörung des Herzens nicht gefunden werden konnte, weil der gewöhnlich vorhandene Grund einer besonderen An strengung oder Aufregung bei diesem Manu ausgeschlossen zu sein schien. A Aus dem Irrenhause entflohen. Die Affäre der Frau Oberst Munthe hält die Kopenhagener Gesellschaft durch imper neue Zwischenfälle in Atem. Die Dame wurde beschuldigi, Wechsel gefälscht und dabei den Namen des Prinzen Harold von Dänemark mißbraucht zu haben. Troß aller Beteuerungen ihrer Unschuld wurde die Frau Oberst für anzurechnungsfähig erklärt und von ihrer Familie in der Frrenanstalt zu Middelfort interniert. Bei einem Besuch, den sie ihrem Ehemanne, der als Oberst in Aarhus steht, abstattete, verlangte die Dame sehr energisch, aus der Frrenhaft freigegeben zu werden, da sie sich völlig gesund fühle. Um sie zu beruhigen, stellte der Oberst die Gewährung des Wunsches in baldige Aussicht. Allein die Frau Oberst schenkte wohl den Verheißungen wenig Zutrauen, und so benutzte sie eine ihr sich bietende Gelegenheit, um bei Nachtzeit aus der Anstalt zu entfliehen. Man nimmt an, daß es ihr gelungen ist, sich in Hamburg in Sicherheit zu bringen. - ,, wurden von dem tageshellen Scheine der Scheinwerfer geblendet; jeder Stein, jeder Grashalnt, auch jeder Gesichtszug von uns wurde wie bei Tageshelle sichtbar, und wir waren über sechs englische Meilen entfernt!" Da+ Auf offener Straße durch Revolverschüsse getötet wurde in Schuscha im Kaukasus der Steuerinspektor Scherbakow. Der Mörder entfam; politische Beweggründe sollen die Ursache zur Begehung des Verbrechens gewesen sein. Ertrunkener Lebensretter. In Lennep liefen auf dem dortigen Eisteich eine Anzahl Knaben Schlittschuh. Auf dem jungen Eise brachen sechs der Knaben ein. Der Maurermeister Koch, selbst Vater von sechs Kindern, rettete fünf der Verunglückten. Als er den lechsten Knaben schon gefaßt hatte, sant er mit ihm in die Tiefe und kam ums Leben. Verhafteter Massenmörder. In der kleinen spanischen Stadt Penaflor bei Sevilla hatte, wie erinnerlich, ein Franzose namens Jean André Aldije Personen, die von ihm das Falschspiel erlernen wollten, und sich zu dem Zwecke bei Nachtzeit heimlich in sein einsam stehendes Haus schlichen, ermordet und beraubt. Der Mörder war entflohen, ist aber von seinem eigenen Schwager ausgeliefert und verhaftet worden. * Der Revolver auf der Bühne. Im Tivoli- Theater zu Rotterdam hatte ein Schauspieler in seiner Rolle mit einem Revolver auf seinen Mitspieler einen Schuß abzugeben. Er hatte unwissentlich eine geladene Waffe in die Hand be kommen. Die Kugel traf den Mitspieler tödlich und ver wundete noch einen anderen auf der Bühne stehenden SchauUnter den vielen Vorrichtungen, die dazu beigetragen haben, Port Arthur zu dem zu machen, was es war, sind die Drahtverzäunungen die allerwichtigsten. Die einfachen und doppelten Reihen von Verzäunungen waren die stärksten vassiven Verteidigungsmittel der Forts, und die Japaner haben viele Mittel versucht, um sich Wege hindurch zu schneiden. Anfangs glaubten sie, dies würde ihnen einfach mit Silfe von Scheren gelingen, und sie hatten zu diesem Zwecke 50 000 Scheren mitgebracht, aber der Draht war zu starf. Die Soldaten pflegten meist nach Eintritt der Dunkelheit heranzufriechen und dann, auf dem Rücken liegend, zu versuchen, die Trähte mit der Schere zu durchschneiden. rüber, daß das nicht gelang, gerieten die japanischen Soldaten mitunter in solche Wut, daß sie die Schere fallen ließen, den Draht mit Händen und Zähnen anpackten und dann so lange daran bogen und zerrten, bis er endlich durchbrach. Dann versuchten es die Japaner auf die Weise, daß sie die ganze Verzäunung samt den Stangen, an denen die Drähte längsweise und freuzweise in jeder Richtung angebracht waren, durch Abschneiden der Stangen umstürzen wollten. Einmal gelang dies, aber das Erperiment wurde nie wiederholt. Die Soldaten waren dabei dem feindlichen Feuer völlig ausgesezt, und man mußte ein Mittel finden, das weniger MenschenIcben kostete. Eine Zeitlang hatte ein anderes Mittel mehr Erfolg. Ein Mann troch während der Nacht zur Draht= berzäunung hin, befestigte oben an den Stangen derselben Stricke und froch dann, mit den Enden der Stride in den Händen, zu den nächsten Schanzgräben zurüd, we seine Kameraden so lange daran zogen, bis der ganze Drahtzaun zu Boden stürzte. Aber die Russen fanden dieses Manöver bald heraus, und als die Japaner es das nächstemal wieder versuchten, fanden sie, daß die Stangen so mit Drähten befestigt waren, daß alle Versuche, sie umzureißen, scheiterten. Vermischtes. [ Das Ende des Wolfes.] Ein einer Menagerie entsprungener Wolf, der ganz Northumberland so lange in Aufregung versetzt hat und allen Verfolgungen glücklich entrann. hat nun einen unrühmlichen Tod gefunden. Er endete auf den Schienen eines Eisenbahnzuges, der ihn erbarmungsIos tötete. Er war über die Gleise gelaufen, um einige Schafe in einem benachbarten Feld zu erjagen. Da sauste der Schnellzug, der von London nach Schottland fährt, heran, und bei einer scharfen Kurve erreichte er das auf Raub ausziehende Tier, pacte es mit den Rädern seiner Maschine und schleuderte es zur Seite. Am anderen Morgen fanden Land. leute den Leichnam, den sie für den Kadaver eines großen Hundes hielten, und begruben ihn sang und klanglos. Ale sie aber von der außerordentlichen Größe dieses Hundes dem Stationsvorsteher von Cumminthon erzählten, da kam diesem der Gedanke, daß der große Hund vielleicht der gefürchtete Ruhestörer und Räuber der Herden sei. Man grub sogleich das Tier wieder aus und fand wirklich den Leichnam des Wolfes. Es war ein sehr großer männlicher grauer Wolf mit einem stark ausgebildeten Gebiß und kräftigen Körperbau. Eine Untersuchung in der neuesten Affäre Hüssener ist, mic aus Koblenz gemeldet wird, vom dortigen Generalfommando angeordnet worden. Ihr Ergebnis wird demnächst beröffentlicht werden. Man zweifelt nicht, daß es ungeheuerliche Gerüchte, die in letzter Zeit über die Behandlung des Fähnrichs Hüssener im Schwange waren, gründlich widerlegen wird. Bekanntlich schilderten mehrere sozialdemokratische Organe die Festung Ehrenbreitstein, wo Hüssener, der in Essen den Freiwilligen Hartmann erstach, die ihm dafür zuerfannten 2 Jahre Festungshaft verbüßt, als ein fideles Gefängnis. Sie veröffentlichten ein Bild, auf dem man ihn mit zwei anderen Kumpanen vergnügt hinter einer Batterie eben geleerter Weinflaschen siten sieht. Sie behaupteten ferner, daß er in einem Gasthofe zu Koblenz als sonntaglicher Frühschoppengast bekannt sei, daß er sich reichlichen Urlaubs erfreue, den er zu Vergnügungsreisen benutze, daß er sogar in Köln eines Sonntags mit seinen Freunden lustwandelnd in einem öffentlichen Garten sich habe zeigen dürfen. = - feinen Pati gar nicht gl die Zahl de und wird i ihn wohl Geldschran =[ Die Blatt fchrei jtellung aus nachgeholfen und zwei S hung. Sie bewertet wor preis zuerfa ierten Gyem die Besucher ihr besondere die viel ange angefapt mu aber, als fie 30gen. Das ergab, daß d teilhaftes Au Natürlich ho [ Der Hund als Bergführer.] Von dem romantisch ge. Tegenen Städtchen Gebweiler gelangt man in vier Stunden auf den höchsten Riesen der Vogesen, den Gebweiler Belchen. Hunderte von Touristen unternehmen alljährlich den Aufstieg von Gebweiler aus. Seit Jahren hat es sich nun der Besitzer des Gebweiler Hotels Zur goldenen Kanone" an gelegen sein lassen, den des Weges unkundigen Touristen einen Führer zu verschaffen und zwar in Gestalt seines Haushundes Marquis. Das Tier, eine Kreuzung eines Bernhardiners mit einem Jagdhund, ist jetzt acht Jahre alt und 75 Zentimeter hoch. Betritt ein Tourist das genannte Hotel, und Marquis hat ihn bemerkt, so läuft er ihm auf Schritt und Tritt nach; übernachtet der Betreffende im Hotel, so legt sich das intelligente Tier vor die Zimmertür, und beim Aufbruch springt es freudig bellend vor dem Wanderer her, und schnurstracks geht's dann den Weg zum Belchen hinauf. Verbleibt ein Tourist mehrere Tage dort oben, se fommt Marquis allein zurück. Die Begeisterung der Touristen, denen der vierbeinige Belchenführer das Geleite gab, geht manchmal sogar so weit, daß sie an Marquis Ansichts karten senden, die von der Post jedesmal prompt bestellt werden. [ Das Begräbnis im Meer.] Eine merkwürdige Angelegenheit beschäftigt augenblicklich gewisse Kreise im Staate Newyork. Es gibt dort eine Vereinigung von Unternehmerw zur Einbalsamierung Toter. Diese Gesellschaft hat neulich ein Gesuch einer staatlichen Behörde eingereicht, wonach eine Bestattung von Toten ins Meer verboten werden solle. Die angesehenſte ärztliche Zeitschrift der Vereinigten Staaten, das Journal der amerikanischen medizinischen Vereinigung, wendet sich mit Entschiedenheit gegen diesen Antrag, indem es hervorhebt, daß gegen das Begräbnis im Meer vom gefundheitlichen Standpunkt nicht der geringste Einwand zu erheben sei. Außer persönlichen und sentimentalen Gründen fann nur der Verlust der aus der Verwesung hervorgehenden befruchtenden Stoffe für den Erdboden in Frage kommen, und ihre Berücksichtigung wäre geradezu absurd. Andererseits würde die Zurüdbehaltung von Leichen auf dem Schiff, bo oft nur sehr unvollkommene Mittel zur Konserbierung bestehen, namentlich bei Todesfällen an gewissen ansteckenden Krankheiten gleichbedeutend einer sehr erheblichen Gefahr sein. In Amerika würde der Erlaß eines derartigen Gesetzes, wie es von der Gesellschaft der Einbalsamierer aus Geschäftsrücksichten betrieben wird, nicht zu den Unmöglichkeiten gehören, meil dort schon zuweilen die sonjarsten Dinge auf solche Veranlassung hin geschehen sind. [ Der Fernsprecher im Eisenbahuzuge.] Wie ein eng. lisches technisches Blatt berichtet, hat fürzlich eine angesehene faufmännische Vereinigung von Pittsburg zu einer Reise durch Pennsylvanien und Obio einen aus acht PullmanTageschronik. Der in der Provinz Sachsen durch Un. wetter vor Neujahr angerichtete Schaden beträgt über drei Millionen Marf. In Triest wurden infolge eines ungewöhnlich helgen Borafturmes mehrere Personen schwer verletzt. Selbstverständlich zerstörte das Artilleriefeuer viele Drahtzäune, aber die Japaner hatten auch noch ein anderes Mittel, sie zu zerstören. Sie nahmen lange Bambusrohre und fülltem sie mit schwarzem, starken, viel Rauch entwickelnden Pulver. Dann kam ein Mann damit angefrochen, legte das Bambusrohr unter die Verzäunung, zündete eine Zündschnur an und sprengte so einen Teil der Verzäunung in die Luft. Dieselben mit Pulver gefüllten Bambusrohre wurden auch zu Angriffen auf bombensichere Gräben und Kaponnieren in den Forts benüßt; sie wurden durch Schießscharten geschoben und dann zum Explodieren gebracht, und von der dichten Wolke schweren schwarzen Rauches, der die Verteidiger erstickte und blendete, gedeckt, machten die Japaner dann ihren Sturmangriff. Bisweilen machten die Japaner den legten verzweifelten Versuch, bei hellen Tageslicht, geschützt durch große Schilde, auf die Verzäunungen Ioszugehen und bonn rubig vor den Augen der Verteidiger mit dem Durchschneiden der Drähte zu beginnen. Der erste Mann, der mit einem solchen von den Schultera bis zu den Füßen reichenden Schilde ausgeschickt wurde, erhielt sofort eine ganze Anzahl Gewehrschüsse, die ihn vor der Brust trafen, aber den eisernen Schild nicht durchdringen konnten. Doch wirkte der Stoß der Kugein wie der Schlag eines großen Hammers und wari den Mann sofort auf den Rücken. Er war nicht verlegt, fonnte wieder aufstehen, und obwohl er immer wieder getroffen wurde und immer wieder hinfiel, kam er doch zu den Verzäunungen hin. Bisweilen stüßte sich der Schildträger bon hinten mit zwei Bambusstöcken, deren obere Enden er mit einem Stride fest an seinem Leibe angebunden hatte, während die unteren Enden hinten herabhingen und nach. Schleiften. Wenn dann der Aufschlag der Kugeln auf den In Saloniki wurde ein starker Erdstoß verspürt, Der Landwirt. ge. Die Hautbarkeit der Butter. Interessante Unfer. suchungen über die Haltbarkeit der Butter sind im Kaiser. lichen Gesundheitsamt von Dr. Kraus angestellt worden. Man hat dabei den Einfluß der Herstellung, Verpackung und des Rochsalzgehaltes auf ihre Haltbarkeit, namentlich mit Berücksichtigung des Versandts in die Tropen geprüft. Es ergab sich, daß für die Haltbarkeit der Dauerbutter die Höhe des Rochsalzgehaltes nicht ausschlagggebend ist. Während Butter ohne Kochsalzzusatz sich sehr schwierig hält, ist für die Haltbarkeit am besten ein solcher von 3-5 Broz, beträgt er mehr als 6 Proz., so wird die Haltbarkeit der Butter beeinträchtigt Je sorgsamer die Herstellung, desto besser hält sich die Butter. Saurer, pasteurisierter Rahm eignet sich am besten dazu, namentlich wenn derselbe rasch abgekühlt wird und die Butterung bei niedriger Temperatur stattfindet. Beinlichste Sauberkeit im ganzen Betrieb ist unerläßlich. Die geeig neisten Verpackungsgefäße für Dauerbutter sind luftdicht berschlossene Glasbüchsen. Aussteller ift Der Rachdrud u ** De Craft Binge ** Le fein Rachjud Bräsidenten im Großher enthoben. F. Th ftellung wird ftattfinden. „ Medea" Riza Baj die Titelrolle ** Ju heim Gie jährige Bu zurücbliden Deshalb bo bon der R männischen wollen hoffe Deffen Arbe Weiteren Stro Chpfensper frühere Ango XBie werta, Summen berftorbene schiedene mittelung 9 E in vielen die Ueberr Das Gesch Lautens un und Bitten Jahren, wo Lauten daher § Wie 2 Jahren Grabftätten deckt. Da d lieferten, so Berein in im Fuchswa laffen. Die wielen werde erre aße TOt 148,000 Artikel 1. d It e 11 e I m te Nr. 4. Jesertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz OberSeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 fg. Reklamen bie Petitzeile 30 resp. 40 fg. Redaktion u. Haupterpedition: teßen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Donnerstag, den 5. Januar 1905. Gießener 14. Jahrgang. Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., burch bie Bost bezogen vierteljährl. Mt. 1.50. Grattabellagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblafen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Steßencz Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Das Borgfyftem. Von einem Handwerksmeister wird uns geschrieben: Dant der besseren kaufmännischen Erziehung des Meisternachwuchses ist es auch im Handwerk zur schönen Sitte geworden, mit Beginn eines jeden neuen Jahres einen Blick rückwärts anf die Geschäftsentwickelung zu werfen und sich darüber Rechenschaft abzulegen, ob das Vermögen gewachsen oder zurückgegangen ist. Nur durch eine plichthaite Gewissenserforschung über den Vermögensstand ist es möglich, die Zügel hee Befchäfted feit in der Hand 21 hehalten und etwaige Tu bn redlich nur bad beine, Tn's in Schweigen und Vertran'n; Rüste Balken, hane Steine! Gott der Herr wird bau'n. Die Erlösung. Stizze von Otto Riesel. ( Nachdruck verboten.) begründete Solidarität aller Betriebsunternehmer. Der ungesunde Wettlauf um die Kundenziffern muß entschieden aufhören und es müssen Organisationen geschaffen werden, die einen jeden Unternehmer nicht bloß über die Zahlungsfähigkeit, sondern auch über die Zahlungswilligkeit des Schuldners unterrichten. Die Hauptarbeit bei der Erziehung des Publikums bleibt allerdings dem Unternehmer selbst überlassen, der jedem neuen Kunden, auch wenn er über dessen Zahlungsfähigkeit unterrichtet ist, feinen längeren Kredit als höchstens ein Vierteljahr bewilligen sollte. Rerliert er ihn dadurch in hat er feinem Geschäft nur Es ist ganz still im Zimmer, nur das Ticken der Wanduhr ist vernehmbar, oder auch ein tiefer, die Brust lüftender Atemzug der Frau, die in dem Bett an der Hinterwand ruht. Dann dreht sich jedesmal ihr Sohn, der mit dem Zeichenbrett an dem Fenster sitzt, nach ihr um:„ Wünschest du etwas, Mutter?" Seine Stimme flingt müde; man hört es ihr an, es ist die Gewohnheit, die ihn fragen läßt. Die Frau schüttelt mit dem Kopfe: Nein, nein, laß dich nicht stören!" So bergeht gleichmäßigen Schrittes Stunde um Stunde, reiht sich Tag an Tag, wird aus Wochen ein Monat; ohne Ende! Jezt mußte es Frühling draußen sein! Leuchtender, lachender Frühling. Frühling! Berronnen die letzte Scholle Eises; blizendes Sonnengold auf den blauen Gewässern; Sonnenlicht wie funkelnde Fäden durch die Luft zitternd und wogend; bunte Blumen, Primeln, Krokus, Tulpen; hin und wieder ein falbes, vorjähriges Blatt auf dem Wege; sonst Freude, Daseinslust allüberall. Am Boden alles Schwache, Lebensunfähige, die Kraft regiert die Fülle. Wie unbarmherzig der Frühling, den alle umjauchzen, das Schwache, Abgelebte vernichtet. Ein grausames Gesetz dünkt es die Frau, daß das Alte dem Neuen Platz machen muß. Machen muß! Ist nicht das Alte dasjenige, das dem Kommenden den Voden bereitet? Was wäre es ohne das Gegenwärtige? Warum muß jeder Lebensdrang zugleich eine Brutalität, ein Egoismus sein? Die Frau grübelt weiter; vielleicht hat sie unbewußt einst ebenso brutal und egoistisch sich ihren Plaz erobert, ohne zu fragen, wen sie verdränge. Durch das halbgeöffnete Fenster wogt der Duft des Frühlingstages mit dem Geräusche frohgestimmter Menschen ins Zimmer; ob der Sommer erfüllt, was der Frühling prahlerisch verspricht? Die Frau lächelt resigniert. Sie beobachtet ihren Sohn; funstfertig huscht sein Zeichenstift über das Blatt; zum erstenmal bemerkte sie, daß auf seiner Stirne tiefe Furchen liegen und seine Mundwinkel verbissen heruntergezogen sind. Jetzt legt er sein Arbeitszeug zur Seite: Du mußt wohl das Pulver nehmen, nicht Mutter?" Sie nicht. Als sie das Pulver genommen, fragte sie: Was zeichnest du?" Er holt ihr das Zeichenbrett und zeigt seine Arbeit. In einem zweiräderigen, antifen Wagen steht eine ideale Frauengeftalt, fiegberheißend leuchten ihre Augen, die eine Hand bändigt straffer Bügel die feurigen, reichverzierten Pferde, während die andere einen Lorbeerkranz emporhält, es sollte eine allegorische Darstellung Fortunas sein. Die Frau sinnt; wie verschieden doch die Idee vom Glücke ist. Sie erinnert fich eines französischen Gemäldes; ein steiler Berg war erstürmt und dicht bestanden von Menschen, ärmliche und solche, denen man es ansah, daß gütige Genien sie an der Pforte des Lebens empfangen. Aber über all diesen Zügen lag ein Ausdruck, der die Gesichter einander ähneln machte, ein Ausdruck wie Gier, keine Menschlichkeit gilt, nur das eherne Recht des Stärkeren:„ Weiche, oder -!" Unter den Füßen der Männer zuckende Leiber niedergerungener Weiber, und über dem Chaos gierender Menschen ungerührt, schemenhaft, schwebend, das Glück in den Gestalten dreier Göttinnen. Dann fällt ihr etwas ein: Muß dieser Tage nicht die Prüfung sein?" Sie war gestern!" antwortete der Sohn. Die Frau wendet den Kopf: War? Gestern? Und?" Einen Augenblick schwieg er, dann ein beklommenes: ,, Nichts!" Die Frau erschrickt; das zerstörte die Hoffnungen und Träume langer Jahre ihres Sohnes; wie hatte er gearbeitet und gelernt, um etwas fertigsustellen, auf Grund deffer ma ihm ein Stipendium gewähre. ,, Und wer, wer befommt es?" fragt sie stodend. Ihr Sohn beugt sich über seine Beidhnung: Niemand Bor den verschärften Bestimmungen fonnte feine Arbeit be stehen!" Die Muter schweigt eine Zeit lang. Und nun?" " Ich habe mit Baumeister Röder gesprochen, er will mich auf seinem Bureau plazieren." Wieder waren Wochen vergangen, ohne daß sich im Hause etwas geändert hätte. Die Frau lebte siech dahin und ihr Sohn stumm neben ihr. Nur manchmal, wenn sein Blid sie streifte, lebte es in seinen Augen auf; anklagend, fast wütend fragend, ob das Elend denn ewig währen wolle? " Jahre!" meinte der Arzt, den er befragt. " Jahre!" Er lacht grimmig. Jahrelang diese Sklavenkette am Fuße; Jahre, während der seine beste Kraft lahm werden würde, und sein Geist siech wie der Körper jener Frau dort. Ja, ja, es war seine Mutter, aber seine Mutter war es auch gerade, die ihn der Natur h verpflichtete, neten ihr auszuharren. Aber war er de... nicht in erster Linie Mensch und dann erst ihr Kind? Standen demnach nicht die Rechte des Ersten über den des Zweiten? Jahre! der ganze Hohn eines vermaledeiten Schicksals gellte ihm entgegen, wenn er sich dieses Wort vorsagte. In seiner Seele regte sich ein Gefühl, ähnlich dem, das Kain kain werden ließ; er begann die Frau in dem Bette zu hassen; sie schien ihm von Egoismus durchtränkt; was hatte sie vom Leben, daß sie sich so krampshaft daran flammerte? Einmal mußte es ja doch sein. Ihr Leben war ja doch nur ein Vegetieren, ohne Freude, ohne Hoffnung. Ein Ereignis fiel ihm ein: Ein Pferd war gestürzt und hatte ein Bein gebrochen, man hatte es furzweg getötet, obwohl es mit geheiltem Bein lange Jahre noch hätte leben können. Aber nüßen hätte es nicht mehr können. Das war es; weil man sich keines Nußens mehr von ihm versehen durfte, tötete man es. Aber so ein Mensch, der nicht mehr nüßt, der da ist, ohne eigentlich zu leben, den hält man hin mit Mittelchen und Schlauheiten, hält den natürlichen Gang der Natur auf. Er hatte sich seine eigene Philosophie gemacht, er sagte sich: was wider die Natur ist, ist wider Gott; wenn man nun die Natur um den ihr gebührenden Tribut zu betrügen, oder ihn hinauszuzögern sucht, so ist das ein Vergehen gegen sie und damit auch gegen Gott. Er lauerte auf den Tod seiner Mutter. Kehrte er abends heim, so galt sein erster Blick der Lagerstatt; wandte sie dann, ihn grüßend, die Augen nach ihm, so schwoll es zornig in ihm auf. Da eines Abends fand er sie sonderbar erregt, ohne die Ursache herauszufinden. Am Nachmittage war eine Nachbarin bei ihr gewesen. Als sic ging, ließ sie ein Zeitungsblatt liegen, in dem sie ihr Strickzeug gewickelt hatte. Ohne Interesse überflog ihr Auge die Zeitungsspalten; da blieb ihr Auge haften auf einem Artikel übe Die Verleihung des diesjährigen Stipendiums der Malerakademie. Sie erinnerte sich, daß sie derzeit nichts darüber gelesen hatte, weil ihr Sohn vorgab, das Blatt verlegt zu haben. Neugierig las sie die kurze Notiz: Die Verleihung des alle drei Jahre zu vergebenden Stipendiums unserer Malerakademie findet nicht statt. Der einzige Bewerber, der überhaupt in betracht fam, fann nicht bedacht werden, weil er die verschärften Bedingungen nicht zu erfüllen vermag." Die Frau lehnte sich zurück, als sie das gelesen hatte; ohne, daß es ihr jemand gesagt hatte, wußte sie, daß dieser Bewerber ihr Sohn war. Von diesem Augenblicke an verfolgten ihre Augen unablässig ihren Sohn; ihre geschärften Blicke bemerkten deutlich seinen Mißmut, der sich täglich steigerte. Sie hatte das instinktive Gefühl, daß in seiner Seele etwas Umwälzendes vorgehe, auch bemerkte sie, wie der Arzt ihm mit einem gewissen Bedauern die Hand gab, und einmal hörte sie ganz deutlich sein leise gemurmeltes„ Schade! schade!" als er eine neue Zeichnung betrachtete. Ihre durch das lange Liegen auf sich konzentrierte Psyche hatte eine ungemeine Feinfühligkeit erlangt, mit der sie scheinbar fern< gelegene Momente mit einander in richtige Folge brachte. So hatte sie die Empfindung, daß der Doktor wissen müſſe, warum ihr Sohn das Stipendium nicht erhalten. Sie beschloß, ihn zu fragen. Erst versuchte er, auszuweichen, dann aber sagte er, was er wußte, Bedingung zur Erlangung zu nehmen. Die zuvor aufgeführten ffiziere, 2e..mten und biet willige, die sich schriftlich auf ihr Ehrenwort verpflichten, bis zur Beendigung des Krieges nicht die Waffen zu ergreifen und keine gegen die japanischen Interessen verstoßende Handlung zu begehen werden die Erlaubnis erhalten, in ihre Heimat zurückzukehren. Unteroffiziere und Gemeine des Heeres und der Flotte, ebenso Freiwillige dürfen ihre Uniformen tragen und sollen sich mit ihren tragbaren Zelten und persönlichem Eigentum an einem bom japanischen Heere anzuweisenden Blaze versammeln. Japanische Kom missare werden die weiter erforderlichen Einzelheiten angeben. Das Sanitätstorps und die Zahlmeister, die zur russischen Armee und Flotte gehören, werden von den Japanern zurückbehalten Dienste als notwendig angesehen werden zum on Kranken, Verwundeten und Gefangenen. sollen die Korps unter Leitung von japa 3 und Zahlmeistern Dienst tun. mankan inkun ihus fauren Apfel beißen müssen. Er hatte General Nogi, den er ihm durch den am Sonntagnachmittag um 4 Uhr zuingungen vorgeschlagen: iffels letzte Drohung. in sollen die Festung mit ihren Waffen er der Verpflichtung, an dem gegen: mehr teilzunehmen; die Verwundeten nach ihrer Heilung nach Rußland beför= rden ihnen belassen; Privatpersonen, Ausländer werden der Fürsorge der Ich habe 8000 Mann in den Forts" - ,,, bon denen 6000 fämpfen können. orschlag nicht annehmen, werden diese sterben; es wird Ihnen aber dreimal ? zu töten." Drohung nicht wahrgemacht, und nie16 tadeln. Es war wohl nur ein legter einer nachgiebigeren Haltung bei den stimmen. Im Grunde wußte Stössel, härtesten Bedingungen fügen mußte. ffnung vorbei. Die Munition war so md es konnte höchstens noch zu einem jonettkampf in den Straßen der Stadt er durch Geschüßfeuer vom Sturm auf ängen, war unmöglich geworden. Reste der Garnison ren nur noch kläglich im Verhältnis Bestande. Aus Tschifu wird darüber der Mannschaften der aus Port Arenen Torpedoboote zählte die Garnison eginn der Belagerung 35 000 Mann. 000 getötet, 16 000 wurden verwundet 00 waren ständig in den Forts, davon funfähig. Während der Belagerung ent der Garnison Port Arthurs verihl erklärt sich daraus, daß die Vereiden Frauen sich nahen? Nun jehen, als er geahnt hatte. lange nach der ersten Begegnung rgfegel. Die Schafe labten fich se. Er hatte sich niedergesetzt und jäftigten sich wieder mit dem ein Instrument bei sich, er holte zuerst ganz leise an zu blasen. Jer schwollen die Töne an, das hallte in den angrenzenden Talwußte nicht, daß während seines Mägdlein dagestanden, gelauscht änen vergossen hatte. sprang er auf, als wolle er die Doch was sah er? Vor ihm äule dieselbe, um deretwillen er inmal fam Leben in die Gestalt. da ich Euch belauscht habe. Ich irte Guer Spiel und konnte nicht Stend die Mina. Habe nichts zu erwiderte Ignaz," bielmehr zu Sure Aufmerksamkeit geschenkt und n hat." Mina, noch mehr errötend zargos sah, daß sie wieder das der Hand trug, bat er, ihr einige nen Beeren zeigen zu dürfen. chter" wurde als Hüter der Herde Schaf in die Fruchtfelder gehe. hundert Schritte mit ihr in den virklich da waren reife saftige Sehr bald war ihr Körbchen 3 wußte Rat. Schnell suchte er amm, löste von demselben kunstund im Nu war daraus ein dieses wurde noch schnell voll ctsetzung folgt.) Bekanntmachung. Wir machen ganz besonders darauf aufmertDer Hauskehricht wird in den nachbenannten den Hauskehricht zu den oben angegebenen Zeiten sam, daß es im Interesse der Beteiligten liegt, Straßen an den beistehenden Tagen und Stunden abge- an den ganannten drei Wochentagen bereit zu der fahren. stellen und damit nicht bis Ende der Woche zu warten. Straße: Aliceftraße Am Riegelpfad, oberer Montag, Mittwoch, Freitag. Dienstag, Donnerstag, Samstag. 8-10 6-8 unterer 6-8 Afterweg Walltorstraße- Nordanlage 8-10 nördlich der Nordanlage 6-8 Auf der Bach 10-12 Bahnhofstr. Marktstr.- Tiefenweg 1-3 3-6 1-3 10-12 6-8 10-12 8-10 3-6 10-12 3-6 8-10 10-12 Tiefenweg- Weftanlage Weftanlage- Grabenstr. Grabenstr.- Bahnhof Bergstr. Bismarckstr. Bleichstr. Brandgaffe Brandplaz Braugasse Bruchstr. 8-10 Burggraben Srebnerstr. Dammstr. Walltorstr.- Nordanlage 8-10 westlich der Nordanlage 6-8 Diezftr. 10-12 Dreihäusergasse 3-6 Evelstr. 8-10 Ederstr. 6-8 Eichweg 6-8 Erlengasse 1-3 Frankfurterstr. Gartenstr. 10-12 10-12 6-8 10-19 3 Südanlage- Ludwigsplay Ludwigstr.- Schiffenbergerweg Goethestr. Grabenstr. Gr. Mühlgasse Andernfalls ist eine pünktliche Durchführung der Abfuhr nicht möglich und die Beteiligten haben es sich selbst zuzuschreiben, wenn die Abfuhr unregelmäßig erfolgt. Gießen, 17. Dezember 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Betr.: Die Unfallversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen; hier: Fortführung des Umlage- Katasters für 1904. Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, fortgeführt für 1904, liegt zwei Wochen lang, nämlich vom 5. Jannar bis zum 18. Januar d. J. auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieses Katasters, gegen die Aufnahme oder Nichtaufnahme der Nebenbetriebe in das Kataster, gegen deren Veranlagung und gegen die Einschäzung der Betriebsbeamten und Facharbeiter sind innerhalb einer Frist bon 4 Wochen nach Offenlegung bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung vorzubringn. Gießen, den 4. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei Gieken. J. V.; Curschmann. Bekanntmachung. Die unterm 10 Dezember v. Js. angeordnete Sperre Südanlage zwischen Bismarck und Göthestraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 2. Januar 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. 5000 Stick Staats- Prämien- Anlehens- Lose im Kurswerte von 250 000 Mark erwarb der unterfertigte Verein bis jetzt für seine Mitglieder. Sämtliche Lose sind reichsgesetzlich in ganz Deutschland erlaubt und werden alle succesive gezogen. Jährlich 39 Ziehungen mit 120 000 Treffern darunter 5 Millionen Mark Haupttreffer. Monatsbeitrag mit 3 Mark beginnend. Bitte, lassen Sie sich zur Einsicht Statuten und LosnummernVerzeichnis gratis und franko zusenden vom ,, Augusta" Verein in Augsburg. Gegründet 1898. = Im Erscheinen befindet sich:= Meyers 11,000 Abbildungen, 1400 Tafeln und Karten. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsEin Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Verweisungen. 148,000 Artikelu Lexikon. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung. Nr. 4. Jufertionepe Beffen, bie Kreif Rell Rebattion u. 6 fir Von einem H der befferen fau mudjies ist es aud mit Beginn eines auf die Beschäft Rechenschaft abzu zurüdgegangen erforschung über des Geschäftes f Schäden zu bese triebes zu berb Gr. Steinweg Grünbergerstr. Gutenbergstr. 6 9 Hammstr. Heffenstr. 6 Hillebrandstr. Hinter der Westanlage Hofmannstr. Hundegasse In Löbers Hof Johannesstr. 31 Kanzleiberg සරියය Kaplaneigaffe Kaplansgaffe Kirchenplag 3 Katharinengasse 3 10 Kirchstr. 10 Kleine Mühlgasse 3 Klinfftr. Kornblumengaffe 333 Kreuzplaz Krofdorferstr. Lahnstr. Landgrafenstr. Landgraf Philipps- Plas Landmannstr. Leihgesternerweg Bicherftr. Liebigstr., Eisenbahn- Frankfurterfir. Frankfurterstr.- Ludwigstr. Ludwigstr.- Querstr. Lindengasse Lindenplaz Löberstr. Löwengaffe Longstr. Ludwigsplaz Ludwigstr. Mäusburg Maigaffe Marburgerstr. Markt: aubenstr. Marktplat Marktstr. Mittelweg Moltkestr. Neuen- Bäue Neuenweg Neustadt Nordanlage Oftanlage Blocftr. Rittergaffe Nodheimerstr. Roonstr. Sandgasse Schanzenstr. Schiffenbergerweg Schillerstraße Afterweg- Norbanlage westlich der Nordanlage Schloßgaffe Schottstraße Schüßenstr. Schulstr. Seltersweg Sentenbergstr. Sonnenftr. Stallgaffe Steinftr. 131 833 110 138 8 113 1 3 6 98 6 63 3 360 Stephanftr. 10 Sübanlage Gartenstr.- Bleichstr. 1 Bleichr.- Selterstor Teufelsluftgärtchen Tiefenweg Wagengasse Walltorftr. Weidengasse Weserstr. Weftanlage Wettergaffe Beglarerweg Wenfteingaffe Websteinstr. Wieseckerweg Wiesenstr. Wilhelmftr. Frankfurterstr.- Ludwigstr. Ludwigstr.- Ebelstr. Wolfsftr. Woltengaffe Bozelsgaffe 31 6 die frankhafte Intensität ihrer Geistesarbeit habe in seiner Seele gelesen und diese ihr seine geheimsten Gedanken und Wünsche suggeriert. Diese Erkenntnis, gepaart mit dem Reste entsagender, selbstloser Mutterliebe in der sonst so egoistischen Frau, ergreift ihn mächtig, er sieht den Abgrund, dem er entgegengetrieben war, pochend auf das Recht des Nachlebenden. Vivat Sequens! Eine ungeheure Frivolität dünkt ihn der Sinn dieses Wortes jetzt; das jetzige lebe! Das Kommende hat so wenig Anspruch auf unsere Rücksicht, wie das Vergangene, denn es ist ebensowenig da! Des Stipendiums fet seine Berwendung zu einer Studienreise nach Italien. Ihr Sohn, der in Wirklichkeit jener Bewerber sei, habe jedoch erklärt, er könne das Stipendium nicht im gedachten Sinne verwenden, da er eine gelähmte Mutter habe, an deren Seite zu weilen sowohl die Natur als die Kindesliebe ihn zwingen. Das Komitee habe ihm dagegen in liebenswürdigster Weise zu erkennen gegeben, daß, sollte innerhalb eines halben Jahres irgendeine Aenderung, in diesem Falle also die Genesung seiner Mutter, eintreten, der Verleihung des Stipendiums nichts im Wege liege. Daran sei aber, fügte der Arzt hinzu, nicht zu denken, denn das halbe Jahr nähere sich seinem Ende, während ihr Leiden in ein latentes Stadium getreten sei, dessen Beendigung überhaupt nicht absehbar sei. Die Offenheit des Arztes, die hart die Grenze der Brutalität streifte, erklärte der Frau vieles. Jetzt verstand sie die Frage in seinem Blicke; sie verstellte sich, wenn er abends heimkehrte, und tat, als sei sie tot. Das erstemal hatte er sich über sie gebeugt, um zu hören, ob ihr Atem noch gehe, da hatte sie plötzlich die Augen groß und weit geöffnet, daß er erschreckt zurückgetaumelt war! In dem Augenblick gewann er die Ueberzeugung, daß seine Mutter in seiner Seele lese, wie in einem aufgeschlagenen Buche. So lebten sie, sich gegenseitig beobachtend, nebeneinander; sie begann zu fürchten, er könne sich zu einer Gewalttat hinreißen lassen, während er wünschte, sie möge das Zwecklose ihres Daseins einsehen und es endigen. 10 8888 8- Der Sommer stand in Prangen. Weinend liegt er vor ihrem Bett; sie streichelt sein Haar, fährt liebkosend über sein abigemagertes Gesicht und tastet nach den Rillen auf seiner Stirn. Schlackenlos und groß erwachsen in ihnen wieder die geheiligten Empfindungen der Natur, die nur ein krankhaftes Begehren irreleiten konnte; in dieser Stunde erkannten sie, daß der Wert des Lebens nicht so sehr in der Auslebung und Befriedigung unserer Individualität, als in Verträglichkeit und gegenseitiger Ergänzung liegt. Während die Mutter einschläft, spielt ein langentwöhntes Lächeln auf den bergrämten Zügen; ihr Sohn steht neben dem Bette, er fühlt sichtbarlich den Segen dieser Stunde sich herabsenken, gepaart mit der seligen Empfindung, daß, um groß zu werden, man vor allen Dingen gut sein muß. Wie ein Läuterungsfeuer fraß dieser Abend alles Unreine von seiner Seele, ein reines Menschentum erstand in ihm, vor dem er schauernd, aber mit innigem Verständnis fich beugte. Vor dem Fenster der kranken Frau sang und klang es den ganzen Tag über von lustigen Vogelstimmen; ein breiter, glänzender Strom von Sonnenlicht flutete in das Zimmer, aber die einsame Frau ward davon nicht berührt, es störte sie, und sie ließ das Bett so rücken, daß die Sonne sie nicht erreichen konnte. Der Sommer hatte ausnahmsweise mehr gebracht, als der Frühling versprochen. Dicht über dem Fenster, an der Dachrinne, hatte ein Spazenpaar sich eingenistet; lange Tage hatte das Weibchen das Nest betreut, jezt piepte es von kleinen Späßchen, die gierig den Eltern die Schnäbel entgegenhielten. Von ihrem Bette aus verfolgte sie ganz genau jeden Vorgang im Neste; und es kam ein Tag, wo die Jungen auf dem Nestrand saßen und mit den Flügeln schlugen. Dann sah sie die ersten wirklichen Flugbersuche, sorgfältig überwacht von den Alten. und es fam ein Tag, wo die beiden Alten allein auf dem Neste saßen und neugierig und piepsend hinauf und hinunter guckten. Die Frau lächelte; das war einmal so; die Jungen brauchten sie nicht mehr, die flogen hin, wo es ihnen belieht, und machen bielleicht morgen schon von ihnen einen Brocken Brot erbittert streitig. Sie mußte an den Eidervogel denken, der sich die Federn ausreißt, um seine Brut weich zu betten, oder an den Pelikan, von dem die Sage geht, er reiße sich die Brust auf, um seine Jungen zu tranfer. AUS DEM REICHE DES WISSENS Neue Forschungen in der Mongolei. Vor etwas über einem Jahr begann der Forschungsreisende Kidston eine Reise in die östliche Mongolei. Er ging mit noch einem wissenschaftlichen Begleiter von Pefing aus nach Norden und verfolgte westlich von der großen Grenzstadt Dolon- nor einen Weg, der westlich von dem der früheren Reise Campbell's lag. Vor dem Betreten der eigentlichen Mongolei besuchte die Expedition die alte Sommerresidenz der chinesischen Kaiser in Dschehol. Jenseits der großen Mauer wird das Land allmählich ärmer, die Ernten seltener und von geringerem Ertrag, während die Viehzucht mehr und mehr zum Haupterwerb der Einwohner wird. Die meisten Täler sind mit ungeheuren Massen von Geröll, Kies und Sand erfüllt, zwischen denen nur ein schmales Band für die Landwirtschaft bleibt. Dolon nor, der Mittelpunkt des Handels in jenem Grenzgebiet, sendet alljährlich beträchtliche Mengen von Schaf und Kamelwolle nach Tientsin, von wo aus sie nach Deutschland bezw. England verschifft werden. Demnächst ist Salz der wichtigste Handelsartikel. Jenseits dieser Stadt führte der Weg etwa 100 Meilen weit durch ein Gelände aus sandigen Hügeln und später über eine unabsehbar weite Grasebene, die nach Osten allmählich zum Gebirge des Großen Chingan ansteigt. Letzteres steht von Westen her kaum nach einer Gebirgsfette aus, obgleich es bei mehr eingehender Erforschung durchaus den Charakter eines beträchtlichen Gebirges verrät. Die Straße über die Steppe war ausgezeichnet und im Angemeinen so glatt wie Asphalt, so daß man, von den vereinzelten Sandhügelstreifen abgesehen, mit einem Fahrrad oder sogar mit einem Motorwagen den ganzen Weg bis zur mongolischen Stadt Chailar zurücklegen könnte. Dieser Blay bildete den Endpunkt der Reise, da die vorgerückte Jahreszeit deren Fortsetzung bis Urga verhinderte. Die Wüste Gobi liegt nämlich dann tief im Schnee und wird fast unpassierbar. Schon Anfang November wird die Kälte fast unerträglich, und der Schnee liegt so hoch, daß die Wagen nur von Kamelen gezogen werden können. Der Frost setzt Anfang Oftober mit einem Umschlag des Windes nach Nordwesten ein, und zwar gleich so heftig, daß das Thermometer einen Sturz von 6 Grad Wärme auf 15 Grad Kälte erleidet. Während eines furchtbaren Schneesturms nahmen die Reisenden im Lager eines Mongolenfürsten Zuflucht, der über ein weites Gebiet herrscht und von der russischen Ländergier bisher wenig gefühlt zu haben scheint. Ein großer Teil des durchreisten Landes wird nur von einigen herumziehenden Hirten bewohnt. Kidston hat übrigens leine Spur vom Bau einer Eisenbahn bemerkt, der angeblich von Chailar aus in der Richtung auf Kalgan( an der Grenze zwischen der Mongolei und China) bereits begonnen sein soll, obgleich er die angebliche Route dieser Bahn zweimal gefreuzt hat; auch die Eingebornen des Landes schienen nichts von diesem Plan oder gar von Vermessungen zu dessen Ausführungen zu wissen. Auch wäre nach der Ansicht des Reisenden die Dünenzone in der südlichen Mongolei für die Eisenbahn ein unüberwindliches Hindernis, da dort sowohl Wasser wie Holz und Stein gänzlich fehlen. Wie sehr doch eine unvernünftige Creatur die Menschen beschämt, indem sie sich mit dem Natürlichen befreundet und das Erhabenste als das Selbstverständlichste erkennt. Nun wußte sie mit einemmal, daß sie es eigentlich war, die in ihrem Sohn den Wunsch nach dem Ende ihres Leidens, mechte es nun Tod oder Genesung sein, wachgerufen hatte, mit ihrer hartnäckigen Lebensgier, daß es die berechtigte Forderung des Zeugungskräftigen ist, daß das Alte verschwinde, wenn es im Wege ist. Sie begann ihren Sohn mit anderen Augen zu betrachten, ihn zu entschuldigen. Sie ward weicher gegen ihn, er hielt diesen Stimmungswechsel für den Anfang der Auflösung und sorgte um sie, wie in der ersten Zeit ihres Siechtums. Sie sah ein, daß sie auf dem Wege sei, das Verhängnis für ihn zu werden, das Verhängnis, an dem er zugrunde zu gehen drohte, moralisch und physisch. Das Bemußtsein der Verantwortlichkeit als solches hob sie über sich hinaus, nicht ohne ihrer Eitelkeit zu schmeicheln, es sei etwas Besonderes, so zu empfinden, als sei die bis zum Entsagen gesteigerte Selbstverleugnung nur natürlich. Während der Abwesenheit ihres Sohnes enthielt sie sich der Pulver, um sie zu gelegener Zeit auf einmal zu genießen. Eine Woche trennte sie noch von dem Ende des halben Jahres, als er sie eines Abends röchelnd im Bette fand; er stürzte auf sie zu, das scheinbar fommende Ende erfüllte ihn mit Entsetzen, dessen Ausdruck lebte in seinem Schrei: Mutter!" Sie sah ihn an, ihre Hand versuchte etwas zu verbergen; aber er entbeckte das Papier der Pulver, und er kannte ihre Absicht. Ihm war es, als wäre er ihr Mörder geworden; er sagte sich. deshalb notwen gewicht gegen de Gerade für mit jedem Jahre in feinem Gescho mehr von den f und fonach keiner Vierteljahres, der Wechselafzepte sid diesen kaufmänni gewährung an die werden, weil sich Schäftes das Betr durch einen regel des Geschäftes mö Vermögen zu feh Büchern feftnagel nissen haften, wer entgegengeht. Es werter strebfamer felt und den Umfa fich durch eine unt Sarg ins Haus st Freilich darf n tum das Verstän ausgedehnten Kr wird vielfach aud wesen gefröhnt, Mittel wirklich n meister oder einen au machen. Leide auf den Schein als Tiden Repräsentat Aredits zu bestreit heißt, als auf Sof wird sich von selbs merschaft dafür so Warenlieferungen Kreditwefen ebenfa möglich durch eine Ignaz von Bon Gu Da nahm e en Inftrument bielen Zonen gen hamel uni bermount Berz So won fich an Dielen gewöhnt. Aud denn er war Acantheiten S waren ihm be ihm nie fein Eines La der Stadt Faft hätte e blickte und et dem Walde to Sinne, oder n noch immer fie Nein, es t burger Mädchen, im Walde gepfl an ihm und fab ihr nach Lonnte. Als er bet Begegnung erzä Lore- Mine. abgefürzt dort nur die Behörd Fremde".