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Jufertiouepreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Bezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Big. Reklamen die Betitzeile 30 refp. 40 Pfg. Rebattion u. Saupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Samstag, den 3. Juni 1905. Gießener Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Bia., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mt. 1.50. Grattebeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( töglich) und die Gickener Seifenblaicu( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszettung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Die Seefchlacht in der Koreaftrafse. Eine Flut von Spezialnachrichten über den Verlauf der großen Seeschlacht in der Koreastraße ergießt sich von allen Seiten. Einzelne Szenen aus Kämpfen, die in homerischer Breite erzählt werden, mögen auf die Phantasie erfindungs. reicher und sensationslüsterner Reporter zurückzuführen sein, im ganzen gewinnt man aber jetzt ein einwurfsfreies Bild vom Verlauf der Schlacht. Es bestätigt sich, daß Togos Sieg vor allem den Torpedobooten zuzuschreiben ist. Daß Unter Seeboote an der Schlacht teilgenommen haben, ist bisher nicht mit Sicherheit festzustellen. Berichte von Augenzeugen. Die japanischen Verwundeten im Marinehospital in Mai zuru schildern ihre Wahrnehmungen folgendermaßen: Das Linienschiff Knjäs Suworow" war an der Spitze der rus Fischen Schlachtlinie und eröffnete zuerst das Feuer; das an der Spike der japanischen Linie fahrende Schlachtschiff ,, Mi. faja" antwortete fast sogleich. Die beiden Flotten wechselten ein heftiges Geschützfeuer und rückten sich allmählich näher. Nach kurzem, scharfem Gefecht sah man, daß das Deck des Admiral Uschakoff" in Flammen stand; das Schiff geriet nach und nach aus der Kampflinie. Etwa um 4½ Uhr nach mittags war die feindliche Linie in vollkommener Unordnung, und das Feuer begann nachzulassen. Borodino" und Ramtschatka" sanken, die Mannschaft des„ Borodino" setzte aber das Feuern tapfer fort, bis das Schiff unter den Wellen verschwand. Am Sonntag früh wurden fünf russische Schiffe unweit der Liancourt- Insel entdeckt. Der sumrud" entfam sogleich, die anderen vier aber leisteten feinen WiderStand und hißten die japanische Flagge über der russischen. Admiral Nebogatom ließ ein Boot herab und kam an die Längsseite des japanischen Panzerkreuzers Asama", wo er fich in aller Form ergab. Die Panik bei den Russen foll aller Beschreibung gespottet haben. Jedes Schiff verSuchte ohne Rücksicht auf den Rest der Flotte bloß aus dem Bereiche der fürchterlichen Torpedoattaden zu gelangen, und unzählige Zusammenstöße mit anderen Fahrzeugen der eigenen Flotte, sowie mit den Booten sinkender oder schon untergegangener Kriegsschiffe, auf welchen sich die Ueber. lebenden zu retten versuchten, sollen hierbei stattgefunden haben. Es ist nahezu ein Wunder zu nennen, daß es einer fleinen Eskadre, welcher auch das Schlachtschiff„ Orel" angehörte, vorläufig gelang, davonzukommen; als sie aber Logo Sonntag vormittags unweit Liancourt neuerlich mit der Schlachtflotte zu attackieren begann, verzichtete sie fofort auf Widerstand und ergab sich. Damit war das Ende der baltischen Flotte gekommen und die Japaner konnten fich, bon jenen Schiffen abgesehen, die noch den etwaigen Fliehenden nachsetzten, völlig der Rettung der schiffbrüchigen Russen widmen. Viele Boote mit Matrosen wurden in allen Richtungen der foreanischen Meerenge aufgegriffen und die erschöpften Insassen gerettet. Das Schicksal Admiral Fölkersahms ist jetzt aufgeklärt. Er ist weder ertrunken, noch durch eine Granate getötet, sondern an Krankheit verstorben. Schon zwei Tage vor dem Kampf in der Koreastraße. So erzählten nach Mitteilung des Petersburger Marinestabes die Offiziere des von Fölkersahm befehligten Panzerschiffs„ Osslja. bja", die sich auf dem Torpedoboot Bravy" von ihrem sinfenden Schiff nach Wladiwostok retteten. Die Flucht des„ Bravy". Der Kommandant des„ Braby" entwarf eine interessante Schilderung von seiner Flucht. Er hatte auf sein schwer havariertes Schiff, dem mehrere Kessel durch Granaten zerlöchert waren, 175 Mann von der sinkenden„ Ossljabja" auf. genoinmen. Die schweren Schäden seiner Maschinerie hinderten ihn, schnell weiterzufahren und dem Geschwader zu folgen, das den Kurs auf Wladiwostok zu fortsette. Er fuhr deshalb allein weiter und steuerte an der Küste von Japan entlang, um aus dem Wirkungskreis der japanischen Torpedoboote zu kommen. Um den„ Bravy" weniger sicht. bar zu machen, nahm er den Mast herab und ließ am Tage die Schornsteine weiß streichen. In der Nacht des 29. Mai platte die Röhre des dritten Kessels. Er konnte nur noch fünf Meilen fahren und verfeuerte, da es ihm an Kohle fehlte, alle hölzernen Teile des Schiffes. Trotzdem kam er glücklich nach Wladiwostok. " Isumrnd" in die Luft gesprengt. Dem Kreuzer Isummrud", der zuerst ebenfalls dem Feinde entkommen war, glückte dagegen der Versuch, sich nach Wladiwostok durchzuschlagen, nicht. Zwar ist er den Japanern entgangen, geriet aber in der Nähe von Wladiwostok auf eine Sandbank und mußte in die Luft gesprengt werden. Der Kommandant des Schiffes berichtet aus St. Olga- Hafen an den Zaren: Als ich mich von dem Geschwader abgeschnitten sah, entschloß ich mich, nach Wladimostof durchzudringen. Da ich damit rechnen mußte, auf feindliche Kreuzer zu stoßen, wenn ich den Kurs nach Wladiwostok änderte, und da es mir dazu an Zeit und Kohlen fehlte, nahm ich Kurs auf die Wladimir Bucht, wo ich in der Nacht vom 29. zum 80. Mai ankam. Am Eingang der Bucht geriet der Kreuzer naajts 1½ Uhr in der Finsternis seiner ganzen Länge nach auf eine Sandbank. Da ich nur noch zehn Tonnen Kohle hatte und keine Möglichkeit sah, den Kreuzer loszubringen, ließ ich die Mannschaft an Land gehen und Sprengte den Kreuzer in die Luft, damit er den Feinden nicht in die Hände fiele. Zehn Mann des Kreuzers sind während der Schlacht verwundet worden; die Offiziere und die übrigen Mannschaften sind wohlbehalten. Admiral Roschdiestwensky ist nach den Berichten von Augenzeugen tatsächlich an Bord der„ Borodino" schwer verwundet und, ehe das Schiff sant, an Bord eines Torpedobootzerstörers geschafft worden, wo ihn die Japaner später gefangen genommen haben. Das Schiff soll während des Kampfes einer wahren Schlachtban! geglichen haben, so wirkte das mörderische Feuer der japa nischen Geschütze. Nur 40 Mann von der Besatzung konn ten gerettet werden, als das Schiff schließlich durch einen japanischen Torpedo zum Sinken gebracht wurde. Die beiderseitigen Berluste. Nach solchen Schilderungen begreift man es, wenn die russischen Verluste auf 8000 Mann geschätzt werden, von den Gefangenen ganz abgesehen. Zahlreiche Leichen, teilweise furchtbar verstümmelt, werden an den benachbarten Inseln und Küsten angeschwemmt. Die japanischen Verluste sollen nach offiziellen Angaben nur 13 Tote und 424 Verwundete an Offizieren und Man. schaften betragen. Da nach Behauptung Togos nur 3 Tor pedoboote bei der Affäre verloren gegangen sein sollen, so wäre der schöne Sieg mit den geringsten Opfern verknüpft. Die Politik. Wichtige Aenderungen am Entwurfe der Reichserbschaftssteuer sollen gutem Vernehmen nach vorgenommen werden, ehe das Gefeß zur Beratung gestellt wird. Namentlich soll die geplante Besteuerung der direkten Erbschaften wieder fallen gelassen werden. * Der Aufstand in Südkamernn hat nach der Meinung von Kennern der Landesverhältnisse nur lokale Bedeutung. Wahrscheinlich handelt es sich um eine der gewohnten Streitigkeiten zwischen einzelnen der noch auf niedrigster Kulturstufe stehenden Eingeborenenstämme in diesem entlegenen Winkel. Wahrscheinlich hat die nächste Militärstation Ordnung unter den Raufenden schaffen wollen und ist dabei mit ihnen in Konflikt geraten. Da aber inzwischen sicher von den umliegenden Stationen die erbetene Hilfe an Ort und Stelle eingetroffen sein wird, ist der Putsch wahrscheinlich längst wieder zu Ende. Russland. Alarmierende Gerüchte über ein angebliches Attentat auf den Zaren fursierten gestern in Petersburg, sind inzwischen aber vom russischen Auswärtigen Amt energisch dementiert worden. Es hieß, der Kaiser sei nach einer dramatischen Szene in seinem Privatgemache von einem bisher Unbekannten angegriffen und schwer verletzt worden. Nach einer anderen Version sollte im 3arskoji Sselo ein Militärputsch ausgebrochen sein. Vielleicht ist dieses Gerücht darauf zurückzuführen, daß es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen starken. Truppenabteilungen und großen Arbeitermassen bei der Moskauer Pforte gekommen sein soll. Die politischen Attentate scheinen fein Ende nehmen zu sollen. In Riga wurde der Polizeimeister Jarezki durch eine Bombe schwer verletzt. Von den Tätern fehlt jede Spur. 3d Gefellschaft. Zur Hochzeit des deutschen Kronprinzen find die fürstlichen Gäste und Vertreter der Höfe in Berlin eingetroffen. Mehrfach war der Kaiser selber zum Emfang auf dem Bahnhofe erschienen, so bei der Ankunft des Großfürsten Michael Alexandrowitsch, der anstelle des erfranften Großfürsten Wladimir als Vertreter des Zaren erschienen ist. Der Großherzog und die Großherzogin von Baden wurden von der Kaiserin empfangen. Am Freitag früh war der Kaiser nach Döberig gefahren, wo die Besichtigung des Regiments Gardes du Corps und des Leib- GardeHusaren- Regiments stattfand. Preussischer Landtag. Herrenhans. ( 42. Sizung.) RK Berlin, 2. Juni. Es war während der lezten Zeit die Meinung laut ge worden, das Herrenhaus werde den Berggesez novellen feine. Schwierigkeiten machen. Das mag mil ein Grund dafür gewesen sein, daß die heutige Sigung nur berhältnismäßig wenig Zuschauer angelockt hatte. Da zu nächst auch die Mitglieder des Hauses in gar nicht sehr reich licher Zahl erschienen waren, mies nur die Anwesenheit des Grafen Bülow mit dem gesamten Staatsministerium auf die Bedeutung des Tages hin. Graf Bülow begann mit einer Einführungsrede. Dringend ermahnte er das Haus, die Gießen und anderer Behörden von Oberheijen. Regierung nicht im Stich zu lassen, sondern dem Gesetz zuzustimmen, das nur die seit 16 Jahren anerkannten Ansprüche der Bergarbeiter befriedige. Die Furcht vor der Sozialdemokratie dürfe der sozialen Tätigkeit nicht hinder. lichwerden. Die Erklärung des Freiherrn v. Manteuffel, die er im Namen der konservativen Fraktion abgab, drückte der Regierung ausdrücklich die Mißbilligung der Partei wegen des gesetzgeberischen Vorgehens im Anschluß an den Streik aus. Dieses Vorgehen sei eine gefährliche Förderung der revolutionären Bestrebungen. Immerhin werde die konservative Fraktion den Geseßentwurf über die Ar beiterverhältnisse nicht a limine abweisen, wofür ein Teil der Fraktion eigentlich) war, sondern erhoffe von den Kom missionsberatungen annehmbare Veränderungen. Dei Kölner Bürgermeister Becker sprach sich zwar scharf gegen den Kontraktbruch aus, billigte aber aus politischen Gründen das Vorgehen der Regierung und forderte das Haus zur Annahme der Vorlage auf. Nachdem Minister Möller den Gefeßentwurf im einzelnen begründet hatte, kam als Auf. sehen erregendes Hauptereignis des Tages eine Rede des Referenten der Berggesetzkommission, Herrn v. Burgs. dorff. Er verurteilte auf das entschiedenste das ganze Vorgehen der Regierung. Graf Oppersdorff versuchte vergeblich, mit einer von sozialpolitischem Geist erfüllten Rede den Eindruck zu verwischen. Graf Tiele- Winkler bezeichnete die Zechenstillegungsvorlage als mit Galle und Bosheit gegen die Zechenbefizer erfüllt. Graf Bülowergriff noch einmal das Wort, um diesen Vorwurf und die Angriffe der Herren v. Manteuffel und v. Burgsdorff zurückzuweisen. Eine kräftige Unterstützung fond er in einer Rede des Professors Schmoller, der die Ansicht vertrat, nur durch sozialpolitisches Wirken und durch Verhandeln mit den Arbeitern werde man zum Frieden und zur Verhinderung bon Streiks kommen. Ueber die beiden anderen Verggesetznovellen gab es nur Meinungsverschiedenheiten sachlicher Art zwischen Dr. Wachler und Minister Möller. Dann war die allgemeine Besprechung zu Ende. Die Kommission fann nun ihre Arbeit beginnen. Heer und flotte. Einen größeren Tonnengehalt für die Linienschiffe soll dem Vernehmen nach die für den Herbst in Aussicht stehende neue Vorlage für die deutsche Flotte, verlangen. Trotz der guten Erfahrungen, die die Japaner mit Torpedobooten gemachi haben, erst jest wieder in der Koreastraße, ist man in Fachkreisen der Ansicht, daß das Linienschiff im modernen Seekrieg eine Notwendigkeit und um so leistungsfähiger ist, jc großer seine Ausmaße sind. Während man noch vor einem Jahre, trotz des Voranganges von England und Amerika auf der Bahn der Deplacementsvergrößerungen, ein Fassungsvermögen von 13 200 Tonnen für genügend erklärte, hat man sich an der Hand eingehender Studien und den neuesten Lehren des ostasiatischen Seekrieges dazu befehrt, zu gleich großen Linienschiffen überzugehen, wie sie die Engländer und Amerikaner in ihren neuesten Bauten bereits besigen, d. h. zu Deplacements von mindestens 16 000 Tonnen. Da für solche Riesenschiffe auch größere Werft-, anlagen und Docks vorhanden sein müssen, so soll die kommende Flottenvorlage nach dieser Richtung weitere Anforderungen stellen. Das Bombenattentat auf den König von Spanien ist nach den bisherigen Feststellungen der Pariser Polizei auf die Umtriebe spanischer Anarchisten zurückzuführen, die den Anschlag bereits seit längerer Zeit sorgsam vorbereitet hatten. Nur König Alfons war es, auf den die Mörder es abgesehen hatten. Im Falle des Gelingens des Attentats hätte allerdings auch Präsident Loubet, der mit dem König zusammen im Wagen saß, bluten müssen. Ueber die Einzelheiten des Anschlags wird noch folgendes gemeldet: Die Explosion erfolgte, als der König mit Loubet um 12½ Uhr nachts von der Galavorstellung in der Oper durch die Rue de Rivoli fuhr. Die Bombe zersprang an der linken Seite des Wagens, wo Präsident Loubet saß, und durchlöcherte die Wand, doch ohne die Insassen zu verlegen. Wie es heißt, ist dieser Glücksumstand darauf zurückzuführen, daß der größte Teil der Ladung, die aus Nägeln bestand, dem Pferde eines Kürassiers der Eskorte in den Bauch drang. Nur so ist es zu erklären, daß verhältnismäßig so menige Personen verlegt wurden. Auch sollen die Verwundungen der 15 von den umhersprißenden Bombenstücken und Nägeln Getroffenen nur leicht sein. König Alfons behielt während des aufregenden Vorganges feine volle Ruhe. Er erhob sich im Wagen, rief der Menge zu, daß ihm und Präsident Loubet nichts geschehen sei, und ließ den Wagen gemächlich weiter fahren. Munteren Tones erzählte er dem Präsidenten von den bisher gegen ihn gerichteten Anschlägen, von denen der eine, erstliche, ihn vor einiger Zeit in Barcelona bedrohte, während der zweite, mit dem er erst am Tage vorher bedacht war, mehr listig als gefährlich war. Ein Mann, der als Anarchist bekannt ist, durchbrach bei der Spazierfahrt im Bois de Boulogne das Spalier und schwang einen Dolch mit dem Schrei:„ Tod den Tyrannen!" Er wurde sofort verhaftet und unschädlich ge macht. Den Verüber des mißglückten Bombenattentats dageger hat die Pariser Polizei bisher noch nicht ausfindig macher fönnen. Sie fennt ihn zwar und auch, wie bereits oben an gedeutet, die intellektuellen Urheber des Anschlags. G sind die Spanier Vallino, Navano und Palacios, sowie der Engländer Harwen, die als verdächtig bereits am 26. Ma berhaftet wurden. Ein fünfter Genosse, dem es gelang, 31 entwischen, ist nach der Ueberzeugung der mit der Unter juchung Beauftragten der Bombenwerfer. Der verhaftet Anarchist Vallino hat bereits über das Komplott ein um fassendes Geständnis abgelegt. Man mutmaßt, daß aud noch weitere Mitschuldige existieren. König Alfons hat sich durch den Anschlag auf sein Leber in der Durchführung des Programms seines Pariser Auf enthaltes nicht stören lassen. Er wohnte am Tage nach den Attentat im Lager von Chalons kavalleristischen und artille ristischen Uebungen bei und fuhr bei seiner Rückkehr wiede an der Seite des Präsidenten im offenen Wagen durch di Stadt, von der Menge überall jubelnd begrüßt. Die groß Kaltblütigkeit des jungen Spanierkönigs geht am bester aus den Worten hervor, mit denen er das Sympathie telegramm Kaiser Wilhelms beantwortete: Ich hatte mi meine Feuertaufe anders vorgestellt!" Der Landwirt. rf Die Blumenfliege als Getreideschädling. Aus Gumton bei Kyritz wurden der Brandenburgischen Landwirtschafts. fammer mehrere Roggenpflänzchen, die von einer Made be fallen waren, eingeliefert mit der Angabe, daß die Made sehr schädlich in dieser Gegend auftrete. Die Roggenpflänz chen wurden der Biologischen Abteilung für Land- und Forstwirtschaft des Kaiserlichen Gesundheitsamtes in Dah lem zur Untersuchung übersandt, die folgende Auskunft er teilte: Die eingesandten Roggenpflänzchen waren von der Parven der Blumenfliege befallen, die in den letzten Jahren an Roggen- und Weizensaaten bedeutende Schäden verursacht hat. Die Fliegen legen im Herbst ihre Eier an die junge Wintersaat, aus denen noch im selben Jahre die Maden aus schlüpfen. Ein Schaden macht sich meist erst im folgender Frühjahr bemerkbar. Ende April aber oder Anfang Mai verlassen die Maden die Wirtspflanze und verpuppen sich in der Erde, um sich gegen Ende Mai in die Fliegen zu ver wandeln. Die Sommergeneration lebt wahrscheinlich auf Gräsern der Brache, ist als solche aber nur gefährlich, weil sie den Grundstein legt für die der Winterung schädliche Wintergeneration. Maßregeln zur Bekämpfung der Blumenfliege sind nicht anzugeben. Da sich die Pflanzen, wenn sie nicht zu frühzeitig von der Made angegriffen und getötet werden, leicht bestocken, ist vielfach eine rechtzeitige Kopfdüngung insofern, erfolgreich gewesen, als sie den Schaden des Larbenfraßes wieder ausgeglichen hat. Es sei demnach zu emp fehlen, die infizierten Felder mit Chilisalpeter zu düngen, um damit zu versuchen, die Pflanzen zu kräftigen, daß sie die Angriffe der Made überwinden. Nab und Fern. Begnadigung der Frau von Sydow. Die wegen Kin desmißhandlung zu vier Monaten Gefängnis verurteilte Gattin des Majors von Sydow ist wegen ihres leidenden Zu standes der Rest der Strafe, die sie zu zwei Dritteln ver. büßt hatte, im Gnadenwege erlassen worden. + Verhaftete Engelmacherinnen in Hamburg. Die Kin desmörderin Wiese ist erst kürzlich in Hamburg zum Tode berurteilt worden. Jetzt sind ähnliche Greueltaten, wie sie Frau Wiese begangen, ans Tageslicht gekommen. Zwei Schwestern, die Frauen Schroeder und Hessenburg, werden beschuldigt, sieben ihnen zur Pflege übergebene Kinder umgebracht zu haben. Die beiden Frauen wurden ver haftet. Eisenbahnunglück in Thüringen. Am 1. Juni vor mittags 11 Uhr entgleisten bei Einfahrt des Personenzuges 366 in den Bahnhof Köniz durch vorzeitige Weichenumstellung vier Personenwagen. Ein Schaffner wurde getötet. Der Verkehr war ein und eine halbe Stunde unterbrochen. Hinrichtungen. Am Mittwoch ist in Kolmar i. E. der Raubmörder Böhm hingerichtet worden. Er hatte einen Geldbriefträger in Schlettstadt in seine Wohnung gelocki und ermordet.- Der Straßenräuber opp ist Freitag früh in Berlin enthauptet worden. Am 14. Mai 1904 er. mordete er den Kutscher Schemel bei Spandau. Eine Familientragödie vor Gericht. Vor dem Schwur. gericht in Baußen fam eine ergreifende Mordtat zur Verhandlung. Durch Not und Elend war die Familie des Arbeiters Gürth zur Verzweiflung getrieben. Jahrelange Krankheit der Frau ließen den fleißigen Mann nicht auf einen grünen Zweig kommen, und als Arbeitslosigkeit eintrat, fehlte es schließlich am Notwendigsten. Da beschloß die Familie, in den Tod zu gehen. Mit Einwilligung der Seinen tötete Gürth erst seine franke Frau, dann seine beiden Töchter und machte schließlich einen Selbstmordversuch. Nach seiner Wiederherstellung wurde er vor Gericht gesteut. Dort schilderte er in rührender Weise die Schicksalsschläge, die ihn betroffen hatten. Das Urteil lautete wegen Lotschlags auf fünf Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust. O Ein Greis verbrannt. In Grottau in Böhmen kam ein 85jähriger Greis auf schreckliche Weise ums Leben. In seiner Unbeholfenheit hatte er einen Zimmerbrand veranlaßt. Er vermochte sich nicht allein vor den Flammen zu reiten. Man fand den verkohlten Leichnam vor. Cokales. Der Großherzog und die Großherzogin haben sich gestern nach Berlin begeben. *** Feuerwehr- Jubiläum. An den Gesamtdören der vereinigten Gesangvereine, beteiligen fich: Bauer'scher Gesangverein, Bürgergesellschaft, Gemütlichkeit, Harmonie, Heiterfeit, Konkordia, Liederkranz, Maschinenbauer, Sänger chor des Turnvereins, Sängerfranz. Nur ein Verein steht uoch mit seiner Zusage aus. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, beginnen bereits die Proben nächsten Montag und Mittwoch und es steht außer Zweifel, das aus allen Vereinen eine starke Beteiligung zu verzeichnen sein wird. Auch Freunde des Gesanges, wenn selbige auch feinem Gesangverein als Mitglied argehören, aber das Unternehmen durch ihre Gesangeslust und Kraft zu fördern geneigt sind, werden gerne willkommen geheißen. Unglückliche Liebe hat die 19jährige Tochter eines Gutsbesitzers in Oberplan in Böhmen in den Tod getrieben. Sie verschaffte sich das Jagdgewehr ihres Vaters und feuerte es mittelst eines Schirmes auf sich ab. Der Tod trat sofort ein. Familienzwist und Vatermord. In Dossenheim bei Heidelberg geriet der Gastwirt Waymann mit seiner Frau in Streit und ging mit einem Messer auf diese los. Da sprang der Sohn der Mutter zu Hilfe und schoß in der Erregung den eigenen Vater nieder. *** Der große Preis von Gießen. Der Süddeutsche Rennfahrer- Verband veranstaltet am Pfingst- Montag auf dem Sportplaz a. d. Hardt ein internationales Berufe fahrer- Rennen. Als Hauptnummer gelangt ein internationales Stundenrennen mit Motorschrittmachern als Großer Preis von Gießen mit 600 Mt. dotiert( 300, 200 und 100 mt.) zum Austrag. Das Rennprogramm umfaßt ferner noch ein Motorrennen über 10 km, sowie 3 Fliegerrennen. Sämt liche Rennen sind nur für Berufsfahrer offen. Der Vorstand fteht mit einigen Dauerfahrern in Unterhandlung, sodaß die Radrennen am Pfingst- Montag sich zu einem sportlichen Ereignis für Gießen gestalten dürften. Erdbeben in Dalmatien. Aus den südösterreichischen Provinzen kommen Nachrichten über ein starkes Erdbeben am Himmelfahrtstage. Früh 5 Uhr 40 Min. wurde ein 25 Sefunden anhaltendes starkes Erdbeben verspürt, zahlreiche Häuser wurden beschädigt; aus den zahlreichen Orten treffen Nachrichten ein, die über Schäden Mitteilungen machen. *** Bismarcksäule. Der Grundstein zu der von der Gießener Studentenschaft auf der Hardt zu errichtenden Bismarcksäule soll dem Vernehmen nach am 29. Juli gelegt werden. A Die Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen Klubs tagte Donnerstag im Café Royal in Gießen unter dem Vorsitz des Forstmeisters Diefenbach- Schotten. Aus 16 Zweigvereinen waren Vertreter erschienen. Im verflossenen Vereinsjahr stieg die Mitgliederzahl von 889 auf 902. Die Gesamteinnahmen betrugen 1534 Mt., die Ausgaben 1336 Mt., der Ueberschuß 197 Mt. Zu dem seit Jahren nach dem Entwurf des Architekten Hofmann- Herborn geplanten Bismarcksturm auf dem Taufstein stehen bis jetzt 8529 Mt. zur Verfügung. Ein Antrag des Zweigvereins Gießen, der sich bereit erklärt, auf eigne Roften weitere Unterkunftsräume auf dem Klubhaus Hoherodskopf bauen, wird angenommen. Für den hölzernen Aussichtsturm auf der Herchenheiner Höhe stehen 762 Mt., für den Hainigturm bei Lauterbach 700 Mt. zur Verfügung. - er von Wiesbaden, Mainz, Darmstadt, Gießen und Hanau nach Homburg v. d. H. resp. Bonames. Bemerkt sei noch, daß das Paradegelände dasselbe ist, wie im Jahre 1897, je 41/2 km vom Bahnhof Homburg resp. Bonames entfernt. abier mit Sophie Biafterer in Selig Ям 30. 5 Bementarbeiters& geb. Gleis, 74 3 Sahier. Luise Gi Am 2. Juni. Bitwe des Satt Kirgli Am *-* Grünberg, 2. Jun!. Der hiesige Gemeinderat verhandelte in seiner legten Sigung zunächst über die Errichtung einer Landwirtschafts- und einer Wander- Kochund Haushaltungsschule. Die Versammlung, die durch Bürgermeister Zimmer von den Bedingungen Kenntnis nahm, unter denen die Landwirtschaftsschule als Kreis- Anstalt errichtet werden soll, hatte dagegen nichts einzuwenden, da sie deren Erfüllung größtenteils schon früher zugesichert hat.- Der Punkt betr. Errichtung einer Müllgrube wurde zurückgestellt. Sodann wurde die Anbringung von neuen Waschbrettern und Baschpfählen am Washhause beschlossen. Für die Anlegung von Abzugsgräben in den Fluren 25, 26, 27 wurde eine Beihülfe von 20 Mt. bereitgestellt. Der Kirchengesangverein dahier war um eine jährliche Unterstüßung eingefommen. Nach kurzer Debatte beschloß der Gemeinderat den Wunsch zu erfüllen und dem Verein jährlich 50 Mt. zuzuwenden. Kaiser- Parade bei Homburg v. d. H. Man schreibt uns: Am Freitag, den 8. September, wird sich unterhalb von Homburg v. b. H. ein großartiges und seltenes militärisches Schauspiel entfalten. Der Kaiser nimmt an diesem Tage früh 10 Uhr zum erstenmal eine Parade über das auf dem Hochplateau bei Niedereschbach aufgestellte 18. Armeekorps ab. Die Parade befehligt der tommandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz von Eichhorn. Außer dem 18. Armeekorps stehen noch in Parade die 28. Division( Karlsruhe) von 14.( Badischen) Armeekorps mit dem Bad. Leib- Bren. Reg. 109( Karls ruhe), Gren.- Reg. Kaiser Wilhelm Nr. 110( Mannheim und Heidelberg), die Inf. Reg. 25 und 111( Rastatt), sowie das Bad. Leib- Drag- Reg. Nr. 20( Karlsruhe) und das Bad. Drag. Reg. Nr. 21( Bruchsal). Ferner die 20. Feld Art.- Brigade mit den Regimentern 14 und 50( Karlsruhe) und reitende Abteilung vom Feld Art. Reg. Nr. 11( Frißlar) vom 11 Armeekorps( Rassel), sowie die Maschinen- Gewehr Abteilungen 2 und 3( Bitsch) und das Drag. Reg. Nr. 15, sowie das Hus. Reg. aus Hagenau resp. Stroßburg vom 15. Armeekorps( Straßburg). Außerdem nimmt noch an der Parade til die 4. Bayrische Kavallerie- Brigade mit dem 1. Ülanen- Reg. Kaiser Wilhelm II. König von Preußen ( Bamberg), und dem 2. Ulanen- Reg.( Garnison Ansbach). In Begleitung des Kaisers werden sich befinden die Raiserin, der Großherzog und die Großherzogin von Hessen, der Kronprinz und die Kronprinzessiu, Prinz Heinrich von Breußen, sowie die Kaiserlichen Prinzen Eitel Friedrich und Waldemar, General- Feldmarschall Prinz Albrecht bon Breußen, Regent von Braunschweig. In der Suite des Raisers befinden sich u. a. noch der Reichskanzler Graf v. Bülow, der Gen. Inspekteur der 3. Armee- Inspektion, General von Lindequist, der Chef des großen Generalstabes Graf von Schlieffen, der Kriegsminister von Einem, der Landwirtschaftsminister von Podbieleki, die Generale von Hülsen- Häfeler, von Plessen, von Scholl, die Admirale von Senden und Tirpitz. Auf Anordnung des Königl. Generaltommandos wird auf dem Paradefeld eine offizielle Zuschauertribüne erbaut, auf welcher auch die Spigen der Zivilbehörden, sowie die Damen der in Parade stehenden Offiziere ihre Pläge einnehmen. Unmittelbar vor der Tribüne nehmen die Majestäten, die fürstlichen Gäste und die glänzende Suite Aufstellung. Der Parademarsch der Truppen erfolgt vor der Tribüne in der Nichtung von Weft nach Ost. Die Parade steht in 2 Treffen, im ersten bie Infanterie, im zweiten bie Kavallerie und Train, 3 Divifionen in Kriegsstärke, zusammen etwa 40 000 Mann. Das Paradefeld wird durch Drahtzaun und Postenkette ab= gesperrt, welche nur Inhaber von Tribünenkarten passieren fönnen. Ueber Anmarschwege für das Publikum, Lage der Tribüne, Aufstellung der Truppen uso. geben ParadePläne Aufschluß, welche demnächst bei J. Schottenfels& Co. Frankfurt a. M., Bethmannstraße, zu haben sind. Dieser Firma ist der Verkauf der gesamten Tribünenfarten übertragen.( Vergl. heutigen Anzeigeteil.)- Daß das glänzende und imposante militärische Ereignis vor allem auch die Mitglieder der Gesellschaft auf der Tribüne versammelt und daher die Nachfrage eine sehr große sein wird, erfolgt die Kartenausgabe schon von heute ab nach nummeriertem Sißplan, damit Jedermann Gelegenheit hat, sich bei Zeiten einen Platz nach Wunsch zu sichern. Ueber Ausgabe von Stepplagfarten find noch feine Bestimmungen getroffen und wird noch bekannt gemacht, ebenfalls wegen der Sonderzüge - ? Laubach, 2. Juni. Am Pfingst- Donnerstag wird unser Ort mit Einquartierung und zwar mit 3 Battr. des Feldartillerie- Regiments Nr. 61 belegt werden. Hungen, 3 Juni. Seine Goldene Hochzeit feiert heute das Philipp 8immersche Ehepaar. Wendelsheim, 2. Juni. Granfiger Mord. Die 9jährige Lina Schüler ist am Himmelfahrtstage von einem fremden Manne, nachdem er fie vergewaltigt, ermordet worden. Der Unhold hat die fleine Leiche in der schändlichsten Weise zerstückelt. - * Alsfeld, 2. Juni. Bezirtstag des Haffiabezirks Alsfeld. Der gestern hier abgehaltene Bezirkstag wählte als Bezirksvertreter zu dem nächsten Sonntag in Laubach stattfindenden Delegiertentag der Kriegerkameradschaft Hassia Lehrer Kremm- Romrod und Gutsbesizer Ed. HaberkornWindhausen. Kamerad Seng Arnshain lud die Vereine zu dem am 15., 16. und 17. Juli in Arnshain stattfindenden Bezirkskriegerfest ein.( Für das Bezirksfest 1906 hat sich der Verein Hopfgarten gemeldet.) Die Kosten der Dvation des Bezirks gelegentlich des Besuchs des Großherzoglichen Paares in Romrod werden auf die einzelnen Vereine aus geschlagen. Ueber die Verwendung der von dem Groß herzog dem Bezirk überwiesenen Spende von 500 mt. soll der nächste Bezirkstag Beschluß fassen. Der Bezirksvorstand empfiehlt, in den Vereinen zu befürworten, daß die Summe für einen idealen Zweck bestimmt wird. K Frankfurt, 2. Juni. Sittlichkeitsverbrechen und selbstmord. Der hier in der Dorteweilerstraße wohnende 49 Jahre alte Fuhrunternehmer Jakob May machte seinem Leben durch Echängen ein Ende, nachdem ihn der Bater eines 10jährigen Mädchen, an dem May ein Sittlichkeitsverbrechen begangen, zur Anzeige gebracht hatte. May hatte dem Manne 1000 Mt. Echweigegeld geboten. Eingesandt. ** Himmelfahrt bei der dicken Eiche! Wie alljährlich wurde auch dieses Jahr ein Missionsfest abgehalten. Hunderte, man fönnte sagen, Tausende von Menschen waren herbeigeftrömt, um an diesem Orte im lieblichen Dome des Waldes Gottes Wort zu hören und den Almächtigen zu preisen. Leider mischte sich in die glückliche Stimmung welche alle Anwesenden beseelte, auch ein Wermuthtropfen. Pfarrer Waldmann von Dorlar nahm Abschied, um fünftig im Rheinlande der Mission zu dienen. Wer je diesen Mann reden gehört hat, muß ihn lieb ge wonnen haben und sein Abschied aus dieser Gegend ihm leid tun. Er erzählte, wie er vor Jahren mit einigen Sonntagsschülern am Himmelfahrtstage einen Spaziergang nach der dicken Eiche gemacht, er dort ein paar freundliche Worte an seine Schüler gerichtet und sie einige Gotteslieber zusammen gesungen hätten. Von Jahr zu Jahr gesellten sich immer mehr Leute hinzu daraus habe sich nun mit Gottes Hilfe dieses große Missionsfest entwickelt- Tatsache wer einmal dagewesen, freut sich schon wieder auf den nächsten Himmelfahrtstag, zumal der Weg da er fortwährend durch Wald oder an blumigen Wiesen vorbei. führt, ein äußerst angenehmer ist. Ferner ist auch die dicke Eiche, welche ja bekanntlich im Walde in der Nähe des Hofes von Bubenrod ficht, an sich eine Sehenswürdigkeit, da sie jedenfalls noch aus der Heidenzeit stammt. Wer sich einen interessanten, föftlichen, von Gott gesegneten Himmelfahrtstag machen will, gebe nächstes Jahr selbst hin sehe und höre. Dies wünscht von Herzen - Rodheim. - Jemand, der dabei war. und Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geborene. Am 21. Mai. Dem Tapezier Wilhelm Scheumeister ein Sohn, Ludwig Heinrich; 23. Kellner Heinrich Saß mannshausen ein Sohn, Heinrich; 24. Kaufmann Louis Rosenthal eine Tochter, Räthe; 25 Fabritarbeiter Karl Schäfer ein Sohn; 27. Geschäftsreisenden Heinrich Schott ein Sohn, Adolf Friedrich; Gärtner Karl Mar Tippmann eine Tochter; 28. Schreiner Heinrich Flach ein Sohn, Willy Heinrich; Schuhmacher Johannes Schlund eine Tochter, Martha Elisabeth. Aufgebote. Am 26. Mai. Christoph Leyerer, Bergmann in Climbach mit Lina Elisabethe Schweizer dahier. Morig Rosenbaum, Megger dahier mit Elise Reinheimer in Eberstadt. Max Hammerschlag, Kaufmann dahier mit Raun Stern in Medebach. 30. August Coßmann, Tag ch i duhier mit Am 2. J. Elise Orth hierselbst. Fuedrich Weber, Werkmeister dahier mit Meta Wanborn in Hamburg. Eheschliek nuts. 1. vormittags: Text: 2. nachmittags: Text: Gottesdier mittags 9 Uhr Am 27. Mai. Wilhelm t, sauschlosser dahier mit Johanna Schmidt hierselbst. Whelm Klein, Heizer dahier mit Henriette Tröller hierselbst. Karl Reuter, Schlosser das All Feier des Freiw. Die er Wereine fin Monta Mittw im Cafe Eb zählig und pi Verke Gi De 31 Bet größ Urteil de Best zeitig fpr bübsch ge Text, fom find über ung des s reichliche biele Krei Wir bitter zu übersen Sie nußbr Schreib gan neu, 2 lllig u be Näheres in G Serv e und Hanau tt fei noch, ahre 1897, es entfernt. Bemeinde: babier mit Sophie Margarete Rödel hierselbst. Franz Rausch, Blasterer in Seligenstadt mit Luise Krick dahier. Gektorbene. Am 30. Chriftiane Koch, 2 Mte alt, Tochter des Bementarbeiters Ludwig Koch dahier. 31. Margarete Link, über die geb. Gleis, 74 Jahre alt, Witwe des Pedellen Georg Link, Bander- Koch dahier. Luise Göbel, 18 Jahre alt, Dienstmädchen dahier. die durch Am 2. Juni. ninis nahm, Witwe des Sattlermeisters Ludwig Ruhne dahier. Anstalt er nden, da fie hert hat. urde zurüd menen Wasch faloffen. Fluren 25, - eitgeftelt.- rliche Unter beschloß der Berein jähr erstag wird mit 3 Battr. Den. chzeit feiert г. er Mord. rtstage bon bergewaltigt, Ceiche in der Marie Kuhne geb. Euler, 59 Jahre alt, Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Am Sonntag Graudi( 4. Juni) predigt: 1. vormittags: Defan Wagner. Text: Jac. 15,26-16,4. Lied Nr. 114. 2. nachmittags: Pfarrer Schmidt. Text: 1. Petr. 4, 8-11. Lied Nr. 250. Katechismuslehre. Gottesdienst mit Katechismuslehre in Lumda vormittags 9 Uhr. Dalli Seifenpulver das Allerbeste für die Wäsche Habesirte Feier des 50jähr. Bestebens der beiden Freiw. Feuerwehren zu Giessen. stag wählte in Laubach Dichaft Saffia Haberkorn die Vereine ftattfindenden 906 hat fich der Dvation ßherzoglicher Vereine aus dem Groß 00 Mr. foll intsvorstand die Summe cechen und Be wohnende machte feinem der Bater Sittlichkeits . May hatte Siche! Wie Miffion& feft Taufende von efem Drte im u hören und e sich in die befeelte, aud Dorlar nahm ion зи dienen ihn lieb ge Gegend ih mit einige ar freundliche ge Botteslieber Jahr gefellten Spaziergang fich nun mit delt und schon wieder Weg da er efen vorbei auch die Der Nähe des genswürdigkeit mt. Wer fich neten Himmels felbft hin bei war. ot Gießen Scheumiter Heinrich Si aufmann Louis itarbeiter Rarl Heinrich Schott Ray Tippmann n Sohn, Wily eine Tochter, mann in Clim Morig Rofen er in Eberstadt Ram Stern in 1 Dubier mit ebrich Weber Hamburg. offer bahier mit 7, Seizer babier Reuter, Schloffe Siesener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Witterung in Seffen für Sonntag, den 4. Juni. Anhaltend heiter und sehr heiß. Marttberigte. Sieben, 3. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt tosteten Butter per fb. C9.0-1.05 Mt., Hühnereler per Stüd 5-6 Pfg., Enteneter St. 6-7 Pfp., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 PfgErbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mr. 1.00-1.60, Hahnen, per Stud 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Bfb. 00-00 Bfg., Ochsenfleisch per Pfd. 70-80 fg., Rindfleisch per Pfb. 62-68 Pfg. per Pfb. Schweinefleisch 80-84 Pfg. Schweine fletsch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Bfd. 70-74 Bfg. Hammelfleisch per Pfd. 50-76 Pfg., Kartoffeln pro 100 kilo 6.50 b. 700 Mt., Zwiebeln ver St. Mr. 8.00-10.00, Weiskraut 10-15 Bf. per Stüd, Zentner 3-4 Mr. Aepfel per Zentner 6-10 Mr. Zwetschen per Bentner 0,00-0.00 Nüffe 100 St. 00-00 Bfg. Milch per Liter 20. Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umbersieben feiloeboten werden Arbeitsvergebung. Die Entwässerungsanlagen der Stadtkirche, Johanneskirche, an der Kirch des Matthäus und Johannespfarrhauses straße und Südanlage- find zu vergeben. - Zeichnungen und Bedingungen können bei dem Architekten Stein während der Bureaustunden eingesehen werden. Angebote, für jede Anlage getrennt, sind dem Unterzeichneten bis zum 10. Juni, mittags 12 Uhr, einzureichen. Gießen, den 31. Mai 1905. Evangelischer Gesamt- Kirchenvorstand. D. Schlosser. Bekanntmachung. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Die ersten Proben der vereinigten Gesang- Telegraphenlinie an der Landstraße von Großen- Linden Vereine finden am Montag, den 5. Junt, abends 9 Uhr für Tenor I und II; Mittwoch, den 7. Juni, abends 9 Uhr für Baß I und II im Cafe Ebel statt. Die Herren werden gebeten, vollzählig und pünktlich erscheinen zu wollen. Der geschäftsführende Ausschuh. Verkehrs- Verein Giessen. Der von uns zur Ausgabe gelangte Führer für Gießen und Umgegend ist bei allen hiesigen Buchhandlungen zum Preise von 20 Pfg. pro Eremplar zum Verkauf ausgelegt. Bei größeren Bezügen sind ermäßigte Preise vorgesehen. Der Vorstand. Urteil des Verkehrs- Bureaus eines berühmten Badeorts: Besten Dank für das gesandte schöne Album. Gleichzeitig sprechen wir unsere Anerkennung aus, über den bübsch gehaltenen, anregenden und leicht verständlichen Text, sowie über die geschmackvollen Jllustrationen. Wir find überzeugt, daß durch die Herausgabe und Verbreitung des Albums, die Mühe und aufgewandten Opfer reichliche Früchte tragen werden, indem Sie dadurch biele Kreise zu einem Besuch nach Gießen aufmuntern. Wir bitten, uns noch eine größere Anzahl des Albums zu übersenden, um sie bei hier passender Gelegenheit für Sie nußbringend zu verwenden. nach Lüzellinden liegt bei dem Kaiserlichen Postamt in Gießen aus. Darmstadt, 29. Mai 1905. Kaiserliche Ober- Postdirektion. J. V.: Rogeßfy. Verdingung. Für die Feldbereinigungsgesellschaft Gießen, rechts - K Frankfurt, a. M.( Heu- und Strohmarkt) Man notierte: Heu 3.00-3.40 Rt. Stroh, 2.30-2.45 Mt. Alles per 50 Kilo. Tendenz: in Heu flau, in Stroh feft. Verantwortlich: für die Bolitik und den Inseratentes: Ibin Klein, für den übrigen Jubalt: Georg Horn, beib in Gießen. Mittelturm à 15 Mk. Gegründet 1883. Jean Dern& Co. Giessen Telephon Nr. 21 Inh: Oscar Gutmann Weitanlage 31. Ia. glasierte Steinzeugröhren - aller Dimensionen nebst allen Facens. Hof- u. Straßenlinkkaften, Kaminauffäße etc. etc. Aus hartgebrannter, glasierter Tonmasse: Viehkrippen und Schweinetröge. 3 Türme mit num. Sitzplätzen. - Kaiser- Parade 18. A.- Cps. 8. Sept. b. 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Aufseßen der Stidsteine, sowie Messen des Kleinschlages und Sandes 5. Anliefern der Wandsteine 6. Anliefern des Kleinschlages 7. Anliefern des Sandes Die Verdingungsunterlagen liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einsicht auf. Angebote haben in Prozenten des Kostenanschlages zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechenden Aufschrift bersehen bis ( Ecke des großen Steinwego) Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, mich in allen in mein Fach schlagenden Arbeiten, unter sorgfältigster und billigster Ausführung bestens zu empfehlen. Hochachtungsvoll Eduard Kohlermann, Giessen, Weißbindermeister. Edgar Borrmann, Giessen Mittwoch, d. 7. d. Mts., vorm. 11 Uhr bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbst deren Eröffnung um die genannte Zeit in Gegenwart der er Neustadt 11. schienenen Bieter stattfindet. Gießen, den 2. Juni 1905. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wigmann. 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Aufregun der sechit fommt, Staates 1/8 nung bei M. 3.50 M. 7. 14 M. 28 ernster. holtes Hi ein Ende lofes Ber Die u find zu beziehen durch die amtlich bestellte Hauptkollektur Richard Buchacker Gießen, Neuen Bäue 11. Giessener Zitherklub ( Wohltätigkeits- Verein). Sonntag, den 4, Juni: Erstes großes Sommerfest Karuffell. auf der Schönen Aussicht". Schießbude Konzert und Tanz. Eintritt à Person 20 Pfg. Militär ohne Charge 10 Pfg. Es ladet ergebenst ein Der Vorstand. Abonnements- Konzerte Die Kapelle des Infanterie- Regiments ,, Kaiser Wilhelm ( 2. Großh. Hess) Nr. 116 erlaubt sich zu einem Cyklus bon Abonnements- Konzerten einzuladen. Die Konzerte finden im Neuen Gaalbau, vorm. Steins Garten, statt. Dieselben werden mit Militär mufit ausgeführt, wozu ein musik- und funftliebendes Publikum eingeladen wird. 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