r einige Tag Nr. 258 Mare 8 Garten ein, um nnt gegeben. Der Geschäftsführe Ferten in der Geschäftsstelle und auswärtigem Publikum an das Telephonnetz anmein Fach einschlagenden ungerahmte Bilder Villy Schmitt, Masermeister. oss. achung. Tauben während de werden unter Hinw ein hat schon den Jahrtausend zu hin brachte, als er Brandenburg auf e aus nach Berlin teten Fefttafeln die recht ungeschlachten Pflege des äußeren ellschaften geht, an Toilettenstüden, die ch wenig empfäng örte auch die Bartwar. Unter den 17. Jahrhundert tarstid. Man beaus jener Zeit, Henriquatre den haben mit den pizen. Die sonst niemals in dieser dem bleibt nichts nze Nacht hindurch bis er triumphieDas machten alle Listen folgten ihnen ch davon nicht ganz 17. Jahrhunderts ischöfe und Bischöfe, und Spizbart der ftlichkeit konnte fich nnen, nachdem die abgetan war. Wie binde im Gebrauch rs Philander von Da Euere Vorhaben, so sie einen r Eure Bärte be en und Eisen peiBur Zeit Fried inen Soldaten, sozur Bartbinde Zuge zu tun. In einer lebüchern der Ber Der enthalten, daß rden sollen, wenn uge fizen". frau unferer Küche. Es e Gerüche in der wenn wir bei allen auf die Herdseite Fen lassen. In dem Rohl und Bruden. durchleiden beim bor allem bei trefflich eine le welches die Gigenhen- Merrettich Geruch zieht schnell enjter, dann tränen freiwilligsten aller r Geruch, den alle Auch der läßt sich eine Nacht vorher Jen den vorderen werden uns jene dem Gebrauch in dasselbe langfam ht, nimmt man es erst dann das Ge Berspringen der er Nummer Lippe, Liebe. Safertis spreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 fg. fonft 15 Bfg. Reklamen ble Petitgeile 30 resp. 40 fg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Donnerstag, den 2. November 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Ein Treffen in Südwestafrika. Die aufständische Bewegung in unseren südwestafrikanischen Schutzgebieten hat abermals zu einem größeren Gefecht geführt. Der Feind wurde in die Flucht geschlagen und zwar mit erheblichem Verlust. Aber auch die braven deutschen Kämpfer haben zahlreiche Tote und Verwundete zu beklagen. Die Gegner standen in starken Schanzen etwa 400 Mann starf unter Morenga, Morris und Johannes Christian am Orangefluß in der Gegend von Hartebeestmund, etwa 20 Kilometer füdöstlich von Hornsdrift. Oberstleutnant von Semmern griff mit der Abteilung Koppy an. Es kam zu einem äußerst schweren Kampf, der bis zur Dunkelheit währte. Am Morgen räumte der Feind nach kurzem Feuergefecht seine Stellung und zog in westlicher Richtung ab. Eine Verfolgung war wegen der Erschöpfung der Truppen und wegen Proviant- und Munitionsmangel nicht möglich, deshalb waren die Verluste des Feindes nicht festzustellen. Die englische Polizei hat nach Beobachtungen vom Südufer des Orangeflusses angegeben, daß der Feind starke VerIuste gehabt habe, besonders habe die Artillerie gut gewirft. Auf deutscher Seite fielen drei Offiziere und 13 Mann, drei Offiziere und 18 Mann wurden schwer verwundet, 13 Mann leicht verwundet, 5 Mann werden vermißt, werden also wahrscheinlich zu den Toten zu rechnen sein. Die Verwundeten wurden nach der Missionsstation am andern Ufer des Orangeflusses gebracht. Oberstleutnant von Sommern marschierte nach Warmbad, wo er inzwischen wohl eingetroffen ist. Er bemerkt in seinem Gefechtsbericht, daß die Truppe im Ueberwinden außergewöhnlicher Schwierigkeiten und in unerschütterlicher Tapferkeit während des Kampfes Großes geleistet habe. Die Aufständischen standen wieder unter dem Befehl Morengas, der unzweifelhaft der geschickteste Führer der Rebellen ist. Er soll auf verhältnismäßig hoher Bildungsstufe stehen und seine Kriegführung nach europäischen Begriffen einrichten. Auf die Dauer kann selbstverständlich auch ein schlauer Bandenführer nicht die allmählich Nieders werfung des Aufruhrs hintenanhalten. Auf der Fährte Hendrik Witbois. Der alte Bastardkapitän hat es bisher verstanden, den ihn bedrängenden Truppen zu entwischen, obwohl er oft genug schwere Einbuße an Menschen und Proviant erli't. So auch jetzt wieder. Hendrik Witboi ließ nach vergeblichen Versuchen, durch Angriffe auf die besetzten Wasserstellen Aminuis und Kiriis Ost Wasser zu bekommen, 350 Weiber und Kinder, darunter seine nächsten Angehörigen, halbverdurftet zurück. Sie liefen den deutschen Truppen zu ind werden nach Keetmanshoop gebracht. Hendrik selbst ist aus der Gegend von Siriis Ost über Plumput Gorinais in nordwestlicher Richtung geflüchtet. Major v. Estorff ging mit einer Stompagnie, zwei Geschützen uni zwei Maschinengewehren von Mutorob, mit 80 Reitern und zwei Geschützen von Fahlgras aus ihm entgegen, mährene Major v Rengerfe mit einer Kompagnie und einer Batterie ihm über Geiaub folgt. Postierungen am Fischfluß und am Anob sollen ein Entkommen Hendrik Witbois nach Weiten oder Osten zu verhindern suchen. Es wäre ein großes Stüf Arbeit getan, wenn es gelänge, den geriebenen Zuchs zu fangen. Der Unterführer Cornelius wurde von der Abteilung Lettow über die Zwiebelhochebene verfolgt. Er überschritt nördlich Chamis den Konfip und wurde bei Gorabis von der 4. Ersatzkompagnie gestellt. Nach einstündigem Gefecht zog Cornelius unter Zurücklassung von zwei Toten westmärts ab und wandte sich dann in nordöstlicher Richtung über Blumpüt- Remmhöhe nach dem Schwarzrand. Hauptmann v. Lettow mit drei Kompagnien ist mit seiner Ver folgung beauftragt. Nach der Verfaffungs- Proklamation. In Rußland sind die Ereignisse nicht nur in Fluß, sie liberstürzen sich geradezu. Wie der Wechsel vom Alten zum Nenen überraschend gekommen ist, so treten ale dessen Ausfluß neue Wendungen zutage, die ebenso sensationell wirken. Pobjedonoszewo entlassen! Nachdem die Neugestaltung der Dinge dem Grafen Witte in die Hände gegeben war, blieb für den bis dahin allmächtigsten Mann im Zarenreiche fein Platz mehr in leitender Stellung. Der Zar mußte die Konsequenz ziehen und sich von dem Gewaltigen trennen, der bislang sein Mentor gewesen war. Pobjedonoszew geht in Gnaden, aber er geht. Es wird darüber aus Petersburg gemeldet: Die Enthebung des Oberprofurators des Heiligen Synods, Pobjedonoszew, erfolgte durch ein in gnädigen Worten gefaßtes kaiserliches Resfript und unter Belaffung Pobjedonoszews in seinen Stellungen als Mit glied des Reichsrats, Staatssekretär und als Senator. Das ist alles Mögliche für einen Staatsmann, der über die Ereignisse zu Falle kommt. Aber seiner Macht ist Pobjedonoszew ledig. Denn diese wurzelte in seiner Stellung an der Spiße des Heiligsten Synods, von der aus er die russische Kirche leitete und über deren gewaltigen Arm gebot. Mit dem Meister fällt sein Gehilfe. Nach einer weiteren Meldung ist der Unterrichtsminister Generalleutnant Glasom auf sein Ansuchen seines Postens enthoben und zur Verfügung des Kriegsministers gestellt worden. Die Leitung des Unterrichtsministeriums übernimmt zeitweilig sein bisheriger Gehilfe Lukjanow. Die neuen Minister. Inzwischen ist Graf Witte rüstig am Werke, das neue Rußland zu gestalten. Zunächst hat er sein Kabinett zu sammengestellt. Einer Petersburger Nachricht zufolge, sieht es folgendermaßen aus: Das Ministerium des Innern übernimmt Karabazew, bisher Chefredakteur des Rus"; Finanzen: Romanow; Krieg: Kossitsch, früher liberaler Gouverneur von Saratow; Unterricht: Senator Kony. Ihre Vortefeuilles behalten der Minister des Auswärtigen Graf Lamsdorff, Marineminister Birilew und Verkehrsminister Fürst Chilkow. Diese Ernennungen sind geeignet, einen günstigen Ein druck zu machen. Die Zeitung„ Ruß" gehört dem Fürste: Suwarin und ist ein verbreitetes gemäßigt liberales Blatt Der Senator Kony, dem das wichtige Ressort des Unter richts anvertraut ist, gilt als eine sehr geachtete Persön lichkeit. Dazu kommt die Tatsache, daß sechs Zeitungen die verboten waren, der Straßenverkauf wieder freige geben ist. Es muß sich zeigen, wie weit diese ersten praktischen Er folge des neuen Regimes dazu führen werden, die nod immer herrschende Erregung zu bannen. Fortdauer der Unruhen. Zu lange hat man mit den Reformen gewartet, als das deren Gewährung sofort alles Mißtrauen verscheucher fonnte. Man traut nicht der Ehrlichkeit der Zusagen, uni bielfach gehen die Forderungen über das Maß des Ge währten hinaus. Man will Taten sehen und verlangt so fortige Freilaffung der politischen Gefangenen. Mehrfad ist diese erfolgt, so in Moskau. An anderen Stellen ist e zu neuen Bluttaten gerade aus Anlaß der Verfassungs proflamation gekommen. So wurde in Kiem mitten in das vom Freudentaumel ergriffene und auf den Straßen seiner Gefühlen Ausdruck gebende Volk von dem Militär geschossen und die in wilder Flucht zerstiebende Menge wurde von der Kugeln der Soldaten verfolgt. In Odessa ist es wieder zi blutigen Kämpfen gekommen. In Petersburg, Warschau Riga und anderen Orten sind Aufforderungen zur Fort Sebung des Kampfes verteilt worden, bis Garantien für di Durchführung der verheißenen Reformen gegeben sind Während an manchen Orten der Streif beendet ist, geht ei anderwärts, wie in Riga und Helsingfors weiter, und aud die Angestellten der Warschau- Wiener Bahn haben beschlos sen, im Ausstande zu verharren. Die Befürchtung ist nicht von der Hand zu weisen, daß eine Fortdauer der Wirren den Zaren, der in die Reformer sicherlich nur ungern eingewilligt hat, durch eine derartige Aufnahme seiner Proflamation sich der absolutistischen Hof partei wieder zuwenden und gegen Witte mißtrauisch ge macht werden könnte. Neue Erklärungen Wittes. Graf Witte erkennt selber offenbar die Schwierigkeiten der Lage. Er hat in der Nacht, die der Verfassungs- Proflamation folgte, eine Abordnung der revolutionären Verbände empfangen und an die Hilfe der Gesellschaft appelliert und Befriedigung der arbeitenden Klassen zugesagt. Ueber sonstige bedeutungsvolle Aeußerungen des Grafen Witte heißt es in einer Meldung aus Petersburg: Er wolle in die Duma kommen, seine Macht niederLegen und sagen: Tut, was ihr für das Wohl des unglücklichen Rußlands als notwendig erachtet. Um aber bis zum Zusammentreten der Duma dem Lande Beruhigung zu bringen, müsse er das Vertrauen der Gesellschaft genießen, und das sei nicht der Fall. Er hätte sich an einige bekannte Männer mit der Bitte um Hilfe gewandt, habe aber bis jetzt keine zustimmende Antwort erhalten. Was das allgemeine direkte Wahlrecht betrifft, so erflärte Graf Witte sich nicht als dessen grundsätzlichen Gegner, er halte es aber für besser, wenn die Reichsduma dieses Wahlrecht proklamiere. Er wolle aber sofort das Wahlgesetz vom 6. August umändern und die intelligenten Klassen und Arbeiter wahlberechtigt machen. Auch das sei aber nicht sein letztes Wort, vielleicht würden seine Mitarbeiter ihn von der Notwendigkeit sofortiger Einführung des allgemeinen Wahlrechtes überzeugen. Bis zur Einführung eines Gesetzes über die Preßfreiheit werde die Bensur faktisch abgeschafft sein. Auch die Notwendigkeit einer Amnestie erfenne er an, aber es bedürfe einiger Zeit, um das Gesetz über die Amnestie auszuarbeiten. Die Bestimmungen über den verstärkten Schutz seien Unsinn, aber er könne sie nicht gleich abschaffen, denn wenn nach Abschaffung ein Attentat passiere, werde man sagen, er sei daran schuld Was ist uns Russland? - In Rußland hat durch den Willen des selbstherrscher. lichen Zaren das Selbstherrschertum formell aufgehör. Jener Wille mag durch äußere Umstände beeinflußt, ja bei. nahe gezwungen worden sein die Tatsache bleibt bea stehen, daß der Selbstherrscher als seinen unerschütterlichen Willen dargetan und verkündet hat, es solle in seinem Reic fein Selbstherrschertum mehr geben. Zar Nikolaus II. hat feierlich der alleinigen gesetzgebenden Gewalt entsagt, indem er erklärte, es solle in Zufunft kein Gesetz Geltung haben und möglich sein, das nicht zuvor die Zustimmung der vom ganzen Wolfe zu wählenden Reichsduma gefunden hätte. In Wirklichkeit hat es ein Selbstherrschertum der Zarem schon lange nicht gegeben; vielleicht hat es niemals wirklicht existiert, seitdem das russische Reich große Ausdehnung gewonnen hatte. Ganz gewiß sind die Zaren seit Peter dem Großen, obwohl sie sich Selbstherren nannten, die Diener ihrer Knechte gewesen. Launen waren ihnen gestattet, di sie auch für den Ausdruck eines eigenen Willens halters durften; aber da ihr Auge nicht bis an das Ende ihres Willens reichte, war die Ausführung in die Hände von Beamien gelegt, die bei dem Mangel einer wirksamen öffentLichen Kontrolle bald zu den eigentlichen Herren wurden. Der Zar behielt die Gewalt, seine Günstlinge zu wechseln, aber bei der Günstlingschaft blieb das Herrschertum. Als Potemkin seine Herrin mit den gemalten Dörfern und Landschaften betrog- da war er der Herr Rußlands und seiner Herrin. Kaiser Nikolaus I., der Urgroßvater des jetzt regierenden Zaren, war eine fräftige Natur, ein geborener Autofrat. Doch er wußte ganz genau, daß er dem schin", der Beamtenschaft, gegenüber ohnmächtig war. Er for ite einen Minister, einen Gouverneur zerschmettern, aber der nächste, der an die verwaiste Stelle trat, handelt: wie der Vorgänger. Zar Nikolaus I. wußte sich belogen und bestohlen. Aendern konnte er es nicht, denn Lüge und Diebstahl gehörten zu den Grundpfeilern des russischen Staats- und Cesellschaftsgebäudes. Er wollte es auch nicht ändern, denn das einzige durchgreifende Mittel sagte ih nicht zu: die Verleihung einer Constitution an sein Land, der teilweise Verzicht auf den Schein einer unbegrenzt Machtvollkommenheit für sich selbst. Seine autorratija: Natur sträubte sich hiergegen. Ehen der Sohn, Bar Alerander II., war eher geneigt, den Schritt zu der großen Neuerung zu tun. Er hatte die entscheidende Entschließung bereits gefaßt, als er hon Mörderhand siel. Wie sehr er mit seiner Umgebung zu fämpfen gehabt, ehe er die Verfassungsverheizung untersdrieb, zeigt das immer wieder austauchende Gerücht: die reaktionäre Partei sei es gewesen, die den 3ar- Befreier" den Bomben der Nihilisten förmlich ausgeliefert, die Ermordung herbeigeführt hätte. Unter dem Enkel, Alerander III., war das Selbstherrschertum unangreifbar gesichert. Der Generafprofureur ,, heilig dirigierenden Synod", Pobjedonoszew, war der eigentliche Regent Rußlands, dessen Zar sein Schiller gewesen und mit blinder Bietät zu ihm ausblickte. Erst der Urenfel, Zar Nikolaus II., hat den Mut gewonnen, dem Trug des Selbstherrschertums zu entsagen. Die Revolution hatte auch einem blöden Auge flar gemacht, daß das Selbstherrschertum eine Selbsttäuschung gewesen. Von einer Verführung" des Volkes konnte nicht mehr die Rede sein, nachdem ungefähr das ganze Volf gemeutert hatte. des Tatsächlich ist der Zar nicht weniger mächtig geworden, weil er seine Befugnisse, die er doch nicht selbst, mur durd Beamte ausüben konnte, einschränkte. Er hat im Gegenteil seine Abhängigkeit von der Beamtenschaft abgestreift, die unverantwortlich war, weil ihr die Kontrolle durch die Oeffentlichkeit fehlte. Das A und O der ganzen russischent Revolution, deren Zeuge wir gewesen sind, besteht darin, nicht daß der Zar sich des Selbstherrschertums entäußert hat denn dieses Selbstherrschertum eines Einzelnen mar immer eine bloße Fiktion, sondern daß der Beamtenschaft cine öffentliche Aufsicht und Kontrolle gegeben worden ist. Die Reichsduma wird diese Kontrolle üben, die Vertretung des Volfes, das die Tätigkeit der Beamteni haft täglich sicht und am eigenen Leibe empfindet. Alles übrige ise nur Beiwerf und logische Konsequenz, die sich aus der inneren Entwickelung ganz von selbst erzwingen würde, wenn sie nicht freiwillig eingeräumt worden wäre. Eine bloße Konsequenz ist es auch, daß die Bestechung aufhört, eine unentbehrliche russische Staatseinrichtung zu sein. Daß die Bestechlichkeit aufgedeckt wurde, war nicht nötig, denn jedermann fannte sie. Aber der Bestechliche brauchte feinen Richter zu fürchten. Die Solidarität des„ Tschin", der russi schen Beamtenschaft, schütte ihn. Die Oeffentlichkeit des fontrollierenden Parlaments tilgt das lebel an der Wurzel. Wirtschaftlich wird das für Rußland von größter Bedeutung sein. Industrie und Handel können nicht gedeihen. we der Grundsatz von Treue und Glauben nicht allgemeiner Anerkennung sicher ist. Der einzelne Unternehmer, der e beimische wie der fremde, war der Willfür ausgesett, ihm jede sichere Berechnung unmöglich machte. Rußlands natürlicher Reichtum mußte deshalb brach liegen. Nicht zum wenigsten litt unter dem Selbstherrschertum der russischen Beamtenschaft der russische Staatskredit. Dem russischen Budget fehlte der Glaube, denn ihm fehlte die öffentliche Kontrolle. Das wird anders und besser werden. Wir haben vie fache Ursache, uns dessen zu freuen. Denn es ist imme: angenehmer, daß bei dem Nachbar gute und geordnete Ver hältnisse walten, als umgekehrt. Ueberdies ist Rußland inser guter Kunde. Es kann uns nur lieb sein, wenn unser de recht aut" im faufmännischen Sinne ist. Um so grogere und bessere Geschäfte werden wir mit ihm machen Graf Witte an der Arbeit, ( Eig. Bericht.) Petersburg, 31. Oftober. Die Nebel lichten sich, die seit Wochen über der russischen Residenz lagerten. Das Manifest des Zaren hat sie durchbrochen, wenn auch nicht verscheucht. Die Gutgesinnten find zufrieden, und sie bilden in der Tat die Mehrzahl. Die noch immer im Schwange stehenden Demonstrationen sind nur noch das Grollen des enteilenden schweren Gewitters. Aus dem Nebel tritt jetzt immer deutlicher die kraftvolle Gestalt Wittes hervor, der einen Sieg auf der ganzen Linie erzielt hat. Wenn im Manifest der Zar von seinem ,, unbeugsamen Willen" spricht, so werden Eingeweihte die Floskel nur belächeln. In der Tat ist das Manifest als die Frucht des gebeugten zarischen Willens anzusehen. Moch in letzter Stunde schwankte Nikolaus II., als Witte ihm das Manifest zur Unterschrift vorlegte. Ob es denn sogleich geschehen und ob es nicht noch Zeit hätte mit der Unterschrift, fragte der Herrscher seinen ersten Minister. Witte wies unerschrocken und nachdrücklich auf das Bild der Berrüttung und Zerklüftung hin, das das„ weiße Rußland" bietet, auf die erneuten Meutereien der Schwarzen Meer- Flotte und auf die revolutionäre Bewegung, die mit ihren Blutströmen das ganze Reich erfüllen. Zögern wäre jett ein Verbrechen; noch einige Tage, und die Revolution mit all ihren Schrecken werde das Land verwüsten. Das Ausland sähe schon die Revolution kommen; das beweise ein Telegramm aus Berlin, das den Niedergang der russischen Kurse meldete. Die Hofpartei, die aus Feinden und Neidern Wittes besteht, opponierte; sie wies auf die Bajonette Trepoms hin, die treffsicherer sind als die„, liberalen Schrullen" Wittes, und forderte, daß die ganze Bewegung durch die eiserne Faust niedergehalten, zerschmettert werden möge. Witte siegte. Zar Nikolaus unterschrieb. Heute berief Graf Witte die Chefredakteure aller hicfigen Zeitungen zu einer Konferenz, ersuchte sie, ihn in seinen Bestrebungen zu unterstützen. Er habe die besten Absichten; volle Breßfreiheit soll in kürzester Zeit gewährt, das Wahlrecht auf breitester Grundlage durchgeführt und kein Todesurteil vollstreckt werden. Der Erlaß einer Amnestie für politische Verbrecher wird vorbereitet; die Freilassung der auf administrativem Wege verschickten Personen sei verfügt. Graf Witte schloß mit der Bitte, ihm einige Wochen Zeit zu lassen und seinen Maßnahmen etwas mehr Bertrauen entgegen zu bringen. Die Nede wurde mit freudiger Zustimmung aufgenommen; die Redakteure hatten die Ueberzeugung gewonnen, daß die konstitutionelle Bewegung in Witte nicht nur einen energischen, sondern auch einen ehrlichen Freund habe. Diese Ueberzeugung werden sie jetzt ihren Lesern beizubringen suchen Politifche Rundschau. Deutfches Reich. * Die deutsche Reichsregierung hat zur Regelung der deutsch- norwegischen Beziehungen Stellung genommen. Auf die Mitteilung, oap Norwegen mit dem Deutschen Reich in amtliche Verbindung zu treten wünsche, ist von der deu:= schen Regierung eine entgegenkommende Antwort erteilt worden. * Die Ausbreitung des Aufstandes in Deutsch- Ostafrifa hat die Regierung vor die Frage der Schuß- und Polizeitruppen gestellt. Nach einem Bericht des Gouverneurs Grafen Götzen ist eine Verstärkung der Schußtruppe und Polizeitruppe um je etwa 1000 Mann auf rund 4200 Mann erforderlich. Den größeren Teil der neuen Mannschaften liefert das Schutzgebiet selbst. Die Aufstellung des Nachtragsetats für das Schutzgebiet Ostafrika soll derart ge= fördert werden, daß er dem Neichstag bei seinem Zusammentreten sofort vorgelegt werden kann. Protestversammlung für die Provinz Posen gegen den polnischen Ostmarkenverein Straz", auf der die deutschen Grundbesitzer sich verpflichten werden, ihr Land nicht an Polen zu verkaufen, in Pudewig stattfinden. Oefterreich- Ungarn ** Anläßlich des Parteikongresses der österreichischen Sozialdemokratie fand in Wien nach einem Beschlusse des Barteitags eine große Demonstration für das allgemeine Wahlrecht statt. Der Aufzug umfaßte über 6000 Personen and bewegte sich zum Reichstagsgebäude, von dessen Rampe Ansprachen gehalten wurden. Zusammenstöße mit der Polizei oder sonstige Mißhelligkeiten kamen nicht vor. Schweden. ** In Stockholm wurde die Lösung von der Union mit Norwegen durch einen besonderen öffentlichen Akt bekräftigt. Gestern morgen um 9 Uhr ging an dem königlichen Schlosse, dem prinzlichen Palais, dem Reichstagsgebäude, der Skeppsholmsfestung, an anderen Staatsgebäuden und mehreren Privatgebäuden hier unter Abfeuerung von 21 Kanonenschüssen und Glockengeläut in den Kirchen die rein schwedische Flagge in die Höhe. Tausende von Menschen hatten sich dazu vor dem Schlosse und auf dem Gustav Adolfs- Plazze versammelt. Norwegen: ** Im Storthing stand die Frage der Königswahl zur Diskussion. Der Antrag von 10 Storthingsmitgliedern auf Volksabstimmung über die zukünftige Staatsform wurde mit 86 gegen 30 Stimmen abgelehnt. Sodann wurde ein Antrag Foss, wonach eine Volksabstimmung stattfinden sollte, ehe man sich an den Prinzen Karl von Dänemar! wende, mit 84 gegen 32 Stimmen abgelehnt. Schließlich wurde mit 87 gegen 29 Stimmen der Regierungsvorschlag angenommen. Danach wird die Regierung ermächtigt, mit dem Prinzen Karl von Dänemark zu verhandeln. Der Prinz soll gefragt werden, ob er die Wahl als König von Norwegen unter der Voraussetzung annehme, daß das norwegische Volk durch eine Volksabstimmung seine Zustim mung zu dem Beschlusse des Storthings und der Regierung gibt. * Der Vorstand des Deutschen Städtetages wurde von Reichskanzler Fürsten Bülow empfangen. Es handelte sich um die Fleischteuerung. Die Abordnung bestand aus den Oberbürgermeistern Kirschner- Berlin, Beutler- Dresden, Schnepler-' Karlsruhe, Beck- Straßburg i. Els., von BorschtMünchen und Gauß- Stuttgart. Jeder der Delegierten legte die Verhältnisse dar, wie sie sich in der von ihm verwal= teten Hauptstadt und weiterhin im Lande entwickelt haben. Ebenso gaben sie Aufschlüsse über die herrschende Mißstimmung. Fürst Bülow erklärte, daß er sehr wohl das Moment der Uebereinstimmung in den verschiedenen Schilderungen erkannt habe. Er erörterte die Ausführungen und versprach, sie in ernste Erwägung zu ziehen. Der Reichskanzler wies darauf hin, daß die Erhaltung des deutschen Viehbestandes die bestehenden Vorsichtsmaßregeln erfordern. Er werde es aber doch nicht unterlassen, in gemeinsame Erwägungen mit den Bundesregierungen darüber zu treten, ob Erleichterungen an den Grenzen eintreten könnten, wenn er die Ueberzeugung gewonnen hätte, daß solche Erleichterungen möglich und zweckmäßig wären. Zu dieser Ueberzeugung fehlten aber vorläufig die Voraussegungen. Er könne den Städten nur empfehlen, dem Bei[ piele der Stadt Wien und den Anregungen der preußischen Landwirtschaftskammern zu folgen und ihrerseits in der gegenwärtigen kritischen Lage die Fleischversorgung ihrer Städte in die Hand zu nehmen. * Ein lebhaftes Tempo schlagen gegenwärtig die Bestrebungen zum Zusammenschluß der Deutschen in der Ost. mark an. In Obornik haben sich die dortigen deutschen Vereine, der Flotten-, Deutsche, Jünglings-, Landwehr-, Landwirtschaftliche Lehrer-, Männergesang- und Männerturnverein zu einem Verband der deutschen Vereine in Obornik", dessen Vorsitzender Landrat von Klizing ist, zujammengeschlossen. Ferner soll eine allaemeine deutsche Amerika. ** Die Vereinigten Staaten von Nordamerika verschärfen die Kontrolle der Einwanderung. Der Einwanderungs. kommissar hat angeordnet, daß anstelle der bisherigen ober. flächlichen ärztlichen Untersuchung der eintreffenden Passa giere der ersten und zweiten Kajüte eine ebenso gründliche Untersuchung treten solle, wie sie bisher bei den Zwischen. decks- Passagieren ausgeübt worden sei. Präsident Roosevelt plant die Einberufung eines drit. ten panamerikanischen Kongresses nach Washington. Dis diplomatischen Vertreter der Union bei den lateinischen Re publiken Südamerikas sind beauftragt worden, deren Stck ungnahme in diesem Plane zu fondieren. Hof und Gesellschaft. *** Zum Besuch bei dem Kaiser, der von Liebenberg sich mittelst Automobils in das Neue Palais zu Potsdam zurückbegeben hatte, traf der König von Griechenland dort ein. Am 6. November kommt der König von Spanien zum Besuch nach Berlin resp. Potsdam. König Alfons wird vom Kaiser persönlich auf dem Bahnhofe empfangen werden. Beim Brandenburger Tor findet eine Begrüßung durch den Oberbürgermeister von Berlin statt. Unter den Linden bilden die Truppen Spalier. Es sind eine Reihe festlicher Veranstaltungen, Truppenbesichtigungen und Jagden geplant, darunter auch eine Jagd im Saupark zu Springe und eine Pirsche im Wildpark bei Potsdam. An 12. November erfolgt die Abreise des Königs. Nab und fern. VYI † Im Sumpf versunken. Ein Fischer aus Spandau vählte, um auf fürzestem Wege zu seinem bei Tiefwerder muf der Havel verankerten Kahn zu gelangen, den Weg über die Uferwiesen und geriet in eine sumpfige Stelle. Personen, die auf seine Hilferufe herbeieilten, sanken ebenjalls in den Morast ein und vermochten daher keine Rettung zu bringen. Bevor Rettungsgeräte herbeigeschafft waren, persank der Unglückliche in den Sumpf. † Das Spiel mit Schießgewehr. In dem Laden eines Brimframhändlers in Berlin hantierte ein 13jähriger Knabe mit einem Tesching. Er zielte auf ein Plakat, und als der Schuß nicht losging, versuchte er, mit dem Taschenmesser das Gewehr in Ordnung zu bringen. Plötzlich entlud es sich, und die Kugel drang dem zehnjährigen Töchterthen des Händlers in das Auge, so daß es sofort tot zusammenbrach. selige Tat offenbar im Irrsinn vollbracht. Er sagte darüber folgendes aus:„ Heute früh bemerkte ich, als meine Frau mir den Kaffee machte, daß sich ihre Röcke heftig bewegten. Es waren Teufel darunter. Ich wollte diese vertreiben und stieß zu dem Zwecke meine Frau um, aber die bösen Geister waren inzwischen in ihren Leib geflohen. Um die Teufel umzubringen, drückte ich kräftig auf den Hals meiner Frau, die dann den Mund aufriß, da der Satan aus diesem heraus. wollte. Ich verhinderte dies jedoch dadurch, daß ich mein Taschentuch hineinstopfte." Der Leichenbefund ergab, daß die Frau sich aus allen Kräften gewehrt hat. Der Jere selbst bekundete vor dem Untersuchungsrichter seine Freude über die Vernichtung des Höllengeistes. † Ein Bankkrach. Bei der Vorschußkasse in Königswald wurden Defraudationen des Kassierers entdeckt, die sich auf 100 000 kronen belaufen. Infolgedessen kündigten hunderte von Sparern ihre Einlagen im Betrage von Hunderttausenden. Beleidigungsklage go Baleswig- Holstein. Die berftorbenen Herzogin Fräulein Milewsky, ba Elage gegen die Prinzeff Sage schwebt nod. Th Betlagte an den Herzo foll. Zur zweiten Klage die Klägerin erfahren habe sich in den Jahre gliedern des faiserlicher Als Zeugen find angeg Schwester der Kaiferi Cernit Günther von G Brinzen Friedrich Leo thilde von Schleswig † Neues Erdbeben in Italien. Starke Erdstöße sind wie. der an verschiedenen Stellen Süditaliens vorgekommen. Zahlreiche Gebäude, deren Festigkeit durch das frühere Erdbeben schon erschüttert war, brachen zusammen. In Santonofrio wurden zwei Schwestern, in Sannicolo eine Mutter mit ihrem achtzehnjährigen Sohn unter den Trümmern begraben. Es regnet in Strömen; daher fehrten die Leute nach wenigen Minuten in ihre Häuser zurück, die sie in wilder Flucht verlassen hatten. † Ein Giftmörder. In Duisburg- Meiderich war die Frau eines Bergmannes plötzlich gestorben, und der Mann reiste alsbald in Begleifung einer Hebamme aus Neumühl nach Amerika ab, nachdem er die Lebensversicherung und das Sterbegeld, eine Summe von 2000 Mark, erhoben hatte. Die gerichtliche Obduktion der wieder ausgegrabenen Leiche hat die Vergiftung mit Arsenik festgestellt. Das Mörderpaar wird ausgeliefert werden. + Schiffs- Zusammenstoß. Bei Blyth an der englischen Küste stießen der schwedische Dampfer Johann" und der Rigaer Schooner Antares" bei flarem Wetter zusammen; wahrscheinlich war die Backbordlaterne des Schooners aus gegangen. Der Johann" sank innerhalb fünf Minuten und rig 21 seiner Bemannung und zwei Frauen mit sich in die Tiefe. Auch der Schooner ist anscheinend mit acht Mann der Besagung untergegangen. Dem Kapitän und dem Zimmermann des Johann", sowie dem Zimmermann des„ Antares" gelang es, sich am Kiel eines Bootes festzuhalten, bis der Hamburger Dampfer Brietig" sie aufnahm. † Bestverdächtige Schiffe. In Antwerpen traf aus Chile wo die Pest grassiert, das deutsche Schiff„ Undine" ein, das sechs Kranke und einen Toten an Bord hatte. Der Kapitän und vier Mann waren schon auf der Fahrt gestorben. Das Schiff wurde bei Doel, vier Meilen von Antwerpen, isoliert; die Untersuchung ist eingeleitet. Auf dem vom La Plata im Hamburger Hafen eingetroffenen englischen Dampfer ,, Ashmore" sind tote Ratten gefunden, und es besteht der Verdacht, daß sie an Pest gestorben sind. Das Schiff wird aur Abtötung der Ratten einer Ausgasung unterzogen. † Dynamitexplosion. Auf der Bleierzzeche„ Glückauf" bei Velbert explodierte beim Bohren eine Dynamitpatrone, die im Gestein steckte und seinerzeit nicht losgegangen war.. Ein verheirateter Arbeiter kam ums Leben, ein anderer erlitt einen schweren Armbruch. † Eine Greisin ermordet. In dem Dörfchen Wallon am Murtener See wurde eine in einem einsam belegenen Hause wohnende siebenzigjährige Frau bei Nacht ermordet. Dem Täter fielen Wertpapiere im Betrage von 12 000 Francs in die Hände. Die alte Frau muß sich fräftig gewehrt haben, man fand sie am Boden liegen, der Brustkorb war ihr durch Fußtritte eingedrückt. † Ein wahnsinniger Gattenmörder. In Charleroi erschien in der Gendarmerie ein Tischlermeister und erklärte, er habe seine Ehefrau umgebracht. Tatsächlich fand man die Frau erwürgt in der Wohnung vor. Der Mörder hat die un= Vermischtes. De pr Knochenfutter für Knochen der Rinder, mit etwas Schrot, gefod Find fehr gut zur Fütter Buten oder Truthühner frißt das Knochenmehl a Begierde und wird dadu Hur muß man es dabei Sand fehlen laffen. Da baftigkeit für das Geflüg fc 33 bis 38 Prozent G - Heiteres aus der Cholerazeit. Ein Fahrzeug, das den Gilgefluß hinabfuhr, wurde vom Ueberwachungsarzt revi diert, und dem Schiffer wurde Kalkmilch verabreicht. Als der Arzt die nötigen Verhaltungsmaßregeln dazu geben wollte, brummte der alte Seebär dazwischen:„ Kenn ich allens aus die frühere Cholerazeit!" Am Nachmittage traf der Arzt auf der Rückfahrt den Schiffer wieder, und dieser machte dem Arzt Vorwürfe, daß seine Kalfmilch doch wohl nicht mehr frisch sein müsse, da er sich ordentlich den Magen berdorben", troßdem er sie mit dem Trinkwasser sehr verdünnt habe. Für die Belehrungen zeigte er diesmal mehr Aufmerksamkeit. = Der Streit um des Kaisers Bild. Die Norweger verlangen vom König Oskar das Bild des Kaisers Wilhelm für das Schloh in Christianio zurüd Dort hat es früher gehangen, ist aber jegt nach Stockholm übergeführt. Dem gegenüber wird von schwedischer Seite geltend gemacht, daß das Porträt allerdings dem König Oskar gelegentlic; des Aufenthaltes des Kaisers in Christiania geschenkt sei, aber die Gabe sei rein persönlicher Natur gewesen. Ein Grund zur Zurückgabe des Porträts an ocvegen liege nicht vor, namentlich da der Kaiser darauf, wenn auch mit dem großen Band des norwegischen St. Olafsordens, in schwedischer Admiralsuniform und mit der Kette des Seraphinenordens dargestellt sei. = Freie Fahrt für Babys. In Sheboygan( Amerika) wurde im letzten Sommer allen Müttern, die Babys auf dem Arm trugen, freie Fahrt auf den Straßenbahnen bis zum nahen Lake View- Parf gegeben, um den kleinen den Aufenthalt in frischer, guter Luft zu ermöglichen. Das Baby gab der Mutter die Berechtigung der fostenlosen Fahrt, und die größeren Kinder, die sie mitnahm, zahlten halben Fahrpreis. Diese menschenfreundliche Tat der Straßenbahngesellschaft hat enthusiastischen Anklang gefunden. Ganze Familien wallfahrteten der frischen, reinen Luft zu. Dar Dieb der Bettler. In Paris wurde ein Mensch zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt, der an niedriger Gesinnung das Denkbarste leistete. Er hatte es zu seinem Metier gemacht, Bettler auszurauben. Er konnte diese Schandtat um so eher ausführen, als die von ihm bestohlenen Bettler sich scheuten, den geraubten Besitz anzugeben. gab vermögende Bettler, die sich tatsächlich von dem Menschen freifauften. Als ein Ehepaar sich darauf nicht einlassen wollte, schlug er es einfach tot. Dadurch hat ihn nun sein Geschick ereilt. - Es Ein blutiger Sport. In England ist jetzt ein neuer Sport bei dem Mob in Aufnahme gekommen, der an Sonntagen viel betrieben wird. Es handelt sich um die Hetze von Kaninchen durch Hunde. Ein Kaninchen wird aus dem Käfig herausgenommen, zwei Hunden zum Beschnuppern gegeben, dann erhält es einen Vorsprung von etwa dreißig Metern. Das Kaninchen ist natürlich bald eingeholt und wird von den Hunden buchstäblich in Stücke gerissen. Da die Hunde selbst nur fleine Tiere sind, können sie das Kaninchen nur zerfleischen, nicht aber ganz töten, so daß das arme Opfer dieses Sports schließlich noch den Gnadenstoß erhalten muß. Ist ein Kaninchen beseitigt, dann kommt das nächste mit zwei anderen Hunden an die Reihe. Während der ganzen Zeit wird lebhaft gewettet. = = Ein grober Bierbrauer. In Darmstadt erzählt man sich eine lustige Geschichte, die in den sechziger Jahren des borigen Jahrhunderts dort passiert sein soll. Ein alter Bierbrauereibesizer, der ein urechter Demokrat war, erhielt vom Hofmarschall durch einen Lafeien ein Schreiben, in dem er ersucht wurde, für die großherzogliche Hoftafel ein Dutzend Flaschen seines als vorzüglich bekannten Märzenbieres zu liefern. Der alte Herr gab das Schreiben dem Lakaien mit den Worten zurück: Nehme Se das widder mit und sage Se dem Hofmarschall, wenn er oder der Großherzog Märzenbier trinke wollte, solle se in de Wirtschaft gehe, wo's verzappt werd'. Ueber de Straß werd nix abgewe." * ** Am Sams 1/29 Uhr beginnend, Ansigafjes mit fol des Karl Didhaus in Schaftsbetrieb im Hauf Heinrich Schneider v wirtschaftsbetrieb.Großen Bused. ** Reform d Staatsanwaltschaften minifterium aufgeforde bas Material zu unte alteten hessischen P dürfte sich die zweite mit der Umarbeitung de * Eine direl tales mit der Ha geschaffen sein. Bei Haltestelle errichtet Gleifes für die Büge des Gleises für die 8 Haltestelle soll eine B beiden benachbarten entlaften. ** Unsere geftri in Buzbach stattfin fönnen wir heute dah Hohenfolms- Lich das übernommen hat. tt. Stadtthe Freitag ftattfindende; dom Darmstädter Ho wiefen. Bekanntlid Mamzelle Rito Reimer in den Hau Erfolg zu verzeichnen. Aufführung von ausgeschlossen ist. ** Nach einem Rofenmontag" und Buttjohann, der Stadttheaters, ab He theater in Stettin en *** Heute Aber und der Ortsgewerber Vortrag. Als Re gewonnen, der über T Nordameritas Sprecher A Großen- Lind Handhaltungsi rat Dr. Baguer Die biefige Eifen wert der Gemeinde SS Made, 1 werk der Holzindu geriet mit einer fchwere Bewundunge $ 8 Made, 1. 9 jefretär Philippi ein sehr gewissenhaft fets ein humaner Borge tommend. Im vorigen Boffekretär und in die Kronenordes 4. Alaffe tätiger Beamte aus Bhilipp des Großmütig Philippis in den Poft Berwaltung. 1871 Ruppertenrod un borigen Sonntage bera 14 Unterbeamten in ei recht das gone Ber Untergebenen dartat. 88 Uiridiften, 1 Bielt bas Romitee De Er jagte darüber h, als meine Frau de heftig bewegten. Diese bertreiben und er die bösen Geister n. Um die Leufel Hals meiner Frau, aus diefem heraus durch, daß ich mein nbefund ergab, day hat. Der Jere felbit seine Freude über e Erdstöße sind wie vorgekommen. Zahl as frühere Erdbeben .In Santonofrio Lo eine Mutter mit Trümmern begrarten die Leute nadi df, die sie in wilder an der englischen " Johann" und der Wetter zusammen; des Schooners aus Chalb fünf Minuten mei Frauen mit fid anscheinend mit adt Dem Kapitän und edem Zimmermann eines Bootes festzu„ Brießig" sie aufrpen traf aus Chile if Undine" ein, das hatte. Der Kapitän Fahrt gestorben. Das Antwerpen, isoliert; dem vom La Plata englischen Dampfer , und es besteht der d. Das Schiff wird fung unterzogen. Ein Fahrzeug, das den berwachungsarzt rebi ilch verabreicht. Als aßregeln dazu geben azwischen: Kenn ich Am Nachmittage traj fer wieder, und dieser eKalfmilch doch wohl ordentlich den Magen Trinkwasser sehr vereigte er diesmal mehr 5. Die Norweger verdes Kaisers Wilhelm Dort hat as früher nübergeführt. Dem geltend gemacht, daß Ostar gelegentlid; des nia geschenkt sei, aber gewesen. Ein Grund vegen liege nicht vor, n auch mit dem großen ns, in schwedischer Addes Seraphinenordens Sheboygan( Amerika) üttern, die Babys auf en Straßenbahnen bia , um den kleinen den zu ermöglichen. Das g der kostenlosen Fahrt, itnahm, zahlten halben he Tat der Straßen Anflang gefunden. rischen, reinen Luft zu. is wurde ein Mensch zu rteilt, der an niedriger Er hatte es zu seinem ben. Er fonnte diese die von ihm bestohlenen Befit anzugeben. E ächlich von dem MenBeleidigungsklage gegen die Prinzessin Henriette von Schleswig- Holstein. Die ehemalige Gesellschafterin der oerstorbenen Herzogin Amalie von Schleswig- Holstein, Fräulein Milewsky, hat eine zweite Privatbeleidigungsflage gegen die Prinzessin Henriette angestrengt. Die erste Klage schwebt noch. Ihr liegt ein Brief zugrunde, den die Beklagte an den Herzog Ernst Günther geschrieben haben joll. Zur zweiten Klage bildet der Umstand den Anlaß, daß die Klägerin erfahren haben will, die Prinzessin Henriette habe sich in den Jahren 1903 und 1905 mehrfach zu Mitgliedern des kaiserlichen Hauses ungünstig über sie geäußert. 1s Zeugen find angegeben die deutsche Kaiserin, die jüngste Schwester der Kaiserin, Prinzessin Feodora, der Herzog Ernst Günther von Schleswig- Holstein, die Gemahlin des Prinzen Friedrich Leopold und die Herzogin Karoline Mathilde von Schleswig- Holstein- Sonderburg. Der Landwirt. pr Knochenfutter für Geflügel. Die nicht ausgefochten Knochen der Rinder, Schafe und Schweine, zerstoßen und mit etwas Schrot, gefochten Kartoffeln und dergl. vermischt, find sehr gut zur Fütterung des Federviehs, namentlich der Buten oder Truthühner zu gebrauchen. Alles Federvieh frißt das Knochenmehl auch ohne irgend welchen Zusatz mit Wegierde und wird dadurch schnell und außerordentlich fett. Your muß man es dabei nicht an Wasser und auch nicht an Eand fehlen lassen. Daß die Knochen eine so große Nahrbaftigkeit für das Geflügel haben, erklärt sich daraus, daß fe 33 bis 38 Prozent Gallerte enthalten. Cokales. 2. November 1905. Am Samstag, dem 4. November, vormittags 19 Uhr beginnend, findet eine Sigung des Provinzial Ausschusses mit folgender Tages- Ordnung statt: 1. Gesuch bes stari Didhaus in Gießen um Erlaubnis zum Gastwirt schaftsbetrieb im Hause Walltorstraße 28. 2. Gesuch des Heinrich Schneider von Rödgen um Erlaubnis zum Gaftwirtschaftsbetrieb. 3. Das Faselwesen in der Gemeinde Großen- Buseck. ** Reform des Polizeiftrafgesetzbuches. Die Staatsanwaltschaften des Großherzogtums sind vom Justiz minifterium aufgefordert worden, ihm bis zum 1. Januar 1906 das Material zu unterbreiten, das zur Abänderung des verE% alteten hessischen Polizeiftrafgesetzbuches dienen soll. dürfte sich die zweite Rammer in ihrer nächstjährigen Tagung mit der Umarbeitung des Polizeiſtrafgesetzbuches zu befassen haben. * Eine direkte Verbindung des Schelde tales mit der Hauptbahn Gießen Deuz wird bald geschaffen sein. Bei dem Dorfe Niederscheid wird eine Haltestelle errichtet und ist dort eine Unterführung des Gleises für die Züge nach Dillenburg und eine Verlegung des Gleises für die Züge nach Gießen vorgesehen. Mit der Haltestelle soll eine Blockstation verbunden werden, um die beiden benachbarten Bahnhöfe Dillenburg und Herborn zu entlaften. ** Unsere gestrige Notiz über das im nächsten Jahre iu Butzbach stattfindende oberhessische Trachtenfest tounen wir heute dahin ergänzen, daß Fürst Karl von SolmsHohenfolms- Lich das Protektorat über die Beranstaltung übernommen hat. wiesen. tt. Stadttheater Gießen. Auf das morgen Freitag stattfindende zweite Gastspiel von Fräulein Jüngling vom Darmstädter Hoftheater sei nochmals besonders hingeBekanntlich hatte die erste Aufführung von Damzelle Ritouche" mit Frl. Jüngling und Herrn Reimer in den Hauptrollen einen gang außerordentlichen Erfolg zu verzeichnen. Erwähnt sei nochmals, daß eine Aufführung von Mamzelle Nitouche" im Abonnement ausgeschlossen ist. " - Nach einem erfolgreichen Gastspiel als Rudorff in Rosenmontag" und als Don Carlos ist Herr Reinhold Lüttjohann, der reichtalentierte Heldendarsteller unseres Stadttheaters, ab Herbst 1906 auf 3 Jahre an das Stadttheater in Stettin engagiert worden. *** Heute Abend veranstalten der Kaufmännische Verein und der Ortsgewerbeverein Gießen ihren 2. volkstümlichen Vortrag. Als Referent ist Dr. Victor Pohlmeyer- Berlin gewonnen, der über Deutschland und die Bereinigten Staaten Nordamerikas sprechen wird. A Großen- Linden, 1. November. Der erste Kursus der Haushaltungsschale wurde gestern hier durch Regierungsrat Dr. Wagner und Bürgermeister Leun eröffnet. Die hiesige Eisenbahnstation will si an das Acetylenwert der Gemeinde anschließen. sich darauf nicht ein Dadurch hat ihn nun gland ist jezt ein neuer ekommen, der an Sonnwelt sich um die Heze von aninden wird aus dem nden zum Beschnuppern prung von etwa dreißig lidh bald eingeholt und in Stüde gerissen. Da ind, fönnen sie das Kaganz töten, so daß das ich noch den Gnadenito Sefeitigt, dann fommt das an die Reihe Bährend ettet. Darmstadt erzählt man den fedziger Jahren des rt fein foll. Ein alter feien ein Schreiben, in - §§ Müde, 1. Nov. Ein auf dem hiesigen Sägewerk der Holzindustrie beschäftigter Arbeiter von Bettsaasen geriet mit einer Hand in die Säge und zog sich schwere Bewundungen zu. §§ Mäde, 1. Nov. Mit dem heutigen Tag trat PostSekretär Philippi in den Ruhestand. Mit ihm scheidet ein sehr gewissenhafter, allzeit dienstbeslissener und sehr tüchtiger Beamte aus dem Postdienste. Den Unterbeamten ftets ein humaner Vorgesezter, dem Bublifum immer entgegentommend. Im vorigen Jahre erhielt er die Ernennung zum Kronenordes 4. Klasse und des Ritterkreuzes 2. Klasse Mücke eine recht zahlreich besuchte Versammlung in der Gros'schen Gastwirtschaft ab. Neue Orte, die dem Projekte ihr Interesse entgegenbringen, hatten gleichfalls ihre Vertreter geschickt. Bunächst wurde für den verwaisten Vorsitz ein neuer Vorsitzender und zwar Oberförster Schütz hier gewählt. Es steht zu hoffen, daß das lebensfähige Bahnprojekt des Vogelsbergs verwirklicht wird. * Heldenbergen, 1. November. Der Bahnbau der Strecke Heldenbergen- Windecken- Vilbel ist in lezter Beit so gefördert worden, daß im uächsten Jahre die Betriebseröffnung erfolgen dürfte. Im nördlichen Teil der Strecke beginnt man schon mit dem Oberbau. Die Strecke ist der lezte Teil der Gesamt- Nebenbahn Lauterbach- GedernStockheim- Vilbel. Wie nun aber in gut unterrichteten Areisen verlautet, so stehen der Einführung der neuen Strecke in den Bahnhof Vilbel beträchtliche Schwierigkeiten gegenüber. Die Bahnbehörde selbst soll mit dem Gedanken um gehen, einen Tunnel durch den letzten Höhenzug des Vogelsbergs, der Vilbel von Frankfurt trennt, zu bauen. Die Main- Weser- Bahn, die jetzt in einem großer Bogen den Höhenzug umgeht, würde dadurch erheblich abgefürzt und nordöstlich in Frankfurt eintreffen. Im Interesse der Be völkerung des Bogelsbergs und der Wetterau, die die dirette Berbindung mit den größeren Städten Mitteldeutschlands, besonders mit Frankfurt schon seit Jahrzehnten erstrebt, wäre zu wünschen, daß die bestehenden Hindernisse baldigst beseitigt würden. * Ober- Ofleiden. Die am 1. Januar 1900 auf Anregung unseres damaligen Pfarrers Dörr,( jezt zu Offenheim) und unseres damaligen Lehrers Walther,( jezt zu Bad Nauheim) gegründete Pfennigsparkasse für die Kinder von Ober- Ofleiden und Gontershausen löste sich Ende 1904 mit dem Wegzng der beiden Herren leider auf. Es war jedoch der allgemeine Wunsch der hiesigen Bevölkerung, daß eine so segensreiche soziale Einrichtung fortgeführt werden sollte und diesem Wunsche ist nun erfreulicher weise Rechnung getragen worden. Unser jeßiger Pfarrer Laut hat sich bereit erklärt, die Pfennigsparkasse wieder fortzuführen und die Buchführung ohne jegliche Vergütung zu übernehmen. * Ober- Ofleiden. Bor einigen Tagen erlegte Lehrer Kloos dahier einen in unserer Gegend eigentlich nicht hrimischen Vogel, einen sogenannten Nordseetaucher. * Friedberg, 31. Oftober. Touristen- Jubiläum. Jean Dörr, der Vorsigende des hiesigen Taunusklubs Wetterau, beftieg am Samstag zum 100. Mal den Feldberg. * Mainz, 1. November. Ein gutes Geschäft. Der Bürgermeister Freber- Mombach verkaufte der Stadt Mainz 80 Morgen Land, an denen er innerhalb Jahresfrist 100 000 Mark verdient hat. Zur Biehteuerung. Der Verband hessischer Mezger- Innungen ersucht uns um Veröffentlichung folgenden Artikels: Die Vorstände der hessischen Megger- Innungen hielten am Freitag in Darmstadt eine Versammlung ab, in welcher dte Resolution des Hess. Landwirtschaftsrats in Sachen der Biehteuerung besprochen und einstimmig folgende Gegenresolution beschlossen wurde: " Die hessischen Megger- Innungen haben im Hinblick auf die negativen Erfolge des allgemeinen deutschen Fleischer verbandes, des deutschen Städtetages, sowie der vielen sonstigen bedeutenden Körperschaften in Sachen der Viehteuerung davon Abstand genommen, zu den bereits längere Beit bestehenden, die Signatur des Rotstands unverkennbar tragenden, hohen Schlachtviehpreisen, insbesondere den xorbitanten, noch nie dageweſenen Schweinepreisen Stellung zu nehmen. In Ansehung der agrarischen Macht über die Geschicke der deutschen Bevölkerung im allgemeinen und des sichtbaren gewaltigen Einflusses der vielen hochstehenden, zum großen Teil persönlich dabei sehr interessierten Herren im besonderen, waren die hessischen Meßgerinnungen von der absoluten Zwecklossigkeit des Verlangens nach Deffnung der Grenzen zur Bekämpfung des bestehenden Schlachtviehmangels überzeugt. Sie sahen den vielen Betriebseinstellungen und Betriebsbeschränkungen in ihren Reihen mit Resignation zu, hoffend, die Not des Volkes würde doch endlich die agrarische Macht besiegen und die Regierungen veranlassen, diesen außergewöhnlichen Verhältnissen in gleicher Weise Rechnung zu tragen, wie es rascheft und bereitwilligst geschieht, wenn bie Landwirtschaft behauptet, in Not zu sein. Bei dieser ihrer zurückhaltenden Stellung mußte es umsomehr befremden und von den hessischen Mezgerinnungen gerabezu als eine Verhöhnung und Herausforderung betrachtet werden, wenn der hessische Landwirtschaftsrat in der in feiner am 21. Oftober stattgehabten Gesamtsizung gefaßten Resolution glattweg bie Behauptung aufstellt, daß der Zwischenhandel und die Megger den größten Nußen aus der Steigerung der Preise hätten." " Was den Zwischenhandel" angeht, so fann es nicht unsere Aufgabe sein, für denselben das Wort zu nehmen; das dürfte dieser besser selbst besorgen. Fefistellen wollen wir aber, daß alle Anstrengungen seitens der Metzger direkt vom Landwirt zu kaufen, daran scheitern, daß die Land. wirte die Ausschaltung des Zwischenhandels nur und ausfrüheren Zeiten, auf dem Lande herumlaufen und abwarten Demotrat war, erhielt Bofisekretär und in diesem Jahre erfolgte die Verleihung des schließlich so verstehen, daß der Mezger wieder, wie in herzogliche Hoftafel ein Philipp des Großmütigen. Schon 1861 erfolgte der Eintritt soll, bis es dem Bauern und seinen Ratgebern gefällt, nach lich bekannten Märzen Philippis in den Postdienst unter Thurn und Taxisscher so und so viel fostspieligen zwecklosen Besuchen den Handel gab das Schreiben dem Berwaltung. 1871 ward er zum Postverwalter in Nehme Se das widder wenn er oder der Großolle se in de Wirtschaft de Straß werd nir ab Ruppertenrod und 1890 zu Müde ernannt. Am borigen Sonntage verabschiedete er sich von seinen früheren 14 Unterbeamten in einer fleinen Feier auf Mücke; die so recht das schöne Verhältnis des Scheidenden zu seinen Untergebenen dartat. §§ Ulrichstein, 1. Nov. Am verflossenen Sonntag Am verflossenen Sonntag hielt das Romitee des Eisenbahnprojektes Ulrikein endlich perfekt werden zu lassen. Daß einerseits unter den gegen früher total veränderten Betriebsverhältnissen der Meggerei, sowie andererseits der heutzutage bestehenden besten Gelegenheit, auf den öffentlichen Viehmärkten Schlachtvieh vorteilhaft zum Verkauf zu bringen, der angedeutete frühere Zustand nicht mehr denkbar, ein ordnungsmäßig beaufsichtigter Betrieb namentlich in den Städten einfach unmöglich ist, dürfte für jeden vernünftigen Menschen klar sein. Was hat der hessische Landwirtschaftsrat übrigens je für den direkten Verkauf praktisch getan?! - Was die hessischen Mezger" betrifft, so legen wir, als deren Vertretung, auf das entschiedenste Verwahrung ein gegen das Vorgehen des hessischen Landwirtschaftsrates. Wir bezeichnen es als eine Leichtfertigkeit ohne gleichen, wenn in einer Beit, in der die Bevölkerung ohnehin in großer Erregung sich befindet, derartig wahrheitswidrige BeHauptungen in die Bevölkerung geschleudert werden gegen ein Gewerbe, welches noch nie in mißlicherer Lage sich befand, in welchem noch nie so viel Betriebseinstellungen und Beschränkungen zu verzeichnen waren, als gerade jezt und welches außerdem dem hessischen Landwirtschaftsrat nicht den geringsten Anlaß zu solch unverantwortlichem Vorgehen gegeben hat. Wir erachten es als unmännlich, andere zu verdächtigen, um sich weiß zu waschen und fordern hierdurch den hessischen Landwirtschaftsrat öffentlich auf, den Beweis zu erbringen, daß die Metzger von der Steigerung der Viehpreise den größten Nugen haben". Wir erwarten bei der Schwere der Beschuldigung aus der Not der Bebölferung Vorteil zu ziehen die Beweisführung für diese Behauptung durch Beibringung von ernstem Beweismaterial, nicht etwa in nichtssagenden Bhrasen und Entschuldigungen, wie sie der Vorsißende des deutschen Landwirtschaftsrates, der Herr Graf von Schwerin- Löwiz erst fürzlich in ähnlichem Falle, auf wiederholte öffentliche Aufforderung gezwungen, beliebte, auch nicht durch irreführende Vergleiche mit will fürlich gegenübergestellten statistischen Zahlen des Brutto8entnerpreises im Einkauf und Netto- Pfundpreises im Detailverkauf, oder durch sonstige gewaltsame Bahlengegenüberstellungen, mit denen man befanntlich alles beweisen fann, wie es gerade in den Kram paßt. Dem Landwirtschaftsrat empfehlen wir hierzu die für ihn gewiß einwandfreien Geschäftsbilanzen der von seinen, im Gewinnberechnen erfahrensten Führern unter den allergünstigsten Ein- und Berkaufsverhältnisse seinerzeit in Mainz errichteten Genossenschaftsmezgerei. Dort findet er feine flimmernden Verdienstverhältnisse in der Mezgerei, und nur mit solchem Bahlen, wohl aber die nackte Wahrheit über die wirklichen Material dürften ernste Männer in ernsten Fragen an die Deffentlichkeit treten. Bis dahin überlassen wir der hessischen Bevölkerung das Urteil beruhigt darüber, ob die Metzger, welche gezwungen sind für das Schlachtvieh unerschwinglich hohe Preise zu zahlen,„ Nuz n von der gegenwärtigen Not haben", oder diejenigen, welche diese Preise sich zahlen lassen. * Zur Frage der Vieh, und Fleischteuerung hat auch der Obermeister der Gießener Fleischer- Innung, Ernst Ludwig Sack, eine Entgegnung auf die erste Erwiderung des Landwirtsch. Provinzial- Vereins veröffentlicht, in der er u. a. sagt: Einen Welchen Glauben man in Fachtreisen den Behauptungen betreffs der verfügbaren Schweine schenkt, dafür ist der Beweis schon vor 14 Engen dadurch erbracht, daß auf ein mehrmaliges Inserat ein Angebot von 2 Schweinen einlief, welche auch sofort getauft wurden... Es hat zu den verschiedensten Beiten Perioden gegeben, in denen die Schweine bis zu 70 Mt. pro Bentner Schlachtgewicht gekostet haben; daß die Preise aber innerhalb Jahresfrist um 20 Mt. pro Zentner gestiegen sind, und dann immer noch eine steigende Tendenz aufweisen, eine solche Zeit hat es überhaupt noch nicht ge geben. Wie sind die Verheißungen des preußischen Land. wirtschaftsministers, die er am 11. August in Berlin dem deutschen Volfe proklamierte, in Erfüllung gegangen? Nicht vier, sondern zehn Wochen sind es her, daß der Minister die Worte sprach: In brei bis vier Wochen gibt es Schweine in Ueberzahl und die Preise fallen von selbst! besseren Beweis des Gegenteils der Erfüllung der Ministerworte wie die gegenwärtige Geschäftslage hier in Gießen, wo wir noch dazu in einer bevorzugten Gegend der Schweinezucht leben, fann es nicht geben. Mit Bahlen kann man die Bevölkerung wirklich nicht satt machen, noch weniger aber die Preise auf ein bekömmliches Maß bringen, sondern hierzu gehören Taten im Sinne verständnisvoller Fürsorge, die allerdings in dem am 1. März 1906 in Kraft tretenden Bolltarif für Schlachtvieh nicht zu erblicken ist. Wir gehen auf dem Gebiete der Fleischversorgung fuhr mehrerer 100 000 Stüd Schlachtvieh am 1. März 1906 schweren Zeiten entgegen, denn ein Ausfall der Einwird den deutschen Schlachtviehmarkt noch bedeutender in die Höhe treiben zum Frohlocken der Agrarier und zum Schaden der Fleisch konsumierenden Bevölkerung." Auf eine zweite Erwiderung des Meggermeisters Sack fommen wir morgen zurück. Brieftasten. Nach Grünberg. Wird entsprochen. Siegener landwirtschaftlicher Bettervient. Boraussichtliche Witterung in Hesser für Freitag, den 3 November. Beitweise trocken, allmählich aufheiternt den 3 November. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inferatente: @lein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beli 30. Schöne gesunde Zähnchen wachsen ohne Pein, wenn die Mütter der Kinder dem bei den Kleinen leicht eintretenden Mangel an faltigen Substanzen dadurc borbeugen, daß sie ihnen vor und während der Zahnzeit Kalf in einer leicht einnehmbaren und rasch assimilierbaren Form zugänglich machen, wie sich eine solche in Scotts Emulsion bietet. Scotts Emu sion schmeckt süß, ist sehr leicht verdaulich und enthält Kalt im Gleichzeitig ist Scotts Emulfion ein ganz richtigen Verhältnis. vorzügliches Kräftigungsmittel. 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Prämien fönnen von 5 zu 5 Jahren solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bet der Herrschaft Kost und Logis haben und sich darüber, sowie über gute Führung durch Zeugnisse ausweisen können. Von Vollendung der 5 Dienstjabre fann nur dann im letzten Dienſtjahre abgesehen werden, wenn der Dienstaustritt durch Einberufung zum Nordamerikas. Militär, durch Auflösung des Haushalts, oder durch Eintrittskarten sind für Nichtmitglieder zu 50 Pfg. abends an der Gründung eines eigenen Hausstandes erfolgt. Kasse zu haben. Städt. Seefischmarkt Gießen. Freitag, den 3. d. Mts., vormittags 8 Uhr in den städtischen Marktlauben beginnend. Zum Verkauf kommen: Prima Bratschellfische( Merlans) Feinste Delikateß- Nordsee- Shellfische ,, Contentia" Giessen. pruch erheben zu können, aufgefordert, sich unter Vor- Prima Seelachs Samstag, den 4. November a. c., abends 8 Uhr findet im Saale der Turnhalle unser diesjähriges 15 Pfg. per 29 und 30 " 1 " " 26 " " 18 11 " 1 Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach diesen Bedingungen auf eine Prämie glauben An- Prima blütenheller Cabliau 26 und 32 lage der Dienstbücher, eines Zeugnisses der Herrschaft Prima Knurrhahn über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassebuchs( die Angabe der Nummer des Buchs genügt ebenWinter- Vergnügen falls) bei unserer Kasse oder der Bürgermeisterei des verbunden mit Ball statt. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Eintritt nur gegen Vorzeigung von Einlaßkarten gestattet. Sonntag, den 5. November a. c. Ausflug nach dem Windhof( großer Saal). FEST- ALBUM DER KRONPRINZLICHEN HOCHZEIT als Weihnachtsgeschenk werk geeignet, ein Gedenkwerk an unser Kronprinzenpaar und Kaiserhaus enthaltend; in Prachtfarben-, Lifographie, Licht- und KunstDruck die erhabensten Momente der Kronprinzlichen Vermählungsfeier am 6. 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