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Nr. 28. ke in Stücken ine D.N.F. Infertionspreis: Die einfpaltige Betitzelle für ganz OberWffen, die Kreife Meglar amb Marburg 10.fg. fonft 15 Bfg. Reklamen bie Petitzeile 30 refp. 40 fs. Redaktion u. Saapterpebition: Gießen, Seltersweg 89. Fernsprechanfchink Nr. 362. Donnerstag, den 2. Februar 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., burch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Grattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) unb bie Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. ce Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Heil unserm Fürstenhause! Zur Vermählung unseres Großherzogs Ernst Ludwig mit Prinzessin Eleonore zu Solms- Hohenfolms- Lich. Pin einziger gewaltiger Jubel durchbraust heute das ganze Hessenvolt: Sein Fürst Großherzog Ernst Ludwig führt ihm die Landesmutter zu. Keine Fremde aus mächtigem Fürstenhause der Newa oder Donau zieht zu Darmstadts Thoren herein, sondern eine Tochter seines Landes führt Ernst Ludwig auf den Hessenthron. Ihn leiteten bei der Herzenswahl nicht die Welthändel, ihn banden nicht die politischen Rücksichtnahmen, nein, als freier Maun schritt er unter sein Volk und trug der Gefährtin seiner Kindertage Hand und Herz zum Lebensbunde an. Nicht die Luft, in der man gewohnt ist, die Geschicke der Völker zu diftieren, bringt Prinzessin Eleonore zu Solms- HohenfolmsLich ihrem hohen Gemahl auf den Thron mit, wohl aber unzählige Fäden und Beziehungen, die sie mit dem Velte verknüpfen, um das starke Band zwischen Herrscherhaus und Volt, dem sie jetzt Landesmutter sein soll, noch fester zu weben. Der Jubel des Hessenlandes ist deshalb verständlich. Wohl nirgends mehr besteht ein so inniges Verhältnis zwischen Fürst und Volt wie hier. Aber nicht nur das Volk der Hessen und nicht nur die, die in den Traditionen der Monarchie heranwuchsen, huldigen Großherzog Ernst Ludwig, sondern auch in den Reihen derer, die über die heutige Ordnung hinweg zu einer anderen Weltanschauung schritten, in den Reihen der Sozialdemokratie findet man Töne der Anerkennung für ihn. Seine Gestalt ist uns sympathisch," erklärten vor einigen Tagen ihre Vertreter im Mainzer Stadtrat. Eine solche Volkstümlichkeit teilt fein anderer Herrscher mit Ernst Ludwig. Der giftige Geifer, den das große Meer der heutigen Unzufriedenheit auswirft, reicht an sein Bild nicht heran! " wacht, daß er seinen geistigen und materiellen Gütern Schüßer und Mehrer ist, daß er das Ansehen des Staates mit starker, fester Hand hebt, nicht in glänzenden politischen Erfolgen nach außen hin, sondern auf dem Gebiete innerer Wohlfahrt, in der Schöpfung und Vervollkommnung sozialer Einrichtungen, die der ganzen Kulturwelt als Borbild dienen. Großherzog Ernst Ludwig ist Mensch, seine Würde ist nicht als Schranke zwischen ihm und das Volt getreten; er ist nicht nur der Repräsentant desselben, sondern auch der gute Kenner des Volkes, der mitten unter ihm schreitet und am Pulse dem Schlage seines Lebens lauscht. Und darum steht das Hessenvolt fest zu ihm, darum trauerte es mit seinem Landesfürsten, als das Verhängnis mit seinen düsteren Fittichen über seinem Hause rauschte, und darum jubelt es jetzt auch auf, wo die Stunde gekommen ist, die Großherzog Ernst Ludwig das lang und schmerzlich entbehrte Familienglück in der anmutigen und liebreizenden jungen Großherzogin Eleonore bringt. Und Fürst und Volt wissen dies mächtige Band zu würdigen, das zwischen ihnen gesponnen ist, sie wissen, daß sie gemeinsam das Hessen. land auf die Höhe getragen haben, zu der die Welt bewundernd auf-| blickt. Vertrauen ist gegen Vertrauen getauscht worden. Eng einander verbunden sind Fürft und Volt den Weg gewandelt. Das ganze Hessenland fündet, daß sein Großherzog scharfen Auges über seine Geschicke Darmstadt, den 2. Februar 1905. Gestern Abend fand die zu Ehren der Hohen Vermählten von den vereinigten Männergesangvereinen veranstaltete große Serenade im sog. Glockenhofe des Residenzschlosses statt, an der sich 29 Vereine mit ca. 500 Sängern unter der Leitung des Dirigenten des Gesangvereins Humanitas", Herrn Fahr beteiligten. Die Sänger brachten unter der schneidigen und verständnisvollen Leitung des Herrn Fahr die folgenden 4 Chöre mit Ausdruck und Gefühl zu traftvollem Vortrag: Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" von Beethoven, Es steht ein Baum im Odenwald" von A. Ackermann,„ Das stille Tal"( Volkslied) und" Rosenzeit" von 2. Liebe. Der Großherzog, welcher mit seinen Hohen Gästen zum Hoffeste vereinigt war, hatte mit Beginn des zweiten Liedes mit Seiner Hohen Braut von den Fenstern der Assemblee- Zimmer im Erften Stock aus dem Gefange bei gewohnt. Nach Beendigung desselben sprach er etwa Folgendes:„ Ich danke auch im Namen meiner Braut nicht nur für die schönen Lieder, welche Sie so herrlich gesungen haben, sondern auch für die Empfindung, mit welcher dieselben zum Ausdruck tamen. Vorher dankte im Namen des Ausschusses der Präsident Herr Hans Schramm für die Huld und Gnade, in der die Lieder entgegengenommen wurden und brachte auf das hohe Brautpaar ein mit Begeisterung aufgenommenes Hoch aus. Die Sänger stimmten dann noch gemeinsam: Sie leben Hoch" ein, Großherzogin Eleonore hat im Sturme alle Hessenherzen gewonnen. Ihr Einzug in des Landes Hauptstadt war ein einziger Triumphzug. Heffenbraut, die Darmstadt naht, Umjauchzt auf allen Wegen, Dich grüßet auch die alte Stadt Und wünscht Dir Gottes Segen. So begrüßte die junge Landesfürstin in Alt- Darmstadt ein farbiges Transparent, von der Stimmung der Bevölkerung beredtes Zeugnis ablegend. Wenn diese Zeilen dem Leser zu Augen kommen, dann hat der Salut der Geschüße mit gewaltiger Stimme in die Welt hinausgedonnert, daß Ernst Ludwig mit seiner Lebensgefährtin die Ringe gewechselt, daß Hessens Thron wieder eine Großherzogin bestiegen. Aber durch die hessischen Lande wird er fort und fort tönen, wird er von Grenze zu Grenze fliegen und nie mehr verklingen der Ruf: Beil unserem Herrscherpaare! * worauf die sehr einfache aber würdige Feier ihr Ende erreicht hatte. Zu dem eigentlichen Hoffeste waren ca. 170 Personen, Damen und Herren der Hofgesellschaft, die Gesandten, die Minister und Spizen geladen. Dasselbe verlief sehr einfach; das Brautpaar hielt Cercle und später waren Büffets und Erfrischungen aufgestellt. Das hohe Paar unterhielt sich auf das liebenswürdigste mit den Gästen und fand das Fest gegen 11 Uhr sein Ende. | Die sämtlichen hier zur Hochzeitsfeier anwesenden Fürstlichkeiten waren anwesend; auch Prinz Friedrich Karl von Hessen und Gemahlin, welche Nachmittags 5,23 mit dem fahrplanmäßigen Schnellzuge aus Frankfurt eingetroffen waren. Von fremden Gesandten sind anwesend und wohnten der Feier bei: Der belg. Gesandte Baron Greindl, der Deftereich. Gesandte Freiherr von Pereira, der württemb. Gesandte Freiherr von Soden, der sächsische Gesandte Freiherr von Friesen, der hess. Gesandte in Berlin von Neidhardt. Herr Prof. Noll dahier hat Ihrer Durchlaucht der PrinzessinBraut einen Hochzeit- Marsch, den„ Eleonoren Marsch" gewidmet, welcher den großen Beifall des Großherzogs fand, sodaß er denselben dem Musikdirektor Hilge zum Instrumentieren übergab. Der Marsch wird heute zum ersten Mal zu Beginn der Hochzeitstafel von der Kapelle Hilge, welche die Tafelmusik stellt, zum Vortrag kommen. Die Ziele der Reichsregierung. Ein Beitrag zur deutschen Handelsvertrags- Politif. - Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt uns untern 1. Februar: Reichskanzler Graf Bülow hat heute dem Reichs tag sieben Handelsverträge zugleich vorgelegt, die tags zu vor vom Bundesrat genehmigt worden waren. Es ist be kannt, daß der Reichstag an den Einzelheiten der Vertrags entwürfe nichts ändern darf, daß sein Recht darauf beschränk ist, einen Vertrag im ganzen anzunehmen oder abzulehnen Die Debatte kann jeden einzelnen Paragraphen eines Ver trages, jede einzelne Position des beigegebenen, den eigent lichen Gegenstand des internationalen Abkommens bilden die Abstim den Zolltarifs zum Ausgangspunkt nehmen mung gilt einheitlich der gesamten Abmachung. Eine Modifikation des Vertrages fäme seiner Verwerfung gleich. Im vorliegenden Fall soll die knappe Bewegungsfreiheit des Reichstags noch eine weitere Bindung erfahren: die Reichsregierung will alle sieben Verträge als zusammengehörig und einander bedingend betrachtet wissen, so daß die Ausschaltung eines einzelnen der sieben Verträge zugleich die übrigen sechs verstricken würde und sie nicht zur Geltung kommen ließe. Indem die Reichsregierung solche Bedingung vor Beginn der Handelsvertrags- Beratungen aufstellt, hat sie natürlich nicht die Absicht, das Recht des Reichstags irgendwie zu beeinträchtigen. Sie will vielmehr nur zum Ausdruc bringen, daß die sieben Vertragsentwürfe einander ergänzen, daß jeder Vertrag im Hinblick auf die anderen abgeschlossen worden, und daß das Ziel des ganzen Vertragssystems nicht erreicht werden würde, wenn aus dem Netz eine Masche ausfiele. Dem Reichstag bleibt es immer formal unbenommen, den einen Vertrag gutzuheißen und den andern abzulehnen, und die Reichsregierung würde danach erst zu entscheiden haben, ob sie lieber die ganze Arbeit ver eitelt sehen oder lieber mit einer Abschlagszahlung sich begnügen wollte. Doch das sind theoretische Erwägungen. Höchste Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß der Reichstag, wenn aud mit ungleicher Mehrheit, alle sieben Verträge zur Geltung kommen lassen wird. Es ist sogar die Möglichkeit vorhanden, daß in den Reihen derer, die für Gegner der Handels. bertragspolitik überhaupt gelten, de Widersacherschaft sich auf eine programmatische Erklärung beschränken wird, die die Berechtigung der unerfüllten Wünsche betont und alle Verantwortung der Reichsregierung zuschiebt. Diese Möglichfeit liegt um so näher, als es den Vertragsgegnern von der rechten Seite des Reichstags kaum genehm sein kann, mit den Sozialdemokraten an einem Strang zu ziehen, die aus entgegengesetzten Gründen, wegen der angeblich zu hohen landwirtschaftlichen Zölle, die Verträge bekämpfen. In Beantwortung Ihres geschätzten Schreibens vom 30. Dezember 1904 muß ich Ihnen sagen, daß, obgleich der Gedanke an Frieden natürlich jedermann sehr sympathisch ist, meiner Meinung nach der Augenblick für Rußland noch nicht gekommen ist, an Frieden unter irgendeiner Bedingung zu denken, geschweige denn davon zu sprechen; in Anbetracht des Umstandes, daß frische Seeund Landstreitkräfte von Rußland hinausgeschickt werden, um dem Feinde gegenüberzutreten, würde hier, ich bin dessen sicher, jede Anregung zu einem Schiedsgericht oder einer anderen Einmischung in Bezug auf Friedensbedingungen, die von Rußland angenommen werden sollten, der größten Antipathie begegnen. Nichtsdestoweniger muß ich Ihnen herzlich für Ihre guten Absichten danken. Damit ist den unberufenen Einmischungen in den großen Streit vorderhand wohl der Boden abgegraben worden. Die russischen Zeugen der Hullaffäre behaupten allen Ernstes weiter, daß sie Torpedoboote wahr= genommen haben, die mit großer Schnelligkeit auf das borderste Schiff des russischen Geschwaders losgefahren seien. Leutnant Scharmtschenko erklärt, er habe während der Fahrt ein geheimes Telegramm erhalten, in welchem ihm die Anwesenheit feindlicher Schiffe angezeigt und er aufgefordert wurde, gegen einen Angriff auf der Sut zu sein. In der Nacht vom 21. Oftober sei er durch ein Signal geweckt worden, welches einen Angriff meldete. Er habe dann Feuer kommandiert und Geschosse rings um das eine verdächtige Boot einschlagen sehen. Die Boote hätten sich schleunigst entfernt. Kapitän Klado erflärte, daß jede Verwechselung mit Fischerbooten ausgeschlossen sei. Diese habe man auch gesehen. Admiral Roschdjestwensky habe sogar die Weisung gegeben, nicht in deren Richtung zu schießen. Es habe sich aber nicht einrichten lassen. Eine Wendung in Rufsland? Beinahe sechs Monate bat Fürst Swiatopolf- Mir Ay Minister des Innern in Rußland geheißen. In Wirklichkeit hat er sein Amt nie angetreten. Seine titulare Amtsführung bedeutet nur eine Episode. Der wirkliche Nachfolger des ermordeten Plehwe wird erst jetzt ernannt. Von dem Fürsten Swiatopolf- Mirsky weiß man nicht einmal, was er gewollt hat. Für den Staatsmann war das nicht gerade ein erquicklicher Zustand; für den Menschen war es vielleicht ein Glück, daß ihn vor gefährlichen Feindschaften bewahrt hat. Am Mittwoch, den 1. Februar, bat Zar Nikolaus II. in Barskoje- Sselo eine Arbeiterabordnung empfangen. Was bei diesem Empfang gesprochen worden, wie die Abordnung zusammengesezt gewesen, darüber sagt der offiziöse Draht nichts, dessen Redseligkeit in Rußland in der Regel gerade dann zu wünschen übrig läßt, wenn alle Welt in teilnahmeboller Spannung einer aufffärenden Kundgebung entgegen sieht. Zehn Tage früher hätte dieselbe Entschließung des Zaren die traurigen Vorkommnisse des blutigen Petersburger 22. Januar verhütet. Daß die sieben Verträge als eine Art höherer Vertragseinheit hingestellt werden, ist ein Novum, das keiner Laune entspringt, sondern gutem Bedacht. Jene sieben Verträge regeln ungefähr alle europäisch- kontinentalen wirtschaftlichen Beziehungen des Reichs und geben ihnen für eine lange Reihe von Jahren eine gleichmäßige und feste Unterlage. Für das deutsche Wirtschaftsleben, seine Ausfuhr und Einfuhr, kommen aber auch noch andere Länder wesentlich in Betracht: Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika. Mit diesen beiden Ländern haben wir keine langfristigen Tarifverträge, die auf Leiden Seiten die Tarife fest binden, sondern von Jahr zu Jahr kündbare Meistbegünsti gungsverträge. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind dadurch nicht behindert worden, ihre Zölle wiederholt zu erhöhen, sie haben sogar der Meistbegünstigung eine der allgemeinen Rechtsauffassung bis dahin fremde und sehr einschränkende, ihr den eigentlichen Wert nehmende Deutung beigelegt. Jene Zollerhöhungen und diese Umdeutung ha ben von deutscher Seite ohne Gegenmaßregel hingenommen wei den müssen. Was in den Vereinigten Staaten von Ame. rifa mehrfach geschehen, das kann in Großbritannien über furz oder lang eintreten, sobald dort die Richtung siegreich geworden, die von der Politik der offenen Tür" abgehen und einen die eigenen Kolonien bevorzugenden DifferentialZolltarif einführen will. Solchen Vorkommnissen und Mög. lichkeiten will das Reich unter tunlichster Ausdehnung und Sicherung eines anderweiten Absatzgebietes entgegentreten können, und darum erhalten die jetzt dem Reichstag vorgelegten sieben Handelsverträge erst in ihrer Gesamtheit den vollen Wert. Diese sieben Verträge zusammen sollen die Bafis abgeben für etwaige langfristige Handelsverträge auch mit Amerika und England, oder zum mindesten für„ Reziprozitäts" oder„ Gegenseitigkeits- Verträge", die dem Reich freie Hand lassen, auf Verkehrserschwerungen oder Zollerhöhungen schnell in gleicher Weise zu antworten. Der Krieg in Oftalien. warum Zur Gen Der dem wurf der Regi fanntlich aud fteuer bor. Gintrittsfarten fowie für Sc mit fünf Pfer Sechs Monate lang ist man in Rußland ohne Minister des Innern ausgekommen; sechs Monate lang hat man in Rußland um den neuen Minister des Innern und sein politisches Programm gefämpft. Der Kampf wurde nur zum kleineren Teil durch Straßenemeuten geführt; der entscheidende Teil vollzog sich in Sizungen, die wohl manchmal nicht still, aber immer verschwiegen blieben. Warum jetzt geschieht, was damals unterblieb jetzt für richtig angesehen wird, was man zehn Tage zuvor um den Preis von Hunderten von Menschenleben verhindern zu sollen glaubte niemand weiß es. - von weniger follen der B ungen im folche, die a während W hierfür bef Borstellunge oder gemein fteuer durch Tanzsteuer Mufit ftatt Personenber neben der und zwar f Und doch ist es möglich, daß der Wechsel im russischen Ministerium des Innern eine Wendung anzeigt. Zar Nifolaus II. hat, wie erwähnt, an dem Tag der Entlassung des Fürsten Swiatopolf- Mirsky eine Arbeiterabordnung empfangen. Damit ist angedeutet, daß eine neue Politik befolgt werden soll, die aber gleichwohl mit den Bestrebungen des Welches diese Fürsten Swiatopolf- Mirsky sich nicht deckt. Politik sein wird, ist noch nicht offenbar geworden. Vielleicht bringt der Name des neuen Ministers des Innern eine Aufflarung. Einstweilen ist nur für den Wunsch Raum, daß der jüngste Entschluß des Zaren weiteres Unheil schließen und Rußland auf die Bahn ruhiger und gedeihlicher Reform führen werde. Der sensationellen Meldung von dem Arbeiterempfang durch den Zaren ging eine andere Meldung unmittelbar vorauf: daß der Minister des Innern Fürst SwiatopolfMirsky ,, wegen zerrütteter Gesundheit" seinem Antrag gemäß aus seinem Amt entlassen" worden. Hierüber liegt uns nachstehender Bericht vor: In Tokio knüpft man an den Fehlschlag des Kuropatkinschen Vormarsches große Hoffnungen. Man glaubt allen Ernstes, daß ein russischer Rückzug über Mukden hinaus die unausbleibliche Folge der jezigen strategischen Konstellation sein werde. Ueber diese selbst wird aus Tokio gemeldet: Die Entlaffung des fürften Mirsky. Petersburg, 1. Februar. Der Stand der Streikbewegung. aus Die russischen amtlichen Nachrichten über die Stimmung in den westlichen Arbeiterzentren Rußlands Tauten sehr beruhigend. Wenn man ihnen glauben darf, sind in Windau( Kurland), Mitau und Kowno die Ausstände beendet, ohne daß es zu Ausschreitungen kam. In Windau hätten die Arbeiter, nachdem ihnen die Erfüllung eines Teiles ihrer Forderungen zugesagt worden, sich wieder zur Arbeit gestellt. Vorher muß es aber gerade hier übel genug ausgesehen haben, da auch die Eisenbahnangestellten sich dem Streit angeschlossen hatten, alle Geschäfte und Banten in der Stadt gesperrt waren. Schlimmer muß es in Warschau aussehen, wo der Ausstand sich auf alle Fabrikbezirke der Stadt ausgedehnt hat, Läden und Komptoirs nur teilweise geöffnet sind, die Zeitungen, mit Ausnahme des„ Warschawski Dnewnik" und der Polizeizeitung, seit dem 1. Februar ihr Erscheinen eingestellt haben. Auch ist der Versuch gemacht worden, die Eisenbahnbeamten in den Streit hineinzuzichen. Die Mitteilung, daß der Minister des Innern Fürst Swiatopolf- Mirsky entlassen wurde, hat nirgend Ueberraschung hervorgerufen. Man wurde durch sie erinnert, daß Fürst Swiatopolk- Mirsky nur dem Namen nach ein Amt bekleidete, das in Wahrheit seit Monaten nicht eristierte. Nur das zeitliche Zusammenfallen der Entlassung des Ministers mit dem Entschluß des Arbeiterempfangs mußte Aufsehen erregen, denn wenn an den Fürsten Swiatopolf- Mirsky sich überhaupt eine Hoffnung oder Erwartung geknüpft hatte, so war es die, daß gerade er erwirken werde, was jetzt geschehen ist, nachdem er gegangen. Ein positiver Erfolg des japanischen Vormarsches ist der, daß Kuropatkin gezwungen wurde, alle Stellungen im Umkreis von ungefähr 9 Meilen von Heckontar aufzugeben; infolge des gefrorenen Erdbodens und der großen Kälte ist es zurzeit tatsächlich unmöglich, neue Befestigungen oder Unterkunftsstellungen anzulegen. Die russischen Verluste bei den Gefechten vom 25. bis 29. Januar werden jetzt auf 36 bis 42 Tausend, die der Japaner auj rund 7000 geschätzt. 10 000 Tote haben die Russen auf den Schlachtfeldern zurückgelassen. Unter normalen Verhältnissen hat ein Ministerwechsel in Rußland noch weniger Bedeutung als anderwärts. Eine Aenderung in der Politik des Zaren ist möglich, ohne daß eine Aenderung in dem Personenstand des Ministeriums eintritt; und wenn der Wille des Zaren die gleiche Richtung behält, so bleibt die Einführung eines neuen Mannes" ohne Bedeutung. Prinz Karl Anton von Hohenzollern ist nach Liaujang am 28. Januar von Port Arthur zurückgekehrt. Der Zar gegen alle Friedensvorschläge. Private Nachrichten aus Warschau lauten sehr widersprechend, die einen konstatieren wohl das Vorhandensein einer gewissen Erregung und mancher Unzuträglichkeiten im öffentlichen Verkehr; andere erzählen von schlimmsten Greuelszenen. Möglich, daß beide recht haben. Es ist selbstverständlich, daß in so unruhigen Zeiten der friedliche Bürger sich noch mehr als sonst in seinem Haus oder im Bezirk hält und demgemäß bei dem Mangel an Zeitungen Gegenwärtig aber sind die Verhältnisse in Rußland nicht normal, sie sind es während der ganzen Amtsdauer des Fürsten Swiatopolk- Mirsty nicht gewesen. Nach der Ermordung seines Vorgängers Plehwe im August vorigen Jahres berufen, sollte Fürst Swiatopolt- Mirsky eine Aera der Begütigung, der ruhigen Reform einleiten. Er ist nicht dazu gekommen, irgendeine bestimmende Tätigkeit auszuüben. An dem Streit um Erhaltung oder Modifizierung des Selbstherrschertums hatte er keinen Anteil. Dieser Streit wurde von Stärkeren geführt, als er war. Die Gerüchte, die immer wieder auftauchen, als sei die russische Regierung geneigt, auf Friedensvermittelungen einzugehen, erfahren jetzt von der allerberufensten Seite, durch den Zaren selbst, ihre gründliche Widerlegung. William For, der große englische Verfechter des Schiedsgerichtsgedanfens, hatte sich an den zaren gewandt und ihm vorgeschlagen, dem Krieg durch ein Schiedsgericht ein Ende zu machen. Er erhielt darauf vom Privatsekretär des Baren folgenden Brief aus Barskoje- Sielo vom 23. Januar: überidretten ungen, die in befondere Her werden. Von born Sweifel ausge haupt dabon Billetsteuer zur weil eine weit Gemeinden se Wir haben f Steuern dara nur zu sehr Boltes zu darum auch nicht erfährt, was in der nächsten Straße geschieht, nicht sieht, daß dort arge Ausschreitungen vorkommen. Man darf auch nicht vergessen, daß gerade im Bereich des vormaligen Königreichs Polen sich sehr leicht willige Federn für Schreckensschilderungen finden. So berichten mehrere Zeidaß in der Chlodnagasse in tungen übereinstimmend, Warschau Arbeiter einen Brotwagen angehalten hätten, Kosaten im Laufschritt herbeigeeilt wären, um die Arbeiter zu verjagen. Ein wilder Kampf habe sich entsponnen, bei dem zwei Arbeiter, eine Frau und ein zehnjähriges Mädchen getötet wurden. Eine Dame, die das vom Balkon ihres Hauses angesehen, habe in Empörung auf die Soldaten ge= schossen. Darauf seien zwei Gendarmen in das Haus gedrungen und hätten die Dame mit Gewehrkolben niedergeschlagen. Die Gendarmen wieder seien auf der Straße Sicher von dem wütenden Volk förmlich zerfetzt worden. ist, daß mancher Einwohner Warschaus, der sich nicht auf die Straße wagt, buchstäblich Not leidet und in seiner Wohnung warten muß, bis sein Hunger größer ist als seine Furcht. Nach amtlichen Meldungen vom Mittwochabend ist ein Wandel zum Besseren bemerklich. Die Dolitik. ungsvorlage bemittelte auf diefem Friedb. 3tg. einer Billet nur Rückfight, um arme, ba und nicht um ( und sei es Landbewohner pielen. Wir O Der preußische Landtag wird sich noch einige Wochen gedulden müssen, ehe er die Berggesek- Novelle berät. Die vom Handelsminister Möller gefeßte zweiwöchige Frist wird kaum ausreichen, die Vorarbeiten zu Ende zu bringen. Einstweilen sind fünf preußische Berghauptleute nach Berlin berufen worden, um ihr Gutachten abzugeben. Der Minister des Innern in Rußland ist sonst ein mäch tiger Mann, der tief in die Geschicke des Landes und seiner Einwohner einzugreifen vermag, der im Guten wie im Bösen großes zu wirken imstande ist. Nach Plehwes gewaltsamem Tod hatte gleichsam eine Suspendierung des Ministeriums des Innern stattgefunden, und diese Suspendierung ist nachmals durch die Einsegung der Diktatur in Petersburg, Mosfau und Warschau auch beinahe formal bestätigt worden. Die hauptsächlichsten Befugnisse des Ministers des Innern waren in den wichtigsten Bezirken auf Generalgouverneure übergegangen. Der Titularminister mußte schon vorher sich auf die Rolle eines Zuschauers da beschränken, wo ihm eigentlich die Führung gebührt hätte. Wiederholt suchte er deshalb seine Entlassung nach, die ihm wiederholt verweigert wurde. Er mußte in seinem Ressort geschehen lassen, was er nicht angeordnet hatte; er durfte in seinem Ressort nicht anordnen, was er für richtig hielt, und schließlich nahm man ihm den größten Teil seines Ressorts selbst fort. Man duldete nicht, daß er der Revolution, die sich deutlich genug angemeldet hatte, vorbeugend entgegentrat; man ließ ihn die Vorstellungen der Hauptstädtischen Semstwos( Bürgervertretungen) weder unterdrücken noch) billigen; man verbot ihm Aufstellung und Kundgebung eines Programms, das auf bestimmte Ziele deutlich hinwies; und als endlich die Revolution ausgebrochen war, schob man nicht seine Person allein, nein, mit seiner Person auch sein ganzes Amt zur Seite. Unter solchen Umständen ist die zerrüttete Gesundheit" glaublich, mit der amtlich die Entlassung begründet wurde. Oefterreich- Ungarn. nadfichtig zu geht nun mal Man darf nu Landorten die auch nur ein fommen. Wa Der Ausfall der ungarischen Parlamentswahlen ist für das seitherige Ministerium noch weit ungünstiger gewesen, als man nach den ersten Meldungen geglaubt hatte. Zwar stand von vornherein fest, daß die Niederlage des Grafen groß genug sei, um seinen Rücktritt zu erzwingen. Man hatte aber keinen Anlaß zu der Annahme, daß die liberale Partei völlig aus ihrer maßgebenden Stellung berdrängt sei. Jetzt ist nun festgestellt, daß in das Abgeordnetenhaus neben 151 Liberalen 159 Anhänger der Kossuthpartei, 27 Dissidenten, 24 Volksparteiler ihren Einzug halten, Graf Tisza hat auch schon seine Entlassung eingereicht, Graf Julius Andrassy ist zum Kaiser Franz Josef befohlen worden, um den Auftrag zur Bildung eines neuen Kabinetts entgegenzunehmen. Genuß auch no mit den geifti Man wende 50 Bfg. iteu Die Steu Für die Das Hofthe Es fämen d Worms, Ba wird die S 50 fg. nur zu Gute fom den Steuern, teuern; ihre gemeine Able Was die bieler Worte, ftaatlicherfeits auf Lanzbelu inficht bereit euer wird de Das Anwachsen der Kossuthpartei, die eine vollständige Trennung Ungarns von Oesterreich sich zum Ziel gesetzt hat und der Habsburgischen Dynastie feindlich gesinnt ist, würde auf bevorstehende schwere Kämpfe hindeuten, wenn die Kossuthpartei in allen ihren Mitgliedern wirklich ihr Programm durchzuführen gewillt wäre. Das ist aber nicht der Fall. Der ganze Wahlfeldzug stellt einen Streit innerhalb der herrschenden ungarischen Aristokratte dar, die bisher fast durchweg sich liberal nannte, während sie jeẞt, in Folge persönlicher Zwistigkeiten einzelner Führer, in verschiedene Lager sich gespalten hat. Die neuen Kossuth- Männer sind in der Hauptsache nur verkleidete liberale Tisza- Gegner. In dem Familienstreit der Tiszas und der Andrassys um die Hegemonie sind diesmal die Andrassys die stärkeren gewesen. Das ist alles. Im übrigen bleibts beim alten. fozialethi abgelebr Der on R. Go Berga berten fidh aut to zahlreld nördliche un ausschließlid Dortmund berichtet, fo der dortige feiner and Märchen b lächerlich Menschen ift erflärlic allgemeiner fchlecht beha bellagen fid ihnen die L find nur ein Wenn di o muß das M Bethier liegen. Cigungen bild Dad bertreten foziale, bie alle Organisation a Prud ausüben rigte fich diefes topolt Mirsky n Wirklichkeit are Amtsfüh he Nachfolger t. Von dem einmal, was nicht gerade es vielleicht dschaften be ohne Minister g bat man in und sein poliurde nur zum : der entschei ohl manchmal I im ruffische igt. Bar Entlaffung es ordnung emp Politik befolgt trebungen des Welches diese en. Vielleicht ern eine Auf Raum, daß Inheil ausund gedeihgung. die Stimmung Rußlands glauben darf, tono die Aus ngen fam. In die Erfüllung den, sich wieder erade hier übel bahnangestellten Geschäfte und immer muß es auf alle Fabrit und Komptoirs mit Ausnahme zeizeitung, feit aben. Auch iff beamten in den n sehr wider Vorhandenjein träglichkeiten im on schlimmsten Es ist selbst der friedliche Haus oder im Ian Zeitungen geschieht, nicht n. Man darf 2 bormaligen Federn für mehrere Zei lodnagasje in halten hätter um die Arbeit entiponnen, h ähriges Mädche m Balkon ihre die Soldaten ge n das Haus ge rfolben nieder auf der Straße worden. Sicher fich nicht auf die jeiner Wohnung jeine Furcht chabend ist ein einige Wochen ge velle berät. Die öchige Frift wird bringen. Ginft nadh Berlin be mentswahlen ist ungünstiger ge geglaubt batte e Niederlage des tritt zu ergioingen. Annahme, daß die nden Steng ber in das ord hänger der Kathy hren Einzug halten ng eingereicht, Graf ef befohlen worden euen Slabinetts ent ie eine vollständige zum Ziel gefest bat nbeuten, wenn die gefinnt ist, würde en wirklich ihr Pro as ist aber nicht der men Streit innerhalb bar, die bisher faft fie jest in Folge offuth- Männer find le Tisza- Begner. In Andraffye um die die ftärteren gewefen rer, in berfchiedene m alten. Zur Gemeindesteuerreform in Hessen. Der dem Landtage zugegangene Ergänzungsent wurf der Regierung zur Gemeindesteuerreform fieht befanntlich auch eine Billetsteuer und eine Tanzsteuer vor. Die Billetsteuer soll erhoben werden von Eintrittskarten für theatralische Vorstellungen aller Art, sowie für Schaustellungen von Sunstreitern und zwar mit fünf Pfennig von je einer Mart. Eintrittskarten von weniger als 50 Pfennig find abgabenfrei. Ferner sollen der Billetsteuer nicht unterliegen: Aufführ ungen im Hoftheater zu Darmstadt und solche, die auf öffentlichen Straßen und Plägen, sowie während Messen, Märkten und Volksfesten auf den hierfür bestimmten Pläzen abgehalten werden. Vorstellungen, deren Reinertrag für einen wohltätigen oder gemeinnüßigen Zwed bestimmt ist, kann die BilletDie steuer durch die Bürgermeisterei erlassen werden. Die Tanzsteuer darf bei Tanzbeluftigungen, die bei bezahlter Musik stattfinden( seien sie von Einzelpersonen oder Personenvereinigungen irgend welcher Art veranstaltet) neben der staatlichen Stempelabgabe erhoben werden und zwar soll sie den Betrag der Stempeltage nicht überschreiten. Nicht abgabenpflichtig sind Tanzbeluftigungen, die in Privatwohnungen oder im Freien ohne besondere Herrichtung eines Tanzbodens abgehalten werden. Bei Von vornherein müssen beiden Steuern gegenüber Zweifel ausgedrückt werden, ob die Gemeinden überhaupt davon Gebrauch machen. Einerseits, weil die Billetsteuer zumeist nichts einbringen und andererseits, weil eine weitere Belastung der Tanzluftbarkeiten die Gemeinden selbst nicht unerheblich schädigen würde. Wir haben schon bei der Ankündigung dieser neuen Steuern darauf hingewiesen, daß eine Billet steuer nur zu sehr geeignet sei, das Bildungsbedürfnis des Volkes zu hemmen. Um so merkwürdiger muß es darum auch berühren, in der Begründung der Regterungsvorlage von einer Rücksichtnahme auf das minderbemittelte Publikum zu lesen. Ja, wenn die Regierung auf diesem Standtpunkt steht, so schreibt die„ Neue Friedb. 3tg.", dann durfte sie überhaupt nicht mit etner Billet- oder Tanzsteuer fommen. Warum denn nur Rücksicht, wenn es sich um ein Kasperletheater oder um arme, vagirende Turn- und Seilfünstler handelt und nicht um Rücksicht, wenn irgend ein Theaterdirektor ( und sei es selbst der einer Schmiere) riskiert, den Bandbewohnern im Gasthofe Soundso Komödie vorzuspielen. Wir sind gewiß die Lezien in Kunstdingen nachsichtig zu sein. Aber ein Residenztheater Ensemble geht nun mal nicht in den Odenwalt oder Vogelsberg. Man darf nur froh sein, wenn in weltabgeschiedenen Landorten die Bewohner etwas von Kunst( und sei es auch nur ein Schein davon) zu sehen und zu hören betommen. Warum diesem Publifum einen so seltenen Genuß auch noch zu verteuern, das ohne dies nur dürftig mit den geistigen Interessen der Nation verbunden ist. Man wende nicht ein, daß ja die billigeren Pläge unter 50 Pfg. steuerfrei bleiben sollen. Dann wird eben Die Steuer nichts einbringen. Für die Städte liegt die Sache nicht viel anders. Das Hoftheater in Darmstadt ist von der Steuer befreit. Es fämen dann noch in Betracht die Theater in Mainz, Worms, Bad- Nauheim, Gießen und Offenbach. Hier wird die Steuerfreiheit für Pläge von weniger als 50 Pfg. nur einem ganz geringen Teil des Publikums zu Gute kommen. Die Billetsteuer gehört deshalb zu den Steuern, welche die Mittel zur Geistesbildung verteuern; ihre Nachteile find so einleuchtend, daß sie allgemeine Ablehnung verdient. Was die Tanzsteuer betrifft, so bedarf es nicht vieler Worte, um eine Ablehnung zu motivieren. Die staatlicherseits zur Wirkung gelangende Stempeltage auf Tanzbeluftigungen hat in verkehre wirtschaftlicher Hinsicht bereits ungünstig gewirkt. Eine weitere TanzSteuer wird den Zuzug noch mehr abhalten. Und auch aus sozialethischen Gesichtspunkten muß diese Verkehrsfteuer abgelehnt werden. Der Streit im Ruhrrevier.*), Eine kritische Betrachtung bon R. Goebel, Dipl Berg- Ingenieur zu Gießen. Die Bergarbeiter im Ruhrkohlenbezirk sind aus den verschiedensten Elementen zusammengesetzt. So finden fich außer Italienern vorzugsweise Polen vor. Wie zahlreich diese auftreten, ergibt sich daraus, daß das nördliche und nordöstliche Biertel von Dortmund fast ausschließlich polnisch spricht. Wenn man nun die in Dortmund so häufig Nachts ausgeführten Nohheitsdelikte berichtet, so wird man bei der großen Aufgeklärtheit der dortigen Bergleute, die in dieser Beziehung mit feiner anderen Berufsklasse zu vergleichen sind, das Märchen von der schlechten Behandlung der Leute nur lächerlich finden. Das bei der großen Zahl von Menschen auch einmal über die Schnur gehauen wird, ift erklärlich. Deshalb braucht man aber nicht zu verallgemeinern, daß die Berglente von Seiten der Beamten schlecht behandelt würden. Die einheimischen Arbeiter beklagen fich ja selbst über die sog." Bolacken", die ihnen die Löhne verderben. Diese fingierten lagen find nur ein Mittel zu einem anderen Zweck. Wenn die Lohnfcage im Prinzip nicht mitspielt, so muß das Motiv zu diesem Streit auf einem and.cen Gebiet liegen. Ein Zug der Zeit ist es, daß sich Vereinigungen bilden, um ihre Rechte mit größerem Nachbrud bertreten zu können. Ueberall bilden sich Arbeiterbereine, soziale, christlich- soziale und sozialdemokratische usw., die alle den entgültigen Zweck verfolgen, durch Organisation als geschlossene Wasse einen größeren Druck ausüben zu fönnen. Nach dem Streid 1889 zeigte sich dieses Vertreten und bildete sich in jüngster Zeit in ungeahntem Maaße aus. Besonderen Anteil| Erscheinen. Nicht selten werden gange Familien daran behieran bat felbstverständlich die Sozialdemokratie, welche in der Arbeiterorganisation einen Machtfaktor ersten Ranges schuf. Und dieses Streben nach völliger Organisation ist es, was nur noch eine staatliche Sanktion erhalten will, um auch noch außer mit rechtlichen Mitteln ausgestattet und als selbstständiger Stand gebilligt, nun als Gesegegebender, Verordnung erlassender Faktor, der mit allen Rechten des Einspruchs gegen eine Verfügung von oben ausgerüstet ist, aufzutreten. Dies ist die Veranlassung zu dem Streit, der zu ungeahnten Folgerungen Anlaß gibt. Schon seit längerer Zeit besteht dieser prinzipielle Gegensatz zwischen Arbeitgebern und-nehmern und wir wollen sehen, ob diese Kluft jemals auch nur in gemildeter Form gutwillig überbrückt werden kann. Nehmen wir an, die Arbeiterschaft ist völlig organisiert und deren Ausschuß als stimmberechtigtes Mitglied bei den Zechenverwaltungen zuge= lassen. Zur grassen Beleuchtung der Sachlage werde nun von Seiten der Verwaltung vorgeschlagen, es solle, da die Produktion im Sommer im Gegensatz zur Winterproduktion bedeutend geringer ist, eine Einschränkung der Förderung stattfinden und demzufolge auch eine Arbeiterveränderung eintreten. Wird dieser Notwendigfeit der Verminderung der Bergleute den Genossen der Arbeitervertreter nicht stattgegeben, so muß die Zeche mit unverminderter Produktion auf Stapel arbeiten und die Kohlen verlieren durch Entgasung an Heizkraft, sie müssen billiger verkauft werden als sie gefördert wurden. Oder es solle eine Herabseßung der Löhne infolge sehr ungünstiger Konjunktur der Industrie eintreten. Es ist nach Lage der Dinge vorauszusehen, daß von seiten der Arbeiterschaft auch nicht die geringste Lohneinbuße auf sich genommen werden wird. Sofort wird, und dies gerade im Ruhrbezirk, die sozial demokratische Presse gegen die Kohlenbarone Stellung nehmen. Ist dieser Streit mit Erfolg durchgeführt d. H. hat die Arbeiterschaft das Recht, mit zu beraten und mit zu beschließen, und letzteres ist dort wohl der Endzweck der ganzen Bewegung, so wird, wie die Zechenverwaltungen eine den Arbeitern unbequeme Maßnahme treffen, ein erneuter Streif die Antwort sein. Fragen wir, ist dieser Zustand so beneidenswert, seine mit Mühe und großen Kosten in's Leben gerufene und in Stand gehaltene Zeche durch derartige Gewaltatte bernichtet zu sehen? Wo glaube, jeder Fabrikherr wird sich energisch dagegen verrechnen, daß er andere in seine Angelegenheit hereinsprechen läßt. Selbst der Landwirt verzichtet darauf. ng folgt.) ( Fortsetzung folgt.) Lokales. 2. Februar 1905. *** Zu Ehren der Vermählung unseres Groß herzogs mit der Prinzessin Eleonore zu Solms- Hohensolms- Lich haben heute die öffentlichen zahlreiche private Gelände Flaggenschmud angelegt. 12 Uhr ertönte von den Türmen der Stadt- und Johannisfirche in Gießen Choralmusik. Um ** Uebertragen wurde am 25. Januar dem Schullehrer Otto Müller zu Schlitz, eine Lehrerstelle an der Ge meind schule zu Groß- Gerau. ** Der Finanz- Ausschuß der Zweiten Kammer der Stäude ist am Dienstag zur Beratung einiger spruchreifer Fragen zusammengetreten, auch der Sonder- Ausschuß für die Vorlage betreffend Bildung einer Landwirtschaftstammer tagte vorgestern unter dem Vorsiz des Präsidenten Herrn Geheimen Regierungsrat Haas gemeinsam mit der Regierung und setzte gestern seine Beratungen fort. zu * * Die Festvorstellung im Stadttheater teßen morgen Freitag beginnt ausnahmsweise nicht um 8 Uhr, sondern um 7½ Uhr pünktlich. Es sei hierauf nochmals hingewiesen, damit Störungen durch ZuDer Autor der„ Anna spättommen vermieden werden. - von Hessen" Herr Professor Birt aus Marburg wird der Vorstellung beiwohnen. * Wie ungezwungen und Verurteilslos der Verkehr der Glieder des fürstlichen Hauses, aus dem unsere Großherzogin Eleonore stammt, mit der Bevölkerung ist, geht aus folgender fleinen Begebenheit hervor. Ein Reisender, der jedes Jahr zu wiederholten Malen nach Lich kommt, war von einigen seiner Kunden eingeladen worden, einer abendlichen Regelpartie beizuwohnen. Er kam etwas später als die anderen, fand dort einen älteren Herrn in Jägertracht, dem er sich vorstellte, dessen Namen er aber, wie es bei Borstellungen meistens geht, nicht verstand. Er unterhielt sich lebhaft mit ihm, erzählte im Reisewiße und suchte ihm den Gewinn( der Einsaß betrug 10 Pfennig) nach Kräften streitig zu machen. Die beiden hatten sich schon recht angefreundet, als um die späte Abendstunde ein Diener erschien, und dem Herrn im Forstrock die Meldung brachte, Als für„ Durchlaucht" sei ein Telegramm angekommen. der erstaunte Reiseontel ein halbes Jahr später wieder nach Lich fam, wurde er vom Fürsten, den er auf der Straße traf, angeredet, und aufgefordert, abends doch wieder zur Regelbahn zu tommen, und ihm neue Wze zu erzählen! Daß unter diesen Umständen sich in allen Schichten eine unbegrenzte Anhänglichkeit bemerfbar macht, braucht dann wohl nicht wunder zu nehmen. u Klein Linden. 1. Februar. Heute Morgen gegen 7 Uhr warf sich hier ein 17jähriger Bursche vor den Personenzug Gießen Köln. Der Bug ging über den Lebensmüden hinweg und zermalmte ihm den Kopf. Ueber die Persönlichkeit des Getöteten, der hier unbekannt ist, fehlt jeglicher Anhalt, da er feinerlei Papiere bei sich trug. §§ Ruppertenrod, 1. Feb. Die Influenza tritt hier in einem Umfang auf wie ähnlich bei ihrem erstmaligen - troffen; in der Oberklasse der Schule fehlen 30 Prozent der Schüler. Die Symptome der Krankheit sind heftiges Kopfweh, Husten, Auswurf, Heiserfeit, Schwäche in den Gliedern, deprimerte Stimmung. ** Groß- Felda. Nächsten Sonntag nachmittags 3 Uhr wird perr Ober- Bergrat Prof. Dr. Thelius einen Vortrag hier im Saale des H. Völzing halten über:„ Unsere Brennstoffe, geologisch und wirtschaftlich". ** Friedberg, 30. Jan. Der vor turzem verstorbene Geh. Kirchenrat D. Diegel hat der Kleinkinderschule 300 Mt. testamentarisch vermacht. Die Stadt hat um Anschluß an das vom Staate für Bad Nauheim geplante Wasserwert nachgesucht. Mainz. Zum Direktor des Stadttheaters wurde in nichtöffentlicher Sigung der Stadtverordnete Marx BehrendLondon gewählt. ** worden. Darmstadt, 1. Feb. Prinz Heinrich von Preußen ist heute Vormittag, eingetroffen und von Seiner Durchlaucht dem Prinzen Ludwig von Battenberg am Bahnhof empfangen Heute mittag 5.23 Uhr werden Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen hier erwartet. Mannheim, 1. Febr. Heute Abend ist hier der Geh. Kommerzentat Heinrich Lanz, Besizer und Begründer der bekannten Maschinenfabrik, gestorben. ** Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, den 31. Januar 1905. Die Staatsanwaltschaft hat gegen ein Erkenntnis Heinrich Henkel daselbst von der Anflage des Berdes Schöffengerichts teßen, wonach der Metzger n, wonach der Metzger gehens gegen das Nahrungsmittelgesetz freigesprochen wurde, Berufung eingelegt. Der Angeklagte ist be schuldigt, daß er der Fleischwurst Stärtemehl zugesezt und solche in den Veifehr gebracht hat. Das Urtetl wurde aufgehoben und auf 20 Mt. Geldstrafe anerkannt. Die Haustererin Marie Klein aus Frankfurt a. M. hat gelegentlich des Ortenberger Marktes ohne obrigkeitliche Erlaubnis Bilder ausgelost. Das Gericht erkannte wegen verbotenen Glückssptels auf eine Geldstrafe von 3 Mt. Der Schlosser Theodor Held von Offenbach hat zu Nidda und Mitchelna u gebettelt und in legterem Orte ein Portemonnaie mit geringem Inhalt gestohlen. Bei seiner Festnahme widersezte er sich und schlug um sich. Wegen Diebstahls und Widerstands wurde auf 4 Monate Gefängnis und wegen Ruheſtörung und Bettelns auf je 3 Wochen Haft, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten ist, erkannt. Der Hausbursche Karl Hof von Usenborn, der auf dem Bingenheimer Forsthaus beschäftigt war, hat an einer technung eine Alenderung vorgenommen und solche quittiert. Wegen Ucfundenfälschung und Betrugsversuchs erhtelt er eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten, die durch die seither erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wird. Der Landwirt Karl Pfannstiel von Dauernheim hat gegen ein Urteil des Schöffengerichts Nidda, das den von ihm wegen Beleidigung verfiagten Bürgermeister Wolf fretsprach, Berufung eingelegt. Das Rechtsmittel war ohne Erfolg, da das Urteil bestätigt wurde. Gegen etn fretsprechendes Urteil des Schöffengerichts BadNauheim hat die Konrad Hartmann II Witwe bon Rödgen Berufung eingelegt. Ihrer, Berufung, die auf Bestrafung des von ihr wegen Beleidigung verflagten Georg Hensel III. abztelte, wurde stattgegeben und auf 10 Mt. Geldstrafe erfannt. Literarisches. *** Bilder auf ingeinägen ist der neueste Fingerschmuck überspannter junger Damen in Amerika, wie das" Buch für Alle" erzählt. auf den Nägeln der Miß Stella Beardsley, einer be Gin Zeitungsreporter bemerfte derartige Bilder auch fannten Operettensängerin in New York, und konnte " sich nicht enthalten zu fragen, ob diese Bilder nun immer auf den Nägeln blieben?, nein," erwiderte die Künstlerin lächelnd, selbstverständlich verändern sich die Bilder, wenn der Nagel wächst, und es ist sehr amüsant zu sehen, wie zuerst die Haare verschwinden, dann die Stien, dann die Augen, die Nase und schließ= lich das Kinn. Es ist äußerst interessant, seine Verehrer auf solche Weise Stück für Stück zu verlieren. Die Nägel wachsen ziemlich schnell, besonders wenn man nicht mit den Händen arbeitet, und in ungefähr vier bis fünf Monaten ist das ganze Bild spurlos verschwunden." Marttberigte. Gießen, 31. Januar. Aus dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Pfb. 0.80-0.90 wt., Huhnereter per Stite 8-9 Bfg., Enteneter St. 7 Bfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg. Erbsen per Liter 21 Pfg., Linjen per Etter 32 Pts., Tauben per Paar Dt. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.60, Sahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänje per Pfd. 55-65 Pfg., Ochsenfleisch per fb. 70-80 fg., Rindfletsch per fb. 62-68 Pfg. per Pfd. Schweinefleisch 60-72 1g. Schweine fletsch gesalzen per fund 0.76 19., stalbfleisch per fb. 70-74 Pfg. Sammelfleisch per Pfd. 50-74 Bfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 b. 6 50 W., Zwiebeln per 3t. Mt. 8.00-10.00, Weistraut 10-15 Bf. per Stüd, Zentner 3-4 Mt. Aepfel per Zentner 6-10 Mr Zwetschen per Zentner 0,00-0.00 Nüsse 100 St. 25-30 Pfg. Milch per Liter 18. Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten brei Stunden der Marktzeit im Umberziehen feilgeboten werden. Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide Verantworila. für die Politik und den Inferatentett: zu Bieben NAUMANNIA- SEIFE mit dem Bala Seilenah undarn! F. G. F. G. F. F. Wir erfüllen hierdurch unsere Pflicht, von dem Ableben unseres lieben Kameraden Herrn K. Müller geziemend in Kenntnis zu sehen. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 3 Uhr statt. Zu sammenkunft bet Kamerad Kremer um 22 Uhr. Lindenstruth. Bekanntmachung. Bur Feier der Vermählung Ihrer Königlichen Hoheiten des Gross herzogs und der Grossherzogin findet am Freitag, den 3. Februar, abends 7 Uhr im hiesigen Stadttheater eine Festvorstellung mit folgendem Programm statt: 1. Jubelouverture von Carl Maria v. Weber, Wigandt. Joh. Seibel Giessen Ludwigsplatz Weinstube. Ausschank v. nur guten reinen Tischweinen Aushilfswärter sofort gesucht. 2. Prolog, gedichtet von Alfred Bock, gesprochen Chirurgische Klinik. bon Frln. Josefine Rottmann vom Frankfurter Schauspielhause, 3. Lebendes Bild: Huldigung an das neuvermählte Paar, 4. Anna von Hessen, ein tragisches Spiel in 5 Aufzügen von Theodor Birt. Wir bitten unsere Mitbürger um recht zahlreichen Besuch der Vorstellung und frühzeitige Entnahme der Eintrittskarten bei Herrn Challier. Gießen, 31. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wir sind genötigt, darauf hinzuweisen, daß nach § 10 des Kinderschutzgesetzes Anzeige bei uns zu erstatten ift, bevor ein Kind in irgend einem Betrieb beschäftigt wird. Diese Anzeige ist auch zu erstatten, wenn Kinder ihren Eltern beim Austragen von Waren, Milch, Zeitungen etc. für dritte Personen helfen. Die Unterlassung der Meldung und Lösung einer Arbeitskarte zieht Bestrafungen nach sich. Gießen, den 29. Januar 1905. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Frühjahrs- Pferdemarkt zu Gießen. Am Mittwoch, den 22. März 1905, vormittags, findet auf den städtischen Marktanlagen nächst der Robheimerstraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen; wegen denselben wolle man sich an Herrn Hotlohntutscher Huhn dahier wenden. Mit dem Pferdemarkt ist eine Ausstellung von Wagen, Geschirren, Stallutensilien, landw. Geräten 2c. in den hierfür vorgesehenen Hallen verbunden und werden hervor ragende Leistungen durch Diplom ausgezeichnet. Außerdem ist eine Der Prämiierung des besten Pferdematerials borgesehen, für welche 1670 Mart zur Verfügung stehen. Prämiierungs und Ausstellungsplan ist von Herrn Weinhändler Die Preisverteiluna erAuguft Schwan zu Gießen zu beziehen. Omnibus folgt im Anschluß an die Prämiierung um 122 Uhr. verbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplaß und zurüd. Von 10 Uhr ab Konzert und Restauration auf dem Marktplay. Gießen. Original Holz- Versteigerung im Gießener Stadtwald. Jagd- Verpachtung. Mittwoch, den 8. Februar 1. J8., vorm. 10 Uhr Montag, 6. Februar 1905, soll die hiesige Gemeinde- Forst- und Feldjagd auf weitere vormittags 9% Ube beginnend, 6 Jahre in der Wirtschaft des Joh. Mölcher dahier werden im Gießener Stadtwald in den Distrikten Förstersbrunnen, verpachtet werden. Steinrutsche und Lache versteigert: 56 Rm. Buchen- Scheitholz, 15 " 6 " 32,5 H 34 21 " " " " 17 17 " " 1 24,5 45 15 15 1070 180 " Hainbuchen Rund Scheitholz EichenHainbuchen- Scheitholz Buchen- Knüppelholz, Hainbuchen- Knüppelh. Das Jagdgebiet grenzt an die Bahnstation Weichartshein. Bardenbach, den 1. Februar 1905. Großh. Bürgermeisterei Lardenbach. Lein. Eichen- Knüppelholz, Holzversteigerung in der Fürstl. Eleper Knüppelholz, Buchen- Stockholz Hainbuchen- Stocholz Eichen- Stockholz, 660 Wellen Buchen- Reisig, Hainbuchen- Reifig. Etchen- Reifig, 2 Die Zusammenkunft ist auf der Licher: Straße an der 8. Schneise. Gießen, den 30. Januar 1905. Gr. Bürgermeisteret Gießen. J. V.: Curschmann. Bügelkursus. Glanzbügeln fann man binnen 4 Wochen gründlich erlernen. Auf Wunsch nachmittags. Gießen, Afterweg 43. II. Einen Lehrling Ludw. Frant, Grünberg sucht Schmiedemeister. Eintritt sofort oder Ostern. Bilfe. Blutflod. Timerman Oberförsterei Lich. Montag, den 6. Februar, von vorm. 9% Uhr an im Distrikt Meilbach: Scheiter: 90 Rm. Buchen( dabei 2 Nm. Werkscheiter), 6 Nm. Kiefern( rund); Knüppel: 172 Am. Buchen( meistens Stammfnüppel), 114 m. Eichen, 6 Am. Nadelholz; Stöde: 32 Nm. Buchen, 17 Rm. Eichen, 20 Nm. Nadelholz; Wellen: 3950 Buchen( dabet 2200 Forstwellen), 5000 Eichen( dabei 4200 Forstwellen), 200 Nadelholz, - 4 Kiefern- Schnittholz( 36 bis 42 cm Durchm.) 5,87 Fftm. 25 Kiefern- Bauholz= 24,58 Fftm. 99 Eichengrubenholz= 17,11 Fstm.( Wagnerholz, Pfostenholz 2c.). - Cirka 200 Fichten- Derbftangen= 10,11 stm. Cirka 400 Fichten- Reisstangen - 3,80 Fftm. Die Zusammenkunft ist auf dem neu angelegten Weg in der Nähe der alten Feuerstelle. an, Dienstag, den 7. Februar, bon vorm. 92 Uhr Damburg Fichteftr. 33. 29 Rm. Buchen, 52 Rm. Eichen, 11 Rm. Birken; Stöde: 1 Rm. Eichen, 3 Nm. Birken; Wellen: 4880 Buchen, ( dabet 4400 Forstwellen nahe der Hauptschneise), 1480 Etchen( dabet 500 Forstwellen), 300 Hartlaubholz, 900 Fichten. in den Diftriften Kellersberg u. Söler: A nüppel: Man beachte die Fabrikmarke. SINGER Am 23. März nachmittage 2 Uhr, findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Haushaltunas- und Gebrauchsgegenständen. Der Generalvertrieb der Lose á 1 Mt. ist dem Herrn Richard Buchacker dahler übertragen. Gießen, 14. Januar 1905. Die städtische Pferdemarkt- Kommission. Jean Kirch. Arbeitsvergebung. Die zur Herstellung zweier Schulräume im Erweiterungsbau des Realgymnasiums erforderlichen Maurer, Schloffers, Glaser, Schreiner, Weißbinderarbeiten und Eisenlieferung sollen Samstag, den 4. Februar d. Js. bormittage 11 Uhr öffentlich bergeben werden. Zeichnung, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bis zum genannten Zeitpunkt bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 28. Januar 1905. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. THE SINGE TRADE MANFG.CO MAR Nähmaschinen Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Gießen, Lindenplatz 1 Zur Anfertigung von Drucksachen 0 aller Art empfiehlt sich die Buchdruckerei von Albin Klein Glessen Seltersweg 83. PALMIN feinste Pflanzenbutter unübertroffen zum kochen, braten. backen 50% Ersparnis gegen Butter! Ernst Cballier( Rudolphs nacbf.) Giessen. Special- Geschäft für Musikwaren aller Art. Grosse Auswahl, solide Preise. Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. Musikalien- Handlung und-Leihanstalt Spezialität: Billige Ausgaben. S 1207 Fichten- Derbstangen 49,40 Fftm.( alle Sortimente Derbstangen- Prinzenstück). 405 Fichten Reisstangen= 7,02 Fitm. Die Zusammenkunft ist auf dem Schnittpuukt des Vicinalwegs Lich- Garbenteich und der Waldstraße Kolnhausen- Höler. Holzversteigerung. Montag, den 6. Februar d. J. werden aus den Distrikten Hain, Lange, Buchen, Ochsenstall, Wirberger Waldlache, Hoherod, Laubachskopf, Steinfaute, Sohl wald, Kaulhain, Alter Haag und Beltershainer Wald der Forstwartei Reinhardshain versteigert: Stämme: 1 Eiche II. Sel.( 50-59 cm mittendurchm.) 1,32 Fftm., - Mr. 29 3nfertionope Beffen, bie Strell Rell Rebattion u Wa Bon unje In Lichtenbe ein Dienstmädche Die Polizei fept Preis von tause galt als feststeh hens fehlte. der sich nicht b berichmäht hat geringwertige leicht einzusch Man jud Ermordeten, Dienstherrn. Schnelligkeit. Der Diensther gewesen, und diefem Inffintt Der Dienit feiner Gartena Dorbestraften, g fchen. Der Ve des Burschen ve beitam, als der Er wusch und r eud auf dem Auf Fragen der rend der Mordr Bwar leugnete ihm den Mord ficht fam einem auf jeinen Be Wunde an der wollte, galt er Beinkleider n atmete auf: Vierundz 4 Fitm. ständig bersch entlaffen, feir Bweifel. Bur 2 Eichen III. I.( 40-49 cm mittendurchm.)= 2,45 Fftm., 3 Eichen IV. I.( 30-39 cm mittendurchm.)= 1,51 Fstm., 40 Etchen V. Kl.( unter 30 cm mittendurchm.)= 14 ftm., 6 Buchen IV. Kl.( 30-39 cm Mittendurchm.) 3 Buchen III. Kl.( 40-49 cm mittendurchm. 2,65 Fftm., 1 Kiefer III. I.( 30-39 cm mittendurchm.) 1 Fftm., 16 Kiefern IV. I.( 20-29 cm mittendurchm.)= 4,55 Fftm., 1 Lärche IV. KI. 1 Fstm., 5 Fichten III. Kl.( 30 bis 39 cm mittendurchmesser) 7 Fftm., 68 Fichten IV. Al. ( 20-29 cm Mittendurchm.) 40 Fftm., 176 Fichten V. Kl.( unter 20 cm mittendurchm.)= 45 Fftm., 16 Weißtannen V. I.( unter 20 cm mittendurchm.)= 2,58 Fftm. Derbstangen: 18 Fichten I. I.( 11-14 cm. Mittendurchm.)= 1,76 Fftm., 5 Weißtannen I. I.( 11 bis 14 cm mittendurchm.)= 0,47 Fm., 2 Weißtannen II. AL ( 8-10 cm mittendurchm.) 0,12 stm. - = Zusammenkunft bormittags 9 Uhr im Diftrift Ochsenstall bet Geilshausen bei Stamm Nr. 1204. Nur das Holz im Distrikt Ochenstall 2 wird bei der Vers Die Nummern des zur Ver steigerung vorgezeigt. fteigerung fommenden Holzes sind blau unterstrichen. Nummerauszüge werden Käufern größerer Holzquantitäten bet rechtzeitiger Bestellung fostenlos zugestellt. Grünberg, den 28. Januar 1905. In Giessen: Gg. Carl Volk. Großh. Oberförsterei Grünberg. Schober. Grosse WohltätigkeitsGeldLotteric d. Krankenpflege- Anstalten v. r.Kreuz, Strassb. i- E. Ziehung in kurzer Zeit, 6052 Baargewinne M. 70000 ohne Abzug. 1. Hauptg. M. 20000 2. Hauptg. M. 10000 3. Hauptg. M. 5000 6049 Bew. 35000 Los 1 M. Portu.List. 30Pf. ZUS. 11 Lose 10 Mk. versendet das Gen.- Debit J. Stürmer, Strassb.E. Giessen: R. Buchacker, W. Semmler. In Giessen: Ph. Weiler. Schlosser- Lehrling sucht M. 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