a ein ſtau uden rt in bin Beit ja oher nden Be An Mart chtes ch!" fo ittelhaft 5- gen tor, ben bent imal !" ด Berlinter ei jedem Schritte schauten sie sich ängstlich um, rippelten sie auf dem sich schlängelnden Pfad Dermeintliche Gartenfchädlinge. Nr. 101. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362. Montag, den 1. Mai 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gickener Seisenblast( wöchentlich). Das Platt etja eint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Reform des Schwurgerichts. Die im Gang befindliche Reform der Strafprozeßordnung weiß nach den bekannt gewordenen Vorschlägen nichts mehr vom Schwurgericht. Das hat in weiten Kreisen ein gewisses peinliches Aufsehen erregt, und es ist nicht einmal unwahrscheinlich), daß dieses peinliche Aufsehen, zunächst we= nigstens, noch wachsen wird. Man wird hier und da von Reaktion" sprechen, von einer Antastung des„ Volksgerichts", das man gern„ altehrwürdig" und eine„, nationale Ueberlieferung" nennt, obwohl es verhältnismäßig neu und aus der Fremde zu uns gekommen ist. Nur der Name der Schwurgerichte ist deutschen Ursprungs, und selbst dieser Name ist nicht älter und nicht besser und nicht deutscher als ber der Schöffen", die so heißen, weil sie Recht und Urteil aus ihrer Kenntnis von Brauch und Ueberlieferung, aus ihrem Wissen und aus ihrem Gewissen schöpften." Der „ Geschworene" von ehedem war durchaus nicht ein Laie, der im Gegensatz zum gelehrten Richter stand, sondern er war der Rechtskundige seiner Zeit. Doch wie dem immer sei: das Schwurgericht, wie es ist, hat die Liebe und das Vertrauen unseres Volkes gewonnen, and deshalb ist es begreiflich, daß man die Kunde von seiner beabsichtigten Beseitigung mit Unbehagen aufnimmt. Wie aber, wenn es sich gar nicht darum handelt, das Schwurgericht bei Seite zu schieben, wenn es nur gilt, die Struktur des Schwurgerichts zeitgemäß umzugestalten und das Institut selbst zu verbessern und zu heben? Gerade in jüngerer Zeit ist es mehrfach vorgekommen, baß Schwurgerichtspräsidenten am Schluß einer Tagung den Beschworenen eine Art Zeugnis ausstellten, das manchmal gar nicht lobend war, und selbst da, wo es loben wollte, dies in einem durchaus nicht wohlig berührenden Tone der Ueberiegenheit tat halb mit Erbarmen, halb mit fast beleidigenem Staunen. Die Geschmerenen waren nicht in der Lage, sich hiergegen zu wehren, indem sie etwa dem Präsidenten und seinen Beisißern auch ein Zeugnis ausstellten. Das gab immer einen Mißklang, der an Unerquicklichkeit dadurch nichts verlor, daß er aus guter Absicht entstanden war. Die Ursache lag in der Struktur des Schwurgerichts. Der Präsident leitet formal die Verhandlungen, bis es zum Verdikt tommt. Dann ist seine Nichterschaft zu Ende. Er darf den Geschworenen nicht einmal seine Meinung über die Schuldfrage sagen. Erst nachdem die Geschworenen ihr Ver= dikt abgegeben, tritt er wieder in Junktion. Diese aber besteht darin, daß er mit seinen gelehrten Beisigern die gesetzlichen Konsequenzen eines Verdikts ausspricht, das nicht seinem eigenen Urteil zu entsprechen braucht und dessen Gründe er nicht einmal fennt, da der Geschworenen Rede immer nur oder nein ist. ja Sehr erquicklich ist das nicht, für beide Teile nicht. Denn die verurteilenden Geschworenen haben auch keinen Einfluß auf das Strafausmaß. Was sie vielleicht im mildesten Lichte angesehen haben, das kann der Präsident mit seinen Beisigern unter das höchste Strafmaß stellen. Dazu kommt noch eins: Die Geschworenen sind in der Regel weltfundige und gebildete Männer. Das schließt nicht aus, daß sie zuweilen gerade in Ausübung ihres Geschwore nenamts etwas ratlos vor einer juristischen Frage stehen und über eine Rechtsbelehrung sehr erfreut sein würden. Der gesunde Menschenverstand hat unzweifelhaft höchsten Wert; doch den verliert er nicht, wenn sich ihm die Möglichkeit bietet, sich vom Fachwissen Rats zu erholen. So liegen die Dinge nicht, daß unsere Geschworenen sich vom Fachmann verblüffen oder in ihren Anschauungen einfach umwerfen ließen Wir wenigstens haben von unseren Laienrichtern eine weit höhere Meinung. Die befannt gegebenen Strafrechtsreform- Vorschläge sehen neben den kleinen und mittleren auch große Schöffengerichte voraus, in denen neben 3 gelehrten Richtern 6 Schöffen sitzen. Außerdem soll ein Berufungsgericht als oberste ordentliche Instanz in Strafsachen sprechen, und dies in einer Besetzung mit 3 gelehrten Richtern neben 8 Schöffen. Das Raienelement überwiegt also mit Zweidrittelmehrheit in dem einen, mit fast Dreiviertelmehrheit in dem anderen Gerichtshof. Man kann unmöglich sagen, daß das Laienelement damit zurückgedrängt oder gar zur Bedeutungslosigkeit in der Urteilsprechung gebracht sei. Geschworene oder Schöffen, die ihres Ehrenamtes würdig sind, besigen Selbständigkeit genug, um bei der Urteilsfindung nur ihrem eigenen Gewissen zu folgen; und ihre Gewissenhaftigkeit so wenig wie ihre Selbständigkeit erfährt Eintrag dadurch, daß der Berufsrichter mit ihnen zusammen beratet. Das reformierte Schwurgericht, das großes Schöffengericht genannt wird, legt alle Entscheidung in die Hände des Laienrichters und erweitert dessen Befugnisse, hebt sie ganz und gar auf die Höhe der Befugnisse des ordentlichen Richters, indem es ihm das Recht zuweist, nicht bloß schuldig" oder nichtschuldig" zu sprechen, sondern auch das Strafma ß zu bestimmen. Wenn man die Dinge so betrachtet, so wird man vielleicht die Ansicht gewinnen, daß die vorgeschlagene Reform gar nicht so reaktionär ist, wie man sie hier und da verschrieen hat, daß sie im Gegenteil durchaus nicht reaktionär ist und einen Fortschritt bedeutet, einen Ausbau des Schwurgerichts zum alten deutschen Schwur- und Schöffengerichtsgedanken, der den Schöffen nicht bloß ein Verdikt über Schuld oder Nichtschuld abgeben, sondern ihn im Falle der Schuldigsprechung auch das Strafmaß finden ließ. Wir sind keineswegs sicher, mit diesen Darlegungen allen Einwendungen begegnet zu sein: aber wir halten uns zu der Hoffnung berechtigt, daß man unsere Darlegungen nicht ohne weiteres von der Hand weisen wird. Der Krieg in Oftalien. Die Vermutung, daß Roschdjestwensky an der Küste der Insel Hainan vor Anker gegangen sei, um dort die Ankunft des dritten Geschwaders unter Admiral Nebogatom abzuwarten, wird von London aus bekräftigt. In der folgenden Depesche wird sogar der Aufenthaltsort der baltischen Flotte recht genau beschrieben. Aus Schanghai wird nach London gemeldet: Die russische baltische Flotte ist bei der Insel Hainan gesichtet worden. Sie liegt in der Bucht von Leongsoi. Dort wird sie dem Anschein nach verweilen, bis die Schiffe des Admirals Nebogatow herangekommen sind. Das Ergänzungsgeschwader des Admirals Nebogatom befand sich bereits am letzten Donnerstag abend 60 Seemeilen südlich von Penang. Es zählt, mit den TransportSchiffen, 15 Einheiten. Da ein russisches Hospitalschiff be reits in Batavia eingetroffen ist, so nimmt man an, daß Nebogatow diesen Hafen als erstes Reiseziel ins Auge gefaßt hat. Wenn alles ungestört verläuft, rechnet man auf seine Vereinigung mit Roschdjestwensky für Mitte, spätestens Ende dieser Woche. Die Flotte Togos dürfte sich gegenwärtig bei Mosampho, einem der Südosthäfen Noreas, aufhalten. Aomical Kaminuura wird dagegen angeblich jede Stunde in Manila erwartet, und das Geschwader des Admirals Haschima wurde in Stärke von drei Kriegsschiffen auf der Höhe der Insel Corregidor gesichtet. Ein japanisches Hospitalschiff( von den Japanern ebenso wie von den Russen zu Kundschafterdiensten verwendet) passierte die Saddle- Inseln. Die Politik. Ueber das Inkrafttreten der neuen Zolltarife herrschen vielfach noch Unklarheiten. Der neue deutsche Generaltarif und alle durch Handelsverträge daran bewirkten Abänderungen treten zusammen am 1. März 1906 in Kraft. Gleichzeitig werden in Geltung kommen die neuen Zolltarife und die mit Deutschland abgeschlossenen Handelsver. träge in Rußland, Desterreich- Ungarn, Italien, Belgien, Rumänien, Serbien. Nur der deutsch- schweizerische Han delsvertrag wird teilweise schon am 1. Januar 1906 Geltung erlangen gemäß dem Artikel 5 des Vertrages. Aus Amerifa wird gemeldet, Deutschland habe die Initiative ergriffen, um einen auf Gegenseitigkeit beruhenden Handelsbertrag mit den Vereinigten Staaten zu sichern, der es befähigen würde, die Vorteile der Minimalzölle nach den Bestimmungen des neuen Tarifgesetzes zu genießen. Das jetzt bestehende handelspolitische Verhältnis zwischen Spanien und Deutschland soll bis zum 1. März 1906 verlängert werden, Die Ueberweisungen des Reiches an die Einzelstaaten werden in diesem Jahre 1,3 Millionen Mark weniger betragen, als im Etat vorgesehen war. Der Ausfall ist aui die Rechnung der Maischbottichsteuer zu setzen, während die den Einzelstaaten ebenfalls zufließenden Branntweinverbrauchs- und Stempelabgaben ein Mehr zu verzeichnen haben. Wegen Krankheit hat der 1tter toate fretär im Reichs. schabamt von Fischer seinen Abschied genommen. An seine Stelle ist der bisherige Direktor Imele zum Unterstaatsfefretär ernannt worden. Twele wird durch den Geh. Oberregierungsrat Kühn ersetzt. ** Zu den Unruhen in Südwestafrifa kommt eine wichtige Meldung. Der Rebellenhäuptling Marenga in DeutschSüdwestafrika soll des Kampfes müde und verwundet sein. so daß die Einstellung der Feindseligkeiten im südlichen Teil des Schutzgebiets erwartet werden dürfe. Unterhandlungen sollen angeknüpft sein. Solange feine Unterwerfung des vielgewandten Hendrik Witboi erfolat ist, darf auf eine Beendigung des Aufstandes nicht gehofft werden. * Eine einheitliche Regelung der Bestattung für sämtliche großen Städte der preußischen Monarchie beabsichtigt der z11ständige Minister einzuführen. Jede Leiche soll spätestens 48 Stunden nach dem Eintritt des Todes in die Reichenhalle übergeführt werden. Von dort aus soll dann die Beerdigung erfolgen. O Die preußischen Minister des Kultus und der Justiz haben verfügt, daß die Herstellung von Urkunden durch die Schreibmaschine nicht mehr grundsäglich ausgeschlossen seir sollen. Insbesondere dürfen Urkunden der freiwilligen(- richtsbarkeit und die Grundbuchsachen mittelst der Schreibmaschine hergestellt werden. Durchschläge sind ausgeschlos sen, geeignete Farbbänder und Kissen zu verwenden. Italien. Der österreichisch- ungarische Minister Graf Goluchowski ist am 29. April in Venedig eingetroffen zum Zwecke der Zusammenkunft mit dem italienischen Minister Tittoni. Nachmittags 2 Uhr fuhr Goluchowski bei Tittoni vor, um 5 Uhr erfolgte der Gegenbesuch, abends fand ein Diner bei Tittoni statt. England. O Der erhoffte Goldreichtum Tibets ist nicht verhanden. Der die Tibet- Expedition begleitende Geologe erklärt, das Land sei arm an wertvollen Metallen. Von Kohle und Edelsteinen wurde nichts gefunden. Die Enttäuschung ist groß. Türkei. Die Pforte soll nach der abgeschlossenen französischen nun auch eine Anleihe in Deutschland in Höhe voi! 60 Millionen beabsichtigen. 30 Millionen davon sollen an die Kruppschen Werke für Lieferung neuer Schnellfeuerbatterien gezahlt werden. Der Rest soll zu laufenden Ausgaben dienen. Eine offizielle Bestätigung des Anleiheprojektes liegt nicht vor. Amerika. Schwere Beschuldigungen gegen den Unterstaatssekretär Loomis hat der amerikanische Gesandte Bowen in Caracas erhoben. Bomen soll vom Präsidenten Roosevelt die nachdrückliche Weisung erhalten haben, sofort nach Washington zurückzukehren. Dieser Befehl steht in Zusammenhang mit dem von Bowen gegen den Unterstaatssekretär Loomis erhobenen Vorwuf, dieser habe als Gesandter in Venezuela von der New York- Bermuda- Asphalt- Company einen Scheck über 10 000 Dollar empfangen. Loomis verwahrt sich energisch gegen die wider ihn erhobenen Anschuldigungen ** Hof und Gefellfchaft. Der Kaiser und die Kaiserin sind in Bari angelangt und haben ihre Ausflüge an Land auch dort wieder aufgenommen. So unternahm das Kaiserpaar in Beglei( ung der Prinzen Eitel- Friedrich, Adalbert und Oskar, sowie des Gefolges eine ausgedehnte Automobilfahrt. Der Kaiser, die Kaiserin und Prinz Eitel- Friedrich fuhren dabei im großen Touren- Automobil der Königin- Witwe Margherita, die übrigen Teilnehmer an der Fahrt folgten in acht weiteren Kraftwagen. Die Herren trugen Schußbrixen, die Damen große Automobilschleier. Die Fahrt ging u. a. auch nach Castel del Monte, dem alten deutschen Kaiserschlosse in Apulien. ** * Der König von Sachsen nahm auf dem Ererzierplatz Lindenthal bei Leipzig die Parade über das 19. Armeekorps ab. Heer und flotte. Generalinspekteur der Kavallerie von der Planik in Berlin feiert am 1. Mai sein fünfzigjähriges Jubiläum. Die gesamte deutsche Kavallerie beabsichtigt, dem General eine allgemeine Ehrung zu bereiten. Mindestens dreihundert höhere Kavallerieoffiziere begeben sich zu diesem Zweck nach Berlin. Soziales Leben. [] Dürfen Innungen einem Arbeitgeberverband angehören? Auf eine Eingabe des Innungsverbandes, Bund deutscher Schneiderinnungen hat der Minister für Handel und Gewerbe erwidert, daß Innungen zu anderen als statutarisch oder durch das Gesetz bestimmten Aufgaben weder Beiträge von Mitgliedern noch Gesellen erheben dürfen Der Allgemeine deutsche Arbeitgeberverband für das Schrei dergewerbe sei ein Kampfverein gegenüber den Organi sationen der Gehilfen. Er stehe somit im Widerspruch mi dem Paragraphen 81a der Gewerbeordnung, nach dem die Förderung eines gedeihlichen Verhältnisses zwischen Meister: und Gesellen Aufgabe der Innung sei. Der Innung geherten ferner Mitglieder an, die nicht Arbeitgeber seien. Aus allen diesen Gründen sei der Beitritt der Innung im vorliegenden Falle nicht zulässig. [] Der Leipziger Aerztekonflikt ist endgültig beigelegt. Der seit zwei Jahren andauernde Zwist zwischen der Ortsfranknkasse zu Leipzig und den Kassenärzten ist durch einen Beschluß der Kasse definitiv beendet worden. Die Generalversammlung der Krankenkasse beschloß die Wiedereinführung der Familienbehandlung. Damit ist der Stein des Anstoßes aus dem Wege geräumt. Nab und fern. Eine ehrwürdige Kirche. Die berühmte alte Peterslirche in Erfurt soll wiederhergestellt werden. Die Kosten für die Renovation werden auf eine Million Mark geschäßt. Das Gotteshaus gehört dem Militär- Fiskus. Der Kriegsminister hat sich indessen bereit erklärt, die Kirche der AndreasGemeinde in Erfurt abzutreten. A Gine halbe Million für gemeinnüßige Zwecke hat der in Eisenach verstorbene bekannte Philantrop Julius von Fischel hinterlassen. Der großherzige Spender war Ehrenbürger ber Stadt Eisenach. A Doppelmord und Selbstmord. Ein furchtbares Familien drama ereignete sich in Kotzenau. Der Hüttenbeamte Strauch erschoß infolge eines Zwistes mit seiner Frau seine beiden 6 und 3 Jahre alten Knaben aus erster Ehe und bann sich selbst. Ein falscher Seekadett wurde in Kiel auf der Straße verhaftet. Es war ein Berliner Kaufmannslehrling, dem der Reiz der Marineuniform den Kopf verdreht hatte. Unter Mitnahme der Ersparnisse seiner Eltern war er durchgebrannt und nach Kiel gekommen, wo er in einer für 90 Mark beim Trödler erstandenen Seekadettenuniform einherstolzierte, natürlech durch sein unsoldatisches Benehmen überall Aufsehen erregend. Auf dem Hinterteil einer elektrischen Straßenbahn begrüßte er mit einem vertraulichen„ Morjen" einen Infanterie- Offizier. Als dieser ihn nach seinem Schiff und seinem Urlaub fragte, erwiderte der Fähnrich": Von Bord aus Curhaven"; den Namen seines Schiffes hatte er vergessen. An der nächsten Haltestelle ließ ihn der Offizier von einem Schuhmann verhaften. Am nächsten Tage traf die Mutter in Kiel ein, um ihren Sohn wieder nach Hause zu holen. Ein mysteriöses Verbrechen. In Köln stieß man bei Ausschachtungsarbeiten am Severinswall auf den Leichnam eines Mannes, dessen Hände gefesselt waren. Offenbar liegt ein Verbrechen vor. A Heftige Erdbeben wurden in einer Anzahl von Schweizer Kantonen verspürt, am stärksten in Wallis, wo mehrere Häuser beschädigt wurden. Ausläufer des Erdbebens machlen sich in einem Teil Frankreichs bemerkbar. Die Apparate der Heidelberger Sternwarte registrierten ein Beben von kurzer Dauer, das aber fast die Stärke des indischen vom 4. April hatte. Explosion in einer schweizer Fachschule. Ein furchtbares Unglück ereignete sich in der physikalischen Abteilung des Technikums zu Winterthur. Der Laboratoriumsdiener Balderer hantierte mit Sauerstoffbomben, von welchen eine explodiert sein muß. Balderer wurde in Stücke zerrissen und einzelne Körperteile wurden weit weggeschleudert, auch eine Anzahl Schüler einer benachbarten Klasse wurden verwundet, darunter einige gefährlich. Das Gebäude ist schwer beschädigt; die Böden des betroffenen Flügels sind bis zum dritten Stock hinauf durchbrochen und alle Fenster zertrümmert. Trauung unter polizeilichem Schutz. In der eleganten Gesellschaft Londons erregte die Nachricht großes Aufsehen, daß die einzige, schon großjährige Tochter des sehr reichen Butsbesitzers und Rentiers Edward Baldock sich gegen den Willen ihrer Eltern und ihrer sämtlichen Verwandten, mit dem bisherigen Chauffeur ihres Vaters Cyrill Bishop kirchlich trauen ließ. Die Trauung mußte buchstäblich unter po lizeilichem Schutz vorgenommen werden, nachdem die Ver wandten der Braut gedroht hatten, die Ehe womöglich ge waltsam zu verhindern. Doch wurde jeder Versuch hierzu angesichts des großen, von den Brautleuten requirierten Polizeiaufgebotes als aussichtslos unterlassen. Nach der einfachen Zeremonie traten die Neuverehelichten die Hochzeits: reise an. † Der Tod im Tunnel. Fortgesetzt fordert der Simplontunnel seine Opfer. Ein Ingenieur aus Moskau, der das Innere des Tunnels besichtigte, wurde infolge der beträchtlichen Hize vom Schlage getroffen und starb bald darauf. Tages- Chronik. In Steinsdorf bei Haynau in Schlesien hat der Mühlenarbeiter Friebe seine beiden Kinder im Alter von sechs und vier Jahren durch Kohlenorydgas getötet. In Dorpat ertranken drei Studenten, die in einen Kahn auf der Schnepfenjagd waren. - Auf der Zeche Engelsburg bei Essen wurden drei Personen durch das Abstürzen eines großen Dampffessels schwer verletzt. Kunft und Wissenschaft. MG Eine eigenartige Forschungsreise wird Professor Reese von der amerikanischen Suracuse- Universität unternehmen. Er wird sich nämlich mit Unterstützung der Smithsonian Institution nach der Halbinsel Florida begeben, um dort Eier des Alligators zu sammeln, die er dann später dazu benutzen will, die verschiedenen Entwickelungsstufen dieses Reptils zu studieren. LG Eine Ausstellung von Augenporträts ist im Royal Institute" zu London zu sehen. Wie mehrfach schon berichtet wurde, sind zart gemalte Bilder seelenvoller Augen jetzt die neueste Liebhaberei. Besucher, die die von ersten Aquarellisten ausgeführten Augenporträts in der Ausstellung sehen, können sich zuerst allerdings kaum eines fast unheimlichen Eindrucks erwehren, trotzdem die kleinen Augen ohne Gesicht, die da von der Wand herabsehen, in ihrer Ausdrucksfähigkeit wieder seltsam anziehend wirken. Viele Männer tragen jetzt die Augenporträts ihrer Geliebten bei sich, auch Damen tragen schon die Augen ihrer Freunde in Medaillons. Der Landwirt. Eier in Rußland sehr knapp und teuer sind und der Erport auf lange Zeit unterbleiben wird. Das Fehlen der russischen Zufuhren hat denn auch eine solche Höhe der Eierpreise im Gefolge, wie wir sie im Februar seit langer Zeit nicht gehabt haben. Freilich ist anzunehmen, daß die Lieferanten in Desterreich- Ungarn und in Italien sich bemühen werden, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Aber die deutschen Hühnerzüchter können die Zwischenzeit erfolgreich ausnüßen, durch reichliche Darbietung frischer Eier ihren Abnehmern den Genuß der weniger schmackhaften Auslandseier zu verleiden. Die Einkäufe von Gänsen aus Rußland werden wahrscheinlich im laufenden Jahre fast gänzlich ausfallen, und darum ist, wo Zeit und Umstände es erlauben, die reichliche Brut und Aufzucht von Gänsen zu empfehlen. Wo es nicht ausführbar ist, dürfte die Entenzucht guten Gewinn versprechen. Bei dem Mangel an Gänsen werden Enter die Lücke ausfüllen müssen und hohe Preise erzieler mn. Eine Warnung für unversicherte Landwirte ist eine Verfügung, die der Landrat des Kreises Ratibor erlassen hat. Dieser hat in Anbetracht des Umstandes, daß fast alljährlich in Ortschaften des Kreises Grundbesizer durch Ha gelschlag in erheblicher Weise geschädigt werden, die Gemeindevorsteher aufgefordert, den sämtlichen Grundbesizern an gelegentlichst die Versicherung ihrer Feldfrüchte gegen Ha gelschlag anzuempfehlen und darauf hinzuweisen, daß eine Gewährung von Unterstützungen aus öffentlichen Mitteln an die durch Hagelschlag Geschädigten nicht stattfindet, da es in ihrer Hand liegt, sich gegen solche Schäden zu sichern. rp. Eine günstige Konjunktur für die deutschen Geflügel: züchter ist zurzeit vorhanden. Der ostasiatische Krieg und die inneren russischen Wirren haben zur Folge gehabt, da Der Mordprozess Klein. ( Von unserem Gerichtsberichterstatter.) Wien, 29. April. Unter einem Andrang des Publikums, der noch bei weitem größer war, als bei den bisherigen Sitzungen, eröffnete der Präsident um 10 Uhr die Verhandlung mit der Bekannt. gabe der Fragestellung an die Geschworenen. Von den neun zugelassenen Fragen lauten die beiden hauptsächlichsten auf meuchlerischen Raubmord, die Eventualfragen auf Mitwirfung zum Verbrechen des meuchlerischen Mordes, auf entferntere Mitwirkung, ferner auf Diebstahl. Sämtliche Fragen werden bezüglich beider Angeklagten gestellt. Die große Unruhe des Publikums, weicht lautloser Stille, als der Staatsanwalt das Wort zur Begründung der Anklage ergreift. Der Präsident batte eigens vorher ermahnt, sich während der Plaidoners ieder Beifalls- und Mißfallsäußerung zu enthalten. Der Staatsanwalt ist der Meinung, daß es sich im vorlienden Falle um einen menchlerischen Raubmord handelt, der nicht auf Haß oder Leidenschaft, sondern auf niedrige Habaier zurückgeführt werden müsse. Klein habe seine ihm erst fürzlich angetraute Ehefrau als Lockvogel benutzt, um den Sikora zu ermorden. Klein befand sich in bedrängter finanzieller Lage. Frau Klein stand in dem Rufe. Männer an sich zu locken und auszubenten. Beide haben sicher nach gemeinsamem Plan gehandelt. Der Staatsanwalt hält es für erwiesen, daß Klein, der Mitwisser und Mitschuldige, auch bei der Mordtat an der Seite seiner Genossin stand und ihr Beistand und Hilfe Teistete. So sei es auch zu erklären, daß die beiden Gatten sich mechselseitig beschuldigten, nur so würden Aeußerungen verständlich, wie die der Frau Klein bei ihrem Verhör: habe von meinem Manne feine eberraschung zu fürchten aehabt“ und„ mie kann man glauben, daß ich den groken. starken Leibiferas allein aufgehoben und in den Sack gesteckt haben!" Der Staatsanwalt vlädiert auf„ Schuldig des meuchlerischen Raubmordes" gegen beide Angeklagte Der Wonnemonat. ,, Auf, der Mai kam in das Land, der da löst der Sorgen Band." So begrüßt der mittelalterliche Minnesänger jubelnd den Einzug des von Volkspoesie und Sage von icher als lieblichsten Monat des Jahres gepriesenen Mai. Und das mit Recht. Wird auch von manchem nüchtern und kühl Abwägenden versucht, den Mai seines traditionellen Charafters als Bringer der Lust und Heerführer des Lenzes zu entkleiden, weist man auch auf die dann und wann mit verheerender Gewalt auftretenden Nachtfröste und die ungemütliche Herrschaft der gestrengen Eisheiligen Mamertus, Servatius und Pankratius hin es wird doch nicht gelingen, den Wonnemond seines durch die Jahrtausende gefestigten Ruhmes zu berauben. In der lateinischen Mythologie ist die Maja, von der unser Mai den Namen trägt, die Wachstum verleihende Naturgöttin, der am ersten Tage des nach ihr benannten Monats Dank- und Bittopfer ge bracht werden. In Wirklichkeit entfaltet in der kommenden Zeit die Natur ihre intimsten und jungfräulichsten Reize. Ein Knospen und Drängen regt sich allerorten, eine Pflanze nach der andern erwacht zu frischem Leben und entfaltet di Pracht ihrer Blüte, die geflügelten Sänger des Waldes lassen fröhliche Weisen erklingen und in den duft schweren Nächten schluchzt die Nachtigall ihr schmerzlich süßes Wunderlied. Hoffnungsfreudig und erwartungsvol regt es sich im Herzen der wintermüden Menschen, lachende Zukunftsbilder und tiefinniges Ahnen ziehen durch die Seelen, erheben sie aus der Stickluft der Alltäglichkeit zu reineren Sphären. Das, was in stillen dunklen Tagen un bewußt feimte in der Brust der heranwachsenden Jugend, mun gewinnt es Gestalt und Ausdruck der schüchterne Jüngling, die sanfte Jungfrau fühlen selig erschauernd das Band, das die allgewaltige und gütige Mutter Natur um sie windet; ihre Augen sinken ineinander, und die Hände finden sich im Maien erklingt in süßer Melodie das ewig. alte und ewig- junge Hohelied der Liebe durch alle Welt. Kein Wunder, wenn die Dichter aller Zeiten und Länder ihre Stimmen erhoben haben zur Verherrlichung der licht. und freudebringenden Maienzeit. Unser unsterbliche Schiller, dessen das deutsche Volk am kommenden 9. Mai an dem sich sein Todestag zum hundertsten Male jährt, be sonders innig gedenken wird, jubelt dem Frühling, dem Mai entgegen„ Willkommen, schöner Jüngling, du Wonne der Natur, mit deinen Blumenkörbchen, willkommen auf der Flur", und der warmherzige Uhland singt ermunternd: „ Die Welt wird schöner mit jedem Tag, man weiß nicht, was noch werden mag, das Blühen will nicht enden, es blüht das fernste tiefste Tal; nun, armes Herz, vergiß der Qual, nun muß sich alles, alles wenden!" Und wenn ein bischen Täuschung, ein bischen glänzende Romantik bei dem Preisen und Loben unterliefe? Was schadet es? Der Mai ist nun einmal für uns die Verkörpe rung der aus den starren Banden der Frost- und Eisrieser erwachten und sich schmückenden Natur, er bringt uns die Be freiung aus der dumpfen Stubenhaft und die Anwartschaft auf Gedeihen und üppige Reife im weiteren Fortschritt des Jahres, Blumenduft und Vogelsang auf allen Wegen. Des: halb wollen wir dem einziehenden Wonnemond mit Freude und Dank entgegenrufen: Hätt' ich eine Krone zu verschenken, Gar nicht lange würd' ich mich bedenken, Ihm, dem Monat ohnegleichen, Dir, o Mai, würd' ich sie reichen. Aus dem Gerichtsfaal. § Der Mord im Sendlinger Walde. Diesen Montag und die folgenden Tage wird in München ein sensationeller Mordprozeß verhandelt. Angeklagt sind der Braumeister Huber und seine Ehefrau des Mordes an der Münchener Kellnerin Creszenzia Falch. Diese war am 3. September 1904 im Dickicht des Sendlinger Waldes als Leiche gefunden worden. Zuerst wurde ein Handelsmann Engel unschuldig verhaftet, bis sich nach einiger Zeit der Verdacht auf die jezigen Angeklagten lenkte. Diese hatten aber inzwischen die Flucht ergriffen und es dauerte geraume Zeit, bis es gelang, sie in dem Dorf Pratau bei Wittenberg zu verhaften. Die Schuldbeweise sind erdrückend. Trotzdem leugnen beide Ehegatten jede Schuld. = Vermilchtes. =[ Der Kampf um die Courschleppe.] Ein großer AnSturm der Berliner Damenwelt fand zur Besichtigung der Courschleppe der künftigen deutschen Kronprinzessin, der Herzogin Cäcilie, statt. Das Prunkstück der Konfektionsfunst war im Kunstgewerbemuseum öffentlich ausgestellt, und die ganze Zeit über drängten und schoben sich die Damen unermüdlich, um einen Blick auf die Schleppe zu erhaschen. Denn lang stehen bleiben durfte man nicht, um den Nachdrängenden Raum zu geben, und für alle Bitten um GeTegenheit zu eingehender Besichtigung hatten die die Auch führenden Beamten nur ein bedauerndes Achselzucken. Der Kronprinz, der zurzeit wieder in Potsdam weilt, gedenkt, sich demnächst noch einige Tage nach Rabenstein am Schweriner See zum Besuche seiner Braut zu begeben. [ Wie der bekannte Leidwejen e horfern den ferieren, da Jei, die aber ften Beleucht der Findig morgens fri Tür und H der Bitte Twain foll haben. [ De wird von Auguft du zen befid Schüßeng befonders fich feine aber und Frage: auf feiner mit echt den hat j =[ D Weise ha Alfeld bo Vor 15 Schwarzen wurde abg hatte der gingen, di fich der W Unberfrore einmal ge nichts me Tage bor einem be Meister, zum Ver Der Hod paket üb Schneide Statt des Anzug b fein Geld =[ Die deutsche Post in Marokko.] Deutschland hat schon vor einigen Jahren dafür Sorge getragen, sich in Marokko einen unabhängigen Postdienst zu sichern. Es hat Bostämter in Tanger, in den Hauptorten der Küste( Laraich, Nabat. Casablanca, Masagan, Saffi und Mogador) und selbst im Innern des Landes, in Fez, Marrakesch und Alcoffer. den Postdienst im Innern hat es eingeborene Eilboten, die die 280 Kilometer, welche Tanger von Fez trennen, zu Zuk in 49 Stunden zurückfenen. Der deutsche Postdienst wird besonders bei der Beförderung von Wertvavieren geschäßt. Die moroffanischen Räuber bringen manchmal allerding eine kleine Unordnung und Störung hinein, nicht um sich der durch Pavier repräsentier'en erte zu bemächtigen. fondern um auf die von der Bost beförderten Pakete, Stoffproben, Teeproben usw. die schwere Hand zu legen. - [ Grausamer Vonelmord.] Mit der Macquaria- Insel und den Auckland- Inseln nisten und britten die Binquine in ungeheuren Scharen. Seit Jahren merden die Tiere durch Fanagesellschaften, die von amerikanischen Spekulanten ausgerüstet find, in Massen erslagen und sodann ausaefotten: der Handel mit dem so gewonnenen Vinouin- Del mird sehr schwunghaft betrieben. ett mill men sogar aroke Grisel nach den Auckland- Inseln schaffen, und dann wird das Mor= den noch weitaus arößere Dimensionen annehmen. Naturforscher. Dr. Milion, der bei Gelegenheit der englischen antarktischen Ernedition in ionen Gesenden mer, mocht Sarauf aufmerksam, dak. menn diesem masonmarden nicht Finbalt aetan merde, bald der letzte der el verschwunden fein dürfte. Dr. Milion fordert die Gesellschaft um Vogelschutz auf, sich der Tiere anzunehmen und ihre Stimme z deren Gunsten zu erheben. == C §D Ein für die unter de Gießen. * 3 Der A Sigunge Der 28 energ f rechte beft gegenübe Er bega und fe flunde um hal fortgefe figung gebnis entwurf natürlich fchweiger ftand, d bertreter und dar rat S erschiene Schluß lage zu wirklich [ Wohlhabende Zigeunerbanden] ziehen durch Schles. wig- Holstein. Sie sehen auf den Pferdemärkten viele Tausende um. Erweislich hatte eine Bande bei einer Ham. burger Bank 40 000 Mark hinterlegt. Man sieht, daß auch diese Nomaden mit dem modernen Geldverkehr vertraut sind. Trotz ihrer Reichtümer verschmähen die Zigeuner weder das Betteln noch das Stehlen, und das Wahrsagen ist ihr ehrbares Gewerbe. Die Landleute rufen in ihrer Be drängnis um Hilfe, und die Landräte sehen sich veranlaßt, eine schärfere Bewachung der braunen Gesellen anzuordnen. - =[ Don Quixote- Briefmarken] sollen vom 1. bis 15. Mai zur Feier der 300sten Wiederkehr des Erscheinungstages des berühmten Hauptwerkes von Cervantes in Spanien ausgegeben werden. Auf den Jubiläumsmarken, die in 10 Preislagen hergestellt werden, sollen Szenen aus dem Don Quirote in künstlerischer Ausführung abgebildet wer den. Einen hübschen Don Quixote- Scherz folportieren Ma drider Blätter. 900 Sträflinge eines Gefängnisses sollen um ihre Freiheit gebeten haben, zum Andenken an eine große Tat des Cervantesschen Helden. Sie erinnern daran, daß Don Quixote, als er auf seinem Zuge einem Trupp von Galeerensträflingen begegnete, die Lanze gegen die Männer der heiligen Hermandad zum Angriff senkte und die Gefan genen befreite, weil, wie er zu Sancho sagte, es ihm grav sam schien, diejenigen zu Sklaven zu machen, die Gott und die Natur frei erschaffen hätten, und weil es nicht gut set, daß ehrliche Leute die Henker anderer Menschen wären". – Man darf dabei freilich auch nicht vergessen, daß Don Quirote es sehr bereute, diesen Strauchdieben die Freiheit wiedergegeben und nicht auf seinen braven Knappen ge hört zu haben, denn sie beeilten sich ihren Befreier auszuplündern. Das spricht durchaus nicht für das angebli.., Ansuchen der 900 Gefangenen. = [ Ein Austern- Trust.] Herr B. Roosevelt, ein Vetter des Präsidenten der Vereinigten Staaten, weilte unlängst in Newhaven, um mit mehreren Kapitalisten einen Austern Trust zu gründen. Die Gesellschaft hat ein Kapital von 10 Millionen Dollars aufgebracht und will alle Austernzüchte reien auf Long Island aufkaufen und den ganzen Austern fang an sich reißen. Präsident Roosevelt soll dem Projekt seines Vetters direkt feindlich gegenüberstehen und die Ab sicht haben, die Gerichte gegen diesen neuen Trust- Versuc mobil zu machen. Der Schnecken- und Krabben- Truſt dürft nun auch nicht mehr weit sein! - =[ Die verkannte Unterschrift.] Einen hübschen Scherz erzählt ein süddeutsches Blatt. Bei einer Dienstreise kommt der Herr Direktor eines lothringischen Kreises in ein entTegenes Dörfchen und verlangt in der Ortskneipe ein Glas Rognak und einen halben Liter Wein.„ Et dhät mer lääd," sagt die gute Wirtsfrau ,,, ech darf Gech käne ginn!"- ,, Na, warum denn nicht? Kennen Sie mich nicht, wissen Sie nicht, wer ich bin?"" Daat wißt ech schun, Dir seid den Här Kreisdirefter, äwer Ihr stitt jo och op der List," und dabei zeigt sie überzeugungsvoll auf den Schlußvermerk der hinter dem Schenktisch hängenden Säuferliste:„ Der Kreisdirektor XX." laffen. baran Anschau führung Lagun unter Scheint beratur als flu ebenfo wie die barland * fchieden worde hat m fahre der tonnte den ei Sonn ben B gebä Hausf Abend folgend wo fo etwas gleich drud hat m Montag und nsationeller Braumeister Münchener September he gefunden ( unschuldig nicht auf die inzwischen , bis es ge berhaften. ugnen beide großer An tigung der zessin, der tonfettions ausgestellt, die Damen u erhajdjen. 1 den Nach Een um Ge dle Au Izuden. dam meilt, enſtein am eben. Dhat schon in Maroffo t Bostämter ich, Rabat, d selbst im offer. Eilboten, die en, zu Fu tdienst mird en gefdigt. allerding icht um fich htigen. foncte, Stoffen. aria- niel inquine in Tiere durch anten aus usnefotten: -I mird sehr roke Reifel das Mormen. Ein der engli mer, medit arden nicht richwunden VogelStimme au urch Schles rkten viele einer Ham sieht, daß ehr vertraut ie Zigeuner Sahrsagen ist n ihrer Be hveranlaßt, anzuordnen. 1. bis 15. Erscheinungs in Spanien fen, die in en aus dem ebildet wer rtieren Ma iffes follen eine große daran, daj Trupp von Sie Männer die Gefan Sihm grau ie Gott und nicht gut jei daß Don die Freiheit wären". nappen ge efreier aus 3 angebli... ein Vetter unlängst in en Auftern pital von 10 luſternzichte zen Auftern dem Projek und die Ab Truft- Berjud -Trust dürft Sidhen Scherz treife tommt in ein ent ipe ein Glas it mer lääd," n!"- ,, Na en Sie nicht eid den Här " und dabei rf der hinter Der Preis = =[ Wie man sich selbst in den April schicken kann,] hat der bekannte amerikanische Humorist Mark Twain zu seinem Leidwesen erfahren müssen. Er hatte sich mit den Newhorfern den Scherz gemacht, am 1. April überall zu inserieren, daß ihm eine schwarze Kaze abhanden gekommen sei, die aber so tiefschwarz sei, daß man sie auch in der hellsten Beleuchtung nicht finden könne. Er hatte sich aber in der Findigkeit" seiner Mitbürger gewaltig getäuscht. Von morgens früh bis abends spät ging die Klingel an seiner Tür und Hunderte von schwarzen Katzen wurden ihm mit der Bitte um freundliche Belohnung präsentiert. Mark Twain soll in Aprilscherzen ein kräftiges Haar gefunden haben. - [ Der verkehrte" Orden.] Ein niedliches Histörchen wird von der letzten Reise des sächsischen Königs Friedrich August durch sein Band erzählt. Bei seinem Besuch in Wurzen besichtigte der König die am Bahnhof aufgestellte Schüßengilde. Leutselig und frohgelaunt ging er auf einen besonders strammen Schüßen zu, um ihn zu fragen, wo er sich seine Auszeichnung verdient habe. Plöglich ſtuzte er aber und deutete erstaunt auf die Brust des Mannes mit der Frage: Nun, was ist denn das?" Bestürzt blickte jener auf seinen Orden nieder, faßte sich aber schnell und sagte mit echt sächsischer Gemütlichkeit:„ Ach Gott, Machesdät, den hat ja meine Frau vergehrt angenäht!" = [ Der pfiffige Schneidermeister.] Auf eigenartige Weise hat ein pfiffiger Schneidermeister aus einem Dorf bei Alfeld von einem säumigen Schuldner sein Geld bekommen. Vor 15 Jahren hatte sich ein dortiger Einwohner einen schwarzen Hochzeitsanzug für 50 Mark bestellt. Der Anzug wurde abgeliefert, die Hochzeit gefeiert, aber das Bezahlen hatte der junge Ehemann offenbar vergessen. Jahre vergingen, die Frau des Schuldners starb. Mürzlich entschloß sich der Witwer, von neuem zu heiraten, und er besaß die Unverfrorenheit, wieder einen Hochzeitsanzug bei dem schon einmal geprellten Lieferanten zu bestellen. Dieser läßt sich nichts merken und verspricht pünktliche Lieferung. Drei Tage vor der Hochzeit erhält der Bräutigam, der jetzt in einem benachbarten Städtchen wohnt, einen Brief von dem Meister, in welchem dieser bittet, ihm doch den alten Anzug zum Vergleich zu schicken, damit der neue desto besser sitzt. Der Hochzeitsmorgen erscheint und mit ihm ein Nachnahmepaket über 50 Mark. Erfreut über die Pünktlichkeit seines Schneiders zahlt der Kunde das Geld. Aber, o Schrecken, statt des erhofften neuen findet er seinen alten, abgetragenen Anzug vor, für den auf diese Weise der Meister endlich fein Geld erhielt. Lokales. 1. Mai 1905. § Die Schwurgerichtsperiode für das II. Quartal für die Provinz Oberhessen beginnt Freitag, den 2. Juni, unter dem Vorsiz des Landgerichtsrats Prätorius in Gießen. * Die Wahlrechtsvorlage in der ersten Kammer. Der Ausschuß, der wohl seiten so lang ausgedehnte Sigungen über einen Gesezentwurf abhielt, hat, wie man der ,, Wormser Zeitung" aus Darmstadt mitteilt, nicht nur energ schen Widerspruch gegen eine Reihe der neuen Wahlrechte bestimmungen selber erhoben, sondern auch der Regierung gegenüber eine straffe, selbständige Haltung angenommen. Er begann die Beratung am Mittwoch Vormittag um 10 Uhr und setzte sie mit furzer Mittagspause bis in die späte Abendflunde fort. Dann wurde die Beratung Freitag früh schon um halb 9 Uhr wieder aufgenommen und vier volle Stunden fortgesetzt, die endlich nach einer dreiftündigen Nachmittage Ueber das Ersigung abends 6 Uhr zum Abschluß fam. Gesetz gebnis der Beratung und die Umgestaltung, die der Gesch entwurf im Ausschuß der Ersten Kammer erfahren hat, wird natürlich von den vier Ansschußmitgliedern strengftes Stillschweigen beobachtet. Man darf indessen schon aus dem Um stand, daß Freitag in der sechsten Abendstunde die Regierunge vertreter zur Teilnahme an der Beratung eingeladen wurden und darauf die Herren Staatsminister Rothe, Geh. Staatsrat rug zu Nidda und Ministerialrat Weber erschienen und der ganzen Beratung beiwohnten, den Schluß ziehen, daß es harte Arbeit fostete, die Vorlage zum Abschluß zu bringen. Ob Meinungsdifferenzen wirklich vorhanden sind, müssen wir dahingestellt sein lassen. Es darf als sicher gelten, daß die Regierung alles daran sezt, eine Verständigung zwischen den divergi erenden Anschauungen der beiden Häuser des Landtags über die Einführung des direkten Wahlrechts noch vor Ablauf der laufenden Tagung herbeizuführen und die vielumstrittene Vorlage unter Dach und Fach zu bringen. Aber ebenso sicher erscheint uns nach dem ganzen Verlauf der jzigen Ausschußberatung, daß sich die Erste Kammer in dieser Frage nicht als slummer Kopfnicker erweisen, sondern ihre Interessen in ebenso nachdrucksvoller Weise zu vertreten gewillt sein wird, wie dies auch in der Ersten Kammer unseres badischen Nach barlandes bei Beratung desselben Gegenstandes geschehen ist. ** Infolge der Genickstarre sind in Gießen ver. schiedene Straßen und Wirtschaften für das Militär gesperrt worden. In den betr. Straßen patrouillieren Posten. e Bon der projektierten Bahn Lich- Grünberg hat man in letzter Zeit faft gar nichts oder nur unzutreffendes erfahren, und doch schreiten die Vorarbeiten bezgl. Ausarbeitung der Pläne 2c. im stillen vorwärts. Soweit wir vernehmen fonnten, findet in nächster Zeit eine Versammlung der von den einzelnen Gemeinden gewählten Delegierten statt. ( Eingesandt.) Sollte es nicht möglich sein, daß Sonn- und Feiertags über am Bahnhof resp. in den an den Bahnhofsplat anstoßenden Gärten Wäsche nicht aufgehängt bleibt. Es wird nicht verkannt, daß so manche Hausfrau gerade Samstags gern waschen und am selben Abend noch die nasse Wasche aushängen läßt, damit sie am folgenden Ruhetag schön trocken wird. Hier in diesem Falle, wo so viele Tausend Leute vorübergehen, wird aber um etwas Rücksicht gebeten, damit der Fremde von Gießen nicht gleich beim Eintritt in die Stadt einen„ flatterhaften" Eindruck bekommt. S. *** Schwarze Pferde vor einem Leichenwagen, das hat man überall, selbst auf dem kleinsten Dorfe, wo solche zur Beförderung Verstorbener eingeschirrt werden und man geht von diesem Afte der Pietät nicht ab. Es wird uns von zuverlässiger Seite nun mitgeteilt, daß in Gießen in der letzten Zeit mehrfach das nicht der Fall gewesen ist. Sollte es nicht möglich sein, passende Tiere hier zu haben, so darf man wohl erwarten, daß helle, braune Pferde mit einer schwarzen Decke verhängt werden. * ** Menagerie und Raubtier- Karawane. Eine ungemein große Reichhaltigkeit an Tierbestand bietet die gegenwärtig in Gießen auf Dewaldsgarten aufgeschlagene Menagerie von J. Ehlbecks Ww., Hamburg. In langer Reihe ziehen sich die Käfige durch das stattliche, 120 Meter lange Riesenzelt hin. Beim Eintritt überrascht zunächst die gute Beleuchtung( das Unternehmen besißt eine eigene elektrische Lichtquelle) angenehm, der man denn auch nebst der sachverständigen Fütterung die ungemeine Munterfeit und Lebendigkeit der Tiere zuschreiben muß. Nachdem man den ersten Eindruck auf sich hat wirken lassen, schreitet man zur eingehenden Besichtigung der Tiere die lange Käfigreihe ab, wobei denn erst das richtige Bild von der Reichhaltigkeit entsteht, da die meisten der gezeigten Spezies durch mehrere Exemplare vertreten sind. Da gewahrt man eine ganze Gesellschaft von Affen, unter der sich sogar ein Pavian befindet, eine Anzahl Löwen, Eiskären und andere Bären, nebenan Tiger, Wölfe, Hyänen, Leoparden Panther und weitere Raubtiere. Von den pflanzenfressenden Tieren verdienen besonders das Gnu( gehörntes Pferd), die Gazelle und die Giraffe hervorgehoben zu werden und ebenfalls ist die Vogelwelt verschiedentlich vertreten. Einen auserlesenen Cercle hält Fräulein Jenny" aus dem Geschlechte der Elefanten, die jung und alt durch ihre Possierlichkeiten stets auf das amüsanteste zu fesseln weiß. Einen niedlichen Anblick bieten auch zwei junge, erst 2 Monate alte Löwen mit ihrer Mutter. Einige Käfige weiter fallen noch besonders das Nilpferd, das Stachelschwein und der Tapir auf. Das Hauptinteresse fonzentriert sich natürlich auf die Produktionen der dressierten Tiere, u. A. stellen Löwen und Eisbären hübsche, wirkungsvolle Bilder, Pyramideu und lebende Wappen dar. Die Vorführung einer noch nicht völlig gezähmten Königstigerin ist sogar reich an aufregenden Momenten. Originell ist auch der Abgarg des Lieblingslöwen, der sich seiner favoriten Stellung bewußt, ruhig die anderen Tiere abtreten läßt, um dann im Vertrauen noch schleunigst eine Gratifitation zu erhaschen. Vollbefriedigt verläßt man das Belt wieder. Einen sehr günstigen Eindruck nimmt der Beschauer auch aus dem gut genährten und reinlichen Aussehen ber Tiere mit heim. Niemand versäume, der Ehlbeck'schen Menagerie einen Besuch abzustatten. ?? Grünberg. Mit dem 1. Mai wird die im umgebauten Bahr hofsgebäude mit untergebrachte Bahnhofswirtschaft eröffnet. Dieselbe hat der mit eigener Wirt schaft nahebei wohnende Herr Allendorf übernommen. Die Räumlichkeiten hier, besonders die Warteräume, sind jetzt weit freundlicher und der Fremde empfindet es sehr angenehm, wenn ihm auf weißgedecktem Tisch im Warteraum 1. und 2. Klasse das bestelte Essen oder Getränk vorgesezt wird. *** Weitershain, 30. April. Unser Bürgermeister Sann ist weit und breit bekannt als Künstler in der Handschmiederei und er hat dadurch schon manchen hohen Käufer betemmen. Die 1. 8t. in Gießen beim Eisenhändler Kröll ausgestellte aus einem Eisenblock geschmiedete Büfte Kaiser nachdem sie in letzter Zeit auf Friedrich III. ift jest nachdem sie in letzter Zeit auf mehreren Ausstellungen viel bewundert wurde, durch Kauf in den Besit unseres Landesherrn übergegangen. Morgen Montag wird Bürgermeister Sann wieder eine große Ladung fertiger fünstlerischen Waren nach Marburg transportieren. = - Weitershain. Unser neues Schulhaus ist im Bau fertig, es wird nunmehr die innere Ausstattung vorgenommen. Dem Fremden fällt dieses im sog. Hofmann- Stil ausgeführte Gebäude sehr gefällig in die Augen. Vorteilhaft für den Unterricht selbst ist der große Schulraum, in welchem 3 mächtige Fenster für reichlich Licht sorgen; ferner steht es weit zurück von der Straßenfront, sobaß auch event. Straßenlärm feinen Einfluß auf den Unterricht haben kann. Der hierdurch erforderlich gewordene große Borgarten wird dem Lehrer, welcher in dem neuen Unterrichtsgebäude eine wunderschöne 6 Zimmer- Wohnung erhält, nur Freude bereiten fönnen. Der ganze Romply wird von einem massiv stilvollen Eisengitter eingefaßt. Weitershein. In unserem vom Verkehr bis jetzt noch ziemlich abgelegenen Dertchen regt man sich nach der schiedenen Seiten. Für die Durchführung der Marburger Kreisbahn nach Mücke ist der hiesige Gemeinderat sehr weit entgegengefommen und unser Bürgermeister Sann ist erst vergangene Woche in Marburg am Landratsamt gewesen und ist dort bei Vorlage der fämilichen Akten von allen interessierten Gemeinden für recht schnellen Weiterbau der Bahn eingetreten. Denn würde jetzt die Bahn nicht g baut, wo unsere Gemeinde gerade in der Feldbereinigung ist, würde sie später auf Schwierigkeiten stoßen. Man kann sich leicht denken, nachdem eine Parzellierung geschehen, will der einzelne Landwirt sich seine Acker durch die Bahn nicht mehr zerschneiden lassen. Unser Landtagsabgeordneter Brauer wird hoffentlich bei nächster passender Gelegenheit im hessischen Landtag für Bewilligung eines Etaatszuschusses plädieren. ** Nieder- Ohmen. Die Raumverhältnisse auf unserer Station sind sehr oft unzureichend für eine Abwickelung der Kontrolle des reisenden Publikums. Auch dadurch, daß von Nieder- Ohmen aus sehr viel Froch stücke versandt werden, wäre es an der Beit, wenn die Eisenbahndirektion an eine recht baldige Vergrößerung unseres ganzen Stationsgebäudes heranginge. A Lich, Der Andrang zur Präparandenanstalt ist dies Frühjahr wiederum sehr groß. Zur Aufnahme haben sich bereits 82 gemeldet. Die zweite Klasse muß deshalb wieder wie die erfte in zwei Paralleltlassen geteilt werden. Die Anstalt erhält dadurch vier Klassen, d H. je zwei Parallelllassen. A Bad Nauheim, 30. pril. Wie bestimmt verlautet, trifft im Sommer König Eduard von England zur Kur ein und nimmt in der Villa Heinemann nahe dem Kurhaus Wohnung. Oeffentlicher Sprechsaal. In der letzten Stadtverordnetenversammlung hat Herr Oberbürgermeister Mecum gefagt: meine Zahlenangabe in der Bürgerversammlung vom 27. v. M. sei unrichtig und zwar, daß bei event. Erhöhung des Oftrois von rund 6000 Steuerzahlern 170 ca. 17 000 Mt., also mehr als ein Drittel des angegebenen Defizits aufbringen müßten. Ich stimme Herrn O.-B. Mecum gern zu, denn ich muß annehmen, daß er meine Angaben als zu niedrig betrachtet. Es sind in Gießen rund 170 fonzessionierte Wirtschaften, in denen je nach Ausdehnung 120-500 hl Bier pro Jahr verzapft werden; in einzelnen ist der Verbrauch noch größer. Nimmt man nun einen Durchschnitt von 180 hl an, so ergibt dies bei einem Bierausschlag von 47 Pfg., wie er von den Brauereien in Aussicht gestellt wurde, pro Jahr und Wirtschaft 84,60 Mt., für 170 Wirtschaften 14 382 Mt. In den Wirtschaften wird bis zu 20 kg Fleisch pro Tag gebraucht. Rechnet man durchschnittlich nur pro Wirtschaft 3 kg Fleisch mit beabsichtigtem Aufschlag von 4 Pfg. pro kg, so ergibt dies pro Jahr und Wutschaft den Betrag von 43,20 t. oder auf 170 Betriebe 7344 Mt. Hiermit ist die von mir angegebene Summe schon erreicht bezw. überschritten. Hinzu kommt noch der Verbrauch an Brod, das in einzelnen Wirtschaften bis zu 20 kg pro Tag beträgt, mit der event. Erhöhung von 2 Pfg. pro kg. Da bei en eventuell beabsichtigten Preiserhöhungen der Waren ein Preisausschlag bei den Verkaufe preisen nicht erfolgen fann, so dürfte meine Max Jaskowsky. Bahlenangabe nicht unrichtig sein. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geborene. Um 15. Apel. Dem Kaufmann Georg Karl Hütten. berger eine Tochter; 16. Bürgermeistereigehilfen, Finanzaspiranten Kail Treser eine Tochter, Luise Ottilie; 18. Birt und Spezereihändler Johannes Mart eine Tochter, Hedwig Karola; Schlosser Jakobus Sigesmund ein Sohn, Friedrich August Wilhelm; 19. Fabrikanten Ernst Bleh eine Tochter, Ecna; 20. Straßenfebrer Johann Theodor Löber eine Tochter; D.fonomen Heinrich Bölzer ein Sohn, Karl Wilhelm; 21. Kellner Ludwig Riehl ein Sohn, Hans Friß Justus Ludwig; 22. Eisenbahnschaffner Adam Zinn ein Sohn; 24. Bahninvaliden Friedrich Försterling eine Tochter, Elise; Schlosser Franz Bepler ein Sohn; 25. Spenglermeister Emil Dörr ein Sohn, Wilhelm Georg; Kellner Martin Stockert eine Tochter, Anna Eva. Aufgebote. Am 20. April. Adam Hettche, Postbote dahier mit Margarete Frizz in Treis a. Loa. 22. Franz Stein, Lehramtsassessor in Dieburg mit Emma Hanstein dahier. 26. Wilhelm Klein, Heizer dahier mit Henriette Tröller hierselbst. 27. Heinrich Prescher, Schuhmacher dahier mit Marie Schöz Müller hier selbst. 26. Ludwig Beck, Kaufmann dahier mit hierselbst. August Wehrheim, Lehrer dahier mit Karolina Fema Schuster in Mannheim. Kari Johann Konrad Heckmann, Megger dahier mit Elisabethe Häuser in Waßenborn. 27. Heymann Süskind, Kaufmann in Fürstenau mit Frieda Reßler dahier. Eheschließungen. Am 22. April. Hermann Wörner, Lehrer in Wallerstädten mit Lina Franz hier seibst. August Rück, Kutscher dahier mit Augufte Hermine Kunz hierselbst. Karl Huber, Sergeant in Lahr mit Katharine Donges dahier. 27. Kari Schnell, Bäcker dahier mit Anna Opper hierselbst. Gestorbene. Am 22. April. Valentin Ludwig Konrad Heinrich Pfeifer, 2 Jahre alt, Sohn des Taglöhners Ludwig Pfeifer dahier. Georg Schneider, 61 Jahre alt, Gendarm i. P. dahier. 25. Helene Schmidt, geb. Schmidt, 51 Jahre alt, Ehefrau des Tanzlehrers und Barbiers Ferdinand Schmidt dahier. Luise Best, geb. Klog, 22 Jahre alt, Ehefrau des Bahlmeisteraspiranten Wilhelm Best dahier. Sophie Menz, geb. Rranig, 44 Jahre alt, Ehefrau des Maurers Adam Menz dahier. 26. Christian Mai, 46 Jahre alt, Kutscher dahier. 27. Anna Katharine Thomas, geb. Schlosser, 77 Jahre alt, Ehefrau des Straßenfehrers Nikolaus Thomas dahier. Heinrich Hornfeck, 56 Jahre alt, Mahnbote dahier. Julius Paul, 27 Jahre alt, Gärtner dahier. 28. Émil Weißbäcker, 38 Jahre alt, Siebmacher dahier. Wilhelmine Schwan, geb. Yburg, 77 Jahre alt, Rentnerin dahier. Sießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Bitterung in Hessen für Dienstag, den 2. Mai. Meift trüb, windig, Regenfälle, etwas fühler. ( Näheres durch die Gießener Wetterfaite.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentell Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibe in Gieken. Gegründet 1883. Jean Dern& Co. Giessen Telephon No. 21. Inh. Oskar Gutmann. Westanlage 31, Kanalisations- Artikel für Haus-, Hof- und Strassen- Entwässerung. Ia. Portland- Cement. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Baumaterialien für Hoch- und Tiefbau. Maffen- Auflagen mie: Schleuderzettel u. 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Mat 1905 auf der Bürgermeisterei Zimmer Nr. 15 ficht der Beteiligten offen. Gießen, den 29. April 1905. - Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung zur Eindie Bedienung der Rüftckauverschlüsse betreffend. Unter Hinweis auf§ 18 Absatz 2 der Polizeiverordnung bom 1. August 1904( die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation betreffend), welchen wir nachstehend zum Abdruck bringen, machen wir diejenigen Hausbesizer, welche ihre Grundstücke an die Neukanalisation bereits angeschlossen haben, darauf aufmerksam, daß am Montag den 1., Dienstag den 2. und Mittwoch den 3. Mat d. J. eine Spülung sämtlicher städt. Straßenkanäle vorgenommen wird. Gießen, den 27. April 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Der Eigentümer hat für den ordnungsmäßigen Zustand und die richtige Handhabung des Verschlusses Sorge zu tragen und ist allein für alle, durch etwaigen Rückstau des Sielwassers hervor= gerufene Schäden verantwortlich. Die Verschlüsse sind so anzubringen, daß sie jeder Zeit, auch bei Rückstau zugänglich sind, bequem gehand: habt werden fönnen.. Bekanntmachung. In der Zeit vom 22. bis 29. April 1905 wurden in hiefiger Stadt gefunden: 1 Schürze, 1 Portemonnaie mit Inhalt und í filberne Cylinderuhr; verloren: 1 Portemonnaie aus Seehundleder( Inhalt 3,15 Mt), 1 schwarzes Handtäschchen mit etwas Wäsche, 1 Portemonnaie mit 10 bis 11 Mt. Inhalt, 1 goldene Brosche und 1 schwarzes Spizentuch. und Regenſchirme, 1 Muſit- Kartoffeln.stände belteben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenautomat, Herren u. Damenstiefel u. Möbel aller Art. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. Born, Gerichtsvollzieher, Gießen. Europas größte Menagerie Union und Raubtierkarawane ( Raubtier- Arena à la Barnum.) J. Ehlbecks Ww. aus Hamburg. Auftreten d. weltberühmten Tierbändiger u. Tierbändigerinnen, Fütterung nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr Hauptvorstellung. 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