Nr. 125. bonnement@ prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Beatisbeilagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 31. Mai 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberheffen, die Kreise Mezlar und Marburg 10 Pfa. fonit 15 kg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88, Fernsprechanschluß Nr. 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Wissen ist Macht... Am legten Sonntag wurde in Berlin in aller Stille fast nahezu ohne Beizug der Presse eine eigenartige Versamm lung eröffnet. Es war dies der Kursus zur sozialwissen. schaftlichen Ausbildung der Arbeiterschaft, der durch ein einträchtiges Zusammenwirken der christlichen Arbeitervereine, des Vereins für Sozialreform, der evangelisch- sozialen Konfe renz, der kirchlich- sozialen Konferenz und der inneren Mission zustande gekommen ist. Alle vorgenannten Organiſationen batten Delegierte entsandt, um die Kursisten zu begrüßen. Der Kursus hat eine Dauer von 45 Tagen und befaßt sich mit allen Fragen des sozialen Lebens. Insbesondere aber wird die Arbeiterbewegung, die mit der Industrialisierung unseres öffentlichen Lebens aufgekommen ist, und die sozialpolitische Gesetzgebung einer gründlichen und kritischen Erörterung unterworfen. Zur Teilnahme an dem Kursus hat sich nahezu ein halbes Hundert Arbeiter, Bureauangestellte und Kaufmannsgehilfen aus allen Teilen Deutschlands eingefunden, ein Teilnehmer war sogar aus Südfrankreich nach seiner deutschen Heimat geeilt, um seine Spargroschen für die Bereicherung seines Wissens zu verwenden. Lic. Mumm, der als der geistige Urheber dieser ersten Volksakademie gilt, entwickelte in seinem Vortrag ein schönes Programm für die Liebestätigkeit, die die gebildeten Kreise auf geistigem Gebiete ausüben können. Wer im Besitze des Wissensschatzes sei, müsse an seinem Teil dazu beitragen, daß auch die minderbegüterten Wolfsschichten, die nur geringe Mittel haben, um den gerade in Arbeiterkreisen so mächtig werdenden Bildungshunger zu befriedigen, an dem Ueberfluß teilhaftig werden. Die Reden, die von den beiden Arbeitern gehalten wurden, legten tatsächlich dafür Zeugnis ab, daß die deutsche Arbeiterschaft nicht bloß von dem Streben nach Wissen beherrscht ist, sondern auch ihre geistigen Kräfte bereits entwickelt hat, denn hier zeigte sich eine Beredtfamkeit und Ausdrucksweise, die nur durch eine mühsam erfämpfte geistige Vervollkommnung ereicht werden konnte. Von seiten dieser Arbeitervertreter wurde auch der Wahlspruch aufgestellt: Wissen ist Macht." Insbesondere wurde hervorgehoben, daß nicht demjenigen Volk die Zukunft ge= hört, das die besten Maschinen hat, sondern der Nation, die über die intelligentesten Arbeiter verfügt. Der akademische Ausbildungskursus hat sonach eine hohe soziale Bedeutung, insofern als er in dem Arbeiterstande selber die Vermittler für die Verbreitung der Wissens- und Kulturgüter heranzieht. Das Halbhundert Arbeiter, die in Berlin über alle jozialen Fragen der Gegenwart durch geschichtliche, volkswirtschaftliche und sozialwissenschaftliche Vorträge unterrichtet werden, spielt förmlich die Nolle von Kanälen, die den Wissensreichtum der akademisch gebildeten Kreise ihrem eigenen Stande zuführen, so daß er allmählich, nachdem er die politische Gleichberechtigung erhalten hat, auch den übrigen Ständen gleichwertig wird. So ist der organische Zusammen. schluß der Arbeiterschaft gewissermaßen das physische Werk zeug zur sozialen Heng des Arbeiterstandes, die Bereichenung des Wissens a ist die geistige Kraft, die dem Arbeiterstande die Mad verleihen kann, als vollgewichtiger Teil der nationalen Gesamtheit mitzuarbeiten an dem großen Werke der Kultur. Wissen ist Macht. Der Herero- Aufftand. Zum Truppen-, Pferde-, Munitions- und Provianttrans. port für Deutsch- Südwestafrika hat die Reichsregierung, wie wir erfahren, außer den bereits namhaft gemachten, im Laufe des Monats Juni in See gehenden Dampfern neuerdings noch den Packetfahrt- Doppelschraubendampfer„ Bulgaria" gechartert; dieser wird Ende Juni von Hamburg aus die Reise nach Swakopmund antreten. Die Bulgaria" ist übrigens jenes Fahrzeug, das vor etwa fünf Jahren während eines schweren Sturmes nach dem Bruch des Steuers vertrieben und damals schon als verloren betrachtet wurde.- Nicht ohne symptomatische Bedeutung ist die soeben eintreffende Meldung, wonach Oberst Leutwein mit seinem Stabe gestern in Okahandja eingetroffen ist. Mit der Verlegung des Hauptquartiers von Windhuk nach Okahandja dürfte wahrscheinlich das Signal gegeben sein zum Vorgehen der Hauptabteilung gegen den Waterbergdistrikt, Ueber die Hererofranen berichtet ein deutscher Ansiedler, der sich jetzt unseren Truppen angeschlossen hat, recht interessante Dinge. Während von seiten unserer Truppen die Hererofrauen geschont werden, sind sie es gerade, die all die Verstümmelungen an den Leichen der ermordeten Farmer und Ansiedler ausführten! In den Gefechten selbst stehen die Weiber direkt hinter den fämpfenden Hercro und feuern diese durch laute Zurufe zur Tapferfeit an. Sie klatschen dabei in die Hände, ähnlich pie bei ihren Tänzen, und während der Dauer des ganzen Gefechts fann man sie deutlich hören. Fällt ein Herero, so helfen sie ihn sofort wegtragen, gleichgültig ob er tot oder berwundet ist, während ein anderer das Gewehr des Gefallenen ergreift und in seine Stelle tritt. So fämpfen die Herero mit einer Tapferkeit und Ausdauer, wie nur irgend eime der tapfersten europäischen Nationen fechten könnte; sie peichen feinen Schritt, und wenn sie au Sunderten niedergeknallt werden. Man kann es deutlich beobachten, wie die Herero mitten im Gefecht, während des tollsten Schüßenfeuers, mit beispielloser Tapferkeit in die Reihen der Kämpfenden eindringen, um ihre Toten und Verwundeten herauszuschleppen. Es muß dies, meint man, unbedingt mit ihrem Aberglauben irgend etwas zu tun haben, und das ist auch der Grund, weshalb wir fast keine verwundeten Herero gefangen nehmen können. Während unsere Truppen, nach dem Gefecht bei Onganjiera, dann, von Otjizazu vorrückend, bei Ofatumba fochten, wurden bei Onganjiera die Gräber unserer gefallenen Kameraden von den Herero geöfföffnet. Die Leichen wurden der Kleider beraubt, geschändet und dann nackend im Grabe aufrecht hingestellt. Natürlich haben dies ebenfalls Frauen getan, und auch dies mag mit ihrem Aberglauben zusammenhängen. Ueber die Waffenlieferanten der Herero heißt es in einem Briefe eines anderen Ansiedlers, man wisse jezt, daß die Herero mit Lee- Metfords, den neuesten englischen Militärgewehren, bewaffnet sind und daß sich auch ein Weißer, ein Engländer, in den Reihen der Herero befindet. Der Name dieses Ehrenmannes ist Waules, ein Mann, welcher schon im Jahre 1896. wegen Aufreizung zum Aufstande hier ins Gefängnis geworfen wurde und nun wahrscheinlich als Agent für englische Waffenlieferungen tätig ist. Eine Antwort an Bebel, der bekanntlich im Reichstag den Hereroaufstand zu verteidigen, wenigstens aber völkerpsychologisch zu erflären suchte, gibt ein südwestafrikanischer Farmer in einem Briefe, den die Volkswirtschaftliche Korrespondenz" veröffentlicht. Der Farmer schreibt u. a.: Spaß machen mir so manche Zeitungen in Deutschland. Die schreiben schon heute von Milde gegen die armen berleiteten Herero und vergessen ganz, daß bei den Polen im Jahre 1863 ähnliche Grausamkeiten vorkamen, troßdem die Polen über 1000 Jahre lang Christen unter strenger Zucht der Geistlichen waren. Selbstverständlich mußten die Polen für ihren Uebermut büßen, und ebenso müssen die Herero büßen. Wenn sie 1000 Jahre lang Christen gewesen sein werden, werden sie vielleicht auch weniger roh sein. Erst dann wird es an der Zeit sein, Verrohung von Fall zu Fall zu bestrafen, wie es in Kulturstaaten geschieht. Heute muž aber gegen die Herero rücksichtslos und mit großem, verderbenbringendem Nachdruck vorgegangen werden. Einer muß für alle und alle für einen bestraft werden, denn nur Furcht kann die Bande bändigen. Den lieben Bebel möchte ich doch einmal gern so unter den Herero sehen. Mit grinsen. dem Gesicht reicht ihm Herero 1 die Hand, Herero 2 schmeiß! ihm hinterrücks die Schlinge über den Kopf, dann greifen ihn Herero 3 und 4 und zerrca ihn hinter das Haus in einen Winkel, wo dann Herero 5-10 unter Assistenz von heulenden, bestialischen Weibern unwürdige Operationen an ihm vornehmen und anfangen, so zur Abwechselung das Fleisch von den Unterschenkeln abzulösen. Endlich komm ein ganz gebildeter Herero- einen solchen Hund kenne ic - und gebietet Einhalt. Bebel wird darauf an Händen und Füßen gefesselt und totgeprügelt. So haben sie es an einem Farmer getan und darauf ihren Mut und Uebermu an Frau und Schwägerin ausgelassen." Der Krieg in Oftalien. Die gesamte Berichterstattung vom Kriegsschauplat wiederholt bisher einzig und allein in immer neuen Tonarten und Variationen die Vorgänge in der blutigen Schlacht bei Kintschau. Interessante Gefechtsepisoden bringt die offizielle ausführliche Meldung des japanischen Generals Oku zur Darstellung. Bei stürmischem Wetter und tiefer Dunkelheit wurde das Fort Kintschau selbst genommen. Dann entspann sich das Hauptgefecht bei Hantschau. Vier japanische Kriegsschiffe eröffneten um 6 Uhr morgens von der Kintschaubucht aus das Feuer, das heftig von den Russen erwidert wurde. Trotz aller Anstrengungen der Japaner gelang es ihnen bis 5 Uhr abends nicht, eine Bresche für den Vorstoß der Infanterie zu schießen. Während des weiteren Kampfes drang die japanische dritte Division so weit vor, daß sie vom Feinde ganz umzingelt wurde. Die Russen verstärkten daher ihre Infanterie gegen den linken japanischen Flügel, und zwei ihrer Batterien bei Nankwanling beteilig ten sich an dem Gegenangriffe, der sich gegen die dritte Dibision richtete. Der entscheidende Vorstoß der Japaner. Der Schießvorrat unserer Batterien begann knapp zu werden so erzählt Oku weiter, und die Geschütze waren beinahe zurückgezogen worden. So entschlossen wir uns zu einer letzten großen Anstrengung mit gesammelter Macht. Unsere Batterien gaben schärfstes Feuer, und die Infanterie der ersten Division ging mit unglaublicher Tapferfeit zum Angriff vor, aber sie erlitt unter dem heißen Feuer des Feindes schwere Verluste und wurde aufgehalten, ehe sie die borderste Stellung gewinnen fonnte. Glücklicherweise begannen unsere Schiffe wieder auf die linke Flanke des Feindes zu feuern, unterstützt durch unser 4. Artillerie- Regiment. Unſere 4. Divifion ariff nun mit gewaltiger Anstrengung den russischen linken Flügel an und gewann die Höhen unter mächtigem Ausbruch der Begeisterung; darauf nahmen dic Truppen der ersten und dritten Division, die über die Leichen ihrer Kameraden fortstürmten, die russischen Laufgräben und die Forts in einem Kampfe von Mann gegen Mann, der mi Schwert, Pistole und Bajonett ausgefochten wurde, und vertrieben den Feind in wirrer Flucht von seinen lezten Verteidigungslinien. Ein Teil unserer Truppen verfolgte den Feind, und unsere Geschüße sandten ihm ihr Feuer nach. Unsere Truppen feierten das Ende des stolzen Tagewerfs mit jubelnden Rufen, dann schliefen sie auf dem Schlachtfeld. Die Kriegsbeute der Japaner. Wie Oku angibt, machten die Japaner eine Anzahl Offiziere und Mannschaften zu Gefangenen; ferner fielen in ihre Hände eine Lokomotive, drei Scheinwerfer, ein Dynamo, 50 Minen, zahlreiche Gewehre, viel Schießvorrat und anderes Kriegsmaterial. In einem zweiten Telegramm erwähnt Oku außerdem 68 Kanonen und 10 Maschinenkanonen. Er schätzt die japanischen Verluste auf 3500, die der Russen auf 500 Tote. Eine neue russische Verteidigungsstellung? Entgegen den Berichten von japanischer Seite, die behaupteten, daß die Russen bis unter die Mauern Port Arthurs verfolgt worden wären und sich in die Festung hätten flüchten müssen, behauptet eine Londoner Meldung, daß General Stössel außerhalb der Stadt eine zweite Verteidigungsstellung geschaffen habe. Das Telegramm, das aus Weihaiwei stammt, lautet: General Stössel hat den Auftrag, jeden Zollbreit Land zwischen Port Arthur und Kintschau zu verteidigen, um den Hauptvorstoß gegen Mukden zu verzögern, da jetzt Zeitgewinnung alles für Kuropatkin bedeute. Stöffel errichtete daher in Eile eine Reihe von befestigten Stellungen hintereinander. Von diesen hat General Oku nach sechstägigem Kampf nur die erste mit schweren Verlusten genommen. Die Russen haben sich auf ihre zweite Reihe von Befestigungen zurückgezogen und nahmen eine starke Stellung außerhalb des Befestigungsbereiches von Port Arthur ein, deren rechte Seite die Stadt und den Hafen von Dalny beherrscht. Ueberhaupt sind die Russen bestrebt, die Bedeutung des japanischen Sieges bei Kintschau abzuschwächen. Sie behaupten, daß die Stellung bei Kintschau nur demonstrative Bedeutung gehabt habe. Sie war mit Geschüßen, die im Jahre 1900 den Chinesen abgenommen worden waren, be: waffnet und nur mit geringem Schießvorrat versehen gewesen. Die Besetzung dieser Stellung durch die Japaner, die unter großen Verlusten der letzteren erfolgte, ändere die Lage nicht. Weder das eine noch das andere ist natürlich zutreffend. Die Stellung war aufs beste armiert, wurde verzweifelt und nicht nur ,, demonstrativ" verteidigt, und ihr Verlust bedeutet für die Russen eine schwere strategische Niederlage. Die Politik. Der Entwurf einer neuen Maß- und Gewichtsordnung, der von der Reichsregierung den Bundesregierungen unterbreitet wird, schlägt vor, im Wege der Reichsgesehgebung das System der periodischen N a cheichung zur Durchführung zu bringen. Die Frist, innerhalb deren die Nacheichung vorzunehmen und zu wiederholen ist, soll betragen bei den Flüssigkeitsmaßen und Meßwerkzeugen für Flüssigkeiten, den Gewichten und Wagen für eine größte zulässige Last bis ausschließlich 3000 Kilogramm ein Jahr, den Längenmaßen, Hohlmaßen, Meßwerkzeugen für trockene Gegenstände und den Fässern für Wein und Obstwein drei Jahre. Der Bundesrat ist ermächtigt, die Vorschriften über die Fristen für die Nacheichung in Ansehung einzelner Arten von Gegenständen abzuändern und zu ergänzen. Ein Nachspiel zu dem vor neun Jahren ausgebrochenen großen Hamburger Hafenarbeiterstreik ist ein am Sonntag ausgebrochener Streik der Hamburger Kohlenarbeiter. Nach dem Ausstand der Hafenarbeiter riefen die Hamburger Kohlenimporteure in den Jahren 1896 und 1897 eine Anzahl Spar- und Unterstützungskassen ins Leben, um den Arbeitern im Notfall Unterstützungen zu gewähren und andererseits auch die Arbeitgeber gegen den Kontraktbruch der Arbeiter zu schüßen. Diese Kassen wurden neuerdings von den Kohlenarbeitern befämpft, und schließlich fündigfen die meisten Arbeiter den Dienst. Das Arbeitsverhältnis ist jezt abgelaufen. Die Arbeiter haben sich ihre Beiträge aus den Spar- und Unterstützungskassen bereits auszahlen lassen. Nur wenig Arbeiter sind in ihrem Arbeitsverhältnis geblieben. Für die weitere Entwickelung des Streifs fäßt sich ein Prognostikon vor der Hand nicht stellen; es ist nicht unmöglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich), daß er auch auf andere Arbeiterkategorien übergreift. In Danzig wurde am Sonntag eine von der dortigen Abteilung der Deutschen Koloniclgesellschaft ins Leben ge und wer fann wissen, wie es in ronstadt, in Riga, in Reval aussieht. Der Telegraph spielt schon seit heute früh. Meine Herr Morik winfelte Reise wäre vergebens gebesen." wenn sich eigene fucht, die Preise zu drücken, und nichts schmerzt so sehr, als an uns rächen. Doe nennen te ge or sugeenen on Corner." meinte Stö beinahe vollends; er hatte ver" Ich fuhr Stöberer fahre Ihrer morgen früh zu Mutter hinaus." Frau einer Pause und mit listigem Seitenblick ,, um Rechnung zu legen. Da fehlt es wieder am 3ins. und frostigem Tone fort, zahlte." niedrigen Prozentsatz, den man während der letzten Jahre . man macht eine Observanz aus dem a, und man beherbergt unsere Feinde Sie brauchen Wenn es dir Wenn du es übel nimmst, so geht es dir noch schlimmer. übel geht, nimm es für gut nur immer. Der beste Wein. fung fei. die selbst in frankhaftem Bustande verlor von heilbringender Wir einen Durch diese Erklärung gingen und sich der Fahne des Burgunders anschlossen. Tieß er seinem Feinde volle Gerechtigkeit widerfahren und großen Teil seiner Anhänger, die ins feindliche Lager über Meister Grenan triumphierte öffentlich, im Stillen aber der Champagner rufene Stelomalansstenung oure) den Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg eröffnet. Belgien. Das Urteil gegen die Lütticher Dynamitarden hat die belgische Regierung in eine eigenartige Verlegenheit gebracht. Wie erinnerlich, hat das Schwurgericht zu Lüttich zwrot Anarchisten, die die jüngsten Dynamitanschläge hervorgerufen hatten, zum Tode verurteilt. Nun hat aber König Leopold jeit seinem Regierungsantritt niemals ein Todesurteil vollstrecken lassen, sondern die Verbrecher immer begnadigt, so daß Belgien nicht einmal eine Guillotine besitzt. In der Bevölkerung zirkuliert zwar eine Bittschrift, die den König ersucht, diesmal die Verbrecher hinrichten zu lassen, damit ein abschreckendes Beispiel gegeben werde. Allein man fürchtet, daß die Bittschrift. trotzdem sie viele Tausend Unterschriften trägt, feinen Erfolg haben werde, so daß die Anarchisten dem wohlverdienten Tode entgehen werden. Afien. Zu einem neuen Gefecht zwischen Tibetanern und Engländern ist es, wie jetzt bekannt wird, in der Nähe des britischen Lagers bei Gyangtse gekommen. Nach einer in London eingegangenen Meldung aus Chumbi wurde am 26. d. Mts. ein Angriff auf ein dem britischen Lager bei Gyangtse nahe liegendes, von den Tibetanern befestigtes Dorf gemacht, bei welchen Leutnant Garstin und drei Sepoys fielen, 3 Offiziere und 9 Mann verwundet wurden. Das Dorf wurde nach 11stündigem Kampfe genommen; die Tibetaner hatten schwere Verluste, 37 Mann wurden gefangen genommen. Der Erfolg dieses Gefechtes für die Briten war, daß die Tibetaner sich aus dem Rücken des englischen Lagers zurückzogen, die Verbindungen zwischen der Expedition und den nachrückenden Entsatztruppen sind infolgedessen wieder affen. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser nahm gestern die Frühjahrsparade über die Potsdamer Garnison ab. Morgens um 8 Uhr begrüßte der Monarch auf der Mopke beim Neuen Palais das Regiment Gardes- du- Corps und übergab diesem nach einer Ansprache neue Behänge zu den Kesselpaufen. Der Kaiser ritt hierauf an der Spitze des Regiments durch Sanssouci nach Potsdam, wo um 9 Uhr im Lustgarten die Parade begann. Die Kaiserin, sowie die Prinzessin Victoria Luise und die anwesenden Prinzessinnen sahen dem Schauspiel von den Fenstern des Stadtschlosses aus zu. Nachdem der Kaiser, der Gardes- du- Corps- Uniform mit dem schwarzen Küraß trug, zunächst die Fronten abgeritten hatte, fand ein zwei maliger Parademarsch statt. Bei beiden Vorbeimärschen führte der Kaiser das Regiment Gardes- du- Corps der Kaiserin vor. Der Kronprinz nahm an der Parade als Kompagnie. hef teil. Nach der Parade fand im Marmorsaale des Stadtschlosses ein Frühstück statt. Grofsberzog Friedrich Wilhelm. Neustrelit, 30. Mai. Der Großherzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg ist heute at 12 Uhr 34 Min. nach längerem Leiden verschieden. und zurück ging. Eine unzählbare Wenschenmenge wohnte unter Aeußerungen patriotischer Begeisterung dem Schau. spiel bei. Als erster traf der Soldat Girard vom 149. In: fanterieregiment ein. Er hatte die 45 Kilometer in 5 Stun den 19 Wřinuten 48 Sekunden zurückgelegt. Bald sollte die laute Fröhlichkeit jedoch in das Gegenteil umschlagen. Zahl reiche Unfälle infolge von Sonnenstich und Ueberanstrengung kamen vor. Ein Korporal starb abends in einem Krankenhause, ein anderer Soldat soll in einem Nachbarorte gestorben sein. Das Befinden einer Anzahl von erkrankten Teil. nehmern wird als höchst beunruhigend bezeichnet. Verschie dene Blätter greifen den Kriegsminister in schärfster Weise an, weil er die Erlaubnis zum Wettmarsch, der lediglich zu Reklamezwecken vom„ Matin" veranstaltet sei, erteilt habe. Die Opposition brachte in der Kammer eine Interpellation über den Gegenstand ein. Die armen Soldaten haben die ihnen von vatriotischen Armeeschwärmern ausgesetzten Preise teuer conug bezahlen müs Der entschlafene Großherzog, der an einem Blasenleiden litt, war schon viele Monate bettlägerig. Am Sonntag Nachmittag verschlimmerte sich plötzlich sein Zustand, und es trat ein rapider Kräftever fall ein. Von ungefähr 7 Uhr an war der Großherzog bewußtlos. Von 9 Uhr an bis zum Eintreten des Todes hatten der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin das Sterbezimmer nicht mehr verlassen. Die Großherzogin weilte nicht am Sterbelager ihres Gemahls; sie befand sich im Buckinghampalast in London, von wo sie erst heute die Reise nach Deutschland antrat. Auf der Kanzel gestorben ist in Sächsisch- Haugsdorf bei Lauban der Ortsgeistliche, Pastor Hoffmann. Der Geistliche befand sich mitten in seiner Festpredigt, als er plötzlich wankte und zu Boden fiel: er war von einem Schlagfluß betroffen worden, der den Tod zur Folge hatte. Der verunglückte„ Teufelssprung". Ein schreckliches Unglück ereignete sich in einem Hamburger Vergnügungsetablissement. Dort vollführt seit einiger Zeit allabendlich der Meisterschaftstaucher Karl Dertel den sogenannten Teufelssprung von der 90 Fuß hohen Turmgalerie in ein Fleines Wasserbassin von 4 Meter Länge, 2 Meter Breite und 1 Meter Tiefe. Dieses an und für sich im Vergleich zu der Höhe des Sprunges minimale Wasserverhältnis war nun durch Nachlässigkeit um 30 Centimeter Wassertiefe verringert worden. Der herabsausende Körper des jungen, erst 22 Jahre alten Artisten schlug infolgedessen mit tolossaler Gewalt in dem Bassin auf. Dertel verschwand in dem Bassin und kam nicht wieder zum Vorschein. Angestellte eilten herbei, leisteten dem Verunglückten Hilfe und zogen ihn besinnungslos und anscheinend völlig gelähmt aus dem Wasser. Ein anwesender Arzt konstatierte schwere innere Rerlekungen. Am 17. Oktober 1819 als der Sohn des Großherzogs Georg geboren, erhielt der verstorbene Großherzog seinegrundlegende Borbildung in der väterlichen Residenz durch Lehrer des Strelizer Gymnasiums und studierte dann in Bonn die Rechts- und Staatswissenschaften. Am 28. Juni 1843 vermählte er sich mit Prinzessin Auguste, der Tochter des Herzogs von Cambridge. Am 6. September 1860 berschied Großherzog Georg, und in einer bewegten Zeit tiefgehender Gärung bestieg Friedrich Wilhelm den Thron seiner Väter. Schwere Leiden trübten den Abend seines Lebens; er war völlig erblindet, und die Leiden zwangen ihn, fern von der Heimat Heilung oder doch wenigstens Linderung zu suchen. So mußte er denn den wesentlichsten Teil seiner Herrscheraufgaben auf des einzigen Sohnes Schultern wälzen, dem nun auch die altehrwürdige Krone zufällt. Der bisherige Erbgroßherzog und jeßige neue Landesherr von Mecklenburg- Streliz Adolf Friedrich ist am 22. Juli 1848 geboren und seit dem 17. April 1877 mit Prinzeß Elisabeth von Anhalt vermählt. Der Ehe ist der jetzt 22 Jahre alte Herzog Adolf Friedrich entsprossen. Eine Tochter des neuen Großherzogs, Prinzessin Jutta, ist mit dem Erbprinzen Danilo von Montenegro vermählt. Prinzessin Marie, die älteste Tochter, ist die Gattin des Grafen Jametel in London. Gestern vormittag 11 Uhr fand in Neu- Strelik die Vereidigung der Truppen auf den neuen Großherzog statt. Nan und Form Katastrophe bei einem Wettrennen. Bei dem ZweiradStundenrennen um den großen Preis von Breslau ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Ein Kellner überstieg, in beiden Händen Bier fragend, die Schranke und wurde von dem Schrittmacher- Motorrad des Rennfahrers Robl erfaßt, überfahren und schwer verletzt. Robl wollte ausweichen, fam auch zu Fall und wurde am Bein verletzt. Der Führer des Motorrades verstauchte sich den Oberarm. Das Rennen um den Preis von Breslau fiel aus. ' A[ Ein übereifriger Theaterbesucher] verursachte zu Dessau bei der Aufführung von Beyerleins Zapfenstreich" eine eigenartige Störung. In dem Augenblicke, als am Ende des Stückes der Wachtmeister Volkhardt seine Tochter niederschießen will, stieß ein Besucher der Gallerie, der die Sache offenbar ernst nahm, einen furchtbaren Angstschrei aus.„ Tu's nit, tu's nit!" rief er dem Wachtmeister zu. Im Publikum machte sich eine große Bestürzung bemerkbar und auch auf der Bühne entstand eine lebhafte Unruhe, da man hier annahm, der Revolver sei vielleicht aus Versehen scharf geladen worden. Erst nach einigen Minuten wurde es wieder einigermaßen ruhig, so daß die Vorstellung zum Schluß gelangen konnte. * Ein Riesenbrand wütete auf dem Newyorker Güterbahnhof der Delaware und Lackawannabahn, durch den eine S00 Fuß lange Mole, auf der eine große Menge Waren aufgestapelt waren, sowie mehrere Segelboote und Schleppdampfer, sowie 6 andere Güter-, bezw. Sohlenmolen vernichtet wurden; der Schaden wird auf fünf Millionen Dollar geschätzt. Die Landungsanlagen der Hamburg- AmerikaLinie erschienen eine Zeit lang von den Flammen bedroht. A Gräfin Luise Montignoso, die ehemalige Kronprinzessin bon Sachsen, hat mit ihrem Töchterchen Anna Monica Schloß Ventnor auf der Insel Wight verlassen, um Sommeraufenthalt auf dem Schlosse Wartegg am Bodensee zu nehmen. In Southampton wurde sie von der Gräfin Saint- Victor erwartet, mit der sie gemeinsam das Schiff bestieg. Prinzessin Luise wird unterwegs in Paris auf kurze Zeit ihre Reise unterbrechen und im Hause der Gräfin absteigen. Die Gräfin fährt dann mit der Prinzessin bis Wartegg, woselbst die Prinzessin eine Hofdame zugesellt erhält. Verhängnisvoller Wettmarsch. Einen traurigen Ausgang nahm ein Wettmarsch, den das Pariser Sensationsblatt Matin" mit Ermächtigung und Unterstützung der Militärbehörde für Soldaten der ganzen französischen Armee veranstaltete. 2000 Soldaten aller Truppengattungen, in Uniform, aber ohne Waffe, nahmen teil an dem Marsch, der über 45 Kilometer vom Hause des„ Matin" bis St. Germain Bunte Chronik. In Langfuhr wurde bei einer Schlägerei zwischen Mannschaften des 1. Leib- Husarenregiments und des 17. Trainbataillons sechs Soldaten schwer und 21 leicht durch Säbelhiebe verlegt. regate und Jahresrenten, vor allem für eine Anzahl vo Dienstmädchen, die nicht einmal durch längere Zeit, sonder mur gelegentlich bei dem Testator kleine Arbeiten verrichte hatten. Einige von ihnen sind mit einmaligen Geldge schenken von 400 Kronen und darüber, andere jedoch mit Jahresrenten von mehreren hundert Kronen bedacht. Dant waren Privatlehrerinnen, darunter Klavierlehrerinnen, ge nannt, die der Erblasser ebenso flüchtig gekannt hatte, mie jene Dienstmädchen, von denen er nur wußte, daß sie in ärmlichen Verhältnissen lebten. Ferner aber hatte er Legate für Personen ausgeworfen, die er, wie man annehmen muß, überhaupt nie gekannt und deren Namen er in Zeitunger als Opfer von Unfällen gelesen hat. Für solche Verunglückte find Gldgeschenke bis zu 1000 kronen festgesetzt. Die Legate und Renten dieser Kategorie absorbieren ungefähr 350 000 Kronen, ein Drittel des Nachlasses. Bei der Durchführung dieses Teiles der Willensbestimmungen des Verblichenen hat sich nun die Schwierigkeit ergeben, daß manche von den in Testament namhaft gemachten Dienstboten und Privatlehre rinnen, besonders jedoch von den Verunglückten, nicht aus geforscht nerden können. Einige von ihnen sind so gut wie verschoffen, vermutlich in der Zwischenzeit schon gestorben. Auperordentliche Mühe verursacht es, diese Umstände ge richtsordnungsmäßig festzustellen. Menninger hat eben jene Namen schon vor einer langen Reihe von Jahren niederge schrieben. In Reinickendorf bei Berlin wurde der Italiener Enrico Baldi von zwei Brüdern Treschinsky erstochen. Auch in Düsseldorf forderte das Messer zwei Ipfer. - Der Becuiner zugeweiler Karl Leipner suchte mil seinen beiden kleinen Söhnchen den Tod in der Spree. Hus dem Gerichtsfaal. § Die einzigen deutschen Worte, die er kennt. In Wien hatte sich ein Schlächtergeselle wegen Beleidigung eines Wach. postens zu verantworten. Er hatte den bosnischen Infanleristen Mate Topicz in der Trunkenheit einen„ dummen Kerl" genannt. Für Topicz, der der deutschen Sprache nicht mächtig ist, machte sein Zugführer den Dolmetsch. Verteidiger: Wenn der Zeuge doch kein Deutsch versteht, wie kommt es, daß er beschwören will, diese Worte gehört zu haben? Zugführer( zögernd): Er sagt, dummer Ker!" weil... die Offipersteht er ganz gut, weil.. ziere, sagt er, beim Eyerzieren zu ihm auch immer Summer Kerl" sagen.( Schallende Heiterfeit.) Der Richter war nunmehr von des Zeugen Glaubwürdigkeit überzeugt und verurteilte den Schlächter zu 20 Kronen Geldſtrafe. Ein wunderlicher Wohltäter. RO. Wien, 30. Mai. * De Regierung tommiffari ernannt. eingefeste nur ein F gefländig un Swurgeric A De Pfannen vollen Ruf menden Fr wie der a Mufftellung ** 1 fur die A dohin erg 164 0019 156 642 107 694 101 204 20 Rumpf zu 1076 949 Der nach seinem Tode zu so origineller Berühmtheit gelangte Erblasser muß übrigens, wie jetzt bekannt wird, aud schon in seinen jungen Jahren ein recht wunderlicher Kauz gewesen sein. Menninger hatte Jura studiert, die Richter prüfung abgelegt und war hierauf in ein Minsterium ein getreten, wo er in einem Rechnungsdepartement zu arbeiten begann. Eines Tages heiratete nun einer seiner Bureau follegen, und als der junge Ehemann Urlaub nahm, um in der Umgebung von Wien seine Flitterwochen zu verleben. verließ auch Gustav v. Menninger das Bureau, um in der Nähe des Ehepares weilen zu können, freilich, ohne vor schriftsmäßig Urlaub genommen zu haben. Als er dann in sein Bureau zurückkehrte, wurde er zum Vorstande zitiert und gefragt, wie er ohne Urlaubsbewilligung seine Arbeit habe im Stiche lassen können. Ganz naiv entgegnete der junge Beamte, er habe so viele Kollegen bei der Arbeit ge wußt, daß er sich für überflüssig halten durfte und ausbleiben zu können glaubte. Wenn er sich selbst als überflüssig an sehe, erwiderte ihm der Bureauvorstand scharf, so sei er auch für ihn, den Bureauvorstand, überflüssig und in der selben Stunde ward Gustav v. Menninger aus dem Amte entlassen. Ein vielversprechender Anfang zum Sonderlingsleben, dent ein ebenso originelles Ende gefolgt ist. Sollte man's für möglich halten? In Wien, der großen Kleinstadt, wo ein jeder, der irgendwie auf einen Schimmer bon Originalität Anspruch erheben kann, nach kurzer Zeit zu lokaler Berühmtheit gelangt, hat lange Jahre hindurch ein Mann gelebt, der still und unbemerkt der Deffentlichkeit entschlüpft ist, trotzdem er eines der größten Originale gewesen sein muß, die je mit Donauwasser getauft wurden. Darauf läßt vor allem sein Testament schließen, das soeben eröffnet wurde und dessen wunderliche Bestimmungen jetzt in allen Cafés und Bierhäusern das Gespräch sämtlicher Stammtische bilden. Der vielgenannte Testator ist ein Herr v. Menninger, früher Ministerialbeamter, aber seit langen Jahren im Ruhestande. Er führte viele Dezennien hindurch ein überaus stilles Dasein. Der Tag, einer wie der andere, erschöpfte sich bei ihm in Spaziergängen und Lektüre. Auf den Umgang mit den Menschen, selbst mit früheren Freunden und Befannten, hatte Menninger, ein alter Hagestolz, immer mehr und mehr verzichtet. Als er nun starb, war man nicht wenig überrascht, ein Nachlaßvermögen von mehr als einer Million Kronen in seinem Heim vorzufinden, einem Heim, das recht ärmlich ausgestattet war. Menninger, der aus seinem Vermögen eine Jahresrente von ungefähr 50 000 Stronen bezog, verbrauchte für seine Lebensbedürfnisse jährlich kaum mehr als 1000 kronen. Er soll einmal einen Haupttreffer gemacht und mit Wertpapieren glücklich spekuliert haben. Noch verwunderter als über das Vermögen, war man aber über das Teſtament des Verstorbenen. Man fand da nämlich Vermischtes. [ Eine Ansichtskarte vom Kaiser] erhielt die Tochter eines Badearztes in einem bekannten westdeutschen Kurort. Dort funktioniert als Kurkommissar der ehemalige Turnlehrer des Kaisers, ein alter Militär, den der Kaiser zur Teilnahme an der Mittelmeerreise eingeladen hatte. Die oben erwähnte junge Dame bat den alten Herrn dringend, ihr doch eine Ansichtskarte zu senden, die vom Kaiser mit unterschrieben" sein müsse, als Schmuck und wertvollstes Stück ihrer Sammlung. Der Gast des Kaisers stellte die Erfüllung dieser Bitte als sehr unwahrscheinlich hin. Aber der Zufall kam der jungen Dame zu Hilfe. Beim Lunch in Gibraltar rief der Kaiser seinen alten Turnlehrer an seine Seite und plauderte mit ihm von vergangenen Zeiten. Nach Beendigung des Mahls ließ sich der Kaiser ein paar Ansichtskarten von Gibraltar kommen und schrieb, wie sehr häufig auf seiner Reise, eine davon an sein Töchterchen, das, wie er erzählte, eine cifrige Sammlerin sei. Die Karte gab er, ganz modern, wie der richtige Ansichtskartenschreiber verfährt, um die Karte besonders interessant zu machen, vor der Absendung einer Anzahl Herren zur Unterschrift. Diesen Moment benutzte der Gast des Kaisers, um die Bitte der kleinen Doktors: tochter anzubringen, und der Kaiser ging in bester Laune darauf ein. Er versah eine Karte mit seiner vollen Unter schrift und ließ sie zugleich mit der für sein Töchterchen be stimmten Starte absenden. Die Freude der Empfängerin war groß. mann& S :): D Sonnta Konzert und Saal Händen welcher f unter fei Gustav Konzert Intereffe, [ Schnelle Bevölkerungszunahme.] Gelegentlich der Anwesenheit des Kaisers auf Schloß Liebenberg i. Mark zur Teilnahme an der Hochzeit des ältesten Sohnes des früheren Botschafters Fürsten zu Eulenburg zeichnete der Monarch während des Konzertes im Park viele der Anwesen den durch Ansprachen aus. Unter anderem äußerte der Kai ser zu dem Bürgermeister Mann aus Zehdenick, daß er sich dieses Städtchens von seinen Jagdausflügen als Kronprins her noch lebhaft erinnere und knüpfte daran die Frage, unter Hinweis auf die sich in Zehdenick entwickelnde Industrie, nach dem Wachsen der dortigen Bevölkerung. Der Bürgermeister erlaubte sich, scherzend zu erwidern: In einer Nacht um 1000 Seelen!"„ Doch nicht durch Geburten?" entgegnete Tächelnd der Kaiser.„ Nein, Majestät! Durch die 1900 er folgte Eingemeindung der Nachbarorte!" Der Monarch lachte herzlich und wünschte der Stadt Zehdenick weitere Ent wickelung seiner Industrie. A[ Politisches Spielzeug.] Für die bevorstehende ameri kanische Wahlkampagne werden sonderbare Vorkehrungen getroffen. Ein gewisser Wieland in Duluth stellte zum Massenabsatz ein mechanisches politisches Spielzeug her. Gin Elefant, das Symbol der republikanischen Partei, mit der Inschrift: G. D. P.( Grand Old Party), hat im Nacken eine leine Deffnung, auf die man einen kleinen Rauhreiter sett der, mag man noch so heftig durch den Rüssel oder den Schwanz des Elefanten blasen, nicht abzuwerfen ist. Im Gegenteil: je stärker man bläst, desto fester sitzt der Nanb reiter. Ein Exemplar des Spielzeugs wurde dem Präsi denten Roosevelt selbst überreicht. dem Geb bringt, fo die Sinfo leitete, g Wie sehr gefangelit des Prog 10 Jahre als Diri Chorwer übernom furt a. M Hents ( Bariton fehr abm größeren ftärfere 2 von Sch *[ Bier toner um veive. Im letzten Hefte einer Londoner Modezeitschrift ist eine Photographie der ameri kanischen Milliardärsgattin Mrs. George Gould, die mit Juwelen im Werte von ungefähr 4 Millionen Mark ge schmückt ist, wiedergegeben. Ihr Diamanthalsband ist allein wenigstens 400 000 Mt. wert und der Kopfschmuck, der auf Bestellung in Paris gemacht wurde, noch kostbarer. Auf die sem Bilde trägt Mrs. Gould noch nicht die Hälfte ihrer Edel steine, sie besiẞt mehrere solcher Halsbänder und Diademe Als Gegenstück zu dem bisher einzig dastehenden Brustschmud der Mrs. Astor schmückt sie sich bei passenden Gelegenheiten mit einem Paradiesvogel aus Diamanten, Rubinen, Sma ragden und Saphiren. Von ihren 50 kostbaren Ringen trägt sie nur wenige in den verschiedensten. Zusammenstel lungen auf einmal. Kampf zu fahrt" bo a capella „ D' Har D. di L welcher musikalisc allbeliebt in Frank Nürnberg hafte Bor Dirigent entgegenfel vollen Erf Sowie an 6 Uhr die nach werden fi * am 10. Adolf Konzerte, Gießen" gart erfa Boett Sonnta Bublifur badischen Program Mufit( wobei Meister Birdergal 50 Mann Förern ein mit dem Reife um gemäßigen Besonderes Bublifum Gefallen Gebotene Teilen an Die höchfte Ueberbret Di eine Anzahl be ere Zeit, jonbe rbeiten berrid maligen Gelb ndere jedod bedacht. D rlehrerinnen, efannt hatte, e, daß fie in ar hatte er annehmen er in Seitung olche Verung ejebt. Die Re ngefähr 350 Der Durchfüh Verklichenen anche von den und Privatle idten, nicht n find so gut t schon gestor efe Umstände nger hat eben Jahren niede eller Berühmt befannt wird, a wunderlicher Siert, die Rich Minsterium ement zu arbe er seiner Bure aub nahm, um ochen zu berleb ureau, um in Freilich, ohne n. Als er d Vorstande i gung seine A hib entgegnete Hei der Arbeits fte und ausble ls überflüssige harf, so set er -und in r aus dem N um Sonderling gt ist. erhielt die Tochter stdeutschen Kurort malige Turnlehrer fer zur Teilnahme Die oben erwähnte nd, ihr doch eine nit unterschrieben" hid ihrer Samm Aung dieser Bitt Zufall tam de ibraltar rief de te und plauder Beendigung de nsichtskarten bon häufig auf feiner , wie er erzählte er, ganz modem hrt, um die Kart Absendung eine: Moment benutte leinen Doktors in bester Laume r vollen Unter Töchterchen be Cr Empfängeri Gelegentlich der benberg i Mart sten Sohnes des urg zeichnete der Diele der Anwesen 1 äußerte der Ka denic, daß er f Jen als Kronpri n die Frage, un de Industrie, no Der Bürgermei einer Nacht w rten?" entgegne Durch die 1900& Der Monar Denid weitere E vorstehende amen are Borkehrung Duluth ftellte 3 pielzeug her. 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A Der Fackelzug zu Ehren des Herrn Professor Pfannenstiel, weil dieser einen an ihn ergangenen ehrenbollen Ruf an eine andere Universität ablehnte, findet_tommenden Freitag statt und wird dieselben Straßen passieren wie der an Pfingsten stattgefundene Sänger- Feftzug. Die Aufstellung erfolgt in der Marburgerstraße. *** Unsere Notiz betr. Vergebung der Arbeiten fur die Augen- und chirurgische Klinik sei noch nachträglich dahin ergänzt, daß Birkenstock& Schneider auf Loos I 164 001 t. 90 Pfg.. Jäger& Rumpf auf Loos I 156 642 Mt., Birkenstock& Schneider auf 2008 II 107 694 Mr. 85 Pfg. und Jäger& Rumpf auf Loos II 101 204 Mt. 40 Big. erhielten. Loos I wurde Jäger& Rumpf zugeteilt für 156 642 Mt., während Loos II für 1076 94 t. 85 Pfg. Birkenstock& Schneider und Abermann& Kling erhielten. :)(: Der Konzertverein zu Gießen veranstaltet Sonntag, den 5. Juni, abends 6 Uhr, ein ExtraKonzert in der Turnhalle zum Besten eines Theaterund Saalbauprojektes. Die Ausführung liegt diesmal in Händen des Schuler chores aus Frankfurt a. M., welcher sich in anerkennenswerter Weise bereit erklärt hat, unter seinem Dirigenten, Herrn Universitäts- Mufidirektor Gustav Trautmann, zu dem genannten Zwecke ein Konzert zu geben. Das Konzert hat dadurch ein doppeltes Interesse, daß zum erstenmale der Konzertverein Werke aus dem Gebiete der Männergesangslitteratur zur Aufführung bringt, sowie daß Herr Trautmann, welcher bisher lediglich die Sinfonie Dratorien- und Kammermusit Aufführungen leitete, gerade auf diesem Gebiete als Interpret auftritt. Wie sehr Herr Trautmann aber das Gebiet der Männergesangslitteratur beherrscht, beweist die geschickte Auswahl des Programms, auch leitet er den Schuler'schen Chor bereits 10 Jahre und ist ihm auch nach seiner Berufung nach Gießen als Dirigent treu geblieben. Die Begleitung der größeren Chorwerke hat die Sinfoniekapelle des zoologischen Gartens übernommen, welche schon öfter mit dem Verein in Frankfurt a. M. Konzertiert hat. Als Solisten sind Frau Obsner Hentschel aus Essen( Sopran) und Herr Bahling ( Bariton) vom Stadttheater in Aachen gewonnen. Aus dem sehr abwechselungsreichen Programm seien in erster Linie an größeren Chorwerfen mit Orchesterbegleitung, welche eine stärkere Besetzung erfordern, hervorgehoben:" Die Almacht" von Schubert( von Heinrich Zöllner bearbeitet)," Durch Kampf zum Fried" von E. Seyffart, Waldmeisters Brautfahrt" von Brambach. Aber auch das Volkslied und der a capella Gesang sind mit Silcher's Werbung", Koschat's „ D' Hamlehr", dem reizenden Echolied Villanello" bon D. di Lasso würdig vertreten. Dem Schuler'schen Chor, welcher über 100 aktive Sänger verfügt, geht ein guter musikalischer Ruf voraus; er hat diesen nicht nur durch die allbeliebten, stets ausverkauften Konzerte im großen Saalbau in Frankfurt a. M., sondern auch auswärts( Juli 1902 in Nürnberg) befestigt. Der Name Trautmann, seine gewissenhafte Borbereitung der Chöre, sein musikalischer Ruf als Dirigent bürgen dafür, daß wir einem seltenen Kunstgenuß entgegensehen dürfen. Wünschen wir dem Konzert einen vollen Erfolg! Die Karten sind bei Herrn Ernst Challier sowie an der Kasse zu haben. Das Konzert beginnt 6 Uhr pünktlich und wird 81/2 Uhr zu Ende sein, sodaß die nach Oberhessen zurückführendenden Züge noch erreicht werden können. " * Ein großer musikalischer Kunstgenuß wird uns am 10. Juni geboten. Der Königl. Musikdirektor Adolf Boettge, der Begründer der historischen Nationalen Konzerte, tonzertiert an diesem Tage im Neuen Saalbau zu Gießen" mit seiner 50 Mann starken Kapelle. Von Stuttgart erfahren wir aus dem dortigen Neuen Tageblatt": Boettge Konzert. Eine herzliche Ovation bereitete am Sonntag Abend das den Festsaal der Liederhalle füllende Publikum dem Musikdirektor Boettge, als er unter seinen badischen Leibgrenadieren auf dem Podium erschien. Das Programm brachte in seinen beiden ersten Teilen klassische Musit( Streichorchester) und moderne Musit( Militärorchester), wobei Beethoven, Schubert, Haydn, Wagner und andere Meister der Tonkunst zu Wort kamen. Die vollendete Wiedergabe, welche diese herrlichen Schöpfungen durch die 50 Mann starte Kapelle fanden, bot den andächtig lauschenden Hörern einen erhebenden Kunstgenuß. Daß Herr Boettge, mit dem wir im letzten Jahre die köstliche Musikalische Reise um die Erde" mitgemacht haben, uns mit seiner zeitgemäßigen Ueberbrettl- Musit wieder etwas ganz Besonderes bringen werde, ließ sich erwarten, und daß das Bublifum an diesen originellen ,, musikalischen Ungezogenheiten" Gefallen fand, bewies der jubelnde Beifall, mit dem es das Gebotene aufnahm. Hatte das Programm in seinen ersten Teilen an die technische Fertigkeit der Mitglieder der Kapelle die höchften Anforderungen gestellt so gab ihnen das musikalische Ueberbrettl Gelegenheit, die Vielseitigkeit ihres Könnens noch in besonders glänzender Weise zu zeigen." Näheres wird noch durch Inserate in dieser Zeitung bekannt gegeben. -r. Stadttheater Gießen. Operettengast spiele des Großh. Kurtheaters Bad- Nauheim. Die Personal zusammengestellt, daß sich aus Mitgliedern Direktion Steingoetter hat für die Opperette ein der ersten Theater rekrutiert. Die Partien der ersten Sängerin werden von Frl. Herms gegeben, über deren jüngstes Gastspiel als„ Rosalinde" am Mannheimer Hoftheater der„ Mannheimer Generalanzeiger" schreibt: „ Die Vorstellung durfte besonderes Interesse beanspruchen wegen des Auftretens eines Gastes des Fräulein Thea Herms als Rosalinde. Die Dame hinterließ einen vorzüglichen Eindruck. Sie wußte darstellerisch durch ihr routiniertes temperamentvolles Spiel und gesanglich durch ihren geschmackvollen Vortrag zu fesseln und wurde durch warmen Beifall ausgezeichnet."" Als erste Soubrette ist Frl. Emmy Polery vom Stadttheater Mainz gewonnen, die für übernächstes Jahr bereits an das Frankfurter Stadttheater verpflichtet ist. Als erster Opperettentenor fungiert Herr Karl Rhade vom Regensburger Stadttheater, der bei jüngstem Gastspiel am Theater des Westens Aufsehen erregte. Die Tenorbuffopartien giebt Herr Hans Arndt vom Stadttheater Hamburg. Auch die weiteren Solokräfte kommen aus ersten Stellungen von Theatern wie Breslau, Hoftheater Oldenburg u. s. w. Mit welch großem Körper die Operette des Großh. Kurtheaters Bad- Nauheim arbeitet, mag daraus erhellen, daß in der ersten zur Aufführung gelangenden Operette, Millöders albefanntem und beliebtem„ Bettel student" über 30 Operettenkräfte( ohne Comparserie) mitwirken. Die Kosten dieser Aufführungen sind ganz außerodentliche und es muß daher darauf gerechnet werden, daß sich die regste Teilnahme für das Abonnement, dessen Bedingungen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden, kundgibt. Die erste Operettenaufführung findet Dienstag, den 7. Juni cr., mit Millöckers Bettelstudent" statt. + 3um Gesangswettstreit ist noch nachzu= tragen, daß der Männer- Gesangverein Bierstadt( bei Wiesbaden), der betanntlich neben dem 1. Preis seiner Klasse noch den Universitätspreis errang, dem Rektor der Universität, Herrn Prof. Dr. Brauns ein Ständchen brachte. Besonders das Morgenlied" von Riez soll Seiner Magnificenz ausgezeichnet gefallen haben. Mit einem guten Tropfen aus eigenem Keller stärkte der Herr Rektor die Sängerfehlen, die so vortreffliche Leistungen an diesen Festtagen boten. * ** " Dem nächsten Sonntag in Groß- Umstadt stattfindenden Delegiertentag des Landesverbands der Sizung des Gesamtpräsidiums mit folgender TagesKriegerkameradschaft Hassia geht tags zuvor daselbst eine ordnung voraus: 1. Bestellung der Referenten für den Delegiertentag. 2. Neue Anträge für die Delegiertenversammlung. 3. Vorträge. 4. Haftpflichtvertragsvorarbeiten. 5. Jahrbuch. 6. Kyffhäusertagung. 7. Beschwerden. 8. Bezirksangelegenheiten, Lich 2c. 9. Veteranenheim. 10. Sonstiges. Unterstüßungen wurden wieder am 16. d. Mts. bewilligt in 16 Fällen und Einzelbeträge von 5-45 Mart im Gesamtbetrag von 310 Mark. * Zu dem deutschen Feuerwehr fest, das in Mainz vom 3.- 6. Sept. stattfindet, wird auf dem Platz vor der Stadthalle ein Steigturm errichtet, an welchem die Uebungen der verschiedenen Feuerwehren abgehalten werden. Außerdem wird noch eine größere Halle erbaut, welche zur Aufnahme von Ausstellungsgegenständen dienen soll. Die Ausstellung selbst wird sehr reichhaltig mit Feuerwehr- Utensilien beschickt werden und sind jezt schon zahlreiche Anmeldungen eingelaufen. * Landwirtschaftliche Genossenschaft. Die Generalversammlung der landwirtschaftlichen HauptGeneralversammlung der landwirtschaftlichen HauptGenossenschaft für die Provinz Oberhessen wurde in Friedberg abgehalten. Nach dem Geschäftsbericht eröffnete die Hauptgenossenschaft ihren Geschäftsbetrieb am 1. September 1903, die Bilanz am 1. Januar ergab nur einen verhältnismäßig fleinen Gewinn. Mit der Zunahme der landwirtschaftlichen Genossenschaften im Laufe des Winters stieg der Umfang des Geschäfts, sodaß bis zum 1. Mai d. J. der Betrag für an die Genossenschaften gelieferte Waren die Höhe von rund Mt. 170 000 erreichte. Bisher sind 44 Genossenschaften der landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft in Friedberg angeschlossen. Dem Vorstand der Hauptgenossenschaft wurde bei der Genossenschaftsbank in Darmstadt ein Kredit von Mt. 100000 eröffnet. ]-[ Am Sonntag fand in Wien der Kreisturntag des 15. Turnkreises( Deutsch- Desterreich) statt zur Stellungnahme zum Beschluß des 13.( Berliner) Deutschen Turntages, einen Turnkreis 15 in Desterreich zu schaffen, dessen Sagungen den Arierparagraphen nicht enthalten sollten. Für den Antrag auf Austritt aus dem Verband der deutschen Turnerschaft stimmten 75, dagegen 58 Abgeordnete. Der Antrag ist abgelehnt, da die erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht ereicht worden ist. A Grünberg, 31. Mai. Gestern Abend gegen 7 Uhr hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr in der Nähe des Herrn Straßenmeister Maringer gehörigen Grundfiückes eine Einzelübung ab. Nach eraftem Verlauf derselben wurden im„ Englischen Hof" die der Wehr bereits 10, 15 und 20 Jahre angehörenden Mitglieder ausgezeichnet, indem sie Schnüre zum Tragen am Arm erhielten. Die praktische Hausfrau kauft *** Aus dem Vogelsberg. Einen nennenswerten Nußen ▲ Grünberg, 31. Mai. Wie in der am vorigen Eamstag im„ Taunus" abgehaltenen Monatsversammlung des hiesigen Turnvereins beschlossen wurde, nimmt der selbe ebenfalls an der am nächsten Sonntag stattfindenden bringen schon jest die im Bau befindlichen, bezw. projektierten Gauturnfahrt nach Hungen teil. Eisenbahnlinien den Orten des Vogelsbergs. So werden allenthalben bei den Jagdverpachtungen bedeutend höhere Preise, nicht selten das Doppelte des seitherigen Bachtpreises, erzielt. Die verhältnismäßig kleine Gemeinde Raulstoß verpachtete z. B. dieser Tage ihre Jagd für 476 Mt., während der seitherige Pachtpreis nur 258 Mt. betrug. = Bad Nauheim. In der letzten Woche sind 1094 urgäste angekommen. Die Gesamtfrequenz beträgt bis zum 26. Mai 4860 Personen, wovon am genannten Tage noch 3811 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 26. Mai 43911 abgegeben.( Bad Nauh. Anz.) *** Marburg, 29. Mai. Der diesjährige große Herbstpferdemarkt soll am 13. September stattfinden. Die damit verbundene Lotterie ist genehmigt für die Kreise Marburg, Kirchhain, Frankenberg und Biedenkopf. + Mainz, 30. Mai. Soeben sind 2 Schußleute und 1 Krimnalkommissar aus Köln hier eingetroffen, um den Raubmörder Kauerz nach Köln überzuführen. Das Frauenzimmer, mit dem er sich in Mainz umhertrieb, war eine Prostituirte Namens Jannof aus Frankfurt a. M. wurde ebenfalls festgenommen. Rauerz gab an, noch 2 Mitschuldige zu haben. Sie Mainz, 30. Mai. Der Briefträger Faust wurde wegen Unterschlagung von Briefen in Untersuchungshaft genommen. Er hat gewöhnliche Briefe an sich genommen und geöffnet, wenn er Briefmarken darin vermutete. § Worms, 30. Mai. Im städtischen Krankenhause starb der Schausteller Heinrich Bläser aus Koblenz, den der Handarbeiter Georg Biegi in der Nacht zum 27. d. M. in die Brust geschossen hatte. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 1. Juni. Zeitweise windig, zeitweise wolkig, zunächst wärmer, dann kühler, vielfach Gewitterregen. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Marktberichte. Gießes, 26. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt tofteten Butter per Bfd. 80.- 1.00 Mt., Hühnereter per Stid 5-6 Pfg., Enteneier St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 fg., Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar . 0.80-1.00, Hühner per Stud Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stid 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 fg., Ochsenfleisch per fb. 70-80 Pig., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. per Pf. Schweinefleisch 60-72 Pic. Schweine fleisch gesalzen per fund 0.76 Bfg., Stalbfleisch per fb. 68-76 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Gentner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Vfg. Dauer der Marktzeit bon 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhantt nicht, und während der ersten dret Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurt a. M., 30. Mai. Fruchtmarkt, E8 notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer mr. 13.25-13 35, russischer Mr. 13.90-14.20. Gerste, hiesige Mt. 17.20-17.30, furhessischer Mr. 17.20-17.30 Roggen, hiesiger Mf. 15.05 bis 15 50, Pfälzer Wt. 15.75 bis 16.00, fränkische Mt. 15.70-15.90, Riedgerste Mk. 15.50 bis 15.75, Hafer, hiesiger und Wetterauer Mt. 12.75-14.00, furhessischer Mr. 12.75-14,00, bayAlles rischer Mt. 12.90-14 00, Mais, Mired Mr. 11.60-12.10. pro 100 Kilo ab hier. Mehl unverändert. Es notierten nach Qualität: Weizenmehl hies. O, Mt. 26.00-26.50, feinere Marken, wt. 28.50-29.00, hiesiges Nr. 1, Mt. 24.00 bis 24.50, feinere Marten Mr 25.25-25 75, hiesiges Nr. 2, Mt. 23.00-23.50, feinere Marken Mt. 24.00-24.50, hiesiges Nr. 4, Mr. 19.00-19.50, feiner Marken 20.00-20 50, Roggenmehi, hiesiges, 0, t. 22.0022.50, do. 1, Mr. 19.50-20.00, do. 2, mt. 15.00-16.00, Ales per 100 Kilo inkl. Sad. Futterartikel gefragt. Weizenschalen Mr. 4.50 4.60, Weizenkleie Mt. 4.50-4.60, Roggentleie Mr. 4.80-5.00 Weizen futtermehl Mt. 6.75-7.25, Biertreber, getrocknet M. 5.40 b. 5.50, Malzfeime 5,30-5.40, Rapskuchen 5.50-5,75, Balmkuchen 5.60-5.80 mt. Alles per 50 Kilo. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unter: haltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Teil Karl Klose, Grünberg. Praktisch, bequem u. angenehm unentbehrlich für Gebirge, Jagd, Sport, Reise, sowie für die See sind meine wasserdichten, wetterfesten, echt steyrischen Fabrikate. 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Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben Wer die Termine nicht benußen will, muß die Impfung borgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlusse auf seine sosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche Hotel Prinz Karl, im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Gießen. In meiner mech. Schreinerei mit Motorbetrieb finden mehrere Schreiner oder Glasergesellen dauernde Arbeit. 5. Keßler, Lollar. Arbeiterinnen einige sowie Lehrmädchen werden jederzeit angenommen. Anna Kramer, Robes und Konfektion. Gießen, Loeberstraße 11, part. 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Die für die baulichen Herstellungen im vormaligen Hause Bourgeois, Kirchenplatz Nr. 18 erforderlichen Maurer, Zimmerer, Dachdecker-, Schreiner, Schlosser- und Weißbinderarbeiten sollen Samstag, den 4. Juni d. Js., vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Amtsstunden auf unserer Schreibstube zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens zu obengenanntem Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 28. Mai 1904. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Heugrasversteigerung. Samstag, den 4. Junt!. Js., nachm. 5 Uhr, soll das Hengras von der Käswiese in dem hiesigen Rathaussaale versteigert werden. Grünberg, den 30. Mai 1904. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. 3 immer. ☛ Für Weinbezug! 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