Ar. 76. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Battebetlagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 30. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einfpaltige Betttzelle für gang. heffen, die Kretse Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 16 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung, den Forst- und Jagdschutz betreffend. Indem wir die nachstehenden Bestimmungen wiederholt in Grinmerung bringen, empfehlen wir den Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden, das Polizeipersonal mit entsprechender Weisung zu versehen und Uebertretungen zur Anzeige bringen zu lassen. Gießen, den 25. März 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Heinrichs. Mit Geldstrafe bis zu sechszig Mark cder mit Haft bis zu bierzehn Tagen wird bestraft: Wer unbefugt über Gärten oder Weinberge, oder vor beendeter Ernte über Wiesen oder bestellte Aecker, oder über solche Aecker, Wiesen, Weiden oder Schonungen, welche mit einer Einfriedigung versehen sind, oder deren Betreten durch Barmungszeichen untersagt ist, oder auf einem durch Warnungszeichen geschlossenen Privatwege geht, fährt, reitet oder Vieh treibt; mer unbefugt Eier oder Junge von jagdbarem Federwild oder von Singvögeln ausnimmt. Mit Haft wird bestraft: Wer Kinder oder andere unter seiner Gewalt stehende Personen, welcher seiner Aufsicht untergeben sind und zu feiner Hausgenossenschaft gehören, von der Begehung von Diebstählen, sowie von der Begehung strafbarer Verlegungen der Boll- oder Steuergeseze, oder der Geseze zum Schuße der Forsten, der Feldfrüchte, der Jagd oder der Fischerei abzuhalten unterläßt. Die Vorschriften dieser Gesetze über die Haftbarkeit für die den Täter treffenden Geldstrafen oder anderen Geldleistungen werden hierdurch nicht berührt. In diesen Fällen fann statt der Haft auf Geldstrafe bis einhundertfünfzig Mark erkannt werden. Wer einen Hund in fremdem Jagdgebiete bei sich hat und denselben außerhalb der erlaubten Verbindungswege über 100 Schritte von diesen entfernt frei herumlaufen läßt, sopie derjenige, dessen Hund, ohne von jemanden mitgenommen zu sein, allein in der angegebenen Weise frei herumläuft, wird mit einer Geldbuße von 1 Mt. bis 5 Mt. bestraft. Der in der ersten Abteilung dieses Artikels enthaltenen Straffbestimmung sind jedoch Hirten in Beziehung auf ihre Hunde bei der Herde nicht unterworfen. Der Herero- Hufftand. Die neulich an dieser Stelle geäußerte Anschauung, daß den Hereros ihre großen Viehherden zum Verderben gereichen werden, wird durch die Tatsachen immer wieder aufe neute bestätigt. Ein Telegramm des Gouverneurs Leutbe in berichtet: Major v. Glasenapp hat am 24. d. M. aus Onjatu gemeldet, daß die Hereros von Ow ifoforero auf Ofatumba, mit größeren Trupps auch auf Okatjongeama abgezogen sind. Owiko korero ist durch Major von Glasenapp besetzt worden. In Qwikokorero, dem Ort, wo Major v. Glasenapp mit einem Stabe in den Hinterhalt fiel und eine schwere Schlappe litt, saßen die Herero beinahe vollkommen gesichert gegen inen Angriff der deutschen Trupen. Denn ein solcher Angriff auf diesen rings durch einen dichten Dornenwall gehüßten Unterschlupf der Hereros hätte uns sehr schwere Verluste gekostet. Dadurch, daß die Herero in Owikokorero nicht genug Futter für ihre Viehherden fanden, wurden sie gewungen, die sichere Zufluchtsstätte zu verlassen. So wird ihnen an allen Orten gehen, wo sie sich verschanzen. Ihre Borliebe für ihr Vieh ist unser bester Bundesgenosse im kampfe wider sie. Zwei weitere Verstärkungstransporte für Deutsch- Südwestafrika sind soeben von Hamburg aus abgefertigt worden und zwar mit den Dampfern, Markgraf" und ,, Entrerios". Mit diesen beiden Schiffen kommen 1200 ferde zur Beförderung und zwar 500 Stück ver„ Markgraf“ und 700 Stück per„ Entrerios". Für die Abwartung der Pferde auf der Reise werden mit Markgraf" 125 Mann und mit Entrerios" 175 Mann hinausgehen. Diese Kommandos sind von acht bezw. sieben Offizieren begleitet. Trans portführer auf Markgraf" ist Hauptmann Stahl, bisher Batteriechef im 6. bayerischen Feldartillerieregiment, auf Entrerios" Hauptmann Reube. Die Dampfer nehmen außerdem große Verpflegungs- und Futtervorräte, auch reichliches Eisenbahnmaterial mit. Der legte Truppentransport wird, wie wir bereits meldeten, in Stärke pon. 23 Offizieren und 350 Mann am 7. April mit der„ ,, Lucie No ermann" abgehen. Der Krieg in Oftalien. Nach der Flut von Depeschen, die uns der letzte Angriff der Japaner auf Port Arthure, jajeint jetzt die Berichterstattung vom Kriegsschauplatze sich wieder für ein paar Tage erschöpft zu haben. Was heute an Nachrichten vorliegt, ist ebenso unbedeutender wie fragwürdiger Natur. Was aus englischer Quelle über Vorpostengefechte in Nordkorea gemeldet wird, ist vielleicht nur eine Frucht der Reporterphantasie. Das Reutersche Bureau läßt sich aus Söul berichten: Hier verlautet, zwischen Andschu und Tschöngdschu habe ein Gefecht stattgefunden, in welchem 50 Japaner und 100 Kosaken getötet oder verwundet worden seien. Das klingt recht hübsch, belebt das Blatt und verpflichtet am letzten Ende den Berichterstatter zu keiner Verantwortlichkeit. Es„ berlautet" ja nur. Wenn's nachher nicht stimmt, dafür kann er doch nichts. Dieses selbe unkontrollierbare Gerücht wird übrigens auch von Pariser Blättern kolportiert. Nur daß in deren Darstellung selbstverständlich die Japaner die Leidtragenden sind und schwere Verluste erlitten haben, während von russischen nichts verlautet". Auf ebenso unsicheren Füßen, wie die eben beleuchtete Nachricht, steht auch wohl die folgende von einer beabsichtigten japanischen Landung in China, die in der Londoner Presse zu finden ist. Mit der Nachricht von der russischen Besizergreifung von dem neuen Vertragshafen Niutschwang kommt gleichzeitig die Meldung, daß die Japaner bei Tsingwangtau gepeilt hätten und dort eine Landung vorbereiteten. Im Einklange hiermit steht eine weitere Nachricht aus Schanghaifwan, wonach die chinesischen Eisenbahnbehörden offiziell autorisiert worden seien, den Japanern die Bahn zu übergeben. Das sind sicher Kombinationen, die journalistische Strategen sich zusammenstellen. Tsingwantau liegt in nächster Rähe der chinesisch- mandschurischen Grenze, wenige Kilometer südlich von Schanhaifwan. Unweit Tsingwantau führt die Bahn Mukden- Kintschau- Taku vorbei. Ein Blick auf die Karte lehrt die Wichtigkeit dieses Punktes für einen Angriff auf das vielgenannte Niutschwang, dessen Wahrscheinlichkeit wir bereits öfter erörtert haben. Die Lage in Nintschwang. Türkei. Endlich, nach wochenlangem Disputieren, haben sich die Ententemächte und die Türkei über die unglaublich wichtige Frage der Zahl der ausländischen Offiziere bei der mazedonischen Gendarmerie geeinigt. Freilich ist es nur eine halbe Einigung. Denn die Mächte haben der Pforte zwar das Zugeständnis gemacht, daß die ursprünglich auf 60 festgesetzte Zahl der fremden Offiziere auf 25 ermäßigt wird. Aber sie haben dem Oberkommandierenden der Gendarmerie, dem italienischen General de Giorgis, ausdrücklich das Recht borbehalten, die Zahl dieser Offiziere nach seinem Gutdünken zu vermehren. Selbstverständlich wird es, sobald de Giorgis bon dieser Befugnis Gebrauch machen will, wieder zu Weiterungen mit dem Sultan kommen. Aber das ist am Ende eine Zukunftssorge. Jedenfalls ist für jetzt so viel erreicht, daß de Giorgis mit seinem Stabe endlich an das Geschäft gehen kann, in der mazedonischen Gendarmerie Zucht und Ordnung zu schaffen. Dazu ist es um so mehr höchste Zeit, als die Comitatschis sich schon wieder recht unfreundlich rühren. Bulgarische Banden durchstreichen das Land, überfallen und plündern die Dörfer und belästigen Tag und Nacht die türtischen Truppenabteilungen. Wenn nicht bald eine energische Hand eingreift, werden sich zweifellos diese kleinen bisher vereinzelten Butsche binnen kurzem wieder zu einem allgemeinen Aufstand auswachsen. Amerika. Der Washingtoner Kongreß plant die Errichtung eines neuen Unionsstaats. Die Territorien Arizona und Neumerito sollen miteinander als ein besonderer Staat vereinigt werden. Damit wird die Zahl der unter dem Sternenbanner vereinigten Staaten auf 46 steigen. Der 47., Kuba, wird wohl bald folgen. Schon wieder droht in Newyork ein neuer Arbeiterstreik. Wegen Lohndifferenzen und wegen politischer Reibereien mit den Unternehmern wollen am 1. Mai 27 000 ungelernte Arbeiter in den Streif eintreten. Da bereits seit drei Wochen in Newyork ein Maurerstreik herrscht, an dem 15 000 Maurer beteiligt sind und die die Bautätigkeit zu vier Fünfteln lahm gelegt hat, kann man sich unschwer vorstellen, zu welcher wirtschaftlichen Kalamität dieser neue Streik führen muß. A Ueberraschend schnell hat sich unsere Vermutung bestätigt, das Ende vom Liede der jüngsten Revolution in San Domingo werde das amerikanische Protektorat über die Mischlings- Republik sein. Die gut unterrichtete Newyorker Zeitung World" läßt sich aus Washington melden: Ein Protektorat der Vereinigten Staaten über die Regierung des Präsidenten Morales von Santo Domingo wird binnen furzem errichtet werden. Das amerikanische Marinedepartement entfendet bereits mehrere KriegsSchiffe nach Santo Domingo. Zunächst übernimmt die Union also das Protektorat über die Regierung des gegenwärtigen Präsidenten. Selbstverständlich ist das nur eine Etappe auf dem Wege der zur völligen Annexion des Mulattenstaates führt. Das betrifft insbesondere Die von der russischen Regierung notifizierte Sperrung der Mündung des Liaohoflusses durch Minen, die in einer Washingtoner Depesche gemeldet wird, verstärkt die Widerstandsfähigkeit Niutschwangs. Die Stadt liegt mehrere Meilen stromaufwärts am Liaoho; durch die Minenlegung wird es den Japanern unmöglich, mit ihren Schiffen in den Flußlauf einzudringen und in die nächste Nähe der Stadt zu gelangen. Für Aktionen von der Seeseite aus ist die Situation bon Niutschwang überhaupt nicht günstig. Die Küste des Golfes von Liaotung ist sehr flach und arm an geschützten Buchten; das Fahrwasser ist seicht. Infolge großer Bänke und lagunenartiger Anschwemmungen müssen große Schiffe sehr weit vom Lande abbleiben. die Nordküste des Golfes, wo selbst kleine Schiffe nicht an die Küste heran fönnen. Nur zu Niutschwang( Inkou) führt eine lange, durch die Gewässer des Liaoho zum Teile freigehaltene, zum Teile durch Barren und Bänke verengte Zufahrt. Wenige Minen genügen, um diese Zufahrt vollständig zu sperren. Wie man sieht, kommt die Küstenbeschaffenheit des Golfes von Liaotung den Verteidigern Niutschwangs ganz außerordentlich zu statten. Die Politik. Die durch die Presse gegangene Meldung, bei den Handelsvertragsverhandlungen mit Rußland sei eine Einigung über die Getreidezölle zwischen der deutschen und russischen Regierung erzielt, stellt sich als verfrüht heraus. Bisher ist ein solches Einverständnis über die Getreidezölle nicht erfolgt. Italien. Eine aufsehenerregende Meldung verbreitet ein Londoner Blatt, der„ Daily Chronicle" aus Nom: Sie berichtet bon nichts geringerem als von einem Anschlag auf das Leben des Papstes! Das Blatt berichtet: Während der letzten Tage wurden die vatikanischen Paläste und Gärten von einer ſtarken Militär- und Polizeimacht scharf bewacht. Der Korresondent des„ Daily Chronicle", der den Grund dieser Maßnahmen zu ermitteln suchte, erhielt von einem hochstehenden kirchlichen Würdenträger die Mitteilung, die Entdeckung eines Anschlages gegen das Leben des Papstes sei die Ursache dieser ungewöhnlichen Maßnahmen. Das klingt recht mysteriös, und man wird gut tun, weitere Nachrichten abzuwarten. Vorderhand halten wir die Nachricht des Londoner Blattes für nicht gerade sehr glaubhaft. Frankreich. Das Ministerium Combes hat noch auf dem Sterbelager sozusagen, denn der Sturz des Kabinetts ist nur noch eine Frage von Tagen den erhofften Sieg über die geistlichen Orden errungen: Die Deputiertenkammer hat den Gesezentwurf betr. die Aufhebung des Unterrichts durch Drdensmitglieder im ganzen mit 316 gegen 269 Stimmen angenommen. Nun fragt sich nur noch, wie lange das Gesetz das Ministerium überleben wird' Hof und Gesellschaft. Bom Aufenthalt des Kaisers in Neapel wird noch gemeldet, daß er den Abt Krug vom Benediktinerkloster Montecassino zu einem Diner im engsten Kreis an Bord der Hohenzollern" eingeladen hatte. Der Abt kam sofort nach Empfang der Einladung, von dem Pater Angelo begleitet. An Bord wurden die Herren in offizieller Form empfangen und durch das Spalier einer Ehrenwache in einen Salon geführt, wo der Kaiser sie in überaus herzlicher Weise begrüßte. Die Mahlzeit war sehr einfach. Außer den Personen des Gefolges war von Fremden nur der amerikanische Botschafter Meyer anwesend. Abt Krug saß zur Rechten des Kaisers. Die Unterhaltung war äußerst lebhaft und drehte sich um die Geschichte des Klosters und die Kunstwerfe in Montecassino, das der Kaiser bei seiner letten Anwesenheit in Stalien besuchte. Nach dem Diner sprach der Monarch längere Zeit mit dem Abt allein. Der fall Eras- Pichler. † München, 28. März. Mit einer Spannung, als handle es sich um einen Sensationsprozeß à la Ruhstrat oder etwas dem ähnliches, sah man hier seit dem bekannten Kammerkampf zwischen unserem Kriegsminister Frhrn. v. Asch und dem Abg. Pichler der militärgerichtlichen Verhandlung gegen Pichlers Schüßling, den früheren Einjährigen Eras, entgegen. Die Vorgeschichte des Prozesses ist bekannt: Gras hatte sich, als er noch bei der Fahne stand, in einem Brief an den Abg. Pichler gewandt und ihm mitgeteilt, er sei zu Unrecht in die Truppe eingestellt. Denn er habe sich früher einmal den Arm mehrfach gebrochen. Daß er dienstuntauglich sei, werde ihm von den Aerzten nicht geglaubt. Weiter war in dem Briefe über schlechte Behandlung der Soldaten durch die Vorgesetzten, insbesondere durch den Unteroffizier Jena, Klage geführt. Abg. Bichler gab den Brief dem Kriegsminister mit der Bitte, festzustellen, wie die Sachen zusammenhängen, und eventuell den Briefschreiber aus dem Dienst zu entlassen. Der dich dadurch nicht entmutigen. Deine offnung teile ich nicht, bie Seiten und gab fie dem Freunde erwiderte er, a Einstweilen bleibt der Inhalt rften wollen wir weiter beraten. dieses Briefes unser Geheimnis, nach deiner Audienz bei dem Wann wirst du aus dem zurückfommen?" Voraussichtlich zwischen zwölf und ein Uhr." erwarten, bist du damit einverstanden: " Ich will dich um diese Beit in meinem Studierzimmer mement Sinansminister zur Beruhigung dienen. mit welchen frohen Gefühlen ich ihn verließ." beweisen, daß für mich die Sache abgemacht ist." befahl mir, mich zu entfernen, und du kannst dir denken, und warf es ins Feuer; ich wollte ihm danken, aber ein Wink das Schuldbekenntnis deines Onkels von seinem Schreibtisch mir den Verlust reichlich ersetzen wird, das mag auch Ihnen Sehen Sie her, ich will Ihnen Vermächtnis Hintertaffen een Er nahm Sinanzplane hat er mir ein Bermächti sie ohne Wein, Stern, Ein Herz! ber Becher ohn Wie ohn' Reime ein Gedicht, Wie ohn' Ang' ein Gesicht, Wie ohne Bogel der Hain, Die Nacht So ohne der Liebe Scherz und Schmerz man Die Gebäude eindrift tannte Xacher der ohne jemand zu kennen bie ausammengebettelt hatte. erlebte wie die ziere des Waldes unter den Menschen, fchen Mit Hilfe seiner Handgelenke kletterte er in die KornStriden hatte seinen Armen eine überraschende Kraft vero er manchmal vier bis fünf Tage blieb, ohne sich wenn er auf seinen Rundgängen genügend eindringt, und die Sandhabung bei den Bow iemand au lichen, und erreate Minister nahm diese Untersuchung nicht, wie Abg. Pichler ge. glaubt hatte, unter der Hand und privatim, sondern auf dem Dienstwege vor. Es stellte sich heraus, daß Eras den Sachverhalt völlig entſtellt hatte; die Aerzte konnten bei ihm nichts von einem Gebrechen finden, und seine Anschuldigungen gegen Jena erwiesen sich als falsch. Infolgedessen wurde er wegen Borschützen eines Gebrechens und wegen verleumderischer Beleidigung vom Kriegsgericht verurteilt. Gegen diese Verurteilung legte Eras Berufung beim Oberkriegsgericht ein. Und diese Verhandlung, die heute begann und wider Erwarten mit der Bestätigung des Urteils erster Instanz schloß, ist es, die mit so großer Spannung erwartet wurde. Nun, sie hat diese Spannung nicht gerechtfertigt. Denn so etwas wie sensationelle Enthüllungen" brachte sie nicht. Immerhin aber brachte sie des Interessanten genug. Schon die Vernehmung des Angeklagten bot ein nicht unbeträchtliches psychologisches Interesse. Er bemühte sich, das Gericht glauben zu machen, seine Behauptungen über sein angebliches Gebrechen seien wahr. U. a. erklärte er, er habe bei der Aushebung von seinen Armbrüchen nichts erwähnt, weil er geglaubt habe, sie würden ihm nicht hinderlich sein!! Erst im Januar 1904 habe er erfahren, daß er vor vier Jahren schwergeistes frank gewesen sei. Er habe sich an Abg. Pichler gewandt, meil vor zwei Jahren ein Mediziner auch durch Vermittelung eines Abgeordneten, des Abg. Hauber, vom Militärdienst befreit worden sei. Er habe aber feineswegs gewollt, daß sein Brief an die vorgesetzte Dienstbehörde fomme. Was es mit diesen Versicherungen Eras auf sich hat, lehrte die Aussage des Oberstabsarztes Eyerich, der Eras untersucht hat. Der erfahrene Arzt erklärte, den Arm, den Gras gebrochen haben will, habe er mehrmals mit Röntgenstrahlen untersucht und vollständig normal gefunden. Eras habe erst im Januar ein Zeugnis über seine angebliche Geistesfrankheit beigebracht. Hätte er das früher mitgeteilt, so wäre er überhaupt nicht eingestellt oder sofort wieder entlassen worden. Von irgend einer ungesetzlichen Behandlung Gras, von einer Chikane oder dergl. kann danach nicht die Rede sein. Das interessierende Moment in der Verhandlung war die Vernehmung des Abgeordneten Pichler. Dieser erklärte: Er habe den Brief des Eras dem Kriegsminister nur ver. traulich übergeben, wie dies in der Kammer der Abge ordneten Gepflogenheit sei, damit dieser unter der Hand Erfundigungen einziehe und ihm das Ergebnis mitteile. Wenn ihm der Minister gesagt hätte, daß er mit dem Briefe den Dienstweg einschlagen werde, so hätte er ihm den Brief nicht übergeben. Es sei in der Kammer wiederholt festgestell morden, daß das Beschwerde recht des Soldaten wenig Wert habe. Die Abgeordneten müßten in Zu funft derartige Dinge öffentlich besprechen und ließen sich ihr Recht nicht nehmen, solche Dinge anzunehmen und zu be. sprechen. Dann aber erklärte Abg. Pichler, er werde sich über die Sache nicht weiter äußern, um dem Kriegsminister nicht neues Material für dessen Beleidigungsflage gegen ihn, Pichler, zu liefern. Die ganze Verhandlung ließ sich für Eras höchst ungünstig an. Das Urteil lautete denn auch: Die Berufung Gras' wird verworfen. Er ist also nochmals der verleumderischen Beleidigung und des Vorschützens eines Gebrechens schuldig erkannt worden. Eras beabsichtigt, Revision beim Reichs militärgericht einzulegen. Man wird also den Prozeß nochmals zu genießen das Glück haben... Aus dem Gerichtsfaal. § In der Pirnaer Duellaffäre haben die Leutnants Ger lach und Korn, die am 16. März d. J. wegen Zweikampfes von dem Kriegsgericht der 32. Division zu 2 Jahren bezw. 1 Jahr und 3 Monaten Festungshaft verurteilt worden waren, gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. § Ein neuer Ruhstrat- Prozeß kommt heute( Mittwoch) vor der Straffammer am Landgericht in Oldenburg zur Verbandlung. Er betrifft die Beleidigung der Frau des Redakteurs Biermann durch den Justizminister Substrat, der bekanntlich zu der Klägerin geäußert hatte: Ihr Mann ist ein Zump!" Das Schöffengericht verurteilte seiner Zeit wegen dieser Aeußerung den Minister zu zwanzig Mark Geldstrafe, wogegen Frau Biermann wegen zu niedrigen Strafmaßes die Berufung einlegte. § Von schwerer Anklage befreit wurde der Lehrer Bartnicki aus Skarydzew. Er wurde im Aufnahmeverfahren von der Straffammer zu Ostrowo freigesprochen, nachdem er vorher tregen Sittlichkeitsvergehens zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Die Hauptbelastungszeugin, zwölfjähriges Mädchen, hat ihre ursprüngliche Aussage jetzt als unwahr widerrufen. ein § Edler Stolz. Ueber eine lustige Gerichtsverhandlung wird aus Düsseldorf berichtet: Frauenkleider, Röcke, Gardinen, Taschentücher, Kinderkleider usw. läßt der GerichtsSiener aus einem Schließkorb auf den Tisch des Hauses" der Straffammer aufmarschieren, die das Dienstmädchen Philippine W. aus dem Haushalt des Rittmeisters v. G. gestohlen haben soll. Es handelt, sich um Sachen, die bereits abgenügt sind, und von denen nach der Aussage der Angeklagten gesagt worden war, daß sie verschenkt werden könnten. Unter den mitgenommenen Sachen befinden sich aber mehrere Stücke, die für den Staatsanwalt den Schluß zulassen, daß sich das Mädchen der Rechtswidrigkeit seiner Handlungsweise zweifellos bewußt war. Er beantragt deshalb eine Gefängnisstrafe von einem Monat. Das Gericht erkennt auf Freisprechung, außerdem schenkt ihr Rittmeister v. G. den ganzen Krempel zur Belustigung des Richterkollegiums und der im Zuschauerraum anwesenden Personen. Den Höhepunkt der Heiterfeit erregt aber die Erklärung der Angeklagten, daß sie auf die Sachen verzichte! Nab und Fern. Ein Streik der Rechtsanwälte ist beim Amtsgericht ben Lörrach ausgebrochen. Er richtet sich gegen einen Amtsrichter, der, wie die Anwälte glauben, ihre Tätigkeit und ihr Ansehen bei dem rechtsuchenden Publikum durch sein Verhalten gegen sie beeinträchtige. Deshalb haben alle fünf beim Amtsgericht zugelassenen Anwälte die Verhandlungstätigkeit por diesem Richter eingestellt und sich in einer Eingabe an das Landgericht um Beseitigung der Mißstände gewandt. Das Landgericht hat bereits die Untersuchung aufgenommen. Die Streifenden lassen sich durch Rechtsagenten bei den Zivilprozessen vertreten oder vereinbaren als Gerichtsstand das Landgericht in Freiburg. Das Opfer der Anarchisten. Das Brüsseler Bombenattentat hat mun doch ein Menschenleben vernichtet. Der bei dem Anschlage am 18. d. M. schwer verlette Artilleriekommandant Papyn ist gestern im Spital verstorben. A Ermordung eines dentschen Konsuls. Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, wurde der deutsche Vizekonsul v. Dufay in Salta von einem italienischen Bettler aus persönlicher Rachsucht ermordet. Der Mörder ist verhaftet und sieht seiner Bestrafung entgegen. Eine Luftballonfahrt über die Ostsee unternahmen drei Offiziere des Berliner Luftschifferbataillons. Der Ballon, in dessen Gondel sich als vierter Insasse ein Zivilist befand, landete nach etwa sechsstümdiger glücklicher Fahrt auf einem Terrain des adeligen Gutes Kletkamp bei Lütjenburg in Holstein. Nachdem die Luftschiffer bei dem Gutsbesitzer Grafen Brockdorff einer Einladung zum Diner gefolgt waren, traten sie die Rückreise nach Berlin an. König Eduard von einem dänischen Erleutnant beschwindelt. Die Kopenhagener Polizei verhaftete auf Veranlaffung König Eduards von England einen früheren Leutnant namens Kjärgaard, der den König um rund 15 000 Kronen beschwindelt hat. Kjärgaard hatte früher mit einem Pferdezuchtverein in Dänemark zu tun und war aus dieser seiner Stellung mit der Verwaltung königlich englischer Gestüte bekannt geworden. Der Herr Leutnant erwies sich aber als ein sehr unbrauchbarer Mann und ein durchaus unsolider Charakter und sank aus diesem Grunde bald in dem Ansehen seiner Landsleute. Verarmt und verschuldet, fiel er auf den Gedanken, seine vornehmen Bekanntschaften in England auszunutzen. Er reiste nach London, besuchte die Verwaltung eines fönigl. Gestütes und kaufte" hier, angeblich im Auftrage eines dänischen Pferdezuchtvereins, vier Vollblutstuten zu einem Preise von 15 000 kronen. Daß der Leutnant die Tiere nicht bezahlte, erweckte in England durchaus keinen Argwohn. Der König wurde persönlich von diesem Handel unterrichtet und soll dem Leutnant dazu gratuliert haben. Nachdem der feine Kunde sich in England das Geld zur Heimreise geborgt hatte, verschwand er und beeilte sich, in der Heimat angekommen, die Tiere zu verkaufen. Als schließlich troß vieler Vorfragen kein Geld einlief, schöpfte die Gestütsverwaltung Verdacht und trug dem Könige die Sache vor, der sich sehr erbost gezeigt haben soll. Auf diplomatischem Wege setzte man dann von England aus die Kopenhagener Polizei in Bewegung. Religiöser Aufruhr in Bombay. Aus Anlaß des Muharremfestes kam es in dem von der Pest verheerten Bombay zwischen den Anhängern der beiden feindlichen mohamedanischen Seften der Sunniten und Schiiten zu einem ernstlichen Zusammenstoß. Zwei Schiiten wurden tötlich berletzt. Militär wurde aufgeboten und stellte die Rubé wieder her. A Die deutsche Madeirakommission wurde gestern von der portugiesischen Königin Amalie in Audienz empfangen. König Karl, welcher von Lissabon abwesend ist, übermittelte der Kommission telegraphisch seine besten Wünsche für das Gedeihen der Sanatorienunternehmung auf Madeira. Die Kommission trifft am 2. April mit dem Dampfer ,, Lucie Wörmann" wieder in Hamburg ein. Eine Liebestragödie spielte sich in Mainz ab. Der verheiratete Musikmeister Heinrich Heun brachte aus dem Gonzenheimer Walde die Tochter eines Mainzer Tapezierermeisters mit einem tiefen Messereinschnitt im Halse ins Rochushospital. Heun sowohl als auch die lebensgefährlich Verlegte verweigerten jede Auskunft über die Entstehung der Wunde. Der Musiker wurde von der Polizei in Haft genommen. Bei seiner Visitation fanden sich zwei geladene Revolver, Dolche und zwei Fläschchen Gift vor. Eine zweite Liebestragödie wird aus Freiburg( Breisgau) gemeldet. Im Walde wurde ein junges Paar erschossen aufJefunden. Wie es heißt, ist Krankheit die Ursache zu der unseligen Tat gewesen. * Streikausschreitungen in Frankreich. In Roubair kam es zu einem Zusammenstoße zwischen ausständigen Webern und einer berittenen Truppenabteilung. Erstere versuchten den Weg mittels umgestürzter Wagen zu versperren. Die Truppen gingen vor und verwundeten mehrere Personen. Die Zahl der Ausständigen beläuft sich auf 4000. Raffenlämpfe in Amerika. Die Negerverfolgungen werden in einzelnen amerikanischen Staaten zu einem chronischen Uebel. In Arkansas kam es wieder zu schweren Rassenfämpfen, bei denen 11 Neger ihr Leben lassen mußten. Der anfängliche Grund zu diesem Gemetzel war ein ganz unbedeutender Zwist zwischen einem Weißen und einem Neger. ** Oftereter werden zum Fest nach uralter Sttte in ungezählten Mengen verzehrt. Nicht von den süßen Kunstwerken des Zuckerbäckers ist hier die Rede, sondern von den ſchmackhaften Produkten der gackernden Henne, die, aller verfeinerfen Kultur zum Troß, doch noch immer Hauptlieferant in diesem Artikel bleibt. Das gefochte Ei fehlt wohl zu Ostern auf keinem Frühstückstisch. Wie sind nun die Eier für uns zuträglich, hart oder weich gekocht? Das ist die alte Streitfrage, die jetzt wieder aktuell wird. Das harte Ei schafft erfahrungsgemäß schneller das Gefühl der Sättigung als das weiche; es ist darum nach der Volksmeinung auch schwerer verdaulich. Dem muß entschieden widersprochen werden. Im allgemeinen kommt es weniger auf die Zubereitung an, sondern darauf, wie wir die Eier genießen und wie viel wir verzehren. Wenn harte Gier gut gefaut und mit der nötigen Speichelmenge durchmischt werden, sind sie den Verdauungssäften weit besser zugänglich und bekommen dem Magen und Darm weit besser als weiche, die in großen Bissen eilig hinuntergeschleckt werden. Es herrscht hier dasselbe Vorurteil wie gegenüber dem frischen Brot und Kuchen. Selbstverständlich besteht bei diesen die größere Neigung zum Zusammenkleben und zur Bildung größerer Speiſeballen als bei altbackener Ware. Wird aber der frische, noch ofenwarme Kuchen in vorsichtiger Weise gefant und nur in kleinen Bissen hinuntergeschluckt, so ist er schließlich ebenso leicht verdaulich wie der alte. Also nur ordentlich die Zähne gebraucht, dann werden auch die harten Eier nicht hart im Magen liegen. Verschna pvt. Sonntagsreiter( mit seinem kleinen Neffen im zoologischen Garten):„ Siehst du, Hänschen, dort sind Löwen, Tiger, Bären, alles wilde Bestien; aber das furchtbarste Tier bleibt das Reitpferd!" Ein Glücksmensch. Unser Freund Otto hat immer grandioses Glück!"-„ Na, ich denke, er ist erst neulich mit seinem Automobil verunglückt?" Ja, das ist's ja eben! Alles kommt mit heiler Haut davon, nur die Schwiegermutter -die verliert vor Schreck die Sprache."( Megg. Bl.) * * Lokales. 30. März 1904. Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landeslotterie wur folgende Gewinne gezogen: 10 000 Mt. auf Nr.15351 3000 nach Mainz und Gotha. 6 Brämien à 50000 Mt. auf 18 518, 20515 21 095, 48 616, 53 713, 74 663. 10 Prämien à 10 000 M. auf 1419, 9112 33 783, 35 080, 44 063, 51 987, 83 951, 91 903, 939 99917. " 5000 f. auf 23 623, 87 041. * * * Am allgemein bel Heinrich R befanden sich Oberstleutnant Major Morne und Unteroffizi liche Bezittefelb Der Garg wurd = Bor fur mußte, weil bi Seilung fuchen, Familie des Be in deren Dienf ridftändigen S auch für sonstig noch eine unf gibt immer no ** Im det im Apri nicht am erften April statt. Lich. Der Großherzog hat mit Wirkung vom Mai 1904 ab den Steuerfommissär des Steuerfommissari Offenbach Christian Braun den Charakter als„ Regierung rat" verliehen, den Steuerkommissär des Steuerkommissari Hungen Karl Adam Frenz zum ständigen Hilfearbeit bei der Abteilung für Steuerwesen des Ministeriums Finanzen unter Verleihung des Charakters als„ Regierung rat" ernannt, dem ständigen Hilfsarbeiter bei der Abteilu für Steuerwesen des Ministeriums der Finanzen, Db finanzassessor Dr. Georg Hellwig zu Darmstadt den Chara als Regierungsrat" verliehen und den technischen Setret bei der Abteilung für Bauwesen des Ministeriums Finanzen, Bauinspektor Heinrich Wagner zum ständigen t nischen Hilfsarbeiter bei dieser Abteilung unter Verleihun des Charakters als Baurat" ernannt. Ferner wurde du Hochbauaufseher bei dem Hochbauamt Friedberg, Feigt zu Friedberg zum Baggermeister, die Bauaufs aspiranten Johannes Astheimer aus Bischofsheim, G Grünig aus Pfungstadt, Philipp Messinger Bornheim, Kreis Alzey, Joseph Zimmer aus Nieder Mörlen und Friedrich Weber aus Ober- Ramstadt z Hochbauaufsehern eranannt. ** Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 6, au gegeben am 28. März u. A. enthält die Uebersicht der für das Rechnungsjahr 1904/05 von Großh. Ministerium de Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommuna bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreise Schotten. ** * Prof. Dr. Max 2. Strack in Bonn hat einem Ruf als außerordentlicher Professor für Geschichte an unfere Landesuniversität erhalten. * Der nunmehr eröffneten But bach- Licher- Bahn scheint man in Lich selbst wenig Sympathie entgegenzubringen. Dort wurde, wollen wir sagen der Festzug nur vom Bürger meister Heller und einem Vertreter der dortigen Kaufmann schaft erwartet. Die Stadt war ohne jeden Flaggenschmud Die Bußbacher 8tg." läßt sich in ihrem Festartikel über di Eröffnungsfeier noch zu folgender öffentlichen Kritik hinreißen: " „ Ist diese Strecke schon die einzige Bahnlinie in Ober hessen, die nicht vom Staate allein gebaut wird, sondern wozu hauptsächlich die Gemeinden die Baukosten leisteten, so war es für die betreffenden Gemeinden um so schmerz licher und ein ihren echten Patriotismus bedrückendes Gefühl, wenn von Seiten hoher Staatsregierung, im Gegensatz zu allen anderwärts stattgefundenen derartigen Ereignissen, von der gestrigen Eröffnungsfeier gar keine Notiz genommen wurde. Es muß dies hier erwähnt werden, da die beiden Städte der Endstationen sowohl wie alle von der Bahn berührten Orte in politischer Be ziehung wie faum ein Teil unseres Großherzogtums treue monarchisch gesinnte Untertanen sind und als äußerst steuerfräftiges, strebsames, fortschrittliches und musterwirt schaftliches Völklein gelten. Die Bevölkerung gab ihre Enttäuschung und sichtlichen Zurückseßung hie und da auch unverhohlen Ausdruck und es hat es sich nicht nehmen lassen, den Tag in ihren Gemeinden festlich zu begehen." An dem Festessen am Nachmittag in Bußbach war Lich ebenfalls offiziell nicht vertreten. Man verwundert sich auf der einen Seite darüber, auf der andern aber kann man es verstehen! Bei dem Festessen wurde der Landtagsabgeordnet Jouz, der„ Gründer" der Bahn, in besonders oftentative Weise gefeiert. Man wisse wahres Verdienst auf dem Lande zu schäßen," hieß es von allen Seiten. Jouß erklärt, daß er den Wahlkreis nach wie vor auf's beste und nah drücklichste vertreten und für die Erstrebung weiteret Bahnlinien nach Wetzlar bezw. Usingen- Idstein unentwg eintreten werde.— * Hesische Landes hypothekenbank, Darr stadt. Für Mk. 15 Mil. 32 proz. Hypothekenpfan briefe Serte III- V obigen Instituts wurde seitens br Mitteldeutschen Kreditbank. Deutschen Effekten- und Wechsel bant, Distontogesellschaft, Darmstädter Bant, Frankfure Filiale der Deutschen Bant, Pfälzischen Bank und da Bankhause L.& E. Wertheimer die Zulassung zur Frank furter Börse beantragt. A. An den Vorarbeiten der schon lange geplanten Bahr Usingen Weil münster, das Mittelglied an der Dur gangsstrecke Frankfurt- Weilburg, wird jeßt eifrig gearbeitet. Der Kreistag hat das Wiesbachtal zum Bau ausge wählt. Die interessierten Ortschaften haben sich auch bereit erklärt, zu den Baufoften 100 000 Mart beizutragen und den Grund und. Boden fostenlos zur Verfügung zu stellen. Gegenwärtig wird die Strecke abgesteckt. Sie berührt die Orte: Usingen, Wilhelmsdorf, Hundstadt, Grävenwiesbach Mönstadt, Audenschmiede und Weilmünster. Die Bahn ist bekanntlich bereits vom preußischen Landtag genehmigt. Bie verlautet, soll die Strecke schon 1906 dem Verkehr über geben werden. D.-F.-V. Bu der Stiftung einer„ Hessenglocke" für das deutsche Kriegsschiff Hessen" wurde von der Ort& gruppe Klein Linden eine Sammlung veranstaltet, welche 8,30 Mt. ergab. Der Bahnbeamte A. Hoff er hielt das Ehrendiplom mit gleichzeitiger Ernennung zum Ehrenwart des deutschen Flottenvereins. Hoff hat sic seiner Zeit um die Gründung der hiesigen und benachbarten Ortsgruppe sehr verdient gemacht. * * zu feiner am 9 Erlaubnis zur aller Art und + Nieder Hier findet am ( Gamba begeht am 2. D § Gambad bereing des für ein frante Arbeiter in de Sammlung di = Bubb beim hiesigen quift, der to Se. Erz. Gene b. Gall, Bri und Oberst v. Kirchli Grü Abends 6 Matthäus un fils passende Gießen. พ W F J. C.F. ( Inb emfiehlt zum Konfi bo Herren Fefte Pre me 30. März 1994 1. Bei der en Landeslotterien 000 Mt. auf Mr. Rt. auf 18 518,2 WRY. auf 1419, 83 951, 91 903, 9 041. at mit Wirfung bo ** Am Sonntag wurde unter großer Beteiligung der allgemein bekannte und beliebte Bezirksfeldwebel Heinrich Kaiser beerdigt. Unter den Leidtragenden befanden sich auch der Regimentskommandeur der 116er, Oberstleutnant v. Mosch, der Bezirkskommandeur, und Major Morneweg, neben verschiedenen anderen Offizieren und Unteroffizieren des Regiments und der Brigade; sämtliche Bezirksfeldwebel der Provinz Oberhessen waren erschienen. Der Sarg wurde von 12 Unteroffizieren getragen. = Vor kurzem erkrankte ein Fuhrknecht von Gießen u. mußte, weil die Universitäts- Klinik überfüllt, in Marburg Heilung suchen, wo er nach einigen Tagen verstarb. Die Familie des Verstorbenen wandte sich nun an die Firma, in deren Diensten derselbe gestanden, um Auszahlung des des Steuerfommise rückständigen Lohnes und erhielt von derselben, welche sich Sharakter als„ Regien auch für sonstige Unterstüßungen sehr verwendet, neben diesem ir des Steuerfommifar noch eine unsehnliche Geldsumme als Unterstützung. Es um ständigen Hilfab fen des Ministeriums gibt immer noch gute Menschen. Sarafters als„ Regier det im April der monatliche 30 Pfennig- Vormittag arbetter bei der Abtei nicht am ersten, sondern am zweiten Samstag also am 10. ** Im Zoologischen Garten zu Frankfurt fin16 der Finanzen, April statt. Darmstadt den Char den technischen Sch * Lich. Dem Geflügel- und Vogelzuchtverein wurde zu seiner am 9. Mai stattfindenden Geflügelausstellung die Pfarrer 2. Osterfeiertag, den 4. April. Vormittags 9 30 Uhr: Pfarrer Euler. Konfirmation der Kinder aus der Lukas- und Militärgemeinde. Im Anschluß an dieselbe Feier des heil. Abendmahls. VorNachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. stellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Johannesgemeinde. Karfreitag, den 1. April. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus und Markusgemeinde. Vormittags 11.15 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusßund Markusgemeinde gemeinsam. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst. Dr. Schlosser. Sollefte für die evangelische Anstalten in Jerusalem. 1. Osterfeiertag, den 3. April. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für Matthäus- und der Kinder aus der Lukasgemeinde. Die Beichte hierzu Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Schlosser. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe. Kollekte für die Kirchenkasse. 2. Osterfeiertag, den 4. April. Vormittags 9 30 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldung zu sämtlichen Abendmahlsfeiern vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Dr. Schlosser. Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskirche. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Schulz. Besondere Kollekte für die Armen. Nächstfolgenden Sonntag, den 10. April: Konfirmation findet Samstag nachmittags 2 Uhr statt. Batholische Gemeinde. Mittwoch, den 30. März. Nachmittags um 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Donnerstag, den 31. März. Gründonnerstag. Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr und um 8 Uhr wird die heil. Kommunion ausgeteilt. " P um 9.30 Uhr: Hochamt. Nach dem Hochamt wird das Allerheiligste nach dem„ heil. Grabe" übertragen und dort bis zur Abendandacht zur stillen Anbetung aufbewahrt. n des Ministeriums Erlaubnis zur Veranstaltung einer Verlosung von Geflügel findet die Konfirmation der Kinder aus der Matthäusge- Nachm. um 6 Uhr: Andacht. Bagner zum ständigen bteilung unter Verlei annt. Ferner wurde auamt Friedberg, alller Art und Gebrauchsgegenständen erteilt. + Nieder- Ofleiden. Das Bezirks- Kriegerfest Hier findet am 17. und 18. Juli d. I. statt. meister, die Bauauf begeht am 2. Osterfeiertage sein 45. Stiftungsfest. (!) Gambach. Der hiesige Gesangverein„ Harmonie" aus Bischofsheim, Bimmer aus § Gambach. Die hiesige Ortsgruppe des Zweig. Am Sonntag Quasimodogeniti, den 10. April meinde und in Verbindung damit Feier des heil. Abendmahls statt. Die Beichte wird Samstag, den 9. April nachmittags 2 Uhr gehalten. In der Johannes firche. Gründonnerstag, den 31. März. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Vorstellung ilipp Messinger be reins des deutschen Maurer Verbandes sammelte und Prüfung der Konfirmanden aus der Lukas- und Militärfür ein frantes Mitglied dahier. Wie opferwillig unsere aus Ober- Ramsta Arbeiter in derartigen Fällen sind, mag beweisen, daß die att, Beilage Nr. 6 hält die Uebersicht de Großh. Ministeri Beftreitung der Rom onsgemeinden des ad in Bonn ha r für Geschichte an zbach- Lider mpathie entgegenzu Feftzug nur vom S er der dortigen Kaufman bne jeden Flag ihrem Festartikel über di fentlichen mit hinreißer einzige Banlinie in D ein gebaut wird, fon die Baukosten lei emeinden um so f triotismus bedr er Staatsregierung tattgefundenen deram Eröffnungsfeier gar te muß dies hier erwähn der Endstationen sowoh n Orte in politischer B res Großhogtums tr t sind und als äuf rittliches und muften ie Bevölkerung gab Curidjepung hie u 3 hat es sich nicht -ben festlich zu beg ittag in Bupboa eten. Man verwunde f der andern aber for der Landtagsabgeord in besonders oftentat ahres Verdienst auf =====Sammlung die ansehnliche Summe von 18,95 Mt. ergab. Butzbach. Den Kompagniebesichtigungen brim hiesigen Bataillon wohnten bei Se. Erz. v. Linde quist, der fommandierende General des 18. Armeekorps, Se. Erz. Generalleutnant und Divisionskommandeur Frhr. b. Gall, Brigadekommandeur Generalmajor Graf Kaniz und Oberst v. Jablanovski. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Gründonnerstag, den 31. März. Gottesdienst In der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus und Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Schlosser. en Seiten. Jouz e or auf's befte und Erftrebung weite fingen- Jostein unen otheten bant, proj. Hypothefen tituts wurde feiter hen Effekten- und W tädter Bant, Frank fälzischen Bank und die Zulaffung zur F jon lange geplanten Bal Mittelglied an der Du wird jest eifrig gearbeit tal zum Bau aud ten haben sich auch ber O Mark beizutragen ur Verfügung zu stell effect. Sie berührt oftadt, Grävenwiesba nünfter. Die Bahn Als passende Gießen. gemeinde. Abends 7.45 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Rarfreitag, den 1. April. Vormittags 9.30 Uhr. Pfarrer Euler. Beichte und Heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldnungen zu den Abendmahlsfeiern vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends 6 Uhr. Siehe Stadtkirche. Nach allen Gottesdiensten Kollekte für die evangelischen Anstalten in Jerusalem. 1. Osterfeiertag, den 3. April. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrassistent Schulz. Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte. Kollette nach allen Gottesdiensten für die Kirchenkasse. Konfirmandengeschenke M empfehle ich mein großes Lager in Uhren, Gold- und Silberwaren. Reparaturen und Gravierungen prompt und gewissenhaft unter Garantie. D. Kaminka, Neustadt 19. Telefon 407. Wollen Sie etwas Feines rauchen?? dann empfehle ich Ihnen meine in Geschmak und Qualität vorzügliche Marke: ..Matuta" per Stück 8 Pfg. J. Friesleben, Giessen. Cigarren- Spezial- Geschäft Bahnhofstrasse 50. C.F. Schwarz Söhne ( Inh. 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Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Friedhöfe vom 16. März d. J. bis 15. Mai d. Is. von morgens 6 Uhr bis abends 8 Uhr geöffnet sind. Die Schließung des Friedhofs wird durch Läuten der Friedhofsglocke angezeigt. Bei Beginn des Läutens muß der Friedhof sofort verlassen werden. Eine Viertelstunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore geschlossen. Gießen, den 24. März 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Gg. Carl Volk. Richard Buchacker. Achtung! Nächte Grosse Geld- Lotterie der Krankenpflege- Anstalten v. Roten Kreuz, Strassburg i.E. Ziehung garantiert 11. u. 12. April ohne Abzug 6052 Baargewinne M. 70000 1 Hauptg. M. 20 000 1 Hauptg. M. 10000 1 Hauptgew M. 5000 3 à 1000 6 à 500= 30 à 100= 60 à 50 M. 3000 M. 3000 M. 3000 M. 3000 350 Gew. zus. M. 5000 5600 Gew.zus. M 18000 Los 1 M.11 Lose 10 Mk. Port.u.List. 25Pf. versendet das Gen.- Debit J. Stürmer, Strassburg i. E. Waschkörbe, Waschbütten, rund und oval Waschseile, W. Semmler. Ph. Weiler. Waschklammern O Zur Beseitigung von Zweifeln wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß zu den nach§ 1 des Fleischbeschaugesetzes vom 3. Juni 1900 dem Beschauzwang unterworfenen Tieren( Rindvich, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde und Hunde) auch Kälser. Spanferkel, Ferkel, Schaf und Ziegenlämmer gehören, sobald in großer Auswahl empfiehlt deren Fleisch zum Genusse für Menschen verwendet werden soll. Gießen, den 29. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Betr. Schweinerotlauf zu Geilshausen. Der Rotlauf unter dem Schweinebestand des Wirts Konrad Becker zu Geilshausen ist erloschen. Die Gehöftsperre ist aufgehoben. Gießen, den 28. März 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Kranz bühler. Bekanntmachung. An der staatlich anerkannten Hufbeschlaglehrschmiede hier haben Otto Müller aus Wetzlar, Heinrich Forbach aus Launsbach und Heinrich Christ aus Ahbach die durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 eingeführte Prüfung zum Nachweis der Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlaggewerbes bestanden. Wezlar, den 26. März 1904. Der Landrat Dr. Sartorius. Die Aufnahme der schulpflichtigen Kinder. Carl Müller, Wir zeigen hierdurch ergebenst an, daß wir für die Osterfeiertage unser Märzen- Bier zum Ausschank bringen. Wir bitten werte Aufträge darauf uns zukommen lassen zu wollen. Hochachtungsvoll! Aktien- Brauerei Giessen. Cavalier Crême ist das beste Putzmittel für feineres schwarzes Lederwerk! Färbt nicht ab! Lässt keine Nässe durch und macht das alltägllohe Putzen der Schuhe unnötig! In Dosen à 10 und 20 Pfennig überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Patentbilder- Reisende berl. Berlino., Kronprinzenstr.44. Wirte werden gebeten Preise einzuholen über: Ia. Weissbuchen- Kegel Ia. PockholzIa. EisenholzKegelkugeln in allen Stärken. Moritz Gregori& Sohn Giessen. Oberbessische Dampf- Färberei u. chemische Wäscherei Braubach& Fischer 4 Neuenweg 4. - Gießen Plockstraße 12. 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Auch können am genannten Tage auf Wunsch der Eltern oder deren Stellvertreter solche leiblich und geistig nicht unreife Kinder aufgenommen werden, welche bis zum 30. September ds. s. das 6. Lebensjahr vollendet haben. Diejenigen dieser zur Anmeldung gebrachten Kinder aber, welche für den Schulbesuch nicht genug herangereift betrachtet werden können, werden für das nächste Schuljahr zurückgestellt. außer in meinem Geschäftslokale, Seltersweg 61, zu gleichem Preis in nachstehenden Verkaufsstellen erhältlich ist: Ju Gießen: W. Haas, Bleichstraße. Goethestraße. A. Lenhardt, Frankfurterstraße. J. Marker, Ecke Stephan- und H. Kräßer, Brandplak 15. J. M. Schulhof, Marktstraße. Restaurant Windhof. 4 Bei der Anmeldung ist der Impfschein vorzu- In legen und bet auswärts geborenen Kindern der Geburtsschein mitzubringen. Außerdem haben diejenigen Eltern, welche von der Gewährung freier Lehrmittel für ihre zur Aufnahme gefommenen Kinder Gebrauch machen wollen, unter Vorzeigung des diesjährigen Staatssteuerzettels bei dem betreffenden Hauptlehrer Antrag zu stellen. Gießen, den 29. März 1904. Für den Schulvorstand: Mecum. Oberbürgermeister. Hahn. Neftor. Berdingung v. Pflaster u. Chaussierarbeit. Die bei Verlegung des Klingelbachs in die Bismarck- und Keplerstraße erforderliche Pflaster- und Chaussierarbeit soll Donnerstag, den 7. April d. Js. vormittags 10 Uhr öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bet uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einficht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 29. März 1904. Städtisches Tiefbauamt. J. V.: Köhler. " " " 1 Textors Terrasse. Philosophenwald. Liebigshöhe. Dutenhofen: Karl Sorger. Heuchelheim: Ph. 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Er mußte vierzehn Tage sorgfältig gepflegt werden und konnte deshalb dem feierlichen Begräbnis des Hauptmanns Hahlo, an dessen Witwe auch der oberste Kriegsherr ein Beileidsschreiben gerichtet hatte, nicht beiwohnen. Dann aber kam der Tag der Rückkehr in sein Heim, und wehmütig ließ er dort den ganzen furchtbaren Vorgang noch einmal in seinem Innern vorbeiziehen. Nun war sie frei, und das glückliche Gefühl einer schönen Hoffnung erwachte in ihm. Er gedachte der Zeilen, die sie ihm am Tage vor der verhängnisvollen Fahrt bei seinem Besuch zugesteckt hatte, und freudig sprang er auf und eilte zum Schrank, um in die Tasche des Uniformrocks zu fühlen. Da steckte noch der Zettel unversehrt. Er holte ihn heraus, führte ihn an die Lippen und öffnete ihn, um sich wieder an den lieben Schriftzügen zu erfreuen. Aber was war. das? Ein mit Bleistift zugeschriebener Zusatz?... Als der Bursche in das Zimmer trat, um nach den Be fehlen seines Herrn zu fragen, fand er ihn regungslos auf. dem Divan liegen. Er schien doch noch recht schwach zu sein, fam aber bald wieder zu sich. Und er wollte von keiner ärztlichen Hilfe hören, sondern fleidete sich schnell an und ging aus, um der Witwe des Hauptmanns Hahlo einen Besuch abzustatten. Sie errötete fanft, als sie ihn empfing. Dann heftete sie ihre blauen Augen besorgt auf ihn und fragte teilnahmsvoll: " Sie sehen sehr angegriffen aus, Herr von der Lanken. Sind Sie noch leidend?" Er antwortete nichts, langte den Brief hervor und gab ihn schweigend in ihre Hand. Sie sah ihn verwundernd an und warf einen flüchtigen Blick auf das Blatt. Dann aber schaute sie noch einmal aufmerksam hin und stieß einen Ruf der Ueberraschung aus. Das ist von seiner Hand?" fragte sie zitternd. sawohl, gnädige Frau!" ,, und wo schrieb er das?" Hoch über allem Frdischen, über den Wolken." Aus ihren Augen stürzten Tränen. Und wie starb er?" fragte sie tonlos. Mit eignem Willen. Er hätte sich retten können und tat es nicht. Aber er rettete mich." " Der Hohe! Der Herrliche!" Ja, gnädige Frau, so hoch und herrlich, daß ich durch die entsagende Buße eines ganzen Lebens kaum werde gut machen können, was ich in Gedanken an ihm gesündigt habe." Sie erwiderte nichts, aber sie nickte und weinte still vor sich hin. Er ergriff ihre Hand und drückte einen leidenschaftlichen Kuß darauf. Der erste und der letzte!" flüsterte er schmerzlich. Leben Sie wohl, für immer!" „ Für immer!" kam es wie ein schwaches Echo von ihren Lippen.-- Nach einer Stunde erschien der Leutnant wieder zu Hause und sah ganz schrecklich aus.„ Wie solche Fahrt doch einen Menschen mitnehmen kann!" dachte der Bursche. Auch den Kameraden gefiel von der Lanken gar nicht mehr. Er ging nie aus und lebte ganz zurückgezogen. Geradezu entrüstet aber waren sie nach einem Vierteljahr, und im Kasino wurde offen darüber gesprochen. Ist es wirklich wahr", fragte einer von ihnen,„ daß sich Lanken nach Afrika gemeldet hat?" " Freilich zur Schutztruppe! Ich finde diesen Einfall gänzlich abgeschmackt." Wieso? Dort kann er in ein paar Jahren schon Major ſein." Nein, nein, Lanken ist kein Streber. Die Sache muß irgend einen andern Haken haben." ,, Vielleicht reizen ihn die schwarzen Damen da unten?" Machen Sie keine Wize, Knesebeck! Jedenfalls werden wir ihm einen großartigen Abschied geben." Kein Schimmer davon! Hat er sich verbeten." „ Na, denn nicht!" erklärte der erste ärgerlich. Mag sich Lanken meinetwegen in dem dunkeln Backofen rösten lassen. WITZ UND HUMOR Liebe Gäfte. Das sind die glücklichen Stunden Die kommen, weiß keiner woher, Sie haben die Augen verbunden Und wandeln die Kreuz und die Quer'. Man grüßt sie mit Sehnen und hoffen, Man lockt sie mit perlendem Wein, Und alle Herzen sind offen, Und jeder Mund spricht: herein. Ein Weib nur haßt sie auf Erden: Wenn sie betreten ein Haus, Dann fliegt mit düster'n Geberden Frau Sorge zum Schornstein hinaus. * Der Gentleman.„ Sieh nur, wie der Müller nobel einhergeht!"" Ja, der trägt we der seine Kleider noch seine Schulden ab!", Diplomatisch. Junge Frau:„ Ach, liebes Männchen, ich gratuliere dir recht herzlich zu deinem Geburtstage und wünsche dir alles Gute- und und weißt du, was ich dir noch wünsche?" Er: Nu, was denn, Schatz?" Junge Frau( verschämt): " Daß du nicht so erschrickst über meine Schneiderrechnung!" * - Der schlaue Johann. Beutnant: Johann, ich bin für niemand zu sprechen; sollte nach mir gefragt werden, sagst du, ich hätte Dienst!" Bursche: Zu Befehl, Herr Leutnant!" Besuch:„ Herr Leutnant zu Hause?" Bursche:„ Herr Leutnant haben Dienst!" Besuch:„ Aber ich muß Herrn Leutnant unbedingt in einer wichtigen Sache sogleich sprechen!" Bursche:" Hm, na da will ich' mal nachsehen, vielleicht macht Herr Leutnant gerade„ Rührt euch"!" Am Aus dem Roman eines schriftstellernden Kommis. Himmel hatte sich inzwiſchen ein heftiges Gewitter etabliert." Aufrichtig. Weinhändler( zu ſeinem Sohn):„ Arthur, geh' sparsam mit dem Gelde um! Es ist sau er verdient!" Aus der Gesellschaftsbotanik.„ Der Otto heiratet also die reiche Witwe?"-" Ja, sie ist eine Moo 3 blume und er ein Glückspilz!" Schnitzel und Späne. Schweigen ist Gold!- weil's meist gut bezahlt wird. Der wird seine Pflicht am besten Und am pünktlichsten erfüllen, Der als strengsten Vorgesezten Hat den ei g'nen festen Willen. Nichts freut den Schwachen so sehr, als daß auch der Starke Schwächen hat. Am herzlichst en reicht man sich die Hände, wenn sie Teer sind. Den wahren Freund erkennt, den falschen durch- sch aut man. Eine Heldin ist jene Frau, die gesteht, daß sie- unrecht hat. Nr. 71. Mittwoch, den 30. März. 1904 Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Send and Berlag der Slepener Berlagsbruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchbindersi( gegr. 1783); zeno: 131& Iela Gewissensqualen. Kriminal Roman von Robert Buchanan. Es war in der Nacht zum 15. Oktober 18**, als ich, Charles Sucherland, Doktor der Medizin der Universität Edinburgh, ordentliches Mitglied der Medizinischen Gesellschaft und damals praktischer Arzt in London, einen recht merkwürdigen Traum hatte. Mir war es, als ob ich an den Usern eines angeschwollenen Stromes stände, der seine Wogen rasch der bleifarbenen See entgegenivälzte. Die Ufer standen in lebhaftem Grün und waren mit großen, weißen Blumen besäet. Am Himmel waren zwar keine Wolken zu sehen, aber doch war es trübe; die Luft war drückend und still, und die ganze Gegend erschien mir seltsam fremd. Plötzlich erhob sich ein kühler Wind, der mir in's Gesicht blies, und ein langgezogenes, leises Wehklagen drang an mein Ohr. Von neuem richtete ich meinen Blick auf den Strom und erblickte in der Mitte desselben, mit den Wogen kämpfend und in den zischenden Strudel immer tiefer sinkend, eine weibliche Geſtalt. Sie war in Schwarz gekleidet und wandte mir ihr Antlitz zu, das leichenblaß war. Ein jugendliches Gesicht schien es zu sein, und auf seinen zarten Zügen malte sich die furchtbarste Angst. Mit ihren großen, schwarzen Augen sah sie mich starr an, und als ich ihren Blick erwiderte, ſtreckte die Geſtalt flehentlich die Hände gegen mich aus und rief leise im Tone der Verzweiflung dreimal:„ Hilf mir, hilf mir, hilf mir!" Ohne auch nur einen Augenblick zu zögern, wollte ich diesem Hilferuf Folge leisten, und mit den Worten:„ Ich komme!" stürzte ich mich kopfüber ins Wasser und erwachte. Ja, ich erwachte und fand mich in meinem Bett in meiner Wohnung in der Wigmorestraße. Von der Stirn lief mir der falte Schweiß, und am ganzen Körper zitterte ich wie Espenlaub. Während der nächsten Augenblicke war ich unfähig, mich zu bewegen. Forschend ließ ich meine Blicke durch's Zimmer gleiten, um mich zu vergewissern, daß ich wirklich in meiner Wohnung wäre; dann setzte ich mich in meinem Bette aufrecht und fuhr mir mit der Hand über die Augen. " Bah!" sagte ich zu mir." Deutlich genug war's ja, aber es war doch nur ein schwerer Traum." Ein schwerer Traum freilich, und es ist ja auch richtig, daß ich schon oft vorher geträumt habe; aber bisher waren meine Träume von derselben Natur wie die anderer Sterblicher gewesen: sie waren gekommen und wieder gegangen, ohne in meinem Hirn irgend eine Spur zurückzulassen. Ich war durchaus nicht romantisch veranlagt und besaß Nerven, die so regelmäßig wie ein Uhrwerk arbeiteten und mich mit einer gesunden Verdauung und einem friedlichen Schlafe beglückten. Aber dieser Traum wollte nicht aus meinem Gedächtniſſe ſchwinden, und so oft ich auch versuchte, wieder einzuschlafen, es gelang mir nicht mehr. Kaum hatte ich die Augen geschlossen, so sah ich jenes blasse, vor Angst verzerrte Gesicht und hörte wieder jene klägliche Stimme, die mich zur Hilfe rief. Schließlich kam ich zu der Ueberzeugung, daß alle Versuche, weiter schlafen zu wollen, zwecklos waren. Ich klin( Nachdruck verboten.)) gelte daher meinem Diener und sah auf die Uhr; sie zeigte auf halb sieben. In meinem kleinen Haushalt stand man zeitig auf, und auf mein Läuten erschien Ferguson sofort. Vorsichtig steckte er seinen Kopf durch die Tür und fragte bescheiden:„ Haben Sie vielleicht gerufen, Herr Doktor?" Es schien mir lächerlich, daß er erst noch fragte, und etwas aufgebracht fuhr ich ihn an:" Selbstverständlich habe ich geläutet. Sind Briefe da?" Nein, Herr Doktor", antwortete Ferguson, der wohl glauben mochte, daß es mit mir nicht ganz richtig sei.„ Es ist ja erst halb sieben." " Schön, bringen Sie mir meine Sachen! Ich will jetzt aufstehen." Jawohl, Herr Doktor!" Er zog sich zurück, um gleich darauf zurückzukehren und mich zu fragen:„ Entschuldigen Sie, Herr Doktor, fühlen Sie sich vielleicht nicht ganz wohl?" Zu jeder anderen Zeit hätte ich diese doch sicherlich ganz harmlose Bemerkung lachend mit der Versicherung beantwortet, daß mir durchaus nichts fehle, an jenem Morgen muß ich aber sehr reizbar gewesen sein, denn die unschuldige Frage des Dieners brachte mich vollkommen außer Fassung. Dummkopf!" fuhr ich ihn heftig an. Muß man denn gleich krank oder verrückt sein, wenn man einmal um 6 Uhr morgens baden will? Bringen Sie mir meine Sachen und sorgen Sie dafür, daß um halb 9 Uhr mein Frühstück bereit steht. Das Badezimmer grenzte an mein Schlafzimmer. Ich konnte daher hören, wie Ferguson die Wanne für mich zurecht machte. Bald kam er auch wieder zurück, um mir zu melden, daß das Bad fertig sei, und dann ging er nach der Küche, wahrscheinlich um seiner Frau zu erzählen, in welch' übler Laune ich heute aufgewacht sei. Durch das Baden schienen sich seine Nerven zu beruhigen, und ich fühlte mich wieder in normalem Zustande. Als ich mich, begleitet von meinem Hündchen, zum Ausgehen anschickte, schien das Unbehagen, in das mich mein Traum versetzt hatte, vollständig geschwunden zu sein, Ich begab mich nach dem Regentspark und machte einen Spaziergang in demselben. Punkt halb 9 Uhr kehrte ich nach Hause zurück, mein Frühstück stand auf dem Tisch, und ich verzehrte es mit Appetit. Um 10 Uhr machte ich mich auf den Weg zu meinen Patienten. Ich war nicht gerade ein sehr gesuchter Arzt wer ist dies wohl überhaupt mit dreißig Jahren? aber neben einer nicht ganz unlohnenden Praxis hatte ich auch in einem Krankenhause zu tun. Meine Abende verbrachte ich gewöhnlich mit Studieren, und gerade in der letzten Zeit las ich anhaltend und viel. Als ich nach vollbrachtem Tagewerk des abends wieder in meinem Studierzimmer saß und eifrig über gewisse neue Theorien und Erperimente nachdachte, durch die ich die Wissenschaft bereichern wollte, und die mir zu Ruhm und Ansehen verhelfen sollten, da hatte ich mein Abenteuer der vergangenen Nacht ganz und gar vergessen. Müde und der Ruhe bedürftig ging ich um Mitternacht zu Bett. nes Del H.mobias Sohn ölzer abfallen. 1. Medaille Baris 19 is Völzing önen und ftilgere chutz. tadelloser Siz. menhängen oder eder ohne jegliche g ist, da durch RA er Deuzs der en Hannover. & Basel 4, eign. Bahnanschl iessen. Fabrik und Lager: egründet 1883. el. atten. tikel.+ ( Sterzu Der 2. Cody In jüngster schickt ausgenut fteigende Drac als ein unterf eine ganz auß tung erhalten, dilettantische heute noch ni des Vogelflug die menschliche Seither taucht die Bedeutung wollen, ein wi ichon um 206 darzustellen. ral Han- ng iteigenden Pap Maße mit Er mancher von i allein diesem wäre. Man lebenden Ideen durch die Lüfte turgeschichte jo unjerer Zeit auf allen Geb dem Felde des Die gewöh als eine eben unten spiz ve Scheitel angel Durchschneiden jedoch im La fehr erhebliche lich entstanden zipe des einfac so komplizierter Urgestalt des fem lediglich nichts, gemein neben andere meteorologijch Höhen der Drachen, wel Kastens ohne cine Zwische den ist. Aus einen Stoffe gem tuch überz ren oder Holz derartiger in die Luft er Dr feit der Vorri das beim Hö wicht der Sch gehalten wiri wissen Zeit günstigsten lichen Stilles über diesen MTs jedoch mein Geist vom Schlummer umfangen war, oder es wenigstens zu sein schien, kam auch der Traum der bergangenen Nacht zurück. Wieder stand ich an den Ufern des Flusses, wieder sah ich, wie die stürmischen Wasser jene hilflose Gestalt niederzogen, wieder sah ich, wie ihre großen, schwarzen Augen mich flehentlich anstarrten, wie ihre weißen Hände sich bittend mir entgegenstreckten, und wieder hörte ich ihre Stimme mir zur Hilfe rufen. Aber der Hilferuf war diesmal so grell und so laut, daß ich bei meiner Antwort gleichfalls schrie, aufsprang und er machte. Wie ein Wahnsinniger sah ich vor mich hin.“„ Was zum Henker ist denn mit mir los? fragte ich mich, Das Gas brannte und an meinem Bete ſtand Ferguson, nur halb angekleidet und keineswegs so ruhig wie sonst aussehend." Entschuldigen Sie, Herr Doktor", redete er mich ganz erstaunt über mein sonderbares Benehmen an,„ die Tür stand offen, und da Sie so fest zu schlafen schienen, erlaubte ich mir einzutreten. Mit Mrs. Lenox geht es wieder schlechter, und sie läßt um Ihren Besuch bitten. Der Wagen wartet draußen." Schön, in fünf Minuten bin ich unten!" Es war mir recht erwünscht, eine Entschuldigung zu haben, um mein Bett verlassen zu können. In meinem Studierzimmer, aus dem ich mir einige Instrumente holen mußte, hatte Ferguson bereits das Gas angesteckt und stand bereit, um mich zu begleiten, wie er das ja öfters tat, wenn ich eine Operation vorzunehmen hatte. Ich brauche Sie nicht!" rief ich ihm zu, indem ich mir meinen Uebrzieher anzog. Es war ihm nicht unangenehm, dableiben zu können, ich glaubte das wenigstens auf seinem Gesichte zu lesen, als er mir die Türe öffnete und mich an den Wagen begleitete. Die Nacht machte dem Morgen Play, aber abgesehen von dem spärlichen Lichte, das die Straßenlaternen warfen, war es doch noch ganz dunkel. Ein kalter Wind wehte, und als ich in meinem Wagen eiligst durch die stillen Straßen fuhr, vergaß ich zum Teil das, was mir so große Unruhe gemacht hatte. Der Fall, zu dem man mich aus dem Bette geholt wurde, war ganz besonders wichtig. Ich hatte an der Kranken eine sehr schwierige Operation vorgenommen, deren Ausgang von großer Bedeutung war. Mit Selbstüberwindung schüttelte ich die Nervosität, die sich meiner bemächtigt hatte, ab, und mit Leib und Seele ging ich an meine Arbeit. Charles Sucherland fuhr fort:„ Ünd all meinen Verſtand und meine ganze Geschicklichkeit brauchte ich auch; denn meine Patientin befand sich in einer recht kritischen Lage, und ein Wunder war es, daß ich sie am Leben zu erhalten vermochte. Stundenlang blieb ich an ihrem Bette ſizen, und als sie gegen 7 Uhr morgens in ruhigem Schlafe lag, wußte ich, daß jetzt die Gefahr vorüber war. Nach Hause zurückgekehrt, ging ich an mein gewohntes Lagewerk. Um elf Uhr abends fühlte ich mich so müde, als hätte ich den ganzen Tag Holz gehauen, und in der Hoffnung, recht gut zu schlafen, ging ich zu Bett. Mehrere Stunden muß ich wohl gut geschlafen haben; zu müde war ich, als daß mein überarbeitetes Gehirn durch irgend welche Träume beunruhigt werden konnte; als aber mein ermüdeter Körper durch den Schlaf neue Kräfte gesammelt hatte, da kam auch mein Traum wieder. Es war das dritte Mal, daß ich dieselbe Erscheinung hatte, und die Gegenstände waren noch greifbarer und deswegen noch schrecklicher als je zuvor. Der Schrei war noch durchdringender, der ängstliche Blick noch ausgeprägter und diesmal konnte ich noch ein zweites Gesicht erkennen, und zwar das eines Mannes, der aus dem Wasser heraus auf die weibliche Gestalt zukam und sie mit der eigenen Hand an den Haaren packte, als ob er sie ins Wasser ziehen wollte. So geht das nicht mehr weiter", sagte ich mir, als ich, nachdem ich aus dem Bette gesprungen, bebend und zitternd in meinem Zimmer stand.„ Es ist ganz klar, meine Sinne sind nicht in Ordnung, und ich muß die einzige Kur, die es dagegen giebt, sofort gebrauchen. Ich schellte Ferguson und ließ mir von ihm Papier bringen, auf das ich folgende Drahtnachricht schrieb: ,, Doftor Ambrosius, New Croß. Komme sofort, wenn irgend möglich. Wichtige Sachen. Charles Sucherland." Die Drahtnachricht ging ab und tat auch ihre Wirkung, denn kaum hatte ich mich zum Frühstück hingesetzt, als Jad Ambrofius, mein alter Studierfreund, ins Zimmer trat. ,, Was ist denn los?" begrüßte er mich, indem er ohm Haft Umstände mir beim Frühstücken Gesellschaft leistete. du vielleicht den Stein der Weisen entdeckt oder hast du dich gar zur Theorie der Ueberzeugung bekehrt? Ich vermute fast etwas derartiges; denn ohne zwingenden Grund hättest du mir doch das Telegramm nicht geschickt. Also, kann ich dir mit irgend etwas dienen?" Ich nichte zustimmend.„ Das kannst du allerdings, und ich will dir auch gleich sagen, wie. Aber zunächst, wie findest du mein Aussehen?" „ Nicht ganz so wie sonst", meinte Jack.„ Ich fürchte, du bist wieder in deine hypnotisch- suggestiven Studien verfallen, und auch deine große Praxis mag dich zu sehr anstrengen." ,, Stimmt zwar nicht ganz genau, aber dem mag nun sein, wie ihm will; meine Nerven sind nicht in Ordnung, schlechte Verdauung, kann nicht schlafen. Mir tut eine Aenderung in meiner Lebensweise not, und ich will eine Zeit lang ausspannen." „ Aha, ich verstehe!" meinte Jack.„ Du willst gewiß, daß ich dich begleiten soll. Das wird sich ganz gut machen lassen; denn der einzig zahlende Patient, den ich habe, soll mich nicht zurückhalten." ,, Ganz gut so!" antwortete ich lachend. Ich brauche aber deine Weisheit für hier und nicht für außerhalb. Während meiner Abwesenheit muß jemand meine Praris wahrnehmen, und dafür bist du der richtige Mann." Jack's Gesicht strahlte vor Freude. Hier bot sich ihm eine Gelegenheit, die er niemals zu hoffen gewagt hatte. Wir waren Studienkollegen gewesen, hatten zusammen die Krankenhäuser besucht und auch zu gleicher Zeit unsere Prüfungen gemacht; das Glück war uns nicht in gleichem Maße hold gewesen. Ich hatte eine erträgliche Praxis bekommen, der arme Ambrosius saß aber noch immer Tag für Tag in seinem Sprechzimmer und wartete auf die Patienten, die nicht kommen wollten. Gern nahm er jetzt die Gelegenheit beim Schopfe, und bereits nach einer halben Stunde hatten wir die Angelegenheit zu gegenseitiger vollständiger Zufriedenheit erledigt. Noch am Abend desselben Tages, um neun Uhr, stand ich auf dem Bahnsteig des Eaſton- Bahnhofes und wartete auf den irischen Schnellzug. Ich hatte mich entschlossen, Irland als Ziel meiner Reise zu wählen, und zwar aus zwei Gründen: für's erste deswegen, weil ich einmal ein paar Wochen meine Univerſitätsferien dort verlebt und bei dieser Gelegenheit schöne Erinnerungen an Land und Leute mitgenommen hatte, dann aber, weil das Reiſen dort billig war und ich bei meiner nicht zu voll gespickten Börse auf diesen Umstand Rücksicht nehmen mußte. Als daher um neun Uhr der fliegende Irländer" zum Bahnhof hinausfuhr, saß ich als einer seiner Passagiere gemütlich in der Ecke eines Abteils, hatte mich in einen dicken Mantel gehüllt und mein Reisegepäck, bestehend aus zwei kleinen Taschen, bei mir untergebracht. Es war eine prächtige Reise. Bevor ich noch mit dem Buche, das ich mir auf dem Bahnhofe in London gekauft hatte, zur Hälfte durch war, hatte der Zug bereits Holyhead erreicht, wo Reisende und Gepäck auf den Dampfer übergingen. Die Mehrzahl meiner Reisegefährten begab sich nach der Kajüte; ich, der ich immer noch aufgeregt und mißgestimmt war, blieb auf Deck und ging darauf spazieren, bis der Dampfer in den Hafen von Kingstown einlief. ( Fortsetzung folgt.) Altes Gold in neuer Prägung. Ein Tag, gut angewendet, wiegt ein Menschenalter auf. Böses treibt mit Bösem aus der Böse, mit Gutem der Gute. Fest wurzelt Tugend, flüchtig ist das Glück. Rechtschaffenheit dem Weisen ist Gesetz, Begierde dem Bösen. Nächst Gott Tugend, sie ist Weg zu ihm. Hoch über den Wolken. Novelle von May Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Gnädige Frau, der Herr Hauptmann wird bald von feinem Spazierritt zurück sein?" Jawohl, Herr Oberleutnant." Sie sahen sich beide an, senkten aber sofort die Augen und schwiegen eine Weile... Schon seit vielen Monaten wußten sie, daß sie sich liebten, daß sie für einander bestimmt seien durch den dunklen Spruch jener geheimnisvollen Mächte, die oft erst zu spät den Schleier von dem eigentlichen Sinn unseres Lebens ziehen. Mit verstohlenen Blicken hatte es angefangen und war dann allmählich zu leis geflüsterten, viel bedeutenden Bemerkungen fortgeschritten. Doch noch nie hatten sie sich allein gesprochen. Heute hatte er ihren Gatten ausreiten sehen und endlich den Mut gefunden, sie unter dem Vorwande, daß er einige Noten bringen wolle, zu besuchen. Aber beider Lippen blieben lange verschlossen, ja, sie wagten faum, sich anzublicken, und als sie anfingen zu sprechen, da taten sie es scheu, wie zwei Schuldbewußte. Er trat jetzt entschlossen einen Schritt näher zu ihr, rang heftig nach Atem und sagte bittend:„ Gnädige Frau, es fann so nicht weiter gehen. Ich weiß, daß Sie unglücklich sind. Wir aber gehören zusammen. Ich bin reich- ich werde meinen Abschied nehmen eine Scheidung wird für Sie möglich „ Nie! Niemals werde ich das tun!" unterbrach sie ihn rasch. Sprechen Sie nie wieder davon, Herr von der Lanken!" „ Also gibt es keine Aussicht für mich?" „ Nur dann, wenn mich das Schicksal frei machen sollte," hauchte sie, selbst erschrocken über diesen Gedanken. Und nun, Herr von der Lanken, verlassen Sie mich, bitte! Ich flche Sie an, kommen Sie nie wieder, wenn ich allein bin, es darf nicht sein!" Er sah sie wehmütig an, und in seinem Gesicht zuckte es. Dann aber siegte die gewohnte Disziplin, er schlug die Hacken zusammen, machte eine tiefe Verbeugung, sagte heiser:„ Leben Sie wohl, gnädige Frau!" und entfernte sich schnell. Es war acht Tage später auf dem großen Ererzier- und Paradefelde draußen vor der Stadt. In weitem Kreise umstand eine Schar Neugieriger, denen der nähere Zutritt durch aufgestellte Posten verwehrt wurde, den großen Militarballon„ Viktoria", der hochragend unruhig hin und her schwankte, dann aber erklang ein scharfer Kommandoruf: „ Eins! Zwei! Drei! Los!" Dreißig kräftige Grenadiere öffneten die Fäuste, mit denen sie die Seile gehalten hatten, und majestätisch schwebte das haushohe, gelbbraune Ungetüm in die Höhe. Die beiden Insassen der Gondel, Hauptmann Hahlo und Oberleutnant von der Lanken, sprachen anfangs kein Wort. Nichts neues war ihnen dieses lautlose Versinken der Erde unter ihnen und dieses grabgleiche Schweigen ringsum. Ihre Aufmerksamkeit war von anderen Dingen in Anspruch genommen. Denn die heutige Expedition in die Lüfte war etwas anderes als die gewöhnlichen Fahrten, bei denen es sich um verschiedene militärische Versuche handelte. Dieser Flug galt ganz allein der Wissenschaft. Es sollte versucht werden, festzustellen, bis zu welcher Höhe sich überhaupt Menschen in einem Ballon erheben können, und sie waren zu diesem Zweck mit Pelzen, allen möglichen Instrumenten zum Messen und Registrieren und mit einem Sauerstoffbehälter versehen zur künstlichen Atmung in jenen Höhen, in denen durch die Feinheit der Luft das natürliche Atmen erschwert ist. Sie warfen Ballast nach Ballast aus und stellten am Barometer fest, daß sie mit großer Geschwindigkeit in höhere Regionen gelangten. Die Erde war längst ihren Blicken entschwunden, denn rings um sie ballte sich, für die Augen undurchdringlich, milchweißer Nebel. Er schien sich schließlich aufzulösen, verblaßte und verschwand, und der dunkelblaue Himmel zeigte sich über ihnen, während sich unter ihnen endlos die Wolkenschichten dehnten, einem erstarrten Szean vergleichbar. Ein eiskalter Luftzug machte sich bemerklich. Das Thermometer ist rapide gefallen," stellte von der Lanken fest. Bereits vier Grad unter Null!" Ein Ostwind hat uns gefaßt. Nun, wir sind ja verforgt," Iachte der Hauptmann.„ Nehmen wir unsere Belze! Wir haben übrigens schon viertausend Meter überschrittent" Brillant!" rief der Oberleutnant freudig, während sie Belze und dicke Handschuhe anzogen. Wenn es so weitergeht, können wir noch eine famose Strecke nach oben zurückIegen." Sie entleerten den letzten Sandsack bis zur Hälfte und teilten sich ihre Beobachtungen mit. „ Fünftausend Meter!" Zehn Grad Kälte!" Von der Lanken lehnte sich zurück gegen die hohe Wand der aus Korbgeflecht hergestellten Gondel. Seine Augen fielen zu. „ Was ist Ihnen?" fragte der Hauptmann erschrocken. Er hielt ihm den Gummischlauch hin, der zu dem Luftbehälter führte.„ Wir haben gleich sechstausend Meter." Der Leutnant war wieder zu sich gekommen.„ Danke. Herr Hauptmann! War nur ein kleiner Ohnmachtsanfall, es geht noch so." Aber er sagte es nur mit Mühe, und dann ſank er zurück auf den Boden der Gondel. Im Nu war der Hauptmann dicht bei ihm, öffnete ihm den schweren Pelz und knöpfte die Uniform auf. Wenn auch der Zeutnant die Augen noch geschlossen hielt, so schien er sich doch zu erholen, und Sauptmann Hahlo wollte sich wieder den frumenten zuwenden. To gewahrte er ein Blatt Papier, das aus der Brusttasche des Ohnmächtigen herausgefallen war. Er wollte es ihm wieder zustellen, als er überrascht die Schrift darauf bemerkte. Diese feinen, schmalen Züge schienen ihm bekannt, und beſtürzt las er die Zeilen:„ hre morgige Fahrt iſt ſehr gefährlich. Bitte, schonen Sie sich und bedenken Sie, daß um Ihr teures Leben bangt mit ganzer Seele Ihre A. H." Es war dem Hauptmann, als wenn sich finstere Nacht auf seine Sinne legte. Doch diese grauenvolle Nacht wurde grell durchleuchtet durch rasche Gedankenblike, die ihn mit erschreckender Deutlichkeit alles erkennen ließen... Das hatte seine Frau geschrieben! Also war es doch wahr, was er schon seit langer Zeit geargwöhnt und mit wachsender Eifersucht gefürchtet hatte! Seine Annie, sein Weib fühlte sich zu jenem Mann hingezogen. Sie liebte einen anderen! Und diesem hatte sie ein herzliches, von inniger Fürsorge zeugendes Brieflein geschrieben, während sie für ihn nur ein einfaches Lebewohl wie immer gehabt hatte! Haha! Er mußte lachen, um nicht vor Zorn und Schmerz darüber weinen zu müssen. Dann aber wurde er ruhiger. Eine sanfte Mattigkeit überfam ihn, und er dachte nach. Wenn diese Fahrt auch glücklich verlief, was würde dann das Leben für ihn und seine Annie sein? Fortan nichts anderes als eine Hölle. Mit jenem aber konnte sie noch glücklich werden. Und schnell war seine Entscheidung getroffen. Hastig schrieb er mit Bleistift unter die Zeilen seiner Frau:„ Ich habe es gelesen. Werdet glücklich! Hahlo." Er steckte das Blatt dem Ohnmächtigen wieder in die Tasche, preßte ihm den Schlauch fest zwischen die Zähne und leerte den Rest des Ballasts aus. Eine dumpfe Schwäche senkte sich auf ihn herab. Aber er griff nicht nach dem Schlauch, sondern setzte sich in eine Ecke des Korbes und faltete die Hände... Durch die verstärkte Sauerstoffzufuhr kam der Leutnant wieder zu sich. Matt um sich schauend, sah er den Hauptmann mit blauschwarzem Gesicht ausgestreckt liegen. Sofort begriff er ihre furchtbare Lage. Mit ganzer Anstrengung seiner Willenskraft raffte er sich empor, kroch zur Ventilleine, wickelte sich das Ende feſt um das Handgelenk und zog angestrengt. Gleich darauf ſank er besinnungslos wieder zurück. Am nächsten Abend wurde die Fahrt im Offizierkasino lebhaft besprochen. „ Teufel auch erklärte einer der Herren.„ Das muß eine tolle Luftreise gewesen sein. Das selbstregistrierende Barometer zeigte auf zehntausend Meter." Wie war es möglich, daß der Ballon wieder so gut herunterfam?" fragte ein junger Leutnant. Das ist doch ganz klar! Lanken hatte tüchtig Sauerstoff geschluckt und dann die Reißleine gezogen. So fenfte sich die„ Viktoria" bei dem ruhigen Wefter langsam herab." „ Und warum hat Hahlo, der Hüne, dran glauben müssen, während der viel schwächere Laufen gerettet wurde?" „ Sehr einfach! Er hat zur rechten Zeit nach dem Schlauch 500 Pferden u Entreriro fungen von Han Bur nochmal traf geitern b. Einem in bei der Einschiffu burger Senat de Senator Dr. v. 9. Armeekorps biele andere Offi Aus dem Auf über neue Vorgän Angaben des Ma feien noch einige fationgea Glafenapps ern totorero fich zu 35 Klm. füdlich Sem fich, wie be großere Alm, weftlid 45 re Maſſen nach wied mit nach Stations dem nach Sud den am me