tr. 75. Gennementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mt. 1.50. Battebetlagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Coifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen, nachmittags. Dienstag, den 29. März 1904. Gießener 13. Jahrgang Insertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Ob hefsen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzettungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 3 Fernsprechanschink Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Sickener Tageblaff) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Gießen, den 26. März 1904. Betr.: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfass= ungseides. Das Großherzogl. Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Amtsgezichtsbezirke Grünberg, Homberg, Hungen, Laubach und Nirda. Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungsrides der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen OrtsSürger, sowie derjenigen Großh. Hess. Untertanen, welche Fich, ohne Ortsbürger zu werden, verheiratet haben, soll, te nachstehend angegeben, stattfinden: 1. der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Laubach und Nidda gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen mit Ausnahme der Gemeinde Ettingshausen Mittwoch, den 6. April d. J., vormittags 91 Uhr, in dem Rathause zu Hungen. 2. der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Grünberg und Homberg gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen, sowie der Gemeinde Ettingshausen Samstag, den 9. April». Is. vormittags 9 Uhr, in dem Rathause zu Grünberg. Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Bersonen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, anter Angabe der Namen der Vorgeladenen, bis spätestens puu 4. April d. Js. anzuzeigen, oder zu berichten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so vollem Sie deren Aufenthaltsort angeben. J. V. Dr. Wagner. : Der Krieg in Ostasien. Die Japaner haben von neuem einen Versuch gemacht, den Safeneinfahrt von Port Arthur durch Brander zu sperren. Dieser ist aber nach amtlichen russischen Meldungen wieder böllig mißglückt. Nach der anschaulichen Schilderung, die der Kommandant von Port Arthur Generalleutnant Schmirnom in seinem Telegramm an den Zaren vom 27. März entwirft, spielte sich der Branderangriff folgendermaßen ab: In der Nacht, nachdem der Mond aufgegangen, entsandten die Japaner vier Brander in Begleitung einer Torpedobootsflotille. Gegen 2½ Uhr wurde von den Wachtschiffen und Batterien die Annäherung der feindLichen Schiffe bemerkt, auf welche sie ein heftiges Feuer eröffneten. Vor den Brandern fuhren die Torpedoboote, und in bedeutender Entfernung folgten größere Schiffe, welche auf die Festung zu feuern begannen, um dadurch die Aktion der Brander und Torpedoboote zu unterstützen. Smfolge des starken Artilleriefeuers und des kühnen Vorgehens unserer Torpedoboote erreichten die Brander den Hafeneingang nicht. Zwei Brander gerieten am Goldenen Berge auf ein Riff; einer ging, von einem Torpedo eines unferer Torpedoboote getroffen, hinter den beiden ersten unter; der vierte stieß mit dem Bug an einen früher gesunfenen japanischen Dampfer bei Majatshny Gorod und ging ebenfalls unter. Der Hafeneingang so fährt Schmirnow fort ist frei geblieben. Auf den gesunkenen Dampfern wurden hotchfiß- Schnellfeuergeschüße einzölligen Kalibers gefunden, aus denen auf unsere Torpedoboote gefeuert worden war. Bon jedem der gesunkenen Schiffe war eine Schaluppe zur Rettung der Besagung ausgesetzt worden. Nur eine dieser Schaluppen scheint sich gerettet zu haben. Gegenvorstoß des russischen Geschwaders. Gegen 4 Uhr morgens zogen sich die feindlichen Torpedoboo te zurück, und die Kanonade verstummte. Der Kommandierende Admiral Makarow begab sich sofort in einem Dampffutter auf die Reede, um die gesunkenen feindlichen Schiffe in Augenschein zu nehmen. Morgens 5 Uhr wurden in südlicher Richtung von Port Arthur feindliche Torpedoboote bemer ft, auf welche die Batterien zu feuern begannen. Gegen 6 hr erschien am Horizonte ein feindliches Geschwader. Las russische Geschwader ging ihm entgegen. Die Batterien eröffneten um 6% Uhr das Feuer. Die Kanonade der Schiffe und Batterien wurde jedoch bald eingestellt, da das japanische Geschwader sich südostwärts zu entfernen begann, offenbar einem Kampfe ausweichend. Gegen 10 Uhr verhwand das feindliche Geschwader am Horizont. Die Hauptrolle bei der Abwehr des japanischen Angriffà spielte das russische Wachttorpedoboot„ Sfilny". Admiral Wiaiarom beschreibt das heldenmütige Ver halten des Kommandanten und seiner braven Mannschaften mit folgenden Worten: Um einem Durchbruch der feindlichen Schiffe zu begegnen, trat der Kommandant des Wachttorpedobootes Ssilny" Leutnant Krinikki dem Feinde entgegen und zerstörte durch einen Torpedo den Bug des vorderen japanischen Dampfers. Dieser wandte sich nun rechts; ihm folgten zwei andere Dampfer, sodaß alle drei mehr rechts vom Eingang auf Land gerieten. Der vierte Dampfer ging links und ſank ebenfalls seitwärts des Fahrwassers. Das Torpedoboot Ssilny" nahm nun den Kampf mit den sechs feindlichen Torpedobooten auf; dabei wurden der Ingenieur und sechs Mann getötet; der Kommandant und 12 Matrosen verwundet. Infolge einer Beschädigung der Maschine trieb das Voot in der Nähe des Goldenen Berges auf Land, wurde aber dank der Energie der Besatzung wieder flott gemacht und konnte glücklich in den Hafen einlaufen. Der Kommandant hatte trotz seiner Armwunde seinen Posten keinen Augenblick verlassen. Auf den Brandern befanden sich Höllenmaschinen, deren Drähte von russischen Scharfschüten durchschnitten wurden. Die Leutnants Kedrow und Asariew und der Fähnrich Pilsudsky gingen auf Befehl des Admirals Makarom an Bord eines der Dampfer, durchschnitten die elektrischen Leitungsdrähte und löschten das Feuer, welches dem Feinde den Hafeneingang hatte beleuchten sollen. Auf der Reede fand sich morgens ein schwimmendes Torpedo mit einer Höllenmaschine, die glücklicherweise beseitigt wurde. Bei einer Befichtigung stellte man fest, daß die Dampfer, die als Brander gedient hatten, nicht alt sind. Sie sind 2000 Tonnen groß und mit kleinkalibriger Artillerie ausgerüstet. Einen Teil der Dampfer werden die Russen für Hafenzwecke verwenden. General Kuropatkin ist gestern im Hauptquartier Mukden eingetroffen. Er wurde auf dem Bahnhofe von einer Ehrenwache mit Fahne und Musik empfangen und fuhr vom Bahnhofe zum Statthalter Alexejew. Marquis Jto hat seine Mission in Korea beendet und ist von Söul wieder abgereist. Sein Besuch hatte den Erfolg, die Koreaner zu beruhigen und eine Ausdehnung des japanischen Einflusses auf die Verwaltung des Landes anzubahnen. Marquis to war beständig dafür eingetreten, daß die Armee nicht vermehrt werden sollte, und hatte zu einer allmählichen Durchführung der Reformmaßregeln geraten. Seine Ratschläge find zweifellos angenommen worden, da Korea die Entsendung Marquis Jtos durch eine Gesandtschaft erwidern will, deren Mitglieder aber noch nicht bestimmt sind. Die japanischen Streitkräfte in Nordkorea scheinen den Vormarsch jetzt wieder aufgenommen zu haben. Sie haben mehrfach Plänkeleien mit den russischen Vorposten gehabt. Statthalter Alexejew meldet darüber am 28. nach Petersburg: General Mischtschenko sandte nach einem Telegramm des Statthalters Alerejew zwei Sotnien aus, um durch einen Erkundigungsritt festzustellen, welche Streitkräfte des Feindes den Fluß Tschingtschangan überschritten haben. Eine Sotnie bemerkte 1½ Werft von Pattschöngan entfernt eine 30 Mann starke berittene feindliche Abteilung, die beim Herannahen der Sotnie Verstärkung erhielt und der sich auch Infanterie anschloß. Zwei Züge der Kosaken saßen ab und eröffneten auf 400 Schritte das Feuer gegen die feindliche Patrouille. Auf japanischer Seite fielen ein Offizier und ein Soldat; auch ein Pferd wurde getötet. Nachdem einige Salven abgegeben waren, erhielt unsere Patrouille die Mitteilung, daß die feindliche Infanterie vorrücke, und entfernte sich. Kundschafter fanden Battschön vom Feinde besetzt. Auf dem rechten Ufer des Pattschöngan stehen zwei Komagnien und etwa drei Schwadronen Reiterei, deren Vorposten sich zwei Werft vom Flusse befinden. In der Stadt Andschu stehen 3000 Japaner. In Tschinampho treffen fortgesezt Kriegsschiffe und Transportschiffe ein. Die dort gelandeten Truppen werden nach Phjongjang und von dort weiter nach Unsan und Kangge in Marsch gesetzt. Niutschwang im Kriegszustand. Die Konsuln und Ausländer in Niutschwang wurden in Kenntnis gesetzt, daß Niutschwang sich jetzt im Kriegszustand befinde, und daß sie ohne Ausnahme den Spezial- Verfügungen unterworfen seien; daß der Export von Kriegskontrebande einschließlich Bohnen, anderer Nahrungsmittel und Bohnenkuchen verboten sei, wenn nicht eine Summe deponiert werde, in gleicher Höhe wie der Wert der Ladung, als Garantie dafür, daß die Ladung nachher nicht von einem neutralen Hafen nach Japan oder Korea verschifft werde. Das hemmt in Wirklichkeit jeden Handel in Niutschwang; fünf Dampfer, welche außerhalb des Hafens ankamen, und zahlreiche andere, die fällig sind, können nicht laden. Die Politik. Zu der Sensationsmeldung der Braunschw. Ldsztg." über das Verhältnis des Kaisers und dem Herzog von Cumberland hat sich jetzt einer der beiden Gewährsmänner geäußert, auf die sich das Blatt dreist berief: Der kommandierende General v. Stünner in Hannover hat erklärt, daß er es grundsätzlich ablehnen müsse, sich über politische Angelegenheiten, bei denen die Person des Kaisers in Frage komme, zu äußern, und daß er es deshalb auch ab. lehnen müsse, sich über die fragliche Angelegenheit irgendwie pro oder contra zu äußern, zumal es sich um Mitteilun gen aus einem Privatgespräch des Kaisers handeln würde, die immer nur durch grobe Indiskretion in die Presse gelangt sein könnten. Absolut unwahr sei die Behauptung, daß der Kaiser seine Zustimmung zur Verbreitung seiner angeblichen Aeußerungen gegeben habe oder daß er( v. Stüngner) selbst die Erlaubnis erteilt habe, sich auf ihn als Gewährsmann zu berufen. * Wie aus guter Quelle verlautet, beabsichtigt die Reichsregierung, die ebergangsfrist zwischen der Genehmigung der neuen Handelsverträge und ihrer Inkraftsetzung auf drei Monate zu bemessen. Der Deutsche Handelstag hat be fanntlich auf seiner eben abgehaltenen Hauptversammlung im Interesse von Handel und Industrie eine Uebergangsfrist von einem Jahre verlangt. * O Eine Versammlung von Vertretern deutscher Handels. fanimern, die in Berlin soeben tagte, hat nach längerer De hatte eine Resolution angenommen, die der Frage der Herabsetzung der Eisenbahntarife im Interesse der heimischen Gütererzeugung gilt. Bekanntlich liegt dem preußischen Abgeordnetenhause ein Antrag Dr. Friedberg- Frhr. b. Zedlitz vor, der eine solche Tarifermäßigung fordert. In der Resolution wird verlangt, daß der Eisenbahntarif und die Wasserfrachten in Verbindung mit einander gebracht werden sollen, um auf eine planmäßige Herabminderung der gejamten Beförderungskosten hinzuwirken. Als ein Mittel zur Erreichung dieses Zweckes wird gefordert, daß in den Bezirkseisenbahnräten eine verstärkte Vertretung der Binnenschiffahrt gesichert wird. Auch ein weiterer Antrag, daß auch bei den Beratungen der Stromschifffahrtskommissionen die Eisenbahnverwaltungen vertreten jeien, wo es sich um Fälle einer gemeinschaftlichen Wirksamkeit der Binnenschiff ihrt und der Eisenbahn handele, fand die Zustimmung der Versammlung. * Die Bestrebungen zugunsten der Gründung eines ,, Allgemeinen deutschen Arbeitgeberverbandes", zu dessen Begründung der„ Centralverband deutscher Industrieller" im Verein mit verschiedenen anderen Verbänden zusammen. getreten war, scheinen gescheitert zu sein. Die Schuld daran wird dem erwähnten Centralverband beigemessen. Er hatte im Gegensatz zu den Beschlüssen der Allgemeinen In dustriellenversammlung vom 17. Januar ds. s. verlangt, daß ihm der Vorsitz und die Geschäftsführung des Arbeitgeberverbandes übertragen werden sollte. Damit sind die anderen Industriellenverbände nicht einverstanden, und sie wollen sich an dem von dem Centralverband geplanten Vorgehen nicht beteiligen. * * Der vom preußischen Finanzminister angekündigte Gesetzentwurf betr. die Anlegung der Sparkassenbestände legt den Sparkassen nahe, daß sie bei der Anlegung ihrer Bestände den Gesichtspunkt der Liquidität im Auge behalten sollen. Als Mittel der Liquiderhaltung sei die Anlage von Ka pitalien in Inhaberpapieren anzusehen. Diese inüsse mehr als bisher von den Sparkassen gehandhabi werden. Die Anlage der Sparkassengelder in solchen Papieren soll übrigens nur für die Zukunft verlangt werden; die bisher gemachten Anlagen sollen bestehen bleiben. * n Bromberg hat sich ein aus Personen aller Stände zusammengesetzter Ausschuß gebildet zur Vorbereitung der Gründung eines deutschen Nationalschatzes für die Ostmart behufs Förderung des Deutschtums, speziell des Handwerks, der kleinen Gewerbetreibenden und des Kleingrundbesizes. Der Nationalschat soll durch freiwillige Beiträge und Sammlungen aufgebracht werden. * * Der Verein für Schulreform hat auf seiner socben in Berlin abgehaltenen Hauptversammlung eine Resolution einstimmig angenommen, in der der Reichskanzler ersucht wird, dahin zu wirken, daß auch die Abiturienten der deutschen Oberrealschulen au den ärztlichen Prüentlaffen werden, feine Schuldlosigkeit ist an den Tag geCommen heim Das weiß ich nicht, die Sache muß einstweilen noch geAh, und wer ist der Dieb?" bitten barben. intereffiere mich für die unglückliche Familie, die Gerne gewährt, wenn du es wünschest!" Also strenge Diskretion, Alfred, wenn ich Na, fchicken. wir diesen Triumph gern, sie hat unserer gnädigen Tante, der Baronin v. Uns macht der Abschied von der Residenz feinen Summer, Um so beffer, dann brauche ich's nicht zu wiederholen. Alfred fagte es mir schon." geschichte verziehn worden ist unter der Bedingung, daß dann komm' mit, wir wollten soeben zu vir vin Du weißt wohl noch nicht, daß mir die DuenGagern, gömmen Son fin ferbit Sen Pürzeren ziehen ming nur nicht bedacht. man Froinen Per rechte Ernst. Streiche Jahrhundert ein Richter, der wegen seiner schlimmen Nach einer Volkssage von Ernst Bach. In der alten Stadt Berblingen im Thüringenschen lebte ( Nachdruck verboten.) Streiche in üblem πtufe ſtand. Becher, ging n Fura Er war bestechlich, ein wüster Cirche Imrichtigs: heute auf dem Markt zu Berblingen bekommt wirklich a II e s, was man zum Teufel minscht? wirklich der Teufel. Da gibt's oft viel einzuheimſen." Anes," entgegnete der Satan mit Nachdruck, was man Denkt Euch, nach einem uralten Recht bekommt alles, was man Das läßt sich denken!" rief der Richter lachend und Ihr zum Teufel wünscht", ,, D," erwiderte der Teufel ,,, das ist eine feltsame Geschichte. Tungen zugelassen werden. Aus den Verhandlungen dürfte folgende Angabe besonders interessieren. Die Zahl der Reformsch I en beträgt heute 76, die Zahl der Reformgymnasien hat sich in den letzten sechs Jahren von 71 auf 107 gehoben. Von den neuen Berechtigungen machen die Abiturienten fleißig Gebrauch: In der juristischen Fafultät waren bereits 195 Realgymnasiasten und 40 Oberrealschüler immatrikuliert, in der medizinischen 108 Realgymnasiasten; klassische Philologie und Deutsch studierten 50 Realgymnasiasten und 15 Oberrealschüler. Durchaus bewährt haben sich die Universitätskurse im Lateinischen und Griechischen. Sehr interessant war folgende amtliche Statistik. Danach sind in Preußen von 1900-1903 gestiegen: Die Zahl der Gymnasiasten von 287 auf 299, die der Progymnasien von 7 auf 59, die der Realgymnasien von 78 auf 82; zurückgegangen sind die Realprogymnasien von 28 auf 26; vermehrt haben sich die Oberrealschulen von 31 auf 42, die Realschulen von 140 auf 152. Im Ganzen sind die höheren Lehranstalten von 640 auf 679 angewachsen; die Gesamtzahl der Schüler stieg von 153 685 auf 174 603. Davon entfielen auf die humanistischen Anstalten 1900 58 Prozent, 1903 56 Prozent, auf die Latein treibenden Rcalanstalten 15 Prozent in beiden Vergleichsjahren; auf die lateinlosen Realanstalten 1900 27 Prozent, 1903 29 Prozent. Oesterreich- Ungarn. Angesichts der Uebergriffe der Magharen gegen die deutsche Bevölkerung Ungarns beginnt sich unter dieser eine starke Auswanderungsbewegung geltend zu machen. Dieser Tage sind aus dem Dedenburger Komitat vierzig Bauernjamilien nach Deutschland ausgewandert. Die Auswanderer, zumeist besser situierte Weinbauern, wurden von der preußischen Regierung in Ostdeutschland angesiedelt. Fine Propaganda zur weiteren Auswanderung der Deutschen in dieser Gegend nach der deutschen Ostmark wird vorbereitet. Spanien. Die bevorstehende Reise des Königs Alfons nach Ka taIonien bildet gegenwärtig in Spanien das Tagesgespräch. Man befürchtet feindliche Kundgebungen separatistischer Elemente, namentlich verspricht man sich von dem Aufenthalt des Königs in Barcelona wenig Gutes. 200 Gendarmen sind zur Verstärkung nach Barcelona beordert worden. Auch der Kreuzer Rio la Plata", das Kanonenboot ,, Temerario" und der Aviso„ Giralda" haben sich nach Barcelona begeben. 32 Verdächtige wurden in Barcelona fest genommen. Die Polizei sucht alle in Barcelona anlangenden Dampfer ab, um die Ausschiffung Verdächtiger zu verhindern. Bei der Festvorstellung im Liceo- Theater werden die oberen Galerien ausschließlich von Vertrauensleuten der Regierung besetzt sein. Es verlautet, daß die republikanischen, katalanistischen und karlistischen Studenten die Absicht haben, Sympathiekundgebungen monarchistischer Studenten zu Ehren des Königs zu hintertreiben. Das kann ja recht niedlich werden. Türkei. Sultan Abdul Hamid hat die hochweisen Diplomaten der Mächte nun doch auf den Pfropfen gesetzt: Mit seiner hartnäckigen Verschleppungstaftik in der mazedonischen Reformfrage hat er erreicht, daß die Mächte nachgegeben haben! Statt der 60 fremden Offiziere, deren Anstellung zur Durchführung der Reform der mazedonischen Gendarmerie von den Mächten gefordert wurde, wird die Pforte mit Zustimmung der Botschafter nur 30 Offiziere anstellen. Mazedonien soll in Zonen eingeteilt werden: Der Zonenchef jeder Zone würde im Einverständnis mit dem türkischen Adlatus ausschließlich die Kommandogewalt, alle übrigen fremden Offiziere nur das Recht zur Berichterstattung haben. General de Giorgis, der Oberkommandant der Gendarmerie, würde gewissermaßen der Mittelsmann oder Puffer zwischen dem Yildiz- Palais und den Botschaften sein. Eine angenehme Aufgabe! Amerika. Gegen die Anarchisten macht jetzt auch die Union schärfer als bisher Front. Im Senat soll demnächst eine Gesetzvorlage, die für Attentate gegen den Präsidenten, gegen höchste Bundesbeamte und fremde Diplomaten die Todesstrafe festsetzt, eingebracht werden. Erfreulicherweise zeigen die Deutschen in den Vereinigten Staaten immer mehr das Bestreben, ihr Deutschtum auch in der neuen Heimat nicht untergehen zu lassen. Im Washingtoner Repräsentantenhause brachte Bartholdt( Missouri) eine Bill ein, wonach der, Nationalen Deutsch- Amerikanischen Allianz", die 1 500 000 Mitglieder zählt, Korporationsrechte verliehen werden sollen. Auf der Weltausstellung in St. Louis sollte diesmal auch eine eigene Burenkriegsausstellung vorgeführt werden. Infolge eines Einspruches des britischen Botschafters in Washington hat jetzt die Leitung der Weltausstellung in St. Louis die Konzession für die Burenfriegsausstellung zurückgezogen. Der Botschafter erhob gegen Vorführungen aus dem Kriege Einspruch, weil seiner Ansicht nach die Wiedergabe gewisser" Schlachtszenen die britische Armee lächerlich zu machen bestimmt war. Wenn die britische Armee sich nicht selbst in Transvaal lächerlich gemacht hätte, wie sollte eine Kriegsausstellung sie lächerlich machen? Hof und Gefellschaft. ** Der Kaiser verläßt heute an Bord der„ Hohenzollern" Neapel und geht nach Gaëta meiter. Gestern vormittag begab er sich an Bord des Flaggschiffes„ Sicilia" des italienischen Vizeadmirals Morin, hierauf auf den Panzerfreuzer„ Varese" und endlich auf das Panzerschiff„ Emanuele Filiberto", besichtigte die drei Schiffe und bedachte die Kommandanten und die ersten Offiziere mit Ordensauszeichnungen. Zur Begleitung des Kaisers hat sich auf der Hohenzollern" bis auf weiteres Geheimrat Professor Kehr eingeschifft. Inzwischen sind die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm und Oskar in strengstem Inkognito nach Neapel abgereist, um dort an Bord der Hohenzollern" zu gehen und gemeinsam mit ihrem kaiserlichen Vater das Osterfest zu verleben. Ueber den weiteren Verlauf der Kaiserreise verlautet, daß der Kaiser Malta, Katania, Messina, Brindisi und Bari besuchen und dann nach Abbazia reisen werde, wo ein zweitägiger Aufenthalt vorgesehen ist und wo Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef zusammentreffen werden. Am 2. Mai d. J. wird die Rückkehr des Kaisers erfolgen. An diesem Tage, als am Tage der Schlacht von Groß- Görschen, wird einer alten Tradition gemäß, die Besichtigung der Bataillone des ersten Garde- Regiments zu Fuß in Potsdam durch den Monarchen stattfinden. *** Der Großherzog von Oldenburg, der auf ber Rückreise von New York in Plymouth den Lloyddampfer „ Kaiser Wilhelm II." verlassen hatte und an Bord des von der Auslandsreise Heimkehrenden Schulschiffes Großherzogin Elisabeth des deutschen Schulschiffsvereins gegangen war, um dasselbe als Protektor des Schulschiffsvereins auf der Fahrt nach der Weser zu besichtigen, ist gestern in bestem Wohlsein in Bremerhaven eingetroffen. Aus dem Gerichtsfaal. § Der Bock als Gärtner. Vor dem Kriegsgericht der 9. Division in Glogan hatte sich ferner der Unteroffizier Wilhelm F. von der 2. Kompagnie des Infanterieregiments Str. 58 wegen einer ganzen Blumenlese von Strafdelikten zu verantworten. Es wurden ihn zur Last gelegt: Unterschlagungen in 20 Fällen, Anborgen von Untergebenen in 30 Fällen, Mißbrauch der Dunstgewalt in 25 Fällen und Beleidigung eines Untergebenen und Betruges in je einem Halle. Der Angeflagte war gestandig. Er wurde wegen Bemuges in 16. Unterschlagung in 5, Mißbrauchs der Dienstgewalt in mindestens 85 Fallen, sowie Beleidigung eines Untergebenen zu insgesamt mein Jahr Gefängnis, Degradation und Versetung in die zweite Klasse des Soldatenstandes verurteilt. F. ist nach Ansicht des Gerichts auch noch dringend verdächtig, einen seiner Kompagnie angehörenden Musketier S. zu einem Einbruchsdiebstahl in die Kantine angestiftet zu haben. § Ein jugendlicher Totschläger katte sich in der Person des kaum 17jährigen Handarbeiters Rose aus Kröstau vor der Strafkammer in Plauen i. V. zu verantworten. Der Angeklagte wurde beschuldigt, im Dezember v. Is. eine 62jährige Semmelausträgerin in der Nähe von Kröstau in räuberischer Absicht überfallen zu haben, indem er ihr zurief: „ Das Geld her, oder ich schlage dich Luder tot!" Als die alte Frau Hilferufe ausstieß, schlug sie der Unhold mit einem starken Eichenfnüttel zu Boden und schnitt der Bewußtlosen die Geldtasche ab. Einige Tage später verstarb die Ueberfallene an den Folgen der erlittenen Hiebverlegungen. Der Nebeltäter, der bald darauf verhaftet wurde und ein offenes Geständnis ablegte, konnte wegen seines jugendlichen Alters nicht dem Schwurgericht überwiesen werden. Die Straffammer verurteilte ihn zu insgesamt zehn Jahren Gefängnis. Nab und form, Zu den Lütticher Bombenattentaten wird weiter ge meldet: Der nach dem ersten Bombenanschlag von Lüttich Jer schwundene französische Anarchist Albert Philippe wurde bel seiner Muter in der Passage Rodier zu Paris verhaftet. In einer ihm vorgelegten Photographie Lambins erkannte er sofort seinen Lütticher Genossen wieder. Es ist fast zweifel. los, daß Philippe an der Herstellung der Bombe für das Laurentsche Haus teilgenommen hat; da er jedoch fran zösischer Untertan ist, wird seine Auslieferung nach Belgien nicht erfolgen. Lambion, Gudefin, Boutet und Thomar wurden genauen anthropometrischen Aufnahmen unterworfen. Die Vergangenheit Gudesins ist noch nicht ganz klar. Er wohnte früher in Clichy, und zwar angeblich als Färber, wurde im vorigen Jahr bei den französischen reitenden Jägern eingestellt, desertierte aber schon nach acht Tagen und erhielt von seinen anarchistischen Genossen Geld zur Flucht nach England. Er wandte sich jedoch nach Belgien. Lambin war seinerzeit Gehilfe bei einem Drogisten. Der bisherige Verlauf der Untersuchung hat wieder einmal bewiesen, von welcher Bedeutung es für die allgemeine Sicherheit ist, daß die Vorschriften über die An- und Abmeldung auch nur vorübergehend an einem Orte sich aufhaltender Fremden streng gehandhabt wird. Königinnen in der Volksküche. Königin Alexandra von England und Prinzessin Viktoria mit Suite erschienen dieser Tage unangemeldet in einer Volksküche in Ostend und dejeunierten für je vierzig Heller. Gleichzeitig meldet man aus Rom: Königin Elena und Prinzessin Viktoria nahmen infognito in der Volksküche einen Imbiß. Die hohen Göste berausgabten zusammen 45 Centesimi und, nachdem sie ihr frugales Mahl mit sichtlichem Appetit verzehrt hatten, ließen sie den Leiter der Anstalt zu sich berufen, gaben sich zu erkennen und drückten ihm ihre besondere Zufriedenheit über die schmackhafte und reinliche Zubereitung der Speisen ars. Erdbeben in Mexiko. Wie über New York gemeldet wird, haben in Mexiko zweitägige starke Erdbeben stattge= funden, anscheinend infolge der Tätigkeit des Vulkars Tolima, unweit dessen der Eigentumsschaden erheblich ist. § Ein sensationeller Mordprozeß nahm in Paris seinen Anfang. Ein gewisser Fred Greuling ist angeklagt, im Hotelzimmer die Schauspielerin Popesco erschossen zu haben, nachdem diese vermutlich den Entschluß fundgegeben hatte, das kurze Verhältnis zwischen ihr und Greuling zu lösen und den gemeinsamen Bekannten über Greulings Hochstaplermanieren die Augen zu öffnen. Auf der Zeugenbank sitt unter anderen Gregoriya Popesco, die Schwester der Ermordeten, welche, furchtbar erregt, gegen den Angeklagten als erste Belastungszeugin vernommen wurde. Greulings Angabe, Fräulein Popesco habe Selbstmord begangen, wird bornehmlich durch die Tatsache entkräftet, daß eine Nagelfeile in ihrer rechten Hand aufgefunden wurde. Sie ist aber nachweisbar nicht linkshändig gewesen. Greuling iſt ſorgfältig Jefleidet. Sein Verteidiger ist Henri Robert. Abgelehntes Gnadengesuch. Der Hauptmann Falk von Schröter vom 107. Infanterieregiment in Reipzig, der im Beisigwalde bei Chemnitz den Leutnant Schubert aus Dresden im Duell durch einen Schuß in die Brust tötete und vom Kriegsgericht zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt worden war, sollte vom Könige von Sachsen begnadigt worden sein. Wie jetzt bekannt wird, ist diese Nachricht unzutreffend. Der Verurteilte hatte zwar ein Gnadengesuch eingereicht, dieses ist jedoch vom König abschläglich beschieden worden. Eifersuchtsorama. In Wolfenbüttel hat sich eine blutige Tragödie abgespielt. Der dortige Lehrer Grimm schoß aus den Kreiserefutor Kutschenreuter, der gerade von der Hochzeit seiner Tochter zurückkehrte, und verwundete ihn tödlich. Die Tat erfolgte aus Eifersucht gegen Kutschenreuter. Grimm beging gleich darauf Selbstmord. Die Bestepidemic in Indien nimmt wahrhaft furchtbare Dimensionen an. Wie aus Bombay gemeldet wird, raffte die Seuche in dieser Provinz in der letzten Woche vierzigtausend Menschen fort, 10 000 mehr als in der Woche vorher. Die Scheiterhaufen brennen Tag und Nacht. In Bombay selbst nahm die Sterblichkeit ab. Das heiße Wetter, vor dem die Pest zurückgeht, hat jedoch jetzt eingesetzt. Die Bevölkerung nimmt die Situation mit orientalischer Gleichgültigkeit auf. - Kunft und Wiffenfchaft. FD. Henrik Ibsen erhielt anläßlich seines 76. Gebur tages Gratulationen aus allen Gegenden der Welt. alte Dichter befindet sich auf dem Wege der Besserung, ab jede fernere Produktion Ibsens muß jetzt als definitiv ob schlossen betrachtet werden. Sein Zustand erlaubte ihm, be sönlich einige Gratulanten zu empfangen. pi RB. Ein Dichtergrab als Nationaleigentum. Infolge w Gerüchten, daß das Grab Heinrich v. Kleists, das sich Wannsee an der Stelle erhebt, wo er sich selbst den Tod' infolge von Parzellierungen zerstört werden sollte, erfar jetzt der Besitzer des Terrains, Prinz Friedrich Leopold Preußen, daß er die Grabstätte dem deutschen Volk Geschenk mache. 101 OL. Ghrung deutscher Wissenschaft in Amerika. In Chico fand zu Ehren der dort zum Besuch eingetroffenen deuti Professoren Ehrlich, Kohler, Meyer, Delbrück und Herman welche Ehrengäste der Chicagoer Universität sind, im größt Auditorium ein Empfang statt, dem alle bekannten Deutsc von Chicago und Milwaukee beiwohnten. 600 Sänger und 100 auserlesene Turner wirkten mit. Der Lehrkörper r Universität geleitete die Ehrengäste auf die Bühne. Pr Lutting hielt die Eröffnungsrede. Der Festpräsident Rube betonte, die amerikanischen Hochschulen erkennten freudig Führerschaft Deutschlands auf dem Gebiete der frei Forschung an. Die für ihre Ideale kämpfenden Deuts Amerikaner jubeln denn auch heute dem Genius der deutschen Forschung zu, dem der Lorbeer der amerikanischen An fennung aufs Haupt gedrückt werde. Professor Hohlfeldt bon der Wiskonsiner Staatsuniversität erblickte in den da Ehrengästen von der Chicagoer Universität dargebrachta Huldigungen ein verheißungsvolles Anzeichen der kräftiga Entwickelung des höheren geistigen Lebens in Amerika. Lokales. 29. März 1904. Nationaler Gesangswettstreit. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst ge ruht, dem Maschinenbauer- Gesangberein zu Gießen für den von ihm veranstalteten Nationalen Gesangswett streit einen Ehrenpreis zu stiften. * ** Standgericht. Der Musketier Zags der 2. Komp Inf. Regts.„ Kaiser Wilhelm" Nr. 116 wurde wegen Achtungsverletzung, Gehorsamsverweigerung zu 21 Lagen strengen Arreft verurteilt. ** Die von dem Eisenbahnfiskus im Stadtwalde bei Melsungen für den Aufenthalt von Eisenbahnbeamten bestimmte große Lungenheilstätte wird im Laufe des nächsten Monats fertiggestellt werden. Die Bauzeit hat nahezu zwei Jahre betragen. Die Einweihung des Gebäudes wird voraussichtlich noch im Monat April ge schehen können. * Die Einweihung und Eröffnung der Bahnstrecke Buzbach- Lich hat gestern am 28. März in ent sprechend feierlicher Weise stattgefunden. Der nachmittags 3.20 Uhr von Lich abgehende fahrplanmäßige Zug, als Sr öffnungszug bestimmt, wurde auf den Stationen von den aufgestellten Vereinen, der Schuljugend und der Ortsbevöl ferung begrüßt. Die im Zug mitgeführte Hanauer Ulanenkapelle spielte. Außerdem haben die einzelnen Gemeinden an den Bahnhöfen Brezein an die Schuljugend verteilen lassen. Nach Ankunft des Zuges in Buzbach fand Festessen statt. *** Der Schießplaz für das 18. Armeekorps zwischen dem Dhm- und dem Lumdatal in der Gegend von Homberg tam im Marburger Kreistage auch zur Sprache. Kreistagsmitglied Forstmeister Wolff gab an, daß die Verwirklichung des Projekts an den hohen Kosten scheitern könne, da bei der Anlage des Schließplag- s die beiden Ort schaften Wermertshausen auf der preußischen Sette und Rüddingshausen auf der Darmstädter Seite verschwinden müssen. ** Die Land poftfahrt Grüningen- Gießen wird vom 1. April ab wie folgt verkehren: 600 ab Grüningen, an 1020, 635 ab Steinberg, an 945, 735 an Gießen, ab 84. ** Der deutsche Feuerwehrtag, der bereits in vorigen Jahre in Mainz stattfinden sollte, aber vertagt werden mußte, wird nunmehr in den Tagen des 11.- 13. Septemb dort abgehalten werden. * Zur Beachtung für Gewerbetreibend Das Verwaltungs-( Etats, Rechnungs-) Jahr der Staatsund Kommunal- Behörden schließt mit dem 31. März d. I. Es müssen eshalb die Rechnungen jetzt eingereicht werden, worauf wir die Gewerbe- und Handelstreibenden aufmertsam machen. *** In der ersten Sißung des Denkmalrates für das Großherzogtum Hessen, welche fürzlich in Darmstadt stattfand, wurden 3 ständige Ausschüsse, für jede Provinz ein Ausschuß, gewählt, welche die Beschlüsse des Denkmalrates vorzubereiten oder eventuell die an sie überwiesenen Angelegenheiten endgültig zu erledigen haben. In den Ausschuß für Oberhessen wurden gewählt die Herren Prof. Sauer- Gießen, Prof. Walbe, Prof. Kaußsch, Seh. Oberbaurat Hoffmann und Graf von Schlitz gen. Goerg. Etwa 120-150 Bauwerfe, welche in Privatbesiz sind, sollen in allernächster Zeit unter das Denkmalschutzgefeß gestellt werden. ** Die unter dem Protektorate des Prinzregenten Luitpold von Bayern in diesem Jahre stattfindenden Bühnenfestspiele in Bayreuth umfassen: Parsifal, der Ring des Nibelungen und Tannhäuser. Die Spielzeit dau ert vom 22. Jult bis 20 August. ** Bei der in Kürze erfolgenden Austeilung der Steuerzettel fommt es wieder vor, daß Personen, denen der Steuerbetrag zu hoch erscheint, einfach die Annahme des Zettels verweigern, oder letzteren in einem Umschlage an das Großh. Steuerfommissariat senden in dem guten Glanben, daß dadurch eine Herabseßung des Steuerbetrags bewirkt würde. Diefe Steuerpflichtige Erhalt des Ste Steuerfommiffa unrichtige Rla Um u hat die Vereinig in Siegen zu ein fen. Als zwei und Ma tigung anboten und mar der Ware tigung liteit fei, fauft deffen Inneres daß die Polster spänen bestand. ausgestellt r + Krofd hierfelbft in größere Nub fterei Arofdorf besonders waren daß durchweg dem großen Au erfchwert bei fol Solzbedarf zu be die ftarte Kontor fehr erschweren. = Kinzenbe bem 100jährigen hier zur Gründun verein hat sich zählt derfelbe Verein bisher trog vielfacher beitrat. In sei tage ift nun hie Stimmenmehrhei zum Deutschen F § Lolla, 2 der sich ebenfalls wird, entfaltet z der Verein in di :: Lollar, fcheute bei der der mit 4 Kälber auf den Markt und rannte mit Kälber flogen Glücklicher Wei abgelaufen, au alles mit heiler III. Bi Alle Nummern, 42 232 611 35 79 847 [ 400] 237 308 5033 21 7048 538 616 [ 1000] 9088 10221 5 97 775 815 1 13403 59 66 65 15042 48 [ 400] 678 725 18023 211 303 20027 84 [ 400] 996 220 809 925 24183 25074 3 73( 409) 78 93 96 29203 59 30077 32123 208 52 643 57 792 93 35048 547 767[ 400 [ 3000] 43 45 40221 14[ 400] 661 121 770 441 45123 [ 400] 47031 91 594 885 9 50056 [ 1000] 779 8 53063 72 314 704 65[ 400] 55312 57305 416[ 10 526 44 78 829 60084 2 65004 31 116 246[ 1000 354 400] 57 82 400 6407 878 79 935 67 852 69086 103 70410 568 442 76[ 400] 80 75079 25 400 995 7710 98( 1000) 578 68 21( 1000) 80061 24 [ 400] 82153 2 499 505[ 1000] 350 77 91 85105 7 608 52 87063 71[ 400] 893 90118( 1 92035 155 277 986 94034 14 97861 953 140 95052 3 fenfchaft. ich feines 76. G enden der Welt Bege der Beijerung Bjezt als definitio tand erlaubte i angen. Leigentum. Infol b. Kleists, das sich selbst den t werden sollte, 3 Friedrich Leopo em deutschen Vol in Amerika. In C eingetroffenen de Delbrück und Her iversität find, im g alle bekannten De würde. Dieser Gedanke ist irrig, und es ist nur jedem Steuerpflichtigen zu raten, innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerzettels schriftlich oder mündlich bei Großh. Steuerfommissariat zu reflamieren, insofern er glaubt, in die unrichtige Klasse eingeschäßt zu sein. * Um unlauterer Konkurrenz zu begegnen, hat die Vereinigung der Sattler, Polsterer und Dekorateure in Siegen zu einem drastischen und wirksamen Mittel gegrif fen. Als zwei Fachgenossen Polstermöbel in prima Anfertigung und Material" zu gerade staunend billigen Preisen anboten und man sich sagen mußte, daß eine reelle Anfertigung der Ware zu solchen Preisen ein Ding der UnmögLichkeit sei, faufte man jedem der Inserenten einen Divan, dessen Inneres man genau untersuchte. Hierbei fand man, daß die Polsterung aus Papier, Lumpen und Sägespänen bestand. Diese Möbelstücke sind nun öffentlich aus gestellt worden. Das wird genügen. onten. 600 Sänge it. Der Lehrförpe auf die Bühne. Der Festpräsident Len erfennten freud em Gebiete der ale tampfenden Dem Genius der der er amerikanischen Professor Hohlfell erblickte in den niversität dargebr Anzeichen der fra Lebens in Amerif 29. März 19 gswettstreit. + Krofdorf, 28. März. Die am vorigen Samstag hierselbst in der Freundschen Gastwirtschaft anberaumte größere Nuz holzversteigerung der Königl. Oberförsterei Krofdorf war über alles Erwarten stark besucht. Ganz besonders waren viele auswärtige Holzhändler erschienen, sodaß durchweg recht hohe Preise erzielt wurden. Ja troß bem großen Ausgebot wird es den kleineren Handwerkern erschwert bei solchen großen Versteigerungen ihren geringen Holzbedarf zu decken, wie überhaupt die hohen Preise, welche die starke Ronkorenz mit sich bringt, ihnen ihr Handwerk sehr erschweren. = Kinzenbach, 28. März. Am 22. März 1897 als dem 100jährigen Gebutstage Kaiser Wilhelm I. fam es hter zur Gründung eines Kriegervereins. Der Kriegerberein hat sich so ziemlich auf gleicher Stärke gehalten und Jedoch nahm der zählt derselbe z. 8t. 56 Mitglieder. Verein bisher eine gewisse Sonderstellung ein, indem er trots vielfacher Anregung nicht einmal dem Kreiskriegerverband beirat. In seiner Gewerbeversammlung am vorigen Sonntage ist nun hier in Bandlung geschaffen und mit großer aben allergnädig Stimmenmehrheit wurde der Beitritt zum Kreis- und somit gberein zu Gie tionalen Gefang Mustetier Bags Nr. 116 wurd igerung zu 21 fistus im Stadt alt von Eisenba nheilstätte wird i zum Deutschen Kriegerbund beschlossen. Der Gesangverein Liedertafel", § Lollar, 28. März. Der Gesangverein Liedertafel", der sich ebenfalls an dem Gesangswettstreit in Gießen beteiligen wid, entfaltet zur Zeit eine rege Tätigkeit. Hoffentlich kehrt der Verein in diesem Jahre preisgekrönt heim. :!: Lollar, 28. März. Heute morgen gegen 11 Uhr schaute bei der Wellersburg das Pferd eines Viehhändlers, der mit 4 Kälbern auf dem Wagen von Daubringen fommend auf den Markt nach Gießen wollte, vor einem Automobil und rannte mit diesem zusammen; der Fuhrmann und die Kälber flogen vom Wagen und bildeten einen Knäuel. Friedberg, Im Beisein des Kreisrats Fey und des Bürgermeisters Stahl tagte eine Generalversammlung des Bürgervereins, in welcher über das Projekt verhandelt wurde, für Friedberg und Bad- Nauheim ein gemeinschaftliches Elettritätswert, Schlachthaus, Volksbad und eine elektrische Bahnverbindung zu errichten. Die Versammlung, welche von über 300 Personen darunter auch Nauheimern besucht war, nahm einstimmig eine diesbezügliche Resolution des Rechtanwalts Windecker an. ** Butzbach, 29. März. Unser Bataillon rückt am 7. April zum Bataillonsererzieren nach Griesheim. Heute fand die Besichtigung der einzelnen Kompagnien des Bataillons statt. = Frankfurt a. M. Der Theaterbrand in Chicago hat die hiesige Feuerpolizei veranlaßt, daß am Opernhause die Erhöhung der Feuersicherheit vorgesehen werden muß. Die dadurch erforderlichen baulichen Veränderungen erfordern nahe eine halbe Million Mark. = Wiesbaden. Wie bestimmt verlautet, trifft der keiten der neuen Rheinbrücke beizuwohnen. Kaiser Ende April hier ein, um den Eröffnungsfeierlichder„ F. G.-A." meldet, die beiden Brüder, der Schreiber (:) Darmstadt, 28. März. Heute Nacht gerieten, wie Friedrich Hofmann und der Schlosser Heinrich Hofmann, welche noch ledig sind und bei ihrer Mutter wohnen, auf dem Nachhausewege in Streit, der sich in der Wohnung fortsetzte und wobei der Schreiber Friedrich Hofmann seinem auf ihm knieenden Bruder Heinrich durch mehrere Messerstiche schwere Verlegungen im Unterleib beibrachte, so daß an dessen Aufkommen gezweifelt wird. Der Messerheld ist verhaftet. Der Verletzte befindet sich im Krankenhaus. Marttberigte. Gießen, 29. März Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 1.00-1.10 M., Hühnereler 2 Stück 12-14 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Baar Mt. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mr. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stid 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per fd. 62-68 Bfg. Schweinefleisch per fb. 60-72 Big. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.76 Vis, Kalbfleisch ver Bfd. 62-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfa.. Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit vo n 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 563 Ochsen, 60 Bullen, 911 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 471 Kälber, 238 Schafe und Hämmel, 1868 Schweine, 3 3iegen, 14 3iegenLämmer. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige ausfellt werden. the Bar Glücklicher Weise ist die Kollision noch einigermaßen gut gemäſtete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren mit. 70-73, b 1. Die Einweihung d im Monat April röffnung der am 28. März en. Der nach nmäßige Bug, alb Den Stationen von end und der Ortsbe führte Hanauer Wann Die einzelnen Gemeinden e Schuljugend verteile Buzbach fand Festes Das 18. Armeekor atal in der Gegend Stage auch zur Sp gab an, daß die hohen Kosten f plages die beiden preugischen Seite er Seite verfg üningen- Gieße ren: 600 ab Grinin 735 an Gießen, ab 85 rtag, der brits im Ite, aber vertagt werden des 11.- 13. Septemb ewerbetreibend 93-) Jahr der Staatst dem 31. März d. S. jezt eingereiht werden, ndelstreibenden aufmert Des Denfmalrates effen, welche fürzlich indige Ausfüffe, für welche die Beschlüff eventuell die an fie zu erledigen haben wurden gewählt di Balbe, Prof. Kaupf f von Schlitz gen wwelche in Privatbe И abgelaufen, außer Beschädigungen an den Fuhrwerken ist alles mit heiler Haut davongekommen. III. Seffisch- Thüringische Staatslotterie ( Mitteldeutsche Staatslotterie) Biehung VI. Klasse.( 16. Tag) 28. März 1904. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 65 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 60-63, d) gering genährte jeden Altecs Mt.-. Bullen: a) vollfleischige Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mark gezogen. ( Ohne Gewähr.) 42 232[ 400] 312 517 797 851 951 1023 55 174 331 433[ 400] 524 6:11 35 79 847 53 2029 236 70 307 57 624 722 99 3180 512 622 78 4134 +400] 237 308 411 574 5033 215 410 23 91 6012 18[ 1000] 53 183[ 1000] 889[ 400] 909 7048 538 616[ 3000] 729 916 45 88 8059 184 273 349 473[ 400] 808 62 [ 1000] 9088 91 217 66 336 572[ 400] 76 87 775[ 400] 865 979[ 400] 82 10221 55 307 18 37 439 630 54 62 803 8 911 68 11161 468[ 1000] 97 775 815 12441 517 54 99 662[ 3000] 91 749 855 76 937[ 400] 49 13403 59 66 650 836 14453 520 637[ 3000] 66 942[ 400] 15042 48 224[ 400] 818[ 1000] 25[ 1000] 16033 154[ 400] 597 [ 400] 678 725[ 400] 869 913[ 1000] 17019[ 400] 451[ 400] 578 938 46 18023 211 30 34 620 880 967 19738 802 50 975 20027 84[ 1000] 291 95 342 461 546 750 941 21164 237 305 887 [ 400] 996 22042 73 251 92 400 94 676 729 23258 90 97 594 96[ 1000] 8009 925 24183 238 380[ 400] 549 681[ 400] 726 77 880[ 400] 986 25074 340 503 780 26070 368 537[ 400] 915 27053 134 324 450 73[ 400] 78 932 81 28033 248 329 58 69[ 400] 538 61[ 400] 759 93 914 29203 59 371 419 572[ 400] 641 750 89 92[ 1000] 857 963[ 1000] 30077[ 400] 836 31047[ 400] 61 112 28 302 422[ 1000] 700[ 3000] 32123 208 525 606[ 1000] 63 68 798 33155[ 1000] 452[ 1000] 508[ 400] 643 57 792 93 34022[ 1000] 68 262[ 400] 344 720 957 35048[ 400] 121 89 223 48 84 447[ 1000] 735 858 981 36263 71 547 767[ 400] 37177 308 47 449 632[ 1000] 48 910 38216 332 97 426 [ 3000] 43 45 734 842 81 39151 287 379 400] 410 730 33 56[ 1000] 40221 34 518 799[ 400] 844 80 927 41130[ 400] 52 258 404 507 14[ 400] 661 791[ 1000] 847 42370 403 73 860 61[ 1000] 985 43022 121 770 44121 72 226 810 15 45123 78 226 336[ 400] 455 609[ 400] 46009 93 95[ 400] 401 [ 400] 47031 347 71[ 400] 435 532 772 860 48099[ 1000] 152 380[ 400] 91 594 885 928 49072 435 550 720 78 50056 196 364 414 556 94 710 51002[ 1000] 63 106 68 210 324 [ 1000] 779 831[ 1000] 968 52585 96[ 10001 669[ 400] 87[ 1000] 898 53063 72 314[ 1000] 587 674 905 46 54079 181 424 28[ 1000] 506 661 704 65[ 400] 842 60 55312[ 1000] 765[ 400] 56089 207 20 388 547 95[ 3000] 817 57 57305 416[ 1000] 89 708 997[ 400] 58097 280 85[ 1000] 394[ 3000] 451 526 44 78 829 910 13[ 400] 70 59137 275 598[ 1000] 855 76 60084 256 582 704 19[ 1000] 878[ 400] 93 957 99 61055 79[ 1000] 116 246[ 1000 60[ 400] 469 513 62 62167 69 204[ 1000] 11 74 400] 354 1400] 57 649 78 865[ 400] 934 63275 86 344 422 590 781 83 948 82[ 400] 64077[ 400] 97 162[ 1000] 206[ 400] 28 517 861[ 400] 963 65004 31 440 544 675 823 66142 275 302 423 559 74 738[ 1000] 74 873 79 935 67214 333 473 508 622 60 837[ 400] 66 933 68164 286 374 69086 103 210[ 1000] 15 502 723[ 10000] 913 852 r das Denkmalschut 21[ 1000] Prinzregenten La 70410 568 70 91 796 71060 663[ 1000] 83 999 72056 74 130 93 442 76[ 400] 805 73216 535 44 74079 184 239 311 539 696 793 896 994 75079 253 607 786 988 76013 423[ 1000] 56 65 97 696 777 819 400] 995 77101 71 275 402[ 1000] 64 726 90 78000 67 129 402 76 95 98[ 1000] 578 686 911 28 60 80 79008 41 115 395 518[ 400] 45 817 900 80061 246 400] 61 425 98[ 400] 638 64 81056 520 82 93 773 [ 400] 82153 227 461 71 553 698 785 849 929 83097 138 53[ 1000] 86 499 505[ 1000] 741[ 400] 93 84026 36[ 1000] 39 328 99[ 400] 542 611 85105 7 209 28 52[ 400] 346 622 875 913[ 400] 28 86247 396 608 52 87063 246 305 805 52 950 88094 223 77 369 487 507 691 864 11[ 400] 89313 587[ 400] 631 52 713 810 11 14[ 400] findenden Bühner 3500 77 91 n: Parsifal, der Ring ie Spielzeit da Austeilung de r, daß Perfonen, den infach die Annahme de einem Umschlage an de dem guten Glanb Steuerbetrags bei 90118 10001 55[ 400] 596 621 822 74 91191 245 598 750 893[ 400] 92035 155 277 348 507 93162 83 211 13[ 1000] 618 707 49 97 98 844 9806 94034[ 400] 35 144 58 239 309 97 509 35 79 628 752 95052 324( 1000] 132 538 650 51 936 64 96488 536[ 400] 736 924 97861 953[ 400] 58 98135 95 632 50 9122 35 525 965 Nächste Ziehung: 30. März 1904. staatl. tonz. Haupt- Kollekteur der Heff. Thüring.( Mitteld.) Staats- Lotterie. Richard Buchacker, Glessen. Neuen- Bäne 11. Niederlagen für Camma werden überall errichtet! Off. a. d. Exp. Flinker und sauberer Junge als Hausbursche für leichte Arbeiten sofort gesucht. Gießenee Benefte Nachrichten. Circa 10-15 Arbeiter für sofort gesucht. Meldungen auf dem Kieslagerplaz bei der Throm'schen Fabrik. Berkäuferin für ein Colonialwaren und Delikatessen- Geschäft zum alsbaldigen Eintritt gesucht. Off. erb. unt. 4086 a. d. Exp. dieses Blattes Hausbursche höchsten Schlachtwertes Mr. 61-63, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 58-59, c) gering genährte Mt. Fühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mr 60-62, b) bollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mt. 57-59, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mk. 44-46, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 41-43, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Maſt( Vollm.- Maſt) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 84-86 Pfg.( Lebendgewicht) 50-52 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber( Schlachtge= wicht) 76-82 fg.,( Lebendgewicht) 46-49 Pfg., c) geringe Saug= fälber 62-65 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und füngere Masthämmel 70-72 Pfg., b) ältere Masthämmel 60-64 Pfg., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 51 Pfg.,( Lebendgewicht) 40 Pfg. c) gering ent( Schlachtgewicht) 52 Pfg.,( Lebendgewicht) 41 Pfg., b) fleischige wickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 42-44 Pfg., Lebendgewicht, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, Kleinvieh gut, Markt geräumt. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. 2 landwirtschl. Knechte, 2 landwirtschaftl. Taglöhner, Es können eingestellt werden: 1 Schmied, 1 Spengler, 2 Holzbildhauer, 2 Möbelschreiner, 2 Bauschreiner, 1 Schneider, 1 Glaser, mehrere Arbeiter, 14 Dienstmädchen, 2 Laufmädchen, 2 Lauffrauen. Buchbinder, 1 Tapezierer, 2 Schreiner, 2 Drechsler, Lehrlinge: 2 Schlosser, 2 Installateure 2 3 Bäcker, 1 Metzger, 1 Friseur, 1 Schneider, 2 Schuhmacher, 2 Glaser, 1 Weißbinder und Lackierer. Es suchen Arbeit: 2 Schlosser, 1 Installateur, 1 Küfer, 3 Schreiner, 1 Flickerin, 1 Kassierer( fautionsfähig), 1 Buchhalter, 2 Fahrburschen, 1 Putzfrau, 3 Bureaugehilfen, 1 Wochenpflegerin. Berantwortlich: fur den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Der heutigen Nummer liegt eine Extrabeilage der Dampf- Kaffee- Rösterei H. Kaiser & Co. in Dülfen bei. Freibant. Heute und Morgen. Kuhfleisch 45 Bfg. Ochsenfleisch 54 Pfg. Der Verkauf des Fleisches findet Ein schön möbliertes Wohnund Schlafzimmer per 1. April zu vermieten. Morih Semmler, Gicßen, Wallthorstraße 15. Schöne Wohnung, ( 4 Zimmer), mitten der Stadt ge= legen, billig zu verm. Näh. in der Erp. d. Bl. * g.Blutstock.Timermann während der Marktzeit in der Hilfeambur, Fichteftr. 33. großen Schlachtviehhalle statt. Hugust Kilbinger, Giessen, Seltersweg 19. Telefon 276. - Größtes Kinderwagen- Geschäft am Plak. Enorme Auswahl in allen Preislagen. 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Betreffend: Frühjahrskontrollversammlungen. Gießen, den 25. März 1904. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Die nachstehende Bekanntmachung wollen Sie wiederholt auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen. J. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Betreffend: Frühjahrskontrollversammlungen im Landwehrbezirk Gießen 1904. Es haben ohne weiteren Befehl zu erscheinen: 1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve und der Landwehr I. Aufgebots.( Kleiner Dienstanzug.) 2) Die Mannschaften der Reserve und Landwehr I. Aufgebots aller Waffen, einschließlich Halbinvaliden und nur Garnisondienstfähigen. 3) Die zur Disposition der Truppenteile oder Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 4) Die Ersaßreservisten, geübte und nicht geübte. Kreis Gießen, Bezirk des Hauptmeldeamts Gießen. Gießen Land: Für die Bewohner folgender Gemeinden, welche zum Bezirk des Hauptmeldeamts gehören. Gemeinde einschließlich der dazu gehörenden Mühlen und Höfe pp. Annerod Allendorf Altenbused Beuern Großenbuseck Heuchelheim " Großenlinden Kleinlinden Oppenrod Rödgen Es wird folgendes erinnert: 1) Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch das Haust meldeamt einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesezte Behörde beglaubigt sein. Berücksichtigung fann nur in den dringendsten Fällen stattfinden. 2) Jeder Kontrollpflichtige ersieht die Jahresklasse, zu der er gehört, auf dem Dedel seines Militärpasses. 3) Die Militärpässe mit eingeflebter roter Kriegsbeorderung und Führungszeugnis sind mitzubringen. 4) Bei sämtlichen Kontrollpflichtigen werden dieses Mal Fußmessungen ver genommen, mit Ausnahme bei Ersaßreservisten. Dementsprechend sind saubere Strümpfe anzuziehen, Stöcke, Schirme, Pfeifin und Bigarren sind vorher wegzulegen. 5) Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließ lich Mitternacht unter dem Militärgesetz. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und Versäumnis der Kontrollversamm lung bestraft. Gießen, den 22. März 1904. Großherzogliches Bezirkskommando von Mosch Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen. Brotpreise Bekanntmachung. vom 27. März bis 10. April 1904. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, Der hiesigen Bäcker. daß die Friedhöfe vom 16. März d. J. bis 15. Mai Pfg. d. Js. von morgens 6 Uhr bis abends 8 Uhr geöffnet Kg. 26 sind. 52 24 Die Schließung des Friedhofs wird durch Läuten der Friedhofsglocke angezeigt. Bei Beginn des Läutens 72 muß der Friedhof sofort verlassen werden. Eine Viertel 22 stunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore ge schlossen. 1 Weißbrot 2 Drt der KontrollPlak Tag Stunde 1 Schwarzbrot 2 48 bersammlung " 3 Gießen Hof der alten Kaserne am Brand 1 Kornbrot 15. April 8 Uhr Vorm. 44 H Der auswärtigen Bäcker: 2 Uhr Nachm. " 1 Weißbrot bei Georg Dern II. Gr. Linden 23 16. April 82 Uhr Vorm. 2 Uhr Nachm. Hausen Langgöns Leihgestern Trohe Burkhardsfelden Watzenborn Wieseck Gießen Stadt: " Tag Stunde Steinberg Für die Bewohner der Gemeinde Gießen auf dem Hof der alten Kaserne am Brand Jahrgänge aller Waffen außer Erfahreservisten Die oben unter Nr. 1 aufgeführten aller Jahrgänge( Offiziere pp.) außer Erfagreservisten 1891 1900 1894 1896 1892 1895 1897 außer Erfagreservisten 1898 1899 außer Erfagreservisten 1901 anßer Erfagreservisten Nur Ersatzreservisten 1891 bis 1896 Nur Ersazreservisten 1897 bis 1903 1893 18. April 8 Uhr Vorm. 2 " 2 Uhr Nachm. 19. April 8 Uhr Vorm. 2 Uhr Nachm. 1902 20. April 8 Uhr Vorm. " 2 Uhr Nachm. 4 Uhr Nachm. Gießen Land: Für die Bewohner der übrigen Gemeinden, welche zum Bezirk des Hauptmeldeamts gehören Climbach Heibertshausen Lollar am Bahnhof 21. April 9 Uhr Vorm. " 22 Uhr Nachm. Ort Gemeinde einschließlich der dazu gehörenden Mühlen und Höfe pp. der Kontroll berfammlung Blak Tag Stunde Allendorf a. d. Lda. Daubringen Lollar Mainzlar Ruttershausen Friedelhausen Staufenberg Kirchberg Treis a. d. Lumda Alertshausen Grünberg Beltershain Hattenrod Bersrod Harbach Geilshausen Kesselbach Göbelnrod Lindenstruth Londorf Odenhausen Reinhardtshain Rüddingshausen Reiskirchen Lauter Saasen Bollnbach Lumda( Groß- und Klein-) Queckborn Veitsberg Wirberg Stangenrod Stodhausen Weitershain Albach Dorf- Gill Arnsburg Sarbenteich Holzheim Rolnbausen Münster Weichartshain Winnerod Birklar Eberstadt Ettingshausen Grüningen Lich Hof- Gill Oberhörgern Albacher Hof Mühlsachsen Muschenheim Nieder- Bessingen Ober- Bessingen Grünberg am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen W. Steinmüller Witwe( Langgöns.) Heinrich Weber( Heuchelh.) W. Fabel Wieseck W. Weizel Langgöns u. 2. Stein24 müller Gr.- Lind. 25 Karl Post, Wieseck W. Leir: KleinLinden Dern II., Gr. Lind. u. Louis Süßmuth Steinberg 26 46 M. Steinmüller Wwe. Langgön8) 48 W. Fabel( Wieseck W. Weizel, LangGöns JakobAppel, Krofdorf, Heinrich Weber Heuchelheim L. Steinmüller ( Gr.- Lind.) Karl Post, Wieseck u. W. Lein KleinLinden 1 Schwarzbrot bei Georg Dern 2 H 50 52 II. Gr. Linden 21 W SteinmüllerWe W. Weitzel, Lang= Göns, Stein müller Gr. Linden Heinrich Weber, Heuchelheim, Ferd. Gießen, den 24. März 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Zur Beseitigung von Zweifeln wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß zu den nach§ 1 des Fleischbe schaugesetzes vom 3. Juni 1900 dem Beschauzwang unterworfenen Tieren( Rindvieh, Schweine, Schafe, 3iegen, Pferde und Hunde) auch Kälver. Spanferkel, Ferkel, Schaf- und Ziegenlämmer gehören, sobald deren Fleisch zum Genusse für Menschen verwendet werden soll. Gießen, den 29. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Die Reinigung der Schornsteine betr. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß vom 1. April 1904 bis dahin 1905 der südöstlich der Straße von Frankfurt nach Marburg gelegene Stadtteil dem Kaminfeger Keil und der nordwestlich diefer Straße gelegene Stadtteil dem Kaminfeger 3wesch zugeteilt worden ist. Gießen, den 24. März 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Verdingung Weiß, Grüningen 22 V. Pflaster- u. Chaussierarbeit. W. Lein KleinLinden Dern II. Gr.- Lind. u. Louis Süßmuth, Steinberg L. Steinmüller ( Gr. Linden) W. Steinmüller Wwe. Langgöns, Heinrich Weber, Heuchelheim, W, Weigel Lang- Göns, Karl Post und Ernst Christ Wieseď, Karl Spamer, Reiskirchen und Ferdinand Weiß, Grüningen 24 42 44 J. Appel, Krofdorf46 22. April 9 Uhr Vorm. W. Lein, KleinLinden 48 21/2 bei Louis Süßmuth " Steinberg 52 3 " W. Fabel und E. Christ, Wiesed 66 " " " 1 Uhr Nachm. Lich Amt8gerichtsstraße 23. April 9 Uhr Vorm. " " 3 Uhr Nachm. Steinbach Bellersheim Hungen Bettenhausen Inheiden Langsdorf Obbornhofen Ringelshausen Hungen an der Post 25. April 9 Uhr Vorm. Langd Nonnenroth Rabertshausen Hof- Graß Steinheim Utphe Rodheim Röthges Trais- Horloff Villingen " 212 Uhr Nachm. Karl Post, und 1 Kornbrod Karl Spamer Reiskirchen und Wilh. Schimmel Kinzenb. Mühle Jak. Appel, Krof= dorf 44 Der Brotverkäufer. Dieselben Preise, wie bet den hiesigen Bädern, außer bei Hrch. Frebel II., 1 Kg. Schwarzbrod 24 2 Kg. 44 Pfg. Gießen, den 25. März 1904. Großh. Bolizeiamt Gießen, Hechler. Die bei Verlegung des Klingelbachs in die Bts marck- und Keplerstraße erforderliche Pflaster- und Chaussierarbeit soll Donnerstag, den 7. April d. Is. vormittags 10 Uhr öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bet uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einficht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 29. März 1904. Städtisches Tiefbauamt. J. V.: Köhler. Servelatwurst Schinkenwurst Schinken, roh u. gekocht Mettwurst. Täglich: frischer Aufschnitt in kalt und warm empfiehlt Carl Buss, Metzger. Gießen. - Marktplatz 5. Konfirmandenstiefel. Für Mädchen Für Knaben OTTO HERZ& C in Wichsleder, Kalbleder, in Wichsleder, Kalbleder und anerkannt bestes Fabrikat Frankfurt a.Main berühmt durch SOLIDITAT SLEGANZund orzüglPASSFORM Bor- Calf und Chevreaur von Mt. 4,50 an. Bor- Calf von Mt. 4,50 an. Damen- Stiefel in Bor- Calf, Chevreaux in Knopf u. Schnüt bon Mt. 8. an. Marktstraße 9 2. Süß, Gießen, wettergaffe. oder ein unsichtbares Infeft auf und ,, Glocke" fab ihnen au ohne an etwas zu benfen; dann kam ihm mehr in den Magen, als in den stopt der Gedanke, eines dieser festen bann ihre langſame, aber nichere ruche fort. Tiere müſſe doch, auf einem Feuer von Reisigholz gebraten, Der Badante er begebe damit einen Diebstahr recht gut schmecken. EINST UND JETZT Nr. 70. Dienstag, den 29. März ssische Familienzein 04. teret Sießen. ung. wird zur öffentli Menschen vert mer gehören, älver, Spanje Schweine, S dem Beschauz ach§ 1 des Flet 4. sterei Gießen. ann. hung. I dem Kamin und der nordwe 1905 der südö Marburg gele allgemeinen Kenntni rnsteine betr. 4. Lerei Gießen ing Schnabel ein Korn oder ein unsichtbares Insekt auf und ,, Glocke" sezten dann ihre langsame, aber sichere Suche fort. sah ihnen zu, ohne an etwas zu denken; dann kam ihm mehr in den Magen, als in den Kopf der Gedanke, eines dieser Tiere müsse doch, auf einem Feuer von Reisigholz gebraten, recht gut schmecken. Der Gedanke, er begehe damit einen Diebstahl, berührte ihn nicht. Er ergriff einen Stein in seiner Nähe, und da er geschickt war, so warf er die nächste Henne sofort tot. Das Tier fiel auf die Seite und schlug mit den Flügeln. Die anderen entflohen, auf ihren dünnen Füßen hin- und herwackelnd, und Glocke ergriff von neuem seine Krücken und machte sich daran, seine Beute aufzuheben, wobei er ähnliche Bewegungen wie die Hennen machte. Als er an den kleinen schwarzen, am Kopf rot gefärbten Körper herangekommen war, bekam er einen so schrecklichen Stoß in den Rücken, daß er seine Stäbe fallen ließ und zehn Schritt weiter niederstürzte. Dann sprang der Pächter Hiquet wütend auf den Dieb zu und schlug wild, wie ein Besessener auf ihn los; er schlug mit Faust und Knie dem Krüppel, der sich nicht verteidigen konnte, auf dem ganzen Körper herum. Die Leute aus dem Pachthofe kamen ebenfalls und prügelten im Verein mit ihrem Herrn auf den Bettler los. Als sie dann des Schlagens müde waren, hoben sie ihn auf, trugen ihn fort und schlossen ihn in die Holzkammer ein, während sie die Gendarmen holten. Glocke" blieb halbtot, blutend und vor Hunger sterbend, auf dem Erdboden liegen. Der Abend kam, dann die Nacht, dann die Morgenröte, und er hatte immer noch nichts gegessen. Gegen Mittag erschienen die Gendarmen und öffneten vorsichtig die Tür, denn sie erwarteten einen Widerstand, weil Hiquet behauptete, der Lump hätte ihn angegriffen, und er hätte sich nur mit großer Mühe verteidigen können.„ No, vorwärts, aufstehen!" rief der Brigadier. Doch Glocke" konnte sich nicht mehr rühren; er versuchte wohl, sich auf seinen Stöcken aufzurichten, doch es gelang ihm nicht. Man glaubte an eine Finte, eine List, an den bösen Willen eines Verbrechers, und die beiden Männer des Gesebes rüttelten ihn, packten ihn und stellten ihn mit Gewalt mit Hilfe seiner Krücken auf die Beine. Die Furcht hatte ihn gepackt, die angeborene Furcht vor den gelben Wehrgehängen, diese Furcht des Wildes vor dem Jäger, die Furcht der Maus vor der Katze, und mit übermenschlicher Anstrengung gelang es ihm, sich aufrecht zu halten. ,, Vorwärts!" rief der Brigadier und ging fort. Das ganze Personal des Pachthofes sah dem Bettler nach. Die Weiber zeigten ihm die Faust; die Männer lachten und schimpften; endlich hatte man ihn gefaßt! Jetzt war man ihn glücklich los! Er entfernte sich zwischen seinen beiden Wächtern. Er fand die erforderliche verzweifelte Energie, um sich noch bis zum Abend hinzuschleppen, er war ganz vertiert, wußte nicht mehr, was ihm passiert war, und war zu betäubt, um überhaupt etwas zu begreifen. Leute, denen man begegnete, blieben stehen, um ihn vorübergehen zu sehen, und die Bauern murmelten: ,, Das ist' n Dieb!" Gegen Nacht kam man in den Hauptflecken des Bezirkes. Wie war er so weit gekommen. Er stellte sich nicht einmal vor, was ihm passieren würde, noch was überhaupt passierte. Alle diese unvorhergesehenen Schrecknisse, diese neuen Häuser und Gesichter versetzten ihn in tiefste Bestürzung. Er sprach kein Wort, denn er hatte nichts zu sagen und begriff nichts mehr. Uebrigens sprach er seit so vielen Jahren mit niemand und hatte fast den Gebrauch der Zunge verloren; auch waren seine Gedanken zu verworren, um sich in Worten ausdrücken zu lassen. Man schloß ihn in das Gefängnis des Fleckens. Die Gendarmen dachten nicht daran, daß er vielleicht essen müßte; und so ließ man ihn ohne Nahrung bis zum nächsten Morgen. Doch als man fam, um ihn zu verhören, fand man ihn bei Tagesanbruch tot auf der Erde. Diese Ueberraschung! EINST UND O JETZT Die eiserne Jungfrau. Wer einmal Gelegenheit hat, in einem Museum die Folterwerkzeuge zu sehen, welche im Mittelalter bei den„ peinlichen" Verhören in Anwendung gebracht wurden, den muß es schaudern, nicht nur in dem Gedanken an die entsetzlichen Dualen, welche den armen Opfern gemacht wurden, sondern vor allem im Hinblick auf die bodenlose, unmenschliche Grausamkeit der Richter jenes Zeitabschnittes. Unter den Folterwerkzeugen war besonders eines so furchtbar und zeugte so sehr von der bestialischen Verrohung des Menschengeschlechtes, daß Schrecklicheres kaum gedacht werden kann. Das war die ,, eiserne Jungfrau", eine Foltermaschine, die nur die fanatischste und wollüſtigste Grausamkeit erfunden haben konnte. „ Es ist nit alleweg gut, die Jungfer zu küssen", heißt ein altes Sprüchwort, welches auf die eiserne Jungfrau hinweist, die ihre Opfer auf das Grausamste zerfleischte. Es gab in jenen dunklen - Zeiten eine große Zahl solcher eisernen Jungfrauen, die zwar nicht alle von gleicher Konstruktion, aber doch schließlich von gleicher Bestimmung waren. Nach den meisten Berichten und Ueberliefe= rungen war die„ Jungfrau" ein aus Eisen zusammengesetztes Werk in der Gestalt eines weiblichen Wesens, dem man auch ein menſchliches Gesicht und menschliche Kleidung gegeben hatte. Dem armen Opfer dieser Maschine wurde befohlen, sich auf eine vor derselben befindliche eiserne Platte zu stellen und die Jungfer zu küssen. Hatte dies der Unglückliche getan, so breitete die Jungfrau die Arme aus, die sich langsam um ihn schlossen und die in den eisernen Händen des Bildes befindlichen Dolche gruben sich allmählich in den Leib des Verurteilten. Ebenso langsam sah dieser mit Grausen aus dem Eisenkörper zwei spitze Schwerter hervor= dringen, welche sich ruhig und sicher auf seine Augen zu bewegten, ohne daß er im stande gewesen wäre auszuweichen und lang= sam, langsam bohrten sich die Schwerter in die Augen des Bedauernswerten, der unter den fürchterlichsten Qualen seine Seele aushauchte. Hatte die„ Jungfrau" ihr grausiges Werk vollendet, so öffnete sie auf einen Druck seitens des Henkers ihre Arme wieder, die Platte, auf welcher die zerfleischte Leiche stand, schob sich unter deren Füßen fort und der entseelte Körper fiel in einen tiefen Schacht, aus dessen Wänden eine große Anzahl scharfer Messer ragte, welche den hinabfallenden Körper in lauter kleine Stücke zerteilte, welche in den Fluß fielen, der unten vorüberfloß so verschwanden die, welche verurteilt waren, die eiserne Jungfrau zu küssen. Obgleich dieses scheußlichste Werkzeug ursprünglich nur als Foltermaschine dienen sollte, die namentlich bestimmt war, durch die auf die Augen sich richtenden Schwerter das Opfer zu ängstigen und zu einem Geständnis zu bringen, wurde die„ eiserne Jungfrau" doch hauptsächlich zur heimlichen qualvollen Ermordung unbequemer Leute benutzt, denen man die Freiheit nicht wieder zu geben wagte. Bunte Blätter. Der Geburtstag unseres Kaisers ist zugleich dadurch ein denkwürdiger Tag, daß am 27. Januar viele berühmte deutsche Männer geboren sind. Es sind dies: Kaiser Heinrich II. 1165, Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg 1546, Mozart 1756, Schilling 1775, Chamisso 1781, David Strauß 1808. * Ein origineller Beweis. August der Starke von Sachsen hatte einen höchst originellen Generaladjutanten, den General von Kyau. Einst fragte ihn der König bei Tisch, wie es wohl komme, daß sich aus den Zöllen so geringe Einkünfte ergäben. Da nahm Kyau aus einem vor stehenden Kühlgefäß ein Stück Eis und gab es seinem Nachbar, einem Minister, und bat diesen, dasselbe weiter zu geben bis es an den König gelange. So ging es durch die Hände sämtlicher anwesenden Minister und anderer Würdenträger, aber so sehr sie sich auch beeilten es weiter zu geben, kam doch nur ein ganz winziger Rest des Eises beim König an. Auf solche Weise, Ew. Majestät," sagte Kyau ,,, werden die Zölle zu Wasser!" Nr. 70. Dienstag, den 29. März. LIUM. Oberbessische Familienzeitung. Cägliche Unterhaltungs- Beilage bez Gießener Neueste Nachrichten. dab Berlag ber Stabenes Berlagsbenderet, vorm. Bih. Keller'ichs Dubinderst( gegr. 1779); soran: II leie ( Schluß.) Der Goldmarder. Original Roman von M. Bezold. Martin las den Brief weiter:„ Ein unseliger Zufall ließ mich in jenen Tagen die Münzensammlung besuchen, ich hatte die Annonce des Brüsseler Juweliers gelesen, der Verſuchung konnte ich nicht widerstehen. Jener Herr hat Ihnen die Wahrheit gesagt, ich weiß seinen Worten nichts hinzuzufügen. Als der erste Schritt geschehen war, wurden die anderen mir leichter, die Schlüssel zum Kabinett hatte ich von einem Schlosser in Berlin anfertigen lassen. Das Geld, das ich auf diesem Wege gewann, befreite mich einige Zeit aus meiner drückenden Verlegenheit, und wenn ich an die Entdeckung des Raubes dachte, so beruhigte ich mich stets mit der Vermutung, daß ich dann vielleicht nicht mehr unter den Lebenden sein werde. Aber wenn auch zu meinem Lebzeiten noch der Raub entdeckt wurde, so konnte doch auf mich kein Verdacht fallen, im schlimmsten Falle wurde ich für den Schaden verantwortlich gemacht, weil mir die Sammlung anvertraut gewesen war. Wenn Sabine v. Derendorf meine Gattin geworden wäre, so hätte ich den Schaden ersetzen können. Es kam leider anders. Der Kustos wurde verhaftet, aber er wäre nicht verurteilt worden, denn ich hatte den Verdacht auf seinen Sohn gelenkt, der in fernen Landen weilte und nicht verurteilt werden konnte. Mag man mich schelten deshalb, ich war mir selbst der Nächste und meiner Kinder wegen mußte ich die Schande mir fern halten. Uebrigens war es meine ernste Absicht, den Kuſtos zu entschädigen und für seine Zukunft zu sorgen, sobald ich dies tun durfte, ohne Argwohn zu erregen. Gerade jetzt stand reich und mächtig geworden, dann hätte ich mich sofort der ich vor dem Ziele meines Strebens, ich wäre wahrscheinlich Familie des Gefangenen angenommen und dem Fürsten aus eigenem Antrieb vollen Schadenersatz angeboten, es würde mir dann auch nicht schwer geworden sein, den Prozeß gegen die Brüder Schönbach niederzuschlagen. Ueber die Armbandgeschichte könnte ich mit Schweigen hinweggehen, aber ich will auch hier der Wahrheit die Ehre geben. Der Kupferstecher Peter Schönbach hatte unsere Familie beschimpft, seine bösen Worte verrieten seinen Haß, dadurch forderte er auch meinen Haß heraus. Der Gedanke stieg in mir auf, ob ich nicht auf ihn den Verdacht lenken könne, wenn das Verschwinden der Münzen früher oder später an den Tag kam. Ich sah ihn aus Ihrem Hause herauskommen, mein Plan war rasch gefaßt, und Sie erleichterten mir die Ausführung desselben. Weiter habe ich Ihnen nichts zu sagen, die Folgen meiner Handlung muß ich tragen. Wohin soll ich flüchten? Ich habe nicht die Mittel, um den Rest meines Lebens sorgenfrei zu gestalten, und von Almosen mein Dasein friſten zu sollen, wäre mir schrecklich. Ich bin ein Bettler, meinen Kindern hinterlasse ich nur Schulden, es ist anders gekommen, wie ich es wollte und hoffte. Ich sage der Welt Lebewohl, ohne Bedauern scheide ich von ihr. Mögen meine Kinder mir verzeihen, ich hatte stets nur ihr Wohl im Auge, suchte ich es auf ungesetzlichem Wege zu erreichen, so muß ich selbst nun dafür büßen. ( Nachdruck verboten.), Sie wollen dem Fürsten meine Schuld enthüllen, bitten Sie ihn in meinem Namen und meiner Kinder wegen um Verzeihung. Ich habe sein Vertrauen schmachvoll miẞbraucht, aber ich weiß, er denkt edel genug, dies meine armen Kinder nicht entgelten zu lassen. Und ich weiß auch, daß Sie Irma nicht verlassen werden, das gereicht mir zur Beruhigung, machen Sie mein Kind glücklich, und wenn Sie können, verschweigen Sie ihm meine Schuld, halten Sie meinem Namen die Schande fern! Mein Sohn mag arbeiten, ich habe an seiner Erziehung nichts gespart, er besitzt Kenntnisse genug, um sich fortzuhelfen, die Not muß nun seine Lehrmeisterin sein, und ich hoffe, Sie werden ihm Ihren Rat nicht vorenthalten. Leben Sie wohl, Ihnen will ich nun alles überlassen. Urteilen Sie nicht zu scharf, dem reichen Manne fällt es nicht schwer, auf gesetzlichem Wege zu bleiben, bedenken Sie meine Mittellosigkeit, meinen Ehrgeiz und die Versuchung, die so verlockend vor mich hintrat! Joachim Spangenberg." * In dem Hause Spangenbergs herrschte unheimliche Stille, die Handwerker waren fortgeschickt worden, die Dienstboten schlichen auf den Fußspitzen durch die halbdunklen Korridore. Als Martin ins Wohnzimmer trat, eilte Irma schluchzend in seine Arme. Das Unglück ist über uns hereingebrochen," klagte sie, „ mir ahnte schon seit einigen Tagen, daß es drohend auf unserer Schwelle ſtand, aber niemand wollte mir glauben. Wer hätte auch an diesen plötzlichen Todesfall denken können!" erwiderte er beruhigend.„ Geduld, Geliebte, die Beit und meine treue Liebe werden auch diese Wunde heilen." Ich habe jetzt nur noch dich!" flüsterte sie, sich enger an ihn schmiegend, verlaß mich nicht, Martin!" Wie magst du nur an diese Möglichkeit denken?" fragte er betroffen. Ich weiß nicht, ich kann meinen bangen Ahnungen noch immer nicht gebieten, sie flüstern mir zu, dieses Unglück komme nicht alleinSo höre nicht darauf," bat er,„ pas auch kommen mag, ich bin bei dir, wir tragen es gemeinsam. Habt ihr schon zum Arzt geschickt?" „ Adolph wird bereits im Sterbezimmer sein, Gustav und Hermann sind bei ihm, Anna wird auch sogleich kommen," erwiderte Irma, ihre Tränen trocknend. Der Vater wurde heute morgen tot im Bette gefunden, er muß sanft und schmerzlos hinübergeschlummert sein, denn seine Züge sind unverändert. Wenn du ihn noch einmal sehen willst, so gehe in sein Schlafzimmer, ich kann dich nicht begleiten, mir ist der Anblick schrecklich. Aber bitte, komme bald wieder." Gewiß, mein armes Lieb," sagte er, während er leise die Tür öffnete und hinausging. Auf der Treppe, die zum Schlafzimmer führte, begegnete ihm Adolph, die beiden Freunde verständigten sich durch einen Blick und gingen in den Speisesaal, in dem alle Vorbereitungen zur Festtafel schon getroffen waren. it erliche Pflasterngelbachs in die auffierarbeit bril d. Js. Thr rift 14 Tage. enannten Zeitpunt *, der daselbst mer Nr. 6 ungen liegen w Sanamt. er. wurft. roh u. gefocht empfiehlt plak 5. chnitt Megger. Mt. 4,50 Bor- Calf bon Für Knaben sleder, Kalbleder un ftiefel an. Ceaur in Anopf u. Gd an. Wettergaffe Marktstraße 9 Q5 ps Cr bent ihn auch fein eigentum. Be den For Großf Erinnerung bringer Bürgermeistereien d entsprechender Weis Gießen, Anzeige bringen zu Indem wir die Mit Geldstra zu vierzehn Tagen Wer unbefug beendeter Ernte ü folche Aecker, Bief Warnungszeichen un zeichen geschlossenen einer Einfriedigung treibt; wer unbefugt Mit Haft wi Wer Kinder Bersonen, welche feiner Hausgenoff Diebstählen, sowi der Zoll- oder St Forften, der Feldf In diesen Fa halten unterläßt. Haftbarkeit für di anderen Geldleiftun einhundertfünfzig oder von Singbög Wer einen und denselben au 100 Schritte vor wie derjenige, de zu sein, allein bi baltag ingen und hoffe, daß er so gnädig Fürften heute mittag fein wird, meinen Wunsch zu erfüllen." Adolph las die Zeilen und gab sie dem Freunde zurück. " Deine Hoffnung teile ich nicht," erwiderte er, aber laß dich dadurch nicht entmutigen. Einstweilen bleibt der Inhalt dieses Briefes unser Geheimnis, nach deiner Audienz bei dem Fürsten wollen wir weiter beraten. Wann wirst du aus dem Schlosse zurückkommen?" Voraussichtlich zwischen zwölf und ein Uhr." " Ich will dich um diese Zeit in meinem Studierzimmer erwarten, bist du damit einverstanden?" Ich werde sofort zu dir kommen," sagte Martin, dessen Blick erwartungsvoll auf dem blassen Antlitz des Freundes ruhte.„ Was ist die Todesursache?" Für uns beide Morphium," erwiderte Adolph flüsternd, ,, für jeden anderen Herzschlag." ,, Hier im Hause ahnt niemand die Wahrheit?" „ Nein, das Fläschchen, in welchem die Lösung enthalten war, habe ich unbemerkt fortgenommen, der Verdacht wird erst dann erwachen, wenn die Schuld an den Tag kommt." Mit dem Glockenschlage zwölf trat Adolph Spangenberg in seine Studierstube, um hier den Freund zu erwarten, von dessen Botschaft die Ehre seiner Familie abhing. Seine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, erst gegen ein Uhr erschien Martin, der heitere Ausdruck seines Gesichts ließ erkennen, daß er gute Nachrichten brachte. Nicht umsonst habe ich auf den Edelsinn des Fürsten gerechnet," sagte er, nachdem er dem Freunde gegenüber Platz genommen hatte,„ die Ehre eurer Familie ist gerettet, das unselige Geheimnis bleibt gewahrt." " Der Fürst hat dem Toten alles vergeben?" fragte Adolph freudig überrascht. Und Heinrich Schönbach ,, Laß mich seine eigenen Worte berichten," fuhr Martin ihn unterbrechend fort.„ Die Audienz wurde mir gewährt, ich meldete dem Fürsten den plötzlichen Tod Spangenbergs und überreichte ihm das Schuldbekenntnis. Wie ich es nicht anders erwartet hatte, brauste er auf, es fielen harte Worte, dieſer Mißbrauch seines Vertrauens mußte Durchlaucht ja im höchsten Grade empören. Ich ließ den Sturm austoben und wartete geduldig, bis der Fürst mich aufforderte, ihm über die Einzelheiten näher zu berichten. Ich tat es und knüpfte daran die Bitte, die Ehre der Hinterbliebenen zu ſchonen, ich ſprach von dir, deinem Vater und meiner Braut, ich wies darauf hin, daß der Polizeirat seinen Abschied nehmen müsse, wenn das Verbrechen seines Schwiegervaters an den Tag komme, und erbot mich schließlich, so weit es in meinen Kräften liege, vor und nach den Schaden zu ersetzen. Der Fürst hörte mich ruhig an, er ging auf und ab, endlich, nach langem Schweigen, blieb er vor mir stehen.„ Der Schuldige ist tot," sagte er, den Toten kann ich nicht vor weltliches Gericht fordern, und seine Angehörigen für die Schuld büßen zu lassen, wäre ungerecht. Sind Sie der Einzige außer mir, der die Schuld des Verstorbenen kennt?" Ich bejahte die Frage, es war ja nicht nötig, daß ich deinen Namen nannte. So wahren Sie das Geheimnis," fuhr er fort, ich will schweigen. Die Brüder Schönbach sollen heute noch in Freiheit gesetzt werden, ich überlasse es Ihnen, den Kuſtos zu entschädigen, in meine Dienste kann er nicht zurückkehren, denn er hat sich einer groben Nachläſſigkeit schuldig gemacht. Hätte er von Zeit zu Zeit die Sammlung revidiert, so würde er den Diebstahl eher entdeckt haben, mein Vertrauen hat er verloren." Ich antwortete, daß ich die Sorge für ihn gerne übernehmen werde. Der Kupferſtecher Schönbach muß binnen vierundzwanzig Stunden die Stadt verlassen," nahm der Fürst dann wieder das Wort, „ sein Haß gegen die Familie Spangenberg würde so lange nachforschen, bis er die Wahrheit entdeckt hätte, und dann wäre es Ihnen nicht mehr möglich, das Geheimnis zu wahren. Ihr Anerbieten, mir den Schaden zu ersetzen, lehne ich ab. Sie sind in feiner Weise dazu verpflichtet, und ein Geschenk nehme ich von Ihnen nicht an. Hätte Spangenberg ein großes Vermögen hinterlassen, so würde ich mich schadlos zu halten wissen, unter den obwaltenden Verhältnissen aber mag ich nicht als Gläubiger gegen ihn auftreten."- Ich sprach nun von den sechs Münzen, die der Brüsseler Juwelier noch besitze, und erbot mich, dieselben zurückzukaufen, aber auch davon wollte Durchlaucht nichts wissen. Der Juwelier hatte diese Münzen in gutem Glauben erworben," antwortete mithin find fic Ich bedaure Span genbera." fagte er, er war ein gescheiter Kopf, ich würde heute oder morgen in den Adelstand erhoben und zu meinem Finanzminister ernannt haben. In seinem neuen Finanzplane hat er mir ein Vermächtnis hinterlassen, das mir den Verlust reichlich ersehen wird, das mag auch Ihnen zur Beruhigung dienen. Sehen Sie her, ich will Ihnen beweisen, daß für mich die Sache abgemacht ist." Er nahm das Schuldbekenntnis deines Onkels von seinem Schreibtisch und warf es ins Feuer; ich wollte ihm danken, aber ein Wink befahl mir, mich zu entfernen, und du kannst dir denken, mit welchen frohen Gefühlen ich ihn verließ." Adolph reichte dem Freunde beide Hände, die finsteren Schatten waren von seiner Stirne geschwunden. Wir wollen das dem Fürsten nicht vergessen," sagte er freudig bewegt, nun ist die schwerste Sorge von uns genommen, außer uns beiden wird niemand das Geheimnis erfahren." Der Fürst hielt Wort, an demselben Tage noch wurden die Brüder Schönbach aus der Haft entlassen, und wenn auch der Kupferstecher über die Ausweisung murrte, so leistete er doch dem Befehl bereitwillig Folge. Um so größer war die Freude in der Familie des Kustos. Aus den Aeußerungen Martins glaubte Gabriele entnehmen zu dürfen, daß sie die Befreiung ihres Vaters den Bemühungen Adolphs verdanke, und an diesem Glauben hielt sie nun fest, trotzdem Adolph ihren Dank als unverdient ablehnte. Baron Friedenstein kaufte die Goldmünzen zu dem Preise, der dafür gefordert worden war, und da der Brüsseler Juwelier nur den Betrag annahm, den er ſelbſt dafür gezahlt hatte, so gab Martin den Ueberschuß den Armen. Heinrich Schönbach begleitete den Baron und dessen Neffen. Alfred v. Bodenlauben hatte vorher eine lange Unterredung mit dem Kustos gehabt und Gefallen an ihm gefunden, schon nach einigen Wochen ließ der Inspektor" Schönbach seine Familie nachkommen, und als sie abreiste, wußte Adolph, daß Gabriele seine Liebe erwiderte, ihre Tränen hatten es ihm verraten. Bald nach der Beerdigung Joachim Spangenbergs brach der Konkurs über dessen Nachlaß aus; den unermüdlichen Bemühungen Martins und des Polizeirats gelang es, die Gläubiger zu einem Vergleich zu bewegen, der von der Hinterlassenschaft freilich nichts, aber doch die Ehre des Namens rettete. Der Hochmut Gustavs war nun auch gebrochen, er nahm, wenn auch mit Widerstreben, die Sekretärstelle an, nachdem seine Geschwister ihm erklärt hatten, daß sie nicht in der Lage und auch nicht gesonnen seien, ihn in seinem Müßiggang zu unterstützen. Alfred v. Bodenlauben holte schon bald seine Verlobte heim. Ottokar weilte mit seiner jungen Frau längst in Italien, und der Hofrat schrieb emsig an seinen Memoiren, die bei ihrem späteren Erscheinen übrigens keineswegs das Aufsehen erregte, das er sich von ihnen versprochen hatte. Die Briefe, die dann und wann von den beiden jungen Ehepaaren einliefen, zeugten von schattenlosem Glück, nach dem auch Martin und Adolph sich sehnten. Die Hochzeit Irmas wurde in aller Stille gefeiert, das Brautpaar wollte den Ablauf des Trauerjahres nicht abwarten; seitdem Ida das Haus des Bruders verlassen hatte, fühlte Martin sich vereinsamt, in seinem großen, blühenden Geschäft konnte er die Hausfrau nicht entbehren. Wohl waren, wie Adolph es vorausgesehen hatte, Gerüchte aufgetaucht, die auf die Ehre und das Andenken Joachim Spangenbergs einen häßlichen Flecken werfen wollten, aber der Polizeirat trat ihnen so energiſch entgegen, daß sie bald wieder verstummten; der Münzendiebstahl blieb unaufgeklärt und das Geheimnis gewahrt, auch konnte der Ausspruch des Arztes, daß ein Herzschlag das Leben Spangenbergs beendet habe, nicht widerlegt werden. Nach der Hochzeit Martins öffnete Adolph seinem Vater sein Heim, und Frau Minna, die ihn nun lange genug beobachtet hatte, um zu der Erkenntnis zu gelangen, daß er nur an der Seite Gabrielens glücklich werden könne, ließ es sich als treue Freundin nicht nehmen, alle Einwendungen, die der alte Herr machen wollte, zu widerlegen. So reiste denn Adolph eines Tages ab, um das Jawort Gabrielens zu holen, das ihm freudig gegeben wurde; Alfred und Ida übernahmen die Aussteuer der schönen, glückstrahlenden Braut, die als Gattin Adolphs auch in der Residenz sich die Herzen aller, mit denen sie in Berührung kam, im Fluge eroberte. Wie ein Land ohne Herri wie die Nacht ohne Stern, Wie der Becher ohn' Wein, Wie ohne Vogel der Hain, Wie ohn' Aug' ein Gesicht, Wie ohn' Reime ein Gedicht, So ohne der Liebe Scherz und Schmerz Ein Herz! Der Lump. Von Guy de Maupassant. ( Nachdruck verboten.) Er hatte bessere Tage gekannt, trotz seiner Krankheit und trotz seines Gebrechens. Im Alter von 15 Jahren waren ihm auf der Landstraße von Varville beide Beine von einem Wagen überfahren worden. Seitdem bettelte er, indem er sich durch die Feldwege hinschleppte und auf seinen Krücken hin- und herhumpelte, die ihm die Schultern bis zu den Ohren hinaufzogen. Sein Kopf schien zwischen zwei Bergen zu ſitzen. Als Kind hatte ihn der Pfarrer von Billettes am TotenSonntag gefunden und ihn aus diesem Grunde Nicolaus Toussaint getauft. Er war von der öffentlichen Mildtätigkeit erzogen worden; jeder Unterricht war ihm fremd geblieben und der Bäcker des Dorfes hatte ihn, um sich einen Witz zu leisten, nachdem er ihm ein paar Gläser Schnaps spendiert, zum Krüppel gemacht; seitdem war er ein Vagabund und verſtand nichts weiter als betteln. Früher überließ ihm die Baronin von Avary zum Schlafen eine mit Stroh gefüllte Art Hundehütte neben dem Hühnerhof in dem an das Schloß angrenzenden Pachthof, und er konnte in den Tagen des großen Hungers sicher darauf zählen, hier stets in der Küche ein Glas Wein und ein Stück Brot zu finden. Oft bekam er auch ein paar Sous, die die alte Dame vom Balkon oder aus den Fenstern ihres Zimmers herunterwarf. Jetzt war sie- tot. In den Dörfern gab man ihm nichts; man kannte ihn zu genau; man war es müde, ihn seit 40 Jahren zu sehen, wie er seinen in Lumpen gehüllten und mißgestalteten Körper auf seinen beiden Holzbeinen von Haus zu Haus schleppte. Er wollte aber nicht anderswohin gehen, weil er nichts weiter auf der Welt kannte, als diesen Erdenwinkel, diese drei bis vier Weiler, in denen er sein elendes Leben hingebracht. Er hatte seiner Bettelei Grenzen gesteckt und hatte dieſe Grenzen, die er sich gewöhnt hatte, nicht zu verlassen, nie überschritten. Er wußte nicht, ob die Welt sich noch weiter hinter den Bäumen ausdehnte, die seiner Sehkraft stets als Grenze vorgeschwebt hatten. Er legte sich diese Frage auch nicht vor. Und wenn die Bauern, die es müde wurden, ihm stets am Rande ihrer Felder oder an ihren Gräben zu begegnen, ihm zuriefen:„ Warum gehst du nicht in die anderen Dörfer, statt immer hier herumzuhumpeln?", so antwortete er ihnen nicht, sondern entfernte sich, denn er hatte eine unerklärliche Furcht vor dem Unbekannten, die Furcht des Armen, der unwillkürlich tauſenderlei fürchtet, die neuen Gesichter, die Beschimpfungen, die mißtrauischen Blicke der Leute, die ihn nicht kannten, und die Gendarmen, die zu zwei und zwei die Landstraßen durchstreiften und ihn instinktiv veranlaßten, sich in die Gebüsche oder hinter Steinhaufen zu verkriechen. Wenn er sie in der Ferne bemerkte, wie sie in der Sonne leuchteten, so fand er plötzlich eine eigentümliche Behendigfit, die Behendigkeit eines Reptils, irgend ein Versteck zu erreichen. Er hüpfte auf seinen Strücken, ließ sich wie ein Lappen zur Erde fallen, rollte sich zu einer Kugel zusammen und wurde ganz klein, unsichtbar und unscheinbar, wie ein Roch und seine braunen Lumpen wurden eins mit der Erde und gingen in ihr auf. Dabei hatte er aber nie etwas mit ihnen zu schaffen gehabt. Doch das lag ihm im Blut. Als hätte er diese Furcht und diese Schliche von seinen Eltern ererbt, die er doch nie gefannt hatte. Er hatte keine Zuflucht, kein Dach, keine Hütte, kein Obdach. Er schlief überall im Sommer, und im Winter schlich er sich mit bemerkenswerter Gewandtheit in die Ställe oder in die Scheunen. Ueberall rückte er aus, bevor man seine Amvesenheit bemerit hatte. Er kannte die Löcher, durch die man in die Gebäude eindringt, und die Handhabung der Krücken hatte seinen Armen eine überraschende Kraft verliehen. Mit Hilfe seiner Handgelenke kletterte er in die Kornscheuern, wo er manchmal vier bis fünf Tage blieb, ohne sich fortzurühren, wenn er auf seinen Rundgängen genügend Lebensmittel zusammengebettelt hatte. Er lebte wie die Tiere des Waldes unter den Menschen, ohne jemand zu kennen, ohne jemand zu lieben, und erregte bei den Bauern nur eine Art gleichgiltiger Verachtung und resignierter Feindseligkeit. Man hatte ihm den Spiznamen " Glocke" gegeben, weil er zwischen seinen beiden Holzstäben hin- und herwackelte, wie eine Glocke zwischen zwei Trägern. Seit zwei Tagen hatte er nichts gegessen. Niemand gab ihm mehr etwas. Man wollte ihn schließlich nicht mehr haben. Die Bäuerinnen riefen ihm von ihren Türen aus schon aus der Ferne zu, wenn sie ihn kommen sahen: ,, Willst du machen, daß du fortkommst, du Lump! Vor drei Tagen habe ich dir erſt ein Stück Brot gegeben." Dann humpelte er auf seinen Krücken weiter und ging zum Nebenhause, wo man ihn in derselben Weise empfing. Die Weiber erklärten von einer Tür zur anderen: ernähren." Man kann diesen Taugenichts doch nicht das ganze Jahr Dabei aber mußte der Taugenichts doch alle Tage essen. Er hatte St. Hilaire, Varrille und Billettes abgebettelt, ohne einen Centime oder eine alte Brotrinde zu bekommen. Es blieb ihm nur noch die Hoffnung auf Toumolles; aber dazu mußte er zwei Meilen auf der Landstraße zurücklegen, und er fühlte sich so müde, daß er sich nicht weiter schleppen konnte, und der Magen war ihm so leer wie die Tasche. Trotzdem machte er sich auf den Weg. Es war im Dezember; ein falter Wind strich über die Felder und pfiff durch die kahlen Zweige; die Wolken schossen über den düsteren und niedrigen Himmel und jagten, man wußte nicht wohin. Der Krüppel wanderte langsam und brachte seine Stützen mit qualvoller Anstrengung vorwärts, indem er auf dem frummen Beine, das ihm geblieben war und das in einen mit einem Lumpen bekleideten Stelzfuß endete, vorwärtshüpfte. Von Zeit zu Zeit ließ er sich am Rande eines Grabens nieder und ruhte sich einige Sekunden aus. Der Hunger versetzte ihn in dumpfe, schwerfällige Mutlosigkeit. Er hatte nur einen Gedanken: essen"; doch er wußte nicht, wie er dieses Verlangen befriedigen sollte. Drei Stunden lang quälte er sich auf dem endlosen Wege, dann hastete er weiter, als er die Bäume des Dorfes bemerkte. Der erste Bauer, dem er begegnete, und den er um ein Almosen bat, antwortete ihm: wir wohl nie los?" „ Na, bist du schon wieder da, alter Kunde? Dich werden „ Glocke" entfernte sich. Von Tür zu Tür jagte man ihn fort und wies ihn ab, ohne ihm etwas zu geben. Trotzdem ſetzte er seinen Rundgang geduldig und eigensinnig fort, doch er bekam nicht einen Sou. Nun suchte er die Pachthöfe auf und humpelte durch die vom Regen aufgeweichte Erde; doch er war dermaßen_erschöpft, daß er seine Stöcke nicht mehr heben konnte. Man jagte ihn überall fort. Es war einer jener falten und traurigen Tage, in denen die Herzen sich gleichsam zusammenziehen, die Gemüter in Wut geraten, wo die Seele sich verdüstert und die Hand ſich weder zum geben, noch zum helfen öffnet. Als er alle Häuser abgeklappert, die er kannte, ließ er sich am Ende eines Grabens, am Hofe des Pächters Hiquet auf die Erde fallen. Er„ hakte sich aus", wie man sagte, um aus. zudrücken, wie er sich zwischen seinen hohen Krücken_hinfallen ließ, indem er sie zwischen seinen Armen durchgleiten ließ. So blieb er lange Zeit unbeweglich, vom Hunger gequält liegen, war aber zu vertiert, um sein unsagbares Glend recht zu erfassen. Er wartete auf irgend etwas in jener unbestimmten Hoffnung, die noch immer in uns verbleibt. Er wartete im Winkel dieses Hoses, in dem eisigen Winde, auf die geheimnisvolle Hilfe, die man stets vom Himmel oder von den Menschen erwartet, ohne sich zu fragen, wie oder warum oder durch wen sie kommen könnte. Ein Schwarm schwarzer Hennen huschte vorüber und suchte ihr Futter in der Erde, die alle Wesen ernährt. Jeden Augenblick pickten sie mit ihrem Der in der Strafbestimmung Hunde bei der H wird mit einer C D Die neulich daß den Hereros reichen werden, ein berichte neue bestätigt. aus Onjatu ger auf Ofatumba, abgezogen Major bor In Omitot Jeinem Stabe i erlitt, jaßen d einen Angriff Unters griff auf diese lujte gefoſtet. für il genug Futter zungen, die es ihnen an all gefertigt worden Kampfe wider für Deutsch- Siid und„ Entrerios" Pferde zur Beför Pferde auf der Borliebe und 700 Stüd und mit Entre mandos find vor portführer auf Batteriechef im Entrerios" S außerdem gra reidliches& Truppentransp Don 23 Offizie Woermann" al Nach der