Nr. 24. Mbonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., n's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Oratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 29. Januar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Obes Hessen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pf Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Herzte und Krankenkaffen. Bon sachverständiger Seite wird uns geschrieben: Der Streit zwischen den Aerzten und den Krankenkassen ist vor allen Dingen auf die eigenartige Stellung des Arztes zurückzuführen. Die ärztliche Tätigkeit ist ein freies Gewerbe, aber kein freier Beruf, d. h. die Ausübung der Praxis ist von dem Staate an gewisse Bedingungen geknüpft, aber der Staat übernimmt seinerseits keine Verpflichtungen für die wirt schaftliche Existenzmöglichkeit der Aerzte. Infolgedessen müßt: sich unter diesen ein wilder Wettbewerb entwickeln, wenn nicht die Standesorganisationen für die Wahrung der gesell schaftlichen Stellung des Aerztestandes sorgen würden. Ditre die soziale Versicherungsgefeßgebung sind die Cristenzbedin gungen der Aerzte von Grund aus geändert worden. Di Kassen boten einzelnen Aerzten einen Rückhalt, unter Um ständen sogar ein vollständiges Auskommen; gleichzeitig aber wurden ganze und nicht zu enge Volkskreise dem freien Wettbewerb der Aerzte entzogen. Der Zugang zum ärzt lichen Studium erweiterte sich, der Wirkungskreis verengert sich. Aus dem ärztlichen Stande entwickelte sich eine Klasse der Begünstigten, die unter Umständen auch mit ganzen Gemeinden ihre Abschlüsse machten und sich dadurch ein Eristenz einkommen und ein Fernhalten der Konkurrenz sicherten. So lange die Privilegierten ein auskömmliches Dasein hatten, lag für sie kein Grund vor, sich zu rühren. Andererseits aber bot das durch die Entwickelung unseres gewerb lichen Lebens bedingte Wachstum der Anzahl der Kassenmitglieder den Kassenvorständen die Möglichkeit, den Aerzten trotz der Verminderung der Einzelentschädigung ein Eristenzminimum zu bieten, und es wäre unwahrheit, wenn man unangemessene Aerztehonorare völlig bestreiten wollte. Zu dem hat ja der Nardenfötterprozeß einen Ueberblick über die Aerztehonorare geboten, der doch wohl in weiteren Kreisen überrascht haben dürfte. Diese Zustände meckten in den be teiligten Kreisen das Standesgefühl und das wüßtsein der gemeinsamen Interessen, und es wurde durch die Aerztebewegung eine Situation geschaffen, deren Ernst gerade die gewissenhaften Vorstände einer Krankenkasse ht außer achi lassen dürfen. Beharren die Aerzte auf ihrer solidarischen Verweigerung der Dienstleistungen für Kassenmitglieder, dann steht man vor der Gefahr einer Sprengung der Krankentassen. Und was ist nun die Forderung der Aerzte? Die freie Aerztewahl bei Bewilligung eines angemessenen Honorar jages für das Mitglied und für das Jahr. Das sind durchaus feststehende reale Faktoren, die sich genau berechnen laffen. Es wird ein Zustand geschaffen, der für die Pflege der Volksgesundheit ersprießlicher ist, als das heutige Ver hältnis. Denn die Krankenkassenmitglieder werden gegen die wirtschaftlichen Schädigungen infolge Erkrankung ge schüßt, und der wissenschaftliche Wettbewerb unter den Aerzter bleibt dennoch bestehen ein Verhältnis, auf das eine vor urteilslos urteilende Kassenbehörde hinarbeiten sollte. Uebei die Höhe der Honorare können dann ja bestimmte Verein. barungen getroffen werden. Deutfcher Reichstag. ( 20. Sizung.) CB Berlin, 28. Januar. Die gestrige Feier des Kaiser- Geburtstags und die bedeutsamen Mitteilungen, die Reichstagspräsident Graf Ballestrem in seiner Festrede bei dieser Gelegenheit gemacht hatte, scheinen wenig anregend auf das Pflichtgefühl der Reichsboten gewirkt zu haben. Wieder war das Haus fast eer! Die allgemeine sozialpolitische Debatte, die sich zum Titel„ Gehalt des Staatssekretärs" im Etat des Reichsamts des Innern entsponnen hat, wurde fortgesetzt. Abg. Gothein( freis. Ver.) kritisierte das Verhalten der Arbeitgeber und Behörden im Crimmitschauer Streif. Zu den verbotenen Weihnachtsfeiern mit etwaigen polilischen Ansprachen seien die Arbeiter erst durch die Behörden genötigt worden, die ihnen das Vereinigungs- und Versammlungsrecht völlig genommen hätten. Der Redner wandte sich weiter gegen eine Verschärfung der Beleidigungsstrafen und führte die sozialdemokratischen Wahlerfolge auf Mißgriffe der Rechtsprechung, Verschiedenheit der Urteile, je nachdem es sich handle um Vorgesetzte oder Untergebene, vor allem aber auf den Holltarif zurück. Die Industriezölle kämen, wie die Kartell- Enquete wieder darjetan habe, nur den Syndikaten zu gute. Ein Bedürfnis illerdringendster Art sei eine Enquete darüber, inwieweit heutzutage wirklich noch eine Notlage für die Landwirtschaft bestehe, und inwieweit die Zölle überhaupt der richtige Weg seien, um einer solchen Notlage abzuhelfen. Schließlich sprach sich Redner noch für das Experiment aus, einen Sozialdemokraten zum Minister zu machen. Ob nun gerade Herr Stadthagen su Justizminister passen würde, das bleibe dahingestellt.( Heiterfeit.) Aber weshalb sollte nicht Herr David zum Landwirtschaftsminister, Herr Schippel zum Handelsminister passen?! Abg. Korfanty( Pole) verbreitete sich über die Bejandlung der Arbeiter in Oberschlesien, namentlich auf den Gruben. Politisch und national würden sie unterdrückt, beschimpft, als Schweinehunde, polnische Säue u. dergl.„ Ic schlage Euch die Backzähne aus!" das müßten sich alte er graute Arbeiter gefallen lassen von jungen Beamten! Das sei deutsche Kultur! Ihm scheine auch, als ob sich die Aufichtsbeamten dort als politische Agenten herausbildeten. Die Menschenwürde der Polen werde dort mit Füßen getreten, es würden ihnen ihre staatsbürgerlichen Rechte genommen. Und da wundere man sich noch über den daraus erwachsender Haß! Wir danken für solche Kultur! Da bleiben wir lieber bei unserer eigenen Kultur! Graf Bülow sprach von Wasser polaken. Das ist eine Beschimpfung, gegen die wir Ver wahrung einlegen. Die ganze Antipolenpolitik wird vor einer Armee von Industriellen, von modernen Hoch it a plern betrieben( Unruhe rechts), die unser wirtschaft liches Leben plündern. Redner erwähnt dann eine Aeußerung eines deutschen Arztes auf einem Aerztekongreß in Poser und fügt hinzu: So kann nur ein verkommenes Sub jekt sprechen, das war eine Lüge!( Präs. Graf Ballestrem: Herr Abg., so dürfen Sie nicht reden von Jemandem, der sick hier nicht verteidigen kann. Das ist nicht Sitte im deutscher Reichstag! Rufe rechts:„ Aber im polnischen!" Stur mische Heiterkeit). Redner schließt sodann: Dieses ganz System ist eine Schande!( Nuse rechts: zur Ordnung! zui Ordnung!). Abg. Müller- Meiningen( frs. Vp.) verurteilte der Zolltarif, mit dem dem deutschen Volk der schwerste Schader zugefügt werde und verlangt ferner eine liberale Verwal tungspraxis und ein wirkliches Kaolitionsrecht für die Ar beiter, Zulassung der Frauen zu politischen Vereinen u. f. w Der Redner fritisiert dann das hamburgische Verbo: einer Versammlung von Führerinnen der modernen Frauen bewegung, die sich mit der Hamburger Prostitution be fassen sollte. Die Frauen hätten müssen schließlich nad Altona gehen, also in das klassische Land des Hammerstein jchen Segments. Hamburgischer Bundesratsbevollmächtigter Dr. Schä fer verteidigt das Versammlungsverbot; die Ausführunger der Rednerin seien derart gewesen, daß sie der öffentlicher Sittlichkeit mehr geschadet, als genügt hätten. Hieran schlos sich eine Rede des Abg. Wurm, der unsere ganze bis herige Sozialpolitik scharf kritisiert. Die Politik. Hochinteressante Mitteilungen über Kaiser Wilhelm machte der Reichstagspräsident Graf Ballestrem in seiner Rede bei der Kaisergeburtstagsfeier im Reichstag. Der Prä. sident erzählte, wie er, mit den beiden Vizepräsidenten vom Raiser in Audienz empfangen, diesem dafür gedankt habe daß er zugleich mit den ersten Nachrichten über sein Kehl opfleiden die beruhigenden ärztlichen Gutachten habe ver öffentlichen lassen. Darauf habe der Kaiser geantwortet: Ja, Sie haben's gut gehabt, ich bin aber zwei Monate herumgegangen, ohne zu wissen, ob die Sache gutartig oder bösartig wäre." Als Graf Ballestrem darauf dem Kaiser sein Erstaunen darüber aussprach, daß er trop seiner Krankheit die Begegnung mit dem Zaren hatte, da sagte, so erzählte der Präsident, der Kaiser ganz einfach wie ein Familienvater:„ Nun ja, wenn's was böses gewesen wäre, dann wollte ich dock meinem Sohnangenehme nachbarliche Ver: hältnisse hinterlassen."- Das ist eine Auffassung des Herrscherberufs, die echt hohenzollerisch ist. Der Bundesrat hat dem Gesetzentwurf betr. Entschädigung unschuldig Verhafteter seine Zustimmung erteilt A Bei der Kaisersgeburtstagsfeier in der deutschen Bot. chaft in Paris hob der Botschafter Fürst Radolin hervor, daß Deutschlands Beziehungen zu Frankreich in kommer. zieller und politischer Hinsicht die allerbesten seien. Das väre ja sehr erfreulich. Die Delsordebatte in der fran. zösischen Kammer zeigt aber, daß diesem Frieden nicht zu rauen ist. Auch die Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Handelsvertrages mit Belgien sollen nun ihren An. fang nehmen. Sie werden in Brüssel im Laufe des nächsten Monats stattfinden, wo die deutschen Delegierten in der belgischen Hauptstadt eintreffen werden. Diesen Verhandlungen ist ein so ausführlicher schriftlicher Meinungsaustausch vorausgegangen, daß sich ein rascher Verlauf der Beratungen erwarten läßt. Es sind nunmehr mit pier Staaten Verhandlungen wegen Abschlusses neuer Han delsverträge in der Schwebe. Rumänien wird sich oraussichtlich als fünfter bald hinzugesellen. * In den Vorschriften über die Fesselung der Gefange ren ist in Preußen eine wesentliche Aenderung eingetreten. Früher lag es im Ermessen des einzelnen Gefangenenaufsehers oder Gefangenentransporteurs, den Gefangenen zu fesseln. Jetzt hat der Justizminister besondere Betimmungen darüber erlassen. Danach darf nur ein mit Zuchthaus bestrafter Gefangener gefesselt werden, vährend die Fesselung anderer Gefangenen von dem zutändigen Richter vorher genehmigt werden muß. Auch in der Fällen, wo der Verdacht eines Fluchtversuchs des Gefangenen bestebt, können die Gefängnisbeamten nicht selbständig eine Fesselung des Gefangenen vornehmen, sondern müssen unter Vorbringung des Grundes einen Antrag auf Genehmigung zur Fesselung des Gefangenen einbringen. Die Genehmigung hierzu wird von dem zuständigen Richter erteilt. Ein Präsidialkonflikt ist in der bayerischen Abgeordnetenkammer ausgebrochen. Zu Beginn der gestrigen Sigung der Kammer verlas der Präsident v. Orterer ein Schreiben des liberalen Vizepräsidenten e i stner, in dem dieser sein Amt niederlegt, weil er in der Art und Weise, wie der Präsident in der Sitzung vom 25. d. M. ihm die Leitung der Verhandlungen abnahm und seine Anschauung zur Geltung brachte, eine Herabwürdigung vor dem Hause und dem ganzen Lande erblicke. hat der Schriftführer Schmidt- Wunsiedel( liberal) sein Amt niedergelegt. Präsident v. Orterer erklärte, daß er sich vollkommen berechtigt geglaubt habe, seine abweichende Meinung zur Geltung zu bringen. Alien. Ebenso Die russische Antwort auf die japanische Note ist, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter aus zuverlässigen diplomatischen Kreisen hört, gestern erst im Wortlaut festgestellt worden. Ihre Ueberreichung dürfte demnächst erfolgen. Ueber den Inhalt der Antwortnote ist natürlich nichts bekannt. Sonst liegen neue Nachrichten von besonderem Belang nicht vor. Aus Tokio wird nur gemeldet, die japanische Regierung habe beschlossen, eine Kriegssteuer durch Verdoppelung der Land- und Einkommensteuer zu erheben. Die Einfünfte würden dadurch um 44 Millionen Men vermehrt. Aus Bern wird ferner berichtet, das dortige internationale Friedensbureau habe sich wegen der Aufrechterhaltung des Friedens zwischen Rußland und Japan an die Leiter der auswärtigen Angelegenheiten der Großstaaten gewendet. Eine papierne Kundgebung, deren Ergebnislosigkeit von vornherein feststand. Zum Schluß noch eine saftige Verleumdung Deutschlands durch den„ Newyork- Herald", das bekannte Yankeeblatt mit dem Deutschenkoller. Er meldet: Deutschland und Dänemark haben ein Abkommen geschlossen, wonach für den Fall, daß England sich Japan gegen Rußland anschließt, Deutschland mit einer mächtigen Streitkraft sofort eine freundschaftliche Besegung Kopenhagens ausführt und dadurch die Ostsee tatsächlich sperrt, so daß die Russen verhindert werden, aus der Ostsee auszulaufen, und die Engländer, in sie einzulaufen. Bei der unvermeidlichen Teilung Chinas im Kriegsfalle beansprucht Deutschland für sich die Pefinger Provinzen." Es verlohnt nicht, sich mit dieser Lügenmär irgendwie zu befassen. Htrika. " Immer mehr wird es wahrscheinlich, daß die eng lischen Schauermären über die angeblichen Greueltaten der Hereros bei Keetmannshoop englische Erfindungen sind Nach einer beim Berliner Kolonialamt eingegangenen De pesche des Generalkonsuls in Kapstadt ist dort über die ge. fährliche Lage und angeblichen Greuel in dem Gebiet von Keetmanshop nichts bekannt. Die englischen Nachrichten werden für unglaubwürdig gehalten. Nach einem in Kapstadt vorliegenden Telegramm des Führers der 3. Feldkompagnie, Hauptmanns koppy, dauert der Waffenstillstand mit den Bondelzwarts fort und es sollten Verhandlungen beginnen. Gefechte haben nicht stattgefunden, und die deutsche Truppenmacht am Oranje ist dem Feind überlegen. Soweit die Meldung des Generalkonsuls. Die britische Schauernachricht, die angeblich aus Kapstadt gekommen sein sollte, dürfte danach in London selbst fabriziert worden sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist anzunehmen, daß Gouberneur Leutwein mit dem größten Teile der dem Aufstandsgebiet entzogenen, im Süden verwandten Truppen sich bereits wieder in Windhuk befindet. Er dürfte daher etwa am 23. Januar Windhuk erreicht haben. Bei der Beurteilung der Lage im Hererolande wird man nie vergessen dürfen, daß sich der Aufstand der Herero wesentlich von allen bisherigen Erhebungen nicht nur in Südwestafrika, sondern in allen unseren afrikanischen Schutzgebieten unterscheidet.. Da der Aufstand wahrscheinlich sich über das ganze Hereroland ausgebreitet hat, so steht uns ein feindliches Volk gegenüber, wie es in dieser Menge sich noch niemals erhoben hat. Niemand vermag zu schätzen, wie viel Tausende der Herero sich schon auf dem Kriegspfade befinden. Ihre Massen stehen jetzt noch wie hinter einem Schleier. Ferner hat das Land des Aufruhrs auch eine Ausdehnung von ungewöhnlicher Größe. Daraus entstehen besondere Schwierigkeiten für den Kampf. * Hof und Gefellschaft. *** Der Kaiser hatte gestern nach einem Spaziergang im Tiergarten, auf dem er vom Prinzen Eitel Friedrich be gleitet war, eine Unterredung mit dem Reichskanzler, dem auch vom König der Belgier ein längerer Besuch abgestattet wurde. Später hörte der Kaiser Vorträge und fand im Schlosse Familientafel statt. Der Kaiser hat für den in den Ruhestand getretenen Generaladjutanten v. Scholl di Stellung eines Generalfapitäns der Haus. es gibt Fälle, die man überhaupt nur mit dem Einsatz von das Duell für uns tun müssen," war Helmuts Antwort ,,, und r porliegnde gehört allerdings unferem berletzten Chrgefühl zu genügen, wird es doch immer Blut und Leben fühnen fan Frühlingsfest für eine fchlechte Einrichtung. aus und blidte fich mißbilligend um, als halte sie das ganze den Tag, und die Dame fab infolge dessen sehr übelgelaunt da wandte sich lebhaft unt, als die zwei jüngeren Herren legte Sennor D'Vegas nicht entfernt dieselbe Accuratesse an würdig schten! eigenen Herd gründe! Serzenstältem gegegenüber, schwer feſtbas er kennen gelernt, auch nur annähernd dieses Glückes Dies Mädchen war jung und schön, auch schien fie flug ein und das geflissentlich gebegte Borurteil über ihre wünschen müssen, daß Hellmut über kurz oder lang einen Würde das überhaupt jemals geschehen? Nur daß ihm bisher kein Mädchen, in HinderEine Dom Haar. Unrecht. Was ist daz har? ein weltlich Sänger des fiebzehnten Jahrhundred," flagt ein frommer feltsamen Haarmoden jener Tage und also nicht ganz zu Art Modenplauderei von Dr. Heilborn. Aber der Gute vergaß, daß ohne ienes winzige ureigenste Naturgeschichte die ( Rachdrud verboten.) im Sinblick auf die truppe geschaffen, mit deren Uebernahme er zum Königlichen Hofstaat übertritt. Die Haustruppen setzen sich zusam men aus der Leibgendarmerie, der Leibgarde der Kaiserin und der Schloßgardekompagnie. Die angekündigte Verleihung des neuen Ordens vom Norwegischen Löwen an Kaiser Wil helm ist bereits erfolgt. Deer und flotte. Stiftungen des bayerischen Prinzregenten für Unteroffiziere. Prinz Luitpold hat den beiden seinen Namen führenden bayerischen Feldartillerieregimentern( dem 1. und 7.) je 15 000 Mark zugewiesen, deren Zinsen, wie die früheren Zuwendungen in gleicher Höhe teils zu gemeinnützigen, dem Offizierkorps dienenden Einrichtungen, teils zu Bulagen für Unteroffiziere verwendet werden sollen. Außerdem überwies der Prinzregent dem 7. Feldartillerieregiment weitere 4000 Mark zur Unterstützung hilfsbedürftiger Unteroffiziere; dem 1. Feldartillerieregiment hat der Regent bereits im Jahre 1864 eine ähnliche Zuwendung gemacht. Aus dem Gerichtsfaal. § Verschiedene Privatklagen des ehemaligen Leutnants Bilse werden in nächster Zeit die Gerichte beschäftigen. Bilse hat gegen die Verbreitung von Ansichtspostkarten, welche in derber Weise Bezug nehmen auf einzelne in seinem Roman„ Aus einer kleinen Garnison" erwähnte Vorgänge, Protest erhoben und ist gegen die Verbreiter solcher Vostfarten mit Klagen vorgegangen. § Wegen Zweikampfes wurden in Wesel vom Kriegsgecicht der Leutnant Schreiner zu zwei Jahren Festungshaft und Dienstentlassung verurteilt, Leutnant der Reserve Rauchuß zu drei Monaten Festungshaft und Stabsarzt Dr. Ellenjeck wegen Kartelltragens zu einem Tage Festungshaft verirteilt. § Wegen Soldatenmishandlung in 114 Fällen bei der Rekrutenausbildung hatte sich vor dem Kriegsgericht in Posen der Gefreite Kahle von der 6. Kompagnie des 155. infanterieregiments in Ostrowo zu verantworten. Das Ge: icht nahm 111 von diesen 114 Fällen als erwiesen an und rkannte nach dem Antrage des Anklagevertreters auf 1 Jahr Befängnis. 8.vmord. Vor dem Nürnberger Schwurgericht hatten sich der 30 Jahre alte ledige Polierer Gustav Roscher aus Nürnberg und der 17jährige Pinselmacher Mar Böckler aus Dinkelsbühl wegen Raubmordes zu verantworten. Sie waren beschuldigt, am 20. November 1903 die Tante Böcklers, die 56 Jahre alte ledige Obsthändlerin Mader in ihrer Wohnung in Dinkelsbühl erdrosselt und ausgeraubt zu haben. Roscher wurde wegen Raubmordes zum Tode und Böckler wegen Anstiftung zum Raubmord zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. * Verschüttet. Auf der Zweiglinie Klimontow- Sargurshe der Warschau- Wiener Bahn famen bei Erdarbeiten sieben Arbeiter ums Leben. Die Verunglückten waren dabei be schäftigt, einen neuen Bahndamm aufzuwerfen, der plötlich zusammenbrach und sie unter sich begrub. Mord im Eisenbahnzuge. Einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist anscheinend der 28jährige Reisende Theodor Pötter aus Hamme bei Bochum. P. wollte dieser Tage von Sprockhövel nach Barmen fahren, traf aber dort nicht ein; vielmehr fanden Bahnbcamte seine Leiche auf dem Bahnkörper zwischen den Stationen Henbruch und Wichlinghausen; um den Toten herum lag zerstreut ein größerer Geldbetrag, man spricht von etwa 2000 Mark(?). Die ärztliche Untersuchung stellte fest, daß P. durch einen Hammerschlag auf den Kopf getötet worden ist. Wie die Leiche auf die Schienen fam, ist noch nicht aufgeklärt. Es wird angenommen, daß P. während der Fahrt nach Barmen beim Passieren eines Tunnels von einem Mitreisenden überfallen und dann zum Fenster hinausgeworfen ist. Der Getötete trug 40 bis 60 Mart im Portemonnaie bei sich, dieses Geld ist verschwunden. Von dem Täter fehlt noch jede Spur. § Ein Eisenbahnfrevel fand vor dem Stendaler Schwurgericht ſeine Sühne. Angeklagt waren die jugendlichen Knechte Hildebrandt, Nagel und Hoffka, sämtlich aus Käschen, wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports. Sie haben am 8. November nachts auf dem Heimweg vom Tanzsaal einen 3,50 Meter langen Chausseebaumpfahl quer über die Schienen gelegt und mit schweren Steinen festgerannt. Nur durch Zufall wurde s. 3t. ein gräßliches Unglück verhütet. Vom Untersuchungsrichter war ein praktischer Versuch angestellt worden, der ergab, daß der Zug durch das Hindernis zweifellos zum Entgleisen gebracht worden wäre, wenn der Führer nicht rechtzeitig es entdeckt hätte. Die Angeklagten gestanden die Tat ein, gaben aber Trunkenheit als Milderungsgrund an. Das Urteil lautete gegen Hildebrandt auf 1 Jahr 1 Tag Zuchthaus, gegen Nagel auf 1 Jahr 1 Tag Gefängnis( er war s. 3t. noch nicht 18 Jahre alt) und gegen Hofffa auf 1 Jahr Zuchthaus. Alle drei Angeklagten traten die Strafe sofort an. § Wegen Totschlags und Diebstahls wurde der Arbeiter Gustav Bunkowski aus Gr.-Lichtenau vom Schwurgericht in Elbing unter Versagung mildernder Umstände zu fünfzehn Jahren Zuchthaus und den üblichen Nebenstrafen verurteilt. Dr Angeklagte hatte im Sommer v. Is. einen Kuhhirten aus Rache mit dem Spaten erschlagen. Auf dem Transport zu einem Lokaltermin war es dem Verbrecher seinerzeit gelungen, die Flucht zu ergreifen, er konnte jedoch nach Verlau von etwa vier Wochen wieder verhaftet werden. Nab und Fernt. Opfer der See. An der norwegischen Küste wüten fort. gesetzt Ortane. In einem schweren Schneesturm verschwanden nachts drei Schifferboote aus dem Tromsöer Hafen. Es be steht die traurige Gewißheit, daß sämtliche 6 an Bord be findliche Personen umgekommen sind. Eine weitere Unglücksbotschaft kommt aus Viktoria( Brit. Kolumbien). An der dortigen Küste ist der englische Postdampfer„ Seelöwe" mit Mann und Maus untergegangen. Bunte Chronik. Durch eine Kesselexplosion in einer hemischen Fabrik tamen in Mülheim a. Rh. zwei Personen ums Leben. -Bei Wreska, Kreis Oppeln, wurde ein achtjähriges Mädchen aus den Händen einer Zigeunerbande befreit. -Therese Humbert hat es abgelehnt, im Beleidigungs prozeß Cattaui persönlich vor Gericht zu erscheinen. - In Bukarest wurde der Chefredakteur Prassin im Duel erschossen. Sein Gegner Finkelstein wurde verhaftet. Der Landwirt. 2876 MF. 98 Pf.( 2984 Mf. 96 Pf.), in Hannover auf 2737 mf. 41 Pf.( 2781 Mt. 63 Pf.), in Magdeburg auf 2706 Mf. 11 Pf.( 2895 Mf. 15 Pf.), in Königsberg auf 3063 Mt. 94 Pf.( 3191 Mr. 20 Pf.), in Altona 2108 Mt. 98 Pf.( 2150 mt. 43 Pf.), in Danzig auf 2748 Mt. 55 Pf. ( 2825 Mt. 78 Pf.), in Essen auf 2217 Mt. 62 Pf.( 2359 Mt. 56. Pf.). A[ Tschapka und Damenhut.] Eine nette Geschichte trug sich dieser Tage im Schnellzuge Prag- Wien der Staatseisenbahngesellschaft zu. In einem Rupee zweiter Klasse sigen sich ein Ulanenrittmeister und eine Dame aus einer tschechischen Provinzstadt gegenüber. Der Offizier fährt dienstlich nach Pardubit, die Dame war in Modesachen in Prag und führte einen Damenhut modernster Form mit sich, der den Neid aller Damen der Kleinstadt erregen sollte. Kurz vor Pardubitz stieg die Dame mit ihrer Hutschachtel aus, von dem Gemahl am Bahnhofe erwartet, der gerade noch die salutierende Bewegung des Rittmeisters von außen erhaschen fonnte, die seiner Frau galt. Das Gesicht des Gatten verfinsterte sich, als er von seiner Gemahlin den Kaufpreis des Pariser Modells erfuhr, aber es wurde drohend, als sich aus der Schachtel zu Hause ein- Ulanentschapka herausschälte. Aber auch das Gesicht des Rittmeisters in Pardubit soll nicht das geistvollste gewesen sein, als er statt seiner Paradetschapka den Paradehut aus der Schachtel zog. pd Die abnorme Preisbewegung des Schweinefleisches ir München hat das bayerische Ministerium des Innern zu einer einschneidenden Maßregel veranlaßt. Es weist in eine an den Magistrat gerichteten Resolution auf das Sinker der Schweinepreise auf dem Münchener Schlachtviehhofe_hin während die Preise für Schweinefleisch dieser Abwärts bewegung nicht gefolgt seien. Im Interesse des konsu mierenden Publikums werde dem Magistrat dringeni empfohlen, auf die Metzger mit möglichstem Nachdruck ein zuwirken, daß sie baldigst die Preise für Schweinefleisch er mäßigen. Sollten die Metzger diesem Ansinnen nicht nach kommen, so würde reiflich zu erwägen sein, ob nicht in anderer Weise Abhilfe geschaffen werden könnte, wie z. B durch Förderung genossenschaftlicher Vereinigungen de Konsumenten oder durch Schaffung begünstigter Konkur renzunternehmungen und dergleichen. In Berlin hat sid das Schweinefleisch im Kleinhandel bereits bedeutend ver billigt. Es wird durchgängig in der Zentralmarkthalle mi etwa 10 Pfg. pro Pfund weniger bezahlt, als vor ctwe einem Monat. In Berliner Schlächterkreisen sicht man ir der großen Zufuhr gut schlachtreifer einheimischer Schwein den Beweis, daß die deutsche Landwirtschaft wohl imstand ist, den Bedarf zu decken, während man noch immer über Mangel an schlachtreifem Rindvieh, speziell Ochsen, klagt Daß übrigens die Schlächter selbst bei den hohen Preiser für Schweinefleisch im vorigen Jahre nicht schlecht gefahrer sind, ergeben die Ausweise der Aktiengesellschaften von Vog und Wolf in Gütersloh und Demte in Braunschweig, di sich mit der Herstellung von Wurst und Fleischwaren be fassen. Die erste hat ihr Aktienkapital mit 17,21 v. H. die andere trotz großer Abschreibungen mit 7,4 v. H. ver zinsen können. Die Lage in Aalesund hat sich insofern etwas verschlechtert, als einige Fälle von Typhus unter der obdachlosen Bevölkerung aufgetreten sind. Doch ist, da die Kranken sofort nach Molde geschafft worden sind, ein verderbliches Umsichgreifen der heimtückischen Krankheit wohl kaum zu fürchten, um so mehr, als jetzt auch ein großer Teil der Abgebrannten auf den Schiffen beherbergt werden kann, wo peinliche Sauberkeit herrscht. Allein der Hamburger Dampfer Phönicia" hat 2500 Personen an Bord genommen. Die„ Phönicia" wurde sofort nach ihrem Einlaufen von Massen hungerigen Leuten bestürmt und verabreichte innerhalb zweier Stunden 2100 Portionen Essen. Das Wetter ist trocken und milde bei Südwind. Das Feuer glimmt unter den Trümmern weiter, das Kohlenlager ist noch nicht ausgebrannt. Nur wenige Häuser sind unbeschädigt, 700 sind zerstört. Die Stadt bietet einen grauenhaften Anblick; es herrscht eine penetranter Geruch von verbrannten Fischlagern. Es sind drei Depots für Proviant und Kleider errichtet worden. Es werden Vons verteilt, die für eine Woche Giltigkeit und einen Wert von 3 Kronen pro Kopf haben. Insgesamt stehen 250 000 Kronen zur Verfügung. Die erste Stadtverordnetenversammlung, die nach dem Brande stattgefunden hat, beschloß, ein Komitee mit diftatorischer Gewalt einzusetzen, und gab ein neues Bauregulativ mit Mauerzwang. + Unglücksfälle bei Kaisersgeburtstags- Feiern. Wie aus Bruchhausen gemeldet wird, wurde die KaisersgeburtstagsFreude der dortigen Einwohner durch ein furchtbares Unglück in tiefe Trauer verwandelt. Während eines Fackelzuges scheuten die Pferde eines Metzgerwagens und rasten in eine Kinderschaar hinein. Zahlreiche Kinder wurden schwer verleẞt, eines wurde getötet. Der Wagenführer wurde verhaftet. Auch in Magdeburg gab die Feier den Anlaß zu einem beklagenswerten Unfall. Bei dem Salutschießen in der Zitadelle wollte ein Schuß nicht losgehen. Bei der Nachforschung nach der Ursache des Versagens erfolgte eine Explosion, durch welche einem Soldaten des Fußartillerie. regiments der rechte Arm abgerissen und der Soldat außer dem an beiden Augen verletzt wurde. Zwei andere Soldaten erlitten Brandmunden im Geücht. Vermischtes. den! Küffe immer berivi Geufa tend):„ Man Lehrzeit brin H NL. Die M gestern im g der großen foftbarite St Monard felb Fauft und dem flid ift, mit o glode auf g heben find fer gold) und de find weiter e paar feltene Wappen des Thüringen( u Steigbügel b der obere Arme). Pi alten Ralibe sich an. Au Federbusch Offiziere und dar, Ueber [ Der Karneval in Nizza] wird auch dieses Jahr seinen Weltruf durch Pracht und Glanz bewähren. Die Bläße und Straßen Nizzas sind bereits von einem Ende zum anderen geschmückt worden, während auf der Place Massena von einem Heer von Arbeitern der riesige goldene Pavillon errichtet wird, der als Palast des Prinzen Karneval während seiner kurzen, aber fröhlichen Regierung dienen soll. Der Pavillon wird durch tausende von elektrischen Lampen erleuchtet werden, während ein starker Scheinwerfer von der Kuppel darüber spielen wird. Die Ausschmückung der Place Massena kostet allein einige 20 000 Mark. Der Herrscher des Festes, Prinz„ Karneval Zuckerpflaume, Kaiser der Sahara", wird eine riesige Karikaturfigur von „ Kaiser Jacques I." sein, die auf einem Thron von 24 schwarzen nubischen Riesen getragen wird. Das Bild des Prinzen und der Wagen, auf dem es mittels eines verborgenen Automobils durch die Straßen geführt wird, werden ungefähr 40 Fuß hoch aufragen und ungefähr 20 000 Mart kosten. [ Au Kaisersgeburtstag vor 45 Jahren] knüpft sich folgende hübsche Anekdote. Ganz Berlin nahm die Kunde von dem frohen Ereignis mit herzlicher Freude auf und veran staltete noch am selben Abend allerlei Jestlichkeiten. Nach Einbruch der Dunkelheit erstrahlten die Straßen in Festbeleuchtung, in vielen öffentlichen Lokalen fanden Bankette mit Reden und Gesängen statt, und in den Theatern wurden die Aufführungen durch Festprologe eingeleitet. Vielen Beifall fand besonders folgender Vers, den der bekannte Schauspieler Franz Wallner als Sebastian in dem damals sehr beliebten Volksstück„ Stadt und Land" einem Cuplet beifügte: „ Es war die Zeit jüngst schwer, Doch ist sie' s jetzt nicht mehr, Weil nun mit Gottes Gnad' Im ganzen preußischen Staat Die Herzen alle jubeln. Das muß was Großes sein, Denkt jeder; aber nein, Es ist ich mein' es- Gottlob was Kleines!" O[ Eine Schmähschrift] schlimmster Art wird nächstens in Leipzig die Buchdruckpresse verlassen. Herr Erleutnant Mattachich, der sich die an ihn von der Prinzessin Luise von Koburg gerichteten Briefe soeben durch einen Prozeß zurückerobert hat, wird diese in einem von hm verfaßten Buche verwenden, das seine Beziehungen mit der unglücklichen Fürstin eingehend behandelt. Außerdem werden sich darin auch Kapitel mit der angeblichen Wahrheit“ über den Tod des Kronrinzen Rudolf befinden auf Grund von Mitteilungen, die die Prinzessin von Koburg von ihrem Gatten, der die verhängnisvolle Nacht mit dem Kronprinzen in Mayerling verbracht hat, seinerzeit erhalten hat. Ein anderes Kapitel soll dem Fürsten Ferdinand von Bulgarien gewidmet sein. [ Das schießende Schloß] ist die neueste Erfindung für bor Einbrechern besorgte Leute. Sie verdankt ihr Entstehen einem Wiener Schlossergesellen Kraus, der sie für seine Zimmervermieterin, die besonders ängstlicher Natur war, anfertigte. Bei einem Versuch, das Schloß mit einem fremden Schlüssel zu öffnen, so sagt der Erfinder, werde es drei Schüsse abfeuern. Leider erfolgte der Knalleffekt, nachdem das Schloß eine Weile ausgezeichnet funktioniert hatte, eines Abends auch bei Anwendung des richtigen Schlüssels und der Wirtin wurde der Zeigefinger der rechten Hand zerschossen. Der unglückliche Erfinder sieht jetzt noch einer polizeilichen Untersuchung entgegen. [ Die reichsten Städte in Preußen.] Kürzlich ging durch die Presse die Meldung, daß Charlottenburg die reichste Stadt in Preußen sei. Diese Meldung ist unbegründet. Nack einer hochinteressanten Zusammenstellung im Finanzmi nisterium betrug 1902 in den Stadtkreisen das durchschnitt. liche auf jeden Zensiten veranlagte Einkommen 2741 Mr. 40 Pf., es ist 1903 auf 2644 Mt. 10 Pf. gesunken. Die höchste Stelle nimmt Bonn ein, hier hat jeder Zensit 1903 ein Einkommen von 4538 Mf. 20 Pf.( 1902 betrug es 4756 Mt. 58 Pf., es folgt Wiesbaden mit 4270 mt. 72 Pf. ( 1902 4209 m. 88 Pf.), dann kommt erst Charlottenburg mit 4142 Mr. 89 Pf.( 4124 Mf. 95 Pf.), Frankfurt a. M. kommt an vierter Stelle mit 4026 Mt. 42 Pf.( 4114 Mf. 74 Pf. im Jahre 1902). Am niedrigsten steht Rirdorf mit 1474 Mt. 84 Pf.( 1458 mt. 42 Pf.), es folgt dann Oberhausen mit 1483 Mt. 97 Pf.( 1467 Mt. 95 Pf.), Gelsenkirchen mit 1550 Mf. 18 Pf.( 17777 Mt. 54 Pf.), Linden mit 1588 Mt. 38 Pf.( 1591 Mt. 20 Pf.), sowie Königshütte in Oberschlesien mit 1610 Mt. 20 Pf.( gegen 1630 mt. 40 Pf.). Sehen wir uns num die großen Städte an, so hatte der Berliner ein durchschnittliches Einkommen von 2503 Mt. 58 Pf. gegen 2653 Mt. 57 Pf. im Vorjahr, in Breslau stellte es fich auf 3244 Mf. 24 f.( 3296 Mt. 62 Bf.), in Köln auf das Poftamen und eine flei Nachbildungen dem Zeughau MR 100 0 Turin gemeld dortigen Bibl fele wertvolle A[ Extravorstellung eines Elefanten.] Im Londoner Hippodrom, wo augenblicklich eine Anzahl von Elefanten in dem Stücke„ Die goldene Prinzessin und die Elefantenjäger" eine Hauptrolle spielen, gab einer der Elefanten eine Extravorstellung, durch die er das Ballettkorps in wilde Panik versetzte. Charlie sollte sich in den heiligen Fluß stürzen, entschloß sich aber plötzlich anders und ging eine Treppe hinauf, die zum Zimmer des Managers führte. Es scheint, daß er dort einige Beschwerden vorzubringen hatte. Jedenfalls zeigte das Zimmer große Spuren vom Unwillen des Besuchers. Die Tür verschwand vollständig, und Sofa und Stühle wurden, ebenso wie ein großer Standspiegel, vollständig zerschmettert. Nachdem Charlie auf diese Weise dem Manager, der sich übrigens vor dem Besucher respektvoll zurückgezogen, seine Meinung zum Ausdruck gebracht hatte, begab er sich eine Etage höher auf den Gang, an den die Ankleidezimmer der Balletteusen stoßen. Die Mädchen mußten zuerst gar nicht, wie sie sich den furchtbaren Tumult in dem Gange erklären sollten. Das ganze Gebäude zitterte unter den schweren Tritten des Besuchers. Die Panik der Mädchen erreichte ihren Höhepunkt, als der Elefant, den wahrscheinlich die Korridorwände beengten, heftig trompetete. Den Mädchen gelang es schließlich, halbangekleidet eine Leiter zu erreichen, die zum Dache führte. Zitternd vor Frost und Furcht kamen sie erst dann wieder herunter, nachdem es mit vieler Mühe gelungen war, den Elefanten in leinen Stall zurückzubringen. Das Neuefte aus den Witzblättern. Spekulativ.„ Du Sepp, warum bettelst du denn immer am Ausgang vom Café Flora und nicht gleich beim Dom?" Sepp( angeblich taub):„ Dös verstehst d' net.... Siehgst, da drin' is alle Woch'n Kaffekränzl, und wenn die Damen davon' rauskommen und seh'n mi, da empfind'n s' am meisten, wie schreckli' es sein müßt', wenn ma' net höret' und nacha gibt mir a' jede an' Nickel!" Modern. Herr( zum Komiteemitglied eines Wohltätigkeitsfestes):„ Wie sind denn die Aussichten für Guer est?" Komiteemitglied:", schlechte! Bis jetzt sind 33 Sängerinnen, 5 lyrische Tenöre, 8 Deflamatoren angemeldet und 4 Eintrittskarten verkauft!" Gerechte Entrüstung. Wirt:„ Na, diese Nacht waren Sie schön beschwipst! Da tamen Sie herein und verlangten ein Glas Wasser!" Studiosus:„ Und das haben Sie mir gegeben??!!" Aus der Sommerfrische.„ Herr Wirt, ist das ein Kalbs- oder Schweinskotelett?" am G'schmack?"—„ Nein!"—„ Nun, dann kann's Ihnen - ,, Merken S' jetzt nicht ja ganz egal sein!" Aus dem Liebesbrief eines Dichters. .. Meine Liebesbriefe werden sicher einſt gedruckt werdarunter ara Codices der aus dem 15. bersität ist ge Ter London nach ** * Mil im Inf Regt wurde zum ü * Info Rodigule find bis jetzt benen 4 bis hause befind Eine Behar dasselbe to nach den Wirkung nu halb furzer erfolgt); übr Mittel vor. mutmaßlichen die Univers Gafftyworden. In Seftion ein Dr. Gaffty Aus T dem traurig drahtet, und zwar Mutter von Dienstmädche Fällen find während 89 Die Strede Gie gehen zu las ** I weder Ueber zu Gieße Borträge üb wieder ihre Ehrlich hat würdigkeit Sie finden in der höh man follte fo wichtige * D anftalten& 14 Tage. * Gir * feier der fchreibt uns Rompagnie gaben zu waren tabel Mannschaft Gen Landes Krie Deutsch- Süd unter ihnen fameraden, legene Sord Se. Majefta entfendet, at aus den har werden wir But verlore Reich hingeb unfer hochbe Dereins Wint annover auf gdeburg auf nigsberg auf den! Küsse sie deshalb nicht, Geliebte! Es gibt dann immer verwischte Stellen, die der Sezer nicht lesen kann." Seufzer. Lehrling( seinen Kopf im Spiegel betrach tend):„ Man kann vorher noch so hübsch aussehen, aber die Lehrzeit bringt einen doch aus der Proportion!" a 2108 Mt. Mt. 55 Bf. f.( 2359 Mt. eschichte trug Der Staats Deiter Klaffe e aus einer ffizier fährt odefachen in rm mit sich, ollte. Kurz tel aus, von de noch die en erhaschen Gatten ve Kaufpreis end, als sid pfa heraus: in Bardu er statt feiner tel 30g. Jahr feinen Die Blaze Ende zum ace Massena ne Pavillon al während foll. Der Lampen errfer von der dung der Mart. Der flaume, Stai urfigur von ron von 24 Das Bild des eines verbor wird, werden 20 000 Mart ird nächstens r Eyleutnant in Luise von Prozeß zu faßten Buche unglücklichen en sich darin iber den Tod on Mitteilun Gatten, der en in MayerEin anderes garien gewid Erfindung für ihr Entstehen ſie für feine Natur wat, einem fremverde es drei feft, nachdem It hatte, eines Schlüssels und en Hand zer 3t noch einer m Londoner Elefanten in efantenjäger" eine Ertra wilde Panit Fluß stürzen, Treppe hinEs scheint, atte. 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Hervorzuheben sind ferner die Feldmarschallſtäbe Wrangels( rot mit gold) und des Grafen Blumenthal( blau mit gold). Da sind weiter ein alter Turniersattel, Hellebarden und ein paar seltene Schwerter; eines davon trägt im Knauf das Wappen des Deutschmeisters Konrad, Landgrafen von Thüringen( um 1200). Eine Menge alter Sporen und auch Steigbügel befinden sich unter den Neuerwerbungen, sowie der obere Teil einer Rüstung( Helm, Brustharnisch und Arme). Pistolen, Gewehre, Pulverhorn und zwei Kanonen alten Kalibers aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts reihen sich an. Auch ein paar alte Dreimaster sind da, einer mit Federbusch. Fünf farbige Bilder kleineren Formats stellen Offiziere und Mannschaften aus der Zeit von 1806-1814 dar. Ueber diesen interessanten Erwerbungen, die rings um das Postament der Borussia angebracht sind, wehen Fahnen und eine kleine seidengestickte Standarte, neu hergestellte Nachbildungen von Feldzeichen, welche die Russen 1806 aus dem Zeughause mitgenommen haben. MR. 100 000 wertvolle Bücher verbrannt. Wie aus Turin gemeldet wird, sind bei einem großen Brande in der dortigen Bibliothef etwa 100 000 Bücher verbrannt. Auch set, c wertvolle Manuskripte wurden ein Raub der Flammen, darunter arabische, koptische, türkische und lateinische. Die Codices der Abtei Bobbio, sowie sehr seltene Sammlungen aus dem 15. Jahrhundert sind gerettet. Die Turiner Unibersität ist geschlossen, da einige Hörsäle einzustürzen drohen. * Lokales. 28. Januar 1904. Ter Großherzog begab sich am Mittwoch von London nach Windsor zum Besuch des Königs von England. ** Militärdienst nachricht. Oberleutnant Giese im Inf- Regt. Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, wurde zum überzähligen Hauptmann befördert. * Infolge Genusses verdorbenen Bohnensala ts in der Kochschule des Alice- Frauenvereins in Darmstadt find bis jetzt 16 Erkrankungsfälle bekannt geworden, von denen 4 bis heute tödlich verliefen. Im städtischen Krankenhause befinden sich noch 5 Personen in ärztlicher Behandlung. Eine Behandlung mit Antitoxin war in Aussicht genommen, dasselbe fonnte jedoch nicht rechtzeitig beschafft werden( da nach den bis jeßt gemachten Erfahrungen eine günstige Wirkung nur zu erhoffen ist, wenn die Anwendung innerhalb kurzer Zeit nach dem Genuß der verdorbenen Speise erfolgt); übrigens liegen nur spärliche Erfahrungen mit diesem Mittel vor. Mit der wissenschaftlichen Untersuchung des mutmaßlichen Erregers der vorliegenden Bergiftungsfälle sind die Universitätsprofessoren Geheimen Medizinalräte Dr. Gaffty Gießen und Dr. Bost roem-Gießen betraut worden. Im Laufe des gestrigen nachmittags wurde eine weitere Sektion einer Verstorbenen vorgenommen, zu der auch Herr Dr. Gaffty- Gießen zugegen war. Aus Darmstadt wird uns heute vormittag zu dem traurigen Vorkommnis in der Aliceschule noch ge- drahtet, daß zwei weitere Todesfälle eingetreten sind, und zwar verstarb gestern Abend Frau Hüfner, die Mutter von 3 unmündigen Kindern, und heute früh das Dienstmädchen Elise Klingner. Mit diesen zwei neuesten Fällen sind im ganzen bis jetzt 7 Personen verstorben, während 8 Personen noch frank darniederliegen. * Die Eisenbahn- Verwaltung beabsichtigt auf der Strede Gießen Köln eine Anzahl Bahnwärterposten ein gehen zu lassen. An Stelle der Bahnübergänge sollen entweder Ueber- oder Unterführungen angelegt werden. *.. * Alice Frauenverein für Krantenpflege zu Gießen. Die schon seit einigen Jahren veranstalteten Vorträge über Krankenpflege hab.n auch für diesen Winter wieder ihren Anfang genommen. Herr Stabsarzt Dr. Ehrlich hat wie früher, in hoch anzuerkennender Liebenswürdigkeit die Aufgabe übernommen, dieselben zu halten. Sie finden jeden Montag und Donnerstag von 5-6 Uhr in der höheren Töchterschule statt. Der Zutritt ist frei und man sollte nicht versäumen, sich wertvolle Kenntnisse auf dem so wichtigen Gebiete der Krankenpflege anzueignen. ** Die Osterferien der Gießener höheren Lehranstalten beginnen am 26. März und beschränken sich auf 14 Tage. * * Ein Teilnehmer an der Kaisers- Geburtstagsfeier der 7. Kompagnie in Lony Bierkeller in Gießen schreibt uns:„ Die Arrangierung der Feier gereicht der Kompagnie zu besonderer Ehre, die theatralischen Aufführungen gaben zu reißendem Beifall Anlaß und die Männerchöre waren tadellos; es herrschte unter den Vorgesezten und der Mannschaft eine ausgezeichnete Feststimmung." * * General von Spiß, der Vorsitzende des Preußischen Landes- Kriegerrerbandes erläßt folgenden Aufruf:„ In Deutsch- Südwestafrifa fämpfen unsere Deutschen Brüder, unter ihnen unsere zur Fahne einberufenen Kriegervereinsfameraden, den Verzweiflungskampf gegen tausendfach überlegene Horden gut bewaffneter rebellischer Eingeborenen. Se. Majestät der Kaiser hat sofort die nötigen Hilfstruppen entsendet, aber schwere Sorge lastet auf uns, was bis dahin aus den hart bedrängten Kameraden und ihren Familien werden wird. Viele Kameraden haben bereits Hab und Gut verloren, manche werden ihr Leben für Kaiser und Reich hingeben müssen. So ist bereits mit unter den ersten unser hochverdienter Kamerad, der Vorsitzende des Kriegervereins Windhuk, Leutnant d. R. der Schußtruppe Raimund Boysen, im Kampfe gegen die Hereros bei Okahandja gefallen. Kameraden, wie wir immer ein Herz zeigten für Bedrängte, so werden wir jetzt unsere deutschen Brüder und Kameraden im fernen Afrika nicht im Stiche lassen. Wir bitten für sie um Gaben, die jeder nach seinen Verhältnissen gern geben wird, und ersuchen die Kameraden, etwaige Beiträge an den Vorstand des Preußischen Landes Kriegerverbandes, welchem durch Kyffhäuserbeschluß die Kriegervereine in Deutsch- Südwestafrifa bis auf weiteres angeschlossen worden sind, einzusenden. Auch die kleinste Gabe ist willkommen. Wir werden in der„ Parole" über die von den deutschen Krieger vereinen eingegangenen Gelder quittieren, sie vorläufig deponieren und, sobald die Zeit gekommen, eine möglichst schnelle und sachgemäße Verwendung veranlassen. Wie im verflossenen Sommer für die durch Hochwasser ge= schädigten Kameraden in Schlesien die Beiträge verwendet worden sind, so sollen auch diesmal die von den Kriegervereinen gesammelten Gelder ausschließlich für die Mitglieder der Kriegervereine Südafrifas Verwendung finden." ** Postverkehrs- Notiz. Der Meistbetrag für Bostanweisungen wie für Nachnahmen auf Einschreibsendungen, Bostpaketen und Postfrachtstücken ist im Verkehr mit DeutschNeu- Guinea von 400 Mt. auf 800 Mt. erhöht worden. * ** Siebente deutsche Lehrerfahrt nach Italien. Die während der legtjährigen Osterferien ausgeführten Spezial- Reisen deutscher Lehrer nach Rom und Neapel hatten einen so wohlgelungenen Erfolg, daß auch in den Osterferien dieses Jahres eine gleiche Reise und, wie vorweg bemerkt wird, mit ganz dem gleichen Programm ausgeführt werden wird. Dieselbe beginnt am Balmsonntag den 27 März in Luzern. Die gemeinschaftliche Reise endet in Neapel am Freitag den 8. April. Nicht- Lehrer fönnen unter gewissen Bedingungen an der Reise teilnehmen. Wer sich für die Sache interessiert, kann den ausführlichen Prospeft( gratis und franko) von der„ Neuen Badischen Schulzeitung" in Mannheim erfordern. * Es sei wiederholt zur Vorsicht gegenüber unbekannten Darlehnsvermittlern gewarnt, die durch anscheinend vorteilhafte Zeitungsinserate ihre Dienste anbieten, da es sich hier häufig um bestrafte, übelbeleumundete und vertrauensunwürdige Personen handelt, denen es nicht um die Beschaffung eines Darlehens, sondern um die Erlangung der Auskunftsgebühr zu tun ist. Wir sehen uns veranlaßt, diese Warnung zu wiederholen, da erst neuerdings wieder ein Darlehnsvermittler in vielen auswärtigen Zeitungen inseriert hat, welcher im Jahre 1902 wegen gewerbs- und wechselmä igen Wuchers mit 6 Monaten Gefängnis, 500 Mt. Geldstrafen und 2 Jahren Ehrverluft bestraft worden ist. = Lich, 26. Jan. Gestern fand in den fürstlichen Waldungen die erste Holzversteigerung statt. Die Preise standen nicht sehr hoch. Für Buchen- Scheiter wurden bezahlt 30-32 Mt., Prügel 20-24 Mt., Stockholz wurde mit 10-12 Mt. abgelassen. Die Preise verstehen sich per Angebot von 4 Meter. = Hungen, 28. Jan. Dieser Tage hat sich hier eine Attiengesellschaft gebildet, die eine Ziegelet erbauen und einen Ringofen anlegen will. Lauter, 28. Jan. Wie alljährlich, so wurde auch gestern wieder der Geburtstag unseres Kaisers gefeiert. Es hatten sich zu der Feter der Krieger- und Gesangverein, sowie Herr Lehrer Kredel mit den Schulkindern und außerdem noch zahlreiche andere Teilnehmer im Saale des Gastwirts Biz eingefunden. Herr Lehrer Kredel hielt eine zündende, patriotische Rede; passende Lieder wurden vom Gesangverein und den Schulkindern gesungen, sowie einige Gedichte von mehreren Schülern sehr schön und perfekt vorgetragen und von den Anwesenden mit großem Beifall aufgenommen. Nachdem Herr Kredel ein dreifaches Hoch auf den Kaiser ausgebracht, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten, wurde zuin Schlusse das Lied, Deutschland Deutschland über alles" von sämtlichen Teilnehmern gesungen. Gemütlichkeit hielt eine große Zahl der Erschienenen noch einige Stunden beisammen bis man sich trennte mit dem Wunsche, Kaisers Geburtstag in 1905 in ähnlicher Weise zu feiern. * Butzbach, 28. Jan. Der zur Disposition gestellte Generaladjutant des Kaisers, Generalleutnant v. Scholl stand s. 3 als Rittmeister hier in Garnison. A Rotenburg a. d. F., 27. Jan. In Schwarzenhasel wurde vor einiger Zeit der Typhus eingeschleppt. Es ers frankten in einem Hause zugleich 3 Personen, von denen eine starb. Seitdem haben sich die Typhusfälle gemehrt, und es wurde jetzt festgestellt, daß das Trinkwassen infizirt ist, indem aus dem erwähnten Hause die Jauche, die auch die Ausscheidungen der Kranken enthielt, auf das Quellgebiet der Wasserleitung durchgelassen worden war. + Offenbach, 26. Jan. In seiner Belle erhängt hat sich gestern der wegen Blutschande verhaftete Maurer Prasch. Frankfurt a. M., 28. Jan. Der Leiter des Frauenstifts in Eckenheim übergab gestern einer Dienstmagd 225 Mt., um sie auf der Post hier in Frankfurt einzuzahlen. Statt auf die Post begab sich der 34 jährige Dienstbare Geist in ein Konfektionsgeschäft, kleidete sich von Kopf bis zu Fuße wie eine große Dame und begab sich dann auf den Hauptbahnhof, um nach Hannover abzudampfen. Dort nahm sie ein Schußmann aus irgend einem Grunde feſt, und dabei entpuppte sich die feine Dame als Durchbrennerin. 100 Mart hatte sie noch bei sich. X Mühlheim a. M., 28. Jan. Heute Vormittag explodierte in der chemischen Fabrit ein Kessel, zwei Schlosser wurden schrecklich verstümmelt und waren sofort tot. -- Mainz, 27 Jan. Staatssekretär Kraette aus Berlin und Oberpostdirektor Kobelt aus Darmstadt waren gestern mit mehreren höheren Postbeamten hier. Der Besuch bezweckte eine Besichtigung der Postgebäude mit dem weiteren Zweck, festzustellen, ob ein neues Hauptpostgebäude errichtet werden soll. Anscheinend ist hierfür nicht viel Geneigtheit vorhanden. + Darmstadt, 28. Jan. Prinz Franz Joseph von Battenberg, befindet sich nach den letzten ärztlichen Berichten erfreulicherweise etwas besser. Holz: Versteigerungen. = Stockhausen. Samstag den 30. Januar wird am sogen. Klopphommer, Berg- und Oberstube versteigert: 29 Kiefernabschnitte 2,81 m., 30 Raummeter NadelKnüppelholz, 11 Raummeter Eichen- Reisig, 242 Raummeter Nadel- Reisig, hierunter zirfa 125 Roummeter Schichthoufen, zu Bohnenstangen geeignet. Zusammenkunft nachmittags 2 Uhr am Klopp hammer beim alten Teich. - Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Verlauf der Witterung von Mittwoch bis Donnerstag. Ein träftiges Hoch lagert über Ungarn, sich südwestwärts nach Oberitalien erstreckend. Ein Tief unter 730 mm zieht im Nordwesten vorüber. Bet dieser Luftdruckverteilung wehen meist südöstliche Winde, unter deren Einfluß vielfach in unserm Gebiet heitres, faltes Weiter herrscht. Bei dem zu erwartenden Vordringen des Tiefs würde der Wind nach Süden, später Südwesten drehen. Erwärmung und Trübung bedingend. Daher voraussichtliche Witterung für meist trüb, zeitweise windig, etwas milder, aber noch Froſtwetter; etwas Schnee. Schneefälle, Tauwetter. Freitag Samstag Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am Sonntag Septuagesima e, den 31. Januar Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Dr. Schlosser. Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Donnerstag, den 4. Februar, abends 8 Uhr, im Konfirmandensaal der Matthäusgemeinde Bibelstunde. Ps 93. Pfarrer Dr. Schlosser. In der Johannes firche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. 11 Uhr Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Beichteund heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesge= meinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Montag, den 1. Februar, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Galaterbrief Kap. 4, 1-11. Pfarrer Dr. Naumann. Die Brautleute, die ihre Trauung vorbereiten, werden gebeten, ihr kirchliches Aufgebot so frühzeitig bei dem Pfarrer zu bestellen, daß es an einem Sonntag vor der Trauung vorgenommen werden fann. Die vier Pfarrer richten an ihre Gemeindemitglieder die herzliche Bitte, in den öffentlichen Dantsagungen nach Begräbnissen die Namen und Troftworte der Pfarrer fünftig nicht mehr erwähnen zu wollen. Katholische Gemeinde. Samstag, den 30. Januar. Nachmittags um 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 31. Januar. Septuagesimae. Vorm. von 6,30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil Kommunion. M " " um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. um 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 5,30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Am Dienstag findet die Wachsweihe statt. Am Mittwoch wird der St. Blasiussegen erteilt um 7, 72, 8 u. 11 vormittags u. 5 Uhr nachmittags. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 30. Januar 1903. Vorabend 4.50 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabathausgang 6.05 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 5.00 Uhr. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Opperman 1 Blutreinigungs- Thee von Apotheker Franz Wilhelm, t. und t. Hoflieferant in Neunkirchen, Nied.- Deft. Daß ein unzweifelhaftes Bedürfnis nach einem guten und wirksamen Blutreinigungs- Thee besteht, beweisen die zahlreichen Versuche, ein solches Mittel herzustellen. Herrn Apotheker Franz Wilhelm ist es bermöge seiner Fachkennt niffe gelungen, einen Blutreinigungs- Thee aus den wirksamsten Bestandteilen zusammenzuseßen; nicht weniger als 21 einzelne Droguen enthält sein Thee, der nach einem be= sonderen Verfahren zubereitet ist. Für die Wirksamkeit dieses Thees bei Gicht und Rheumatismus sprechen zahlreiche Danksagungen Gebeilter. Wir verweisen nur auf die Danksagung der Gräfin Butsch n- Streitfeld, Oberftlieutnants- Gattin. estandteiie: Innere Nußrinde 56, Walnußschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Eryngiiblätter 35, Stabiosenblätter 56, Lemus blätter 75, Bimmstein 150, rotes Sandelholz 75, Bardannawurzel 44, Carupwurzel 3-50, Radic. Cariophyll. 350, Chinarinde 850 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 15, Sassaparillwurzel 35, Fenchel, rom. 350, weiß Senf 3-50, Nachtschattenftengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ift. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. AAAAAAAA Zum Karneval 1904 empfiehlt sich die $ Buchdruckerei Albin Klein im Anfertigen aller Drucksachen. Geschmackvolle Ausführung. Billige Berechnung. ute frische Frankfurter Bratwürstchen in bekannter Heute geräucherte à Paar 25, 30 und 35 Pfg. empfiehlt Friedrich Schreiner, Mekgermeister, Giezen. Seltere g. Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Berfchleimung zugezogen haben, fet hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, deffen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt find. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen In den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht fäumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Bopfschmerzen, Sufftoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) agen leiden um so heftiger auftreten, werben oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Solikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt hdwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stubl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folge schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und cines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverflimmung, sowie häufigen Bopfschmerzen, schlaflosen Nächten, fiechen oft solche Kranke langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Berdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel fräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. BräuterWein ist zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mt. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, Weklar, Fronhausen, traunfels, Butzbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, gich, Hungen, Laubach, Sad- Bauheim, Marburg u. f. w., sowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräutermein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound fistefret. Mindeftquantum im Engrosversand also bret Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrloh, schen Kräuterweln. Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel; seine Beftandteile sind: Malagamein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Ebereschensaft 150,0 Kirschsaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerit. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man. Brotpreise bom 31. Januar bis 14. Febr. Der hiesigen Bäcker. Kg. Bfa. 1 Weißbrot 26 52 24 1 Schwarzbrot 2 ศ 3 1 Kornbrot | Holz- Versteigerung Solz- Versteigerung. i. Gießner Stadtwald. Montag, den 1. Februar 1. 3. fommen im hiesigen Freitag, d. 5. Februar 1904 Stadtwalde Distrikt 3 wie belkopf und Raubschloß vormittags 9½ Uhr zur Versteigerung: beginnend, werden im Gießener Stadtwald in den Distrikten Waldshute, Oberhag und Unterhag versteigert: 11 Rm. Eichen- Scheitholz NadelEichen- Knüppelholz Eichen- Stockholz zerkl. 3 " 13 " 165 Nadel" 1 10 " 1 ㄨ 48 Nadel" 45 " gew. zerkl. 370 Bellen Eichen- Reisig 1840 NadelScheiter: 186 Rm. Buche, 1 Eiche, 5 Nadel Knüppel: 321, 29 15 " " 6,5 Kirschbaum Reiser: 423 Rm. Buche, 26 Eiche, 3 Nadel Stöde: 120 6 " 21,5 Nadel Zusammenkunft Morgens 10 Uhr am Weickardsühr heiner Fußpfad im Distritt Naubschloß bei Brennholz Nummer 1. Der größte Teil des Holzes sitzt in der Nähe der gew. Kreisstraße Grünberg- Weickardshein und ist gut abfahren. Grünberg, am 25. Januar 1904. Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 4. Schneise. Gießen, am 27. Januar 1904. ( Gr. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. Es sollen versteigert werden: Ia. holl. Vollheringe Montag, den 1. Februar, im Distrikt Weilbach: per Std. 5 Pfg, der Dyd. 50 Pfg. 100 Stück Mt. 3.75. Rollmöpfe, per 4 Liter- Dose Mt. 2- Kron- Sardinen, per Fäßchen Mr. 1.60. Bismarckheringe, per 4 Liter Dose Mt. 2,10 ff. marinierte Heringe, per Stück 6 Bfg. Ia. Nürnb. Ochsenmaulsalat, per 1 Bfd. Dose 60 Pig. per Fäßchen Mt. 3. Buchen: 600 Rm. Scheiter( dar unter 12 Rm. Werkscheiter), 170 Rm. Knüppel, 231 Nm. Stöcke, 5170 Wellen Astreiser und 3000 sog. Forstwellen. Eichen: 3½ Rm. Scheiter( 1 Rm. Glaserholz), 14 Rm. Knüppel, 12 Rm. Stöcke, 260 Wellen. Ahorn: 3 Rm. Scheiter; 3 Rm. Fichten- Knüppel, 39 Rm. Fichten Stöcke. 7 Eichen- Abschnitte Durchmesser Länge - 43 46 46 55 55 49 57 5,4 6 3,4 7 5 5,4 5 teilweise beftes Glaserholz( zart und leicht spaltend), 1 Gebrüder Berdur Buchen- Abschnitt 47, 1 Linden- Abſchnitt 30 Gießen 48 Bahnhofstr. 27. Lindenplay 12. 72 22 44 " Der auswärtigen Bäcker: 1 Weißbrot bei Georg Dern II. Gr. Linden W. Steinmüller Witwe( Langgöns.) Heinrich Weber( Heuchelh.) W. Fabel Wieseď W. Weißel Langgöns u. L. Stein23 24 müller Gr. Lind. 25 Karl Post, Wieseck W. Leir: KleinLinden 26 2 " Dern II., Gr. Lind. u. Louis Süßmuth Steinberg 46 W. Steinmüller Wwe Langaöns) 48 W. Fabel Wieseck W. Weigel. LangGöns JakobAppel, Krofdorf, Heinrich Weber Heuchelheim L. Steinmüller ( Gr.- Lind.) Karl Post, Wieseck Eu W. Lein KleinLinden 50 52 1 Schwarzbrot bei Georg Dern II. Gr. Linden 21 2 " W Steinmüller We W. Weitzel, Lang= Göns, Steinmüller Gr. Linden Heinrich Weber, Heuchelheim, Ferd. Weiß, Grüningen 22 W. Lein KleinLinden 24 Dern II. Gr.- Lind. u. Louis Süßmuth, Steinberg u. Jakob Appel, Krofdorf 42 2. Steinmüller ( Gr. Linden) W. Steinmüller Wwe.. Langgöns, Heinrich Weber, Heuchelheim, W, Weißel Lang- Göns, Karl Post Wieseck und Karl Spamer, Reiskirchen. W. Lein, KleinLinden 44 48 212 " bei Louis Süßmuth Steinberg 52 3 " W. Fabel und Karl Post, Wieseck 66 1 Kornbrot Spamer, Reiskirch.42 Schwarzbrod Karl Spamer Reiskirchen und Wilh. Schimmel Kinzenb.- Mühle 44 Der Brotverkäufer. Dieselben Preise, wie bet den hiesigen Bäckern, außer bei Hrch. Frebel II., 2 Kg. Schwarzbrod 44 Gießen, den 29. Januar 1904. Großh. Polizeiamt Gießen, Hechler. ( මෙම Heuchelheim Wir suchen für Heuchelheim einen zuverlässigen LokalBerichterstatter gegen Zeilen honorar. Giessener Neueste Nachrichten. Hochfeines Fabrikat Preißelbeeren per Pfd. 40 Pfg, 10 Pfd.- Dofe oder Eimer Mt. 3.50, 25 Pfd- Eimer Mt. 8,25 empfehlen Gebr. Berdux Gießen Bahnhofstr. 27. Lindenplatz 12. Richard Buchacker. Ziehung schon 5. März 1904. d.Gross. Geld- Lotterie d. Bad. Landesv. v. Roten Kreuz Prt.u L.25Pfg. Los nur 1 Mk. Lose 10 M. Auszahlbar bar ohne Abzug 3388 Geldgew. 44 000 bar zus. M. Hauptgew. M. 15 000 1 Gewinn Mk. 15000 1 Gewinn Mk. 5000 2000 2 à 1000=" " 4 à 500= 2000 30 à 100=" 1 3000 350 Gew. zus. 7000 2800 10000 " Lose J.Stürmer erhältlich b. Gen.- Debit, Strassburg i. E. Hülsenfrüchte Semmler. Ph. Weiler. von ausgezeichneter Kochart als: Linsen Bohnen, weise Erbsen, gesch. Erbsen, ungesch. Erbsen, grüne holl. ferner: Sauerkraut Salzgurken Essiggurken empfiehlt Robert Stuhl Gießen, Neustadt 23. An- und Verkauf von gebrau+ ten Möbeln, Betten, Bleidern, Wäsche, Gefen und Herden, Gold und Silbersachen, Antiquitäten, Metallen, Eisen, Lumpen und nochen, fomie Webernahme ganzer Ein= richtungen. LouisRothenberger Wtm. zum NUBERTROFFEN Waschen und Putzen WASCHET ETZEICH NUR MIT NAUMANNIA SEIFE BESCHUAL CNAUMANN OFFENBACH Hoher Nebenverdienst d. Vertrieb leicht verk. Artikel J. Müller, Jlversgehofen- Erfurt Einige Cigarren- und Wickelmacher gesucht. Gießen, Marburgerstr. 35. Möbliertes Zimmer Familien: und eine Fletne Wohnung zu vermieten Neuentea. 31. Sön mö 1. Zimmer mit oder ohne Pension zu verm. Gießen, Bismarckstraße 17. Die Zusammenkunft ist auf dem Schnittpunkt der Chaussee Lich- Hattenrod und des Vicinalwegs Burkhardsfelden- Niederbeffingen, Vormittags 91 Uhr. Dienstag, den 2. Februar im Distritt Höler: Buchen: 204 Rm. Scheiter( dabei 2 Rm. Werkscheiter), 114 Rm. Knüppel, 106 Rm. Stöde, 3870 Wellen. Eichen: 3 Rm. Scheiter, 38 Rm. Knüppel, 49 Rm. Stöcke, 1850 Wellen. Nadelholz: 6 Rm. Knüppel, 29 Rm. Stöcke, 150 Wellen; 2 Rm. Birken- Knüppel, 474 Fichtenstangen 7,10 Fstm., teils Derb- teils Neisstangen. Die Zusammenkunft ist auf der Hauptschneise beim Wildzauntor, vormittags 912 Uhr. Die Versteigerung zieht sich vom Bergrücken aus in der Richtung nach Kolnhausen abwärts. 1904. IX. Jahrgang. "... JUGEND Illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben Herausgeber: Georg Hirth Preis pro Quartal durch den Buchhandel oder die Post bezogen Mk. 3.50 Einzelnummer 30 Pfg. Auflage: 55,000 Jede Nummer mit farbigen Titelblatt. neuem ,, Originalität, keck Neues suchende und dabei künstlerisch feinfühlige Frische gibt in hohem Grade die in München erscheinende ,, Jugend".( Kölnische Zeitung). Der Vorzug der Jugend" ist die ungemeine Mannigfaltigkeit des Inhaltes, der vom Schwersten bis zum Leichtesten, vom Gediegensten bis zum Kecksten geht...". ( Neue freie Presse in Wien). Als Festgeschenk empfehlen sich die Semesterbände der ,, Jugend" 1896-1903: Jeder Halbjahresband in elegantem Leinwandband M. 9.50. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsverkäufer nehmen Abonnements entgegen, sowie auch der unterzeichnete Frettag sische Den 29. Januar Familienzeir AM Underberg Boonekamp Underberg Unentbehrlich für jede Familie! emper idem, HUNDERBERG- ALBRECHT Fabrikation alleiniges Geheimniss der Firma: Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm D. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Gegr. 1846. Anerkannt bester Bitterlikör! ausdrücklich: Man verlange Underberg- Boonekamp. 24 Preis- Medaillen! HAUSLICHEN HERD 100 Gramm gewässerte Sardellen und einen Dann noch 4-5 Kartoffeln, einen und macht das Ganze mit einer gut abgerührten Sauce Perlzwiebeln, 2 geschälten und ausgegräteten Hering, den man schon einige Stunden Heinen weichgefochten Selleriekopf, etwas gekochte rote Rüben, einige fäuerliche Alepfel, 2 Galagurken, mischt alles durcheinander, vorher in Milch gelegt hat. marinierten Aal, fügt noch eingemachte Löffel voll KaNr. 22. München, Färbergraben 24 Verlag der ,, Jugend". dunausog Mugg- Bitter 4.Under- Are H.Unden samp Mung- Bitten N.Under's AM Adrecht. Anerkannt bester Bitterlikör! Man verlange ausdrücklich: 24 Preis- Medaillen! Underberg- Boonekamp. HÄUSLICHEN Spruchweisheit. HERD tungsauch end". die antem nd" er mit fg. 55,000 mmer marinierten Aal, 100 Gramm gewässerte Sardellen und einen geschälten und ausgegräteten Hering, den man schon einige Stunden vorher in Milch gelegt hat. Dann noch 4-5 Kartoffeln, einen fleinen weichgekochten Selleriekopf, etwas gekochte rote Rüben, einige säuerliche Aepfel, 2 Salzgurken, mischt alles durcheinander, fügt noch eingemachte Perlzwiebeln, 2 Löffel voll Ka= pern dazu und macht das Ganze mit einer gut abgerührten Sauce aus 2 hartgekochten und einem rohen Eigelb, Del, Essig, Senf, Der ist am glücklichsten, er sei ein König oder ein Geringer, Pfeffer, Salz und der in etwas Milch gequirlten Heringsmilch dem in seinem Hause Wohl bereitet ist. Tritten des Wanderers über den Schnee sei ähnlich dein Leben, Es bezeichne die Spur, aber beflecke sie nicht Teilt eure Beit richtig ein! ,, Halt ein die Zeit, und du kommst weit." Dieser Ausspruch wird wenig beachtet und enthält doch eine große Wahrheit, denn viel im Leben hängt davon ab, daß man sich einer richtigen Einteilung der Zeit befleißigt, sonst verfliegt wie jeder Tag das ganze Leben. Manche junge Mädchen, welche nicht durch die Notwendigkeit zum Arbeiten gezwungen sind und noch keine ernſten Pflichten haben, leben so in den Tag hinein, ihnen möchte man zurufen: Benütet die Beit!" Welche Sorgfalt und Mühe, auch wie viele Koſten haben die Eltern eben jener jungen Mädchen angewandt, um ihnen eine gute Ausbildung zuteil werden zu lassen. Haben nun die jungen Mädchen ihr 17. oder 18. Lebensjahr erreicht, so hält man die Ausbildung für vollendet; sie sind erwachsen" und bereit, in die große Welt eingeführt zu werden; die Studien sind beendet, die Bücher werden zur Seite gelegt, die Talente, welche mit Fleiß und Mühe ausgebildet sind, werden vernachlässigt! Und warum dieser Umschwung? Ich habe feine Zeit!" lautet die Antwort. Den ganzen Tag keine Zeit! Mit was sind denn aber die vielen Stunden ausgefüllt? Wie ist der Tag eingeteilt? Man steht spät auf, dann müssen notwendige Besorgungen und Besuche gemacht werden, der Mittag ist da, nachmittags wird erst geruht, dann sind Kränzchen, abends Gesellschaft oder Theater, und der Tag ist ausgefüllt! Was bleibt von veredelnder Nachwirkung in den Herzen der jungen Mädchen, was bleibt von allem Erlernten? Vergessen, vergessen! Das junge Mädchen verflacht. Der Tageslauf der Mädchen auf dem Lande ist wohl anders, aber auch dort, wo die Zerstreuungen der Stadt nicht herantreten, hört man so oft die Antwort: ich habe keine Zeit! Die Mädchen dort gehen oft zu sehr in häuslichen Beschäftigungen auf, die an sich allerdings großen Wert haben, aber auch da wird leicht der Fehler gemacht, daß man zu einseitig wird. Wie ist nun diesem Fehler in beiden Fällen abzuhelfen? Sobald die erwachsenen jungen Mädchen in das Elternhaus zurückkehren, müssen sie eine richtige Tageseinteilung vornehmen und jede Stunde im Tag durch eine regelmäßige Beschäftigung ausfüllen, bei allen häuslichen Arbeiten und Vergnügungen erübrigen sie dann noch ge= nügend Zeit, sich weiter zu bilden, ernſte, gediegene Bücher zu lesen, die Talente zu vervollkommnen und die fremden Sprachen wenigstens durch Lektüre weiter zu üben; allerdings erfordert ein solches Leben Selbstüberwindung, aber es festigt auch den Charakter, und mit Befriedigung sieht man am Abend auf einen so nüßlich ausgefüllten Tag zurück. Langeweile fann nicht einkehren, die Eltern ernten den Lohn für alle Opfer, Sorgen und Mühen, die sie auf die Erziehung und Ausbildung der Kinder verwandt haben, und das junge Mädchen selbst empfindet das freudige Bewußtsein, die Tage, die Gott ihm geschenkt, zu einem tätigen Voranschreiten auf allen Gebieten benutzt zu haben. 58 Küche und Keller. Gesetzte Eier. Man bestreicht eine flache Steingutschüssel mit Butter, gießt ¼ Liter fetten, fauren Rahm hinein, schlägt 6 bis 7 frische Eier vorsichtig darauf, belegt sie mit Sardellenstreifchen, gehackter Petersilie, etwas geriebener Semmel und Flöckchen Butter, stellt die Schüssel auf einen Dreifuß in den mäßig heißen fen und läßt sie so lange darin, bis sich eine gelbe Kruste über den Eiern gebildet hat. Italienischer Salat. Man schneidet würflig 125 Gramm Kalbsbraten, 100 Gramm gefochten Schinken, 100 Gramm PökelJunge, 100 Bramm Cervelatwurst, 125 Gramm Briden, ebensoviel an und garniert den Salat mit harten Eiern, geräuchertem Lachs, Pfeffergurken u. s. w. Humor am Familienfisch. Rätsel. Was ist das? scheulich? Getrennt mir heilig, vereint ab> nvaliǝqui' nv * Berechtigter Wunsch. Gattin( wehmütig ihre Gardine betrachtend):„ Ach ja! Das rauchlose Pulver haben sie nun glüclich erfunden. Wenn doch nun Einer auch die rauchloſen Zigarren erfinden wollte! Praktische Winke. Gefrorene Fenster aufzutauen. Will man gefrorene Fensterscheiben schnell auftauen, so löst man in Waſſer Kochsalz auf, taucht einen Schwamm hinein und wäſcht die gefrorenen Scheiben_damit ab. Wie man Wollenstoffe prüft. Um Wollenstoffe auf ihre Echtheit zu prüfen, fädelt man eine kleine Probe der Länge und Breite nach auf und verbrennt die Faden einzeln am Licht. Baumwoll-, Hanf oder Leinenfaden verbrennen ganz mit heller Flamme, während echte Wollfaden schlecht brennen und an der Spitze eine Kleine, schwammige Kohle bilden. Druckflecke im Sammet erhalten ihre vorige Richtung wieder, wenn man den Sammet mit einem Stocke auf der unteren Seite klopft und die Faden in entgegengesetzter Richtung mit einem Schwamme überstreicht. Ist diese Behandlung ohne Erfolg, so nimmt man ein Stückchen Speckschwarte, wiſcht mit einem reinen Tuch von der Fettseite alle anhängenden fetten Teile weg, schneidet die Speckschwarte in der Größe des Druckfleckes, legt sie darauf, beschwert sie mit einem dünnen Buche und läßt sie so einige Tage liegen. Die Faden des Sammets saugen die unmerkliche Ausdünstung der Speckschwarte ein, schwellen davon auf und erhalten ihre Elastizität wieder. Behandlung der Kanarienvögel. Mit der Kanarienvogel- Zucht beschäftigt man sich hauptsächlich im Harz, in Tirol, in der Gegend des Schwarzwaldes und in Thüringen. Der Kanarienvogel hat ſeinen Namen von seiner Abstammung aus den Kanarischen Inseln, kann bis 20 Jahre alt werden, verliert aber im Alter viel von der Schönheit seiner Farben, bekommt das Podagra, den Durchfall, eine zerrissene Haut, wird blind, verliert die Krallen und Stimme. Er liebt die Reinlichkeit, helles Tageslicht, Sonnenwärme, welche ihm namentlich beim Baden sehr wohltätig ist, kann wohl friche Luft, doch durchaus keine Zugluft vertragen, und es ist daher eine wahre Grausamkeit, den Kanarienvogel vor das offene Fenster oder gar den Käfig im Freien an der Mauer aufzuhängen. Der Käfig darf nicht zu klein sein, muß genügend Springhölzer haben, und der Boden desselben soll stets mit reinem Sand bestreut werden. Man füttert ihn mit Sommerrübsen, unter den man etwas Kanariensamen, Hafergrüße und gequetschten Hanf mischt. Zucker ist ihm nachteilig, hingegen bekommt ihm grünes Vogelfutter, wie Mäusedärmchen, Kreuzwurz, Kohl und Salat, öfter gegeben, sehr gut, auch während der Mauserzeit täglich ein paar frische Ameiseneier. Das Wasser zum trinken und baden muß jeden Tag frisch gegeben werden, doch darf es nicht zu kalt sein, denn die meisten Krankheiten der Kanarienvögel entstehen dadurch, daß sie zu kaltes Wasser zum baden und trinken bekommen. Namentlich im Winter und während der Mauserzeit sollen sie nur Wasser erhalten, das schon 1 bis 2 Stunden im warmen Zimmer oder Raum gestanden hat. Sehr empfiehlt es sich, in das Trinkwasser einen ſtumpfen Nagel zu legen. Nr. 22. 85 Freitag, den 29. Januar 1984: Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Bend and Berlag bes Olebener Beringsbruderet, vorm. Wilh. Reller'schs Buchbrucezet( gegz. 1789); st: Ribin@lelm ( 19. Fortsetzung.) Der Beuge. Roman von Marie Bernhard. Dazwischen schwingen sich gefallsüchtige Teemädchen hin und her, den geschmeidigen Oberkörper im Takt wiegend; aus ihre dunklen Augen flammen herausfordernde Blicke zu den hochgewachsenen blonden Männern herüber, die über das Meer nach dem„ Sonnenaufgangslande" gekommen sind, um hier Gold zu erwerben, aber doch auch, um Gold aus zugeben! Das wollen ihnen die Japanerinnen gern leicht machen, und sie sind allermeistens hübsch, die japanischen Mädchen, weit ansehnlicher, als die Männer, sie besitzen eine ungeſuchte Anmut der Bewegungen, ein äußerst belebtes, bewegliches Mienenspiel und faſt durchweg den kleinen, vollen, kirschroten Mund mit den reizenden, frischen Perlzähnchen, wegen deren die Japanerin ſprichwörtlich geworden ist. Leider schreibt die Sitte des Landes es vor, daß die verheirateten Frauen sich unmittelbar nach der Hochzeit die Zähne schwarz färben und die Augenbrauen kahl abscheren, was nach europäiſchen Begriffen natürlich sehr häßlich aussicht. Es ſteckt in den Japanerinnen ein gut Teil Koketterie, das ist an dieſem Frühlingsfest zu Uyeno besonders deutlich zu sehen, das liebelt und kichert und äugelt über das Shamisen oder über die Sake- Taſſen, die fleißig die Runde machen, hinweg nach beinah allem, was jung und männlich ist, und die englischen und französischen Antworten, die auf die galanten Redensarten der Fremden erwidert werden, fallen nicht selten amüsant und wißig aus, abgesehen davon, daß sich die fremde Sprache in so schönem Munde ganz eigen tümlich reizvoll ausnimmt. Hellmut Norden hat seiner Begleiterin den Arm geboten, damit sie ihm in diesem Gedränge nicht abhanden fommt, und sie hat ihre Hand leicht auf seinen Arm gelegt. So mit Hilda durchs ganze Leben wandeln denkt Hellmut- er ihre Stüße, ſie ſeines Herzens größtes Kleinod, blauen Himmel über sich, Sonnenschein und Blütenpracht um sie her, vor ihnen ein reiches, schönes, durch redliche Arbeit und heiße Liebe ausgefülltes Leben! Aber nicht voreilig die Hand nach diesem höchsten Preise ausstrecken, um Gottes willen nicht! Sie schäßt die Männer gering, die nur um ihrer Schönheit willen begehrlich nach ihrem Besitz streben, die nichts von ihrer Seele, von ihrem innern Leben wissen wollen... und, wahrlich, sie hat tausendmal recht! Also heißt es, sein zitterndes, überwallendes Herz festhalten, sich und das ist recht nicht hinreißen lassen vom Augenblick, schwer, denn der Augenblick ist verführerisch! Wie sein guter, liebevoller Vater sich freuen wird, wenn er_es_erfährt, daß ſein Sohn dies schöne Mädchen liebt! Er sieht gedrückt und verstimmt aus, Norden senior, zerstreut geht aber wenn er die sein Blick über all den Jubel hinweg große Neuigkeit erfährt, wird das anders werden, und sein Hellmut, der so überreich, so glückselig ist, wird ihm nichts von seiner Sohnesliebe entziehen, im Gegenteil, er wird sie verdoppeln im Vollbewußtsein seines einzig schönen Glückes! Hilda Ermshagen, obschon von dem Wohlgefühl beseelt und getragen, an Hellmuts Arm zu gehen, hatte dennoch weit mehr Aufmerksamkeit für die Außenwelt als er. Sie gewahrte die bewundernden und aufmunternden Blicke, welche von allen Seiten auf ihren Begleiter fielen, das Aufsehen, ( Nachdruck verboten.) welches seine blonde Schönheit erregte. Die Japanerinnen schwenkten unternehmend ihre buntfarbigen Fächer, welche in diesem Lande mehr als anderswo ihre eigene beredte Sprache haben, fleine, zierliche Hände ordneten gefallsüchtig die Muſſelin- und Seidenfalten der losen Obergewänder, und die jungen Japaner sahen auf die lachenden Schönen und den stolzen Fremden. Er aber, dem all dies galt, gab auf nichts acht, den Kopf hochgehoben, glückstrahlend und zugleich träumerisch lächelnd, schritt er leicht und sicher durch das Volksgewühl. Schön war es hier, Hilda fühlte ein erhöhtes Daseinsgefühl in ihrem Herzen emporfluten, die seltsame Umgebung, die fremdartige Musik, der goldene Sonnenschein, der sich durch die Blütenbäume ſtahl, die Lust auf allen Gesichtern es erfüllte sie wie ein fröhlicher Rausch, sie war jung und hoffnungsvoll und glücklich. Herr Norden das dort ist das nicht Ihr Hot- sumi? Ich irre mich nicht, nein, nein, er ist es wirklich, und doch hatten Sie mir gesagt, Sie wollten ihn nicht mitnehmen!" Hilda sah lebhaft und lachend zu ihrem Begleiter auf. Das wollte ich auch nicht!" gab er ebenso zurück. Der Schlingel ist ohne meine Erlaubnis von Yokohama herübergekommen! O, diese heilloſe Kreatur! Wieviel beschämende Entdeckungen an mir selbst verdanke ich diesem meinem Sklaven! Denn ich, der ich Ihnen, Fräulein Hilda, am Tage Ihrer Ankunft eine so schöne Rede über japanische Bediente hielt, Ihnen so weise Verhaltungsmaßregeln erteilte, ich, Hellmut Norden, versete mir selbst und meiner ehrlichen Ueberzeugung beinah tagtäglich einen Jaustschlag ins Gesicht durch meine grenzenlose Schwäche gegen diesen Hot- sumi.: er versteht es wider, meinen Humor anzuregen, und wenn ich lachen muß, bin ich machtlos. Hot- sumi, du nichtsnutziger Schurke" sie hatten inzwischen den Besprochenen, der an einem Bambuszelt lehnte, in aller Gemütsruhe ein Läßchen mit Sake schlürfte und dazwischen mit dem ihn bedienenden kleinen Teemädchen gefühlvolle Blicke austauschte, erreicht„ hatte ich dir nicht verboten, nach Tokio zu kommen? Solltest du nicht daheim in Yokohama bleiben, das Haus zu hüten? Nennst du das die Befehle deines Herrn befolgen, rebelliſcher Satan, der du biſt?" Hot- sumi gab dem kleinen Teemädchen die geleerte SakeTaſſe zurück und füßte freundlich grinsend seines Herrn Rockzipfel. Die Worte hatten wohl hart geklungen, aber Hellmuts Stimme war, wie immer, wohllautend, und seine Augen straften seinen Mund Lügen. Von Beschämung, Schreck oder Reue war daher in Hot- sumis Mienen nichts zu lesen, es lag sogar etwas wie Getränktsein, wie Vorwurf in seinen schmalgeschnittenen Augen, als er erwiderte: ,, D, Herr, der du so klug, so gelehrt und allmächtig bist, weißt du denn immer noch nicht und lebst doch so lange schon in Dai Nipon, das die Götter so sichtbar segnen: an solchem Tage wie dieser darf kein Japaner daheim bleiben, das ist gut für die Ungläubigen, für die Fremden... verzeih, o Herr, dich meine ich nicht damit, du steht in Hot- sumis niederen Augen da als einer, der fast schon zum Sonnenaufgangslande gehört! Einer von deinen englischen Dienern bewacht deir Nr. 25. Monnemen Gratisbella und bi Das Blat für 581 Das fozialpol des Etats des Re hat am Donner Der Abgeordnete zählung der Au einsrechts ergeb gedacht, wo eine unterfagt worde preußischem Ge ratsbevollmächti Veranlassung, viel angegriffer geheiligtes Haus, das der oberste Gott segnen möge, wie bisher, und ich, dein allerärmstes Eigentum, bin dir treulich gefolgt in den geheiligten Hain von Uyeno, wohin ich am heutigen Tage so gewiß gehöre, wie die Blüte zum Kirsch baum!" „ Aber du versprachst mir doch, meinem Befehl zu folgen und daheim zu bleiben!" Ich versprach, aber, Herr, was willst du? Des Menschen Wille ist Schwachheit! Ich besiße nicht deine Stärke, Weisheit und Allmacht! Hot- sumi, der Geringe, ist nur ein allerniedrigstes Werkzeug, das die huldvollen Götter dir geschickt haben, deine Großmut und Güte an ihm zu erproben!" Hellmut wandte sich ab, sein Lachen zu verbergen.„ Was sagen Sie zu dieser Art der Auffassung, gnädiges Fräulein? Am Ende hat sie auch eine Art von Berechtigung! Werkzeug in den Händen der hohen Götter, um meine Geduld und Güte zu erproben! Was dieser Schlingel für Ideen hat! Und du meinst"- wieder zu Hot- sumi gewendet, ich soll dir dein Vergehen so ungestraft hingehen lassen?" Der Japaner zuckte demütig die Achseln.„ Maski! Die Kirschen blühen! Das ist, o Herr, bei uns in Japan nicht anders!" Hellmut zupfte ihn lachend am Dhr. Da haben wir's Maski! Die Kirschen blühen! Lauf hin, du unverbesserlicher Nichtsnug, und berausch dich nicht in Sake!" Hot- sumi füßte nochmals seines Herrn Rock und fand es für geraten, auch Hildas Gewand an seine Lippen zu drücken, denn der schlaue Sohn des Sonnenaufgangslandes vermutete wohl nicht mit Unrecht, daß seines Gebieters gnädige Laune und rasche Verzeihung zum Teil der jungen Dame mit den herrlichen Augen zuzuschreiben sei, die jetzt mit einem mühsam unterdrückten Lächeln zu ihm niedersah. Nach dieser kleinen Episode mußte Hellmut es zu seinem Leidwesen erleben, daß der spanische Vizekonsul den Arm feiner Gattin losließ und sich an Hildas freie Seite schlängelte, angeblich um ihr die notwendigen Erklärungen bezüglich des Festes und der dabei üblichen Gebräuche zu geben, da Mr. Norden junior das bisher verabsäumt zu haben scheint,“ wie Sennor O'Vegas mit einem etwas anzüglichen Lächeln bemerkte. Was wollte Hellmut tun? Er mußte ſich mit der Wahrnehmung trösten, daß Hilda den Erläuterungen des spanischen Herrn mit ziemlich zerstreuter Miene zuhörte, und daß sie offenbar mit ihren Gedanken nur halb bei der Sache war. Mit der Zeit fand sich noch Herr Arthur Fersius mit seinem Berliner Freund dazu, demselben, der Hildas Reisegefährte von London nach Japan gewesen war. Herr Ferfius fette alle Segel seiner ihm selbst unzweifelhaften Unwiderstehlichkeit bei, er betrug sich sogar stellenweise zurückhaltend und bescheiden für einen jungen, aufstrebenden Berliner ein ganz unerhörtes Zugeständnis!- aber er hatte den Schmerz, zu sehen, daß weder diese geschickte Maskerade, noch der allmähliche Uebergang in sein natürliches Wesen, das sich durch eine schöne Sicherheit auszeichnete, im stande war, das Herz dieser Eisjungfrau zu schmelzen, die ſeine geiſtreichen Redensarten und gewandten Tiraden über japanisches Leben mit kühlem Lächeln hinnahm und nicht durch ein einziges Wort ermunterte. Daran muß dieser Schwerenöter von Norden junior schuld sein!" dachte Herr Fersius ergrimmt und zog an seinem Bärtchen, bis es ihm weh tat.„ Weiß Gott! Er hat es leicht bei den Weibern! Er braucht sie bloß mit seinen großen goldbraunen Augen anzustrahlen, und das Herz dreht sich ihnen in der Brust um. Ein bildhübscher Mensch ist er, das muß ihm sein Feind lassen, und wenn ich auch nicht gerade sein Feind bin, so kann ich ihn doch ganz entschieden nicht leiden, denn überall ist er mir im Wege: im Kontor mit seiner vortrefflichen Brauchbarkeit und seinem Arbeitseifer für diese abscheulich langweiligen Schiffsladungen, Berechnungen, Korrespondenzen, bei den Kollegen mit seiner allgemeinen Beliebheit, die alle Gesichter wie verklärt aufleuchten läßt, sowie er nur den Kopf zur Tür hereinsteckt, neulich bei meinem schon so hübsch angebahnten Verhältnis zu dem niedlichen Teemädchen Yan- Kio, die er mir aalglatt aus den Händen wand, ohne sie auch nur für sich zu nehmen, einzig im Interesse der Moral und des Ansehens der Firma, hol' der Henker das Ansehen der Firma, mich schert es feinen Pfifferling! Jetzt ist er wieder lieb Kind bei dieser Hilda Ermshagen, und das ist ein Jammer! Welch' ein Wuchs! Welch' ein Gesicht und was für Augen!" Und während dieses zornigen Monologs wanderte man weiter, trat an die Teebuden, kaufte Fächer, kostete Sake und Näschereien, ließ sich auf dem Sáhmisen vorspielen- eine eintönige, wenig anregende Musik und von einigen hübschen Mädchen einen Nationaltanz vorführen. Dieser besteht nur aus anmutigem Neigen und Beugen des Oberkörpers; Kopf, Arme und Hände führen graziöse Bewegungen aus, während die Füße in plumpem Schuhwerk, entenartig einwärts gestellt, völlig regungslos verharren. Auch die öffentlichen Sängerinnen Japans, die Geishas, triebe.. hier im Tempelpark ihr Wesen und produzierten vor den Europäern ihre Künste, Hilda, die diesem Genuß mit Interesse entgegensah, erfuhr von Sennor O'Vegas und Arthur Fersius, ihren beiden Fremdenführern", wie sie sie scherzweise nannte, daß diese Geishas als fleine Mädchen von einem sogenannten Geisha- Meister, das ist zu deutsch Gesanglehrer, ihren Eltern abgekauft, in ihrer Kunst unterwiesen, gut behandelt und reich gekleidet werden und im ganzen kein schlechtes Los ziehen, so daß viele japanische Eltern ihren kleinen Töchtern eine solche Karrière dringend wünschen. Die Bewohner Dai Nipon's sind außerordentlich musikliebend, sie kennen kein einziges Vergnügen, das nicht von Gesang und Tanz begleitet ist, und fast jeder Japaner, der sich zu verheiraten wünscht, zieht zuvor, da er die fünftige Gattin selten persönlich kennt und das ganze„ Geschäft" durch bezahlte Unterhändler oder Heiratsvermittler betrieben wird, sorgfältige Erkundigungen ein, ob die Braut auch gut spielen, singen und tanzen kann; nicht selten kommt es vor, daß an dem Mangel musikalischer Begabung der ganze Handel scheitert. ( Fortsetzung folgt.) Erna's List. Novelle von Hanna Erben. I. ( Nachdruck verboten.) „ Du hast noch viel Zeit, sehr viel Zeit sogar zum Heiraten, lieber Junge, und du brauchst dir jetzt darüber den Kopf noch nicht zu zerbrechen. Und offen gestanden, mir ist es auch viel lieber, du heiratest noch nicht, denn ich ziehe unverheiratete Leute in der Redaktion des„ Deutschen Adlers" vor." Aber, lieber Papa, ich kann doch Erna des„ Deutschen Adlers" wegen, so sehr mir auch das Blatt ans Herz gewachsen ist, nicht sißen lassen. Ich habe dir nämlich noch nicht gesagt, daß wir seit einem Jahre fast bereits verlobt sind, und du würdest gewiß der Letzte sein, der mir zu so einem verabscheuungswürdigen Schritte raten würde. Im übrigen bin ich auch fest entschlossen, Erna jezt zu heiraten, und niemand soll mich daran hindern," erklärte mit Entschiedenheit der junge Herr Berwig seinem Vater, der Besiker des einflußreichsten Blattes der Provinz war. „ Was willst du dann von mir haben?" brauste der alte Herr auf, der sich in großer Aufregung befand. Du bist zu mir gekommen unter dem Vorwande, meinen Rat zu erbitten, und als ich nicht gleich auf deine hirnverbrannten Pläne eingehe, sagst du mir ins Gesicht, du kümmerst dich ein Pfifferling um meine Einwilligung und würdest das Mädchen unter allen Umständen heiraten. Was ist sie denn? Blumenmädchen oder Balleteuse?" nischen Bureau als Maschinenschreiberin angestellt." Seins von beiden. Sie ist in einem großen kaufmän„ So, so! Aber weißt du, Friß, ich habe jetzt wichtigere Sachen im Kopf. Am 26. soll die außerordentliche Versammlung der Leinbecker Petroleum- Rohrgesellschaft stattfinden, und die Hallunken wollen durchaus nicht haben, daß wir einen Bericht darüber bringen. Soeben haben sie mir Vertretern der Presse unter keinen Umständen Zutritt gegeschrieben, daß die Versammlung streng geheim ist, und währt werden kann. Es muß um die Gesellschaft faul stehen, denn sonst würden sie nicht mit Ausschluß der Deffentlichkeit tagen. Unserem Vertreter zum mindesten hätten sie Zutritt gewähren müssen," schloß der alte Herr, der den Ausschluß seines Vertreters von dieser Versammlung als eine persönliche Beleidigung anzusehen schien. „ Du hast recht, Papa," stimmte Friz Berwig bei, der aber dann die Unvorsichtigkeit beging, die Unterhaltung wieder auf die Angelegenheit, die seinem Herzen am nächsten lag : lenfen. Gabe fa recht verstanden, Papa, daß du mit meiner Heirat „ Gar nichts verstanden hast du," unterbrach ihn der aite Serr, laß mich mit deiner Heirat zufrieden. Heiratest du, so enterbe ich dich, und du kannst dann sehen, wie du dir dein Brot verdienst. Was wird das Fräulein dazu fagen?" „ Meine Erna liebt mich nicht des Geldes wegen," befeuerte der junge Mann. Und mag es kommen wie es wolle, ihrer Liebe bin ich immer sicher. Also ich darf ihr fein freundliches Wort von dir sagen?" ,, Nein, mach, daß du hinaus kommst," rief ihm der alte Herr zu. In einer Aufregung, die nicht geringer war als die feines Vaters, verließ der junge Mann das Zimmer und warf die Tür hinter sich zu. Er eilte zu seiner Erna, die ihn sehnsüchtig erwartete. " Armer Junge, an deinem Gesicht kann ich sehen, daß du keine gute Botschaft bringst," begrüßte sie ihn. " Es ist zu dumm, Schat," erwiderte Friz." Ich bin boch kein alberner Schuljunge mehr, dem man sagt, er solle das eine tun und das andere lassen. Mag nun Papa einrilligen oder nicht, ich heirate dich doch." Es kostete ihr viel Mühe, seine Aufregung zu dämpfen und ihn ihren Bedenken gegen seinen zwar sehr verlockenden, aber recht unpraktischen Plan zugänglich zu machen. „ Wann soll die Generalversammlung der Leinbecker Petroleum- Rohrgesellschaft stattfinden?" fragte sie gleichgiltig, nachdem er ihr den Verlauf der Unterredung mit seinem Rater erzählt hatte. " In zehn Tagen! Ich wünschte, sie fände zu irgend einer anderen Beit statt. Es handelt sich tatsächlich um eine recht wichtige Sache, und es ist sehr unanständig von ihnen, daß sie uns die Tür vor der Nase zuschlagen. Gerade der Deutsche Adler" hat der Gesellschaft schon manchen Gefallen erwiesen." ,, Könnte sich denn euer Vertreter nicht als Aktionär ausgeben?" Das ginge wohl, wenn nicht sämtliche Mitglieder unserer Redaktion den Herren zu genau bekannt wären," antwortete Fritz kopfschüttelnd. Sie sprachen jetzt von anderen Sachen, aber Erna hatte die Generalversammlung nicht vergessen. Nachmittags sprach - sie in einer der ersten Banken vor und fragte, was es foſten würde, wenn sie Aktionärin der Leinbecker Petroleum- Rohrgesellschaft werden wolle." Eine „ Das hängt davon ab, wieviel Aktien Sie zu kaufen wünschen," antwortete man ihr lachend.„ Die Petroleumaftien stehen gegenwärtig sehr hoch, 342 Prozent. Aktie kommt also auf etwa 2000 Mark zu stehen." ,, 2000 Mark," wiederholte atemlos Erna, die ganz blaß wurde ,,, das ist ja mein ganzes Vermögen." " Dann kaufen Sie lieber nicht," riet der Bankier.„ Derartige Aktien sind Spekulationspapiere und heute früh erst habe ich verschiedenes über die Gesellschaft munkeln hören." Aber trotz dieses guten Rates gab Erna dennoch Auftrag, eine Aftie für sie zu erstehen und sie in ihrem Namen bei der Gesellschaftskasse zu hinterlegen, damit sie an der Generalversammlung teilnehmen könne. Mit zitternden Händen unterschrieb sie die hierzu erforderliche Vollmacht. II. „ Mein gnädiges Fräulein," redete sie ein älterer, korpulenter Herr an, der neben ihr saß ,,, man sieht ja hier nur lauter ernste Gesichter. Es scheint ein Sturm in der Luft zu liegen und die Versammlung wird einen sehr erregten Verlauf nehmen. Das ist nichts für zarte Ohren, Fräuleinchen, und ich möchte Ihnen raten, lieber den Saal zu verlassen. Ich will Sie gern hinaus begleiten." ,, Nein, nein," wehrte Erna ab. Nicht ohne Absicht hatte sie ihren Platz gewählt, weil sie glaubte, durch den breiten Rücken des alten Herrn gedeckt, ungenierter ihre Notizen machen zu können. Jedes Wort der Rede des Aufsichtsrat- Vorsitzenden brachte sie zu Papier und sie verstand es jetzt auch recht gut, warum man den Vertretern der Presse so streng den Zutritt verweigert hatte. Denn die ganze Rede war vom Anfang bis zu Ende nichts weiter als eine lange Jeremiade über den schlechten Geschäftsgang und den immer geringer werdenden Gewinn. Was machen Sie da, Fräulein? Wie ich sehe, ſtenographieren Sie, das ist nicht erlaubt. Notizen dürfen hier nicht gemacht werden." ,, Wollen Sie nicht die Güte hoben, sich lieber um Ihre eigenen Geschäfte zu bekümmern?" erwiderte sie stola. h bin Aktionärin dieser Gesellschaft und fann meine stenographische Kunst dort ausüben, wo es mir paßt. Im übrigen bitte ich Sie, mein Herr, meinen Arm gefälligst los au lassen und sich von mir zu entfernen." „ Erst müssen Sie aber Ihr Notizbuch zumachen," for. derte sie der Herr mit so lauter Stimme auf, daß es die ganze Versammlung hören konnte. Erna flapple ihr Notizbuch zu und versetzte damit dem Herrn, der sie am Arm gepackt hatte, einen heftigen Schlag auf sein Hand. ,, Vielleicht werden Sie mir jetzt gestatten, meine Notizen fortzusehen?" fragte sie, mit gerötetem Gesicht.„ Wenn nicht, würde mein Notizbuch nähere Bekanntschaft mit Ihrem Gesicht machen müssen." Der Herr sprach ein paar Worte von Schußmann holen laſſen und begab sich sodann sehr niedergeschlagen auf seinen Plaz zurück. Die Versammlung nahm einen sehr stürmischen Verlauf und sämtliche Reden, die auf ihr gehalten wurden, wurden von Erna stenographisch aufgenommen. Dann eilte sie rasch nach Hauſe, und Stunden brauchte sie, um ihre stenographischen Notizen umzuschreiben. Es war bereits spät, als sie endlich damit fertig war, und unverzüglich fuhr sie nach dem Redaktionsbureau des„ Deutschen Adlers", wo sie sich dem alten Herrn Berwig melden ließ. Ohne auf die erstaunten Blicke des alten Herrn zu achten, fragte sie:„ Ist die Abend- Ausgabe des„ Deutschen Adlers" bereits im Druck?" Wie sie so an der Tür stand, mit vor Aufregung leuchtenden Augen, mit etwas aufgelöstem Haar und einem erwartungsvollen Zug um ihren schönen Mund, gab sie ein Bild ab, das jeden Mann, mochte er alt oder jung sein, bezaubern mußte. Herr Berwig hatte sich erhoben; er bot ihr einen Stuhl an, in höflichem Tone erwiderte er: Gewiß, mein verehrtes Fräulein, sie ist bereits im Druck. Bringen Sie mir aber eine wichtige Neuigkeit, so lasse ich gleich eine Extra- Ausgabe erscheinen. Es sind stille Zeiten, und ein kleiner Mord oder ein großes Feuer würden das Interesse neu beleben." " Ich bedauere sehr, Herr Redakteur, daß ich mit solch aufregenden Sachen nicht dienen kann. Ich war heute zufällig in einer Generalversammlung, in der es sehr lebhaft zuging, und mir hat es besonderes Vergnügen gemacht, einen Bericht darüber abzufassen." Dabei zeigte sie ihm die ersten Seiten ihrer Notizen. Er war aufgesprungen, wie jemand, den die Freude toll gemacht hat. „ Prächtig, prächtig, mein liebes Fräulein!" rief er fast atemlos aus. Zwanzig Seiten so gewissenhafter Arbeit und so schön und deutlich geschrieben. Das Mädel ist ebenso flug wie entzückend!" fuhr er fort, indem er seine Gedanken in lauten Worten äußerte, wie er es immer tat, wenn er sehr aufgeregt war. Das ist der größte Schlager, den der ,, Deutsche Adler" seit Jahren hatte. Und nur diesem lieben, fleinen Dinge ist er zu danken. Sagen Sie mal, mein liebes Fräulein," fuhr er fort, indem er ihre beiden Hände erfaßte und sie kräftig drückte,„ mas verlangen Sie dafür? Hier kann es sich nicht um zehn oder fünfzehn Pfennig die Zeile handeln, und wenn Sie nicht etwas so kostbares wie ein Diamanten- Diadem oder ein Perlhalsband verlangen, bin ich ernstlich böse mit Ihnen." Mit zitternder Stimme entgegnete sie: Ich brauche weder Geld noch Juwelen Herr Berwig. Aber etwas anderes, etwas viel, viel kostbareres möchte ich haben. Sie haben einen Sohn, Friß mit Namen, und ich weiß, daß Sie sein Glück höher als alles in der Welt schätzen." Das Gesicht des alten Herrn nahm einen zärtlichen Ausdruck an, und ihr tief in die Augen sehend, erwiderte er: " Ja, liebes Fräulein, das tue ich." Seinen Blick konnte sie nicht aushalten und sie drückte daher ihr Gesicht gegen seine Schulter, so daß er nicht sehen konnte, wie sie über und über rot geworden war. ,, Dann erlauben Sie mir, daß ich Sie Vater nennen darf," stammelte sie. Ich bin nämlich die kleine Maschinenschreiberin von Fritz und wir haben einander so gern." Und als ihre weichen Lippen zum erstenmal die gerunzelten Wangen des alten Herrn berührten, gab dieser mit Freuden ihrer Bitte nach. kommen. Er wurde, daß in durch sei, wie geschaffen, gog S für die anständ Straßen paffiere gelungen, das 8 zu schaffen. De Hamburg überh die Sittenzustä lungen mehr fie auch unter meiß. So hat Sprechung über werde. feien ganze B wachsenen Tod jei weit über d die jungen Mäd mie es ihnen w der drastischen gegnen lächter aufgeno diefes Interme ernften Progr tomische Wirtu durch, daß der bon einem Bein der Erregung egungen zu b Im übrigen umberging wie intereffant, weil Donnerstag Schlußrede eine gebung bot. No und ein Kunstsch einsgefes, sowie Berufsvereine Birtung der S Erhebungen abg Man fann geberische Frud aber biete Defte lion wahre Org befondere ist gekommen. D genehmigt hat, Fahne gehalter die wirtschaftl milien gebrac fidgreifen ei Der Minister letzte Warnun daß bei Fortd tamen, jedenf migung des Stillſtand des wurde bereits bem Monarcher par. 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