Nr. 99. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 28. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz OberHessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Bfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Kommandowechfel in Südwestafrika. Allerhand Gerüchte über Deutschsüdwestafrika sind in Berliner Kolonialkreisen im Umlauf: Nach einer auch in Parlamentsfreifen folportierten Lesart will Oberst Leutwein die Leitung der militärischen Operationen abgeben und nur die Gouvernements= geschäfte führen; sein Nachfolger im Kommando der südwestafrikanischen Truppen soll Generalleutnant von Trotha sein, der bei seiner Ausreise neue und sehr beträchtliche Truppenverstärkungen mitnehmen soll. Die amtlichen Stellen bewahren gegenüber diesen Meldungen Reserve; soviel kann indes, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter uns schreibt, mit Sicherheit angenommen werden, daß in der Tat ein Gesuch Leutweins um Enthebung von dem Kommando der Truppen vorliegt. Begründet ist dies Gesuch mit dem Beinleiden Leutweins, das nach dem Gefecht bei Onganjira sich wieder besonders stark bemerklich gemacht hat. Dagegen ist noch nichts darüber befannt, ob der Kaiser dem Gesuche Leutweins entsprechen wird. Tut er's, so darf die Entsendung v. Trothas nach Afrika als sicher angenommen werden. Auch die Entsendung von Verstärkungen ist dann sicher; Generalleutnant v. Trotha hatte schon vor der Ausreise der ersten Transporte eine erheblich größere Truppenmacht gefordert und die ihm alsdann angetragene Oberleitung des Feldzuges nur deshalb abgelehnt, weil die pon ihm für erforderlich gehaltene Truppenzahl ihm nicht bewilligt wurde. Was sonst an Meldungen über die Lage in Südwestafrika borliegt, ist keineswegs erfreulich. Nach einer Privatdepesche hat die jetzt in Otjihaënena stehende Kolonne Glasenapp von ihren ursprünglichen 22 Offizieren und 476 Mann noch gerade 12 Offiziere und 306 Mann, die halbwegs diensttauglich sind. Das heißt, die Truppe hat einen Verlust von 63 v. H. ihrer Offiziere und 35 v. H. der Mannschaften erlitten. Allerdings sind bei diesem Verlust die Kranken mitgerechnet, ihre Kopfzahl beläuft sich aus 2 Offiziere und 106 Mann. Nicht mitgerechnet sind dabei die Verwundeten, die inzwischen wiederhergestellt werden fonnten: 4 Offiziere und 18 Mann. Die Krankheit, die die Truppen am schwersten heimsuchte, ist der Typhus. Man darf hoffen, daß diese Krankheit angesichts der bevorstehenden klimatischen Veränderungen jetzt den Höhepunkt überchritten hat. Major v. Glasenapp hat übrigens nach Otjijaenena Verstärkungen erbeten, die ihm sicherlich umgehend jewilligt werden dürften. In Erwartung der Weltausstellung. ( Von unserem Spezialberichterstatter.) St. Louis, 15. April. Vierzehn Tage nur noch trennen uns vom Beginn der Weltausstellung, und noch bietet die weite Fläche, auf der die staunenden Besucher sich drängen sollen, einen recht chaosmäßigen Eindruck dar. Soll auch St. Louis die alte Rege! bon neuem bestätigen, daß eine Ausstellung eigentlich niemals beginnt, wenn sie eröffnet wird, sondern erst viele Wochen päter? Doch wir sind ja in Amerika, dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten. Wenn auch zu zweifeln ist, daß alles bis zum 1. Mai vollendet werden wird, so ist doch zu hoffen, daß bei der Ausdauer und fieberhaften Eile, mit der jest gearbeitet wird, der größere Teil der Ausstellung„ eröffnungsreif" sein wird. Mit Genugtuung ist es zu begrüßen, daß Deutschland seinen alten Ruf der Pünktlichkeit auch diesmal wieder glän= zend bewährt hat. Sein Pavillon, der neben den mannigfachen Erzeugnissen der leistungsfähigsten Industrien auch den Segen der sozialen Fürsorge in einer ausgedehnten Darstellung aller Branchen der Arbeiterversicherung birgt, bietet jetzt schon einen geordneten Anblick dar und bedarf nur noch der letzten schmückenden Hand. Auch England, Frankreich und Belgien wetteifern miteinander, zum Beginn der Ausstellung sich würdig zu repräsentieren. Rußland wird nur recht bescheiden vertreten sein, während seine Gegner, die leinen, behenden Japs", wie man sie hier nennt, unermüdlich an der Arbeit sind und eine umfangreiche Auslese ihrer Landes- und Industrieerzeugnisse bereit gestellt haben. Die Ausstellung wird also, so verheißt das Programm, am 1. Mai d. J. eröffnet und soll am 1. Dezember geschlossen werden. Als Anlaß für die Veranstaltung gilt die Jahrhundertfeier des Ankaufes des Louisianagebiets durch die Bereinigten Staaten von den Franzosen. Damals ( 1804) bestand Louisiana aus 14 Staaten, deren bedeutendster Missouri war mit der wichfigsten Stadt St. Louis am Mississippi, deren Einbohnerzahl faum tausend Personen betrug. Heute hat St. Louis mehr als 700 000 Einwohner und ist die viertgrößte Stadt der Vereinigten Staaten. Gibt es ein besseres Beispiel für die Entwickelung und das Wachstum amerikanischer Städte? Dieses heute mächtige St. Louis will mit seiner Wel tausstellung alle bisherigen übertreffen. An Umfang gewiß. Während die Weltausstellung von Chicago im Jahre 1893 einen Flächenraum von 260 Hektar einnahm, ist die Fläche, auf der die Weltausstellung von St. Louis errichtet wird, zirka 500 Heftar, also nahezu doppelt so groß als jene von Chicago und fast viermal so groß als die Pariser im Jahre 1900. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 50 000 000 Dollars. Ob aber auch das Resultat ein entsprechendes sein wird, wird sich erst zeigen. Es ist wohl erlaubt, daran zu zweifeln, da die Beteiligung vieles zu wünsches übrig läßt. Die Gründe hierfür sind sehr naheliegend. In erster Reihe steht die zu rasche Aufeinanderfolge dieser Weltausstellungen. Die Eifersucht der amerikanischen Staaten untereinander wirkt ebenfalls hemmend auf die Entwickelung der Ausstellung; weder Philadelphia, noch Buffalo, noch Chicago wollen von St. Louis übertroffen werden. Zu alledem kommen Ereignisse, welche das Interesse für die Ausstellung Ledeutend vermindern: die lebhafte Agitation in Nordamerika für die im Herbste stattfindende Präfidentenwah! und nicht an letzter Stelle der Krieg zwischen Japan und Rußland mitseinen unabsehbaren Folgen. Lauter ungünstige Auspizien für eine Weltausstellung. In der Umgebung der Ausstellung ist man auch sehr fleißig an der Arbeit. Große Eisenbahnstationen wurden nur zur Bequemlichkeit des zur Ausstellung reisenden Publifums angelegt und eine Anzahl von Hotels gehen ihrer Vollendung entgegen, unter ihnen das angeblich größte Hotel der Welt. Angeblich, da man sehr vorsichtig sein muß bei der Prüfung amerikanischer Reklame. So konnte man vor einigen Monaten in französischen Zeitungen die Beschreibung eines tausend Meter hohen Turmes lesen, der in St. Louis errichtet wird. Man wird dieses Wunderwerk aber vergebens auf dem Ausstellungsplaße suchen. Allerdings war der Platz schen bestimmt, auch Aktien ausgegeben und Aktionäre vorhanden, nur eines fehlte der Konstrukteur. Kein Wunder, menn man weiß, auf wie schwachen Beinen der„ nur“ dreihundert Meter hohe Eiffelturm steht. Der Krieg in Oftalien. Die Russen schöpfen von neuem Hoffnung, mit ihrer in Port Arthur eingeschlossenen Flotte wieder aktiv vorgehen zu können. Sie gründen diese Hoffnung auf den günstigen Ausfall von Versuchen mit Unterseebooten. Inzwischen beschränkt sich die russische maritime Tätigkeit allerdings nur auf die Kreuzfahrten des Wladiwostok- Geschwaders, dem nach seinem ersten Debut in Gensan, wo es den Küstendampfer, Goyo Maru" vernichtete und unter der japanischen Bevölkerung heillosen Schrecken verbreitete, jetzt ein neuer Schlag gelungen sein soll. Aus Paris wird darüber folgendes berichtet: Das Wladiwostok- Geschwader hat einen japanischen Transportdampfer mit 4000 Mann in den Grund gebohrt. Man wird gut tun, auch dieser Wiederholung und Ausschmückung der bereits gemeldeten bezüglichen Gerüchte gegenüber sich kühl und abwartend zu verhalten. Die Lage am Jalu. Die Behörden in Niutschwang erklärten, es seien feine neuen Kämpfe am Jalu vorgekommen außer der Zerstörung einiger japanischer Dschunken durch russische Freiwillige. Reine große japanische Truppenabteilung sei am Jalu angekommen oder habe ihn an irgend einem Punkte überschritten. Die Russen halten alle früher besetzten Punkte westlich vom Jalu. General Kuropatkin war der Plan eines Rückzuges auf Föng- hwang- tschöng und Liaujang zugeschrieben worden. Diese Annahme ist aber unbegründet. Keine Vermittelung. Das Reutersche Bureau erfährt, daß die von Petersburg ausgehenden Gerüchte, nach denen England Vorschläge inbetreff einer Vermittelung zwischen Rußland und Japan vorgebracht hätte, vollständig unbegründet seien; man fenne in gutunterrichteten Londoner Kreisen selbst die Quelle dieser Gerüchte nicht. Die Politik. Die drei Millionen Mark zur Förderung der Wohlfahrt der Eisenbahnbeamten, die die preußische Re gierung auf Geheiß des Kaisers vom Abgeordnetenhause fordern soll, sind, wie jetzt bekannt wird, zur staatlichen För derung der von dem Verbande der Bezirksvereine der Staatseisenbahnbediensteten" geplanten Krankenzu schuß tasse bestimmt. Das Krakauer polnische Blatt„ Nowa Reforma" meldel aus Rom, daß eine Beschwerde des Kardinals Kopp gegen den polnischen Geistlichen Mikulski, der den polnischen Reichstagsabgeordneten Korsanty trotz des Verbotes des Kardinals getraut hatte, zurückgewiesen und die Ehe bom Papst für gültig erklärt worden sei. Damit ist die unerfreuliche Angelegenheit hoffentlich ein für allemal aud der Welt geschafft. A Die Krisis im Leipziger Aerztestreik ist da, und der Ausgang der Sache zuungunsten der Ortskrankenkasse ist so gut wie sicher. Die Leipziger Kreishauptmannschaft hat das Gesuch der Ortskrankenfasse um eine Fristverlängerung für die Beschaffung der behördlicherseits geforderten Aerzte abgelehnt und weitere Maßnahmen gegen die Kasse angekündigt. Das bedeutet rund heraus den Sieg der Leipziger streifenden Aerzte. * Das von Architekten und Photographen so lange geforderte Gesetz über das Urheberrecht an Werken der Baukunst und der Photographie soll jezt endlich Tatsache werden. Die Reichsregierung hat einen dahingehenden Gesezentwurf den Bundesregierungen mitgeteilt. Der Entwurf bezweckt zunächst die urheberrechtliche Gleichstellung der Werke der angewandten Kunst und der Baukunst mit den übrigen Werten der bildenden Kunst. Die ideellen und persönlichen Interessen des Schöpfers eines Werkes sollen mehr als bisher gegen Mißbrauch geschützt werden. Auch für die photographischen Erzeugnisse soll der Schutz nach verschiedenen Richtungen hin verstärkt werden. Es wird gefordert die Verlängerung der Schutzdauer, das Verbot der Nachbildung, auch wenn sie auf anderen als mechanischem Wege erfolgt. Ferner enthält das Gesetz die Forderung des Schutzes des Abgebildeten gegen Verbreitung und öffentliche Schaustellung des Bildnisses. Auf dem Gebiete des Kunst= verlags wird eine einheitliche, allen Ansprüchen gerecht werdende Regelung in der Vorlage zurzeit als kaum möglich bezeichnet. Frankreich. Der Marseiller Streik der Kauffahrteischiffsoffiziere droht immer größere Ausdehnung anzunehmen und selbst über Frankreichs Grenzen hinüberzugreifen. Die Marseiller ,, Gesellschaft der Schiffskapitäne für lange Fahrt" erhielt Zustimmungsdepeschen des Hafensyndikats von Dünkirchen und der Nautischen Gesellschaft in Barcelona, in denen diese ihren Anschluß an den Ausstand in Aussicht stellen. Der deutsche Handel wird durch diesen Streif erfreulicherweise fast gar nicht betroffen. In Warseille liegt der Hafen völlig verödet da. Von Marseille sind bisher nur zwei Handelsschiffe der„ Compagnie Tunisienne" abgegangen. Die Offiziere dieser Schiffe hatten sich ebenfalls dem Ausstande anschließen wollen; doch erklärte ihnen die Gesellschaft, daß sie dann entlassen seien und durch andere ersezt würden. Darauf blieben die Offiziere an Bord. Sie dürften indes in Tunis den Dienst. verweigern. Es kann als ziemlich sicher gelten, daß die Streifenden ihren Willen burchsetzen. Spanien. Der Mordanschlag auf den spanischen Ministerpräsiden ten Maura stellt sich als eine Art Bandenattentat heraus. Kurz nachdem der Zug unter Schmährufen des Publikums die Station Alicante verlassen hatte, wurde auf freiem Felde von einem ganzen Trupp von Personen ein regelrechtes Schnellfeuer auf den Waggon eröffnet, in dem der Miniſterpräsident mit anderen Diplomaten saß. Mauras Waggon trug die Spuren von zehn Kugeln, auch einige andere Waggons wurden getroffen. Von den Insassen des Zuges wurde indes niemand verletzt. Die zur Bedeckung im Zuge befindliche Gendarmerie erwiderte die Schüsse. Zwei Per. sonen wurden verhaftet. Türkei. Der Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland wird, wie von vornherein nicht anders zu erwarten ſtano, eine friedliche Lösung finden. Die Pforte iſt bereit, die von Griechenland geforderte Genugtuung zu gewähren, sobald der Tatbestand genau festgestellt ist. Nach der von den griechischen Konsularbeamten gegebenen Darstellung trug sich der Vorfall erheblich anders zu, als es nach der ersten türkischen Schilderung den Anschein hatte. Die griechische Gesandtschaft in Berlin machte unserem Berliner CB- Mitarbeiter darüber folgende Mitteilungen: Die türkischen Behörden in Smyrna hatten die Läden mehrerer griechischer Untertanen schließen lassen, die sich weigerten, die Patentſteuer zu zahlen, zu deren Eintreibung die Türkei keinerlei Recht besaß. Der griechische Generalkonsul sandte daraus jeinen Sekretär in Begleitung des Dragomans und von vier Kawassen, um einen dieser Läden wieder eröffnen zu lassen. Dies vollzog sich ohne den geringsten Widerstand der türfischen Behörden. Allein wenige Minuten später überfiel die türkische Polizei, unterstützt von 50 türkischen Soldaten, das Rokal, und mit den Läufen ihrer Karabiner schlugen sich auf die Beamten des Generalfonsulats los. Der Sekretär wurde verwundet und von den Soldaten und bewaffneten Trägern zu Boden geworfen, die den Versuch machten, ihn zu er drosseln. Zu seiner Verteidigung mußte er zur Feuerwaffe greifen. Mehrere Schüsse wurden gewechselt. Ein Agent der Polizei wurde durch eine Kugel an der Hand gestreift. Der Sekretär, dem man Handschellen anlegte, und zwei seiner Kawassen wurden in das Gefängnis abgeführt. Der Generalkonsul protestierte sofort beim Vali und forderte oie Freilassung seiner Beamten. Der Vali hatte eingewilligt, den Sekretär freizulassen, die Kawassen gab er erst frei, als der französische Generalkonsul sich einmischte. Scheiterhaufen und dem Rohrstod. fträuben, fo beweisen fie es ihnen mit dem Schwert, dem Solche Naturen stehen men, zum Künſtler. aber im geradeſten Gegensatz zum Gelehrten und auch, wenn Diese fagen zu den Erscheinungen Sie wollen, der Hauptfache zu ohne daß Deutschland nicht möglich, diese edelst Ende Es ist ja in mag. Auch Tempel der Wissenselbst zu ernähren verlich einige Jahre lante Laufbahn zu beginnen, mit dem Gelde. r unentbehrZähigkeit ist stets. Was der erste windstof bricht nur dürre Aeste. das Beste." Wie der Wald so deutlich spricht: Sind gewißt Sie weigerte sich hartnäckig. Es hatte sich eine alte Lubra ( Schwarze Frau) bei uns eingefunden. Ich holte Was soll ich euch weiter fagen, Kameraden? noch eine Frau von Geelong herüber und glaubte damit alles acto mitände erbeiichten Deer und flotte. Eisenbahnkriegsprobe. Eine Probe zur Kriegsausrüstung eines Güterzuges fand im Beisein höherer Offiziere und einiger Regierungsräte von der Eisenbahndirektion Berlin auf dem Bahnhof zu Potsdam statt. Es handelte sich darum, festzustellen, innerhalb welcher Zeit ein aus 10 Güterwagen und einem Schlafwagen bestehender Zug so ausgerüstet werden kann, daß er zum Truppentransport geeignet erscheint. Ein derartiger Zug hielt auf einem Nebengeleise des Bahnhofs in Potsdam und wurde innerhalb einer halben Stunde mit Bänken usw., die auf Lowris aus den Depots herbeigefahren wurden, fahrbereit hergestellt. Dof und Gefellschaft. *** Der Kaiser hat gestern seine Rückreise von Venedig aus mit der Bahn angetreten und wird heute die Hohkönigsburg im Elsaß besuchen. Die am Abend vor seiner Abreise aus der Lagunenstadt dem Kaiser dargebrachte große Serenade war ein wunderbares Schauspiel. Sie erreichte ihren Höhepunkt, als die alten schönen Fassaden und Architekturen des Dogenpalastes, des Markusplatzes und der Kirchen auf den gegenüberliegnden Inseln in Rotfeuer aufglühten, während viele hunderte von Gondeln den Raum zwischen der " Hohenzollern" und den Ufern dichtbesetzt hielten und die Insassen immer von neuem in jubelnde zurufe ausbrachen. Als die Illumination erloschen war und die Gondeln sich zer streut hatten, erschien bei der„ Hohenzollern" ein mit Lampions behängtes Boot mit Sängern und Sängerinnen, welche in vollendeter Weise Stücke aus„ Troubadour“,„ Figaros Hochzeit" und Volkslieder zur Laute vortrugen. *** Kaiser Franz Josef sprach sich gestern bei seinem Besuch in der Wiener Spiritus- Ausstellung sehr anerkennend über die Trainautomobile mit Spiritusbetrieb von der deutschen Armee aus und bat General Werneburg, dies Kaiser Wilhelm mitzuteilen. Deutfcher Reichstag. ( 71. Sigung.) CB Berlin, 27. April. Das war heute einmal eine Ueberraschung im Reichstag, oben und unten alles vertauscht; die Bundesratstische leer, die Tribünen nur halb gefüllt und im Saale so viel Abge= ordnete, daß das Haus von Anfang an einen ordentlich be= schlußfähigen Eindruck machte. Das hatten mit der Notwendigkeit von Abstimmungen die Wahlprüfungen bewirkt, die zuerst auf der Tagesordnung standen. Die meisten davon wurden, wie gewöhnlich, diskussionslos nach den Anträgen der Kommission erledigt, einige aber riefen Erörterungen und zwar teilweise recht higige hervor. So entbrannte vor allem ein heißer Kampf um das Mandat des Fürsten Bismarck, das die Kommission ohne weiteres Für giltig erklären wollte, während die Parteien der entschie= denen Linken, unterstützt von den Polen, Beweiserhebungen über einige Behauptungen eines Wahlprotestes verlangten. Es handelte sich um die Frage, ob durch die Ausweisung von Sozialdemokraten aus mehreren Wahllokalen das Prinzip der Deffentlichkeit verlegt worden sei. Unter steigender Erregung des Hauses, unter wachsender Unruhe, in der schließlich nichts mehr zu verstehen war, was die einzelnen Abgeordneten sagten, bejahten die Vertreter der Minderheit die Frage, die die Mehrheit verneinte. Die Wahlprüfungskommission drang hier mit ihrem Antrage auf Giltigkeit durch, wie später mit ihren Anträgen auf Ungiltigkeitserklärung der Mandate des elsässischen Demokraten Blumenthal und des Sozialdemokraten Dr. Braun, und zwar leichter als man erwartet hatte. Die Vollzähligkeit des Hauses übte ihre geschäftsfördernde Wirkung aus, und nicht eine namentliche Abstimmung wurde verlangt. So kam es wieder einmal ganz anders, als man erwartet hatte; kurz nach 25 Uhr war bereits die gestern vertagte Beratung der Börsengese novelle wieder im Gange. In der Debatte spielte naturgemäß die Frage des Getreideterminhandels die Hauptrolle. Die Sozialdemokratie wünscht diesen freizugeben, da sie darin ein Mittel zur Verbilligung des Brotes sieht. Infolgedessen nahm ihr Redner, der Abgeordnete Schmidt- Berlin, der Vorlage gegenüber eine wesentlich freundlichere Stellung ein, als der Abg. Burlage vom Zentrum, der sich sehr absprechend äußerte. Nab und Fern. Die drei Richter im Bilse- Prozeß haben jetzt sämtlich ihren Abschied erhalten. Nachdem schon vor einiger Zeit der iniſion Fommandeur General v. Tippelsfirch. der GerichtsDer Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) „ Mit dem Burkhennersch?" hauchte das Mädchen, ,, ja, den wollt ich doch nit treien." Es fühlte sich wie eine Sünderin, der eine Missetal borgehalten wird. ,, Das wollt'st Du nit? Ich mußt's aber glauben, Elsche! Und so ist's kommen, daß wir voneinander geh'n müssen." ,, Hangcurt, ich will Dir's auf den Knien abbitten, nur bleib hier!" sagte das Mädchen mit flchender Stimme, indem es die Hand auf des Burschen Arm legte. Herr im Bilse- Prozeß, verabschiedet worden war, wird jetzt der Abschied gemeldet von Oberstleutnant Geisel, Infanterieregimentes 98, und Major Hirsch desselben Regiments. Gin verhängnisvoller Blizschlag. In Burg schlug dieser Tage während eines Gewitters der Blitz in das neben der Kirche stehende Haus des Kaufmanns Lehmann. Die Familie des darin wohnenden Tabakspinners Pötschke saß ge rade um den Tisch herum. Durch den Blitzschlag, der durch die Giebelöffnung seinen Eingang genommen hatte und kreuz und quer, die mannigfachsten Spuren hinterlassend, durc verschiedene Räume des Hauses gefahren war, wurden alle Personen im Zimmer betäubt. Ein 52jähriger Gehilfe, der sich in der Giebelstube gerade umzichen wolte, wurde vom Blitz getroffen und augenblicklich getötet. Dem Unglücklichen wurden vom Blitz buchstäblich die Kleider vom Leibe gerissen und teilweise verbrannt. Außer einigen blauen Stellen am Halse wies der Getötete äußerlich keine Verlegungen auf. ,, Das geht nun nit mehr! Vor mein Vater dars ich nit hintreten und meine Mutter will's, daß ich fortmache. Mein Vater wollt mich mit Gensdarmen aus der Wildhütt' holen lassen siehste, soweit sein ich! Du kannst auch froh sein, daß es so kommt; nun fannste ja den Burkhennersch freien, ich bin ja nit mehr im Weg." Verirrt und verhungert. Wie aus Eupen gemeldet wird, hatte sich ein sechzig ähriger Greis im Hertogenwalde verirrt. Troß allen Suchens der Bewohnerschaft konnte der Rerirrte lange nicht gefunden werden. Endlich stieß man aus seine Reiche. Er war, da er tagelang ohne Nahrung gewesen, buchstäblich verhungert. Zum Raubmord in Weilerswift. Die beiden jungen Reute, welche unter dem Verdacht, den Raubmord an der Witwe Gottlob in Weilerswist verübt zu haben, verhaftet vurden, mußten wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da sie ihr Alibi nachweisen konnten. Auf die Ergreifung der Mörder ist eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Verbrecherromantik in Amerika. Die Bürgerschaft von San Jose in Kalifornien wurde durch ein romantisches Verbrecherstücklein in nicht geringe Aufregung versetzt. Ein mastierter Mann trat abends in den Klub und zwang die sechs Herren, die anwesend waren, unter Bedrohung, sie zu erschießen, ihm ihre Wertsachen und Geldbörsen auszuliefern. Als sich die Geplünderten von ihrem Schrecken erholt hatten, nahmen sie in Begleitung von Polizisten die Verfolgung des Verbrechers auf, während der von beiden Seiten Schüsse gewechselt wurden. Der Räuber flüchtete in ein kleines Gehölz, das von seinen Verfolgern umstellt wurde. Als er sah, daß er nicht entrinnen würde eine Kugel hatte ihn chwer verwundet beging er Selbstmord. Zum Staunen Der Beraubten erfannten sie in ihm ein Klubmitglied, das in Der ganzen Stadt geachtet und beliebt mar. Hangcurt, Du weißt nit, wie weh Du mir tust; ich muß fast denken, ich wär am ganzen Unglück schuld. Und Du bist doch auch nit so ganz ohne Fehl g'west, hast durch Dein' Umgang mit dem Wildhirt so getan, als fragste nichts nach mir. Ich mußt doch denken, als läg' Dic nichts an mir, weil du doch wußtest, daß ich das nit leiden fonnt'." Der Bursche empfand den Vorwurf, der in den Worten des so schmerzlich berührten Mädchens lag und er traf ihn umsomehr, als er ja doch sich nicht frei von Schuld fühlte. Sein Groll schwand dahin; er wich einem Vergiftung durch bittere Mandeln. Opfer ihrer Naschhaftigkeit sind zwei Drogistenlehrlinge zu Halle geworden, die vor kurzem in ein dortiges Drogengeschäft eingetreten waren. In der Mittagspause naschten sie bittere Mandeln und erkrankten schwer. Der Lehrling Koch starb bereits verJangene Nacht an den Folgen der Vergiftung. + Bergwerkskatastrophe. Ein furchtbares Unglück ereignete sich in dem Bergwerk Robinson Deep bei Johannesburg. Ein Förderkorb, der fast an der Oberfläche angelangt war, stürzte infolge Seilbruchs 2000 Fuß hinab in die Tiefe. Die Insassen wurden getötet. 43 Eingeborene werden vermißt. Im Südschachte der Guidogrube 1 bei Makoschau sind gestern durch den Einsturz einer Sicherungsbühne drei Häuer getötet worden. A Ein schweres Erdbeben zerstörte im Süden von Formosa 170 Häuser. Zwei Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, 13 andere erlitten Verletzungen. Hanseinsturz. In Marseille stürzte gestern ein älteres Haus ein, wobei sämtliche Einwohner verschüttet wurden. Dreißig Menschen wurden mehr oder minder verletzt aus den Schuttmassen hervorgezogen; zwei Personen waren tot. Eine ganze Reihe von Liebes- und Ehetragödien ist wieder zu verzeichnen. In der Togostraße zu Berlin verletzte der Malergehilfe Otto Steinif seine frühere Braut, die Plätterin Ida Buchwaldt, durch vier Revolverschüsse lebensgefährlich und tötete sich hierauf selbst, indem er sich eine Kugel in den Mund jagte. Motiv: Verschmähte Liebe.- Eine weitere blutige Liebestragödie spielte sich auf der offenen Friedrichstraße ab, wo der Postkartenhändler Willy Greubel, wie es heißt, ein verkommener Student, seine Geliebte, die frühere Kellnerin Elise Krainer erschoß. Greubel schoß sich dann eine Kugel in die Schläfe und starb bald nachher im Krankenhause. Weiter wird berichtet: Unter dem Verdacht des Gattenmordes beziehungsweise der Beihilfe wurden die Besißerwitwe Schmidt und der Schmiedemeister Gustav Milbrandt aus Neu- Battrom verhaftet und ins Konizer Gerichtsgefängnis eingeliefert. Die Frau hat die Tat bereits eingestanden. Bum Schluk eine Tödie süßen und doch so unendlich Fummervollen Weh, dem Schmerz der Entsagung, der ihn mit Gewalt erfaßte, als er sah, daß alles hätte gut werden können und daß er nun doch dem hübschen Mädchen, mit dem er schon in der Schule so vertraut verkehrt, den Rücken wenden mußte und daß es dereinst einen Anderen zum Mann nehmen würde. ,, Du hast recht, Elsche," sagte er traurig,- ,, ich sein auch schuld daran! hätt' ich doch nie den Wildhirt gekannt." " Ja, aber Hangcurt, muß es denn sein, daß Du nun nach Amerika machst, is es denn gar nit zu machen, daß Du hier bleibst?" hinter den Koulissen. Im Theater Palais Royal za Barts machte abends während der Vorstellung ein junger, wenig bedeutender Schauspieler Jules Gravier in der Garderobe Er verletzte sich indessen den Versuch, sich zu erschießen. nur leicht. Gravier war unglücklich in eine Koll egin berliebt. OD Eine bemerkenswerte Operation ist soeben, wie aus Newyork gemeldet wird, in Utah an einem Kinde vollzogen worden, das einen Nagel verschluckt hatte. Ein langes gebogenes Stahlstück, das an einem starken Elektromagnet befestigt war, wurde in die Luftröhre eingeführt, und als der Strom in Tätigkeit gesetzt wurde, hing sich der Nagel an den Stahl und wurde auf diese Weise herausgezogen. die Anwendung anderer Instrumente war in diesem Falle ausgeschlossen, da sich der Fremdkörper an einer Stelle nahe dem Herzen des Kindes befand. "' s geht nit, lieb Elsche! Meine Mutter sagt, wenn ich dablieb, wär's in furzer Zeit doch wieder die alte Leier mit dem Tiophel, und ich weiß nit, am End' hat sie recht der Tiophel is mein Teufel g'mest; er wußt mich zu allem zu verleiten." Weitblicken d. Bankier( zu seinem Sohne, der Einjähriger ist, und sich aktivieren lassen will): tu, sag' mir, Morib, was wirst de haben, wenn de' mal sein wirst so e pensionierter General?" " Ich will Dir was sag n, Hongcurt," sagte Elschen, " gch in Gottes Namen.' s wär' ewig schad' um Dich, wennste mit dem noch mal soulst's Zuchthaus ziern. Ich glaub',' s is am Besten so wie Deine Mutter will." frühreife Jugend. CB. Die beängstigende Häufung der Mord- und Selbst mordversuche und auch der ausgeführten Taten bei jugend lichen Liebespaaren müssen unbedingt auch dem skeptischster Beurteiler der sozialen Verhältnisse die Ueberzeugung bei bringen, daß unsere Jugend augenblicklich unter ungesunder Verhältnissen sich entwickelt. Innerhalb eines Monats sini allein in Berlin etwa ein halbes Dußend solcher„ Leiden des jungen Werther" zur öffentlichen Kenntnis gekommen. Jedes Mal dieselben typischen Erscheinungen! Erschwerung eine bernunftwidrigen frühen Heirat durch die weiseren Eltern oder maßlose Eifersucht. Das war anders zu den Zeiten, al der Großvater die Großmutter nahm. Damals kannte man noch nicht die überhitte Maschinerie des modernen Geistes: lebens, die Haft der Arbeit und den nervösen Drang zum Lebensgenuß. Unsere Jugend ist frühreif geworden, weil sie verhältnismäßig in viel zu jungen Jahren zu einer un zeitgemäßen wirtschaftlichen Selbständigkeit gelangt. " Ja, Elsche,' s is so und ich seh, daß ich so g'fehlt hab', daß ich ett d'rfür leiden muß. Was sollen m'r noch stehn und uns' s Herz schwer machen? Leb' ewig wohl, lieb Elsche!" Damit reichte er dem Mädchen die Hand. Nun der Abschied zu Ende ging, konnte es sich nicht mehr halten; es weinte und schluchzte und indem es das tat, schlang es den Arm um den Hals Hangcurt's und drückte den Burschen heftig an sich. " Ja,' sollt nit sein," sagte dieser mit gepreßter Stimme. Aber' n Mäulchen, Elsche, denn' s is d's * Der Gr ben Generalle Broßh.( 25.) Gießen, den Der Kriegerfome Schott von Bab forifche Diener Frauentlinit an Der Oberlehrer in Maing Dr. W Karl Wilhelm S C Bureaus des T X 3um furt a. M. ft llegern nid hatte befchloffe bereits mitgete wir noch einen bon den Lar Damm- Fried nämlich, fo le aud amtlichen 2 auch die Verleg Darmstadt und Abg. Damm, an den Verle Denn beachtenswert bleibt bei allen diesen Fällen die Tatsache, daß es meist Arbeiter und junge Angestellte sind, die wegen des unverhofften Widerstandes gegen ihre Lieb. lingspläne sofort bereit sind, das köstliche Gut des Lebens wie eine ausgepreßte Schale von sich zu werfen. Es sind also jene Elemente, die aus der wirtschaftlichen Abhängig eit von ihren Eltern herausgetreten sind und dadurch wohl nuch nicht mehr ganz unter der elterlichen Zucht stehen. Diese frühe wirtschaftliche Selbständigkeit hat namentlich in den großen Städten ihre Gefahren. Selbst die sorgsamster Eltern wissen oft nicht, wo ihre Kinder in der Mußezeit ich aufhalten, und nicht selten sind sie überhaupt über die freie Zeit nicht einmal unterrichtet. In kleineren Pläzen wirkt die leichtere Möglichkeit der Kontrolle günstig auf die Jugendentwickelung ein. Außerdem fehlen dort die verderb lichen Eindrücke der Umgebung, wie sie die Großstadt mil ihrer Literatur, ihren Schaustellungen, ihren Theatern, Skandalprozessen und den unschönen Straßenszenen bietet. In der Großstadt werden die Kinder leider sehr früh zu Wissenden, und mit dem zu vorzeitigen Lebensgenuß kommi auch die vorzeitige Ernüchterung, die das Leben schal und merlos erscheinen läßt. Die Jugend ist die Zeit der Illu sionen und Ideale. Wem sie zu schnell zerrinnen, wer im Lebenslenze schon die Früchte des Herbstes pflücken will, der wird von jenem Ekel und der Empfindung der Leere über: wältigt, deren Opfer in letzter Zeit so zahlreich gefallen sind. Alle diese Fälle sind eine ernste Mahnung an die Eltern, in dieser bewegten Zeit doppelt ihre Fürsorge- und Aufsichtspflichten auszuüben. Ist es wirklich notwendig, daß alle jungen Mädchen aukerhalb des Hauses ihrem Erwerb nach gehen, der doch vielfach nur zur Befriedigung luxuriöser Lebensansprüche benützt wird? Wäre nicht für viele, viele solcher jungen Geschöpfe, die um des elenden Mammons willen in Verkehr mit gefährlichen Elementen und in eine entsittlichende Umgebung gebracht werden, die häusliche Tätigkeit unter der Cbhut der Mutter, die auch die Freun dinnen der Tochter kennt und beobachtet, für die Gegenwar und die Zukunft nützlicher? Und die heranwachsende männ liche Jugend sollte vor allem zu ernster Tätigkeit auch in der Mußestunden angehalten werden und sollte auch kontrollier werden, wie die Mußestunden liegen und wie diese verbrach würden. Wenn die Eltern ihre Pflichten den veränderter Reiten arafen, dann werden sie sich viel Summer und Schmerz ersparen. legte." Innig hing sich das Mädchen an den Burschen, den es wieder so lieb hatte wie zuerst und füßte thn mit wilder Leidenschaft. Draußen vor dem Dorfe ertönte ein kräftiger Peitschenknall. " Sie warten auf mich, und's wird ihnen wohl zu lang. Mach's ewig gut, lieb Elsche!" eine Einladung hatten fich alf famuggeln w geftelt fein! fbungen, fom erwünschte An fernten.- 8 Baden, Bayern Gange ift. ständig neuer bor, der sich Der zweite zweifellos An Beifel unte boraussichtlich des jebig wird. " Leb' ewig wohl, mein Hangcurt!" Dann eilte der Bursche davon, bestieg den Wagen und fort ging's in die Nacht hinein- nach Amerika. Elschen aber stand noch länger auf derselben Stelle. Es ging ihm alles durch den Kopf, was irgendwie mit dem Hangcurt in Beziehung stand. Es gedachte der Zeit, da es mit ihm zur Schule gegangen und da es mit ihm das Tanzen gelernt unter dem Apfelbaum unten auf der Hute, und wie er seit der Zeit so oft ins Haus zu ihm gekommen war, als Gast natürlich, nebenbei aber als geheimer Schatz, wie sie da die Jahre her so manchen schönen Abend zusammen verlebt, wenn der Hangcurt neben ihm saß und mit ihm plauderte und nun war das alles vorbei; es fühlte sich vereinsamt und das Leben hatte jeden Netz für es verloren. Der Pierer wußte natürlich am andern Morgen nichts davon, daß seine Frau den Hangcurt Knall und Fall nach Amerika geschafft hatte. Sie hütete sich auch wohl, ihm das mitzuteilen, weil sie nicht wußte, wie er es aufnehmen würde. Dagegen stellte er andern Tags bei der Behörde den Antrag, daß sein Sohn durch Gensdarmen in den Bereich seiner väterlichen Gewalt wieder zurückgeführt werde. Er machte dabei auch allerhand Andeutungen über das verdächtige Treiben des Liophel, daß der ein Dieb und überhaupt ein ge fährlicher Mensch set. ( Forts. folgt.) A Une liebteften und Amtsgeri infolge Herzic geboren, stu 1885/86 in juristisches Affeffor war feld tätig, Amtsrichter Seine Erne bor. Die - zu Hause ift X Der in Gießen ergeben hat, 6 Auf welche Ar entschieden; e werden, einen A Herr fonal des G einem Frühj * ** 84 heiten fin ländische Arb worden. D wiederholt d 3ug solcher Müncho Heinrich K 23 000 Mt. A Au grieben: daß der Stad marbeiten des berndorf mig genehmigt wohl mehr in Augen betracht furzem hat der Buzbach- Lichi Vertebralinien ift dies fehr an ftadt mit allen Das allgem babener Hand bericht: E mifchen$ 23 insbesonder oberndo Die Bahn notwend bindung Der Vorz Butzbach Royal za Jarts n junger, wenig n der Garderobe ette fi indeffen n eine Stoll egin joeben, wie au Kinde bollzog te. Ein lange Lokales. 27. April 1904. * Der Großherzog empfing am 27. April u. A. den Generalleutnant Frhrn. v. Gall, Kommandeur der Großh.( 25.) Division, den Hochbauousseher Grünig von Gießen, den Oberstleutnant a. D. Cramolini, I. Präsident der Kriegerkameradschaft„ Hassia", und den Professor Dr. Vom praktischen Standpunkt aus fann nach diesem| Bericht für unser Kleebachtal und seine wohlhabenden Orte dann nur noch eine Verbindung mit der nächstgelegenen Universitätsstadt Gießen, dem größten Knotenpunkt der Main- Weser- Bahn zwischen Frankfurt und Kassel, angestrebt werden. Was bietet uns Bußbach? Landwirtschaft hat es selbst genug, also für Absatz unserer landwirtschaftlichen Produkte ist dort gar keine Aussicht vorhanden. Dasselbe wird auch bezgl. des Versandtes größerer Mengen schon von diesem ganzen Landesteil, der bisher fast noch gar nicht an den Weltverkehr angeschlossen ist, muß eine direkte Verbindung nach Norddeutschland geschaffen werden und das ist nur möglich mit der Bahn von Brandoberndorf durch das Kleebachtal nach Gießen. ―r. × Der Evangelische Kirchengesang en Elettromagne Schott von Bad Nauheim. Ernannt wurde der provigeführt, und als forische Diener Georg Mandler zum Diener bei der Usingen aus gesagt werden. Von Usingen bis Gießen, ihr duftendes Aroma abgibt und in sanitärer Hinsicht überg sich der Nagel e herausgezogen. in diesem Falle einer Stelle nahe Sohne, der Gin :„ Nu, sag' mir, Frauenklinik an der Landes- Universität Gießen, desgleichen der Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Realschule in Mainz Dr. Wilhelm Schottler und der Finanzaspirant Karl Wilhelm Köhler aus Darmstadt zum Vorsteher des Bureaus des Feldbereinigungskommissärs in Büdingen. Xum Kreisblatt monopel. Die in Frank- verein für Hessen( Vorsitzender: Ministerialrat seines 25jährigen Bestehens begehen. aber in sanitärer Hinsicht ohne Bedeutung. Was nun den Einfluß der Jauche und Abfallwasser betrifft, so ist es doch sehr zu bewundern, daß troß den vielen Zeitungsartikeln und Beschwerden der Bürgerschaft, Raisonnieren in den Wirtschaften 2c. sich unsere Stadtvertretung so fremd der Sache gegenüberstellt. Dieser Wasserbehälter fönnte wohl eine Zierde der Stadt sein und werden solche in Großstädten an öffentlichen Pläge angelegt. Wenn aber, wie es hier der Fall ist, eine Pfuhlgrube daraus entsteht, die im Hochsommer haupt nicht zulässig ist, so wäre es doch endlich einmal an der Zeit, daß unser Stadtvorstand endlich Vorkehrungen trifft, diesem Mißstande abzuhelfen. Die Schulkinder müssen morgens dort vorbei und ist auch der Verkehr auf diesem Verbindungsweg täglich im Allgemeinen ein sehr reger und bietet das schöne neue Haus des Herrn Zinser einen großen Gegensatz zu der gegenüberliegenden Miststätte, welche absondert. Einem jeden Fremden, welcher von der Bahn fommt, präsentieren sich, ihm zuerst ins Auge fallend, obenerwähnte Mängel. Die Höfentränke ist entweder gesund zu schaffen oder ganz und gar zu beseitigen, barüber fann kein Zweifel sein. Ferner steht in der Rosengasse neben einem reizend angelegten Gärtchen mit Blumen 2c. eine kleine Einer für Viele. Sumpfgrube in bester Blüte. sein wirst so e furt a. M. stattgehabte Versammlung von Ver- Ewald in Darmstadt) wird am 15. Mai das Jubiläum jeden Tag ein schönes Quantum Pfuhl in die Höfentränke legern nichtamtlicher hessischer Zeitungen hatte beschlossen, sich gemeinsam auf die Veröffentlichung der bereits mitgeteilten Resolution zu beschränken. Heute möchten aten bet jugend wir noch einen interessanten Zwischenfall erwähnen. In der Ford- und Selbst dem skeptischster eberzeugung bei von den Landtagsabgeordneten Bennrich- Bingen und inter ungesunder Damm-Friedberg einberufenen Versammlung erschienen nes Monats fint nämlich, so lesen wir in mehreren auswärtigen, darunter Icher„ Leiden de gekommen. Jede auch amtlichen Blättern, zum allgemeinen Erstaunen rschwerung eine auch die Verleger der amtlichen Kreisblätter aus Gießen, weiſeren Eltern Darmstadt und Worms. Nach Angabe des Einberufers u den Zeiten, al Abg. Damm, der die Einladungen besorgt hatte, war nur nals fannte mo odernen Beiites ösen Drang zu geworden, m ren zu einer m gelangt. Diesen Fällen die Angestellte sind gegen ihre Lieb Gut des Lebens verfen. Es sind an den Verleger des„ Darmstädter Tageblatt" irrtümlich eine Einladung gesandt worden. Die beiden anderen Herren hatten sich also allem Anschein nach in die Versammlung einschmuggeln wollen zu welchem Zwecke, wollen wir dahingestellt sein lassen. Es bedurfte erst längerer Auseinander segungen, sowie eines recht deutlichen Winkes über ihre unerwünschte Anwesenheit, bis die ungebetenen Gäste sich entfernten. Zur Sache selbst sei nachträglich ergänzt, daß in ichen Abhängig Baden, Bayern und Württemberg eine gleiche Bewegung im Gange ist. Der badischen Kammer liegt bereits ein voll ständig neuer Gesezentwurf betreffend das Kreisblattwesen vor, der sich ganz auf dem Boden des Antrages Ulrich in der zweiten hessischen Kammer bewegt und der zweifellos Annahme finden wird. Es dürfte auch keinem Zweifel unterliegen, daß die hessische Kammer sich bor aussichtlich mit großer Mehrheit für eine Aenderung des jeßigen Kreisblattsystems aussprechen wird. d dadurch wohl t stehen. Die nentlich in de Die sorgsamst n der Mußeze rhaupt über d fleineren Plä e günstig auf dort die verderb ie Großstadt mil ihren Theatern, Benzenen bietet er sehr früh zu ensgenuß fommi Reben schal und Zeit der Illu rinnen, mer in flücken will, der der Leere über eich gefallen find ng an die Eltern ge- und Aufsichts wendig, daß all em Erwerb nad Digung luxurio t für viele, v enden Mamm nten und in , die häuslich auch die Freun ür die Gegentear wadifende männ igkeit auch in der auch kontrollier e diese verbrachy Den veränderter el Summer un n den Burj und füßte te ein fräftige d ihnen wohl !" eftieg den Wag nach Amerita A unerwartet hat der Tod einen unserer beliebtesten und tüchtigsten Gerichtsbeamten ab berufen. Amtsgerichtsrat 3immermann ist gestern infolge Herzschlags verstorben. Er war in Darmstadt geboren, studierte vom Wintersemester 1882/83 bis 1885/86 in Gießen, im Jahre 1889 bestand er sein juristisches Staatsexamen. In seiner Eigenschaft als Assessor war er dann u. a. als Amtsanwalt in Alsfeld tätig, wurde 1894 Staatsanwalt in Gießen, 1902 Amtsrichter und im vorigen Jahre Amtsgerichtsrat. Seine Ernennung als Landgerichtsrat stand nahe bebor. Die Leiche wird nach Osthofen, wo seine Frau zu Hause ist, morgen Nachmittag 33 Uhr überführt. Der Fehlbetrag, den die im vorigen Jahre in Gießen stattgefundene landwirtschaftliche Ausstellung ergeben hat, beträgt nach endgü'tigem Abschlusse 9830 Mt. Auf welche Art das Defizit gedeckt merden soll, ist noch nicht entschieden; es soll in erster Linie die Regierung ersucht werden, einen Teil zu decken. A Herr Direktor Steingoetter hat mit dem Berfon al des Gießener Stadttheaters gestern in Bingen mit einem Frühjahrsgastspiel begonnen. ** ** Zur Verhütung ansteckender Krankheiten sind gestern durch das Kreisgesundheitsamt 68 ausländische Arbeiter, welche fürzlich nach hier verzogen, geimpft worden. Die Arbeitgeber wurden bei dieser Gelegenheit wiederholt darauf aufmerksam gemacht, den Zu- und Weg zug solcher Leute rechtzeitig dem Meldeamt mitzuteilen. **( Besizwechsel.) Der Rentner Curt von Münchow verkaufte sein Haus Wolfengasse 21 an heinrich Kuhl Eheleute, Korbwarengeschäft hier, für 23 000 Mt. □ Aus dem Kleebachtal wird uns folgendes geshrieben: Es ist hier mit Freuden aufgenommen worden, - Brand= fderfelben Stelle daß der Stadtvorstand von Gießen die Kosten zu den Vor- was irgendwi arbeiten des Bahnprojektes GießenJegangen und mig genehmigte. Man wird nun wiederum - dieses Mal *** Zur Brückeneinweihung in Mainz. Man berichtet aus Mainz, 27. April: Sobald der Kaiser den Zug am Brückenkopf verlassen hat, wird ihm der kommandierende General des 18. Armeekorps, von Lindequist, den Frontrapport überreichen, worauf Minister Budde seine Ansprache halten wird. Wie man hört, werden der Reichskanzler, der Kriegsminister und der Chef des Zivilkabinetts von Lucanus mit eintreffen, ebenso soll der frühere Verkehrsminister Thielen teilnehmen. Der Großherzog wird nach dem Festakt den Kaiſer bis Biebrich auf dem Festschiff begleiten. *** Die durch die Beschlagnahme der Bücher eines Stuttgarter Materialwarenhändlers, der den Weinhändlern Stoffe zur Weinpantscherei geliefert hat, veranlaßte Untersuchung hat bereits zur Versiegelung von 1000 Stüd Wein im Großherzogtum Hessen geführt. Ueber 100 Weinhändler werden von der Untersuchung betroffen. Glück haben die Mainzer Weinhändler gehabt, denn das Buch mit den Mainzer Kunden war verschwunden. ** Eine der interessantesten Felsbildungen im sat al ist nun durch Abholzen des Geländes frei zutage gekommen. Es sind die sog. Klippen bei der Schlappmühle, die dem Usatal einen höchst romantischen Reiz geben. Briefkasten. Licher Bahn" ist von jenem Blatt wörtlich so abgeNach Muschenheim. Gewiß, der Artikel, Grünbergdruckt worden, wie wir ihn am Montag als Original brachten. Wir haben nichts dagegen, es liegt hier ja ein allgemeines Interesse vor, würden es aber auf der anderer Seite lieber sehen, wenn die Redaktion in ähnlichen Fällen die Quelle angeben würde. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Freitag, den 29. April 1904. Im Norden zeitweise wolkig, im Sü den meist heiter, bei milderer Nacht tagsüber wärmer, nur zeitweise windig. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Marktberichte. Gießen, 28. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 1.00-1.20 Mt., Fühnereter 2 Stüd 12-12ẞfg., Enteneter St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 PBfg., Erbsen der Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Big., Tauben per Baar = Lollar, 25. April. Der hiesige Kriegerverein Ludwig zur Treue" feiert am 10. und 11. Juli sein 60jährige& Stiftungsfest. Der Verein ist einer der ältesten Kriegervereine Hessens und wurde am 9 Juni 1844.0.80-1.00, Hühner per Stud Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per von Veteranen gegründet, die an den Kämpfen Napoleons I. teilgenommen hatten. A Grünberg, 28. April. Dienstag Abend unternahm der hiesige Radfahrerverein, Grünberg 1904" eine Ausfahrt nach Ruppertenrod." Nachts gegen 12 Uhr fehrten die Radler nach ihren heimatlichen Penaten wieder zurück. „ A¤ Heil!" × Wezlar. Handschuhfabrikant E. Mandler von hier hatte das seltene Jagdglück, bei Treyfa einen prächtigen Auerhahn zu erlegen. ** Büdingen, 27. April. Der fürstlich senburgDer fürstlich senburg Büdingen'sche Forstmeister i. P. Karl Urich ist nach längerem Leiden im Alter von 76 Jahren in Darmstadt ge storben. Urich war ein hervorragender Forstmann und ist auch schriftstellerisch tätig gewesen. Besonders verdient hat er sich um die Ablösung der sonders verdient hat er sich um die Ablösung der Servituten des Büdinger Waldes gemacht. Das hiesige Servituten des Büdinger Waldes gemacht. Das hiesige fürstliche Forstamt leitete er 25 Jahre lang, bis ihn vor 11 Jahren ein Gichtleiden zwang, in Pension zu gehen. Salz( Oberhessen), 25. April. Der Bürgermeister und langjährige Landtagsabgeordnete Herr Muth dahier ist heute im Alter von 73 Jahren an den Folgen eines vor etwa 6 Wochen erlittenen Schlaganfalles gestorben. Ez war ein pflichteifrieges Mitglied der Zweiten Kammer und gehörte der nationalliberalen Partei an. Ober- Olm, 25. April. Der gestern hier im 82. Lebensjahre gestorbene Lehrer Herr Ph. Weber entstammt einer Familie, deren Glieder nachweislich nahezu 150 Jahre in Kirchhausen bei Heppenheim den Schuldienst versahen. Nicht nur der Vater des Verstorbenen, sondern auch dessen Großvater, Ur- und Ururgroßvater waren in Kirchhausen Lehrer gewesen. Der Verstorbene selbst hat wieder seine Söhne und Töchter dem Lehrerberuf zugeführt und zur Zeit sind bereits auch Enkel des Verstorbenen im hessischen Schuldienst tätig. *** Frankfurt a. M., 27. April. Zu der Schwurgerichtsverhandlung gegen die beiden Raubmörder Groß und Stafforst die, wie berichtet, Mitte Mai stattfindet, sollen von der Staatsanwaltschaft etwa 70 Zeugen geladen werden. + Darmstadt, 25. April. Zur Förderung des Weinbaues in der Provinz Starkenburg beabsichtigt in der Hauptsache ohne ständige fremde Hilfe selbst bewirtd. Es gedacht oberndorf mit Anschluß nach Usingen einstim der Provinzialverein an kleine Winzer, welche ihre Weinberge dem Apfelbaum bohl mehr in Buzbach diesen Beschluß mit scheelen schaften und namentlich durch sachgemäße Stockbehandlung, atürlich, nebenb furzem hat der Hess. Abg. Jouz bei Einweihung der Bahn richtige Bodenbearbeitung, rechtzeitige und erfolgreiche SchädZeit so oft in ugen betrachten und dort dem entgegen arbeiten. Erst vor Die Jahre her Buzbach- Lich öffentlich erklärt, daß er auch fernerhin neue rlebt, wenn da Verkehrslinien der Stadt Bußbach zu erringen versuche. Es jm plauderte ihlte fich berein für es berloren ist dies sehr anerkennenswert, wenn Jemand für seine Vaterstadt mit allen Mitteln und Kräften eintritt, hier aber muß das allgemeine Interesse maßgebend sein. Die Wieslingsbekämpfung usw. ihre Rebanlagen musterhaft behandeln, Prämien in Höhe von 20 Mt., 15 Mt. und 12 Mt. zu vergeben. *** Darmstadt, 27. April. Seit heute früh ist ein hiesiger Geschäftsmann verschwunden, der durch den Zusammenbruch des Bankhauses Schade große teilte er mit, daß er seinen Verpflichtungen nicht nachzukommen vermöge. andern Morgen badener Handelskammer schreibt in ihrem letzten Jahres- Verluste erlitten hat. In einem hinterlassenen Briefe ngcurt Anall und e hütete fich aud icht wußte, wie a er andern Tag ein Sohn dud äterlichen Gewal adhte dabei aud erdächtige Treibe berhaupt ein ge ( Fort, folg bericht: „ Es wird die Herstellung einer Bahnverbindung zwischen Weglar und den Orten des Kreises Usingen. insbesondere einer Eisenbahnlinie Wezlar- Brand= oberndorf- Grävenwiesba, im Anschluß an Die Bahn Usingen- Gräv nwiesbach- Weilmünster als motwendig bezeichnet. Jedenfalls sei der Bahnverbindung Wetzlar Brandoberndorf Grävenwiesbach vorerst Der Vorzug vor einer Linie Weglar- BrandoberndorfBußbach zu geben." Eingesandt. Auf eine Notiz in Nr. 96 unseres Blattes, betr. die Grünberger Höfentränke, erhalten wir nachstehendes Eingefandt von einem unserer Leser mit der Bitte um Aufnahme. Grünberg, 28. April. Der Strohwisch in der Höfentränke ist nun entfernt. Derselbe war wohl unschön Stud 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 fg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Big. Schweinefleisch per Pfd. 60-72$ ig. Schweinefleisch gesalzen per fund 0.76 fa., Kalbfleisch per fb. 62-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Bfa.. Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mr., Zwiebeln per 3t. Mt. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mt. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit bon 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhanpt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: 2 jüngere Schmiede, 1 Spengler, 1 jüngerer Wagner, 1 Holzbildhauer, 2 Möbelschreiner, 4 Bauschreiner, 2 Schneider, 1 jüngerer Hausbursche, mehrere Arbeiter für ständige Arbeit, 14 Dienstmädchen für sofort und später, 2 Mädchen von 14 bis 16 Jahren. Lehrlinge: 3 Installateure, 2 Schlosser, 1 Buchbinder, 1 Tapezierer, 2 Schreiner, 1 Lackierer, 1 Drechsler, 3 Bäcker, 1 Metzger, 2 Friseure, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Kaufmann, 2 Kellner. Es suchen Arbeit: 1 Steinhauer, 1 Spengler, 1 Installateur, 1 Schlosser, 1 Packer oder Lagerarbeiter, 1 Buchhalter, 1 Bureaudiener, 4 Bureaugehilfen, 2 Lauffrauen, 1 Wochenpflegerin. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Julius Fischer Giessen, Schulstrasse 6. Anfertigung eleganter Herrengarderobe unter Garantie für guten Sitz und tadelloser Ausführung. Specialität in echt steyrischen Herren- und Damen- Schafwoll- Loden, das beste für Haus, Strasse und Reise. 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Die an die Bank zu entrichtende einmalige Vergütung für Geldbeschaffungskosten beträgt 1 Proz. und erhöht sich um 0,20 Proz. für diejenigen Beträge, die nicht innerhalb 4 Wochen nach der Zusage abgehoben werden. Auf besonderen Wunsch der Anleiher wird die Bank in der Regel einen größeren Teil der einmaligen Vergütung in der Weise stunden können, daß die eigentliche Tilgung erst nach der völligen Begleichung des gestundeten Restes beginnt. Es werden nur Tilgungsdarlehen gewährt, 0000000000-00000066 Drucksachen jeder Art liefert schnell und preiswert Albin Klein, Giessen. 000000000 · 0006666666 welche von der Bank niemals gekündigt werden können. Herzenswunsch Ebensowenig fann der Zinsfuß gesteigert werden. Dem Anleiher wird dagegen ein Kündigungsrecht eingeräumt. 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Die für diese Lieferung gültigen Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3-5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen. Offerien sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, unter Beifügung von Probefartoffeln, bis zum Eröffnungstermin, Donnerstag. den 5. Mai 1904, vormittags 11 Uhr, auf dem oben erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 7. Mai 1904. Gießen, den 22. April 1904. Großh. Direktion der psychiatrischen Klinik. blendend schöner Teint. Man gebrauche daher: Radebeuler Steden- Lilienmilch- Seife pferd = echt à Stück 50 Pfg. bei: Adolf Bieler, Gießen Viktoria- Drog rie, Marktstraße 5. Herren- u. KnabenAnzüge Knaben- Wasch- Anzüge Blousen, Hosen, Joppen Arbeiter- Kleider Macco- Hemden u. Hosen weiße und farbige Herren Hemden, Kragen, Manschetten, Serviteurs, Kravatten empfehlen in größter Auswahl pay billight M. Hartmann Nachf. Grünberg, neben der Apotheke. August Kilbinger, Giessen, Seltersweg 19.- Telefon 276. 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