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Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 28. Januar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Ober hessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 kg. Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Etatsberatung im Reichstag. ( Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) Noch in jedem Jahr hat die Beratung des Etats des Reichsamts des Innern länger als eine Woche gedauert. Auch diesesmal wird es nicht anders werden; im Gegenteil, vielleicht wird noch mehr Zeit verbraucht, weil die einzelnen Parteien eine große Fruchtbarkeit in der Schaffung von Resolutionen entwickelt haben und weil manche Initiativanträge und Interpellationen, die als solche nicht mehr zur Verhandlung hätten kommen können, als Resolutionen umgearbeitet worden sind. Sie enthalten eine Reihe von gesetzgeberischen Anregungen, die zu der Inventarausstattung der einzelnen Parteien gehören. Eigentlich neu ist keine von den Resolutionen. Immerhin aber haben die Erörterungen darüber doch eine beachtenswerte Uebersicht über den Geist und das Ziel unserer inneren Politik gegeben. higkeit bilde stahlmesser tig zum Gebrauc fein hohl in Scheide pe St M extra hohlin Scheid Stück 10% Rabatt hrift 10 Pfg extra msonst versend hlwaren u. Haus en, andhaus, 48. das wesentliche ist doch, daß in Otjimbing we die vage nicht schlecht zu stehen scheint, und daß Okahandja mit der Kolonne Zülow und den dorthin geflüchteten Weißen gerettet ist. Ein am 26. in Karibib aufgegebenes Telegramm des nach Okahandja geflüchteten Prokuristen einer Braunschweiger Firma besagt:„ Mit einigen geretteten Kleidungsstücken befinden wir uns munter auf der Feste Okahandja." Im Vordergrunde stand vor allen Dingen die prinzipielle Auslassung über die soziale Mission der einzelnen Regierungssysteme. Die Sozialdemokratie hatte mit immer größer werdender Dringlichkeit die Ansicht verfochten, daß in der Republik das Proletariat ein größeres Maß von Freiheiten und Rechten genießen würde. Dieser Auffassung trat der Staatssekretär Graf Posadowsky mit großer Entschiedenheit entgegen, indem er betonte, daß es zwar eine demokratische Verfassung, aber nie eine demokratische Regierung geben könne. Eine jede Regierung sei eine Aristokratie, und wenn je irgendwo oder irgendwann eine Republik durch das Proletariat geschaffen werde, dann werde sich sofort eine Aristofratie des Geistes der Macht bemächtigen. Die Monarchie sei die zweckmäßigste Regierungsform, wei sie im eigenen Interesse die landesväterliche Fürsorge für alle Stände nicht aus den Augen lassen dürfe. er Art g, fast schmerzlos Bein selbst? re: osse Allee 10 olsmarktstr. 4. In Swakopmund und Angra Pequena werden große Anstrengungen gemacht, um einen Transportdienst für die aus Deutschland kommenden Truppen zu organisieren. Die deutsche Regierung fauft in Kapstadt Proviant für die Expedition auf. Nachdem die prinzipiellen Auseinandersetzungen über die beste Regierungsform erledigt waren, wurden die Wünsche der einzelnen Stände vorgetragen. Sehr warme Töne wurden diesmal für einen Schutz des Mittelstandes und insbesondere der Handwerker gefunden. Es kam aber nicht zu einer Einigung über positive Ziele, weil vorerst das Ergebnis der angestellten Erhebungen über die Wirkungen des Handwerkergesetzes abgewartet werden soll. Die Vorarbeiten dafür sind bereits abgeschlossen und dürften der Deffentlichkeit demnächst unterbreitet werden. Der Lloyddampfer Darmstadt" mit dem Truppentransport für Südwestafrika ist Mittwoch morgen wohlbehalten in Funchal( Madeira) angekommen. An Bord ist alles wohl. Der Dampfer ergänzte in Funchal seinen Kohlenvorrat und setzte im Laufe des Tages seine Reise fort. Auf Aufforderung des Militär- Inspekteurs für freiwillige Krankenpflege werden demnächst vier Schwestern des Frauenvereins für Krankenpflege nach den Kolonien abreisen. Sie werden heute eingesegnet. In Südwestafrika befinden sich auf verschiedenen Stationen bereits acht Schweſtern. Die Entscheidung nabt! borzuschlagen fino, tunsity julgenue Olunjuge bevujet werden: Auf das Oberlehrer dienst alter ist anzurechnen die Zeit, während der ein Kandidat nach erlangter Anstellungsfähigkeit an einer höheren Lehranstalt beschäftigt war, ferner die Zeit, während der er als anstellungsfähiger Kandidat zur unbedingten Verfügung des Provinzialschulfollegiums gestanden hat. Auch die Zeit einer Beurlaubung des Kandidaten ist anzurechnen, sofern der Urlaub nicht lediglich im Interesse des Kandidaten, sondern zugleich im dienstlichen Interesse, zum Beispiel zu seiner besseren Ausbildung, erteilt worden ist. Schließlich soll auch die Zeit angerechnet werden, während deren der Kandidat nicht zur Verfügung des Provinzialschulkollegiums stand, soweit sie nur im öffentlichen Schuldienst Preußens verbracht ist. Der Militärdienst, der nach erlangter Anstellungsfähigkeit geleistet ist, wird ebenfalls an= gerechnet. Bei gleichem Oberlehrerdienstalter entscheidet das Datum der Anstellungsfähigkeit, bei gleichem Datum der Anstellungsfähigkeit das Datum des Lehramtszeugnisses, bei gleichem Datum des Lehramtszeugnisses das Datum der Geburt. ,, Biegen oder brechen" ist jetzt die Devise Japans geworden. Die Regierung in Tokio drängt auf eine umgehende Beantwortung ihrer Forderungen durch Rußland. Offenbar will Japan nicht länger warten, und, falls die russische Antwort ihm nicht zusagt, losschlagen. Aus Tokio wird gemeldet: Mit großer Einmütigkeit sprachen sich die Vertreter der berschiedensten Parteien für die Schaffung von Organisationen zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern aus. Nur die äußerste Rechte machte im Hinblick auf die Erlebnisse in Crimmitschau Bedenken geltend. Die praktischen Vorschläge zielten vor allem auf Schaffung von Arbeiterkammern und von Schiedsgerichten mit Erscheinungszwang ab. Nur über die lezte Forderung äußerte sich die Regierung eingehend und zwar in ablehnender Form, weil ein Zwang zur Fortsetzung eines lästig empfundenen Dienstverhältnisses dem deutschen Geiste durchaus widerspreche. Wenn sich auch die Regierung über die Frage der Arbeiterkammern nicht geäußert hat, so weiß man doch, daß die logische Konsequenz zu ihrer Schaffung zwingen wird, nachdem dem Handwerk, dem Handel und der Landwirtschaft bereits derartige Organisationen gewährt worden sind. Einstweilen aber ist die Regierung, wie sich ebenfalls aus dem Verlauf der Beratung ergab, noch zu stark mit Reorganisationsaufgaben bei unserer Versicherungsgesetzgebung belastet, die im Interesse einer technischen Vervollkommnung und einer ökonomischen Ersparnis unter eine Centralverwaltung gestellt werden sollen. Diese Reorganisation wird dann endlich auch eine seit langem schwebende Frage, die Ausdehnung der Zwangsversicherung auf die Heimarbeiter, lösen. häftigt war, guten Ende hingezogen r Arbeit, die eine Italienerin war, heiratete. Behn Jahre lang blieb ihre und fie The finderlos. Das machte ihnen viel Summer in lich gemann als menn es ihr eigenes Kind gewesen wäre. war ein hübsches, kleines Mädchen, das meine Eltern bald nahmen dann eine zweijährige Waise an Kindesstatt an. Es Der Herero- Aufftand. Die japanische Regierung hat dem russischen Gesandten Baron Rosen mitgeteilt, daß eine baldige Antwort auf die letzte japanische Note erwünscht sei, und gleichzeitig betont, daß ihrer Ansicht nach die Note am 16. Januar in den Besitz der russischen Regierung gelangt wäre und daß somit hinreichend Zeitverst rich en sei, um eine Antwort in Erwägung ziehen zu fönnen. * Die dem preußischen Landtage zugegangene Novelle zum Gesetze betreffend die ärztlichen Ehrengerichte u. s. w. bringt einige auf vielfach geäußerten Wünschen der Aerzteschaft beruhende Verbesserungen dieses Gesetzes. Unter anderem soll die bisher geltende Bestimmung, daß auch der nichtpraktizierende Arzt zu den Beiträgen an die Aerztekammer herangezogen wurde, beseitigt werden. Fortan sollen approbierte Aerzte, welche weder eine ärztliche Praris noch eine andere auf der ärztlichen Wissenschaft beruhende, gewinnbringende Tätigkeit ausüben, von der Beitragspflicht befreit sein, sofern sie dem Vorstande der Aerztekammer eine entsprechende schriftliche Erklärung abgeben. Die Befreiung von der Wirkungspflicht tritt mit dem Ablaufe des Monats ein, in welchem die Erklärung an die Aerztekammer gelangt war. Bei Beanstandung der Erklärung entscheidet der Oberpräsident. Das Wahl recht und die Wählbarkeit zur Aerztekammer erlischt für die Dauer der Befreiung von der Wirkungspflicht. In die Klasse der von der Beitragspflicht befreiten nicht= praktizierenden Aerzte fallen jedoch die Professoren und Dozenten von den medizinischen Fakultäten nicht, gleichviel, ob sie sich mit rein theoretischen oder rein praktischen Teilen der medizinischen Wissenschaft beschäftigen. Ebenso wenig sind von der Beitragspflicht befreit die Vertrauensärzte der Behörden und der Berufsversicherungsgesellschaften, sowie die nichtpraktizierenden Medizinalbeamten. Das ist ein ziemlich brüsker Ton, doppelt brüsk im diplomatischen Verkehr, der bekanntlich von äußerster Höflichkeit beherrscht wird. Weitere Meldungen besagen, daß die Petersburger Verhandlungen wegen der Antwort auf die japanische Note keine Fortschritte machen. Rußland habe dem japanischen Gesandten seinen aufrichtigen Wunsch ausgedrückt, einen Konflikt zu vermeiden. Rußland wolle Japan vollkommene Freiheit in Korea lassen, wünsche aber im Austausch dafür die Garantie, daß die Südküste Koreas nicht befestigt werden soll. Japan weigert sich dessen, es fürchtet, wenn es nicht bei Zeiten festen Halt über Korea erlange, fönnte es eines Tages von Rußland verdrängt werden. In diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, nur ein von außerhalb der Parteien kommender Einfluß könne die Unterhandlungen aus dem gegenwärtigen Stocken herausbringen. Keine Bestätigung der gestrigen englischen Sensationsmeldung, dafür bessere Nachrichten aus dem Hererogebiet! Das ist das erfreuliche Facit der heute vorliegenden Melbungen. Beim Kolonialamt ist folgende Depesche vom Kommandanten des„ Habicht“, Korvettenkapitän Gu dewill, ringegangen: Ein solcher Einfluß, oder mit anderen Worten eine Vermittelung, ist indessen so gut wie unmöglich. China, das in einen russisch- japanischen Krieg hineingezogen zu werden fürchtet, hat sich an die Gesandten Frankreichs, Englands und Amerikas in Pefing gewandt und sie um die Uebernahme der Vermittlerrolle gebeten. Die Gesandten haben indessen die Chinesen über die Unmöglichkeit aufgeklärt, zwei Mächten eine Vermittelung anzubieten, die keine von beiden offen gewünscht und die eine bereits als un annehm bar bezeichnet habe. Die Anregung, die übrigen Mächte zu einer Vermittelung aufzufordern, ist übrigens von dem russischen Gesandten ausgegangen. Wenn es zum Kriege kommt, dürfte den Japanern am Ende doch klar werden, daß ihre Kriegslust vom Uebel war. Nach neueren Nachrichten aus Otjimbingwe sind die Bastarde treu, am Ort 35 Gewehre, Kronwitter erschlagen. Es ist sichere Nachricht aus Okahandja, daß Leutnant v. Zülow sich auf Wochen halten kann. Ein Versuch, mit Karibib Verbindung zu erhalten, ist wegen der Zerstörung der Bahn bei Waldau vereitelt. Es ist nachgewiesen, daß 16 Menschen ermordet sind und 70 vermißt werden. Die Reparaturen der Bahn bei Khan werden mindestens noch 4 Tage dauern, ich hoffe dann die Bahnverbindung mit Karibib freihalten zu können. Die Arbeit an der Bahn hinter Karibib ist borläufig eingestellt. Ich treffe Vorbereitungen, um von dort aus zu Fuß vorzustoßen. So schmerzlich die Nachricht von dem Tode der sechzehn Deutschen und dem Verschollensein von siebzig anderen ist, Die Politik. Ueber die tägliche Dauer des planmäßigen Dienstes des Eisenbahnpersonals auf den preußischen Staatsbahnen ergibt sich aus einer dem preußischen Abgeordnetenhause übermittelten Uebersicht für 350 371 Beamte und Arbeiter folgendes: Bis a cht Stunden täglich waren 30 598 Beamte beschäftigt, acht bis neun Stunden 35 544, neun bis zehn Stunden 106 868, zehn bis e If Stunden 85 745, elf bis zwölf Stunden 67 109, zwölf bis dreizehn Stunden 13 227, dreizehn bis vierzehn Stunden 7144, bierzehn bis fünfzehn Stunden 3371 und fünfzehn bis sechzehn Stunden 1767. Weiter werden noch Angaben beröffentlicht über die planmäßigen Ruhetage für 228 445 Beamte. Von diesen erhalten monatlich mehr als zwei Ruhetage 138 409, zwei Ruhetage monatlich 72 753, anderthalb Ruhetage 10 412, einen Ruhetag im Monat 6871 Beamte. Diese Statistik weist gebieterisch auf die Notwendigkeit der Entlastung einer großen Anzahl von Beamten hin. Ist diese im Interesse des Dienstes nicht durch Verkürzung der Arbeitszeit möglich, so muß die Zahl der Ruhetage der Ein Bebelasteten Beamten erheblich vermehrt werden. amter, der täglich 16 Stunden Dienst tut, hat Anspruch auf einen vollen Ruhetag in der Woche, außer dem Sonntag, oder er leidet Schaden an seiner Gesundheit. * In parlamentarischen Kreisen gehen Gerüchte um, die Stellung des preußischen Ministers des Innern, Freiherrn v. Hammerstein, sei erschüttert. Als Grund wird angeführt, der Kaiser habe an einer gelegentlichen Aeußerung des Ministers persönlich Anstoß genommen. Als Nachfolger des Freiherrn v. Hammerstein wird der Vizepräsident des Herrenhauses, Freiherr v. Manteuffel, genannt. Der neue Erzbischof von Köln, Kardinal Fischer, ist am gestrigen Kaisergeburtstage aus besonderem Vertrauen als lebenslängliches Mitglied ins preußische Herrenhaus berufen worden. Außer ihm widerfuhr die gleiche Ehrung den Herren Generaloberst v. Wittich, Admiral Hollmann, Professor Hintpeter, Generalsuperintendent D. Faber, Banfier Megler- Frankfurt a. M. + Ueber die Verleihung des Professortitels an die Oberlehrer ist in Preußen ein neuer Ministerialerlaß ergangen. Danach sollen für die Reihenfolge, in der die Oberlehrer der höheren Lehranstalten zur Verleihung des Professortitels Oesterreich- Ungarn. Aus Olmük wird berichtet, Erzbischof Dr. Kohn sei zum Rücktritt entschlossen. Wie verlautet, will der Erzbischof sich in ein Kloster begeben. Seine Ernennung zum Kardinal kommt nicht in Frage. лnen. Das Kürzlich wurde von blutigen Grenzkonflikten zwischen Turkmenen und der persischen Besagung von Astrabad in Persien berichtet. Der Gouverneur von Astrabad erlitt bei Zusammenstößen mit den turkmenischen Grenz- Khans mehrere schwere Niederlagen. Nach neueren Nachrichten nehmen die Feindseligkeiten immer ernſtere Dimensionen an. Persien machte 2250 Mann reguläre Truppen und 2000 Mann vom Landsturm mobil. Haupthindernis für ein energisches Eingreifen Persiens liegt in der Korruption der persischen Offiziere, die die für die Truppen bewilligten Gelder unterschlagen. Die Turkmenen drohen, falls ihre Wünsche wegen Zollermäßigungen unerfüllt bleiben, sich unter russische Oberhoheit zu stellen. Man kann heute schon mit Gewißheit voraussagen, daß das Ende vom Liede das russische Protektorat über die Turkmenen sein wird. Amerika. Mit fieberhafter Anstrengung arbeiten die Yankees an der Verstärkuna ihrer Flotte. Nach einer Meldung aus Washington hat der wear neausschuß des Unterhauses das höchste bisherige Marinebudget in Höhe von 98 Millionen Dollars eingebracht. Außer dem Bau von Schlachtschiffen erfordern die Zunahme des Marinekorps, die Etablierung der Flottenstation Guatanamo sowie die Manöver die stärksten Summen. 98 Millionen Dollars oder 39 2 Millionen Mark als Jahresausgabe für die Flotte wo bleibt da Deutschland! Obstruktionsminen gegen Tisza. Budapest, 27. Januar. Von einem grotesken Plan der ungarischen Obstruktion, den ihr Haß gegen Stefan Tisza gebar, dringt jetzt Kunde in die Deffentlichkeit: Durch eine Kundgebung für das Haus Hohenzollern und gegen das Haus Habsburg, die als Folge der Politik Tiszas gekennzeichnet werden sollte, gedachte man den verhaßten Ministerpräsidenten beim Kaiser Franz Josef in Ungnade zu bringen und sich seiner so zu entledigen. Ueber diese pikante Geschichte wird folgendes bekannt: Hier wohnt ein Biedermann, Herr Arpad Kardhordo. Seines Zeichens ein Kaufmann, hat er doch noch die Zeit, sich an allen politischen Demonstrationen zu beteiligen, und er ist auch in der Veranstaltung solcher Kundgebungen sehr versiert. Zu ihm kam im Dezember vorigen Jahres ein Mann, dem er sein Ehrenwort geben mußte, daß er ihn unter feinen Umständen nennen werde. Dieser Mann hatte von einer Seite. die er nicht nennen wollte, den Auftrag erhalten, Kardhordo 2000 K. zu übergeben mit der Bestimmung, er solle eine dynastie feindliche Demonstra= tion veranstalten und solle unter die Demonstranten 500 Kornblumen verteilen. Die Demonstranten sollten in jene Stadtteile ziehen, wo die königliche Burg und das Ministerpräsidium sich befinden, die Fensterscheiben des Ministerpräsidiums einschlagen und antidynastische Rufe und Rufe:„ Hoch das Haus Hohenzollern!" ausbringen. Kardhordo wollte den Auftrag nicht annehmen, teilte aber sofort dem Führer der Partei, der er angehört, nämlich Franz Kossuth als Führer der Unabhängigkeitspartei, die Sache mit. Der schwieg still über den Handel, was ihn hier in den Verdacht bringt, daß er selbst es gewesen sei, der diesen Mißbrauch mit dem Namen der Hohenzollern treiben wollte, um Tisza zu stürzen. Erst jetzt ist die Sache herausgekommen, und zwar durch einen anonymen Brief, der vor kurzem von hier aus dem Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand zuging. In diesem Briefe wurde als der eigentliche Urheber der grotesken Idee ein vornehmer Politiker der Obstruktionsparteien bezeichnet. Der Erzherzog fragte bei Tisza an, was das für eine tolle Geschichte sei, und der Ministerpräsident hat natürlich jetzt nichts eiligeres zu tun, als eine hochnotpeinliche Untersuchung anzustellen, wer der Urheber des famosen Planes sei. Ihm liegt natürlich daran, den Intriganten ausfindig zu machen, der ihm so hinterrücks den Miniſtersessel unterm Leibe fortziehen wollte. Alle Welt ist hier darauf gespannt, was bei dieser Fastnachtsgeschichte herauskommen wird. Wir können's schon heute verraten, was dabei herauskommt: Wieder ein paar blamierte Parlamentarier. Im Anschluß an diesen Brief unseres Mitarbeiters sei noch mitgeteilt, daß die Obstruktion in Ungarn je länger je mehr an Boden verliert. Das Volk beginnt einzusehen, daß die Verlängerung der militärischen Dienstzeit nicht das Werk der Regierung, sondern das der Obstruktion ist, und so macht sich ein Umschwung der Stimmung geltend, der allmählich für die Obstruktion bedrohlich wird. Charakteristisch dafür ist ein dem Präsidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses zugegangenes Schreiben folgenden Inhalts: " Ich erlaube mir mitzuteilen, daß bei den Kavalleriesoldaten, die über drei Jahre dienen, eine Verschwö- rung angestiftet ist, deren Zweck es ist, ein Attentat gegen die oppositionellen Abgeord= neten zu begehen, welche die Schuld daran tragen, daß die Soldaten über drei Jahre in den Kasernen zurückbehalten werden. Einer von uns hat sich bereits die Wohnungsliste der betreffenden oppositionellen Abgeordneten verschafft. Ein Soldat." Hof und Gesellschaft. Der Geburtstag des Kaisers wurde am Berliner Hofe diesmal besonders feierlich gestaltet durch die große Menge fremder Fürstlichkeiten. Unter ihnen fiel beSondere der Dänia der Belaier, eine hohe stattliche Figur mit 320 Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) „ Das wohl nit. Aber ich merke doch, daß sie nit gern mit mir umgeh'n und das wurmt m'r." „ Ich will mich wieder ins Dorf machen", metate jetzt Hangcurt, dem die Stimmung Tiophels nicht be= hagte. Ich werd' vor Sonnabend vielleicht schon mal' n Abend' rauskommen und seh'n ob m'r wieder was friegen." 19 1000.po Na ja, wirst mich ja immer treffen." Hangcurt machte sich erst noch eine Pfeife Tabal zurecht, zündete sie mittelst Feuerstein und Schwamm an und marschicte dann gemächlich nach dem Dorfe hinüber. Im Laufe der nächsten Wochen war Hangcurt an jedem dritten oder vierten Abend beim Tiophel draußen in der Wildhütte gewesen, um auf das Wild zu achten und nebenbei etwas zu schießen, was ihm nur in seltenen Fällen gelang. Er hatte dabei jedesmal aus der Schenke eine Flasche Branntwein mi genommen, ohne dem Elschen, wenn ihm dies einschenkte, zu gestehen, für men er ihn mitnehme. Dieses aber hatte betreffs bes Tuns Hangcurts eine seltsame Ahnung und es wollte um jeden Preis dahinterkommen, wozu er sich den Branntwein kaufte und um dieses auszufundschaften, hatte es sich eine schlaue List ersonnen. Es war unter den Burschen der Emmel's Heiner einer von denen, der es auch gerne mit dem Elschen zu tun gehabt hätte. Das wußte dieses wohl. Darum schmierte" es ihm ein wenig und gab ihm schließlich wallendem weißen Bart auf, den die Uniform seines preußischen Dragonerregiments recht martialisch kleidet, trotzdem er sich beim Gehen auf einen Stock stützt. Der König bon Sachsen trug die Uniform seiner Ulanen. Nach dem üblichen großen Wecken, der Galaauffahrt der Botschafter und Gottesdienst in der Kapelle des Schlosses, fand die große Gratulationscour im Weißen Saale und später die Paroleausgabe im Lustgarten statt. Im ganzen In- und Auslande wurde der Geburtstag des Kaisers festlich begangen. Von Christiania wurden zahlreiche Glückwunschdepeschen von Vereinen an den Kaiser abgesandt. Wahrscheinlich wird der Kaiser vom König von Norwegen zum ersten Ritter des neuen norwegischen Fürstenordens vom Löwen ernannt werden. Deer und flotte. Der deutsche Kronprinz Ehrenvorsitzender des preußischen Landeskriegerverbandes. Der Kaiser ernannte an seinem Geburtstag den deutschen Kronprinzen zum Vorsitzenden des preußischen Landeskriegerverbandes. In der bezüglichen Kabinettsordre heißt es: Mit dieser Ernennung habe ich dem preußischen Landeskriegerverbande einen neuen Beweis meiner Anerkennung und meines Wohlwollens geben wollen und vertraue, daß dieser Gnadenbeweis allen zum Verbande gehörigen Kriegervereinen, wie jedem einzelnen Mitgliede derselben, ein Ansporn sein wird, allezeit auch im bürgerlichen Leben die im Fahneneide gelobte Treue zu halten, sowie eine vaterländische und kameradschaftliche Gesinnung zu betätigen und zu pflegen. Aus dem Gerichtsfaal. § Der Millionenprozeß des Londoner Bankiers Whitaker Wright nahm ein sensationelles Ende. Der Angeklagte, der durch Gründungsschwindeleien das englische Publikum um etwa 100 Millionen Mark geschädigt hat, wurde zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Urteilsverkündung hatte er mit seinem Anwalt eine Unterredung, während deren er plößlich vom Stuhl aufsprang und dann tot zu Boden fiel. Ob Whitaker Wright einem Schlaganfall erlegen ist oder Gift genommen hatte, steht noch nicht fest. Nab und Fern. Der Kölner Aerztestreik beendet. Wie aus Köln gemeldet wird, ist der Streik der dortigen Krankenkassenärzte durch das Einschreiten der Regierung als beendigt anzusehen. Die Regierung verfügte zur Beseitigung der schweren Mißstände in der ärztlichen Versorgung der Krankenkassenmitglieder die Aufnahme der Kassenpraxis durch die Kölner Aerzte unter Zubilligung der Forderung der freien Arztwahl, der Schiedsgerichte und eines Honorars von 5 Mark pro Kopf und 15 Mark pro Familie, mit einer fünfjährigen Vertragsdauer. Die Aerzte garantieren durch ihre Organisation für die finanzielle Lebensfähigkeit der Kassen. Die auswärtigen Aerzte werden ihrer Stellen enthoben und abgefunden. Schon wieder eine große Feuersbrunst in Norwegen. Kaum sind die Flammen erloschen, die das blühende Aalesund in Schuti und äsche gelegt haben, meldet der Telegraph bereits wieder, daß eine norwegische Stadt in Flammen steht. Frydenlund, die 1000 Einwohner zählende Vorstadt von Narvik, dem Endpunkt der kürzlich eröffneten Ofotenbahn, steht in Brand. Da die Häuser sämtlich aus Holz gebaut sind, so ist eine Rettung der Baulichkeiten so gut wie ausgejaloſſen. In Aalesund sind inzwischen die Organisationsarbeiten zur Herstellung von Baracken und zur Verteilung der Gaben in vollem Gange. Die deutschen Kreuzer und Privatdampfer sind bereits eingetroffen und haben reichliche Lebensmittel, Decken u. s. w. gebracht. Auch aus Norwegen selbst und Dänemark treffen täglich reiche Sendungen ein. Die Baracken, wo die Einwohner vorläufige Unterkunft finden sollen, wurden bereits in Angriff genommen. Nach den neuesten Feststellungen sind im ganzen 750 Häuser niedergebrannt, 100 stehen noch ziemlich unbeschädigt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 20 Millionen Kronen. Der Gesundheitszustand unter den Einwohnern ist überraschend gut, die Kranken haben die Strapazen verhältnismäßig gut überstanden, und nur moniae ornite n aue und vorauf, doch dem Hangcurt einmal eines Abends aufzupassen und hinter ihm herzugehen, um zu sehen, ob er mit dem Branntwein wirklich in seinen Hof ginge oder ob er sonstige verdächtige Nebenwege habe. Das war nun dem Heiner Wasser auf die Mühle. Ihm würde es eine große Freude gewesen sein, dem Hangcurt etwas am Zeug zu flicken, denn daß der bom Elschen gern gesehen wurde, war ihm schon längst ein schwerer Aerger. Er fand sich darum jeden abend im Wirtshause ein, um darauf zu passen, ob Hangcurt nicht da sei und sich wieder einen Schnaps faufe. Die erwünschte Gelegenheit fam auch bald. Hangcurt saß eines abends arglos beim Heiner und sch, watte mit ihm über vielerlei, bis er dann endlich aufstand und sich wieder ein Fläschchen mit Branntwein füllen ließ. Der Heiner huschte, als er dies sah, hinaus und versteckte sich draußen. Es dauerte nicht lange, so kam der Hangcurt aus der Haustüre, horchte, indem er auf der Straße stehen blieb, eine kleine Weile und eilte dann zum Dorfe hinaus- Heiner sachte hinter ihm her. Es konnte dieser nun bei der Verfolgung kaum. die Gestalt Hangcurt's erkennen, er folgte vielmehr nur dem Gehör, denn Hangcurt schritt draußen im Felde mit fräftigen Schritten darauf los, während der Heiner in furzen, möglichst lautlosen Sägen ihm nacheilte. " Ich weiß, wo er hingeht", murmelte letzterer, als er gewahrte, wie jener um die Waldecke bog und nach der Stelle schritt, wo die Waldhütte stand.„ Er hat's mit dem Spizbub, dem Gänsehannesse Tiophel! Ich möcht' wetten, die Beiden treiben was zusammen, was verboten is. Wenn ich's nur raus hätt', ich wollt'n schon's Späßchen vertreiben- eben dem frommen gekommen. Deutsche Baumeister sind eingetroffen und haben sofort Baupläge in verschiedenen Quartieren der Stadt angewiesen erhalten. Viele der Flüchtlinge sind zurückgekehrt, eine hoffnungsvollere Stimmung greift Platz. Die Verteilung der Gaben ist sehr gut organisiert. A Die Geliebte erstochen. Im Rausch erstach der 28jährige Produktenhändler Otto Warnbor zu Berlin seine Geliebte, die 22jährige Grete Senftleben, bei deren Eltern er ein möbliertes Zimmer mietete. Als Warnbor angetrunken heimkehrte, kam es zwischen den Liebesleuten zu einer heftigen Szene, zu deren Schluß Warnbor ein Messer zog und das Mädchen niederstach. Der Täter wurde verhaftet. Das Los der Veteranen. Aus Kreuznach kommt eine erschütternde Nachricht, die wieder einmal zeigt, wie bitter mancher unserer alten Kriegsveteranen mit dem Elend zu fämpfen hat. Der Veteran Sprengeler ertränkte sich, weil er wegen Bettelns eine fünftägige Haftstrafe erlitten hatte. Sprengeler fonnte bei einer monatlichen Unterstützung von 10 Mark die Seinen nicht ernähren. Gestörte Hochzeitsreise. Die Tochter eines Essener Juweliers heiratete dieser Tage einen italienischen Ingenieur. Während das junge Paar sich auf der Hochzeitsreise befand, traf die erste Frau des Ingenieurs mit zwei Kindern in Essen ein und veranlaßte seine Verfolgung wegen Doppelehe. Raifers G gemäß verlaufen, tra militärischen Charakte Geburtstag des Raifere gefeiert, fo baß fich u das Militär beschränkte der Korps und Ve Offizier Storps feierte b herrn und Regimentsd während die Mannsd Theater, Unterhaltung Stadt bis zum hellen † Bu unferer geft schule in Darmst 38 Jahre alten Fra mittag erfolgte, ift ou Jahre alte Lehrerin Opfer der durch den ten Vergiftung geworbe Rind einer Familie Be fällen gefellen fich me zwei Gemeindefchwestern niffenhause und eine Fr untergebracht. Ein Fr photograph Weimer find In mehreren Familien fcheinungen darniederlie glüde ft noch nicht reiche Mittagsgäfte a giftigen Speife genoffen milien ihre Mahlzeiten pflegen. Der Staatsar Angelegenheit befchäftig halts der Konservenbüch Die Alicekochschule gilt forgfältig geleitet. * Stadttheate Von dem Grubenunglück bei Pittsburg liegen jetzt nähere Nachrichten vor. Im ganzen sind 185 Mann berschüttet morden, von denen nur wenig Ueberlebende aufgefunden wurden. Der Bergmann Adolf Gonia, welcher auf der Sohle des Einfahrschachtes zur Bedienung des Förder= forbes angestellt war, erzählt, er habe plötzlich eine Flammenwand gesehen, sich umgedreht, sei aber im selben Augenblick ohnmächtig geworden. Frauen und Kinder standen in bitterer Kälte die ganze Nacht an der Schachtmündung, jammernd und wehklagend. Die Zahl der Ueberlebenden wird bermutlich gering sein, da die Gewalt der Explosion sehr groß war und die Grube, weil noch neu, wenig Seitengänge hatte, so daß der Nachschwaden konzentriert blieb. Das Unglück ist teilweise dem Leichtsinn der Bergwerksgesellschaft zuzuschreiben, da der Bergwerksinspektor schon vor einem Monat viel Gas entdeckte. †[ Die Leibwache des„ Kaisers der Sahara".] Die Leibwache des Kaisers der Sahara soll nach einer Aussage des ,, Generalgouverneurs" Oberst Gourand außerordentlich stattlich werden. Das erste Regiment wird aus Bataillonen bestehen, von denen das eine nur von früheren amerikanischen Offizieren geführt wird. Die Offiziere und Unteroffiziere dieses Bataillons werden der amerikanischen Kavallerie und den bekannten Roughriders des Präsidenten Roosevelt entnommen. Jedem Manne ist nach Verdienst die Aussicht geboten, Offizier zu werden. Bei der Auswahl der Leute kommit ihr Verhalten im spanisch- amerikanischen Kriege, ihre förperliche Brauchbarkeit und ihr persönlicher Charakter in betracht. Die Offiziere und Unteroffiziere des 2. Bataillons sollen aus früheren Angehörigen der besten englischen Regimenter gewählt werden. Die Amerikaner und Engländer treten nicht als Gemeine in das Heer ein, denn die Gemeinen sollen die eingeborenen Araber des Kaiserreiches der Sahara liefern, von denen in dem genannten Kaiserreiche 25 Millionen leben sollen. Sämtliche Mannschaften werden mit englischen Vollblutpferden beritten gemacht. Die Bewaffnung ist dieselbe wie die der englischen Kavallerie, unter Hinzufügung der Lanze. [ Deutsche Datteln.] Der dem Gouvernement in Windhuk, der jetzt von den Hereros bedrohten Hauptstadt unserer südwestafrikanischen Kolonie, beigegebene Forstbeamte Dr. Gerber empfiehlt auf Grund seiner Erfahrungen den dortigen deutschen Farmern als Nebenbeschäftigung angelegentlichst den Dattelbau. Die meisten Farmen haben kleine Flußläufe mit Grundwasser. Diese Flußsandflächen sind kein Weideland und liegen zwecklos da, außer daß an der einen oder anderen Stelle Brunnen gemacht werden. Hier sollte, empfiehlt Dr. Gerber, der Farmer die Mühe nicht scheuen, durch Anpflanzen auch nur weniger Gremplare zur Erfüllung einer Kulturaufgabe beizutragen. Als berufen zu Dattelfulturen in größerem Umfange sieht er die Gesellschaften und die Regierung an. Letztere ist bereits mit Anlage einer größeren Dattelkulturstation in Utuib am Swakop vorgegangen. [ Ein neues französisches Unterseeboot] ist in aller Heimlichkeit auf der Cherbourger Werft vom Stapel gelaufen. Das neue Tauchfahrzeug foll ganz vorzüglich funktionieren und große Streden unter Wasser mit beträchtlicher Schnelligkeit durchlaufen können. Hangcurt, dem Sanften, dem Gutmütigen. Wte mir sich hinter den Leut' vergucken kann!" Er blieb stehen, denn weiter traute er sich nicht, weil er vor dem Tiophel heillosen Respekt hatte. Was aber die beiden zusammen in der Hütte trieben, hätte er gar zu gern ausgefundschaftet. Da vernahm er wieder ein Gehen und es däuchte ihm, als ob zwei Gestalten von der Wildhütte aus drüben nach der anderen Waldspitze gingen, um die sie bogen, woraus sie in der Nacht verschwanden. „ Ich weiß genug", murmelte er wieder.„ Wenn die nit wildern, lass' ich mich fressen. Na, Hangcurt, was wird dazu das Elsche sagen!" Er ging langsam seinen Weg zurück, wobei er oft ſtehen blieb und in die Nacht hinaus horchte. Da fiel weit hinten in den Waldungen ein Schuß, der die lautlose Stille der Nacht kurz und jäh unterbrach.nition) " idn " Seht'r denn?- ahnt ich's nit?" sagte Heiner triumphierend.„ Wart, das werd' ihr nit lang treiben." Am andern Morgen frühzeitig ging er durch das Dorf und kehrte bei Wirts ein. Elschen hatte ihn tommen sehen und trat ihm schon auf der Haustreppe entgegen. von Volkmar Böhme, d als 13. Freitags- Abonn Lustspiel hat bereits in den letzten Wochen bei feine Feuerprobe beftan voraussichtlich der in Das Wert ist sorgfäl Schauspielfräften bef.pt. h. Die hessis hlägt 2 pet. Dividend tapitals von 4,600,000 * Die diejährige Boltsschulehrering und 25. März statt. G vorgeschriebenen Zeugniff an die Direktion der Ans Der Sängeri * 30. Januar in der Turn Charakter einer Bauern geben. * Gestern Abend Keller des Hauses Neuen brand, welcher jedoch al durch ein erheblicher Scho ** Unfall. Gester Regiments folgte der Fa in Gießen eine große Sd einen offnen Schacht Schoorgrabens, in welchen nicht erheblich verlegte. * Ifrael. Reli * herzogtum Heilen. die definitive Anstellung den Boltsschullehrern gle Rechte genießen sollen, Religionsunterricht erteile den Gemeinden, die zu aufgebracht werden. ** Deutschland gu Bater ist Wirklichkeit See. Freudiger Stolz unfere mächtigen Schiffe meere schauen. Taufen und treue Gesinnung a werden ihr Leben lang bietet der Rinnematogr Flotten- Vereins Bilde die prächtigen Kol in Geschwadern, nach fern Dorführt. Ebenso zeigt bildung der Mannschaft i fröhliches Beisammensein großen Aula der Univer Gießener Vereinsgruppe Tagen vom 11.- 14. Sinnematographen des De war an jedem dieser 2-3 Uhr, von 5-6 lb mittags- Vorstellungen find & hranstalten veranstaltet. Dachfene bestimmt. + Ehringshausen( S Burde mit den Vorarbe Es lachte, womit es aber die innere Erregung kaum verbergen konnte, und wünschte dem Heiner einen „ guten Morgen." „ Ich hab's raus, was der gute Hangcurt treibt" begann Heiner eifrig.„ Der spaziert noch ins Zuchthaus." Elschen wurde blaß, und es stieg in ihm der Gedanke auf, das, es unüberlegt gehandelt, als es den Heiner damit beauftragt, den Aufpasser zu spielen. Was konnte nur aeschehen sein? ( Fortsetzung folgt) MAGGI'S BOU offen und fieren der finge find greift Blab ert. Lokales. 27. Januar 1904. ** Kaisers Geburtstag ist in Gießen Programmgemäß verlaufen, trug aber im allgemeinen einen mehr militärischen Charakter. Der Kriegerverein hatte den Geburtstag des Kaisers schon, wie mitgeteilt, am Sonntag gefeiert, so daß sich die Feier gestern im wesentlichen auf das Militär beschränkte. Die Studenten feierten innerhalb der Korps und Verbindungen im Klubhaus. Offizier- Korps feierte den Geburtstag ihres obersten Kriegsherrn und Regimentschef durch ein Festessen im Kassino, während die Mannschaft in verschiedenen Lokalen durch Theater, Unterhaltung und Ball in verschiedenen Lokalen der Stadt bis zum hellen Morgen in herkömlicher Weise feierte. er 28jährige ne Geliebte tern er ein angetrunken einer hef fer zog und ftet. tommt eine wie bitter Glend zu e sich, weil itten hatte. übung bon Effener Ju Ingenieur. eitsreise be vei Kindern ung wegen liegen jekt Mann berebende auf welcher auf Des Förder FlammenAugenblid den in bitdung, jambenden wird plosion sehr nig Seiten triert blieb. gwerfsgefell r schon vor Die Leiblussage des erordentlich Bataillonen eritanischen nteroffiziere allerie und osevelt ent Aussicht geIder Leute Kriege, ihre Charakter in Bataillons ischen Regi Engländer e Gemeinen der Sahara 5 Millionen it englischen ing ist die inzufügung t in Wind adt unserer beamte Dr. en den dor angelegent aben fleine Flächen sind daß an der den. Hier Nühe nicht nplare zur Es berufen r die Ge Sereits mit Utuib am ſt in aller Stapel ge iglich funk it beträcht Wte mu sich nicht atte. Was eben, hätte ernahm er S ob zwei nach der en, worau er. Wenn Hangcurt obei er oft e. ein Schus jäh unter gte Heiner ng treiben." durch da hatte ihn Haustrepp Erregung Seiner einer urt treibt" Buchthaus. ihm der als es den u spielen thegung folgt) Das † Zu unserer gestrigen Nachricht aus der Alice- Kochschule in Darmstadt liegt weiter vor: Außer dem 38 Jahre alten Fräulein Bernau, dessen Tod Dienstag mittag erfolgte, ist auch die Leiterin des Instituts, die 34 Jahre alte Lehrerin Fräulein Goering, gestern morgen ein Opfer der durch den Genuß verdorbener Bohnen verursachten Vergiftung geworden. Ferner ist gestern Mittag das Rind einer Familie Bernius gestorben. Den drei Todesfällen gesellen sich mehrere schwere Erkrankungen zu. zwei Gemeindeschwestern Agnes und Marie sind im Diafonissenhause und eine Frau Gauf im städtischen Krankenhause untergebracht. Ein Fräulein Schleuning und Herr Hofphotograph Weimer sind ebenfalls nicht unbeder klich erkrankt. In mehreren Familien sollen Mitglieder an Vergiftungserscheinungen darniederliegen. Der Umfang des ganzen UnDer Unfang des ganzen Unglücks ist noch nicht völlig festzustellen, da nicht nur zahlreiche Mittagsgäste am vergangenen Samstag von der giftigen Speise genossen haben, sondern auch sich viele Familien ihre Mahlzeiten in dem Institut holen zu lassen pflegen. Der Staatsanwalt ist mit der Untersuchung der Angelegenheit beschäftigt und sucht nach Ueberresten des Inhalts der Konservenbüchse, aus der die Bchnen stammten. Die Alicekochschule gilt allgemein als sehr zuverlässig und sorgfältig geleitet. " ** Stadttheater Gießen. Die morgige Novität von Volkmar Böhme, das Lustspiel Fellner& Co.", geht als 13. Freitags- Abonnementsvorstellung in Szene. Das Lustspiel hat bereits in Koblenz und anderen Theatern in den letzten Wochen bei einer überaus freundlichen Aufnahme seine Feuerprobe bestanden. Der Gießener Premiere dürfte voraussichtlich der in Wiesbaden ansässige Autor beiwohnen. Das Werk ist sorgfältig vorbereitet und mit den ersten Schauspielfräften bes Bt. h. Die hessische Landeshypothekenbank schlägt 2 pCt. Dividende sowie die Erhöhung des Aktienfapitals von 4,600,000 auf 9 Mill. Mark vor. ** Die diejährige Aufnahmeprüfung am Seminar für Volksschulehrerinnen in Darmstadt findet am 24. und 25. März statt. Gesuche um Zulassung sind mit den vorgeschriebenen Zeugnissen und Anlagen bis zum 1. März an die Direktion der Anstalt( Hermannsstraße 47) zu richten. ** Der Sängerfranz- Gießen beabsichtigt, den am 30. Januar in der Turnhalle stattfindenden Maskenballe den Charakter einer Bauern- Kirmes der Gießener Umgegend zu geben. ** Gestern Abend gegen 9 Uhr entstand in einem Keller des Hauses Neuenbäue 5 in Gießen ein Kellerbrand, welcher jedoch alsbald gelöscht wurde, so daß hierdurch ein erheblicher Schaden nicht entstand. * * Unfall. Gestern Vormittag nach der Parade des Regiments folgte der Fahnenkompanie durch die Nordanlage in Gießen eine große Schaar Kinder, wobei ein Schüler in einen offnen Schacht des durch die Nordanlage führenden Schoorgrabens, in welchem gearbeitet wurde, fiel, sich jedoch nicht erheblich verlegte. Der Schacht war abgesperrt. * * Israel. Religionsschulwesen im Großherzogtum Hessen. Das Großh. Ministerium plant die definitive Anstellung ist. Religionslehrer, welche ein den Volksschullehrern gleiches Gehalt beziehen und dieselben| Rechte genießen sollen, sobald sie wöchentlich 20 Stunden Religionsunterricht erteilen. Die nötigen Mittel sollen von den Gemeinden, die zu dem betreffenden Bezirk gehören, aufgebracht werden. ** Deutschland zur See. Der Traum unserer Bäter ist Wirklichkeit geworden, es gibt ein Deutschland zur See. Freudiger Stolz läßt die Herzen höher schlagen, die unsere mächtigen Schiffe auf den grünen Wogen der Heimatmeere schauen. Tausende aber, die durch Wort und Tat und treue Gesinnung am Bau unserer Flotte mitwirkten, werden ihr Leben lang im Binnenlande festgehalten. Ihnen bietet der Rinnematograph im Dienst des Deutschen Flotten- Vereins Ersatz, indem er im lebenstreuen Bilde die prächtigen Kolosse in voller Fahrt, einzeln und in Geschwadern, nach fernen Küsten eilend oder manöverierend vorführt. Ebenso zeigt er das Leben an Bord, die Augbildung der Mannschaft in ernster, heißer Arbeit und ihr fröhliches Beisammensein in den Mußestunden. In der großen Aula der Universität findet, veranstaltet von der Gießener Vereinsgruppe des Flottenvereins, an den vier Zagen vom 11.- 14. Februar die Vorführung des Sinnematographen des Deutschen Flottenvereins statt und war on jedem dieser vier Tage drei Aufführungen von 2-3 Uhr, von 5-6 Uhr und von 8-9 Uhr. Die Nach mittags- Vorstellungen sind für Schüler und Schülerinnen der Lehranstalten veranstaltet. Die Abendvorstellungen für Erwachsene bestimmt. + Ehringshausen( Kreis Weẞlar), 27. Jan. Hier wurde mit den Vorarbeiten zur Errichtung eines EisenBOUILLON- KAPSELN Etablissements begonnen. Mancher Arbeiter von hier, der seither im Westfälischen sein Brod verdienen mußte, wird dadurch Gelegenheit finden, in der Heimat seinem Erwerbe nachzugehen. Wetterfeld, 27. Jan. Dieser Tage starb der älteste unserer Ortsbürger, Forstwart und Bauaufseher Wingefeld, im 87. Lebensjahre. + Nieder- Ofleiden, 27. Jan. Unser Bürgermeister Böckner, der schon im 74. Lebensjahre steht und sich großer Wertschäzung erfreut, wurde vor 14 Tage plötzlich schwer frant; die Amtsgeschäfte führte in seiner Vertretung der Beigeordnete Schmidt ebenfalls mit der größten Zufriedenheit der Orteinwohner. Jetzt ist unser Ortsoberhaupt wieder auf dem Wege der Besserung und seine volle Genesung ist der Wunsch aller Einwohner. + Nieder- Ofleiden, 26. Jan. Die alljährliche Generalversammlung unseres Krigervereins fand am verflossenen Samstag Abend im Kriegervereinslokale statt und wurde im Anschluß hieran der Geburtstag Sr. Majestät unseres Kaisers gefeiert, bei welcher Gelegenheit auf unseren Wunsch der Verbandsredner der K.-K. Hassia, Lehrer Volk von Schadenbach einen äußerst interessanten Vortrag über Friedrich den Großen von Preußen und sein ſegensreiches Wirken" hielt, welcher den ungeteilten Beifall der ganzen Versammlung fand. Am Schluß gedachte er in beredten Worten der großen Verdienste unseres Kaisers und das geeinte Vaterland, wie derselbe namentlich rastlos bestrebt sei, und wie es ihm ein whres Herzensbedürfnis sei, sein Volk seine ganze Lebenskraft dem Wohl des Vaterlandes zu opfern glücklich machen zu dürfen. Sein Geburtstag sei ein hoher patriotischer Gedenktag geworden. In das auf den Kaiser ausg.brachte" Hoch" stimmte die Versammlung begeistert ein. Nach dem Gesang verschiedener patriotischen Lieder hielt Herr Lehrer Volt noch einen fleinen Vortrag über den ruhmvollen Anteil der hessischen Division am Kriege 70-71 und verbreitete sich besonders über ihre schwere und äußerst kritische Lage bei Verville, Orleans und Briar und zeigte, wie die Hessen hier heldenmütig gerungen und die ihnen ge= stellte Aufgabe rühmlich gelöst hätten, wobei er ganz besonders des uns allzufrüt, entrissenen Führers der Division, GroßHerzog Ludwig IV. in treuer Anerkennung seiner großen Verdienste gedachte. Er wies schließlich auf die großen Opfer des Krieges hin und ermahnte zur Treue und Einigkeit. Hierauf gedachte der zu unserer Freude anwesende Bezirksvorsitzende Friedrich von Bleidenrod unseres geliebten, so schwer heimgesuchten Großherzogs, des Förderers unserer Bestrebungen und brachte auf ihn ein lebhaft aufgenommenes Hoch aus. Nachdem der Herr Präsident Klein den beiden Herren für ihre große Mühe gedankt hatte, begann der ge= mütliche Teil der Versammlung, in welcher verschiedene Herren, namentlich Herr Lehrer Volk die Versammlung durch humoristische Erzählungen ergößte. Es war eine Feier wie sie nicht schöner gedacht werden kann. Möge es Herrn Lehrer Volt vergönnt sein, noch recht oft zu uns zu kommen, er wird hier stets aufmerksame Zuhörer finden. - Gelnhausen, 27. Jan. Hier starb im Alter von 46 Jahren der Bauunternehmer Johannes Megler, der Erbohrer des Soolsprudels und Errichter des provisorischen Soolbades Gelnhausen. < Schlüchtern. Der Landwirt Falf in Herolz glitt, als er an einem mit Stämmen beladenen Wagen an der vorderen Bremse schrauben wollte, so unglücklich aus, daß er unter den Wagen fiel und ein Rad über seinen Leib ging. Wie verlautet, soll die Verlegung lebensgefährlich sein. Friedberg, 25. Jan. Gestern nacht spielte sich hier eine wüste Szene ab und nur durch die schnell zu Hilfe tommende Polizei wurde ein größeres Unglück verhütet. Zwei Burschen famen aus einem Tanzlokal, in welchem sie einen Streit provoziert hatten, der sich bis auf die Straße fortsette. Im Anschluß hieran tamen sie nach dem Bahnhof, wo sie einen jungen Mann mißhandelten und mit Totstechen und Totschießen bedrohten. Die beiden Erzedenten sind aus Obermörlen und aus Bad- Nauheim. † Marburg, 27. Jan. Heute Nachmittag starb hier der Geh. Rat Professor Dr. Heinrich Lehmann, einer der namhaftesten deutschen Juristen der Gegenwart. Sein Tod bedeutet ein schwerer Verluft für unsere Universität. Geboren wurde er im Jahre 1852 in Kiel als Sohn des aus der Erhebungszeit Schleswig- Holstein bekannten Advokaten Theodor Lehmann. Nachdem er in Greifswald, Heidelberg und Berlin studiert hatte, habilitirte er sich im Jahre 1882 in Göttingen als Privatdozent. Er folgte cann im Jahre 1888 einen Ruf als außerord. Professor nach Gießen, von wo er im Jahre 1879 einen Ruf als ord. Professor nach Marburg folgte. §§ Kastel, 26. Jan. Bei einer hier vorgenommenen Milchrevision wurde Milch mit Beschlag gelegt, die fast aus vollständig reinem Wasser bestand.(!) × Frankfurt a. M., 27. Jan. Auf einer hiesigen Brauerei, wo er mit Eisabladen beschäftigt war, wurde der Maurer Leonhard Daum aus Walldorf verhaftet, der im Verdacht steht, den Schlosser Stein im hiesigen Stadtwald ermordet und beraubt zu haben. § Frankfurt a. M., 27. Jan. Polizeipräsident Frhr. v. Müffting hat seinen erbetenen Abschied zum 1. Februar bewilligt erhalten. Zugleich hat ihm der Kaiser den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub verliehen. Ueber die Person seines Nachfolgers weiß man noch nichts Bestimmtes. Die Entscheidung liegt beim Katser. ▲ Frankfurt, 27. Jan. Heute vormittag 8 Uhr fand man den 20jährigen Konfektionszeichner Emil Palitis aus Berlin, der im Hause Hafenstraße 40 wohnte, in seinem Bette tot auf. Das Aussehen der Leiche läßt auf Tod durch Vergiftung schließen. Ob Selbstmord oder Unfall vorliegt. wurde bisher nicht festgestellt. § Mainz, 27. Jan. Im hiesigen Krematorium wurden von den 95 Nischen der Urnenwand 28 im Jahre 1903 verkauft, ebenso wurden an Begräbnisstätten im Urnenhain 10 in Anspruch genommen. (!) Darmstadt. 27. Jan. Das Befinden des Prinzen Franz Ludwig von Battenberg, der schon längere Zeit an den Folgen eines Magenleidens und einer Operation litt, hat sich in der vergangenen Nacht wesentlich verschlimmert. Heute wurde ein Professor von Heidelberg telegraphisch herbeigerufen. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 26. Januar 1904. Der Dienstknecht Wilhelm Heimpel von Liederbach hat in angetrunkenem Zustande beleidigende Aeußerungen gegen den Kaiser und Großherzog ausgestoßen. Er wird dafür zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten verurteilt.- Der vielfach vorbestrafte Taglöhner Heinrich Frey von Daubringen erschwindelte sich von mehreren hiesigen und auch auswärtigen Leuten kleinere Geldbeträge. Bei seiner Verhaftung gab er einen falschen Namen an; auch wird ihm nachgewiesen, daß er gebettelt hat. Urteil: 4 Monate Gefängnis sowic 1 Woche und 14 Tage Haft. Der Lehrer Wilhelm Bechthold von Glauberg ist angeklagt bei einem Schüler das Züchtigungsrecht überschritten zu haben. Er wird zu einer Geldstrafe von 50 Mt. verurteilt. Der in Darmstadt als Hausbursche beschäftigte Heinrich Eichenauer von Stockhausen hat in der Wohnung seines Vaters, ein dem Dienstmädchen Helene Schwarz gehörigen GeldbeLauterbach zu 2 Tagen Gefängnis verurteilte. Auf seine trag von 70 Mf. entwendet, wofür ihn das Schöffengericht Berufung wird dieses Urteil aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen, da nicht nachgewiesen ist, daß der Angeklagte bewußt rechtswiedrig gehandelt hat.- Zum Schlusse nimmt - der Fellhändler Israel Klebe von Gießen, seine Berufung, die gegen ein Eifenntnis des hiesigen Schöffengerichts gerichtet ist, das ihn wegen Uebertretung einer Polizeiverordnung zu drei Mark Geldstrafe verurteilte, vor Eintritt in die Hauptverhandlung zurück. Hotz Versteigerungen. = Grünberg. Diontag den 1. Februar werden aus den Distriften Koppe, Klösgesrod, Niederholz, Bettenwald, Pfaffenloch, Buhaag und Krummstrauch der Forstwartet Harbach bersteigert: Stämme: 36 Eichen 7 Fm., 2 Buchen= 0,09 Fm.,( Wasserwüchse zu Steinhauerttöpfel geeignet), 224 Ficht. gleich 131 Fm., 56 Kiefern 27 Fm., 2 Lärchen= 0,7 Fm. Derbstangen: 31 Eichen= 0,87 Fm., 1 Buche= 0,03 Fm., 12 Fichten 0,29 Fm. Zusammenkunft vorm. halb zehn Uhr im Distrikt Koppe bei Göbelnrod bei Stamm 62. Dienstag den 2. Februar bei Wirt Max Becker in Beltershain vorm. 9 Uhr aus den Distriften Steinweg, Beltershainer Wald, Steinkaute, Kaulhain, Vörninger Berg, Ochsenstall, Hoherod, Laubachskopf, Grauer Berg und Espe der Forstwartei Reinhardshain Scheiter Rm.: 361 Buche, 32 Birfe, 59 Eiche, 35 Fichte, 87 Kiefer, 14 Aspe, 8 Erle; Knüppel Rm.: 144 Buche, 4 Birke, 84 Eiche, 75 Fichte, 93 Kiefer, 4 Lärche, 17 Aspe; Reisig Rm.: 775 Buche, 38 Birke, 522 Eiche, 146 Fichte( hierunter 34 Rm. in ganzer Länge), 36 Kiefer, 70 Aspe; Stöcke Rm.: 73 Buche( hierunter 2 Rm. brennklein), 6 Burke, 31 Eiche, 127 Fichte, 25 Kiefer. Die Nummern des zur Versteigerung kommenden Holzes sind blau unterstrichen. Londorf. Freitag den 29. Februar werden versteigert aus Distrikt Noll u. Märzacker: Scheiter Rm.: Buche 246 I klosse( worunt. 14 Km. Wertholz), 14 II. AI., Eiche 2, Nadel- Rundscheit 1, Aepe 2; Knüppel Rm.: Buche 57 I. Al., 1 II. AI., Eiche 19, Nadel 2, Aspe 1 II. Kl.; Reiser Rm.: Buche 386, Eiche 84, Aspe 2; Stöcke Rm.: Buche 71, Eiche 17, Lärche 1. Zusammenfunft vorm. 114 Uhr auf der Straße Appenborn- Weitershain an der Abfahrt in den Distrikt Noll. Näh. Auskunft erteilt Forstwart Leyerer, Odenhauſen. Marktberichte. Gießen, 28. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Pfd. 0.90-1.00 Met., Hühnereter 2 Stüd 16-20 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linien per Liter 32 Big., Tauben per Paar . 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänje per Pid. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Bfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 fp. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-70 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 5.5 0-6.00 it., Zwiebeln per 3t. Mt. 4.50-5.00, Aepfel per Ce ntner 16-20 Mt. Milch der Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit bo n 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverfebre dürsen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp ni dt, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umhe rziehen seilgeboten werden. * * Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 26. Januar.( Amtliche Notierungen.) Heu per Ztr. 3.00-3.60 Mt., Stroh per 3tr. 1.70-2 25 Mt. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts" und" Oeffentlichen Sprechical": Fr. Oppermann Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 landwirtschaftliche Magd, 1 Schmied, 1 Küfer, 1 Metzger, 1 Friseur, 1 Buffets fräulein, 1 Küchenmädchen, 2 Köchinnen, 10 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Spengler, 1 Feinmechaniker, 1 Mechaniker, 1 Kaufmann, 1 Bäcker. Es suchen Arbeit: 1 Schmied, 1 Spengler, 2 Buchbinder, 3 Schreiner, 1 Metzger, 1 Schneider, 2 Lackierer, 1 Schriftsezer, 1 Kassierer, 4 Fahrburschen, 6 Hausburschen, 1 Dienstmädchen( Aushilfe), 3 Lauffrauen, 3 Bureaugehilfen. Lehrlinge: 1 Schreiner. á 10 und 15 Pfg, jede 2 Einzelportionen enthaltend, sind besonders praktisch, weil stets gebrauchsfertig und geben eine bessere MAGGI'S BOUILLON KAPSELN Fleisch- oder Kraftbrühe, als andere ähnliche Präparate. Stets zu haben bei Gustav Walter, Mäusburg 13. Gießener Zither- Club ( Wohlthätigkeits- Verein.) Sonntag, d. 31. Januar, abends 7 Uhr 58 Min.: Gießens größter Maskenball mit grossartigen Gruppen- Aufführungen und lebenden Bildern im Café Leib. Ferner gelangen zur Aufführung: Eine Sommernacht in Venedig mit bengalischer Beleuchtung. Für große Heiterfeit sorgt ein elektrisches Creolin- Karrussell und andere Ueberraschungen. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein Der Vorstand. Karten sind zu haben bei Alex. Salomon, Fr. Teipel, Gärtner Noll, Schulstraße, Friseur Ferd. Aff, Friseur Kuhl, Friseur Tichy, Seltersweg, Odel, Neustadt und Friseur Wahl, Neustadt. Herrenkarten im Vorverkauf 1 Mt., an der Kasse 1,20 Mt., Damenkarten zu 40 Pfg., an der Kasse 50 Pfg.- Geheimk irten zu 50 Bfg. sind bei Strauß, Cigarrengeschäft, Mäusburg zu haben. Galleriekarten 20 Pfg. Kaffenöffnung 7 Uhr. Deutscher Kellner- Bund Gießen. Holz- Versteigerung Zu dem am Montag, den 1. Februar, abends 9 Uhr, im i. Gießner Stadtwald. Café Leib ftattfindenden Ersten Stiftungsfeste berbunden mit Konzert Verlosung und Ball ladet freundlichst ein Das Feft- Komitee. Am Freitag den 29. Januar: General- Versammlung der Kollegen. nachmittags 4 Uhr bei Emil Freund. Jagd- Verpachtung. Montag, d. 1. Februar 1904 vormittags 92 Uhr beginnend, werden im Gießener Stadtwald in den Diſtriften Anneberg, Tiefenbach und Fauler: boden versteigert: 8 Rm. Buchen- Scheitholz 39 Eichen" EichenH " 6 Erlen= " 41 Buchen- Knüppelholz 11 75 Eichen" " 27 Erlen " " 1 1 Aspen11 7 Fichten6 Buchen- Stockholz H 32 Eichen= If " 17 " 1 " Erlen= FichtenSamstag, den 6. Februar ds. J. nachmittags um 1 Uhr, soll die der Gemeinde Groken- Baseck zustehende Feld- und Waldjagd auf weitere 6 Jahre im Rathaussaale dahier öffentlich verpachtet werden. Das ges. Jagd- 1620 Wellen Buchen- Reisig. gebiet umfaßt 400 Hektar Wald und 1200 Hektar Feld, und ist die Bahnstation Großen- Buseck an der Strecke Gießen Fulda in der Mitte des Jagdgebiets gelegen. Großen- Bused am 8. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Großen- Buseck. Schwalb. Holzversteigerung. Dienstag, den 2. Februar d. J. werden aus den Waldungen der Gemeinde Großen- Linden, Distrikt Neuheg und Tränke versteigert: Stämme: 4 Kiefern von 31-36 cm Durchmesser und 3 bis 4 Meter lang== 1,35 Fftm., 18 Fichten von 14 bis 27 cm Durchm. und 9 bis 18 m lang= 7,78 Fftm. Derbstangen: 5 Fichten mit 0,61 stm. Retsstangen: 13 " 0,34 Knüppel: 276 Rm Nadel, hiervon 3 Rm 3,5 m lang 27 m. 3 m lang, Reifig 2350 Wellen Naden, 300 Wellen- Weichholz. Stöcke: 61 Nm. Nadeln. Sierbei kommen 25 Haufen Kulturabraum zur Versteigerung. Zusammenkunft Mittags 1 Uhr beim Lindenbaum am Ruhberg. Großen- Linden, am 26. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Großen- Linden. Leun. 870 " Eichen= 720 " 1 80 " Erlen Fichten" 1 " Die Zuſammenkunft ist auf der Licherstraße an der 10. Schneise. Gießen, am 24. Januar 1904. Gr. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Hilfe. Blutstod. Timerman Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Freitag den 29. Januar 13. Freitag= Abonnements- Vorstellung. Novität! Novität! Zum ersten Male! Fellner& Co. Komödie in 3 Akten von Volkmar Böhme. Ein wahrer Schatz für alle durch jugendliche Verirrungen Erkrankte ist das berühmte Werk: Dr. Retau's Selbstbewahrung 82. Aufl. Mit 27 Abbild. Preis 3 Mark. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet. Tausende verdanken demselben ihre Wiederherstellung. Zu beziehen durch das Verlags- Magazin in Leipzig, Neumarkt 21, sowie durch jede Buchhandlg. Gebrauchte Drehbant für Metallbearbeitung, 1-2 Mtr. Spißenweite, zu kaufen gesucht. Off. mit Preis unter 3306 a. die Exp. d. Bl. Einige Cigarren- und Wickelmacher gesucht. Gießen, Marburgerstr. 35. Es werden tüchtige Verdingung. Die zur Herstellung eines Glasabschlusses im Dachge= schoß der vorm. Güngerich'schen Hofraite( Frankfurterstraße Nr. 63) erforderliche Schreinerarbeit soll Mittwoch, den 3. Februar d. Js. Vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Zeichnung, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 26. Januar 1904. Städtisches Hochbauamt J. V.: Gerbel. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. Es sollen versteigert werden: Montag, den 1. Februar, im Distrikt Weilbach: Buchen: 600 Nm. Scheiter( darunter 12 Rm. Werkscheiter), 170 Rm. Knüppel, 231 m. Stöcke, 5170 Wellen Astreiser und 3000 sog. Forstwellen. Eichen: 3½½ Rm. Scheiter( 1 Rm. Glaserholz), 14 Rm. Knüppel, 12 Rm. Stöcke, 260 Wellen. Ahorn: 3 Rm. Scheiter; 3 Rm. Fichten- Knüppel, 39 Rm. Fichten Stöcke. 7 Eichen- Abschnitte Durchmesser Länge 43 46 55 49 57 5,4 6 3,4 7 5 5,4 5 teilweise bestes Glaserholz( zart und leicht spaltend), 1 Buchen- Abschnitt 47, 1 Linden- Abschnitt 30. 4 Die Zusammenkunft ist auf dem Schnittpunkt der Chauffee Lich- Hattenrod und des Vicinalwegs Burkhardsfelden- Niederbessingen, Vormittags 91 Uhr. Dienstag, den 2. Februar im Distrikt Höler: Buchen: 204 Rm. Scheiter( dabei 2 Rm. Werkscheiter), 114 Rm. Knüppel, 106 Rm. Stöcke, 3870 Wellen. Eichen: 3 Rm. Scheiter, 38 Rm. Knüppel, 49 Rm. Stöcke, 1850 Wellen. Nadelholz: 6 Rm. Knüphel, 29 Rm. Stöde, 150 Wellen; 2 Rm. Birken- Knüppel, 474 Fichtenstangen 7,10 Fftm., teils Derb- teils Netsstangen. Die Zusammenkunft ist auf der Hauptschneise beim Die Versteigerung Wildzauntor, vormittags 92 Uhr. Hauer u. Schleppert lich vom Bergrüden aus in der Nichtung nach gesucht gegen hohen Lohn. Schlepper von 4-6 Mr. und Hauer von 5-8 Mart pro 9 Stunden- Schicht nach Grube Lame" in Lothringen. Nähere Auskunft wird erteilt von Herrn Peter Strack und zwar am Samstag, den 30. Januar 1904 bon 2 Uhr Mittags bis Nachm. 6 Uhr bei Herrn Hotelbefizer Lenz am Bahnhof in Gießen. Wer Stelle sucht, verl. die Hamburg, Fichteftr. 33. Deutsche Vakanzenpost' Egling en Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturroine, flaschenreife Weisswolne, per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an, 100" Rotwein( echter Ingelheimer) Lit. od. versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten 12 Flaschen an 99 " " VOR P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. 00000 AAAAAAAAAA Zum * Karneval* empfiehlt sich die Buchdruckerei Albin Klein im Anfertigen aller Drucksachen. Geschmackvolle Ausführung. 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Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplag 9, Emil Pestor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13. Daniel Wirth's Nachf.( Theod. Geilfus) Westanlage 51. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks in Mengen unter 5 Zentnern. Ecke Landgrafenstraße: 2. u. 3. jamt Anfuhr wie das Gaswerf und verabfolgen dieselben auch Stock, 5 Zimmer, Badezimmer u. Mädchenz. eventuell mit Stallung, Burschenzimmer und Remise. Mansarde, 4 Zimmerwohnung per 1. April zu vermieten. H. W. Rinn, Gießen, Landgrafenstraße 3. Möbliertes Zimmer und eine fleine FamilienWohnung zu vermieten Neuenweg. 31. Schön möbl. Zimmer mit oder ohne Pension zu verm. Gießen, Bismarckstraße 17. Die Preise unserer Gascoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktroirückvergütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. 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Die Wilden fun so auch bei Krankrbie und ist die Sitte, zum Zeichen der Trauer das heitsfällen, beim Antritt einer gefährlichen Reise. f. f. als Opfer fiir mißgünstig gesonnene Gottheiten. zu scheren. gleichen den, der an fchen schor man die sewenden als Unfreie, desWas nun die Farbe des Haares betrifft, so überwiegt dunkles bis schwarzes Saar das blonde bei weitem; ja, nach einer neueren Statistik hält das dunkle Saar seinen unwiderstehlichen Sieges Terber auch bereits in die germanischen leider die Anschauung, daß man einem Krankheit und Tod ausazen Die Naturvölker schneiden sich denn auch nur unter fann, wenn man von seinen Haaren und Nägeln heimi ver. den erdenklichsten Borfichtsmaßregeln die Haare und pflegen dann meiſt das Abgefd) nittene irgendwo in die Erde zu gredel. Auch bei uns war früher ein ähnlicher Aberglaube verbreitet. brennt. SRKE X5 Nr. 21. sische Familier Donnerstag, den 28. Januar 1904 Ma ffurterstraße im Dachge Sis zum ge offen. Aningen liegen .11 Uhr Tage. Lich. Int. Stöde, ter 12 Rm. Weilbach: ellen. Glajerholz), 1. en- Anüppel, GA paltend), 1 Burkhardsittpunkt der Stödfe, 3870 It Höler: Rm. Werk n. Knüppel, ichtenstangen Am. Stöde, tichtung nach Bersteigerung chneise beim 1,10 mt. Verkaufsstelle: fünfmarkstück bis handtellergroße Tonsur. Bei uns Deutschen schor man die Narren und Wenden als Unfreie, desgleichen den, der an Kindesstatt angenommen wurde. Weit verbreitet war und ist die Sitte, zum Zeichen der Trauer das Haupthaar zu scheren. Die Wilden tun so auch bei Krankheitsfällen, beim Antritt einer gefährlichen Reise u. s. f. als Opfer für mißgünstig gesonnene Gottheiten. Was nun die Farbe des Haares betrifft, so überwiegt dunkles bis schwarzes Haar das blonde bei weitem; ja, nach einer neueren Statistik hält das dunkle Haar seinen unwiderstehlichen Siegeszug leider auch bereits in die germanischen Länder. Blonde, goldgelbe Haare bildeten einen Hauptbestandteil germanischer Raſſenſchönheit, und der Biograph Angilbert erwähnt sie beispielshalber als besondere Zierde bei den Töchtern Karls des Großen. Ein altes nordisches Sprichwort sagt:" Das geschieht nicht um deiner gelben Haare willen", im Sinne von ,, um deiner Schönheit willen". Die„ rutilae comae"( rotblonden Haare) der alten Germanen dienten den vornehmen Damen der römischen Kaiserzeit zu teuer bezahlten falschen Frisuren, und die Gemahlin des Augustus erbat sich bekanntlich von Varus als schönste Kriegsbeute im voraus die blonden Haare der Thusnelda. Späterhin gilt dann merkroten Haare begegnen würdigerweise wir werden dem gleichen Gegensatz beim das blonde Haar bei uns als ein allen Ernstes die Ansicht, daß der energielose Hamlet_notZeichen von Fadheit, Energielosigkeit, und Goethe verfocht mendig fahlblond gewesen sein müsse. Neben dem blonden Haar steht bei den Germanen auch das rote, goldene in besonderen Ehren. Donar, der Gewittergott, ist rot von Antlitz, Haar und Bart, und da er später zum Teufel wird, so erzählt ein Märchen, wie einer auszieht, drei goldene Haare von des Teufels Haupt zu holen. Auch Loge, der Gott des Feuers und der Lüge, ist rothaarig, und ihm verdanken die Rothaarigen es, wenn sie in den Verdacht der Falschheit kommen. Ein altdeutscher Vers über Rothaarige sagt: von den selben hort ich sagen, daz si valsch in herze tagen. Späterhin aber gilt rotes Haar für ein Zeichen von frommer Gemütsart. Unter allen anderen Völkern ist rotes Haar sehr selten. Nur ein Stamm der Semiten( Araber und Ju= den) zeichnet sich durch rotes Haar und blaue Augen aus. Oft ist der Mensch mit der natürlichen Farbe des Haares nicht zufrieden und sucht sie künstlich zu verschönern. So färben die bereits erwähnten Bakairi das Haar gar rosenrot. In der Südsee und in Afrika beizt man das Haar mit Korallenkalf, Holzasche und Kokosmilch lichtblau, und zwar geschieht dies größtenteils aus hygienischen Gründen, d. h. zur Vernichtung des Ungeziefers. Das Gemisch kommt in eine Kürbiskalebasse, die verstöpselt wird, gärt bald und wird nun in ,, reifem Zustande" auf den Kopf geträufelt und mit einem Stabe verrieben. Nun heißt es zwar bei Fischart: ,, nach der alten spruch und sag: unglück und hor, das wechſt all tag." Aber manchmal wächst es doch nicht mehr, das Haar, und wer dann nicht Ursache hat, auf seine„ drei Haare" stolz zu sein der Dreihaarige ist nach altem Volksglauben ein Schlaufopf der greift zum künstlichen Haar, zur Perücke. Die Perücke ist so recht die feierliche Haartracht und als solche schon uralt. In den Gräbern der vornehmen Egypter fand man bereits Perücken und( nebenbei bemerkt) künstliche Zähne und solche mit Goldplomben. Von ihnen haben es die SomaliNeger gelernt, bei feierlichen Anlässen regelrechte Allongeperücken aus Schafspelz zu tragen. Aus den Haaren erschlagner Feinde tragen bei Festen die Papua von NeuGuinea und unsere samoanischen Landsleute Perücken. In Deutschland trugen im 16. Jahrhundert Kahlköpfe mit Haaren ausgestopfte Hauben. Späterhin wurde, von Frankreich ausgehend, die Sitte, statt des natürlichen Haares Perücken zu tragen, ganz allgemein, unsere jetzige Männerfrisur à la Titus mit dem ,, wild über Haupt und Stirne starrend Haar", wie der Dichter singt, hat erst nach zwei, drei Jahrhunderten jene unsinnigen, allen Gesundheitsregeln hohnsprechenden Monstren, die noch heute im englischen Gerichtssaal paradieren, zu verdrängen vermocht. Zum Schluſse noch ein paar Worte über die Rolle, die das Haar als Zauber- und finger des Geliebten gewickelt, diesen auf ewig zu fesseln, ein Sympathiemittel im Volksglauben spielt. Die Haare der Aberglaube, den u. a. Theodor Fontane in seiner„ Grete Geliebten haben nach altem Glauben die Kraft, um den RingMinde" sinnig erwertet hat. Bei vielen Naturvölkern herrscht die Anschauung, daß man einem Krankheit und Tod audiren fann, wenn man von seinen Haaren und Nägeln heimlid ver. brennt. Die Naturvölker schneiden sich denn auch nur unter den erdenklichsten Vorsichtsmaßregeln die Haare und pflegen dann meist das Abgeschnittene irgendwo in die Erde zu greden. Auch bei uns war früher ein ähnlicher Aberglaube verbreitet. DER VOLKS ANWALT Das„ eingebrachte Gut" im Mietspfandrecht. Der Vermieter hat für seine Forderungen aus dem Mietsverhältnis ein Pfandrecht an den eingebrachten Sachen des Max ters. Forderungen aus dem Mietverhältnis sind vor allem natte lich die Ansprüche auf Zahlung des Mietzinses. Aber auch Ansprüche auf Schadensersatz wegen einer etwa vom Mieter verschuldeten Beschädigung oder Verschlechterung der Mietsache genießen den Schutz des Pfandrechts. Der Begriff des Pfandrechts ist der, daß man für seine Forderung Befriedigung aus der Pfandsache suchen kann, und zwar durch Verkauf der Pfandsache. Das Pfandrecht des Vermieters umfaßt nur die dem Mieter gehörigen Sachen, nicht aber auch die der Ehefrau und den Kindern des Mieters gehörigen Sachen. Von besonderer praktischer Wichtigkeit ist diese Bestimmung für die der Chefrau gehörigen Sachen. Leben die Eheleute in Gütergemeinschaft, so sind zwar alle Sachen gemeinsames Eigentum der Eheleute, und dann er= streckt sich das Pfandrecht des Vermieters auf alle Sachen, die ja eben weder dem Manne noch der Frau besonders gehören, son dern beiden gemeinsam. Anders ist dies aber, wenn die Eheleute entweder in völliger Gütertrennung leben oder in dem nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch bestehenden System der sogenannten„ Verwaltungsgemeinschaft" oder des„ eingebrachten Guts". In solchen Fällen steht das Eigentum an den von der Chefrau eingebrachten Sachen dieser zu; der Mann hat nur das Recht der Verwaltung, das ja z. B. bei Möbeln irgend eine praktische Bedeutung nicht hat bei dem System der völligen Gütertrennung hat der Mann auch dieses Recht nicht. Derartiges eingebrachte Gut untersteht dem Pfandrecht des Vermieters nicht. Uebt der Vermieter, wie dies die Regel bildet, sein Pfandrecht durch eine seitens des Gerichtsvollziehers ausge führte Pfändung aus, so gestaltet sich das Verfahren in der Praxis gewöhnlich so: Da der Gerichtsvollzieher von vornherein annimmt und annehmen darf, daß die in der Wohnung des Mieters be findlichen Sachen diesem selbst gehören, so pfändet er, was er dort findet, ohne Rücksicht auf etwaige Widersprüche der angeblich eigentumsberechtigten Chefrau- es sei denn, daß die Ehefrau auf irgend eine Weise ihm sofort ihr Eigentum wirklich nachweisen respektiert werden. kann. Diese Pfändung muß mun zunächst von beiden Ehegatten Will die Ehefrau dagegen einschreiten, so muß sie gegen den Vermieter auf Aufhebung der Pfändung klagen. Sind die gepfändeten Sachen bis 300 Mark wert, so flagt sie bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk die Pfändung vorgenommen worden ist ohne Rücksicht also darauf, wo der Vermieter wohnt -; sind die Sachen mehr als 300 Mark wert, so klagt sie bei dem diesem Amtsgericht übergeordneten Landgericht, und braucht dann einen bei dem Landgericht zugelassenen Rechtsanwalt zur Anstellung der Klage. In all solchen Prozessen muß die Ehefrau dann ihr Eigentum an den von ihr in Anspruch genommenen Sachen beweisen. Ein solcher Beweis wird oft sehr schwer zu führen sein. Vorsichtige Eheleute, die nicht in Gütergemeinschaft leben, werden daher in vielen Fällen gut tun, von vornherein bei Eingehung der Che eine Liste derjenigen Gegenstände zu machen, die die Frau in die Che mit einbringt, und möglichst unverdäch tige, d. H. fremde( nicht verwandte) Personen von vornherein mit den Eigentumsverhältnissen an den eingebrachten Sachen soweit uninteressierte Zeugen in Betracht kommen. vertraut zu machen, daß sie im Prozeßfalle als glaubwürdige und Vom Standpunkt des Vermieters ist andererseits anzuraten, daß er bei Verträgen mit Chegatten grundsätzlich verlangt, daß als Mieter nicht nur der Ehemann, sondern stets auch die Chefrau mit auftrete, bei schriftlichen Mietverträgen also mit unterschreiben muß. Denn in solchem Falle hat der Vermieter natürlich zwei Verpflichtete, und er kann sich dann wegen seiner Mietforderungen an die Sachen der Frau auch in den Fällen halten, in denen die Mieter nicht in Gütergemeinschaft leben, sondern in Gütertrennung oder im System des eingebrachten Gutes, Nr. 21. Donnerstag, den 28. Januar 1904 Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. ad mit Berleg der Stefener Berlagsbruderet, vorm. Bilh. Reller'sche Suchbrucere!( gegs. 1783); pezenter:# 1 ( 18. Fortsetzung.) Der Beuge. = Roman von Marie Bernhard. am im Geschäft war, nahm Hilda ihn nicht an, Der Ungar hatte für diesmal kein Glück. Da ich nächsten Sonntag fuhren wir beide um die Visitenstunde aus, fanden bei der Rückkehr seine Karte vor,- Hilda konnte sich weder zu Fuß noch zu Wagen mehr außer dem Hause blicken lassen, ohne ihn zu treffen, und in allerbrillant genannt werden konnten, fürzeſter Friſt erfolgte ein Heiratsantrag in aller Form, mit Darlegung seiner sämtlichen Verhältnisse, die allerdings aber ebenso prompt, klar und bündig lautete meine im Namen Hildas gegebene schriftliche Antwort: meine Schwester fühle keinerlei Neimit bestem Dank ablehnen zu müssen. Ich hatte sie gegung für ihn und bedauere es, ſeinen ehrenvollen Antrag fragt, ob ich nicht hinzufügen dürfe, ihre gegenseitige Bekanntschaft sei gar zu flüchtiger Natur, sie wolle ihren Anbeter näher kennen lernen, und so weiter. Aber davon wollte Hilda abſolut nichts wissen! Das sei schon eine Hoffnung, die sie ihm damit gewähre, und sie wolle ihn nicht hinhalten, sondern die ganze Geschichte ein für allemal ab brechen, sie fühle es deutlich, der Baron gefalle ihr nicht, werde ihr nie sympathisch sein, seine rasch aufgeflammte Verliebtheit sei ihr zuwider, und sie werde nie darein willigen, seine Frau zu werden. Dagegen ließ sich nichts sagen, ich konnte und wollte sie nicht zwingen, schrieb also in ihrem schichte sei doch abgetan, und wir hätten deshalb nicht HamSinn. Nun werden Sie denken, lieber Norden, die Geburg zu verlassen brauchen, aber dann kennen Sie die Bähigkeit eines so verwöhnten und verliebten Kavaliers nicht! Ich hatte sie bis dahin auch nicht gekannt, aber ich verwünschte sie bald aus Grund meiner Seele. Er versetzte unser Haus in einen förmlichen Belagerungszustand, zu allen möglichen und unmöglichen Tageszeiten erschien er bei uns, immer wußte er es einzurichten, Hilda abzupassen, er mußte Späher und Spione überall haben. Bis auf den Vasen und Gefäßen umher, er war unermüdlich in seiner Treppenflur standen seine Bouquets in den kostbarsten erfinderischen Phantasie, immer neues, immer schöneres zu ersinnen. Es kam so weit, daß meine arme Schwester wie die Tür wagte, daß unsere Dienstboten mit Lug und Trug eine Klausnerin leben mußte, daß sie sich nicht mehr vor ewigen Anstürme und Liebesbeteuerungen des Ungarn nicht umzugehen genötigt waren, denn Hilda gestand mir, uneröffnet zurückschickten, ſeine Sendungen nicht annahmen, mehr erfragen zu können. Umsonst, daß wir seine Briefe umsonst, daß ich ihn mündlich wie schriftlich in ernſtem, dringendem Ton bat, seine Bewerbungen einzustellen, die schließlich den Ruf meiner Schwester gefährdeten, sie in ein falsches Licht fetten! Der Baron versicherte mit demselben Ernst, es handle sich um das Glück feines ganzen Lebens, und er wolle alles daran wagen, um es sich zu erringen; das Gerede der Leute war ihm total gleichgiltig, übrigens war er fest überzeugt, Hildas Widerstand endlich zu besiegen, dann würde die proklamierte Verlobung ja doch allem Geschwätz ein Ende machen! Zu seinen adeligen jungen Freunden hatte er geäußert, er leiste den höchsten Schwur, diese scheinbar unbeugjame Sprödigkeit zu besiegen, und die ( Nachdruck verboten.)) dazu hatte er einen Vergleich mit einem störrischen Steppenpferd zum besten gegeben, wie er denn überhaupt nur für und als Sportsman viel galt, Pferde bis dahin ein hervorragendes Interesse gezeigt hatte in seiner Heimat soll man ihm allerlei verwegene Reiterkunststückchen nachsagen und ihn für einen zweiten Grafen Sandor ansehen, in meinen Augen kein sonderlicher Ruhm! Pardon, lieber Norden, Sie sind ja gleichfalls ein vortrefflicher Reiter und Pferdekenner, aber zum Glück auch noch einiges andere! Nun, um die Sache kurz zu machen, es ging nicht länger so fort, die Geschichte hatte sich, bei der Unvorsichtigkeit, mit der der Baron zu Werke ging, durch ganz Haniburg gesprochen, manche sahen die Sache richtig an, wie sie lag, andere, leider waren es die meisten, verurteilten meine Schwester als eine herzlose Kokette, das einsiedlerische Leben, die beständige Aufregung vor neuen Ueberraschungen ihres ungeſtimen Bewerbers, die auch niemals ausblieben, die falsche Auffassung vieler Menschen, die man für gut und zuverlässig gehalten hatte, alles dies schadete Hilda, sie litt sichtlich, und sie fortzuschicken, konnte ich mich nicht entschließen, ich hätte sie denn zu fremden Leuten in Pension tun müssen. Ueberdies hätte Vanescu immer ihren Aufenthalt ausgekundschaftet und dann dort ungleich leichteres Spiel gehabt, als in Hamburg, wo ich Hilda beschützen konnte. Als vollends noch das Gerücht einer Wette zu kursieren begann, ich weiß nicht, ob es begründet war, entschloß ich mich kurz: da er das Feld nicht räumte, so mußte ich dies tun und meinen Bekannten überlassen, ihre Schlüsse daraus zu ziehen, und weit fort wollte ich gehen, um dem hißigen Freier nicht Gelegenheit zu einer kleinen Spazierfahrt zu geben. So vertraute ich mich Herrn William Hendrichs an, der, wie ich Ihnen wohl nicht zu sagen brauche, volles Verständnis für die Situation hatte, und er verschaffte mir die Stelle in Yokohama. Alles ging im tiefsten Geheimnis vor sich, ja, es traf sich so glücklich, daß der Baron zur Zeit unserer Abreise gerade für einige Tage von Hamburg fern war, So sind wir hierher gekommen!" Hellmut Norden faßte Zügel und Peitsche in die rechte Hand und zog mit der Linken nervös an seinem Bart. „ Hm! Ja, Ermshagen, das ist eine verteufelte Geschichte! Ich an Ihrer Stelle ich denke, ich wäre nicht gegangen, sondern hätte den Herrn Demetrius Vanescu vor meine Pistole gefordert und ins Jenseits befördert!" ,, Viel wahrscheinlicher war es, daß er mich dahin befördert hätte! Er verstand sich, außer auf Pferde, auch noch auf Pistolen, das vergaß ich Ihnen zu sagen, und ich habe nie eine in der Hand gehabt! Aus welchem Grunde sollte ich ihn fordern? Die Wette? Das war ein vages Gerücht, niemand wollte dabei gewesen sein, keiner nannte einen Namen, bot eine Handhabe, aber es war da, es flog durch die Luft, es ging von Mund zu Mund. Im übrigen konnte ich doch einen Mann nicht deshalb vor die Waffe fordern, weil er sich um meine Schwester bewarb, und endlich halte ich das Duell für eine abgeschmackte Unfitte, um derentwillen ich mein Leben nicht aufs Spiel setzen möchte!" So lange wir noch keine andere Form gefunden haben, hr Doppel weitere 5 f für den Zent ben ist, gefchie 8 zu 6 Zentner c.) mit feina 5 Centner Rote ber Basfots arburgerftr. 2 aße 10, Be 13. Geilfas) unferer Gasto gen diefelben a mer außerhalb ber Oftroirid ef Gießen. spartam. acha.M. Nr. 24. Abonnemente und bie a's Saus gebr Oratiebellag Das Blatt Herz Bon fachvers allen Dingen au zuführen. Die är Streit zwischen Staate an gewi tein freier Berui übernimmt sein Schaftliche Griſten fich unter dieser nicht die Stande schaftlichen Stell die soziale Verf gungen der We aber wurden ga ständen jogar Wettbewerb der Raffen boten ei lichen Studium jich. Aus dem a). der Begünstigter meinden ihre Ab einkommen und So lange di hatten, lag für jeits aber bot mitglieder den lichen Lebens trop der Vermi unangemessene minimum zu dem hat ja der Aerztehonorare überrascht habe teiligten Kreifen gemeinsamen әшә бипвацәд gewissenhaften laffen dürfen. Verweigerung d steht man vor taffen. Und was i Merztewahl bei aus feststehend jages für das laffen. Es wi der Volksgefund hältnis. Denn die wirtschaftlic jchützt, und der n bleibt dennoch b unferem verletzten Ehrgefühl zu genügen, wird es doch immer das Duell für uns tun müssen," war Hellmuts Antwort, und es gibt Fälle, die man überhaupt nur mit dem Einsatz von Blut und Leben fühnen kann, der vorliegnde gehört allerdings nicht dazu! Ich sehe Ihnen doch sicher nicht wie ein Raufbold aus, und dennoch habe ich hier in Japan schon ein paar Duelle- das eine war ein haarscharfes!- ausgefochten und habe, nach meiner besten Ueberzeugung, nicht anders gefonnt! Mein Vater, wie er es erfuhr, war außer sich, aber ich bin ein geübter Pistolenschüße, und die Sache verlief gün stig. Hier, wo so viele internationale Elemente ineinandergreifen, darf man nicht ungestraft alles hinnehmen, die Deutschen stehen so schon in den Ruf, allzu zahm und friedfertig zu sein, erst der deutsch- französische Krieg hat mit diesem dummen Aberglauben aufgeräumt, aber hier in Dokohama heißt es dopelt und dreifach sein Nationalgefühl festhalten und gehörig herauskehren. Worte tun es da nicht, ich bin in die sem einen Punkt ein halber Japaner geworden, die greifen auch immer gleich zur Waffe, freilich zumeist aus dem sichern Hinterhalt!" " Wer waren Ihre Beleidiger?" " Das einemal ein englischer Offizier, der da dachte, über legte Sennor O'Vegas nicht entfernt dieselbe Accuratesse an den Tag, und die Dame fah infolge dessen sehr übelgelaunt aus und blickte sich mißbilligend um, als halte sie das ganze Frühlingsfest für eine schlechte Einrichtung. Hilda wandte sich lebhaft um, als die zwei jüngeren Herren herankamen. Was sagst du, Walter? It's nicht wie in einem deutschen Märchen? Ja so, ich glaube, du hast nie eines gelesen, ich aber habe! Wie dankbar ich Ihnen bin, Herr Norden, daß Sie uns hieher brachten!" Hellmut erwiderte ein paar verbindliche Worte, aber während derselben fiel ihm des Bruders eben gehörte Erzählung ein, und er mußte des ungarischen Magnaten gedenken, der sich auf Leben und Sterben in dies reizende Geſicht verliebt hatte. Wohl, es war wunderschön, aber für ihn, für Hellmut, hatte sein Zauber erst zu wirken angefangen, als er in der tadellosen Hülle die warm pulsierende, leidenschaftlich empfindende Seele gefunden hatte. Wie konnte der Der junge Norden Bruder von Hildas Ruhe und Gelassenheit sprechen? Hatte er sie denn nie singen gehört?-- streckte die Hand aus, bog einen tiefhängenden, mit Kirschblüten belasteten Ast zu sich nieder und brach ein paar zierreichte; sie dankte mit einem frohen, strahlenden Blick und befestigte das kleine Bouquet in ihrem Gürtel... dem Geber desselben fielen die kostbaren Blumenspenden des Ungarn ein, und wie glücklich jener wohl gewesen wäre, wenn das reizende Mädchen einigen Blüten einen so beneidenswerten Platz angewiesen hätte! Nun- Hellmut war auch glücklich! Abgeschmackter Vergleich der mit dem störrischen Steppenpferd! Können denn Männer, die sich mit Vorliebe ,, Kavafiere" nennen, sich nicht wie solche betragen, müssen sie abſolut alles auf die eine große Passion ihres Lebens die Pferde - beziehen? Demetrius Vanescu mußte entschieden ein dummer Mensch sein, natürlich, da konnte er einem Mädchen wie Hilda unmöglich gefallen! Wenn eine, dann war sie berechtigt, Ansprüche zu erheben! einen deutschen Kaufmann dürfe man ungestraft spottenliche Zweige davon ab, die er Hilda mit einem Lächeln überer erwies mir später die Genugtuung, zu sagen, ich hätte mich wie ein vollkommener Gentleman betragen und müſſe militärisches und adeliges Blut in meinen Adern haben,- zufällig stimmt das, von mütterlicher Seite her, ich denke aber, jeder ehrenhafte Deutsche hätte sich an meiner Stelle ebenso benommen. Der zweite Fall war ernster, die Veranlassung dazu ist meinem Vater noch heute unbekannt und soll es auch weiterhin bleiben: ein Süddeutscher, der hier mit der Korvette Neptun" ein paar Wochen vor Anker lag, machte eines Abends in unserem Klub, als er etwas angetrunken war, eine Andeutung betreffs der Motive, die meinen Vater vor nunmehr dreizehn Jahren aus Deutschland hierher geführt haben, eine Andeutung, für die ich nur eine Antwort hatte... einen Schlag ins Gesicht. Sie sehen mich ganz betroffen an, Ermshagen aber, ich bitte Sie, bedenken Sie doch nur: mein Vater, die Ehrenhaftigkeit, die goldlautere, wahrhaft vornehmſte Gesinnung in Person, für mich einfach der verkörperte Inbegriff alles dessen, was es Verehrungswürdiges gibt... und nun ein solches... noch heute steigt mir das Blut zu Kopf, wenn ich daran denke, sehen Sie, gleich werden die Pferde unruhig- ho- ho- sacht, immer sacht so ist's recht, so recht! Ja, jener Mensch, den hab' ich damals bös gezeichnet, er konnte nicht weiter mit dem Neptun", mußte hier im Spital liegen bleiben, ich hab' ihn dann verpflegen lassen, er war ein armer Teufel! Das war etwa vor zwei Jahren, er ging, nach seiner Herſtellung, nach Benares und ist dort nach kurzer Zeit gestorben!" - Walter Ermshagen nickte nur und ſah sich seinen Wagen lenfer mit einem ganz neuen Interesse an. Wer hätte hinter dieser heitern Stirn, diesen sonnigen Augen, in diesem ele. ganten, schönen Mann ein so leidenschaftliches Temperament gesucht? Obgleich Ermshagen das Duell im Prinzip streng berwarf, wie er soeben gesagt hatte, es gefiel ihm doch, daß der Sohn sofort mit seinem Leben eingetreten war, um den leisen Verdacht abzuwehren, der den Namen seines hochgeach teten Vaters auch nur streifen wollte. Hier machte die Landstraße, welche man so lange befahren hatte, ein Knie, und statt der Maulbeerbäume und Kiefern, welche in unregelmäßigen Zwischenräumen bisher den Weg eingerahmt hatten, erblickte man in ziemlich geringer Entfernung etwas, das beim fllichtigen Hinblick wie eine große, tompafte Masse rosiger Wolken anzusehen war. Walter Ermshagen drückte erstaunt die Augen zusammen. Was ist das, Norden, was dort vor uns liegt?" Cauter Obstbäume in voller Blüte, ein föstlicher AnBlta, nicht wahr? Bassen Sie uns langsamer fahren, wir steigen ohnehin bald aus, denn wir sind am Tempelpark zu Upeno angefommen!" Sellmut hielt die Pferde, die gewaltsam vorwärts streb ten, feft im Bügel, aber dabei flog sein Blick ungeduldig zu hem borausfahrenden Wagen hinüber,... wann endlich intrbe denn dieser spanische Vizekonsul halten lassen, damit man einmal Hildas habhaft werden konnte? Nach einigen Minuten stand der Wagen still, und Hellmut Norden konnte die Sorgfamfeit bewundern, mit welcher ber pantsche Herr der schönen Hilda vom Wagen herunter balt; er ging to langsam und umständlich dabei zu Werke, als babe er eine gebrechliche Greisin zu unterstüßen und nicht Ein gelentiges junges Mädchen. Bei der eigenen Gemahlin Sennor O'Vegas stand indessen beiseite, und jetzt sah er mißmutig aus. Er hatte ebenfalls die Idee gehabt, seiner schönen Nachbarin ein Frühlingssträußchen darzubieten, num war Hellmut ihm damit zuvorgekommen, und sichtlich beab. sichtigten die beiden, zusammenzubleiben, denn der junge Norden hielt sich selbstverständlich an Hildas Seite; ein schönes Paar war es, das mußte ihnen der Neid lassen, und der Spanier war in dieser Stunde der Neid, das fühlte er ſelbſt! Ihm blieb nichts übrig, als seiner Gemahlin den Arm zu reichen, die Geberde fiel sehr verbindlich aus, aber auf dem Antlitz des galanten Ehemannes prägte sich die bittere Enttäuschung aus. Norden senior bildete mit Walter Ermshagen den Be schluß des kleinen Zuges, seine Augen folgten hinter den dunkelblauen Brillengläsern mit einer Art von Angst seinem Sohn. Von der ersten Stunde an, als er Hilda sah, batte er gefürchtet, Hellmut könne dies Mädchen liebgewinnen, und mit wahrhafter Herzenserleichterung hatte er aufgeatmct, als er seines Sohnes ruhig bewundernde Höflichkeit, ſeine unveränderte Haltung gewahrte. Hellmuts Seele lag vor seinem Vater da, wie ein offenes Buch, keine tief eingreifende Bewegung konnte dem Vater entgehen, und Hellmut, das wußte er, würde das auch nicht wollen, er sah seinen besten Freund in dem Vater und würde ihn freiwillig bei einer so wichtigen Angelegenheit ins Vertrauen ziehen. Dies war bisher nicht geschehen, und der Senior, dem Hilda gleichfalls überaus fühl und reserviert erschien, sagte sich mit innerem Frohlocken, dies Mädchen sei für seinen warmherzigen, impulsiven Sohn zu kalt, sie würde ihn, trotz ihrer Schönheit, niemals anziehen. Heute aber jezt aber, wo war Hildas Kälte und Ruhe geblieben, als sie aus Hellmuts Hand die Kirschenblüten entgegennahm? Gehörte dies warme, strahlende Lächeln ihr, wirklich ihr? Und mit welchen Augen Hellmut zu ihr niedersah! Waren diese Augen bisher so bon der vermehrten Arbeit gefesselt gewesen, daß sie ihm erst heute aufgingen? Wie des Mädchens graziöse Gestalt in dem blaßblauen Kleide in diesen Frühlingszauber hinein. paßte! So wie sie da ging und stand, sah sie aus wie die Göttin des jungen Lenzes selber, die in ihren Hain hinah. gestiegen ist, um ihr schönstes Fest zu feiern! Schwer, seltsam sdaver und ängstlich schlug dem Sentor das Herz in der Brust! War es Eifersucht, die den einzigen, geliebten Sohn feinem anderen Menschen gönnen wollte? wohl auch etwas davon... aber doch das nicht allein! Gr hatte es sich ja fagen, er hatte es als liebender Bater logos wünschen müssen, daß Hellmut über kurz oder lang einen eigenen Herd gründe! Nur daß ihm bisher kein Mädchen, das er kennen gelernt, auch nur annähernd dieses Glückes würdig schien! Würde das überhaupt jemals geschehen? Dies Mädchen war jung und schön, auch schien sie flug zu sein und das geflissentlich gehegte Vorurteil über ihre Herzenstälte war heute, ihren Augen gegenüber, schwer fest zuhalten! Daß sie arm war, bildete selbstredend kein Hindernis- aberaber- Friz Norden sagte es sich deutlich in dieser bitteren Stunde: mochte Hellmut heiraten mochte die Braut nicht so schön, nicht so flug sein... alles... nur nicht gerade dieses Mädchen! Je mehr sein Verstand ihm gebieterisch zurief: Es ist unmöglich, es kann nicht sein! desto siegreicher triumphierte das Gewissen und sagte: Sie ist es doch! Das sind die unhergeßlichen Augen, die deine Tat sahen! Und wenn sie dich nimmermehr erkennen, so erkennst du doch sie und wirst den Fluch dieser Erinnerung, diese stumme, fürchterliche Mahnung nicht los dein Leben lang.- Und sie sollte die Lebensgefährtin deines Sohnes werden, deine Tochter? Der Bruder konnte es nicht gewesen sein, undenkbar! Er mußte zu jener Zeit mindestens schon fünfzehnjährig gewesen sein, und es war das weiche Gesichtchen eines höchstens neunjährigen Kindes gewesen, das damals über den Nand der Schlucht geblickt. Freilich standen genau dieselben merkwürdigen blauen Augen mit dem tiefen Blick im Gesicht bes jungen Mannes,... es mußte Einbildung sein, daß Friz Norden oftmals wähnte, sowohl die Augen des Bruders als auch die der Schwester seien zuweilen mit einem selt am forschenden Blick auf ihn gerichtet. Nein, nein, das gaufelte ihm seine ewig lebendige Gewissensangst vor! Aus dem vollkommen unbefangenen, höflichen Wesen des Mannes, aus dem wenngleich zurückhaltenden, so doch zwanglosen Benehmen des jungen Mädchens war es deutlich zu erkennen, die Geschwister wußten nichts, ahnten nichts... er allein hatte mit dieser unausgesezt peinigenden Erinnerung fertig zu werden, aber er wünschte von Grund seiner Seele und wünschte es jetzt, da er Hellmuts Gefühl für Hilda durch chaut zu haben glaubte, inbrünstiger denn je, daß diese Jeiden niemals japanischen Boden betreten hätten!- Indessen wurden die langsam Einherschreitenden vom ganzen, voll entfalteten Jubel japanischen Volkslebens um rauſt. Das schwirrte und girrte um sie her, lachte und Sicherte, schlüpfte und tänzelte, kokettierte und fächelte, summte und raunte neben ihnen, immer unter dem schönsten natürlichen Zeltdach, den hohen Kuppelwölbungen der blütenüberschneiten Bäume, von denen jeder einzelne wie ein Folossaler Blumenstrauß aussah. Unter dem Hellschimmernden Dach dieser prächtigen Bäume waren leichte Teebuden, aus Bambusrohr zusammengefügt, aufgestellt, hier boten niedliche Japanerinnen mit kunstvoll frisierten Köpfen, die nur jede Woche einmal den komplizierten Aufbau erneuerten, den Tee oder japanische Näschereien dar, andere hielten das bei den Japanern beliebteste Getränk, Safe, feil. Dies wird aus Reis zubereitet, aus Tassen getrunken, ist eine Art Branntwein und ungemein berauschend... der argloſe Europäer, der hier die Landesgebräuche praktisch ſtudieren will und ein paar Täßchen voll des äußerst wohlschmeckenden Getränkes zu sich nimmt, spürt alsbald erstaunt und beschämt die starke Wirkung dieses so haumlos aussehenden Saftes, und die Japaner blicken schadenfroh auf die„ Fremden", die ich so klug dünken und nicht einmal wissen, welche Kraft in den Erzeugnissen„ Dai Nipons"( des heiligen Japan!") verborgen ist! Zwischen den Bambusbuden tummeln sich zahllose kleine Mädchen, die ihre langen dunklen Kimonos, Die Oberkleider des weiblichen Geschlechts, abgeworfen haben und nun in ihren kurzen Röckchen von rotem Seidenkrepp vie buntfarbige große Schmetterlinge umherschwärmen, vier erscheinen in großen, zweiräderigen Wagen, ähnlich denen, die man in Europa für Kinder gebraucht, neue AnCommlinge, von halb entkleideten Japanern gefahren,- Die ganze Bevölkerung von Tokio ist auf den Beinen, um sich dier für den langen, trübseligen Winter schadlos zu halten; alte Männer mit schwerem Schritt und faltigen Gesichtern chieben sich langsam durch das Gedränge, aus den Teebuden öt Gesang und helles Gelächter, das Shamisen, die japasche Guitarre, läßt seinen schwirrenden Ton überall vermen junge Krieger wandeln mit stolzer Haltung, den ißen Mantel umgeschlagen, durch die Reihen der Fröh sen, japanische Mütter, ihre gelben Knäbchen an der Hand, 3 kleinste als Bündel auf dem Rücken, stehen und staunen ( Fortsetzung folgt.) Fremden an. Dom Haar. Eine Art Modenplauderei von Dr. Heilborn. ( Nachdrud verboten.) Was ist daz har? ein weltlich freüd," klagt ein frommer Sänger des siebzehnten Jahrhunderts im Hinblick auf die seltsamen Haarmoden jener Tage und also nicht ganz zu Unrecht. Aber der Gute vergaß, daß ohne jenes winzige Zwiebelgebilde, über dessen ureigenste Naturgeschichte die Wissenschaft auch heute noch herzlich wenig weiß, niemals die unsterbliche Madonna eines Rafael, Murillo oder Holbein gemalt worden, kein gläubiges Herz sich jemals an den herrlichen Violin- Adagios eines Bach und Händel hätte erbauen fönnen. Nun vollends die Brauchbarkeit vieler wissenschaftlicher Instrumente, sie hängt buchstäblich oft an einem Haar, und ganz neuerdings hat man gar versucht, das Menschengeschlecht nach der Haarform in Rassen zu scheiden, da die " Haarbildung sich viel konstanter als die Schädelform zu vererben pflegt." Der fromme Mann hat gleichwohl nicht ganz unrecht, wie schon betont, das wird uns eine kurze Betrachtung des Haares in Brauch und Wort bei den verschiedenen Völkern unseres Erdballs zeigen. Es ist wohl das Natürlichste, das Haar lang wachsen zu lassen; ursprünglich trug man es allenthalben so und auch heute noch tragen es die meisten Naturvölker so. Ja, bei vielen Indianerstämmen gilt langes Haar als die vornehmste Zierde der Männlichkeit und Catlin berichtet, daß die Krähen- Indianer sogar denjenigen zum Häuptling wählten, der das längste Haar im Stamme hatte,„ nämlich zehn Fuß und sieben Zoll" oder nach unserem Maße etwa 3½ Meter. Bei den alten Germanen und Gallieren durfte nur der Freie langes Haar tragen. Einer ähnlichen Sitte begegnen wir bei den alten Griechen, bei denen späterhin jedoch das Wort„ koman"( d. h. Langes Haar tragen) die Nebenbedeutung„ hoffärtig sein" erhielt. Die Nazarener duldeten als Knechte nur Gottes kein Schermesser an ihrem Haupte, desgleichen war auch bei der jüdiſchen Prieſterkaste der Leviten Brauch. Zahlreiche Negervölker flechten das lange Haar zu zahllosen Zöpfen und Zöpfchen, die rings um den ganzen Kopf herumhängen. Bei unseren LandsLeuten auf Neu- Guinea, den Papuas, wird das lange, lockige Haar von besonderen Friseuren zu den seltsamsten Gebilden aufgetürmt, die sich höchstens mit den Monstrefrisuren der Damen zur Zeit der Pompadur vergleichen lassen. Diese Frisuren werden sorgfältigst einpomadisiert bei den NuerNegern im Sudan besteht solche Pomade hauptsächlich aus Kuhmist und Asche und nachts legt man den Kopf zur Schonung des oft jahrelang nicht erneuerten Haarputzes auf ein höchst unbequemes hölzernes Kopfbänkchen. Wen erinnert solche Modetorheit nicht unwillkürlich an jene köstliche Schilderung in„ Cabanis" von Willibald Aleris, wo die Braut zur Schonung ihres hochgetürmten Lockenbaues die ganze Nacht vor dem Hochzeitstage aufrecht auf dem Sopha fizend ohne Schlaf zubringt? Während nun bei fast allen Männer es lang tragen und ursprünglich ist der Mann Naturvölkern die Frauen das Haar kurz scheeren, wenn die fast immer der Eitle- galt kurzes Haar der Frau bei den Kulturvölkern des Altertums bis in die Neuzeit hinein als entehrend. So schnitt z. B. der Büttel dem gefallenen Mädchen das Haar ab. Andererseits aber muß sich die Frau um ihrer langen Haare willen manchen Spott gefallen lassen. Das türkische Sprichwort behauptet: langes Haar, kurzer Verstand; das esthnische ebenso unhöflich: des Weibes Haare reichen bis ans Knie, ihre Gedanken nur bis zum Kinn. Der Engländer sagt sarkastisch: mehr Haar, als Verstand, und selbst der sonst so ritterliche Deutsche singt: vil manigerlei ist frauen sid: die hat langs har und kurzen mut.- Die auf tieferer Kulturstufe stehenden Völker tragen, falls überhaupt, kurzes Haar meist nur aus Reinlichkeit oder anderen praktischen Gründen. Letztere sind freilich oft höchst eigentümlicher Art, so z. B. bei den übel berüchtigten SiouxIndianern, die das Kopfhaar bis auf eine einzige Scheitellocke abrasieren, um einander- bequemer skalpieren zu können. Bei den Völkern des Altertums wurde den Unfreien und Sklaven das Haar geschoren. Um ihre Demut, ihre Erniedrigung gleichsam symbolisch anzudeuten, ließen sich deshalb auch die ersten Christen das Haar nach Art der thrakischen Sklaven verschneiden, und von diesem Brauche rührt noch die Tonsur der Mönche her; der kirchlichen Tradition zufolge war der heilige Petrus der erste, der so tat. Uebrigens tragen auch die brasilianischen Bakairi- Indianer eine regelrecht, urteilslos urteil die Höhe der S barungen getrof I ( 20. Sigung. Die gestrige deutsamen Mi Ballestrem in hatte, scheinen Reichsboten gen eer! Die allge die sich zum des Reichsa Abg. Gof Der Arbeitgebe Bu den verbot fortgesetzt. we fischen Ansprad genötigt worde jammlungsrecht erfolge auf M wandte sich Untergebene, bo Jungsstrafen Der Urteile, je Industriezölle t Jetan idge wirf daft beſtehe, u age Weg jeien, lich sprach fich Sozialdemokrat rade err Sto das bleite dahi nicht Herr อา เลย Schippel zum Aba. Kor jandlung der