Nr. 97. onnements prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Sans gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Battebetingen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) und die Stekener Coifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 26. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Bettzelle für ganz C heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 fg. fonft 15. Reklamen die Betttzelle 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Betr.: Schweinerotlauf in Klein- Linden. In dem Gehöste des Karl Weigel zu kleinLinden ist Schweinerotlauf ausgebrochen. Gehöftsperre ist verhängt worden. Gießen, den 22. April 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hechler. Gießen, 23. April 1904. Betreffend: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides. Das Großherzogl. Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises mit Ausnahme der Amtsgerichtsbezirke Grünberg, Homberg, Hungen, Laubach und Nidda. Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großh. Hessischen Untertanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, verheiratet haben, soll wie nachstehend angegeben stattfinden: 1. der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Montag, den 16. Mai 1904, nachm. 2½ Uhr in dem Rathause zu Lich: 2. der Orts- und Staatsbürger aus den in dem Amtsgerichtsbezirk Gießen gelegenen Gemeinden Dienstag, den 17. Mai 1904, vorm. 11 Uhr im Regierungsgebäude zu Gießen, Brandplak Nr. 9. Wir beauftragen sie hierdurch, die betreffenden Bersonen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter Angabe der Namen der Vorgeladenen bis zum 10. Mat anzuzeigen, oder zu berichten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. J. V.: Dr. Wagner. Der Krieg in Ostasien. Abgesehen von einigen kleinen Plänkeleien am Jalu tst auf dem Kriegsschauplatz alles ruhig. Speziell die Lage in Port Arthur wird in Meldungen der russischen Telegraphenagentur als überraschend" ruhig und erfreulich geschildert. In einem Telegramm heißt es: In den letzten zwei Monaten ist Port Arthur in einen solchen Defensivzustand gebracht, daß es völlig unein nehmbar ist. Die schwachen Punkte der Land- wie Seeseite sind armiert, der Bestand der Garnison aufs äußerste erhöht und die Festung mit allem Notwendigen auf länger als ein Jahr versorgt. Tagsüber erinnert nichts daran, daß Port Arthur sich im Belagerungszustand befindet. Auf dem Boulevard spielt die Musik, das Publikum ergötzt sich an derselben. Des Nachts aber hüllt die Stadt tiefe Dunkelheit ein; nur auf der Reede spielen die Scheinwerfer. Die Restaurants und Magazine sind tagsüber zahlreich besucht. Russische Siegeszuversicht. Der Untergang Makarows und der Petropawlowsk samt dem ganzen Stabe erschütterte nicht im geringsten die Zubersicht, daß Port Arthur uneinnehmbar und daß eine baldige Niederlage der Japaner unvermeidlich sei. Bei jedem neuen Bombardement feuern die Japaner weniger entschieden und bleiben außerhalb des Feuers unserer Batterien, mit welchen sie sich nicht in einen Wettkampf einzulassen wagen. Beim Bombardement vom 15. April hat eins ihrer neuen Schiffe, Nischin oder Kassuga, stark gelitten und ist ein Kreuzer gesunken. Die Japaner schweigen hartnäckig über ihre VerJuste. Nach den jüngsten Nachrichten spannt Japan seine legten Kräfte zur Fortsetzung des Krieges an, die Geldmittel gehen zu Ende, während Rußland noch nicht einmal die Offensive ergriffen hat. Die Vorgänge am Jalu. Am 21. April fand am Jalu ein Nahgefecht statt, als russische Boote am koreanischen Ufer auf eine Sandbank geraten waren. Ein mit einer Anzahl Leuten besettes feindliches Transportschiff wurde durch das Feuer zweier russischer Geschütze zum Sinten gebracht. Dieses Fahrzeug hatte mit anderen zusammen den Pomahuafluß verlassen, um den russischen Booten den Rückzug abzuschneiden. Die japanischen Linien erstrecken sich 30 Meilen längs des Jalu, von Jongampho bis 10 Meilen oberhalb Widschus. Die Russen haben ihre stärkste Stellung bei Antuna der Tiger- Hügel ist Der Schlüssel derselben. Die Politik. Die von uns seiner Zeit gebrachte Meldung, der als Befehlshaber des Marine- Expeditionskorps nach Südwestafrita entsandte Oberst Dürr sei um Urlaub eingekommen und befinde sich bereits auf der Heimreise, findet trotz der Dementis, denen sie begegnet, jetzt ihre Bestätigung. Oberst Dürr wird in 10-14 Tagen wieder in der Heimat eintreffen. Der Grund seines Ausscheidens aus dem Kolonialdienst ist ein so schweres Zerwürfnis zwischen ihm und Oberst Leutwein, daß ein Zusammenwirken leider sich auf die Dauer als unmöglich erwies. Die schon oft erörterte Frage der Einführung des Wahlzwanges scheint bei der Sozialdemokratie der praktischen Verwirklichung entgegenzugehen. In mehreren Versammlungen der Verfrer Wahlvereine sind Genossen wegen Nichtbeteiligung an den Landtags- und städtischen Wahlen ausgeschlossen woorden Dies Verfahren ist bezeichnend für die ungemein straffe Organisation der sozialdemokratischen Partei bezeichnend für die Sozialdemokratie und vorbildlich für andere Parteien. Das muß man den Leitern der polnischen Bewegung lassen: sie sind zähe int ihren Bestrebungen; aber das kann auch nicht bestritten werden: sic find nicht wählerisch in ihren Mittela. So wird heute ein neuer polnischer Wahlkniff befannt. Das Wahlkomitee für die Stadt Posen fordert in einem Aufruf die minderbemittelten polnischen Wähler auf, sich selbst höher einzuschäzen, um das kommunale Wahlrecht zu erlangen. Vor zwei Jahren schon ist in Posen der gleiche Versuch gemacht worden, er scheiterte daran, daß die meisten polnisajen freiwilligen" Steuerzahler nicht nachweisen konnten, ihr Einkommen sei in Wirklichkeit so hoch, als sie behaupteten. Um so mehr muß es überraschen, daß jetzt in voller Deffentlichkeit zu solchem Vorgehen aufgefordert wird. Italien. In Nom erregt es einiges Aufsehen, daß Papst Pius gerade am Tage des Eintreffens Loubets den deutschen Kardinalerzbischof von Köln Dr. Fischer wiederum in Audienz empfing. Noch mehr Aufsehen dürfte diese Tatsache erregen angesichts des Umstandes, daß Kardinal Fischer am Montag abermals zur Audienz in den Vatican befohlen wurde. Bei dieser Audienz, die eine Abschiedsaudienz war, beauftragte der Papst den Kardinal, dem Kaiser Wilhelm seine herzlichsten Grüße und Wünsche zu übermitteln. Türkei. Im Vilajet Bitlis ist es zu neuen armenischen Gewalttaten gekommen. Armenier haben die muselmanische Ortschaft Latchghian bei Musch angegriffen und dort Greueltaten an Einwohnern, Männern, Frauen und Kindern, begangen. Da wird eine kleine Armenierverfolgung wohl nicht ausbleiben. Hof und Gefellschaft. Der Kaiser wird die Rückreise nach der Heimat schon am 27. d. Mts. von Venedig aus antreten. Er gedenkt auf der Rückfahrt zunächst Straßburg, bezw. der Hohfönigsburg einen kurzen Besuch abzustatten und sich dann zu eintägigem Besuch nach Karlsruhe zu begeben, von wo die Weiterreise nach Mainz, bezw. nach Wiesbaden am 1. Mai früh erfolgen wird. Wie verlautet, beabsichtigt auch die Kaiserin nach Karlsruhe zu reisen und sich dann für die Weiterreise dem Kaiser anzuschließen. Die Ankunft in Wildpark wird am 2. Mai früh gegen 49 Uhr erfolgen. Deutfcher Reichstag. ( 75. Sizung.) CB Berlin, 25. April. Der Reichstag hatte sich heute zunächst mit einem alten Bekannten zu beschäftigen, der sich allerdings seit seinem letzten Erscheinen vor dem Hause etwas verändert hat: auf der Tagesordnung stand die erste Beratung des Gesetzes betreffend die Uebernahme einer Garantie des Reichs in Bezug auf eine Eisenbahn von Daressalam nach Mrogow. Kolonialdirektor Dr. Stübel begründete die Vorlage und erläuterte insbesondere, warum die Regierung sich entschlossen habe, sich mit einer schmalspurigen Bahn zufrieden zu geben. Das Risiko des Reichs wird durch die auf diese Weise erzielte Verbilligung um 20 Prozent verringert, und die Ncgierung hofft, daß infolgedessen die Zustimmung des Reichstags leichter zu erlangen sein werde. Der konservative Graf zu Stolberg- Wernigerode, der in einer trefflichen Rede die Notwendigkeit, für unsere Kolonien mehr als bisher zu tun, erörterte, vertrat den entgegengesetzten Standpunkt, und nach dem weiteren Verlauf der Debatte zu urteilen, hatte er Recht. Die Freunde des Bahnbaues wollen die größere Spurweite, die Gegner werden durch die geringere nicht für den Entwurf gewonnen. Anfangs schien es allerdings, als hätte sich ein gewichtiger Umschwung vollzogen, da der Zentrumsabgeordnete Schwarze Lippstadt sehr warm für die Herstellung des Schienenweges eintrat. Allein die Hoffnung, daß die ausschlaggebende Partei ihre Stellung zur Vorlage gewechselt babe. wurde später durch den Abg. Dasbach zerstört. Dieser erklärte, daß Herr Schwarze nur in seinem eigenen Namen gesprochen habe, fügte jedoch hinzu, daß dies für ihn selbst, der das Gesetz entschieden bekämpfte, ebenso gelte. Infolgedessen weiß man noch nicht, wie das Zentrum eigentlich jetzt zu der Frage steht, und es ist durchaus ungewiß, welche Lösung sie finden wird. Eine Klärung in dieser Richtung brachte die sich mehrere Stunden hinziehende Disfussion, die mit der Ueberweisung an die Budgetkommission endigte, nicht. Besser scheinen sich von vornherein die Aussichten des Gesetzentwurfs betreffend die Anleihe für das Schutzgebiet Togo zu gestalten, der darnach zur ersten Beratung fam. Es wird dadurch der Reichskanzler ermächtigt, eine 3½prozentige Anleihe in Höhe von 8 Millionen Mark zu Lasten des Schutzgebiets Togo für den Bau einer Eisenbahn von Lome nach Palime aufzunehmen. Hier bedurfte das Haus nur knapp einer Stunde, um sich gleichfalls zur Ueberweisung der Vorlage an die Budgetkommission zu entscheiden. Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 60. Sigung.) RK Berlin, 25. April. Der Etat der Berg, Hütten- und Salinenverwaltung fördert in der Regel keine sonderlich interessante Debatte zu tage. So auch diesmal, nach kurzem Hin und Her war der Etat genehmigt. Der Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung ging ebenfalls mit nur kurzer Debatte durch. Beim Eisenbahnetat erlebte das Haus eine Ueberraschung, und zwar eine freudige: Der Eisenbahnminister teilte mit, der Finanzminister und er hätten von Kaiser Wilhelm aus Italien heute die telegraphische Anweisung erhalten, dem Landtage einen Gesetzentwurf betreffend die Bewilligung von 3 Millionen Mark zur Wohlfahrtspflege für Eisenbahnbeamte vorzulegen. Das Haus nahm die Mitteilung mit stürmischen Brahorufen auf. Ein Teil dieser Summe soll zur Unterstützung der Wohlfahrtseinrichtungen des kürzlich in Cassel gegründeten„ Eisenbahnarbeiterverbandes" verwandt werSen. Dieser Verband will im nächsten Monat eine ZuschußFranfenfasse gründen, die zugleich Sterbegelder auszahlen soll. Der Etat der Justizverwaltung wurde noch erledigt, ebenso ein vaar kleinere Etats. Die Anberaumung einer Abend- si bung rief allgemeinen Unwillen hervor und abends war das Haus denn auch recht schwach besetzt. Die Etatsberatung nahm ihren Fortgang. Der Befuch Loubets in Italien. H. Rom, 24. April. Mit dem heißblütigen Temperamente des Südländers werden augenblicklich hier und in Neapel die letzten Vorbereitungen zum feierlichen Empfang des Präsidenten der französischen Republik getroffen. Die Aufnahme soll eine glänzende werden und aller Welt die guten Beziehungen zwischen Frankreich und Italien zeigen. Aengstliche Gemüter in Deutschland werden nun wieder die Befürchtung hegen, daß der Dreibund durch eine derartige Annäherung der beiden romanischen Völker in seiner weltgeschichtlichen Bedeutung beeinträchtigt werde. Eine irrige Meinung von Haus aus, denn der Dreibund ist rein defensiver Natur. Nur im Falle eines deutschen Zweifrontenkrieges tritt er in Aktion. Diese Möglichkeit ist aber nach den jezigen Beziehungen Deutschlands zu den Nachbarstaaten und zwar insbesondere zu Rußland völlig ausgeschlossen. Infolgedessen haben auch die Ertratänzchen seiner Verbündeten für Deutschland nichts Bedenkliches. Im Gegenteil! Je näher sich die Völker des Zwei- und des Dreibundes treten, um so mehr werden sich die Friedensaussichten in Europa verbessern. Selbst eine französische Zeitung bezeichnet es in einer Besprechung der Remreise des Präsidenten Loubet als wünschenswert, daß die beiden großen Volfsvereinigungen bestehen bleiben und später miteinander zu einem festen Kontinentalbunde verschmolzen werden. Das mag ja einstweilen ein unerfüllbarer Traum sein; aber immerhin ist es doch schon ein Beweis für eine bedeutende Abschwächung der ehemaligen feindlichen Gesinnungen zwischen Drei- und Zweibund, wenn es möglich ist, daß in einem französischen Blatte solche Gedanken ernsthaft erörtert werden. Der Besuch des Präsidenten Loubet ist die Antwort auf die Visite, die König Viktor Emanuel nebst Gemahlin am 14. Oktober vorigen Jahres in Paris abgestattet hat. Damals hielt der König eine Rede, in der es u. a. hieß:„ Die Interessen Italiens gehen dahin, daß es mit allen seinen Kräften die Erhaltung des Friedens wünscht, und seine Stellung in Europa jetzt es in die Lage, zur Verwirklichung dieses in hohem Maße der Zivilisation dienenden Zieles beizutragen. Nach diesem Ziele richten sich meine heißesten Bemühungen, ebenso wie diejenigen meiner Regierung." Die Rede aber, die Victor Emanuel am 26. März dieses Jahres zur Begrüßung seines kaiserlichen Freundes und Verbündeten in Neapel hielt, war gekennzeichnet durch den Satz:„ In Ew. Majestät erkennen ich und mein Volf den treuen und sicheren Freund; die Bande, welche seit so vielen Jahren unsere beiden Staaten unter sich und mit dem gemeinsamen Verbündeten bereinigen, waren bis jetzt das stärkste Bollwerk des Friedens in Eurova." In diesen beiden Toasten, deren erster durch unhörbarerung und hoffnungslosen Unterwerfung. urger ging es durch ihre Reihen, ein Seufzer Aller Der ngen wie gebannt, voll heimlichen Schreckens an den Bügen des Lehrers, die eben noch hell entbrannten Wangen maren bleich, fchlaff, entnervt. junges Bataillon die erste Granate einschlägt Es war, wie wenn in ein und eine rechten Platz zu ſein fcheint." Die mir uns efteren Ganz schön. pathisch. gegenüber ist burchaus nur Er hat ein Tier gergesicht. licher Mensch! Ein Mensch, air blom. Ein unheimich weder Herz noch Phan. tasie zutrauen könnte, sondern nur Rechnen und herrisches Mollen" Natur ist Gottes Buch, Mißlingt der Lefeversuch, d) ohne Gottes Offenbarung Den anstellt menschliche Erfahrung. sehe, Ihr seid kein Methodist wie Fielding einer ift Der Aber ich sagte es nicht. Jedenfalls gesünder als dieser Die Nacht hatte sich auf Billybong herabgesenkt. regung unter den Goldgräbern war noch gewachsen. In den Dann würde in den Schänken Leeser Fusel, dachte ich bei mir. hat noch keinen freigehalten, und wenn es nach ihm ginge, Schmer fausten die Fäuste auf die statt Cognat geschänft. Die Er. eine gewisse Zurückhaltung gekennzeichnet ist, während in dem anderen die herzliche Freundschaft zum Durchbruch kommt, wird der ganze Unterschied der italienisch- französischen und italienisch- Deutschen Beziehungen augenfällig dargestellt. Die politischen Ergebnisse dieser verbesserten Beziehungen zwischen Italien und Frankreich werden durchaus auf wirtschaftlichem Gebiete liegen. Beide Staaten stehen in einem zu engen Verkehr, als daß nicht auch auf die Diplomatie ein Stück davon abfärben sollte. Vor allen Dingen ist Frankreich das Hauptgebiet für die Nahrung suchenden italienischen Arbeiter. Frankreich bedarf eines starten auswärtigen Arbeiterkontingents, das es ſeit der Industrieentwickelung Deutschlands aus Italien bezieht. In Konsequenz dieses Zustandes haben Frankreich und Italien jüngst ein gemeinsames Arbeiterschutzgesetz vereinbart, um so den Ab- und Zufluß von Arbeitskräften ohne Störungen zu ermöglichen. Außerdem ist Frankreich ein starker Abnehmer für italienichen Wein, der sich für die feurigeren Gallierreben besser zum Verschnitt eignet, als für Deutschlands unter einer mäßigeren Glut gereiftes köstliches Getränk. Auch die Gemüseeinfuhr nach Frankreich ist erheblicher als nach Deutschland aus Italien. Aber wie auch die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien sich gestalten mögen, sie können niemals einen gegensätzlichen Charakter gegen Deutschland annehmen. Denn eines steht einer völligen Vereinigung zwischen den beiden Staaten entgegen: Das Regierungsprinzip. Ein Handinhandgehen zwischen dem monarchischen Italien und dem republikanischen Frankreich müßte unbedingt auch auf die staatsrechtlichen Anschauungen der beiderseitigen Völker wirken. Und da es romanische Völker sind, so läßt sich annehmen, daß auf diese die republikanische Staatsform einen stärkeren Reiz ausüben würde. Die Monarchie bedarf also vor dem italienischen Volke des starken moralischen Rückhaltes der beiden germanischen Dynastien, und das ist seit Crispis Tagen der feste Kitt, der Italien mit den beiden anderen Nationen verbindet. Loubets Ankunft in Rom gestaltete sich zu einer großen italienisch- französischen Verbrüderungskundgebung. Beim Könige, der ihn mit dem Grafen von Turin und dem Herzog von Genua am Bahnhof mit Händedruck und Kuß empfing, und von der Königin, die ihn im Quirinal erwartete, fand der Präsident der Republik eine sehr herzliche Aufnahme. Bei der Fahrt durch die Stadt, die festlich geschmückt ist, wurde der Präsident, der neben dem König saß, Gegenstand lebhafter Ovationen. Am Abend des Ankunftstages wurde zu Ehren Loubets ein Fackelzug veranstaltet, an dem sich die Vereine der Stadt und Vertreter von Vereinen aus der Provinz beteiligten. Als der Zug vor dem Quirinal anfam, erschienen der König und die Königin mit dem Präsidenten und den Prinzen auf dem Balkon. Der zweite Tag brachte ein Frühstück in der französischen Botschaft, an dem wider Erwarten auch der Vertreter Frankreichs beim Vatican, Nisard, teilnahmen. Loubet legte vorher an den Särgen des Königs Victor Emanuel und Humbert Kränze nieder; nachher stattete er der Königin- Witwe Margherita einen Besuch ab. In Paris und an einigen anderen großen Börsenplätzen war am Montag vormittag des Gerücht von einem Attentat auf Loubet berbreitet. Es bestätigte sich erfreulicherweise nicht. Wahrscheinlich handelte es sich bei diesem Gerücht nur um ein berwerfliches Börsenmanöver. ,, Ungeheure Begeisterung" durchſtürmt die Spalten der römischen und französischen Blätter. Sie stellen sich, als batiere von dem Besuch Loubets eine neue Epoche der europäischen Politik. Lassen wir ihnen das kindliche Vergnügen! Nab und Fern. Ein neues lenkbares Luftschiff machte in San Franzisco seinen ersten Aufstieg und löste dabei angeblich völlig die ihm gestellte Aufgabe. Das Luftschiff ist 105 Fuß lang, mißt 25 Fuß im Durchmesser und hat ein Gewicht von 2500 Pfund. Der Propeller ist aus Aluminiumdoppelschrauben hergestellt. Den Aufstieg leitete der bekannte Aeronaut Kapitän Baldwin. auf der Ein ehemaliger Garde- Ulanen- Rittmeister Wanderschaft. Auf dem Stadtbureau in Hettstedt( Reg.- Bez. Merseburg) erschien dieser Tage ein alter Mann, dem man auf den ersten Blick den gewesenen Militär ansah; seine troy des hohen Alters straffe Haltung, sein martialischer weißer Schnurrbart ließen dies unschwer erkennen. Der Greis war gekommen, um den Verlust seiner Papiere anzumelden. inDer Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) dem er hinzufügte, er sei der Freiherr Karl von Flemming und befinde sich gegenwärtig auf der Wanderschaft. Er wiй am 22. Oftober 1823 in Strenz- Naundorf geboren sein. Sein Vater sei Major, seine Mutter eine Pastorstochter, seine beiden Brüder seien, wie er selbst, Offiziere gewesen. Er behauptete, auf dem unweit Hettstedt gelegenen Rittergute Walbeck s. 3. als Verwalter tätig gewesen zu sein und den Feldzug 1870/71 als Rittmeister im 2. Garde- Ulanen- Regiment mitgemacht zu haben. Später, nach seinem Abschied vom Militär, habe er die Stellung eines Versicherungsinspektors bekleidet. Ueber sein Reiseziel befragt, gab er an, daß er von Hettstedt aus seine Schritte nach Alsleben a. Saale lenken wolle, da er in dortiger Gegend einen Bekannten besitze. Wegen Entführung einer Minderjährigen hat das Königliche Amtsgericht München 1 gegen den 45jährigen Steindrucker Eugen Krause aus Berlin einen Steckbrief erlassen. Se. iſt dringend verdächtig, die zwölfjährige Tochter Johanna des Lithographen Kuhlicke in München ein kräftig entwickeltes Mädchen, entführt zu haben. Der Flüchtige wird in dem gegen ihn vorliegenden Haftbefehl wie folgt beschrieben: Ziemlich groß, schlank, blond, blonden Schnurrbart, frummen Fuß, schleppenden Gang, spricht Berliner Dialekt und trägt einen Kneifer." Ein wenig verlockender Don Juan. +[ Ein Eisenbahn- Tariffuriosum] wird aus Marienwerder bekannt: Eine Rückfahrkarte 2. Klasse nach Berlin über Graudenz Thorn- Posen oder über Bromberg- Küstrin fostet von Marienwerder 43,80 Mart. Zerlegt man aber die Strecke, nimmt man zunächst eine Rückfahrkarte Marienwerder Graudenz und löst in Graudenz eine Rückfahrkarte nach Berlin über Thorn- Posen oder über Laskowitz- Bromberg usw., so kommt man um 3,10 Mark billiger weg; denn die Rückfahrkarte Marienwerder- Graudenz kostet 3,60 Mark, und eine Rückfahrkarte Graudenz Berlin 37,10 Mark. ,, Wo kein Kläger is, is fein Nichter; aber der Krug geht so lang zum Born, bis er bricht.' s is mir ja, weil der Hangcurt fort is, als wär alles mit ihm ' gangen. Aber er fonnt nit mehr hier bleiben; der Tiophel war sein Teufel; der hätt'n nochma. mit ins Verderben g'zogen. Denn der ruht ja nit; wer weiß, was der noch all' anstellt." „ Der Hangcurt war auch zu gut" ,, Das war ja das Elend, daß er zu gutmütig war. Er ließ sich von Jedem leiten. Alzugut is' n Stüd von der Schlechtigkeit." ,, Das sagte meine Mutter auch immer. Aber Ihr fönnt euch trösten, Pierersch Frau, d'm Hangcurt fann's nit schlecht gehn." ,,& c mag in Amerika lieber Wackensteine klopfen an den Wegen, das is immer noch besser, als wenn ich mal seh'n müßt, wenn er mit dem Tiophel durch die Gensdarmen g'holt würd' und d'rnach am End' gar ins Zuchthaus fäm." [ Die Blumenfelder von Haarlem] stehen jetzt in Blüte. Stundenweit Beet an Beet mit Hyazinthen, Tulpen, Narzissen, Jonquillen, Tazetten, ein Riesenteppich, gestickt aus rot, gelb, lila, weiß mit hundert Farbenmischungen. Besonders das glühende Rot der Zwergtulpen und das leuchtende Gelb der Narzissen gibt dem Teppiche sein Ansehen, und so start sind die Farben, daß sie wie eine bunte Wolke über den Beeten zu schweben scheinen. Die letzten Sonnentage haben ganze Beete zur Entwickelung gebracht. Es ist ein herrlicher Anblick, die Farben machen das Auge trunken, der starke Duft berauscht die Sinne. Der blumenliebende Holländer macht um diese Zeit gern einen Ausflug zu den Blumenfeldern. Es bietet dann auch ein Wandeln durch Haarlem, Vogelenzang, Heemstede, Hillegom, Lisse, Sandpoort, Velsen den eigenartigsten Genuß. Während die beiden Frauen so redeten, bestieg Hangcurt mit seinen Brüdern draußen den Wagen und in der nächsten Minute rasselte er durch die Durchfahrt hinaus auf die Straße, auf der fein Mensch zu sehen ivar. Man legte Gewicht darauf, daß die Abretse Hangcurt's nach Amerika möglichst heimlich und ohne Aufsehen vor sich ging. Da vornen an der Ecke aber stand das Wirtshaus, in dem das Elschen wohnte. Von diesem wenigstens [ Gastronomische Kunstwerke.] Zu den Wunderwerfen auf der diesjährigen Kochkunstausstellung in Paris gehört ein Eisenbahnviadukt mit einem Zug, der über eine Brücke geht. Diese Brücke spannt sich über einen See mit Schwänen. Motorwagen mit Chauffeuren und Reisenden, Luftschiffe, Paläste, Denkmäler, Mühlen, Musikinstrumente- alles in Zucker und eßbar. Große Anziehungskraft übt ein Damenhut aus Nougat aus, mit Bändern, Rosen, Veilchen und Blättern aus farbigem Rucker, und ein kühner Radfahrer aus Zucker, der ein Looping the loop ausführt. In der Fleischabteilung sieht man ein Modell des russischen Kriegsschiffes ,, Retvisan" mit seinen Schornsteinen, Masten und allem zubehör. Die Takelung ist aus Makkaroni, und in dem umgebenden Meer aus Gallerte wimmelt es von Forellen, Garneelen und ähnlichen Delikatessen. [ Einen Apparat zur Verhinderung von Eisenbahnzusammenstößen] will, wie aus Newyork berichtet wird, ein Techniker in Brooklyn erfunden haben. Die Erfindung besteht aus einem Gestell mit einem Glasstab an einem Ende, der unter dem Fußboden des Lokomotivenwagens derart befestigt ist, daß der Stab zerbrochen wird, wenn der Zug ein Haltezeichen passieren will. Der Glasarm ist klein, hat aber eine vielseitige Aufgabe. Ist er zerbrochen, so stellt er den Dampf ab, verschließt die Drosselklappe, zieht die Luftbremse an, setzt eine Alarmglocke im Heizerſtand in Bewegung und bringt eine Pfeife zum Ertönen. Das Pfeifen dauert so lange, bis ein neuer Glasarm eingesetzt ist. Im Tode getrennt. Einen eigenartigen Ausgang nahm eine Liebestragödie, die sich an der Dahme unweit Köpenick abspielte. Ein junges Mädchen namens Helene Kramke, nahm Gift, als sich ihr Bräutigam ins Wasser stürzte. Dieser, namens Karl Anton, kam aber unversehrt in Grünau ans Land. Die unglückliche Braut ist dem Gift erlegen. mußte Hangcurt Abschied nehmen. Gr sprang vom Wagen und hieß die andern weiterfahren bis d außen vor das Dorf, wo sie auf ihn warten sollten. Dann nahm er seinen Stock und tupfte leise an das Fenster der Wirtsstube. Alsbald wurde es geöffnet und Elschen schaute heraus. „ Wer is da?" fragte es. Hus dem Gerichtsfaal. § Wegen Anfreizung und Gewalttätigkeiten wurde der im Prozeß wegen Beleidigung des Kardinals Kopp angeklagt gewesene Redakteur des polnischen Blattes Gornoslonzat Anton v. Wolsti- Kattowiß von der Beuthener Straffammer neuerdings zu 450 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Aufreizung wurde in dem polnischen Gedicht„ Deo Boga"( 3u Gott) erblickt, welches vor einiger Zeit in der Sonntagsbeilage des genannten Blattes zum Abdruck gelangt war. In diesem Gedicht heißt es u. a.:„ daß die Polen in Todesfesseln stöhnten und ihre Stimme die von Sterbenden wäre; nachdem ihr Vaterland in vier Teile zerrissen wäre, befählen die Feinde, die Brüder niederzustechen. Die polnischen Greise und die Jugend würden hingemordet und die Unschuldigen von grausamen Henfern gepeinigt." Der Angeflagte sagte aus, daß das Gedicht auf Russisch- Polen gemünzt sei. Der Gerichtshof war aber mit dem Staatsanwalt der Meinung, daß es auf deutsche Verhältnisse anspiele, erkannte aber entgegen dem Antrage des Staatsanwalts, der auf drei Monate Gefängnis lautete, nur auf eine Geldstrafe, da es dem Angeklagten mildernde Umstände zubilligte. ,, Komm' noch mal' raus, Elsche," sagte der Bursche. " Du bist's, Hangcurt?" rief das Mädchen halblaut, wobet man ihm sein Erstaunen und seine Betroff. nheit anmerken konnte. Im nächsten Augenblick erschien es auf der Haustreppe, vor welcher Hangcurt es erwartete. Das Mädchen war im höchsten Maße betrübt über den Hangcurt und sein Treiben, oder vielmehr darüber, daß er auf solche Abwege geraten, sich mit dem Tiophel so weit eingelassen und mit seinen Eltern überworfen hatte. Es trauerte gewissermaßen um ihn, weil es ihn für„ halbverloren" hielt. " Hangeurt, was hast' denn vor?" fragte es, da eine unbestimmte Ahnung in ihm aufdämmerte,„ wo willste denn hin?" Nach Amerika--!" § Zum Erbschaftsstreit im belgischen Königshanse wird aus Brüssel gemeldet, daß die Gräfin Lonyay ganz sicher gegen das zugunsten ihres Vaters, des Königs Leopold, ausgefallene Urteil appellieren wird, selbst wenn sich die Gläubiger S Prinzessin Louise von Koburg dabei beruhigen sollten. Elschen mnßte sich an die Wandlehnen, um nicht umzusinken, als es diese Worte vernahm. Obgleich es den Hangcurt fast aufgegeben, so lebte tief in seinem Herzen, gerade wie bei jenem, immer noch die leise Hoffnung, daß doch schließlich alles zum guten Ende kommen werde. Diese Hoffnung wurde jäh geknickt durch die unerwartete plögliche Abreise des Burschen, dem es auch selbst da, als er sich schon auf Abwegen befand, immer noch so zugethan war. Nach Amerika?" hauchte das Mädchen mit gepreßtem Ton,- und so auf einmal?!" - Kleine Gerichtschronik. Graf Pückler wurde in Glogau wegen Beleidigung des Stationsvorstehers Jüttner zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. - Das Schwurgericht zu Lissa verurteilte den Förster Valentin Krupa wegen Ermordung des Försters Jarkulski zu lebenslänglichem Zuchthaus. Lokales. " 26. April 1904. * Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat dem Wasserbauaufseher Bauinspektor Wilhelm Becker zu Mainz den Charakter als Baurat" erteilt. Der Bauassessor, Bauinspektor Burkhardt Kaibel zu Bad Nauheim ist unter Belassung des Titels und Rangs eines Bauinspektors zum Technischen Assistenten bei der Badedirektion und dem Tiefbauamt Bad Nauheim ernannt worden. D * Der 4. Ausschuß der 2. Kammer hat auf den Antrag des Abg. Köhler und Genossen betr. die Sam melausgabe sämtlicher zur Zeit im Großherzogtum Hessen gültigen Geseze, Verordnungen etc. nach der Antwort der Großh. Regierung und dem Bericht des Abg. Dr. Frenay beschlossen: 1. Die Kreisämter anzuweisen, eine Zusammenstellung der z. Zt. für den Kreis maßgebenden Ausschreiben, Verfügungen etc. zu fertigen und zu veröffentlichen und diese Zusammenstellung von 10 zu 10 Jahren zu erneuern; Se2. in Erwägung zu ziehen, ob nicht ein besonderes Register zum Regierungsblatt herausgegeben werden fönne, in welchem nur die z. 8t. noch giltigen seße und Verordnungen aufgenommen sind und damit den Antrag Köhler und Genossen für erledigt zu ert cen. ** um das alljäh einsangehörige ratungen und gemütliche, m Lieder unter weiligen Pau und Ruplets fang& vorträge Leider mußter Bahn die Hei ** Gie manbber find Brigadeeyerzi 115er und 168 bie 116er bl laffung der § Die Abend auf ab, welche Aln 3 Uhr früh junge Leut fie am Ba befindlichen mals auf * 3 Lage in a Die Tagesordnung für die nächste Sigung der Stadtverordneten Versammlung Gießen am Freitag, den 29. April 1904, nachmittags 4 Uhr, ist folgende: 1. Beratung des Voranschlags für das Rechnungsjahr 1904. 2. Baudispense für a. Gail'sche Dampfziegelei, Ertfauterweg, b. Ruckstuhl und Fröhlich, Walltorstraße, c. Louis Hellmold, Weserstraße, d. Louis Hellmold, Steinstraße, e. Gebrüder Butt, Liebigstraße, 3. Beschaffung von Plättchen für die Klärbecken. § Infolge des ungarischen Eisenbahnerstreits werden seit gestern auf den preußisch- hessischen Stationen Sendungen nach Ungarn, Serbien, Bulgarien, Türkei 2c. nicht mehr angenommen. Die leeren Wagen der ungarischen, serbischen 2c. Bahnen sind in Deutschland anzuhalten und bis auf weiteres nicht zurückzusenden. * Delegierten- Versammlung. Sonntag versammelten sich die Delegierten der Wagenmeister des Bezirkts Frankfurt- Gießen im Pfälzer Hof" zu Gießen, " wurden geft fiftiert, wo ein Franzoi größere Anz Begleiter de lichen Kaffe werden. ** De bergerwald wurde ge Nupper wohnhaft $$ Gin die Stunden Wächters, d daß er den Nachtruhe d erschien. D über benah H. Da leider nicht der fünftler Herr Ritt bei aller sie und wohltli trogdem er zur Geltung ihm, sowohl Mascagnis Audbrud get tungsvoll bor und der Erfo ebenbürtig Flügel zur finnig wie übung ihre fämtlich oh Eine brillan fie ein und favori( F- du lend. Auch Leider fah un dazu fror ma wird gleich getragen habe ** * D Am letzten zu Gießen rabiaft mittags bon häuser de dialmitgliede " Ja," versette Hangcurt kurz, dem der Schmerz das Herz zusammenkrampfte. ,, Und fommst wohl gar nit wieder?" „ Niemals wieder," antworte e der Bursche, dem es jetzt eine gewisse Wonne bereitete, das Mädchen so letden zu sehen, weil er sich von ihm betrogen glaubte. Elschen erwiderte anfangs nichts. Seine Augen cuhten mit einem unbeschreiblich schmerzlichen Ausdruck auf dem Burschen. Endlich brachte es die Worte hervor, mühsam, gepreßt: uns." Dann wird also nun nichts drauß wer'n- aus „ Da wär' ja auch so nichts drauß geworden, wenn ich da geblieben wär'!" Das Mädchen erschrack ob der kalten bestimmten Ruhe, mit der Hangcurt diese Worte hervorstieß. Aber es war wie gelähmt; es vermochte noch nicht einmal die Frage zu stellen, weshalb denn nichts drauß geworden" wäre. " , Du weißt ja doch," fuhr Hangcurt fort,„ daß ich mit Burkhennersch Hannhenner nit wetteifern tann. Das weißte ja doch noch von der letzten Kirmek ber." Glschen ging ein Vicht auf. Allerdings, es fubite, daß es damals dem Burschen Grund zur Eifersucht gegeben. Allein, wie es stets bei Liebenden der Fall ist: derjenige Teil, welcher die Eifersucht erweckt, fühlt darin eine Wonne und erkennt nicht den Grad des Schmerzens mies derjenige, der von ihr gequält wird. Niemals aber hätte das Mädchen geahnt, daß der Schmerz von Hangcurt so tief empfunden würde, daß er deshalb sozu sagen freiwillig auf es verzichtete und sich selbst zum Austritt aus der Gemeinschaft der ehrbaren Dörfler verurteilte. ( Forts. foldt.) Gießen und Don 34 Be erschienen. den in diefe bandstag. den Vereine Delegierter und als S wählt. ** * Kö in das Prov 28. April in born mitta 3 Uhr, in 2 Den 29. Apr Beidarts hausen mitt f Herr Defo führer: Herr Die berwertung in Fortschritte. fchaftlichen Ger Bestehens die Landwirtschaftli als feine au Birtaversammlu Oberbeffen noch nicht in zu Grünber fchaften in der bach, Muf des Verbandes al. wurde der im Stopp geflagt Gornelongat er Stramer teilt. Suf Deo Boga er Sonnt langt war, Bolen in 2 terbenden mare, befa Die polnij et und die t." Der Un Bolen geinin Staatsanwalt& nipiele, erfam Its, der auf d Beldstrafe, da igie. shanse wird a anz ficher geg old, ausgefalle e Glaubiger n sollten. urde in Gloga üttner zu 50 ilte den Först Sriters Sartul April 1904 ßherzog helm Becker .- Der zu Bad Nau es Bauinspetto rektion und den uf den Antrag ammelaus Heffen gültig ort der C enay beschl Bufammenstellung Den Ausschreiben, u veröffentlig zu 10 Jahre ein besonderes gegeben werden och giltigene find für erledigt te Sigung der Gießen am 4 Uhr, ist fol das Rechnungs Bail'sche Damp röhlich, Walltor Louis Hellmold 3. Beschaffung erftreits w en Stationen ien, Türkei der ungarischen, nzuhalten und Am legten r Wagenmeifter Hof" zu Gießen, In der Schm ?" r Bursche, d Das Mädchen etrogen glaub zlichen Ausdr . Seine Aug Die Worte herbo ß wer'n- au geworden, wen alten bestimmt erborities. Ab nicht einmal d brauß geworden curt fort, nit wetteifen von der lette rdings, es fu zur Eifersucht nden der Falli ft, fühlt darin ein Schmerzens wi Niemals ab Der Schmerz aß er deshalb fo d fich felbft zu ba ehrbaren Dorf ( Fort. foll um das alljährliche Stiftungsfest zu feiern. Etwa 50 Vereinsangehörige fanden sich ein. Nach Schluß einzelner Beratungen und Vorschläge verlief die Diskussion in eine recht gemütliche, wobei aus dem bestehenden Vereinsheft mehrere Lieder unter Klavierbegleitung abgesungen wurden. Die jeweiligen Pausen wurden durch ansprechende Klaviervorträge und Kuplets ausgefüllt, auch einige sehr ansprechende Gesangsvorträge erhöhten die heitere Stimmung der Anwesenden. Leider mußten um 9 Uhr die meisten Teilnehmer mit der Bahn die Heimreise antreten. * ** Gießen. Anläßlich der diesjährigen Herbstmanöver findet vom 27. August ab bei Steinbach das Brigadeererzieren der 49. Infanteriebrigade statt. Die 115er und 168er werden in und um Steinbach einquartiert, die 116er bleiben in der hiesigen Kaserne. Die Entlaffung der Reservisten ist ant 26. September. § Die Freiwillige Gail'sche Feuerwehr hielt gestern Abend auf Oswaldsgarten in Gießen eine lebung ab, welche sehr eraft ausgeführt wurde. A Unfug. In der Nacht auf Montag gegen 3 Uhr früh wurden zu Gießen von 2 Schußleuten 5 junge Leute( Megger und Schlosser 2c.) betroffen, daß sie am Bahnübergang am Schiffenbergerweg die dort befindlichen Schlagbäume in unbefugter Weise mehrmals auf und herunterzogen. ** Zwei Fremde, welche sich schon mehrere Tage in auffallender Weise in Gießen umhertrieben, wurden gestern von einem Schuhmann auf die Polizeifistiert, wo festgestellt wurde, daß einer von denselben, ein Franzose, gebettelt hatte. Dieselben hatten eine größere Anzahl erbettelte Pfennige im Besize. Dem Begleiter des Franzosen und Besitzer der gemeinschaftlichen Kasse fonnte leider das Betteln nicht nachgewiesen werden. ** Der Täter, der am Donnerstag im Schiffenbergerwald eine Dame in unfittlicher Weise anfaßte, wurde gestern Abend verhaftet. Derselbe ist von Ruppertenrod gebürtig, seit einem Jahre hier wohnhaft und bereits mit 1 Jahr Zuchthaus vorbestraft. §§ Ein junger Mensch, Arbeiter von Beruf, gedachte die Stunden eines beim städtischen Kanalbau beschäftigten Wächters, dadurch etwas abwechselungsvoller zu gestalten, daß er den Mann insultierte. Außerdem störte er die Nachtruhe derart, daß die Nachbarschaft an den Fenstern erschien. Den ihn zurechtweisenden Schußleuten gegenüber benahm er sich äußerst renitent. H. Das gestrige Rittershaus- Konzert war leider nicht ganz so gut besucht, wie es die Veranstalter und der fünstlerische Wert des Gebotenen eigentlich verdient hätten. Herr Rittershaus ist ein vollendeter Sänger und das bei aller sieghaften Stärke und hinreißenden Kraft so weiche und wohlflingende Organ des Künstlers tam gestern Abend, trotzdem er mit einer Indisposition zu kämpfen hatte, schön zur Geltung. Die Biegsamkeit seiner Stimme gestattet es ihm, sowohl die von südlichem Feuer durchglühten Lieder Mascagnis und Verdis, wie auch die meist von wuchtigem Ausbruck getragenen Arien aus Wagner- Opern gleich wirtungsvoll vorzubringen, er versteht seinen Gesang zu beseelen und der Erfolg war denn auch ein voller und ehrlicher. Als ebenbürtig stand ihm Frl. Marie Kleinhanns am Flügel zur Seite. Sie begleitete die Lieder ebenso feinsinnig wie verständnisvoll und erwies sich auch in der Ausübung ihrer Programmnummern, welche die Künstlerin Sämtlich ohne Noten spielte, als reichbegabte Pianistin. Eine brillante Technik, graziöse Auffassung nehmen sofort für fie ein und die mitunter schwierigen Aufgaben, wie Andante favori( F- dur) von Beethoven, bewältigte sie scheinbar spies lend. Auch Frl. Kleinhanns erntete herzlichen Beifall. Leider sah unser Musentempel gestern geradezu prosaisch aus, dazu fror man wie in einem Eisfeller und mancher Besucher wird gleich Herrn Rittershaus eine Indisposition" davongetragen haben. * - ** Der Bezirk Gießen der Kriegertame- radschaft, Hassia" hielt am vorigen Sonntag, nachmittags von 3 Uhr ab, im Saale des Lenz'schen Felsenkellers zu Gießen unter der Leitung des Bezirksvorstehers Bruchhäuser den Frühbezirkstag ab. Dazu waren die Präsidialmitglieder vom Hassiaverband, Landgerichtsrat SandmannGießen und Medizinalrat Dr. Vogt- Gußbach, die Vertreter von 34 Bezirksvereinen und eine Anzah Vereinsmitglieder erschienen. Die Verhandlungen drehten sich hauptsächlich um den in diesem Sommer in Groß- Umstadt stattfindenden Verbandstag. Einem Antrag über Erhöhung der Beiträge von den Vereinen zum Landesverband wurde zugestimmt. Als Delegierter wurde der Bezirkevorsteher Bruchhäuser- Gießen und als Stellvertreter Bürgermeister Leun- Gr. Linden gewählt. *** Körtermine zwecks Aufnahme der Zuchttiere in das Provinzial- Herdbuch finden statt: Donnerstag, den 28. April in Lauter vormittags 10 Uhr, in Queckborn mittags 12 Uhr, in Göbeln rod nachmittags 3 Uhr, in Belters hair nachmittags 1/25 Uhr; Freitag, den 29. April in Grünberg vormittags 8 Uhr, in Weickartshain vormittags 1211 Uhr und in Stockhausen mittags 12 Uhr. Vorsitzender der Körkommission ist Herr Dekonomierat Hoffmann Hof- Güll, Geschäftsführer: Herr Landwirtschaftslehrer Schwarz in Alsfeld. *** Die Organisation der genossenschaftlichen Getreideberwertung im Großherzogtum Hessen macht neuerdings Fortschritte. Nachdem der Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften bei der Feier seines 25 jährigen Bestehens die Frage des genossenschaftlichen Verkaufs der landwirtschaftlichen Felderzeugnisse, insbesondere des Getreides, als seine Hauptaufgabe bezeichnet und in verschiedenen Be zirksversammlungen hierfür Bropaganda gemacht hatte, sind in Oberhessen neben der bereits seit 1900 bestehenden, aber noch nicht in Betrieb befindlichen Kornhausgenossenschaft zu Grünberg in diesem Jahre weitere derartige Genossenschaften in der Wetterau und zwar in Alsfeld, Wohnbach, Muschenheim und Hungen unter Mitwirkung des Verbandes ins Leben gerufen worden. Auch in anderen Orten der Provinz Oberhessen sind die vorbereitenden Schritte für weitere Gründung derartiger Genossenschaften im Gange. Bei Errichtung der Lagerhäuser wird der Kostenersparnis halber gemeinsam vorgegangen werden und veranstaltet der Verband in dieser Hinsicht genaue Feststellungen über die von den Mitgliedern der einzelnen Genossenschaft mit Getreide bestellte Gesamtfläche und die hiermit verwandten Fragen, um die Lagerhäuser den wirklichen Größenverhältnissen entsprechend ausführen zu können. ** Besizwechsel. Die Firma Stein& Meyer verkaufte am vorigen Samstag das frühere Kazenstein'sche bezw. F. Löber'sche Anwesen an der Verlängerung der Ludwigstraße in Gießen in der Nähe der Attienbrauerei für den Preis von 155 000 Mt. an die Firma Abermann & Kling. Das Gelände hat einen Flächenraum von 48 000 Quadratmeter. Vor ca. 8 Jahren ging dasselbe Anwesen für den Preis von nur 46000 Mt. in anderen Besitz über. *** Zur Brückeneinweihung in Mainz. Im Laufe dieser Woche wird in Mainz eine fieberhafte Tätigkeit sich entwickeln. Das Ufer wird geschmückt, Fahnenmasten werden an dem lang hingestreckten Ufer aufgestellt, die wahrscheinlich durch Guirlanden verbunden werden. Es steht jetzt fest, daß die Fahrt der Festschiffe bis zur alten Eisenbahnbrücke, also der ganzen Stadt entlang, geht. An der Brücke wenden die Schiffe und fahren bis Biebrich zu Tal, wo der Kaiser an Land geht, um per Wagen nach Wiesbaden zu fahren. Die Einladungen zur Einweihungsfeier gehen von der Einladungen zur Einweihungsfeier gehen von der Cisenbahndirektion aus. Es werden nur sehr beschränkte, streng personale Einlaßkarten zum Festplag am Brückentopf ausgegeben werden, von denen schon ein Teil nebst einem Situationsplan zur Versendung gekommen ist. Die geladenen Herren fahren im Extrazug vom Zentralbahnhof nach dem Brückenkopf, während die Damen das eine Festschiff nicht verlassen, sondern von dort aus dem Einweihungsakte beiwohnen. Die Kaiserin trifft am Samstag in Karlsruhe mit ihrem am gleichen Tage per Gotthardbahn aus Italien zurückkehrenden Gemahl zusammen. Die Ankunft erfolgt am Sonntag zur Einweihungszeit, nachdem der Großherzog sich in Bischofsheim angeschlossen hat, der auch von seiner Aegyptenreise am Samstag heimgekehrt ist. = Zur Ausübung eines Bubenstreiches der gewöhnlichsten Art glaubten zwei Gießener hoffnungsvolle Früchtchen die Nacht vom vorigen Samstag auf Sonntag ausnüßen zu müssen. Die Burschen drangen in eine am Ludwigsplatz gelegene Hofraithe ein und machten dort ihrem Zerstörungsdrang dadurch Luft, daß sie die eisernen Deckel zweier im Durchgang zwischen Wohn- und Wirtschaftsräumen befindlichen, 4/2 Meter tiefen Schächte aushoben. In den einen der Schächte warfen sie einen Lorbeerstrauch nebst Kübel, mährend sie dem anderen einen der Deckel einverleibten und dadurch ein im Schacht befindliches Abzugsrohr zerstörten. Glücklicherweise wurden die Herrchen von zwei den betr. Bezirk abpatrouillierenden Schußleuten erwischt und dürften, in Anbetracht der Folgen, welche dieser leichtsinnige Streich hätte haben fönnen, wohl einer exemplarischen Strafe entgegensehen. A Grünberg, 26. April. Der hiesige Musikverein wird am nächsten Sonntag, den 1. Mai, eine Parthie nach dem Stadtwald( Distrikt Bobenhäuser Kopf) unternehmen. Der Abmarsch mit Musik soll um 1/23 Uhr erfolgen und ist bei günstigem Wetter eine starke Beteiligung, die dem Verein nur Ehre macht, vorauszusehen. Ist doch der junge Verein bestrebt, die Teilnehmer im Wald durch Veranstaltung eines Konzertes aufs beste zu erfreuen. Es soll dies gewissermaßen ein Beweis der Dankbarkeit sein für die dem Verein seitens der Grünberger Bewohner entgegengebrachte Sympathie. Auch die tanzlustige Jugend soll auf ihre Rechnung tommen, und zwar wird zu diesem Tärzchen die Weickartshainer Musikkapelle ihre fröhlichen Weisen erklingeu lassen. A Grünberg, 26. April. Nächsten Sonntag, den 1. Mai, veranstaltet der hiesige Kirchengesangverein in der Turnhalle eine Abend Unterhaltung, verbunden mit der 25 jährigen Stiftungsfeier. Das Arrangement liegt wieder in bewährten Händen, sodaß den Besuchern ein gennßreicher Abend bevorsteht. Außer dem Vortrag von einigen gemischten Chören, Frauenchören, Sologesängen und Musikvorträgen gelangt auch das reizende Singspiel Das Lorle" zur Aufführung. Wir wünschen dem Verein ein volles Haus. ▲ Grünberg, 26. April. Der„ Gasthof am Bahnhof" ( früher Dr. Diefenbach'sche Grundstück) ist gestern durch Kauf in den Besitz des bisherigen Bächters, Herrn A. Allendorf, übergegangen. Als Kaufpreis werden uns 36000 Mart genannt. > Homberg a. d. Ohm. Letzten Sonntag Vormittag fand in der Sonntagszeichenschule die Verteilung der Gesellenbriefe an die diesjährigen Prüflinge statt. An der Prüfung hatten 12 Lehrlinge teilgenommen, nämlich 2 Schmiede, 1 Schlosser, 1 Weißbinder, 1 Mezger, 1 Wagner, 1 Maurer, 1 Schuhmacher, 1 Spengler und 3 Schreiner. Hiervon erhielten 2 die Note sehr gut", 7„ gut“ und 3 genügend". A Weidartshain, 26. April.( Plößlicher Todes. fall.) Am Sonntag Abend wurde die in den 60er Jahren stehende Frau des Landwirts Melchior vom Schlage getroffen und war am Montag Morgen eine Leiche. Der Familie wird die größte Teilnahme entgegengebracht. * Kirch- Göus. Lehrer Diehl wurde von hier nach Worms versetzt. ** Aßlar( Kr. Wetzlar). Eine Kuh des Landwirts Löll warf 3 lebende Kälber. Braves Vieh! Eberstadt, 26. April. Einen gräßlichen Fund machte vorgestern Mittag eine hiesige Frau. Beim Aufschmücken eines Grabes auf hiesigem Friedhofe ententdeckte sie auf demselben die Leiche eines neugeborenen Kindes, das etwa 10 Zentimeter unter der Erde verscharrt war. Die gestern hier gewesene Untersuchungsfommission fonstatierte, daß das Kind erst seit wenigen Tagen dort liege und lebend zur Welt gekommen sei. * ** Wezlar, 24. April. Der Gastwirt Bersch fing in der Lahn eine Barbe von 11 Pfd. Eine Seltenheit. Frankfurt, a. M. 25. April. Der Frff. 3tg." wird mitgeteilt, daß die Verhandlungen gegen die Raubmörder Groß und Stafforst am 17. Mai stattfinden sollen. ** Darmstadt, 25. April. Der nach gemachten Unterschlagungen flüchtig gewordene Bankier Schade ist heute morgen bei St. Goarshausen als Leiche aus dem Rhein gelandet worden. *** Vom Rhein. Der Salmfang oberhalb der Loreley war in letzter Zeit sehr ergiebig. Bei der Versteigerung wurden unter Anderen 3 Salme, ein Gesamtgewicht von 70, Pfd., mit 169.75 Mt. bezahlt. Aus Franken, 25. April.( Kluge Bayern.) Die Straffammer in Schweinfurt hatte die Kaufmannsehefrau Betty Stein aus Flatow, die während ihres Kuraufenthaltes in Bad Kissingen bei ihren Einkäufen in den Geschäften der Badestadt lange Finger gemacht hatte, zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Auf ihr Gnadengesuch an den Prinzregenten von Bayern wurde der ostelbischen Diebin der Bescheid, daß sie die Freiheitsstrafe abwenden könne, wenn sie dem bayerischen Staatsfäckel 12000 Mt. preußisch Courant einverleibe. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Mittwoch, 27. April 1904. Beitweise windig, zeitweise wolkig, etwas wärmer, trocken. den Näheres durch die Gießener Wetterfarte. Marktberichte. Gießen, 26. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per fb. 1.00-1.20 wt., Hühnereier 2 Stüd 12-12Pfg., Enteneter St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar r. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stid 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 60-72 Bfg. Schweinefletsch gesalzen per fund 0.76 Bfa., Kalbfleisch per Pfd. 62-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfa., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mr., Zwiebeln per 3t. mf. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Vfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhanpt nicht, und während der ersten dret Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. E8 Frankfurt a. M., 25. April Fruchtmarkt, notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiaer und Wetterauer Mt. 17.00-17.10, furhessischer Mr. 17.10-17.20 Roggen, hiesiger Mt. 13.75-14 00, russischer Mt. 14.30-14.60. Gerste, hiesige Mr. 15.50 bis 15 75, Pfälzer Mr. 15.75 bis 16.00, fränkische Mr. 15.70-15.90, Riedgerste Mt. 15.70 bis 16 00, Hafer, hiesiger und Wetterauer Mt. 12.75-14.00, furhessischer Mt. 13.00-14,25, bayrischer Mr. 12.75-14 25, Mais, Mixed Mt. 11.50-12.10. Alles pro 100 Kilo ab hier. Mehl unverändert. Es notierten nach Qualität: Weizenmehl hies. O, Mt. 26.00-26.50, feinere Marken f. 28.50-30.00, hiesiges Nr. 1, Mr. 24.00 bis 24.50, feinere Marken Mr. 26.00-26.50, hiesiges Nr. 2, Mt. 23.75-24.25, feinere Marken Mt. 25.25-25.75, hiesiges Nr. 4, Mr. 20.25-20.75, feiner Marken 20.00-20 50, Roggenmehl, hiesiges, 0, Mr. 22.0022.50, do. 1, Mr. 19.50-20.00, do. 2, Mt. 15.00-16.00, Alles per 100 kilo inkl. Sac. Futterartikel rubig. Weizenschalen Mr. 450-455, Weizenkleie Mt. 4.40-4.50, Roggenkleie Mt. 4.80-5.00 Weizenfuttermehl Mt. 6.50-7.25, Biertreber, getrocknet M. 4.40 b. 4.50, Malzkeime 4,10-4.20, Rapskuchen 5.30-5,70, Palmkuchen 5.10-5.20 mt. Alles per 50 Kilo. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 483 Ochsen, 49 Bullen, 680 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 210 Kälber, 149 Schafe und Hämmel, 1628 Schweine, 1 Ziegen, 5 Ziegenlämmer. Bezahlt wurde für 50 kilo Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mr. 71-73, b) funge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mr. 64 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 59-62, d) gering genährte jeden Altecs Mr. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 61-63, b) mäßig genährte jüngere und Kühe gut genährte ältere Mr. 58-60, c) gering genährte Mt. und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes mr 61-63, b) bolls fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mf. 58-60, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 45-47, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 42-44, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt.-. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-'( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 85-88 Pfg.( Lebendgewicht) 51-53 fg., b) mittlere Maft- und gute Saugfälber( Schlachtgewicht) 80-84 Bfg.,( Lebendgewicht) 48-50 Pfg., c) geringe Saugfälber 64-66 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 70-72 Pfg., b) ältere Masthämmel 58-62 Pfg., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 53 Pfg.,( Lebendgewicht) 42 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 51 Pfg.,( Lebendgewicht) 41 Bfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 44-46 Pfg., Lebendgewicht, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, Kleinvieh gut, Markt geräumt. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Julius Fischer Giessen, Schulstrasse 6. 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Die Garten- und Feldbesitzer hiesiger Gemarkung werden darauf aufmerksam gemacht, daß das Werfen und Verbringen von Steine und Unkraut 2c. auf die Wege und Gäßchen, sowie jede Verunreinigung derselben berboten ist. Die Feldpolizei ist angewiesen, jede Zuwiderhandlung zur Anzeige zu bringen. Grünberg, den 23. April 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Bekanntmachung. DerDas Abladen von Bauschutt, Steine ze. auf dem Platz am Trockenhain ist bei Strafe verboten. selbe ist hinfort in die Lehmfaute zu verbringen. Grünberg, am 23. April 1904. Großh. Bürgermeisterei Grünbarg. 3immer. Bekanntmachung. Die am 7. d. Mts. angeordnete Sperre der Walltorstraße zwischen Brau- und Brandgasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. April 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Gelände- Verpachtung. Donnerstag, den 28. April 1904, nachmittags werden die der Stadt und der Plockischen Stiftung bet der Feldbereinigung rechts der Lahn zugefallenen Grundstücke: Flur 38 Nr. 173 984 qm 38 102 388 " " " 38 176 5875 " " " 38 1 3288 " " " 38 107 6864 " auf die Dauer von 6 Jahren an Ort und Stelle meistbietend verpachtet. Die Zusammenkunft ist nachmittags 2 Uhr an der Pulvermühle. An demselben Tage nachmittags 5 Uhr werden am unteren Riegelpfad in der Nähe der Ebelstraße drei kleine Grundstücke auf unbestimmte Zeit verpachtet. Gießen, 25. April 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Berdingung Die Herstellung einer Drainage- Anlage soll öffentlich vergeben werden und ist Termin hierfür auf Samstag, den 30. d. Mts., vorm. 11 Uhr anberaumt. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 25. April 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Haug Bitten Boonekamp Underberg H.Undenkola- Amrecht. Sen H.UNDERBERG- ALBRECHT emper idem, Fabrikation alleiniges Geheimniss der Firma: Unentbehrlich für jede Familie! Underberg Boonekamp Anerkannt bester Bitterlikör! Gegr. 1846. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. Man verlange audrackilo: Underberg- Boonekamp. 24 Preis- Medaillen! Für Bäcker! ୦୦୭୦୯ Brotpreis- Formulare hält stets am Lager die Expedition. GO Weißbrot Schwarzbrot " 2 3 Kornbrot Pig. 26 52 24 48 72 22 44 Der auswärtigen Bäcker: 1 Weißbrot bei Georg Dern II. Gr. Linden W. Steinmüller Witwe( Langgöns.) 23 24 Heinrich Weber( Heuchelh.) W. Fabel Wiesec W. Weitzel Langgöns u. 2. Steinmüller Gr. Lind. 25 Karl Post, Wiesec W. Leir: KleinLinden 26 2 " Dern II., Gr. Lind. u. Louis Süßmuth Steinberg 46 W. Steinmüller Wwe Langaöns) 48 W. Fabel Wieseck W. Weitzel, Lang= Göns JakobAppel, Krofdorf, Heinrich Weber Heuchelheim 2. Steinmüller ( Gr.: Lind.) Karl Post, Wieseck 50 u. W. Lein KleinLinden 52 1 Schwarzbrot bei Georg Dern 2 " " II. Gr. Linden 21 W Steinmüller We W. Weigel, Lang= Gönd, Steinmüller Gr. Linden Heinrich Weber, Heuchelheim, Ferd. Weiß, Grüningen 22 W. Leir KleinLinden 24 Dern II. Gr. Lind. u. Louis Süßmuth, Steinberg 42 L. Steinmüller ( Gr. Linden) W. Steinmüller Wwe. Langgöns, Heinrich Weber, SchulSchirme fabrizieren wir extra folid. Kinder- Schirme in allen Preislagen. Preise ohne Konkurrenz. Caffeler Schirmfabrik Giessen, Seltersweg 9. Turnschuhe bei L. Süss Marktstr. 9 u. Wettergasse. Turnvereine Rabatt! Heuchel- Als Stütze der Hausfrau heim, W, Weitzel Lang- Göns, tarl Post und Ernst Christ Wieseck, Karl Svamer, Reiskirchen und Ferdinand Weiß. Grüningen, Gift. Jakoby, Alten: Buseck 44 J. Appel, Krofdorf46 M. Lein, KleinLinden 48 21/2 bei Louis Süßmuth " Steinberg 52 3 W. Fabel und H Karl Post, und E. 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" Shr meint, mit schlautem er könnte wegatmas gehört oder bemerkt he " Je nun, wenn er gar to Ichlau it, wie hr sagt, dann EINST UND JETZT Str. 92. Dienstag, den 26. April. sche Fan 1904. eten enen Osen er Füge ten I essen, ,, Wenn er Augenblinzeln. wiederkehrt!" bemerkte ich mit schlauem Dickson starrte mich an." Ihr meint, er könnte wegbleiben? Für immer?" " Je nun, wenn er gar so schlau ist, wie Ihr sagt, dann wird er auch schon etwas gehört oder bemerkt haben, was ihm als Warnung dienen konnte, und vielleicht hat er genug." Dickson schlug mit der Faust auf den Tisch, daß es dröhnte. Er sprang auf.„ Kommt mit!" rief er. ,, Wohin?" " Zu den anderen. Wir müssen Beratung pflegen. Ihr seid unser Mann." Eilig verließen wir die Konzerthalle. In einer elenden Spelunke trafen wir die anderen. Meine eben ausgesprochene Vermutung, daß Fielding vielleicht gar nicht mehr wiederkehren werde, traf alle wie ein Donnerschlag. Eine schwüle Stimmung griff Plaß. Fielding fort, weil er genug" hatte der Gedanke war allen unerträglich! Denn was heißt in der Diggersprache„ genug"? Zentner Goldes wiegen dieses eine Wort nicht auf. Man fragte einander, nach welcher Richtung er sich gewendet. Niemand wußte es. Man schien geneigt, ihm nach zueilen und den vermeintlichen Schatz ihm abzujagen. ,, Er kann ihn nur wo in der Nähe vergraben haben," meinte Burlington, und jetzt eben setzt er vielleicht den Spaten an, um ihn ganz und gar für immer aus unserem Bereich zu bringen." Indem wurde die Tür aufgerissen. Ein bleicher, abgehetzter Mensch stürzte herein. " Ich habe ihn!" schrie er uns an. " Was, den Schatz?" rief es aus vielen Kehlen zugleich. " Nein, aber die Fährte des Schaßräubers!" tönte es triumphierend zurück." Folgt mir schnell, und wir körnen ihn noch überholen. Er war eben noch einmal heimlich ins Lager zurückgekehrt. Ich belauschte ihn und folgte dann eine Strecke Wegs auf seiner Fährte. Ich sage Euch, er stahl sich fort, wie einer, der nicht gesehen sein will. Er ist zu stark für mich, und so jagte ich zurück, um Hilfe zu holen." Das war der Funken ins Pulverfaß. Wir stürmten fort, hinaus in die Nacht, wie eine wilde Meute auf der Fährte des Wildes. Der Mond war eben über die Berge gestiegen, und diesen strebte unser Führer zu. Wir folgten in großer Erregung. Die Messer wurden fester angefaßt, die Revolver hastig geprüft. War Fielding im Besize des Schatzes, dann würde er ihn mit seinem Leben verteidigen. Das stand bei allen unzweifelhaft fest. Je weiter wir kamen, desto vorsichtiger mußten wir uns bewegen. Die Berge schlugen ihren schwarzen Schatten mantel um uns her. In einer ihrer tiefen Spalten mußte der Verfolgte sich verbergen. Wir fanden Spuren, denen folgten wir. Endlich fanden wir Fielding selbst. Er wanderte vor uns her, rüſtig und schnell wie einer, der noch einen weiten Weg zu machen hat. Nun konnte er uns nicht mehr entgehen! Es war eine ermüdende Wanderung, voller Beschwer= nisse. Endlich stieg Fielding in einen versteckten Talkessel hinab, aus dem es keinen Ausweg mehr gab. Wir waren am Ziel. Wir erreichten ungefährdet den Grund der Schlucht und ſpähten hinab. Die Nacht schien mit Fielding hinunter gestiegen. Um die Gipfel dämmerte der Tag- vielleicht sein letter. Die Talwand war mit Buschwerk bedeckt. Das erleichterte uns den Abstieg. Fielding spähte umher. Dann, als alles still blieb, näherte er sich einer Stelle, an welcher ein kleiner Hügel aus der Erde hervorwuchs. Da ließ er sich auf die Knie nieder. Das war der geeignete Augenblick. Im nu war er umringt. Blißartig zuckten die Messer um ihn her.„ Schaßräuber! Heraus das Geld, das du hier verborgen hältst!" schrieen alle ihn an. Ich hielt mich etwas zurück, um zu sehen, was daraus werden würde. Fielding sprang auf seine Füße. Er war unbewaffnet. Leichenblässe bedeckte sein Gesicht. Er starrte uns an wie jemand, der an das, was er hier sieht, nicht zu glauben verIhr hier?!" stieß er dann kenchend hervor. mag. ( Schluß folgt.) EINST UND JETZT Der hohle Schlüffel. Der französische Dichter Demoustier hatte ein neues Drama vollendet und wohnte der ersten Aufführung desselben in einer Loge bei, die er mit einem jungen Unbekannten teilte. Das Stück geht in Szene, fällt aber von Akt zu Aft mehr ab, und am Schluß ertönt statt des dröhnenden Applauses hier und da ein abfälliges Zischen. Der Nachbar Demoustiers in der Loge ist über das Stück selbst wie über dessen miserable Aufführung entrüstet und ruft aus:„ Abscheulich! Elend! Jämmerlich! hätt' ich einen hohlen Schlüssel, wie wollt' ich pfeifen!" Da greift Demoustier in die Tasche und gibt lächelnd dem andern einen Schlüssel:„ Hier, mein Freund, ist ein hohler Schlüssel. Nun pfeifen Sie nach Herzenslust!" Der pfeift denn auch gehörig. Da tritt in der Loge ein ein dritter, der auf den Dichter zugeht und bedauernd sagt: ,, Mein lieber Demoustier, ich bin entrüstet über die entsetzliche Aufführung Ihres herrlichen Werkes" da wird es dem Pfeifer klar, von wem er den hohlen Schlüssel empfing, und er bittet flehendlich um Entschuldigung. Demoustier klopft ihm liebenswürdig auf die Schulter: Lassen Sie gut sein, mein Lieber, ich freue mich, in Ihnen einen so vorzüglichen Kunstverständigen kennen gelernt zu haben. Damit Sie sehen, daß ich Ihnen nicht zürne, bitte ich Sie, morgen bei mir zu speisen." Der junge Mann erscheint pünktlich und ist entzückt von der Liebenswürdigkeit ſeines Wirts. Nach Schluß des Mahls geht der Gast auf Demoustier zu und sagt ihm, indem er ein dickleibiges Manuskript hervorholt, er sei auch dramatischer Dichter und bittet nun, Demoustier möchte doch die Güte haben, sein neuestes Opus einmal zu lesen. Dieser wirst sich in einen Sessel und liest mit bewundernswürdiger Ruhe sämtliche fünf Akte durch. Der Verfasser beobachtet mit höchster Spannung Demoustiers Züge- endlich ist er fertig! Dem Jüngling klopft das Herz hörbar, Demoustier aber spricht mit würdiger Ruhe:„ Können Sie mir nicht einen hohlen Schlüssel leihen?" Bunte Blätter. Ein gutes Wort Moltkes wurde bei Gelegenheit der Vermählung des berühmten Malers Franz von Lenbach mit der jungen Gräfin Moltke, einer Verwandten des Feldmarschalls, von diesem gesprochen. Die junge Frau war ein viertel Jahrhundert jünger als ihr Mann, und die Tatsache wurde bei der Hochzeitstafel von einem der Gäste mit jenem wohlwollenden Bedauern vorgebracht, welches nun einmal die Eigenschaft mancher getreuen Nachbarn und desgleichen ist. Der große Sd lachtendenter erwiderte auf diesen Einwand nur lächelnd:„ Ein großer Künstler hat für eine junge Frau nie mehr als dreißig Jahre." Blasiert. Ein bekannter Romanschriftsteller hatte das Malheur, das sein neuestes Theaterstück, wie mehrere seiner Vorgänger ( man kann ein vorzüglicher Erzähler und ein schlechter Dramatiker ſein) in Berlin und nicht sagen wir, nicht verstanden wurde. Da äußerte der gefeierte, sich oft ein wenig blasiert gebärdende Romancier, als er die Zeichen des Nichtverständnisses seines Fünfakters sehr deutlich um sich hörte, die gedenkwürdigen Worte: „ Berlin hat mich so oft gelangweilt, daß ich mich jetzt revanchiere.“ Malitiös. Ein Adjutant Napoleons I. hatte die Manie, Verse zu machen und sie seinen Freunden vorzulesen. Eines Tages las er Herrn von Talleyrand ein neues Gedicht vor: sie standen im Tuileriengarten auf der Terrasse, in einiger Entfernung saß ein Mann auf einer steinernen Bank, der zufällig gähnte.- „ Siehst du," sagte Talleyrand zu dem Dichterling und zeigte auf Den Gähnenden, ich habe dir's immer gesagt, du- läſeſt zu laut!" Diplomatic. Der englische Miniſter Robert Walpole hatte eine eigene Methode, seine Meinungen in der Kammer zur Geltung zu bringen. Er lud nämlich in einem solchen Falle die Mitglieder, deren Stimmen unsicher waren, zur Tafel, wo es nicht nur treffliche Gerichte, sondern auch gute Weine gab. Auf die Frage eines Freundes, weshalb er die Kehlen der Gäste so stark nezze, antwortete der schlaue Minister:„ Ich ahme darin dem Korbmacher nach, der seine Weiden, um sie geschmeidig zu machen, auch stets gründlich anfeuchtet." Nr. 92. Dienstag, den 26. April. 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Sand and Bering ber Stapones Berlagskundevei, vorm. BUH. Rellerfes Duruderet( gogz. 1788); suzante 1. Fortsetzung. Iwan der Schreckliche. Original- Roman von Hans Hoffmann. „ Da hast aber gar keinen Schauder vor ihm zu haben, Mutter; ich habe dir zehmal gesagt, er ist ein ganz guter, stiller, bescheidener und sogar schüchterner Mensch „ Aber er sieht doch aus wie in Menschenfresser! Das kannst du nicht leugnen, Lenchen; denke doch, wenn er seine Augen macht! Auf dem Gewissen muß er jedenfalls etwas haben, dabei bleibe ich!" Tu mir den einzigen Gefallen, Mutter, solchen Unsinn nicht zu glauben. Stelle dir nur immer vor, wie höflich er zu dir ist und wie er den Kindern im Keller nebenan immer Bonbons mitbringt und ihnen dann Augen macht, selbst die reinen Bonbons, und wie er freundlich mit seinem Hündchen umgeht " Ja, das weiß Gott, das greuliche Tier verwöhnt er ſchon mehr, als erlaubt iſt. Das mußt du ſelbſt ſagen, Lenchen, so darf man eigentlich ein Vieh nicht behandeln, reinweg wie ein Kind! Ich habe sogar gesehen, daß der Köter ein ganze Weile auf des Herrn Doktors Bauch gelegen hat, als beide ihren Mittagsschlaf hielten. Das ist doch nicht recht! Das nenne ich Verhätscheln! So etwas habe ich doch dir nicht einmal gestattet, und du warſt immer mein Kind und nicht mein Hund." „ Das ist nun einmal eine Eigenheit von ihm- Molly! Komm doch' mal heraus, Mollychen!" rief Helene. Doch der sanfte Lockruf verhallte erfolglos. Siehst du, Lenchen," sagte die Rechnungsrätin, das Sofakissen geradeſtellend, parieren tut er auch nicht, ganz und gar nicht. Aber auch seinem eigenen Herrn pariert er nicht. Und das muß ich sagen, das ist mir wirklich merkwürdig. Denn man sollte meinen, dieſem Mann müßte jeder Mensch gleich aufs Wort gehorchen; ja, wahrhaftig, wenn er mir etwas befehlen wollte, ich flöge nur so, solche Furcht hätt ich vor seinen Augen und so ein Vieh nimmt sich's heraus und iſt obſtinat. Siehſt du, das begreife ich einfach nicht!“ " Ich begreife das sehr leicht: ich sage dir ja, weil er viel zu gut ist. Ihm braucht niemand zu gehorchen, wer's nicht freiwillig tut, zwingen wird er niemand mit Gewalt. Darum iſt ihm der Hund über." Renchen, Lenchen, du hörst wieder das Gras wachsen und willst flüger ſein als deine alte Mutter und die anderen Leute, die alle vor dem Herrn Doktor Respekt und die richtigste Angst haben! Ich will dir aber sagen, woran das liegt, das mit dem Hund: weil er Molly heißt! Daran liegt's. So ein scheußliches Vieh Molly zu nennen! Jeder Chriſtenmensch möcht' es lieber Satan nennen oder Nathan oder so was Ekliges, bloß nicht Molly; Molliges ist an dem doch ganz und gar nicht!" Als ob er gesonnen wäre, dieses herbe Urteil der Frau Rechnungsrätin durch seine Erscheinung entweder zu beſtätigen oder zu widerhegen, kam der Hund Molly plößlich unter dem Sofa hervorgekrochen, reckte kräftig seine vier Beine, gähnte und wandelte dann mit gemütlichem Wedeln auf die alte Dame zu. Sie wich erschrocken einen Schritt zurück. Und das Tier fonnte wirklich trok seiner Winziakeit selbst einen beherzten ( Nachdruck verboten.) Menschen erschrecken, eine so ungeheuere Böswilligkeit stand ihm ins Gesicht geschrieben. Der vorstehende Unterkiefer mit den ewig gefletschten Zähnen schien beständig von frischem Blut zu triefen, und die umbuschten Augen funkelten wie von unſtillbarer Mordbegier. Diesen unsympathischen Ausdruck behielt das kleine Ungeheuer selbst dann, wenn es sich unter den steichelnden Händen seines Herrn im zärtlichsten Wohlbehagen frümmte. " Lenchen," flüsterte die Frau Rechnungsrätin wie immer ängstlich und geheimnisvoll, Lenchen, Lenchen!" Was iſt, Mutter, um Gottes willen, was ist dir?" „ Sieh doch bloß das Tier findest du nicht auch?" ,, Was denn, Mutterchen?" " Ganz wahrhaftig aber! Nein, zu auffallend!" Was hast du denn bloß? Man könnte sich ja ordentlich ängstigen, so aufgeregt bist du!" Nein, aber auch so was! Wie aus dem Gesicht geschnitten!" Wem denn? Wer denn? Der Hund doch nicht?" „ Nu natürlich, der Hund! Und wem denn anders!" " Ja, aber wem denn?" Siehst du, ich habe das so oft im Leben gefunden: EheLeute, die sich gut sind, werden zuletzt untereinander so ähnlich wie Geschwister, und ganz dasselbe findet man oft bei einem Hund und seinem Herrn ich weiß bloß nicht, wer dabei zuerst ähnlich ist. Sieh ihn dir jetzt bloß wieder an, gerade in diesem Augenblick, nicht wahr? Der Herr Doktor, wie er leibt und lebt, oder doch wie sein Bruder!" ,, Aber Mutter!" Es klang durch diesen Ausruf eine tiefe ſittliche Entrüstung. Ich werde es dem Herrn Doktor ja auch nicht gerade sagen," begütigte die Mutter, aber unter uns, was wahr iſt, muß wahr bleiben. Uebrigens, sieh doch schnell einmal aus dem Fenster, ob der Herr Doktor auch nicht schon kommt. Wahrhaftig, es ist zwölf Uhr und dich darf er doch auf keinen Fall hier finden." ,, Warum nicht mich so gut wie dich?" fragte Helene kühl. " In seinem Zimmer! Lenchen, bedenke doch!" " Ich?" " Du bist zwanzig Jahre alt der Herr Doktor könnte doch denken ,, Was soll er denken?" „ Du interessierst dich mehr für ihn, als— ich meine ja nur beispielsweise. Mutter," sagte Helene mit großer Ruhe und Sanftmut, ,, du weißt, darüber bin ich hinaus. Das kann mir nichts mehr anhaben. ,, Ach, Kind „ Es bleibt unwiderruflich. Ich sage mit Thekla: ,, Du, Heilige, rufe dein Kind zurück; Ich habe genossen das irdische Glück, Ich habe gelebt und geliebet!" Ach, unglückseliges Kind!" seufzte die Mutter; doch ein Blick auf das lebensfrische und von gleichmütiger Heiterfeit 8. := beitete E S- hhandlung. je zo Mark. xikon. ig und Wien. mas, Aus letzger, Giessen Destens empfohlen fläschchen v. 35 Pfg, an In Originalveg 70. 0'81 gr Die Br bon Lumda Betr.: De Straßenzuge Leichter den etwa 1 d. J. ab b gesperrt. Bief legten prob In dem Betr.: Mil rod ist ein Gieße I Angesich werden in Mit peffim einer fomme an die Wand für unsere Diplomatie al bolitischen Sc angefehen, d fichtlich den in einem arbeiter Staatsm strahlende Gesicht ihrer Tochter beruhigte sie einigermaßen. Und zum Ueberfluß tröstete diese noch selbst: „ Aber natürlich, Mutterchen, so schlimm wird's nicht! Ein Leid tue ich mir nicht an, dazu habe ich dich viel zu lieb, und dazu gefällt es mir auch viel zu gut in der Welt. Die nächsten sechzig Jahre hindurch denke ich es auf Erden noch auszuhalten. Aber freilich, mit solchem Gedanken, wie du sie immer für mich noch hast, ist es ein für allemal verüber; tue mir die Schande nicht an, solchen Verrat an dem Heiligsten von mir zu verlangen. Ein Mädchen, das einen Herbert von Bodungen geliebt hat, kann niemals das Weib eines andern werden! Nur einmal blüht die Rose" st schon nicht wahr, sie blüht jedes Jahr wieder, und die edlen Sorten sogar zweimal im Jahr." ,, Aber nicht das Herz des echten Weibes. Denke an Friederike Brion, die ihr Leben lang dem einen Goethe die Treue bewahrte, denn „ Ein Strahl der Dichtersonne fiel auf sie..." ,, Sie wird nachher eben keinen andern ordentlichen Menschen mehr gefunden haben. Und von dir möchte ich schon gar nicht, daß die Leute sagten:„ Ein Strahl der Leutnantsonne fiel auf sie!" Dazu bist du mir viel zu schade, um so einem aufgeblasenen Prinzen länger als ein paar Wochen nachzuschmachten. Das kann bei einem jungen Ding schon borkommen und ist sehr verzeihlich; aber an so einer Simpelei jahrelang festzukleben, das geht denn doch über den Spaß." Mutter, du wirst verlegend!" sagte Helene mit Würde. ,, Ach, Lenchen, wer hätte das von dir auch gedacht, daß du je in solche Gefühle versinken würdest! Du warst immer ein so gesundes Kind." Ich denke, das bin ich heute noch. Du weißt, wie ich arbeiten kann, und essen kann ich für zwei, wenn's nötig ist, und schlafen auch, und beim Tanzen bin ich schon gar nicht tot zu kriegen." „ Das war auch immer meine beste Hoffnung, daß du so gern tanzest und so guten Appetit hast; ich dachte, da kann es mit dem Liebeskummer nicht gar so arg sein." Mutter, man kann fröhlichen Herzens durchs Leben gehen und doch die heilige Flamme der Treue fest im Busen tragen." Die Frau Rechnungsrätin seufzte schwer. ,, Uebrigens," fiel sie, sich besinnend, ein,„ was nüßt denn das alles? Der Herr Doktor kann doch von deiner unglücklichen Idee nichts wissen und könnte also immer noch denken" „ Wie sollte er darauf kommen?" rief Helene heftig; dann warf sie schnell einen musternden Blick in den Spiegel. „ Es ist wahr," seufzte sie,„ ich sehe jetzt wieder entsetzlich jung aus." Diese Bemerkung enthielt eine Wahrheit, an der kein Skeptiker zu rütteln gewagt hätte. " Ich glaube aber, das liegt hauptsächlich an der Frisur,“ fuhr sie fort,„ ich werde künftig wieder den glatten Scheitel tragen wie früher-" „ Ehe Herr von Bodungen die krausen Härchen über den Schläfen so hübsch fand; aber darin hatte er recht, sein Geschmack in solchen Dingen war gut. Ihm verdankst du dieſe Frisur." Dann bleibt sie geweiht für alle Zeiten," sagte Helene entschlossen und ließ die Hand wieder sinken, welche bereits einige übermütige Löckchen an der Stirn glatt zu drücken versucht hatte. " Ich werde dem Herrn Doktor selbst meine Lebenstragödie mitteilen," erklärte sie feierlich, um jede Gefahr zwischen uns zu beseitigen. Er wird mich verstehen, er liest ja immer Jean Paul. Ich werde mich ihm ganz vertrauen, und dann kann vielleicht eine ungetrübte, unentweihte Freundschaft zwischen uns erb lühen." Sie schwang über die lange Reihe der Werke Jean Pauls auf dem Bücherregal mit besonderer Sorgfalt den Staubwedel. Plötzlich aber nach einem zufälligen Blick aus dem Fenster rief sie laut: Mutter, er kommt!" und entfloh, wie von einem Wirbelwind entrafft; die Frau Rechnungsrätin folgte ihr langsam, nachdem sie noch einen befriedigten Blick auf die Früchte ihrer Tätigkeit zurückgeworfen hatte. Wenige Minuten nach ihrem Abgang betrat Iwan der Schreckliche sein Gebiet. Sein Tun hatte jedoch gar nichts Schreckenerregendes oder Menschenfeindliches an sich. Zunächst begrüßte er den an ihm emporjubelnden Hund mit außergewöhnlicher Zärtlichkeit, dann nahm er ein Buch aus dem Regales war diesmal der Don Quijote- und streckte sich der Länge nach auf das Sofa. Da dieses jedoch mie alle Mietsofas anscheinend für ein vorweltliches Pygmäengeschlecht hergestellt war, so reichten seine Beine über die Seitenlehne hinaus bis auf den Fußboden, woselbst sie ein leises Trommeln vollführten, welches Molly für einen kriegerischen Marsch halten mochte, denn er fuhr alsbald wie wahnsinnig im Zimmer umher und hatte binnen wenigen Minuten die letzten Spuren von Frau und Fräulein Gehrkes Morgenarbeit vernichtet. Da sein Herr ihn jedoch durch kein einziges Wort des Tadels ermunterte, so ward ihm diese Arbeit bald langweilig; er sprang ohne Anfrage auf das Sofa und legte sich gerade auf den Bauch Jwans des Schrecklichen, behaglich schnurrend wie ein Kater, ohne daß sich der blutdürftige Ausdruck seines Gesichts irgendwie veränderte. Sein Herr aber lag und las und lachte von Zeit zu Zeit so kräftig auf, daß Molly heftig auf und nieder geschleudert wurde, als ob er den Sancho Pansa auf dem Prelltuch darzustellen berufen wäre. Nach dem Mittagessen begaben sich die beiden Damenzum erstenmal in diesem Frühling- in die Laube hinter dem Hause, woselbst sie während der guten Jahreszeit ihren Kaffee zu nehmen pflegten. Beide saßen schweigend und stickten; auf dem Holztischchen standen drei goldgeränderte Tassen, die sich in ihrer steifen Würde vollkommen dessen bewußt zu sein schienen, daß ihr Erscheinen im Sonnenlicht etwas Besonderes bedeutete; darunter spreizte sich ein Linnen von einer fast unbegreiflichen Sauberkeit. Fräulein Helene förderte ihre Arbeit allerdings bedenklich wenig, denn sie war vollauf in Anspruch genommen durch einen leidenschaftlichen Kampf gegen die Fliegen, welche den Zucker umschwirrten und im Taumel des ersten Frühlingsrausches dessen unbeflecktes Weiß in unehrerbietiger Weise zu schädigen drohten. Außerdem aber trippelten ihre Füße sehr unruhig hin und her, als ob sie entweder einen ähnlichen Kampf gegen etwelches friechendes Geschmeiß ausföchten, um den Glanz ihrer feinen Sonntagsschuhe gegen dessen Wut zu verteidigen, oder aber irgend jemand mit aufgeregteren Gedanken erwartete. Ihre Wangen zeigten ein kräftigeres Rot, als es die angenehme Wärme des Tages erzeugen konnte, und in ihren grauen, großen Augen schimmerte eine festliche Unruhe. Jezt könnte er eigentlich kommen," sagte sie, nach der Uhr sehend. " Ja," sagte die Frau Rechnungsrätin ,,, meinetwegen fann der Herr Doktor jezt kommen." Und als wenn er hinter der Tür auf die Zitation gelauert hätte, trat Herr Doktor Gotthold Belling im selben Augenblick aus dem Hause und bewegte sich in ganzer Feierlichkeit auf die Damen zu. Helene begrüßte ihn zurückhaltend, die Mutter sehr wohlwollend. Seßen Sie sich, lieber Herr Doktor," sagte die lettere, „ und erzählen Sie uns, wie es Ihnen heute morgen ergangen ist. Helene, den Kaffee!" Beide gehorchten, der Doktor mit gemessener Ruhe, während das junge Mädchen verschwunden und wiedergekehrt war mit einer Hast, als ob sie fürchtete, die Fliegen könnten in ihrer Abwesenheit doch die so lange verhinderte Ungebühr vollenden. Sie goß ein und kredenzte den Kaffee, welcher von unerhörter Schwärze war, daß man kaum noch den Boden der Tasse durchschimmern sah. Jetzt endlich fand der Doktor seine Antwort. ,, Gut," sagte er ,,, über Erwarten gut. Alle Klassen waren musterhaft." Er machte zu diesen frohen Worten ein Gesicht, als ob er von einem Mordversuch auf seine Person berichtet hätte. Das freut mich," sagte die Frau Rechnungsrätin,„ freut mich wirklich recht sehr. Das wird eine gute Empfehlung für unsere Stadt bei Ihnen sein. Ich hätte es zwar kaum anders erwartet-" „ Warum nicht?" fragte er. besonders wohlerzogen?" „ Sind die Knaben hier so ", wo denken Sie hin! Ganz abscheuliche Rangen sind es natürlich! Und sind es immer gewesen! Was mein Lenchen von den bösen Jungen hat ausstehen müssen! Erst, wie sie klein war, geneckt und an den Zöpfen gezupft und geschneeballt und selbst geschlagen, und nachher umgekehrt, wie sie größer wurde und.. ,, Mutter!" warnte Helene. ( Fortsetzung folgt.) Man soll kein Leben auf Gefühle ban'n, Die mit den Dingen nicht in Einklang steh'n, Das Herz ist wandelbar, die Dinge bleiben. Der Schatz des Goldgräbers. Erzählung von Gustav Lössel. (( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) Der Rückschlag war auch bei uns ein heftiger. Die Aussicht auf Rettung war so schnell geschwunden, wie sie gekommen war. Der Zustand der Raserei wich einer vollständigen, dumpfen Verzweiflung. " Ihr Esel!" schalt Fielding, der sich an dem Auftritt nicht beteiligt hatte. Den Retter, den uns Gott gesandt, habt ihr in Guerer blinden Wut getötet. Ihr verdientet wirklich, daß man Euch Euerem Schicksal überließe. Aber es ist nicht an mir, zu richten. Ich will noch einen Versuch machen. Bleibt alle zurück und beisammen. Verscharrt indessen den Leichnam, damit wir nicht noch in einem Kampf mit seinem Stamme verwickelt werden. Diesen will ich auf suchen und dazu die Richtung einschlagen, aus der er gekommen. Fürchtet nicht für mich und besorgt auch keinen Verrat vor mir. Ich bringe Euch Wasser oder Nachricht!" Die starke Zuversicht, welche aus seinen Worten sprach, teilte sich auch uns mit. Seine Anordnungen wurden befolgt. Niemand hatte ihn zum Herrn über uns eingesetzt, aber in Wahrheit beherrschte er uns alle. Stunden vergingen. Der Abend fam. Einige waren dem Verschmachten nahe. Die anderen standen zum Ausrücken bereit. Da kam ein großer Trupp Schwarzer, mit Speeren bewaffnet, durch den Wald dahergestürmt. Entsetzen packte uns. Einem Angriff von dieser Seite hätten wir nicht standhalten können; nicht ein Mann wäre entkommen. Da durchtönte Fieldings Stimme ihr wildes Geschrei: „ Die Waffen nieder! Sie kommen als Freunde!" Wir atmeten auf. Er durchbrach ihre Reihen. Der Billy( Blecheimerchen mit Deckel) in seiner Hand war mit frischem Wasser gefüllt. Zuerst labte er die Verschmachtenden. Ihr anderen könnt mitkommen und das Wasser selbst schöpfen," sagte er. Und seine Stimme erhebend, fuhr er fort:" Sie suchen ihren Medizinmann( Arzt und Wettermacher, auch Prophet), der diese Richtung eingeschlagen haben soll, um einen Schatz zu heben. Sagt, habt ihr ihn gesehen?" Wir verstanden den Wink und verneinten. " Ihr hört es," wandte er sich nun zu den Wilden. ,, Diesen Weg ist Euer großer Medizinmann nicht gekommen." Die Wilden hielten kurzen Rat und zogen dann nach einer anderen Richtung ab So rettete uns Fielding vom zweifachen Tode, und in jener Stunde priesen wir ihn als unseren Retter. Unweit von hier fließt der ihm von den Wilden gezeigte Quell, aus dem wir noch heute schöpfen. Das war eine vergnügte Nacht. Wir hatten beides, Gold und Wasser! Dazu blühte uns die Aussicht auf einen hier verborgenen Schatz, der natürlich nichts anderes sein konnte als ein paar zentnerschwere Klumpen ungemünzten Goldes. Wir beschlossen nun, gemeinschaftlich zu graben und alles gefundene Gold gleichmäßig zu verteilen. An dem noch zu suchenden Schake hatten wir alle ein Anrecht. Fielding war nun gleich der Meinung, daß es besser sei, einem jeden seinen Claim zuzuteilen und ihn für sich allein arbeiten zu lassen. An den Schatz wollte er nicht glauben. Der Alte," sagte er, hat in seiner Todesangst nur ausgeplaudert, daß hier Gold liegt, was er vielleicht bisher als Geheimnis bewahrt hatte. Er erkannte uns als Goldsucher und hoffte, damit sein Leben zu retten. Mehr ist an der ganzen Geschichte nicht." Aber damit drang er bei uns nicht durch. Ja, es wurden schon damals Stimmen laut, welche meinten, er habe von jener Seite noch etwas mehr erfahren, als was der Alte verraten, und daß er den Schatz nur allein heben und für sich behalten wolle. Das war aber nur ein heimlicher Gedanken austausch, denn offen wagte ihn damals niemand zu beschuldigen. Dennoch kam alles so, wie Fielding es vorhergesehen batte. Die Eintracht wurde in dem Augenblick gestört, wo der eine mehr Gold fand als der andere. Der wollte mehr, der follte weniger gearbeitet haben. Und zur Schlichtung der ewigen, oft bis zum offenen Kampfe sich steigernden Streitig. keiten blieb nichts anderes übrig, als doß einem jeden sein Claim zugeteilt und es ihm überlassen wurde, darin nach Gold zu suchen, so viel oder so wenig er Lust hatte. Nur sollte der verheißene Schaß, wenn er von einem gefunden wurde, zur gleichmäßigen Verteilung kommen. Fielding verlachte uns wegen unseres Aberglaubens. " Ich weiß etwas Vernünftigeres," sagte er.„ Heben wir lieber für Billybong den leidigen Rechtssatz auf, wonach ein Claim, wenn er von seinem Eigentümer länger als vierundzwanzig Stunden verlassen worden, von einem anderen in Besitz genommen werden kann. Das hat schon viel böses Blut gemacht, und darum ist schon viel gutes Blut geflossen. Wir aber wollen in Frieden miteinander leben." Dagegen war nichts zu sagen. Wir faßten einen solchen Entschluß und erhoben ihn zum Gesez, das für Billybong noch heute besteht. Es fand denn auch bald praktische Anwendung. Einige, die wenig fanden oder weniger Lust oder Kraft zum Goldgraben hatten, wanderten nach Geelong, um von dort die Materialien zu einer Shanty( Schänkbude) oder einem Store ( Verkaufsladen) zu holen. Trotzdem blieben sie im Besize ihres Claims und behielten ihr Anrecht an dem vermeintlichen Schatz. Durch sie kam die Nachricht von unseren Goldfunden unter die Leute. Ein Rush( Massenandrang) entstand, und so wurde Billybong ein Geldfeld wie alle anderen. Es kamen mehr Menschen, aber Gold wurde weniger gefunden. Mit um so größerer Eifersucht überwachten wir die Funde jedes einzelnen, ob er nicht doch etwa den uns verheißenen Schatz heben würde, deſſen Vorhandensein wir Gründer von Billybong auch ferner als Geheimnis bewahrten. In diesem Falle wären wir vor einer Gewalttat nicht zurückgeſchreckt. Es ereignete sich jedoch nichts, was uns zu einer solchen Annahme berechtigt hätte, und mit der Zeit kam die Schatzgeschichte in Vergessenheit. Fielding hatte nicht versucht, seine Führerrolle noch weiter zu spielen, er war wie einer der übrigen und man beachtete ihn nicht weiter. Dann ging auch er fort, kehrte aber nach einiger Zeit auf seinem Claim zurück. Wir bemerkten schon damals eine allen auffällige Veränderung an ihm. Er trug ſich besser, hielt sich von uns zurück und begann die Schänken zu meiden. Dabei arbeitete er fleißig weiter, aber immer allein. Selbst sein Zelt war besser und wohnlicher als die unseren. Des Sonntags brüſtete er ſich mit so viel weißer Wäsche, wie ganz Billybong nicht unter sich zuſammengebracht hätte. Das fiel auf. Man beobachtete ihn und bemerkte nun seine häufigeren heimlichen Entfernungen. Er blieb immer nur ein paar Tage weg, und wenn es morgens an die Arbeit ging, war er über Nacht wieder eingetroffen. Man sprach wieder von ihm und knüpfte an sein sonderbares Gebahren allerhand Vermutungen. Als er dann eines Tages wiederkehrte, war er wie ausgetauscht. Er war, was man so sagt, ein stiller Mann" geworden. Manchmal ging er wie geistesabwesend umher, wie jemand, auf dessen Seele ein schwerer Druck lastet. Nun aber arbeitete er mit doppeltem Gifer. Dann erholte er sich etwas. Trotzdem zog er sich immer mehr auf sich selbst zurück. Seinen alten Kameraden wich er förmlich schen aus. Ein Flüſtern ging im Lager um, dann ein Murmeln und zuletzt ein Murren. " Er hat den Schatz gefunden," hieß es,„ der uns allen gehört! Daher sein prahlerisches Auftreten, daher sein scheues Wesen, wenn er einem der Unseren begegnet." Das erst nur geflüsterte Wort, schwoll allmählich zum reißenden Strome an, und heute findet Ihr ganz Billybong in Aufruhr über den Verräter, den Betrüger, den Dieb an unserem Eigentum. Er hat den Schatz. Er kannte die Stelle, und heimlich trägt er das Gold nur stückweise fort, um es anderswo zu vergraben oder sonst in Sicherheit zu bringen. Daher das Aufgeben seiner Herrscherrolle, um unbeachtet zu bleiben, das ängstliche Vermeiden aller Trinkgelage und sonstigen Begegnungen, um unliebsamen Fragen auszuweichen und sich nicht einmal zu verschnappen. Nun wissen wir's, und er soll unsere Meinung kennen lernen!" schloß Dickson seine Erzählung. herrschender Es ist u Regierungen Sympathien auch in den berwandt; gehörigkeit immer den G weiſe auch immer den große Ereign einander nische Volke nation und Stets Die Zeit die herrschen un Marinemin Storjita ziel Korsika bollständig Besuch des einer neuen jebigen di Für fann bei de Stellung erkannter effen zwischen tellung erhel allen Dingen Periode jah Europas der рош бил delung pascher Gane des Mauerbli fann und die fran arbeiten bat feinen and conflitte aus der Then an den Welth gegen Ruklo Meine Flotten Auseinan mander Sejem Wege Kriege als des logar Saren N Es it loo Bemüh folchen Falle