Mr. 73. Erstes Blatt. Bornementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., Saus gebracht 60 fs., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. tobellagen: Oberheffliche Familienzeitung( täglich) und die Stekener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erfchetat an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 26. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz hefsen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Pfg. sonst 16 Reklamen die Betitzelle 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Eageßluft) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kretse Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Krieg in Oftafien. leber neue Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz liegen eine Berichte vor. Eine Meldung aus englisch- amerikanischer Durelle, daß die deutsche Regierung angebliche Unruhen im Bobiet der deutschen Schantungeisenbahn als willkommenen Band zum Eingreifen benußen wolle, ist nicht ernst zu tes men. Der Berliner Direktion der Schantungeisenbahn iegen Nachrichten über einen Aufstand im Bereich der Bahn tit vor. Eine weitere Nachricht, die sich mit Deutschland beschäfigt, steht auf festeren Füßen. Es wird behauptet, daß deutsche Schnelldampfer von Rußland angekauft Darden seien, so der bekannte Hamburger Riesendampfer First Bismarck". Dies trifft allerdings in dieser Form nicht u Zum Anfauf ist es bisher nicht gekommen. Aber Rußand hat tatsächlich bei der Hamburg- Amerifalinie wegen des Inkaufs von Schnelldampfern angefragt. Der geforderte Bureis erschien jedoch der russischen Regierung so hoch, daß ie: von dem Ankauf Abstand nahm. Ob aber nicht schließicht doch etwas aus dem Geschäft wird, ist vorläufig nicht 1bousehen. Die Situation am Jalu. Nach japanischen Meldungen haben bisher 4500 Mann cussischer Truppen, Kosaken und Infanterie, den Jalu bei Aratung überschritten. 1000 Mann davon marschieren in isticher Richtung, die übrigen sind am nördlichen Ufer des ei Andichu vorbeiſtrömenden Flusses versammelt. Am Südufer stehen die Japaner in Erdwerken verschanzt; zwischen beiden Parteien werden gelegentlich Schüsse gewechselt. Auf russischer Seite wurde wieder eine ganze Reihe von Berjonalveränderungen in hohen Kommandostellen vorgenommen. Der bisherige Generalstabschef Ssacharow, der jeit der Ernennung Kuropatkins zum Befehlshaber der Mandschrei- Armee vertretungsweise das Kriegsministerium Teilete, ist, wie man uns aus Petersburg telegraphiert, jetzt enigültig zum Kriegsminister ernannt worden. Der Großün Kyrill Wladimirowitsch, der kürzlich in Port Arthur ingetroffen ist, wurde Chef der Marine- Abteilung im Stabe De Rommandierenden der Flotte im Stillen Dzean, Admiall Matarow. Ein neues Gefecht mit den Herero. Eine gestern in der Reichshauptstadt eingetroffene amt chMeldung des Gouverneurs Leutwein berichtet über in Gefecht der Kolonne v. E storff mit Hererc m Omatakoberg. Die Meldung lautet: Am 16. März sind am Omatakoberg Herero mit dies seitigem Verlust von zwei Toten und zwei Verwun Soeten zurückgeworfen worden. Verlust des Feindes etwe 1 Tote. Am 19. März wurde eine Herero- Werft über raft, 355 Rinder und 530 Stück Kleinvieh erbeutet. Die Wegend nördlich Okahandja bis zum Omuramba ist frei boom Feind, große Massen desselben befinden sich am Waterberg, am unteren Omuramba und am oberen Swakop. Die in dem hier erwähnten Gefecht Gefallenen sind nac einem weiteren Telegramm des Gouverneurs die Gefreiten Franz Kaiser und Otto Schultta. Schwer verwunde ist der Reiter Johann Weidner( zwei Oberschenkelschüsse). eicht verwundet der Unteroffizier Karl Hiege, 3. Komp. Des Seebataillons, aus Kreuzberg, Ostpreußen( Streifschuf im rechten Arm). Beide Verwundete sind im Lazarett Oka Jan Dia. Dort ist nach einer dritten Depesche des Gouverneurs die Polome Estorff am 24. März eingetroffen. on dem neuen Verstärkungstransport t gestern ein Teil von Hamburg aus in See gegangen. Di Offiziere und Mannschaften trafen gestern früh von Berlin 1 Shamburg ein und begaben sich direkt an Bord des anapers Feldmarschall", wo das Frühstück eingenommer urde. Hauptmann Sauer begrüßte die Truppen im tammen des Senats und überreichte gefüllte Zigarrentascher nd Ansichtskarten. Nachdem Oberstleutnant Ohnesorg da: Schiff und die Truppen inspiziert hatte, hielt General vor Jock und Polach eine Begrüßungsansprache, brachte ein Hock uf den Kaiser aus und rief den Truppen„ Behüt euch Gott Cameraden!" zu. Die Kapelle spielte die Nationalhymne Im 210 Uhr setzte sich der Dampfer in Bewegung. Cleber die demnächst abgehenden weiteren Verstärkungs ransporte erfährt unser Berliner CB.- Mitarbeiter: Am 30 ts. vormittags treffen 1200 Pferde mit entsprechenden Jeg liftommandos am Petersenquai in Hamburg ein. Der Dampfer ,, Markgraf" nimmt 7 Offiziere, 125 Mann und 50C 3feude an Bord und verläßt an demselben Tage nachmittags Whr den Hamburger Hafen. Der Dampfer„ Entrerios" timmt 8 Offiziere, 175 Mann und 700 Pferde an Bord und jehtiam 31. d. Mts. nachts 2 Uhr in See. Transportführe nuf dem Markgraf" ist Hauptmann Stahl, auf dem Entrerios" Hauptmann Rem be, beide Batteriechefs in der südwestafrikanischen Schutztruppe. Der Postdampfer ,, Lucie Woermann" wird am 7. April abends 7 Uhr mit elf Offizieren und 373 Mann unter Führung des Hauptmanns i I- helmi ebenfalls den Hamburger Hafen verlassen, um wie die obengenannten Dampfer nach Swakopmund zu gehen. Der kommandierende General des IX. Armeekorps, Generalleutnant v. Bock und Polach und der Oberstleutnant Ohnesorg vom Schußtruppen- Oberkommando werden die Truppen an Bord der Schiffe besichtigen und sie verabschieden. Die für die Expedition nach China Angeworbenen, welche nach Einschränkung der Chinatruppen auf eine Brigade in die Heimat entlassen wurden, haben, soweit die Anwerbung sich auf den Zeitraum bis zum 1. April 1905 erstreckte, von den Bezirkskommandos die Anweisung erhalten, sich zum Wiedereintritt vom 31. d. Mts. bis dahin 1905 für den Fall bereit zu halten, daß eine Verstärkung der für Südwest afrika nötigen deutschen Truppen erforderlich wird, jedoch unbeschadet einer etwa einzubringenden Reklamation gegen diese Kriegsorder". Die Politik. A Ein Berliner Sensationsblatt wußte gestern zu melden, vom Londoner Kabinett sei im Januar der deutschen Regierung die Anregung unterbreitet worden, beiderseits vorbereitende Schritte zuni Abschluß eines deutsch- englischen Schiedsgerichtsvertrages zu treffen. Dieser Vertrag sollte in erster Linie die kolonialen Interessen der beiden Länder betreffen. Wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter an zuständiger Stelle hört, ist an der Meldung kein wahres Wort. Es handelt sich vielmehr lediglich um eine leere Kombination. Die fürzlich im Reichsjustizamt zur Beratung über die Entlastung des Reichsgerichts zusammengetretene Konferenz hat sich, wie aus sicherer Quelle verlautet, nur mit der Frage der Entlastung der Zivilsenate beschäftigt. Die Konferenz, an der außer den Regierungsjuristen eine Anzahl Abgeord= nete teilnahmen, entschied sich für eine Heraussetzung der sogen. Revisionssumme von 1500 auf 3000 Mart. Das heißt: Nur für Zivilprozesse bei denen es sich um ein Wertobjekt von mindestens 3000 Mark handelt, soll das Reichsgericht Revisionsinstanz sein. Dadurch würde die Zahl der beim Reichsgericht anhängig gemachten Prozesse sich um ein Viertel bis ein Drittel vermindern. Bekanntlich hat die Reichsregierung schon früher wiederholt diese Maßnahme vorgeschlagen, aber bisher beim Reichstag keine Gegenliebe da= für gefunden. Vor der Beuthener Straffammer hat jetzt die Verhandlung gegen den Redakteur v. Wolski vom Kattowizer radikal- polnischen Gornoslazak" stattgefunden, der der Beleidigung des Kardinalfürstbischofs Kopp und der oberschlesischen katholischen Geistlichkeit angeklagt war. b. Wolski hatte behauptet, der Fürsterzbischof halte die Geistlichen zur Germanisierung an, und hatte an diese Behauptung grimmige Angriffe gegen den Kardinal und den Klerus gerichtet. In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß in der Tat einzelne Geistliche radikalpolnischen Hezern die Saframente verweigert hatten. Als Zeuge wurde u. a. auch der Abg. Korfanty vernommen, dem bekanntlich die kirchliche Trauung verweigert worden ist. Der als Sachverständiger geladene erzbischöfliche Generalvikariatsamtsrat Buchmann erklärte u. a., die Verweigerung der Trauung Korfantys sei in Breslauer kirchlichen Kreisen für sehr unklug erklärt worden. □ Der deutsche Handelstag stellte am zweiten Tage seiner Beratungen in einer Resolution die Forderung an die Regierung, fie möge die neuen Handelsverträge nicht von heute auf morgen, sondern erst ein Jahr nach ihrer Genehmigung durch den Reichstag in Geltung treten lassen. Ferner nahm der Handelstag eine Resolution an, die sich für die Angliederung der Kaufmannsgerichte an die Amtsgerichte, nicht, wie die Regierungsvorlage will, an die Gewerbegerichte erklärt. Die Leipziger Kassenärzte geben den Kampf gegen die Ortskrankenkasse noch nicht auf. Sie hoffen, daß der Kasse am 1. April die erforderlichen 75 Distriktsärzte nicht zur Verfügung stehen werden. In Dresden hat eine Versammlung zahlreicher Aerzte den Leipziger Kollegen eine Sympathiefundgebung zugehen lassen, in der sie sich mit den für den ganzen Stand kämpfenden Berufsgenossen solidarisch erklären und ihnen ein„ Glück auf!" entbieten. Beteiligt an der Kundgebung ist auch die Vereinigung der Dresdner Ortsfrankenkassenärzte. Wahrscheinlich wird es nun auch einen Krankenkassenstreit in Dresden geben! Die Leipziger Ortsfrankenkasse, die größte in Deutschland, umfaßt 132 444 Mitglieder. Nach dem letzten Jahresbericht wurde ausgegeben für ärztliche Behandlung 843 664 Mart, für Arznei und sonstige Heilmittel 552 982 Mark, Krankengelder an Mitglieder 1599 713 Marf, an Angehörige der Mitglieder 62 987 M., Sterbegelder 114 378 M., Kur- und Verpflegungskosten an Krankenanstalten 338 857 M., Verwaltungsfoften 355 015 Mark. Die Gesamtausgabe betrug nicht weniger als 4 053 419 Mark, die Einnahme 4 169 952 Mark. Dem Reservefonds wurden 116 983 Mart zugeführt. Sehr hoch erscheinen übrigens in dieser Bilanz die Verwaltungskosten. Afrika. Aus dem Kongostaat werden immer erbaulichere Dinge bekannt. Jetzt veröffentlicht ein Brüsseler Blatt eine ungeheures Aufsehen erregende Notiz über den Kongostaat. Danach wären englische Missionare, die Arumimi bereisten, zu einer Militärstation gekommen, wo unter den Augen eines italienischen Offiziers und eines belgischen Unteroffiziers Soldaten ein Festgelage von Menschenfleisch abhielten, während sie Weiber und vier andere Schwarze umtanzten, die ebenfalls dem Tode geweiht waren. Der italienische Offizier erklärte, als er von den Missionaren zur Rede gestellt wurde, bei der Rückkehr von einer Expedition gegen Eingeborene habe er die Soldaten nicht hindern können, Gefangene a u f= zufressen. Ein Missionar eilte nach Boma, wo er dem englischen Konsul Mitteilung machte. Man würde die Er= zählung der Missionare für unglaublich halten, wenn man nicht urkundliche Beweise dafür hätte, daß bereits in früheren Fällen Kongosoldaten Kannibalismus getrieben haben. * ** Hof und Gesellschaft. Der Kaiser unternahm gestern bei prächtigem Wetter mit Gefolge sowie dem Botschafter Grafen Monts, dem Generalkonsul v. Rekowski und dem Marineattaché Koch auf dem Depeschenboot Sleipner" eine Fahrt nach Capri, um die Insel zu besichtigen und der Kronprinzessin von Schweden und Norwegen einen Besuch abzustatten. Das zweite Frühstück wurde auf dem„ Sleipner" eingenommen. Nachmittags fuhr der Kaiser nach Sorrent weiter und kehrte dann auf die Hohenzollern" zurück. Des Abends sind die italienischen Kriegsschiffe glänzend illuminiert. Aus dem Gerichtsfaal. Gine Giftmischerin. Wie aus Paris gemeldet wird, ist das Verfahren gegen die Frau Rachel Galtier aus SaintClar, die wegen des durch zahlreiche Indizien gestützten Verdachtes, ihren Gatten, den Friedensrichter der Stadt, ihren Bruder, ihre Großmutter und vielleich noch mehrere andere Personen mit Arsenik vergiftet zu haben, verhaftet worden war, gerät jetzt endlich in Fluß. Die Untersuchung ist nämlich abgeschlossen und hat die Schuld dieser für die Psychologen so interessanten Verbrecherin bis zur vollen Klarheit ergeben. In den Resten der Körper der Vergifteten wurden Arsenifmassen festgestellt, die zwischen zwei und drei Gramm schwanken, während schon Gaben von 10 bis 25 3entigramm tödlich wirken. In dem Glase, in dem Frau Galtier für ihren unglücklichen Bruder den letzten Trank bereitet hatte, wurden gegen 50 Zentigramm Arsenik gefunden. Auch in den Betttüchern, die von den Auswürfen des Unglücklichen durchtränkt waren, sind starke Arsenikmassen ermittelt worden. Trotz dieser erdrückenden Feststellungen leugnet Frau Galtier mit erstaunlicher Kaltblütigkeit und Geistesgegenwart alle ihr zur Last gelegten Untaten. Sie legte eine Sorglosigkeit an den Tag, die entweder auf völligen Mangel an moralischem Bewußtsein, wahrscheinlicher aber auf Berechnung zurückzuführen ist. § Die Erbschaft des amerikanischen Millionärs Fair beschäftigte die Pariser Gerichte. Fair war mit seiner Frau im vorigen Jahre bei Trouville im Automobil verunglückt und beide hatten dabei den Tod gefunden. Da niemand dem Unfall beigewohnt hatte, wurde angenommen, daß die Ehegatten gleichzeitig gestorben waren. Die Verwandten der Frau Fair brachten aber mehrere Monate später zwei Zeugen bei, die Franzosen Mas und Moranne, die behaupteten, auf Fahrrädern kurz nach dem Unfall an der Unglücksstätte vorübergefommen zu sein und Frau Fair noch atmend gesehen zu haben. Diese Aussage hätte, wenn sie sich als richtig herausstellte, zur Folge gehabt, daß das riesige Vermögen Fairs der„ überlebenden" Gattin und damit deren Verwandten zugefallen wäre. Die Familie des Mannes focht aber die von vornherein verdächtigen Aussagen der beiden Radfahrer an, und das Gericht hat ihr recht gegeben, indem es durch Abwesenheitsurteil Mas und Moranne wegen falschen Zeugnisses und Meineids 311 drei Jahren Gefängnis und 150 Franken Geldstrafe verurteilte. Cine Naturdoktorin vor Gericht. Sh. Berlin, 25. März. Vor der 7. Straffammer des Landgerichts I begannen die Verhandlungen in einem Kurpfuscherprozesse, der sich gewissermaßen als ein Nachspiel zu dem Riesenprozesse gegen den Magnetopathen Mar Schröter in Tilsit darstellt, da ein in jenem Verfahren als medizinischer Sachverständiger benannter praktischer Arzt als Angeklagter in den gegenwärtigen Prozeß verwickelt ist. Es ist dies der prakt. Arzt Dr. med. Schlesinger- Berlin, der sich im Verein mit noch einem Mediziner, dem praft. Arzt Dr. Colemann- Berlin als Mittäter bei dem Vergehen der fahrlässigen Körperverletzung bez. der fahrlässigen Tötung zu verantworten hat, die der befannten Berliner Naturärztin Minna Kube zur Last gelegt sind. Frl. Kube ist seit Jahren Leiterin zweier großartig ber mit seinem Freunde eintrat, was uns hierher führt, geDu wirft entfchuldigen, Onkel," unterbrach Adolph ihn, ftattet feinen Aufschub." Sind wir hier vor unberufenen Horchern ficher?" nahm Beit, fasse dich furz, so kurz wie möglich. der Diener fich wieder entfernt hatte. Ich habe nur wenig Nun, was ist es?" fragte Spangenberg unwillig, als Martin mi Armbandgeschichte ist auch noch bach Peter im Museum gefunden worden." aus der Fensternische hersie send und die geballte Faust das Armband ſelbſt iſt unter sehr eigentümlichen Umständen behauptet, er habe diesen Diebstahl nicht begangen, und nicht aufgeflärt, Schön Was unterstehen Sie sich?" braufte Spangenberg auf, gegen Martin erhebend Was Nicht immer umflattern euch Falter; Ats wärt ihr der Schönheit Bild? Weil schmeichelnde Lüfte euch kosen? Weil Schmetterlings Sehnsucht ihr stillt? prangt ihr so stolz, ihr Rosen, reichte Was zum Geftade trägt die Flut, Und edles Silber als Berstört zu neuem Leben dringen!". Soll durch lodernden Feuers Glut Der Königin aber nahm er vom goldenen Haar und Lohn erringen. eingerichteter Naturheilanstalten in Charlottenburg und Oranienburg bei Berlin. In letzterem Orte ist sie zugleich Mitbegründerin der Obstbaukolonie„ Eden" gewesen, eines Unternehmens, auf dem die führenden Geister der deutschen Naturheilbewegung im Kommunismus zusammen leben. Die Mittel zu ihren verschiedenartigen Unternehmungen, zu denen auch eine naturgemäße Zeitschrift gehört, sollen ihr von sehr hochstehenden Gönnern zugeflossen sein. In ihrem Naturheilbade Hephata" in Charlottenburg waren längere Zeit hindurch ihre beiden Mitangeklagten als dirigierende Merzte tätig, welchen die Diagnose und die Mittelverordnung oblag, während Frl. Kube die Behandlung ziemlich selbständig leitete. Es wird nun den drei Angeklagten zur Last gelegt, daß sie zwei unterleibskranke Patientinnen durch falsche Diagnose und eine unangebrachte Unterleibsmassage sowie durch andere schwere Kunstfehler an ihrer Gesundheit beschädigt und in einem Falle den Tod einer Patientin herbeigeführt haben. Der letztere Fall ist seinerzeit Gegenstand interessanter Auseinandersetzungen in der medizinischen Fachpresse gewesen. Speziell Prof. Dr. Dührssen, der bekannte Berliner Gynäkologe, der im Kwilecka- Prozeß gegen die der Kindesunterschiebung angeklagte polnische Gräfin als Gutachter auftrat, hat im Laufe der erwähnten Auseinandersetzungen die Angeklagte Kube der fahrlässigen Tötung in dem Hauptfalle bezichtigt. Als weitere Sachverständige sind noch acht Aerzte geladen. Nach Aufruf der Sachverständigen lehnte der Verteidiger Justizrat Wronker den Professor Dührßen als Sachverständigen ab, da er befürchte, daß dieser in seinem Urteil befangen fei. Der Gerichtshof gab diesem Antrage statt und beschloß, Professor Dührßen nur als Zeugen zu vernehmen. Der Angeklagte Dr. Colemann erklärt, daß er bei seinem Eintritt in die Anstalt streng betont habe, daß er sich ausschließlich die Direktive vorbehalten habe. Die Patientin, die bei dem ihn berührenden Anklagefall in Betracht komme, habe eine Geschwulst im Unterleibe gehabt, die er nicht gerade für bösartig hielt. Er habe eine sofortige Operation nicht für notwendig gehalten, da er erst erfahren wollte, ob und in welchem Grade die Geschwulst wachse. Dann habe er Frl. Rube beauftragt, nach dieser Richtung hin die Patientin sorgfältig zu untersuchen und ihm sofort Bescheid zu geben, wenn ihr Zustand sich verschlimmere.- Präs.: Herr Doktor, halten Sie es mit Ihrem standesgemäßen Pflichtgefühl vereinbar, daß Sie eine der Damen in der Anstalt mit der Beobachtung einer so Erkrankten betrauen?- Angekl.: Ja, denn diese Damen, und besonders Frl. Kube sind so geschult, daß man ihnen das ruhig übertragen darf.- Dann vird in die Zeugenvernehmung eingetreten. Zum Tilsiter Kurpfuscherprozeß wird uns von dort gemeldet, daß das Urteil gegen den Magnetopathen Schröter nunmehr rechtskräftig geworden ist, da der Verurteilte auf Einlegung der Revision verzichtet hat. Wann das erneute Verfahren gegen Schröter in weiteren 31 Anklagefällen, die nach der Mitteilung des Staatsanwalts Tolfi am Schlusse des letzten Riesenprozesses zurzeit noch schweben, zur öffentlichen Verhandlung kommen wird, darüber verlautet noch nichts bestimmtes. Jedenfalls dürfte die Verteidigung Schröters bei einem Kurpfuscherprozeß zweiter Auflage gegen ihn die Ladung von einigen achtzig Entlastungszeugen fordern, die durch seine Behandlung eine Besserung bezw. Heilung erfahren haben. Nah und Fern. Die Best in Johannesburg hat jetzt auch auf die weiße Bevölkerung übergegriffen. Von pestverdächtigen Erfranfungen sind bis jetzt unter den Farbigen 69 und unter der meißen Bevölkerung 9 Fälle festgestellt worden. Bisher sind der Seuche erlegen 50 Farbige und 5 Weiße. Man bekämpft die Krankheit mit außerordentlicher Schärfe. Wer nur in den Verdacht kommt, in der Nähe des verpesteten Quartiers gewesen zu sein, wird sofort ergriffen und in die QuarantäneAnstalt gebracht. Den Indiern und Eingeborenen ist es aus das strengste verboten worden, den Rand zu verlassen. Ueber einen Vorschlag, das ganze Kuli- Quartier zu räumen und niederzubrennen, hat man sich bisher noch nicht einigen fönnen. Man würde für etwa 2000 Kulis außerhalb der Stadt neue Wohnungen zu schaffen haben. Die Europäer in Johannesburg verlassen in hellen Scharen die Stadt, teils aus Furcht vor Ansteckung, teils aus Abneigung, sich den zu erwartenden scharfen Bestimmungen zu unterwerfen. Das Halsband der Prinzessin Alice von Bourbon. Einem großen Diebstahl ist die Prinzessin Alice von Bourbon, die nach Scheidung von ihrem Gemahl, dem Fürsten von Schönburg, sich in Sori bei Genua aufhält, zum Opfer gefallen. Sie hatte bei einem Pariser Juwelier namens Froumont neben anderen Schmuckgegenständen eine Halskette im Wert von 800 000 Franfen hinterlegt. Als ihr Bruder, Prinz Jaime, der als Offizier in russischen Diensten steht, nach dem fernen Often abreiste, ließ er durch eine Vertrauensperson die Wertsachen beim Pariser Juwelier abholen und nach Petersburg bringen. Die Halskette fehlte, der Juwelier versicherte, daß sie sich unter den anderen Gegenständen in der Kassette befunden hatte. Die Vertrauensperson dagegen ist verschwunden und wird eifrig von der Polizei gesucht. Ein geheimnisvoller Vorgang in einem Krankenhaus macht zurzeit in Schweidnik großes Aufsehen. Im dortigen Hospital Bethanien" war ein Patient gestorben. Dessen Sohn kam zur Beerdigung und wollte den Vater noch einmal sehen. Die Pflegerin verweigerte aber die Deffnung des Sarges mit der Begründung, daß bei der bald eingetretenen Bersetzung der Leichnam vollkommen unkenntlich sei. Der Sohn riß schließlich den Sargdeckel gewaltsam herunter und sah zu seinem Erstaunen, daß der Sarg nicht den Leichnam seines Vaters enthielt, sondern mit Steinen angefüllt war. Die Pflegerin war nun genötigt, dem erregten Manne den Leichnam seines Vaters zu zeigen, und man fand diesen noch mit dem schmutzigen Sterbehemd bekleidet auf Eis in dem Keller des Krankenhauses liegend. In diesem Keller sollen sich auf Eis liegend noch zwei weitere Leichen befunden haben. Der Sohn des Verstorbenen trug nun natürlich Sorge, daß die Leiche in den Sarg gelegt und mit diesem bestattet wurde. Die Untersuchung in dieser Angelegenheit, die natürlich zu den schlimmsten Gerüchten von mißbräuchlichen Sezierungen und dergleichen Anlaß gibt, ist eingeleitet worden. A Zur Ermordung eines deutschen Zeitungskorrespondenten in Marokko wird jetzt weiter berichtet, der Leichnam des bermißten Dr. Genthe, der zwei Schußwunden trug, sei 40 Meilen unterhalb Tea von Ginaeborenen in einem Eluklauf gefunden worden. Die hätten jedoch aus Furcht, des Mordes beschuldigt zu werden, die Leiche im Flusse weiter treiben lassen. Beraubung einer Eisenbahnstationskasse. In der Nacht wurde die Kasse der Station Aurich der Kreisbahn AurichLeer beraubt. Dem Diebe fielen 1700 Mark in die Hände. Von dem Täter fehlt jede Spur. Ein furchtbares Verbrechen wurde in einer Vorstadt Londons entdeckt. Ein Mann von 35 Jahren, der Georg Albert Coßmann heißen soll, wollte eine Blechkifte, die sehr schwer war und aus der eine Flüssigkeit herausfloß, von einem Fuhrmann wegfahren lassen; diesem schien die Sache verdächtig. Ein Mieter Coßmanns hatte schon seit einigen Tagen Verdacht geschöpft und holte die Polizei. Coßmann ergriff eiligst die Flucht, wurde aber von der Polizei erfaßt. In diesem Augenblicke durchschnitt er sich die Kehle mit einem Rasiermesser und starb sofort. In der Blechfiste wurde, in Zement eingegossen, eine zerstückelte weibliche Reiche mit zerschlagenem Schädel gefunden. Die Behörde sucht nach etwaigen weiteren Leichen. Coßmann hatte vielfach Besuche von Frauen, die längere oder fürzere Zeit bei ihm verblieben. Er war bereits wegen Bigamie mit fünf Jahren Zuchthaus bestraft. + Drama an der preußisch- russischen Grenze. Beim Dorf Wyszanow an der Grenze zwischen der Provinz Posen und Rußland ertranken fünf polnische Sachsengängerinnen im Flusse Prosna, die heimlich und ohne Paß die Grenze überschreiten wollten. Drei andere Frauen wurden von russischen Grenzsoldaten erschossen. Etwa dreißig Sachsengänger wurden gefangen genommen. Bunte Chronik. In Magdeburg wurde der Gefangenaufjeher Daehne vom Amt suspendiert, weil er beschuldigt wurde, ein 17jähriges Mädchen in der Gefangenenzelle vergewaltigi zu haben. -In Berlin erstach die Handelsfrau Pfeiffer im Streit thren Mann mit einem Küchenmesser. Kunft und Wiffenfchaft. RB. Drei neue große Nordpolexpeditionen sind geplant. Die erste wird unter Führung des Amerikaners Peary im kommenden Juni nach dem Smithsund abgehen. Die zweite ist die des Kapitäns Bernier, für den die kanadische Regierung das deutsche Südpolarschiff„ Gauß" angekauft hat. Von Verhandlungen in dieser Richtung wurde schon gleich nach der Heimkehr der„ Gauß" berichtet. Das Schiff soll zum Juli 1905 nach der Mündung des Mackenzie geschafft werden. Bernier will die Nansensche Methode von neuem erproben und sich von der Strömung über den Nordpol treiben lassen, zu diesem Zwecke aber seinen Ausgangspunkt möglichst weit östlich nehmen, weil er hofft, dadurch dem Ziele näher zu kommen als Nansen mit der Fram". Bisher war von der Beringstraße die Rede; nun scheint es aber, daß Bernier versuchen will, noch östlicher einzusetzen. Ein dritter Eroberungszug nach dem Nordpol wird ebenfalls auf Nansens Methode beruhen. Fürst Albert von Monaco, dem die Wissenschaft aus seinen Tiefseeforschungen schon viel verdankt, will eine Unternehmung mit dem Nordpol als Ziel ausrüsten und führen. Lokales. 26. März 1904. ** Die Erbauung der Nebenbahn GrünbergLich ist jetzt gesichert. Finanzminister Gnauth hat eine staatliche Unterstüßung von 20000 Mt. pro Kilometer in Aussicht gestellt. Die beteiligten Gemeinden Grünberg, Dueckborn, Ettingshausen, Münster, Ober- und NiederBessingen und Lich stellen freies Gelände. Man hofft, daß die ca. 17 Kilometer lange Strecke nach Jahresfrist schon vollendet ist. Wissenschaftlicher Fortbildungskursus für Volksschullehrer. Auch in diesem Jahre wird an der Gießener Universität während der Monate Mai und Juni ein wissenschaftlicher Fortbildungskursus für Volksschullehrer eingerichtet werden. Die Vorlesungen finden jeden Mittwoch, nachmittags von 4 bis 7 Uhr, im Universitätsgebäude statt. Es lesen die Herren Prof. Dr. Gro.o ß( Einleitung in die Philosophie), Dr. Hausen ( Pflanzengeographie 1. Teil) und Dr. Sauer( Bilder aus der deutschen Kunstgeschichte: Malerei, Baukunst und Bildhauerkunst). Reflektanten- auch Nichtlehrer können an dem Kursus teilnehmen- wollen sich an den Gießener Lehrerverein wenden. Der Meldeschluß ist auf 1. April festgesetzt. * * Der Jahres- Bericht des vereinigten Realgymnasiums und der Realschule zu Gießen gelangte gestern zur Verteilung. Durch den Ausbau der Realschule zu einer Oberrealschule sind zwei neue Klassen entstanden und wird lettere Anstalt mit Beginn des neuen Schuljahres vervollständigt werden. Die Schülerzahl betrug im letzten Vierteljahr: Realgymnasium 240; Realschule 387; Vorschule 122, in Summa 749 Schüler gegen 715 im vorigen Schuljahr. An der vereinigten Anstalt wirken inkl. der Religionslehrer 35 Lehrkräfte. Das Realgymnasium hatte diesmal 21 Abiturienten aufzuweisen und an der Realschule erhielten 23 Schüler die einjährigen Berechtigung. Die Ferien verteilen sich im neuen Schuljahr wie folgt: 1. Osterferien: 27 März bis 10. April. 2. Pfingstferien 22. bis 29. Mai 3. Herbstferien 7. August bis 18. September. 4. Weihnachtsferien 22. Dezember bis 4. Januar 1905.- Die Aufnahmeprüfungen finden am 11. April statt, und der Unterricht beginnt am 12. April. ** Die Berechtigung zum Einjährig- Freiwilligen haben heute im Realgymnasium zu Gießen erlangt: Otto Arnold- Gießen, W. Baiser- Gießen( Steinbach), Fr. Bauer- Gladenbach, A. Bieker- Gießen, A. CullmannGießen, L. Cost- Gießen, K. Dominick- Gießen, P. FayetGießen, Otto Fritz- Grünberg, B. Hinz- Gießen, Chr. JägerKlein- Linden, F. Keuzer- Lauterbach, H. Keiffmüller- Gießen, H. Küpper- Gießen, D. Lenz- Azenhain, D. Loth- Kirschgarten ( Kreis Alsfeld), F. Luley Gießen, Hugo Mayer- Hungen, Hugo Mayer- Hungen, Herm. Meyer- Fronhausen, Otto Müller- Wieseck, Ph. PfaffGießen, W. Roloff- Gießen, D. Schmidt- Gießen, A. SchudtNeumühle bei Muschenheim, K. Seipel- Gießen, Fr. SerwasGießen, Fr. Sievers Gießen, Otto Sperbec- Gießen, Frizz Stetter- Gießen, Otto Zöckler- Grünberg. ( aus der Operete an a fie entzückend und legten Vers ftürmi Lieder fach- u. funf Blumenfpenden un fehlte es auch an praktisch dentende ausdrüdte nur der Besuch anderen Darfteller an Berrücktheit nich auch Frl. Shuma und für die Zukunft la Hus ** Bahn Buzbach- Lich. Am Mittwoch fand in neuen Stationsgebäude Butzbach- Ost eine Sigung des Au sichtsrats der Bahn statt, in der wichtige Veränderung in der Leitung der Bahn beschlossen wurden, die wohl auf die„ Enthüllungen" der Landtags- Verhandlungen zurückz führen sind. Die Eröffnung der Bahn findet bestimmt an Montag( 28.) statt. Der jezige Fahrplan bleibt nur be zum 1. Mai in Kraft. Von da an erfolgen wesentliche Aenderungen und Verbesserungen bezüglich der Fahrzeiten. Stadttheater Gießen. Morgen Sonntag tommt als Volfsvorstellung das dem Tage angemessene Volksstück von 2. Anzengruber ,, Der Pfarrer von Kirch feld" zur nochmalige Aufführung. Am Abend geht da Schauspiel von Hermann Sudermann„ Das Glück in Winkel" in Szene. Es ist dies das letzte in der Winter saison 1904 gegebene Stück und dürfte demzufolge eit ausverkauftes Haus zu erwarten sein. == Einen schönen Erfolg hat der Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtverein auf der Landes ausstellung in Offenbach erzielt, auf seine ausgestellten Tiere erhielt er mit 283 Punkten die zweithöchste Punktzahl. Die höchste Punktzahl( 306) hatte der Geflügelverein„ Odins". Darmstadt. ** Besizwechsel. Bei Versteigerung auf dem Ortsgericht Gießen ging für 37 550 Mt. das Besistum der Witwe des Kupferschmiedes H. Vogt, Weftanlage, für einen auswärtigen Reflektanten an Carl Loth- Gießen über. Wetzlar, 25. März. Mit den Ausschachtungsarbeiten für das Lehrerseminar ist begonnen worden und soll die Fertigstellung bis zum 1. April 1905 erfolgen. Be fanntlich sind Herrn Bauunternehmer Müller zu Azbach die Maurerarbeiten übertragen. + Ober- Ofleiden. Wilhelm Mez II. wurde als Feldgeschworener unserer Gemeinde eidlich verflichtet. A Laubach, 25. März. Anmeldungen neuer Schüler für das Gymnasium werden Samstag, den 9. April, bormittags von 9 Uhr an, im Amtszimmer des Direktors angenommen. Nachdem mit + Aus dem Hüttenberg, 25. März. Inkrafttreten des Lehrerbesoldungsgeseßes vom Jahre 1897 in mehreren Bürgermeistereien des Kreises Weßlar die Lehrergehälter einheitlich auf 1200 Mt. festgesetzt wurden, haben andere Bezirke sich ablehnend gegen eine gleichmäßige Besoldung verhalten. Zu lezteren gehören auch sämtliche Gemeinden der Bürgermeisterei Großrechtenbach, welche noch allen ihren Lehrern ein Grundgehalt von nur 1050 Mt. gewähren. Dant dem energischen Eintreten des Herrn Bürgermeisters Hardt zu Großrechtenbach wird das neue Schuljahr wohl allen Lehrern des Hüttenberges die erwünschte Gleichstellung bringen. XOber- Ohmen, 23. März. Die Verteuerung des Branntweines, die dieser Tage wiederum eingetreten ist, hat die hiesigen Freunde des kleinen Gläschen be wogen zu streiken. Sie meiden die Gastwirtschaften und haben erklärt, sie nicht eher wieder zu besuchen, bis der Schnaps wieder billiger werden würde. Hof fentlich wird dieser Streif lang oder immer anhalten. Steinbach, 25. März. Im Dienst der Stadt vom Tode ereilt wurde heute das Gemeinderatsmitglied Reuss ling. Während er mit der Vermessung von Gelände beschäf tigt war, machte ein Herzschlag seinem Leben ein jähes Ende. Möge ihm die Erde leicht sein. = Nachdem am heiligen † Biedenkopf, 25. März. Nachdem Weihnachtsabend unsere Stadt zum erstenmal im elektrischen Lichte erstrahlte findet morgen die offizielle Inbetriebseßung des städtischen Eleftrizitätswertes statt. An die Besichtigung der Zentrale schließt sich eine kleine Festlichkeit. + Frankfurt a. M., 25. März. Am Opernhause wurde heute ein 14 jähriger Knabe, der auf einem Rad fuhr, vom einem großen Automobil überfahren. Lebens: gefährlich verletzt wurde er vom Platz getragen. Eben falls lebensgefährliche Verletzungen erlitt die 15 jährige Tochter eines Spenglermeisters in Homberg, die der Spengler Saffert aus Frankfurt a. M. auf der Saal burgchaussee mit seinem Motorrad überfuhr. Saffert versuchte sich aus dem Staube zu machen, ohne sich um das überfahrene Mädchen zu kümmern, wurde aber von einem Automobil eingeholt.( Bravo!) X Darmstadt, 25. März. Ein hiesiger Einwohner wurde verhaftet, weil er sich an seinem eignen 6 jährigen Töchterchen vergangen hat. Das Kind mußte ins Spital aufgenommen werden. > Mainz, 25. März. Der 59 jährige Taglöhner August Becker aus Monsheim wurde von der hiesigen Straffammer wegen Blutschande, begangen mit seinec 25 jährigen Tochter Eva, zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Gheverlust verurteilt. Die Tochter erhielt 9 Monate Gefängnis. X Aus Rheinhessen, 25. März. Das große Weingut des Mainzer Kommerzienrats Lauteren in Nirstein geht demnächst in den Besitz der Großherzoglichen Domänenverwaltung über. Stadttheater Gießen. Eigentlich hatte ich es nicht verdient um Frl. Lembach, daß sie die fürchterlichen uralten Kalauer, welche sich in " Papageno" zu einem so mustergültigen Salate vereinigen, zum zweiten Male auf mein unschuldiges Haupt nteberprassein läßt. Man glaubt seine Pflicht getan zu haben, wenn man in jeder Saison einmal seine funftbegeisterte Seele an dieser Meisterleistung fonzentrierten Blödsinns er quickt, aber zweimal das ist zuviel für'n Einzelnen. Ein wahres Glück, daß Frl. Lembach so brillant aufgelegt war, und als Dienstmädchen Bertha wieder eine ihrer föstlich- drastischen Figuren geschaffen hatte, die mit ihrem derben, frischen Humor unwiderstehlich wirkte. Als ExtraGratifitation gab die Benefiziantin noch verschiedene Ein lagen zum Besten, welche alle, Dant ihres besonders in höheren Lagen so reifen, wohlflingenden Organs reichen Beifall entfesselten. Namentlich das reizende:" Girre, birre cocolo" Der bei dem als Hausburide t unterflug mehrfad faufte Sachen zu und Untreue erfann worauf 2 Wochen zu bringen find. Aur Laft gelegt, Rödgen verübte. Unter der Anklag fich vor dem Sch Schul, Juftus De antworten. Schu Monaten genomm Notwehr handeln Berufung fand a Menderung des U gen Gefängnis ve tenntniffes im üb Samstag verhand aus Coblenz wege lautete auf 81,58 digung, in einer bach den Gewerb wurde der Direktor durch das Schöffer verurteilt. Die der heutigen Bewe Gießen, 26. Ma per Pfd. 095-1.05 Vergeb Zur Erb Saftitate in G der pathologische werden die folge Minifterialerlaß fchrieben. Los I. Circo II. Je 2 H III. IV. Cir V. Cir B. Los VI. Cir VII. Circ " 1 " VIII. Circ C. Los XI. XII. " " XIII, C Los X " Angebotsu Frankfurterstr. Beichnungen) fprechender Au bureau bis Mittwoch, de dem Eröffnung Suidlags Gießen, Großh. Bau Versteige Nächsten an den berichied Bemartung Gi Grabenaushuber Bujammer badbride im Gießen Groß Mittwoch fanb e Sigung des ( aus der Operete„ Das Modell" von Frz. von Suppé) brachte sie entzückend und das Publikum verlangte und erftritt sich den Legten Vers stürmisch da capo. Frl. Großmüller begleitete die Lieder fach- u. tunstverständig am Bianino und neben herrlichen Blumenspenden und geheimnisvoll verschlossenen Kartons fehlte es auch an vernünftigen" Sachen wie sich eine praktisch denkende Theaterbesucherin bei der Besichtigung ausdrückte an allerlei Leckerbissen für Frl. Lembach nicht, tige Veränderung rden, die wohl andlungen zurid findet bestimmt blan bleibt nur erfolgen weien lich der Fabr Morgen Son Lage angeme Pfarrer bon S m Abend geht Das Glüd egte in der Win te demzufolge Vogelsber in auf der Lan e ausgestellten fte Punktzahl. igelverein Din teigerung auf t. das Befigtum Buffanlage, für Gießen über. en Ausschacht en worden und 905 erfolgen. iller za bach II. wurde a eidlich beritet ngen neuer Shüler ag, den 9. April mer des Diretto rz. Nachdem S vom Jahre 18 reifes Beglar feftgefest wur n eine gleichmi ren auch sämt tenbach, welche bon nur 1050 intreten des Ha bach wird das puttenberges die e Verteuerung de ederum eingetreter einen Bläschen b Die Gastwirtschaft pieder zu bejub den würde. immer anhalt Enft der Stadt catsmitglied Re bon Gelände bef ben ein jähes End chdem am heiligen enmal im elektrischen ielle Jnbetriebegun An die Befiatigur tlichkeit. Am Opernha er auf einem erfahren. Lebe getragen. Ge litt die 15 jähri omberg, die d N. auf der Sa überfuhr. Saff chen, ohne figh n, wurde aber b ■!) iefiger Gin In eignen 6 jähri Kind mußte jährige Tagli von der hie gangen mit j en Zuchthaus Tochter erhiel Das große uteren in Nic Großherzogl en. tum Frl. Lemb er, welche fi Salate verein ges Haupt m t getan zu h Teine funftbegel erten Blödsinns ' n Einzelnen • brillant aufge wieder eine f te, die mit i wirfte. Als G verfchiedene ibres befonder gans reichen B rre, birre coco 01 nur der Besuch hätte etwas besser sein dürfen. Die anderen Darsteller bemühten sich mit Erfolg, dem Stücke an Verrücktheit nicht ein Quäntchen schuldig zu bleiben, auch Frl. Schumann war dieses Mal temperamentvoller und für die Zukunft läßt sich Manches von ihr erhoffen. H. H. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 25. März 1904. Der bei dem Gemüsehändler Schneider zu Friedberg als Hausbursche tätige Waldemar Adamski von Leipzig unterschlug mehrfach von ihm vereinahmte Gelder und verfaufte Sachen zu Schleuderpceisen. Wegen Unterschlagung und Untreue erkannte die Kammer auf 2 Monate Gefängnis worauf 2 Wochen erlittene Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen sind. Einem Gastwirt zu Gießen wurde Betrug aur Last gelegt, den er zum Nachteil eines Taglöhners zu Rödgen verübte. Er erhielt eine Geldstrafe von 40 Mf. Unter der Anklage der gegenseitigen Körperverlegung hatten sich vor dem Schöffengericht Alsfeld die Arbeiter Friedrich Schul, Justus Decher und Heinrich Vey zu Alsfeld zu verantworten. Schul wurde in eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten genommen, während die beiden andern als in Notwehr handelnd freigesprochen wurden. Auf beiderseitige Berufung fand auf Grund der heutigen Verhandlung eine Aenderung des Urteils dahin statt, als daß Vey zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt wurde, unter Bestätigung des Ertenntnisses im übrigen. Das Urteil in der am letzten Samstag verhandelten Sache gegen Emmrich Beckermann aus Coblenz wegen Vergehens gegen das Gewerbesteuergesetz, Lautete auf 81,58 Mt. Geldstrafe. Unter der Anschulbigung, in einer Eingabe an die Bürgermeisterei Kessel= bach den Gewerbeinspektor zu Gießen beleidigt zu haben, wurde der Direktor der Basaltwerke zu Londorf Oskar Graf durch das Schöffengericht Grünberg zu 25 Mt. Geldstrafe verurteilt. Die hiergegen verfolgte Berufung wurde nach der heutigen Beweisaufnahme verworfen. - Marftberichte. Gießen, 26. März Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter Der Pfd. 0 95-1.05 9., Hübnereler 2 Stüd 12-14 Vfa.. Enteneter Vergebung von Bauarbeiten. 日 Zur Erbauung der Beterinär medizinischen Institute in Gießen, zunächst der normalen Anatomie, der pathologischen Anatomie und der chirurgischen Klinik, werden die folgenden Arbeiten unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 öffentlich ausgeschrieben. Los I. II. H III. " " IV. V. " A. Glaserarbeiten. Circa 62 qm Fenster aus Pitch- pine Holz. Je 250 qm desgl. u. 140 bezw. 90 qm Innenfenster aus Tannenholz. Circa 70 qm Fenster aus Pitch- fine Holz. Circa 90 qm desgl. B. Jnnere Berputarbeiten. Los VI. Circa 2970 qm Wandput. " 1100 qm But auf massiven und Holzdecken. VII. Circa 3270 qm Wandput. 1150 qm Putz auf massiven und Holz.1 decken. VIII. Circa 2800 qm Wandput. Los XI. " " 1380 qm Bug auf massiven und Holzdecken. C. Façadenputz mit Terranowa. Bos IX. Circa 1480 qm. " X. Circa 950 qm. " D. Betonarbeiten. XII. Je ca. 1000 qm Ausgleichbeton. XIII. Circa 1200 qm desgl. E. Zerrazzoarbeiten. Los XIV. Circa 330 qm Terrazzobelag. " XV. Circa 700 qm " XVI. Circa 200 qm desgl. desgl. Angebotsunterlagen können auf unserem Zweigbureau, Frankfurterstr. 83, eingesehen, Angebotsformulare( feine Zeichnungen) dorther bezogen werden. Offerten, mit ent bureau bis sprechender Aufschrift versehen, ſind auf genanntem Zweig Mittwoch, den 13. April d. J. vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermin, einzureichen. Zuschlagsfrist: 3 Wochen. Gießen, den 25. März 1904. Großh. Baubehörde für die UniversitätsNeubauten Gießen. Versteigerung von Aushuberde. St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg,| Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar r. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 60-72 fg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.76 Bfg., Kalbfleisch per Bfd. 62-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfa., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mr., 3wiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mt. Milch per Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. * Grünberg, 24. März. Auf dem heutigen Viehund Krämermarkt, verbunden mit Schamfarkt, waren aufgetrieben 83 Stück Rindvieh; Schweine waren 903 ange= fahren. Der Verkauf ging flott von statten und der Markt war schnell geräumt. Ferkel bis zu 14 Wochen foſteten 65-70 Mt., Mittelsorte 35-40 Mt., kleine Ferkel 25 bis 30 Mt. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Aufgebote. Am 19. März, Briefbote Hch. Wilh. Maul dh. mit Minna Weißgerber in Nieder- Wöllstadt. 22. März, Schuhmachermstr. Hch. Blum mit Katharine Christine Schneider, b. dh. Kaufmann Karl Fr. Aug. Michel mit Anna Schäfer, b. dh. Anna Schäfer, b. dh. 24. März, Sergeant Hch. Stoffel mit Hermine Rörig, b. dh. Eheschließungen. - - Am 19. März, Bahnarb. Hch. Reiz dh. mit Emma Rau mit Luise Klingelmeier, b. dh.- Metzger Hch. Blum Fleischhauer in Lehnheim. Maschinist Reinhard Martin mit Christina Elisa Schmitt, b. dh. Tapezier Hch Lotz mit Juliane Marie Schmidt, b. dh. Am 22. März, Damenschneider Fr. Wilh. Chr. Kurz mit Katharina Christ. Jäger, b. dh. Am 23. März, Finanz Aspirant Gust. Herm. Mosig dh. mit Maria Christina Katharina Aufdermauer in Bußbach. Geborene. Am 13. März, dem Tapezier Adolf Noll ein Sohn. Anna Elisabeth. Am 19. März, dem Brauer Wilhelm Am 18. März, dem Heinrich Wilte II. eine Tochter Käthchen Rentmeister ein Sohn. Am 19. März, dem Schuhmachermeister Wilhelm Schmidt ein Sohn, Friedrich Wilhelm. Am 20. März, dem Hilfsbahnwärter Johannes Weigel eine Tochter, Anna Elisabethe Marie. Am 21. März, dem Oberkellner Josef Bied ein Sohn, Karl Peter. Am 21. März, dem Zahnarzt Nathan Hoddes eine Tochter, Gertrud. Wollen Sie etwas Feines rauchen?? dann empfehle ich Ihnen meine in Geschmak und Qualität vorzügliche Marke: ,, Matuta" per Stück 8 Pfg. J. Friesleben, Giessen. Cigarren- Spezial- Geschäft Bahnhofstrasse 50. Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Sonntag, 27. März 1904 ( Palmsonntag.) Leder- Schuhe u. puzt man mit Gamma per Dose 25 Pfg. überall fäuflich. Nachmittags 3½ Uhr mir ſuchen für einen Jungen Volksvorstellung. Der Pfarrer v. Kirchfeld von auswärts zu sofortigem, Eintritt eine Volksstück in 4 Akten von 2. Anzengruber. Preise der Pläße: Numr. Loge Mr. 1, Nichtnumr. Schreibgehilfenstelle bei einem Rechtsanwalte oder auf einem sonstigen Bureau. Gießen, am 24. März 1904. Armenamt Gießen. artm Saal 40 Pfg., Gallerie 20 Bfg. Städt. Wohnungsnach weis Gießen. 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